Witchsisters - How to summon a demon wrong [Daisy&Lu]

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    • Witchsisters - How to summon a demon wrong [Daisy&Lu]

      Witchsisters - How to summon a demon wrong

      ~Vorstellung~
      @Daisy Be my sister my dear <3
      Belial

      Gelangweilt wanderten seine glühenden, tiefroten Iriden über das dunkle Brachland der Unterwelt. Einige violette Blitze zuckten im ankündigenden Sturm durch den ewig finsteren Himmel dieser Welt. Ein Schauspiel, welches von dem Unmut des Herrschers der Hölle sprach, doch erfreute es den Dämon viel mehr als dass es ihn besorgen könnte. Seine Lippen verzogen sich zu einem spöttischen Lächeln und er würde nur zu gern der armen Seele gratulieren, welche Lucifer verärgert hatte. Dieser hochnäsige Mistkerl war so schnell in seinem Stolz verletzt, dass es schon ans lächerliche grenzte. Das weiße Haar umspielte sanft seine hohe Gestalt und kräuselte sich leicht im anherrschenden, heißen Wind der ihn automatisch das Gesicht verziehen ließ. Widerlich… Die Augen abwendend kehrte er in das Innere seiner eigenen Residenz zurück, die er sich im dritten Kreis erschaffen hatte. Nahezu im selben, prunkvollem Stolz des teuflischen Palastes- nur mit weitaus mehr Stil als dieser Bastard je besitzen würde. Im Inneren der dunklen Mauern begrüßte ihn die angenehme Kühle, welche er so liebte. Sie umschmeichelte seine dämonische Gestalt, begrüßte sie förmlich als er sich auf seinen eigenem Thron niederließ, welcher umgeben von Finsternis auf ihn wartete. Zugegeben waren die Tage etwas fade in letzter Zeit. In der Menschenwelt geschah aktuell nichts, was sein Interesse erwecken würde und seine Legionen und Untertanen gingen brav den ihnen vorgegebenen Aufgaben nach. Seine Augen fuhren zu einem großen Schachspiel mit Figuren aus Kristall, welches den Anschein erweckte mitten in einem Spiel zu sein. Die Figuren beider Seiten waren über dem edlen Brett verteilt, teilweise in seltsamen und sinnlos wirkenden Positionen, doch für den Höllenfürsten war es mehr als deutlich. Seufzend setzte er einen dunklen Springer auf eine neue Position, wohl wissend, dass jenes Wesen hinter der Figur alsbald handeln würde. Doch das Spiel machte ihm keinen Spaß, es war langweilig. Ob er für ein wenig Unmut sorgen sollte? Eine kleine Rebellion einiger Nichtssagender Dämonen von Astaroth? Er liebte es diesen exzentrischen Dämon zu ärgern und ihm Streiche der miesesten Art zu spielen. Zumal er damit zeitgleich auch seinen König in den Wahnsinn trieb, der anschließend für Ordnung sorgen musste. Ja, vielleicht wäre das ja die Idee um den tristen Alltag etwas aufzuwerten. Ein arrogantes Grinsen schlich sich auf seine Züge. Was sollte er nur tun? Ein Attentat? Zerstörung des innersten Kreises? Eine Revolte? So viele Möglichkeiten, so viel Auswahl. Wobei das Attentat auf den Herrscher ihn persönlich am meisten ansprach. Leider waren diese ausgeübten Taten durch Marionetten meistens zum Scheitern verurteilt, er würde danach wieder seinen dunklen Emotionen der Rache verfallen.

      Noch während Belial, der Herr der Lügen, innerlich die Für und Wider abwog spürte er plötzlich ein ungewohntes und doch vertrautes Gefühl in sich. Jemand rief ihn… Etwas irritiert konnte er das Zerren an seiner Substanz spüren, welches ihn aus den infernalischen Hallen in die Menschenwelt bringen wollte. Anfangs war dieser Sog schwach, sodass Belial lediglich schnaubte. Nein, einem schwachen Ruf würde er nicht folgen, das war vergebene Liebesmüh. Der letzte Hexenmeister der ihn beschworen hatte war derart langweilig und nutzlos, dass er es bereut hatte, dem nachgegeben zu haben. Deswegen ignorierte der Weißhaarige zu Beginn den Ruf einfach. Er war mächtig genug, dass er sich auch widersetzen konnte gegen eine einfache Beschwörung. Gerade als er sich von seinem edlen Thron aus den Edelsteinen der Menschen erhoben hatte keuchte er plötzlich auf, als aus dem anfänglichen schwachen Sog plötzlich ein Reißen wurde. Nahezu überrascht griff er sich an die Brust als er das Gefühl hatte, unsichtbare Ketten würden sich eng und bestimmend um seinen Brustkorb schlingen und in sein Fleisch schneiden. Was beim Höllenfeuer?!

      Diesmal, gleich wie viel Stärke er versuchte aufzubringen, konnte er sich nicht wehren und spürte es eher als dass er es sah, wie sich sein Körper in Schatten auflöste und in die irdische Welt gerissen wurde. Verflucht, so eine starke Beschwörung hatte er noch nie erlebt! Plötzlich erschien das Abbild eines mächtigen Hexenmeisters vor seinem geistigen Auge. Wer auch immer ihn rief, er besaß ganz eindeutig sehr viel Macht und das machte ihn dann doch neugierig, dass er die Gegenwehr niederlegte. Vielleicht eine alte Seele. Zumindest eine, welche in die tiefsten Abgründe der Magie gesehen hatte. Vielleicht ließe sich ja mehr aus dem Pakt herausholen als nur eine Seele, solch mächtige Meister waren äußerst selten. Der Letzte war König Salomon selbst, doch Belial war an diesem glücklicherweise vorbeigekommen im Gegensatz zu einem Großteil der anderen Fürsten. Die Geschichten kannte er dennoch um den berüchtigten Tyrann der Menschen. Aber das hier war etwas gänzlich anderes und instinktiv kleidete er seine menschliche Hülle in das Gewand eines edlen Adligen, als die Schatten ihn inmitten einer großen Bibliothek ausspuckten. Seine makellose Gestalt verleitete nur zu gern die Menschen dazu, ihn als dunklen Engel und nicht als Dämon zu sehen. Er liebte diese Schönheit des menschlichen Körpers, ohne Makel, ohne Narben und zudem sehr gut verschleiernd, was wirklich für ein Monster in ihm schlummerte. Zunächst fuhr sein Blick deutlich interessiert über die meterhohen Regale voller Wissen und er konnte ein zufriedenes Lächeln nicht verhindern. Oh, damit könnte er sich arrangieren!
      Das Lächeln schwand jedoch augenblicklich als Belial spürte, dass er nicht alleine in dem Kreis erschienen war. Nur mit Mühe konnte er seinen Unglauben hinter einer ausdruckslosen Maske kaschieren als er einen weiteren Höllenfürsten neben sich entdeckte. Asmodaeus. Nun wurde Belial etwas unwohl zumute. Ein Mensch, welcher sich anmaßte nicht nur ihn zu beschwören, sondern einen weiteren Fürsten der Unterwelt war… kein gutes Zeichen. Es bedurfte viel Kraft, ihn alleine zu rufen. Aber gleich zwei… Und dann mit einer solchen Intensität, wie der Weißhaarige noch nie zuvor gespürt hatte… Asmodaeus war in der Rangfolge direkt hinter Belial, damit sogar ein ebenso mächtiger Höllenfürst, wenngleich er nicht an sein Level herankam. Belial selbst gehörte zu den großen Drei, damit war sein Erscheinen alleine schon eine sehr große Angelegenheit. Aber einen weiteren... Was zur Hölle erhoffte sich der Magier davon, sie beide zu rufen. Ihre Fähigkeiten konnten nicht weiter auseinanderliegen!
      Seine roten Augen verengten sich einen Moment als er einen flüchtigen Blick zu Asmodaeus warf und schließlich endlich seine Aufmerksamkeit zu dem Hexenmeister wandte.

      Und nun hatte der Dämon wahrlich Schwierigkeiten, seine Züge unter Kontrolle zu halten. Beinahe wären sie ihm gänzlich entgeistert entglitten. Vor ihnen standen zwei Mädchen. Hexen, ganz offensichtlich aber noch sehr jung und eindeutig perplex über ihre Anwesenheit. Wollte man ihn hier verarschen? Nie im Leben haben diese kleinen Gören jemanden wie ihn herbeizitiert! Nicht so mächtig, dass er nicht einmal im Stande war, sich zu wehren. Nein, das musste ein mieser Trick sein. Ehe er die beiden auch nur ansatzweise genauer in Augenschein nahm wanderten seine Augen etwas rastlos umher, auf der Suche nach dem wahren Hexenmeister. Doch fand er niemanden. Nur einen Familiar in der Form eines bedrohlichen Wolfes. Sein Gesicht verzog sich bei der knurrenden Töle. Familiare waren außerordentlich lästig. Sie beschützten ihre Meister mit ihrem Leben und waren leider selbst für Dämonen eine durchaus ernstzunehmende Hürde.
      Die weißen Locken aus dem Gesicht streichend verschränkte er seine Arme und ließ sein Blick erst über die eine Hexe wandern, an dessen Seite das schwarze Biest stand. Gewöhnlich für einen Menschen. Schockiert und nahezu entsetzt vielleicht, aber mehr auch nicht. Schließlich fassten seine roten Augen die andere Hexe ins Auge und ihre dunklen Augen trafen auf seine. Und plötzlich biss er die Zähne zusammen um ein Keuchen zurückzuhalten, als er spürte wie sich ein Siegel in seine Brust brannte. Auf sehr unangenehme Weise wurde ihm ein Pakt aufgezwungen, den er nicht einmal ausgehandelt hatte. Scheiße, was war das denn? Er entschied, ob er einen Pakt einging oder nicht! Ungläubig sah er die Frau an ehe seine Augen erstmals zu Boden huschten und nun wurde ihm Speiübel. Oh verflucht, das durfte jetzt nicht wahr sein! Er erkannte die Symbole auf Anhieb und ihm drehte sich der Magen um, als ihm bewusst wurde in welcher Misere er sich gerade befand. Das…war ein Adelheid Pentagramm. Der schlimmste Weg einen Dämon zu binden, ohne dass dieser auch nur die Wahl bekam sich dagegen zu wehren. Und gleichzeitig saß er jetzt hier fest. War das ihr verfluchter Ernst?! Wie konnten zwei solche Gören ein derart hochgradiges und kompliziertes Ritual durchführen?! Nicht einmal die hohen Hexen und Hexer dieser Welt wagten sich daran und die beiden standen hier…- Belial atmete kurz tief durch, als er die Rage in sich wachsen spürte. Oh, das würden diese Hexen bereuen, dass sie ihn auf diese Art versklavten. Offenbar war seine neue „Meisterin“ die junge Frau mit den glatten Haaren und dunkelbraunen Augen. Trotz seines mehr als wütendem und durchaus rachsüchtigem Gemütszustand setzte er ein charmantes Lächeln auf.

      „Das nenne ich eine Überraschung. Darf ich nach deinem Begehr fragen, meine Schöne?“, sprach er die Hexe, welche ihn gebunden hatte, direkt an. Auch wenn ihm dieses Gehabe gerade zuwider war, musste er wohl oder übel den Wunsch der Kleinen erfüllen um aus diesen Ketten auszubrechen. Das Band, welches sie als Pakt verband, war für ihn nur zu deutlich spürbar. Unbewusst suchte er nach ihrem Familiar, fand jedoch keinen was ihn ehrlich gesagt verwirrte. Versteckte dieser sich? Er wusste es nicht, konzentrierte sich jedoch voll und ganz auf die Frau. Noch konnte er das Pentagramm nicht verlassen, erst wenn sie ihm die Erlaubnis dazu gab. Was ehrlich gesagt absolut lästig war, aber so waren die Regeln…



      Kiara

      Die geliebte Bibliothek war in warmes Licht getaucht, gespendet von den unzähligen Lichtorbs, welche in angenehmer Höhe kreisten als wären es kleine Sterne. Die Luft, welche sonst von dem ganz eigenen Geruch von Pergament und Papier erfüllt war, begrüßte sie und ihre Schwester nun mit dem eindringlichen Duft von Weihrauch, der mit einigen scharf riechenden Kräutern gespickt wurde. Kerzen umgaben sie in systematischer Reihenfolge aufgestellt, während sie mit der Hand in der ihrer Schwester in einem Schutzkreis stand. Nur zur Sicherheit hatten sie diesen erschaffen, sie hatten absolut keine Ahnung, was dieses Ritual bedeutete. Kiara strich sich durch die Blumengeschmückten Haare und ihre gelb-grünen Augen waren etwas enttäuscht auf den schweigsamen Zirkel vor ihnen gerichtet. Sie hatten die fremde Sprache vorgelesen, welche zu den Symbolen im Buch geschrieben stand. Der Klang war fremd gewesen, nahezu verboten und genau das ließ das Herz der Hexe vor Aufregung höher schlagen. Warum genau sie das überhaupt machten hatte Kiara schon vergessen. Ihre Schwester hatte dieses Buch gefunden. Sehr alt und bereits verstaubt hatte es in einem der höchsten Regale gestanden und beide wussten sofort, dass es eines der wenigen verbliebenen Relikte ihrer Mutter sein musste. Deswegen strich sie abermals nahezu liebevoll über die aufgeschlagene Seite. Darauf wartend, dass etwas passierte.

      Neben ihr stand ihr schwarzer Wolf aufmerksam und merklich angespannt mit den sturmgrauen Augen auf die fremden Symbole gerichtet. Beruhigend kraulte sie ihren Familiar sanft.
      „Ist schon gut Fluffy, das soll ein Glücksritual sein. Das ist doch gut!“, munterte sie ihren flauschigen Freund auf und drückte zeitgleich die Hand ihrer Schwester etwas fester. Auch zu ihr blickte die junge Frau mit einem sanften Lächeln.
      „Lass es uns nochmal aufsagen!“, eröffnete sie voller Tatendrang und ihre Augen funkelten nahezu neugierig ihre Schwester Jodene an. Diese wirkte merklich verunsichert und schien sich im Gegensatz zu ihrer Schwester nicht richtig wohl damit zu fühlen. Okay, zugegeben es waren einige schwarzmagischen Symbole dabei, das wusste selbst das kleine Energiebündel. Vielleicht nicht unbedingt ein gutes Ritual, das war ihr bewusst. Aber laut der Handschrift ihrer Mutter- das Buch war sogar ein selbstgeschriebenes Grimoire-sollte dieses Ritual für ein glückliches Leben sorgen und den sehnlichsten Wunsch erfüllen. Nun, Wünsche hatte Kiara keine. Aber gegen ein glückliches Leben mit ihrer Schwester hatte sie nichts einzuwenden!
      „Bist du…sicher? Ich meine…es…wir…“, begann ihre süße Schwester unsicher ihr Bedenken preiszugeben, doch mit großen, nahezu flehenden Augen sah Kiara zu ihr.
      „Bitte~“, bettelte sie förmlich und sah schon anhand von Jodys Blick, dass sie gewonnen hatte. Mit einem fröhlichen „Yay!“ konzentrierte sich die Braunhaarige wieder auf das Buch und abermals las sie im Chor mit ihrer Schwester die Zeilen vor.

      „Sit dea, et luna, et tenebras luminis, dona mihi velle meum, et cessabit cor meum. Meam pono in manibus vestris, et vos vultis facere patiar. Sic fiat semper!*“

      Die alte Sprache kam über ihrer beider Lippen, diesmal mit deutlich mehr Nachdruck zumindest von Kiaras Seite. Sie legte ihre Willenskraft in ihre Stimme, begierig darauf, dass sie Zeugin eines Resultates wurde. Kaum verklang das letzte Wort herrschte Stille.
      Doch schließlich zog ein Wind durch die Bibliothek, obwohl keines der Fenster geöffnet war. Die Kerzen erloschen und kurz zuckte Kiara nervös zusammen und sah zu ihren Lichtern auf, welche glücklicherweise nach wie vor leuchteten. Für einen Moment hatte sie wirklich Angst gehabt.


      Mit großen Augen sah sie dabei zu, wie das Siegel am Boden zu glühen begann, ehe es nahezu grell erstrahlte und sich über diesem eine wahre Wolke an Finsternis ausbreitete. Eine Finsternis welche eine unnatürliche Kälte mit sich brachte und die Luft förmlich flimmern ließ aufgrund der entstandenen Macht. Unwillkürlich wich Kiara einen Schritt zurück, konnte jedoch ihre Augen nicht von diesem faszinierenden und doch verstörenden Anblick lösen. Die Hand Jodene’s ließ sie dabei keine einzige Sekunde los. Sie brauchte die Wärme dieser Hand gerade mehr als sie zugeben wollte. Kurz huschte ihr Blick nahezu panisch über ihren Schutzkreis, ob dieser eine Lücke aufwies doch waren die Schwestern sehr gründlich gewesen und sie zwang sich, nicht weiter zurückzuweichen oder gar zu fliehen, wie ihr Verstand es ihr gerade zuschrie. Das…sah nicht mehr nach einem Ritual für ein glückliches Leben aus! Im Gegenteil, Kiara wurde etwas übel als sie Begriff, was sie gerade getan haben. Erst recht als aus der Dunkelheit plötzlich zwei Gestalten geformt wurden und plötzlich in der Mitte des Kreises zwei Männer standen. Unterschiedlich wie Tag und Nacht, jedoch eine deutliche Bedrohung wie sie an Fluffy sah. Der Wolf nahm vor beiden Schwestern Platz und seine Größe änderte sich merklich zu der eines Biestes, als er seine Zähne fletschte und begann zu knurren. Nun wurde auch sie nervös. Ihr Blick galt den beiden Fremden und kurz fürchtete sie, dass Jodene und sie etwas falsch gemacht hatten. Deutlich überfordert und erstaunt über das Resultat des Rituals blickte sie mit großen Augen erst zu dem Weißhaar ehe sie den Mann neben ihm ins Auge fasste. Dieser war das komplette Gegenteil mit seiner dunkleren Haut und dem Rabenschwarzen Haar. Fasziniert betrachtete sie die Augen des Fremden, welche wie flüssiges Gold schimmerten. Wo hatte er solche Augen her? Sie waren schön, sehr schön sogar! Und sahen gerade direkt in ihre. Kiara zuckte heftig zusammen, als ihre rechte Seite des Halses plötzlich zu brennen begann und automatisch fuhr ihre Hand dorthin. Was zum-? Sie zuckte etwas zusammen als ihre Finger die Stelle berührten und gleich kleiner Stromstöße schien ihre Haut zu reagieren. Was war das an ihrem Hals? Sie bereute, dass sie es nicht sehen konnte und hielt sich die Stelle mit einem deutlichen „Autsch!“ welches ihrer Empörung Luft machte. Hatte dieser Mann das gemacht? Warum? Was war falsch mit ihm, er fügte ihr Schmerzen zu und sie hatte nicht einmal den Mund aufgemacht! Missmutig rieb sie die Stelle ehe sie ihre Hand sinken ließ und die Worte des Weißhaarigen vernahm, der ihre Schwester dabei ansah. Instinktiv rückte Kiara näher zu ihr. Der Typ gefiel ihr nicht… Und sie verstand bei Weitem nicht, was hier eigentlich los war.

      „Oh wow… Würdet ihr zwei uns mal bitte erklären, was das hier werden soll? Warum seid ihr hier? Besuch meldet sich eigentlich im Vorfeld an, wisst ihr?“, platzte es schließlich aus ihr etwas hilflos heraus um wenigstens ein wenig Erkenntnis in diese wirre Situation zu bringen. Das war doch…verrückt! Sie mussten definitiv etwas falsch gemacht haben, nie würde sich Kiara einen Mann herbeiwünschen und noch weniger sollten gleich zwei für ein glückliches Leben sorgen. Ihre Aura gefiel ihr nicht, Fluffy noch weniger dessen Fell deutlich gesträubt war und er ging nahezu lauernd vor den Schwestern auf und ab, bereit zu springen sollte einer der Beiden etwas versuchen. Mitunter der Grund warum sie genug Mut fasste, ihr vorlautes Mundwerk zu öffnen. Obwohl ihre Hand in Jodys deutlich zitterte. Kiara würde Lügen wenn sie behaupten würde, keine Angst zu haben, sie hatte sogar große Angst als sie das Gefühl bekam, dass sie hier etwas viel Größeres getan hatten als sie eigentlich sollten... Als wäre es verboten. Ihr Blick landete wieder auf dem schwarzhaarigen Mann mit diesen unglaublichen Augen, hoffend auf eine Erklärung.

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      * May the Goddess and the moon,
      of light and darkness,
      grant me my wish
      and quiet my heart.
      I place my desire in your hands,
      For you to do as you will
      and as I deserve.
      So mote it be!
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

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    • Asmodaeus
      Stille herrschte in den großen, nahezu komplett leeren Hallen von Asmodaeus Schloss. Kein Donnern, kein Schrei und kein peitschender Wind schaffte es vorbei an der geräuschunterdrückenden Fassade, die der Höllenfürst äußerst penibel aufrechterhielt. Lediglich das Schneiden seiner Klinge durch die Luft und das Nachhallen seiner Schuhe auf dem polierten Marmorboden sorgten dafür, dass man eine Form von Leben in diesem Schloss vermutete.
      Eine Hand lag fest hinter seinem Rücken, die Schultern in einer Höhe nach hinten gedrückt. Seine menschliche Haut trug er wie ein Übungsgewand und die Klinge in seiner rechten Hand war lang und schmal. Elegant; wie er seine Waffe am liebsten hatte. Durch sehr präzise und fließende Bewegungen schnitt er immer und immer wieder durch die Leere seiner Gemächer. Die kahlen Wände waren verborgen hinter schweren, schwarzen Vorhängen und kein Ding stand in seinem Weg bei dem Tanz, den er ausführte. Schnitt, Parieren, Stich. Sein Handgelenk ließ die Schneide gleiten, er drehte sich herum, blockierte, drehte sich aus dem nicht vorhandenen Angriff und schnitt in die Kniekehle seines Feindes, ehe er ein einziges Mal sein Schwert tatsächlich über seinen Kopf hob und es dem Boden entgegen riss, um damit in einem glatten Schnitt seinen Gegner zu enthaupten. Der Schwertkampf ist wahrlich ein tödlicher Tanz voller Schönheit gewesen. Doch mit der richtigen Partnerin sah er sich nicht in der Lage selbst am Boden zu enden. In einer bewundernden Manier hob Asmodaeus sein Schwert vor sein Gesicht, holte die linke Hand hinterm Rücken hervor und strich zärtlich über den Rücken der Klinge. Sie war kalt und reflektierte das Licht, das durch die behangenen Fenster hineinschien. Die goldenen Augen des Dämons spiegelten sich in der glatten Oberfläche und die Pflege, die in diesem Instrument der Schwertkunst lag, war ihm leicht anzumerken. Der Griff wog beinahe dasselbe wie die Klinge und war versehen mit Ranken, die wie Dornen der Schneide entgegenstreckten. Allerdings entsprach es noch immer dem Geschmack seines Herren; Schlicht und edel. Es war eigens für Asmodaeus angefertigt worden und er war zufrieden mit der Handwerkskunst, nun, da er sich die Zeit genommen hatte es auszutesten.
      Der Schmied hatte gute Arbeit geleistet, auch wenn es bereits 500 Jahre her sein musste, seit es darauf wartete von seinem Herrn in Augenschein genommen zu werden. Nachdem er es noch einmal von beiden Seiten betrachtet hatte, entschied der schwarz-haarige, dass es genügte und er senkte das Schwert. Erst jetzt fiel ihm auf, wie sein Brustkorb sich hob und senkte und seine menschliche Hülle schwerfällig Sauerstoff in die Lungen zog. Nun, da er seinem Geist wieder gestattete aus der regelrechten Trance der vollkommenen Konzentration zu ihm zurückzukehren, spürte er deutlich die Muskelstränge, die unter seiner Haut pulsierten und für einen Moment hatte er Schwierigkeiten den Arm erneut zu heben. Es ist in der Tat möglich gewesen, dass er den Überblick darüber verloren hat wie lange er sich hier zu beschäftigen gewusst hat. Auch sein weißes Leinenhemd haftete schweißnass an seinem Rücken. Die Füße schmerzten und auch hier spürte er genau die fest geschnürten Lederstiefel, die die Beine seiner naturfarbenen Wollhose zusammenhielten. Murrend legte er seine linke Hand in die Hüfte und ließ seinen Kopf kreisen. Ist es tatsächlich schon wieder so lange schon her gewesen, dass er sich mit diesem menschlichen Körper beschäftigt hatte? Er war doch erst neulich in der Menschenwelt gewesen. Vielleicht gerade mal Hundert oder Zweihundert Jahre her. „Wie lästig“, murmelte er in das Schweigen seines Heimes und setzte sich wieder in Bewegung, um sein Schwert zu säubern und es wieder an seinen Platz zu bringen. So zumindest sah es die Theorie vor. Doch kaum hatte er seinen zweiten Schritt getan ergriff ihn das Gefühl beim dritten in die Leere zu treten.
      Fluchend riss er seinen Körper nach hinten und stolperte zurück, gerade noch so sein Gleichgewicht behaltend. Was ist das bitte gewesen? Ein Windhauch und das Rauschen von Blätterdächern, charakteristisch für einen Wald schreckten ihn aus den Gedanken und Zähne knirschend sah er sich in seiner Fechthalle um. Das Schwert, dass er entspannt gesenkt hatte fand sogleich wieder fest in seine Hand, mehr aus Reflex, als aus dem Wunsch heraus sich mit der Klinge vor etwas verteidigen zu wollen. Der Dämon vermutete im ersten Moment, dass sich jemand einen Scherz mit ihm erlaubte. Vielleicht war es jemandem gelungen während Asmodaeus Training ein Loch in seine Barriere zu reißen. Sein Blick ging zum Fenster und hinaus in die Ferne. Von einem Wald weit und breit keine Spur. Es musste etwas anderes sein. Verärgert darüber, dass jemand es wagte seine Ruhe zu stören, wollte Asmodaeus so eben in seine Dämonenform wechseln, als er es schließlich vernahm. Dieses grauenhafte Gefühl, das in ihm sehr viele Erinnerungen auslöste. Das vertraute Ziehen einer Beschwörung erfasste ihn. Allerdings war es nicht wie sonst auch richtungsweisend, lockend. Nein, es war ein unerbittlicher Griff um seine Beine. Es war kein Ruf, der ihn da erreichte. Es war ein Zerren. Ein Befehl. Und das letzte Mal, das ihm etwas befohlen wurde, endete äußerst unerfreulich.
      Mit aller Kraft, die er aufbringen konnte, wollte er sein Bein heben, sich aus dem Sog befreien und verschwinden. Doch sein Körper gehorchte ihm nicht. In seinem Versuch sich zu wehren verschluckte ihn schließlich der Boden und Asmodaeus wurde wie ein verfluchter Köter an seinem Halsband hinabgezogen. Seine Augen hingen dabei permanent an seinen Füßen. Sie wagten es nicht. Diese Menschen wagten es nicht. Das grauenhafte Gefühl der Vertrautheit ließ ihn bereits jetzt rotsehen. Und als er schließlich wieder Form erlangte erfasste sein Blick den Beschwörungskreis zu seinen Füßen. Regungslos konnte er eine ganze Weile nur so dastehen und sich diese verfluchten, bekannten Zeichen in seine Erinnerung brandmarken. Eine Bewegung vor ihm ließ ihn die Augen hochreißen und der schiere Zorn, der sich in seinen Zügen abspielte, schlug dem verschreckten Blick eines jungen Mädchens entgegen. Was folgte hatte er geahnt, weswegen er nicht einen Muskel rührte, als der schreckliche Schmerz das Blut in seiner Brust regelrecht anzuzünden schien. Erst jetzt schaute er zu der zweiten Gestalt in seinem Bann. Belial.
      Hah. Belial. Wie sehr hatte er sich doch damals einen Spaß daraus gemacht, dass er nicht unter die Hand Salomons gekommen war. Die Frau, die Asmodaeus beschworen hatte, meldete sich zu Wort und wagte es – Sie wagte es! – ihn anzuherrschen was er hier sollte. „Was das hier werden soll? Wer wir sind?“, wiederholte er bis aufs äußerste angespannt. Die pure Mordlust spiegelte sich in dem Gold seiner Augen wider. „Besuch meldet sich an? Ach, wie finde ich denn das!“, rief er sarkastisch aus und rammte mit einem Schlag sein Schwert, das er noch immer in den Händen hielt mit einer solchen Kraft gegen die Zeichen auf dem Boden, dass die Magie es sofort zersplitterte. „Ihr beide wagt es Dämonen aus den tiefsten Kreisen der Hölle in Eure lächerliche Gefangenschaft zu zwingen und wir sind der ungebetene Besuch!“ Nein, das war zu viel für ihn. Sein ganzes Sein wurde verschluckt von dem Wahnsinn, den er hatte erdulden müssen. Den er schon einmal durchgestanden hat. Hass schien seine Adern beinahe zum Zerbersten bringen zu wollen so angespannt, wie er gewesen ist. „Verlangt, wofür Ihr uns gerufen habt“, befahl er, nicht einmal den Versuch startend sich zu zügeln. Es war nicht in seinem Interesse nett zu sein oder jemanden zu verführen. Nein, gerade war ihm sehr danach ausnahmsweise Mal zu diesem ganz besonderen Anlass selbst die ausführende Hand für die schlimmsten Höllenqualen und Chaos zu sein.

      Jodene
      Sie hatte es geahnt. Von Anfang an hatte sie es mit einem mulmigen Bauchgefühl betrachtet. Jodene war es schlichtweg nicht geheuer gewesen mit dieser uralten Magie herumzuspielen, von der sie genau genommen keine Ahnung hatten, wie sie funktionierte. Dabei fürchtete sie sich natürlich nicht nur davor, dass das Vorhaben schrecklich schief gehen würde, sondern auch davor welchen Preis sie zahlen müssten. Der erste Versuch schien ihren persönlichen Wunsch zu erfüllen bei der ganzen Angelegenheit. Es passierte einfach nichts und Jodene ist bereits im Begriff gewesen ihre Schwester nun zum Aufhören zu bewegen. Sie kam nicht gegen ihren Zwilling an, wenn es darum ging auszuprobieren, was Kiara plötzlich zu interessieren schien. Doch jetzt hatten sie es doch versucht... Sie versuchte zu protestierte ängstlich gegen den Vorschlag es ein zweites Mal zu versuchen, letzten Endes überlies sie Kiara doch ihren Willen und betete innerlich das gleiche Resultat würde herauskommen. Dennoch folgte Jody dem Beispiel ihrer Schwester und formulierte die Worte mit etwas mehr Nachdruck. Vielleicht war das der Fehler. Erschrocken riss sie die Augen auf, als die Kerzen ausgingen und er gesamte Raum kälter zu werden schien.
      Panisch klammerte sie sich an ihre Schwester und nahm nicht nur ihre Hand, sondern klammerte sich auch sacht in ihren Ärmel. Und mit absolutem Terror in den Augen sah sie mit an, was sie beide da erschaffen hatten... Oder besser gesagt wen sie beschworen hatten. Männer. Zwei Männer. Aus ihren Augen absolut angsteinflößende, große Männer. "Was haben wir gemacht...", nuschelte Jodene hilflos und zuckte heftig zusammen, als sie auf die Augen des Herrn mit dem schönen, weißen Haar traf. Sein Blick paralysierte sie im ersten Moment... und schmerzte sie im nächsten. Atemlos schrie sie auf und riss sich von ihrer Schwester los. Sie sackte leicht nach vorne und hielt sich ihr linkes Bein. Es fühlte sich an, als würde ihr ein Stück aus ihrem Oberschenkel herausgerissen werden und sofort breitete Panik sich in ihr aus. Hastig raffte sie ihren Rock hoch und erstarrte. "Kiara! Kiara, was ist das!", rief sie voller Angst. Dabei ignorierte sie einfach die Worte der beiden Männer. Weder die Frage des einen, noch die Wut des anderen drangen zu ihr durch und sie präsentierte ihrer Schwester das große Siegel, das auf ihrer Haut entstanden war.
      Sie blickte auf und ihre Augen weiteten sich. "D-Dein Hals! An deinem Hals ist es auch!", sagte sie erschrocken und streckte bereits die Hand nach dem Mal ihrer Schwester aus, ehe sie inne hielt und sich dafür entschied erst ihr eigenes abzutasten. Für den Fall es würde schmerzen. Zögerlich legte sie die Finger darauf, doch nichts. Sie spürte nicht einmal Farbe, oder Tinte. Es war, als wäre es gar nicht da. Ein Knurren richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf den noch immer leuchtenden Beschörungskreis, wo der schwarz-haarige von ihnen mit vor der Brust verschränkten Armen dastand und nur herablassend auf die Frauen sehen konnte. "Ihr seid doch wohl ein schlechter Witz!" Wütend riss er sich sein Hemd auf und ließ so nicht nur einen Blick auf eine muskulöse, nackte Brust zu, sondern auch sein eigenes Siegel, das an der Stelle seines Herzen prankte. "Ist es mit der Menschheit soweit zu Ende gegangen, dass ihre Dummheit nun ein Maximum erreicht hat? Möchtet ihr mir wirklich erzählen, dass ihr versucht habt Dämonen zu beschwören in Form des aggressivsten und einem der mächtigsten Rufe, die diese oder irgendeine andere Welt kennt ohne zu wissen, was ihr damit versucht?!"
      I'll see ya in a dream.

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    • Kiara

      Die Dunkelhaarige brauchte einen ganzen Moment um die wutentbrannten Worte des ungehobelten Klotzes zu verinnerlichen. Oh wow, da war jemand richtig sauer. Auf eine Art, welche ihr ganz und gar nicht gefiel. Ihre Schwester hatte Angst und ihr selbst war ebenso unwohl. Fluffy fletschte die Zähne, als das Goldauge sein Schwert in den Boden rammte und es in tausende Teile zersprang. Bitte? Was sollte sie von jemanden wie ihn denn schon begehren?! Außer dass er mal etwas auf seine Manieren achtete, das war immer noch das Haus ihrer Schwester und ihres! Beinahe war Kiara versucht ihre Wangen aufzuplustern. Doch sie unterließ es, wohlwissend wie lächerlich sie sich damit machen würde. Gerade wollte sie zu einer sehr spitzen Bemerkung ansetzen als ihre Schwester nahezu schmerzvoll aufschrie und anschließend ihren Namen rief. Sofort war der Schwarzhaarige vergessen und besorgt fanden ihre grün-gelben Augen ihre Schwester. Die Druidin hatte ihren Rock hochgerafft und ein schwarzes Mal prangte auf der hellen Haut ihres Oberschenke. Ungläubig musterte Kiara dies und ihr blieb kurz der Mund offen stehen. Das war vorher noch nicht da gewesen.
      "D-Dein Hals! An deinem Hals ist es auch!", rief Jodene aus und beinahe sofort fuhr ihre Hand wieder zu ihrem Hals, der eben noch gebrannt hatte wie flüssiges Feuer. Das sollte doch ein Witz sein, sie hatte auch so ein Ding? An ihrem Hals?
      Nahezu anklagend fuhr ihr Blick zu den fremden Männern zurück. Während der Weißhaarige ruhig blieb und lediglich zu beobachten schien, war das Goldauge offenbar deutlich der griesgrämigere von beiden. Ungeduldig riss er sein Hemd auf und selbiges Mahl erschien auf seiner braungebrannten Brust. Kiara zog die Brauen hoch. Nicht nur, dass er keine Manieren besaß, Anstand schien ihm wohl ebenso fremd. Sie mochten vielleicht nicht mit Männern zu tun haben, doch selbst in den unzähligen Romanen welche sie besaßen wurde eine gewisse Contenance gewahrt... Allerdings nahm sie trotz ihrer Missgunst seine Informationen in sich auf.
      Während sie beruhigend über das glatte Haar ihrer Schwester strich ging sie in Windeseile gedanklich die Fakten durch, als handelte es sich hier um eines ihrer Experimente.

      Punkt Eins: Die beiden Fremden hier bezeichneten sich als Dämonen und Kiara glaubte dem sogar, angeblich aus den "tiefsten Kreisen der Hölle"
      Punkt Zwei: Irgendwie glaubten diese Kerle, sie würden etwas von ihnen verlangen. Ob das nun wirklich so ein Teufelspakt war, von dem sie gelesen hat? Wenn ja konnten sie das gleich vergessen.
      Punkt Drei: Sie konnte Goldauge nicht leiden.

      Schließlich stieß die junge Hexe ihren angespannten Atem aus und blickte mit ihren stechenden Augen zu dem miesgelaunten Dämon.
      "Nein, haben wir nicht.", antwortete sie nüchtern, als wäre es das Einfachste der Welt. "Falls ihr zwei infernalischen Abgesandte es nicht wisst, wir haben...keinen Wunsch an euch. Gar keinen, der in irgendeiner Art eure Anwesenheit benötigt. Wir haben ein Glücksritual versucht, aber das ging ja offenbar schief. Ihr könnt also wieder gehen.", blieb sie zunächst sachlich und klärte ihnen den aktuellen Stand der Dinge auf. Natürlich hatten weder Jody noch sie davon gewusst! Dem Weißhaarigen entfuhr ein Schnauben, was beinahe belustigt klang. Was war daran bitte witzig? Also langsam regten diese Beiden sie auf.
      "Und der Einzige, der hier ein schlechter Witz ist, bist du. Warum führst du dich wie Rumpelstilzchen auf und zeigst zwei Frauen einfach so deine Brust? Gibt es in dieser Hölle keine Etikette?" Das war nun eindeutig ihre große Klappe, die aus ihr sprach. Aber er hatte die Zwillinge als Witz bezeichnet und die beiden Mädchen waren vieles, aber kein Witz. Fluffy stieß ein tiefes Grollen aus seiner Kehle aus, als würde er ihr zustimmen. Dass Kiara im nächsten Moment ihre Worte bereute, wollte sie lieber nicht erwähnen...


      Belial

      Im Gegensatz zu seinem deutlich wütenden "Kollegen" blieb Belial vorerst ruhig. Er verzog nur ganz kurz spöttisch seine Lippen als Asmodaeus förmlich in Rage geriet. Seine Hexe schien das Ganze hervorragend zu reizen und insgeheim lachte er innerlich schäbig auf. Der vierte Fürst der Unterwelt war schon immer so schrecklich ruhig und langweilig gewesen. Er machte seiner Sünde der Trägheit alle Ehren, weshalb der Weiß haarige sich selten die Mühe gemacht hatte, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Der Arme, schon zum zweiten Mal war er Opfer der absoluten Sklaverei und diesmal von einem vorlauten, kleinen Gör. Welch eine Schande. Tatsächlich zwang sich der nach wie vor rachsüchtige Dämon dazu, sein Gemüt hinter dem lächelnde Gesicht zu verbergen. Es brauchte mehr um ihn aus der Reserve zu locken, auch wenn er alles andere als begeistert war. Vor allem als die Hexe, welche ihn an sich gebunden hatte, die Frechheit besaß ihn zu ignorieren. Wusste sie denn nicht wer er war? Niemand, absolut niemand wagte es, den Herr der Rache und des Neids zu ignorieren!

      Kurz zuckte tatsächlich seine Braue verärgert, doch sein Lächeln blieb bestehen. Es wurde sogar eine Spur breiter als er zusah, wie sie ihren Rock in eine sehr anregende Höhe zog. An ihrem Bein war also das Siegel? Er stützte sein Kinn auf seiner Hand, dabei ließ er den Zeigefinger auf seinen Lippen ruhen und ungeniert betrachtete er die helle Haut ihres Oberschenkels. Nun, gegen diesen Anblick war nichts einzuwerfen. Es änderte nichts an der Tatsache, dass er sie nach diesem Schlamassel in seelenruhe foltern würde, bis sie wünschte zu sterben. Aber dennoch gefiel ihm was er sah und mit einem leichten, Lüster en Funkeln in seinen Augen neigte er seinen Kopf, als seine namenlose Meisterin ihr Bein zu der anderen wandte. Mh, ein wenig weiter wäre schön, dass er einen tieferen Blick wagen konnte. Er musste ja wissen was er bekommt. Doch leider war dem nicht so, auch dank dieser Kiara welche ihre offensichtliche Schwester beschützend an sich zog. Er vermutete, dass es Schwestern waren. Sie sahen einander ähnlich, mit Ausnahme ihrer Augen. Zudem fiel ihm ihr ähnlicher Geruch auf, eine Eigenart, welche er oft bei Geschwistern festgestellt hatte neben ihrem widerlichen treuen Verhalten.

      Was Belial nun weniger entzückt war Asmodaeus Einlage. Er schien nun endgültig die Geduld verloren zu haben und entblößt selbst sein eigenes Siegel. Dieser Langweiler hatte offenbar schon lange nicht mehr mit Frauen zu tun gehabt. Zumindest war seine Tat und seine blaffenden Worte nicht gerade etwas, womit er sich beliebt machte.
      "Ich dachte du bist zu träge aber offenbar brennst du ja darauf, dich zu entkleiden.", kommentierte der Weißhaarige nur spöttisch und zog eine seiner perfekt geschwungenen Brauen hoch. Dass sein höllischer Kollege sich damit keine Freude machte wurde einen Moment später nur allzu deutlich.
      Viel köstlicher war jedoch die Zurechtweisung Kiaras. Wobei er sich selbst ein belustigtes Schnauben seiner falschen Attitüde nicht verwehren konnte. Zurück? Beim Höllenfeuer, diese Weibsbilder hatten wirklich keine Ahnung. Dank ihrem... Missglückten Glücksritual wie sie es nannte, gab es kein Zurück mehr für die Dämonen. Leider wohlgemerkt, ansonsten wäre er nur zu gern zurück in seinen Palast gesprungen. Aber dieser verfluchte Pakt zwang ihn dazu, den Wunsch seiner Meisterin zu erfüllen. Und zu seinem Ach so großen Glück... Hatten sie keinen. Großartig. Sensationell. Gebunden an eine wunschlose Hexe als Knecht in dieser Welt. Herrlich, was wollte er mehr? Ein Knurren unterdrückend beobachtete er seine Meisterin genauer. Sie blätterte geradezu manisch in dem Grimoire während die aufmüpfige Schwester Asmodaeus zurechtwies. Doch darauf achtete er nun weniger, das war das Problem des Dämons neben ihm und nicht seins.
      "Menschen besitzen immer einen Wunsch. Den wirst du zwischen den Seiten jedoch nicht finden, meine Teure.", erhob er abermals seine Stimme und fixierte sie dabei mit seinen roten Höllenjuwelen. Sie hatte Angst, daß konnte er spüren. Und er genoss sie in vollen Zügen. Dennoch galt es ihr Begehren herauszufinden und das am Besten so schnell wie möglich, bevor Asmodaeus hier alles in Schutt und Asche legte.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

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    • Asmodaeus und Jodene
      Er hatte sein Hemd geöffnet aus für ihn durch und durch offensichtlichem Anlass. Doch diese beiden schienen wirklich selbst die simpelsten Grundlagen der Dämonenbeschwörung und damit einhergehend einem Pakt nicht zu kennen. Und Belials Kommentar von der Seite betrachtete er mehr als aufspringen in eine Neckerei. Was für eine schien ihm dabei gleich. Missmutig funkelte er den anderen Höllenfürsten an. „Du hast recht, wir sollten einfach beide hier festsitzen und Däumchen drehen. Das wird der schnellste Weg aus der Misere sein.“ Skeptisch verschränkte er die Arme vor der Brust und sah wieder zu den Hexen. War das möglicherweise ein abgehalftertes Spiel? Die Beleidigungen dieser Frau kommentierte er nur mit einem abfälligen Schnauben. Tatsächlich beruhigte es ihn ein wenig, dass sie beide nicht einmal von der Macht wussten, die sie innehatten. Doch wie sollte er nun damit verfahren? Sollte er sie aufklären oder versuchen reinzulegen? Sie reinzulegen wäre sinniger. Vielleicht kam er ja aus diesem Pakt heraus, wenn er sich nun ganz dumm gesagt für das Missverständnis entschuldigte und beteuerte, dass sie mit dem größten Vergnügen verschwanden, wenn sie sie ließen. Doch in seiner Überlegung übersah er das zweite Mädchen gänzlich, dass ihre Nase wieder in ein dickes Buch steckte. Erst, als Belial sie ansprach drehte er den Kopf in ihre Richtung, während sie den Blick zu dem weiß-haarigen Höllenfürsten hob. Sie öffnete für einen Moment die Lippen, presste sie allerdings schnell wieder zusammen und blickte zurück in die Seiten ihres Buches, ehe sie vorsichtig an dem Ärmel der anderen zupfte.
      „I-Ich glaube der… Mann hat recht, Kiara.“ Oh na wunderbar. Genervt tippte er mit dem Finger auf seinen eigenen Oberarm und natürlich mussten sie seine Worte jetzt ernst nehmen. „Ich glaube wir haben ein paar der Worte falsch übersetzt. Einige können unterschiedliche Bedeutungen haben und je nachdem verändert der Kontext dann komplett die Bestimmung der Beschwörung.“ Fantastisch, dass sie jetzt auf diese Idee gekommen sind und nicht zum Beispiel schon bevor sie versucht haben das Ritual zu vollziehen. Die schwarz-haarige riss ihren Kopf aus dem Buch und traf direkt auf Asmodaeus. „Dürfte ich… das Siegel bitte noch einmal sehen?“ Gehässig legte der Dämon den Kopf zur Seite. „Wie? Was? Verzeihung, nein, ich bin schließlich ein ganz grauenvoller Wüstling ohne Manieren und ihr auf keinen Fall schlichtweg dumm und töricht.“
      Schuldbewusst senkte Jodene ihren Kopf und sah einen Moment hilfesuchend zu Kiara, ehe sie sich mit dem Buch in den Händen aufrecht hinstellte und sich räusperte. Sie wollte etwas wagen, etwas versuchen, wenn auch ihr Herz ganz schrecklich hämmerte vor Aufregung. „I-ich versuch mal was.“ Sie wollte testen, was an diesem Pakt dran gewesen ist. Tatsächlich fanden sich in dem Buch Anweisungen zu dämonischen Pakten. Allerdings weiter vorne im Buch. Dennoch… vielleicht. Jodene drehte sich zu erst zu dem schwarz-haarigen, überlegte es sich bei seinem bösen Blick aber schnell anders und schaute zu dem weiß-haarigen. „Ehm…“ Sie räusperte sich. „Bitte-… Nein.“ Sie schüttelte den Kopf. „Keine Bitte. Setze… dich… auf den… Boden… jetzt…“, formulierte sie fürchterlich unsicher und ungeschickt einen Wunsch, an den weiß-haarigen und stolperte dabei darüber, dass eine Aufforderung ohne ein Bitte sich einfach furchtbar anhörte und zog ihn dadurch weiter in die Länge in der Hoffnung es würde sich natürlicher anfühlen. Was nicht der Fall gewesen ist. Doch es genügte. Denn man konnte deutlich den Widerwillen in dem Gesicht des Mannes erkennen, als sein Körper ihn regelrecht auf den Boden zwang. Oh das war schlecht. Das war sehr schlecht. Asmodaeus schaute herunter zu Belial und er schaffte es nicht einmal Schadenfreude zu empfinden nun, da die Gören ahnten, was sie in der Lage gewesen sind zu tun. Angespannt atmete er durch und sah wieder zu den Schwestern. Die kleinere mit dem Buch sah zu der anderen auf. „Ich glaube wir haben beide einen von ihnen beschworen und haben sie in einen Pakt mit uns gerufen. Darum auch das…“ Sie zeigte auf ihr Bein, dessen Rock die natürlich wieder fallen gelassen hatte.
      I'll see ya in a dream.
    • Belial & Kiara

      Aufmerksam und etwas lauernd beobachtete Belial die Dunkelhaarige. Sie sollte lieber aufhören, ihre Nase in Dinge zu stecken, welche sie nicht verstand. Zudem beschlich ihn das unwohle Gefühl, dass diese nichtsnutzigen Hexen ihn und Asmodaeus wohl in allen Maßen demütigen würden, sobald sie wussten, welche Befehlsgewalt in ihren Händen lag. Zumal beide Dämonen nicht irgendwelche kleinen Irrwichte waren. Sie waren Höllenfürsten und damit die mächtigsten Dämonen, welche man in der Unterwelt finden konnte. Ein Befehl und selbst die Welt würde den Beiden hier gehören. Aber sie schienen dem wohl nicht gewahr zu sein- noch nicht. Und irgendwie musste er dafür sorgen, dass es so blieb. Belial ignorierte den Kommentar Asmodaeus gänzlich auf seine Worte, es interessierte ihn schlichtweg nicht. Er hoffte ja, dass er alsbald wieder auf seinem Thron sitzen könnte. Jedoch wurde seine Hoffnung sogleich zerschlagen, als sie darlegte, was genau schief gegangen war. Großartig. Belial warf Asmodaeus einen finsteren Blick so. Hatte er sich nicht mal ein wenig zusammenreißen können? Warum hatte er diesen zwei Gören auch...- Belial schloss kurz seine roten Iriden und atmete durch. Das hier führte doch zu nichts.
      Kiara hingegen näherte sich ihrer Schwester und sah aufmerksam ebenso in das Buch, um die Worte ihrer Schwester besser zu verstehen. Sie überprüfte die Formel der Beschwörung drei Mal ehe ihr schließlich die ganz kleinen, nichtig scheinenden Änderungen auffiel. Dabei wurde sie etwas blass um die Nase, als sie tatsächlich einige Worte falsch interpretiert hatten.
      "Ups... Ich dachte... Also ich dachte es bezieht sich auf Glück. Was machen wir jetzt, Jodene?" Nahezu panisch ging Kiara nochmal die Worte durch und schließlich fiel ihr der Groschen. Es ging nicht um Glück. Es ging hierbei um den sehnlichsten Herzenswunsch. Sie hatte das Wort Herz falsch übersetzt... Oh nein. Das war übel. Ihr entgeisterter Blick glitt über die Dämonen, welche jetzt zumindest laut Buch gezwungen waren, ihren sogenannten Wunsch zu erfüllen. Deswegen redeten sie die ganze Zeit davon! Sie nagte etwas an ihrer Unterlippe und wagte einen Blick zu dem Goldauge. Der sollte ihr einen Wunsch erfüllen? Pah, von ihm wollte sie ganz sicher nichts! Auch wenn er jetzt etwas ruhiger schien. Aber leider nicht minder respektlos und griesgrämig, er verwendete ihre Schelte sogar gegen Jodene. Mistkerl, konnte er nicht einfach mal das tun, was sie sagte? In sich hineingrummelnd sah Kiara wieder zu ihrer Schwester und ermutigte ihren Versuch mit einem Nicken. Neugierig darauf, was sie versuchen würde.

      Belial wurde merklich unwohler in seiner Haut, als seine Meisterin von einem Versuch sprach und seine schlimmste Befürchtung bewahrheitete sich. Sie sah ihn an und selbst die Warnung in seinen Augen schien nichts zu bringen. Deutlich unsicher und nahezu erbärmlich sprach sie ihre Anweisung aus. Sich auf den Boden setzen. Und gleich wie stolpernd sie es aussprach, Belial konnte das brennende Zerren spüren. Er wehrte sich, soweit dass sein charmantes Gesicht abfiel und sein Widerwillen nur zu deutlich zu sehen war. Oh nein, nicht mit ihm- Zu spät. Der Schmerz seines Versuches, sich zu widersetzen war unbändig und sein Körper reagierte noch ehe sein Geist es begriff und wurde steif dazu gebracht, sich auf den Boden zusetzen. Auf den beschissenen Boden! War das ihr ernst?! Belial kochte vor Wut und es kostete ihm wirklich all seine Disziplin, um diese Hexe nicht mit seinen Augen zu meucheln. Jodene war ihr Name, das hatte ihre Schwester freundlicherweise verraten. Fein. Er würde sich ihren Namen merken und dafür sorgen, dass sie den Tag ihrer Geburt bereuen würde. Seine Muskeln waren bis aufs äußerste gespannt, drohten zu zerreißen da ihn allein ihr Befehl mit aller Macht unten hielt. Im Staub. Wie demütigend, ausgerechnet noch vor einem schwächeren Höllenfürst.
      Kiara hingegen war sehr fasziniert. Sie sah dem Weißhaar dabei zu, wie er gezwungen wurde sich zu setzen allein wegen dem Befehl ihrer Schwester- über den sie nebenbei gesagt sehr stolz war. Nachdenklich legte sie nun selbst ihre Finger an die Lippen.
      "Also... Bist du in der Lage das Weißhaar alles tun zu lassen?", rekonstruierte Kiara die neue Erkenntnis. Schließlich wandte sich ihr Blick von dem sitzenden Dämon, der alles andere als glücklich schien, an den Schwarzhaarigen.
      "Dann müsste ich..." Sie beendete ihren Satz absichtlich nicht und ihre Lippen formten sich zu einem süßlichen Lächeln. Der Mann mit den Augen des edlen Metalls schien nun deutlich nicht begeistert zu sein. Doch der Schalk war in ihren Augen nur allzu deutlich und mit einer nahezu langsamen Manier tippte sie sich selbst gegen ihre Wange. Ihr Blick fuhr von dem Dämon, der in der Theorie ihr gehorchen musste, zu dem anderen und nun wurde das süßliche Lächeln boshaft.
      "Weißt du, namenloser Dämon... Wärst du nicht so gemein gewesen, hätte ich jetzt nicht so drastisch gehandelt. Aber man erntet was man sät." Innerlich lachte sie bereits auf und es fiel ihr schwer, ernst zu bleiben.
      "Ohne Bitte, richtig?" Ihre Schwester nickte auf ihre Frage hin. "Gut. Dann verlange ich von dir... dass du deinen Kumpel, das Weißhaar, umarmst!", forderte sie und erntete dafür nicht nur einen, sondern gleich zwei entgeisterte und in allen Maßen widerwillige Blicke.
      "Halt, halt! Kannst du nicht etwas anderes verlangen?", warf nun Belial schockiert ein. Sollte das ein Witz sein? Er von Asmodaeus... Urgh, nein! Was waren das für sadistische Schwestern?! Das war absurd... und noch eine größere Demütigung für beide.
      "Doch. Umarme ihn, na los!", wiederholte Kiara diesmal mit deutlich mehr Nachdruck, als sich der Schwarzhaarige sichtlich dagegen wehrte.
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    • Asmodaeus und Jodene
      Es funktioniert! Tatsächlich! Und im ersten Moment hatte Jodene darüber nachgedacht, ob der Dämon sie nicht vielleicht hereinlegte und sich aus freien Stücken ihrer Anweisung beugte. Doch die Wut, die er ihr entgegen warf und die junge Frau in diesem Zuge ganz klein werden ließ, versichterte ihr, dass es wohl tatsächlich funktioniert hatte. Beinahe entschuldigend zog sie die Schultern an und wendete sich nun wieder an ihre Schwester. Sie steckten in einem ganz schönen Schlamassel, wenn Jody das so beurteilen wollte. Kiara hingegen schien verdächtig aufgeweckt. Sie würde... Ja sie würde ganz bestimmt... Ohje. Sich auf ein Donnerwetter gefasst machend verfolgte sie die Szene zwischen dem schwarz-haarigen Dämon und ihrer lieben Schwester. Wobei selbst sie diesen Wunsch aufregend fand. Das war tatsächlich etwas, das sehr deutlich gegen den Willen des dunkel-haarigen ging. "Nein! Nein! Komm, wir können über alles reden!", fing er an, als der Mann bereits begann zu zittern, sein Körper sich aber dennoch in Richtung des anderen drehte. Nun fing auch der Weiß-haarige an zu protestieren und tatsächlich überlegte Jodene ihm zu Hilfe zu eilen. Allerdings hielt Kiara sie mit einer bestimmenden Handbewegung und funkelnden Augen zurück und so ergab sich die kleinere der beiden. Jedoch zeugten ihre Augen ein bisschen von ihrem Mitleid, als einer der Männer auf die Knie ging vor seinem Artgenossen und die Arme um ihn schloss.
      "Das ist doch keine Umarmung. Fester!", grinste die Hexe mit der Kontrolle in ihren Händen breit und Asmodaeus schwor sie alle beide selbstständig in die Hölle zu bringen. Er knurrte und verstärkte seinen Griff. "Dein Körper ist irgendwie mikrig.", nuschelte Asmodaeus um sich selbst von dieser immensen Schmach abzulenken. Von den Engeln des Himmels ist er stellenweise harmloser gedemütigt worden. Der Dämon wehrte sich so sehr gegen die aufgezwungene Nähe zu Belial, dass er sich automatisch wegriss, als die Bedingung der Magie nachließ. Er war wütend, mordlustig und erniedrigt. Doch weigerte er sich dieses Mal ähnlich wie der andere Höllenfürst seine Schmach deutlich zu zeigen. Er wollte etwas sagen. Genau genommen wollte er sehr viel sagen und die wenigsten dieser Dinge sind keine Flüche gewesen. Hasserfüllt sah er in die zufriedenen Augen dieser... dieser... er hatte sich nicht gemerkt, wie die Hexe hieß. Der schwarz-haarige war angespannt, traute er ihr spätestens jetzt wirklich nicht mehr über den Weg. Sicherlich würden ihre herablassenden Befehle weitergehen. Die andere hatte wenigstens so getan, als würde es ihr schwer fallen zu befehligen.
      "Ich... ich glaube das... war echt gemein", murmelte Jodene leise und verlangte somit die Aufmerksamkeit zurück. "Aber jetzt... wissen wir es wohl sicher..." Der Gedanke, dass da ein Mensch... Nein ein Dämon gewesen ist, ein Mann obendrein, der ausgerechnet auf die Worte der kleinen Jodene hören musste fühlte sich... befremdlich an. Nicht schlecht aber beim besten Willen auch nicht gut, erst recht nicht, als sie zu ihm sah und erkannte, wie... lodernd seine roten Augen gewesen sind. "Vielleicht... ehm..." Sie sah von dem Dämonen zu ihrer Schwester und wieder zu ihm, ehe sie einfach in eine kniende Position fiel, dass sie beide auf Augenhöhe gewesen sind. "H-Hallo! Ich... bin Jodene. Ich... glaube ich hab dich gerufen... Möchtest du mir... deinen Namen sagen... bitte?" Ihre Schwester klärte sie noch einmal wie selbstverständlich auf, dass sie ohne bitte befehlen musste, woraufhin Jody mit zusammengezogenen Augenbrauen zu ihrer Schwester aufsah. "Aber vielleicht will er es mir so sagen. Wir müssen doch nicht alles befehlen... oder?" Asmodaeus sah schnaufend zu Belial. "Glückwunsch. Deine Herrin ist eine Schnecke." Er wollte tauschen...
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    • Belial & Kiara

      Noch nie in seinem unendlichen Leben hatte Belial eine solche Peinlichkeit erleben müssen. Selbst Asmodaeus versuchte seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, doch seine Hexe kannte wohl keine Gnade. Jodene schien ja wenigstens noch reuevoll, zumindest waren ihre Augen von Unsicherheit erfüllt. Belial presste seine Lippen aufeinander, ihn widerte diese ganze Situation an. Er war gezwungen zu sitzen und ausgerechnet sein Leidensgenosse war gezwungen, ihn zu umarmen. Umarmen. Weil sie als Geschöpfe der Finsternis ja auch so liebevollen Kreaturen waren. Ironie und Sarkasmus klatschten Beifall, als sich die Arme des Dunkelhaarigen sich mehr als steif um ihn legten und Belial war versucht sich dagegen zu wehren. Doch konnte Asmodaeus nun wirklich nichts dafür und war wohl der größere Leidtragende in dieser Situation, weshalb der Weißhaarige die Sache nicht unangenehmer gestaltete. Er blieb wie erstarrt einfach sitzen und tötete dieses Miststück mit seinen Blicken, als sie ihrer sadistischen Freude freien Lauf ließ. Oh, er würde ihr Beine und Arme herausreißen, wenn sie hier herauskämen! Darauf konnte sie Gift nehmen, er würde sich dafür rächen. Der Herr der Lügen war insgeheim in diesem Moment froh, dass seine eigene Herrin sichtlich nicht Teil dieser kranken Partie war. Im Gegenteil, er meinte sogar Mitleid in ihren Augen zu erkennen. Belial hasste es, dass er bemitleidet wurde, aber in diesem Moment war er froh nicht an so ein Biest geraten zu sein.
      "Ich brauche auch keinen starken Körper.", murrte Belial zurück und verdrehte die Augen über den Vergleich ihrer menschlichen Hüllen. Gut, selbst in seiner wahren Form war er nun mal etwas schmächtiger, doch genau das war von ihm auch gewollt. Er zog eine elegante Silhouette immer vor. Damit konnte er den meisten schaden anrichten, wenn er selbst als wehrlos erachtet wurde. Doch darauf zielte Asmodaeus gerade wohl nicht ab, viel mehr schien er von dieser Demütigung ablenken zu wollen und Belial nahm dies nur zu gerne an.

      Süffisant grinsend und zufrieden mit dem Anblick beobachtete Kiara die gesamte Situation. Oh, diese Macht war wahrlich herrlich! Es ergaben sich gerade unzählige Möglichkeiten jegliche Streiche auszuführen, welche sie bislang in ihrem Köpfchen gesammelt hatte. Und sie würde dem Miesepeter durchaus damit Manieren beibringen können. Ihr Triumph funkelte in ihren Augen und sie verschränkte die Arme vor ihrer Brust, als sich der Dunkelhaarige sich viel zu ruckartig wieder von seinem in Mitleidenschaft gezogenen Artgenossen löste. Vielleicht empfand es ihre Schwester als gemein, Kiara nannte es nun mal gerechte Strafe. Ein derart böses Mundwerk musste bestraft werden. Zumindest hatte er sie genug aufgeregt, dass sie darauf zurückgegriffen hatte. Und nebenbei verstand sie sein Problem nicht. Umarmungen waren etwas tolles! Sie spendeten Kraft, Wärme und Geborgenheit. Wie konnte man sie nicht mögen? So schlimm war ihr Befehl doch auch wieder nicht. Wobei... wenn sie sich das Gesicht der beiden Männer ansah schien sie gerade irgendeine unheilige Grenze überschritten zu haben, die Mordlust war nahezu greifbar. Doch erwiderte sie ganz ruhig den hasserfüllten Blick der goldenen Augen, vielleicht ein wenig herausfordernd, doch hielt sie vorerst ihre neckenden Kommentare zurück. Als Jody den Dämon darum bat, ihr seinen Namen zu sagen, schüttelte sie entschieden den Kopf.
      "Das mit dem Befehlen geht ohne Bitte, Schwesterchen!", meinte sie belehrend, wurde jedoch gleich berichtigt. Als ob diese Typen hier ohne Befehl irgendetwas tun würden! Wobei... Kiara seufzte leicht auf. Ihre Schwester war absolut der friedliebende Charakter und sie versuchte, ihr dieses Mal es gleichzutun. Nicht ganz in dem Ausmaß aber... nun, wenn Goldauge nicht antworten wollte konnte sie ihn immer noch zwingen.

      Belials Blick fuhr von diesem Biest zurück zu seiner Herrin, welche die Tat ihrer Schwester als gemein betitelte. Tat sie nur so oder dachte sie wirklich in diese Richtung? Ihre ganze Haltung schien generell extrem verschüchtert und unsicher. Wobei dies auch nur Kalkül sein könnte. Belial selbst bediente sich daran nur allzu oft, demnach war er misstrauisch und blieb wachsam. Er traute gerade keiner dieser beiden Hexen. Zu seinem Erstaunen, was jedoch nicht in seinen Zügen zu erkennen war, sank Jodene sogar auf ihre Knie um ihn richtig ansehen zu können und Belial erlaubte es sich, etwas bequemer Platz zu nehmen als sie sich auf sehr...amüsante Weise vorstellte. Nein, wie süß. Wollte sie Frieden stiften? Nach all dem? Das war ja herzallerliebst.
      "Jodene also?", sprach er ihren Namen erstmals aus und betonte jede Silbe mit seiner dunklen Stimme. Namen waren durchaus etwas Mächtiges in ihrer Welt. Auch wenn Menschen dies nie verstehen werden, kannte ein Dämon den Namen eines Sterblichen würde er diesen immer und überall finden können. Er stieß ein Seufzen aus und gab sich selbst einen kleinen Ruck. Sie konnten ja nicht ewig in diesen magischen Zirkeln sitzen und sich über den Fehler der Mädchen aufregen. Irgendwann musste es nun einmal weitergehen und mit einem für ihn üblichen, charmanten Lächeln legte er leicht seinen Kopf schief, sodass einige der langen Haarsträhnen über seine Schulter rutschten.
      "Belial, Höllenfürst des Neids und Herrscher des dritten Kreises der Unterwelt sowie Wächter des Höllentores." Eine alte Litanei der Vorstellung, welche er oft über die Lippen gebracht hatte. Wobei man meinen würde, seine Gestalt wäre bekannt, wenn man ihn herbeizitierte. Nun, da der Befehl abgeklungen war entspannten seine Muskeln langsam wieder und er ließ ohnehin nur zu gerne seine Worte erstmals wirken. Auf Asmodaeus Worte hin, er hätte eine Schnecke als Herrin, musste er sogar flüchtig grinsen.
      "Lieber eine Schnecke als ein Biest, würde ich meinen.", gab er zurück, jedoch fehlte der Spott in seiner Stimme. Er wollte sich nicht ausmalen welche Qualen seinem Artgenossen unter der Fittiche der Schwester drohten. Da verzichtete sogar er auf jegliche Art von Hohn, er war bestraft genug.
      Kiara besah sich die Vorstellung ihrer Schwester nur mit hochgezogenen Brauen, stockte jedoch als sich der Weißhaarige als Belial vorstellte. Sie kannte sich zwar nicht im schwarzmagischen Bereich aus, doch selbst sie als Unwissende in diesem Gebiet hatte diesen Namen bereits mal aufgeschnappt. Zwar nicht im Detail, wirklich nur seinen Namen, doch so wie er sich gab schien er eine Art große Nummer zu sein. Wenn es sowas denn in der Hölle gab. Schließlich strich sie sich etwas resigniert durch ihr dunkles Haar und stemmte eine Hand in ihre Hüfte.
      "Ich bin Kiara, Jodene's Schwester. Und der hübsche Bursche, der um euch herumläuft, ist mein Wolf Fluffy.", stellte sie sich schließlich vor und verwies natürlich auf ihren treuen Freund. Dieser war nach wie vor gar nicht begeistert von den unmenschlichen Wesen und knurrte nur als eine Form der...Begrüßung. Auffordernd blickte sie zu ihrem Dämon, welcher sich noch nicht vorgestellt hatte.
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    • Asmodaeus und Jodene
      Unweigerlich zuckte die junge Frau sanft zusammen, als der schöne Mann ihren Namen, nicht nur aussprach, sondern ihn sich genau genommen auf der Zunge zergehen ließ. Hatte jemals jemand so ihren Namen genannt? Sicherlich nicht. Eine heftige Gänsehaut und kalte Schauer ergriffen sie. Natürlich sind sie beide vorher schon verbunden gewesen. Die Schmerzen in ihrem Bein und das daraus resultierende Mal hatten es deutlich gemacht. Und dennoch schien ihre Verbindung zueinander erst jetzt wirklich real zu werden. Seine roten Augen zeigten ihr eine Art stolzes oder amüsiertes Funkeln und für einen Moment hatte Jody tatsächlich gedacht er würde ihrer Bitte nicht nachkommen. Doch dann sprach er erhaben aus, was die beiden Schwestern nicht zu denken vermochten. Sie ahnten ja nicht, wer hier tatsächlich vor ihnen saß. Und auf einen Schlag wurde die schwarz-haarige blass. "Belial... Fürst des Neides", wiederholte sie entgeistert und sogleich wanderten ihre Augen über die Bücherregale und blieben links hinter den Dämonen in der vorletzten Reihe stehen. Dort stand es, sie erkannte den Buchrücken einer Erzählung, in der Belial erwähnt wurde. Lebhafte, grauenvolle Beschreibungen seiner Taten. Sie hat diesen Dämonen für eine literarische Erfindung gehalten, ein Name und dazugedichtete Charakteristiken, die zu den Leiden der Protagonisten passen sollten. Doch... da hatte sie sich anscheinend geirrt. Was sollte sie jetzt tun? Sie hatte wirklich die Befehlsgewalt über ein so mächtiges Wesen? Was bedeutete es denn in Wirklichkeit der Höllenfürst des Neides zu sein. Bescherte er Neid oder neidete er selbst?
      Ihre Augen sprangen bei diesem Gedanken wieder zu seiner eleganten Gestalt, dem gelockten, strahlend schönem Haar und den stetig funkelnden rubinroten Irden. Er... sah nicht aus wie jemand, der anderen neiden musste, wenn sie das so beurteilen konnte. Dieser Gedanke stimmte sie verlegen und schnell wechselte sie den Blick zu ihrer Schwester, die noch immer aufrecht stand und sich nun selbst vorstellte. Wenn sie es hier bereits mit Belial zu tun hatten, hatte Jodene ein wenig Angst, welche Art Dämon für ihre Freundin bestimmt gewesen ist. Langsam drehte auch sie den Blick zu ihm, doch der schwarz-haarige konnte nur Kiaras Blick erwidern. Das war alles doch ein sehr freudloser Spaß, den sie da jemand mit ihm erlaubt hatte. Und ja, er betrachtete es immer noch als irgendeine Form der Außeneinwirkung. So musste es einfach sein. Angespannt mahlte sein Kiefer. Auch er hatte sich wieder aufgerichtet und die Arme vor der Brust verschränkt. Asmodaeus wusste ganz genau welches Gedankenspiel in dieser verkommenen Seele hauste. Sie forderte ihn heraus und ließ ihn genau wissen, dass er keine andere Wahl hatte, als sich vorzustellen. Und für einen Moment überlegte er, was er schlimmer fand; gehorchen oder gezwungen werden. Letzten Endes jedoch gab er nach. Es nutzte wirklich niemandem noch eine Ewigkeit hier in diesen beiden Kreisen festzusitzen. "Asmodaeus, Höllenfürst der Trägheit, Herrscher über den vierten Kreis der Hölle", passte er sich regelrecht knurrend der Vorstellung seines Leidensgenossen an und schaute anschließend zu den Wolf, der stetig seine Runden um sie beide drehte, um zu knurren und die Zähne zu fletschen. Seine Ohren waren angelegt und seine ganze Körperhaltung sprach davon, dass er sie am liebsten sogleich rausgejagt hätte. Doch dieser Name? "Reizend.", sagte Asmodaeus wahrscheinlich die sarkastischste Aussage, die er je getroffen hat.
      Erst jetzt wanderten Asmodaeus Augen durch die Bibliothek, in der er sich befand. Sie war groß, aber nicht riesig. Die Einrichtung wirkte schick aber nicht pompös. Diesen beiden Mädchen schien es nicht schlecht zu ergehen. Elend sah anders aus, von wahrem Wohlstand konnte er hier aber auch nicht sprechen. Wieder sah er zu den Schwestern. Ihre Kleidung war größtenteils ordentlich. Mehr praktisch veranlagt als modisch, doch würde er es nicht als abgetragene Fetzen bezeichnen. "Und nun?", fragte der Dämon, der sich inzwischen beruhigt hatte und erkannte, dass er an seiner Situation nichts mehr ändern konnte. "Ihr habt uns beschworen, uns an Euch gebunden und in diesem Kreis gefangen genommen und wir starren uns an.", hielt er die Situation desinteressiert fest. "Werden wir hier dann jetzt Wurzeln schlagen oder lasst ihr uns raus?" Die beiden Mädchen sahen sich an und Jodene ist es gewesen, die sich nun auch wieder vom Boden erhob. Ihre unsicheren Augen trafen von einem auf den anderen, ehe sie die Lippen öffnete. "Ihr werdet uns nichts tun... richtig?" Beinahe hätte Asmodaeus die Arme in Frustration in die Luft geworfen und gestöhnt.
      "Ich mag deinen Wurm nicht", knurrte Asmodaeus in Belials Richtung. Sie musste ihm aber auch wirklich einen Strich durch die Rechnung machen! Sie wich zurück bei dem bösen Blick, der ihr zugeworfen wurde. Der Höllenfürst der Trägheit wusste was jetzt kommen würde und erkannte den Genuss seiner Herrin bei dieser Angelegenheit. "Falsch. Du wirst uns nichts tun. Weder mir noch meiner Schwester. Du wirst uns beschützen und kein Haar krümmen.", korrigierte Kiara die Wortwahl. Wieder knirschte Asmodaeus angespannt mit den Zähnen. Er konnte deutlich die Ketten spüren, die sich bei diesem Befehl um seinen Körper legten. "So werde ich das wohl tun.", presste Asmodaeus regelrecht hervor und auffordernd sah Kiara nun zu Jodene, die den Blick zunächst verwirrt erwiderte, ehe sie verstand. Ruckartig sah sie nun zu Belial. Der immer noch auf dem Boden verweilt. War das immer noch wegen ihrem Befehl? Oh Himmel die Sache mit den Befehlen war ihr nicht geheuer. "I-ich", fing sie an zu stottern, doch ihre Stimme versagte. Sie räusperte sich. "Ich befehle... dir... Belial, dass dein... Wunsch ebenfalls unser beider Unversehrtheit sein soll... Weder durch deine Hand, noch durch deine Hilfe soll uns Schaden zugefügt werden..." Sie sah bestätigungssuchend zu ihrer Schwester und riss schnell den Kopf wieder zu Belial. "Fristlos!", ergänzte sie fast stolpernd.
      I'll see ya in a dream.
    • Belial & Kiara

      Aufmerksam beobachtete Belial die Reaktion seiner Meisterin und war kurz etwas irritiert, dass sie an ihm vorbei sah, zu einem ihm unbekannten Punkt hinter sich. Sie schien seinen Namen zu kennen. Gut, diese Mädchen waren immer noch Hexen. Es war zu erwarten, dass sie zumindest einige wenige Kenntnisse hatten über Ihresgleichen. Insgeheim fragte sich Belial, ob sie ebenso von seinem eigentlichen Titel, den Herr der Lügen, wusste. Das wäre schlecht. Sehr schlecht, er hatte bereits jetzt Gedanken daran verschwendet, sie zu seinem Gunsten zu manipulieren wie er es immer tat. Seine Augen waren unverwandt auf ihre zierliche Gestalt gerichtet, er versuchte abzuwägen wie weit die Erkenntnis in ihren Augen reichte. Die Vorstellung der Schwester sorgte erstmals dafür, dass er seinen Blick von seiner Herrin löste und zu diesem sadistischen Miststück sah. Und anschließend zu der Töle, welche um sie herumschlich. Eine Braue zuckte nach oben. Fluffy? Diese Bestie hier hieß... Nicht ihr ernst, oder? Wie konnte man einen derart großen Wolf mit so einem Namen verunstalten? Der Weißhaarige rieb sich kurz wirklich die Schläfen, als ihm diese ganze Misere tatsächlich Kopfschmerzen bereitete. Hoffentlich war der Familiar Jodene's nicht auch so ein Biest. Familiare waren unantastbar für Lügen jeder Art, sie spürten es förmlich, wenn er etwas versuchte. Es wäre...unvorteilhaft, wenn diese schüchterne Frau wirklich so ein Biest an ihrer Seite hätte. Abermals suchte er nach einem anderen tierischen Wesen, fand jedoch keins. Das...wunderte ihn ehrlich gesagt. Sollte nicht auch Jodene's Begleiter in der Nähe sein, um seine Meisterin zu schützen? Nun, vielleicht besaß sie ja wirklich keinen. Eine naive Hoffnung, das war dem Rotäugigen bewusst. Er warf einen Blick zu Asmodaeus und erlaubte es sich, während seiner eher widerwilligen Vorstellung endlich wieder zu erheben. Er hatte lange genug auf den Dielen des Holzbodens gesessen. Er klopfte sich etwas seine Hose und das Seidenhemd ab, ehe er dafür sorgte dass sein langes Haar wieder angemessen lag, sodass es ihn nicht störte.
      Kiara hingegen lauschte nach anfänglichem Zögern des Goldauges aufmerksam seiner Vorstellung. Asmodaeus also? Auch ein Name, welchen sie durchaus mal aufgeschnappt hatte. Wobei dieser Mann nicht wirklich träge wirkte, was sie verwirrte. Sollte er dann nicht ruhiger oder irgendwie...müde sein? Kiara konnte mit dem Begriff Trägheit absolut wenig anfangen, sie selbst war ein durch und durch energiegeladener Mensch. Sie stand sehr früh auf, begann ihre Tagesaufgaben zu erfüllen und arbeitete nahezu wie besessen an ihren Projekten. Platz für Faulheit gab es in ihrem Leben nicht. Selbst zu Pausen musste sie manchmal gezwungen werden. Demnach zog die Braunhaarige lediglich ihre Brauen etwas nach oben, behielt jedoch ihre Fragen für sich.

      Belial warf einen Seitenblick der Warnung zu Asmodaeus. Er sollte jetzt nur nichts Falsches sagen, vielleicht waren die Gören hier närrisch genug, ihnen die Erlaubnis zu erteilen sich frei zu bewegen. Dann hätte Belial zumindest die Chance, ein wenig seinem Unmut Luft zu machen. Umbringen sollte er nicht unbedingt eine von Beiden, von dem was er wusste durfte der Meister bei diesem Ritual nicht sterben. Aber.... etwas leiden lassen würde doch nicht schaden, oder? Asmodaeus Ansatz war gut, er versuchte sie zu der Erlaubnis zu bewegen. In diesem Moment jedoch erhob Jodene wieder ihre Stimme und Belial bemühte sich nach allen Mitteln, dass er die Enttäuschung nicht auf seine Züge erblicken ließ. Natürlich... Nicht nur eine Schnecke sondern auch noch eine intelligente Schnecke.
      Das hatte ihm gefehlt. Er konnte Asmodaeus geknurrten Worte nur stumm Recht geben. Er mochte sie gerade auch absolut nicht.
      Kiara hingegen lauschte aufmerksam der wichtigsten Frage, welche hier im Raum stand. Sicherlich konnten sie nicht ewig in diesen Kreisen stehen. Irgendwann müssten sie mal etwas essen und vielleicht diese unangenehme Situation auflösen. Doch natürlich war diesen Dämonen nicht zu trauen und allein die Reaktion von Asmodaeus sagte Kiara, dass Jodene sie gerade vor einem gravierenden Fehler bewahrt hatte. Also wirklich, diese Mistkerle hatten es darauf abgesehen! Ihre Züge verhärteten sich einen kurzen Moment, ehe sie genüsslich ihre Lippen im Zeichen der Provokation verzog.
      "Falsch. Du wirst uns nichts tun. Weder mir noch meiner Schwester. Du wirst uns beschützen und kein Haar krümmen.", korrigierte sie seine unschöne Wortwahl, ihre Schwester wäre ein Wurm. Damit brauchte er gar nicht erst anfangen. Und noch weniger mit den Gedanken spielen, Jodene oder ihr oder auch Fluffy etwas anzutun! Das würde sie nicht zulassen. Die mehr als unwillige Antwort des Dämons ließ sie diesmal ehrlich erleichtert aufatmen und ihre Schwester sprach einen ähnlichen Befehl an Belial aus, welcher sich kurz versteifte.
      "So sei es.", kam es von ihm und er verbarg seinen Unmut. Warf jedoch einen abermals sehr dunklen Blick zu Asmodaeus. Mit ihm hatte er nachher definitiv noch ein Wörtchen zu reden, seiner Wut hatten sie diese Schmach zu verdanken! Das würde er nicht auf sich sitzen lassen.
      Zufrieden klatschte Kiara munter in ihre Hände. Dann wäre das ja geklärt. "Gut, sehr schön. Jetzt wo wir das alles besprochen haben... Asmodaeus-" Sie nutzte zum ersten Mal seinen Namen und sah nun etwas milder gestimmt zu ihm. "Da du nun weder mir noch meiner Schwester oder unseren Familiaren schaden darfst, gebe ich dir die Erlaubnis den...Kreis zu verlassen." Sagte man das so? Sie wusste es nicht recht. Doch wollte sie selber endlich aus diesem von Kreide gezeichneten Schutzkreis heraus. Nachdem der Dämon diese Erlaubnis wahrnahm setzte sie mutig jedoch etwas ängstlich selbst einen Schritt über die weißen Linien und blieb kurz unschlüssig vor dem Schutzkreis stehen. Nichts passierte. Erleichtert atmete sie aus und rieb sich etwas unwissend den Hals.
      "Hat jemand Hunger? Ich glaube es ist bald Zeit für das Abendessen." Sie wandte sich an Jodene. "Ich koch uns was schönes, ja?", meinte sie mit einem ihrer sanften Lächeln an ihre Schwester, um ihr ein Wenig Ruhe zu übermitteln. Ob Dämonen oder nicht, ihr Alltag musste weitergehen. Auch wenn sie wohl etwas mehr zubereiten müsste. Speisten Dämonen eigentlich? Sie wusste es nicht genau, doch zuckte sie innerlich nur mit den Schultern.
      "Fluffy, komm!", rief sie und augenblicklich war der Wolf an ihrer Seite, die Augen dabei misstrauisch auf Asmodaeus gerichtet.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

    • Neu

      Asmodaeus
      So unglücklich der Dämon gewesen ist über seine momentane Lage und so sehr er einfach nur hätte schreien können; die Erlaubnis sich frei bewegen zu dürfen nahm er sehr erleichtert entgegen und ließ es sich gewiss kein zweites Mal sagen. Selbst wenn ihn dieser Köter auf der Stelle zerfleischt hätte, wäre es ihm gleich gewesen. Er stolperte so schnell er konnte aus diesem grässlichen Bannkreis, der ihm permanent das Gefühl gegeben hatte eine Schlange würde sich um seine Füße herum winden und seine menschliche Hülle damit in Ketten legen. Beinahe mitfühlend verschwendete er sogar einen Blick zu seinem Leidensgenossen. Allerdings wurden sowohl seine, als auch Jodenes Augen sogleich von Kiara gestohlen, die aus ihrem Schutzkreis heraus hüpfte und ein Essen vorschlug. "Warte!", sagten ihre Schwester und Asmodaeus sogar wie aus einem Mund, wobei die andere Hexe ihr hinterher eilen wollte, jedoch prompt von dem Schutzsiegel zurückgehalten wurde und sie in Folge dessen erschrocken aufschreiend zu Boden stürzte. Der schwarz-haarige sah zu der Frau hinunter, die erschrocken zurück zum Kreis sah, an dem ihre Füße förmlich zu kleben schienen.
      Inzwischen tatsächlich ein wenig unsicher was er nun kopflos von sich geben sollte und was nicht sah er noch einmal kurz zu Belial. Mittlerweile hätte Asmodaeus glatt drauf gewettet, dass die Wut des anderen Dämons seine mindestens aufgeholt haben musste. Daher stieß er ein regelrechtes Knurren hervor. "Ihr seid miteinander verbunden, Hexe.", klärte er sie auf und ihre großen Augen trafen auf den Dämonen der Trägheit. Mit dem Kopf nickte Asmodaeus zu Belial. "Ist er gefangen, bist du gefangen." Damit wirbelte er wieder herum zu seiner eigenen Herrin, die bereits aus seinem Blickfeld verschwunden ist. Genervt stöhnend eilte er ihr nach, wobei die ersten paar Schritte ihm ein wenig schwer fielen. Er war schon eine Weile nicht mehr in der Menschenwelt gewesen und sich an alle Umstände dieser Atmosphäre zu gewöhnen dauerte einen Moment. Doch er hatte es recht schnell raus und fand sein Gleichgewicht, ehe er mit festen Schritten durch das Haus preschte.
      Das Knurren des Köters sagte ihm den Weg an und so fand er sich tatsächlich nach ein wenig des herumirren in einer Küche wieder. Und keine hässliche noch dazu. Erstaunt ließ er einen Moment seine Augen wandern. Das hatte er nicht ganz erwartet. Die Frau hatte sogleich begonnen etwas herum zu wuseln, der Hund zu ihren Füßen, den hasserfüllten Blick nicht von dem Dämonen wendend. Jedoch ignorierte Asmodaues das Tier geflissentlich. "Ich weiß immer noch nicht ob du es verstanden hast oder nicht, aber du hast mich hierher gerufen - nein, falsch, gezwungen - und wegen dir stecke ich hier fest", begann er seinem Ärger Luft zu machen. "Ich kann nicht fassen, dass ich derjenige bin, der mit so einer Scheiße ankommt, aber wäre es zu viel verlangt das Ganze ein klein wenig ernster zu nehmen?" So! Jetzt ging es ihm zumindest ein bisschen besser. Er verschränkte die Arme vor der Brust und sah erst jetzt an sich herunter. Sein Hemd stand noch offen und er trug die Kleidung, die beim Training angefangen hatte an seiner Haut zu kleben. Er musste stinken. "Ach ja...", ergänzte er sich nun ein bisschen dumm fühlen nach seiner vorangegangenen Pauke und zerknirscht quetschte er noch zwischen den Zähnen hervor: "Ich müsste mich waschen." Die Erinnerungen an seine letzte Gefangenschaft verfolgten ihn in diesem Moment wahrlich. Salomon hatte sich einen Spaß daran gemacht seinen Körper regelrecht verrotten zu lassen. Selbst wenn ihm alle Muskeln geplatzt wären oder sein Körper von Schweiß und Sand zu brennen begann hatte es ihn nicht interessiert. Und alles in ihm sträubte sich gleichermaßen demütig zu sein und war ebenso bereit zu knien, wenn das bedeutete, dass er diese Erfahrung nicht erneut durchmachen musste. Asmodaeus war absolut zerrissen und die Ungewissheit was mit ihm geschehen würde quälte ihn wahrscheinlich mehr als die Foltermethoden der Engel.

      Jodene
      Sie waren aneinander gebunden? Erschrocken schnappte das Mädchen nach Luft und wollte noch eine Frage stellen, als Asmodaeus bereits aus dem Raum verschwunden war und sie alleine auf dem Boden zurückließ. Wobei... allein ist nicht ganz richtig gewesen. Ihr Oberkörper war auf dem Boden aufgeprallt, während ihre Beine von den Knien an tatsächlich regelrecht vom Schutzkreis festgehalten zu werden schienen. Prüfend versuchte sie das Bein weiter hinaus zu ziehen, doch es ging nicht. Allerdings hatte sie keinerlei Probleme sich herum zu drehen und wieder in den Kreis hinein zu steigen und sich zu erheben. Um Himmelswillen. Ihre Hände zitterten, als sie sich wieder erhob und ihre Augen waren auf den Boden fixiert, ehe sie sie sehr langsam hob zu dem schönen Mann. Jetzt, da sie ihm alleine gegenüberstand ergriff sie erstmalig die immense Ausstrahlungskraft dieser Kreatur. Dafür musste er nicht sprechen. Sein Blick allein, der auf ihr ruhte machte sie beinahe kraftlos in den Knien. Wie sollte sie für einen solchen Mann verantwortlich sein? Wie sollte sie an so jemanden gekettet sein. "V-Verzeihung", stotterte sie und hielt sich beinahe etwas haltsuchend an ihrem eigenen Rock fest. Durchaus in der Manier ohne ein weiteres Mal zu stolpern einfach dazu zu rennen.
      "Ich... Also..." Sie räusperte sich. "Belial... Höllenfürst des Neides... bitte tritt aus dem Kreis heraus. Ich... erlaube es." Und mit diesen Worten schien die Aura, die zuvor den Raum erfüllt hatte zu verschwinden. Das Atmen fiel Jodene leichter und wenn sie es vorher nicht bemerkt hatte, so realisierte sie nun, dass ihr Körper in einer Art Griff hat stecken müssen so gelöst, wie sie sich nun fühlte. Nun waren sie frei... Doch sie wusste nichts recht zu tun. Sie hob langsam das Buch vom Boden auf. "Ich... entschuldige mich." Das war nicht gut, das war wirklich nicht gut. Sie musste unbedingt in Erfahrung bringen wie schwerwiegend ihre Tat gewesen ist. Sie musste in Erfahrung bringen wie sie das Rückgängig machen konnten. Schnellen Schrittes eilte sie an dem weiß-haarigen vorbei, dabei auf einen etwas übertriebenen Sicherheitsabstand achtend. Ihre Bewegungen wirkten hektisch und gehetzt, als sie das Buch ihrer Mutter auf einem kleinen Schreibtisch weiter hinten im Raum ablegte. Doch spätestens, als sie an die Regale herantrat und anfing mit den Fingern über die Buchrücken zu streichen wurde deutlich, dass sie sehr genaue Ziele hatte. Sie zog dieses Buch heraus und das dort drüben, legte sie auf dem Schreibtisch ab und nahm sich die Leiter. Sie kletterte bis auf die vorletzte Stufe und nahm sich von dem Radius, den sie erreichen konnte drei Bücher. Sie stieg ab, legte sie ab und eilte noch einmal in die obere Etage der Bibliothek, erleuchtete noch einmal den großen Kronleuchter und kam mit einem weiteren Buch ins Erdgeschoss zurück.
      Sie drehte sich fast unbewusst zu Belial herum, erkannte, dass er sich bewegt hatte und zuckte heftig zusammen, dabei den Band in ihren Händen beinahe verlierend, ehe sie ihn schützend vor sich selbst hielt. "Ich... entschuldige ich bin ein bisschen beschäftigt... Du... darfst dich umsehen... oder rausgehen? Die Nacht ist schön heute... Also wenn du... ich..." Unschlüssig hob sie beide Hände und symbolisierte damit, dass sie ihm Erlaubnis gab selbst zu stöbern und zu tun, was in seinem Interesse gewesen ist. Ihm direkt zu berichten was sie tat wollte Jodene nicht. Wenn sie es ihm wohl auch nicht unbedingt verheimlichen würde, wenn er nachhaken wollte... Dachte sie.
      I'll see ya in a dream.
    • Neu

      Kiara

      Die Alchemistin kümmerte sich gar nicht um den Ausruf des Dämons und ihrer Schwester. Sie hatten genug Zeit verschwendet in diesem Raum und diesem seltsamen Bannkreis. Die Macht und Kälte waren nach wie vor greifbar und die Braunhaarige wollte ehrlich gesagt nur noch raus hier. Außerdem hatte sie jetzt dank dem ungewollten Besuch mehr zu tun. Zumeist war sie für das Kochen zuständig, Jodene besorgte die Zutaten und Kiara zauberte aus diesen etwas. Für die Schwestern alleine kein Problem. Jetzt waren zwei erwachsene Männer mit im Haus, demnach müsste sie mehr zubereiten... Hah, diese Umstände nervten sie jetzt schon. Kopfschüttelnd verließ sie die Bibliothek und ließ die anderen zurück. Man konnte ihrer Schwester nichts mehr antun, weshalb die Alchemistin ruhigen Gewissens die Miesepeter ließ, wo sie waren. Fluffy folgte ihr dicht auf und wich dem Misstrauen halber nicht von ihrer Seite. Noch während sie barfuß über die Holzdielen ihres Fußbodens lief streckte sie sich etwas. Das ganze Gestehe hatte sie etwas einrosten lassen. Leicht knackten ihre Schultern und erleichtert atmete sie auf, zufrieden die geräumige Küche betretend. Man konnte es als ihr zweites Labor bezeichnen. Kochen war eine Wissenschaft für sich und wenngleich diese nichts mit toxischen Substanzen zu tun hatte, so liebte sie die Freiheit, mit Gewürzen und neuen Rezeptideen zu experimentieren.
      Mit selbstsicheren Griffen holte Kiara sich alles notwendige an Utensilien, griff nach Schneidebrettern und Messern, gusseisernen Töpfen und entfachte das Feuer in ihrer Kochstelle. Das Gemüse, was sie heute morgen erst geholt hatte, wusch sie ordentlich im Wasserbecken und wollte gerade beginnen, es zu schälen und anschließend in angenehme Stücke zu schneiden, als sie Fluffys Grollen vernahm. Ihr Familiar stellte sich wieder auf alle Viere und bedrohlich funkelte er den Dämon an, der ihr gefolgt war. Wie war noch gleich... Achso, Asmodaeus war der Name. Es herrschte nur eine winzige Sekunde Ruhe, ehe der Dämon erneut zu zetern begann. Herrje, da hatte sie wirklich einen Miesepeter erwischt, was? Kiara legte das Messer zu Seite und wandte sich nun ganz zu ihm um.
      "Ich kann nicht fassen, dass ich derjenige bin, der mit so einer Scheiße ankommt, aber wäre es zu viel verlangt das Ganze ein klein wenig ernster zu nehmen?" Seine brummige Stimme war aufgebracht. Verständlich, ehrlich gesagt tat es ihr schon etwas leid, dass sie wegen dem Fauxpas nun hier festsaßen. Sie hatte keine Ahnung von Dämonen. Bei Weitem nicht... Aber es war sicher nicht angenehm aus seinem zu Hause einfach herausgerissen zu werden. So sehr Kiara auch diese neuen Entdeckungen ihrer Macht feierte, sie war kein Unmensch und stellte in diesem Moment sogar ihren Forscherdrang zurück. Erst recht als er sichtlich zerknirscht meinte, er müsse sich waschen. Als würde sie ihm sowas verbieten...

      Die Hände in die Hüfte gestemmt war es nun an ihr zu seufzen und sie sah den dunkelhaarigen Mann einen Moment lang an.
      "Ich nehme das schon ernst, Asmodaeus.", begann sie sich zu erklären.
      "Ich weiß, wir haben durch unseren Fehler euch beide hierher gezwungen. Und wie ich meine Schwester kenne sucht sie gerade in zehn Büchern nach einem Weg, euch beide zurückzuschicken. Bis wir jedoch eine Lösung haben müssen wir eben damit klarkommen und das Beste daraus machen. Ich werde dich zu keinen Arbeiten zwingen, außer dem allgemeinen Haushalt, der für alle gilt." Hilflos spielte sie an einer der Blumen des Ornamentes in ihrem Haar herum.
      "Und nebenbei gesagt sind wir jetzt zu Viert in diesem Haus. Also muss ich mich um mehr Vorbereitungen für Mahlzeiten kümmern, oder wollt ihr verhungern? Wenn du noch irgendwelche Details klären willst, kein Problem. Aber erst wenn wir alle etwas im Magen haben und uns etwas beruhigt haben." Ihr Blick aus gelbgrünen Augen war entschlossen. Natürlich hatte sie Fragen. Sehr viele sogar. Aber es musste warte. Und Kiara hatte eine Lebensweisheit, an der sie festhielt: Kummer wird vergessen, gibt's nur was zu essen. In irgendeinem Buch hatte sie dies mal aufgeschnappt und sofort für Gut befunden.
      "Und jetzt komm mit, ich zeige dir wo du hinmusst um ein ausgiebiges Bad zu nehmen.", fügte sie noch hinzu mit kurzem Blick auf seine Kleidung. Fluffy anweisend, dass er hier warten sollte, führte sie Asmodaeus zu der Kellertür. Die steinerne Treppe führte nach unten und wurde großzügig durch die Lichtorbs ausgeleuchtet. Es gab im gesamten Haus keinen wirklich dunklen Ort, es war immer genügen Licht vorhanden. Die Hexe spürte den etwas skeptischen Blick des Dämons und begann zu grinsen.
      "Keine Angst, du wirst nicht eingesperrt. Komm mit, es wird dir gefallen. Meine persönliche Oase, die ich mit Jodene erschaffen habe." Ihre Begeisterung war aus ihrer Stimme greifbar. Zugegeben, einen Badetempel im Keller erwartete man wirklich nicht, doch hatten die Schwestern es geschafft, einen Wohlfühlort der aller höchsten Güte zu schaffen. Pflanzen zierten die hellen, mosaikgezierten Wände. Ein Buntglasfenster erschuf den Glauben, dass Tageslicht von Draußen hereinfiel. Dabei war dies wirklich nur eine einfache Illusion, welche diesen Ort immer in ein angenehmes Licht tauchte. Säulen zierten den breiten Gang in der Mitte und das rauschen kleiner Wasserfälle ertönte im sanften, steten Rhythmus. Die Luft war angenehm warm und gegenüber des Eingangs befand sich eine kleine Ausruhmöglichkeit in Form von Liegen und Kissen. Die vier Becken waren miteinander verbunden, wobei man die Temperatur leichthin einstellen konnte. Hmm... Ein Bad würde sie heute wohl auch noch nehmen nach dem Schreck.
      "Die linke Seite ist etwas kühler, als die Rechte. Das rechte Becken ist recht warm. Hinten in der Ecke ist auch eine kleine Sauna, wenn du darauf Lust hast. In einer Stunde gibt es Essen." Damit ließ sie den Dunkelhaarigen mit wissenden grinsen über die Schönheit des Badetempels stehen, klopfte sogar neckend auf seine Schulter und verschwand wieder über die Treppe nach oben, um sich endlich dem Kochen zuzuwenden.


      Belial

      Belial gab sich wirklich alle Mühe, seinen Unmut nicht offen auf seinen edlen Zügen erscheinen zu lassen. Er unterdrückte ein leichtes Zucken seines Körpers, als seine Meisterin der Länge nach zu Boden fiel. Herrlich, offenbar sorgte dieser verdammte Pakt dafür, dass er die Schmerzen des Menschlein spürte, an das er gebunden war. Das war ja herzallerliebst... Die offensichtliche Tollpatschigkeit der schüchternen Hexe bedeutete wohl, dass er ab sofort öfter dieses unangenehme Gefühl zu spüren bekam. Das war abermals etwas Neues in diesem Vertrag. Für gewöhnlich konnte er sich bei einem Pakt mit einem Menschen frei bewegen und handeln, solange es nicht gegen die direkten Befehle ging. Schmerz hatte er dabei nie empfunden, Belial hatte mit Freuden einige seiner ehemaligen Beschwörer in den Wahnsinn getrieben, welcher sie letztendlich in den Tod getrieben hatte. Aber nun musste er offenbar diese Frau in Watte packen, wenn er eine halbwegs angenehme Zeit hier verbringen wollte. Er warf einen flüchtigen Blick zu Asmodaeus, welcher offensichtlich abzuwägen schien, wie viel er diesen Weibsbildern noch sagen musste. Dieses Mal war er für einen kurzen Moment sogar dankbar, immerhin sorgte er dafür, dass Jodene ihn endlich aus dem Bannkreis entließ. Das Gefühl in ihm gefangen zu sein zerrte an seiner Substanz und noch immer bestand der Riss zwischen dieser Welt und der Hölle. Ein unangenehmes Gefühl, zwei Sphären so eindeutig auf sich lasten zu spüren...

      Ruhig lagen seine Rubine auf seiner Meisterin. Die Züge in eine neutrale und doch sanfte Ausstrahlung geschaffen wartete er geduldig, bis sie sich wieder aufgerappelt hatte und schließlich stotternd die Erlaubnis aussprach, auf welche er die ganze Zeit gewartet hatte. Kaum von dem unangenehmen Bann befreit trat der Weißhaarige sofort aus dem mit Kreide gezeichnetem Siegel. Erleichterung machte sich in dem Höllenfürst breit. Beim Höllenfeuer sollte irgendwer jemals wieder wagen, ihn auf diese Art und Weise zu rufen würde Belial ihm das Fürchten lehren. Es war absolut demütigend in jedweder Form. Asmodaeus hatte zwar den Raum verlassen, doch schwor sich der Herr der Lügen, dass er ihn später noch zur Rede stellen würde. Mochte sein, dass er diese Sklaverei gewohnt war- Belial war es nicht. Er wollte Informationen und einen Teil seines Frustes loswerden, den der Schwarzhaarige zu verursachen hatte.
      Mit hochgezogener Braue sah er dabei zu wie Leben in die junge Hexe kam und diese anfing sich durch die Bibliothek zu bewegen, als würde ihr dieser Raum gehören. Ihm fiel natürlich auf, dass sie den Blick zu ihm mied und auch keinen Schritt näher als notwendig in seine Richtung verlor. Offenbar eine scheue Frau, wie Belial mit innerlichem Unmut feststellte. Aber gut, er würde gute Miene zum bösen Spiel machen. So wie bei den vergangenen Hexern ebenso. Irgendwann gewann er immer das Vertrauen, es brauchte lediglich Fingerspitzengefühl und ein erhöhtes Maß an Geduld. Beides besaß er in großen Mengen. Während seine Augen ihren Bewegungen folgten und der rote Blick flüchtig die Bücher erhaschte, welche sie zurate zog, wanderte er selbst ein wenig durch die Halle der Bücher und des Wissens. Die Schwestern waren zwar absolut unbrauchbar in Sachen Ritualmagie, doch die Sammlung an Lektüre imponierte ihn tatsächlich. Sie besaßen wirklich viele Bücher und er kam nicht umhin sich zu fragen, woher sie stammten. Besaßen diese zwei Frauen einen gewissen Status, welcher Reichtum mit sich brachte? Nein, das konnte es nicht sein. Sie waren zu leger gekleidet, nahezu einfach wenngleich sauber und ordentlich. Er entfernte sich von dem Höllenkreis, den Duft des Räucherwerkes angewidert wahrnehmen. Menschen glaubten, dass sie sich damit schützen könnten. Für Belial absoluter Unsinn, alles was sie bewogen war ein unangenehmer Gestank, der sich als kalter Rauch in der Luft absetzte.

      Seine Rubine trafen auf die dunklen Augen Jodenes und seine Lippen verzogen sich zu einem nachsichtigen Lächeln, als sie das Buch gleich einem Schutzschild vor sich hielt. Törichtes Mädchen, wenn er etwas tun wollte, würde dieses Buch sie nicht ansatzweise schützen. Aber leider war der Befehl eindeutig, auch wenn er nur zu gern seinen Gelüsten nach Rache nachgegeben hätte.
      "Hab keine Angst, Jodene. Ich werde dir nichts tun. Tatsächlich habt ihr eine bewundernswerte Sammlung an Schriften. Ich sehe mich ein wenig um, während du...deinem Wissensdrang nachgehst.", antwortete er mit samtener Stimme und konnte sich nicht verkneifen, ihren Namen mit einem ganz gewissen Unterton zu schmücken. Seine Stimme war keineswegs laut, ganz im Gegenteil. Er sprach ruhig und leise, als hätte er ein verschrecktes Tier vor sich. Er ließ der Hexe vorerst ihre Ruhe und begann nun selbst durch die Regale zu wandern. Viele Werke kannte er bereits, aber tatsächlich befanden sich einige neue Bände darunter, die ihm nichts sagten. Neugierig geworden fuhr er hier und da über einen Bücherrücken, nahm die Titel in sich auf und merkte sich die Positionen so gut er konnte. Diese Bibliothek war wirklich groß, größer als er erwartet hatte. Wie dann der Rest des Hauses erst aussah? Vielleicht traf wohlhabend ja doch auf die Zwillinge zu? So vieles was er noch nicht wusste. Belial warf ab und an Seitenblicke zu Jodene, welche sich in den Büchern vergrub, welche zweifellos von Dämonen und Ritualen berichteten. Hoffentlich waren dies nur Thesen und Schund. Es wäre ärgerlich wenn sich ein echtes Werk über Dämonologie in ihrem Besitz befände. Das würde seiner Annäherung später tatsächlich hinderlich werden können.
      Nachdem er die Bibliothek einmal mit seelenruhigen Schritten durchquert hatte näherte er sich wieder der Dunkelhaarigen, nur um ihr über die Schulter zu sehen.
      "Wonach suchst du eigentlich, Jodene?", fragte er sanft nach. Vielleicht würde er ihr ja auf seine Art behilflich sein können.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
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      Asmodaeus
      Diese beiden Hexenmädchen schienen aber ach wirklich nicht müde zu werden dem Dämonen vor den Kopf gestoßen. Vor wenigen Momenten noch hatte diese Kiara ihre sadistischen Tendenzen zu Tage gebracht und jetzt stand sie vor ihm in der Küche und sprach davon, ob sie beide verhungern wollten. Das... war das eine Drohung gewesen? Versuchte sie ihn gerade herein zu legen? War das eine sadistische Fangfrage und wenn er jetzt antwortete würde sie seine Worte bösartig in seinem Mund herum drehen? Wo zur Hölle war er hier denn bitte gelandet?! Es war offensichtlich, dass er sich bei dieser Unterredung deutlich anspannte und gerade hatte er den Mund geöffnet um doch noch zu einer Antwort anzusetzen, als sie ihn auch schon unterbrach und ihm deutlich machte ihr zu folgen, sodass er ein ausgiebiges Bad nehmen konnte. Etwas an ihrer Wortwahl missfiel ihm. Oder besser gesagt; Asmodaeus hatte wahrlich gewisse Schwierigkeiten ihre Worte zu interpretieren. War sie ihm nun böse gesinnt oder nicht? Würde sie ihn zu einem verdreckten Bach im Wald führen, dessen Wasser nur deswegen keine Minusgrade haben konnte, weil es noch flüssig gewesen ist.
      Den Wolf, der noch immer sehr unglücklich über die Gäste des Hauses gewesen ist ließ sich beinahe eingeschnappt mit einem Schnauben nieder, wie seine Herrin es ihm aufgetragen hat. Das hinderte ihn allerdings nicht daran Asmodaeus weiterhin böse anzufunkeln und aus tiefer Kehle anzuknurren. Eine Geste, die seinem Zögern Kiara zu folgen tatsächlich ein Ende machte und er sich schnell wieder in Bewegung setzte. Dabei wanderten seine Augen perplex durch dieses... sagenhafte? Märchenhafte? Märchenhaft passte! Seine Augen versuchten dieses märchenhafte Haus zu erfassen und zu begreifen, doch es stellte sich als schwieriger heraus, als man meinen mochte. Die Lichtorbs waren seltsam angenehm. Sie waren weder zu grell noch zu dunkel. Gerade die sanfte Bewegung der Lichter sagte dem Dämonen zu. War er wirklich im Stande sich hier frei zu bewegen? Würde sie solcherlei gestatten? Ihm war selbst kaum aufgefallen, dass er angehalten war, um auf der Höhe eines Fensters hinaus zu sehen. Sie waren in einem Wald. Einem dichten noch dazu. Innerlich ging er sofort die schlimmsten Strafen durch, die er sich hier vorstellen konnte. Was könnten sie ihn hier zwingen zu bauen? Einen Schrein? Oder wieder einen Tempel? Oder ging die Folterlust der Mädchen doch eher in die Richtung, dass er für sie einen Wasserfall erschaffen sollte.
      Zum Teufel noch eins wie lange würde er denn bitte brauchen einen Wasserfall zu erschaffen? Er müsste eine komplette Felswand in der Nähe einer Wasserquelle zurechthauen, ein Becken müsste er ausheben und irgendwie das Wasser auch wieder weiter leiten. Ganz zu schweigen vom Umkehren des Flusses, dass der Fall auch entstehen konnte. Und-
      "Keine Angst, du wirst nicht eingesperrt. Komm mit, es wird dir gefallen. Meine persönliche Oase, die ich mit Jodene erschaffen habe.", unterbrach Kiara den großen Mann in seinen düsteren Überlegungen, was ihn sacht zusammen zucken ließ. Erneut spannte er sich an. Hatte sie seine Gedanken lesen? Konnte sie seine Gedanken lesen? Der Bannkreis, in dem er beschworen wurde war... besser als der von Salomon. Hatten diese beiden Biester es geschafft eine Verbindung zu erschaffen, in der er ihnen wirklich komplett ergeben sein musste. Nicht einmal seine Gedanken wollten sie ihm lassen? Murrend setzte er sich wieder in Bewegung. In seinem festgefahrenen Denken hatte er weder weiter auf ihre Worte geachtet noch auf die Begeisterung in der Stimme. So folgte er ihr zerknirscht und trat schon bald in einen Raum, der ihm komplett die Kinnlade verlieren ließ. "Das...", nuschelte er unwissend was er überhaupt sagen sollte. Das war überwältigend? Wie hatte er das Haus zuvor noch beschrieben? Märchenhaft? Dieses Wort erschien ihm nun geradezu lächerlich. Nein. Jetzt, da er in dieser Oase stand wurde ihm sehr deutlich bewusst, dass sie ihn bestimmt nicht darum bitten würden einen Wasserfall zu bauen. Das konnten sie offensichtlich selbst sehr gut. Der Kopf lag im Nacken und mit großen Augen versuchte er jede Form, jede Struktur, jede Faser aufzunehmen und zu... begreifen! "Warte, warte, warte!", hielt er sie, noch immer den Blick nicht von dieser Schönheit abwenden können, am Arm, als sie bereits davon flitzen wollte. "Das... Ihr ward das? Wie? Wie lange soll das gebraucht haben?" Man hörte den deutlichen Unglauben in seiner Stimme, allerdings vermischte dieser sich mit einer ihm selbst unbekannten Form der Bewunderung. Unverfroren zog er ihren Arm näher zu sich und führte ihn zu seiner Nase, um an ihr zu schnuppern. "Seid ihr beide sicher menschlich? Ganz sicher?"
      Es wollte ihm nicht in den Kopf gehen. Er selbst als uraltes Wesen hatte Ewigkeiten gebraucht um diesen Körper auch nur im Ansatz makellos zu gestalten. Und diese beiden einfachen Mädchen sollten zu solchen Werken in der Lage sein? Asmodaeus war keineswegs weltfremd. Er kannte die Kunstwerke der Römer und auch die Ägypter hatten Dinge vollbracht, die zurecht die Menschlichkeit selbst überdauern würden. Aber die hatten Ressourcen von unschätzbarem Wert, unzählbare Hände, die mitarbeiteten. Zwei Mädchen... nein niemals. Auch wenn sie Hexen gewesen sind.

      Jodene
      Gänsehaut über Gänsehaut wanderte ihren Rücken hinauf bei dem Klang seiner Stimme. Eine heftiger als die nächste und nur mit aller Beherrschung, die Jodene aufbringen konnte schaffte sie es nicht zu erschaudern. Erst recht die Art und Weise wie er ihren Namen aussprach ließ sie keinen Augenblick daran zweifeln, dass dieser wunderschöne Mann auf keinen Fall ein Mensch sein konnte. Es fiel ihr regelrecht schwer sich auf seine Worte zu konzentrieren, doch sie nickte schnell, als er ihr verkündete sich umsehen zu wollen. "B-bitte. Ja. Nur zu. Das... ist zu großen Teilen meine Sammlung. Sie ist etwas... chaotisch." Beinahe ein bisschen entschuldigend blickte sie nun zu den deckenhohen, prallgefüllten Regalen und fuhr gedanklich über die vielen Buchrücken. Immer, wenn sie das Gefühl hatte der Lesestoff ging ihr aus eilte sie in die nächste Stadt, um zügig weitere herzuschaffen. Dabei konnte sie nicht gerade behaupten einem roten Faden zu folgen. Sie hatte viele angefangene Reihen, allerdings versäumt auch alle Bänder davon zu organisieren. Viele der Bücher enthielten wissen, dass hier in ihrer klimatischen Zone nicht anwendbar gewesen ist. Andere enthielten simple Erzählungen. Von Theologie bis hin zu romantischen Heldensagen ist querbeet verstreut alles dabei gewesen. Hoffentlich würde er etwas für sich finden. Dann... müsste sie nicht so viel mit ihm reden, richtig? Beim Lesen sprach er nicht mit dieser Stimme... richtig?
      Jodene räusperte sich leicht bei diesem Gedanken und streckte ihren Rücken wieder durch in dem Versuch ein wenig tapfer zu sein. "Ich... also wenn du etwas suchst, dann gib mir bitte Bescheid... Die Ordnung hier ist nicht leicht zu überblicken... Ich... also..." Unschlüssig zeigte sie auf ihren Schreibtisch und beendete ihren Satz ohne ihn zu vervollständigen, nickte und machte sich an die Arbeit. Sie legte das letzte Buch zu ihrem angefertigten Stapel und fing an sich die Werke ein wenig zu sortieren. Sie baute drei Stapel und schlug den obersten Band aller drei Türme auf. In der Mitte hatte sie eine Feder und ein Pergament für ihre Notizen. Allerdings schrieb sie sich lediglich nahezu willkürlich erscheinend Seitenzahlen und Zeilennummern auf. Ihre Augen flogen über die Seiten, sie hatte keinerlei Schwierigkeiten die Informationen aus mehreren Lektüren heraus zu ziehen. Als sie das vierte Buch benötigte, rutschte sie mit ihrem Stuhl weiter nach hinten und schlug es in ihrem Schoß auf. Das fünfte Buch fand sich schließlich auf dem Boden wieder und diente ihr anscheinend als eine Art Nachschlagewerk. Sie suchte in ihren Unterlagen nach einigen sehr spezifischen Begriffen; Höllenfürst, Pakt, Belial und Asmodaeus. Bei ihrer Suche nach den Höllenfürsten tauchten unter anderem die Namen ihrer beiden Gäste sogar sehr zügig auf. In Verbindung mit Erzählungen ihrer Taten. Jodene war mulmig zu Mute, doch sie schrieb sich Seitenzahl und Zeile auf. In einem anderen Buch stand etwas über Pakte, allerdings hatten diese nichts mit Dämonen zu tun, weswegen sie den Band vom Schreibtisch verbannte und schließlich ein neues dazu holte. Sie war voll und ganz in ihrem Element, bis-...
      "Wonach suchst du eigentlich, Jodene?" Um Himmelwillen diese Stimme! Jodene zuckte heftig zusammen, es klingelte in ihren Ohren hinterher und sie spürte deutlich, wie ihre Haare sich im Nacken aufstellten. Und von ihrem erschrockenen Herzen angelockt, konnte sie regelrecht spüren, wie die Katze in ihr hervor springen wollte. Schneller, als sie darüber nachdenken konnte, schmiss sie geradezu ihre Feder aus der Hand, dass sie dabei quer über das ganze Blatt gefahren war interessierte sie nicht. Stattdessen presste sie so fest sie konnte ihre Hände auf den Kopf und rief sich innerlich immer wieder und wieder zur Ruhe, bis sie nicht mehr das Gefühl hatte sich verwandeln zu wollen. Das wäre jetzt vielleicht ein bisschen... unpassend geworden. "Ich... Ich suche nach euch. Also nach euch beiden. Und wie ihr zurück kommt.", sagte sie, die Hände noch immer auf ihrem Kopf, sie nun aber langsam, nahezu testend lösend. Prüfend sah sie auf ihre Hände und atmete erleichtert auf. "Ich... bin ein bisschen schreckhaft. Also es wäre... vielleicht... besser mich nicht einfach so aus dem Nichts anzusprechen...", murmelte sie, wobei ihre scharfen Eckzähne leicht an ihrer Unterlippe zogen. Schlagartig wurde sie kreidebleich und ihre Hand schlug auf ihren Mund. Na wunderbar. Ganz toll. Fantastisch! Zum Glück hatte sie Belial nicht angesehen. Schnell wirbelte sie aus ihrem Stuhl heraus und gewann so Abstand zu ihrem Dämonen. Eines der Bücher nahm sie dabei mit und versteckte ihre Lippen dahinter, als sie vorsichtig in seine Richtung sah... Und für einen Moment den Blick wieder senken musste. Wie konnte dieser Mann so schön sein? Wie konnte er ein Dämon sein und so schön sein. Oh Himmel, das würde sie nicht überstehen.
      "Aber es... macht keinen Sinn heute verzweifelt nach Antworten zu suchen. Das... macht nur verrückt und... außerdem gibt es auch bald essen.", lenkte sie von ihren Recherchen ab. Sie müsste das alleine machen. Eindeutig. "Dir... gefallen Bücher?", hakte sie ein bisschen hilflos nach. Doch die Bücherfront in ihrem Rücken und generell der wieder herrschende Abstand zwischen ihnen beiden ließ sie sich beruhigen und schließlich konnte Jodene erleichtert spüren, wie ihre Eckzähne wieder ihre normale Größe gewannen. Prüfend fuhr sie mit der Zunge darüber und senkte erst im Anschluss ihren Band über Dämonologie, den sie sich so hilflos an die Lippen gehalten hatte. "Hast du etwas, was du gerne liest?" Mussten Dämonen überhaupt lesen um Informationen aufzunehmen? War das eine dumme Frage?
      I'll see ya in a dream.
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      Kiara

      Kiara kam nicht weit. Sie war nicht einmal zur Tür gekommen, mit dem sie die Treppe nach oben nehmen konnte, als Asmodaeus bereits ihren Arm ergriffen hatte. Er schien definitiv überwältigt zu sein von dem Anblick. Es beruhigte sie, offenbar war er jetzt etwas ruhiger- dafür aber umso…verwirrter? Durcheinander? Die Braunhaarige konnte es nicht genau sagen.
      "Das... Ihr ward das? Wie? Wie lange soll das gebraucht haben?" Kiara stockte bei dieser Frage selber kurz. Ja… wie lang hatte es denn gedauert? So genau konnte sie es gar nicht sagen. Lange. Das war eine passende Antwort. Weder Jodene noch sie hatten ein besonders gutes Zeitgefühl. Um ehrlich zu sein war es einfach absolut nicht vorhanden. Die Tage zogen vorüber, die Monate und Jahre- sie aber zu zählen wäre für Kiara tatsächlich zu müßig. Sie zuckte leicht zusammen als Der Dämon ihren Arm anhob um an ihr zu schnuppern. Jetzt wurden ihre sonderbaren Augen groß und etwas perplex betrachtete sie den nach außen hin menschlich scheinenden Mann. Ob sie…menschlich waren? Was war dass denn für eine Frage? Meinte er das ernst oder wollte er sie hier auf den Arm nehmen als Rache für ihren sadistischen Befehl?
      Als Asmodaeus die junge Hexe wieder losließ hob sie selbst ihren Arm und versuchte zu erraten, ob man wirklich anhand des Geruchs ausmachen konnte, ob jemand ein Mensch wäre oder nicht. Aber gut, sie roch wie immer. Nach Kräutern, Kerzen und dem unterschwelligen scharfen Geruch von diversen alchemistischen Substanzen. Oh, und Fluffy konnte sie ein wenig an sich wahrnehmen. Immerhin kuschelte sie nur zu gern mit dem großen Wolf, er war einfach zu einladend und weich! Noch bevor sie antwortete trat sie auf ihren neuen Begleiter zu. Sie blieb vor Asmodaeus stehen und reine Neugierde spiegelte sich in ihren Augen wieder, als sie sich leicht zu ihm beugte und selber an ihm schnupperte. Auf den ersten Eindruck war nichts Besonderes dabei. Er roch nach Schweiß, als hätte er sich verausgabt. Kiara würde wagen zu behaupten, dass der typisch männliche Geruch an ihm haftete, von dem sie sonst nur gelesen hatte. Aber da war noch etwas anderes… Etwas Unnormales. Ein leichter Hauch drang ihr in die Nase, welcher sie an dunkles Feuer erinnerte. Genauer genommen an das Drachenfeuer, welches sie vor kurzem endlich in ein Glas hatte sperren können. Hm, nun da er wohl kaum in ihrem Labor gewesen ist musste das sein eigener Geruch sein.
      „Interessant… Erinnert mich an das schwarze Drachenfeuer.“, kommentierte sie ihre Entdeckung und nahm wieder Abstand von ihm. Dann verglich sie den Geruch nochmals mit ihrem.
      „Ich…glaube meine Schwester und ich sind menschlich. Wenn man das so sagen kann? Gibt es Unterschiede?“ Fragen über Fragen, doch sprangen ihre Gedanken bereits weiter.

      „Ich weiß nicht ob sich Hexen von Menschen unterscheiden. Ob es da einen Unterschied gibt. Ich selbst hasse Menschen und habe deswegen mit Niemanden etwas zu tun… Ich kann es dir also gar nicht genau sagen.“, beantwortete sie ehrlich seine Frage, welche die Alchemisten in der Tat nachdenklich stimmte. Freiwillig verweilte sie eine Weile länger hier und lehnte sich gelassen gegen eine der Säulen. Zufrieden blickte sie sich in dem Raum um, welchen sie so mühselig erschaffen hatten.
      „Und dieser Ort hier, genauso wie der Rest des Hauses was ich euch nachher zeigen werde, hat lange gedauert. Ich glaub Jodene und ich haben einige Jahre lang daran gearbeitet. Stück für Stück eben. Die Oase hier war meine Idee, weil ich heiße Bäder liebe. Es ist ein Wohlfühlort der extra Klasse.“ Stolz schwang in ihrer Stimme mit und grinsend sah sie in die goldenen Augen des Dämons, welcher gelinde gesagt ungläubig dreinsah.
      „Manchmal ist Alltagsmagie ganz praktisch. Ansonsten sind Jodene und ich beide recht begabt wenn es ums Handwerk geht. Man kann Magie mit harter Arbeit verbinden. Aber es hat sehr lange gebraucht und war auch wirklich anstrengend… Wie gesagt, das Haus selbst haben wir uns eingerichtet wie wir es wollten. Die Mauern wurden uns geschenkt.“ Ein kleines, nostalgisches Lächeln legte sich auf Kiaras Lippen als sie zurückdachte. Jodene und sie hatten wirklich Blut und Schweiß in die Gestaltung des Heimes gelegt. Sie hatten ihre mickrigen Magiekenntnisse versucht so gut es geht zu nutzen, ohne dass sie etwas in die Luft jagten. Den Kopf schüttelnd als sie an die Tage dachte, in denen sie wie Verrückte sich um einen Raum gekümmert hatten, stieß sich die Hexe gelassen von der Säule ab.
      „Du kannst jederzeit herkommen, wenn du dich entspannen willst. Das ist kein Problem, nur bitte verändere nicht die Temperatur meines Beckens. Ich kann Kälte nicht ausstehen und es ist perfekt temperiert und warm. Also kein Herumgespiele!“, erhob sie ihren Finger doch das Lächeln nahm die Schärfe aus ihrer Stimme. Sie wollte, dass er sich zumindest ein wenig entspannte. Nachher hatten sie definitiv noch ein Gespräch zu führen. Sie alle vier! Es sollten Regeln aufgestellt werden, welche die Zeit einigermaßen angenehm für alle Seiten gestalten sollte. Und sie nahm sich fest vor, dies in die Hand zu nehmen. Jodene würde sich weniger trauen,, das wusste die Zwillingsschwester.
      Dann blickte sie an Asmodaeus herunter. Das Hemd klebte mehr oder minder an ihm, er fühlte sich sicherlich unangenehm gerade. Unwillkürlich fragte sie sich, was er getrieben hatte, dass er so verschwitzt hier ankäme. Er trug ein Schwert bei sich… Hatte er gekämpft? Mussten Dämonen etwa kämpfen? Sie wusste es nicht. Kurz tippte sie sich nachdenklich gegen ihre Lippen, als sie abwog, ob sie irgendetwas Frisches zum ankleiden hätte. Letztendlich wagte sie einfach einen Versuch. Die Hand erhoben schloss sie kurz ihre Augen, ehe sie diese öffnete und in einem eher giftigeren Grün zu schimmern begannen. Sie zeichnete mit ihrer Hand in die Luft, zog die Magie aus dieser und versuchte einfache Kleidung zu weben. Es gelang- auch wenn es wirklich nur das Einfachste vom Einfachen war. Im schlichten weiß ein einfaches Hemd und in dunklerem Ton eine ebenso einfache Hose. Etwas verlegen über ihre mangelnde Fertigkeit, edlere Kleidung zu erschaffen, fing sie den Stoff auf als dieser aus der gewebten Magie stürzte.
      „Ich…kann nicht besonders gut zaubern… Ich will dich nicht beleidigen mit so einfacher Kleidung aber…“ Sie deutete hilflos auf seine eigene. „Ich glaube sie wird es fürs erste tun, bis deine Sachen gewaschen sind.“ Damit drückte sie ihm das Bündel auffordernd in die Hand und wies zum Wasser.


      Belial

      Belial hatte geahnt, dass er die konzentrierte Hexe erschrecken würde. Damit hatte er bereits gerechnet, es ja sogar erwartet. Aber diese extreme Reaktion auf ihn war dann doch etwas irritierend. Bei den Toren seiner Heimat, diese Frau war wirklich sehr schreckhaft und verängstigt. Er zog eine Braue hoch als die Kleine fest ihre Hände auf den Kopf presste und kurz wurde sein Blick aufmerksamer, als er sie betrachtete. Diese Haltung erwartete man eigentlich von jemanden, der Schläge erwartete… Hatte sie solche Angst vor ihm? Hatte sie nicht begriffen, dass ihr kein Leid geschehen könnte durch seine oder Asmodaeus Hand? Verwirrt davon richtete er sich leicht auf und sah zu den zerstörten Notizen. Sie waren gefüllt mit numerischen Auflistungen und von dem, was durch den langsam breiter werdenden Strich aus dunkler Tinte noch nicht unleserlich gemacht wurde, zeigte ihm lediglich Seitenzahlen. Jodene ging offenbar recht systematisch vor, das gefiel ihm. Gleichzeitig wollte er diese Frau jedoch lieber davon abbringen. Bei jedem anderen Thema wäre er gerne bereit ihren Recherchen beizuwohnen. Aber nicht wenn es um seine Wenigkeit ginge. Er versuchte einen Blick auf die aufgeschlagenen Seiten zu erhaschen, doch begann seine neue Meisterin bereits zittrig zu sprechen.
      Ein bisschen Schreckhaft? Innerlich lachte der Dämon hämisch auf. Ein Bisschen war die Untertreibung des Jahrhunderts. Der Vergleich mit einem Reh schien ihm mehr und mehr zutreffend zu sein. Um sie jedoch nicht zur Gänze einzuschüchtern trat er einen Schritt zurück und strich sich eine nach vorne gefallene Strähne in eleganter Manier zurück.
      „Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken, Jodene.“, kam es ihm sanft, beinahe beruhigend über die Lippen. Doch seine Augen glitten an der Frau vorbei als er meinte, etwas entdeckt zu haben. Gerade wollte Belial ihr mitteilen, dass sie ihn doch einfach befragen sollte, wenn sie etwas zu wissen wünschte, da kam erneut Leben in dieses Gör. Schneller als er hätte reagieren können war sie bereits aufgesprungen und hielt eines der Bücher schützend vor sich. Belial erstarrte als er den Einblick erkannte und es kostete ihn Beherrschung, seine Miene weiterhin in dem sanften Lächeln zu wahren.

      Sie wollte ihn doch gerade wirklich verarschen oder?! Unglaube erfüllte ihn und gleichzeitig bekam er durchaus das Verlangen, ein wütendes – definitiv nicht menschliches- Grollen auszustoßen. Fantastisch, diese verfluchten Schwestern besaßen das Einzige, was ihm und dem anderen Höllenfürsten wirklich gefährlich werden konnte. Mit deutlich finsteren Emotionen in seinem Inneren, welche begannen zu brodeln und seinen Zorn schürten, sah er auf den Einband. Er hörte Jodene kaum zu, als sie von später und einem Essen sprach. Das war ihm gerade absolut gleichgültig, was sie von sich gab. Das Buch in ihren Händen war gefährlich. Sehr gefährlich für Dämonen wie den Weißhaarigen. Woher bei den Schreien der Sünder hatten die Schwestern dieses Exemplar her? Der alte, schwarze Einband des Necronomicon lachte ihm ins Gesicht. Das komplizierte Siegel, welches in das Leder eingearbeitet war, wollte ihn nahezu verspotten. Das durfte einfach nicht wahr sein! Es gab nur drei dieser dreckigen Bücher! Drei! Und davon waren zwei bereits verschollen, eines mit Salomon, das andere mit der Bibliothek aus Alexandria. Und das Dritte war nur ein Mythos, Belial selbst hatte es gesucht und nie gefunden. Und diese Weibsbilder besaßen es einfach in ihrer hübschen, kleinen Haussammlung. Am liebsten würde er es sofort in Feuer werfen. Salomon hatte nicht umsonst so viele Dämonen in seine Knechtschaft zwingen können. Die Informationen in diesem Buch waren verflucht akkurat, die Charakteristiken der Dämonen beängstigend treffend. Sollte Jodene seinen Namen darin finden dann könnte er auch gleich mit seiner manipulativen Masche lautstark hausieren gehen.

      „Du musst nicht so verzweifelt nach Antworten suchen, Liebes. Wenn du Antworten über meine Wenigkeit wünscht werde ich sie dir geben.“, hörte Belial sich selbst sagen und war beinahe erleichtert über seine Fähigkeit, so nonchalant zu lügen, selbst wenn er innerlich aufgebracht war.
      „Wir finden sicher einen Weg. Bis es soweit ist… Mhh, ich liebe Bücher sehr. Ich habe viele bereits gelesen, welche sich in deiner Sammlung befinden. Aber einige neue Exemplare sind dabei. Bemerkenswert, wo habt ihr sie alle her? Eine solche Ansammlung des lyrischen Wissens muss Jahre dauern.“ Sein Lächeln wurde eine Spur breiter und seine Augen lagen mit einem vertrauensvollen Funkeln auf ihr. Er musste sie fürs Erste von dem Necronomicon ablenken… Und Asmodaeus vorwarnen. Auch wenn er es hasste, mit anderen Höllenfürsten arbeiten zu müssen, so war es vom Vorteil in dieser Sache den größeren Dämon als Verbündeten zu wissen. Sie saßen zusammen hier fest und vielleicht wäre die Fähigkeit, die dem Schwarzhaarigen nachgesagt wurden, durchaus nützlich für die Belange des Herrn der Lügen. Das Buch war tatsächlich gerade die größere Sorge als der Umstand, dass er in einem für ihn neuartigen Pakt gefangen war. Selbst in der Unterwelt war es gefürchtet, weil niemand wusste, wer es verfasst hatte. Es waren Informationen enthalten welche kein Mensch je erfahren könnte. Vielleicht ein kranker Spaß der gegnerischen Fraktion oder die Tat eines abtrünnigen Verräters. Fakt war, es musste weg. Dringend. Belial konnte nicht riskieren, dass sein falsches Kalkül herauskam. Diese Frau würde sich noch mehr verschließen als ohnehin schon… Und das wäre schlecht. Sehr schlecht. Seine roten Augen lagen nun unverwandt auf ihr und musterten sie mit wachsendem Interesse.
      Wie alt war sie eigentlich? Kaum älter als zwanzig würde er sie schätzen. Doch die Werke der Bibliothek waren mehrere Jahrhunderte alt. Vielleicht hatten sie wirklich diese Sammlung gestohlen? Geerbt? Nie im Leben haben sie alles selbst zusammengesucht. Dafür hätte selbst der Weißhaarige als leidenschaftlicher Sammler mehr als zweihundert Jahre gebraucht. Er erlaubte sich, ein wenig an dem naheliegenden Regal entlangzuschreiten. Der dunkle Mantel wallte dabei mit jedem seiner Schritte. Nicht ein einziges Mal löste er seinen Blick von seiner Herrin.
      „Du scheinst selbst Bücher zu lieben, Jodene. Wenn ich etwas suche werde ich mich selbstverständlich an dich wecken, meine Schöne.“, versprach er mit charmantem Unterton. Er musste diese Hexe wirklich mit Samthandschuhen anfassen. Aber das war für ihn kein Problem, Belial hatte Geduld. Sehr viel Geduld und jetzt ja offenbar eine Weile Zeit, dieses reine Geschöpf vor sich zu verderben.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

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