Sk8er Boi [Uki & Fuffy]

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    • Sk8er Boi [Uki & Fuffy]

      Vorstellung

      @Fuffy

      Neue Schule, neues Glück… oder so zumindest hatte seine Mutter es ihm mal wieder verkauft nach dem gefühlten millionsten Umzug seitdem sein Vater gestorben war. Eigentlich war Zac inzwischen ein notorischer Schwänzer. Nicht, dass er dumm war, aber er verbrachte seine Zeit lieber mit den Menschen, die er kannte, im Park beim Skaten als sich auf jeder Schule neue Freunde zu suchen. Seine Mutter ging ja immer noch davon aus, dass es so leicht sein würde und er nie Probleme hatte. Wie denn auch? Sie war kaum da und wenn, dann wollte er sie nicht auch noch mit seinem Scheiß belasten, immerhin hatte sie genug um die Ohren.
      Auch heute wieder: Sie war so früh aus dem Haus, dass sie sogar vergessen hatte ihnen was zu essen oder Geld hinzulegen und so war es wieder mal Zac, der seine Ersparnisse auf den Tisch legte damit er und Mike zumindest etwas hatten. Sie wusste von diesem Geld nichts und auch würde er es nie bei ihr zurückfordern. Sie waren immerhin eine Familie.
      Nun schlurfte er neben seinem Bruder her, das Skateboard unter dem Arm und den Rucksack auf. „Mike, du bist 16 und kein Kind mehr. Wieso muss ich noch mal mit dir zur Schule? Du kommst schon klar. Neue Schulen sind immerhin unser… Ding.“ Kurz zuckte er die Schultern und auch wenn er so auf seinen jüngeren Bruder einredete, so hatte er ihn lieb und nicht eine Sekunde gezögert als dieser heute Morgen meinte, dass er nicht alleine dahin wollte. Er würde Mike nie im Stich lassen.
      „Predige nicht so, Zac. Du musst auch hin, sonst stehen irgendwann die Cops vor unserer Tür und Mum bekommt einen Herzinfarkt.“ Zu gut wusste der Dunkelpinkhaarige, dass sein Bruder damit seine versteckte Angst ausdrückte. Sie hatten nur noch ihre Mum und immerhin musste Zac bald arbeiten und ihnen helfen. Mike war nicht dumm und er sollte mal aufs College, dafür würde er alles tun.
      Und so ließ er es über sich ergehen, all das übliche Prozedere. Kaum waren sie angekommen hieß es zum Sekretariat gehen und die Unterlagen ausfüllen und abgeben, dann Stundenpläne und in die Klasse. „Muss ich echt auch dahin?“, kam es von Zac zu seinem Bruder gewandt als sie das Büro verlassen hatten und nun zu den Klassen sollten und er hielt seinem Bruder den Stundenplan hin. Dort stand klar, dass er nun Mathe haben würde und er hasste dieses Fach. Eigentlich war er recht gut darin, aber es wurde immer so trocken rübergebracht und ohne praktische Beispiele, dass er dabei schon einige Male eingeschlafen war. „Wenn du heute hierbleibst, dann bekommst du die letzte Cola aus dem Kühlschrank.“, meinte der Jüngere nun grinsend und Zac wusste, dass er verloren hatte, nicht nur, da er diese besagte Cola eh schon getrunken hatte in der Nacht nachdem er vom Skaten und Sprayen wiedergekommen war. „Hast gewonnen.“, murrte er halbherzig und begab sich zu seiner Klasse.
      Nachdem er geklopft hatte und ein kurzes „Herein.“ Von drinnen ertönt war, öffnete er die Tür und betrat die Klasse. „Hallo, ich bin Zac Evans und ab heute in der Klasse.“ Egal wie oft er diese Worte schon gesagt hatte, es machte ihn immer wieder etwas nervös so hier auf dem Präsentierteller zu stehen. Immerhin wusste man nie was man bekam als Klasse.
      Don‘t ignore that inner voice.


    • Energisch schloss Valerie ihren Spind nachdem sie im dort vorhandenen Spiegel ihr Make Up gecheckt hatte. Es war immer noch perfekt und der Schulweg, den sie täglich zu Fuß bewältigte, hatte nichts daran geändert.
      Doch ihr normalerweise engelsgleiche Gesicht war vor Zorn verzerrt als sie ihre beste Freundin anschnauzte: „Nein, Gaby, sicher nicht!“ Und damit war die Diskussion beendet. Sie drehte sich auf den hohen Absätzen um und stolzierte mit kokettem Hüftschwung in die Klasse.
      Gaby hatte doch allen Ernstes danach gefragt, ob sie ihre Mathematikaufgabe abschreiben durfte. Wer war sie denn? Die Wohlfahrt? So weit kam es noch! Sie selbst hatte sich zwar auch nicht ihr hübsches Köpfchen darüber zerbrochen, sondern einen der Streber schöne Augen gemacht, und dennoch teilte sie nicht gerne. Nichts und niemanden, auch nicht mit ihrer besten Freundin.
      Auf dem Weg in die Klasse fand sie jedoch ihre Ruhe wieder. Dass Gaby ihr nach gedackelt war und um Entschuldigung gebettelt hatte, tat auch ihr übriges. Gnädig wie sie war, verzieh sie ihr und die beiden nahmen ihre Plätze ein.
      Mathematik war naturgegeben nicht ihr Lieblingsfach, doch sie war klug genug um nur jeweils ein paar Tage lernen zu müssen um gute Noten zu bekommen. Doch mit so etwas lächerlichem wie Hausaufgaben hielt sie sich sicher nicht auf.
      Sie öffnete ihr Notizbuch, welches in goldenen und silbernen Farben gehalten war, und kramte nach ihrem Stift. Echte Swarovski-Kristalle waren in diesem eingefasst und er war eines ihrer liebsten Schreibgeräte. Gnade demjenigen, der sich ihn leihen wollte.
      Es klingelte und der Lehrer, Mr. Brown, betrat den Klassenraum. Er war eigentlich ein untypischer Fall von Mathematiklehrer, denn zumindest passten seine Hosen immer zu seinen geliebten Pullovern. Er begrüßte die Klasse und wollte soeben den Stoff von letztem Mal wiederholen, als es an der Tür klopfte.
      Interessiert blickte Vee hoch und mit großen Augen beobachtete sie einen jungen Mann, der soeben den Raum betrat. Schlechte Haltung, schreckliche Haarfarbe und trug er allen erstens solche Klamotten?
      „Wie ungustiös.“, kam es leise von ihr und doch laut genug, dass es ein paar der umsitzenden Schüler hören konnten und verhalten lachten.
      inaktiv
    • Zac versuchte krampfhaft Augenkontakt zu vermeiden, denn viele Jungs fühlten sich davon angegriffen und so hatte er schon etliche Male auf die Fresse bekommen nur wegen einem falschen Blick. Als er dann jedoch einen Kommentar hörte, der er offen gesagt nicht mal wirklich verstand, sah er hoch und instinktiv trafen seine Augen die Richtige. Sicher wusste er nicht genau was sie gesagt hatte, doch sicher konnte er sich sein, dass es eine Beleidigung war. Kurz huschten seine Augen über sie und ihre Umgebung und so wie sie saß und aussah schrie alles schon förmlich: "Zicke". Die Sorte Frau von der man sich besser fern hielt, doch nicht Zac. Zu oft hatte er schon eingesteckt und dabei einen auf nett gemacht und alleine schon, dass er hier war ließ ihn mit schlechter Laune zurück, die er heute besonders hatte. "Gut, dass sich die Schul-Bitch gleich mal vorstellt ohne großes drum rum reden.", meinte er nur mit einem Lächeln, einem überaus charmanten. Von so einer wollte er sich nicht gleich am ersten Tag unterdrücken lassen, denn Highschool war ein einziger Kampf und auch wenn er sich nicht gerne zur Wehr setzte, so wäre es auch falsch immer nur auszuhalten und nie was zu sagen. Aber abgesehen davon würde er sicher eh nicht all zu oft hier auftauchen.
      Don‘t ignore that inner voice.

    • Bei der konternden Antwort des Punks entglitten Valerie für einen Moment ihre Gesichtszüge. Es war nur für einen Bruchteil der Sekunde und doch hatte sie der Kommentar des anderen wirklich überrascht. Sie war neidische Blicke gewöhnt, sie war es gewöhnt angehimmelt zu werden und sie war es gewöhnt Angst zu verbreiten, wenn man ihre Missgunst auf sich zog. Doch ganz und gar nicht gewöhnt war sie, wenn jemand sie nicht schön fand und sich nicht um ihre Aufmerksamkeit bemühte. Es war höchst neu für sie, wenn jemand nicht vor ihr zu Staube kroch. Irgendwie war dies… erfrischend.
      Vee hatte nun zwei Möglichkeiten, entweder fing sie hier an eine Szene zu produzieren, oder aber…
      „Gerne geschehen.“, kommentierte sie seelenruhig und zwang sich zu einem ihrer schönsten Lächeln. Wer oder was auch immer dieser Zac war, er würde sie nicht dazu bringen hier auszurasten, denn dann würde nur ihre Reputation leiden.
      Auch er hatte ein Lächeln aufgesetzt und Valerie würde es auch durchaus charmant nennen. Er beherrschte dieses Spiel also ebenfalls. Nun gut, einer Herausforderung würde sich die Blondine immer stellen!

      Die restliche Mathematikstunde verging wie im Flug, zumindest kam es Valerie so vor. Sie schrieb zwar ein wenig mit, doch immer wieder streifte ihr Blick den Neuen. Innerlich war sie hin und her gerissen zwischen Verachtung über sein ganzes Auftreten oder aber… Neugierde, wer hinter dieser Fassade steckte. Wer war der Kerl, der scheinbar nichts auf sein Äußeres gab und wie einer dieser Skater aussah? Wie hatte er es wagen können, sie zu beschimpfen? Wieso war er nicht angetan von ihr, wie jeder verdammte andere Mensch?
      Fragen über Fragen bauschten sich in ihrem Kopf auf und Gott sei Dank klingelte es soeben. Dies war ihre Chance! Sie packte mit flinken Fingern ihre Sachen zusammen, schulterte ihre Tasche und deutete ihrer Freundin ohne sie in die nächste Stunde zu gehen.
      Stattdessen baute sie sich vorm Tisch des Neulings auf und sah mit engelsgleichem Lächeln zu ihm hinunter.
      „Die Schul-Bitch ist zufälligerweise deine Klassensprecherin.“ Eine spöttische Verbeugung folgte. „Die Statuten verlangen es von mir, dir die Schule zu zeigen.“ Sie legte den Kopf fragend schief.
      „Wenn du möchtest, spreche ich uns beide für die nächste Stunde frei, um einen Rundgang mit dir zu machen.“ Ja, diese Macht hatte sie als Klassensprecherin, ihre nächste Lehrperson hatte sicherlich nichts dagegen. „Außer du bevorzugst es Englische Literatur zu genießen?“
      Warum sie sich so dafür einsetzte? Natürlich wegen den Vorschriften! Ausschließlich wegen den Vorschriften und nicht etwa, weil sie dieser ungustiöse Typ neugierig machte.
      inaktiv
    • Für einen kurzen Moment herrschte Stille, fast so als würden alle abwägen wie es nun weiterging und ob sie sich trauten was zu sagen. Auch sie schien für einen Moment geschockt zu sein und es wunderte ihn kaum. Meistens waren solche Menschen wie sie die, denen alles in den Schoß fiel. Sicher hatte sie das perfekte Leben. Doch statt nun aus zurasten bedankte sie sich bei Zac und er kam nicht umhin sie noch breiter anzugrinsen, ehe er sich setzte. Es war wirklich interessant, dass sie nicht so simpel gestrickt war, wie er zuerst gedacht hatte und dies nicht nur, da er sich so vielleicht die Prügel als Neuling ersparte. Zac war klar, dass es nun am besten war nicht noch mehr aufzufallen, auch da der Lehrer schon etwas angenervt war von den Beiden und er ließ sich schnellstens auf einen der ruhigeren Plätze nieder. Für ihn war Schule eh nicht so sein Ding und so verbrachte er den Rest der Mathestunde damit Texte zu schreiben oder an Graffitis zu basteln, auch wenn er darin nicht wirklich gut war und dieses Talent eher sein Bruder besaß.
      Irgendwie fühlte er sich die Stunde über beobachtet, doch wirklich seltsam war es nicht, denn immerhin war er immer noch der Neue und so auffällig wie ein Zebra unter einer Herde Mustangs. Dies war sicher auch einer der Gründe wieso ihm heute nicht viel gelang in dieser Stunde, da er einfach viel zu abgelenkt war und seine Schultern entspannten sich erst leicht als es endlich klingelte. Er würde einfach sitzen bleiben und den Pulk der coolen Kids durchlassen. Wenn sie weg waren, dann waren auch die Gänge nicht mehr so voll. So fing Zac nun ganz langsam an seine Sachen wegzupacken als er auch schon Schritte bei seinem Tisch hörte und diese auch noch direkt davor Halt machten. Langsam hob Zac den Kopf und staunte nicht schlecht als eben jenes Mädchen, dass er eben noch als Bitch bezeichnet hatte ihn nun mit engelsgleichem Lächeln ansah und mit ihm sprach. Man konnte ihm seine Verwunderung ganz sicher ansehen und doch konnte er nicht anders als nun zu blinzeln und sie anzustarren. Sie sah echt schön aus und doch war ihr Lächeln irgendwie falsch oder zumindest wirkte es so, da es nicht ganz bis zu ihren Augen zu reichen schien. Dies war sicher auch der Grund wieso er sie nun lange musterte und genau ansah. „So, so… die Stauten und so einen Mist machst du freiwillig? Steckt da doch etwa ein Philanthrop hinter der hübschen und bitchigen Fassade?“, er meinte dies mit einem Lächeln und einem gespielt geschockten Gesicht, ehe er sich erhob und seine Tasche über die Schulter warf. „Aber ey, du hast heute totales Glück, dass du mit mir abhängen darfst, ich hasse nämlich Englische Literatur. Lesen schön und gut, aber Lehrer schaffen es wirklich das interessanteste Buch zu einer Einschlaflektüre zu machen.“ Irgendwie freute er sich. Sicher sah sie aus als würde sie nie etwas mit ihm zu tun haben, aber wenn sie wirklich so oberflächlich wäre wie sie aussah, dann hätte sie auf diese Aufgabe geschissen und ihn einfach nicht angesprochen. Er hielt ihr nun die Tür auf. „Wollen wir dann?“
      Don‘t ignore that inner voice.

    • Die Stimmung in der Klasse war etwas angespannt, als sich der Neue und Vee einen kleinen Schlagabtausch gewidmet hatten. Sicherlich warteten einige Gaffer nur darauf, was jetzt wohl passieren würde, doch Valerie würde ihnen diese Genugtuung nicht geben. Zudem fing sie genervte Schwingungen seitens des Lehrers auf und alles in allem war es besser, den Mund zu halten. Und wenn sie eines konnte, dann war es gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
      Kurz flatterten ihre Gedanken zu ihrem Zuhause, was bald nicht mehr ihr Zuhause war. Mit einem resoluten Kopfschütteln verdrängte sie diese unschönen Gedanken jedoch und versuchte sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Doch leider widmete sie dem Neuen viel zu viel Aufmerksamkeit. Ging es so den Jungs, die sie den ganzen Tag anhimmelten? War sie nun zu einem Fangirl geworden, welches eine neue Boyband entdeckt hatte, welche mit ihrem rebellischen Charme die Herzen höherschlagen ließ?
      Endlich, das ersehnte Klingeln und damit folgten das Zusammenpacken und das Erneute ansprechen des Punks. Sie offerierte ihm eine Schultour und damit einhergehend eine Freistunde und war gespannt, ob er diese annehmen würde.
      Wenn sie ganz ehrlich war… so von nahem… sah er unverschämt gut aus. Was erlaubte er sich nur? Wieso gehörte er zu jenen Jungs, die frisch aus dem Bett, mit zerzausten Haaren und verschlafen immer noch himmlisch aussahen?
      Vees Lächeln vertiefte sich, als sie gleichzeitig ihre Fäuste ballte und ihre Nägel halbmondförmige Abdrücke in ihrem Handballen hinterließen. Wieso zum Teufel verwirrte sie dieser Typ? Konnte er sich nicht brav wie jedes andere Lämmchen in ihre lange Schlage der Verehrer einordnen? Nein, diesen Gefallen tat er ihr nicht. Und gerade dieser Umstand… machte ihn höllisch anziehend. Selbst der verwunderte Gesichtsausdruck stand ihm ausgesprochen gut. Verdammter Mist! Was tat sie hier?
      Endlich sprach er mit ihr und erlöste sie von ihren quälenden Gedanken. Er vermutete, dass sich wohl hinter ihrer Fassade ein Menschenfreund verbarg. Dieser Kommentar brachte sie dann doch dazu, überrascht und ehrlich zu lächeln.
      „Vielleicht, bin ich auch einfach deine persönliche, gute Fee? Und DU hast heute Glück?“, fragte sie im Gegenzug und zog neckisch eine Augenbraue hoch. „Aber pass auf, vielleicht wirst du um Mitternacht zum Kürbis…“ Mit gekonntem Hüftschwung ging sie an ihm vorbei, als er ihr die Tür aufhielt.
      Was…zum…Teufel…tat…sie…da?! Valerie McAlistair scherzte nicht! Niemals! Vor allem nicht so einen billigen Scherz über diese kitschigen Filme und doch… hatte sie Evans dazu gebracht. Er besaß eine gute Portion Sarkasmus und Humor, genau die Dinge, die Valerie anziehend fand.
      Verflucht sei er! Denn er hatte so eben ihren schrägen Sinn für Humor herausgekitzelt, obwohl sie diesen mit aller Kraft zu unterdrücken versuchte. Hoffentlich bemaß er diesem Scherz nicht allzu viel Gewicht bei.
      Draußen am Gang angekommen genügte eine Handbewegung von ihr und eine Gruppe Schülerinnen blieb wie angewurzelt stehen.
      „Madeleine, sei bitte ein Schatz und melde mich und Mr. Evans für die kommende Stunde ab. Ich führe ihn durch die Schule und zeige ihm alles.“ So als wäre ihr Wort Gesetz, wedelte Vee mit der Hand und entließ die kleine Gruppe. Diese kleine Machtdemonstration half ihr, ihr inneres Gleichgewicht wieder zu finden und ihr seltsam aufgeregtes Herz zu beruhigen.
      Mit nun wieder neutraler Miene wandte sie sich Zac zu.
      „Was wäre dir zuerst genehm? Die Bibliothek? Die Turnhalle? Die Cafeteria? Die Sportanlagen außen?“
      Und abermals fragte sie sich, warum sie ihn wählen ließ. Eigentlich hätte sie entscheiden können, und normalerweise tat sie dies auch und nahm auf keine andere Meinung Rücksicht, aber irgendwie…war heute eindeutig ein seltsamer Tag, mit einem noch viel seltsameren Jungen vor ihrer Nase.
      inaktiv
    • Mal wieder wurde Zac bewusst, dass er Frauen so einfach nicht verstand oder vielleicht handelte es sich auch einfach um so ein Ding wie das Haare ziehen von kleinen Jungs, wenn sie ein Mädchen mochten. Immerhin war sie ihn einfach angegangen wegen seinen Haaren und doch stand sie nun hier und war nett zu ihm. Und es wurde sogar noch besser: Sie machte Witze und diesmal nicht über ihn.
      Sie nahm seine nette Geste an und ging durch die Tür, die er ihr aufhielt, ehe er ihr folgte. „So, so… ich soll mich in einen Kürbis verwandeln? Ich denke, du solltest das Märchen noch mal lesen und davon ab wäre ein Kürbis mit der Farbe doch eh ungenießbar.“ Er spielte damit auf seine Haare an und lachte über sich selbst. Sicher hätte er sie sich auch einfach wieder anders färben können und er würde es auch noch mal machen, nur zurzeit fand er es nicht so schlimm und heute hatte es ihm immerhin ein Gespräch mit einem netten, wenn auch leicht biestigem, Mädchen eingebracht.
      Doch wirklich weit kamen sie auf dem Gang nicht, denn sie hielt eine Gruppe von Mädchen an und Zac wunderte, dass sie scheinbar wie die Queen nur eine Geste brauchte um Macht auszuüben. Es gab also wirklich solche Menschen und wenn er ehrlich war, so war es eher beängstigen wie viele Menschen wie Schafe so einer Geste folgten statt zu denken. Leicht schüttelte er den Kopf was sie jedoch sicher nicht mitbekam, da sie mit den Mädchen sprach. Auch fielen ihm die Blicke auf, die nun auf dem Gang wieder auf sie gerichtet waren und er konnte sich schon denken, dass viele wohl nicht so ganz nachvollziehen konnten, dass eine Schönheit wie sie sich mit einem wie ihm umgab. Doch es war ja nur um ihm die Schule zu zeigen, nicht? Auch wenn er sich irgendwie nicht ganz sicher war und auch noch nicht sicher war was wohl ihre Motive sein konnten: Wollte sie ihn linken oder hatte die Schönheit Lust darauf mal einen einfachen Kerl zu haben? Oder ging es ihr gar um Gras? Viele hielten ihn immerhin für zumindest einen Drogenkonsumenten.
      Doch weiter kam er mit seinen Gedankenspielchen nun nicht, denn sie riss ihn aus diesen. „Was?“, fragte er leicht verwirrt und blinzelte sie an, ehe ihre Fragen in sein Hirn sanken. „Oh…naja, wenn du mich fragst sehen Schulen doch irgendwie alle gleich aus. Sicher: Etwas anderer Grundriss, aber voll von jungen, verwirrten Menschen, die sich Gruppen anschließen und so denken, dass sie genau wissen wer sie sind, aber er ist immerhin nur die Schule.“ Kurz zuckte er mit den Schultern. „Also ob dies das Leben ist und Noten oder Freunde zeigen wer man wirklich ist. Also… nur meine Meinung.“ Zac konnte sich grade selbst ohrfeigen. Sie wollte doch nur wissen was er in der Schule sehen wollte und sicher keine politische oder sozialkritische Diskussion und schon gar nicht hier mitten im Gang. So konnte er sie nun grade nur anstarren und warten was sie zu seiner Aussage zu sagen hatte oder ihn vielleicht sogar einfach stehen lassen.
      Don‘t ignore that inner voice.


    • Der Neuling war herzerfrischend. Dies stand für Valerie ab dem Zeitpunkt fest, als er ihren Scherz nicht nur verstand, sondern auch erwiderte und weiterführte. Sein Kommentar bezüglich der Ungenießbarkeit des Kürbisses brachte sie dann doch kurz zum Kichern und egal wie fest sie auch versuchte die Zähne zusammen zu beißen, das Lachen war echt. Sie konnte gut und gerne künstlich lachen, um die anderen in Sicherheit zu wiegen und sich sympathisch zu geben. Doch kaum jemand brachte sie wirklich dazu. Nun ja, mit Ausnahme dieses Mannes hier.
      Doch noch konnte sie nicht freisprechen, spürte Valerie doch die Blicke und den Druck der anderen Mitschüler ringsum. Die kleine Machtdemonstration und die Entschuldigung zum Fernbleiben des Unterrichts war ebenfalls rasch erledigt und Vee fragte sich, was er nun von ihr dachte. Dass er eine Abneigung gegen sie hatte, war gewiss – oder?
      Dabei hatte sie lediglich die private Geschichte ihrer Herkunft zu dem gemacht was sie war: eine hübsche Puppe, schön anzusehen, und stets bemüht perfekt zu sein. Dieser Schein blendete die meisten Menschen, vor allem ihre Mitschüler. Die einen wollten sein wie sie, die anderen hatten Angst vor ihr. Doch in Wahrheit verbarg sich dahinter nur der ungeliebte Spross einer Affäre, der kein Recht hatte, zu der Familie zu gehören.
      Um nicht noch weiter in Tagträume zu verfallen – schließlich war es ihr doch egal was er von ihr dachte – hatte sie ihn gefragt was er zuerst sehen wollte. Die kleine, unliebsame Stimme in ihr, die stets die Wahrheit sprach, ignorierte sie weiterhin gekonnt. Denn dann hätte sie zugeben müssen, dass der Mann mit der auffälligen Haarfarbe einfach anders war. Er kuschte nicht vor ihr, war klug und hatte Humor. Er war wahrlich interessant für Valerie.
      Mit seiner Antwort hatte sie jedoch nicht gerechnet. Er war… wow. Vee fehlte für einen Moment die Sprache und sie blinzelte ihr Gegenüber irritiert an. Selten ermutigten sie Lehrer oder Eltern selbständig zu denken und umso beeindruckender war Zacs Weltanschauung hinsichtlich Gruppenbildung, Selbstfindung, die Nichtnotwendigkeit von Noten und der Prestigegrad an Freunden. Er nahm kein Blatt vor den Mund. Er und seine Gedanken schienen einfach frei zu sein. Er wirkte so, als müsse er sich keinem gesellschaftlichen Konstrukt unterwerfen und in keine Norm passen.
      Ein leichtes Lächeln umspielte nun Valeries Züge, wodurch sie ein wenig melancholisch wirkte. „Manche Menschen fühlen sich in vorgegebenen Normen wohl. Sie kennen nichts anderes und bereuen dies auch nicht. Sie wollen nach festgelegten Regeln leben, Noten, Freunde, all dies gibt Sicherheit.“
      Sie blickte für einen Moment auf ihre Hände. Ja, Sicherheit, denn die Angst auf die Nase zu fallen, auszubrechen und sich alleine wiederzufinden nagte an Vee andauernd. Sie konnte sich selbst keine Zukunft vorstellen und dies machte ihr Angst. Deshalb umgab sie sich mit Dingen, die ihr Sicherheit schenkten.
      Dann suchten ihre Augen erneut seinen Blick. „Du bist so… frei.“, hauchte sie leise, ehe ihr Gesicht versteinerte. Sie hatte das jetzt gerade nicht laut ausgesprochen, oder doch?
      Rasch schüttelte sie den Kopf und ihre blonden Haare umrahmten ihr Gesicht. „Ich denke wir könnten in der Cafeteria anfangen. Um die Zeit haben sie noch leckere Snacks, bevor alles in der Mittagspause ausverkauft ist.“
      Mit diesen Worten deutete sie in die dementsprechende Richtung und wartete, bis sich Zac in Bewegung setzte. Innerlich betete sie, dass er nicht ganz so klug war, wie es den Anschein hatte, denn zu viel hätte sie ansonsten eben über sich verraten.
      inaktiv
    • Während Zac nun auf einen Einschlag wartete und damit rechnete kam etwas ganz anderes: Sie lächelte und wirkte dabei fast schon traurig. Leicht legte er den Kopf zur Seite als er ihr nun zuhörte und wahrscheinlich hatte sie Recht. Viele Menschen fühlten sich nun mal wohl, wenn sie sich in einer breiten Masse verstecken konnten, denn Individualität und Anderssein führte nun mal zu Ausgrenzung und dies wusste er aus eigener Erfahrung nur zu gut. Sie selbst schien es auch zu wissen, denn nun wo sie unter sich waren war sie so normal und nett, obwohl sie eher wie eine Zicke gewirkt hatte und er fing an zu denken, dass es sich dabei vielleicht auch nur um eine Fassade gehandelt haben könnte. Doch noch war es zu früh dies ein für alle Male zu sagen, dennoch war sie jetzt schon ziemlich interessant in seinen Augen.
      Es schlich sich erneute ein Lächeln auf seine Lippe bei diesem Gedanken als ihn nun direkt ansah und dann auch noch so etwas sagte. Seine Augen weiteten sich einen Augenblick und er wurde nun doch leicht rot. Wie peinlich es ihm war, aber er bekam nun mal nicht wirklich oft Komplimente von einem Mädchen, dass auch noch so aussah. Eben solche Szenen und Momente waren der Stoff aus dem Bücher und Lieder entstanden und doch war es nicht wirklich Zacs Art einem Mädchen lange in die Augen zu starren oder eher machte es ihn zu nervös und so war er froh, dass sie nun wieder von ihrer Tour sprach.
      "Was?" Kurz starrte er sie nun förmlich an, sie und ihre blonde Mähne, ehe er sich am Hinterkopf kratzte. Sie hatte Recht. Wenn man sich nicht beeilte, dann ging man immer leer aus und es blieb nur Kram wie Gesundheitsriegel und Hackbraten, der einen die Zähne kosten würde, übrig. So setzte er sich nun in die Richtung, die sie gezeigt hatte in Bewegung. "Und sonst so? Was treibst du neben der Schule?" Er wollte sie wirklich gerne näher kennenlernen um zu erfahren, ob sie so oberflächlich war wie sie auf den ersten Blick wirkte oder doch so toll wie es ab und an hervor zu blitzten schien.
      Don‘t ignore that inner voice.

    • Sie hatte sich von der tiefen Melancholie mitreißen lassen, die sie manches Mal empfand. Heute schien es besonders schlimm und Vee wusste auch warum. Zac war aufgetaucht, verkörperte mit der rebellischen Aura und dem ungewöhnlichen Äußeren all das, was sie innerlich empfand. Doch sie hatte zu viel Angst aus ihrer aufgedrückten Rolle auszubrechen. Zu verlockend waren die Sicherheit vieler Freunde, die Gefallen die man ihr schuldete und das Geld, welches sie sich versprach. Er hingegen wirkte so, als wäre ihm alles egal. Was für ein wundervolles, freies Leben. Valerie wünschte sich, sie wäre auch so. In ihrem inneren Herzen lebte wohl auch ein kleines Skatergirl, welches nur zu gerne diesen Skaterboy besser kennenlernen würde.
      Doch sie versagte sich solche Träumereien. Sie war von hohem Stand, er war nicht gut genug, sie war etwas Besseres – an diesem Credo musste sie festhalten um nicht hier mitten im Schulflur ihr ganzes Leben und ihre bisherigen Entscheidungen zu hinterfragen. Ja, denn auch sie bevorzugte die falsche Sicherheit, als die ehrliche Wahrheit.
      Viel lieber konzentrierte sie sich auf das Lächeln, welches sich erneut auf seine Lippen schlich. Sie schien ihn kurz in Verlegenheit zu bringen, jedenfalls vermutete sie das, und ein wenig selbstgefällig nickte sie. Geschah ihm recht! Mit nur ein paar Wörter, mit seinem bloßen Auftauchen, hatte er es geschafft ihr mühsam aufgebautes, arrogantes Selbstbild ins Wanken zu bringen. Er hätte fast hinter ihre Fassade gesehen und dies wollte sie auf keinen Fall! Wenn sie ihn im Gegenzug auch etwas unsicher machte, kam ihr dies nur fair vor!
      Gemeinsam hatten sie sich nun für die Cafeteria entschieden und Valerie führte den neuen Schüler durch die Gänge. Hier war alles Standard: Schließfächer, Toiletten, Trinkbrunnen, die Klassenräume… eben alles wie man es von einer öffentlichen High School erwartete. Das alles war zwar nicht mehr ganz in Schuss, doch auseinanderzufallen drohte zumindest auch nichts.
      „Sonst so?“, wiederholte sie seine Frage und blickte ihn kurz an, ehe sie ihre Augen wieder geradeaus richtete. „Wie du siehst bin ich sehr beliebt, habe viele Freundschaften zu pflegen und mich um die Schule zu kümmern. Da bleibt nicht viel Zeit.“ Ihr Ton klang leicht arrogant, so als wäre es offensichtlich, dass sie als Berühmtheit keine Freizeit hatte. Sie hatte lange üben müssen, um diesen Ton so perfekt zu treffen, dass man ihn ihr vermutlich abkaufen würde.
      Leiser und diesmal ehrlich fügte sie hinzu: „Die wenige Zeit, die mir bleibt, verbringe ich mit meiner Hündin.“ Kurz dachte sie an ihren Pudel namens Gräfin. Sie liebte das Tier abgöttisch und ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen.
      Dann wandte sie sich ihm zu und beugte sich etwas neugierig zu ihm. „Und du? Vor deiner Vorliebe für gefärbte Haare mal abgesehen?“ Ja, Vee konnte durchaus witzig sein. Und seltsamerweise hatte sie das Gefühl, hier bei ihm, könnte sie ihre alberne Seite herauslassen.
      inaktiv
    • Kaum war er leicht rot geworden lächelte sie ihn wieder an und Zac kam nicht umhin es zu bemerken. Es schien so als freute sie sich und als wären die Beiden doch irgendwie in ihrer eigenen kleinen Welt, auch wenn sie mitten in einem Schulgang standen. Eben solche Momente waren es, die man in Liedern immer wieder hörte, die er jedoch noch nie selbst erlebt hatte. Sie machte ihn nervös und gleichzeitig fühlte er sich wohl bei ihr. Auch wenn er sonst eh schon immer er selbst war, doch immerhin kam von ihr nicht gleich eine Ablehnung.
      Schon oft hatte er durch Schulwechsel Anschluss finden müssen und auch schon einige Male waren Mädels ihm nachgelaufen, doch hier knisterte es ganz offensichtlich. Kurz fuhr er sich durch die Haare. Wieso sollte grade so eine Frau was von ihm wollen? Sicher war er in ihren Augen doch nur ein kleiner Junge und so ganz Unrecht hatte sie sicher nicht, denn im Vergleich zu ihr war er dies ganz sicher. Der Pinkhaarige erwischte sich selbst dabei was er da grade alles dachte und dies machte ihn nur noch unsicherer. Was für ein Müll ihm heute alles in den Kopf kam, wo er ihr gegenüberstand. Umso glücklicher war er, dass das Thema nun vorbei war und er wieder so tun konnte als würde es ihn interessieren wie die Schule aussah. Zum Glück hatte er einen recht guten Orientierungssinn und würde sich so oder so zurechtfinden.
      Er sah sie nun von der Seite an als sie seine Frage wiederholte. War sie es nicht gewohnt, dass man sie so was fragte oder schien es ihm nur so? Doch mit der Antwort hatte er nicht gerechnet und seine Nackenhaare stellten sich etwas auf bis sie zum zweiten Teil ihrer Antwort kam und von ihrem Hund sprach. „Weißt du, Valerie, du solltest ehrlicher sein. Ich will dir echt nicht zu nahetreten, aber bei mir musst du nicht angeben mit „deinen Freunden und deinem Ruhm“. Außerdem klang es ganz und gar nicht nach dir, aber deine Hündin…“ Nun pikte er sanft an ihren Mundwinkel, die sich bei ihrem Lächeln leicht gehoben hatten als sie von der Hündin gesprochen hatte. „So ein ehrliches Lächeln steht dir und macht dich richtig süß. Und ich würde sie echt gerne mal kennenlernen. Tiere sind was Tolles, leider erlaubt meine Mum uns keinen Hund.“ Dass sie in der Zwischenzeit schon so viele Blicke auf sich zogen und die Cafeteria erreicht hatten war ihm gar nicht aufgefallen, auch weil er sich wohl weder für die Führung noch die anderen Leute interessierte.
      Don‘t ignore that inner voice.


    • Konnte man an einem Menschen alles toll finden, den man zum allerersten Mal traf? War es möglich, dass Valerie diesen Mann vor sich auf Anhieb mochte? Ehrliches Interesse an ihm hatte und ihn wirklich kennenlernen wollte? Sie wollte tausend Fotos von ihm machen, ihn gleichzeitig berühren und mit ihren Fingern seine pinken Haare wuscheln. Er roch gut, sah toll aus und die Gedanken, die er dachte, machten ihn unheimlich anziehend. Er verkörperte für Vee all das, was sie gerne sein würde. Er schien keine Angst zu haben, Mut gehörte zu seinem Selbstbild und er sprach so ehrlich und direkt mit ihr, wie es vor ihm noch nie wer getan hatte.
      Für Vee fühlte es sich echt an. Sie fühlte sich zum ersten Mal bewusst wahrgenommen und verstanden. Nicht die schöne Hülle, welche die anderen immer nur sahen oder die Vorteile, die sie sich von einer Freundschaft mit ihr erhofften. Zac schien mit seinen schönen Augen hinter all dies blicken zu können und er hatte genug Courage, ihr dies auch ins Gesicht zu sagen.
      Dies machte er ihr auch unmissverständlich klar, als er forderte, dass sie ehrlicher zu sich und ihm sein sollte. Er wollte keine Angeberin, er wollte ein ehrliches Lächeln von ihr.
      Überrascht weiteten sich ihre Augen, als er ihr sanft an den Mundwinkel tippte. Noch nie hatte sie jemand so berührt oder angesehen. Noch nie war sie jemanden wichtig genug, dass er den Mut hatte sich ihren Zorn auszusetzen, nur um ihr eine unbequeme Wahrheit zu sagen. Solche Dinge machten normalerweise echte Freunde und diese hatte Vee schlicht nicht.
      Mittlerweile waren sie in der Cafeteria angekommen und es war das erste Mal seit langem, wo sich Vee der anderen Blicke nicht gewahr war. Normalerweise lebte sie für Ruhm und Anerkennung, sie lebte für andere. Doch in diesem winzigen, zärtlichen Moment schien die Welt fern, fast wie ausgesperrt. Jetzt im Moment zählte nur der Mann vor ihr.
      Im ersten Moment hatte sie sich echauffieren wollen, dass er doch gar nichts über sie wusste und nicht so mit ihr zu reden brauchte. Doch die Wahrheit war… in den wenigen Momenten, in denen sie sich kannten, wusste er mehr über sie als irgendjemand sonst.
      „Ich…“, fing sie deshalb an und war unsicher, was sie sagen sollte. Dann jedoch besann sie sich auf ihre Stärke und ihre Aufgabe. „…bitte unterlass es mich dort zu berühren. Willst du denn, dass mein Lipgloss verschmiert?“ Sie gab sich ganz eitel, doch Schalk blitzte in ihren Augen auf.
      Sie beugte sich ein wenig näher zu ihm und flüsterte ihm ins Ohr. „An anderen Stellen trage ich kein Lipgloss… vielleicht solltest du dein Glück dort versuchen.“
      Dann lachte sie ein ehrliches Lachen und ließ von ihm ab. Mit solch zauberhaften, liebevollen Momenten konnte die Blondine schlecht umgehen und griff dann lieber auf ihre provokante Art zurück. Dennoch hatte in ihrem Satz eine unmissverständliche Einladung gesteckt.
      „Wenn du möchtest… kann ich dir meinen Hund vorstellen.“, fügte sie dann noch etwas kleinlaut hinzu. Er wäre die erste Person, den sie zu sich mit nach Hause nehmen würde.
      inaktiv
    • Kaum hatte er sie berührt wusste er, dass ihm diese kleine Berührung nicht reichte. Er fühlte sich so sehr zu ihr hingezogen und wollte sie anfassen und halten. Sie schien so stark zu sein und doch lag irgendwie eine Traurigkeit in ihren Augen. Sicher bildete er sich diese nur ein und doch löste es jetzt gerade den Wunsch aus sie zu umarmen, den er unterdrücken musste. Ihre Worte taten nun den Rest, dass es beschloss, dass es wirklich keine gute Idee war. Verschmitzt lächelte er sie nun an und schob seine Hände in die Taschen, denn auch wenn sie so tat als solle er es nicht wieder machen sagten ihre Augen etwas anderes und als sie ihm näher kam und in sein Ohr flüsterte stellten sich seine Nackenhaare auf und zu gerne hätte er nun seine Hände um ihre Hüfte gelegt und sie geküsst. Verdammt, sie war so heiß.
      Die Spannung löste sich aber leider so schnell auf wie sie gekommen war und Zac starrte sie nun nur an als sie sich scheinbar von ihm ab wand. Er brauchte noch einen Moment und wuschelte sich nun selbst durch die pinken Haare, während er ihr nach sah und dann los ging. "Vee, du bist seltsam... aber auf eine gute Art.", meinte er mit einem Grinsen und verkleinerte nun wieder den Abstand. "Und ich freue mich drauf. Wie wäre es gleich mit heute? Nach dieser sehr seltsamen und langweiligen Führung, die wir doch vielleicht früher beenden könnten?" Es war genug sich die Schule anzusehen, die ihn eh nicht interessierte und stattdessen wollte er mehr über sie erfahren und ihn überkam das Gefühl, dass sie hier nicht ganz frei reden wollte.
      Don‘t ignore that inner voice.

    • Es war nur ein flüchtiger Moment gewesen und dennoch fühlte sich Valerie seltsam, sehr, sehr seltsam. Was hatte die sanfte Berührung des jungen Mannes nur in ihr ausgelöst? Verunsicherung, Vertrauen, Sehnsucht, Geborgenheit? Sie wusste wahrlich nicht wohin mit sich und ihren Gefühlen, denn solche kannte sie schlicht nicht.
      Sie war die Schönheit der Schule, die Königin, die von der Ferne bewundert werden konnte. Nie hatte sie jemanden an sich herangelassen, nie hatte sich jemand die Mühe gemacht sie kennenzulernen. Vee speiste sie alle nur mit ihrer Attitüde ab, die sie lange Zeit geprobt und perfektioniert hatte. Alle ihre sogenannten „Freunde“ ließen sich blenden, herumscheuchen und waren doch froh in ihrem Schatten stehen zu dürfen. Doch am Ende des Tages war Vee alleine, konnte niemanden ihre traurigen Gedanken anvertrauen, konnte niemanden zeigen, dass sie auch tiefgründig sein konnte.
      Aus dem Augenwinkel schielte sie zum Mann mit den pinken Haaren. Er hatte innerhalb kürzester Zeit all ihre Verteidigungsmaßnahmen durchbrochen und forderte etwas von ihr, für das andere nie den Mut gehabt hatten: Sie selbst zu sein.
      In ihr wuchs der Wunsch ihn näher kennenzulernen, seine Ängste, seine Hoffnungen, seine Geschichte zu erfahren. Er machte ihr ein Kompliment – jedenfalls glaubte sie, dass es eines war – und ein sachtes Lächeln umspielte ihre Lippen.
      „Das musst du aber noch üben.“, sagte sie mit dem überheblichsten Tonfall der ihr gelang und betete gleichzeitig innerlich, dass er ihre Verunsicherung nicht sah. Wieso brachten sie diese simplen Worte so aus dem Konzept? Wieso gerade von ihm?
      Auf seine weitere Frage nickte sie beinahe automatisch. Ja, sie hätte heute Zeit und er könnte zu ihr kommen und ihren geliebten Hund kennenlernen. „Das klingt fast, als würde ich dir meine nicht-vorhandene Briefmarkensammlung zeigen wollen.“, meinte sie ein wenig belustigt. War doch allgemein bekannt was dieser Code bedeutete.
      Doch er brauchte sich ja nicht einbilden, dass er sie einfach so in die Kiste bekam. Dies bekam keiner, niemand durfte nahe genug an sie heran um diese verletzliche Seite zu sehen. Und warum zum Teufel sehnte sich ihr Körper dann danach, ihm nahe zu sein? Gerade ihm, mit lässigen Klamotten, schrecklich pinken Haaren und einer Art, die sie gleichzeitig zur Rage brachte und sehnsuchtsvoll hoffen ließ.
      Rasch schüttelte sie den Kopf und trat an das Tiefkühlfach der Cafeteria heran. Sie schnappte sich zwei Päckchen Trinkkakao, ohne Zac zu fragen ob er auch einen wollte. Kurz suchten ihre Blicke einen jungen Mann, der von Pickel und einer unpraktischen Brille gezeichnet war. Sie warf ihm einen Luftkuss zu und man konnte sehen wie er spontan errötete. Ja, es hatte so seine Vorteile berühmt und beliebt zu sein, sie bezahlte selten für ihre Dinge.
      Dann wendete sie sich Zac zu. „Ich kenne einen Platz, der dürfte dir gefallen.“, meinte sie und ging voraus, worauf sie dabei achtete auch den richtigen Hüftschwung einzusetzen.
      inaktiv
    • Gefühlt alle 5 Minuten wechselte sie die Richtung des Gesprächs und der Art wie sie sich gab und Zac fand es bezaubernd und auch etwas anstrengend. Wie konnte man sich selbst nur so sehr verstecken wollen? Bis jetzt hatte ihm alles gefallen was seiner Meinung nach die richtige Vee war, doch so genau wusste er es noch nicht was hier los war.
      Er hatte nur kurz genickt auf ihre Aussage, dass er noch üben musste und wartete nun ab wie sie auf seinen Vorschlag reagierte. Mit viel hatte er gerechnet, doch nicht mit einer solchen Aussage von ihr. Ihre Briefmarkensammlung? Sogleich wurde er nun etwas rot, da er zu gut wusste was so etwas heißen würde und räusperte sich leicht. „Würde mir nie im Traum einfallen.“, murmelte der junge Mann mit den pinken Haaren und es war sein Ernst. Er war, auch wenn er es nicht unbedingt zugeben würde vor anderen Kerlen, eigentlich ein Romantiker. Für ihn gehörten Liebe und Sex zusammen und auch Vertrauen. Dennoch wollte er zu ihr nach Hause. Er wollte sie sehen und nur sie, nicht ihre Fassade und all ihre gekünstelten Gesten. Aber wenn er ganz ehrlich war wollte er auch ihre Nähe. Sie war süß und gutaussehend und wenn er bedachte wie es in seinem Körper gekribbelt hatte als er nur kurz ihr Gesicht berührt hatte, so war es bestimmt noch eine ganz andere Geschichte, wenn er sie küssen würde.
      Sich bei solchen albernen Gedanken erwischend sah er nun zu ihr als sie von ihm wegging. Hatte er etwas was Falsches gesagt oder getan? Oder hätte er etwa sogar mehr sagen sollen? Zac sah ihr verwirrt nach, doch erkannte er nun, dass sie eine Show abzog, mal wieder. Ihn beeindruckte sie damit recht wenig und doch musste Zac nun schmunzeln. „Da bin ich ja mal gespannt, aber hoffentlich muss ich nicht auch den ganzen Weg so einen Hüftschwung draufhaben.“ Er neckte sie etwas und sicher gefiel es ihr nicht, wenn man ihre Schwachpunkte aufzeigte, doch sie verdiente es etwas. „Und ganz sicher wirst du dem armen Kerl noch einige Nächte den Schlaf rauben und er tut mir fast schon leid… wobei ich auch etwas neidisch bin.“ Er grinste sie nun leicht verlegen an und hatte seine Hände wieder in den Hosentaschen vergraben. Ganz sicher würde er auch nicht so leicht einschlafen können, wenn sie solche Sachen mit ihm anstellen würde und schon jetzt wusste er, dass sie es bestimmt in seine Träume schaffen würde, doch dieser Satz war zu kitschig um ihn einer Frau wie ihr zu sagen. Sicher würde sie Zac dafür auslachen oder gar sagen, dass er gar nicht ihre Genehmigung hatte von ihr zu träumen. So schwieg er grinsend und war gespannt was es wohl für ein Ort war, den sie ihm zeigen wollte.
      Don‘t ignore that inner voice.

    • Es war hinreißend wie sich eine zarte, rote Farbe auf den Wangen des Pinkhaarigen bildete als Vee von ihrer nicht vorhandenen Briefmarkensammlung sprach. Er war zum Anbeißen - und innerlich erschrak sie. Niemals hatte sie auf solch eine Weise an einen Jungen gedacht und nun ausgerechnet bei diesem Punk sollte es anders sein? Valerie verstand sich selbst nicht und anstatt sich damit auseinanderzusetzen, schob sie es ganz, ganz tief in ihr Unterbewusstsein.
      Im Anschluss folgte ihre Show um sich zwei gratis Kakao zu sichern und abermals überraschte Zac sie, indem er sie tatsächlich ein wenig aufzog. Äußerlich gab sie sich unbeeindruckt - innerlich war sie es dafür umso mehr. Anstatt nun völlig hin und weg von ihr zu sein, schien ihm ihre Aufführung kalt zu lassen und dies war ein Punkt, der sie ärgerte. Sie war es schlicht gewöhnt, dass alle Menschen Wachs in ihren Händen waren und dass er es nicht war, kratzte an ihrem Ego. Er war wirklich etwas besonderes und er fiel einfach nicht auf ihre Masche rein.
      Auf dem Weg zu dem besonderen Ort meinte Zac, dass er arme Kerl nicht schlafen würde können und er ein wenig neidisch war. Vee war ein wenig überrascht, dass er dies so offen zugab. Er war ihr in Sachen Offenheit meilenweit voraus und erneut war sie beeindruckt von ihm. Ohne ihr Zutun kribbelte es ein wenig in ihrer Magengegend und sie hatte Angst, was dies bedeuten konnte. Sie war schlicht und einfach beeindruckt von seiner coolen, taffen Ehrlichkeit. Für den Moment hatte sie ihre Sprache verloren und dies passierte wahrlich nicht oft.
      Stattdessen lenkte sie sich mit dem Ort ab, an dem sie sich nun befanden. Es war ein stillgelegter Gang der Schule, an dessen Ende nur mehr der Hausmeister seinen Raum hatte. Es gab ein großes Fenster, welches auf ein zweites, niedrigeres Dach führte. Es war das Dach der Fahrradplätze. Das Dach war begrünt und musste demnach gepflegt werden, das Fenster war sozusagen der Zugang dorthin. Es war so groß, dass man von unten nicht hinaufblicken konnte, sofern sich jemand nicht ganz an den Rand stellte.
      “Eigentlich dürfen wir dort nicht hinaus, da es kein Geländer gibt, sondern nur der Hausmeister um die Pflanzen zu pflegen. Der ist aber meist so faul, dass er ewig nicht dort hinausgeht.”
      Sie drückte Zac nun die zwei kühlen Kakaopäckchen in die Hand und öffnete das Fenster. Sie setzte sich aufs Fensterbrett und sah ihn noch einmal an. “Traust du dich?” Sie grinste ihn herausfordernd an, ehe sie ihre Beine hob und drehte, und sich dann mit Schwung abstieß und nun auf dem grünen Rasen des Daches stand. Es war Vees Ort, wenn ihr alles zu viel wurde und sie eine Pause und Rückzug brauchte. Dort suchte sie nämlich nie jemand. Warum sie nun ausgerechnet Zac diesen Ort zeigte, verdrängte sie.
      inaktiv