Into another world [Arrabella & Sheireen]

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    • Into another world [Arrabella & Sheireen]

      Vorstellung: Into another world [Arrabella & Sheireen]
      @arrabella

      Mit geschlossenen Augen saß Tama auf einer Wiese und genoss die Sonnenstrahlen, welche langsam ihren Weg hinter den Horizont fanden. Eine Haarsträhne verirrte sich in seinem Gesicht und kitzelte ihn an der Nase, wodurch er sie genervt zur Seite pustete. Seit längerem hatte er sich vorgenommen wieder zum Frisör zu gehen, jedoch noch keine Zeit dafür gefunden. Selbst diese friedliche Pause war eine Seltenheit in seinem stressigen Alltag. Gerade als er dabei war sich zu entspannen und seine Sorgen für einen Moment loszulassen klingelte seine Armbanduhr. Der piepsende Ton dröhnte in seinen Ohren und unterbrach seinen friedlichen Moment der Ruhe.
      „Scheiße“, fluchte er und schaltete den Wecker auf stumm. Nach einem langen Gähnen streckte er seine müden Gelenke und stand auf. Durch die Mission von gestern hatte er nicht viel Schlaf bekommen und war dementsprechend müde, aber da musste er durch. Immerhin war im geheimen Sonderkommando der Schule, womit er eine gewisse Pflicht erfüllen musste.
      Bei der gestrigen Mission ging es darum Informationen über den Aufenthaltsort von Professor Martyn zu erhalten, um seine Pläne zu durchkreuzen und die Welt vor Unheil zu bewahren. Leider war sie nicht sehr erfolgreich und zog sich daher über mehrere Stunden bis tief in die Nacht hinein. Tama war einer der Personen gewesen, welche sich in ein Anwesen schleichen und Dokumente stehlen mussten, jedoch verlief der Auftrag nicht nach Plan und er musste sich eine gefühlte Ewigkeit in einem Schrank mit abgeschaltetem Funkgerät verstecken. Obwohl das Kommunikationssystem sehr Fortschrittlich war mit einem kleinen Knopf an seinem Ohr, konnten Personen mit einem guten Gehör die Stimmen dennoch vernehmen. Zudem konnte Tama nicht Bescheid geben was passiert war, da einer der Bediensteten mit ihm im Raum war und ihn gehört hätte. Dadurch kam er viel zu spät von der Mission wieder, allerdings ohne erwischt zu werden. Leider halfen ihm seine magischen Fähigkeiten bei diesen Missionen wenig. Er hatte immer das Gefühl, dass sie keine Gabe, sondern ein Fluch waren. Aus Angst vor Ablehnung verheimlichte er seine Kräfte und kämpfte lieber mit seinen Schwertern oder machte von seiner Fähigkeit sich leise zu bewegen gebrauch.
      Als der junge Mann sich umdrehte erblickte er einige Klassenkameraden, welche nicht im Sonderkommando waren. Sie winkten ihm höflich und er winkte zurück, konnte sich aber nicht zu einem lächeln bringen. Die anderen waren dieses Verhalten von ihm gewohnt, meistens ging er anderen Menschen sowieso aus dem Weg. Nur im Sonderkommando ging das nicht, da er sich auf sein Team verlassen musste und andersrum ebenfalls. Mit den Menschen dort war er zwar nicht befreundet, aber er unterhielt sich mit ihnen gegebenenfalls mehr als nur das Nötigste.

      Gemütlichen Schrittes betrat Tama das Schulgebäude, wovon es auf dem Grundstück mehrere gab. Die Schule war sozusagen ein eigenes Dorf, mit den Klassenräumen, den Wohngebäuden und sogar eine kleine Einkaufsstraße war vorhanden. Sogar ein Stück Wald gehörte dazu, alles von den Schulmauern eingeschlossen, welche ungefähr 15 Meter hoch waren. Der einzige Weg nach draußen führte durch die Tore, welche von der schuleigenen Security überwacht wurden. So ziemlich alle Schüler, welche nicht dem Sonderkommando angehörten waren demnach nicht vertraut mit den Gängen, welche sich unter dem Schulkomplex entlangzogen. Auf diese Weise war es uns möglich unbemerkt zu verschwinden oder im Falle eines Angriffs auf die Schule schnell von einem Gebäude zum anderen zu kommen.
      Tama achtete darauf von keinem beobachtet zu werden, als er einen geheimen Hebel betätigte, um eine versteckte Tür zu öffnen. Nachdem er hindurch geschlüpft war schloss sie sich lautlos. Es dauerte nicht lange bis er zu einer weiteren Tür kam, diesmal jedoch nicht verborgen. Ohne zu klopfen betätigte er den Türgriff und trat ein. Drinnen waren bereits ein paar Mitschüler aus dem Sonderkommando versammelt. Allerdings war dies kein normaler Klassenraum, sondern an einer Seite befand sich ein Tisch mit Platz für eine Karte und der Großteil des Raumes bestand aus einem Dojo, in welchem wir trainieren konnten. Immerhin war nicht nur der Kampf mit unseren Fähigkeiten wichtig, welche wir im normalen Unterricht lernten, sondern auch mit unseren Schwertern oder sogar waffenloser Kampf, damit wir auf alle möglichen Szenarien vorbereitet waren. An der gegenüberliegenden Wand befand sich eine Treppe, welche nach unten zu einer kleinen Arena führte. Dort konnten wir unsere Fähigkeiten im Kampf erproben, da wir im normalen Unterricht nur lernten friedlich zu zaubern, ohne andere dabei zu verletzen. Unsere Aufgabe war es jedoch nicht unsere Gegner mit Zaubertricks zu besiegen, sondern ihnen richtig eine - „Hey Tama!“, wurden seine Gedanken unterbrochen. Tama ließ seinen Blick durch den Raum schweifen um denjenigen zu entdecken, welcher unbedingt mit ihm reden wollte. Seinetwegen, solange es etwas wichtiges war. Nach kurzem Suchen fand er Torin neben Sakura am Tisch stehen.
      Torin war ein Feuermagier, der allerdings noch etwas Training brauchte. Er war nicht schlecht, aber einer der schwächeren Zauberer unter ihnen. Sakura, eine Eismagierin, war das Gegenteil. Sie war sehr begabt und nur wenige konnten es mit ihr aufnehmen, dafür war sie auch sehr eingebildet.
      Mit ausdrucksloser Miene ging Tama zu den Beiden und stellte sich vor sie.
      „Was gibt’s?“, wollte er von Torin wissen, während er Sakura mit einem kurzen Nicken begrüßte. Tama war noch nie ein Mann vieler Worte gewesen.
      „Nunja.... also, ich..“, stammtelte er.
      „Torin, wenn du etwas willst, dann mach es kurz. Wir haben immerhin nicht ewig Zeit und ich muss mir dein Gestammel nicht anhören.“ Für seine Ehrlichkeit hielten viele ihn für Arrogant, was ihm recht sein sollte. Immerhin würden ihn so weniger Menschen belästigen.
      Sichtlich eingeschüchtert verlor Torin den Faden und versuchte seine Gedanken wieder zu ordnen, wobei er peinlich berührt auf den Boden blickte. Gerade als Tama sich seufzend umdrehen und gehen wollte konnte der Feuermagier endlich den Mut fassen seine Worte auszusprechen.
      „Was ist deine Fähigkeit?“, fragte er lauter als gewollt, wodurch sich viele Köpfe im Raum umdrehten. Manche hielten erschrocken ihre Hand vor den Mund, weil sie wussten wie Tama reagieren konnte, wenn ihn jemand nach seine Fähigkeit fragte. Torin war ein neu im Sonderkommando, weswegen er es vielleicht nicht wusste. Zu der Überraschung aller blieb Tama allerdings ruhig.
      „Nichts, was uns weiterhelfen würde. Deshalb benutze ich sie nicht.“ Diese Worte mussten als Antwort genügen, mehr würde er dazu nicht sagen. Einerseits würden ihn alle noch weniger ausstehen können wenn sie die Wahrheit wussten und andererseits wäre er und seine Magie eine Gefahr für alle, falls er sie nicht kontrollieren kann. Daher hält er nicht nur seine Fähigkeiten geheim, sondern benutze sie auch niemals im Unterricht. Wegen dieses Risikos bekam er zusätzlich zum normalen Unterricht und Sonderkommando-Unterricht jedes Wochenende zusätzliches Training, in welchem der Schuldirektor persönlich ihn unterrichtet. Er ist die einzige Person, welche von seinen Fähigkeiten in Kenntnis gesetzt wurde.
      Mit verschränkten Armen stellte Tama sich neben Torin, um auf den Lehrer zu warten.
      Wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig, die Gegenwart zu genießen.
    • Sakura hielt sich eine Hand vor die Augen und blinzelte. Die Wolken hatten sich verzogen und die Sonne schien nun kräftig und hell auf sie herab. Sakura schnaufte leicht. Sie liebte die Kälte, aber diese Wärme hier war eindeutig nichts für sie. Mürrisch erhob sie sich von der Wiese. Sie klopfte sich den Staub und das Gras von der Kleidung und richtete sich ihre Bluse sowie ihren Rock. Zügig schlüpfte Sakura in ihre Sandalen und griff nach ihrer Tasche. Sie hatte ein Treffen mit dem Sonderkommando der Schule. Ein neuer Auftrag erwartete sie, doch genaueres wusste sie bisher noch nicht. Die letzte Mission war nicht sehr prickelnd und reibungslos verlaufen, weshalb sie bei der nächsten unbedingt erfolgreich sein mussten. Sakura wusste von der Wichtigkeit der Aufgaben, die sie zu erfüllen hatten und nahm sie deshalb nie leichtherzig auf die Schulter. Die junge Schülerin war aber umso erstaunter, wieso im Sonderkommando auch Schwächlinge tätig waren, die kaum ihre eigenen Fähigkeiten beherrschten. Wie sollte sie ihnen ihr Leben anvertrauen, wenn sie nicht einmal für sich selbst sorgen konnten? Aber Sakuras Zweifel fanden bei den Lehrern kein Gehör und so musste Sakura ihre Teammitglieder ertragen, ob sie wollte oder nicht.

      Auf dem Weg zum Treffpunkt, kickte die junge Frau die ganze Zeit einen kleinen Stein vor sich hin. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass sie noch genügend Zeit hatte und sich nicht beeilen musste. Trotzdem bevorzugte es Sakura, früher zu kommen. Als fähige Anführerin war es ihre Aufgabe, pünktlich zu erscheinen und ein paar Worte mit ihren Teammitgliedern zu wechseln. So sehr Sakura dies auch nervte. Die junge Frau sah sich kurz um und versicherte sich, dass sie nicht gesehen wurde, ehe sie den kleinen Hebel betätigte und durch das geheime Tor schlüpfte. Das Sonderkommando war streng geheim. Natürlich gab es in der Schule Gerüchte über eine mysteriöse Gruppe von Schülern, die spezielle Aufgaben erfüllte, aber sicher war sich niemand. Und Sakura genoss die Flüsterei in den Schulfluren oder der Kantine, denn sie kannte die Wahrheit, würde aber kein Wort darüber verlieren. Jedes Mal, wenn es zur Sprache kam, lachte Sakura heimlich in sich hinein. Sie war eine Auserwählte und alle, die nicht dabei waren, waren zu primitiv oder schwach.

      Sakura schritt einen Gang entlang und trat durch die Tür. Sie stellte sich zu Torin, einem Feuermagier. Sie mochte ihn nicht sonderlich, da er seine Fähigkeiten nicht beherrschte und auch vom Charakter her viel zu schwach und weich war. Aber er respektierte sie und bewunderte sie auch und das gefiel ihr. Torin sah zu ihr auf und Sakura sonnte sich gerne in der Aufmerksamkeit, die er ihr schenkte. Die beiden plauderten über die letzte Mission und die mögliche Aufgabe, die sie jetzt zugeteilt bekommen würden. Torin erzählte ihr, dass bei der Mission Tama derjenige war, der stundenlang in einem Schrank gefangen war. Und das alles, ohne auch nur ansatzweise die Informationen zu bekommen, die sich alle aus dem Sonderkommando erhofft hatten. Sakura hielt inne. Jede ihrer Missionen erhielt Risiken und sie konnten froh sein, dass Tama nicht gefasst oder getötet wurde. Mitleid war hier eindeutig falsch. Jeder hier im Sonderkommando wusste, worauf man sich einließ und was die Gefahren waren. Tama kam in den Raum und gesellte sich zu ihnen. Torin hatte ihn hergerufen, für was auch immer. Sakura beobachtete still das Gespräch zwischen den beiden. Es war nicht verwunderlich, dass sich Torin für Tamas Fähigkeiten interessierte, jedoch gab Tama diese nicht Preis. Sakura musterte Tama skeptisch. Sie wusste, dass er ein fähiger Krieger war, aber manchmal kamen Zweifel in ihr auf. Wie sollte sie ihm vertrauen, wenn er ihnen nicht das gleiche Vertrauen entgegenbrachte? Sie verstand nicht, wie der Direktor und die Lehrer genehmigen konnten, dass er Teil des Teams war, während er solch ein großes Geheimnis hütete. Sakura verwarf ihre Gedanken schnell, als der Lehrer in den Raum kam. Auch wenn sie Tama gegenüber skeptisch war, vertraute sie ihren Lehrern blind. Die Entscheidung, Tama ins Sonderkommando zu lassen, hatte bestimmt gute Gründe. Der Lehrer war ein älterer hagerer Mann, dessen beste Jahre schon lange gezählt waren. Trotz seiner zerbrechlichen Statur war er ein Magier, dessen Fähigkeiten unglaublich waren. Sakura hatte ihn einmal vor Jahren kämpfen gesehen und dabei hatte er ihren größten Respekt erworben. Er bewegte sich im Kampf so grazil, gleichzeitig aber so schnell und tödlich fort, so etwas hatte die junge Frau bis dahin noch nie erlebt. Der Lehrer stellte sich in die Mitte des Raumes und wie auf Kommando bildeten die Schüler um ihn herum einen Kreis. Der Mann begann mit seinen Erzählungen der letzten Mission, er ließ die Fehler, welche die Schüler gemacht hatten, noch einmal Revue passieren, ehe er auf den Tisch zuging und die Karte, die er bis dato unter seinen Arm geklemmt hatte, dort ausbreitete.
      "Also", begann er und zeigte mit seinem Zeigefinger auf einen Punkt auf der Karte. "Wir vermuten hier ein geheimes Waffenlager vom Professor. Ich möchte ein Team zusammenstellen, das sich das Lager genauer ansieht und uns dann berichtet, was es damit auf sich hat. Es ist unglaublich wichtig, nicht entdeckt zu werden und keine Spuren zu hinterlassen. Die Mission lautet, auskundschaften und danach Bericht erstatten. Kein Kampf, kein Lärm. Verstanden?" Sakura nickte. Natürlich bevorzugte sie es, für Aufruhr zu sorgen, aber sie verstand den Sinn von dieser Mission. Es war wichtig, herauszufinden, für welche Art von Kampf sich der Professor vorbereitete oder was seine nächsten Pläne waren. "Ich möchte nur vier Schüler von euch hineinschicken. Zwei weitere werden von außen für die Technik verantwortlich sein. Verstanden?", führte der Lehrer weiter fort. "Ich werde jetzt die Namen verlesen. Die Auserwählten mögen vortreten. Torin, Tama, Sakura, Misaki. Für die Technik verantwortlich sind Aimi und Akane." Nachdem er die Namen vorgelesen hatte, hob er seinen Kopf und blickte erwartungsvoll in die Runde.
    • Verwundert blickte Tama den Lehrer an. Eigentlich wusste dieser, dass Torin einer der schlechteren Schüler im Sonderkommando war. Natürlich bedeutete dies nicht, dass er schlecht war, sonst wäre er schließlich nicht hier. Aber er kann seine Fähigkeiten nicht so gut einsetzen wie die anderen. Doch was musste Tama schon sagen, er setzte seine Fähigkeiten überhaupt nicht ein. Vermutlich dachten die anderen genau das Gleiche über ihn.
      Dennoch konnte Torin mit den anderen nicht wirklich mithalten, wodurch er die Gruppe bei der Mission aufhalten würde. Zu gerne würde Tama diesen Gedanken aussprechen, aber er verkniff es sich. Der Lehrer hatte bestimmt einen guten Grund für seine Entscheidung. Mit verschränkten Armen lauschte er den Worten des Lehrers, wobei seine Gedanken dabei waren abzudriften und bereits jetzt seine Schritte für die Mission vorauszuplanen. Deshalb bekam er auch erst mit, dass er angesprochen wurde, als der Lehrer ihn direkt anschaute und etwas lauter seinen Namen sprach.
      "Tama!", rief er und blickte den Jungen verwundert an. "Hast du in dem Schrank nicht genug Schlaf bekommen? Konzentrier dich!" Ein paar Schüler schmunzelten, verkniffen sich jedoch ein Kichern. So sehr sie ihren Lehrer auch mochten, streng war er trotzdem. Ungehorsam und Faulheit waren die schlimmsten Verbrechen, welche man in seinem Unterricht begehen konnten. Deshalb lößte Tame seine Arme aus der Verschränkung und blickte dem Lehrer tief in die Augen, bevor er sich vor ihm verbeugte.
      "Verzeihung, wird nicht wieder vorkommen." Sprach er in ruhigem Ton, bevor er sich wieder aufrichtete. Der Lehrer musterte ihn noch mit einem strengem Blick, ehe er sich umdrehte und sprach "Mitkommen, alle!"
      Er lief auf eine Tür zu, welche zur Arena führte. Dort machte er am Rand der Tribühne halt. Einen Schritt weiter und er würde um die 15 Meter nach unten gleiten. Die Arena war oval geformt, wobei die Wände nicht gerade herunter gingen, sondern steil nach unten abgerundet waren, sodass man mit genug Anlauf sich auf die Tribühne retten konnte. Am anderen Ende der Tribühne befand sich ein großes Tor, durch welches verschiedene Monster hereingebracht wurden, gegen die das Sonderkommando kämpfen musste. Obwohl Tama nie seine Fähigkeiten einsetzte war er bei diesen Übungen nicht der schlechteste, aber auch nicht der beste Schüler.
      "Tama, ich finde wir sollten dich ein wenig aufwecken. Geh nach unten." Gehorsam setzte sich Tama an den Rand des Abgrunds, gab sich einen Ruck und ließ sich nach unten gleiten. Am Grund angekommen nutzte er den Schwung und stand mit einer eleganten Bewegung auf. Erst jetzt fällt ihm auf, dass er vergessen hat seine Schwerter mitzunehmen. Verwundert drehte er sich um und blickte seinen Lehrer an. Doch anstatt ihm eine Waffe zu reichen bedeutete er Tama mit einer Geste fortzufahren. Tama wunderte sich, warum sein Lehrer ihn unbewaffnet gegen ein Monster kämpfen lies. Eigentlich wusste er, dass Tama seine Kräfte nicht einsetzen konnte ohne dabei alle im Raum zu gefährden. Stattdessen ging er erhobenen Hauptes einige Schritte in die Mitte der Arena und wartete.
      "Es kann sein", sprach der Lehrer mit lauter Stimme, "dass ihr unvorbereitet in einen Kampf geratet." Die Tore am anderen Ende öffneten sich und ein Bulger trat aus dem Dunkeln. Tama hörte, wie Schüler erschrocken die Luft einsogen. Ein Bulger war kein einfacher Gegner, erstrecht ohne Waffen. An seinem Kopf befanden sich zwei spitze Hörner, welche Tama durchbohren werden, wenn er nicht aufpasste und auswich. Die Haut von dem Bulger war hart wie Stein und er lief auf vier starken Beinen, welche mit langen Krallen ausgestattet waren. An seinem Schwanz befanden sich ebenfalls Hörner, wodurch man von keiner Seite vor den Angriffes des Bulgeres sicher war. Tama riss erstaunt die Augen auf, das war nicht dem Lehrer sein ernst. Wie sollte er ohne Waffen oder Hilfe dieses Monster besiegen? Auch wenn es nur ein Zauber war, würden die Schmerzen dennoch realistisch ausfallen. Das letzte mal, als jemand einen Kampf nicht gewann, lag derjenige eine Woche auf der Krankenstation. Während das Monster langsam näher kam, rasten Tamas Gedanken, auf der Suche nach einer Strategie. Im letzten Moment wich der Junge dem Angriff des Monsters aus, indem er eine elegante Rolle zur Seite ausführte. Doch nachdem er wieder auf den Beinen stand musste er direkt wieder ausweichen, diesmal mit einem Schritt nach hinten. "Ziel auf die Rippen!", rief jemand von den Schülern. Tama hatte keine Zeit zu schauen wer ihm Tipps gab, er war immer noch damit beschäftigt nicht getroffen zu werden. Er musterte das Monster und suchte nach der eben genannten Schwachstelle. Die Rippen konnte er nicht erkennen, aber er vermutete, dass sie sich unter den Flügeln befanden. Die Fäuste ballend versuchte Tama einen Treffer zu setzen, doch er war zu langsam. Der Bulgur schnappte nach dem Jungen, welcher sich nur ganz knapp vor der Attacke retten konnte. Dabei verlor er allerdings die Balance und fiel auf den Rücken. Schnell drehte er sich auf die Seite, um einem weiteren Biss zu entkommen. Alles in ihm schrie, dass er sich aus dem Staub machen sollte, aber er vertraute seinem Lehrer. Ihn in so eine gefährliche Situation zu bringen, auch wenn das Monster nicht echt war, hatte sicher einen wichtigen Grund.
      "Ihr müsst lernen, dass ihr nicht alle Situationen vorausplanen könnt", sprach der Lehrer. "Manchmal geratet ihr in Momente, in denen ihr improvisieren müsst. Gerade dann, wenn man seine Kräfte nicht benutzen kann!" Irgendwie hatte Tama das Gefühl, dass der Lehrer ihn bestraft, weil er seine Kräfte noch nicht kontrollieren kann. Er wollte doch nicht ernsthaft, dass er jetzt zauberte, oder? Niemand konnte vorhersagen, welche Folgen das haben könnte ... Mit einem grimmigen Schrei griff Tama das Monster an, wich dabei seinen Angriffen aus und versetzte dem Bulger einen kräftigen Schlag in die Rippen. Von ihm erklang ein schmerzhafter Laut, während er zurücktaumelte. Ohne zu zögern ging Tama auf das Monster zu und versetze ihm noch einen Schlag auf die Rippen, sodass ein lautes Knacken ertönte.
      Allerdings war der Bulger jetzt wütend. Anstatt wieder einen Schmerzenslaut von sich zu geben, brüllte er furcheinflößend und breitete seine Flügel aus, um größer zu wirken. Bevor Tama reagieren konnte schnappte das Tier nach ihm und biss ihm in seinen Arm. Da die Kreatur nicht echt war, konnte sie ihm keinen physischen Schaden zufügen. Aber die Schmerzen waren echt. Tama schrie und hielt sich den Arm, es fühlte sich an, als wäre er nicht mehr da. Panisch versuchte er auszuweichen, stolperte jedoch und fiel erneut auf den Boden.
      "Helft ihm", sprach der Lehrer in ruhigem Ton. Viele zuckten, bereit runter zu gehen, aber wurden von ihrer Angst verletzt zu werden gestoppt. Torin blickte verzweifelt nach unten und versuchte Feuer herbeizuzaubern, aber sein Feuerball fiel in sich zusammen, ehe er ihn werfen konnte. Hektisch probierte er es erneut, allerdings ohne Erfolg.
      Währenddessen rollte Tama sich am Boden von einer Seite zur anderen, den schnellen Angriffen des Monsters ausweichend. Sein Kopf wusste, dass er nicht sterben würde, aber sein Körper sendete ihm andere Signale. Der Bulger machte eine kurze Pause mit seinen Angriffen, welche Tama nutze um ein wenig Abstand von dem Tier zu gewinnen und wieder auf die Beine zu kommen. Sollte er es wagen, sollte er seine Kräfte benutzen? War das die Absicht des Lehrers, das er sich endlich selbst zutrauen sollte seine Kraft zu kontrollieren?
      Schwer atmend fokussierte er sich auf seinen Gegner, versuchte die Kraft in sich bei einem Punkt zu sammeln. Gerade als er seine Magie loslassen wollte sah er, wie jemand die Wand der Arena herunterglitt.

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    • Sakura war von der Auswahl ihres Lehrers durchaus überrascht. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass für diese kleine Mission inkompetentes Personal ausgewählt werden würde. Sie selbst war selbstverständlich eine Ausnahme. Die junge Studentin hatte zwar nicht erwartet, dass nur die besten Schüler zur Mission geschickt werden würden, aber sie hatte auf mehr als einen unfähigen Feuermagier und einen Magier, der seine Fähigkeiten nicht nutze, gehofft. Sie fragte sich, warum gerade Torin Teil des Teams war, konnte es aber nur auf seine Fähigkeiten zurückführen. Feuermagie war praktisch, vor allem fürs Schmelzen von Objekten. Sakura mochte es zwar nicht wahrhaben, aber Torin war irgendwie ihr Gegenspieler und konnte mit seiner Fähigkeit Dinge bewerkstelligen, die sie mit ihrer Eismagie niemals schaffen würde. Natürlich nur dann, wenn seine Feuermagie nicht sofort wieder in sich zusammenfiel. Tama allerdings war ihr immer noch ein Rätsel. Er machte nie Gebrauch von seinen Fähigkeiten. Zwar war er ein guter Kämpfer, aber gerade die Fähigkeiten waren das, was die Schüler voneinander unterschied.

      Sakura unterdrückte ein Schnauben und musterte belustigt Tama, der vom Lehrer aufgrund seiner Unaufmerksamkeit getadelt wurde. Ein wenig schadenfroh, dass sie selbst nicht erwischt wurde, ließ sie ihren Blick zwischen Tama und dem Lehrer hin und her schweifen.
      "Mitkommen, alle!", sagte der Lehrer mit strengem Ton und die Schüler folgten der Autoritätsperson zur Arena. Sakura liebte die Arena. Sie diente gleichermaßen zur Übung und zur Demonstration ihrer Fähigkeiten. Sakura mochte es, beim Kampf beobachtet zu werden. Sie gab gerne mit ihren Fähigkeiten an und erhielt Lob für ihr Können. Nicht umsonst zählte sie zu den besten Schülern der Schule. Sie hatte immer viel Wert auf ihre Kampfausbildung gelegt und das viele Training hatte sich ausgezahlt.
      Der Lehrer wählte Tama aus, der sich sogleich auf den Weg in die Arena machte. Aber etwas stimmte nicht. Tama sah verdutzt drein und erst jetzt fiel ihr auf, dass er keine Waffe bei sich trug. Wie sollte er sich ohne Waffe und ohne Fähigkeiten verteidigen? Aber es war nicht ihr Problem, er hatte sich in die Sache reingeritten, er musste selber schauen, wie er da wieder rauskam.

      Sakura schaute gespannt zu, als ein Bulger aus dem Tor trat. Sie hatte großen Respekt vor diesem Monster und wusste, dass es kein Leichtes war, das Monster zu besiegen. Sie warf einen Blick auf Tama, dem die Überraschung sichtlich ins Gesicht geschrieben war. Sakura sah zu, wie Tama zweimal hintereinander dem Angriffen des bösartigen Geschöpfs auswich. Sakura war beeindruckt. Sie hatte mit einem schnellen Ende gerechnet, aber Tama hielt sich tapfer. Sakura wollte mehr von dem Kampf sehen. "Ziel auf die Rippen", schrie die junge Frau deshalb und kassierte dafür einen bösen Blick von ihrem Lehrer. Sie wusste selbst nicht genau, wieso sie Tama half. Nur aus Neugierde? Normalerweise machte es ihr Spaß, wenn ihre Kollegen scheiterten und sich blamierten. "Wir werden als Team diese Mission bestreiten und wir werden auch als Team kämpfen", fügte Torin hinzu und sah den Lehrer mit ernstem Blick an. Dieser nickte und sprach "helft ihm".

      Während Torin verzweifelt versuchte, einen Feuerball zu beschwören, jedoch kläglich daran scheiterte, rannte Sakura zur Waffenwand. Sie griff nach zwei Einhandschwertern - die Waffen, mit denen Tama stets übte und rannte zur Arenawand. Sie glitt grazil die Arenawand hinab, lief auf Tama zu und warf die Schwerter zu ihm rüber. Das Monster hatte sie bereits bemerkt, jedoch fror sie es mit ihrer Eismagie am Boden fest, wodurch es sich nicht bewegen konnte. Doch das hielt nur kurz an. Das Monster war ziemlich wütend, als es sich auf Sakura stürzte. "Ich lenk es ab, erledige es!", schrie Sakura und wich geschickt dem Angriff aus. Sie erzeugte Eisnägel und schleuderte sie auf die Augen des Bulgers, der daraufhin ein lautes schmerzendes Geräusch von sich gab. Wieder wich sie dem Monster aus. Sie bewegte sich schlängelt um die Beine des Bulgurs, der wild herumtrampelte, Sakura aber nicht erwischen konnte. Aus dem Augenwinkel konnte Sakura Tama erkennen. Sie hoffte, dass er mit dem verwundeten Arm trotzdem noch zuschlagen konnte.