Fiat Nox [Taithleach + Sachiko]

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    • Fiat Nox [Taithleach + Sachiko]

      FIAT NOX

      @Taithleach
      @Sachiko



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      {VII}


      "Sweet dreams are made of..." Ein ohrenbetäubender Donner legte sich über die Häuser der Umgebung und wären ihre Fenster nicht längst zersprungen, so wäre spätestens jetzt alles mit Splittern übersäht gewesen. "This..." Vii schlenderte durch die Straße, deren verlassener Asphalt mit Blut und Fleisch getränkt war. Sicher lagen auch Knochenstücke dazwischen, aber die matschige, rötliche Masse ließ nicht mehr viel davon erahnen. "Who am I to disagree..." Es waren Städte wie diese, in denen die Infizierten immer am schnellsten zu einem Problem wurden. Wenn es keine zweitausend Einwohner gab, reichte einer von ihnen. Ein Busfahrer, eine Lehrerin, Krankenhauspersonal - ein infizierter Mensch und eine Menge potentieller Opfer. Viele von ihnen waren bereits durchgedreht, bevor Vii seinen Auftrag bekommen hatte. Darin waren sie gut, diese elenden Würmer. Sie zerfetzten sich gegenseitig und ließen nur Chaos und stinkendes, verwesendes Fleisch zurück. Nicht, dass es ihn per se gestört hätte, es nahm ihm nur den Spaß der Jagd. Wenn jeder einzelne starb, konnte er nur zwischen den Resten ihrer Körper stehen und grob schätzen, wie viele Stunden er Zeit hatte, bevor der Nachbarort genau so aussah. "I travel the world and the seven seas, everybody is looking for something..."
      Nicholas hatte gesagt, es gäbe ein vielversprechendes Ziel hier in Bloomingdale. Ein junger Mann namens Riley Rose Musgrave - Vii kicherte immer, wenn er an den Namen dachte - schien bisher keine Anzeichen des magischen Wahnsinns aufzuweisen. Endlich, endlich könnte es wieder unterhaltsam werden! Vii zog an seiner selbstgedrehten, viel zu dicken Zigarette, die eher nach einer Opiumhöhle roch als nach Tabak, weil sie bis zum überquellenden Ende mit Kräutern vollgestopft war. Seine Lippen formten einen Totenschädel aus Rauch, den er in die Gewitterluft hauchte. Eine sinnlose Spielerei, aber Dinge wie diese versüßten dem uralten Zauberer jedes Mal seine Missionen. "Some of them want to use you..." Viis Stimme war rau und tief, aber in ihr lag ein betörender Unterton, der an lange gereiften Whiskey erinnerte. Wenn er wollte, konnte er jeden davon abhängig machen. Er liebte es, wenn ihm sowohl Frauen als auch Männer an den Lippen hingen und nach seinen Worten lechzten, als wären sie ihre Atemluft.
      Vor dem Rathausplatz blieb er stehen und sah sich genüsslich um. Irgendwo hier musste er sein, dieser Jungspund. Wie er wohl schmeckte? Vii hatte lange keine Gelegenheit mehr gehabt, die Magie eines anderen zu kosten. Zu viele Menschen starben gleich weg, ohne dass er sich mit ihnen einen Spaß erlauben konnte. Während weiter um ihn herum der Sturm tobte und ihm das schwarze Haar zerzauste, hatte der Zauberer sein Ziel entdeckt. Hinter einem beachtlichen Haufen Leichen stand er. "Some of them want to be abused...", grinste er in die letzten Worte des Liedes hinein, bevor er seine rechte Hand hob und eine Kugel aus purer, rot pulsierender Energie formte. "Mister Musgrave, es ist mir ein Vergnügen."

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    • R I L E Y . R O S E . M U S G R A V E

      Er hätte gelogen, wenn er gesagt hätte, dass der Haufen voller Leichen ihn schockiert hätte. Die traurige Wahrheit war, dass er solche Anblicke schon seit einer Weile gewohnt war. Menschen, die sich gegenseitig zerfezten, die wie tollwütige Tiere wirkten - ein trauriger Anblick. Niemand hätte vorausahnen können, dass eine so düstere Zeit wie diese über die Welt kommen würde - und noch mehr Schmerz und Trauer mit sich bringen würde. Auch Riley hatte bereits viele Menschen an der magischen Pandemie verloren, doch was hätte er tun können? Nichts, denn das Schicksal konnte nicht verändert werden. Eines Tages würde auch seine Zeit kommen, um diese Welt zu verlassen. Vielleicht morgen? In 2 Tagen, 3 Wochen oder doch erst in 10 Jahren? Die Zukunft, in die er blickte, war ungewiss - um so wichtiger war es nun, jeden Atemzug zu genießen. Gerechtigkeit herrschte auf der Welt schon lange nicht mehr, also war alles möglich. Alles, was er jemals hatte machen wollen, konnte er nun machen - es würde ihn eh keiner aufhalten. Er wollte Sex? - Er nahm ihn sich. Er wollte sich einen Rausch antrinken? - Er tat es. Manchmal war es zwar etwas deprimierend, weil es einfach zu leicht war, das zu bekommen, was man wollte, aber warum sollte er sich das Leben schwer machen, wenn er es auch leicht haben konnte?
      Sein Blick wanderte von dem blutbefleckten Leichenhaufen nach oben, direkt in die Augen eines anderen Mannes. Ausdruckslos betrachtete er ihn, hörte seine Stimme, sah, wie er eine magische Kugel formte. Vermutlich war das nun sein Ende. Er hatte es oft genug aus Hörsagen mitbekommen, dass G.E.N.E.S.I.S. einen Magier hatte, der für sie die Drecksarbeit erledigte. Ein Entkommen gab es nicht, alles, worauf er hoffen konnte, war ein möglichst schneller, möglichst schmerzfreier Tod. Er fing an zu lächeln. "Es ist mir eine Freude gewesen, die Marionette von G.E.N.E.S.I.S. auch einmal persönlich zu treffen. Danke.", zischelte er und verschränkte seine Arme hinter seinem Nacken. "Nun führe deine Arbeit gemäß ihrem Wunsch aus, kleiner Zauberer."
      They're all around me, circling like vultures.
      They wanna break me and wash away my colors.
      I cannot stop this, sickness taking over.
      It takes control and drags me into nowhere.
      I need your help, I can't fight this forever.
      I know you're watching, I can feel you out there.


    • {VII}


      An jedem anderen Tag hätte es Vii wahrscheinlich in Rage versetzt, einen Affront wie den von Riley zu Ohren zu bekommen. Aber nicht heute, denn heute war ein guter Tag: zum Blut vergießen, zum jagen, für all die schönen Dinge. Der Magie bleckte seine Zähne, zwischen denen die dicke Zigarette klemmte. "Liebend gern, Mister Musgrave." In seinem Körper zuckte zwar das Verlangen, mit dem Rothaarigen kurzen Prozess zu machen, aber wo bliebe da das Vergnügen? Vii hielt seine Kugel vor sich wie ein gigantisches Herz. Sie pulsierte eben wie ein solches, nur größer und weitaus bedrohlicher als ein menschliches Organ. Eine Salve an Blitzen regnete wieder auf den Ort nieder, der nunmehr ein riesiger Friedhof geworden war und auch der Wind zerrte an den zwei Männern, die sich zwischen all den Toten gegenüber standen. Etwas Asche, die eben noch auf Viis stinkenden Glimmstängel gehängen hatte, wehte ihm ins Auge und zischte leise, doch ihn störte das wenig. Warum auch? Er regenerierte sowieso alsbald wieder und Schmerz war beinahe eine so wunderbare Droge wie Lust auch. Oder Kokain. Der Magier blinzelte nicht einmal, zu tief war er in Gedanken versunken.
      Wie sollte er es am besten anstellen, am besten seine Beute quälen? Riley schien nicht weglaufen zu wollen und kämpfen auch nicht, aber irgendwie musste er ihn doch aus der Reserve locken können. Hier brauchte es eindeutig Bewegung!
      Das Zucken seiner Augen war kaum sichtbar, erst recht nicht zwischen all den Ablenkungen, die das Wetter bot, und so beschwor Vii mithilfe der Pupillenbewegungen einen Bannkreis, aus dem ein etwa zwei Meter hoher, schwarzer Hund aus den tiefen der Hölle aufstieg. Das Vieh baute sich einige Meter hinter Riley auf und zeigte seine geifernden Lefzen. Vii sah erst auf den jungen Mann, dann auf seine Bestie und schnalzte mit der Zunge. "Aber bevor wir richtig anfangen, wollen wir doch etwas spielen, oder nicht?" Der Hund ließ ein Knurren hören, das beinahe sogar den Donner des Gewitters in den Schatten stellte und setzte auf Viis Opfer zu. Wenn er jetzt nicht anfing zu rennen, dann würde dem Magier keine Wahl bleiben und er würde direkt angreifen, aber es war doch viel unterhaltsamer, erst einmal zu prüfen was der Jüngling eigentlich auf dem Kasten hatte - oder haben könnte. Schließlich war er nicht umsonst zum Target ernannt worden.
    • R I L E Y . R O S E . M U S G R A V E

      Der - vermutlich wesentlich ältere - Mann mit den dunklen Haaren und der beachtlichen Figur ließ einen Schauer an Blitzen über ihre Köpfe jagen - vielleicht als Begrüßung? Die grünen, katzenhaften Augen von Riley verfolgten jede Bewegung des Magiers, als würde ihm dies die Möglichkeit geben, sein Schicksal zu verändern. Doch war sein Schicksal nicht schon längst besiegelt? Er bewegte seine Hand fürchterlich langsam zu seinen Lippen, so half es ihm doch beim nachdenken, doch viel Zeit blieb ihm nicht, als er ein Knurren hinter sich wahrnahm. Ein... Hund? Es war ein rießiges, pechschwarzes und wahrlich beängstigendes Tier mit einer Stimme, die dem Tod ziemlich nahe kam. Er schluckte. Oh Gott. Fassungslos entwich ihm auch noch der letzte Rest Hoffnung. Sein Körper verkrampfte sich. Seine linke Hand griff wie automatisch nach dem Ball in seiner linken Jackentasche. Er warf ihn, so weit wie möglich, als letzten Versuch, sein Leben noch einige Sekunden mehr leben zu können und dann, ja dann... rannte er. Er rannte um sein Leben, so schnell er konnte, gepackt und verfolgt von der Angst, seinem stetigen Begleiter in dieser grausamen Welt. Er rannte an dem Magier vorbei, weg vor dem Hund aus der Hölle - Höllenhund. Er wollte schreien, doch es kam nur kalte Luft aus seinem Mund. Riley wollte nicht sterben, er war doch noch komplett bei Sinnen! Seine Wut vermischte sich mit der übermächtigen Angst und ließ ihn über eine Leiche stolpern. Er fiel - auf den Boden und noch weit darunter. Es war alles pechschwarz und totenstill. Wo war er?
      They're all around me, circling like vultures.
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      I cannot stop this, sickness taking over.
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    • {VII}

      Eines musste er dem Musgrave-Jungen lassen - seine Augen waren anziehend. Vii fixierte sie eindringlich und fragte sich, wie sie wohl aussahen wenn sich Tränen in ihnen sammelten. Wahrscheinlich hinreißend! Der Höllenhund ließ ein Knurren ertönen, dass selbst den alten Magier ein wenig frösteln ließ und ihn damit aus den Gedanken riss, wie man am besten einen jungen Mann folterte, bevor man ihm alles wegnahm, was er noch hatte - sein Leben und die Magie. Vii warf der gigantischen schwarzen Bestie einen prüfenden Blick zu. Die Wesen aus der Unterwelt gehorchten ihm zwar, aber sie taten es nicht gerne und hätten sie eine Wahl, hätten sie den Schwarzhaarigen schon vor Jahrhunderten in tausende kleine Stücke gerissen, nur um ihn vom Teufel höchstpersönlich wieder zusammenflicken zu lassen und von vorne zu beginnen.
      Riley startete ein Ablenkungsmanöver und Vii quittierte diesen Versuch, einen wahrhaftigen Diener der Hölle mit einem simplen Ball abzulenken mit einem schiefen Grinsen, das seine latent zu spitzen Zähne zeigte. Er sah dem Burschen dabei zu, wie er los rannte. Diese Panik, diese Angst, es war köstlich sie hochkochen zu sehen, als der Höllenhund, der sich von dem Spielzeug wenig beeindruckt zeigte, seine Jagd begann. Nur leider vermasselte es der Rothaarige und stolperte, kurz nachdem er knapp an seinem Gegner vorbeigerannt war, der sich galant auf dem Absatz umdrehte, um ihn mit seinem Blick zu verfolgen. "Was für eine erbärmliche Leistung, Mister Musgrave.", meinte er seufzend und schlenderte auf die Stelle neben den Leichen zu, an der er den jungen Kerl vermutete, doch weder er, noch der wütende Riesenköter neben ihm fanden, was sie suchten. Viis Pupillen wurden winzige Stecknadelköpfe. "Unmöglich.", zischte er. "Wo bist du!?" Nirgends war auch nur ein Hauch des Mannes zu sehen, obwohl er eben hier gefallen war. Was war das, Tarnmagie? Teleportation? Vii drehte sich immer wieder im Kreis auf der Suche nach einem Hinweis, aber er fand nicht den geringsten Anhaltspunkt dafür, was gerade geschehen war. Alles was er wusste, war, dass er Riley Anwesenheit noch spürte. Er musste in der Nähe sein, nur verborgen vor neugierigen Augen. "Nicht schlecht für einen Anfänger." Der Magier knurrte fast noch wütender als der Höllenhund und sendete eben diesen schnalzend zurück dahin, woher er gekommen war. Wenn es nichts zum spielen gab, wollte er das Vieh auch nicht unnötig hier herumstreunern sehen. Nachher fraß er noch die Leichenteile und Nicholas würde sich später beschweren wie "menschenunwürdig" das wäre. G.E.N.E.S.I.S. war nichts ohne Nicholas Welling, den wohl schnöseligsten Nachwuchs des Vorstandes den man sich hätte vorstellen können und der aus dieser ganzen magischen Krankheit einfach nur Geld ziehen wollte. Ihn interessierte es nur mäßig, was mit den Menschen geschah, aber wenn sie ein gutes Image der Organisation im Hinterkopf hatten, kooperierten sie freiwillig. Nichts war schöner als Nachbarn, die bei jemandem im Nebenhaus Symptome sahen und als allererstes daran dachten, sie zu verpfeifen anstatt sich zu retten. Vii fragte sich, wie man wohl von Riley erfahren hatte. So wie die Stadt hier aussah, war nicht viel los gewesen und der junge Mann wirkte irgendwie, als gehörte er gar nicht hier her. "Nun, egal wo du herkommst, ich will wissen wo du hin bist..."