Wait, that's my familiar?! [arrabella & Caili]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Wait, that's my familiar?! [arrabella & Caili]

      Medusa

      Endlich war es soweit, die junge Hexe hatte sich das Recht erarbeiten können ihren eigenen, ersten Familiar zu beschwören, hatte alle dafür nötigen Tests bestanden und nur noch ungeduldig auf den heutigen Tag gewartet, als alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden und die Beschwörungen der Schülerinnen unter genügend Aufsicht durchgeführt werden konnte.
      Es war ein gefährliches, risikoreiches Unterfangen, wenn eine Hexe schlampig arbeitete oder etwas beschwor, dass über ihre Kräfte hinaus ging und für solche Fälle behielten die Lehrer die Schüler im Auge.
      Medusa konnte ihre Freude kaum verstecken, dass sonst so genervte oder ausdruckslose Gesicht zierte ein vor freudiges Lächeln, wie könnte sie sich auch nicht freuen? Dies war der erste Schritt, um sie zu einer vollwertigen Hexe zu machen, was war schon eine Hexe ohne einen Familiar, ohne einen Partner, ohne die schwarze Katze? Wobei der Gorgone ein Greif oder vielleicht sogar ein Drache lieber wäre, sie wusste aber nicht recht, ob sie genug Magie besaß nicht nur einen anzulocken, sondern auch einen Packt mit ihm schließen zu können.
      Immerhin muss das andere Wesen dich akzeptieren, sonst würde es zu keinem beidseitigen Pakt kommen können.
      Nachdem die Elfe vor ihr ihre Beschwörung hinter sich gebracht hatte – ein Waldgeist, wie cool war das denn?! - war nun endlich Medusa an der Reihe und sie atmete einmal tief ein und aus, nachdem ihr Name ausgerufen wurde, damit sie sich besser konzentrieren können würde, ehe sie sich zum Schutzkreis begab, ihre Kreide aus ihrer Jackentasche zog und damit begann Zirkel und magische Zeichen auf den Boden zu malen, welche sie für die Beschwörung nutzen würde.
      Jeder hatte seine ganz eigene Art zur Beschwörung, von den Zirkeln und Zeichen her bis hin zu der Art und Weise, wie diese aufgetragen wurden.
      Während die meisten ihre Stäbe und Magie nutzten, um diese auf Boden oder in die Luft zu zeichnen, es schnell hinter sich zu haben, wollte sich Medusa besonders viel Mühe geben, ihre Magie für den eigentlichen Prozess aufsparen.
      Nachdem sie mit ihren Zeichnungen fertig war, hier und da noch einige Korrekturen vornahm, klopfte sie sich den Kreidestaub von den Händen, ehe sie ihren Zauberstab hervorholte.
      Statt aus Holz war dieser aus einem Magie leitenden Material gefertigt, vollkommen in schwarz hatte es die Form eines dünnen Zylinders, welcher nach vorne hin spitz zulief und ein kleiner Bildschirm war an der Seite angebracht.
      Selbst Musik konnte auf diesem Stab gespeichert werden, ein wahres Wunderwerk der heutigen Technik.
      Medusa begann Magie in ihren Stab zu leiten, um diese direkten in die auf dem Boden gezeichneten Zirkel umzuleiten, welche direkt begannen in einem hellen Pink zu leuchten, ehe sie von Pink zu Grün zu Blau und wieder zurück wechselten, allesamt in einem hellen Neonton.
      Die Hexe schloss die Augen, um sich besser konzentrieren zu können, zitierte die Worte, die man ihr beigebracht hatte und war gespannt darauf wer oder was auf ihren Ruf hören würde, hoffentlich eine Persönlichkeit, mit der sie sich verstehen konnte.
      Von hier aus verfiel die Gorgone in eine Art der Trance, während sie darauf wartete, dass ein ihr unbekanntes Wesen ihren Ruf erhören würde.
      Ein grelles Licht, welche den Blick auf die Gorgone vollständig verbarg, umgab sie, als ihr Rufen erhört wurde.
      Wie es sich gehörte rezitierte sie ein weiteres Mal auswendig gelernte Worte, fragte das Wesen ihr Gegenüber, ob es den Pakt annahm, eine ausgeglichene, durch Magie gebundene Partnerschaft mit ihr eingehen würde und fast schon zusammen zuckte, als sie eine menschliche Stimme vernahm.
      Hatte... hatte sie etwa ein Wesen beschworen, dass eine menschliche Form annehmen konnte?! Etwa tatsächlich einen Drachen?! Oder etwas ähnlich mächtiges?!
      Sie konnte es nicht sagen, sie würde es erst erfahren, wenn die Beschwörung beendet worden war.
      Ohne es gelernt zu haben, wusste Medusa, was sie als nächstes zu tun hatte, legte er ihre Hand gegen jene ihres Gegenübers – sie hatte eindeutig die Form eines Menschen! - als sich ein Pentagramm auf dem Handrücken beider bildete, ein Zeichen für ihre Verbundenheit, der Beweis für ihren Pakt.
      Damit war die Prozedur beendet, das Licht begann zu erlöschen, die mit Kreide aufgemalten Zirkel und Zeichen lösten sich Stück für Stück auf, während die Gorgone wieder Boden unter den Füßen spürte – wann war dieser ihr denn abhanden gekommen? Sie hatte es nicht bemerkt – ihre Magie wieder zu ihr zurückkehrte und sie und alle umstehenden endlich begutachten konnten, wer oder was ihr Familiar war, den sie beschworen hatte.
      Doch diesen Anblick hatte sie beim besten Willen nicht erwartet. Auch wenn sein Aussehen menschlich war, so zeichnete ihn seine Aura deutlich als das aus, was er wirklich war: ein Dämon.
      Sie hatte... Medusa hatte... einen Dämonen beschworen?! Ein Dämon als Familiar?! Wann hat es das den jemals gegeben?! Warum sollte ausgerechnet ein Dämon auf ihren Ruf antworten?!
      Hatte sie etwas falsch gemacht? Falsche Zeichen, ein falsches Wort?
      Die Gorgone versuchte in Gedanken herauszufinden, was sie hätte falsch machen können, aber ihr fiel nichts ein. Sie hatte nun einen Familiar... einen Dämon...
      Wie zu erwarten waren alle umstehenden Schüler und Lehrer genauso wenig begeistert von dem Neuankömmling wie sie. Schülerinnen gerieten in Panik, wollten den Raum so schnell wie nur möglich verlassen, während die Lehrer diese zu Ordnung ermahnen versuchten.
      Die Hexe, welche ihre Beschwörung beaufsichtigt hatte, starrte Medusa direkt an, als hätte sie etwas falsches gemacht.
      „Was hast du gemacht, Mädchen?!“, wollte diese natürlich sofort von der jungen Hexe wissen, wie sie es wagen konnte einen Dämonen zu beschwören, doch war Medusa genauso ratlos wie diese.
      „Woher soll ich denn wissen, wieso plötzlich ein Dämon da steht?! Ich wollte einen Familiar, keinen Dämonen!!“, schrie sie die Lehrerin ohne zu zögern an, wieso war das denn nun ihre Schuld?! Sollte sie nicht darauf aufpassen, dass alles den geordneten Gang nahm?!

      ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
      @arrabella


    • Wie lange hatte Cassie schon auf diesen Tag gewartet! Heute würde sie ihren ersten Familiar beschwören. Sie war so aufgeregt und hibbelig, dass sie kaum stillstehen konnte und die ganze Zeit nervös von einem Bein aufs andere trat. Sie strich sich mit ihrer Hand eine Strähne aus dem Gesicht. Was begehrte sie am meisten? Einen mächtigen Drachen, der anderen das Fürchten lehrte? Einen Adler, der als Beobachter dienen könnte? Oder doch lieber ein Frettchen, das als kleines Wesen Zugang zu Orten hatte, die ihr verborgen blieben? Egal welches Familiar sie beschwören würde, sie würde sich irrsinnig darüber freuen. Immerhin war das für lange Zeit ihr Wegbegleiter und sie malte sich aus, wie es wäre, Seite an Seite zu kämpfen und zu siegen.

      Ihre Lehrerin kam in den Gang und holte die drei Schülerinnen ab. Für die Beschwörung wurden die jungen Hexen in mehrere kleine Gruppen unterteilt, da die magische Beschwörung viel Aufmerksamkeit und Konzentration - nicht nur von Seiten der Schülerinnen, sondern auch von ihrer Betreuerin - erforderte. Cassie benahm sich brav, zu brav für ihren Geschmack, aber die Aufgabe war ihr selbst zu wichtig als das sie jetzt für Ärger sorgen würde. Das konnte sie nach der Beschwörung ihres Familiars sowieso noch genug tun. Das Klassenzimmer, in das sie die Lehrerin gebracht hatte, war klein und jede anwesende Person stellte sich in eine Ecke. Für die Beschwörung brauchte man Platz, da der Boden mit magischen Zirkeln und Zeichen bemalt werden musste. Cassie versuchte, ruhig zu atmen und ihre Nervosität zu unterdrücken. Ihre Gedanken waren wirr und sie versuchte sich zu konzentrieren. Normalerweise war Cassie eine fähige Hexe, aber diese Aufgabe bereitete ihr Sorgen. Nichts durfte schieflaufen, das schwor sie sich.


      Cassie war die erste von den Schülerinnen, die ihre magischen Fähigkeiten unter Beweis stellen musste. Sie holte noch ein letztes Mal tief Luft, schloss die Augen und beschwor eine kleine Lichtkugel, mit deren Hilfe sie begann, magische Zeichen auf den Boden zu malen. Die Zeichen verschlangen ineinander und nach und nach wurde ihr eigenes Kunstwerk komplett. Zufrieden sah Cassie auf ihr magisches Bodenbild herab. Wieder schloss sie für einen kurzen Moment ihre Augen. Als Cassie sie öffnete, holte sie eine kleine Stele aus ihrer Jackentasche. Die Stele war kaum größer als ihre Hand, das Metall war mit Symbolen verziert. Vorne leuchtete die Stele leicht bläulich und das Licht verstärkte sich, wenn Cassie ihre Magie durch sie durchfließen ließ. Wie automatisch murmelte Cassie die Worte der Beschwörung und während sie die letzten Buchstaben mit ihren Lippen formte, spürte sich, wie sich die Luft um sie herum veränderte. Es fühlte sich so an, als würde sie sich elektrisch aufladen und Cassie konnte förmlich Blitze spüren, die ihre Haut streiften und ein angenehmes Kribbeln verursachten. Sie spürte, wie ihr Familiar erschien und Cassie konnte nicht anders, als sofort eine Hand danach auszustrecken. Sie tastete sanft nach dem Familiar, aber wider Erwarten spürte sie keine Schuppen und kein Fell, sondern etwas, das sich beinahe menschlich anfühlte. Das konnte nicht sein, oder doch? Cassie ließ ihre Hand in die des Familiars gleiten. Die Hand ihres Gegenübers fühlte sich warm an und Cassie drückte unwillkürlich fester zu. Ihre eigene Hand begann leicht zu brennen und sie spürte, wie sie eine Prägung auf dem Handrücken erhielt, die sie für immer aneinander binden würde. Oder zumindest für eine sehr lange Zeit.

      Das Licht, das sowohl Cassie als auch ihr Familiar die ganze Zeit umhüllt hatte, wurde langsam immer schwächer, bis es schließlich ganz erlosch. Cassie starrte in die Augen ihres Gegenübers und erschrak. Panisch sah sie auf ihre Hand und das Pentagramm, das sich auf dieser abzeichnete. Dann sah sie wieder ihr Gegenüber an. Hektisch zog sie ihre Hand weg und wandte sich an ihrer Lehrerin, die genauso überrascht schien. „Kassandra Montgomery, was haben Sie getan? Dieses Mal haben Sie Ihre dämlichen Spielchen zu weit getrieben! Sie haben eindeutig die Grenze überschritten! Einen Dämon zu beschwören, ist nicht das, was das Institut von Ihnen erwartet!“ Ihre Lehrerin trat näher und musterte sowohl Cassie als auch den Dämon abschätzig. Cassie konnte ihr das Geschrei nicht verübeln, war sie doch selbst überrascht, wie das passieren konnte. „Ich weiß nicht, was passiert ist. Es war nicht meine Absicht. Was … Was mache ich jetzt?“, presste Cassie hervor. Sie fand die Situation alles andere als toll, aber gleichzeitig dachte sie sich auch, dass sie etwas einzigartiges geschafft hatte. Und das erfüllte sie irgendwie mit Zufriedenheit. Außerdem war das zwar ein Dämon, aber er konnte ihr nichts tun, oder? Also war er zumindest für sie keine ernsthafte Gefahr. Er war zwar kein Drache, aber furchterregend alle Mal.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von arrabella ()



    • Grelles Licht blendete den Dämon, sodass er schützend eine Hand vor die Augen hielt. War er gerade eben nicht noch in seinem Zuhause in der Dämonenwelt gewesen? Was ging vor sich? Caleb spürte, wie er von einer unsichtbaren Macht aus seiner Welt gezogen wurde – fort aus altbekanntem. Er wusste, dass sein Weg ihn auf die Erde führen würde, er konnte es fühlen, hören und sogar schmecken. Die Erde war anders als die Dämonenwelt, voller primitiver Wesen, die sich für etwas besseres hielten. Aber gleichzeitig bewunderte er das Leben auf der Erde, es war viel harmonischer und friedlich.

      Caleb hörte, wie eine sanfte Frauenstimme fremde Worte murmelte, die er zwar nicht verstand, aber sein Körper schien auf die Worte zu reagieren. Er fühlte sich wie elektrisiert und seine Haut fühlte sich warm an. Wie automatisch antwortete er zustimmend auf eine Frage, die an ihn gerichtet wurde. Das Wesen, das vor ihm stand, streckte eine Hand nach ihm aus. Er nahm sie in seine und fragte sich dabei, wer diese Hexe wohl sein würde. Er nahm den Pakt, den er mit der Hexe einging, stillschweigend hin. Ein Pakt, der sie aneinander binden würde. Ein Pakt, der ihn in gewisser Weise auch an die Erde binden würde. Caleb spürte ein leichtes Brennen auf seinem Handrücken. Leicht drehte er seine Hand, um das Pentagramm zu begutachten. Das würde ihn wohl sein Leben lang zieren und verdeutlichen, dass er mit einer Hexe verbunden war.

      Das Licht erlosch und der Dämon konnte erstmals einen Blick auf sein Gegenüber richten. Vor ihm stand eine kleine Hexe, ihre schulterlangen blonden Haare standen wirr von ihr ab. In ihren grauen Augen spiegelte sich Verwirrung wider. Er konnte ihr ansehen, dass sie das so nicht geplant hatte, genauso wenig wie ihr Lehrerin, die sie lautstark anschrie und ihr Verhalten tadelte. „Woher soll ich denn wissen, wieso plötzlich ein Dämon da steht?! Ich wollte einen Familiar, keinen Dämonen!!“, sagte die Hexe mit erhobener Stimme. „Nun ja, genau genommen bin ich sowohl ein Dämon als auch dein Familiar“, bereinigte Caleb daraufhin sofort das aufkommende Missverständnis und verschränkte dabei die Arme von der Brust. Er sah abwechselnd zu der kleinen Hexe und zur Lehrerin und grinste dann.
    • Astorias

      Noch immer lief der junge Dämon in seinem Zimmer von einer Seite zur anderen, Frustration lag auf seinen Zügen, die Arme hinter dem Rücken verschränkt. Er wirkte unruhig, ungeduldig und selbst sein bester Freund hatte es aufgegeben zu ihm durchzuringen.
      Nachdem sich Astorias ein letztes Mal mit seiner Mutter gestritten hatte – sie hatte deutlich gemacht, dass sie seinen Unfug nicht mehr hören wollte – hatte er begonnen einen Plan zu schmieden, wollte sich selbstständig in Bewegung setzten, die Angelegenheit in seine eigenen Hände nehmen, allen Beweisen, dass sein Weg der richtige war und nicht der zerstörerische, kriegerische Weg seiner Mutter.
      Aber konnte man es ihr verübeln? Sie gehörte zum alten Eisen, hatte viele, viele Jahrhunderte länger mit Krieg und Tod verbracht als er selbst, vergessen, wie es einmal gewesen war, während Astorias nichts als den Krieg und die Knappheit kannte.
      Er wäre nicht einmal überrascht zu erfahren, dass es nie anders gewesen war.
      Der junge Dämon hatte einen Entschluss gefasst, er würde in die andere Welt gehen und allen beweisen, dass ein friedliches Leben nebeneinander möglich war, doch dafür fehlte ihm schlichtweg eines: ein passendes Wesen aus der anderen Welt, dass einen Pakt mit ihm schließen würde.
      Bereits seit Wochen suchte er nach einem geeigneten Kandidaten, doch allem was er begegnete war Gier, Mordlust und all diese anderen schrecklichen Gefühle, von welchen er sich eigentlich distanzieren wollte.
      Gab es denn niemand in der anderen Welt, der sich für einen guten Zweck mit ihm Verbünden würde?
      Mit einem Mal stoppte Astorias in seinen Schritten, die Stimme, fremde Worte eines jungen Mädchens hallten in seinen Ohren wieder und ein Funken Hoffnung stieg in ihm auf.
      Er hatte sie gefunden, endlich. Der Ruf nach einem mächtigen Wesen, welches an ihrer Seite gegen das Böse ihrer Welt kämpfen sollte, ereilte ihn.
      Zugegeben, ihre magischen Kräfte ließen zu wünschen übrig, waren noch nicht ausgewachsen, er würde an ihrer Seite nicht sein volles Potential nutzen können und doch, eine andere Chance, etwas besseres würde er wohl kaum finden.
      Abgesehen davon konnte er spüren, dass das Mädchen, eine junge Hexe auf der Suche nach ihrem Familiar, großes Potential in sich barg.
      Das erste Mal sein Wochen lächelte der junge Dämon, endlich hatte er gefunden, wonach er so besessen gesucht hatte und er streckte seine Hand dem Himmel entgegen, um dem Rufen zu folgen, bevor es jemand anderes tun konnte.

      Astorias folgte dem Ritual der Familiar Beschwörung, was er tun musste fand er mit einem Mal in seinem Kopf, sein Körper folgte wie von selbst den Bewegungen, seine Hand legte sich gegen die ihre und ein brennen in seinem Handrücken verriet ihm, dass es vollbracht war.
      Endlich hatte er, wonach er gesucht hatte, ehe ihm klar wurde, dass es nicht so sein würde, wie er es erwartet hatte.
      „Wie wäre es, wenn du dich erst einmal vorstellst?“, schlug der Dämon mit einer hochgezogenen Augenbraue vor, er schien hier nicht gerade willkommen zu sein, auf der anderen Seite war das vielleicht sogar zu erwarten. Der Ruf der Dämonen würde auf dieser Seite wohl kaum ein guter sein.
      „... Kassandra Montgomery, die junge Hexe, nehme ich an?“, wurde ihm nach wenigen Sekunden bewusst, dass ihm ihr Name bereits eingebrannt worden war, als würden sie sich schon lange kennen. Doch abgesehen von ihrem Namen wusste er nichts über sie, doch er war sich sicher, dass sich das schon bald ändern würde.
      „Ich bin dein Familiar, also gibt es nicht den geringsten Grund Angst vor mir zu haben, meinst du nicht?“, versuchte er mit einem charmanten Lächeln die Situation zu beruhigen, konnte den fürchtenden Gesichtsausdruck der älteren Dame jedoch damit nicht mildern.
      Nun, nicht so wichtig, solange seine Partnerin mit ihm arbeiten können würde, konnte es Astorias egal sein, was die anderen über ihn dachten.

      Medusa

      Die junge Hexe zuckte zusammen, als ihr neuer Familiar –falls man ihn denn so nennen konnte – sich zu Wort meldete und drehte er vorsichtig ihr Gesicht zu dem jungen Mann um, welcher alleine anhand seines Aussehens genauso gut für einen Menschen gehalten werden könnte, war das ihre Masche? So harmlos wie nur möglich auszusehen, nur um einem dann den Verstand zu vernebeln? Aber Medusa würde ganz sicher nicht darauf rein fallen, nicht sie!!
      Arg~, wie sollte sie das nur ihrer Mutter erklären?! Was war mit ihren Träumen eine atemberaubende Hexe zu werden, wenn sie nicht einmal einen anständigen Familiar beschwören konnte?! Wieso um alles in der Welt hörte auch ein Dämon auf einen Ruf wie den ihren? Dachte er etwa sie wäre ein leichtes Opfer, weil sie jung und unerfahren war?! Das würde sie ganz sicher nicht einfach mit sich machen lassen, entsprechend schenkte sie dem Dämonen nur einen genervten Blick, der deutlich machte, dass sie nicht vor hatte mit ihm auszukommen.
      Genau genommen habe ich noch nie etwas davon gehört, dass ein Dämon ein Familiar sein kann.“, verbesserte sie ihn, ehe sich ihre Lehrerin wieder zu Wort meldete.
      „Medusa Gorgona, ich verlange von ihnen, dass sie ihren Familiar im Zaum halten, bis die Schulleitung eine Entscheidung über diesen Fall getroffen hat! Denken sie gar nicht erst daran, irgendwelchen Unfug anzustellen und seien sie froh, wenn sie nicht von dem Internat fliegen!!“
      „Was?!“, konnte Medusa diese Worte kaum glauben, nein, sie wollte sie nicht glauben, sie könnte dafür vom Internat fliegen?! Dabei hatte sie nicht explizit um einen Dämonen gebeten!!
      Die alte Hexe murmelte noch einige unverständliche Worte von sich, während sie den Raum verließ, zum Glück der jungen Gorgone, schien sie ihre Wut doch kaum im Zaum halten zu können und schlug mit der blanken Faust mit einem lauten Schrei gegen die nächstgelegene Wand, um der angestauten Wut zumindest ein Ventil bieten zu können.
      „Was kann ich denn dafür?! Ist es meine Schuld, dass man sich den Familiar nicht aussuchen kann?!“, schrie Medusa dabei laut.
      Es gab viele Geschichten von enttäuschten Hexen nach ihrer Familiar Beschwörung, welche doch irgendwann zu den aller besten Freunden und perfekten Partnern wurden... doch ein Dämon?! Solche Geschichten gab es nicht und sollte es auch nicht geben!!
      „Hmpf.“, gab Medusa genervt von sich und schenkte ihrem neuen Begleiter einen kurzen Seitenblick, nicht sicher, was sie nun mit ihm anfangen sollte, aber ihn einfach nur frei herumlaufen lassen konnte sie beim besten Willen auch nicht, wenn etwas passiert würde man ihr nur die Schuld in die Schuhe schieben.
      Am liebsten würde sie den Pakt auflösen, aber leider war es nicht so einfach und wurde nur in ganz besonderen Fällen erlaubt... sie konnte nur hoffen, dass das ein solcher Fall sein würde.
      „Okay, Dämon, ich habe keine Ahnung wieso du hier bist, aber ich schätze wir sollten ein paar Regeln fest machen.“, hob sie belehrend den Zeigefinger, auch wenn sie nur ungern mit dem Dämon sprach, führte wohl nichts daran vorbei, „Erstens darfst du meine Seite auf gar keinen Fall verlassen, hörst du? Du würdest nur für Ärger sorgen, denn ich mir nicht leisten kann. Zweitens keine blöden Tricks, kapiert?! Ich mag vielleicht unerfahren wirken, kann dir aber weh tun, wenn es sein muss! Und drittens, rede nicht mit mir. Ich falle auf deine falschen Worte und Versprechungen nicht herein, also versuch es gar nicht erst.“
      Die Gorgone versuchte deutlich zu machen, wer hier der Chef war und wie die Sache hier ablaufen würde, hob jeweils einen weiteren Finger, nachdem sie ihre Regeln aufzählte, ehe sie ihre Arme trotzig vor der Brust verschränkte.
      „Noch Fragen?“
    • Neu



      Der Dämon unterbrach das Gespräch zwischen Cassie und ihrer Lehrerin, um die Situation ein wenig aufzulockern, vermutete sie. Er erkundigte sich nach ihrem Namen, beantwortete seine Frage aber gleich selbst. Natürlich kannte er ihren Namen, als Familiar war das kaum verwunderlich und Cassie wusste ja schließlich auch, dass er Astorias Mephisto Develish hieß. Durch die Beschwörung waren sie miteinander verbunden und würden wohl mehr voneinander erfahren, als ihnen lieb war. Wobei Cassie nur zu gerne mehr über die Dämonenwelt hörte. Die Bücher in der Bibliothek gaben nie viel Aufschluss über diese Welt, die immer noch als Tabu gesehen wurde und deshalb kaum thematisiert wurde. Zumindest wurden ihnen immer nur Schauergeschichten von der "Hölle" erzählt und keine richtigen Details. Cassie musste aber zugeben, dass sie die Bibliothek bisher nur zweimal betreten hatte, einfach, weil sie nicht spannend genug war. Lieber würde sie von einem Dämon echte Geschichten hören. Den jungen Hexen wurde nur beigebracht, dass Dämonen böse wären und deren einziges Ziel es wäre, einen Krieg anzuzetteln, um die Menschheit auszulöschen. Als Kriegerinnen sollten die Schülerinnen lernen, ihre Welt vor dem Bösen zu schützen und dafür sorgen, dass immer Frieden herrschte. Deshalb war weder sie selbst noch ihre Professorin wirklich überzeugt von den Worten des Dämons, dass es keinen Grund gäbe, Angst vor ihm zu haben. Wobei Cassie ihm noch mehr glaubte, als ihre Lehrerin, die nur noch mehr in Rage geriet, als sie sowieso schon war. Man konnte förmlich erkennen, wie ihr Gesicht vor Wut rot anlief und ihr Geduldsfaden war nun eindeutig am Reißen. „Kassandra Montgomery, das wird Konsequenzen für euch beide haben. Ich werde den Fall mit der Schulleitung besprechen und dabei ganz bestimmt kein gutes Wort für dich einlegen. Und jetzt raus!“, wurden sie von der Lehrerin angeschrien, die mit einem Finger auf die Tür verwies. Cassie konnte sich nicht daran erinnern, ihrer Professorin jemals so wütend gesehen zu haben. Nur zu gerne wäre sie geblieben und hätte mit ihrer Lehrerin weiter diskutiert, aber selbst sie wusste, dass es fürs erste genug war und sie sich lieber schleunigst aus dem Staub machen sollte. Also nahm sie den Dämon an der Hand und zog ihn mit sich aus dem Zimmer. „Nenn mich übrigens Cassie und nicht Kassandra, klar?“, stellte Cassie klar und musterte ihren Familiar. Sie mochte ihren Spitznamen mehr als Kassandra, hörte sich „Kassandra“ für sie einfach viel zu altmodisch und konservativ an. „Jetzt erklär mir doch bitte mal, wie es sein kann, dass ein Dämon zu meinem Familiar wird.“, forderte sie Astorias auf.

      Cassie überlegte, was sie jetzt machen sollte. Sie würde so oder so mit Konsequenzen rechnen müssen, oder? Also konnte sie die Zeit davor noch nutzen, um ein wenig Spaß mit ihrem Familiar zu haben. Wer konnte denn schon behaupten, einen Dämon als Familiar zu haben? „Hör zu, ich weiß nicht, was unsere Strafe sein wird, aber ich hab so gar keinen Bock darauf, jetzt blöd herumzusitzen und auf die Entscheidung der Schulleiterin zu warten. Lass uns doch irgendwas Verrücktes anstellen. Wie anderen Schülern Streiche zu spielen oder deine Fähigkeiten bei anderen einzusetzen.“, schlug Cassie vor und sah den Dämon abwartend an. „Und erzähl mir was von deiner Welt. Sind alle Dämonen so fürchterlich wie in den Geschichten beschrieben? Bist du so fürchterlich?“





      Caleb beobachtete das Gespräch zwischen Medusa und ihrer Lehrerin. Er hörte heraus, dass sie wohl vom Internat fliegen konnte, weil sie einen Dämon als Familiar gerufen hatte. Was war denn das hier für eine spießige Welt. Er hatte sich erhofft, dass man auf dieser Welt kulanter mit Problemen umgehen würde.
      „Anscheinend können Dämonen zu Familiars werden, sonst wäre ich nicht hier bei dir.“, erwiderte Caleb, als die Lehrerin den Raum verlassen hatte. Er konnte nicht verstehen, warum sich die junge Hexe so aufregte. Doch eigentlich interessierte es ihn nicht. Im Gegensatz zu ihr war er froh, hier zu sein und nicht mehr in der Dämonenwelt. Wie sehr verabscheute er diese Welt voller Gewalt und Terror. Ihm kam das Schaudern, wenn er nur daran dachte, was die Dämonen mit dieser Welt hier geplant hatten.
      „Find dich damit ab, dass ich dein Familiar bin. Reg dich nicht so auf.“ Caleb konnte nicht verstehen, warum sich Medusa so reinsteigerte. Sie konnte ja sowieso nichts an der Situation ändern. Seine Worte schienen jedoch keine beschwichtigende Wirkung zu haben, denn Medusa plauderte munter weiter. „Okay, Dämon, ich habe keine Ahnung wieso du hier bist, aber ich schätze wir sollten ein paar Regeln festmachen“, sagte sie. „Caleb“, fiel er ihr sogleich ins Wort. Er hatte einen Namen und wollte nicht mit dem Namen seiner Spezies bezeichnet werden. Das war unter seiner Würde. Medusa hatte sich wohl vorgenommen, ihn in Schranken zu weisen und ihm ein paar Regeln aufzuhalsen. Er hörte ihr zwar zu, hatte jedoch nicht vor, ihren Regeln Folge zu leisten. Er war zwar ihr Familiar, aber kein Schoßhündchen, über das sie so einfach bestimmen konnte.
      „Noch Fragen?“, sagte sie und sah ihn abwartend an. „Ja, wo ist die Cafeteria? Ich hab Hunger.“, erwiderte Caleb ernst. Die Beschwörung machte ihn hungriger, als er erwartet hatte und außerdem war dies eine gute Möglichkeit, das Gebäude und seine Gestalten besser kennenzulernen. „Übrigens habe ich nicht vor irgendwelche blöden Tricks zu machen, ich bin weder ein Hund noch ein Kind. Und hör auf dich so aufzuspielen. Ich weiß, dass du eine furchteinflößende Hexe bist, die mir die Augen ausstechen kann und mir meine Leckerlis wegnehmen kann. Alles klar.“, meinte er und lachte dabei laut auf. Als hätte er Angst vor dem jungen naiven Kind, das neben ihm stand. Wobei er zugeben musste, dass sie ihn durchaus belustigte.
    • Neu

      Astorias

      Vollkommen in diese neue Situation, gar in diese neue Welt, geworfen, wusste der junge Dämon nicht recht, wie er sich verhalten sollte, geschweige denn ob diese fremde Frau tatsächlich so viel Macht hier besaß, wie sie glauben machen zu wollen schien, dennoch wollte Astorias einen guten ersten Eindruck unter den Wesen dieser Welt machen, er wollte Seite an Seite mit ihnen zu Leben lernen, es würde nicht reichen sich nur mit seiner Vertragspartnerin zu verstehen, wobei er sich nicht sicher war, ob das nicht vielleicht auch eine Herausforderung werden könnte, da sie ihm nicht ganz glauben zu wollen schien, dass er ungefährlich für sie war, aber sie schien auch keine große Angst vor ihm zu haben, was er als gut einordnete.
      Mit schief gelegtem Kopf blickte er die ältere Frau an – offensichtlich ebenfalls Hexe – nicht wissend, ob er ihrem wutentbrannten Befehl folge zu leisten hatte oder nicht, Konsequenzen? Welche Konsequenzen sollten ihm schon bevor stehen, dafür, dass er dem Ruf gefolgt und einen Pakt eingegangen war, war das genau das, was das Mädchen gewollt hatte?
      Einen starken Familiar? Und nun hatte sie einen... aber auch das war falsch? Der Dämon wusste nicht recht, was das Problem hier war, als die junge Hexe seine Hand nahm und ihn mit aus dem Raum zog, was er geschehen ließ.
      „... Cassie, okay.“, nickte Astorias. Wenn sie lieber als solche angesprochen werden wollte, hatte er keinerlei Probleme damit, ehe sie ihm eine weitere Frage stellte und er sich nicht sicher war, ob es sich dabei um eine rhetorische Frage handelte, oder ob sie tatsächlich eine Antwort erwartete, es schien wohl letzteres zu sein.
      „Du wolltest einen starken Familiar, du hast die nötigen Fähigkeiten einen Dämonen in dieser Welt zu halten, also bin ich deinem Ruf gefolgt. Ist das nicht das, was du wolltest?“, hob er fragend eine Augenbraue, offensichtlich verwirrt. Sollte sie sich nicht eigentlich freuen?

      ...Schulleiterin?, ließ sich Astorias die Worte der jungen Hexe durch den Kopf gehen, war er hier in einer Schule gelandet? Kein Wunder also, dass ihre Kräfte noch nicht vollends ausgebildet waren, wie jung so wohl war? 50? 80? Oder doch näher an die hundert Jahre?
      „... du willst Streiche spielen?!“, machte der junge Dämon große Augen, nicht sicher, ob er sie richtig verstanden hatte. Er war beschworen worden, um gegen das Böse dieser Welt zu kämpfen, nicht um lächerliche Streiche zu spielen.
      „Ich kann dir gerne Geschichten von meiner Welt erzählen, wenn du mir im Austausch welche von dir erzählst und mir deine Welt zeigst, aber ich werde keine Streiche spielen. Wie alt bist du überhaupt?“, stellte Astorias klar, Streiche zu spielen war deutlich unter seiner Würde, das stand fest.

      Medusa

      … sie sollte sich damit abfinden? Mit einer tickenden Zeitbombe, einem Wesen, dass sich jeden Moment gegen sie stellen könnte? Nein, daswar ganz sicher nicht die Art von Familiar, welche sie wollte! Doch sie schnaufte nur genervt, statt näher darauf einzugehen, sie würde doch nur in seine Karten spielen und das konnte er sowas von vergessen!
      Und genauso wenig hatte sie vor seinen Namen zu verwenden, er würde für sie Dämon bleiben, ob es ihm nun passte oder nicht, Medusa hatte jedoch auch nie vorgehabt sich groß mit ihm zu unterhalten.

      Nachdem sie ihm weiß zu machen versuchte hatte, wie die Beziehung der Beiden in Zukunft aussehen würde, wurde ihr bewusst, dass er ihr keine Sekunde lang zugehört zu haben schien. Aber natürlich, er war ein Dämon, was hatte sie schon erwartet?
      „Cafeteria?! Ich führe dich ganz sicher nicht in die Cafeteria, die rund um die Uhr mit Schülern gefühlt ist. Wenn du Hunger hast, wirst du schon in meinem Zimmer warten müssen, bis ich dir etwas bringe, verstanden?“, erklärte sie ihm mit verschränkten Armen vor der Brust, genau.
      Als würde sie ihren neuen Familiar so zur Schau stellen und sich noch mehr Ärger einheimsen, als sie sowieso schon hatte, was glaubte er denn bitteschön, wo er hier war? In seinem Urlaub?