Second Chance... [arrabella & Shio]

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    • Second Chance... [arrabella & Shio]

      Alex

      Scherben über Scherben, sah man auf den Boden vor mir liegen. Flammen loderten auf und ich schrie lautstark nach Hilfe. Oben sah ich meine Frau die versucht den Flammen zu entfliehen. Ich schüttelte an den Rettungskräften und bat sie darum sie zu retten. Doch es schien so als würde mich niemand hören oder gar wahrnehmen. Die zeit schien still zu stehen und ich musste mit ansehen wie mein ganzes Leben von jetzt auf gleich zerstört wurde.
      Schweißgebadet schreckte ich am nächsten Morgen auf. Mein Herz schlug wie wild und ich hielt mir meinen Kopf. Ich hatte seit dem Tag X immer wieder solche Alpträume und ich dachte eigentlich das ich längst über diesen Punkt hinaus war, doch dem schien nicht so. Ich setzte mich an die Bettkannte, nahm einen Schluck vom Wasser und versuchte mich zu beruhigen. Irgendwann musste dieser Schmerz doch endlich vergehen. Ich richtete mich auf und begab mich unter die Dusche, es tat gut wie das warme Wasser auf meinem Körper prasselte und ich all die schlechten Gedanken vorerst wegwusch. Im Spiegel betrachtete ich mich. Mein Gesicht sah mitgenommen aus, mein Bartansatz war schon viel zu stark und mein Blick war müde. Augenringe waren deutlich zu sehen und ich spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht, nahm den Trockenrasierer und rasierte mir den bart so, wie ich ihn immer trug. Nachdem ich mich frisch gemacht und angezogen hatte, schnappte ich mir mein Handy und rief meinen besten Freund Will an. "Sagen wir in einer Stunde im Café Camelia? Gut bis dann." Ich steckte das Handy in die Hosentasche, schloss die Tür hinter mir und machte mich auf dem Weg zu meinem Auto. Die Fahrt zum Café war ungefähr eine dreivirtel Stunde, man berechne den Verkehr in der Großstadt mit ein. Frühs und Abends brach das totale Chaos ein und es war nicht immer einfach überhaupt rechtzeitig von A nach B zu kommen.
      Will sahs schon an einem Tisch und hatte sich einen Café bestellt. "Da ist er ja! Guten Morgen mein Freund." Er stand auf und drückte mich fest. "Man siehst du scheiße aus, wenn ich das so sagen darf." Ja er war dierekt, dirketer geht es nun wirklich nicht mehr. "Die Nacht war kurz, sagen wir es einmal so." "Wieder getrunken?" Wild schüttelte ich mit dem Kopf und laß die Speisekarte. "Was dann eine Frau?" Ich seufzte. "Du weißt wie ich zu dem Thema stehe.. Ich habe andere Sorgen als mir eine Frau anzulachen.." "Schon gut. Ich mein es ja nur gut." "Ich weiß. Ich hatte nur wieder diesen Alptraum.. Der immer wieder auftaucht." Will legte seine Hand auf meine Schulter. "Du musst endlich wieder nach vorne sehen. Irgendwann musst du wieder richtig leben." Ich bestellte mir derweil einen Latte Macchiato und eine Waffel und blickte mit einer nach oben gezogenen Augenbraue zu ihm hinüber. "Und wie soll ich das anstellen? Ich bin Gesprächsthema Nummer eins hier in dieser Stadt.. Jeder würde mich tausendmal danach fragen. Denkst du ich hätte hier jemals meine Ruhe?" Will nickte und stimmte ihn zu und lächelte ihn dann mit einem breiten Grinsen an. "Da hab ich die perfekte Lösung." Er zog eine Zeitung aus seiner Tasche und legte sie mir vor die Nase auf den Tisch. Es war eine Anzeige rot eingekreist und ich nahm die Zeitung in die Hand um sie mir anzusehen. ´Farm Mitarbeiter gesucht´
      Meine Augen weiteten sich und ich sah ihn etwas verwirrt an. "Das ist nicht dein Ernst?" "Doch! Ist doch nen super Jobangebot und du kommst endlich Mal raus aus dieser Großstadt. Glaub mir dort hast du deine Ruhe und findest vielleicht innerlichen Frieden mit dir selbst." Will war davon felsenfest überzeugt, doch ich hatte meine Bedenken dabei. "Hallo hast du mich mal angesehen?" Ich zeigte auf mich. "Ich passe garantiert nicht in eine Farm. Schon gar nicht ohne meine Anzüge.." "Komm mal runter von deinem hohen Roß. Wer weiß wozu das alles gut ist. Warum schaust du dir das alles nicht einmal in Ruhe an. Ich begleite dich auch." "Na schön.. Dir zu liebe schaue ich mir die Farm an." Will lächelte überglücklich und wir beendeten unser Frühstück. Nachdem wir bezahlt hatten, stiegen wir in meinen Wagen ein und fuhren zu der in der Zeitung genannten Adresse.


    • Ich atmete genervt aus und verschränkte die Arme vor der Brust. Wieder stand ein Muskelprotz vor mir, der mir die Ausschreibung „Farm-Mitarbeiter gesucht“ auf den Tisch knallte und sich präsentierend vor mich stellte. Ich wusste selbst, dass ich einen Mitarbeiter suchte, er brauchte mich nicht noch darauf hinzuweisen. Ich deutete ihm, sich zu setzen und sich vorzustellen. „Den Hof zu führen schaffst du wohl nicht allein, Kleine? Ich bin die perfekte Unterstützung.“, beendete er seine Ausführungen und ich verdrehte die Augen. Dieser Mensch war mir absolut unsympathisch. „Was sind denn deine Qualifikationen, Großer?“, erwiderte ich schnippisch und zog provokant eine Augenbraue hoch. Er war der zweite Kandidat, der sich für heute angekündigt hatte und bestimmt nicht der erste, der sich so aufspielten. Er war keinen Deut besser, als all die anderen, die sich bisher beworben hatten. Keine Ahnung vom Leben auf einem Bauernhof, aber immer noch von der alten Schule, überzeugt davon, dass Frauen unmöglich eine Farm selbstständig führen konnten, ganz ohne männliche Hilfe. Ich schüttelte den Kopf. „Ich glaube, ich habe genug gehört.“, sagte ich bestimmt und verwies ihn höflich meines Bauernhofes. Seine Beleidigungen, die er mir beim Gehen an den Kopf warf, konnte er sich ruhig sparen, es interessierte nämlich niemandem.

      Ich ging zurück ins Haus, setzte mich hin und lehnte mich zurück. Es konnte doch nicht so schwer sein, einen geeigneten Mitarbeiter zu finden? Ich suchte bloß nach jemandem, der fest anpacken konnte, sich nicht vor harter Arbeit fürchtete und sich auch nicht zu Stolz war, eine Frau als Chefin zu haben. Vielleicht waren meine Ansprüche aber auch einfach zu hoch? Ich seufzte. Auch in dieser Saison würde ich wieder Hilfe benötigen, die anstehenden Arbeiten konnte ich unmöglich allein erfüllen. Meine Liste von Aufgaben wurde immer länger und ich hatte einfach zu wenig Zeit und Ressourcen, das alles ohne Aushilfe zu bewältigen. Ich schüttelte den Kopf. Jammern und in Selbstmitleid zu versinken, half mir jetzt auch nicht weiter. Ich musste die kommenden Bewerber abwarten und währenddessen einfach normal weiterarbeiten.

      Ich lächelte, als ich den Kuhstall betrat, um nach Molly – einer meiner Milchkühe – zu sehen. Sie war im neunten Monat schwanger und würde bald ein kleines Kälbchen gebären. Ich war wirklich nervös, freute mich gleichzeitig aber auf die Geburt. Es war ihre erste Schwangerschaft, sie musste mindestens genauso aufgeregt sein wie ich. Täglich rief ich den Tierarzt Mike an, der mir immer wieder versicherte, das alles glatt laufen würde. Ich vergewisserte mich, dass ich wusste, was im Notfall zu tun war, falls Mike nicht rechtzeitig kommen konnte. Als meine Großeltern noch lebten, hatte ich ihnen immer wieder zugesehen, wie sie den Tieren bei den Geburten halfen, aber ich wusste nicht, ob ich mir das selbst zutraute. Sanft streichelte ich das Fell und den Bauch von Molly und sah dann noch nach den anderen Kühen im Stall.

      Als nächstes ging ich zu den Schweinen und zu den Hühnern. Der Hühnerstall war kaputt und das Gitter gehörte repariert. Außerdem klemmte die Tür. Ich ging in den kleinen Lagerraum und warf einen Blick auf die Vorräte. Da der Futterlieferant krank war und es keinen Ersatz gab, musste ich spätestens morgen ins Dorf fahren, um alles Nötige selbst zu besorgen. Ich klopfte mir den Staub von meiner Kleidung, als ich sah, dass ein Wagen vorfuhr und in der Einfahrt anhielt. Skeptisch betrachtete ich das teure Auto und die zwei Männer, die drinnen saßen. Ich ging auf das Auto zu, verschränkte die Arme vor der Brust und sagte zu den beiden abschätzig: „Falls ihr hier seid, um die Farm zu kaufen, dann könnt ihr euch gleich wieder auf den Heimweg machen. Ich verkaufe nicht!“ Zu oft kamen schon Geschäftsleute zu mir, die den Hof kaufen wollten. Ich hatte es satt, ihnen ständig erklären zu müssen, dass die Farm nicht zu verkaufen war. Abwartend sah ich die beiden Männer an, die nicht den Eindruck machten, als würden sie gleich wieder wegfahren.

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      @Shio
    • Neu

      Alex

      "Das ist ja weit ab vom Schuss!", sagte ich überrascht zu Will, der gerade die Adresse in das Navi tippte. "Was dachtest du denn? Das sie hier mitten in der Stadt ist oder was?" Ich zuckte mit den Schultern und konnte es immer noch nicht fassen worauf ich mich hier überhaupt eingelassen habe. "Du wirst sehen das passt perfekt zu einem hoffungslosen Fall wie dich." Vor mich hin grummelnd fuhren wir nun zu der Farm. Langsam verliesen wir die Großstadt und vor uns war nichts weiter außer Land und eine ellenlange Straße.
      Immer wieder fuhren wir an kleineren Farmen vorbei oder an Häusern, die schon lange unbewohnt waren. "Wo zum Henker sind wir? Das ist ja das Ende der Welt." Will schüttelte mit den Kopf und sah mich genervt an. "Wir sind gleich da keine Panik."
      Tatsächlich bogen wir in ein kleines Dorf ein, wo es zwar nur eine Straße gab, aber man bekam dort alles was man zum Leben brauchte. Es war wie eine andere Welt für mich und ich sah mich mit großenen Augen und offenen Mund um. "Pass auf das du keine Fliege verschluckst, so weit offen wie du den Mund gerade hast." Ich zuckte zusammen und Will musste nur lachen.
      Schließlich fuhren wir ein Stück aus dem Dorf heraus und man konnte in der Ferne schon ein großes Anwesen sehen.
      "Da ist sie. Das ist die Farm der Familie Marin." Als wir die Straße entlang nach oben fuhren staunde ich wirklich nicht schlecht in was für einen guten Zustand sich die Farm doch befand. "Die Farm wurde etwas renoviert, da sie eigentlich verkauft werden sollte, aber die jetzige Besitzerin war streng dagegegen und richtete sich eben dort häuslich ein. "Verstehe." Wir bogen die Einfahrt hinein und hielten auf den Schotterweg an. Mein Blick fiel auf das Hauptgebäude, welches wirklich schön aussah und durch die weiß gestrichenen Leisten wirkte sie zwar alt aber auch etwas moderner.
      "Da sind wir. Ich bin gespannt wann.." Plötzlich stoppte Will und unsere Blicken gingen beide auf die junge Frau die sich vor meinen Wagen stellte und uns gleich herzlichst begrüßte. "Junge die hat aber Haare auf den Zähnen." "Darf ich vorstellen das ist die Besitzerin dieses Gutes." "Sehr freundlich.." "Komm nun geb dir nen Ruck. Sie beißt schon nicht."
      Ich seufzte und wir öffneten unsere Türen. Ich zupfte meine Sachen noch ein wenig zurecht und ging mit Will zusammen zu der jungen Frau hin. Ich zog meine Sonnebrille hinunter und sah sie an. Sie wirkte auf den ersten Blick noch realtiv jung um so eine Farm aufrecht zu erhalten, aber sie schien Mum zu haben und das gefiel mir irgendwie. "Wir wollen nicht kaufen. Mein Kumpel hier sucht Arbeit." Ohne das ich überhaupt was sagen konnte, ergriff Will sein Wort und zeigte auf mich. "Ähm ja. Ich habe ihre Suchanfrage in der Zeitung gelesen und würde mich gerne für den Job bewerben." War doch gar nicht so schwer, dachte ich innerlich und setzte mein schönstes Lächeln auf.
      Will trat neben mich und musste mich ja doch wieder ein wenig bloßstellen. "Anpacken kann er aufjeden Fall." Dabei griff er an meine muskulösen Arme, die sich gut in dem Hemd abzeichneten. "Also was sagen sie?"


      (das könnte das Haupthaus der Farm sein, so als Inspiration)