Wait, that's my familiar?! [arrabella & Caili]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Willkommen zurück!
    Wir freuen uns riesig wieder online zu sein. :) Leider kam es bei der Aktualisierung einiger Komponenten zu größeren Inkompatibilitäten, welche in Handarbeit einzeln behoben werden mussten.
    Damit hat sich für die Nutzung des Forum folgendes verändert:
    Bisherige Links zu Beiträgen sind nicht mehr gültig, da sich die Link-Struktur geändert hat. Wir arbeiten daran, dass auch alte Links wieder funktionieren, können aber noch nichts versprechen.

    Liebe Grüße
    Euer ARC-Team

    Hinweis: Solltet ihr Probleme haben Seiten im Forum aufzurufen (Fehler 404 z.B.), aktualisiert die Seite! Ihr habt noch die alte Version zwischengespeichert.

    • Wait, that's my familiar?! [arrabella & Caili]

      Medusa

      Endlich war es soweit, die junge Hexe hatte sich das Recht erarbeiten können ihren eigenen, ersten Familiar zu beschwören, hatte alle dafür nötigen Tests bestanden und nur noch ungeduldig auf den heutigen Tag gewartet, als alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden und die Beschwörungen der Schülerinnen unter genügend Aufsicht durchgeführt werden konnte.
      Es war ein gefährliches, risikoreiches Unterfangen, wenn eine Hexe schlampig arbeitete oder etwas beschwor, dass über ihre Kräfte hinaus ging und für solche Fälle behielten die Lehrer die Schüler im Auge.
      Medusa konnte ihre Freude kaum verstecken, dass sonst so genervte oder ausdruckslose Gesicht zierte ein vor freudiges Lächeln, wie könnte sie sich auch nicht freuen? Dies war der erste Schritt, um sie zu einer vollwertigen Hexe zu machen, was war schon eine Hexe ohne einen Familiar, ohne einen Partner, ohne die schwarze Katze? Wobei der Gorgone ein Greif oder vielleicht sogar ein Drache lieber wäre, sie wusste aber nicht recht, ob sie genug Magie besaß nicht nur einen anzulocken, sondern auch einen Packt mit ihm schließen zu können.
      Immerhin muss das andere Wesen dich akzeptieren, sonst würde es zu keinem beidseitigen Pakt kommen können.
      Nachdem die Elfe vor ihr ihre Beschwörung hinter sich gebracht hatte – ein Waldgeist, wie cool war das denn?! - war nun endlich Medusa an der Reihe und sie atmete einmal tief ein und aus, nachdem ihr Name ausgerufen wurde, damit sie sich besser konzentrieren können würde, ehe sie sich zum Schutzkreis begab, ihre Kreide aus ihrer Jackentasche zog und damit begann Zirkel und magische Zeichen auf den Boden zu malen, welche sie für die Beschwörung nutzen würde.
      Jeder hatte seine ganz eigene Art zur Beschwörung, von den Zirkeln und Zeichen her bis hin zu der Art und Weise, wie diese aufgetragen wurden.
      Während die meisten ihre Stäbe und Magie nutzten, um diese auf Boden oder in die Luft zu zeichnen, es schnell hinter sich zu haben, wollte sich Medusa besonders viel Mühe geben, ihre Magie für den eigentlichen Prozess aufsparen.
      Nachdem sie mit ihren Zeichnungen fertig war, hier und da noch einige Korrekturen vornahm, klopfte sie sich den Kreidestaub von den Händen, ehe sie ihren Zauberstab hervorholte.
      Statt aus Holz war dieser aus einem Magie leitenden Material gefertigt, vollkommen in schwarz hatte es die Form eines dünnen Zylinders, welcher nach vorne hin spitz zulief und ein kleiner Bildschirm war an der Seite angebracht.
      Selbst Musik konnte auf diesem Stab gespeichert werden, ein wahres Wunderwerk der heutigen Technik.
      Medusa begann Magie in ihren Stab zu leiten, um diese direkten in die auf dem Boden gezeichneten Zirkel umzuleiten, welche direkt begannen in einem hellen Pink zu leuchten, ehe sie von Pink zu Grün zu Blau und wieder zurück wechselten, allesamt in einem hellen Neonton.
      Die Hexe schloss die Augen, um sich besser konzentrieren zu können, zitierte die Worte, die man ihr beigebracht hatte und war gespannt darauf wer oder was auf ihren Ruf hören würde, hoffentlich eine Persönlichkeit, mit der sie sich verstehen konnte.
      Von hier aus verfiel die Gorgone in eine Art der Trance, während sie darauf wartete, dass ein ihr unbekanntes Wesen ihren Ruf erhören würde.
      Ein grelles Licht, welche den Blick auf die Gorgone vollständig verbarg, umgab sie, als ihr Rufen erhört wurde.
      Wie es sich gehörte rezitierte sie ein weiteres Mal auswendig gelernte Worte, fragte das Wesen ihr Gegenüber, ob es den Pakt annahm, eine ausgeglichene, durch Magie gebundene Partnerschaft mit ihr eingehen würde und fast schon zusammen zuckte, als sie eine menschliche Stimme vernahm.
      Hatte... hatte sie etwa ein Wesen beschworen, dass eine menschliche Form annehmen konnte?! Etwa tatsächlich einen Drachen?! Oder etwas ähnlich mächtiges?!
      Sie konnte es nicht sagen, sie würde es erst erfahren, wenn die Beschwörung beendet worden war.
      Ohne es gelernt zu haben, wusste Medusa, was sie als nächstes zu tun hatte, legte er ihre Hand gegen jene ihres Gegenübers – sie hatte eindeutig die Form eines Menschen! - als sich ein Pentagramm auf dem Handrücken beider bildete, ein Zeichen für ihre Verbundenheit, der Beweis für ihren Pakt.
      Damit war die Prozedur beendet, das Licht begann zu erlöschen, die mit Kreide aufgemalten Zirkel und Zeichen lösten sich Stück für Stück auf, während die Gorgone wieder Boden unter den Füßen spürte – wann war dieser ihr denn abhanden gekommen? Sie hatte es nicht bemerkt – ihre Magie wieder zu ihr zurückkehrte und sie und alle umstehenden endlich begutachten konnten, wer oder was ihr Familiar war, den sie beschworen hatte.
      Doch diesen Anblick hatte sie beim besten Willen nicht erwartet. Auch wenn sein Aussehen menschlich war, so zeichnete ihn seine Aura deutlich als das aus, was er wirklich war: ein Dämon.
      Sie hatte... Medusa hatte... einen Dämonen beschworen?! Ein Dämon als Familiar?! Wann hat es das den jemals gegeben?! Warum sollte ausgerechnet ein Dämon auf ihren Ruf antworten?!
      Hatte sie etwas falsch gemacht? Falsche Zeichen, ein falsches Wort?
      Die Gorgone versuchte in Gedanken herauszufinden, was sie hätte falsch machen können, aber ihr fiel nichts ein. Sie hatte nun einen Familiar... einen Dämon...
      Wie zu erwarten waren alle umstehenden Schüler und Lehrer genauso wenig begeistert von dem Neuankömmling wie sie. Schülerinnen gerieten in Panik, wollten den Raum so schnell wie nur möglich verlassen, während die Lehrer diese zu Ordnung ermahnen versuchten.
      Die Hexe, welche ihre Beschwörung beaufsichtigt hatte, starrte Medusa direkt an, als hätte sie etwas falsches gemacht.
      „Was hast du gemacht, Mädchen?!“, wollte diese natürlich sofort von der jungen Hexe wissen, wie sie es wagen konnte einen Dämonen zu beschwören, doch war Medusa genauso ratlos wie diese.
      „Woher soll ich denn wissen, wieso plötzlich ein Dämon da steht?! Ich wollte einen Familiar, keinen Dämonen!!“, schrie sie die Lehrerin ohne zu zögern an, wieso war das denn nun ihre Schuld?! Sollte sie nicht darauf aufpassen, dass alles den geordneten Gang nahm?!

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
      @arrabella


    • Wie lange hatte Cassie schon auf diesen Tag gewartet! Heute würde sie ihren ersten Familiar beschwören. Sie war so aufgeregt und hibbelig, dass sie kaum stillstehen konnte und die ganze Zeit nervös von einem Bein aufs andere trat. Sie strich sich mit ihrer Hand eine Strähne aus dem Gesicht. Was begehrte sie am meisten? Einen mächtigen Drachen, der anderen das Fürchten lehrte? Einen Adler, der als Beobachter dienen könnte? Oder doch lieber ein Frettchen, das als kleines Wesen Zugang zu Orten hatte, die ihr verborgen blieben? Egal welches Familiar sie beschwören würde, sie würde sich irrsinnig darüber freuen. Immerhin war das für lange Zeit ihr Wegbegleiter und sie malte sich aus, wie es wäre, Seite an Seite zu kämpfen und zu siegen.

      Ihre Lehrerin kam in den Gang und holte die drei Schülerinnen ab. Für die Beschwörung wurden die jungen Hexen in mehrere kleine Gruppen unterteilt, da die magische Beschwörung viel Aufmerksamkeit und Konzentration - nicht nur von Seiten der Schülerinnen, sondern auch von ihrer Betreuerin - erforderte. Cassie benahm sich brav, zu brav für ihren Geschmack, aber die Aufgabe war ihr selbst zu wichtig als das sie jetzt für Ärger sorgen würde. Das konnte sie nach der Beschwörung ihres Familiars sowieso noch genug tun. Das Klassenzimmer, in das sie die Lehrerin gebracht hatte, war klein und jede anwesende Person stellte sich in eine Ecke. Für die Beschwörung brauchte man Platz, da der Boden mit magischen Zirkeln und Zeichen bemalt werden musste. Cassie versuchte, ruhig zu atmen und ihre Nervosität zu unterdrücken. Ihre Gedanken waren wirr und sie versuchte sich zu konzentrieren. Normalerweise war Cassie eine fähige Hexe, aber diese Aufgabe bereitete ihr Sorgen. Nichts durfte schieflaufen, das schwor sie sich.


      Cassie war die erste von den Schülerinnen, die ihre magischen Fähigkeiten unter Beweis stellen musste. Sie holte noch ein letztes Mal tief Luft, schloss die Augen und beschwor eine kleine Lichtkugel, mit deren Hilfe sie begann, magische Zeichen auf den Boden zu malen. Die Zeichen verschlangen ineinander und nach und nach wurde ihr eigenes Kunstwerk komplett. Zufrieden sah Cassie auf ihr magisches Bodenbild herab. Wieder schloss sie für einen kurzen Moment ihre Augen. Als Cassie sie öffnete, holte sie eine kleine Stele aus ihrer Jackentasche. Die Stele war kaum größer als ihre Hand, das Metall war mit Symbolen verziert. Vorne leuchtete die Stele leicht bläulich und das Licht verstärkte sich, wenn Cassie ihre Magie durch sie durchfließen ließ. Wie automatisch murmelte Cassie die Worte der Beschwörung und während sie die letzten Buchstaben mit ihren Lippen formte, spürte sich, wie sich die Luft um sie herum veränderte. Es fühlte sich so an, als würde sie sich elektrisch aufladen und Cassie konnte förmlich Blitze spüren, die ihre Haut streiften und ein angenehmes Kribbeln verursachten. Sie spürte, wie ihr Familiar erschien und Cassie konnte nicht anders, als sofort eine Hand danach auszustrecken. Sie tastete sanft nach dem Familiar, aber wider Erwarten spürte sie keine Schuppen und kein Fell, sondern etwas, das sich beinahe menschlich anfühlte. Das konnte nicht sein, oder doch? Cassie ließ ihre Hand in die des Familiars gleiten. Die Hand ihres Gegenübers fühlte sich warm an und Cassie drückte unwillkürlich fester zu. Ihre eigene Hand begann leicht zu brennen und sie spürte, wie sie eine Prägung auf dem Handrücken erhielt, die sie für immer aneinander binden würde. Oder zumindest für eine sehr lange Zeit.

      Das Licht, das sowohl Cassie als auch ihr Familiar die ganze Zeit umhüllt hatte, wurde langsam immer schwächer, bis es schließlich ganz erlosch. Cassie starrte in die Augen ihres Gegenübers und erschrak. Panisch sah sie auf ihre Hand und das Pentagramm, das sich auf dieser abzeichnete. Dann sah sie wieder ihr Gegenüber an. Hektisch zog sie ihre Hand weg und wandte sich an ihrer Lehrerin, die genauso überrascht schien. „Kassandra Montgomery, was haben Sie getan? Dieses Mal haben Sie Ihre dämlichen Spielchen zu weit getrieben! Sie haben eindeutig die Grenze überschritten! Einen Dämon zu beschwören, ist nicht das, was das Institut von Ihnen erwartet!“ Ihre Lehrerin trat näher und musterte sowohl Cassie als auch den Dämon abschätzig. Cassie konnte ihr das Geschrei nicht verübeln, war sie doch selbst überrascht, wie das passieren konnte. „Ich weiß nicht, was passiert ist. Es war nicht meine Absicht. Was … Was mache ich jetzt?“, presste Cassie hervor. Sie fand die Situation alles andere als toll, aber gleichzeitig dachte sie sich auch, dass sie etwas einzigartiges geschafft hatte. Und das erfüllte sie irgendwie mit Zufriedenheit. Außerdem war das zwar ein Dämon, aber er konnte ihr nichts tun, oder? Also war er zumindest für sie keine ernsthafte Gefahr. Er war zwar kein Drache, aber furchterregend alle Mal.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von arrabella ()



    • Grelles Licht blendete den Dämon, sodass er schützend eine Hand vor die Augen hielt. War er gerade eben nicht noch in seinem Zuhause in der Dämonenwelt gewesen? Was ging vor sich? Caleb spürte, wie er von einer unsichtbaren Macht aus seiner Welt gezogen wurde – fort aus altbekanntem. Er wusste, dass sein Weg ihn auf die Erde führen würde, er konnte es fühlen, hören und sogar schmecken. Die Erde war anders als die Dämonenwelt, voller primitiver Wesen, die sich für etwas besseres hielten. Aber gleichzeitig bewunderte er das Leben auf der Erde, es war viel harmonischer und friedlich.

      Caleb hörte, wie eine sanfte Frauenstimme fremde Worte murmelte, die er zwar nicht verstand, aber sein Körper schien auf die Worte zu reagieren. Er fühlte sich wie elektrisiert und seine Haut fühlte sich warm an. Wie automatisch antwortete er zustimmend auf eine Frage, die an ihn gerichtet wurde. Das Wesen, das vor ihm stand, streckte eine Hand nach ihm aus. Er nahm sie in seine und fragte sich dabei, wer diese Hexe wohl sein würde. Er nahm den Pakt, den er mit der Hexe einging, stillschweigend hin. Ein Pakt, der sie aneinander binden würde. Ein Pakt, der ihn in gewisser Weise auch an die Erde binden würde. Caleb spürte ein leichtes Brennen auf seinem Handrücken. Leicht drehte er seine Hand, um das Pentagramm zu begutachten. Das würde ihn wohl sein Leben lang zieren und verdeutlichen, dass er mit einer Hexe verbunden war.

      Das Licht erlosch und der Dämon konnte erstmals einen Blick auf sein Gegenüber richten. Vor ihm stand eine kleine Hexe, ihre schulterlangen blonden Haare standen wirr von ihr ab. In ihren grauen Augen spiegelte sich Verwirrung wider. Er konnte ihr ansehen, dass sie das so nicht geplant hatte, genauso wenig wie ihr Lehrerin, die sie lautstark anschrie und ihr Verhalten tadelte. „Woher soll ich denn wissen, wieso plötzlich ein Dämon da steht?! Ich wollte einen Familiar, keinen Dämonen!!“, sagte die Hexe mit erhobener Stimme. „Nun ja, genau genommen bin ich sowohl ein Dämon als auch dein Familiar“, bereinigte Caleb daraufhin sofort das aufkommende Missverständnis und verschränkte dabei die Arme von der Brust. Er sah abwechselnd zu der kleinen Hexe und zur Lehrerin und grinste dann.
    • Astorias

      Noch immer lief der junge Dämon in seinem Zimmer von einer Seite zur anderen, Frustration lag auf seinen Zügen, die Arme hinter dem Rücken verschränkt. Er wirkte unruhig, ungeduldig und selbst sein bester Freund hatte es aufgegeben zu ihm durchzuringen.
      Nachdem sich Astorias ein letztes Mal mit seiner Mutter gestritten hatte – sie hatte deutlich gemacht, dass sie seinen Unfug nicht mehr hören wollte – hatte er begonnen einen Plan zu schmieden, wollte sich selbstständig in Bewegung setzten, die Angelegenheit in seine eigenen Hände nehmen, allen Beweisen, dass sein Weg der richtige war und nicht der zerstörerische, kriegerische Weg seiner Mutter.
      Aber konnte man es ihr verübeln? Sie gehörte zum alten Eisen, hatte viele, viele Jahrhunderte länger mit Krieg und Tod verbracht als er selbst, vergessen, wie es einmal gewesen war, während Astorias nichts als den Krieg und die Knappheit kannte.
      Er wäre nicht einmal überrascht zu erfahren, dass es nie anders gewesen war.
      Der junge Dämon hatte einen Entschluss gefasst, er würde in die andere Welt gehen und allen beweisen, dass ein friedliches Leben nebeneinander möglich war, doch dafür fehlte ihm schlichtweg eines: ein passendes Wesen aus der anderen Welt, dass einen Pakt mit ihm schließen würde.
      Bereits seit Wochen suchte er nach einem geeigneten Kandidaten, doch allem was er begegnete war Gier, Mordlust und all diese anderen schrecklichen Gefühle, von welchen er sich eigentlich distanzieren wollte.
      Gab es denn niemand in der anderen Welt, der sich für einen guten Zweck mit ihm Verbünden würde?
      Mit einem Mal stoppte Astorias in seinen Schritten, die Stimme, fremde Worte eines jungen Mädchens hallten in seinen Ohren wieder und ein Funken Hoffnung stieg in ihm auf.
      Er hatte sie gefunden, endlich. Der Ruf nach einem mächtigen Wesen, welches an ihrer Seite gegen das Böse ihrer Welt kämpfen sollte, ereilte ihn.
      Zugegeben, ihre magischen Kräfte ließen zu wünschen übrig, waren noch nicht ausgewachsen, er würde an ihrer Seite nicht sein volles Potential nutzen können und doch, eine andere Chance, etwas besseres würde er wohl kaum finden.
      Abgesehen davon konnte er spüren, dass das Mädchen, eine junge Hexe auf der Suche nach ihrem Familiar, großes Potential in sich barg.
      Das erste Mal sein Wochen lächelte der junge Dämon, endlich hatte er gefunden, wonach er so besessen gesucht hatte und er streckte seine Hand dem Himmel entgegen, um dem Rufen zu folgen, bevor es jemand anderes tun konnte.

      Astorias folgte dem Ritual der Familiar Beschwörung, was er tun musste fand er mit einem Mal in seinem Kopf, sein Körper folgte wie von selbst den Bewegungen, seine Hand legte sich gegen die ihre und ein brennen in seinem Handrücken verriet ihm, dass es vollbracht war.
      Endlich hatte er, wonach er gesucht hatte, ehe ihm klar wurde, dass es nicht so sein würde, wie er es erwartet hatte.
      „Wie wäre es, wenn du dich erst einmal vorstellst?“, schlug der Dämon mit einer hochgezogenen Augenbraue vor, er schien hier nicht gerade willkommen zu sein, auf der anderen Seite war das vielleicht sogar zu erwarten. Der Ruf der Dämonen würde auf dieser Seite wohl kaum ein guter sein.
      „... Kassandra Montgomery, die junge Hexe, nehme ich an?“, wurde ihm nach wenigen Sekunden bewusst, dass ihm ihr Name bereits eingebrannt worden war, als würden sie sich schon lange kennen. Doch abgesehen von ihrem Namen wusste er nichts über sie, doch er war sich sicher, dass sich das schon bald ändern würde.
      „Ich bin dein Familiar, also gibt es nicht den geringsten Grund Angst vor mir zu haben, meinst du nicht?“, versuchte er mit einem charmanten Lächeln die Situation zu beruhigen, konnte den fürchtenden Gesichtsausdruck der älteren Dame jedoch damit nicht mildern.
      Nun, nicht so wichtig, solange seine Partnerin mit ihm arbeiten können würde, konnte es Astorias egal sein, was die anderen über ihn dachten.

      Medusa

      Die junge Hexe zuckte zusammen, als ihr neuer Familiar –falls man ihn denn so nennen konnte – sich zu Wort meldete und drehte er vorsichtig ihr Gesicht zu dem jungen Mann um, welcher alleine anhand seines Aussehens genauso gut für einen Menschen gehalten werden könnte, war das ihre Masche? So harmlos wie nur möglich auszusehen, nur um einem dann den Verstand zu vernebeln? Aber Medusa würde ganz sicher nicht darauf rein fallen, nicht sie!!
      Arg~, wie sollte sie das nur ihrer Mutter erklären?! Was war mit ihren Träumen eine atemberaubende Hexe zu werden, wenn sie nicht einmal einen anständigen Familiar beschwören konnte?! Wieso um alles in der Welt hörte auch ein Dämon auf einen Ruf wie den ihren? Dachte er etwa sie wäre ein leichtes Opfer, weil sie jung und unerfahren war?! Das würde sie ganz sicher nicht einfach mit sich machen lassen, entsprechend schenkte sie dem Dämonen nur einen genervten Blick, der deutlich machte, dass sie nicht vor hatte mit ihm auszukommen.
      Genau genommen habe ich noch nie etwas davon gehört, dass ein Dämon ein Familiar sein kann.“, verbesserte sie ihn, ehe sich ihre Lehrerin wieder zu Wort meldete.
      „Medusa Gorgona, ich verlange von ihnen, dass sie ihren Familiar im Zaum halten, bis die Schulleitung eine Entscheidung über diesen Fall getroffen hat! Denken sie gar nicht erst daran, irgendwelchen Unfug anzustellen und seien sie froh, wenn sie nicht von dem Internat fliegen!!“
      „Was?!“, konnte Medusa diese Worte kaum glauben, nein, sie wollte sie nicht glauben, sie könnte dafür vom Internat fliegen?! Dabei hatte sie nicht explizit um einen Dämonen gebeten!!
      Die alte Hexe murmelte noch einige unverständliche Worte von sich, während sie den Raum verließ, zum Glück der jungen Gorgone, schien sie ihre Wut doch kaum im Zaum halten zu können und schlug mit der blanken Faust mit einem lauten Schrei gegen die nächstgelegene Wand, um der angestauten Wut zumindest ein Ventil bieten zu können.
      „Was kann ich denn dafür?! Ist es meine Schuld, dass man sich den Familiar nicht aussuchen kann?!“, schrie Medusa dabei laut.
      Es gab viele Geschichten von enttäuschten Hexen nach ihrer Familiar Beschwörung, welche doch irgendwann zu den aller besten Freunden und perfekten Partnern wurden... doch ein Dämon?! Solche Geschichten gab es nicht und sollte es auch nicht geben!!
      „Hmpf.“, gab Medusa genervt von sich und schenkte ihrem neuen Begleiter einen kurzen Seitenblick, nicht sicher, was sie nun mit ihm anfangen sollte, aber ihn einfach nur frei herumlaufen lassen konnte sie beim besten Willen auch nicht, wenn etwas passiert würde man ihr nur die Schuld in die Schuhe schieben.
      Am liebsten würde sie den Pakt auflösen, aber leider war es nicht so einfach und wurde nur in ganz besonderen Fällen erlaubt... sie konnte nur hoffen, dass das ein solcher Fall sein würde.
      „Okay, Dämon, ich habe keine Ahnung wieso du hier bist, aber ich schätze wir sollten ein paar Regeln fest machen.“, hob sie belehrend den Zeigefinger, auch wenn sie nur ungern mit dem Dämon sprach, führte wohl nichts daran vorbei, „Erstens darfst du meine Seite auf gar keinen Fall verlassen, hörst du? Du würdest nur für Ärger sorgen, denn ich mir nicht leisten kann. Zweitens keine blöden Tricks, kapiert?! Ich mag vielleicht unerfahren wirken, kann dir aber weh tun, wenn es sein muss! Und drittens, rede nicht mit mir. Ich falle auf deine falschen Worte und Versprechungen nicht herein, also versuch es gar nicht erst.“
      Die Gorgone versuchte deutlich zu machen, wer hier der Chef war und wie die Sache hier ablaufen würde, hob jeweils einen weiteren Finger, nachdem sie ihre Regeln aufzählte, ehe sie ihre Arme trotzig vor der Brust verschränkte.
      „Noch Fragen?“


    • Der Dämon unterbrach das Gespräch zwischen Cassie und ihrer Lehrerin, um die Situation ein wenig aufzulockern, vermutete sie. Er erkundigte sich nach ihrem Namen, beantwortete seine Frage aber gleich selbst. Natürlich kannte er ihren Namen, als Familiar war das kaum verwunderlich und Cassie wusste ja schließlich auch, dass er Astorias Mephisto Develish hieß. Durch die Beschwörung waren sie miteinander verbunden und würden wohl mehr voneinander erfahren, als ihnen lieb war. Wobei Cassie nur zu gerne mehr über die Dämonenwelt hörte. Die Bücher in der Bibliothek gaben nie viel Aufschluss über diese Welt, die immer noch als Tabu gesehen wurde und deshalb kaum thematisiert wurde. Zumindest wurden ihnen immer nur Schauergeschichten von der "Hölle" erzählt und keine richtigen Details. Cassie musste aber zugeben, dass sie die Bibliothek bisher nur zweimal betreten hatte, einfach, weil sie nicht spannend genug war. Lieber würde sie von einem Dämon echte Geschichten hören. Den jungen Hexen wurde nur beigebracht, dass Dämonen böse wären und deren einziges Ziel es wäre, einen Krieg anzuzetteln, um die Menschheit auszulöschen. Als Kriegerinnen sollten die Schülerinnen lernen, ihre Welt vor dem Bösen zu schützen und dafür sorgen, dass immer Frieden herrschte. Deshalb war weder sie selbst noch ihre Professorin wirklich überzeugt von den Worten des Dämons, dass es keinen Grund gäbe, Angst vor ihm zu haben. Wobei Cassie ihm noch mehr glaubte, als ihre Lehrerin, die nur noch mehr in Rage geriet, als sie sowieso schon war. Man konnte förmlich erkennen, wie ihr Gesicht vor Wut rot anlief und ihr Geduldsfaden war nun eindeutig am Reißen. „Kassandra Montgomery, das wird Konsequenzen für euch beide haben. Ich werde den Fall mit der Schulleitung besprechen und dabei ganz bestimmt kein gutes Wort für dich einlegen. Und jetzt raus!“, wurden sie von der Lehrerin angeschrien, die mit einem Finger auf die Tür verwies. Cassie konnte sich nicht daran erinnern, ihrer Professorin jemals so wütend gesehen zu haben. Nur zu gerne wäre sie geblieben und hätte mit ihrer Lehrerin weiter diskutiert, aber selbst sie wusste, dass es fürs erste genug war und sie sich lieber schleunigst aus dem Staub machen sollte. Also nahm sie den Dämon an der Hand und zog ihn mit sich aus dem Zimmer. „Nenn mich übrigens Cassie und nicht Kassandra, klar?“, stellte Cassie klar und musterte ihren Familiar. Sie mochte ihren Spitznamen mehr als Kassandra, hörte sich „Kassandra“ für sie einfach viel zu altmodisch und konservativ an. „Jetzt erklär mir doch bitte mal, wie es sein kann, dass ein Dämon zu meinem Familiar wird.“, forderte sie Astorias auf.

      Cassie überlegte, was sie jetzt machen sollte. Sie würde so oder so mit Konsequenzen rechnen müssen, oder? Also konnte sie die Zeit davor noch nutzen, um ein wenig Spaß mit ihrem Familiar zu haben. Wer konnte denn schon behaupten, einen Dämon als Familiar zu haben? „Hör zu, ich weiß nicht, was unsere Strafe sein wird, aber ich hab so gar keinen Bock darauf, jetzt blöd herumzusitzen und auf die Entscheidung der Schulleiterin zu warten. Lass uns doch irgendwas Verrücktes anstellen. Wie anderen Schülern Streiche zu spielen oder deine Fähigkeiten bei anderen einzusetzen.“, schlug Cassie vor und sah den Dämon abwartend an. „Und erzähl mir was von deiner Welt. Sind alle Dämonen so fürchterlich wie in den Geschichten beschrieben? Bist du so fürchterlich?“





      Caleb beobachtete das Gespräch zwischen Medusa und ihrer Lehrerin. Er hörte heraus, dass sie wohl vom Internat fliegen konnte, weil sie einen Dämon als Familiar gerufen hatte. Was war denn das hier für eine spießige Welt. Er hatte sich erhofft, dass man auf dieser Welt kulanter mit Problemen umgehen würde.
      „Anscheinend können Dämonen zu Familiars werden, sonst wäre ich nicht hier bei dir.“, erwiderte Caleb, als die Lehrerin den Raum verlassen hatte. Er konnte nicht verstehen, warum sich die junge Hexe so aufregte. Doch eigentlich interessierte es ihn nicht. Im Gegensatz zu ihr war er froh, hier zu sein und nicht mehr in der Dämonenwelt. Wie sehr verabscheute er diese Welt voller Gewalt und Terror. Ihm kam das Schaudern, wenn er nur daran dachte, was die Dämonen mit dieser Welt hier geplant hatten.
      „Find dich damit ab, dass ich dein Familiar bin. Reg dich nicht so auf.“ Caleb konnte nicht verstehen, warum sich Medusa so reinsteigerte. Sie konnte ja sowieso nichts an der Situation ändern. Seine Worte schienen jedoch keine beschwichtigende Wirkung zu haben, denn Medusa plauderte munter weiter. „Okay, Dämon, ich habe keine Ahnung wieso du hier bist, aber ich schätze wir sollten ein paar Regeln festmachen“, sagte sie. „Caleb“, fiel er ihr sogleich ins Wort. Er hatte einen Namen und wollte nicht mit dem Namen seiner Spezies bezeichnet werden. Das war unter seiner Würde. Medusa hatte sich wohl vorgenommen, ihn in Schranken zu weisen und ihm ein paar Regeln aufzuhalsen. Er hörte ihr zwar zu, hatte jedoch nicht vor, ihren Regeln Folge zu leisten. Er war zwar ihr Familiar, aber kein Schoßhündchen, über das sie so einfach bestimmen konnte.
      „Noch Fragen?“, sagte sie und sah ihn abwartend an. „Ja, wo ist die Cafeteria? Ich hab Hunger.“, erwiderte Caleb ernst. Die Beschwörung machte ihn hungriger, als er erwartet hatte und außerdem war dies eine gute Möglichkeit, das Gebäude und seine Gestalten besser kennenzulernen. „Übrigens habe ich nicht vor irgendwelche blöden Tricks zu machen, ich bin weder ein Hund noch ein Kind. Und hör auf dich so aufzuspielen. Ich weiß, dass du eine furchteinflößende Hexe bist, die mir die Augen ausstechen kann und mir meine Leckerlis wegnehmen kann. Alles klar.“, meinte er und lachte dabei laut auf. Als hätte er Angst vor dem jungen naiven Kind, das neben ihm stand. Wobei er zugeben musste, dass sie ihn durchaus belustigte.
    • Astorias

      Vollkommen in diese neue Situation, gar in diese neue Welt, geworfen, wusste der junge Dämon nicht recht, wie er sich verhalten sollte, geschweige denn ob diese fremde Frau tatsächlich so viel Macht hier besaß, wie sie glauben machen zu wollen schien, dennoch wollte Astorias einen guten ersten Eindruck unter den Wesen dieser Welt machen, er wollte Seite an Seite mit ihnen zu Leben lernen, es würde nicht reichen sich nur mit seiner Vertragspartnerin zu verstehen, wobei er sich nicht sicher war, ob das nicht vielleicht auch eine Herausforderung werden könnte, da sie ihm nicht ganz glauben zu wollen schien, dass er ungefährlich für sie war, aber sie schien auch keine große Angst vor ihm zu haben, was er als gut einordnete.
      Mit schief gelegtem Kopf blickte er die ältere Frau an – offensichtlich ebenfalls Hexe – nicht wissend, ob er ihrem wutentbrannten Befehl folge zu leisten hatte oder nicht, Konsequenzen? Welche Konsequenzen sollten ihm schon bevor stehen, dafür, dass er dem Ruf gefolgt und einen Pakt eingegangen war, war das genau das, was das Mädchen gewollt hatte?
      Einen starken Familiar? Und nun hatte sie einen... aber auch das war falsch? Der Dämon wusste nicht recht, was das Problem hier war, als die junge Hexe seine Hand nahm und ihn mit aus dem Raum zog, was er geschehen ließ.
      „... Cassie, okay.“, nickte Astorias. Wenn sie lieber als solche angesprochen werden wollte, hatte er keinerlei Probleme damit, ehe sie ihm eine weitere Frage stellte und er sich nicht sicher war, ob es sich dabei um eine rhetorische Frage handelte, oder ob sie tatsächlich eine Antwort erwartete, es schien wohl letzteres zu sein.
      „Du wolltest einen starken Familiar, du hast die nötigen Fähigkeiten einen Dämonen in dieser Welt zu halten, also bin ich deinem Ruf gefolgt. Ist das nicht das, was du wolltest?“, hob er fragend eine Augenbraue, offensichtlich verwirrt. Sollte sie sich nicht eigentlich freuen?

      ...Schulleiterin?, ließ sich Astorias die Worte der jungen Hexe durch den Kopf gehen, war er hier in einer Schule gelandet? Kein Wunder also, dass ihre Kräfte noch nicht vollends ausgebildet waren, wie jung so wohl war? 50? 80? Oder doch näher an die hundert Jahre?
      „... du willst Streiche spielen?!“, machte der junge Dämon große Augen, nicht sicher, ob er sie richtig verstanden hatte. Er war beschworen worden, um gegen das Böse dieser Welt zu kämpfen, nicht um lächerliche Streiche zu spielen.
      „Ich kann dir gerne Geschichten von meiner Welt erzählen, wenn du mir im Austausch welche von dir erzählst und mir deine Welt zeigst, aber ich werde keine Streiche spielen. Wie alt bist du überhaupt?“, stellte Astorias klar, Streiche zu spielen war deutlich unter seiner Würde, das stand fest.

      Medusa

      … sie sollte sich damit abfinden? Mit einer tickenden Zeitbombe, einem Wesen, dass sich jeden Moment gegen sie stellen könnte? Nein, daswar ganz sicher nicht die Art von Familiar, welche sie wollte! Doch sie schnaufte nur genervt, statt näher darauf einzugehen, sie würde doch nur in seine Karten spielen und das konnte er sowas von vergessen!
      Und genauso wenig hatte sie vor seinen Namen zu verwenden, er würde für sie Dämon bleiben, ob es ihm nun passte oder nicht, Medusa hatte jedoch auch nie vorgehabt sich groß mit ihm zu unterhalten.

      Nachdem sie ihm weiß zu machen versuchte hatte, wie die Beziehung der Beiden in Zukunft aussehen würde, wurde ihr bewusst, dass er ihr keine Sekunde lang zugehört zu haben schien. Aber natürlich, er war ein Dämon, was hatte sie schon erwartet?
      „Cafeteria?! Ich führe dich ganz sicher nicht in die Cafeteria, die rund um die Uhr mit Schülern gefühlt ist. Wenn du Hunger hast, wirst du schon in meinem Zimmer warten müssen, bis ich dir etwas bringe, verstanden?“, erklärte sie ihm mit verschränkten Armen vor der Brust, genau.
      Als würde sie ihren neuen Familiar so zur Schau stellen und sich noch mehr Ärger einheimsen, als sie sowieso schon hatte, was glaubte er denn bitteschön, wo er hier war? In seinem Urlaub?

    • "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es jemals hier im Internat oder sonst wo vorkam, dass ein Dämon den Ruf hörte und zu einem Familiar wurde.", sagte Cassie nachdenklich, "sind wir nicht eigentlich Feinde?" Cassie hatte nie Gutes von den Dämonen gehört und es wurde ihr immer eingetrichtert, dass die Dämonen böse wären und die Menschheit ausrotten wollten. War er also ein Spion im Dienste des Bösen? Aber wenn sie ihn so ansah, dann konnte sie sich nicht vorstellen, dass er böse war. Aber vielleicht war gerade auch das seine Taktik? Sie war sich nicht sicher, ob sie ihm wirklich trauen konnte. Andererseits war es gegen die Regeln, seinen Partner zu verletzen, oder? Aber wenn er ihr nicht schaden konnte, dann konnte er trotzdem andere verletzen, oder? Cassie schüttelte den Kopf. Sie war komplett verwirrt und wusste nicht weiter.

      Der Dämon riss sie aus ihren Gedanken, als er fortfuhr. Sie war verwundert, dass er keine Streiche spielen wollte. Da hatte sie schon so etwas Verrücktes wie einen Dämon beschworen und das war das Ergebnis? Sie war enttäuscht. War sie wirklich an einen Langweiler geraten?
      "Ich bin 19, was ist mit dir?", antwortete sie auf seine Frage. Er sah jung aus, aber bei Dämonen konnte man nie richtig wissen. Vielleicht war er in ihrem Alter, vielleicht aber auch schon 100 Jahre oder älter. Zumindest hatte sie in einem Kurs mal gehört, dass Dämonen anders altern würden als die Lebewesen hier auf dem Planeten. Aber Cassie musste auch zugeben, dass sie wenig über Dämonen wusste. "Und ganz ehrlich, wieso bist du dem Ruf gefolgt? Warum bist du hier?", fragte Cassie. Sie war selbst überrascht, wie ernst ihr Tonfall war.



      Die kleine Hexe regte sich mehr auf, als ihr guttat. Wenn sie sich weiter so reinsteigerte, würde sie noch hyperventilieren. Caleb grinste. Der Gedanke gefiel ihm. Zumindest wäre sie dann für eine Weile ruhig. Er mochte diese ganze Nörgelei nicht und empfand es als mühsam. "Ich soll in deinem Zimmer warten?", erwiderte Caleb und zog fragend eine Augenbraue hoch. Hatte er richtig gehört? Es verwunderte ihn schon etwas, dass sie ihn einfach so allein in ihrem Zimmer lassen wollte. Hatte sie nicht gerade erst gesagt, dass er ihre Seite niemals verlassen dürfte?
      "Ich dachte, du willst mich nicht aus den Augen lassen?", frage er weiter und verschränkte die Arme vor der Brust. "Aber wenn du unbedingt darauf bestehst, dann kann ich das gerne so machen. Ich find's großartig, dass du mir schon so sehr vertraust und mich alleine lassen willst. Finde es wirklich toll, in welche Richtung sich unsere Beziehung entwickelt.", sprach er weiter und grinste. Sie war ein dummes, naives Kind. Aber ein klein wenig dankbar war er ihr auch, immerhin hatte sie ihn aus der Hölle befreit. Und zwar wortwörtlich. Caleb lehnte sich an die Wand und wartete gespannt, was Medusa nun sagen würde. Er musterte sie. Sie stand mit verschränkten Armen vor ihm. Sie wirkte sehr bedrohlich, wie sie mit ihrer kleinen Größe auf ihn heraufstarrte und mit der Situation gänzlich überfordert war.
    • Medusa
      Die Hexe bedachte ihm mit einem Blick, der fragen wollte, ob das gerade wirklich sein Ernst war, aber was hatte sie von einem Dämonen schon erwartet?
      Sie seufzte, bevor sie ihre Wut und Genervtheit an ihrem Gegenüber auslassen könnte, hielt sich dabei die Hand an die Stirn, als könnte sie es einfach nicht glauben, ehe sie ihre Arme wieder vor der Brust verschränkte und Caleb mit einem kämpferischen Funken in den Augen bedachte.
      Natürlich hatte er Recht und es war auch keine wirklich gute Idee ihn alleine zu lassen, sie zweifelte stark daran, dass sie ihm vertrauen konnte, dass er wirklich brav in ihrem Zimmer warten würde, aber welche Wahl hatte sie schon?
      Mit einem Dämonen in der Cafeteria aufzutauchen könnte zu noch mehr Problemen führen und sie konnte es sich beim besten Willen nicht leisten von der Schule zu fliegen, auf der einen Seite konnte sie ihn auch nicht einfach hunger lassen - obwohl ihm das sicher nicht schaden würde, bei seinem Charakter – wer weiß schon, was er dann anstellen würde?
      Er war ihr Vertrauter, nicht ihr Sklave, wenn er Unfug anstellte könnte sie ihn im Zaum halten, aber wenn sie ihn schlecht behandelte würde ihr Vertrag ihr dies schwerer machen.
      Oder anders gesagt: Medusa hatte einfach keine andere Wahl.
      „Gibt es irgendetwas, das du nicht magst?“, fragte sie, sichtlich gleichgültig, hoffte jedoch, ihm genau das bringen zu können. Es wäre vielleicht nur ein kleiner Sieg, aber in diesem Moment war der kleinen Hexe alles Recht, um ihrem Gegenüber das arrogante Grinsen aus dem Gesicht zu wischen.

      Astorias
      „... Nein, wir sind keine Feinde.“, gab der Dämon bestimmt von sich. Und er war hier, um genau das zu beweisen. Sowohl sich selbst, den Wesen dieser, als auch der seinen Welt. Er würde es allen beweisen.

      Astorias musterte die kleine Hexe mit einem fragenden, ungläubigen Blick, als sie ihm ihr Alter Preis gab. 19? Hatte sie gerade wirklich 19 gesagt? War das ein Scherz? Kein Wunder, dass sie anderen noch Streiche spielte, musste er hier etwa den Babysitter spielen?
      „Um die 230 Jahre alt.“, gab er nach kurzem überlegen von sich, war er sich seines eigenen Alters nicht sicher. Es war ermüdend eine solch große Zahl zu zählen, vor allem, da sie mit jedem einhergehendem Jahr nur noch unbedeutender wirkte. Ob diese Zahl für eine junge Hexe wie sie als groß erscheinen würde? Wahrscheinlich, mit ihren mickrigen 19 Jahren...
      „Hm? Das habe ich dir doch gerade gesagt, oder nicht? Ich will an deiner Seite gegen das Böse in dieser Welt kämpfen. Genau deswegen hast du mich doch gerufen.“; erinnerte er sie daran.


    • Das kämpferische Funkeln, mit dem sie ihn ansah, belustigte ihn noch mehr. Nur schwer konnte er sich einen Grinser unterdrücken. Er konnte die kleine Hexe ja nicht noch mehr auf die Palme bringen, als sie es eh schon war. Das konnte er ihr wirklich nicht antun. Die Hexe hatte wohl doch vor, ihn alleine zu lassen. Nur zu gerne hätte er die Schule ein bisschen genauer unter die Lupe genommen. Aber allein in ihrem Zimmer zu warten, störte Caleb auch nicht sonderlich. Immerhin konnte er dann in ihrer Abwesenheit ein wenig durch ihre persönlichen Sachen wühlen. Und wer weiß, was er finden würde? Vielleicht hatte die junge Frau ein Tagebuch versteckt? Oder Familienfotos? Oder nützliche Unterlagen? Irgendwas davon würde er schon finden. Immerhin konnte er mit seinen Fähigkeiten nachhelfen und die Suche etwas beschleunigen. Caleb war sehr geübt darin, an heimliche Informationen zu kommen.

      "Nein, glücklicherweise esse ich alles. Es sollte dir also keine Umstände bereiten", sagte Caleb und leckte sich mit der Zunge über die Unterlippe. Vermutlich würde sie diese Antwort nicht glücklich stimmen, konnte er doch in ihren Augen erkennen, dass sie ihm nur zu gerne etwas Böses antun würde. "Also, wo ist dein Zimmer?", fügte er dann noch fragend hinzu. Er würde es sich gemütlich machen, bis sie ihm sein Essen brachte. Kurz kamen ihm die Rollen vertauscht vor. So als würde sie seine Dienerin sein und er ihr Meister. Aber selbst Schuld, sie wollte ihn ja nicht in die Cafeteria mitnehmen. Caleb setzte sein charmantestes Lächeln auf und sah Medusa freudig an.




      "230 Jahre alt?", fragte Cassie und riss ungläubig den Mund auf. Dann lächelte sie. Sie stellte sich vor, wie viel der Dämon in dieser Zeit erlebt haben musste. Wie viel hatte er gesehen? Was hatte er alles gelernt? Cassies Kopf war voller Fragen, die der Dämon ihr später alle beantworten musste. Aber später. Jetzt gab es Wichtigeres zu tun.
      Astorias wies sie auf das hin, was sie bereits wusste. Er war ihr Familiar und sollte sie im Kampf unterstützen. "Ja, aber wieso du?", fragte Cassie wieder. "Das Böse ist dein Volk. Wieso bist du anders als sie?", hakte Cassie weiter nach. Sie glaubte ihm. Komischerweise glaubte sie ihm. Aber sie musste es trotzdem aus seinem Mund hören. "Und wenn wir schon dabei sind, was sind deine Fähigkeiten? Wie willst du mir zur Seite stehen?" Cassie war einerseits neugierig, zu was der Dämon fähig war. Andererseits wollte sie auch wissen, wie ihre beiden Fähigkeiten zusammenspielten. Ansonsten würde ihre Zusammenarbeit wenig Spaß machen. Und Cassie wollte nichts anderes, als Spaß haben.
    • Medusa
      Die kleine Hexe seufzte enttäuscht, natürlich musste er alles essen können, war ihr denn gar nichts vergönnt? Auf der anderen Seite war es fraglich, ob er ihr wirklich die Wahrheit sagte, Dämonen waren hinterlistige Kreaturen und sie traute dem ihren nicht über den Weg.
      Man musste sich nur dieses Grinsen ansehen, gruselig, oder?
      Auf der anderen Seite war das fast schon charmante Lächeln auch nicht besser, bei dem Gedanken, welche Gedanken sich dahinter verbergen könnten.
      „Im Wohnhaus. Ich sags dir, wenn du herumschnüffelst oder die anderen Hexen belästigt bringe ich dich höchst persönlich um, ungeachtete dessen, dass es eine Straftat ist! Da kannst du dir sicher sein!!“, warnte sie ihn, hoffend, dass es reichen würde, während sie ihn in ihr Zimmer führte.
      Es war ein einfach eingerichtetes Zimmer einer Schülerin, nicht besonders und alle Zimmer in dem Wohnhaus sahen so aus, naja, die meisten zumindest, kaum einer brachte seine eigenen Möbel mit.
      In dem Zimmer befand sich auch ein zweites, offensichtlich unbenutztes Bett, wofür die rebellische Hexe besonders in diesem Moment dankbar war. Spätestens jetzt hätte sie ihre Mitbewohnerin sicherlich verlassen, ein Glück hatte diese das schon vor langer Zeit getan, es schien wohl niemand so recht gerne mit Medusa das Zimmer teilen, aber das wir ihr auch recht so.
      Die Wände neben ihrem Bett waren mit weißer Kreide bemalt, magische Zirkel und Zaubersprüche, an denen sie arbeitete, wenn sie Nachts nicht schlafen konnte.
      Abgesehen davon war die einzige, weitere Dekoration ein Familienfoto auf ihrer Kommode, die Briefe, welche sie mit dieser täglich austauschte, waren selbstverständlich gut verstaut in einer der Schubladen.

      „Da. Und jetzt tu mir den Gefallen und warte hier brav.“, verabschiedete sich Medusa mit diesen Worten, nachdem Caleb in den Raum gegangen war und machte sich auf den Weg in die Cafeteria, wo die Blicke wie erwartet bereits alle auf ihr lagen. Wie, hatte sich das Gerücht wirklich schon so schnell verbreitet? Naja, ja, natürlich, es waren ja auch andere Mädels noch zugegen gewesen und ihr Ruf als Störenfried machte es wohl nicht gerade besser, doch sie ignorierte das ganze mit einem Seufzen, schnappte sich ein Tablett und befüllte es mit Essen, ehe sie auch bereits zurück in ihr Zimmer eilen wollte. Sie wollte Caleb bei bestem Willen nicht zu lange alleine lassen.


      Astorias
      „Mein Volk ist nicht Böse.“, gab der junge Dämon mit Nachdruck von sich und es war ihm deutlich anzusehen, wie sehr ihn diese Aussage beleidigt hatte. Er konnte es ihr nicht verübeln, natürlich, wurden sie hier auf dieser Seite als die Bösen angesehen, der Weg, den seine Mutter eingeschlagen hatte, war alles andere als gut, dennoch wollte er nicht, dass seine gesamte Sippe deswegen über einen Kamm geschert wurde.
      Er seufzte, versuchte sich etwas zu beruhigen, ehe er fortfuhr.
      „Wir sind nicht alle böse... auch wenn ich verstehen kann, dass ihr hier uns nicht als Gut ansehen könnt. Wieso ich anders bin? Weil ich an einen anderen Weg glaube, ich bin hier um zu beweisen, dass wir mit euch auf dieser Seite kooperieren und zusammen leben können. Was nicht heißt, dass ich mich weigern werde gegen andere Dämonen zu kämpfen, da kannst du dir sicher sein.“, erzählte er ihr von seinem Plan und hoffte, dass auch sie ihn nicht als absurd abstempeln würde, wie es alle anderen in seiner Umwelt getan hatten, aber bisher hatte sie ihm auch nicht so viel Feinseligkeit entgegen gebracht wie ihre... Lehrerin.
      „Hmmm... meine Fähigkeiten?“, gab er grübelnd von sich, überlegte, was er mit der Magie der kleinen Hexe in dieser Welt überhaupt anrichten konnte, ohne sie zu verausgaben.
      Er streckte seine Hand nach vorne, mit der Handfläche gen Himmel und ließ eine kleine Klinge aus Magie entstehen.
      „Sowas beispielsweise, mehr und größer. Meine anderen Fähigkeiten... ich fürchte nicht, dass sie besonders Hilfreich sein werden, geschweige denn, dass du mir die dafür nötige Magie bieten können wirst.“, schloss er seine Hand wieder und ließ damit die kleine Klinge verschwinden, ehe er seine Aufmerksamkeit der kleinen Hexe zuwand.
      „Wieso erzählst du mir nicht etwas über deine Welt? Dein Leben? Deinen Alltag? Ich wäre für alles dankbar, damit ich mich hier besser... anpassen kann. Ich nehme an ich kann nicht erwarten, dass mich andere einfach so akzeptieren, wie du es getan hast?“


    • "Für wen hälst du mich denn? Als würde ich harmlose Hexen belästigen", erwiderte Caleb und tat so, als würde die Aussage ihn zutiefst treffen. Er fasste sich ans Herz und krümmte die Hand. Welche Unterstellungen Medusa da von sich gab. Er würde höchstens Medusa zur Last fallen und keinen fremden Hexen hier im Internat.
      Medusa brachte den Dämon in ihr Zimmer. Es war klein und die Möbel waren schlicht. So lebten die jungen Hexen hier? Caleb rümpfte die Nase. Er war wirklich nicht an dem besten Ort gelandet. Er wusste selbst nicht so genau, was er sich erwartet hatte, aber das hier war eindeutig unter seiner Würde. Er war ein großes Zimmer gewohnt und nicht so etwas. Angewidert verzog er das Gesicht.
      Medusa verabschiedete sich nett von ihm und ließ ihn im Zimmer zurück. Sie würde ihm jetzt endlich was zu essen holen. Wurde auch schon höchste Zeit, er war halb am Verhungern. Kurz überlegte der Dämon, ob er sich im Internat ein wenig umschauen sollte, aber er hatte keine Lust auf junge hysterische Hexen zu stoßen. Außerdem würde es wenig Sinn machen, allein durch die Gänge zu irren. Und ihrer Lehrerin wollte er auch nicht unbedingt begegnen, der alte Schreihals konnte ihm fernbleiben. So entschied Caleb, im Zimmer zu bleiben und stattdessen einfach Medusas Sachen zu durchwühlen. Wer weiß, was die junge Hexe zu verbergen hatte? Caleb sah die Wandbemalungen an, Zaubersprüche und magische Zirkel, die jedoch nicht sehr interessant waren. Im Gegensatz zu ihm, war die Ausbildung der Hexe noch nicht abgeschlossen. Er wusste nicht, wie gut ihre Fähigkeiten waren, aber sicherlich nicht unbesiegbar. Und er zweifelte generell an dem Können der Hexen hier im Internat. Bisher hatte er noch niemanden getroffen, der zumindest halbwegs kompetent erschien. Der Dämon atmete genervt aus. Er ging auf die Kommode zu auf der ein Familienfoto stand. Er nahm es kurz in die Hand und sah es an. Ein Gefühl der Wut überkam ihn. Er hatte niemals eine glückliche Familie gehabt. Für einen kurzen Augenblick beneidete er die junge Hexe um ihr Familienglück. Nur zu gerne hätte er das selbst erlebt. Aber ihm war es nicht vergönnt gewesen. Caleb öffnete die erste Schublade der Kommode. Nicht sehr interessant, nur ein wenig Ramsch. Auch die zweite war nicht sehr vielversprechend. Aber in der dritten fand er Briefe. "Das könnte ja spannend werden", sagte Caleb zu sich selbst. Er warf sich mit Schwung auf das Bett und legte sich bequem hin. Er überschlug die Beine und begann die Briefe zu lesen.


      Cassie hörte dem jungen Dämon aufmerksam zu. Es klang durchaus plausibel, was er von sich gab. Auch wenn sie nicht wusste, ob er sie nicht anlog. Waren Dämonen gute Lügner? Sie wusste es nicht. Kurz überlegte Cassie, dann sagte sie: "Wenn es soweit kommt, wirst du keine Wahl haben, als gegen deinesgleichen zu kämpfen. Zumindest, wenn du nicht willst, dass wir beide draufgehen." Sie schmunzelte. Cassie hätte im Unterricht eindeutig besser aufpassen sollen. Er war an sie gebunden und musste sie beschützen. Aber viel mehr wusste sie nicht darüber. Für einen kurzen Augenblick bereute sie, dass sie im Unterricht gefehlt hatte und stattdessen mit ihren Fähigkeiten die Menschen auf der Straße genervt hatte. "Nein, das bestimmt nicht", erwiderte Cassie auf die Frage des Dämons. Er würde keinesfalls leicht akzeptiert werden. Sie war sich nicht einmal sicher, ob der Dämon überhaupt geduldet werden würde. Vielleicht überlegten die Lehrerinnen gerade, wie sie ihn wieder loswerden konnten? Cassie malte sich aus, wie die Lehrerinnen zusammensaßen und berieten, was sie mit ihr und ihrem Dämon machen sollten. Die junge Frau wollte gerade anfangen, von ihrem Leben und ihrem Alltag zu erzählen, als ihre Lehrerin wieder auf sie zu kam. Das ging ja schnell. Sie sah Cassie abschätzig an. Ihr Blick fiel auf den Dämon und auch ihn traf ein finsterer Blick. Ein wenig mehr Freundlichkeit würde ihr sicherlich gut tun. "Sie könnten etwas netter dreinschauen", sagte Cassie. Ihre Lehrerin wurde rot vor Wut und schien nur mit Mühe und Not nicht auf die junge Hexe loszugehen. "Kassandra Montgomery, mitkommen", sagte die Frau, "und nimm dieses abartige Geschöpf mit." Die Lehrerin deutete mit ihrem Kopf auf den Dämon. Dann drehte sie um und stolzierte los. Cassie nahm Astorias am Ärmel und zog ihn mit sich. Der Tonfall der Lehrerin ließ nichts Gutes erwarten. Cassie hoffte, dass ihre Bestrafung nicht allzu übel ausfallen würde. "Ich kann nicht glauben, dass die Schule gleich mit zwei solchen Vorkommnissen geplagt wird", murmelte die ältere Frau gerade laut genug, dass Cassie es hören konnte. "Zwei?", wiederholte sie leise und sah Astorias ungläubig an.
    • Astorias
      „Wie gesagt, ich habe keine Hemmungen gegen meines Gleichen zu kämpfen.“, nickte er, um seine Worte noch einmal zu betonen. Wer den Weg siener Mutter ging musste aufgehalten werden, davon war Astorias überzeugt.
      Als sie seine Vorahnung, dass er nicht besonders einfach akzeptiert werden würde, bestätigte, seufzte er kurz, würde sich davon aber nicht entmutigen lassen. Ihm war von Anfang an bewusst, dass sein Weg kein leichter sein würde.Er würde sich anstrengen müssen um das Vertrauen der Wesen dieser Welt zu bekommen.
      Neugierig und voller Erwartung blickt er auf Cassie hinab, doch gerade als sie ihm etwas erzählen wollte, war die Lehrerin zurückgekehrt und er begegnet ihrem finsteren Blick mit einem schiefen Lächeln, das freundlich wirken sollte, doch mit freundlich hatte er nicht besonders viel Erfahrung.
      Abartiges Geschöpf?! Er blickte die ältere Frau ungläubig an, klar hatte er nicht erwartet freundlich angenommen zu werden, aber dass ihm direkt solcher Hass entgegen geworfen werden würde, damit hatte er nicht gerechnet. Was haben die Dämonen auf dieser Seite nur alles angestellt, um einen solchen Umgang zu verdienen?
      Dennoch verkneifte er sich den Seufzer oder eine schnippsiche Bemerkung, er würde damit wohl zumzugehen lernen müssen, umso erleichterter war er, dass Cassie ihn wie eine normale Person behandelte.
      Auch ohne ihren Griff wäre Asotrias den beiden gefolgt, dennoch bescherte diese Geste ihm ein Lächeln aufs Gesicht, hatte sie doch keine Angst ihn zu berühren, ihrem Blick begegnete er jedoch mit einem verwirrten Schulterzucken, wusste er doch nichts von einem anderen Dämon.
      War das überhaupt möglich? Astorias bezweifelte stark, dass ein weiterer Dämon wie er, welcher nichts schlimmes im Schilde führte, zu einem Familiar wurde, dass war einfach viel zu unwahrscheinlich, es wäre ein viel zu großer Zufall gewesen. Nach was für einem Familiar musste die Person gesucht haben, dass ein Dämon antwortete? Ihm gefiel das nicht und er konnte nur hoffen, dass das nicht auf ihn zurück kam.

      Medusa
      Als die junge Hexe wieder ihr Zimmer erreichte, gefiel er der Anblick, der sich ihr bot, ganz und gar nicht. War das sein ernst? Da ließ sie ihn für ein paar Minuten alleine und schon durchwühlte er ihre Sachen! Hatte sie ihm das nicht verboten?!
      Wütend kniff Medusa die Augen zusammen, welche genervt funkelten und sie musste sich zurückhalten das Essen nicht direkt auf seinem Kopf auszuschütten.
      Er war nicht einmal für einen gesamten Tag ihr Familiar und schon war er auf der Suche nach Informationen, wahrscheinlich legte er sich auch schon eine Taktik zusammen, mit welcher er sie zu einer dieser leeren Hüllen machen konnte, nichts weiter als das Werkzeug eines Dämons... aber das würde sie ganz sicher nicht mit sich machen lassen!! Da hatte er sich die falsche Hexe ausgesucht.
      Stattdessen zog sie ihren Zauberstab, ließ die Briefe in seiner Hand von ihm wegschweben, ehe sie eine Blase mit Wasser erscheinen ließ und diese direkt über ihm platzen ließ.
      Wenn er sich wie eine freche Katze verhalten wollte, würde sie ihn auch so behandeln und mit Wasser zu Manieren erziehen. Nicht dass sie daran glaubte, dass es ihr möglich sein könnte einen Dämonen zu zähmen und Zeit hatte sie für sowas auch keine.
      Sie konnte nur hoffen, dass der Vertrag so schnell wie möglich aufgelöst werden würde und sie endlich einen echten Familiar rufen konnte, genau dafür drückte sie die Daumen, solange würde sie ihn nur aushalten müssen.
      „Ich hab doch gesagt, du sollst meine Sachen in Ruhe lassen.“, schnaufte sie genervt, legte die Briefe sorgfältig mit ihrem Zauberstab zurück in die Kommode und wirkte einen Zauber, welcher die Schublade versiegelte. Ihr Familienverhältniss ging Caleb wirklich beim besten Willen nichts an.
      Das Tablett mit dem Essen ließ sie auf seinen Schoß fallen, ehe sie sich auf das andere Bett zurück zog, so weit weg von ihm wie möglich und seufzte. Sie hatte jetzt schon keine Lust mehr auf die nächsten Tage.


    • Caleb las die Briefe und grinste. „Interessant und vielversprechend“, dachte er sich, während er die Briefe, die Medusa mit ihrer Familie ausgetauscht hatte, durchsah. Vielleicht war die junge Hexe doch nicht so langweilig, wie es den Anschein machte.
      Medusa betrat das Zimmer und war sichtlich nicht erfreut über Calebs Tun. Sie brachte ihren Missmut zum Ausdruck, indem sie zuerst die Briefe von ihm wegzauberte und ihn dann mit einer Wasserblase nass spritze. Caleb blieb ruhig und fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht. „Mir war sowieso heiß, danke für die Abkühlung“, gab er schulterzuckend von sich und richtete sich auf. Er musste zugeben, dass die junge Hexe ein unglaubliches Temperament besaß. Es würde nicht gerade einfach werden, ihr dieses auszutreiben. Zumindest ein wenig umgänglicher konnte sie schon sein. „Hast du, ja“, antwortete Caleb auf ihre Aussage hin. Doch nur weil sie etwas sagte, musste er sich nicht gleich dran halten. „Ich bin dein Familiar, nicht dein Schoßhündchen. Also versuch‘ nicht, mich zu erziehen,“ sagte der junge Dämon. „Das könnte sonst für uns beide schiefgehen“, dachte sich der Dämon dazu, sprach es aber nicht laut aus. Medusa ließ das Tablett mit Essen kaltherzig auf seinen Schoß fallen. Caleb entwich ein kurzes Lachen. Wo war er da bloß reingeraten? Er hatte ein pubertierendes Kind vor sich stehen, das seine Gefühle nicht im Zaum halten konnte und noch dazu nicht gerade viel aushielt. Wie sollte jemand mit so wenig Geduld die Dämonenwelt besiegen? Medusa wirkte einen Zauber, um die Schublade zu versiegeln. Als würde ihn das aufhalten können. Aber Caleb sagte nichts, stattdessen griff er zum Besteck und fing an zu Essen. Es war nicht schlecht, aber auch nichts besonders. Deshalb verzog er etwas das Gesicht. Aber besser als gar nichts war es allemal.
      „Was passiert jetzt?“, fragte der junge Dämon, nachdem er den Bissen heruntergeschluckt hatte. Die Reaktion der Lehrerin ließ darauf schließen, dass er hier nicht wohlwollend gesehen war. Aber wegschicken konnten sie ihn auch nicht einfach, immerhin war er dem Ruf gefolgt und hatte nicht vor, Medusa oder jemand anderem hier etwas anzutun. Ihnen würde also nichts anderes übrig bleiben, als ihn hierzubehalten. Oder natürlich mitsamt Medusa aus dem Institut zu verbannen. Aber das konnte er sich mit bestem Willen nicht vorstellen.





      Cassie und Astorias folgten der Lehrerin ins Büro der Direktorin. Die Lehrerin stellte sich neben die Direktorin. Die Direktorin war eine sehr alte Frau. Ihr Gesicht war vom Leben gezeichnet. Sie wirkte klein und zerbrechlich, aber Cassie wusste genau, dass die Fähigkeiten der Schulleiterin die aller anderen bei Weitem übertrafen. Die alte Frau sollte man besser nicht unterschätzen, denn das würde kein gutes Ende nehmen.
      Cassie sah sich um. Der Raum war ihr sehr bekannt, sie hatte schon viele Stunden hier verbracht. Als Unruhestifterin kam es nicht selten vor, dass sie ins Büro dirigiert wurde und sich einige Standpauken anhören musste. Aber Cassie kam glücklicherweise meistens nur mit Warnungen oder kleinen Strafen davon. Die Direktorin war eine sehr geduldige Frau und versuchte Cassie immer wieder ihre Flausen auszutreiben, was ihr bislang nicht sonderlich gut gelungen war.
      Cassie und Astorias blieben bei der Tür stehen. Die junge Frau wollte einen Sicherheitsabstand zu den beiden erfahrenen Frauen einhalten, wer wusste schon, was die Konsequenzen für ihren misslungenen Zauber waren. Cassie hätte im Unterricht besser aufpassen sollen. Andererseits dachte sich Cassie, dass sie nichts falsch gemacht hatte. Sie hatte sich genau an die Regeln gehalten, was konnte sie dafür, wenn ein Dämon als ihr Familiar erschien?
      Die Direktorin stand von ihrem Lederstuhl auf und wandte sich an die Lehrerin. „Sie können jetzt gehen. Ich kümmere mich allein um diese Angelegenheit.“ Es schien, als würde die Lehrerin protestieren wollen, aber sie besann sich eines besseren und verließ schweigend das Zimmer, jedoch nicht, ohne den beiden Schülern zuvor noch einen bösen Blick zuzuwerfen. Cassie blickte die Direktorin an. „Was haben Sie mit uns vor?“, fragte Cassie und die Direktorin lächelte. Mit dieser Reaktion hatte sie nicht gerechnet. Ein Lächeln? Sah die junge Frau richtig?
      „Kassandra, dieses Mal hast du dich in wirklich große Schwierigkeiten gebracht. Einen Dämon als Familiar zu beschwören, so etwas habe ich noch nie erlebt“. Die Direktorin nahm ihre Brille vom Schreibtisch und setzte sie auf, vermutlich, um Astorias besser erkennen zu können. „Nun ja. Ich kann nicht zulassen, dass die anderen Schüler den Dämon zu Gesicht bekommen. Das könnte für Panik sorgen. Ich werde dir ein anderes Zimmer zuweisen.“ Die Direktorin hielt kurz inne. „Ihr werdet vom regulären Unterricht ausgeschlossen“, sagte die alte Frau und Cassie riss erschrocken die Augen auf. Würde ihre Ausbildung jetzt darunter leiden? Unsicher sah sie zu Astorias. „Ich werde euch dafür höchstpersönlich unterrichten.“ Die Direktorin schien die Sorge in Cassies Augen erkannt zu haben. „Was?“, fragte Cassie gleich und konnte nicht glauben, was sie da gerade gehört hatte.
    • Medusa
      Sie gab einen kurzen, lachenden Laut von sich, welcher alles andere als fröhlich klang, geradezu verhöhnend, ohne jedoch zu dem Dämon zu sehen.
      „Tschuldige, ich hab ja ganz vergessen, dass ihr Dämonen keine Manieren habt. Persönliche Gegenstände anderer zu durchwühlen ist ja fast schon euer Job.“, giftete sie und wäre am liebsten irgendwo anders hin gegangen, egal wohin, hauptsächlich weg von dem Dämon, aber so viel Verantwortungsbewusstsein besaß sie noch, dass sie einen gefährlichen Dämon nicht einfach alleine lassen würde.
      Wenn er sich nicht einmal daran halten konnte, ihre Schubladen nicht zu durchwühlen, dann würde er ihr wohl kaum den Gefallen tun die anderen Hexen des Internats in Ruhe zu lassen und einen Rauswurf konnte sie sich beim besten Willen nicht leisten und wenn sie Pech hatte, dann wusste dieser Dämon das mittlerweile.
      Wie lange hatte er die Briefe gelesen? Welche von ihnen? Doch sie konnte ihn schlecht fragen und ihm damit ihre Schwächen aufzeigen.
      „Wir werden sehen.“, kommentierte sie seine Frage nur. Ihre Hoffnung war natürlich noch immer, dass man feststellen würde, dass etwas schiefgelaufen war, vielleicht hatte der Dämon auch - auch wenn Medusa beim besten Willen nicht einfallen wollte, wie das möglich wäre - ihren Zauber manipuliert. Was auch immer es war, sie wollte ihn loswerden und sie machte sich auch nicht die Mühe, diese Gefühle zu verstecken.
      Wieso auch? Er war ein Dämon, sie konnte seine Gefühle wohl kaum verletzten, so kaltherzig wie er bisher geblieben war.

      Astorias
      Schweigend beobachtete der Dämon zunächst die Situation, wusste er doch, dass jedes falsche Worte auf ihn zurückfallen und gegen ihn verwendet werden würde, die Augen der Lehrerin sprachen Bände und Astorias versuchte mit einem Lächeln sie etwa milde zu stimmen, doch schien es den gegenteiligen Effekt zu haben, war es in dieser Welt etwa nicht angebracht, zu lächeln?
      Er war verwirrt, um es einfach auszudrücken.
      Es war deutlich schwieriger in einer ihm fremden Welt, als er zunächst angenommen hatte, musste er feststellen. Aber das schlimmste, was passieren könnte, hoffte er, wäre zurückgeschickt zu werden. Egal wie viele hundert Jahre es dauern würde, er würde schon eine zweite Chance erhalten, da war er sich sicher.
      Das Lächeln der Direktorin verwirrte den Dämon nur noch mehr, dann war es doch in Ordnung zu Lächeln? Er war wusste nicht mehr recht, was richtig und was falsch war.
      Dennoch erwiderte er ihr Lächeln, legte den Arm um den Oberkörper und verbeugte sich leicht, wollte er sich von seiner besten Seite zeigen und ihm war bereits aufgefallen, dass diese alte Frau hier das Sagen hatte. Ob auch sie wohl deutlich jünger war, als sie aussah?
      „Guten…“, wollte er sie begrüßen, war sich jedoch nicht sicher, welche Zeit sie hier hatten. War es Morgen? Mittag? Oder doch bereits Abend? „… Tag.“, beendete er seinen Satz letztendlich.
      Er lauschte den Worten der Direktorin und stellte fest, dass für ihn keine Konsequenzen drohten… zumindest noch nicht, bedeutete das, das er erstmal bleiben konnte?
      „Es wird uns eine Ehre sein.“, lächelte Astorias an Cassies stelle, welche es nicht zu glauben können schien, es musste wohl eine große Sache sein, stellte er fest.
      „Für einen Dämon haben sie wirklich gute Manieren, junger Mann.“, schenkte die alte Frau auch ihm ein freundliches Lächeln, nachdem sie ihn mit ihrer Brille von Kopf bis Fuß betrachtet hatte.
      Doch bevor er etwas darauf erwidern konnte, klopfte es an die Tür.

      Medusa
      Nur wenige Minuten später klopfte es an ihre Tür, ehe diese, ohne auf eine Antwort zu warten, geöffnet wurde und eine Lehrerin mit Brille und dunkel violettem Haar, welches zu einem Zopf zusammen gebunden worden war, welcher ihr über die Schulter fiel, in das Zimmer blickte.
      „Medusa Gorgona und ihr Familiar?“, erkundigte sie sich und richtete ihre runde Brille, während sie sich im Zimmer umsah, ehe sie lächelte, als sie realisierte, dass sie dieses Mal im richtigen Zimmer gelandet war.
      „Die Direktorin möchte mit euch sprechen, bitte folgt mir.“, erklärte sie und sofort sprang Medusa auf, verwirrt und froh zu gleich, dass es offenbar so schnell gegangen war.
      Hatte man wirklich schon beschlossen, ihren Vertrag zu lösen? Konnte man wirklich so schnell eine Erlaubnis vom Institut erhalten? Möglich wärs, immerhin handelte es sich hier um einen Notfall, doch eine andere Möglichkeit blieb bestehen: der Ausschluss.
      Sie könnte sogar als Verbrecherin gebrandmarkt werden, einen Dämonen beschwört zu haben, wieso sollte man ihr auch glauben, dass es keine Absicht gewesen war?
      Aber diese Gedanken schüttelte sie mit einem Kopfschütteln davon, einfach hinnehmen würde sie sowas auf jeden Fall nicht.
      Somit folgten die beiden der Lehrerin, welche am Büro der Direktorin gegen die Tür klopfte und nach einem freundlichen „Herein.“ Musste sie feststellen, dass sie nicht alleine waren und sie starrte das andere Paar ungläubig an, nachdem ihr bewusst wurde, dass das ein weiterer Dämon war!
      Das konnte doch kein Zufall sein, oder?!
      „Danke, Miss Garden, sie können jetzt wieder gehen.“, nickte die alte Frau, welche Medusa bekannter war, als sie gerne hätte und nun waren sie alleine mit der Direktorin und es war das erste Mal, dass Medusa in diesem Büro unwohl, geradezu nervös war, doch nachdem die Direktorin ihren Gemütszustand erkannte, lächelte sie nur freundlich.
      „Für sie beide gilt dasselbe. Sie werden vom regulären Unterricht ausgeschlossen, dafür werde ich sie beide persönlich den gemeinsamen Umgang von Hexe und Vertrautem lehren. Ich habe schon vieles erlebt, aber noch nie in der Geschichte dieser Schule ist es vorgekommen, einen Dämonen als Vertrauten zu beschwören. Wie aufregend, finden sie nicht auch?“
      „Aufregend?“, konnte Medusa diese Worte nicht glauben und wurde schlagartig wütend, „Aufregend?! Nichts an dieser beschissenen Situation ist aufregend! Sie wissen doch ganz genau so gut wie ich, wie Dämonen sind, was sie schon vielen angetan haben! Wieso sollte das bei ihm… bei diesen beiden anders sein?!“, musste sich Medusa noch daran gewöhnen, dass es einen weiteren Fall wie den ihren gab.
      Statt wütend oder gar tadelnd zu werden, nickte die Direktorin jedoch nur geduldig und hörte ihren Bedenken zu, ehe sie in der Stimme einer Lehrerin fragte: „Hat er denn dir oder jemand anderem etwas getan?“
      „… nein, nicht direkt…“, musste Medusa kleinlaut von sich geben, überzeugt war sie jedoch davon nicht. „Er hat meine persönlichen Gegenstände durchsucht. Er wird wohl kaum etwas gutes im Schilde führen.“, fügte sie mit bedrohlicher Stimme hinzu, ihre Wut kaum zurückhaltend.
      „Nun, das ist wirklich nicht nett, aber hast du ihn denn gefragt, warum er das getan hat?“ - „Ich weiß warum. Es wird kaum etwas gutes sein.“, unterbrach sie die Direktorin fast, welche nur seufzend den Kopf schüttelte.
      „Du warst schon immer ein stures Kind, Medusa, aber ich hätte nie erwartet, dass ausgerechnet du dich von der Vergangenheit binden lassen würdest. Wenn es danach ging, wären auch du und deine Familie Monster, oder du hättest einen ganz anderen Pfad wählen müssen, als du es getan hast. Wieso gibst du ihm nicht wenigstens eine Chance? Wenn ihr beide jedoch darauf besteht, dass ich euren Vertrag auflöse, kann ich zumindest um eine Erlaubnis bitten… versprechen kann ich euch beiden jedoch nichts.“, fügte sie hinzu, würden diesen Wunsch aber nur erfüllen, wenn Hexe und Vertrauter sich in diesem Falle einig waren.
      Normalerweise war das keine Option, ein wichtiger Teil der Ausbildung war, mit seinem Familiar auszukommen zu lernen. Weil nicht jene, welche man wollte,den Ruf erhörten, sondern jene, die man brauchte. Der die Fähigkeiten oder den Charakter der Hexe komplementierten, nicht selten gab es Streitigkeiten, aber umso wichtiger war es, diese aus dem Weg zu schaffen. Man war für ein Leben lang aneinandergebunden, egal wie gut man sich auch verstand, es würde immer Meinungsverschiedenheiten geben. Vertraute waren keine Diener.
      „Oh! Verzeiht dieser alten Dame ihre Schusseligkeit. Ich bin die Direktorin dieser Schule, Marbeline Starwish. Wärt ihr jungen Burschen so freundlich, euch vorzustellen?“, stellte sich die alte Dame vor.