Searching for the princess. [Akeem & Lu-Chan]

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    • Searching for the princess. [Akeem & Lu-Chan]

      Princess Victoria

      Wochenlang war sie diesen Plan in ihren Gedanken durch gegangen in der Hoffnung, dass nichts schief laufen wird. Victoria war noch vor ihrer Hofmagd wach gewesen, eigentlich hatte sie die Nacht über nicht geschlafen, hatte vor allem auf den Augenblick gewartet, an dem sie sich davon schleichen konnte, um in den Tiefen des Waldes zu verschwinden, welches das Königreich umgab. Es war der Tag ihrer eigenen Hochzeit, der, welcher sie nicht mehr davon laufen konnte, an dem sie wirklich verschwinden wollte. Sie sollten sie ruhig suchen, würden es mit Sicherheit nach wenigen Tagen wieder lassen mit dem Gedanken nur noch einen leblosen Körper der Frau zu finden, was ihr den Weg in die Freiheit einräumen wird. Wie sie es ihrem eigenen Vater und König nur antun konnte? Eine sehr gute Frage, die viel bessere war, wie er es wirklich wagen konnte es ihr anzutun, sie mit irgendeinem Mann zu verheiraten, der sie nicht einmal wirklich ansah. Kinder gebären sollte sie ihm, er würde sie diese Nacht in sein Schlafgemach zerren und auf den ersten Nachfolger hoffen, aber nicht mit Victoria, sie war vorbereitet und sich dessen sicher, dass alles klappen wird.
      Bei den ersten Sonnenstrahlen klopfte es an ihre Tür, ehe diese geöffnet wurde. Ihre Hofmagd begrüßte sie mit einem freundlichen lächeln, wollte sie baden und sie für die Hochzeit langsam vorbereiten, aber Victoria hatte noch einen letzten Wunsch, sie wollte diesen Morgen in Ruhe anfangen, sich um ihren Schimmeln kümmern, den sie nicht mit nehmen konnte in die neue Heimat, in welche sie ziehen sollte. Es gäbe genug Pferde auf dem neuen Hof, hieß es, aber ihr Schimmel war ihr bester Freund und diesen wollte sie befreien, bevor sie fort sein würde. Ihr Wunsch wurde ihr gewährt, viel Zeit gäbe es nicht, aber einer Prinzessin konnte man keinen Wunsch abschlagen. Dankend ließ sich die Brünette in ihre Kleider helfen, um ein letztes Mal in den Stall zu gehen, in dem alles vorbereitet war. Sie hatte in den letzten Wochen Kleidung versteckt, würde sie doch in ihrem Kleid auffallen, sie hatte sich etwas ärmeres, weniger auffälliges besorgt und auch wenn es schwer war alleine aus dem großen Kleid zu schlüpfen wurde diese Hürde bewältigt, die viel schwierigere wartete auf sie. Von dem langen Haar konnte sich die Frau trennen, es würde nur zu viel verraten und die Klinge, die sie in einem der Schuppen neben dem Stall mal gefunden hatte war auch scharf genug, um ihr Haar kurz zu machen. Ein Blick in das trübe Fenster im Stall genügte, um sich für einen Moment selbst nicht wieder zu erkennen, die bläulichen Augen waren nicht wegzuschaffen, aber sie verrieten nichts, jedenfalls nichts, was relevant war. Die schwierigste Hürde war es den Schimmel laufen zu lassen. Einen Moment hatte sich Victoria genommen, hatte ihre Stirn gegen das Stirnbein des Pferdes gedrückt, um einfach nur den Moment zu genießen. Er wusste, was jetzt passieren würde, das Pferd war vorbereitet, es war ruhig, aber die Prinzessin kannte ihr eigenes Pferd, sie konnte diese Unruhe spüre, wusste, dass es für beide nicht einfach war. "Lauf einfach", ihre Augen blickten nach ihrem Pferd. "Lauf, sonst werden sie dich hier nur noch weiter halten.. Sie haben keine Verwendung für dich, ohne mich.. Also lauf.. In der Hoffnung, es wird dich jemand aufnehmen, der gut zu dir ist".
      Den Halfter hatte sie ihrem Schimmel abgenommen, hatte die Tränen nur schwer zurück halten können, das hier war ihr bester Freund, jemand, der ihr immer zugehört hatte, wenn es andere nicht taten. Ein wenig unsicher blickte das Pferd zu der Besitzerin zurück, es war frei, es bewegte sich aber kein Stück, war doch immer darauf trainiert gewesen zu bleiben, sich niemals zu entfernen. Stimmen waren zu hören, Victoria hatte die Zeit vergessen, sie musste sich beeilen. "Lauf", befahl sie ihrem Pferd, bevor sie ihre Sachen weg räumte. In das Versteck, aus welchem sie die Klinge und das Kleid her hatte, stopfte die den Zopf mit ihrem Haar rein und ihr Kleid, ihre Schuhe, ihren Schmuck, er durfte nicht gefunden werden.. Sie lief selbst, sie lief aus dem Stall nach hinten in den freien Wald heraus und so schnell sie konnte. Sie durften sie nicht finden, sie durften sie nicht einholen und sie durften ihren Schimmel nicht haben. Das Pferd lief, kaum lief seine Besitzerin, es sprang auf dem freien Gelände und schüttelte sich, bevor es einfach nur lief, wie es Victoria kaum anders tat. Rein, in den dunklen Wald, in welchem sie den Weg nicht kannte, weg von all dem, was sie hier noch fest hielt.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      Die Morgensonne versprach perfektes Licht zu schaffen, um heute den kleinen Bach, der sich unweit von seinem Haus befand, auf Leinwand zu bannen. Bereits am Abend davor hatte Tino die Tasche mit den Öl-Farben, die er angerührt hatte, vorbereitet. Er schnallte sich die Tasche über die Schulter, klemmte sich Leinwand und Stativ unter den Arm, setzte sich seinen großen, schwarzen Schlapphut auf, warf sein schwarzes Cape über und machte sich nachdem die ersten Sonnenstrahlen durch das Fenster geströmt waren, auch schon auf zu dem kleinen Bach, dessen Schönheit ihn so sehr faszinierte.
      Ein kurzer Fußmarsch später, stand Tino am Ufer des Gewässers und peilte über den Rand der Leinwand, die er im Stativ festgeschnallt hatte, auf das Wasser, um den perfekten Winkel zu finden. Es dauerte einige Minuten, aber schließlich fand er einen Ort, an dem das Licht durch die Bäume wunderschön auf die Wasseroberfläche fiel und zurück in sein Auge reflektiert wurde.
      Er atmete erst einmal tief durch und genoss die Idylle dieser Szenerie, bevor die Tasche mit den Farben öffnete und die kleinen Fläschchen Farbe auf dem Waldboden ins feuchte Gras stellte. Eine beinahe meditative Aufgabe. Nichts vermochte an diesem schönen Morgen Tinos Ruhe zu stören. Zumindest bis zu diesem Moment.
    • Princess Victoria

      Mehrmals hatte sie nach hinten gesehen, während ihr die Luft langsam ausblieb. Sie war es nicht gewohnt solche Strecken zu laufen, oder gewiss zu rennen, aber wenn sie weit genug kommen wollte, musste sie sich zusammen reißen und einfach weiter laufen. Je weiter sie kommen wird, desto geringer die Wahrscheinlichkeit gefunden zu werden, desto geringer die Wahrscheinlichkeit verheiratet zu werden, mit diesem Bewusstsein schaffte sie es auch noch sich zusammen zu reißen und weiter zu laufen, auch wenn es ihr schwer fiel das dünne Kleid dabei oben zu halten, denn es verfing sich immer wieder in den herausstehenden Ästen, die weiter raus ragten, je weiter sie in den Wald hinein lief. Der Wald wurde dichter um sie herum, in diesem Teil war sie nie gewesen, aber wie weit sie von dem Schloss schon entfernt war konnte sie nicht sagen, dafür fehlte ihr die Orientierung. Eine Lichtung war weit vorne zu sehen, die Abstände zwischen den Bäumen schienen wieder größer zu werden, eine Möglichkeit für einen ersten Halt, für eine kleine Pause, für eine erste Orientierung, wo sie denn überhaupt hier war! Ein weiteres Mal blickte Victoria nach Hinten, um sich sicher zu sein, dass ihr keiner folgte, aber einen Moment nicht aufgepasst und schon verfing sich ihr Fuß in einer herausragenden Wurzel. Sie fiel, landete in dem grünen Laub und stieß sich den Kopf an einem der Bäume. Schwarz wurde es ihr vor den Augen und es drehte sich alles, als die Frau ihre Augen wieder öffnen konnte. Verdammt, sie hatte nicht aufgepasst, hätte ihre Füße beim Laufen höher nehmen müssen.
      Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, die Luft fehlte und auch wenn sie versuchte sich wieder zu erheben, um einfach weiter zu laufen kam sie nicht weit. Zwei Schritte, dann gab sie auf und ließ ihren Körper wieder auf den Boden fallen. Ihr war es schwindelig, ihr wurde es gleich schwarz für den Augen und die Dunkelheit nahm sie für einen Moment ein. Hatte sie jetzt alles verloren?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      Ein dumpfes Geräusch kam plötzlich von der Lichtung, die er bereits angefangen hatte zu Malen und eine junge Frau fiel auf den Waldboden. Danach herrschte Stille. Etwas verdutzt stand Tino für einen Augenblick nur dar und starrte. Wo gerade noch Ruhe und Frieden herrschte, war nun das Gleichgewicht der Stille gebrochen. Er zögerte und haderte, aber schließlich ließ er den Pinsel ins nasse Gras fallen.
      "Oh bei allen Göttern", rief er und sprang über den kleinen, verschlafenen Bach auf die andere Seite der Lichtung. "Hast du dir etwas getan?"
      Als er bei der jungen Frau ankam, breitete sich die gesamte Gräueltat direkt vor ihm aus. Sie musste gestolpert und dann mit dem Kopf gegen den Baum gestoßen sein. so konnte Tino allein an dem Blut an der Rinde des alten Baumes erkennen.
      Rasch kniete er sich zu der Frau ins Gras und wischte ihre Stirn sauber. "Kannst du mich hören?"
      Aber es kam keine Antwort. Aus seinem schwarzen Cape holte Tino sein Taschentuch hervor und hielt es gegen die Wunde am Kopf der jungen Dame. Es war offensichtlich, dass er sie hier nicht so liegen lassen konnte. Sein Blick wanderte in die Richtung, aus der sie wohl gekommen war. Die Stadt, das Schloss. Aber es war zu weit, sie in dieser Verfassung dort hin zu bringen. Es war das einzig richtige, sie zu sich zu nehmen, auch wenn es sicher nicht das löblichste war. Aber welche Wahl hatte Tino? Diese Frau war nicht ansprechbar und wenn er ihr helfen wollte, war ihm wohl kein anderes Mittel mehr geben, als sie ein wenig zu entführen. Zumindest temporär.
      Er legte seine Hand auf ihre Stirn und fühlte. Sie war nass geschwitzt. Offenbar gerannt. Aber ihr Körper schien abgesehen von der Wunde an ihrem Kopf nicht gerade zerbrechlich. Sie war zwar schlank und zierlich auf dem ersten Blick, jedoch gleichzeitig gesund und konnte wohl gebaut. Das würde ein Problem werden. Tino war selbst nur von recht schmächtiger Gestalt. Er würde sie schon tragen können, aber nicht den gesamten Weg. Es war schon so beinahe ein zwei Stündiger Fußmarsch bis hier hin gewesen. Dieses Mal müsste wohl er wohl etwas nachhelfen.
      Ein weiterer Griff ging in Tinos Cape und heraus zog er ein kleines Fläschchen mit einer violetten Flüssigkeit darin.
      "Bitte vergebt mir. Es ist wirklich nicht, wonach es scheint", sagte Tino, bevor er ihre Kleidung leicht beiseite schob, um auf der nackten Haut ihrer Arme, Beinen und ihrer Burst jeweils einen Tropfen der Flüssigkeit zu verschütten. Mehr sollte nicht nötig sein. Tino war zwar schmächtig, aber auch nicht so schmächtig.
      Er griff unter ihre Beine und stützte ihren Rücken, um sie vor seiner Brust zu tragen und bei jedem Zentimeter, den er sie höher hob, fing sie an langsam leichter zu werden.
      "Tut mir wirklich leid, aber nur so kann ich es schnell genug zurück schaffen", flüsterte Tino und hielt sie plötzlich nur noch mit einer Hand. Er nahm das Fläschchen vom Boden und nahm selbst einen kräftigen Schluck. "Ich hoffe der Wind steht gut. Bei mir zu Hause werde ich dich behandeln können."
      Tino sprang in die Luft und mit der nächsten Briese fing er an durch die Luft zu schweben. Er hüpfte auf einen Baum und fing an von Baum zu Baum zu springen und in nur einer dreiviertel Stunde (und mit viel Hilfe des Wind-Gottes), hatte er es nach Hause geschafft. Die Landung war dann tatsächlich das schwerste und die Tür zu seinem Haus wieder aufzubekommen.
      Dort angekommen legte er die junge Frau auf sein Bett und schnellte herunter zurück in das Erdgeschoss und schließlich in den Keller. Er holte Bandagen und Wasser und kochte Tee und bemerkte langsam, dass er gar keine echte Ahnung hatte, wie man Menschen heilte. Also saß er an ihrem Bett. Die Wunde war verarztet, aber was er nun zu tun hatte, vermochte ihm nicht in den Sinn zu kommen. Also tat er das, was er immer in solchen Situationen tat: Er fing an die Antwort in einem seiner Bücher zu suchen.
    • Princess Victoria

      Es fühlte sich wie ein traumloser Schlaf an, alles um sie herum schien in Dunkelheit getränkt zu sein, nichts drang zu ihr durch, bis auf die Angst, die noch immer in ihr schlummerte. War es jetzt das Ende? Würde man sie jetzt finden? Wie würde bloß ihr Vater darauf reagieren, dass seine eigene Tochter am Tag ihrer Hochzeit sich lieber dazu entschloss, ihr Haar abzuschneiden und wegzulaufen, statt eigentlich den glücklichsten Tag ihres Lebens zu haben. Victoria wollte nicht heiraten, das sollte er eigentlich gut wissen, sie wollte das Land regieren, die Menschen hier glücklich machen und für ihr Land da sein, da blieb ihr nichts anderes übrig, als ihre Beine in die Hand zu nehmen und zu laufen. Es war ein dummer Zufall, eine Sekunde nicht aufgepasst und schon hatte sich die Frau ihren Kopf gestoßen, aber vielleicht war man noch nicht so weit, vielleicht war man ihr noch nicht so weit hinterher, dass man sie hier finden würde?
      Als sie ihre Augen öffnete erblickte sie weder das Grün der Bäume über ihr, noch die ihr bekannten Palastdecken, sie erblickte etwas fremdes, hatte vor allem etwas weiches unter ihr, nicht den dumpfen Waldboden. Wo war sie hier? Der Geruch von Tee hing in der Luft, aber lange konnte die Frau ihre Augen nicht offen lassen, der Schmerz, der durch ihren Kopf zog zwang sie dazu diese wieder zu schließen und durch zu atmen. Ihre Hand fur über die Laken, auf welchen sie lag, es war nicht das Gleiche, wie die im Schloss, aber es fühlte sich viel besser an, als der kalte, dreckige Waldboden, auf welchem sie gelegen hatte. Wer hatte sie hier her gebracht? Wo war sie überhaupt gewesen? Warum war sie hier?
      Victoria zwang sich dazu ihre Augen wieder zu öffnen, ihren Kopf vor allem zur Seite zu bewegen, nur ganz langsam und sachte, um das Fenster zu erblicken, welches den Wald dahinter zeigte. Eine Hütte hier Mitten drin? Oder war sie wo anders, als dort, wo sie sich den Kopf gestoßen hatte? Es war noch hell draußen, ihre Augen schmerzten bei dem Licht, sie schloss sie wieder, um den Kopf wieder zurück zu legen, um durch zu atmen und die Schmerzen im Kopf wieder in den Griff zu bekommen. Einen Moment brauchte sie, dann drehte sie den Kopf zu der anderen Seite, um auch dann die Augen wieder zu öffnen und das zu mustern, was sie zu sehen bekam.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      Aus dem Augenwinkel vernahm Tino Bewegung aus dem Bett. Es waren bereits einige Stunden ins Land gegangen, seitdem er die Dame entführt und in sein Bett gelegt hatte. Aber bitte nicht vergessen: Er tat all dies nur zu ihrem eigenen Besten. Bitte vergesst dies niemals.
      Er legte das Buch in seiner Hand auf den Stapel der anderen Bücher über Medizin, die Tino grob überflogen hatte.
      "Bitte hab keine Angst", sagte er und hielt seine Hände in die Luft, um zu beweisen, dass er keine Waffe führte. Er legte sein bestes Lächeln auf und versuchte mit freudigem Blick Gastfreundlichkeit zu suggerieren. "Ich war auf der Lichtung. Du fielst und ich brachte dich hier her. Ich wusste nicht, was ich sonst hätte tun können."
      Er spreizte seinen Zeigefinger und deutete auf seine eigene Stirn. "Du hast dich am Kopf verletzt", sagte er und deutet dann mit demselben Finger auf ihren Kopf. "Ich... Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich helfen kann. Ich las, dass Ruhe helfen solle. Außerdem habe ich ein Glas frisches Wasser auf den Nachtschrank gestellt."
      Tino deutete auf den kleinen Stapel Bücher, auf dem sich ein Tablett befand, dass er offenbar als Nachtschrank verkaufen wollte. Darauf stand ein rotes Glas mit kristallklarem Wasser.
      "Außerdem solltest du besser nicht so viel schlafen. Versuche wach zu bleiben. In einem dieser Bücher las ich, dass es im Falle einer Kopfverletzung dazu kommen kann, dass diejenigen, die Schlafen gehen nicht wieder aufwachen. Ich glaube das war in diesem..."
      Er drehte sich von der jungen Dame weg und fing an in einem Stapel Bücher auf dem Schreibtisch, an dem er saß, zu wühlen. "irgendwo muss es doch sein..."
    • Princess Victoria

      Ihre Augen erblickten einen Mann. Im ersten Moment hatte Victoria die Sorge bekommen, man hätte sie gefunden, aber kaum sprach der Mann und bat sie darum keine Angst zu haben realisierte sie auch schon, dass sie keine Ahnung hatte, wer es war. Sie kannte ihn nicht, was nur ein Vorteil ihrerseits sein konnte, außer der Mann war sich dessen bewusst, wer sie war. Konnte man sie mit ihren kurzen Haaren und den anderen Klamotten erkennen? Vielleicht würden ihre Augen dies verraten, aber allein die Tatsache, wie er mit ihr sprach machte ihr deutlich, dass er es vermutlich nicht wusste. Erleichtert atmete sie innerlich auf, auch wenn ihre Augen ihn nicht los ließen, ihn musterten, während er sprach. Sie soll sich am Kopf verletzt haben, kaum deutete er auf ihren Kopf griff sich die Frau selbst an ihren, um die Stelle zu ertasten, die er meinte. Etwas weiches war zu spüren, es schmerzte darunter, deshalb nahm Victoria die Hand doch schnell wieder weg und fokussierte sich auf die Worte des Mannes. Er wusste nicht, wie man ihr helfen konnte, nun, das wusste sie selbst nicht wirklich, das war nicht weiter schlimm, mit ihrem Kopf würde schon nichts werden, da hatte sie keinerlei Angst vor, auch wenn er gelesen haben mag, dass man nicht mehr aufwachen konnte. Um diesem Rat aber Respekt zu erweisen setzte sich die Brünette langsam auf, lehnte sich auch gleich schon gegen das Hinterteil des Bettes an. Während der Mann nach seinem Buch suchte, fiel ihr auf wie viele es davon hier gab. Victoria las gerne selbst auch, sie beschäftigte sich viel damit, wenn ihre Zeit es zugelassen hatte, wollte mehr von der Welt wissen, die sie noch nicht bereist hatte, aber es war nicht einfach an die Schriften dessen zu kommen, die sie gesehen haben.
      "Wie heißt Ihr?", fragte die junge Frau gleich schon und räusperte sich, ihre Stimme versagte ein klein wenig. Sie war noch ein klein wenig neben der Spur, war sich noch nicht sicher, ob es wirklich ein Schmerz im Kopf zu spüren war, oder sie es sich nur einbildete. Ihre Augen blickten auch wieder aus dem Fenster heraus. "Wo bin ich hier?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      Mitten in seinem Wahn vergaß Tino für einen kurzen Moment, dass die Frau noch ins einem Bett lag. Erst als sie sich bewegte und aufsetzte und schließlich ihre Stimme erklingen ließ, drehte er sich wieder zu ihr.
      "Tino", sagte er. "Einfach nur... Tino... Ich glaube... Ja, ich glaube wir sollten die Wunde vernünftig ver- ... verbinden."
      Er drehte sich wieder kurz weg, fing an zwischen den Büchern nach Binden oder ähnliches zu suchen, wohl wissend, dass er nichts dergleichen besaß.
      "Entschuldige die Unordnung. Mein Haus... Normalerweise bin ist hier nicht so ein Chaos."
      Er wühlte weiter und fand natürlich nichts, schließlich gab es auch nichts zu finden. Letztlich kam er zurück zu der jungen Frau und lehnte sich gegen den Schreibtisch. "Es tut mir leid, dich... Euch... entführt zu haben. Aber ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ihr seid einfach gegen diesen Baum gerannt und... Bitte. Bitte trinkt doch etwas."
      Er deutete auf das Glas Wasser auf dem "Nachtschrank".
      "Ich bin übrigens Tino. Habe ich das schon erwähnt? Und wie... Wie heißt Ihr?"
    • Princess Victoria

      Tino.. Ein ungewöhnlicher Name, wie die Frau fand, aber das war nicht weiter schlimm, sie akzeptierte die Tatsache und nickte, als der Mann noch einmal bestätigte, sie solle ihn einfach Tino nennen. Er meinte wieder was von der Wunde, sie war doch schon verbunden, jedenfalls hatte sie etwas unter ihren Fingern gespürt, da musste er nichts neu machen, jedenfalls, wenn er nach ihr ginge. Ihre Augen musterten den Mann, wie er sich wieder seinen Büchern widmete und nach etwas suchte. Er entschuldigte das Chaos, da schmunzelte Victoria für einen Moment, es war ihr bis auf die vielen Bücher kaum aufgefallen, dass es wirklich unordentlich war, es war eher einfach.. viel. Sie blickte wieder raus aus dem Fenster, blickte auf die Bäume, musterte die Vögel, die in den Bäumen zu sehen waren, bis der Mann wieder seine Stimme erhob und mit ihr sprach.
      Er sollte sie entführt haben? Da legte Victoria ihren Kopf ein wenig schief, er hatte sie doch her gebracht und versorgt, da entführte sie niemand, es war außerdem besser, wenn sie so weit von dem Schloss weg war. "Ich danke Euch eher, dass Ihr mich her gebracht habt", bedankte sie sich, um ihm das schlechte Gefühl zu nehmen, bevor ihre Augen zu dem Glas blickten, welches angedeutet wurde. Ihr Hals schien ein wenig trocken zu sein, aber nur ein wenig.. Dennoch griff Victoria nach dem Glas, um es langsam in die Hand zu nehmen und zu ihren Lippen zu führen. Sie hörte den Namen wieder, der Unbekannte stellte sich ein zweites Mal vor, fragte nach ihren Namen und für einen Moment war Unsicherheit in ihren Augen zu sehen. Sollte sie jetzt wirklich sagen, wer sie war? Oder sollte sie lügen? Er hatte sie bisher nicht erkannt, ob der Name sie verraten wird? Die Brünette zögerte mit ihrer Antwort, suchte diese auf der Decke, mit der sie zugedeckt worden war, aber vergeblich, sie wusste nicht, was sie tun sollte. Die Augen blickten auf. "Ich.. Ich weiß es nicht mehr". Sie habe sich den Kopf gestoßen, da konnte man sicherlich vergessen, wer man eigentlich war.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      "Ver...gessen?", wiederholte Tino zögerlich. Es war schlimmer, als er befürchtete. Hatte die junge Dame wirklich ihren Namen vergessen? Oder wollte sie ihn nur nicht sagen. Sie hatte sich zuvor dankend gezeigt und keinerlei Anzeichen von Misstrauen bei Tino erweckt. Sie hatte keinen Grund zu Lügen. Es war schließlich nur ein Name.
      "Oh bei allen Göttern", rutsche Tino heraus. "Das ist ja noch viel schlimmer, als ich befürchtete. Ich... Ich..."
      Er wusste nicht, was zu tun war. Eine junge Frau mit einer Verletzung am Kopfe war ihm in die Arme gefallen und nun litt sie offenbar dazu noch an Amnesie. So etwas stand in keinem Sachbuch, ja, so viel war sicher. Kein Lehrbuch auf der Welt bereitete einen auf so eine Situation vor. Das tat nur die Welt der Romane.
      "Dr. Lutece und der geheimnisvolle Fall von Emil Gralon", murmelte Tino vor sich hin und versuchte sich an den Inhalt des Romans mit diesem Titel zu erinnern. eine Ärztin mit dem Namen Rosi Lutece muss den geheimnisvollen Fall von Emil Gralon behandeln. Ein Mann, der nicht nur sein Gedächtnis verloren, sondern auch die Welt die Erinnerungen an ihn verloren hatte. Aber selbst Emil hatte im Roman wenigstens einen Namen. Vielleicht konnte Tino dennoch Dr. Lutece Situation auf seine Eigene übertragen.
      "Seid Ihr sicher, dass Ihr euch an Euren Namen nicht erinnern könnt, werter Herr... Ähhh, Dame. Werte Dame? Irgendwelche Details vielleicht, bevor Ihr das Gedächtnis verloren habt."
    • Princess Victoria

      Ein wenig Sorge hatte die Prinzessin schon, man könnte sie vielleicht überführen und herausfinden, dass sie log, aber ach einer Kopfverletzung war es mit Sicherheit nichts ungewöhnliches, wenn sie sich nicht erinnern konnte, wer sie war. Ob der Mann mit einem Namen sofort wissen könnte, wer sie war und woher sie kam? Das wollte sie am Ende nicht riskieren, sie wollte ihre neu gewonnene Freiheit nicht riskieren und so war es besser, wenn die Frau daran hing, dass sie keine Ahnung hatte, wer sie war.
      Tino schien ihr zu glauben, auch wenn er sehr..überrascht und vor allem auch irgendwie überfordert wirkte. Es war schlimmer, als er es befürchtet hatte, da blickte Victoria ein wenig ängstlich zu ihm und konnte sich nicht erklären, warum es für ihn so schlimm sein sollte, außer vielleicht der Tatsache, dass er nicht wusste, wie ihr zu helfen war. Er sprach von einem.. "Doktor wer?", fragte die Frau ein klein wenig verwirrt, vor allem wusste sie nicht, wer dieser Emil irgendetwas sein sollte, aber es schien auch nicht so zu sein, als würde Tino wirklich mit ihr reden, viel mehr mit sich selbst, so wie es aussah. Führte er öfter Gespräche mit der eigenen Person? Oder gehörte er zu den Menschen, die mit inneren Dämonen zu kämpfen hatten? Vielleicht war Victoria doch gar nicht mal so sicher bei ihm in dieser.. Hütte.. Sie wollte nicht undankbar wirken, sie wollte vor allem nicht unhöflich wirken, aber ein wenig Angst hatte sie schon vor dem Mann.
      Ob sie sich sicher war, das ssie sich an nichts erinnern konnte? Nun, Victoria nahm den Blick runter, um die Decke zu mustern, die auf ihr lag, aber sie wollte sich gar nicht richtig erinnern. "Nun", fing sie an und zuckte unsicher mit ihren Schultern. "Ich weiß, dass ich im Wald gerannt bin, aber.. Ich weiß den Grund für diese Tat nicht". Unsicher blickte sie zu dem Mann auf, es war gelogen, was ihr irgendwie auch Leid tat, aber da zurück konnte sie einfach nicht. "Und dann wachte ich hier auf, bei Euch im Zimmer".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      "Mehr nicht?", fragte Tino verzweifelt und enttäuscht zugleich. "Dr, Lutece hatte nie so wenig Informationen. Sie wusste wenigestens seinen Namen aus irgendwelchen Krankenakt... Oh, was sollen wir denn nun nur machen?"
      Nervös schritt Tino auf und ab. "Es tut mir wirklich leid. Ich weiß nicht, wie ich Euch helfen soll, werteste. Vermutlich... Ja, vermutlich wäre das Beste, wenn ich Euch in die Stadt bringe. Sie ist unweit von hier. Vermutlich habt Ihr auch das vergessen. Nur wenige Stunden Fußmarsch von hier, befindet sich die Hauptstadt. Wenn es einen Heiler gibt, der Euch helfen kann, wird er dort sein. Sobald Ihr in der Lage seid zu laufen, werde ich Euch dort hinbringen."
    • Princess Victoria

      Kurz hatte Victoria wirklich Angst, dass der Fremde es merken und ihr übel nehmen wird, aber letztendlich war er scheinbar eher entsetzt darüber, dass sie sich wirklich nicht erinnern konnte. Ein wenig schlecht fühlte sie sich damit schon, aber das war zu ihrem und seinem Besten, damit sie vor allem da nicht wieder zurück musste, woher sie gekommen war.
      Der Mann ging noch weiter, er kam auf die Idee sie in die Stadt und zu einem Heiler zu bringen, dabei war sich Victoria nicht einmal sicher, ob sie dort nicht vielleicht erkannt werden könnte, das könnte gefährlich sein, je nachdem vor allem, welche Stadt der Mann meinte. Es war schön zu sehen, dass er sich dennoch Sorgen um sie machte. Ein leichtes Lächeln schlich sich auf ihre Lippen, während ihre Augen Tino musterten. "Ich bedanke mich vielmals für Eure Hilfe, aber ich denke nicht, dass ich einen Heiler brauche", lehnte sie höfflich ab. "Damit bereite ich Euch nur noch mehr Probleme und das möchte ich wirklich nicht.. Ich denke, Ihr habt schon genug für Mich getan". Es gab noch andere Möglichkeiten, um das Angebot abzulehnen, oder dem auszuweichen, aber vorerst wollte Victoria freundlich und nett bleiben.
      "Ich weiß nicht einmal, wo ich hier bin.. Mögt Ihr mir vielleicht verraten, wohin Ihr mich gebracht habt?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      "Wohin? Das...", sagte Tino und deutete dann mit seinem ausgestrecktem Zeigefinger um den Raum um sich herum, "... ist meine bescheidene Hütte. Irgendwo im Nirgendwo. Mitten im Wald. Ein kleines Dorf befindet sich etwa eine Stunde von hier gen Osten. Im Westen liegt die Hauptstadt, jedoch, wie ich bereits erwähnte, muss man hier ein paar Stunden länger marschieren."
      Tino fuhr mit seiner Hand durch sein Haar und strich es sich aus dem Gesicht. "Ich wohne hier alleine, wenn Ihr das als nächstes fragen wolltet. Man könnte sagen, dass ich eine Art... Künstler bin, der hier im Wald nach Muse sucht."
      Mit demselben Zeigefinger deutete Tino auf ein Bild, das direkt hinter der werten Dame an der Wand über dem Bett hing. Es zeigte den Wald bei Sonnenaufgang, der die Blätter des Waldes von grün zu orange und gelb färbte. Darüber, weit im Hintergrund, thronte das Schloss des Königs, aus der Hauptstadt.
      "Dort wohnt der König, vermutlich erinnerst du dich nicht. Und hier vorne im Wald, da wohnen seine Untertanen, diejenigen, die das Land am Laufen halten."
    • Princess Victoria

      Eine Hütte Mitten im Wald.. Interessant, denn Victoria kannte das Leben außerhalb des Schlosses nur bedingt. Sie wusste von dem Dorf, welches am Rande lebte, war auch schon Mal dort gewesen, aber so wirklich war ihr das Leben außerhalb der Mauern unbekannt. Doch noch bevor die Frau weiter fragen konnte, kam ihr der Mann schon zuvor und sprach davon, dass er hier alleine lebte und eine Art.. Künstler war. Victoria kannte solche Menschen, die Portraits auf den Wänden der Schlosswände waren auch von solchen gemalt worden und es war einfach immer wieder fantastisch zu sehen, zu was die Menschen in der Lage waren. Die Frau schien interessiert zu sein, sie wollte gleich schon nach Werken fragen, die sie sich vielleicht ansehen könnte, aber das brauchte sie nicht, denn der Herr zeigte gleich schon hinter sie und wie von selbst drehte sich ihr Kopf nach hinten, um sich den Wald beim Sonnenaufgang zu betrachten. Die Linen waren fein gezogen, das Bild glich fast schon der Realität und das Schloss im Hintergrund sah so aus, wie Victoria es nur kannte. So mächtig und schön, gleichzeitig der schlimmste Ort auf Erden, jedenfalls für die Prinzessin selbst.
      Sie musterte das Bild ein wenig länger, hörte die Worte, die ihr zugeworfen wurden. "Ihr habt wirklich Talent", stellte sie fest und konnte ihre Augen kaum von den Bild nehmen. "Habt Ihr noch mehr Werke, die ich sehen könnte?". Da blickten die Augen nach dem Mann, um ihm ein sachte Lächeln zu schenken.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      Dieses Lächeln. Es erwärmte sofort Tinos Herz. Die Komplimente waren sehr nett und von so jemanden, wie ihr, die sich nicht mal mehr an ihren Namen wusste, mussten sie voller Ehrlichkeit sein. Schließlich wusste sie doch sicher nicht einmal, wie man lügte.
      "Gerne!", sagte Tino auf die Frage nach weiteren Bildern. "Ich habe ganz viele, verstaut dort oben auf dem Dachboden."
      Er schaute die Dame in seinem Bett an. "Oh... Aber ich müsste noch ein Bild hier haben, dass ich erst Heute malte."
      Dann realisierte er, dass sein Stativ und die Leinwand mit seinen Farben noch immer auf der Lichtung waren, an der er sie gefunden hatte. "Oh, es kam mir gerade, dass ich wohl mein Handwerkszeug auf der Lichtung vergessen hatte. Und Ihr seid sicher nicht, in der Verfassung mir auf den Dachboden zu folgen. Ihr solltet ruhen. Denke ich... Vielleicht kann ich ein oder zwei Bilder herunterholen. Wenn Ihr..."
      Dann realisierte Tino etwas anderes. "Ich fürchte Ihr braucht einen Namen. Man kann Euch nicht immer 'Ihr' nennen. Auf Dauer wirkt dies unfreundlich. Ich würde Euch gerne bei Eurem Namen nennen. Jedoch habt Ihr keinen mehr. Also habt Ihr jetzt die einzigartige Möglichkeit Euren Namen selbst auszusuchen."
    • Princess Victoria

      Sie log, dass sie keinerlei Erinnerungen an ihren Namen, oder ihre Herkunft hätte, aber sie log nicht, dass sie das Bild wirklich schön fand und das Talent des Mannes mit Sicherheit groß sein Musste. Victoria fragte gleich nach mehr Bildern, sie wollte sehen, wozu eine Menschenhand noch gemacht war, was sie noch alles hin bekommen konnte und der Hausherr schien nicht abgeneigt davon zu sein, er sprach davon noch mehr auf dem Dachboden zu haben. Gerne wollte sie diese sehen, nickte ihm deshalb zu, doch der Mann sprach auch von einem Bild, welches er heute noch gemalt hatte. Tat er das den ganzen Tag? Das schien aufregend zu sein, aber solch eine Gabe besaß die Prinzessin nicht, sie hatte es aber auch nie richtig versucht.
      Gespannt wollte sie auf die Bilder warten, doch Tino verkündete ihr auch gleich schon, dass er seine Sachen bei der Lichtung vergessen hatte, vermutlich war es ihre Schuld, dass sie ihn dazu brachte es zu vergessen. Ein klein wenig fühlte sich die Frau schlecht, sie wollte schon etwas sagen, aber beließ es lieber dabei, hörte dem Mann lieber zu, der vorschlug ein paar Bilder mit runter zu bringen. Er machte Halt mit seinen Worten, da blickte Victoria ihn fragend an, was er denn nun hatte.. Es erschien ihm unfreundlich sie nicht mit einem Namen anzusprechen, in ihrem Palast war es was ganz normales, das war sie wirklich gewöhnt, aber das konnte sie ja dem Mann jetzt nicht verraten, Victoria wollte sich anpassen, sie wollte sich nicht verraten.. Ein klein wenig nachdenklich wirkte sie, kaum waren seine Worte ausgesprochen, welchen Namen sollte sie nur nehmen? "Das erscheint mir schwierig", gab sie zu und musste über einen Namen nach denken.. Sie nahm den ihrer eigenen Zofe, die ihr jahrelang Beistand gab. "Alice..", sprach Victoria schließlich aus. "Nennt mich doch einfach Alice, ich denke, dass das ein guter Name ist". Sie lächelte und hoffte, dass es dem Mann auch gefiel.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      "Alice?", wiederholte Tino. Er konnte nicht anders und musste ihr Lächeln erwidern. Irgendetwas in ihm zwang ihn förmlich dazu. "Das ist ein wirklich sehr schöner Name. Erinnere mich da an einen weiteren Roman, den ich einst las er..."
      Tino stoppte und lachte, bevor er sich etwas verlegen am Hinterkopf rieb. "Die Bilder... richtig."
      Nach nur ein paar wenigen Schritten hatte er das Ende des Hauses erreicht. Er öffnete die hölzerne Eingangstür, schritt um das Haus herum und holte eine Leiter, die an der Außenwand des Hauses in einer Haltung lag, heraus. Diese stellte er an die Hauswand direkt vor der Haupttür und kletterte hinauf zur Dachbodentür. Mit einem quietschen öffnete sich diese und offenbarte, was sich dahinter verbarg: Ein Haufen Schrott. Zumindest würde das unwissende Auge so zuerst urteilen. Leere Flaschen, Papiere und Bücher um Bücher stapelten sich direkt unter dem Dach. Ein Wunder, dass das Stockwerk nicht schon lange heruntergekommen war. Ganz am Ende, hinter dem ganzen Krempel und Tinos Kräutersammlung (Marke: Wildwuchs), befanden sich seine gesammelten Werke, welche er einfach übereinander gestapelt hatte. Wenn er eine Leinwand hochhobt, so klebte sie manchmal noch an der darunter und blätterte jedes Mal etwas von der Farbe ab. Aber das machte nichts. Dies waren ohnehin die Bilder, die niemanden wollte und Tino größtenteils nur aus sentimentalen Gründen behalten hatte.
      Er schnappte sich zwei Leinwände, die etwas abseits davon hochkant am Schornstein gelehnt standen und brachte sie herunter. Noch etwas staubig legte er sie Alice auf das Bett und präsentierte zwei große Bilder. Eines davon zeigte den Marktplatz der Hauptstadt. Ein beliebtes Motiv. Tino hatte viele von diesen an Tavernen überall im Land verkauft. Das zweite war ein Portrait und zeige eine junge Frau mit dunkler Haut und blondem Haar. Man konnte nur ihren Kopf und die wallende Mähne sehen, aber es war offensichtlich, dass sie nicht mehr als ihren goldenen Schmuck trug.
      "Ihr Name ist Ira", erzählte Tino, als er bemerkte, dass Alice dieses Bild sofort betrachtete. "Ich habe nicht immer in diesem einsamen Blockhaus mitten im Wald gelebt. Früher bin ich viel herumgekommen."
    • Princess Victoria

      Das Lächeln auf seinen Lippen ließ Victoria für einen Moment Halt machen und es mustern. Tino mochte ihren neuen Namen, er war damit einverstanden, wie es schien und fing an über ein Buch zu sprechen, welches er gelesen hatte, womit er sich dann gleich jedoch selbst aufhielt, auch wenn sie ihm länger darüber zugehört hätte. Der Mann schien viele Interessen zu besitzen, die Bücher waren auch im Zimmer nicht zu übersehen, vielleicht konnte auch die Prinzessin selbst in der Zeit ihrer Genesung hier ein klein wenig lesen und in das ein, oder andere Buch rein sehen. Letztendlich aber ging es hier nicht um die Bücher, sondern um die Bilder, die gezeigt werden sollten und kaum hatte es auch der Hausherr realisiert verließ er auch schon das Zimmer, um diese zu holen.
      Einen Augenblick lang war Victoria allein im Zimmer und seufzte kurz, bevor sie ihre Augen schloss und mal durch atmete. Sie konnte die Schritte hören, konnte das Quietschen irgendeiner Tür hören, aber den Moment nutzte sie, um einfach mal kurz darüber nach zu denken, was bisher passiert war. Sie war wirklich weg aus dem Schloss gekommen, man suchte sie mit Sicherheit schon im halben Land,ob man davon ausging, dass sie freiwillig über die Mauer getreten war, die den Rest von dem Schloss abgrenzte? Oder ging man von etwas deutlich schlimmeren aus?
      Victoria öffnete ihre Augen, als sie wieder Schritte hörte und blickte zu dem Mann, der zwei Leinwände mit sich brachte. Sie sahen etwas staubig aus, aber sie waren dennoch wunderschön. Auf einem dieser konnte sie den Marktplatz erkennen, der in der Hauptstadt zu finden war, zwei Mal war sie dort gewesen, aber nur für eine kurze Zeit, sie wollte die Hauptstadt kennen lernen und hatte so lange darum gebeten, bis man sie hin ließ. Das andere Bild aber zeigte eine Frau, die die Prinzessin nicht zuordnen konnte, sie wusste nicht, wer es sein sollte, aber sie brauchte auch nicht zu fragen, man hatte es ihr schon direkt erzählt. Ira sollte sie heißen und wunderschön war sie definitiv gewesen, ein kleines Lächeln war auf den Lippen der Frau zu sehen, je länger sie das Bild betrachtete. "Es ist wirklich wunderschön", gab sie zu und blickte kurz zu dem Mann, der sie gemalt haben soll. "Ihr habt wirklich Talent, da kann man nur neidisch sein". Vor allem war es auch viel herum gekommen, das wollte Victoria auch immer tun, aber es war ihr nicht gewehrt worden es zu tun, es wurde ihr gar verboten.. "Ich finde es wirklich wunderschön". Ein klein wenig war sie überrascht, dass der Mann wirklich so viel Talent hatte. "Wie ich sehe, malt Ihr auch verschiedene Motive.. Verkauft Ihr eure Bilder, oder sammelt Ihr sie?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Tino

      "Vielen Dank", antwortet Tino auf das Kompliment. Er wurde leicht rot und ließ seine langen Haare ins Gesicht fallen, um es zu verbergen. "Viele verschiedene Motive, ja. Ich verkaufe. Vor allem diese Bilder wie dieses hier." Er strich sich die Haare wieder aus dem Gesicht, die Röte war verflossen. "Viele Tavernen haben ein Bild von mir bei sich hängen. Oft Motive aus der Hauptstadt. Ein Grund, warum ich hier gelandet bin. Es sind oft einfache Motive. Viel Grau und blau und braun und grün. Es geht schnell und bringt Essen auf den Tisch, aber..." Er deutete auf das Portrait. "Wegen solchen Bildern bin ich eigentlich einst angefangen mit der Malerei."