Vessels [Asuna & Nihal]

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    • Vessels [Asuna & Nihal]

      Hier gehts zur Vorstellung :3

      @Asuna


      [Phillip Madson]

      Es war lange her, dass ein Auftrag mit dieser Rangstufe vergeben worden war. Dennoch ließ Phil sich dadurch nicht von seiner Vorbereitungsroutine abhalten. In gewohnter Sorgfalt legte er seinen Hunden die extra angefertigten Schutzwesten an, die sie vor herumfliegenden Gegenständen schützen würden und es ebenfalls schwieriger machte, sie mit einem Messer zu verletzen. Die liebsten Vorgehensweisen der Gefäße, wenn sich die spitzen Zähne der Vierbeiner in bedrohlicher Nähe befanden.
      Danach legte er sich seine eigene Ausrüstung an. Er entschied sich für seine Standard-Ausstattung. Eine kugelsichere Weste, Handfeuerwaffen mit spezieller Munition, Messer mit versilberter Klinge, ein reißfestes Seil, Stiefel mit Stahlkappen und eine Atemschutzmaske.
      Der Auftrag war ohne eine Typ-Spezifizierung gekommen. Was bedeutete, dass es entweder keinen besonderen Typ gab oder man nicht wusste, um welchen Typen es sich handelte. Wobei der erfahrene Hunter die zweite Möglcihkeit am Ehesten in Betracht zog. Es war kein gutes Zeichen, wenn die Regierung die höchste Gefahrenstufe deklarierte, jedoch eigentlich nicht wusste womit sie es zu tun hatten.
      Dieses ungute Gefühl war auch der einzige Grund, weshalb Phil bei diesem Auftrag ohne viel zu murren einen Partner akzeptierte. Auch wenn er sich gewünscht hätte, dass die ihm zugeteilte, übernatürliche Unterstützung mehr Erfahrung aufgewiesen hätte.
      Der junge Mann - den Gerüchten zu Folge ein äußerst fähiger Neuzugang der Abteilung Seeker - wanderte bereits seit seiner Ankunft unschlüssig durch den Ausrüstungsraum. Seine Stimmung wechselte dabei in einem steten hin und her zwischen nervös und aufgeregt. Beide Gemütszustände ließen ihn dabei in einen nicht enden wollenden Redefluss verfallen.
      Nach der rund fünfzigsten Runde an Phil vorbei, packte dieser ihn an seinem Arm zu sich runter auf die Bank. "Halt gefälligst die Füße still und dein Plappermaul eine Weile geschlossen. Du gehst mir damit gehörig auf die Nerven."
      Der Junge sah ihn völlig perplex an. "Aber ich -" "Ruhe jetzt!"
      Genervt wandte sich der Ältere wieder seinen Schuhen zu und schnürte sie fest. Der mürrische Blick des Älteren hielt den jungen Seeker davon ab, doch noch etwas zu sagen. Er blieb unruhig, aber still, solange neben seinem Partner sitzen, bis dieser auch das letzte kleine Messer in seinem Stiefelschaft verstaut hatte.
      Mit einem abschätzenden Blick zu der leichten Gaderobe seines Gegenüber, drückte er ihm schließlich eine der schusssicheren Westen gegen die Brust. "Anziehen. Auch wenn du dich auf deine empfindlichen Sinne und deinen zweitklassigen HokusPokus verlassen möchtest, ich habe keine Lust dir später irgendwelche Kugeln oder Gegenstände aus deiner Brust zu operieren. ... Außerdem siehst du damit ein bisschen weniger wie ein pubertierender Junge aus."
      Eine Antwort garnicht abwartend, bedeutet er seinen Hunden und seinem Teampartner ihm zu folgen.

      Sie fuhren zu der abgelegenen kleinen Kirche, in welcher sich das entflohene Gefäß zuletzt aufgehalten hatte. Seine Hunde sollten die Spur aufnehmen und der Sucher schauen, ob er ausmachen konnte, um was es sich ungefähr bei dem Wesen handelte.
      Phil beobachtete mit seiner üblichen Skepsis, wie sich der Junge in den Kreis setzte, die Augen schloss und völlig bewegungslos dort verblieb. Seine Hunde schnüffelten derweil um ihn herum. Es sah beinahe witzig aus, hätten die alten Runen das Bild nicht so grotesk wirken lassen. Der Jäger wusste, wie und warum solche Kreise erstellt wurden und dass es sich bei den großen dunkelroten Flecken nicht um Farbe handelte.
      Es verwunderte ihn nur, wie alt und verwaschen sie schon waren. Dies hatte er wenn, in den unterirdischen Zellen des Rates gesehen, nicht jedoch in einer Kirche mitten in einem Wald. Ein paar der Symbole skizzierte er in ein altes, abgegriffenes Notizbuch und steckte es sich wieder zurück in seine Brusttasche.
      Es waren bereits 15 Miunten vergangen. Mit einem Räuspern machte der kräftige Mann auf sich aufmerksam. "Hast du irgendetwas gefunden?"
      Mit einem enttäuschten Gesichtsausdruck löste der junge Mann sich aus der Starre und schüttelte den Kopf. Etwas angewidert zog er seine Hand aus der Reichweite der kalten Nase, die vor ihm den Boden absuchte.
      "Ich kann den Bann und die Riten deutlich spüren, aber der Klang der Seele ist so weit entfernt, als wäre sie vor Jahren das letzte Mal hier gewesen. Ich kann nicht mehr erkennen, als dass hier etwas war. Was es war - keine Ahnung."
      "Maddie, Julie, habt ihr etwas gefunden?" Die Tonlage, mit der er seine Schäferhunde nach den Ergebnissen fragte, war nicht verändert zudem wie er seinen Teampartner angesprochen hatte - vielleicht war sie ein wenig freundlicher.
      Die Hündinnen kamen schwanzwedelnd auf ihr Herrchen zugelaufen, ganz in Erwartung einer Belohnung. Sie hatten demnach irgendeine Spur. "Sehr gut, führt uns hin, los."
      Mit freudigem Elan, liefen die Vierbeiner Richtung Ausgang, Phil folgte ihnen. Hektisch und etwas überrumpelt eilte ihnen auch der Sucher hinterher.

      Phil erwartete nicht, dass seine Spürnasen ihn direkt zu dem gesuchten Gefäß brachten. Doch schon die richtige Richtung oder Fußabdrücke halfen. Je näher sie kamen, desto eher konnte sein empfindsamer Kollege vielleicht auch etwas erspüren.

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      ~ When is a monster not a monster? ~

      "Oh, when you love it."
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    • Es war das erste Mal seit 2 Tagen, dass Sylea sich einen Moment nahm, um durchzuatmen. Ohne Unterbrechung war sie gelaufen, hatte jegliche Kontakte so gut sie wusste gemieden und war nun in einem Wald angekommen, der scheinbar nicht nur aus einem kleinen Schutzgebiet bestand. Schwer atmend saß das Mädchen zwischen den großen Wurzeln einer massiven Eiche, die sie beinahe wie einen Käfig einschlossen. Wind und Wetter hatten mit der Zeit den Erdboden abgetragen und so eine Vertiefung unterhalb des Wurzelwerkes gebildet in der sie saß und ihre Gliedmaßen musterte. Vor ihrer Flucht war die blaue Jeans sauber und ohne Risse gewesen. Nun hatte das Gestrüpp und der matschige Boden der Flüsse, die sie überquert hatte, ihre Spuren hinterlassen. Anstelle einer Jacke hatte sie nur eine dünne Decke mitgenommen, die sie wie einen Umhang um sich gelegt hatte. Das T-Shirt darunter hatte ihre Arme nicht sonderlich schützen können, die über und über mit roten Striemen versehen waren. Braune Strähnen klebten in ihrem Gesicht, die sie mit ihren Fingern fort strich.
      Diese zwei vergangenen Tage erschienen Sylea nur wie ein Wimpernschlag im vergleich zu den Jahren in der Isolation. Man hatte sie wie ein Tier eingesperrt gelassen, gehalten von unsichtbaren Käfigstäben. Aber ihre Wärter kamen nicht herum den Meschen in ihr zu sehen und so hat sie zumindest ein bisschen Wissen erhaschen können, was in den vergangen Jahren auf der Welt passiert sein mochte. Schon bevor sie zum Vessel geworden ist, war sie nie verreist. Folglich besaß sie praktisch keine Orientierung. Das Einzige, das sie wusste, war, dass eine Rückkehr zu ihrer Familie undenkbar war. Man würde sie wieder einsperren, noch stärker gesichert als jemals zuvor. Obzwar sie nun die Kontrolle über ihren Köper zurückhatte, sah nur jeder das Etwas in ihr. Bei dem Gedanken wanderte ihre Hand an ihre Brust. Stimmt, sie hatte schon lange nichts mehr von ihm gehört. Dass es jedoch noch da war, war unumstößlich.
      Warum das Mädchen plötzlich den Bannkreis übertreten konnte, der sie seit Jahren in der kleinen Kathedrale bannte, konnte nur auf eine Erschöpfung der Magie schließen lassen. Da niemand in Erfahrung bringen konnte, wer den Kreis erschaffen hatte oder wie lange er bereits existierte, war es unmöglich gewesen, seine Kraft zu erneuern. Scheinbar konnten die Außenstehenden nicht einmal festlegen, wie lange er noch funktionieren mochte. Doch das hier war nun die einzige Chance für Sylea. Wenn es jemanden gab, der das Etwas halten konnte, könnte er auch einen Weg kennen, wie man es zumindest wieder aus ihr heraus bekäme. Zumindest hoffte sie das mit ihrer jugendlichen Naivität.
      Es stand außer Frage, dass man ab dem Punkt, an dem ihr Verschwinden bemerkt worden war, Jagd auf sie gemacht werden würde. Sylea war eine Rubra - sie wusste, wie die Welt funktionierte. Alles Übernatürliche, das die Menschheit gefährden konnte, musste irgendwie unter Kontrolle oder zur Strecke gebracht werden. Sie hatte gelernt, dass ihre Aufpasser Wächter waren und nicht für den Kampf zwangsläufig ausgelegt waren. Anstelle ihrer gab es Hunter, die genau für ihre Situation ausgebildet worden waren. Sylea schüttelte sich bei dem Gedanken daran, dass ihr aller Wahrscheinlichkeit nach schon jemand auf den Fersen war. Irgendwann würde sie allerdings eine Pause machen wollen und solange man sie noch nirgends gesichtet hatte, erschien ihr dieser Ort als vorerst sicher genug. Zum Glück war es Sommer und sie musste sich wegen der Kälte nicht unbedingt einen Kopf machen. Unterwegs hatte sie alles essbare, das sie sah, eingesammelt und sich in ihren Beutel gesteckt. Besagter Beutel war im Endeffekt nichts anderes als ein etwas umfunktionierter Kollektenbeutel, den sie bis zur Hälfte mit Beeren und essbaren Pflanzen gefüllt hatte.
      Nun, wo Syleas Körper ihr nicht mehr zum Rennen riet, begann ihr Kopf wilde Gespinste zu erfinden. Gewaltsam hielt sie sich davon ab daran zu denken, wie eine Konfrontation ausfallen möge. Sie konnte und würde nicht auf das Etwas in ihr zurückgreifen, zu groß war ihre Angst, es wieder aufzuwecken. Aber sie konnte sich ja anders helfen, wenn es sein musste. Ihr Blut war eine Gabe, angeboren in den Rubra-Clan hinein. Zwar hatte sie seitdem sie das Etwas in sich bannen musste, keine Zauber mehr gewirkt, aber es war wie ein autonomer Ablauf, den der Körper nie vergass. Irgendwann überwiegte dann die Müdigkeit, die ihren Geist wie schwerer schwarzer Samt umhüllte, sodass ihre Augen einfach zu fielen.
      Stattdessen schreckte Sylea plötzlich auf, als sie leises Bellen wahrnahm. Sofort schoss ihr Puls in die Höhe, die Müdigkeit war wie verflogen. Eng presste sie sich soweit es ging in die hinterste Ecke der Unterhöhlung und wartete ab. Es konnten Spaziergänger sein. Es konnten wilde Hunde sein. Es konnte alles sein. Wenn sie jetzt aus ihrer Höhle überhastet flüchtete, würde man sie lauthals durch das Geäst hören können. Blieb sie vor Ort, saß sie buchstäblich mit dem Rücken zur Wand. Ging sie, würde sie weiter Spuren hinterlassen, blieb sie, führten alten Fährten vielleicht zu ihr. Ihre schlimmsten Ausmalungen waren möglicherweise schneller gekommen, als sie es sich gewünscht hatte. Doch sie setzte auf die leise, abwartende Karte. Wie gesagt, es konnte schließlich alles sein. Oder sie hatte vielleicht nur etwas Glück.



      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Sie suchten bereits eine ganze Weile. Er musste seine Hunde mit strengen Worten dazu bringen sich ab und zu hinzulegen. Die Suche strengte sie an, aber irgendetwas trieb sie besonders an. Auch wenn sie lagen, sah er an ihren Flanken die Muskeln unruhig zittern. Sie wollten weiter.
      Aber auch sein junger Begleiter schien eine Pause zu benötigen. Es war seine erste Mission und er war die Anstrengung nicht gewohnt. Hinzu kam, dass er neben dem schnellen Tempo, regelmäßig auch seinen Geist auf die Suche schickte.
      Wann immer Phil merkte dass der Junge - in seinen Augen war er dies noch - den Blick abwesend, hinter ihm her stolperte; stoppte er.
      Die Unerfahrenheit des Jungen war gefährlich. Schon ein dummes stolpern, ein angeknackster Knöchel und sie hätten einen noch größeren Nachteil als ohnehin schon. Erst nach einer besonders missmutigen Mahnung von Phil, zeigte der Jungen an wann sie stehen bleiben sollten. Wie auch jetzt.
      Mit einem scharfen Pfiff holte er seine Hunde zurück, die bereits nach vorne geeilt waren. Während sein Begleiter sich konzentrierte, hielt Phil die Umgebung um sie herum im Blick. Sie waren in einem dichten Wald, die Suche hatten sie aufgrund des dichten Gebüchs zu Fuß fortführen müssen. Das machte dem erfahrenen Hunter nichts aus. Er hätte nur gern gewusst, mit welchem Typ Seele sie rechnen mussten. Die Seele eines Naturgeistes hätte in dem dichten Wald leichtes Spiel.

      Geduldig wartete er auf das Zeichen des jungen Seeker, dass sie weiter konnte. Doch es dauerte ein ganze Weile, bis dieser sich wieder rührte. "Hast du etwas gefunden?"
      Der Angesprochen zögerte und blickte unsicher zu dem Hunter, bevor er schließlich den Kopf schüttelte und Anstalten machte weiter zu gehen. Phil zog ihn grob an der Weste zu sich. Der zierliche Mann konnte dem kräftigen Hunter nur wenig entgegenbringen.
      "Junge, wenn du glaubst, dass du was entdeckt hast, sagst du es gefälligst. Jeder unausgesprochene Hinweis, kann irgendwem Schaden zufügen und auch wenn es nicht uns trifft, will ich nicht mit daran Schuld haben. Also...hast du was gefunden?"
      Den Kopf gesenkt und dem Blick des bärtigen Mannes ausweichend, sprach er schließlich.
      "Ich weiß es nicht. Es ist nur ein entferntes Gefühl. Es könnte zu jedem gehören oder ... eingebildet sein."
      "Welche Richtung?"
      "Nordwest."
      Phil wartete kurz, ob noch mehr kam, und ließ dann von ihm ab. "Komm und halt dich hinter mir."
      Sich nun mehr auf eine Richtung fokussierend, ging er voran. Es war die gleiche, welcher auch seine Hunde folgten.

      Nach einiger Zeit, hörte er etwas, was ihn dazu bewegte, seine Waffe herauszuholen und in Bereitschaft zu halten. Seine Hunde bellten. Die Spur war demnach deutlich und das Ziel scheinbar nah.
      Er folgte dem Bellen und rief die zwei schließlich mit einem langen, hohen Pfiff zurück. Folgsam gesellten sie sich zu ihm und waren still. "Junge, kannst du was entdecken?"
      Mit vorsichtigen Schritten lief er weiter durch das Dickicht und suchte zwischen den Bäumen nach einem Farbklecks, einem ungewöhnlichen Wippen von Ästen, irgendwas das ihr Ziel verriet.
      "Ja. Sie ist hier."
      Verwirrt von den Worten drehte Phil sich zu seiner Begleitung um. Diese stand in einiger Entfernung vor einem großen Baum und schaute ruhig auf etwas am Stamm.
      Den Kopf schüttelnd, stapft er zurück. "Was heißt, sie ist hier?"
      Als er ihn erreicht hatte, beantwortete seine Frage sich jedoch von selbst.
      Vor ihnen, zwischen den freigespülten Wurzeln einer großen Eiche, kauerte eine junge Frau, mehr noch ein Mädchen. Sie sah alles andere als besessen oder gefährlich aus, dennoch hatte Phil seine Waffe weiterhin erhoben. "Bist du sicher?"
      Der Junge nickte. Er stand entspannt neben ihm und schaute mit sanften Blick auf das Mädchen hinunter.
      Die Schäferhunde standen bei Fuß, das Fell gesträubt und die Zähne in stummer Warnung gefletscht. Das Wort diesmal an das Mädchen gewandt, hatte er seinen üblichen Befehlston inne. "Sag uns wer du bist. Ich warne dich, irgendetwas zu versuchen. Du wärst nicht das erste Gefäß, dass keinen Erfolg damit hat."
      Trotz der Härte in seiner Stimme, war Phil sich unsicher. Die Seelen der Gefäße, auf die er normalerweise angesetzt wurde, waren mächtig, schlau, gerissen. Sie würden sich nicht an einem Ort verstecken, mit dem sich selbst in eine Falle begaben. Das war dumm.

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    • Wie ein Stein verharrte Sylea an Ort und Stelle. Sie konnte hören, wie sich Hunde näherten, Menschenstimmen jedoch vernahm sie zunächst nicht. Schließlich waren die Hunde schon so nahe, dass sie zwei Tiere anhand ihrer Bewegungsabläufe ausmachen konnte. Dann auf einmal ertönte ein Pfiff, laut und durchdringend, mit dem sich die Hunde wieder zu entfernen schienen. Jetzt erst erlaubte sie ihrem angehaltenem Atem sich zu lösen und tat drei, vier hastige Atemzüge, ehe sie unter Knacken von Ästen und Rascheln der Blätter sich nähernde Schritte wahrnahm.
      Im nächsten Moment verdunkelte eine Silhouette den Eingang zu ihrem Versteck und ein junger Mann blickte sie direkt an. Auch er verweilte an Ort und Stelle und sie sahen sich einige Sekunden regungslos an. Syleas Augen waren geweitet, die des Mannes eher musternd und ruhig. Kaum merklich schüttelte sie den Kopf in der Hoffnung, dass er ihre Position vielleicht einfach nicht verraten würde. Doch schon in der nächsten Sekunde tat er genau das und dem Mädchen schnürrte sich die Brust zusammen.
      Kurz darauf erschien eine zweite Gestalt. Ein Mann, deutlich älter und entsprechend anders ausgerüstet und gekleidet als der Jüngling daneben. Vom bloßen Anblick war dies jene Erscheinung, die Sylea mit den Huntern in Verbindung brachte. Sein vom Alter und Stress gezeichnetes Gesicht zeigte keinerlei Freundlichkeit - viel eher schien er mit einem anderen Anblick gerechnet zu haben. Seine zwei Hunde schlossen zu ihm auf und postierten sich wie zwei Wachen neben ihm, ihr Fell gesträubt. Wäre die Lage nicht so misslich hätte Sylea gelächelt und die Hunde für ihre gute Wahrnehmung gestreichelt. Obzwar sie ein Gefäß war, dürfte von ihr kaum eine Aura des Wesens ausgehen. Er schlief so fest in ihr, dass sie es selbst beinahe vergessen könnte.
      "Sag uns wer du bist. Ich warne dich, irgendetwas zu versuchen. Du wärst nicht das erste Gefäß, dass keinen Erfolg damit hat."
      Spätestens jetzt war jegliche naive Hoffnung im Keim erstickt worden. Sie bewegte sich etwas, um die angespannten Gliedmaßen zu lösen und nicht mehr ganz so eingequetscht in der Ecke zu sitzen. Natürlich konnte sie den Beiden direkt ins Gesicht werfen, dass man sie nicht töten konnte. Das hatten schließlich schon genug Andere versucht. Allerdings war dies nicht unbedingt der klügste Zug, weshalb sie vorerst mit ihrem Namen begann: "Sylea Rubra. Vermutlich genau die, die aus der Kirche abgehauen ist."
      Sie streckte eine Hand aus, um sich an einer Wurzel etwas nach vorn zu ziehen. Nun fiel etwas Licht auf ihr Gesicht, das noch etwas unter ihrer Kapuze versteckt war. Sie sah den Jüngeren der Beiden an da sie schätzte, bei ihm vielleicht noch eher etwas bewirken zu können. "Darf ich wenigstens aus der Höhle hier raus? Irgendwann muss ich's ja eh...."
      Tatsächlich ließ man sie aus ihrer Senke emporsteigen, jedoch nur, um sie direkt an ihrem Standpunkt wieder festzuhalten. Man warnte sie, nichts anzustellen. Demnach blieb sie vorerst einfach stehen wo sie war. Nur ihre Kapuze schob sie nach hinten, damit man ihr Gesicht vollkommen sehen konnte. Wenn dies ein Hunter war mit gewisser Erfahrung, dann würde der Name Rubra etwas bei ihm auslösen. Es war allerdings der Jüngling, den sie nicht einzuschätzen wusste. Ein gewöhnlicher Hunter hätte sie niemals so präzise lokalisieren können, selbst der Alte hatte Hunde dabei.
      "Es spricht auch Sylea. Nicht das Ding in mir. Man hat bestätigt, dass das Wesen als schlafend gilt. Ich hab' die Kontrolle. Keine Ahnung was das Ding kann, ich will's auch gar nicht wissen. Ich will es nur wieder loswerden. Und das hat bisher noch nicht funktioniert...." Sie setzte eine kurze Pause ehe sie dann doch den Alten fokussierte. "Keiner weiß, woher der Bannkreis um die Kirche kommt oder wer ihn erzeugt hat. Aber derjenige weiß vielleicht, wie ich das Ding unschädlich mache. Wenn ihr mich zurückbringt, dann versuchen die mich nur wieder wegzuschließen. Wenn dann das Ding wieder wach wird, bricht wieder ein Massaker aus wie damals. Wollt ihr dafür verantwortlich sein? Ich nicht."



      "I rather trust and regret than doubt and regret"
    • Keine Sekunde ließ der Hunter sie aus den Augen.
      Auch wenn sie unschuldig wirkte und den Eindruck machte eine warme Dusche zu benötigen statt Fesseln.
      Die Gefäße waren meist nie die Schuldigen. Einige wenige nutzten die Kräfte aus, die ihnen die Seelen verliehen, doch die Meisten fürchteten sich vor dem Wesen in ihnen.
      Sie begaben sich entweder hilfesuchend in die Hände der Regierung oder flüchteten aus Furcht.
      Diejenigen, die von dem Geheimnis der Organisation wussten, beteten und hofften, nicht eines Tages als Gefäß identifiziert zu werden.

      Die fehlende Böswilligkeit des Mädchens war auch nicht das, was Phil in Frage stellte. Es war die temporäre Kontrolle, die sie meinte über die Seele zu haben. Sie war nur ein Wirt für die Seele. Wie das Haus eines Flusskrebses wechselten sie es, wenn es nicht mehr passte und hinterließen eine leere Hülle.
      Auch die Seelen, welche die Vessels beherbergten, interessierte das Wohl ihrer Wirte nicht. Sie sahen ihren Nutzen für die Menschheit als ein Gut an, welches über das Wohl des Einzelnen stand.
      Deshalb legte er nicht viel Wert in die Aussage der jungen Rubra. Wenn sie dieses Mädchen war, das vor Jahren in diese unmenschliche Tragödie involviert war, schien dessen Aussage nur noch weniger vertrauenswürdig.
      Es war das passiert, wovor die Regierung am Meisten Angst hatte. Sie hatten die Kontrolle verloren und - so wie es aussah - nicht wieder erlangt.

      "Wenn du eine Rubra bist, weißt du, dass ich deiner Aussage nicht den Wert schenken kann, den du dir erhoffst. Schlafende Dinge lassen sich leicht aufwecken und wer weiß, welche Auswirkungen das Verlassen des Zirkels noch haben wird."

      Phil beobachtete aus den Augenwinkeln seinen Partner, der weiterhin ohne jegliche Abwehrhaltung vor dem Mädchen stand. Seine einzige Vorsichtsmaßnahme war es gewesen, zwei Schritte zurückzutreten als sie aus ihrem Versteck gekrabbelt war. Wobei der Junge dies wahrscheinlich nur getan hatte um ihr keine Angst zu machen.
      Gedanklich den Kopf schüttelnd hoffte er, dass der Junge mehr Glück als Verstand besaß, denn anders würde er den Dienst für die Regierung nicht lange überleben.

      "Junge, überprüfe sie und leg ihr die hier an."

      Mit einer beiläufigen Geste warf er ihm speziell angefertigte Handschellen zu. Sie versiegelten die Kräfte der Seelen. Sie waren äußerst wirksam bei kleinen gaunerischen Seelen, die sich bei einer Festnahme wehrten. Gegen stärkere Seelen hatten sie nur wenige Auswirkung, bei mächtigen Seelen wie die der Vessels, waren sie im Grunde wirkungslos. Sie ließen einen starken Stromschlag durch den Körper fahren, sobald die Sensoren eine Aktivität der Seele warhnahm. Damit würden sie einen Angriff wenigstens ankündigen und mit ein wenig Glück sogar verzögern.

      Mit einer geschmeidigeren Bewegung als er es ihm zugetraut hätte, fing der Sucher die metallenen Schellen auf, zögerte aber.
      "Aber ich spüre keinerlei Aktivität der Seele, sie lügt nicht, wenn sie -" ein strenger Blick des Hünen brachte den jungen Mann zum schweigen. Die geladene Waffe lag weiterhin ruhig aber zielsicher in seinen Händen.
      Phils Blick legte sich wieder auf das zierliche Mädchen. Das wenige Licht, dass durch die riesige Baumkrone fiel, legte sie halb in Schatten, doch auch so konnte er die Erschöpfung in ihrem Gesicht und die Schrammen an ihren Gliedern gut erkennen. Sie sah nicht so aus, als könnte sie ihnen geschweige denn seinen Hunden lange davon laufen.
      Phil war, wie so oft, versucht die Person ohne das Wesen zu sehen, welches ohne Erlaubnis in sie gefahren war. Doch seine Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass dies nicht nur ihn in Gefahr bringen konnte. Sie war zudem noch ein Rubra-Mädchen. Ein Clan mit zweifelhaften Ansichten. Die einen sahen in ihnen etwas Großes, die anderen etwas Fanatisches. Beides sorgte für einen gewissen Einfluss.
      Dennoch erweichte der heruntergekommene Anblick des Mädchens ihn soweit, dass er seinem Befehl noch etwas hinzufügte.

      "Es ist nur eine Vorsichtsmaßnahme. Wenn du Recht hast, werden sie nicht mehr sein als etwas kaltes Metall auf der Haut. Sie sind nichteinmal besonders schwer. Nach der Überprüfung sehen wir weiter."

      Mit vorsichtigen Schritten trat der junge Sucher an das Mädchen heran. "Ich tu dir nichts keine Sorge, lass mich nur kurz..."
      Langsam streckte er die Hand nach ihr aus und als sie nicht zurückwich, legte er sie in ihren Nacken. Den Daumen leicht unter ihr rechtes Augen gedrückt und die weiteren Finger einer unsichtbaren Linie folgend an ihren Hinterkopf legend, schaute er konzentriert zu ihr herunter. Sein Blick wirkte ein wenig verrückt, so wie Phil es bereits den ganzen Weg hatte beobachten können.
      Der erfahrene Hunter hatte nicht damit gerechnet, dass er ihr so nach kam und er widerstand der Versuchung ihn davon abzubringen. Für gewöhnlich erfolgte die Überprüfung ohne jeglichen Körperkontakt. So würde er keine Möglichkeit haben, den Jungen vor einem direkten Angriff zu schützen. Doch so sehr es ihm missfiel, er musste dem Können seines Teampartners so weit vertrauen, wie es sein eigenes Wissen überschritt.
      Nach wenigen Sekunden wurde der Blick des Suchers wieder klar und er lächelte. "Keine Aktivität einer zweiten Seele."
      Mit ruhigen Händen legte er ihr die Handschellen an und zog sich schließlich seine Jacke aus um sie über die Schultern des Mädchens zu legen.

      Etwas entspannter, ließ Phil die Waffe sinken und verstaute sie wieder in seinemn Gürtel. Seine Hand ließ er jedoch auf dem vertrauten Griff ruhen.
      Diese Geste sorgte dafür, dass sich auch die zwei Schäferhunde entspannten und sich nun hechelnd auf den weichen Waldboden legten.

      "Und jetzt erzähl und doch mal deinen Plan. Wenn er daraus bestand ohne jegliche Versorgung durch einen Wald zu rennen, solltest du ihn nicht weiter verfolgen."
      Er hatte nicht wirklich vor, entgegen seinem Auftrag zu handeln, doch wenn er wusste, wohin dieses Mädchen unterwegs war, würde es eine erneute Suche vereinfachen, sollte sie ihnen wider Erwarten entwischen.


      [sooooooory, für die viel zu lange Pause :( , ich gelobe Besserung! ]

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