Das Licht der Welt [Aozora Tori & Sheireen]

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    • Das Licht der Welt [Aozora Tori & Sheireen]

      @Sheireen

      *Hier geht es zur Vorstellung :)*





      Ava

      "Avaaaa~" flüsterte mir irgendwer ins Ohr.. "Aufwacheen." fügte sie hinzu, doch bekam ich das nur halb mit. Diese Stimme verschwand jedoch nicht. Aus Reflex drehte ich mich im Bett um, so auch in der Hoffnung das diese Stimme mich weiterschlafen lässt. "Lass mich noch 5 Minuten schlafen.." murmelte ich im halb wachen, aber noch viel zu müdem Zustand um aufzustehen. So das ich mich nur weiter in meine Decke einkugeln wollte und nie wieder dieses Bett verlassen.
      "Es ist bereits 7 Uhr.." meinte die Stimme dann Stumpf. Ruckartig sprang ich auf und sah mich schockiert um. Diese nervige Stimme war meine Mitbewohnerin Lucy!
      "Im ernst??" sprang ich komplett vom Bett auf und lief zu meinem Kleiderschrank. Hektisch suchte ich meine Schuluniform raus, zog meinen Pyjama aus und dann meine Uniform an. Danach lief ich zum Bad um mich zu waschen und Zähne zu putzen.
      Hinter mir stand nur eine belustigte Lucy die sich das Lachen kaum verkneifen konnte. Das konnte ich durch die Reflexion des Spiegels sehen!
      "Ich kann dich sehen! hör auf mich zu beobachten!" meckerte ich während mein Mund voller Zahnpasta war. Diese konnte nur ihr lachen nicht mehr zurückhalten.
      Alles musste schnell gehen. Nach dem Zähne putzen waren meine Haare dran. Wie immer versuchte ich mir einen simplen Pferdeschwanz zu machen doch meine Haare konnten manchmal so widerborstig sein nach dem aufstehen.
      Als das auch endlich erledigt war rannte ich zur Küche wo bereits schon auf der Theke eine Tüte stand mit Essen. Lucy hat wohl mitgedacht und mir direkt etwas mitgemacht. Die Tüte packte ich mir in meine Schultasche.
      Mit allem ausgestattet lief ich, mit grade angezogenen Schuhen, die Haustüre raus.
      "Vergiss dein Schulbuch nicht!" rief sie mir noch hinterher.. "Verflixt!" so lief ich die Treppen wieder hoch und nahm das Buch an mich was mir Lucy entgegen hielt und war direkt wieder auf dem Weg nach unten zur Straße.
      Was würde ich nur ohne sie machen! vermutlich meinen Kopf zuhause vergessen vor lauter Stress.
      Vor der Türe wartete schon mein Fahrrad, was ich noch am vorigen Abend da abgestellt hatte. Damit düste ich sofort los um noch rechtzeitig zum Unterricht zu kommen.

      Lucy und ich wohnen doch in einer recht bescheidenen Wohnung, abseits der Innenstadt. Neumodischer Schnickschnack hatten wir nicht viel aber es reichte um durchzukommen. Da allerdings meine Schule sich in Stadtmitte befindet hatte ich immer einen weiten Weg dahin doch das kannte ich nicht anders. Wäre es nicht noch mitten im Sommer und so unglaublich warm würde ich vielleicht weniger schwitzend in der Schule mal ankommen. Aber das war nicht das größte Problem! Die Abschlussprüfungen standen an, und ich war noch nie so gestresst wie jetzt. Ich brauchte immerhin ein gutes Zeugnis um mein Ziel zu erreichen.
      30 Minuten fuhr ich mit meinem Fahrrad, bis ich vor der Schule endlich ankam. Die Schulglocke ertönte bereits was den Anfang des Unterrichts ankündigte.
      "Oh nein!" murmelte ich zu mir selbst, stellte mein Fahrrad ab um es abzuschließen. Die meisten waren bereits drinnen weshalb ich mich nun auch beeilte um noch rechtzeitig in der Klasse zu sein.
      Vor dem Klassenraum konnte ich bereits die Stimme meines Lehrers vernehmen. Es war Herr Williams.. "oh nein grade er.." flüsterte ich wieder und betrat unauffällig den Klassenraum. Zumindest versuchte ich es. Alle Blicke waren auf mich gerichtet als ich die Türe öffnete.
      Peinlich berührt lächelte ich in die Runde.
      "Ms. White Sie sind ja schon wieder zu spät.." meinte dann der Lehrer zu mir. 'Ach wirklich?' dachte ich mir doch blieben diese Worte lieber unausgesprochen.
      "Setzen Sie sich bitte." fügte er dann hinzu und widmete sich der Klasse wieder zu. Gekicher meiner Klassenkameraden durfte ich mir anhören auf dem Weg zum Platz. Es war wohl mittlerweile ein morgendliches Ritual geworden.
      "Dann lasst uns endlich beginnen.." sprach der Lehrer in Monotoner Stimme. So war er eben, und dazu hatte er auch noch Mathe unterrichtet.. Freitag Morgens Mathe zu haben war wirklich eine Folter!

      Der Schultag an sich verlief sonst ereignislos. Wie jeder andere Tag auch. Manchmal, wenn nichts interessantes im Unterricht anstand, verlor ich mich gerne in meinen Gedanken. Stellte mir abenteuerliche Sachen vor die ich gerne erleben würde. Doch war ich in diesem Alltag gefangen und konnte dem wohl nicht entkommen.
      Grade, als ich das Schulgelände verlassen wollte kamen mir paar Mädchen entgegen. Sie waren in meiner Klasse und eigentlich verstand ich mich ganz gut mit ihnen.
      "Hey Ava!" rief eine von ihnen. "Wir wollten grade mit ein paar Freunden etwas unternehmen. In ein Park, uns es gemütlich machen und vielleicht bisschen was trinken. Hättest du lust mitzukommen?" fragte sie mich freundlich. Doch musste ich leider absagen.
      "Tut mir leid. Ich muss jetzt leider direkt weiter zur Arbeit. Vielleicht beim nächsten mal." wimmelte ich sie somit ab und mogelte mich an ihnen vorbei.
      "Ich sagte doch das sie nicht mitkommen wird!" hörte ich noch eine andere sagen doch das störte mich nicht. Ich hatte keine Zeit für solche Ablenkungen.
      Mit dem Fahrrad fuhr ich dann sofort weiter zu meiner Arbeit. Es war ein Cafe namens "Coffee, Cake & Drinks". Es war einer der beliebtesten Cafes in der ganzen Stadt! es hatte soviel zu bieten. Und je nach Tageszeit hatten sie auch verschiedene Angebote im Menü. So war am Wochenende besonders viel los, weshalb der Ladenschluss sich auch gerne mal bis 23uhr verzögerte. Viele Kunden kommen auch noch Abends hin um etwas zu trinken. Wir boten wirklich alles an.
      Heute war natürlich so ein Tag, wo ich erst spät nach hause konnte.
      "Wir sehen uns dann Morgen!" meinte ich zu meiner Kollegin die grade die Ladentüre abschloss.. Ich war wirklich so erledigt. Ja so war mein Tagesablauf seit Wochen. In der Woche pauken für die Schule und am Wochenende in dem Cafe arbeiten bis zum umfallen.
      Ich nahm mir mein Fahrrad, doch anstatt direkt nach Hause zu fahren, beschloss ich noch ein wenig zu spazieren.
      Es war heute anscheinend Vollmond. Das ließ die Straßen der Innenstadt plötzlich so mysteriös aber auch unheimlich wirken. Wenige Menschen waren um diese Uhrzeit noch unterwegs. Doch ich mochte es irgendwie und genoss den ruhigen Moment.
      An einer Seitengasse entlang laufend bemerkte ich plötzlich ein lautes Geräusch. "Hall-lo?" wurde ich bisschen ängstlicher. Nahm mein Handy zur Hand und schaltete damit die Taschenlampe ein.
      In den Mülltonnen bewegte sich etwas. Es raschelte da drin. Ich trat immer näher dran. "Hah!" machte ich und schaute neugierig in die Tonne rein.
      "Meow.." sah ich plötzlich eine rot-weiße Katze. Sie wirkte bisschen alt und abgemagert doch hielt mich das nicht ab diese aus der Mülltonne rauszutragen.
      "Hey kleines. Jag mir doch nicht so eine Angst ein!" meinte ich kichernd und streichelte sie unter ihrem Kinn. Zunächst schnurrte sie, doch etwas verschreckte sie plötzlich so das sie sich aus meinem Griff befreite und floh. Verwundert sah ich dem Tier nach.
      "Hey, was macht denn so ein süßes Ding hier noch so spät?" sprach eine kratzige, männliche Stimme hinter mir.
      Schockiert drehte ich mich um und sah 3 Männer die da plötzlich, wie aus dem Nichts auftauchend, standen.
      "N-nun dieses 'Ding' wollte grade nach Hause gehen!" und versuchte an den 3 Männern vorbeizugehen die mir aber den Weg blockierten.
      "Ich würde gerne vorbei!" wurde ich nervöser doch diese 3 lachten nur. Langsam verstand ich was los war und wich immer mehr zurück. Ohne Vorwarnung griff ich wieder nach dem Deckel der Mülltonne und schmiss es auf diese Männer. Ich sah nicht ob ich getroffen habe aber ich konnte den kurzen Moment nutzen um ebenso die Flucht zu ergreifen.
      "Hilfe!" schrie ich, doch hatte ich keine andere Wahl als immer weiter in die Gasse reinzulaufen. Wohl kaum würden sich Leute hier aufhalten aber ich versuchte trotzdem weiter nach hilfe zu schreien.
      "Mist eine Sackgasse!" fluchte ich als ich stehen bleiben musste. Es gab keinen Weg mehr weiter. Rechts war zwar ein Weg, doch ein Zaun blockierte den Weg. Ich versuchte noch schnell rüber zu klettern doch einer der Männer hielt mich fest und zog mich zurück.
      "Lasst mich in ruhe!" schrie ich als ich am Boden lag. Wohl vergeblich..

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    • Léan Pouli

      Zitternd hielt ich die Spiegelscherbe in meinen Händen. Endlich, endlich bin ich in der Lage die lichte Welt zu sehen. Bisher schenkte ich den Gerüchten keinen Glauben, denn sie klangen für mich viel zu unvorstellbar. Eine Welt, in welcher nicht von Töten oder getötet werden an der Tagesordnung steht, sondern einfach nur faul rumliegen? Mit genug zu essen für jeden? Das begriff mein Verstand nicht. Doch ich werde es sehr bald mit eigenen Augen sehen, sobald ich durch den Spiegel die andere Welt betrete. Angst habe ich keine, wovor auch? Schlimmer als hier konnte es nicht sein,zumal die lichte Welt als Paradies bezeichnet wird. Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und grüne, duftende Wiesen. So etwas gab es hier nicht. Der Himmel war immer blutrot getränkt, ohne eine leuchtende Scheibe am Himmel, welchen man drüben wohl Sonne nannte. Die Farben hier beschränkten sich auf schwarz, rot und orange, weswegen ich mir ehrlich gesagt mehr auch nicht vorstellen kann. Wenn ich mich anstrenge und versuche,mir neue Farben auszudenken - Fehlanzeige. Ich sehe immer nur schwarz, rot und orange. Mehr habe ich mein ganzes Leben lang nicht gesehen. Doch nun kann ich durch das Portal die andere Welt betreten und mich ins Paradies begeben.Allerdings war dies nicht ganz ungefährlich, da ich mein Leben bisher im Dunkeln verbrachte. Natürlich nicht komplett im Dunkeln, aber hell war es hier nicht. Alles war in einem matschigen Grau, wobei manchmal ein wenig orange zu sehen war.

      Gebannt starrte ich auf die Welt, welche hinter dem Spiegel lag. Ich sah Farben, welche ich noch nie zuvor gesehen hatte. Gerüche drangen aus der Scheibe zu mir hindurch, welche meine Sinne explodieren lies. Die andere Welt musste wirklich das Paradies sein, so etwas Schönes hatte ich noch nie zuvor gesehen. Vorsichtig versuchte ich mit meinem Zeigefinger den Spiegel zu berühren, doch anstatt wie gewohnt bei dem Glas gegen Widerstand zu stoßen glitt mein Finger in die andere Welt. Auf einmal fing alles an sich zu drehen, wodurch ich eine starke Übelkeit in mir verspürte. Gerade als ich dachte, dass mein Essen wieder hochkommt, hörte es auch schon auf.
      Ein unglaublich helles Licht blendete mich, wodurch ich meine Augen zusammenkniff.
      "Scheiße tut das weh", fluchte ich und verdeckte meine Augen mit meinen Händen. Das war wirklich scheiße hell, warum hat davon keiner berichtet. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich meine Hände von den Augen nehmen und ein wenig blinzeln konnte. Nach einigen Minuten schaffte ich es jedoch meine Augen zu öffnen und mich umzublicken. Ich lag auf dem Rücken und schaute nach oben in den Himmel. Die mir unbekannte Farbe fand ich sehr schön, wodurch ich noch eine Weile nach oben schaute, bevor ich mich aufrichtete. Ich saß auf Gras, allerdings besaß dieses eine mir ebenfalls unbekannte Farbe. Ich hatte noch einiges zu lernen, wenn ich hier nicht auffallen wollte. Um mich herum waren Blumen, zumindest glaubte ich, dass es Blumen waren. Die Form kannte ich, aber alles andere war komplett neu. Sogar die Gerüche, welche diese Welt verströmte ließ mich mit offenem Mund dasitzen. Wahrlich, diese Welt war paradiesisch. Kein Wunder, warum alle das Licht in meiner Welt haben wollen. Ich wundere mich ebenfalls nicht mehr, warum sich manche dazu entschlossen nicht mehr in die Schattenwelt zurückzukehren. Allerdings wissen wir nun dadurch, dass unsere Zeit hier begrenzt ist. Nach drei Monaten werden wir krank, bis wir uns nicht mehr bewegen können und letztendlich sterben. Kein Wunder, wenn wir unser ganzes Leben im Schatten verbrachten. Was jedoch bedeutete, dass ich keine Zeit verlieren durfte.
      Mit weichen Knien stand ich auf und versuchte mir einen Überblick über den Ort zu verschaffen, an welchem ich gelandet war. Diese Welt war komplett anders, als alles was ich bisher kannte. Mein Kopf schmerzte bereits von den neuen Eindrücken und Gerüchen, während die helle Scheibe am Himmel gnadenlos heiß auf mich herab schien. Ich musste in den Schatten, sonst würde ich gleich umkippen. Ich versuchte so unauffällig wie möglich zu laufen, auch wenn ich nicht wusste, wie genau das aussehen sollte. Ich war es gewohnt immer schnell und immer auf der Hut zu sein, das konnte man nicht so einfach ablegen. Bemüht langsam zu laufen ging ich auf ein Gebäude zu, wobei ich mich mehrmals umsah. Menschen konnte ich keine entdecken, was mir auch sehr recht gewesen war. Wie hätte ich denn erklären sollen, wo ich gerade her kam? Die Menschen hier wussten nichts über die Existenz meiner Welt. Oder sie wollten es nicht wissen, das kann natürlich auch sein.
      Den Schweiß von der Stirn wischend erreichte ich endlich den Schatten. Ich hätte nicht erwartet, dass es so unglaublich heiß sein würde. Am Besten ich würde mich weitestgehend im Schatten aufhalten, damit ich mich langsam an meine Umgebung gewöhnen konnte.
      Langsamen Schrittes lief ich weiter, als ich plötzlich einen Hilfeschrei vernahm. Obwohl ich aus einer grausamen, gnadenlosen Welt komme liegt es dennoch in meiner Natur, bei Menschen in Not einzugreifen. Schnell rannte ich zu dem Ort, von welchem ich die Stimme vermutete. In einer Gasse sah ich drei Männer, welche sich um eine Frau scharrten. Sogar auf diese Entfernung konnte ich die Lust in ihren Augen sehen. Ohne zu zögern ging ich schnellen Schrittes auf die Gruppe Männer zu.
      "Lasst sie gefälligst in Ruhe, sonst-", rief ich.
      "Sonst was?", entgegnete mir einer der drei. Ich war so schnell bei ihm und rammte ihm meine Faust in seinen Kehlkopf, dass er nicht einmal Zeit hatte zu reagieren. Röchelnd fiel er zu Boden und hielt sich mit beiden Händen den Hals. Angst spiegelte sich in seinen Augen, woraufhin ich nur selbstgefällig grinste. Mein Blick richtete sich auf die übrigen Männer. Geschockt blickten sie mich an, doch leider waren sie nicht die Hellsten. Der Vordere holte zu einem Schlag aus, allerdings so langsam, dass ich mühelos zur Seite ausweichen, seinen Schwung nutzen und ihn zu Boden werfen konnte. Anschließend gab ich auch ihm einen Schlag auf den Kehlkopf, wodurch er ebenfalls röchelte und nach Luft schnappte.
      "Der nächste Bitte", sagte ich grinsend zu dem letzten Mann, welcher fassungslos hinter dem auf dem Boden liegendem Mädchen stand. Sein Gesichtsausdruck verriet mir, dass er sich wahrscheinlich gleich seine Hosen einscheißen würde. Anstatt ihn auch zu attackieren machte ich einen Schritt zur Seite, damit er genug Platz zum davonlaufen hatte. Zu seinem Glück tat er dies auch, wodurch seine immer noch hustenden Kumpanen ihm nach rannten. Ich lachte, obwohl so eine Situation eigentlich nicht zum Lachen geeignet war. Wie schwach diese Männer doch waren, diese Welt war wirklich verweichlicht durch den ganzen Luxus. Kopfschüttelnd drehte ich mich zu dem Mädchen um. Ich reichte ihr eine Hand, als Angebot sie auf die Beine zu ziehen.
      "Bist du verletzt?", wollte ich von ihr wissen. Auch wenn ich aus einer Anarchistischen Welt komme, bin ich dennoch kein schlechter Mensch. Auch ich empfinde Empathie und kann hilfsbereit sein. Es kommt eben immer auf die Situation an.
      Wir leben zu sehr in der Vergangenheit, haben Angst vor der Zukunft und vergessen dabei völlig, die Gegenwart zu genießen.
    • Ava

      Die drei Männer sahen mich so lüstern an. Ich versuchte nach hinten zu krabbeln doch der Zaun war ja direkt da, weit kam ich so also nicht. Panisch sah ich umher ob es nicht doch irgendeine Möglichkeit gab zu entkommen, Doch es schien aussichtslos. Die anderen Zwei kamen nun ebenso auf mich zu. Grade als der dritte versuchte mich zu packen hörte ich jemanden. Was ein Glück!
      Hoffnungsvoll sah ich zur Seite.. Ein Fremder kam eilig auf die Männer zu, ohne jegliche Furcht oder Bedenken schlug er einen dieser Männer auf den Kehlkopf. Er wusste aufjedenfall was er tat, das konnte man ihm lassen.
      Noch zusammengekauert sah ich dem restlichen Schauspiel zu, doch die 3 Männer waren komplett Chancenlos gegenüber dem Fremden. Einerseits war das wirklich beeindruckend, wenn mein Körper allerdings nicht noch vor Angst zittern würde, würde ich wahrscheinlich wahnsinnig begeistert sein.
      Letztlich liefen die Männer feige davon.. lange starrte ich den 3 Männern hinterher doch breitete sich langsam das Gefühl der Erleichterung bei mir aus, weshalb ich mich auch etwas wieder entspannen konnte.
      Als ich wieder ganz bei Sinnen war, bemerkte ich das der junge Fremde mir seine Hand hinhielt. Nervös lächelnd nahm ich diese an und stand wieder auf, obwohl ich Anfangs bisschen wackelig auf den Beinen war.
      "Nein mir geht es gut.. Dank dir." meinte ich als ich dann wieder auf den Beinen war und konnte mir nun kaum ein lächeln verkneifen. Ich war so unendlich erleichtert das mir doch jemand zu Hilfe kam. Und dann auch noch jemand der wirklich stark ist!
      "Das war wirklich knapp.." stellte ich erleichtert fest. "Ich danke dir wirklich vielmals..." fing ich doch kurz an ihn zu mustern bevor ich weiter sprach. "Also ich bin Ava. Hast du auch einen Namen?" ich war einfach viel zu aufgeregt. So aufgeregt das ich mich wirklich schwer tat, mich zurückzuhalten. Am liebsten hätte ich ihn mit Fragen überhäuft! auch wenn mich mit am meisten interessieren würde wo er so kämpfen gelernt hat.. oder ob er hier lebte. Stimmt! ich habe ihn noch nie in dieser Gegend gesehen. Vielleicht war er erst vor kurzem hierhin gezogen. Viele Gedanken schwirrten mir in meinem Kopf doch letztlich würde ich wohl kaum so eine Antwort finden.
      "Du bist neu hier,oder?" konnte ich meine Frage dann doch nicht zurückhalten. Die Neugier sprudelte einfach so aus mir heraus.

      Plötzlich hörte ich ein Poltern hinter mir. Eine der Mülltonnen ist plötzlich umgekippt doch sah man nichts was dies verursacht haben könnte.
      Ein leises "Meooow" war zu hören. "Oh!" stellte ich fest, lief schnell zu dieser Mülltonne und schob diese zur Seite. "Da bist du ja!" grinste ich und hielt der Katze von eben meine Hand hin. Diese schnupperte erst an dieser doch war die Angst von ihr schnell wieder verflogen.
      Vorsichtig nahm ich diese Katze in den Arm.
      "Hey du!" sprach ich nochmal mit meinen Anonymen Retter. "Ich würde mich gerne für deine Rettung bedanken. Direkt hier um die Ecke gibt es ein Cafe wo ich arbeite. Komm doch morgen Früh vorbei, da hab ich Schicht. Dann bekommst du das leckerste Frühstück was du jemals hattest. Was hälst du davon? Natürlich geht das dann aufs Haus!" ging ich, mit der Katze im Arm auf ihn zu und wartete eine Antwort ab.

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    • Léan Pouli

      Ich war etwas verwirrt über ihre ... redefreudigkeit, da ich so etwas nicht kannte. Bei mir beschränkten sich die Worte immer nur auf das Nötigste, damit man sofort weiterziehen und sich auf das Überleben konzentrieren konnte. Daher stand ich ein wenig perplex in der dunklen Gasse, während die Worte des Mädchens auf mich einprasselten.
      "Ich..Äh...", versuchte ich meine Gedanken in Worte zu fassen. So viele Dinge von denen sie sprach kannte ich nicht. Eigentlich wollte ich nicht auffallen, doch der nächste Satz kam einfach aus mir raus.
      "Was ist ein Kafä?", versuchte ich das Wort nachzusprechen. Da ich es noch nie gehört hatte, wusste ich nicht so recht wie ich es aussprechen sollte und gab mein Bestes. Bevor ich fragte was eine Schicht und ein Frühstück war, wollte ich erstmal abwarten was sie zu meiner Frage sagte. Wahrscheinlich war dies sehr bekannte Wörter in der Lichten Welt, doch mir waren sie total fremd. Allerdings wollte ich auch nicht wie ein kompletter Vollidiot dastehen. Ich würde schon noch hinter die Bedeutung der Wörter kommen.
      Vielleicht griff ich auch zu einer Notlüge und erzählte ihr, dass ich mein Gedächtnis verloren hatte. Immerhin würde das erklären, wieso ich mich in dieser Welt so Fremd fühlte.
      Auch als die Fremde ein seltsames Tier hochhob, wich ich einige Schritte zurück. Was war das für ein Wesen? Ich kannte es nicht. Obwohl sie es auf dem Arm hatte und es nicht gefährlich aus sah, war ich schon wieder in Kampfbereitschaft. Tiere die sich streicheln ließen? Diese Welt war wahrlich seltsam! Allerdings kam ich mir ein wenig dämlich vor, weswegen ich versuchte meine Muskeln zu entspannen und die Hände nicht mehr zu Fäusten zu ballen. Zur Not würde ich einfach sagen, dass ich keine guten Erfahrungen mit diesem ... Tier gemacht hatte. Das würde sicherlich meine Reaktion erklären.
    • Ava

      Erst wartete ich auf seine Antwort, doch schnell merkte ich das dieser Junge ziemlich.. verwirrt schien. Fast so als wüsste er gar nicht wovon ich rede.
      "Ein Ca-fe!" verbesserte ich ihn, doch konnte ich ein leichtes kichern mir nicht verkneifen. Die Ausdrucksweise von ihm war doch irgendwie lustig und zugleich niedlich. Vielleicht kam er ja aus dem Ausland, und es wird einfach nur anders bei ihm genannt.
      "Du weißt schon. Da kann man sich gemütlich am Tisch setzen und du kannst dir etwas leckeres zu Essen oder zu Trinken bestellen von einer netten Bedienung!" erklärte ich grob, um ihn eine Gedankenstütze zu geben. Es war immerhin schwer zu glauben das es jemanden auf der Welt gab, der noch nie was von einem Cafe gehört hatte.
      "Fällt es dir jetzt wieder ein?" hakte ich nochmal nach. Er war in der Tat schon ein seltsamer Kauz.. aber ich schuldete ihm etwas. Dazu machte mich diese seltsame Art irgendwie neugierig.

      Die Katze, die in meinem Arm lag schien ebenso Interesse an den Fremden zu hegen. Sie sprang von meinem Arm und näherte sich dem jungen Mann. Nach vorsichtigen beschnuppern zeigte die Katze dann auch keine feindseligkeit mehr und schmiegte sich an des Fremden Bein.
      "Oh du scheinst wohl einen Freund gefunden zu haben." lächelte ich erst ihn an und kniete mich dann wieder zu der Katze runter.
      "Stimmt etwas nicht?" stellte ich fest als der Fremde, der mir nicht mal seinen Namen nennen wollte, irgendwie angespannt auf mich wirkte. War die Katze vielleicht Schuld? Vielleicht sollte ich mir nicht so viele Gedanken darum machen was die Begründung für etwas sein könnte.
      "Na komm her." sprach ich sanft zur Katze die schweren Herzens sich vom Fremden trennte, und dann wieder in meine Arme lief. Mitsamt Katze stand ich dann wieder auf.
      "Nun ich sollte jetzt wirklich nach Hause." meinte ich doch bisschen enttäuscht. "Sagen wir einfach, wir treffen uns Morgen früh an dieser Gasse. Dann werde ich mich schon mit einem leckeren Essen revanchieren..." wartete ich noch seine Antwort ab bevor ich gehen würde.
      "Ich akzeptiere kein Nein als Antwort!" fügte ich noch frech hinzu.

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    • Léan Pouli

      Bemüht darum meine Verwirrung zu überspielen sprach ich ihr dieses seltsame Wort nach.
      "Ka...fäh". Irgendwie klang das bei mir immer noch nicht so, wie sie es aussprach. Ich schüttelte meinen Kopf. Egal, es war nur ein Wort, wieso kümmerte mich etwas so belangloses? Meine Mission war weitaus wichtiger, ich musste das Licht dieser Welt finden und es an mich reißen, damit ich es in meine Welt bringen konnte. Mehr zählte nicht.
      Misstrauisch beäugte ich das fellige etwas, welches sich an meinem Bein rieb. Markierte es mich etwa?! In dem Moment, in welchem ich dieses Vieh wegtreten wollte nahm die Fremde es auch schon wieder an sich. Erleichtert bließ ich die Luft aus, welche ich unbemerkt angehalten hatte.
      Als das Mädchen noch mehr seltsame Worte aussprach, wie Bedienung oder Freund, versuchte ich es einfach zu ignorieren. Sie würde mich ohnehin nur für total verblödet halten, wenn ich sie weiterhin nach der Bedeutung fragen würde.
      "In Ordnung", entgegnete ich stattdessen und verschränkte die Arme vor meine Brust. Dieses Ding in ihren Armen war mir immer noch nicht ganz geheuer. Mit einem Nicken verabschiedete ich mich, drehte mich um und lief aus der dunklen Gasse hinaus. Allerdings bereute ich es sofort, denn sie Sonne brannte unerträglich auf meine Haut. Mit einem Blick in den Himmel erkannte ich, dass sich keins von diesen weißen Dingern dort oben befand, welches sich vor die Scheibe hätte schieben können. So ein Pech aber auch.
      Mit zusammengekniffenen Augen ging ich wieder zurück in den Schatten und lehnte mich möglichst unauffällig an eine Hauswand, in der Hoffnung, dass das Mädchen diese seltsame Aktion nicht bemerkt hatte.
    • Ava

      "Du bist wirklich ein komischer Kerl." kicherte ich wieder bei seinem erneuten Versuch das Wort auszusprechen. So jemanden war ich nun wirklich noch nie begegnet. Ob das vielleicht ein Grund zur Sorge war? Lucy warnte mich oft vor solchen komischen Kerlen. Aber ich denke sie hat es doch eher anders gemeint.. Ohje was wird wohl passieren wenn ich ihr von heute erzähle?! die würde sicherlich noch diese 3 suchen gehen und sie zur Hölle schicken.. ja so gruselig konnte Lucy wirklich ab und zu sein.

      Als ich endlich die Bestätigung bekam das er sich morgen mit mir treffen wird konnte ich meine Freude kaum zurückhalten. Was man von ihm aber nicht behaupten kann. Hat er bisher überhaupt einen Gesichtsmuskel bewegt außer beim sprechen?
      und auch da hörte man bisher nicht sehr viel. Ah, doch. Als er die 3 Männer in die Schranken gewiesen hat.. da hatte er doch gelacht!
      'Wirklich ein sehr merkwürdiger Typ!' wiederholten sich meine Gedanken, aber hörte ich diese Worte selbst schon oft genug. Meine Mitschüler waren da schon sehr geübt drin.
      "Nun dann sehen wir uns Morgen, komischer Kauz!" grinste ich ihn frech an. Ich konnte ihn ja schlecht bei Namen nennen, also musste ich mir was anderes einfallen lassen. Daraufhin lief ich auch schon zu meinem Fahrrad, das ich am Eingang der Gasse ja stehen gelassen habe. Legte die Katze im vorderen Korb ab und stieg aufs Fahrrad.
      Fast schon automatisch wagte ich noch einen kurzen Blick in die Gasse wo sich noch der Fremde befand. Was macht er denn jetzt? sah ich kurz verwirrt zu ihm. Die Sonne knallte noch schön runter aber es war doch schon Abenddämmerung. War sie so blendend?
      Kopfschüttelnd versuchte ich gar nicht mehr darüber nachzudenken und fuhr einfach los in Richtung meines Zuhauses. Diesmal doch etwas schneller da ich so eine Begegnung wie mit den 3 Männern nicht nochmal erleben möchte. Gar nicht auszumalen was sie getan hätten ohne die Einmischung des Fremden.. Zu gerne hätte ich seinen Namen gewusst!

      30 Minuten brauchte ich bis nach Hause, da ich aber eben auch etwas schneller fuhr. Wie immer stellte ich das Fahrrad vor der Haustür ab. Ging rein, diesmal mit Katze, und lief hoch bis zu unserer Wohnung.
      Als ich aber die Wohnung betrat merkte ich die merkwürdige Stille. Nach kurzem umsehen, wo denn Lucy war, fand ich sie letztendlich in ihrem Bett.
      Ich stellte meine Sachen dann in meinem Zimmer ab und schaute daraufhin ob wir etwas Futter hatten für die Katze. Zum glück war es nicht die erste Katze die ich aufnahm weshalb ich paar Dosen noch gelagert hatte.
      Ich fütterte die Katze nur noch, machte mich Bett fertig und fiel wie ein Sack Kartoffeln einfach nur in mein Bett. Das war wirklich zu viel für mich heute.

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    • Léan Pouli
      Ich wartete noch ein wenig im sicheren Schutz des Schattens, bevor ich mich erneut in die Sonne wagte. Sie stand bereits tief am Horizont, vermutlich würde sie bald untergehen und die Welt in wohlige Kühle sowie Dunkelheit tauchen. Ein lächeln breitere sich auf meinem Mund aus, wenigstens etwas, das mich an Zuhause erinnerte. Ich hielt inne, während ich über meine Gedanken grübelte. Zuhause? Wieso nannte ich eine grauenvolle Welt, in der es nur Mord und Tot gibt, mein Zuhause?
      Schulterzuckend lief ich weiter. Ich musste das Licht der Welt finden, allerdings hatte ich weder eine Ahnung wie ich das anstellen sollte noch wie das Licht überhaupt aussah. Sollte ich die Sonne stehlen? Aber wie würde ich dort hochkommen? Immerhin können Menschen nicht fliegen, außer auf die Fresse. Wahrscheinlich war das Licht dieser Welt nicht die Sonne, sondern etwas viel kleineres. Es wäre sogar denkbar, dass es nicht einmal leuchtet. Eine Hand fuhr unmerklich an meinen Hinterkopf und fing an dort zu kratzen. Wie um alles in der Welt sollte ich dieses Ding finden? Was habe ich mir nur dabei gedacht in diese Welt zu kommen in dem Gedanken, dass ich meine Welt damit retten würde?
      "Vollidiot", murmelte ich vor mir her. Vermutlich würde meine Zeit hier überhaupt nichts bewirken und ich würde mit leeren Händen nach Hause gehen. Gerade als ich dachte, dass es wohl besser wäre, wenn ich sofort gehen würde prallte ich gegen etwas.
      "Pass doch auf, Idiot!", rief der Fremde, gegen welchen ich gelaufen war. Dieser erntete einen grimmigen Blick meinerseits. Angst breitere sich in seinen Augen aus und er drehte sich wortlos um und ging. Sehr gut, soll er nur Angst vor mir haben. Das erspart mir unnötige Konversationen.

      Den Rest des Tages verbrachte ich mit der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Dabei hielt ich mich im Umkreis von 250 Metern zu der Gasse auf, in welcher ich das Mädchen traf. Sonst würde ich in diesem Betondschungel nie wieder diesen Ort finden. Die Sonne war bereits lange untergegangen, als ich mich damit begnügte in besagter Gasse hinter einem großen Schwarzen Ding zu verstecken. Aus diesem komischen Teil drang ein beißender Gestank, als würde dort Essen vergammeln. Nachschauen wollte ich nicht, es stank auch so schon genug.
      Seufzend setzte ich mich auf den Boden, den Rücken an die Wand gelenkt. Meine Augen schließend dachte ich noch einmal über mein Ziel nach, ob ich es jemals erreichen werde und ob es schlau war es überhaupt zu versuchen. Bevor ich zu einem Entschluss kam schlief ich ein.
      Ein Geräusch ließ mich aus dem Schlaf schrecken, auch wenn es nur leise war. Von der Straße her kam ein Ton, welchen ich nicht zuordnen konnte. Leise blickte ich um den schwarzen, stinkenden Kasten herum und versuchte die Quelle dafür auszumachen. Allerdings sah ich nur einen Menschen, welcher beim Gehen auf ein kleines Gerät blickte, aus welchem erneut ein komischer Ton klang. Was war dieses Teil?
      Kopfschüttelnd stand ich auf und lief auf den Eingang der Gasse zu, um nach dem Mädchen zu schauen. Die Sonne war bereits aufgegangen, weswegen ich darauf achtete im Schatten stehen zu bleiben. Sicher war sicher, außerdem war die Hitze auf meiner Haut äußerst unangenehm.
    • Ava

      Mit dem Ton des Weckers erwachte ich grummelnd aus meinen tiefen Schlaf. Diesmal war keine Lucy da die mich wecken würde da sie selber Samstag Morgens früh raus muss. Da ich dieses mal deutlich mehr Zeit hatte nahm ich mir erstmal die Zeit um gemütlich zu frühstücken. Nebenbei machte ich mein Radio an um bisschen Musik zu hören. Das war auch schon so ein morgendliches Ritual geworden.
      Die Katze die ich gestern mitgenommen hatte schlief anscheinend auf dem Sofa. Einen Moment lang starrte ich zu ihr beim Verzehr meiner simplen Cornflakes. Da stellte sich mir natürlich die Frage was ich mit ihr machen werde. Sie schien zwar dreckig und bisschen schwach aber nicht kränklich. Ich hoffe das würde auch so bleiben.
      Nach meinem Frühstück machte ich mich im Bad wieder fertig. Zog mir dann ein simples weißes Top mit Jeans an und machte mir meine Haare.
      Bevor ich ging stellte ich der Katze noch neues Fressen und trinken hin, und verließ darauf meine Wohnung. Schloss hinter mir ab, und lief nach unten um wieder mit dem Fahrrad loszufahren.

      Nach ungefähr 40 Minuten Fahrt kam ich dann endlich wieder in der Innenstadt an. Doch anstatt direkt zu dem Cafe zu fahren nahm ich einen kleinen Zwischenstopp zur Gasse von gestern ein, um zu sehen ob dieser Fremde von gestern schon da war. Tatsächlich sah ich ihn da schon im Schatten der Gasse stehen, vermutlich wartete er dort schon eine Weile. Vor ihm hielt ich an und begrüßte ihn freundlich.
      "Hey, da bist du ja. Ich hoffe du wartest nicht schon allzu lange." kicherte ich während ich vom Fahrrad abstieg.
      "Ich hoffe du hast viel Hunger mitgebracht!" meinte ich zu ihm und winkte ihn hinter mir her.
      "Komm das Cafe ist hier gleich um die Ecke." und ging schon mal Richtung des Cafes.
      Vor dem Cafe blieb ich nochmal kurz stehen. "Setz dich ruhig schon mal an eins der Tische und schau in die Speisekarte. Ich komme dann gleich wieder." lächelte ich ihn an und zeigte auf die besagten Tische. Das Cafe allgemein war sehr modern gebaut. Die weißen Tische passten perfekt zur braun/beigen Wand. Nicht nur Deko, sondern auch paar Bildschirme hingen von der Decke die verschiedene Programme am Tag zeigten. Morgens war es allerdings auch nur Musik. Aber das machte die Arbeit nur umso entspannter.
      Ich verschwand hinter einer Tür, die nur für das Personal war.
      "Guten Morgen Ava." kam mir mein Boss direkt entgegen. Er war so freundlich und sehr fürsorglich, ich verstand mich zum Glück sehr gut mit ihm.
      "Morgen Boss." lächelte ich ihn an. "Es gibt da etwas was ich dir erzählen muss!" fügte ich aufgeregt hinzu woraufhin ich direkt seine ganze Aufmerksamkeit hatte. Kurz und Knapp erzählte ich ihn vom gestrigen Abend, und das dieser Mann mich gerettet hatte. Und natürlich das ich ihm ein Essen versprochen hatte.
      Kopfschüttelnd sah er dann zu mir. "Das ist wirklich unglaublich.. aber vielleicht hättest du trotzdem die Polizei rufen sollen!" meinte er dann, während ich meine Sachen in den Spind legte und meine Arbeitsuniform anzog.
      "Ach was. Ich bin einfach froh das nichts passiert ist.. Deswegen wollte ich aber erst fragen ob es ok ist, das ich ihm etwas zubereite. Ich wollte mich halt so bei ihm bedanken." er nickte nur eifrig zu mir.
      "Tue dir keinen Zwang an! Dein Held, ist auch mein Held." scherzte er und fing an zu lachen. Doch machte er sich kurzerhand auf um zu arbeiten. So tat ich es ihm gleich.
      Frisch umgezogen lief ich dann wieder raus zum Tisch des Fremden.
      "Da bin ich wieder! hast du schon eine Idee was du haben willst?" sah ich ihn geduldig an.

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    • Léan Pouli

      Nach einer Weile kam die Fremde und begrüßte mich Freundlich. Ich bemühte mich keinen verwunderten Gesichtsausdruck zu machen über das Gefährt, von welchem sie abstieg. In dieser Welt waren so viele neue Dinge, die ich überhaupt nicht kannte. Allerdings waren diese Dinge für alle, welche in dieser Welt lebten völlig normal. Deshalb versuchte ich mich so normal wie möglich zu verhalten um keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. Immerhin gab es hier auch Menschen, welche verhindern wollten, dass das Licht ihre Welt verlässt. Verständlich, finde ich. Niemand würde seine Welt absichtlich ins Chaos stürzen wollen, wenn man auch im Paradies leben könnte.
      Zur Begrüßung nickte ich ihr nur zu, da ich die Etiketten dieser Welt noch nicht kannte. Wenn ich mich ein wenig an sie hängen würde, dann würde ich bestimmt viel abschauen und lernen können. Gemächlichen Schrittes ging ich hinter ihr her. Diese Gangart habe ich bei Menschen, welche an der Gasse vorbei liefen, beobachten können. Normalerweise laufe ich schnell oder geduckt, damit ich möglichst schnell und unbemerkt von einem zum anderen Ort gelange. Jedoch haben die Menschen hier keine Sorge, dass sie jederzeit umgebracht werden könnten, weswegen sie viel entspannter laufen.
      "Setz dich ruhig schon mal an eins der Tische und schau in die Speisekarte. Ich komme dann gleich wieder.", sprach das Mädchen mit einem Grinsen im Gesicht. Zu meinem Glück deutete sie anschließend auf ein Möbelstück, weswegen ich vermuten konnte, was sie von mir verlangte. Der Bitte nachkommend ging ich an ihr vorbei und setzte mich an einen Tisch. Das, auf dem ich saß, war unerwartet weich. Doch meine Verwunderung ließ ich mir nicht anmerken. Als ich mich umschaute entdeckte ich einige Dinge, welche ich nicht kannte. Jedoch wunderte ich mich nicht mehr darüber, dass vieles neu für mich war, ich hatte mich bereits damit abgefunden. Zu meinem Glück war ich kein sehr neugieriger Mensch, weswegen ich nicht unbedingt wissen musste, was das alles war. Vor mir lag etwas, das wohl die Speisekarte sein musste. Das Mädchen verschwand und ich war auf mich alleine gestellt. Was genau sollte ich damit tun? Möglichst unbemerkt beobachtete ich die anderen Menschen, welche sich in dem Kafeh befanden. Die Menschen hielten die Speisekarte in der Hand, fuhren mit dem Finger darauf rum und sprachen mit anderen Menschen, welche vermutlich hier arbeiteten, da sie alle dasselbe anhatten.
      Nachdem ich mit meiner Beobachtung genug Informationen gesammelt hatte schlug ich die Karte ebenfalls auf und betrachtete ihren Inhalt. Ich wusste nicht was genau ich darin erwartete, aber bestimmt nicht das, was ich vorfand. In schwarz waren dort drin alle möglichen Formen gezeichnet worden, welche für mich keinen Sinn ergaben. Stirnrunzelnd versuchte ich schlau aus diesem Rätsel zu werden, doch egal wie sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte es nicht lösen. Erneut hob ich meinen Blick, um weitere Informationen von den anderen Menschen zu erhalten. Sie tippten mit dem Finger auf eine Stelle in der Speisekarte, während sie mit einer der Arbeiterinnen sprachen. Anschließend nahm sie die Karte mit und ging. Gerade als ich meinen Blick wieder nach unten richten wollte, bemerkte ich das Mädchen neben mir. Sie trug nun dieselben Klamotten, welche die anderen Arbeiter anhatten.
      "Da bin ich wieder! hast du schon eine Idee was du haben willst?" Erneut bemüht nicht total hilflos zu wirken schaute ich wieder auf die Speisekarte und tippe einfach auf irgendeine Stelle darin.
      "Das hier", sagte ich leise. Ich bemühte mich selbstbewusst zu klingen, was mir nicht wirklich gelang. Meine Stimme war sehr leise und meine Aussage mehr eine Frage, als eine Feststellung. Zögernd nahm ich den Finger von der Stelle und schaute die Fremde wieder an.
      "Ähm, bitte", fügte ich noch schnell hinzu. Dieses Wort schnappte ich ebenfalls von den anderen Menschen auf, welche mit einer der Arbeiterinnen sprachen.
    • Ava

      Wieder nur verwundert, aber letztendlich schmunzelnd beobachtete ich ihn. Er zeigte mir auf der Karte was er haben wollte auch wenn es eher schon wie eine Frage wirkte statt einer normalen Bestellung.
      "Ah eine gute Wahl... Rührei mit geschmorten Paprika und Brot.." wiederholte ich leise für mich selbst während ich mir auf einem Notizblock alles notierte.
      "Magst du auch was zu trinken? Tee, Kaffee oder doch vielleicht eher sowas wie Saft? Unser Orangensaft ist grade frisch gepresst worden also seeeeeeehr lecker~." fügte ich noch fragend hinzu und wartete erst auf seine Antwort ab, ehe ich mich um die Bestellung kümmern würde.
      Nach der Bestellung nahm ich die Speisekarte dann wieder an mich und beobachtete nochmal einen kurzen Moment lang den unsicher wirkenden jungen Fremden.
      "Ich bin dann gleich wieder da und bring dir dein Essen. Verhunger mir hier also nicht!" scherzte ich kichernd und machte mich direkt auf den Weg Richtung Küche. Da dieses Cafe grade erst geöffnet hat war noch nicht soviel los, eine gute Gelegenheit um das Essen selbst zuzubereiten. Ja, ich kellner hier nicht nur. Manchmal spring ich auch in der Küche ein falls zu viel los ist. Da würde ich auch meinen das meine Kochkünste mehr als Passabel waren.. zumindest hat sich bisher niemand beschwert.
      In der Küche machte ich mich sofort daran ihm seine Bestellung zu zubereiten.
      Die schnell geschnittene und gedünstete Paprika fügte ich mit dem Rührei in eine Pfanne, würzte diese und fing dann an diese zu braten. Alles ging super schnell so das ich alles auf einem Teller anrichten konnte. Fehlte nur noch das Brot was ich daneben lag und schon war es fertig. Ich legte alles nötige auf ein Tablett und machte mich schon auf dem Weg zu dem Fremden.
      Am Tisch stellte ich ihm alles hin. "Dann wünsche ich dir einen guten Appetit." lächelte ich ihn an und widmete mich dann meiner Arbeit. Das war nur ein extra was ich vorher erledigen wollte.

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    • Léan Pouli
      "Entscheide Du für mich", antwortete ich ihr, als sie mich nach etwas zu trinken fragte. Mir würde schlichtes Wasser reichen, aber wenn ich schon einmal hier war konnte ich auch den Luxus der Vielfalt genießen, oder?
      Das Mädchen erwähnte nicht, dass ich mich komisch verhalten würde, weswegen ich annahm, dass ich mich gut genug um die Dinge herum mogeln konnte, welche ich nicht kannte oder nicht wusste. Zu meinem Glück war ich gut darin meine Umgebung zu analysieren, wodurch ich einige hilfreiche Tipps bekam wie ich mich verhalten sollte um nicht aufzufallen.

      Nachdem ich weiterhin unbemerkt meine Umgebung betrachtet hatte kam das Mädchen mit sehr lecker aussehendem Essen zurück. Das Essen befand sich auf einer Platte, welche sie vor mir auf den Tisch stellte. Während ich den Duft einatmete lief mir das Wasser im Mund zusammen. Mein Magen fing an zu knurren, es war ein wenig her, dass ich etwas gegessen hatte. Gerade als ich das Essen mit meinen Fingern nehmen wollte erinnerte ich mich daran, dass die anderen Gäste Werkzeuge benutzten, um das Essen zu ihrem Mund zu führen. Ich schaute mich auf meinem Tisch um und fand zwei silbern glänzende Werkzeuge vor mir liegen, welche ich zuvor gar nicht bemerkt hatte, weil ich so darauf konzentriert war die anderen zu beobachten.
      Nach kurzem Zögern nahm ich das Ding, welches vorne mehrere Zacken hatte in die Hand und versuchte damit mein Essen aufzuspießen. Ich fand, dass ich das ziemlich gut machte.

      Nachdem ich aufgegessen hatte legte ich das gezackte Werkzeug auf meine leere Platte und lehnte mich satt und zufrieden an der Lehne meines Platzes an. So voll war mein Bauch schon lange nicht mehr gewesen, was sich einerseits unglaublich gut anfühle und andererseits wurde mir davon leicht übel. Ich wusste nicht, was ich als nächstes tun sollte, also wartete ich etwas. Die anderen Gäste stehen auf, wenn sie aufgegessen hatten und verließen das Gebäude. Kurzerhand beschloss ich das auch zu tun und erhob mich von meinem Platz. Zügigen Ganges schritt ich auf die Ausgangstür zu, zögerte jedoch kurz, als ich direkt davor stand. Draußen war mittlerweile überall Sonne und ich wollte mich ihr nicht unbedingt aussetzen. Zwar schmerzte es nur leicht und meine Haut würde wieder anfangen zu jucken, doch sonderlich angenehm ist dieses Gefühl nicht. Nachdem ich einmal tief durchgeatmet hatte öffnete ich die Tür und ging nach draußen. Sofort stach mir die Sonne in die Augen, wodurch ich sie zusammen kneifen musste. Meine Haut fing an zu schmerzen und zu jucken. Ich zog mir meine Kapuze tief ins Gesicht und steckte meine Hände in die Hosentaschen, um möglichst wenig Haut der Sonne auszusetzen. Das klappte ganz gut, doch unangenehm waren die Sonnenstrahlen trotzdem. Schnell suchte ich mir wieder eine schattige Gasse um mich vor ihr zu schützen. Erleichtert nahm ich die Hände aus den Hosentaschen und streifte die Kapuze von meinem Kopf.
      "Soweit sogut..", murmelte ich leise vor mir hin. Wo sollte ich jetzt weiter machen? Ich hatte keine Ahnung, wo das Licht dieser Welt war. Ich würde vermuten, dass es der große Ball am Himmel war, aber das war zu leicht. Dann wäre schon längst jemand da hoch gegangen und hätte das Licht geholt, oder? So schwierig konnte das nicht sein.
      Grübelnd strich ich mit meinen Fingern über meine Wange. Wenn es nicht die Sonne war, was konnte es dann sein? Ich vermutete, dass das Licht der Welt, logischerweise, etwas helles sein musste. Oder? Was wenn "Licht" nur eine Metapher für etwas anderes war?
      Vielleicht hätte ich mir darüber Gedanken machen sollen, bevor ich in diese Welt gehe.
      "Ich bin erledigt", seufzte ich und schlug meine Hände über meinem Kopf zusammen. Gedankenverloren lief ich meine kleine Gasse auf und ab. Wo genau sollte ich anfangen? Ziellos in der Gegend umherlaufen wird mir nicht helfen, dafür ist diese Welt zu groß. Ich brauchte einen Plan und das schnell, bevor mich die Sonne buchstäblich grillt.

      Die Hände wieder in die Hosentasche steckend mit der Kaputze so weit über meinen Kopf gezogen, dass ich nur auf den Boden blicken konnte wagte ich mich erneut aus der Gasse heraus. Sofort wurde die Hitze beinahe unerträglich und ich fühlte, wie die Sonne meine Lebenskraft raubte. Verzweifelt blickte ich mich um auf der Suche nach einer Lösung, doch ich fand keine. Vermutlich würde ich warten müssen, bis es dunkel wurde. Gerade als ich mich umdrehte wurde mir schwindelig und ich verlor die Balance. Hart schlug ich auf dem Boden auf und stieß meinen Kopf an etwas, wodurch mir schwarz vor Augen wurde und ich mein Bewusstsein verlor.

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    • Ava

      Als ich ihn das Tablett mit dem Essen reichte, wirkte der Junge schon so als hätte er einen riesen Hunger. Dann war es nur umso besser das ich ihm eine ordentliche Portion zubereitet hatte. Ich hoffte nur das es ihm auch schmecken würde.

      Da Wochenende war, war natürlich auch viel los, ich war so sehr mit meiner Arbeit beschäftigt das ich nur ab und zu flüchtig zu den jungen Fremden schauen konnte ob auch alles in Ordnung war. Ich konnte es nicht verneinen das er mich irgendwie interessierte doch fürchtete ich das ich ihn nach dieser Begegnung nicht wieder sehen würde. Dabei hätte ich gerne gewusst wer das war.
      Als ich mich selbst dabei ertappte das ich über sowas nachdachte musste ich nur innerlich lachen. War es die Tatsache das er mich gerettet hatte oder woran lag es das diese Gedanken mich nicht los ließen? er wirkte einfach so anders als jeder andere und das machte mich neugierig.
      Eine gewisse Zeit lang verging wo ich meiner Arbeit nachging, einen weiteren kleinen Blick auf den Tisch des Fremden stimmte mich doch ein klein wenig traurig. Er war anscheinend schon gegangen ohne sich zu verabschieden, ich wusste nicht wieso aber das machte mich ein bisschen wieder nachdenklich.
      "Hey Ava! du kannst jetzt Pause machen." erklang eine weibliche ruhige Stimme hinter ihr und fasste leicht an Avas Schulter wodurch ich leicht zusammenzuckte.
      "Oh, hey Mira." sprach ich noch leicht abwesend zu ihr. "Stimmt. Danke.." meinte ich peinlich berührt da ich dies schon beinahe vergessen hatte.
      Eilig ging ich zur Umkleide, wo der Eingang hinter der Theke war, und zog mich da wieder um. Mit meinen normalen Klamotten und meiner Tasche machte ich mich auf um meine Pause zu verbringen. Für heute beschloss ich etwas in der Stadt zu spazieren und eventuell das eine oder andere Mitbringsel zu kaufen. Ich liebte es einfach mich in der Stadt umzusehen und einzukaufen.

      Als ich grade um die Ecke lief mit meinem Handy in der einen Hand um jederzeit nachzusehen in welche Richtung ich nun laufen musste, entdeckte ich etwas dunkles auf dem Boden, da es aber recht weit weg war und die Sonne einen zusätzlich blendete konnte ich nicht sofort ausmachen was es war.
      So näher ich jedoch ran desto eher wurde mir klar was ich da sah. "Da liegt ja jemand!" stellte ich erschrocken fest und mein Tempo wurde immer schneller.

      Bei der Person angekommen kniete ich mich sofort zu ihm runter und musterte schnell den Bewusstlosen. Überrascht erkannte ich den jungen Fremden den ich grade noch im Cafe sah und ihm was zu essen brachte, doch jetzt lag er hier und das ohne sein Bewusstsein und blutend am Kopf. Viele Gedanken sprangen mir in den Kopf doch zuallererst musste ich erste Hilfe leisten!
      Zuerst überprüfte ich seine Atmung und den Puls das zum Glück beides noch vorhanden war. Dann versorgte ich seine Wunde, legte ihn daraufhin in die stabile Seitenlage, nachdem ich diese erste Hilfe geleistet hatte schnappte ich mir mein Handy.
      Schnell tippte ich die Nummer vom Notruf in meinem Handy ein um Hilfe zu holen.
      Ungeduldig wartete ich daraufhin auf den Krankenwagen doch dieser brauchte zum Glück nur wenige Minuten. Schnell trat Ava zurück als die Sanitäter aus dem Auto rannten um dem Bewusstlosen Hilfe leisten zu können. Noch immer schwirrten mir viele Fragen im Kopf herum doch so werde ich sicherlich keine Antworten bekommen.
      "Dürfte ich bitte mit? ich mache sorgen um ihn." fragte ich einen Sanitäter als diese den dunkelhaarigen auf die Trage legten."
      Dieser nickte nur freundlich aber auch ernst. Ich stieg also mit in den Krankenwagen, wo der bewusstlose auf einer Trage ebenso lag und fuhr mit ins Krankenhaus.

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    • Léan Pouli

      Der Himmel wurde wie immer von schwarzen Wolken verdeckt und verdunkelte die Welt. Ich warf einen kurzen Blick auf die schwarze Wolkendecke über meinem Kopf und seufzte leise. Schon immer habe ich mich gefragt, was wohl dahinter liegt. Ob meine Welt vielleicht auch Licht besaß, sie aber von der undurchdringbaren Schicht aus schwarzem Wasser verdeckt wurde.
      Anschließend richtete ich meinen Blick wieder nach unten. Das Schlachtfeld, welches sich vor mir erstreckte bereitete mir noch immer eine Gänsehaut. Zahllose Körper, aus denen jegliches Leben gewichen war, lagen verstreut auf der Erde. Sie waren das Ergebnis von einem Kampf um das Portal in die andere Welt. Ich wollte ihn aufhalten, das wollte ich wirklich. Aber ich konnte es nicht. Egal wie sehr ich meinen einzigen Bruder anflehte das Portal nicht zu suchen, meine Worte schienen an ihm abzuprallen. Das Portal öffnete nur für wenige Minuten, bevor es sich für mehrere Jahre verschloss und uns ihn dieser Hölle zurücklies.
      Eine Träne lief lautlos meine Wange herab und tropfte auf den leblosen Körper in meinen Händen. Wieso wollte er nicht auf mich hören? Am Ende hatte ich doch recht gehabt. Das Portal zu suchen würde nur in den Tod führen. Traurig blickte ich in die toten Augen meines Bruders und strich zärtlich seine mit Blut verklebten Haare auf die Seite.


      Noch bevor ich wieder richtig zu Bewusstsein kam bohrte sich ein stechender Schmerz in meinen Kopf. Noch bevor ich überhaupt einen klaren Gedanken fassen konnte fühlte sich mein Kopf an, als würde ihn jemand mit seiner ganzen Kraft zerquetschen wollen. Leise gab ich ein schmerzerfülltes Stöhnen von mir und drehte mich benommen auf die Seite. Vorsichtig öffnete ich meine Augen, jedoch war die Umgebung viel zu hell, um sie länger als eine Sekunde offen halten zu können. Nach einer ganzen Weile hatte ich mich endlich an das Licht gewöhnt und konnte meine Augen ganz öffnen. Zuerst sah ich alles nur verschwommen, doch nach ein paar Sekunden klärte sich mein Blick. Zu meiner Überraschung erkannte ich das Mädchen, welches mir zuvor Essen gab.
      "Mhmm... whetna feisam", nuschelte ich und räusperte mich daraufhin. Irgendwie wollte mein Mund nicht mit meinem Gehirn kooperieren.
      "Was machst du hier?", wollte ich von ihr wissen. Kurz darauf bemerkte ich, dass ich eben noch draußen in der Sonne stand, bevor ich mein Bewusstsein verloren hatte. Schnell schaute ich, ob die versteckten Messer in meiner Kleidung noch an ihrem Platz waren. Als ich den kalten Griff fühlte, atmete ich erleichtert auf. Es war alles noch an seinem Platz.
      "Wo bin ich?", fragte ich sie und schaute mich in dem Raum um. So einen Ort hatte ich noch nie zuvor gesehen. Die Wände, der Boden ... alles war so hell. Sah so der Himmel aus? Quatsch. Dann hätte ich sicherlich nicht so starke Kopfschmerzen und meine Messer. Das hier musste etwas anderes sein.
    • Ava

      Es dauerte nicht lange bis wir am Krankenhaus ankamen, die Sanitäter brachten ihn mit einer Trage rein. Ich jedoch musste vorne an der Rezeption warten während sie ihn behandelten. Die Situation war durchaus merkwürdig, da ich ihn vor wenigen Stunden noch putzmunter gesehen habe... Wie konnte das einfach so passieren? Verwirrt und ungeduldig wartete ich bis mir jemand sagen konnte was passiert ist.
      Ein Arzt kam nach einer Weile aus der Türe, der gleiche der vorhin den Ohnmächtigen in Empfang nahm und sich um ihn kümmerte.
      Hastig sprang ich auf und eilte zu dem Arzt um mich zu erkundigen wie es ihm ging.
      "Entschuldigung?" sprach ich den Arzt an. "Ja?" fragte er mit einer ruhigen Stimme, während er etwas auf einem Zettel schrieb.
      "Wie geht es dem Jungen, der eben eingeliefert wurde?" fragte ich ihn besorgt.
      "Sind Sie eine Verwandte des Jungen? Oder eine Bekannte?" doch schüttelte ich daraufhin den Kopf. "eher eine flüchtige bekannte.." lachte ich nervös. "Aufjedenfall hab ich ihn Ohnmächtig auf den Boden gefunden und naja.. ich würde gerne wissen wie es ihm geht."
      "Nun.. er schläft im Moment. Er hat sich beim Sturz anscheinend den Kopf etwas angeschlagen, aber große Schäden hatte er nicht davon getragen. Wir müssen allerdings abwarten bis er aufwacht. Wollen Sie zu ihm?" erzählte mir der Arzt und lächelte mich bei der Frage an, wobei der Arzt dennoch etwas verwirrt und besorgt aussah. Gab es ein Problem? gerne hätte ich gefragt doch nickte ich einfach nur lieber und gehe zum Zimmer das er mir dann nannte.
      Grade als ich zur Tür raus bin um das Zimmer aufzusuchen hörte ich noch den Arzt der anscheinend mit der Dame an der Rezeption sprach.
      Viel verstand ich nicht aber eine Sache konnte ich raushören.. "Die Polizei?.. wieso das.." murmelte ich leise zu mir. Hatte der Arzt das wirklich gesagt? ohne jedoch großartig weiter Gedanken zu machen ging ich weiter und suchte den Raum auf.

      "Raum 243.. " murmelte ich wieder zu mir selbst und entdeckte schließlich den Raum. Grade als ich diesen betreten wollte um sicherzugehen das ich richtig war, kam mir eine Krankenschwester entgegen. Sie grüßte mich hastig und ging weiter ihres Weges, sie schien gestresst aber wen wundert es auch in einem Krankenhaus.
      Vorsichtig betrat ich das Zimmer und sah sofort den schlafenden dunkelhaarigen im Bett. Erleichtert seufzte ich aus, ging zu ihm rüber und setzte mich auf einen Stuhl der daneben stand.
      Ich weiß nichtmal genau warum ich hier bin.. irgendwie fühle ich mich dafür verantwortlich was mit ihm widerfahren ist.
      "Vielleicht stimmte ja etwas mit dem Essen nicht.." flüsterte ich zu mir, doch konnte ich mir das nur schwer vorstellen. Doch wollte ich die Sicherheit das es ihm wieder besser gehen wird.

      Paar Stunden vergingen, in der Zeit hatte ich schon eine Nachricht an meinen Chef geschickt das ich heute nicht mehr wiederkommen würde und habe mir dazu einen Kaffee aus der Cafeteria geholt, der nicht mal so schlecht war.
      Erschrocken sah ich plötzlich zur Seite als eine undeutliche Stimme neben mir ertönte. Instinktiv sah ich zu dem Fremden der seine Augen schon leicht öffnete und etwas sagen wollte.
      "Was ich hier mache? ich habe darauf gewartet bis du wieder wach wirst. Kannst du dich nicht daran erinnern was passiert ist?" entgegnete ich ihm als ich endlich verstand was er sagen wollte.
      "Keine Angst." lächelte ich zu ihm. "Du bist im Krankenhaus, ich war wirklich schockiert als ich dich gefunden habe. Aber es geht dir scheinbar wieder besser!" stellte ich positiv überrascht fest, auch wenn er wirklich verwirrt aussah.

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    • Léan Pouli

      "Was...", setzte ich an um zu fragen was ein Krankenhaus sei, aber das Wort erklärte sich von selbst. Mit schmerzerfülltem Gesicht hielt ich mir eine Hand an meine Schläfe und hoffte, dass der Schmerz bald vorbei sein würde. Ich versuchte das Gefühl so gut es ging zu unterdrücken und setzte mich aufrecht hin.
      "Warst du nicht beschäftigt? Wieso bist du mir hinterher gelaufen?", fragte ich sie leise. Mein Körper fühlte sich im Augenblick wirklich schrecklich an, meine Haut brannte an manchen Stellen noch immer wie Feuer und eine leichte Übelkeit breitete sich in meinem Magen aus wodurch ich das Gefühl bekam, dass mein Frühstück noch einmal Hallo sagen wollte. Mit geschlossenen Augen konzentrierte ich mich für einen Augenblick auf meine Atmung, um einerseits die in mir aufsteigende Panik loszuwerden und andererseits die seltsamen Gefühle zu kontrollieren. Ich war ein Krieger und kein Weichei. Das Unbekannte sollte mir keine Angst machen, sondern mich anspornen über meine Grenzen hinaus zu wachsen.
      Gerade als ich die Decke aufgeschlagen hatte und meine Beine an der Seite des Bettes herunter hängen ließ, bereit zum Aufstehen, ging die Tür zu meinem Zimmer schwungvoll auf und ein Mann mit einer weisen Robe betrat den Raum. Männer in weiß ... Plötzlich fiel mir wieder die Warnung meines Vaters ein. Es gibt Menschen die von der Existenz der Schattenwelt wissen und ihre Welt des Lichts gegen die Eindringlinge verteidigen. Die Männer in weiß gehören zwar nicht dazu, allerdings informieren sie unwissentlich die Menschen, die mir gefährlich werden können. Der einzige Vorteil den ich habe ist, so schnell wie möglich abzuhauen und meine Spuren zu verwischen. Noch bevor der Mann mich erreichen konnte war ich auf den Beinen und lief so schnell es ging auf die Fenster zu. An den Fenstern angekommen fasste ich kurz die kalte Glasscheibe an, auf der Suche nach einer Möglichkeit diese Dinger zu öffnen. Ich erblickte einen Griff und wollte ihn gerade drehen, als der Mann in weiß mich erreichte und meine Schulter berührte. Noch bevor er ein Wort sprechen konnte duckte ich mich, drehte mich aus seinem Griff heraus und lief schnellen Schrittes auf die Tür zu, welche mittlerweile geschlossen war.
      "Na na na, wo wollen Sie denn so schnell hin? Sie sind hier in Sicherheit. Vielleicht würde es Ihnen gut tun sich noch eine Weile auszuruhen, bis sie sich wieder beruhigt haben." Ich blieb stehen. Vielleicht hatte der Mann in weiß gar nicht die Menschen informiert das ich hier bin, welche kommen werden um mich zu töten oder schlimmeres mit mir anzustellen. Mit einem tiefen Atemzug versuchte ich mich zu beruhigen und drehte mich um.
      "Wie es scheint hat Ihr Gehirn bei dem Sturz auf den Kopf einen leichten Schaden davon getragen, was die Verwirrung und Panik erklären könnte. Bitte legen Sie sich wieder ins Bett für weitere Untersuchungen um einen größeren Schaden ausschließen zu können." Ich rührte mich nicht vom Fleck.
      "Ich traue keinem Mann in weiß", sprach ich schließlich nach einem kurzen Moment des Schweigens. Dem Mann entfuhr ein kichern, was mich wunderte. Was war daran lustig? Ich befand mich in einer sehr ernsten Lage.
      "Wie es scheint hat er eine leichte Amnesie", sprach er in normalem Ton weiter, diesmal jedoch an das Mädchen gerichtet. "Normalerweise legt sich das in den nächsten Tagen, wodurch seine Erinnerungen zurück kommen sollten. Wenn nicht kommen Sie bitte wieder und wir veranlassen ein paar Tests um das Problem zu beheben. Wenn er sich ein wenig ausgeruht hat dürfen Sie gehen, nachdem sie vorne am Empfang unterschrieben haben, damit wir Sie anrufen können, falls wir Ihnen etwas wichtiges mitteilen müssen." Mit diesen Worten ging er auf mich zu, weswegen ich einen Schritt zur Seite machte. Ich atmete erleichtert aus, als der Mann in weiß das Zimmer verlassen hatte und die Tür hinter sich schloss. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich die Luft angehalten hatte.
      Mit einem kurzen Blick auf das Mädchen ging ich wieder zu dem Fenster und griff den Hebel, um an ihm zu ziehen. Nichts passierte. Auf normalem Weg wollte ich das Krankenhaus nicht verlassen, vielleicht waren die Männer in schwarz bereits hier und warteten nur darauf, dass das Mädchen mich aus den Augen ließ. Oder sie verschleppten sie gleich mit, wer konnte das schon wissen. Jeder meinesgleichen der verschleppt wurde, wurde nie wieder gesehen. Nur zwei die ich kannte schafften es lebend vor ihnen zu entwischen und wieder in die Schattenwelt zu flüchten, weswegen wir von ihrer Existenz überhaupt erst erfahren haben. Ich möchte gar nicht daran denken wieviele Menschen aus der Schattenwelt sie bereits gefunden haben. Offensichtlich sind wir nicht für das Sonnenlicht gemacht und verbrennen durch sie, wodurch wir leicht aufzuspüren sind.
      "Scheiße", fluchte ich und probierte weiter das verdammte Ding zu öffnen. So schnell würde ich mich nicht geschlagen geben, immerhin war ich nicht einmal einen ganzen Tag hier. Mit leichter Panik in meinen Augen drehte ich meinen Kopf über meine Schulter und schaute das Mädchen an, in der Hoffnung, dass sie mir helfen würde zu entkommen.
    • Ava

      Ich kicherte leicht ertappt von dem Jungen Mann, und schüttelte daraufhin meinen Kopf. Er wirkte sehr verwirrt auf mich weshalb ich versuchen wollte ihn etwas zu beruhigen.
      "Nein, ich hab dich zufällig gefunden. Ich hatte grade meine Pause gehabt und war auf dem Weg in die Stadt, da hab ich dich an einer Gasse gefunden." erklärte ich ihm kurz und knapp und kratzte mir dabei leicht auf die Wange. Nicht das ich eh neugierig gewesen wäre wo er hin gegangen war, aber das wollte ich mir nicht eingestehen. Ich wollte ihm unbedingt helfen aber es war mir nicht bewusst wie schnell ich ihn helfen musste.
      "Hey, warte mal...!" rief ich grade, als er dabei war wieder aufzustehen, im gleichen Moment jedoch betrat jemand bekanntes den Raum. Der Arzt, mit dem sie sich eben noch unterhielt, betrat den Raum und stellte freudig fest das der Junge wach geworden war.
      Doch statt einer Unterhaltung darüber was passiert sei, was Ava eigentlich erwartete, sprang der Junge auf und eilte zum Fenster. Erschrocken sprang ich vom Stuhl und sah dem Geschehnissen hilflos zu. Der Junge versuchte verzweifelt dem Arzt aus dem Weg zu gehen und wirkte dabei sehr paranoid, was war nur mit ihm los?
      "Beruhig dich doch.." sprach ich leise zu dem verwirrten doch er war komplett außer sich und versuchte zu flüchten. Was zum Glück allerdings misslang dank dem Arzt, der in ruhigem Ton versuchte mit ihm zu reden.
      So langsam war ich selbst verwirrt von dieser Situation, vor wenigen Stunden wirkte er noch sehr ruhig und gelassen, doch jetzt? wie ausgewechselt als wäre er vor irgendwas auf der Flucht. War er vielleicht ein gesuchter Verbrecher? das hätte schon irgendwie was cooles... Mit einem hektischen Kopfschütteln warf ich schnell diese Gedanken aus meinem Kopf.
      "Wie es scheint hat er eine leichte Amnesie" sprach der Arzt plötzlich zu mir, wo ich nur verwirrt zu ihm starrte.
      "Eine Amnesie? wirklich?" war ich schockiert und sah dann zu dem verwirrten Jungen, was jedoch sein Verhalten erklären könnte.
      Mit einem Kopfnicken hörte ich dem Arzt weiter zu.
      "Okay..." bestätigte ich dem Arzt das ich es verstanden hatte, allerdings.. erwartete der Arzt das jetzt von mir? ich kannte den Jungen doch nicht, wo sollte er jetzt überhaupt hin?
      Ich seufzte erleichtert aus, als der Arzt den Raum verließ, und ließ meinen Blick dann zu dem verwirrten Jungen schweifen.
      "Scheiße" kam nur wieder von ihm, der sich wieder dem Fenster zuwidmete und versuchte es zu öffnen.
      "Was hast du nur vor?" fragte ich ihn verwirrt und näherte mich vorsichtig.
      "Findest du, das es wirklich eine gute Idee ist einfach so abzuhauen?" fragte ich weiter und sah ihm dabei zu wie er vergeblich versuchte den Griff am Fenster zu öffnen. Wusste er nicht mehr wie man sowas öffnet? vielleicht war die Amnesie doch schlimmer als erwartet?
      Doch so panisch wie er wirkte konnte ich es einfach nicht so darauf beruhen lassen. Offensichtlich fürchtete er sich vor etwas, weshalb ich ihn damit nicht hier lassen konnte.
      Seufzend schüttelte ich den Kopf, ich wusste zwar nicht was ich mit ihm machen sollte aber ich konnte es nicht so belassen.
      Ich trat neben ihm, und öffnete das Fenster was er nicht aufbekam.
      "Aber du wirst nicht alleine irgendwo hingehen. Ok? Hast du einen Ort wo du schlafen kannst?" hackte ich nach bevor ich ihn abhauen lassen würde.

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    • Léan Pouli
      "Was hast du nur vor?", ertönte die Stimme des Mädchens hinter mir.
      "Wonach sieht es denn aus... abhauen natürlich. Ich kann hier nicht bleiben." Ich antwortete ihr, ohne mich dabei umzudrehen. Wie geht das verdammte Ding nur auf... Wütend schlug ich mit der Faust dagegen. Von der Höhe her sah der Sturz machbar aus, es müssten ungefähr drei Meter sein. Unten war Gras, was meinen Sprung erleichtern wird, da ich weicher Lande als auf Stein.
      Während ich, mit Schweißperlen auf der Stirn, damit beschäftigt wr eine Lösung für mein Problem zu finden fragte mich das Mädchen, ob meine Flucht eine gute Idee ist. Seufzend ließ ich das Fenster kurz in Ruhe und drehte mich zu ihr um.
      "Okey hör zu", sprach ich in ernstem Tonfall. "Es gibt Dinge, die du nicht verstehst oder nie für möglich gehalten hast, dass sie existieren. Mit diesem Wissen rumzulaufen macht dich, in diesem Fall mich, zum Ziel für Menschen, welche die weltliche Ordnung aufrecht erhalten möchten." Ich machte eine kurze Sprechpause, um mich zu vergewissern, dass sie die Worte verstand. "Wenn diese Menschen mich finden ist das Beste was sie tun können mich umbringen. Daher muss ich schnellstens hier weg, bevor sowas passiert. Also BITTE öffne dieses Ding, damit ich verschwinden und mich vor ihnen verstecken kann, bevor sie wissen wie ich aussehe." Mit ernstem Gesicht schaute ich das Mädchen an und fragte mich, was wohl gerade in ihrem Kopf vorging. Vermutlich würde sie mich für verrückt halten, das war mir egal. Meine Reise konnte nicht so früh beendet sein. Ich muss weiter machen, ich muss das Licht dieser Welt finden. Nicht nur für mich, sondern für alle die bei dem Versuch es zu finden ihr Leben gelassen haben.
      Ich bin mir nicht sicher ob sie die Worte vollkommen begriff, welche ich sagte, doch zu meinem Glück öffnete sie das Fenster. Beide Hände zusammengelegt vor meiner Brust verbeugte ich mich leicht vor ihr, während ich ein "Danke" der Erleichterung aussprach.

      "Aber du wirst nicht alleine irgendwo hingehen. Ok? Hast du einen Ort wo du schlafen kannst?" Ein wenig verwirrten mich ihre Worte. Sie kannte mich nicht, warum wollte sie wissen, ob ich einen Ort zum schlafen habe?
      "Ich werde schon einen finden", bekam sie als antwort, bevor ich mit einem Satz aus dem Fenster sprang. Anstatt mit beiden Beinen hart auf dem Boden zu landen rollte ich mich über die Schulter ab, was die Energie von meinem Fall in den Boden umleitete. Ohne einen Kratzer war ich durch die Rolle bereits auf den Beinen und rannte mit dem Schwung dieser schnell davon. Dabei achtete ich aber darauf, im Schatten zu bleiben.
      Erst ein paar Minuten später machte ich Halt. Nicht um zu verschnaufen, sondern um den ersten Sonnenuntergang in meinem Leben zu sehen. Er war wunderschön. Diese Farben... Ich hätte nie für möglich gehalten, dass der Himmel so bunt sein kann. Unmerklich lief mir eine Träne über die Wange.
      Da ich nicht wusste, wo ich hin musste oder nach was ich ausschau halten sollte entschied ich mich dafür, einen Schlafplatz zu finden. Nach ein wenig umherlaufen entdeckte ich einen Ort, der meinem Zuhause schon ähnlicher sah - ein Wald. Zwar wuchsen hier viel mehr Pflanzen und Bäume als Zuhause, aber ich fühlte mich hier viel wohler als in der komischen Stadt, wo mir alles fremd und neu war.
      Nach ein wenig suchen fand ich einen Bach, an welchem ich kurz mein Gesicht wusch und ausgiebig trank. Anschließend lehnte ich mich an einen Baum und dachte nach, wie es wohl jetzt weiter gehen würde.
      Ich wusste nicht wieviel Zeit mir noch in dieser Welt blieb, bevor mich die Sonne komplett verbrennen würde. Vermutlich nur ein paar Tage, vielleicht eine Woche. Die Zeit musste reichen um das Licht dieser Welt zu finden und einen Weg zurück in meine Welt.
      Panik überkam mich. Wie genau sollte ich eigentlich einen Weg in meine Welt finden? Zwar hatten bereits andere vor mir das geschafft, mir jedoch nicht das Wissen darüber mitgeteilt, wie genau sie es gemacht hatten. Das Tor in diese Welt hatte ich auch nur gefunden, weil mein Bruder es unbedingt wollte...
      Mit meinen Armen umschlang ich meine Knie und zog diese eng an mich, während ich meinen Kopf auf meinen Knie ruhen ließ.