Adventure for two [Cailemia&Miran]

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    • Adventure for two [Cailemia&Miran]

      Seiji

      Sich ein weiteres Mal in seine Deckend drehend suchte Seiji Schutz vor der strahlenden Sonne, die unbarmherzig durch sein Fester schien und ihn daran erinnerte, dass es höchste Zeit war den Tag zu beginnen, worauf er nicht die geringste Lust hatte.
      Er hatte es satt Goblins und übergroßen Ratten hinterher zu jagen, und dann hatte sich in der gestrigen Höhle dann auch noch dieses übergroße Monster versteckt, wo Seiji doch eigentlich nur fünf Goblins für seine Quest gebraucht hatte.
      Er hatte zwar ein paar extra Münzen bekommen und die Haut und die Hörner ließen sich sicherlich ganz gut verkaufen, aber das war die extra Arbeit seiner Meinung nach doch nicht wert gewesen.
      Trotzdem, auch heute würde er sich wieder in die Gilde schleifen müssen.
      Bei dem Gedanken seufzte er genervt auf und warf die Decke wieder über sich.
      Lange hielt das jedoch nicht und er erhob sich letztendlich, um sich für den Tag fertig zu machen, sein Schwert noch schnell zu polieren und alle Dolche wieder unter seinen Mantel zu verstauen, gefolgt von dem Weg zur Abenteurergilde.
      Seiji zog sich die Kapuze diesen Tag besonders tief ins Gesicht, blendete ihn doch die Sonne und er wollte alles andere, als mitten auf der Straße als Sohn seines Vaters erkannt zu werden.
      Er konnte gar nicht zählen, wie viele Partys ihn bereits in ihre Gruppe eingeladen hatten, aber Seiji hatte sie alle abblitzen lassen. Für diese Leute war er doch nur der Sohn seines Vaters, nicht Seiji, der unmotivierte Abenteurer.
      In der Gilde angekommen gesellte er sich an das Questboard, an dem bereits ein Mädchen das schwarze Brett studierte. Er beachtete sie nicht groß, während er seine Augen über die Aufträge schweifen ließ. Seiji seufzte, hatte er doch jetzt schon bereits keine Lust mehr.
      Ob er einfach ein paar Goblins jagen und es hinter sich bringen sollte?
      Plötzlich wurde veron dem Mädchen neben sich angesprochen und er machte ein genervtes Gesicht, als Seiji bemerkte, dass sie ihn erkannt hatte.
      Na super. Der Tag fing ja fantastisch an.



      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cailemia ()

    • Midori

      Endlich war es soweit. Mit der Empfehlung einiger Stammegäste des Gasthauses, einem Beutel für ihre wenigen Habseligkeiten und ihrem treuen Begleiter Kiki hatte sich Midori am Morgen nach ihrem 20. Geburtstag auf dem Weg zu der Abenteurergilde gemacht. Ihre Ersparnisse reichten bei Weitem nicht aus, um sich ein eigenes Pferd oder gar eine Kutsche zu leisten. Das war jedoch kein Problem für die muntere Abenteurerin. Schnell hatte sich ein Bauer gefunden, der sie auf der Rückseite seines Karren mitnahm. Nach einer Nacht in seiner Scheune, freundete sie sich im nächsten Dorf mit einem jungen Kaufmann an. Nach einem kurzen Gespräch durfte sie auch ihn in seiner Kutsche begleiten. Er brachte sie bis an den Rand der Stadt ihrer Träume.
      Die letzten Schritte ging Midori schließlich zu Fuß. Sie hatte die Stadtkarte komplett auswendig gelernt, sodass sie ohne Probleme den Weg zur Gilde fand. Vor der massiven Holztür hielt sie für einen Moment inne. Ihr Herz klopfte vor Vorfreude.
      Mit funkelnden Augen trat sie ein und wurde von dem regen Treiben der zahlreichen Mitglieder begrüßt. Die Atmosphäre war unglaublich. Sie konnte ihr Glück kaum fassen.
      "Aye, das ist doch die kleine Midori", ein breitschultriger Mann mit langem Bart sah auf sie herab.
      "Glen!", ihr Grinsen wurde noch breiter, als sie den alten Freund ihres Vaters erkannte und sie umarmte den Halbriesen. Er lachte grollend, bevor er sie absetzte.
      "Also gut, jetzt gehe dich erstmal registrieren und dann helfe ich dir dabei deine erste Quest auszusuchen, okay?"
      Mit diesen Worten schickte er sie zum Pult einer jungen, blonden Damen, die sie freundlich empfing.
      Wenig später hielt Midori auch schon ihr eigenes Abzeichen in der Hand, das sie als Abenteurerin auszeichnete und mit dem sie ihre erste Mission entgegen nehmen konnte. Glen hatte sich bedauerlich verabschiedet, da ein Kollege ihn dringend brauchte.
      "Alles von dem Brett ist für die niedrigen Ränke, damit solltest du keinerlei Probleme haben", hatte er ihr noch geraten.
      Also stand sie nun vor besagtem Brett und studierte im genausten jeden einzelnen ausgegangenen Zettel. Da hörte sie ein Seufzen neben sich, reflexartig trat sie ein Stück beseite.
      "Ah, entschuldigung. Steh ich dir im...", ihre Augen wurden groß als sie den Abenteurer neben sich erkannte.
      Der dunkle Mantel, das Schwert an seinem Gürtel und nicht zu vergessen die Aura um ihn herum.
      "Du bist Seiji Murasaki", quitschte sie vor Aufregung und griff mit beiden Händen seine Hand, "ich bin ein unglaublicher Fan von deinem Vater. Nur wegen ihm bin ich Abenteurer geworden. Ich kann es kaum glauben. Ich bin in der gleichen Gilde wie der Sohn von meinem Idol. Ah, möchtest du vielleicht..."
      In dem Moment zwitscherte Kiki, der gehorsam auf ihrer Schulter saß auf.
      "Ah, stimmt. Du hast Recht. Alles der Reihenfolge nach. Das ist Kiki und mein Name ist Midori. Oh, ich freu mich so dich kennenzulernen. "
    • Seiji
      Nicht nur, dass dieses fremde Mädchen seinen Namen kannte und offensichtlich wusste, wer ihr Vater war – ein Fan hatte ihm gerade noch gefehlt – sie packte auch noch seine Hand mit den ihren, als wären sie Freunde, alte Bekannter, oder sonst irgendwas
      Wusste dieses Mädchen den nicht, was die Komfortzone ist? Seine hatte sie eindeutig überschritten.
      „Ja, ja, schon klar, muss richtig toll für dich sein.“, meinte Seiji alles andere als erfreut und riss sich aus ihrem Griff los. Sich vorzustellen brauchte er offensichtlich nicht mehr, es wussten ja sowieso alle. Er sah seinem Vater einfach viel zu ähnlich, wenn er wenigstens mehr Ähnlichkeit mit seiner Mutter gehabt hätte... aber nein, er musste ihm ja geradezu wie aus dem Gesicht geschnitten sein.
      Mit diesen strahlenden Augen und dem überglücklichen Grinsen, mit dem das Mädchen ihn ansah, konnte er überhaupt nichts anfangen.
      Er wandte sich wieder dem schwarzen Brett zu, spielte mit dem Gedanken, sie einfach zu ignorieren, aber er fürchtete, dass sie ihn nicht einfach so in Ruhe lassen würden.
      „... sonst noch was?“, meinte er alles andere als freundlich, als er nach einen Auftrag auf der obersten Reihe griff.
      Er würde ihr noch eine Chance geben los zu werden, was auch immer diese Midori sagen würde, dann würde er seinen Auftrag für heute erledigen und wieder ins Bett gehen. Oder sich irgendwo in die Sonne legen. So sicher war er sich da noch nicht.
    • Midori

      Midori ließ sich von seiner forschen Handeln nicht beirren. Zwar war sie ein wenig überrascht, schließlich predigtigte ihr Idol stets Manieren und Freundlichkeit, aber sie würde sich diese Chance nicht entgehen lassen. Eine Mission mit dem Sohn des größten Abenteuers aller Zeiten, da konnte sie über ein bisschen Unhöflichkeit hinwegsehen. Schließlich hatte sie schon größere Miesepeter von sich überzeugen können.
      Deshalb freute sie sich umso mehr, als Seiji sich von selbst wieder an sie wandte.
      "Darf ich in deine Party mit einsteigen? Ich bin ziemlich gut mit dem Schwert, ah aber wahrscheinlich braucht ihr keinen Schwertmeister... ich übernehm auch die Position eines Heilers, obwohl ihr sowas bestimmt auch nicht braucht...", plapperte sie drauf los, "ich erwarte auch nichts von der Belohnung. Ich will nur mal Mäuschen spielen."
    • Seiji
      Er musste ein Seufzen unterdrücken, stattdessen starrte er nur mit einem Gesichtsausdruck, der mehr als nur deutlich machte, das Midori nicht unbedingt die richtigen Worte gewählt hatte, wobei das mehr sein persönliches Problem war.
      Natürlich wollte sie in seine Gruppe, was auch sonst? Wer ließ sich schon die Chance entgehen mit dem Sohn seines Idols eine Party zu bilden und gemeinsam auf Monsterjagd zu gehen?
      Doch Midori hatte, Seiji brauchte sie nicht. Er konnte ganz gut alleine mit einem Auftrag wie diesem umgehen.
      Eigentlich waren seine Fähigkeiten verschwendete an solchen simplen Aufträgen, aber in den fast zwei Jahren, in der er nun der Gilde angehörte, hatte er es nicht fertig gebracht, seinen Rank zu erhöhen, nein, es war eher so, dass er das nicht wollte.
      Mit einem höheren Rang würde man nur mehr von ihm erwarten, oder ihm dringende Aufträge in die Hand drücken. Natürlich hatte die Bekanntheit seines Vaters einen großen Vorteil für Seiji bedeutet, man hatte ihm sogar angeboten, aufgrund seiner Fähigkeiten eine Ausnahme zu machen und ihn einige Ränge überspringen zu lassen, doch Seiji hatte das Angebot nur abgelehnt, was man damals als eine noble Tat betrachtet hatte.
      Der Sohn des legänderen Abenteurers, der sich alleine von Grund auf hoch arbeiten wollte... die Wahrheit dagegen fiel deutlich nüchterner aus.
      „Ich arbeite alleine. Ich brauche niemanden, der Mäuschen spielt.“, lehnte Seiji ihr Angebot schroff ab, während er nur kurz den Auftrag überflog und bereits gehen wollte.
    • Midori

      Seiji war alles andere als begeistert, bevor er antworten konnte sprach sein Gesicht schon Bände. Etwas verunsichert hatte Midori daraufhin den Blick abgewandt und stattdessen auf den Auftrag in seiner Hand gestarrt.
      Seine Antwort ließ keine Wiederrede zu, aber dass er alleine arbeitete überraschte sie viel mehr. Die meisten Abenteurer arbeiteten mindestens zu zweit. Selbst eine Party von fünf oder mehr Personen war nicht ungewöhnlich. Besonders bei Aufträgen höherer Klassen. Selbst ihr Idol hatte mit anderen zusammen gearbeitet.
      Darüber hinaus hatte sie auf dem Auftrag in Seijis Hand etwas entdeckt, dass seine Meinung ändern würde. Eine Spezifikationen, die er unmöglich alleine erfüllen konnte. Ein kleines Grinsen umspielte ihre Lippen, als sie ihn am Handgelenk zurückhielt.
      "Alleine? Ganz alleine? Bist du sicher, dass du keine Partnerin brauchst? Speziell für diesen Auftrag?", fragte sie unschuldig.
    • Seiji
      Was wollte sie denn noch von ihm? Gehörte sie etwa zu der hartnäckigen Sorte, die er nicht so schnell los bekam? Er hätte heute doch im Bett bleiben sollen.
      Er riss sich mit einer einfachen Bewegung aus ihrem Griff, los, ehe er ihre Worte realisierte und auf den Auftrag spähte. Am liebsten hätte er geflucht, aber stattdessen hielt Seiji die Klappe und suchte schnell nach einer Möglichkeit seinen Stolz zu retten.
      „... du hast mich falsch verstanden. Du sollst nicht Mäuschen spielen. Du kannst doch wohl unmöglich etwas lernen, ohne selbst anzupacken. Also... kommst du?“, konnte er beim besten Willen nicht glauben, was er da gerade von sich gegeben hatte, aber es war die einzige Möglichkeit, nicht wie ein vollkommener Idiot auszusehen.
      Er konnte nur hoffen, dass ihre Freude die Tatsache, dass seine Aussagen immer noch einen logischen Fehler beinhalteten, überschattete oder sie diese Chance zu schätzen wusste und einfach darüber schwieg.
      Ha~h, dann musste Seiji wohl da durch, hoffentlich war sie ihm nicht zu sehr im Weg, wie es viele andere getan hatte. Einer von vielen Gründen, wieso er lieber alleine arbeitete.
      Aber jetzt mal ehrlich... wer war das, der als Voraussetzung eine weibliche Abenteurerin nannte?
      Dabei war das doch nur ein einfacher Jagd- und Sammelauftrag.
    • Midori

      Zufrieden grinste Midori bei seinen Worten. Sie konnte sich keinen besseren Partner für ihre erste Mission vorstellen, egal wie mürrisch er war. Es war unmöglich, dass der Sohn ihres Idols kein Talent besaß. Selbst bei einem simplem Jagd-und Sammelauftrag würde sie viel von ihm lernen können.
      "Gerne!", antwortete sie also enthusiastisch. Dass ihr Gegenüber diese Motivation nicht teilte, ignorierte sie einfach. Aber die spezielle Anforderung einer weiblichen Abenteurerin beschäftigte sie. Es war wirklich ungewöhnlich, besonders da keinerlei weitere Details diesbezüglich im Auftrag standen. Naja, sie würde es nicht in Frage stellen. Seiji hatte zugestimmt, das war die Hauptsache.
      Die beiden ernteten einige verwirrte Blicke als sie zusammen die Gilde verließen, schließlich war sie die erste die den schlecht gelaunten Abenteurer überzeugt hatte.
      "Musst du noch etwas vorbereiten, Seiji?", fragte sie, während sie ihm folgte, "es ist kein allzu schwerer Auftrag, oder? Gehen wir direkt los?"
    • Seiji
      Er konnte es nicht glauben. Er konnte es immer noch nicht glauben.
      Das ausgerechnet ernun mit einem fremden Mädchen gemeinsam einen Auftrag erledigte... er unterdrückte ein Seufzen, aber da musste er jetzt wohl oder übel durch.
      Er hätte besser darauf achten müssen, was für einen Auftrag er da von dem Board gefischt hatte, aber alles, worauf er geachtet hatte, war die Belohnung... musste er diese jetzt mit ihr teilen?
      Sie hatte zwar erwähnt, dass sie keine brauchte, aber wer wusste, ob sie da nicht einfach drauf los geredet hatte... und für diesen Auftrag war er offensichtlich auf sie angewiesen, da ohne weibliche Begleitung er das Geld wohl kaum erhalten würde.
      Seiji ärgerte sich in diesem Moment über seinen eigenen Stolz, ohne den es zu dieser ganzen Situation gar nicht gekommen wäre.
      Während sie, nachdem sie der Rezeption mitgeteilt hatten, dass sie beide diesen Auftrag erledigen würden – blödes Bürozeugs – die Gilde verließen, betrachtete er den Auftrag genauer.
      Die Belohnung war ganz gut für einen Auftrag des Bronze Ranges, vor allem für einen Sammelauftrag, galten Wölfe des Westwalds denn wirklich als so viel stärker als Goblins?
      Das einzige nervige an ihnen war, das sie um einiges flinker waren, aber auch das stellte keine Herausforderung für ihn dar, der bereits Sternenbären und andere große Monster in jungen Jahren mit seinem Vater gejagt hatte.
      Einmal hatten sie sogar das Nest eines Greifen entdeckt und sein Vater hatte verlangt, dass er alleine gegen die Mutter antrat... wie er es hasste sich anzustrengen.
      „Hm?“, wurde er von Midoris Stimme aus seinen Gedanken gerissen und blickte von dem Auftrag auf, ehe er die Fragen begriff und das Stückpapier dem Mädchen entgegen hielt.
      „Wir brauchen zehn Wolfszähne von den Wölfen im Westwald. Ich wüsste nicht, was es da zum vorbereiten gibt, du hast doch deine Waffe bei dir? Was sollte man denn sonst brauchen?“
      Vorbereitungen waren doch nur lästig.
    • Midori

      Midori nahm das Blatt aus seinen Händen und las es aufmerksam durch. Tatsächlich erschien der Auftrag recht simpel. Besonders da sie schon Erfahrung mit Wölfen hatte. Während ihren Trainingsausflügen war sie einigen begegnet. Allein stellten sie nur selten eine wirkliche Bedrohung da. Ein ganzes Rudel jedoch konnte zu einem Problem werden. Das wusste sie aus eigener Erfahrung. Mit einem Schaudern erinnerte sie sich daran, wie sie nur mit Mühen einem besonders hungrigem Pack entkommen war. Da blickte sie zu ihrem Partner. Mit Seiji an ihrer Seite würde sie sich darüber wohl keine Sorgen machen müssen. Auch wenn es keinen Sinn für sie machte, dass er mit seinem Können so eine lausige Mission entgegennahm.
      "Dann los", meinte sie motiviert und sie verließen zusammen die Stadt.

      Auf dem Weg zum Westwald hatte Midori sich mit Mühe zurückgehalten Seiji auszufragen. Normalerweise hatte sie nie ein Problem mit jemanden ins Gespräch zukommen, so hatte sie sich schließlich auch ihren Transport zur Gilde organisiert. Aber es war unschwer zu erkennen, dass er allein durch ihre Anwesenheit genervt war. Auch wenn es oft anders wirkte, Midori war niemand, der anderen gerne Umstände machte. Zumindest nicht mit Absicht. Aber die Chance auf eine Mission mit dem Seiji überwiegte einfach seiner schlechten Laune. Also versuchte sie sich zumindest so nützlich wie möglich zu machen.
      "Ich kann Kiki losschicken, damit er Ausschau nach den Wölfen hält", schlug sie vor, als sie am Rande des Waldes kurz Rast machten.
    • Seiji
      „...Kiki?“, erkundigte sich der Miesepeter, als ein Piepen ihm bereits eine Antwort lieferte und er seinen Blick auf den Vogel auf ihre Schulter richtete.
      Achja.... hatte sie den Vogel nicht bereits erwähnt? Naja, egal.
      „Mach ruhig, desto schneller wir das Rudel finden, desto schneller sind wir hier fertig. Wenn wir sie nicht vor deinem Piepmatz finden...“, kniete sich der Abenteurer hin um in der weichen Erde nach Spuren zu suchen. Eine von vielen Fähigkeiten, die sein Vater ihn zu lernen gezwungen hatte.
    • Midori

      "Alles klar, du hast ihn gehört Kiki!", wandte sie sich an ihren treuen Begleiter, der sich kurz darauf auch schon in die Lüfte erhob. Für einen Moment blickte sie ihm hinterher. Dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf Seiji, der bereits die Suche begonnen hatte. Aufmerksam beobachtete sie jede seiner Bewegungen. Auch wenn es nicht die beeindruckendste Fähigkeit war, war sie schwer zu trainieren und sie würde die Gelegenheit nutzen.
      Als Seiji sich wieder erhob, konnte Midori sich ihren Kommentar jedoch nicht verkneifen: "Ich wünschte, ich hätte jemanden gehabt, der mir all das von klein auf beibringt."
    • Seiji
      Die Hände in seinen Jackentaschen vergraben erhob sich Seiji wieder und blickte geradeheraus in den Wald hinein, bereits wissend, welcher Weg die beiden mitten in ein Rudel voller Wölfe leiten würde. Es gab da jedoch ein kleines Problem, in Seijis Augen nicht mehr als eine unvorhergesehene Angelegenheit, etwas anderes war in die Richtung des Rudels unterwegs, etwas größeres.
      Nachdenklich fuhr er sich mit der Hand durchs Haar, überlegend ob es sich lohnen würde, ihnen dennoch hinterher zu jagen, doch nach einem anderen Rudel zu suchen war ihm zu nervig, als würden die beiden wohl diesen Weg gehen.
      Da hörte er Midoris Kommentar – erst jetzt wieder realisierend, dass sie überhaupt da war – und was er hörte, versetzte ihn nur noch in eine miesere Stimmung, als er es sowieso schon war.
      Es war ihm mehr als nur deutlich anzusehen.
      „Behalte deine Wünsche für dich, okay? Komm, desto schneller wir den Auftrag hinter uns haben, desto besser.“, gab er unfreundlich zurück und setzte sich in Bewegung, den Spuren folgend, ohne auf Midori zu warten.
    • Midori

      "Verstanden", erwiderte Midori mit der Geste eines zuziehenden Reißverschlusses, aber ihr Partner war schon losgelaufen. Leise grummelnd folgte sie ihm. Glücklicherweise war sie ihm zumindest was Lauftempo anging nicht komplett unterlegen.
      Sie sah Kiki wenige Meter vor ihnen durch die Baumkronen fliegen ohne auf sich aufmerksam zu machen. Das hieß keine Anzeichen für Gefahr. Deshalb richtete sie ihren Blick auf die kaum sichtbaren Spuren, denen Seiji mühelos nachging. Wie lange würde es wohl brauchen bis sie auf seinem Niveau war?
      Ein lautes Kreischen zerriss das Schweigen zwischen den beiden.
      "Kiki!", erkannte sie den schmerzerfüllten Schrei ihres Vogels. Augenblicklich preschte sie an Seiji vorbei in die Richtung des Hilferufes. Instinktiv den Wurzeln und niedrighängenden Ästen ausweichend. Da stieg ihr der metallische Geruch von Blut und rohem Fleisch in die Nase. Ein ungutes Gefühl machte sich in ihrem Bauch breit und sie hielt abrupt inne. Ein grauenvollen Schmatzen und Reißen war zu hören.
    • Uninteressiert folgte Seiji Midori mit den Augen, als diese im Dickicht verschwand, dem nah gelegenen Schrei ihres Piepmatzes hinterherlaufen. Wenn das Federvieh einem Wolf unter die Krallen gekommen war, dann war es sowieso schon zu spät, obwohl... seit wann jagten Wölfe so kleine Tiere? Kurz runzelte er misstrauisch die Stirn, dachte einen Moment darüber nach, ehe nur mit den Schultern zuckte.
      Wieso sich Sorgen darüber machen? Es gab keine Situation, mit der er nicht klar kommen würde.
      Es sei denn natürlich, das Mädchen beschloss wegen dem Tod ihres Federviehs ihm die Belohnung vorzuenthalten... das wäre natürlich durchaus ein Problem.
      Er bückte sich ein wenig nach vorne, während er einen Ast zur Seite schob, um sich neben die wie versteinert nach vorne blickende Midori zu gesellen, sah diese zunächst fragend an, ehe sie ihrem Blick folgte und sich seine Augen überrascht weiteten.
      Vor ihnen, auf einer kleinen Lichtung, eröffnete sich ein Schauspiel, welches nichts für den einfachen Magen war.
      Sie hatten ihre Wölfe gefunden, ja, aber nicht so, wie er es Seiji erwartet hatte und er erinnerte sich an die ungewöhnlichen Spuren, mit denen er nichts anfangen konnte.
      Aber wollen wir doch zunächst die Szene beschreiben, dessen Zeuge unsere beiden Protagonisten wurden.
      Das Wolfrudel, welches die beiden zu jagen geplant hatten, lag verstreut in einem Kreis auf der Lichtung, Blut, Fleisch, Gedärme, Körperteile... die Leichen waren überall. Und in dessen Mitte war ein Wesen zu sehen, das in diesen friedlichen Wäldern eigentlich nichts zu suchen hatte: ein Dämon.
      Daemon.jpgEin schwarzes Wesen, gekleidet in nun blutiges weiß, mit riesigen, messerscharfen Zähnen, welche er entblößte, um damit in etwas hinein zu beißen, dass das Bein eines Wolfes sein konnte, vielleicht war es auch ein anderes Körperteil, so genau konnte Seiji es nicht erkennen, doch es war mit schwarzem Fell übersät, wodurch zumindest eines sicher war: es war die Leiche eines Wolfes.
      Der Dämon – dessen Augen nur zwei rote X waren – aß das Körperteil genüsslich, als handelte es sich dabei um einen Fleischspieß, den er sich gerade vom nächsten Stand erstanden hatte, während er den sich windenden Fang in seiner viel zu lange, von Bandagen umgebenen, Hand betrachtete, als würde er sich fragen, was das war. Das Wesen vor ihnen hielt nichts anderes als Kiki, den Begleiter Midoris, in seiner Pranke, zog diese noch fester zusammen, ehe er seine Aufmerksamkeit auf die Beiden lenkte, als hätte er sie gerade erst bemerkt, und ein breites Grinsen entblößte seine schrecklichen, von Blut besudelten Zähne, nur noch mehr.
      Instinktiv trat Seiji einen Schritt zurück, als das Wesen die beiden bemerkte. Ein Blick reichte ihm vollkommen, dass er erkannte, dass er keine Chance hatte, und wenn doch, dass es ein harter Kampf werden würde, den er nicht zu kämpfen bereit war, doch gleichzeitig wurde ihm mit einem Schlag klar: sie konnten nicht fliehen.
      Diesem Wesen den Rücken zu zeigen war das selbe, wie den Tod zu begrüßen.
      Zumindest schien es etwas an Intelligenz zu besitzen, wenn wir vielleicht mit ihm reden könnten...
      „Sieh an, sieh an.“, ertönte eine Stimme, welche deutlich nicht menschlichen Ursprungs war, „Ihr kommt gerade rechtzeitig, ihr glaubt gar nicht, was für einen Hunger ich habe! Wenn ihr also etwas näher kommen könntet...“
      Das Wesen grinste noch breiter, als es die Reste seines Mahls fallen ließ, seinen Arm in die Richtung der Beiden zu bewegte und ihnen mit einer Geste der Finger zu verstehen gab, dass sie näher kommen sollten.
      Es war noch nicht satt, na super. Wundervoll. Dabei hatte Seiji noch so viele Nickerchen zu machen.
      Seiji gab ein genervtes Seufzen von sich, ehe er das Breitschwert an seinem Rücken von den Ketten befreite, welche dieses an ihn banden und noch einmal das Gewicht prüfte. Wann hatte er das letzte Mal wohl benutzt? Ob er noch wusste, wie? Aber natürlich wusste er das. Der Schwertkampf war ihm eingebläut werden, niemals könnte er es vergessen. Sein Körper erinnerte sich an die Bewegungen, als hätte er mit seinem Training nie aufgehört.
      Während der Schwertkämpfer seine Waffe betrachtete, änderte sich das Grinsen des Dämons in einen unzufriedenen Gesichtsausdruck, während er die Hand noch immer erhoben hatte.
      „Hey... ich wollt doch nicht etwa kämpfen, oder? Ihr Knirpse? Können wir uns den Part nicht sparen?“, seufzte das Monster, ehe es fassungslos die Arme an den Seiten ausstreckte und seinen Kopf schüttelte, als könne er es nicht glauben, „Menschen, wissen einfach nicht, wann man aufgeben sollte. Achja... das brauch ich dann wohl nicht.“
      Ihm schien aufgefallen zu sein, dass er ja noch immer den Vogel in Händen hielt und ließ diesen nun los, welcher zunächst in die Richtung des Bodens fiel, ehe Kiki sich kurz vor dem Aufschlag noch zusammen reißen konnte und zu fliegen begann.
    • Midori

      Die winzingen Haare in ihrem Nacken stellten sich auf. Die Muskeln in ihren Beinen zuckte und ihr Herz begann zu rasen. Ihr ganzer Körper schrie sie an zu fliehen. So schnell und so weit wie möglich, doch Midori konnte sich keinen Zentimeter bewegen. Sie konnte nichts tun außer das Wesen vor ihnen anzustarren. Seine Stimme hallten in ihrem Kopf. Es kostete sie ihre gesamte Willensstärke dabei auf den Beinen zu bleiben.
      "Oh nein, das arme Ding zittert ja am ganzen Körper. Lass mir dir helfen", lachte der Dämon kehlig. Im nächsten Moment wurde sie auch schon von den Füßen gerissen und gegen einen Baum geschleudert. Das Holz krächzte beim Aufprall beinahe genau so laut wie ihre gebrochenen Knochen. Doch bevor der Schmerz einsetzen konnte, wurde sie nochmal gepackt.
      "So ist's besser, oder?", tröstete das Wesen in einem mitleidigen Ton, bevor sich wieder ein breites Grinsen bildete. Midori war nun nah genug um jeden einzelnen seiner messerscharfen Zähne zu sehen, doch seltsamer Weise war die Angst von zuvor verschwunden. Der ungeheure Schmerz ließ sie unerwartet klar denken. Flucht war für sie ausgeschlossen. Doch ihr Tod konnte Seiji vielleicht ein paar wertvolle Sekunden schenken. Er würde schon eine Lösung finden, schließlich wurde er von dem Helden trainiert, der den Dämonenkönigt besiegt hatte.
      "Oh, das macht euch natürlich viel interessanter als ein Snack", riss sie der Dämon aus ihren Gedanken. Ungläubig starrte sie ihn an und er schenkte ihr abermals ein blutiges Lächeln, "danke für die Info, kleines Ding."
    • Seji

      Auch wenn Seiji nie daran gedacht hatte, dass seine Begleiterin ihm eine große Hilfe hätte sein können, so war er doch sichtlich enttäuscht von ihrer Reaktion dem Dämonen gegenüber und konnte sich das Seufzen nicht verkneifen, während er bereit mit erhobenem Breitschwert neben dem zitternden, wie festgefrorenen Mädchen stand, welches sich Abenteurerin nannte.
      Natürlich wusste der Erfahrenere von den beiden, dass das eine vollkommen normale Reaktion eines mächtigen Dämons gegenüber war und auch, wenn man hier einem solchen Wesen eigentlich nie begegnen dürfte – nein, mal ehrlich, was machte der Kerl hier? - so musste man als Abenteurer doch auf die verstecktesten Situationen gefasst und immer bereit sein.
      Zumindest war das der Lieblingsspruch seines Vaters, und genervt stellte er fest, dass er ihn hören konnte.
      Die Stimme seine Gegners riss Seiji aus seinen Gedanken, frustriert mit sich selbst biss er die Zähne zusammen, wie konnte er nur so unkonzentriert gegenüber einem solchen Monster sein? War er etwa doch aus der Übung?

      Es ging viel zu schnell, als dass der Abenteurer es mit eigenen Augen hätte sehen können, als Midori mit einem Mal gepackt und gegen einen Baum geworfen wurde und Seiji konnte nichts tun, außer das Spektakel mit großen Augen anzustarren.
      Er... er... er hatte es weder sehen noch erahnen können?! Was für ein Dämon war das?!
      Nein, nein, nein, das war jetzt nicht der Moment wieder in Gedanken zu versinken, Seiji musste sich etwas einfallen lassen.

      „... danke für die Info, kleines Ding.“, gab der Dämon mit seiner unmenschlichen Stimme von sich, als der Abenteuer in blau vom Rücken des Monsters aus sein großes Breitschwert schwang, in Begriff die dünne, schwarze Taille in zwei saubere Teile zu schneiden, doch bevor es dazu kommen konnte, wurde das Schwert von der schwarzen Klaue aufgehalten, ohne, dass der Dämon sich anmerken lassen hatte Seijis Anwesenheit bemerkt zu haben.
      Noch immer mit einem breiten Grinsen im Gesicht, beäugte er den jungen Mann prüfend, ehe sich sein Gesichtsausdruck in einen enttäuschten Blick wandelte.
      „Hmm.... er scheint ein paar Tricks im Ärmel zu haben, aber mehr nicht.“, kommentierte der Dämon Seijis Versuch seine Unsichtbarkeit – ein Trick, welchen er immer gerne verwendet hatte, um das Training das ein oder andere Mal zu schwänzen – und die Ablenkung des Monsters zu nutzen, um es von hinten anzugreifen und nun... nun, man sah ja, wie gut das geklappt hatte.
      „Oi, Würmchen, hat dich wirklich der Mörder des Dämonenkönigs trainiert? Sicher, dass du nicht einfach nur eine große Klappe hast?“
      Seiji starrte seinen Gegenüber mit großen Augen an, sich fragend, woher er das wusste.
      „Ein kleines Vögelchen hat es mir gezwitschert.“, kam sein Grinsen zurück und wie um seine Worte zu unterstreichen, holte er Midori hervor, welche er nun kopfüber hängend in seiner Pranke hielt, um ihm diese vor das Gesicht zu halten.
      Kurz starrte Seiji das Mädchen an, ehe sein Gesichtsausdruck ernst wurde. Gedankenlesen, was?
      „Bingo! Vielleicht hast du ja doch Potenzial!“, gab der Dämon erfreut von sich und ließ endlich das Breitschwert des Abenteurers los, um seine Worte mit einer Geste zu unterstreichen.
      „Nun denn, wieso machen wir uns nicht ein lustiges Spielchen draus, bevor ich euch beide fresse? Ich gebe dir eine Chance, Held in Ausbildung, wenn du unsere Prinzessin hier retten kannst, lass ich euch beide gehen. Aber ich würde mich an deiner Stelle beeilen, sonst könnte es zu spät sein.“, drückte die schwarze Pranke zu und begann Midori langsam zu zerquetschen.
      „... Moment mal, und wenn ich sie nicht retten will? Kann ich dann einfach gehen?“, gab Seji zu apathisch und monoton zu bedenken, was ihm einen überraschten Blick seines Gegenübers einhandelte, welcher vor Überraschung den Druck auf dem Mädchen wieder lockerte.
      „Hah?! Was soll das heißen, du willst sie nicht retten?!“, schien er seinen Ohren zu trauen.
      „Naja, wir wissen doch beide, dass dein kleines Spielchen unmöglich für mich zu gewinnen ist und ich habe nicht vor mein Leben für ein dummes Mädchen, dem ich heute erst begegnet bin, aufs Spiel zu setzten.“, erklärte der Abenteurer fachmännisch.
      „Was soll das heißen?! Bist du nicht ein Held?!“, konnte der Dämonen es auf der anderen Seite nicht fassen, was er von diesem Menschen zu hören bekam.
      „Mein Vater ist ein Held, okay?! Ich habe nicht das geringste damit zu tun und würde lieber mein Leben behalten und zurück ins Bett kriechen, statt von dir hier gefressen zu werden oder einen Kampf auf Leben und Tod für eine Fremde zu führen!“, beschwerte sich Seijis geradezu und seine Stimmte wurde lauter, damit der Dämon es endlich verstand, welcher sich die freie Hand auf die Stirn schlug.
      „Was ist nur aus den Menschen geworden?! Wie langweilig! Ihr solltet mich doch unterhalten!“, seufzte der Dämon genervt, musste diese Neuigkeit wohl erst einmal verarbeiten.
      „... hm.... andererseits...“, begann er plötzlich wieder zu Grinsen und warf Midori einen Seitenblick zu, als hätte er gerade eine fantastische Idee bekommen, die ihn doch noch etwas unterhalten würde.

      Instinktiv hielt Seiji sein Breitschwert schützend vor sich, das splittern des Metalls hing noch in seinen Ohren, als er verzweifelt nach Luft zu schnappen begann und mit großen, angsterfüllten Augen auf die Hand starrte, welche in seiner Brust verschwunden war.
      Er biss die Zähne zusammen, um den Schmerz zu ertragen, schloss dabei ein Auge, als ein tiefer, durchdringender Schmerz durch seinen Körper fuhr, welcher ihn sprachlos machte, gefolgt von einem hohen Geräusch, als wäre ein Stück Glas oder ähnliches zerbrochen und nicht einmal ein Laut kam aus seinem Mund, während er auf die Knie sank.
      Sejis Blick war gen Boden gerichtet, er konnte das funkelnde, leuchtende Kristallstück in der Hand des Dämons nicht einmal sehen, während dieser Midori zu Boden sinken ließ und die selbe Prozedur bei ihr durchführte, nun mit zwei Kristallstücken in jeweils einer Hand, die der Dämon im nächsten Moment verschwinden ließ.
      „... dein Leben ist dir also das wichtigste auf dieser Welt, Sohn des Helden? Du willst unsere Prinzessin nicht beschützen? Nun, ich fürchte, das wirst du müssen, wenn du leben willst...“, verkündete die unheilvolle Stimme des Dämons, als ein weiteres Mal ein mächtiger Schmerz die Brust des Abenteurers durchstieß und dieser einen schmerzerfüllten Schrei von sich gab, während der Dämon eine Art roten Faden aus seiner, sowie aus Midoris Brust entnahm und diese miteinander verband, ehe sie zu verschwinden schienen und der Schmerz nachzulassen begann, Sejii jedoch erschöpft zurück ließ.
      „Nun sind euer beider Seelen miteinander verbunden, nachdem ich sie euch in zwei geteilt habe. Eine halbe Seele kann selbstverständlich nicht überleben... wenn du also in dein mickriges Bett zurückkriechen willst, muss du das kleine Ding wohl oder übel retten. Aber sie dich nur an... in diesem Zustand... ob du das überhaupt schaffst? Oh, warte!“, durchstieß ein weiteres Knacken die Stille des Waldes und Seiji schrie schmerzerfüllt auf, Blut spuckend und starrte auf sein nun kaputtes Bein, „Wir wollen es dir doch nicht zu einfach machen, nicht wahr?“
      Der Dämon zwinkerte dem Abenteurer in Blau zu, ehe in einem schwarzen Schatten verschwand, die Worte „Unterhalte mich doch noch ein bisschen, kleiner Held!“ zurücklassend.
      Der junge Mann schnappte nach Atem, unterdrückte einen weiteren Schwall Blut, der sich einen Weg durch seine Kehle machen wollte, und versuchte sich zu konzentrieren, die Situation zu verarbeiten, während sein Blickfeld immer kleiner zu werden schien und sich schwarze Flecken darin bildeten.
      Instinktiv legte er die Hand auf seine Brust, wo ein dumpfer Schmerz ihn begleitete und mit großen Augen, ohne zu wissen, woher er dieses Wissen hatte, wusste er doch, dass es Midoris Schmerz war, den er dort spürte. Und er wusste, wenn sie nicht bald einen Arzt sah, so würde sie wohl hier sterben... und wenn man den Worten des Dämons glaubte, dann auch er.
      „... verdammte Scheiße!! Was ist das denn für ein Mist?! Verdammter Dämon!!“, begann er lauthals zu fluchen, die Wut erfüllte ihn und spendete ihm Kraft, das Adrenalin machte ihn taub für die Schmerzen, die er in Bein und Brust spürte. Er nutzte die Reste des Breitschwertes als Gehstock, um sich möglichst aufzurichten, ehe er sich Midori über die Schulter warf, welche durch das ganze Chaos bereits ihr Bewusstsein verloren hatten.
      „Wach gefälligst auf und beweg dich, verdammtes Weib!! Ich wusste doch, eine Gruppe bringt nur Unglück!! Wenn ich wegen dir sterbe, ziehe ich dich persönlich in die Unterwelt hinab!!“, setzte er seine Schimpftirade fort, das einzige, was ihn gerade bei gesundem Menschenverstand zu behalten schien.

      Direkt nachdem Seiji mit Midori über seiner Schulter die Abenteurergilde betreten hatte, wurde ihm schwarz vor Augen. Das Adrenalin hatte seinen Job gemacht, hielt aber nicht länger und so vernahm er auch nicht den Lärm, das sich mit einem Mal bildete und das nächste Mal, als er erwachte, war in einem Krankenbett.
      Im Halbschlaf versuchte er sich daran zu erinnern, was geschehen war, als er die Decke panisch anstarrte und sich erhob, nur um mit Erleichterung festzustellen, dass Midori auf einem Bett neben ihm lag. Erleichtert, dass die Dummheit anderer nicht seinen Tod bedeuteten, seufzte er, als der Heiler den Raum betrat und wissen wollte, was passiert war.
    • Midori

      Mittlerweile konnte Midori ihre Umgebung nur noch schwammig wahrnehmen. Auch ihre Ohren waren durch einem seltsam lauten Ringen nutzlos geworden. Trotzdem zerrten ihre Finger ununterbrochen an der Klaue des Dämons.
      "...Spielchen...Prinzesssin...Held", nur kleine Fetzen drangen zu ihr durch, während sich der Druck auf ihrer Brust verstärkte. Ihre Knochen begannen nachzugeben.
      "... Vater ... Held, okay?!"
      Midori wurde zerissen. Etwas dring tief in sie hinein, zerrte wie mit einem stumpfen Messer an ihr bis sie sich schließlich unglaublich leer fühlte.

      Eine schwere, aber warme Hand war das erste was Midori spürte als sie so langsam wieder zu sich kam. Die vertraute Stimme des Halbriesen Glen flüsterte leise: "Was ist nur mit dir passiert, Mädchen?"
      Sie wollte antworten, aber ihr Mund öffnete sich nicht. Selbst ihre Lider flatterten nur kurz, bevor sie auch schon wieder das Bewusstsein verlor.

      Das nächste Mal konnte Midori ihre Augen öffnen und starrte direkt in das Gesicht eines alten Mannes.
      "Guten Morgen, wie fühlst du dich?", fragte der Heiler mit einem sanften Lächeln, während er ihr Handgelenk losließ.
      "Seltsam", brachte sie eine heisere Antwort hervor, während ihr Gehirn versuchte ihre Erinnerungen zu ordnen. Sie war in die Stadt gegangen, hatte ihre erste Mission begonnen und dann...
      "Seiji! Wo ist Seiji?!", panisch setzte sie sich auf. Ihr Blick schwank von links noch rechts begleitet von einem stechenden Schmerz. Doch die Erleichterung ihren Partner zu sehen war größer. Er war am Leben. Augenblicklich löste sich ein Schluchzen aus ihrer Kehle. Die Tränen folgten. Wobei jede Bewegung eine neue Welle an Schmerz auslöste.
      "Es...tut mir soo Leid", brachte sie zwischen Rotz und Wasser hervor. Sichtlich überfordert legte ihr der Heiler eine Hand auf die Schulter.
      "Jetzt beruhigt dich erstmal. Ich habe mein Bestes getan, aber deine Wunden sind noch lange nicht verheilt", versuchte er sie zu beruhigen.
    • Seiji

      Noch bevor sich der Abenteurer entscheiden konnte, ob er dem Heiler die absurde Geschichte – wobei er sich selbst nicht ganz im Klaren ist, was denn nun eigentlich vorgefallen war – erzählen sollte, rührte sich Midori und der alte Mann eilte an ihre Seite, um sich um das Mädchen, welches deutlich mehr Schaden als er mitgenommen hatte, anzusehen.
      Seiji konnte sich nur glücklich schätzen, dass sich jemand um die beiden gekümmert hatte, dass das Mädchen nicht gestorben war, auch wenn er noch immer sein Bein nicht spüren konnte und seine Brust sich seit diesem Vorfall eigenartig anfühlte und er sich einbildete, eine Art Verbindungen zu dem Mädchen mit dem Namen Midori zu haben.
      Was war es, dass der Sohn des Helden in seinen Schmerzen von den Worten des Dämons mitbekommen hatte? Verbundene Seelen? War es das, was er mit den beiden angestellt hatte?
      Seiji war sich nicht sicher, ob er froh sein sollte, überhaupt noch am Leben zu sein, angesichts des Schlamassel, in welches die beiden offenbar hineingeraten waren.
      Während der junge Mann sich noch einmal alles durch den Kopf gingen ließ, in Gedanken versunken versuchte sich ein klareres Bild von der Situation zu machen, wurde er aus diesen mit einem Mal durch die Stimme Midoris gerissen und starrte das Mädchen mit großen, überraschten Augen an. Hatte sie etwa mehr mitbekommen, als er gedacht hatte?
      Wusste auch sie, dass sie der Tod ereilen könnte, wenn sie nicht beisammen waren?
      Aber vielleicht war es das auch nicht, denn mit einem Mal entschuldigte sich das grünhaarige Mädchen und schien ihre Tränen nicht zurückhalten zu können, was Seijis Augen nur noch größer werden ließ, während er die Szene vor sich perplex, verwirrt und nicht wissend, wie er damit umgehen sollte, betrachtete.
      Er war sichtlich froh, dass der alte Mann hier mit ihnen war und sich Mühe gab das Mädchen zu beruhigen. Der junge Mann glaubte kaum, dass er dazu in der Lage gewesen wäre.
      „Wie soll ich bei dem Lärm denn denken?“, gab er stattdessen genervt von sich, als die Tür des Krankenzimmers mit einem Mal geöffnet wurde und fremde Gesichter dieses betraten, mit Blumen und anderen gute Besserungsgeschenken.
      „Lärm?! Ist das alles, was du dazu zu sagen hast, du angeblich ah so toller Abenteurer?! Auf was für eine verrückte Mission hast du Midori bitteschön mitgenommen?! Ich sollte dir noch mehr Knochen brechen!“, schien sich Seiji mit seiner Aussage keine Freunde gemacht zu haben, auch wenn er das nie wollte, stattdessen saß er einem wütenden Gesicht entgegen.
      Offenbar waren diese Abenteuer Freunde des Mädchens, oder kannten sie zumindest gut genug um sich Sorgen um sie zu machen. Aber was viel wichtiger war, sie waren Abenteuer.
      „... ein Dämon.“, gab Seiji kurz angebunden, aber ernster, als es von ihm gewohnt war, als Antwort und die ungläubigen, angsterfüllten Gesichter der anderen waren zu erwarten gewesen.
      „Du bist mit einer Anfängerin auf Dämonenjagd-?!“
      „Wir wollten nur Wölfe jagen, keine Dämonen.“, unterbrach er die redende Person genervt und fuhr sich durch das Haar. Er hatte weder Lust ihnen die gesamte Geschichte zu erzählen, noch sie zu erklären, aber selbst er hatte genug Pflichtbewusstsein, um zu wissen, dass ein solcher Umstand umgehend gemeldet werde sollte.
      Dieser Wald war das Ziel vieler Anfänger, wenn ein Dämon dort sein Unwesen trieb, dann war es jedoch alles andere als ein sicherer Ort für diese, auch wenn Seiji nicht sagen konnte, ob sich der Dämon überhaupt noch immer dort aufhielt oder nicht.
      Aber statt Pflichtbewusstsein war es vielleicht eher die Hoffnung, dadurch Informationen über den Dämon erhalten zu können, denn er wollte auf gar keinen Fall für den Rest seines Lebens nicht mehr von der Seite des Mädchens weichen können.
      „Im Wald, hat ein gesamtes Rudel... aufgefressen. Fragt mich nicht, warum oder woher, aber er war da und hat uns beide so zugerichtet. Seinen dämlichen Spielen haben wir es zu verdanken, dass wir überhaupt noch am Leben sind, es war nicht einfach nur ein einfacher Dämon. Wie auch immer, wie man sieht kann ich mich momentan nicht von hier weg bewegen, vielleicht wäre einer von euch so freundlich dem Gildenmeister oder einer anderen, wichtigen Persönlichkeit diesen Umstand umgehend zu berichten?“, trieften seine letzten Worte fast schon von Sarkasmus und die drei tauchten kurz einen Blick, offensichtlich nicht erfreut darüber nach Seijis Pfeife zu tanzen, doch waren sie sich durchaus bewusst, wie viel ernster die Lage war, als gedacht und verabschiedeten sich kurz von Midori, wünschten ihr gute Besserung oder schenkten ihr aufmunternde Worte, ehe sie eilten jemanden zu finden, der sich für ihre Neuigkeiten interessierten.
      Schon bald würde es Gerüchte geben und Seiji zweifelte nicht daran, bald wieder der Mittelpunkt jedes Gesprächs zu sein, wo er sich doch die letzten Jahre so viele Mühe gegeben hatte davon fern zu bleiben.
      „... he, alter Mann, wären sie vielleicht so freundlich uns für einen Moment alleine zu lassen?“, bat er den Heiler mit dem Kopf noch immer in der Hand liegend, welcher es sich kurz überlegte, ehe er nickte.
      „Ich komme aber bald wieder um die Bandagen zu wechseln. Hör zu, Seiji, sei nett zu ihr, okay?“, wusste er offenbar um seine schreckliche Persönlichkeit.
      Der Abenteurer seufzte genervt, wieso wurde sie von allen so mit Samthandschuhen angefasst? Das ist nun mal das Leben eines Abenteurers, eines, das er nie führen wollte, gefährlich und der Tod schien hinter jeder Ecke zu warten. Was hatte sie erwartete?
      „... wie fühlst du dich?“, fragte er Midori letztendlich. Nicht, weil er sich Sorgen um sie machen würde – vielleicht ein bisschen, aber das würde er nie im Leben zugeben – sondern viel mehr, weil ihr Tod auch den seinen bedeuten könnte.
      „Weißt du eigentlich, in was für einen Schlamassel wir da geraten sind? Wie viel hast du mitbekommen? Und denk gar nicht erst daran, dich wieder zu entschuldigen. Dich trifft keine Schuld, niemand hätte mit einem Dämon dieses Kalibers so nah an der Stadt gerechnet. Es ist schon unglaublich genug, dass niemand seine Aura bemerkt hat...“, gab Seiji nachdenklich von sich, offensichtlich im Abenteurermodus, welchen sein Vater ihm mit Mühe und Not anerzogen hatte.
    • Midori

      Midori hatte kaum Zeit sich zu beruhigen, bevor der Raum sich mit den bekannten Gesichtern der ehemaligen Gäste ihrer Eltern füllte. Offensichtlich hatte ihr Zustand schon ihre Runde gemacht. Sie konnte nur hoffen, dass es ihre Eltern nicht erreichte.
      Da baute sich einer der Abenteurer anschuldigend vor Seiji auf. Augenblicklich wollte Midori protestieren, doch er kam ihr zuvor. Mit nur einem Wort hatte er die gesamte Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ohne sich beirren zu lassen, erklärte er die Situation. Beschämt senkte Midori ihren Kopf. Wieder einmal wurde ihr die extreme Differenz zwischen ihnen klar.
      Ihr Hände ballten sich zu Fäusten, als sie an den Moment im Wald zurückdachte. Sie war erstarrt. Wie ein neugeborenes Rehkitz. All die Jahre an Training hatten ihr im entscheidenden Augenblick nicht geholfen. Stattdessen war sie nur eine Last für ihren Partner gewesen. Nicht einmal etwas Zeit hatte sie für ihn schinden können. Wenn sie selbst in einer solchen Notsituation nicht handeln konnte, würde harte Arbeit irgendwann etwas daran ändern können?
      Seijis Frage riss sie aus ihren Gedanken. Sie hatte kaum mitbekommen, dass sich das Zimmer beinahe komplett geleert hatte. Erst jetzt stach ein spitzer Schmerz durch ihre Finger. Ihre vergeblichen Versuche sich aus der Klaue zu befreien hatten auch hier ihre Spuren hinterlassen.
      "Ziemlich unfähig", gab sie zu.
      Trotzdem entlockten die Worte des Abenteurers ihr ein kleines Lächeln. Die wenige Zeit mit ihm hatte schon gezeigt, dass er seine Worte nicht schön verpacken würde um sie zu schonen. Auch wenn es nicht seine Absicht war, fühlte sie sich ein wenig besser. Sie wischte die Reste ihrer Tränen weg.
      Außerdem zeigte Seiji ihr nun eine neue Seite von sich. Während er nachdenklich seine Gedanken ordnete, sah sie für einen Moment den Abenteurer, den sie seit ihrer Kindheit bewunderte.
      "Nicht viel", begann sie und versuchte die kleinen Schnipsel ihrer Erinnerung zu ordnen, "es hat mich gepackt. Gegen den Baum geschleudert...du und er haben miteinander geredet...irgendwas von Prinzessinnen und...und Helden? Und dann..."
      Ihr Kopf begann zu dröhnen. Alles schien noch schwammiger zu werden.
      "es hat etwas aus mir rausgezogen...", mit verzerrten Gesicht legte sie eine Hand auf ihre Brust, "für einen Moment war es so...als würde ein Teil von mir fehlen..."
      Sie verstummte. Es war kein Schmerz gewesen. Kein Gefühl oder ähnliches. Einfach nur Leere.
      "Du hast gesagt, er hätte mit uns gespielt. Was meinst du damit? Wie sind wir entkommen?"