Gegen jede Vernunft (Zerome & Ayona)

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    • Gegen jede Vernunft (Zerome & Ayona)

      Sayo

      Es war ein heißer Sommertag, einer der heißesten seit lange, die Sonne stand oben am Horizont und scheinte gerade zu unterträglich hinunter auf die Mensche dort unten. Es war der jungen Frau selten so heiß vorgekommen, als ihre Familie noch alle Beisammen waren, in trauter Gemeinsamkeit. Sie konnte sich noch gut ber das ständige klagen ihrer Mutter an solchen Tagen erinnern, sie hatte es gehasst, wenn es so warm war und jeder sollte das auch wissen.
      Einmal hatte ihr Bruder Kain sich an sie heran geschlichen und hatte einen ganzen Eimer Wasser über die geschüttet. Das bloße entsetzen und die aufkochende Wut in ihrer Mutter hätte man von weitem schon erkennen können. SIe hatte ihn anschließend durch den ganzen Garten gejagt und war am Ende in einem Erdloch hängen geblieben.
      Sayo musste unwillkürlich bei diesem Gedanken lächeln, eigentlich hatte ihre Mutter selbst viel Spaß gehabt, obwohl sie immer gesagt hatte, dass Damen nicht rennen durften.
      Die junge Frau strich sich mit ihrem Handrücken den Schweiß aus ihrem Gesicht, etwas Erde blieb dort haften. Ihre Haare waren zu eine unordentlichen Zopf hochgesteckt und sie hatte eine Hose ihres Bruders an, welche Hochgekrämpelt war und dadrüber ein einfaches T-shirt was in die Hose gesteckt war. Trotz ihrer Schönheit sah sie aus wie ein Bauerntrampel und nicht wie eine Dame von Stand. Sie war Schon wieder seit 5 Uhr auf den Beinen, richtig Gefrühstückt hatte sie auch nicht, sie hatte sich nur einen Apfel vom Baum gepflückt und diesen Gegessen. Das Tablett mit frischem Wasser, das Aiko ihr vorbeigebracht hatte war immer noch unberührt. Sie hatte einfach noch nicht die Zeit dafür gefunden, denn sie wollte heute unbedingt mit dem Gemüsegarten fertig werden.
      Sayo konnte es sich einach nicht mehr Leisten auf den Markt zu gehen und dort alles frisch zu kaufen und zu allem überfluss hatte der gestige Sommersturm alle bereits gewachsenen Pflanzen gänzlich zerstört. Als hätte das Universum ihr sagen wollen, das sich heute alles ändern würde.
      Die kaputten Pflanzen hatte sie bereits entfehrnt, das Feld neu gepflügt und nun war sie dabei die Samen wieder neu einzupflanzen. Es würde Wochen dauern bis wieder was wachsen würde und Monate bis daraus was Essbares entstehen würde.
      Sie seufzte leise und aus tiefstem Herzen. Sie hasste es schon, dass sie Aiko und Dai nicht anständig bezahlen konnte und ihnen nichts für ihre Jahrelange Treue zu bieten hatte, sie hatte ihnen Angeboten ein gutes Wort bei Hochrangigen adeligen einzulegen, dass sie wenigstens anständige und vor allem bezahlte Arbeit hatten, aber diese weigerten sich ihre junge Herrin zu verlassen. Sie waren schon immer stehts an ihrer Seite gewesen und wollten dies bis zu ihrem Todestag auch nicht ändern, das sie selbere keine Familien hatten und Sayo für sie wie eine Tochter geworden war.
    • Er war in all den Jahren, die er bereits auf dieser Welt verbrachte, nicht viel herumgekommen. Seine Mutter hatte es als zu gefährlich empfunden und während sein vater noch am Leben gewesen war, hatte er sowieso nicht allzu viel mit seinen Aufgaben zu schaffen gehabt. Er hatte alles in der Theorie gelernt, doch in der Praxis war das noch einmal etwas vollkommen anderes. Momentan war er was das betraf noch immer sehr von seiner Mutter abhängig, die ihn immerzu an der Hand nahm und in die richtige Richtung führte. Sie hatte deutlich mehr Ahnung von all den Regierungsgeschäften, Verträgen und Etiketten, die er so bisher kaum bis gar nicht verwendet hatte. Sicher musste er was das betraf besser werden, doch selbst dann würde er noch längst nicht für vollste Zufriedenheit sorgen können. Er war schon längst im heiratsfähigen Alter und sollte sich wirklich eine Frau suchen. Selbst wenn es nur dazu diente die üblen Gerüchte aus der Welt zu schaffen, wollte er doch nicht unnötig den Ruf seiner Mutter weiter schädigen. Sie hatte so schon mit genügend anderen Angriffen zu kämpfen, hatte sie doch als Witwe eigentlich nichts mehr hier im Norden verloren und wurde von einigen aufgrund der schlechten Beziehung zu seinem Vater, sowie der Plötzlichkeit als Hexe angesehen. Natürlich entsprach nichts davon der Wahrheit, doch es nagte dennoch an seiner Geduld. Am liebsten wollte er jedem Einzelnen der solche Unwahrheiten verbreitete, persönlich die Meinung geigen, doch auch das schickte sich für einen Mann seines Standes nicht. Er musste sich unter Kontrolle haben, bevor man noch mehr über sie diskutierte.
      Die momentanen Begebenheiten kamen ihm also mehr als nur gelegen. Seit dem er die Familie führte konnte er zwar mehr allein bestimmen und kam auch öfter vor die Tür, doch es war noch längst nicht genug. Nun war es nicht mehr seine Mutter, die ihn auf dem Anwesen festhielt, sondern all die Aufgaben, die mit solch einem wichtigen Titel kamen. Er hatte eine Frau erspielt und ließ es sich natürlich nicht nehmen sie persönlich in Empfang zu nehmen. Sicher hätte er einfach irgendeinen Ritter oder Bediensteten schicken können, doch wie sollte er sich so vergewissern, dass der alte Mann ihm nicht zu viel versprochen hatte. Seine Tochter sollte die schönste Frau im ganzen Land sein. Ziemlich schwer zu glauben, wenn man bedacht wie heruntergekommen er ausgesehen hatte. Aber man sollte nicht von den Eltern auf die Kinder schließen und selbst wenn sie nicht hielt was er versprochen hatte, war es immer noch besser als nichts. Sie gehörte ihm und wenn sie nicht als Frau zu gebrauchen war, würde er gewiss einen anderen für sie finden oder ihr zumindest einen Platz in der Küche anbieten können. Er war schließlich kein Unmensch und wer wollte schon gern weiter mit solch einem Vater zusammenleben? Es konnte also nur besser für sie werden.
      Seine Reise neigte sich langsam dem Ende zu und darüber war er wirklich froh. Eine Kutsche war zwar an für sich angenehm, musste er so nicht den ganzen Tag im Sattel auf dem Rücken eines Pferdes verbringen, doch es war absolut langweilig. Alle anderen ritten neben ihm her, während er in diesem Holzkasten eingesperrt war. Er hätte gern seine Mutter mitgenommen, doch irgendjemand musste das Reich in seiner Abwesenheit verwalten. Was war da also schon ein bisschen Langeweile, wenn er an all die Papierstapel und Dokumente dachte, die ihn bei seiner Rückkehr erwarten würde. Er sollte die Zeit genießen solange er sie hatte, auch wenn das hieß, dass er die meiste Zeit vor sich hindöste und nur ab und zu einen Blick aus dem Fenster warf um zu sehen ob sich mittlerweile irgendetwas an ihrer Umgebung geändert hatte. Wälder und Wiesen waren nicht unbedingt spannend, doch die einigen wenigen Dörfer, die sie durchquert hatten... Es war faszinierend zu sehen wie einfach so manche Menschen doch lebten. Und wie sie mit nur so wenig zufrieden sein konnten. Ein wenig erbärmlich war es schon, doch er war nicht hier um die Bauern und den Pöbel zu bemitleiden. Er hatte wichtigeres zu tun und wie es aussah würde er demnächst endlich wieder etwas zu tun haben, kam doch langsam das Anwesen in Sichtweite für das er diese lange Reise auf sich genommen hatte.
      Er wusste nicht so recht was er erwartet hatte, doch er hatte nicht damit gerechnet, dass es hier so trist und öde aussehen würde. Er kannte sein eigenes Anwesen. Groß und reich verziert. Überall war der Einfluss seiner Mutter, der Kunst und Kultur des Südens zu erkennen, doch hier... Der gesamte Charme fehlte, stattdessen wurde er von einem alten Mann empfangen. Keine gut gekleidete Dienerschaft, sondern lediglich ein einzelner, älterer Herr in einem abgetragenen Frack. Sicher... Er hatte seine Ankunft nicht angekündigt, doch mit ein wenig mehr hatte er schon irgendwie gerechnet. Wurden alle Gäste hier so begrüßt? Wenn ja, dann war es nicht besser als ein einfaches Bauernhaus und selbst dort hätte man ihm gewiss einen besseren Empfang geboten. Dennoch... Er sollte sich durch so etwas nicht vom eigentlichen Ziel seiner weiten Reise abbringen lassen. Er hatte etwas zu tun und ließ damit nicht länger auf sich warte. Er ließ sich in den Salon führen und nach dem jungen Fräulein schicken. Den Grund seines Besuches nannte er nicht. Das ging niemanden außer ihn und sie etwas an. Außerdem freute er sich schon die gesamte Fahrt über auf den geschockten Ausdruck in ihren Augen. Ob sie so etwas von ihrem Vater erwartet hatte? Sicher nicht und das machte es wenn überhaupt nur besser.
      Auch das Innere des Hauses war nicht unbedingt berauschend. Keine Dekorationen, nichts von Wert, nicht einmal Vasen mit Blumen standen auf den Schränken. So langsam dämmerte es ihm warum alles so aussah. Der Alte schien wohl ein größeres Problem zu haben, als gedacht. Wieso sollte er auch sonst einen Menschen, sein eigen Fleisch und Blut verspielen, wenn nicht weil er nichts anderes mehr hatte. Es war so vorhersehbar gewesen und doch... Er war naiv gewesen, aber wieso sollte er nicht die Karten nutzen die man ihm gegeben hatte. Sie würde gewiss froh sein von hier fortzukommen. Immerhin bot man ihm noch nicht einmal irgendwelche Erfrischungen an während er wartete. Hoffentlich ließ sie ihn nicht all zu lange warten, denn ansonsten würde er sich vor lauter Langweile gewiss verselbstständigen und den Rest des Herrenhauses unter die Lupe nehmen in der Hoffnung doch noch etwas von Wert zu finden. Für den Moment aber versuchte er sich im Salon zu beschäftigen in dem er das Wenige das es hier gab genaustens betrachtete. Lediglich einige Familienbildnisse gab es noch, doch es war nur eine Frage der Zeit bis auch diese den Besitzer wechselten. Sie sollte retten was sie konnte und von hier verschwinden solange sie noch konnte. Obwohl... Dafür war es nun wohl auch zu spät.
      "My heart goes out with this one." - "Don’t worry. I promise I will return your heart to you."

      The Dragon Prince - Ethari & Runaan
    • Sayo

      WIe viel Leid konnte ein Mensch ertragen, wie viel Schmerz passte in so ein zierliches gutmutiges Herz? "Vergiss niemals deine Stellung" hatte ihre Mutter immer gesagt. Ach wie sie die Entdeckerlust ihrer kleinen Tochter gehasst hatte, dass herum klettern auf Bäumen, dass Fußball spielen mit ihrem Bruder. Und vorallem wenn sie den bediensteten einfach aus einer Laune heraus geholfen hatte. Könnte ihre Mutter sie jetzt sehen, sie würde sich nur im Grabe drehen, sondern bis zum st. Niemalsland darin rotieren.
      Es hatte der junge Frau eigentlich nie an Liebe gefehlt, die strenge Hand ihrer Mutter mochte verletzend gewesen sein in vielen Situationen, doch in den richtigen Situationen hatte ihre Mutter Herz gezeigt und sie sanft in den Arm genommen. Ihr Vater hatte sie in der Luft herumgewirbelt. Seine kleine Prinzessin. Er sagte immer er wolle nie, dass sie in die falschen Hände geriet und das kein Mann sie jemals anfassen dürfe. Das er letztendlch der Mann war, der sie nicht ur verriet und zutiefst verletzte, sondern auch in den Abgrund und Ruin stürzte hätte sie nicht mal in ihren Schlimmsten Träumen geahnt. Fehler im Leben konnte man nunmal nicht einfach so wegradieren. Seine Spielsucht ging ins äußerste. Er war die Potenzielle Gefahrenquelle und sonst niemand.
      Seit dem Tot ihres Bruders hatte sie ihn nicht mehr gesehen. Vielleicht hätte es ihr ein wenig geholfen, wenn sie jemanden zum reden gehabt hätte und nicht mit all der Trauer alleine zurück gelassen worden wäre. Sie hatte auch nicht viel Zeit zum Trauern gehabt, denn irgendjemand musste hier ja den Laden schmeißen. Und das sie es sein musste war eine Schande.
      Die junge Blonde Frau wurde aus den Gedanken gerissen als Aiko angerannnt kam. Eigentlich sah es ziemlich ulkig aus, denn sie hatte Aiko noch nie so schnell rennen sehen. Die ältere Dame hatte den Rock hoch gerafft und ihr Gesicht war bereits hochrot.
      "Junge Lady" rief sie immer wieder bis sie vor ihr dann zum stehen kam. SIe war außer Atem, so das ihr für einen Moment die Wörter weg blieben und sie mehrmals tief Luft holen musste bis sie weiter sprechen konnte.
      "Junge Lady, ein Herr" sie schwieg kurz und es sah so aus als müsste sie nachdenken. In all dem Trubel hatte sie ganz vergessen sich nach dem Namen des Mannes zu erkunden, der nun in ihrer Salon saß. Oh guter Gott, sie hatte ihm nichtmal was zu trinken angeboten. Es war einfach viel zu lange her, dass überhaupt jemand sie hier aufgesucht hatte.
      "Es sitzt ein Mann im Salon der sie sprechen möchte, edel gekleidet. Er ist gerade mit der Kutsche angekommen" Sayos lächeln verschwand mit einem Mal und sie erinnerte sich an den letzten gut gekleideten Mann, der mit einer Kutsche angereist war. Es war ein Offizier gewesen, er hatte die Nachricht von Kains tot übermittelt. Kalt und Teilnahmslos hatte er seinen Mut gepriesen. Ihnen sein Beileid ausgesprochen und war schneller wieder weg als er gekommen war.
      Kutschen und edel gekleidete Männer hatten nichts gutes zu Bedeuten, wenn man eine veramte adlige war. Vielleicht brachte er nun Kunde von dem Tot ihres Vaters, dass er sich mit den falschen Leuten eingelassen hatte, seine Schulden nicht mehr zahlen konnte und getötet worden war. Vielleicht hatte er sich auch einfach zu Tode getrunken. Wer wusste das schon.
      Aber ihre Welt würde Vermutlich zusammen brechen.
      "Hat er gesagt was er wollte Aiko?" Fragte sie leicht zögerlich. Die ältere Dame schüttelte den Kopf.
      "Nein, aber in diesem Aufzug könnt ihr ihm doch nicht entgegen treten." Sagte sie als ihre Junge Herrin an ihr vorbei RIchtung Haus maschierte. "Ach Nein?!° rief sie ohne sich auch nur noch einmal umzudrehen und Aiko lief ihr eilig hinterher.
      "Was macht, dass denn für einen Eintrug. Eure Mutter würde sich schämen, wenn ihr einem Hohen Tier so entgegen treten würdet" rief sie entsetzt.
      "Stellt euch doch nur mal vor er ist hier um euch das Haus weg zunehmen, wenn er sieht, dass ihr hier alles alleine bewerkstelligt, dann" Aiko wurde von ihrer Herrin unterbrochen.
      "Wenn er mir das Haus wegnehmen möchte wird er es auch tun, wenn ich mich in meine besten Kleider schmeiße." entgegnete sie der älteren Dame. "Ich werde meine Körper sicherlich nicht verkaufen, damit ich all das hier behalten kann, außerdem habe ich erst bezahlt!"
      Aiko schwieg den rest des Weges, denn ihre Herrin umzustimmen war zwecklos.
      Sayo wusch sich vor dem Haus schnell die Hände und ging mit einem Lappen durch ihr Gesicht, doch den Dreck aus ihrem Gesicht bekam sie ohne SPiegel nicht völlig weg. Ihre blonden langen Haare hatten sich teilweise von der harten Arbeit aus ihrem Zopf gelöst und hingen ihr ins Gesicht.
      Und nun stand sie vor diesem Mann, in der verdreckten Kleidung ihres Bruders, etwas Erde klebte noch in ihrem Gesicht. Sie musterte den Mann für einen kurzen Augenblick ehe sie ihn mit einem kurzen "Guten Tag" begrüßte.
      "Wenn sie gekommen sind um noch mehr Geld zu verlangen, dann können sie gleich wieder gehen" sie wartete erst gar nicht ab bis dieser Mann ihre Begrüßung erwidern konnte. DIeser Mann wirkte leicht arrogant, und hochnässig, wie er ihr mickriges Haus abschätzig begutachtete.
      SIe machte noch einen Schritt auf ihn zu. "Nur weil mein Vater nicht hier, haben sie kein Recht andauernd die Pachten zu erhöhen und mit unschicklichen forderungen zu kommen, solange sie kein Offizielles schreiben haben bekommen sie hier gar nichts"
      Sayo ahnte gar nicht wie falsch sie lag. Doch sie hoffte, dass es hier nur um Geld angelegenheiten ging und nicht um den Tot ihres Vaters.
    • Es dauerte wirklich eine halbe Ewigkeit bis endlich jemand anderes als er selbst das Zimmer betrat. Allzu oft schien es hier wirklich keine Besucher zu geben. Oder zumindest nicht mehr. Er konnte sich gut vorstellen das einst die Menschen hier ein- und ausgingen, doch jetzt? Jetzt wirkte es wie ausgestorben und es glich einem Wunder, dass überhaupt irgendjemand erschein und er sich hier nicht zu Tode langweilte. Leider waren es nicht die erhofften Erfrischungen, die er sich nach so einer langen Reise wirklich verdient hatte. Stattdessen wurde er nur schroff von jemandem begrüßt, den er im ersten Moment für einen wirklich femininen, jungen Mann mit langem Haar hielt. Nach näherem betrachten stellte es sich jedoch als eine mehr als nur unschicklich gekleidete Dame heraus. War sie auch eine Angestellte? So wie es hier aussah hatte er irgendwie nicht mit mehr als einem Bediensteten gerechnet, aber vielleicht hatten alle hier einen so niedrigen Standard, das selbst das hier noch ein Luxus war. Nun ja... Er wollte sich nicht beschweren. Das entsprach nicht seinen Manieren. Außerdem fehlten ihm sowieso die passenden Worte um diese Missstände hier angemessen zu beschreiben. Er hätte nur fassungslos mit dem Kopf schütteln können und das hätte nicht unbedingt weitergeholfen.
      Je mehr sie auf ihn einredete, desto offensichtlicher wurde es, dass er nicht nur irgendeine Angestellte vor sich hatte. Stattdessen war ihm seine neuste Errungenschaft direkt von allein in die Arme gelaufen. besser konnte es gar nicht laufen. So musste er sie noch nicht einmal suchen. Auch wenn er sich wirklich etwas mehr erhofft hatte, als diese verdreckte Dienstmagd. Ihr Vater hatte ihm wohl mehr versprochen, doch das hätte er eigentlich ahnen müssen. Immerhin war er ein Spieler. Lügen gehörte somit zu seinen leichtesten Übungen. Und doch... Wenn er sich den Schmutz wegdachte und sie sich in einem wunderschönen Kleid vorstellte... So schlimm war es dann doch nicht. Auch wenn er sich nur zu gut vorstellen konnte wie rau ihre Hände von solcher Arbeit sein mussten. Nicht unbedingt sehr Damenhaft, doch auch das sollte sich beheben lassen. Sofern sie ihn denn von sich überzeugen konnte, denn ihre versprochene atemberaubende Schönheit reichte dafür beim besten Willen nicht aus. Und ihr Temperament war auch mehr als erwünscht. Zum Schmunzeln brachte sie ihn damit jedoch schon, denn sie hatte wirklich keine Ahnung. Konnte sich nicht vorstellen in welches Schlamassel ihr Vater sie nun geritten hatte. Dagegen wäre ein gelbeintreibender Pächter wirklich das kleinere Übel.
      "Sayo Hagakure nehme ich an. Es ist eine Freude dich endlich kennenzulernen, doch wo sind meine Manieren? Meine Mutter würde mich dafür übers Knie legen. Xavier Jamir Marwan, Sohn der Marquise Marwan und des Marquis Darnay, Erbe des Namens Marwan, sowie der Länderein im Osten, es ist eine Freude dich endlich kennenzulernen. Und was die offiziellen Schreiben betrifft, so habe ich natürlich eines dabei.", erwiderte er mit einer fulminanten Verbeugung, während das Lächeln auf seinen Lippen nur breiter wurde. Mit Leichtigkeit war der Vertrag hervorgeholt und in ihre Richtung gehalten. Das Siegel ihres Vaters war deutlich zu erkennen. Ebenso wie die dazugehörige Unterschrift direkt unter seiner eigenen.
      Er musste den Vertrag nicht erneut lesen um zu wissen was darin stand. Er hatte ihn selbst verlasst, denn ihrem betrunkenen Vater hatte er das beim besten Willen nicht mehr zugetraut. Selbst seine Unterschrift war mit zittrigen Fingern verfasst worden, doch selbst das sollte genügen um ihr die Echtheit des Dokuments zu beweisen. Es war perfekt und ließ keinen Raum für Fragen oder Verhandlungen. Si ewar sein seit der Unterzeichnung ihres Vaters und er war gekommen um sie endlich zu holen. Hatte ihr noch ein paar Tage in ihrer vertrauten Umgebung gelassen, damit sie sich verabschieden konnte. Leider hatte sich dazu wohl nie die Gelegenheit erhalten, da ihr Vater sie nie informiert hatte und diese Realisation schien langsam aber sicher, auch bei ihr anzukommen. Zumindest war es das was er aus ihrem entsetzten Gesicht las und auch das war mehr als nur unterhaltsam.
      "Sieh selbst. Es ist alles mehr als nur offiziell. Ich habe sogar die Unterschrift und das Siegel deines Vaters. Er hat alles dankend angenommen, als ich ihm die Spielschulden des Abends erlassen habe, hat uns schlussendlich sogar noch seinen Segen gegeben ehe er davon getaumelt ist. Doch wie mir scheint, ist diese erfreuliche Botschaft nocht nicht hier angekommen. Du solltest es ganz in Ruhe lesen, ehe du deine Sachen packst. Ich bin ein vielbeschäftigter Mann und die Details können wir auch noch auf der Rückfahrt besprechen. Meine Mutter erwartet uns schon." Nicht alles von dem was er sagte stimmte, doch ihr Vater hatte auch eine Menge Lügen auf sich genommen um ihm seine Tochter schmackhafter zu machen. Wieso sollte er sich also nicht auch den selben Spaß erlauben? Außerdem wollte er sehen wie sie mit solch einer schockierenden Botschaft zurechtkam. Würde sie daran zerbrechen? Würde sie schluchzend zusammenbrechen? Oder würde sie es mit Würde tragen? All das war ausschlaggebend für seine Wahl. Wenn sie damit nicht fertigwurde hatte sie kein Recht darauf an seiner Seite zu sein. Selbst wenn es nur für eine kurze Zeit war oder er sich schlussendlich doch ein Mätresse suchte und sie lediglich nur noch Schau war. Auch wenn das der wirklich schlechtmöglichste Zustand war der eintrat. Ihn wollte er wenn möglich vermeiden, wollte er doch niemanden mit seinen Gefühlen verletzen. Doch seine Mutter sagte immer, dass man manchmal auch einfach hart sein musste. Man konnte es nicht immer allen Recht machen. Er musste stark bleiben.
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    • Sayo

      Sie hätte Falscher nicht liegen können, nicht nur, dass sie ihren Vater seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen und oder was von ihm gehört hatte, jetzt verkaufte er sie noch wie irgendein Rindvieh. Nein.. das war falsch, er hatte um sie gespielt und verloren. Konnte es denn eine größere Schande und Schmach geben? Vielleicht ihr auftreten. Das mehr einer Gasthaus Wirtin geähnelt hatte. Ihre unverschämte Art ihn nicht angemessen zu begrüßen und ihm lautstark irgendwelche Dinge an der Kopf zu werfen. Es hatte sich heraus gestellt, dass er mehr als nur ein Hohes Tier war, einer der Heißbegehrtesten Junggesselen aktuell weit und breit, so erzählte man es sich. Sie hatte nie ein Bild von ihm gesehen und sie hatte geglaubt das der Tratsch aus dem Dorf über ihn einfach nur Tratsch war. Sie hatte gehört, das er der Sohn einer Hexe sei, unverheiratet, weil sie ihn verflucht hatte, damit er in ihren Armen blieb. Für immer dazu verdammt alleine zu bleiben. Er ließ sich wohl selten zu irgendwelchen Bällen blicken. Alles wohl nur gerede denn jetzt stand er hier.
      Das Herz der jungen Frau blieb für einen Moment stehen, genauso wie ihr Verstand. Er verweigerte jede Gegenwehr.
      Er holte ein Schriftstück aus seiner Tasche und ein schiefes grinsen lag auf seinen Lippen. Arroganter Mistkerl. Dachte sie ehe sie dieses Annahm und mit leicht zitternden Händen öffnete. Ihr Mund klappte beinah auf. Jeder Atemzug brachte erstickende Verzweiflung mit sich. Sie laß dieses Schriftstück drei mal ehe sie nach Luft japste und ungläubig ihren Kopf schüttelte. Eine Fälschung! Es musste eine Fälschung sein, ihr Vater würde nicht.... Doch, er würde, vermutlich hatte er nicht einmal gezögert.
      War sie ihm wiklich so lästig geworden. Konnte er ihren Anblick nicht mehr ertragen. Den Anblick seiner Tochter, die ihrer Mutter so unheimlich ähnlich sah. Was für ein Mensch ging auf so eine Wette ein. Was für ein Mensch musste dieser Xavier sein um eine Frau zu qäulen, die bereis alles verloren hatte? Er wollte das sie mit ihm kam, ihre geliebte Heimat verließ um Gott weiß wo zu leben.
      Warum? Wofür?
      Und wenn sie ihm langweilig wurde, dann würde er sie einfach wie ein kaputtes Spielzeig weg werfen? Das war auch keine bessere Aussicht auf ihr Leben. Doch ihr Vater hatte es so entschieden.
      sie schluckte ihren Ärger herunter, legte das SChriftstück neben ihm auf den Tisch und verbeugte sich tadellos, ehe sich sich umdrehte und ihm den Rücken zuwannte.
      "Verzeiht, damit habe ich nicht gerechnet, wie ihr seht war ich bis gerade noch beschäftigt gewesen, sonst hätte ich euch nicht auf so unschickliche Art und Weise empfangen, leider wurdet ihr uns in keinster Weise angekündigt." SIe machte eine kurze Pause und musste nocheinmal das Beben in ihrer Stimme herunter schlucken. Sie versuchte ihre Tränen zurück zu halten, denn in der Öffentlichkeit zu weinen gehörte sich nicht.
      "Entschuldigt mich für einen Moment" sagte sie dann "Dai wird euch in der Zwischenzeit selbstgemachte Limonade bringen, Ich würde euch ja etwas hochprozentiges anbieten, aber ihr versteht vermutlich warum ich keinen Alkohol in meinem Haushalt pflege." damit beendete sie ihren Satz und verschwand. Sie ließ diesen Mann im unklaren, was sie von alle Dem hielt. Aussehr reichweite wurden ihre Schritte schneller und sie verbarrrigadierte sich in ihrem Zimmer. Die Tränen kamen wie von selbst.
      Hasste ihr Vater sie wirklich abgrundtief? Aber selbst wenn, sie hatte dem Willen ihres Vaters Folge zu leisten. Sie war nur eine Frau und was ein Mann sagte, das galt nunmal. Sich dagegen zu wehren war Zwecklos.
      Aiko hatte das Gespräch mitbekommen und bereits eine Waschschüssel in ihrem Zimmer bereit gestellt. Sie stieg in das Bad und wusch sich gründlich. Sie musste den Dreck gerade zu abschrubben.
      Dann stieg sie aus dem Wasser, sie war wirklich sehr dünn, kein Wunder, wenn man nur das nötigste aß oder hin und wieder auch das Essen vergaß. Sie schlüpfte in ein lachsfarbendes langes Kleid mit leichten V-Ausschnitt, welche ihre Brüste, auch ohne das Man sie sah gut zu geltung brachte. Man konnte sich nur ausmalen was darunter versteckt war. Es war ein wirklich bezauberndes Kleid mit viel Spitze . Ihre langen Haare kämmte sie bis sie glänzten und stecke sie dann Ordentlich hoch. Mit Bediensteten wäre es wesentlich schneller gegangen aber solche hatte sie nunmal nicht.
      Sie packte ihr weniges Hab und Gut und schlüpfte dann in die ebenso lachsfarbenden Schuhe mit leichtem Absatz.
      Sie wirkte wie ein völlig anderer Mench, anmutig, grazil, atemberaubend. Sie blickte in den Spiegel und erkannte sich kaum selbst wieder, sie hatte sich schon lange nicht mehr so ordentlich gekleidet und die meisten ihrer Kleider hatte sie auch verkaufen müssen, weshalb ihr Hab und Gut in eine mickriege Tasche passte. Und den wenigen Schmuck den sie besaß, ließ sie aus.
      Sie seufzte leise als sie sich nocheinmal im Raum umschaute. Sie wischte sich mit dem Handrücken noch eine Träne weg und ging dann wieder die langen Treppen herunter. Die Tasche hatte sie oben stehen lassen, es gehörte sich eben nicht gepäck selber zu tragen und sie hatte sich wohl schon zu genüge blamiert.
      Im Salon angekommen stand er da, mit seinem Glas schon ausgetrunken ein Gemälde von ihr und ihrer glücklichen Famile betrachtend. Sie war damals 8 Gewesen und ihr Bruder 13. Er war ein wirklich stadlicher junger Mann geworden, mit einem haufen Flausen im Kopf. Sie räusperte sich leise und sagte dann "Ich hoffe ihr habt nicht zu lange warten müssen, doch habe ich keine Bediensteten die mir helfen mich zu recht zu machen so wie es brauch ist. Doch ich wäre nun soweit" es war ihr ein Rätsel, was er sich von so einer ärmlichen adligen wie ihr erhoffte. Vielleicht dachte er, nur weil sie Arm war, würde sie ihm auf jedes Wort gehorchen, doch wenn er das wirklich glaubte, dann konnte er sich warm anziehen.

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    • XAVIER

      Eine Limonade. Er konnte nicht sagen, dass er jemals in den Genuss eines solchen Getränks gekommen war, wurde doch für gewöhnlich Wasser, Tee oder Wein gereicht, aber er konnte sich nicht darüber beschweren. Es war ein angenehm erfrischender Geschmack auf der Zunge, der hervorragenden zu den warmen Sonnenstrahlen an diesem Tag passte. Er sollte so etwas auch zu Hause einführen. Obwohl es vermutlich eher ein Getränk für Kinder war, so süß wie es zu sein schien. Seiner Mutter würde das gewiss nicht gefallen. Zumindest wenn nicht auch sie auf den Geschmack kam. Vielleicht hatte er Glück. Und wenn nicht, dann würde es eben eines seiner Geheimnisse bleiben, die er stillschweigend, verborgen vor den Augen seiner Mutter genoss. Sie musste schließlich mittlerweile nicht mehr alles wissen was er tat und was er sein ließ, denn sie mochte zwar seine Mutter werden, doch auf ewig nur von ihr verhätschelt zu werden schickte sich auch nicht. Schon gar nicht, wenn er nun eine potentielle Frau mit nach Hause brachte. Sofern sie denn wollte. Er würde sie nicht zwingen und sie hatte bereits während des Lesens des Briefes den Tränen nahe gewirkt. Diese unschöne Erkenntnis hatte er zwar irgendwie in ihr hervorrufen wollen, um ihr die Unfähigkeit ihres Vaters zu beweisen, doch schlussendlich war es nicht einmal ansatzweise so zufriedenstellend, wie er geglaubt hatte. Es brachte ihm nicht einmal ansatzweise die Genugtuung, die er sich erhofft hatte. Gelohnt hatte es sich also nicht und er würde es von nun an wohl vermeiden. Zumindest dieses Thema. Das ihr Vater ein trunkener Taugenichts war, würde er ihr jedoch nicht vorenthalten. Sie sollte nun wirklich nicht länger die Seite solch eines Versagers decken. Besonders nicht, wenn sie nun irgendwie zu seiner Familie gehörte. Auch wenn sie das wohl erst annehmen musste.
      Er wurde erneut allein zurückgelassen und dazu verdammt sich zu langweilen. Aber was will man auch erwarten, wenn es neben ihr hier anscheinend nur noch eine weitere Person gibt, die noch dazu ein betagter alter Mann war. Die junge Dame sollte sich wirklich gnädig schätzen, dass er sie von hier fortholte. Hier konnte doch niemand leben. Nicht unter diesen Bedingungen zumindest. Eine Frau ihres Standes hatte schließlich gute Kleider, Schuhe und Schmuck verdient, doch stattdessen sah sie aus wie eine Bauernmagd. Nein, nein, nein. So konnte das beim besten Willen nicht weitergehen. Selbst wenn er sie nicht an seiner Seite haben würde, so würde er sie gewiss nicht hierher zurückkehren lassen. Bis ihr Vater das restliche Hab und Gut verspielte war es sowieso nur noch eine Frage der Zeit, sie würde also sowieso keinen Ort mehr haben an den sie zurückkehren könnte. Und vielleicht fand seine Mutter Gefallen an ihr und würde sie in ihre Dienste aufnehmen. Das wäre zwar nicht einmal ansatzweise vergleichbar mit der Stellung, die sie als seine Ehefrau innehaben würde, doch auch er wollte nicht unglücklich sein und gewiss auch niemanden unglücklich machen. Späße und Scherze waren das eine, sie waren kurzlebig und dienten seiner momentanen Heiterkeit, doch eine Ehe überdauerte Jahrzehnte. Er war sich nicht sicher, ob er für so etwas schon bereit war. Vielleicht musste er sich erst an diesen Gedanken gewöhnen…
      Er nutzte die Zeit allein um seine Gedanken zu sortieren und sich weiter in dem kleinen bescheidenen Raum umzusehen. Vor allem das Familienporträt an der Wand erweckte seine Aufmerksamkeit. Der alte Mann von vor einigen Abenden war darauf nicht wieder zu erkennen. Er wirkte jünger, gesünder und deutlich fröhlicher an der Seite seiner wunderschönen Frau. Was wohl dazu geführt hatte, dass er an diesem Punkt in seinem Leben angekommen war? Vielleicht hätte er etwas mehr Nachforschungen in Bezug auf die Familie anstellen sollen, doch warum? Sie konnte ihm doch nun all seine Fragen beantworten. Warum sich also die Mühe machen? Sie schien aufgeweckt zu sein und dem Gemälde nach zu urteilen auch gar kein so großer Bauerntrampel wie der erste Eindruck gerade vermittelt hatte. Sicher war sie um viele Jahre jünger, doch selbst damals schien sie ihrer Mutter zum Verwechseln ähnlich gesehen zu haben. Er konnte sich also nur zu gut vorstellen, wie es nun sein musste. Sie wäre gewiss eine würdige Frau an seiner Seite. Zumindest was ihre Schönheit betrifft, doch ob sie auch die nötigen Regierungsqualitäten haben würde? Er war sich nicht sicher und er wollte gewiss nicht mit jemandem sein Leben teilen der nur schön aussah, aber keines seiner Probleme verstehen oder lösen konnte. Dann könnte er sich ebenso auch einen dieser kleinen Hunde anschaffen, die gerade bei den Damen besonders beliebt sind, denn dieser würde denselben Zweck erfüllen und bei weiten weniger Aufwand und Geld erfordern.
      Er war gerade bei der letzten Person auf dem Bild angekommen, einem Jungen mit verschmitzten Lächeln, als die Tür sich wieder öffnete. Er hatte gar nicht bemerkt wie die Zeit vergangen war, doch das fast leere Glas in seiner Hand, sowie die Tatsache, dass sie bereits zurück war, sprachen Bände. Nun dann hatte er sich zumindest nicht allzu lang langweilen müssen und sie würden nun Abreisen können. Zumindest sofern sie nicht doch noch irgendwelche Einwände hatte, um ihn doch noch wie einen billigen Steuereintreiber abzuwimmeln. Was das betraf schien sie sich nicht allzu viel bieten zu lassen und es wäre gewiss ebenfalls amüsant mitanzusehen, doch Gott sei Dank schien sie gefügiger. Anscheinend war das Wort ihres Vaters für sie noch immer Gesetz. Wann sie ihn wohl das letzte Mal gesehen hatte? Es war gewiss schon eine halbe Ewigkeit her und doch folgte sie ihm noch immer aufs Wort. Wirklich faszinierend. So etwas hätte sein Vater nie von ihm verlangen können, doch er hätte ihn vermutlich auch nicht in einem einfachen Glücksspiel verloren. Eher noch wäre auch er in einem Jagdunfall ums Leben gekommen, hätte er ihn denn für die Jagd begeistern können. Leider war er was das und so vieles andere betraf seinem Vater kein Stück ähnlich und darüber war er wirklich mehr als nur froh. Es wäre grauenhaft ständig an ihn erinnert zu werden, wenn er ihn den Spiegel blickte oder etwas tat.
      „Nun, diese Zeiten werden sich nun Gott seid Dank ändern. Ich hoffe du hast alles was du brauchst. Musst du noch jemandem Lebewohl sagen oder können wir gehen? Du wirst vermutlich nicht mehr hierher zurückkommen, also hoffe ich wirklich, dass du nichts vergisst. Auch wenn ich sicherlich für eine anständige Garderobe sorgen werde. Du kannst nicht auf ewig in solch alten Kleidern herumlaufen. Die sind schon längst aus der Mode. Du würdest mich nur noch mehr zum Spott der Menge machen.“, erwiderte er mit einem letzten abschätzigen Blick auf ihre Kleidung. Sicher sah sie um ein Vielfaches besser aus als zuvor und jetzt endlich kam auch ihr goldenes Haar und auch die Augen zur Geltung, doch das änderte nichts daran, dass sowohl die Farbe als auch der Schnitt ihres Kleides gewiss schon seit zwei oder drei Jahren aus der Mode war. Nicht das er viel davon hielt, doch er kannte genug einfältige Damen, die sich nur zu gern über solche Fauxpas den Mund zerrissen und das wollte er weder ihr noch sich selbst antun und schlussendlich würde es sowieso auf ihn und seine Mutter zurückfallen. Das würde ihrem Ruf beim besten Willen nicht bekommen.
      Er stellte sein nun leeres Glas auf dem Tisch ab, ehe er sich zum Gehen abwandte und ihr der Etikette halber den Arm hinhielt. „Wenn ich bitten darf. Wir haben eine lange Reise vor uns und ich kann meine Ländereien nicht noch länger unbeaufsichtigt lassen.“, begann er und wartete bis sie sich bei ihm einhenkelte. Selbst wenn sie sich noch verabschieden wollte, hatte er gerade nun wirklich nicht die nötige Geduld dafür. Er hatte schließlich schon mehr als genug gewartet. Wer hätte denn aber auch ahnen können was für eine Bruchbude das hier war… Er war froh endlich verschwinden zu können. Das hielt man sonst im Kopf nicht aus. „Einer meiner Fahrer wird dein Gepäck zur Kutsche bringen. Der alte Mann muss sich also nicht damit abmühen. Er sollte sich lieber nach einer neuen Bleibe umsehen, denn ihn werde ich gewiss nicht mit mir nehmen.“ Er stellte es lieber jetzt gleich klar, bevor sie nachher noch auf irgendwelche dummen Gedanken kam und begann ihn anzuflehen. Er brauchte keine Greise, die wenn überhaupt nur noch ein, zwei Jahre etwas taugten, sollten sie nicht bereits zuvor zugrunde gehen. Er würde sich was das betraf also gewiss nicht erweichen lassen. Schon gar nicht von irgendeinem unbekannten Weibsbild. Soweit waren sie beide nun wirklich noch nicht.
      "My heart goes out with this one." - "Don’t worry. I promise I will return your heart to you."

      The Dragon Prince - Ethari & Runaan
    • Sayo

      Wie viele unzählige Briefe sie ihrem Vater schon geschrieben hatte. So oft hatte sie erwähnt, dass er ihr fehlte, dass es ihr egal war, wenn sie kein Geld hatten und das sie nur ihren Vater wieder haben wollte. Die letzte Person die ihr geblieben war. Sie hatte ihm geschrieben wie einsam sie sei, dass sie sich einsame fühle. Das sie müde und ausgelaugt sei erwähnte sie nicht. Er hatte ihr nicht einmal geantwortet.
      Die Traurigkeit und der Kummer waren zu so großem Schmerz geworden der in ihr getobt hatte. Das sie noch immer so liebevoll lachen konnte und man ihr ihre Sorgen nicht anssah sprach für sie. Aus dem gerede der Dorfbewohner und adligen machte sie sich nichts. Besonders die Adligen waren doch nur Arrogante Tu-nichts-gute, denen das Geld von Geburt an zugeflogen war. Hätten sie nur einmal dafür arbeiten müssen, wären sie daran kaputt gegangen.
      Die Tatsache, dass sie sich an dem Leid anderer bereicherten anstatt zu Helfen sagte doch schon alles aus.
      Xavier schaute sie von oben bis unten an, als würde er sich Fragen wer diese Person war, sie konnte es ihm nicht übel nehmen, denn sie hatte selbst für einen Moment inne halten müssen. Er trat einen Schritt auf sie zu und die junge Frau war versucht ein paar Schritte nach hinten zu weichen, aber sie blieb wie angewurzelt stehen und setzte ein leichtes Lächeln auf. Am liebsten hätte sie ihn zum Teufel gejagt. Er schien sie regelrecht für Ware zu halten, die es zu ersteigern gab. In seinem Fall zu erspielen. Aber das er darauf eingegangen war machte sie nur halb so wütend, wie die Tatsache, dass ihr Vater keine skrupel gehabt hatte.
      Als er anfing ihre Kleider aus der Mode gekommen zu nennen schmunzelte Sayo leicht ehe sie leise auflachte. Wäre es ihr Wichtig gewesen, was andere über sie dachten, dann hätte sie sich einen reichen adligen geschnappt und bei Gott sie hatte schon des öfteren die Möglichkeit dazu gehabt.
      Aber all diese Männer waren gleich gewesen. Reich und Eingebildet. Hinter ihrer Maske voll Geld hatte nie viel mehr gesteckt. Es wäre ihr überdrüssig geworden. Ihr Wunsch war es immer gewesen aus Liebe zu heiraten und ein Haus voller Kinder zuhaben. Ihre Mutter hatte sie darin bestärkt, während ihr Bruder sie damit aufgezogen hatte. "Liebe? Unser Vater wird dich an den Mann mit den besten Aussichten verscherbeln" hatte er gesagt. Es war unsensibel von ihm gewesen, auch wenn dies die Traurige Wahrheit war. Liebe spielte keine Rolle, wenn man Bündnisse schaffen wollte. Doch nun hatte er sie an den Besten Karten spieler verscherbelt. Welch Ironie des Schicksals.
      Er bot ihr zwar an sich zu verabschieden doch meinte es nicht einmal wirklich ernst. Er wirkte so als wolle er ganz schnell von hier fliehen, bevor sich noch irgendeine Krankheit einfing. Oder dachte er vielleicht sogar, dass dieses erbärmliche Leben, was sie führte auf ihn abfärben würde? Er riss sie einfach aus ihrem Zuhause und Verstand die Gefühle nicht, welche sie für all das hier empfand. Dieses Haus hier zu verlassen bedeutete nicht nur ein neues Leben, es bedeutete auch, dass das letztet bisschen, was von ihrer Mutter und ihrem Bruder zurückgeblieben waren, verloren gingen.
      Noch immer hatte sie das Gefühl, wenn sie das Zimmer ihrer Mutter betrat ihren süßen Duft zu riechen. und ihren Bruder lachen zu hören. Wenn sie fort war, dann würde das lachen ihres Bruders verstummen.
      Sie errötete leicht, als der Mann ihr seinen Arm hin hielt, auch wenn es nur der Form galt. Sie war nicht unbedingt geübt in solchen Belangen und sie wannte schnell den Blick ab ehe sie zögernd seinen Arm ergriff.
      Er war warm, es war eine angenehme wärme, die einem zu mehr als nur einer flüchtigen Berührung verführen wollte. Sein Duft, dazu da um Frauen zu betören und ihnen den Verstand zu rauben. Aber sie würde nicht auf ihn herein fallen. Niemals.
      Sie folgte ihm wortlos, doch als er ihr einen Vortrag darüber hielt, dass Aiko und Dai nicht mit ihnen kommen würden, da blieb sie abrupt stehen und befreite sich aus seinem Griff.
      Es war undenkbar ohne sie zu sein. Sie waren sowas wie Familie, sie waren schon immer da gewesen und hatten Jahrzente Treu für ihre Familie gedient. Er hatte Recht, dass sie alt und grau waren, aber genau aus diesem Grund würde sie doch niemand mehr nehmen. Sie wären dazu verdammt Hunger zu leiden, von der Hand in den Mund zu leben ohne feste Unterkunft. Und wofür? War das die Belohnung für ihre Treue und Großmütigkeit? Sie waren geblieben als alle anderen gegangen waren ohne dafür etwas zu verlangen.... und jetzt sollte sie sie im Stich lassen, nur damit ihr ein ''besseres'' Leben bevorstand? undenkbar.
      "Ihr nehmt mir mein Leben und mein Zuhause.. Ihr taucht hier auf, Scharmlos und bringt euer Begehr vor.. weil ihr ein Mann seit und es euch erlauben könnt. So denkt ihr doch oder?" Sie schüttelte etwas Fassungslos den Kopf. "Mit meinem Vater sind auch alle anderen gegangen. Ich war alleine. Nur Dai und Aiko sind geblieben, standen mir bei und das obwohl ich ihnen nichts zu bieten hatte. Die ganzen Jahre bei denen sie irgendwo anders gutes Geld verdient hätten. Ihre Treue die meiner Familie gilt, die mir gilt. Und jetzt soll ich sie zum Teufel jagen." Sie holte einmal tief Luft ehe sie weiter Sprach.
      "Ich brauche nicht viel, und ich habe nicht darum gebeten, dass sich irgendjemand um mich kümmert oder mit Matrielen Dingen ausstattet, denn das ist alles Wertlos, wenn einem etwas entscheidendes fehlt. Ihr könnt mich verspotten, dafür das ich so töricht bin und mir etwas aus Dienern mache, doch ohne sie, werde ich nicht mit euch gehen. Der Wille meines Vaters hin oder her." Bei jedem Wort was aus ihrem Mund kam würde ihre Stimme fester und Leidenschaftlicher. Aiko und Dai hatten sich ihren Respekt und ihre Treue verdient. Das konnte er akzeptieren oder nicht. Er war schließlich aus einem Grund hier. Hatte er wirklich geglaubt es würde so einfach werden? Wenn sie schon mit ihm gehen musste, dann konnte er ihr wenigstens die beiden lassen.
    • Er musste einmal wirklich tief durchatmen um nicht augenblicklich die Fassung zu verlieren. Was bildete sie sich ein? Er nahm nicht jeden dahergelaufenen Bediensteten bei sich auf, nur weil er seine Chance abzuspringen verpasst hatte. Dafür hatte er weder das nötige Geld, noch die Nächstenliebe. Außerdem kannte er sie doch gar nicht. Sie mochten loyal sein, doch sie würden früher oder später sterben und was dann? Würde er ihnen dann die Beerdigung bezahlen müssen, um sie zufrieden zu stellen? Würde es immer so weitergehen? Kein Wunder das sie in solch einer heruntergekommenen Ruine lebte. Mit solch einem großen Herzen war gar nichts anderes möglich. Sie konnte gewiss auf niemand schwächerem herumtrampeln, um für ihr eigenes Glück und Wohlergehen zu sorgen. Vermutlich wartete sie noch immer auf eine Veränderung im Herzen ihres Vaters, das er im nächsten Moment auftauchte und sie aus seinen Fängen rettete. Das war nicht nur grenzenlos naiv, sondern einfach nur dumm. Man konnte nicht Rücksicht auf alle nehmen. Manche Menschen waren eben einfach nur Trittbretter, die es liebten ausgenutzt zu werden und gefallen daran fanden anderen zum Aufstieg zu helfen. Ihre beiden Diener wollten gewiss nicht, dass sie für sie beide alles hinschmeißen würde. Das musste sie nur einsehen, denn wirklich... So konnte das hier nicht weitergehen. Sie kroch im Dreck wie ein Wurm und wollte dennoch das Angebot nach einem schöneren, besseren Leben ausschlagen? Wo es doch so viele bemitleidenswerte Menschen gab, die von ihr gerettet werden könnten, wenn sie sich dazu entscheiden sollte.
      "Du würdest also lieber hier bleiben, dabei zu sehen wie dein Vater sich immer tiefer in ein Loch stürzt und schlussendlich auch noch das letzte Bisschen von Wert in diesem Haus verkauft, nur um zwei einfachen Leuten zu helfen, die sowieso nichts haben. Oder kannst du sie für ihre Dienste bezahlen? Würde es ihnen nicht besser ergehen, wenn sie sich nicht wie all die anderen auch endlich eine richtige Arbeit suchen. Sie sind es gewiss leid auf dich Acht geben zu müssen. Und selbst wenn sie es nicht sind, denkst du nicht, dass sie sich das Beste für dich wünschen? Sie werden wohl kaum mit dir hier vergammeln und schlussendlich auf der Straße landen wollen. Sie mögen loyal sein, doch du solltest erkennen, dass da noch deutlich schlimmer sein wird.", begann er und sah sie dabei ernst an. Er mochte nicht viel von körperlicher Arbeit verstehen, doch zumindest die Prinzipien verstand er und nach denen war man ab einem bestimmten Alter einfach nur noch eine Last und sollte besser schnellstmöglich abtreten, um es den Hinterbliebenden zu erleichtern. Im Bereich des Adels mochte es hierbei noch relativ große Spielräume geben, doch das hier war das gemeine Volk. Sie hatten es nie einfach.
      "Vielleicht hättest du sie einfach wie all die anderen auch schon eher gehen lassen sollen. Sie hätten sich längst eine Arbeit suchen können. Stattdessen mussten sie hier bei dir verweilen. Es war nur eine Frage der Zeit bis es dazu kommen würde. Irgendwann hätten sie eure Wege so oder so getrennt. Du hättest es lieber gleich hinter dich bringen sollen, als ihnen noch Hoffnung zu geben. Weder dein Vater, noch dein Reichtum wird zurückkehren, also hat es sowieso nie etwas für sie gegebe.", fuhr er kühl fort und trat einen Schritt auf sie zu. Er kam näher und drängte sie langsam aber sich bis zu einem der wenigen verbliebenen Schränke zurück, ehe er ihr eine Hand an die Wange legte. "Sicher bin ich ein Mann und kann mir vieles erlauben, doch diesen Schlamassel hast du ganz und gar deinem Vater zu verdanken. Es hätte jeder sein können, solange es seine Spielschulden beglichen hätte. Du hättest sie an diesem Abend sehen müssen. Ein ganzer Raum voll alter, betrunkener Männer. Der eine benommen vom Rausch des Spiels, die anderen geblendet von deiner Schönheit. Ich will nicht behaupten, dass ich die bessere Wahl bin, doch immerhin wird man mich nicht für deinen Vater halten, sollte man uns gemeinsam sehen. Sie würden dir gewiss allesamt nicht die Wahl lassen und hätten dich schon längst von hier weggeholt. Natürlich wäre keiner von ihnen persönlich erschienen, immerhin haben sie alle schon Frauen und Kinder und können sich etwas derartiges nicht im Licht der Öffentlichkeit erlauben, doch sie würden gewiss nicht zimperlich sein. Nicht bei solch einer Schönheit wie dir. Wer könnte sich da schon zurückhalten?"
      Mittlerweile war er ihr gefährlich nahe gekommen, zwirbelte eine ihrer blonden Locken zwischen seinen Fingern und lächelte sie verschmitzt an. Er hatte wirklich nicht die Absicht gehabt sie einzuschüchtern, doch anscheinend schien sie nicht zu wissen in was für einer Situation sie sich gerade befand. Sie hatte keine wirkliche Wahl. Außer sie wollte ihren Vater doch noch ins Verderben stürzen, etwas das er wirklich unterstützen würde. Dieser Mann hatte es ebenso wie sein eigener Vater verdient ein Reich zu regieren und liebende Kinder in die Welt zu setzen. Er konnte ruhig von den Schuldeintreibern geholt werden, die bisher anscheinend nur Jagd auf das Anwesen gemacht zu haben schienen. Nicht unbedingt das was man erwartete. Immerhin gab es hier vermutlich kaum noch etwas zu holen. Aber vermutlich immer noch mehr als der Mann bei sich trug...
      "Nun?", er zog das Wort unnötig in die Länge, kam ihrem Gesicht noch einmal ganz nahe, ehe er von ihr abließ und wieder den gebührenden Abstand zwischen sie beide brachte. Das sollte fürs erste gereicht haben. Er wollte sie schließlich nicht verstören, wirkte sie doch um einiges unschuldiger als es für eine Dame ihres Alters üblich war. Er wollte sie nur noch einmal an ihren momentanen Platz erinnern. Sie mochte von blauem Blut sein, doch auch das ließ sich ändern und er würde ihr gewiss nicht alles durchgehen lassen, nur weil er sich einmal hat erweichen lassen. Es würde gewiss nicht zur Gewohnheit werden und er würde sich später gewiss noch etwas von seiner Mutter diesbezüglich anhören müssen, doch für den Moment beließ er es dabei und würde ihr ihren Willen zumindest in gewissen Teilen gewähren. "Ich werde die beiden nicht im Palast einstellen, aber wenn sie dir so sehr am Herzen liegen, werde ich sie noch für zwei Monate bezahlen. Entweder sie finden in dieser Zeit einen neuen Ort zum Arbeiten und überzeugen mich von ihren Qualifikationen oder sie müssen mit den Konsequenzen leben. Aber das ist ihre Entscheidung. Sie sind weder an mich, noch an dich gebunden. Sie müssen uns nicht folgen und können selbst wählen. Und versuch ja nicht mich umzustimmen. Das ist mein letztes Wort. Nimm es so an oder ich kehre zu meinem ersten Angebot zurück. Außerdem müssen wir los, wenn wir vor dem Anbruch der Nacht in einer Stadt ankommen wollen." Seine Worte mochten eine gewisse Wärme oder gar Güte übermitteln, doch sie klangen trotz allem nicht minder hart und ungeduldig. Er wollte sich nicht länger als unbedingt notwendig mit solchen Belanglosigkeiten aufhalten müssen. Er hatte wichtigeres zu tun, als derartige Verhandlungen zu führen.
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      The Dragon Prince - Ethari & Runaan
    • Sayo

      Sie konnte seine Wut erkennen, wie er nach Fassung bangte, sie war der Grund. Sie trieb ihm zum äußersten. Anstatt dankbar zu sein, dass sich ihr überhaupt jemand annehmen wollte stellte sie Forderungen. Weil sie alleine war. Weil sie Angst hatte, welche sie mit Kontenance und eine falschen lächeln versteckte. Ihr Bruder hätte es sofort gemerkt. Ihm hatte sie noch nie etwas vormachen können. Außerdem war sie auch einfach eine sehr schlechte Lügnerin, was vieles nicht einfacher machte.
      Aber mit der Zeit hatte sie wenigstens gelernt ihre Gesichtzüge einiger Maßen unter Kontrolle zu haben. Xavier sprach mit seiner eigentlich melodischen Stimme dunkel und tief, leicht bebend von seinem Zorn. Andere hätten ihr für diese Frechheit wohl wirklich eine Gewaltige Ohrfeige verpasst.
      Er kam näher und sie machte unwillkürlich einige Schritte nach hinten bis ihr Rücken den Holzschrank berührte und ihr keinen Platz mehr bot. Sie hatte es gar nicht mit bekommen, dass sie schon soweit von ihm weggewischen war wie ein dummes Schaf und er war der große böse Wolf. Bei seiner Berührung zuckte sie zusammen, seine weiche warme Hand an ihrer Wange, sein Gesicht so nah, dass sie seinen heißen Atem spüren könnte und sie selbst überkam eine gewaltige Hitzewelle. Sie hatte ihn nur kurz angeblickt ehe sie seinem Blick ausweichen musste und zu Seite schaute. Sie konnte nichts gegen die röte tun die in ihrem Gesicht aufstieg. Sie japste nach Luft und ihr Herz schlug ganz schnell.
      Nur ein Mann hatte es einmal geschafft ihr so nahe zu kommen. Ein Adliger, der schon lange ein Auge auf die geworfen hatte. Sayo hatte gleich seine falsche Art erkannt, seine falsche Freundlichkeit und Güte, die er ihr entgegen brachte. Doch weil er ein alter Feund ihres Vaters gewesen war hatte sie darüber hinweg gesehen. Dieser Mann hatte gesagt er wolle ihr einige Dinge von ihrem Vater bringen, doch tauchte er nur auf um sie zu verführen. Er hatte so grob an den Schultern gepackt und gegen die Wand gedrückt, weil sie sich seinen Annäherungsversuchen entzogen hatte. In diesem Moment war sie erstarrt genauso wie angewiedert von seinen knochigen kalten Händen die sich unsanft in ihre Fleisch gebohrt hatten. Dai war zum Glück in den Raum gekommen. So Wütend hatte sie diesen Mann noch nie gesehen. Er hatte mit seinem Gehstock nach ihm geschlagen und war ihm sogar einige Meter hinterher gelaufen. So schnell hatte sie ihn wirklich noch nie laufen sehen.
      Auch jetzt war sie erstarrt, doch bei ihm war es nicht das selbe, auch wenn sie sich nicht traute etwas zu sagen. Als er von ihr abließ nickte sie nur stumm. Das war immerhin besser als gar nichts.

      Nun saßen sie in dieser edlen Kutsche, er saß ihr Gegenüber. Sie merkte wie Xavier immer wieder mal zu ihr Rüber Blickte. Was er wohl dachte? Bereuhte er seine Reise? Er hatte sie eine Schönheit gennant. Sie errötete wieder bei dem Gedanken und schaute schnell aus dem Fenster ehe er es noch bemerkte. Sie war schon wirklich sehr lange nicht mehr von ihrem Anwesen weg gekommen. Beinahe hatte sie schon vergessen, wie sehr sie das reisen in der Kutsche geliebt hatte, genauso wie das reiten. Aber die Pferde und die Kutsche hatte sie verkaufen müssen. Ein Jammer.
      Sie fragte sich wie sein Anwesen wohl sein würde und was genau er mit ihr Vorhatte, wahrlich.. er konnte doch jede haben, wer würde sich nicht gerne von diesem Mann verzaubern lassen? Sie natürlich ausgenommen. Sie hatte sich vorgenommen diesen Mann zuhassen, auch wenn sie ihre Blicke kaum von ihn lassen konnte als er in ihr Haus kam. Als er sie fast schon verstört angesehen hatte in ihrer Arbeitskleidung, verdreckt und unschicklich gekleidet. Aber ihr Blick musste vermutlich viel amüsanter ausgesehen haben, als sie erfuhr wer er wirklich war.
      So langsam brach die Nacht an und der Himmel wurde Dunkel. Eine große Müdigkeit griff nach der jungen Blonden Frau und sie hatte wirklich große Mühe ihre Augen noch offen zu halten.
      Die Arbeit im Garten war heute wieder mal sehr anstrengend gewesen und Zuhause wäre sie sicherlich sofort ins Bett gefallen. Aber es half alles nichts, egal wie sehr sie sich dazu zwang ihre Augen offen zu halten, sie fielen immer wieder zu, bis sie letzendlich dann eingeschlafen war.