~Der Kuss des Dämons~(Marien & Hera)

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    • Katina Irolas


      "Geht es Euch gut Prinzessin?!" - "Wo seid Ihr, Prinzessin?!" - "Habt Ihr Euch verletzt?!"
      Ein schwarfes Kratzen in meiner Kehle, machte es mir unmöglich zu antworten. Stattdessen hustete ich erstickt gegen das Gefühl in meinem Rachen an, während meine Augen hektisch nach einem Ausweg suchten. Doch das einzige was sie erblicken konnte, waren dunkle Wolken aus stinkendem Rauch, welcher mich gleich düsteren Gewitterwolken einhüllte und mich in seiner Mitte gefangen nahm.
      "Prinzessin!" Die aufgeregte Stimme war ganz in meiner Nähe, aber die Tränen und der Rauch in meinen Augen blockierten meine Sicht. Doch die Wärme an meinem Handgelenk und der leichte Druck um dieses beruhigte mich umgehend. "Folgt mir."
      Vorsichtig wurde Kraft auf mein Hand gelenk ausgewirkt und mein Arm in eine gewisse Richtung gelenkt. In der Hoffnung, dass der Besitzer der Stimme, den Ausweg aus dem Rauchpalast kannte, folgte ich ihm. Immer wieder blinzelte ich gegen das Brinnen in meinen Augen an und versuchte mir die Tränen mit der freien Hand davon zu streichen. Dumme Idee! Stattdessen schien ich die wunde Bindehaut nur noch mehr zu reizen und salzige Flüssigkeit schoss weiter unaufhörlich aus meinen Augenwinkeln. Ich unterdrückte den Drang,mir daraufhin noch weiter über die Lider zu reiben und konzentrierte mich stattdessen auf den sanfetn und warmen Druck schlanker Finger um meine Haut.
      "Wir haben es geschafft."
      Die Stimme klang deutlich weniger gehetzt und beruhigend, womit ich auch endlich vermochte, sie wieder zu erkennen. "Danke, Marta." Ich hatte es aufgegeben gegen das Brennen in meinen Augen etwas unternehmen zu wollen und hoffte dass der Wasserfall aus Tränen die reizenden Rauchpartikel aus ihnen herausspühlen würde.
      "Prinzessin..." Ich konnte Marta nicht sehen, aber diesen Ton schlug sie immer nur dann an, wenn sie nicht wusste, wie sie mit mir umgehen sollte. Sicherlich waren ihre vollen Brauen besorgt zusammengezogen, auf dass sie sich fast berühretn und diese Steile Falte bildeten, die ihre gesamte Stirn zu teilen Schien. Wahrscheinlich strichen ihre feinen Finger gerade eine der verirrten Haarsträhnen aus Ebenholz hinter ihr Ohr. Egal wie fest sie ihren Dutt auch jeden Morgen zusammenband, eine Strähne schaffte es immer aus dem Geflächt zu flüchten. Wie oft hatte ich sie deswegen wohl schon aufgezogen? "Wie oft habe ich Euch schon gesagt, Ihr sollt die Küche nicht alleine nutzen?" Vielleicht sollte ich froh sein, sie nicht erkennen zu können. Das wütende Funkeln in ihren sonst so sanften gelbbraunen Augen konnte echt angsteinflößend sein.
      "Tut mir leid, Marta. Aber ihr habt euch wegen mir und meinem Geburtstag in zwei Tagen solche Mühe gegeben, da wollte ich euch etwas zum Dank backen." Vorsichtig strich ich mr noch einmal über Augen. Dass beißende Brennen war verklungen und auch das Tränen war verklungen. "Ich habe die Backzeit etwas überschätzt." Endlich klärte sich mein verschwommener Blick. Wie erwartet lag Martas manander Blick auf mir, während sie die Hände in einer empörten Geste an ihrer schmalen Taille verweilten. Ihr eins hellblaues Kleid, war von schwarzem Raum überzogen und ließ sie an eine Dienstmagdt erinnern, die soeben den offenen Kamin in meinen Gemächern gereinigt hatte.
      "Etwas?" Während sie die Augen grummelnd verängte wurden die zahlreichen Falten in ihrem Gesicht noch deutlicher und erinnerten mich daran, dass sie mittlerweile schon über fünfzig Winter alt sein musste. Allerdings hatte sie sich in meinen Augen nie verändert, obwohl ich sie schon mein ganzes Leben lang kannte, vielleicht aber auch gerade deswegen. "Prinzessin, Ihr habt soeben fasst das ganze Schloss niedergebrannt... erneut."
      Ich senkte den Kopf. Auch ohne das Marta sonderlich laut werden musste, reichte der tiefe und gefährliche Ton in ihrer Stimme aus, um mich wie ein geschlagener Hund den Schwanz einziehen zu lassen. "Tut mir leid..." Ich presste die Lippen zu einem Strich zusammen, bevor ich mich meiner Manieren besann und den Kopf hob. Bis eben hatte ich das hektische Gewusel um mich ignoriert. Dutzende Küchenangestellte huschten einem aufgeschreckten Ameisenhaufen um mich herum, trugen feuchte Tücher heran und verteilten sie auf dem noch immer rauchenden Ofen. Versuchten die dichten schwarzen Wolken mit fächern durch die geöffneten Fenster zu scheuchen und entledigten sich mit spitzen Fingern den gescheiterten Backversuchen auf einem Tablet. Selbst ich konnte nicht mehr erkennen, was ich aus den kleinen Schwarzen Briketts eigentlich herstellen wollte. "Bei euch allen muss ich mich auch entschuldigen", richtete ich mich mit festern Stimme an das Personal, welches für eine Sekunde in seinem Tun innehielt und mir kurz verstehend zunickte. Zumindest waren sie bereit mir zu verzeiehn.
      Seufzend wendete ich mich wieder an Marta... Verzeihen? Diese Frau kannte keine Gnade. "Bis zu Eurem geburtstag verbiete ich Euch den Zugang zur Küche."
      Ich öffnete den Mund zum Protest und schloss ihn wieder, als eine ihrer buschigen Augenbrauen herausfordernd in die Höhe kletterte. Ich senkte den Blick zu meinen rußigen und vor dem Bauch ineinander verknoteten Fingern. "Verstanden... allerdings, werde ich danach auch nie wieder die Küche besuchen können."
      Als daraufhin lange Zeit keine Antwort von der Hofmagd kam und auch das aufgeregte Murmeln und Fußtrappeln der restlichen Angestellten ebenso verstummte, hob ich verwundert den Kopf. Martas Wut hatte sich zusammen mit einem Großteil der Rauchwolke verflüchtigt und war stattdessen einem bedauerndem Gesichtsausdruck gewischen, der auch meine Brust in einen Schraubstock zu spannen schien. "Tut mir leid! Ich hätte das nicht sagen sollen", platzte es schnell aus mir heraus, während ich mir ein aufmunterndes Lächeln auf die Lippen kleisterte. "Ich bin mir sicher, die Feier in zwei Tagen wird wunderbar werden", sennierte ich und wiegte verträumt den Kopf hin und her. "ich freue mich schon drauf. Aber zuvor..." Probehalbe klopfte ich gegen den ausladenen Stoff meines Kleides, dessen Rock bis knapp über meine Fußknöchel reichte. Selbst nach mehrfacher Widerholung dieser Bewegung, konnte man den einst weißen und fast silbern glänzenden Seidenstoff nicht wiedererkennen. Der rauch hatte sich hartnäckig in die einzelnen Fasern des Kleidungsstückes verfangen und würde sich wohl erst nach aufwendigem Waschen wieder von ihm trennen. Ähnlich sah das auch bei meiner Haut aus. "Ich sollte dringend ein bad nehmen."
      Ich hob - wie es sich für eine Prinzessin gehörte - das Kinn und schritt leichtfüßig an der noch immer etwas steifen Marta vorbei. Sie wusste, dass ich meine gute Laune nur mimte, dennoch folgte mir sie umgehend und kündigte an, für mich einen badezuber mit heißem Wasser vorzubereiten. Ich schmunzelte sie dankend an und konzentrierte mich darauf die düsteren Gedanken aus meinem Geist zu verdrängen.
      Mir blieben noch zwei Tage, nur noch zwei Tage, bis Marta, dem geduldigen Küchenpersonal, meinem Lehrer Marael und so vielen anderen Freunden im Schloss und der Satdt Lebewohl sagen musste. Auch mein Vater... noch zwei Tage, dann würde ich ihn wohl nie wieder sehen können. In dem Bestreben die dunken Gedanken auszusperren, zog ich die Unterlippe zwischen meine Zähne. Aber ich konnte ihnen nicht entfliehen. Ich wusste, dass mir nur so überhaupt ein leben bis zum heutigen Tag vergönnt gewesen war, aber wie würde ich wohl meine Zukunft verbringen? In den Fängen eines Dämons, den ich noch nie in meinem Leben wirklich gesehen, geschweige denn kennen gelernt hatte. Egal wie sehr ich mich dafür auch verachtete, konnte ich einfach nicht verleugnen, dass schwere Furcht auf meinem Herz lag. Und zugleich hatte ich beschlossen, vor meinem Schicksal nicht zu flüchten. In zwei Tagen, würde ich ihm ehrlich und mutig in die Augen blicken. Bis dahin hieß es meine verbliebene Zeit mit den mir geliebten Menschen in diesem Palast zu genießen und wohl auch keine weiteren Fast-Brände zu verursachen.
    • Miko Kitsune

      An ihrem 18. Geburtstag wird ihre Selee mir gehören... bis dahin, wird sie ein unbeschwertes Leben führen können so, wie es für sie vorgesehen war. Doch genau um Mitternacht wen beide Zeiger auf Zwölf stehen, werde ich sie holen und sie wird die restliche Zeit an meiner Seite verbringen. Natürlich verspreche ich, dass sie in guten Händen sein wird und ich sie mit meinem Leben beschützen werde.

      Ich erinnerte mich an die Worte, als hätte ich sie vor kurzem erst ausgesprochen und doch waren es nun schon fast 18 Jahre her. Nur noch zwei Tage musste ich warten bis ich sie endlich wiedersehen kann. Dann gehört ihre Seele mir und ich kann wieder in mein Tempel und mein Leben weiterführen. Doch bis die Zeit soweit war, musste ich in der Unterwelt meine Zeit absitzen, mir die Kommentare der anderen Yokais anhören und mich trotzdem fit halten. Doch Tag für Tag denke ich an meinen Tempel und endlich wieder Leben zu können. Ich denke oft an die Zeit zurück als ich durch den Wald gestriffen bin und die Menschen erschreckt habe, die Nächte, die ich unter dem Sternenhimmel verbrachte oder einfach den Duft von Laub und Herbst in der Nase zu haben. All das, vermisste ich abgrundtief und wünschte ich hätte diesen einen Fehler nicht begangen. Diesen einen Fehler bereute ich bis zu meine Knochen und hätte der König mich nicht gerufen, wer weiß wie lange ich noch hier gefangen wäre. Die Menschen würde nicht glauben was es wirklich für Monster es gäbe, würden sie hier unten Leben oder einfach mal zur Besuch kommen.
      "Miko...Miko! MIKOO!" schrie Hima und riss mich aus den Gedanken. Der kleine Quälgeist der wie ein 9 Jähriger aussah, zog an meiner Kleidung. Kopfschüttelnd und mit einem lächeln auf den Lippen sah ich hinunter in ein Wolfsgesicht. Der restliche Körper war menschlich des Jungen. "Hima was treibst du hier?" fragte ich und ging in die Hocke. Obwohl ich in der Unterwelt bin kann ich entscheiden ob ich als Dämon oder Halbdämon mein Unwesen trieb doch als Mensch ging das nicht doch damit hatte ich kein Problem. Ich hatte es gelernt den Dämon in mir zu akzeptieren wenngleich ich auch lange dagegen ankämpfte.
      "Du wirst bald nicht mehr hier sein?" das winseln was von dem Jungen ausging ließ mich nur mehr grinsen und ich streichelte Hima über den Kopf. "Ja, zwei Tage dann bin ich hier raus und ich kann wieder leben..." ich seufzte und meine Gedanken flogen erneut davon.
      Zwar war mir nicht wichtig welche Seele ich bekam und trotzdem war ich irgendwie heilfroh, als ich das Leben eines kleinen Mädchens in der Hand hatte. Der Gedanke der sich mir immer wieder einschlich, verbannte ich jedes Mal aufs Neue - wie sie heute wohl aussieht?
    • Katina Irolas


      "Vater... wenn du noch einen kontrollierenden Blick zur Uhr richtest, werde ich dir die Augen ausstechen." Während ich meine Warnung aussprach, wedelte ich fordernd vor den blauen Augen des Königs hin und her. "Ich mache mir auch Sorgen darum, was in wenigen Stunden geschehen wird", fügte ich gedämpft an. "Aber davon werde ich mir den heutigen Tag nicht vermiesen lassen. Und bei unseren Gästen ist das ebenso."
      Ich wendete den Blick von dem alten Mann mit den dunkelbraunen und langsam ergrauenden Haar ab und richtete meine Aufmerksamkeit auf den gefüllten Saal. Dutzende Menschen tummelten sich auf der weiten Fläche des Tanzsaales und umkreisten sich in eleganten Bewegungen, während ihnen die durchdringende Musik des kleinen Hoforchesters einen anregenden Rhythmus vorgab. Bis eben hatte ich mich in ihrer Mitte lachend um die eigene Achse gedreht. Hatte es genossen, wie der weite Rock des gold schimmernden Kleides um meinen Körper wirbelte und die kleinen einzelnen Edelsteine über Korsett und an der Spitze der Stoffenden im Schein des Kronleuchters aufblitzten. Ich hatte mich wie ein kleiner Stern gefühlt, dersein letztes Erwachen feierte, bevor er letztendlich ausbrannte...
      Zuletzt war es die Erschöpfung gewesen, die mich zurück zu dem kleinen Polsterstuhl neben den Thron meines Vaters hatte wanken lassen. Mir war nicht entgangen, wie starr seine Augen an der ausladenden Pendeluhr nah des Saaleingangs hafteten. Auch die tiefen Furchen in seiner Stirn, der zu einem schmalen Strich zusammen gepresste Mund und die tiefen Ringe unter seinen Müde dreinblickenden Augen... Ich musste keine Magierin oder Hellseherin sein, um seine Gedanken zu erahnen. "Ich habe in diesem Schloss achtzehn zauberhaft schöne Jahre verbringen können, dass wird mir niemand mehr nehmen können."
      Die Augenlider des Herrschers schlossen sich langsam und verbargen das besorgte Flackern in seinen ozeanblauen Augen. Umso heftiger konnte ich es erkennen, als er sich endlich zu mir umwendete und mich eindringlich taxierte. Nicht nur Sorge, sondern auch Angst und tiefe Trauer verbargen sich im Schwarz seiner Pupillen und ein feuchtes Glitzern über seinen Iriden verriet mir, dass er den Tränen nah war. Umgehend steckte ein fester Kloß in meiner Kehle und nahm mir für einen Moment die Fähigkeit zu Atmen, bis ich ihn mit Nachdruck herunterschluckte und entschlossen das Kinn reckte. "Mach dir keine Sorgen um mich."
      Er schüttelte gemächlich den Kopf, als würde jede hastige Bewegung unendliche Schmerzen bedeuten. "Verlange so etwas nicht von mir, Tochter. Ich bin dein Vater, ich mache mir immer Sorgen." Das milde Lächeln auf seinen Lippen erreichte das Blau seiner Augen nicht, selbst die markanten Grübchen auf den Wangen, die ich so sehr an ihm liebte blieben aus. Es ließ ihn nur noch trauriger wirken. Müder. "Katina... du bist mein einzig Fleisch und Blut." Seine knochigen Finger heben sich an meine Wange. Ich zwinge mich dazu, nicht vor der Kälte seiner haut weg zuzucken und lehne mich stattdessen gegen seine Hand. "Du bist das Abbild deiner Mutter."
      Auch ich setzte ein mildes Lächeln auf. Wie oft hat er mir das nur schon gesagt? Doch heute glaube ich etwas anderes in den Worten zu hören. Die Königen, meine Mutter, hat ihn vor achtzehn Jahren für immer verlassen. Am Ende des heutigen tages würden sich auch unsere Wege trennen.
      "Ich werde nicht tod sein." Warm legte ich meine Finger über seine. "Er mag ein Dämon sein, aber er hat versprochen sich gut um mich zu kümmern, richtig?" Sein Nicken ist kaum zu erkennen, aber es genügt mir als Antwort. "Mir wird es gut gehen, Vater." Langsam zog ich seine Hand von meiner Wange und legte sie mir in den Schoß, umschloss sie auch mit der anderen Hand. "Und solange ich noch Lebe, besteht noch immer die Möglichkeit, dass wir uns wieder sehen. Da bin ich mir absolut sicher."
      Endlich darf ich wieder über seine tiefen Grübschen staunen. Noch sind sie nicht in voller Pracht zu erkennen, aber zumindest ist auch ein Teil des Glanzes seiner blauen Augen zurückgekehrt. "Ich werde deinen unermüdlichen Optimismus vermissen, Katina."
      "Ich werde dich auch vermissen, Vater." Das Zittern in meiner Stimme war da bevor, ich es wirklich registrierte. Und das Lächeln auf meinen Lippen wurde vom Strom der salzigen Tränen in meinen Augen getrübt. Aber ich hielt es dennoch aufrecht. "Ich werde dich und all die geleibten Menschen dieses Schlosses nie vergessen." Langsam glitt Mein Blick zurück zur Tanzfläsche. Es hatte nicht viel Zureden gebraucht, meinen Vater dazu zu bringen, auch den gesamten Hofstadt einzuladen. Da noch immer viele Arbeiten zu erledigen waren, wechselten sie sich dabei ab und genossen in ihrer Pause die Musik, das Essen, die Getränke und den Tanz. Natürlich befand sich auch marta unter ihnen, aber die ältere Frau hatte sich wie ein Fels in die Brandung gestellt und beobachtete das Treiben auf der tanzfläche unbeeindruckt. Allerdings war ihr rechter Mundwinkel um genau einen Millimeter erhoben, was bei der steinharten Frau einem heiteren Lachen gleichkommen mochte. Sie musste meinen Blick bemekrt haben, denn kaum nahm ich sie unter Augenschein, drehte sie den perfekt zum Dutt frisierten Kopf in meine Richtung und schenkte mir ein kurzes Nicken, als hätte sie jedes gesagte Wort zischen mir und meinem Vater verstehen können. "Ich bin euch allen so unglaublich dankbar."
      Die Finger in meinen Händen zitterten merklich und brachten mich dazu, wieder zum meinem Vater zu sehen. Er hatte den Kampf gegen die Tränen verloren. Ein einzelner Tropfen rollte ihm kristallklar über die eingefallene rechte Wange und versiegte im wirren graubraunen Bart. Ich wusste, dass er die letzten paar Wochen nur wenig gegessen hatte. Mit jedem einzelnen tag sah er geschwächter aus. Sein Leibarzt hatte psychichen Stress diagnostiziert... Für diese Erkenntnis hätte ich nicht einmal einen Arzt gebraucht. Ich wusste. wie sehr mich mein Vater liebte. Ich wusste, wie viele Sorgen er sich um mein Wohlergehen machte. Und ich wusste wie viel Angst er stets vor dem heutigen Tag hatte.
      Was würde mit ihm geschehen, wenn ich weg war? Würde er sich wieder erholen können? Würde er über mein Verscwhinden hinweg kommen? Auch ich machte mir unendliche Sorgen, aber ich wusste, dass ich im Moment nichts weiter für ihn tun konnte, als ihm Mut zu machen. Ich durfte ihn meine Angst nicht erkennen lassen, sondern müsste ihm das selbstbewusste Mädchen zeigen, dass er großgezogen hatte. Er musste glauben, dass ich auch morgen noch unbeschwert glücklich weiter leben würde. Selbst wenn ich diesen Glauben nicht teilte...
      "Wie wäre es, wenn wir einen gemeinsamen Tanz aufführen, Vater?" Ich erhob mich aus den weichen hellgrünen Polstern meines Stuhles. Noch immer hielt ich seine Hand in meinen gefangen und zog ihm am Arm mit mir. "Ich will zum Abschluss unbedingt noch einmal mit dir tanzen."
      Weitere Trauer flackert in seinen Seelenspiegeln auf, bevor er endlich ein leichtes Nicken zusatnde bringen kann. "Lass uns tanzen."
      Ich erwiderte seine Antwort mit einem glücklichen Lächeln und zog ihn mit Nachdruck unter die anderen Tanzenden. Dieses mal konnte ich selbst einen flüchtigen Blick zur Pendeluhr nicht unterdrücken... Noch weniger als eine Stunde bis Mitternacht...
    • Miko Kitsune

      Die Tage vergingen einfach nicht. Schon garnicht für einen Dämon der weder schläft und es eine Zeit gab. Zwar döste ich ab und an und hatte hin und wieder auch mal einen Traum, doch wenn sich in meiner Umgebung etwas veränderte, sei es Geruch oder es ein Geräusch war, war ich hellwach und voller Bereitschaft. Also verbrachte ich die meiste Zeit damit, mich vorzubereiten und meine Habseligkeiten die bloß aus meinem Gewand und einer Spieluhr die der Prinzessin gehörte bestand. Immer wieder ließ ich die Spieluhr spielen, wenn ich die Schnauze gestrichen voll hatte von meinem Leben hier unten und beförderte mich mit dem freundlichen und ruhigen Ton der Spieluhr in mein Tempel. Wie ich dort die Sonne genießen würde, den Duft der Blumenwiese vor meinem Tempel und dem angrenzenden Wald in meine Nase aufnahm und die Ruhe sowie die Zeit mit der Prinzessin verbrachte. All das, ließ mir eine genüssliche Gänsehaut dem Rücken hinaufwandern.
      Als der Tag endlich gekommen war, machte ich mich auf dem Weg zu Hima. Ich wollte mich verabschieden und mich bei dem kleinen Wolfsjunge verabschieden. Wir hatten jetzt so viel Zeit miteinander verbracht und umso mehr, würde es mir nun schwerer fallen mich bei dem Quälgeist zu verabschieden.
      "Hima" meine Stimme hallte in dem kleinen Wolfsbau aus Müll und Knochen. Es war an sich ein grauenvoller Anblick aber bot dem Kleinen einen sicheren Unterschlupf. Als ich Himas Kopf langsam in Augenschein bekam fing ich an Besorgnis zu empfinden. Der kleine Wolf sah traurig aus und ließ den Kopf hängen. "Hey..." meine Stimme war ruhig und setzte ein lächeln auf. Ich ging auf die Knie und strich Hima über den Kopf. Dieser schmiegte sich an mich und rollte sich vor mir zusammen. "Ich will nicht dass du gehst" fing Hima an und schluchzte bitterlich. "Ich werde ganz alleine sein" nun liefen ihm die Tränen hinab und mein Herz wenn man es so sagen konnte, brach in tausend Scherben zusammen "Hima..." versuchte ich und hörte selbst wie kläglich es sich anhörte "...ich werde immer bei dir sein solange du an mich denkst und das hier bei dir trägst oder aufbewahrst" lächelte ich breit und nahm mit meiner freien Hand meinen Schal ab, der nur als Zierde gedacht war und wickelte den dünnen Schal locker um seine Schulter. Aufmunternd legte ich meine Finger unter Himas Schnauze sodass dieser in meine Augen blickte. "Pass darauf auf ja? " auf sein Nicken hin fingen wir beide an zu lächeln und noch einmal streichelte ich den Kopf des kleinen Wolfes und erhob mich dann. "Also machs gut mein Kleiner, wir sehen uns " er winkte zum Abschied und ich drehte mich dann um. Ein kurzer Blick auf meine Sanduhr, bestätigte mich nun zu gehen. Ich wartete das letzte Sandkorn mit klopfenden Herzen ab bis auch dieses ablief und mit einem Spruch, verblasste mein Körper in der Dämonenwelt und wurde in der Menschenwelt sichtbar. Vor dem Schloss machte ich meine Augen auf und war mit schnellen Schritten vor dem Tor. Ich ging hinein und dachte schon, sie würden schon schlafen doch als ich in den Ballsaal kam, wartete schon die Prinzessin und der König. Die Ballgäste und Bediensteten machten mir Platz und begutachteten mich mit ängstlichen und wüteten Blicken. Mir war das alles egal ich sah nur sie und sie sah bezaubernd aus. Ich merkte gar nicht dass ich schneller geworden war so anziehend war sie. Sie war wahrlich eine Prinzessin stellte ich fest. Hochgehobenen Hauptes stand sie mir gegenüber. "Meine Prinzessin" ich verbeugte mich. Auch wenn ich ein Dämon war, hatte ich dennoch Manieren. Mein Blick wanderte zum König "König" sprach ich schon fast fordernd. -Mein- ließ ich als er König sagte weg schließlich war es nicht mein König und er war kein Gebieter von mir. Ich sah wie mitgenommen der König aussah, doch wer einen Deal mit einem Dämon hatte, musste mit den Konsequenzen auch leben.

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    • Katina irolas


      Die zeit verging viel schneller als es mir lieb sein konnte. Nach dem Tanz mit meinem Vater schien sie förmlich davon zu rennen... jedes mal wenn ich einen weiteren Blick in Richtung Pendeluhr riskierte, waren wir meinem Geburtstag einen großen Schritt näher gekommen. Wer hätte gedacht, dass ich mich je einmal vor meinem eigenen Geburtstag fürchten würde? Wer hätte gedacht, dass ich jemals hoffen würde, in der Zeit stehen bleiben zu können? Die Prinzessin, die sich nichts sehnlicher gewünscht hatte, als schnell erwachsen zu werden. Die Prinzessin, die jeden ihrer Geburtstage mehr herbeisehnte als alles andere, allein weil sie eine neue Kreation der der königlichen Konditoren probieren wollte.
      Aber heute... heute wollte sie die Zeit zurückdrehen. Heute wollte sie zum ersten Mal in ihre jüngste Kindheit zurück. Sie würde auf jeden kommenden geburtstag verzichten, wenn sie dafür am morgen auch noch in diesem Schloss weiter leben durfte.
      "Es ist fast soweit." Die tiefe Trauer in der rauchigen Stimme meines Vaters ließ mich kurz zusammen zucken. Sein Blick lag eisern auf dem Zeigern der Uhr. Ich wollte nicht hinsehen, aber auch meine Augen hoben sich wie automatisch zum beständig schwingenden Pendel. Nur noch wenige Minuten... Sekunden.
      Panisch trommelte mein Herz gegen meine Brust. Vielleicht hatte der Dämon seinen einsatz vergessen? vielleicht würde er gnädig sein und nicht kommen... Ich bis mir auf die Unterlippe, bis der Schmerz mich zusammen zucken ließ. Hatte ich mir nicht versprochen, in kein Selbstmitleid zu verfallen? Hatte ich nicht beschlossen, mich mutig und ehrlich meinem Schicksal zu stellen, auch wenn es die Form eines Dämons tragen mochte? Jetzt war nicht die Zeit in dummen gedanken und unrealistischen Hoffnungen zu versinken. So würde ich meinen Vater nicht ermutigen können. So würde ich mich nicht mit erhobenen Haupt verabschieden können.
      Kaum hatte ich meinen Entschluss gefasst und mich von meinem Platz erhoben, schallte auch schon der helle Klang des Glockenturms des Schlosses bis in den Tanzsaal hinein. Mein Vater neben mir verkrmapfte sich umgehend, während ich reflexartig das Kinn hob. Es war soweit!
      Wie auf Kommando schwangen in eben jenem Moment die Flügeltüren des Saales auf. Raunen und böse Zungen begrüßten den Neuankömmling, während er durch die Reihen der Ballgäste wanderte. Keiner wagte sich nah an ihn heran. Keiner gestattete es sich, ihn direkt anzusprechen und dennoch schenkte jeder einzelne ihm einen Blick bestehend aus Wut, Verachtung und Furcht. Noch war es mir nicht möglich, seine Erscheinung vollständig zu erkennen, doch alleine das lange, auf und ab wippende weiß-silbrige Haar vermochte mir den Atem zu rauben. Dann schließlich begegnete ich roten Augen, die mich an die hell blühenden Begonien aus meinem Garten erinnerten. Diese Augen waren gefährlich und doch zugleich seltsam warm. Ich verfing mich in ihrem Glanz und noch bevor ich es selbst realisierte, waren sie genau vor mir, fixierten mich und unterzogen mich einer eingehenden Musterung.
      Seine Stimme glich dunklem Samt. Tief und ruhig fand sie meine Ohrmuscheln und hallte in meinen Gedanken wieder. Das sollte die Stimme eines Dämons sein?
      Nur die verkrampften Finger meines Vaters um meine rechte Hand waren dazu in der Lage, mich aus meiner seltsamen faszination zu reißen. Als ich zu ihm sah, konnte ich seine Kiefermuskeln unentwegt arbeiten sehen, während er die Zähne unbehaglich überiander reiben ließ. "Du bist also gekommen... Dämon." Er Klang nicht mehr wie der stolze König des Reiches, sondern wie ein verängstigter alter Mann, der bald schon den wervollsten Teil seines Lebens verlieren würde. Das Zittern in seiner Stimme zog mir das Herz zusammen. "Ich hoffe, du hast dein Versprechen nicht vergessen? Auch wenn ich dir meine Tochter überreiche, wirst du ihr kein haar krümmen und dich gut um sie Sorgen." Zumindest zum ende hin war es ihm gelungen, Festigkeit in seine Worte zu packen. Entschlossenheit lag in seinen Augen, als er zum deutlich größeren Mann aufsah.
      Auch ich richtete mein Augenmerk wieder zum Dämon. Dabei musste ich meinen Kopf sogar leicht in den Nacken legen, um seinen Augen begegnen zu können. Er wirkte seltsam jung, nur wenige Jahre älter als ich, aber ich wusste, dass dies nur eine Täuschung war. Dämonen alterten nicht. Ich wartete kurz seine Antwort ab und nickte dann verstehend. "Wirst du mir gestatten, mich noch ein letztes Mal von all den Menschen hier zu verabschieden?" Fest und entschlossen fing ich das Rot seiner Augen ein. "Danach werde ich dich natürlich umgehend begleiten." Ich war stolz auf mich selbst. Meine Stimme war fest und entschlossen. Meine Muskeln wollten Zittern, meine Beine wollten davon rennen und mein Herz verfiel zunehmend in Panik. Aber ich ließ mir nichts davon anmerken. Ein umstand, der schließlich auch meinen Vater etwas zu beruhigen schien. Womit er mir endlich sogar ein Lächeln entlockte. Ich würde ihm bis zuletzt zeigen, dass er sich keine Sorgen machen brauchte.
    • Miko Kitsune

      Kurz kam meine Wut empor. Wie konnte er es wagen mich zu belehren und mich um meine Pflichten hinzuweisen.
      "Ein Dämon hält sein Wort" sagte ich bestimmend und sah zur der jungen Frau herunter. "Meiner Prinzessin würde ich kein Haar krümmen auch wenn sie nicht mein wäre" hauchte ich und fixierte ihre Augen. Ein leichtes lächeln umspielte meine Lippen als sie mich um einen letzten Gefallen bat. Mit einem leichten nicken gebe ich ihr meine Zustimmung. Als sie losging, stellte ich mich neben dem König und beobachte ganz genau was sie tat und was sie sagte. Ein Vorteil als Dämon, meine Sinne waren alle verschärft und somit entging mir nichts. Natürlich bekam ich schreckliche Titel aber das ließ mich kalt. Das einzige was zählte war, dass sie bald ihm gehörte und er sein Tempel wieder hatte. Als sie von einem zum anderen wanderte, viel mir auf, dass sie recht zierlich war und trotzdem war sie nun eine Frau und zwar eine stolze. Ich biss mir auf die Unterlippe. Sie ist wirklich ein hübsches Ding. Mein Blick ging auf die Uhr ungeduldig sah ich wie sie bei einer älteren Dame steht, relativ weit in einer Ecke. Sie flüsterte der Prinzessin was zu was ich nicht hörte und mich sofort neben ihr erscheinen ließ. Ich stand sofort hinter der Prinzessin meine Augen suchten die von der alten Dame doch sie sah nur fest die Augen der Prinzessin an. "Es ist Zeit" fordere ich und begleite sie zu ihrem Vater. Als sie sich von ihm verabschiedete nahm ich sanft ihre Hand und besiegelte mit einem Kuss auf ihrer Stirn den Vertrag den wir nun abgeschlossen hatten. Meine Arme legten sich um ihren Körper und meine Lippen berührten ihre Stirn dabei entging mir ein lächeln und wir verschwanden auf der Stelle.
      Als wir wieder auf festem Boden aufkommen, waren wir endlich bei meinem Tempel. Meine Augen leuchteten voller Freude als einige Fuchse aus dem Tempel erscheinen und auf uns zulaufen. "Hier bin ich" rufe ich und breite meine Arme aus. Doch als die Füchse nicht zu mir laufen sondern vorbei zur Prinzessin verdrehte ich die Augen. "Na sowas" sage ich verwirrt.
    • Katina Irolas


      Seine Augen durchbohrten meinen Körper und gruben sich tief in meine Seele und dennoch glaubte ich Ehrlichkeit... ja, sogar Sanftheit in ihnen zu erkennen. Er sprach die Wahrheit und sein leichtes Lächeln löste sogar den Kloß aus Furcht und Sorge in meinem Inneren etwas auf. Ein letztes Mal drückte ich noch die Hand meines Vaters beruhigend, bevor ich dankend den Kopf vor dem Dämon senkte und schnell in die Reihen der restlichen Anwesen abtauchte. All diese Gesichter waren mir bekannt. Ich war mit ihnen aufgewachsen, hatte mit ihnen gelacht, war wütend und traurig. Natürlich war ich nicht mit jeden von ihnen gleichsam vertraut, aber sie waren dennoch eine Art Familie für mich. Eine Familie von der ich mich heute und auf ewig verabschieden musste.
      Marte musterte mich mit seltsam dunklen gelbbraunen Augen als ich endlich auch vor ihr Halt machte. Die Falten in ihrem Gesicht waren tiefer als ich sie in Erinnerungen hatte und die Schatten in ihrer Mimik ließen sie müde und alt wirken. "Meine geliebte Prinzessin." Ihre langen Finger schoben sich in mein langes Haar und strichen die chaotischen Haarsträhnen gerade. Wie automatisch legte ich mich in ihre warme Berührung, während sich wie automatisch ein entspanntes Lächeln auf meine Lippen schlich.
      "Marta. Ich danke dir. Für alles, was du mir in den letzten Jahren gegeben hast. Für die Liebe eine Mutter, die du mir ersetzt hast, für deine strengen und deine tröstenden Worte. Für deine Unterstützung in all den Schwierigkeiten, die ich in den letzten achtzehn Jahren hatte." Auch wenn sich das Lächeln auf meinen Lippen hielt, wurde es von den salzigen Tränen getrübt, die meine Wangen hinunterflossen. "Ich liebe dich."
      Noch nie hatte ich ein Schluchzen aus ihrer Kehle hervordringen hören. Noch nie hatte ich ihre Augen so dunkel, so traurig gesehen. Sie wollte die Tränen unterdrücken und presste frustriert die Lippen zusammen, doch ihre Bemühungen waren vergebens. "Meine Prinzessin!" In der nächsten Sekunde fand ich mich in ihrern bebenden Armen wieder, hörte ihr Schluchzen direkt neben meinem Ohr, spürte das Zittern ihres Körpers.
      "Mach dir keine Sorgen, Marta." Beinahe wäre meine Stimme gebrochen, aber gerade noch rechtzeitig gelang es mir stolz den Kopf zu heben. Ich durfte ihr nicht noch mehr Kummer bereiten, indem ich schwach wirkte. Stattdessen klopfte ich beruhigend auf ihren Rücken und kämpfte um das Lächeln auf meinen bebenden Lippen. "Du hast mich zu einer starken und fähigen jungen Frau erzogen. Mir wird es gut gehen."
      Auch wenn sie mich noch kräftiger an ihre Brust zu ziehen, schien sie sich langsam zu beruhigen. Endlich gab sie mich aus ihren Armen frei, strich mit einem Zeigefinger die Tränen unter ihren Augen davon und gab sich alle Mühe, mein Lächeln zu imitieren... mit wenig Erfolg. "Ihr habt recht." Noch immer ruhten ihre Hände auf meinen schmalen Schultern als sie sich wieder etwas vor beugte und mich mit dem gelben Glanz ihrer Iriden in den Bann sog. "Passt aber trotzdem gut auf Euch auf, Prinzessin." Es waren geflüsterte Worte der Warnung, welche nicht so direkt gegen den Dämon gerichtet waren, wie die Bezeichnungen der anderen Anwesenden und dennoch wusste ich genau was sie damit sagen wollte.
      Leider gab man mir nicht die Chance, auf ihre Worte zu antworten, stattdessen entfur mir ein kurzer spitzer Schrei als der Weißhaarige Fuchsdämon plötzlich hinter mir auftauchte und sich mit tiefer Stimme zu Wort meldete. Auch Marta versteinerte an Ort und Stelle und starrte zu seinen blutroten Augen auf, welche die Ältere zu erdolchen schien. Zuletzt schien sie sich dazu gezwungen, den Blick abzuwenden.
      Scheinbar hatte er nur begrenzt Geduld und auchwenn ich noch viel mehr Zeit gebraucht hätte, konnte ich es mir nicht getrauen eine Beschwerde zu äußern. Immerhin hatte er es mir überhaupt erst gestattet, mich von allen zu verabscheiden. So trottete ich ergeben hinter ihm her. Er gab mir noch einmal die Chance mich ein letztes Mal bei meinem Vater zu verabschieden. Auch dieser zog mich zügig in seine Arme, während er all seine Willenskraft darauf zu verwenden schien nicht ebenfalls in Tränen auszubrechen. Um es ihm leichter zu machen, versuchte auch ich meine Trauer zu bändigen. "Mir wird es gut gehen, Vater." Nachdem wir und wieder voneinander getrennt hatten, nahm ich seine kalten Hände in die meinen. "Also bitte versprich mir, dass es auch dir gut gehen wird." Seine Augen widersprachen meiner Bitte, ebenso wie das von Trauer hervorgerufene Beben seiner Schultern, der Feuchte in seinen sonst so gutmütigen Augen. Es schien ihn all seine Kraft zu kosten, nur um mir einmal zuzunicken, zu weiteren Worte war er nicht mehr imstande. "Gut." Nachdenklich strichen meine Daumen über seine Handrücken. "Dann leb wohl, Vater."
      "Leb wohl.... Tochter."
      Bevor die Dämme in meinen Augen brechen konnten, riss ich mich aus seinen Händen freu und drehte mich in einer flüssigen Bewegung zum Dämon. "Ich bin bereit."
      Die Hand die meine ergriff war vrwirrend warm, ebenso wie seine weichen Lippen auf meiner Stirn. Alles ging viel zu schnell, als dass ich es wirklich hätte verarbeiten können. Dieser sanfte Kuss auf meinem Kopf, der Arm der sich dabei geschmeidig um meinen Körper wand und im nächsten Moment... war der Boden unter meinen Füßen verschwunden. Ich unterdrückte einen spitzen Schrei und krallte mich reflexartig in den ausladenden Mantels des Dämons. Doch lange musste ich mich nicht fürchten. So fand ich mich bald schon wieder auf festen Boden wieder. Mein Atem ging schnell und hastig und es kostete mich viele Sekunden, bevor ich mich wieder gefangen hatte. Wie in einem Nebeltraum konnte ich hören, wie der Dämon zu jemanden sprach, nach jemanden rief. Meine Augen huschten über die Umgebung und verharrten für lange Momente auf dem ausladenden Tempel vor meinen Augen. Vielleicht war er nicht so riesig wie das Königsschloss in dem ich aufgewachsen war, aber mindestens genauso prunkvoll... er war... wunderschön.
      Erst seltsam hohes Bellen in der Ferne ließ mich meinen Blick wieder von der Pracht vor meinen Augen abwenden. Suchend richtete ich meine Augen auf den Pfad vor mir und konnte schnell die heiter auf uns zu hechelnden Füchse erkennen. Ihre buschigen Schwänze wedelten aufgeregt hin und her, als sie auf uns zuhielten und in ihren Augen schien pure Freude zu glänzen. Das Lächeln verirrte sich auf meine Lippen, bevor ich es selbst bemerken konnte und fast instinktiv ließ ich mich auf die Knie sinken. "Wie süß, ihr doch seid." Ich hatte erwartet, dass die kleinen Tiere ihrem wartenden Meister in die Arme springen würden, aber... sie rannten gezielt an ihm vorbei. Ohne Zögern breitete ich meine eigenen Arme aus und nahm die weichen Fellknäule in Empfang. "Hahaha! Ihr kitzelt mich doch." Warme und füchte Zungen leckten mir über Hände, Arme und Gesicht. Eigentlich müsste ich noch traurig und niedergeschlagen sein. Ich würde meine Familie nie wieder sehen! Aber... Wer könnte solch eine herzliche Begrüßung schon verschmähen. "Ist ja gut, ist ja gut." Leise kichernd wanderten meine Finger streichelnd durch weiches Fuchfell, suchten immer wieder die weichen Stellen hinter den Ohren der Tiere und kraulten die freudig umher wackelnden Köpfe. "Warum seid ihr denn so aufgeregt? Solltet ihr nicht lieber euren Herren begrüßen." Das Lächeln hielt sich selbst dann noch auf meinen Lippen, als ich zu besagtem Herren aufsah. "Eine aufgeweckte Familie hast du da." Noch immer waren meine Hände unentwegt mit Streicheleinheiten beschäftigt, während ich den Mann vor mir etwas länger in Augenschein nahm. "Ich kenne noch nicht einmal deinen Namen", stellte ich schließlich etwas ernüchtert fest. Langdam schob sie die Tiere von ihrem Schoß und richtete sich wieder auf. "Mein Name ist im Übrigen Katine. Katine Irolas." Ich fing den roten Schimmer seiner Augen ein, als ich zu ihm aufblickte. "Und dein Name lautet?"