i'm not a superhero [Haruka & Nihal]

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    • i'm not a superhero [Haruka & Nihal]

      @Nihal


      "Ja, Snowflake geht es gut", sprach ich auf dem Bett liegend in den Hörer meines Smartphones.
      "Und ich hoffe, dir auch. Ich vermisse dich und hatte Angst, als der Amokläufer meinte, dass du wegen ihm gestorben bist und er mir anschließend ein Bild von deiner Leiche zeigte. Ich weiß nicht, woher er von dir wusste und wie er das Bild erstellen konnte, aber wenn er dich kannte, wird er wohl auch mich.."
      Am anderen Ende unterbrach mich eine süß klingende, männliche Stimme: "mach dir keine Sorgen, Liebster. Das wird nur ein Photoshop-Bluff gewesen sein, vermutlich um dich aus der Reserve zu locken. Mir geht es gut und ich hab mein Sicherheitsteam bereits angewiesen, stärker auf mich aufzupassen, damit deinem Sweetie nichts passieren wird. Aber fandest du es richtig, die Typen auf offener Straße einfach abzuschlachten? Die Negativschlagzeilen über dich haben inzwischen auch Europa erreicht. 'Der meuchelnde Superschlächter' nennt dich der Guardian.. ."
      Im Hintergrund war das Rascheln einer Zeitung zu hören.
      "Lass das meine Sorge sein. Ich bin nur auf Nummer sicher gegangen. Irgendwann wird über die Sache Gras gewachsen sein und bis es soweit ist, überführe ich weiterhin Kriminelle. Irgendwann werden sie mir aus Dankbarkeit wieder wie gewohnt die Stiefel lecken. Notfalls gibt es ja noch diesen Blog über mich."
      Im Hintergrund waren mehrere männliche Stimmen zu hören.
      "Hör mal Liebling, ich muss jetzt leider auflegen, das Meeting startet in Kürze. In einigen Tagen ist die Konferenz in London beendet und dann kehre ich heim. Ich liebe dich."
      "Ich liebe dich auch. Bis bald und pass auf dich auf", antwortete ich seufzend und lauschte noch eine Weile gedankenverloren dem Piepen, das aus dem Smartphone-Lautsprecher tönte.

      "Junger Herr, Ihr 15 Uhr Tee ist servierbereit", unteebrach mich mein Butler, der plötzlich in der Tür stand und einen Servierwagen vor sich herschob, auf dem neben einer Kanne Tee auch eine Etagere mit feinem Gebäck, sowie eine Zeitzng angerichtet war."
      "Bring ihn ans Bett", sprach ich und ließ meinen Blick aus dem Fenster neben dem Bett gleiten.
      Von hier aus war der Skytree gut zu erkennen.
      "Was der werte Freund meines Herren am Apparat?", fragte mein Butler, während er den Tee in eine Tasse goss.
      "Ja", antwortete ich knapp und griff mir die Zeitung vom Servierwagen, um die heutigen Schlagzeilen zu überfliegen.
      "Erneut keine positiven Nachrichten", nahm Sebastian vorweg und schlug vor, dass ich mich in der Öffentlichkeit zeigen und einen Kriminellen zur Strecke bringen soll, um die Bürger milde zu stimmen.
      "Keine Lust", antwortete ich und blätterte um.
      "Warum so missmutig?"
      "Momentan ist mir nicht nach helfen zumute."
      "Trotz Ihrem ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit?"
      "So ist es. Und jetzt lass mich alleine, ich muss nachdenken..."
      "Jawohl, mein Herr", entgegnete Sebastian höflich, verbeugte sich kurz und verließ mein Schlafzimmer.
      Ich drehte mich auf die Seite und klammerte mich an mein Lieblingsstofftier, das von meinem Boyfriend stammte und ein nach ihm duftendes T-Shirt von ihm trug.
      "Dabei wollte ich dich doch nur beschützen...", seufzte ich und verharrte eine Weile in dieser Position.

      Als ich mich nach einer Weile wieder aufrichtete, war der Tee kalt und die Dämmerung brach herein.
      Stumm trank ich die Tasse des grünen Tees aus umd setzte mich mit der Zeitung an den Schreibtisch und fing an, mit einer Schere etliche Schriftzeichen auszuschneiden.
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    • Mit einer extragroßen Schüssel Instantnoodeln -Chilischarf- saß ich vor den zwei großen PC-Bildschirmen in meinem Arbeitszimmer, nun gut Arbeits-/Schlafzimmer, und versuchte einen Überblick über die Flut an Kommentaren zu erhalten, die während meiner Abwesenheit auf meinem Blog gelandet waren. Die Wunde an meiner Stirn juckte unangenehm unter dem noch immer viel zu großen Pflaster und ich musste mich davon abhalten nicht dauernd daran herumzureiben um den Juckreiz wenigstens ein wenig abzumildern. Das half nicht und sorgte nur dafür, dass ich meine Brille jedes Mal wieder gerade rücken musste. Hach was würde ich für ein paar ordentliche Kontaktlinsen geben...aber dafür müsste mein Konto ein deutlich höheres Guthaben ausweisen, als es gerade tat.
      Wütend tippte ich eine Antwort auf einen Kommentar, der sich wüst über meinen Superhelden ausließ. Dieser.... wie kann er es wagen!
      Bevor ich dazu kam meine gepfefferte Antwort abzuschicken, klingelte mein Handy.
      "Hallo Taku! Was rufst du so früh an, hast du schon Feierabend?"
      "Früh? Sag mal Itsu wann bist du denn bitte aufgestanden, es ist später Nachmittag!"
      Verstohlen blickte ich auf die kleinen, rot leuchtenden Ziffern des Weckers, welcher traurig wirkend aus dem Haufen an Zeitungsartikeln und zusammengeknüllten Papierbällen lugte. 17:13
      "Oh, hab wohl die Zeit vergessen..."
      "Was machst du denn, du solltest dich ausruhen und im Bett liegen."
      "Ich recherchiere, ein Journalist darf nicht so lange uninformiert bleiben!"
      "Du zerstörst bestimmt wieder nur das Selbstbewusstsein irgendeines armen Schweines, der es gewagt hat was böses über deinen Liebling zu schreiben..."
      Mein Blick heftete sich an die Worte, die noch unverschickt in meinem Eingabefeld standen. Mit leisen Tastendrücken, löschte ich die Worte wieder und wechselte den Thread meines Blogs.
      "Sowas würde ich niemals tun, Taku.... Was gibts Neues auf der Arbeit? Hast du etwas interessantes für mich?"

      Seit dem Vorfall mit ihm saß ich in meiner Wohnung und ernährte mich von Nudelsuppe, Reis und Zeitungsinformationen. Nicht, dass meine Kochkünste sonst einen vielfältigeren Speiseplan anboten, aber ich vermisste es die Neuigkeiten direkt aus den Mündern der Betroffenen zu hören statt die verdrehten Sachverhalte und Aussagen in den Artikeln zu lesen.
      Besonders jetzt, da er Hauptthema in jeglichem Blatt zu sein schien ... und das ausgerechnet mit den negativsten Schlagzeilen seit langem.
      Die einzige Möglichkeit die mir blieb um ihn zu unterstützen war, in meinem Blog seine Ehre zu verteidigen. Das war leider nicht so einfach. Scheinbar hatte jeder verdammt Einwohner von Tokyo nichts besseres zu tun als zu meinen, sie wüssten ganz genau was an diesem Tag passiert war und müssten jedem erzählen was sie wussten.
      Gar nichts wussten sie! Ich war dabei und vielleicht vier oder fünf andere Personen, die aber zu verängstigt waren um zu beobachten was geschehen war. Wenn es einer wusste, dann ich!
      "Itsu? Bist du noch da? Hallo? ... Ach..Ich komme vorbei, soll ich was mitbringen?"
      "Curry, bitte!"
      Die leere Schüssel Nudeln starrte mich vorwurfsvoll an.

      ~ the fate is not unchallengable ~
    • Gegen 18 Uhr saß ich entmutigt vor mehreren Entwürfen eines Erpresserbriefes, als ich beschloss, den Kram im Papierkorb zu entsorgen und mich wieder sinnvollen Dingen zu widmen.

      Also öffnete ich am PC den Blog und laß einige der abfälligen Kommentare, die über mich geschrieben wurden.
      "Mörder" stand dort und Dinge wie "Untermensch" und "geh in den Aokigahara und erhäng dich."
      Außerdem waren auch einige wirklich abfällige Kommentare zu lesen.
      Ich hatte keinen Account, weshalb ich auf die Kommentare nicht eingehen konnte.
      Ich verstand auch nicht, warum die Leute so einen Aufstand deswegen machten.
      Dafür stellte sich mir erneut eine essenzielle Frage: Wer betreibt diesen Blog und warum? Schließlich war ich offiziell ein Verbecher.

      "Was wird das, mein Herr?", fragte mein Butler, er plötzlich in der Tür stand und mich überraschte.
      "Huh! Sebastian, erschreck mich nicht so."
      "Verzeiht, mein Herr. Ich war unvorsichtig."

      "Schon gut. Ich hab nur gerade einige Kommentare von diesem Blog gelesen.
      Erstaunlich, dass mich die Menschen wegen so einer Sache gleich zum Staatsfeind Nummer 1 machen."

      "Auch wenn ihr Japaner in der Öffentlichkeit als höflich und zurückhaltend wahrgenommen werdet, zeigen sich im Internet der Anonymität sei Dank die wahren Gesichter der Menschen."

      "Vielleicht sollte ich das Held sein an den Nagel hängen und mein altes Leben weiterleben. Eigentlich hatte ich sowieso andere Pläne.. "

      "Vielleicht könnte sich Ihre Einstellung bald ändern", sprach Sebastian und legte mir eine Akte auf den Tisch.
      "In ein paar Tagen kommt der chinesische Präsident für einen Staatsbesuch nach Japan und wenn man den Informationen der Keimutai Glauben schenken darf, könnte eine radikale, China-feindliche Gruppierung einen Anschlag auf den chinesichen Prösidenten verüben, da sie strikt gegen den wachsenden Einfluss Chinas in Japan sind. Die Verhinderung des Anschlags wäre die perfekte Gelegenheit, um Ihren Ruf wiederherzustellen."
      Ungläubig blickte ich durch die Akte und anschließend zu Sebastian.
      "Wo hast du die her?"
      "Nun, sagen wir ich hab ein wenig meinen Charme spielen lassen", zwinkerte er mir verführerisch zu und leckte sich über die Lippen.
      "Du kannst es einfach nicht lassen, hm?", schüttelte ich mit dem Kopf.
      "Wie viele Herzen willst du noch brechen?"
      "Verzeih, mein Herr. Doch ich hab nur meinem Auftrag befolgt, der darin besteht, meinem Herren mit allen Mitteln zu unterstützen", erklärte Sebastian und verbeugte sich vor mir.

      Ich verstaute die Akte im Schubfach meines Schreibtisches, da ich später in Ruhe darüber nachdenken wollte.
      "Ich brauche jetzt etwas frische Luft", erwiderte ich seufzend und zog mir etwas an.
      "Bleib hier und kümmere dich um das Abendessen. Ich will Sushi."
      "Verstanden, mein Herr", erwiderte Sebastian und machte sich sogleich ans Werk.

      ______

      Während ich einen Spaziergang durch die beleuchteten Straßen Tokyos machte, verschlug es mich nach einer Weile in den Bezirk Shibuya, wo ich einen Animate-Store betrat und dort auf 7 Etagen diverse Anime-Artikel betrachtete.
      Ich kam sehr gerne in dieses Geschäft, da sie neben normalen Gattungswaren auch echte Sammlerstücke im Angebot hatten, die natürlich entsprechend teuer waren.
      Seufzend stand ich schließlich vor einer riesigen Vitrine, in der etliche hochwertige und detailgetreue Figuren zu beliebten Anime-Charakteren standen, als mir auffiel, dass ich mein Portemonnaie vergessen hatte.
      // Fuck my life -.- //, fluchte ich in Gedanken und verließ nach einem Umweg durch die Manga-Abteilung das Geschäft wieder, um den Heimweg anzutreten.
      In Gedanken beschäftigte mich die Akte, die Sebastian besorgt hatte.
      // Ob es wirklich richtig ist, sich in politische Belange einzumischen? Schließlich bin ich als Superheld dem Volk verpflichtet und nicht der Politik..auf der anderen Seite hasst mich jenes Volk doch eh... //
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    • "Man, was du alles in dich reinfutterst ist unglaublich. Dass du nicht rund wie ein Mochi bist ist ja schon ein Verrat an jedem der je eine Diät machen musste."
      Herrlich ehrlich mein Taku, wie immer. Einen bösen Blick warf ich ihm über meine Reisschüssel trotzdem zu. "Das sind die Gene von Oma, ist ja nicht so, dass ich das mit Absicht mache..."
      Erstaunlicherweise hatte ich schon den oder anderen hasserfüllten Blick meiner weiblichen Mitmenschen erhalten, nur weil ich die doppelte Nudelportion verputzte und sie noch an ihrem 3. Salatblättchen knabberten...
      "Sag mal Taku, du als Mann...was würde dich dazu bringen so richtig richtig wütend zu werden, was Dummes zu tun und es danach direkt wieder zu bereuen?"
      "Frag das deinen Superhelden selbst. Jeden macht etwas anderes wütend... außerdem verstehe ich nicht, warum du darauf beharrst, dass er es nicht gern gemacht hat? Es gab mehr als einen Bericht darüber, dass er dabei laut gelacht haben soll. Vielleicht hat er einfach keine Lust mehr, Zielscheibe für jeden zu sein und wollte auchmal austeilen?"
      "Du jetzt auch Taku? Es kann doch nicht sein, dass all seine guten Taten in den letzten Jahren einfach vergessen werden, wegen einem Fehltritt!"
      Unglaublich, dass Taku nun auch auf diese Fake-News reinfiel. Und dass, obwohl ich ihm alles erzählt hatte.
      Gelacht...tzz... das er nicht geweint hatte, bei diesem qualvollen Gesichtsausdruck...er hatte so unglaublich traurig gewirkt, dass es mir selbst im Herzen weh getan hatte.
      Vielleicht hatte er wirklich keine Lust mehr Zielscheibe für jeden zu sein, aber deswegen wahllos Leute niedermetzeln? Nein nein, er hatte zu viel Gutes getan für so eine Kehrtwende...vielleicht brauchte er auch mal ein Schutzschild?
      Die Geiselnahme im Kindergarten, der Amoklauf an Silvester, die Explosion im Industriewerk, und dies waren nur ein paar der Geschehnisse, bei dem er mit seinem Eingreifen viele unschuldige Leben gerettet hatte. Man musste die Leute einfach auch nochmal daran erinnern.
      "Komm mit Taku, du musst mir helfen!"
      "Was? Wobei?"
      "Wir schreiben einen Artikel für den Blog und erinnern an das Ganze wofür er noch vor Kurzem begeistert gefeiert wurde."
      Und danach musste ich mir überlegen, wie ich einen versteckten Superheld aufspüre. Den in einer Sache hatte Taku Recht, ich sollte meinen Superhelden schon selbst fragen, wenn ich wissen wollte, was ihm an diesem Tag genau passiert war.
      Wenn das nicht sogar ein Schritt in Richtung großer Karriere war: Imagerettung unseres Superhelden. Naja...über den Titel sollte ich mir vorher noch ausführlichere Gedanken machen...

      ~ the fate is not unchallengable ~
    • Knapp 20 Minuten später hatte ich das Appartement wieder erreicht und Hunger mitgebracht.
      Sebastian hatte gerade das Esszimmer hergerichtet und stand im Flur an der Tür, um mich zu empfangen.

      „Willkommen zurück, junger Herr. Ich hoffe, Ihr Ausflug war zu Ihrer Zufriedenheit. Während Ihrer Abwesenheit habe ich das Abendessen zubereitet."
      "Danke", erwiderte kurz und lief den breiten Flur entlang direkt in mein Zimmer.
      Dort zog ich mich um und schnappte mir den Laptop vom Schreibtisch.

      --------

      Während ich wenig später mit Sebastian zu Abend aß, tippte ich mit einer Hand auf dem Laptop herum und hielt mit der anderen Hand die Stäbchen, mit denen ich das Sushi von der Platte in die Soya-Sauce und in meinen Mund gleiten ließ.
      Im Hintergrund war aus einer Anlage klassische Musik europäischer Komponisten zu hören, deren Klang die Stille durchbrach.
      "Was beschäftigt Sie, junger Herr?", fragte mich mein Butler schließlich und blickte dabei aufmerksam auf die Tasten des Laptops, welche ich betätigte.
      "Ich schreibe", entgegnete ich knapp und speicherte die Word-Datei ab, ehe ich sie über das WLAN in hundertfacher Ausführung ausdrucken ließ.

      "Und was schreiben Sie?"
      Stumm drehte ich den Laptop um, sodass Sebastian den Monitor sehen konnte.
      Neugierig beugte er sich nach vorne und bemerkte den kurzen Text, der dort geschrieben stand: „Bewohner Tokyos,

      vergesst nicht, was euer einstiger Held Nightshade bisher für euch getan hat. Ihn nun vom Superman zum Bogeyman zu machen, wird die Situation nicht verbessern.
      Was Nightshade getan hat, war falsch, dessen ist er sich bewusst.
      Jedoch hatte er keine andere Wahl.
      So wie Spiderman Mary Jane hat und Batman Catwoman, hat Mika Yuu und Ash Eiji und auch für euren Superhelden gibt es jemanden, der ihm alles bedeutet und den es um jeden Preis zu beschützen gilt.
      Erinnert euch an meine Worte. -L"

      "Hmmm.. interessant..", entgegnete Sebastian nach einer Weile.

      "Was will mein Herr damit bezwecken?"
      "Ich will mich indirekt entschuldigen, ohne dabei zu Kreuze zu kriechen und die Bewohner wachrütteln."
      "Also haben Sie endlich gemerkt, dass die Tat ein Fehler war?"
      "Vielleicht hab ich überhastet reagiert, aber letztlich wollte ich meinen Kindheitsfreund nur beschützen und das ist niemals ein Fehler... ich hab mich nur für die schlechteste Möglichkeit entschieden."
      Ich seufzte: "ich frage mich nur, wie die Typen von meinem Freund wissen konnten...und wenn die ihn kannten, werden sie wahrscheinlich auch mich kennen und das bedeutet.."
      Hastig blickte ich zum Fenster und stand auf, um die Vorhänge zu zuziehen.

      "Tut mir den Gefallen und schließ nach dem Essen auch die restlichen Vorhänge zu."
      "Jawohl, mein Herr. Was gedenken Sie mit den Flugblättern zu tun?"
      "Ich werde sie über Tokyo abwerfen."


      ___________

      Punkt Mitternacht machte ich mich auf den Weg, um die Flugblätter über wichtigen Hotspots in der gesamten Stadt zu verteilen.
      Elegant schwang ich mich mit meinem 3D-Gear durch die Häuserschluchten und erreichte schließlich die Shibuya Crossroad, über der ich das erste Bündel abwarf.
      Die anderen Bündel warf ich vor dem Hauptbahnhof Tokyo, dem Tokyo Tower, dem Skytree und über einigen wichtigen Schreinen ab.
      Gegen 2 Uhr erreichte ich schließlich wieder mein Appartement, welches ich über eine gut gesicherte Luke auf dem Dach des Towers erreichte.
      Ich zog mich aus, verstaute die Uniform in einer geheimen Kammer meines Schlafzimmers und fiel nach einer raschen Dusche in einen tiefen Schlaf.

      Den Artikel im Blog und die Reaktionen auf meine Flugblätter würde ich erst später mitbekommen.
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    • Mit einem langgezogenen Gähnen streckte ich meinen steifen Glieder. Taku schnarchte längst auf meiner kleinen Couch. Zusammengerollt wie eine Katze kuschelte er mit meinem Plüsch-Totoro.
      Es war später geworden als ich gedacht hätte, aber es hatte sich gelohnt. Die Startseite meines Blogs war eine lebendige Collage geworden und es schoben sich immer wieder große Schlagzeilen, Bilder und kurze Videos über Nightshade ins Blickfeld. Wer auch immer sich auf meine Seite veirrte wurde sofort von positiven Nachrichten über ihn überschüttet. Und damit möglichst viele sich auf diese Seite verirrten hatte ich sie - natürlich Anonym - unter jeden Online-Artikel in den Kommentaren verlinkt den ich finden konnte.
      Zufrieden mit meinem Werk streckte ich mich nocheinmal und machte mich dann auf den Weg ins Bad. Mein ganzer Körper sehnte sich nach einer heißen Dusche und meinem schaumigen Pfirsichduschgel.

      Während das Wasser auf mich niederprasselte und den kleinen Baderaum in eine Dampfsauna verwandelte, ließ ich mir alle Gerüchte über den Aufenthaltsort meines Helden durch den Kopf gehen.
      Ich hielt nicht sonderlich viel von Gerüchten. Sie waren nur weitergegebene, unrechercherhierte und meist übertriebene Meinungen anderer, die es geschafft hatte aus einer Menge von Meinungen herauszustechen.
      Das Problem bei manchen und das Gute an den wenigesten Gerüchten war, dass sie schonmal ein kleines Stückchen Wahrheit beinhalteten. Das Stückchen Wahrheit, was zu Beginn mal da gewesen und durch die Mundpropaganda mit Fake-News überlagert worden war.
      Mit raffinierteer Recherche-Arbeit, einer gesunden Portion Intuiton und einer weniger gesunden Portion Vernarrtheit war ich mir mittlerweile fast sicher, welche der Gerüchte als Unfug und welche als brauchbares Material kategorisiert werden konnten.
      Unfug waren zum Beispiel: radioaktive Mutation, Untoter, lebt auf dem Mond, lebt in der Kanalisation, ist ein Pokemon, kann sich teleportieren; mehr brauchbares Material war: lebt in Tokyo, Anfang - Mitte - Ende Zwanzig, männlich, lebendig, hat sich in das Kamera- und Sicherheitsnetz der Stadt gehackt um alles zu überwachen.
      Letzteres Gerücht hatte vor Kurzem noch dazu geführt, dass die Behörden ein Strafverfahren gegen ihn einleiten wollten, aufgrund fehlender Beweise war dies aber nicht möglich gewesen - meiner Meinung nach können die es einfach nicht ertragen, wenn ihnen jemand vor Augen führt in welchen Dingen sie selbst versagen.
      Letzteres Gerücht war aber auch der einzige Hinweise, den ich hatte, der mich weiter bringen würde. Ich müsste nur versuchen irgendwie seine Aufmerksamkeit zu bekommen...
      Mit einem Handtuch um meine Haare gewickelt ging ich, immer noch in Gedanken, wieder in mein Arbeits-/Schlaf-/Wohnzimmer und traf einen halbwachen, verwirrten Taku vor, der vor meinen Bildschirmen saß und auf der Tastatur rumtippte. Ein stetiges Ding! verriet mir, dass auf meinem Blog gerade neue Kommentare erschienen.
      Ding ! Ding! ... Ding! Ding!

      Und zwar ziemlich viele. Sofort saß ich neben meinem besten Freund und versuchte durch meine noch halb beschlagene Brille die Kommentare zu lesen und die Bilder zu erkennen, die geschickt wurden.

      Aus mehrern Stadteilen wurden mir die gleichen Bilder geschickt. Briefe die ungefähr die gleiche Botschaft übermittelten wie meine Seite, nur dass sie noch mehr verrieten.

      Er wollte jemanden beschützen? Wen!?

      "Die denken du hättest was mit den Flyern zu tun Itsuko - hast du?"

      "Wie soll ich das denn gemacht haben, ich bin nicht Superman der von Stadtteil zu Stadtteil fliegen kann. Und wann hätte ich die Dinger ausdrucken sollen?"

      Wer war dieser L. ?!

      ~ the fate is not unchallengable ~
    • Ich erwachte gegen Mittag mit Kopfschmerzen und einem trockenen Hals.
      Neben dem Bett stand Sebastians Servierwagen, auf dem neben einer Tasse Tee, einer Karaffe Wasser, einigen Onigiri auch die Zeitung von heute Morgen platziert waren.
      Müde streckte ich mich und trank vor lauter Durst direkt aus der Karaffe, welche in wenigen Zügen zur Hälfte geleert war.
      Seufzend stellte ich sie auf dem Wagen ab und griff nun etwas wacher nach der Zeitung, auf dessen Titelbild mir eine Schlagzeile auffiel: "DAS bedeutet die seltsame Botschaft von 'L' für SIE!"
      Stumm schlug ich die Zeitung auf und überflog den entsprechenden Artikel.

      "Nichts als Gerüchte", sprach mein Butler, der plötzlich in der weit geöffneten Tür stand, elegant durch den Raum schritt, die Vorhänge beiseite schob und das Fenster meines Schlafzimmers öffnete.
      "Überrascht mich nicht", erwiderte ich und blätterte um. "Analoges Clickbait, um die Leute zu ködern und zu verunsichern."
      "Mir scheint, mein Puma hatte großen Durst", scherzte Sebastian, als sein Blick auf die zur Hälfte geleerte Karaffe fiel.
      "Deine Beobachtungsgabe beeindruckt mich immer wieder aufs Neue", antwortete ich mit leicht sarkastischem Unterton und klappte die Zeitung zu.
      "Kam meine wöchentliche Shonen Jump Ausgabe?", fragte ich Sebastian, während ich mich aus der Bettdecke schälte und mir hungrig eines der Onigiri in den Mund schob.
      "Liegt auf dem Schreibtisch, junger Herr", entgegnete er und fing an, mein Bett zu richten.

      "Danke. Du weißt, wo du mich findest."
      "Viel Vergnügen, junger Herr", antwortete Sebastian und blickte mir höflich nach.

      Mit dem Heft unter dem Arm und dem Teller Onigiri verschwand ich über das sich zu öffnende, über eine Leiter erreichbare Dachfenster im Flur, auf dem Dach des Hochhauses, auf das ich eine kleine überdachte Dachterasse gebaut und von der aus man ein gutes Panorama über Tokyo hatte.
      An guten Tagen konnte man sogar bis zum Fuji-san blicken.
      Stumm legte ich mich auf das dunkle, hochwertige Rattan-Sofa und vertiefte mich in die Erlebnisse des jungen Shoyo Hinata und seiner Freunde, bevor ich mich dem neuesten Abenteuer von Monkey D. Ruffy widmete und schließlich noch einige andere Kapitel aktueller Mangas laß, während ich die Onigiri verzehrte.
      Nach knapp 30 Minuten kam ich zurück ins Appartment, schloss das Fenster, legte das Heft auf den Ablagestapel neben dem Schreibtisch und trank den restlichen Inhalt der Karaffe, welche Sebastian nebst dem Tee inzwischen auf den Schreibtisch neben dem PC gestellt hatte, den ich gerade hochfuhr.
      Zum einen wollte ich heute an meiner Dissertation weiterarbeiten, zum anderen wollte ich weitere Sicherheitskameras der Stadt in meinen Besitz bringen.
      Außerdem wollte meine deep learning-KI weiterentwickelt werden, die dabei helfen soll, Verbrechen, sowie deren Täter und Tathergang vorherzusagen.
      Dazu müsste ich nur den Algorithmus mit Datensätzen von ehemaligen Verbrechen füttern und die Daten aufbereiten, anhand derer die KI verschiedene Modelle berechnen kann.
      Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.
      Zwar funktioniert die KI, jedoch liegt die Fehlerquote bei über 50%; außerdem läuft sie momentan noch ziemlich langsam und instabil.

      -------

      Einige Stunden später, ich hatte drei weitere Seiten meiner Dissertation geschafft und abgespeichert, war ich gerade dabei, weitere Kameras der Stadt zu hacken, was nicht sonderlich schwer war.
      Ich musste nur dafür sorgen, dass das Signal von den Kameras nicht nur zur Zentrale, sondern auch codiert zu mir gesendet wird.
      "Von der Quelle zur Senke ist es mit meinen Skills ein leichtes", murmelte ich vor mich hin und schickte meine KI über die empfangenen Aufzeichnungen. Während sie anhand der Bildinformationen und anderer Parameter Berechnungen anstellt und zeitgleich Daten über die Passanten anruft, widmete ich mich meinem Boyfriend, dem ich eine Nachricht schickte: "Hey, Liebling. Ich hoffe, dein Meeting ist endlich vorbei und du bist unversehrt. Ich vermisse dich und kann es kaum erwarten, dich endlich wieder in meine Arme zu schließen. Heute Nacht werde ich wohl wieder auf Verbrecherjagd gehen, damit Tokyo wieder sauber ist, wenn du in ein paar Tagen zu mir zurückkehrst. Ich liebe dich."
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Haruka Watanabe ()

    • Es war nicht das erste Mal, dass ich stundenlang am Bildschirm saß, aber es war selten so frustrierend gewesen wie heute.
      Ich fand einfach keinen verwertbaren Hinweis. Weder im Internet noch auf den Flugblättern. Aber schlimmer war, dass Taku mich wiederholt daraufhin gewiesen hatte, dass der Verfasser dieser Flugblätter wohl sehr stark der Meinung war, dass Nightshade vergeben war. Als sei mir das selbst nicht aufgefallen...aber das war einfach noch frustrierender als die fehlenden Rechercheergebnisse.
      Mit einem lauten Stöhnen ließ ich mich nach hinten in meine Kissen fallen.
      "Was soll ich nur machen? Es muss doch einen Weg geben, seine Aufmerksamkeit zu bekommen?" T
      Wie schön wäre es wenn er einfach meinen Blog lesen würde und ich ihm heimlich Nachrichten übermitteln könnte. Solche die nur er versteht. Er würde mir auf seine Art ebenfalls Botschaften überbringen. Er würde sich in mich verlieben und irgendwann würde er mich treffen wollen, seine Tarnung für mich aufgeben um mich kennen zu lernen. Wie bei Spiderman.
      "Hach, wenn es das doch nur in Wircklichkeit geben würden!"
      Aber die Realität sind nunmal anders aus... Mit einem weiteren Seufzen richtete ich mich wieder auf und entschied mich dazu meinen Pyjama gegen vernünftige Kleidung zu wechseln. Vielleicht würde etwas Bewegung meinen Kopf dazu bringen, eine vernünftige Strategie zu entwickeln.

      Mit einem heißen Kaffe in den Händen beobachtete ich die Menschenmengen in Shibuya. Trotz mehrer vergangener Stunden, dem Besuch in einem Curry-Laden und ein oder zwei Bubble-Teas hatte ich nicht wirklich mehr erfahren.
      Vielleicht suchte ich an den falschen Orten. Schließlich würde Nightshade sich nicht an so einem überlaufenen Ort aufhalten. Also schlenderte ich in die versteckten Gassen des Viertels. Dass es bereits dunkel wurde, kam gerade recht.
      Die Läden, an denen ich vorbei kam hatte ich noch nie gesehen - genausowenig wie die Art Menschen die hier rum lief. Ein wenig machte es mir Angst, aber die Abenteuerlust war wesentlich stärker. Ich tat daher einfach so, als würde ich schon immer hier rum laufen.
      Früher oder später würde ich schon etwas finden, was auch die Aufmerksamkeit meines Superhelde erregte.
      Wenn die Gerüchte über die gehackten Kameras stimmten, musste ich mich nur an einer geeigneten Straßenecke aufhalten.

      ~ the fate is not unchallengable ~
    • Wenige Zeit später kam die Antwort meines Boyfriends: „Hey, Liebling. Gute Nachrichten, das Meeting heute war entgegen aller Erwartungen erfolgreich, weshalb meine Kanzlei hier nicht mehr gebraucht wird.
      Wir werden dennoch noch einen Tag in London bleiben, uns endlich mal ein wenig die Stadt anschauen.
      Aber mach dir keine Sorgen um mich und ja ich weiß, das fällt dir unglaublich schwer wie man erst neulich überall lesen konnte, doch ich bin hier in guter Gesellschaft.
      Ich bring dir auch ein Souvenir mit.
      Morgen Abend werde ich schon im Flieger zurück nach Japen sitzen und übermorgen Mittag in deinen Armen liegen. Streng dich heute Nacht für mich besonders an, damit Tokyo frei von dem Bösen ist und dein Ruf wieder gebessert, wenn ich zurückkehre. XXX"
      Aufgeregt laß ich die Nachricht und setzte mich mit freudigem Herzrasen an eine Antwort.
      Wir schrieben noch eine Weile miteinander und merkte nicht, dass Sebastian sich irgendwann über mich gebeugt hat, um mitzulesen.

      "Der Freund meines Herrn kehrt bald zurück?"
      Erschrocken drehte ich mich um und atmete genervt auf: "Du sollst dich doch nicht immer so von hinten anschleichen, Sebastian. Und ja, er kehrt übermorgen zurück."
      Ich minimierte das Chatfenster am PC und wandte mich nun mit dem Drehstuhl meinem neugierigen Butler zu: "Wegen was bist du eigentlich hier?"
      "Abendessen, mein Herr", entgegete er kühl, aber freundlich, weshalb ich ungläubig auf die Uhr am Monitor blickte.
      Tatsächlich. Es war bereits nach 18Uhr.
      "So spät schon", seufzte ich und griff mir an den Kopf.
      Die Zeit war einfach viel zu schnell vergangen. Die Dissertation weiterführen, die neuen Kameras an mein eigenes Sicherheitsnetz eingliedern, dann meine KI mit neuen Daten füttern und dann letztlich noch der Chat mit meinem Boyfriend.

      "Ich habe mir erlaubt, Chicken tikka Masala zuzubereiten."
      "Chicken klingt gut", entgegnete ich und warf noch schnell einen kurzen Blick auf mein KI-Programm. Die Software hatte die Analyse zu 95% abgeschlossen, vermutlich würde sie nach dem Abendessen fertig sein und ich könnte endlich die Ergebnisse einsehen.

      ________________

      Wie zu erwarten hatte ich Recht. Als ich knapp 30 Minuten später das Abendessen beendet und ich wieder in meinem Zimmer war, hatte die KI die Analyse abgeschlossen und prognostizierte 5 Verbrechen, davon ein Mord, zwei Drogenübergaben, eine Erpressung und eine körperliche Verletzung mit anschließender sexueller Belästigung/potentieller Vergewaltigung.
      Die letzte Art Verbrechen machte mich immer besonders sauer, da die Opfer meist lange unter den Folgen leiden, von daher beschloss ich, mich diesem Verbrechen zuerst zu widmen.
      Laut Prognose wird die Tat kurz vor 21 Uhr in einer Seitengasse irgendwo in Ginza stattfinden und damit vor den anderen, vorausgesetzt, die KI hat dieses Mal richtig gerechnet.
      Die Uhr zeigte knapp 19Uhr, ich hätte also noch genügend Zeit zur Vorbereitung.
      Aus der geheimen Kammer des Schlafzimmers holte ich das 3D-Gear, deren Konstruktion von Shingeki no Kyushin inspiriert wurde, und wartete es.
      An jeder Seite des an der Hüfte zu befestigenden Gürtels befanden sich Tanks mit speziellem Gas zum Antrieb, ein Schutzpolster zwischen Antrieb und Körper, um Rückenschmerzen zu vermeiden
      und eine spezielle Schwertscheide mit Platz für je 6 Klingen.
      Drei davon waren Messerscharf und zum Töten ausgelegt, die anderen drei waren stumpf, standen dafür jedoch unter Strom und hatten genügend Spannung, um auch hartgesottene Männer für einige Zeit handlungsunfähig zu machen.
      Die Halterungen für die Schwerter sowie die Anker, die mit stabilen Eisendrähten an der Konstruktion befestigt waren, wurden mit stabilen Ledergürteln an Gürtel, Brust, Hüfte, Oberschenkeln und Füßen befestigt, um die Gewichtslast besser zu verteilen und meine Balance zu verbessern.

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      Abgerundet wurde das Gear von meiner an das Cyperpunk-Genre angelehnte Kostüm, damit meine Identität nicht auffliegt.
      "Der Aufklärungstrupp wäre stolz auf mich", murmelte ich nach abgeschlossener Wartung vor mich hin und zog mein Kostüm an, ehe ich mir das Gear am Körper befestigte.
      Sebastian wünschte mir eine gute Reise und so schwang ich mich gegen 20 Uhr durch die Stadt auf den Weg nach Ginza.

      _______

      Währenddessen lungerten in einer dunklen Gasse drei alkoholierste, dreckige und offensichtlich minderbemittelte Schwerenöter herum, die scheinbar etwas ausheckten.

      "Heute Nacht wieder ein Bruch?"
      "Neee..ich will heut' mal anderen Spaß haben", sprach der andere und zeigte auf eine viel zu junge Frau sah, die offenbar ziemlich verwirrt die Gasse betreten hatte.
      Der Boss des Trios schritt selbstbewusst auf sie zu
      "Na Kleines, hast du dich verlaufen? Solche Orte sind nichts für Mädchen wie dich. In solchen Gassen wird dich niemand schreien hören. Zu Schade, dass dir das niemand gesagt hat. Naja, für dich ist es Schade, doch der gute Yuki hier wird gleich seine wahre Freude mit deinem kleinen Schlitz haben und dann sind wir dran", sprach der andere und zückte grinsend ein Butterfly.
      Die anderen beiden krempelten ihre Ärmel hoch und umkreisten ihr Opfer wie Haie.

      "Vielleicht nehmen wir sie auch gleichzeitig, oder Boss?"
      "Werden wir sehen, hehehe."
      Sie versuchte sich zu wehren, wurde jedoch vom Boss einfach an der Kehle gepackt und an die Wand gedrückt.
      Mit einem lockeren Zug der Klinge fiel das Kleid der Kleinen und die drei Männer konnten ihre kranke Begierde kaum unterdrücken, während ihr das Messer an die Kehle gedrückt wurde und eine raue Zunge über ihren weichen Hals fuhr.
      Die junge Frau schrie panisch und blickte nach oben, wo ich gerade wutentbrannt auf die Männer zustürzte.
      Dem Boss hackte ich im Fallen mit der scharfen Klinge die Hand - die das Buterfly hielt - ab und betäubte ihn mit der stumpfen, unter Strom stehenden Klinge in meiner anderen Hand, als ich ihn von der Frau weg gegen eine Wand trat. Das Knacken seiner Nase beim Aufprall war deutlich zu hören und er blieb benommen in seiner roten Suppe liegen.
      "Lauf weg!", rief ich zu der jungen Frau, welche panisch ihr zerrissenes Kleid schnappte und nur in Unterwäsche aus der Gasse direkt in deine Arme lief.
      Aus der Gasse waren ziemlich brutale Kampf-Geräusche zu hören.
      Den zweiten der Männer hatte ich bereits mit der Stromklinge außer Gefecht gesetzt, der dritte jedoch war zäh und wehrte sich.
      Mit dem Messer des Bosses, das er aufgehoben hatte, stürzte er schreiend auf mich zu, jedoch konnte ich ausweichen, ihn am Arm packen und gegen eine Wand schleudern.
      Jedoch stützte er sich mit seinen Füßen an der Wand ab und sollte das Momentum nutzen, um mich zu Fall zu bringen.
      Aus Reflex nutzte ich meine Position und setzte als Konter zu einem Überwurf an, der ihn ausknockte.
      Ich bemerkte jedoch nicht, dass der Boss der drei flüsternd telefoniert hatte.
      Einen Augenblick später kamen mehrererere Fahrzeuge angefahren, aus denen ein Dutzend bewaffneter Männer ausstiegen, welche von der Kleidung her den Amokläufern von neulich sehr ähnlich sahen.
      Ohne Reue feuerten sie mehrere Warnschüsse in die Gasse.
      "Mein Boss ist ziemlich sauer, weil du ein paar unserer Jungs abgeschlachtet hast und heute wirst du dafür bezahlen. Komm raus und stell dich deiner Strafe, Nightshade sonst kommen wir rein und dann wird es ungemütlich", drohte mir der Anführer der Gruppe.
      "Deine Jungs liefen Amok", antwortete ich lautstark und hatte den Boss zwischenzeitlich wieder kamgfunfähig gemacht.
      "Wir haben nur unser Revier vor den Yakuza vverteidigt. Die Zivilisten, die dabei draufgegangen sind, sind ein kalkulierter Verlust und fallen in den Polizei-Statistiken nicht auf. Fressen oder gefressen werden; jeder muss sehen wo er bleibt. So läuft das nun mal in Gangs."
      Mit dem Boss des Trios unter dem Arm flog ich im Schutz der Dunkelheit mehrere Meter in die Lüfte und befestigte uns mithilfe der Anker meines Gears an den Wänden.
      Kraftvoll trat ich den bewusstlosen Körper zur Ablenkung aus der Gasse den Gangstern entgegen, welcher anfangs irrtümlich von den bewaffneten Gangstern für mich gehalten wurde, weshalb sie alle auf ihn schossen.
      Der Irrtum fiel ihnen zwar auf, jedoch war es da bereits zu spät.
      Wie ein Pfeil schoss ich plötzlich aus der Gasse, drehte mich elegant wie ein Kreisel durch die Gangster und streckte sie einen nach den Anderen mit meinen Stromklingen nieder, welche ihnen Schnittwunden verpassten und unter Strom setzten.
      "Obwohl ich gerne meine scharfen Klingen benutzt hätte, um euch endgültig zu vernichten...", flüsterte ich schließlich ins Ohr des Anführers und wandte mich von ihm und seinen zuckenden Kollegen ab.
      "Arghh..d..das ist noch nicht v..orbei... W..wir werden un..s w..wieder...sehen...", stotterte er und kollabierte schließlich.

      Elegant ignorierte ich ihn, verstaute
      meine Klingen und lief auf dich und die traumatisierte Frau zu.
      "Vielen lieben Dank, Nightshade", sprach die junge Frau, rannte zu mir und umarmte mich.
      Nach einigen Sekunden drückte ich sie sanft weg und blickte kurz zu dir; deine glänzenden Augen waren mir nicht entgangen, jedoch wusste ich nicht, wieso sie so glänzten, deshalb ging ich nicht weiter darauf ein, da ich es eilig hatte.
      Stattdessen gab ich euch Anweisungen.
      "Euch scheint es gut zu gehen, das erleichtert mich. Ruft Krankenwagen und die Polizei. Sagt Ihnen, Nightshade war hier und hat ihnen Arbeit abgenommen."
      Anschließend zog ich mich mithilfe d
      es Antriebes und den Ankern, die ich in eine Wand über mir schoss, nach oben und verschwand über ein angrenzendes Dach in der Dunkelheit.



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    • Obwohl ich mich nur aus diesem Grund hier herumtrieb, kam der Schrei doch unerwartet schnell... und unerwartet nah.
      Entgegen jeglicher Überlebensvernuft trieb mich meine Reporterneugier in die dunkle Ecke, aus welcher ich den Schrei vermutete.
      Mein Handy hatte ich bereits gezückt. Zum Einen um mögliche Beweise sofort festhalten zu können und zum Anderen...weil ich in dieser gottverdammten Gasse nichts sehen konnte.
      Kaum war ich um die Ecke gebogen, wurde ich von einer halbnackten Frau beinahe zu Boden gerissen. Panisch krallte sie sich in meine Arme und redete unverständliches Zeug vor sich hin. "Beruhige dich, es ist alles gut! Ich tu dir nichts!"
      Doch das brachte nichts. Die Frau zeigte hinter sich und wollte sich an mir vorbei drängen. Doch ich hielt sie fest. Eine entblößte, panische junge Frau würde in dieser Gegend nur vom Regen in die Traufe kommen. Es wäre besser sie wäre nicht allein.
      Doch auf die Zeichen der Frau hin, hob ich meinen Blick auch mal in die Richtung aus der sie gekommen war.
      Nur wenige Meter von mir entfernt lag ein bewusstloser Mann, aus dessen Nase Blut lief und dem ein paar Zähne fehlten, was sein sowieso schon ziemlich schlechtes Aussehen nur verschlimmerte.
      Der nächste Typ landete direkt daneben, ebenfalls k.o. geschlagen. Und das von niemand anderem als ihm! Nightshade! Er war wieder da und kämpfte für hilflose Opfer. Ich konnte mein Glück kaum fassen.

      Meine Euphorie wandelte sich jedoch schnell, als hinter mir die Reifen mehrerer Autos quietschten und ich die agressiven Stimmen mehrer Männer hörte. Sie wollten ihn umbringen ... das durften sie nicht. Ich hatte ihn doch gerade erst gefunden!
      Ich drückte die panisch schreiende Frau schützend an mich und drängte sie hinter eine kaputte Leuchtreklame. "Sei ruhig, wir stören ihn nur!" Vorsichtig blickte ich an dem toten Metallgehäuse vorbei wieder in die Gasse. Dort wo mein Superheld nicht mehr nur ein paar widerlichen Kerlen gegenüberstand sondern einer ganzen Truppe bewaffnerter und mordlüstener Männer.
      Ich konnte meinen Ohren kaum trauen. Diese widerlichen Yakuza... vor Wut traten mir die Tränen in die Augen. Wie gerne würde ich jedem einzelnen von denen den Hals umdrehen. Die Menschen, welche die letzten Wochen ermordet aufgefunden worden waren, seien nur ein kalkulierter Verlust?? Zerstückelte und geschändete Körper konnten doch nicht einfach so hingenommen werden! Was waren das für Unmenschen...

      Mit Genugtuung sah ich meinem Helden dabei zu, wie er einen nach dem anderen erledigte und einer dieser Mistkerle von seinen eigenen Männern hingerichtet wurde. Geschah ihm ganz recht.

      Dann war auf einmal alles vorbei. Die Straße war gepflastert mit blutenden, bewusstluosen Yakuza und er kam auf uns zu. Ich konnte nicht anders als ihn anzustarren, wie er zu mir rüberkam und fast wirkte als hätte er nur einen kurzen Übungskampf hinter sich. Obwohl er so nah war konnte ich durch das getönte Visier nur wenig von seinem Gesicht erkennen.
      Die Frau in Unterwäsche unterbrach mein Starren und warf mich beinahe um, als sie zu Nightsahde rannte und ihn umarmte. Die hatte ich schon ganz vergessen.

      Ich nickte nur auf seine Anweisungen und blickte ihm verwundert nach als er sich wieder in die Lufte schwang. Flink, leise, wie ein Schatten verschwand er in der Dunkelheit. Ich richtete mein Blick wieder auf mein Umfeld. Die halbnackte Frau stand zitternd vor mir und starrte noch immer hinter Nightshade her. Ich zog meine Jacke aus und legte ihr sie um die Schultern.
      Einen Krankenwagen...und die Polizei ...ich sollte sie benachrichtigen, bevor die Kerle wieder aufwachten.
      Ich hob mein Handy. Das Licht war immernoch eingeschaltet. Genauso wie der Aufnahmemodus...ein Lächeln zeichnete sich in mein Gesicht. Das Video war zu hundertprozent nicht brauchbar. Aber dafür jedes einzelne Wort, dass mein Handy aufgenommen hatte.

      Später
      Es war bereits 8 Uhr morgens als ich die Tür meiner kleinen Wohnung hinter mir schloss und mich aus meinen Klamotten schälte. Ich hatte die ganze Nacht auf dem Polizeirevier verbracht und Fragen beantwortet. Das Video oder vielmehr die Stimmaufnahmen hatten die Polizisten konfisziert .. und damit auch mein verdammtes Handy.
      Aber ich wäre keine gute Reporterin, wenn ich die Datei nicht bereits in meiner Cloud gespeichert hätte. Deshalb führte mich mein Weg auch nicht zu meinem Bett, sondern zu meinem PC.
      Ich kontaktierte Taku und keine zwanzig Minuten später hatte ich mit meinem Chef einen Deal abgeschlossen. Die Tonaufnahme würde in der nächsten Nachrichtensendung laufen.
      Lächelnd lehnte ich mich in meine Kissen zurück.
      Damit war der erste Schritt zur Imagerettung meines Superhelden getan.
      Bevor ich mich meiner Körperpflege und dem entgangenen Schlaf widmete, schaute ich auf meinem Blog vorbei.
      Die Kommentare heute ignorierend, erstellte ich einen Banner für die Startseite:
      Ich wusste du kommst zurück, Nightshade! Danke!

      ~ the fate is not unchallengable ~
    • Ich war gut gelaunt. Sogar so gut, dass ich die Melodie von "ODD FUTURE" aus dem Anime "My Hero Academia" mitsummte.
      In meinem Kopf ging ich meine Taten der letzten Stunden durch: ich hatte einen Mord verhindert, einen Trickbetrüger gestoppt, einem Obdachlosen unverhofft ein Dach über dem Kopf verschafft und jene Frau aus den Fängen der Vergewaltiger befreit. Es fühlte sich gut an - Nightshade is back.

      Als ich kurz vor Sonnenaufgang auf dem Dach des Mori-Towers gelandet war und durch das Dachfenster den Flur meines Appartments betreten hatte, wartete bereits mein Butler Sebastian auf mich: "Guten Morgen, junger Herr. Wie mir scheint, war die heutige Nacht ein voller Erfolg. Die Frau, die Sie vor den Vergewaltigern gerettet haben, gab einer großen Zeitschrift wohl noch am Tatort ein Interview, in welchem Sie in höchsten Tönen gelobt wurden."
      Ich blickte ihn ungläubig an.
      Er reichte mir die Zeitschrift und tatsächlich, auf dem Cover war folgende Schlagzeile zu lesen: "SO rettete mir Nightshade das Leben."

      "Ich habe noch mehr Neuigkeiten für Sie", fuhr Sebastian fort, während ich mich auf den Weg in mein Schlafzimmer machte.
      Dort legte ich die Zeitschrift auf den Schreibtischisch und öffnete anschließend die geheime Kammer, in der ich meine Uniform auszog und fein säuberlich verstaute.
      Währenddessen berichtete Sebastian: "Ihr werter Freund hat eine E-Mail geschrieben. Er wird heute Nacht zurückfliegen und morgen gegen 11 Uhr unserer Zeit am Airport Hameda landen."
      "Darauf freue ich mich sehr", seufzte ich erfreut und bekam ein starkes Kribbeln im Bauch.

      "Außerdem habe ich Ihnen ein Bad eingelassen und das Frühstück ist ebenfalls vorbereitet."
      "Danke", antwortete ich und lief nackt zurück ins Schlafzimmer, wo ich mir frische Kleidung zurechtlegte.
      "Warte doch in der Küche auf mich, bis ich fertig bin", murmelte ich und lief aus meinem Zimmer durch den Flur ins Bad, wo die große Wanne tatsächlich nit heißem Wasser und einer angenehmen Menge Schaum gefüllt war.
      Außerdem begrüßte mich der Duft von Jasmin.
      "Ich habe noch mehr Neuigkeiten für Sie, sehr dringliche sogar", lief Sebastian mir nach, jedoch schloss ich mit den Worten "später" die Tür vor seiner Nase.
      Erleichtert seufzend setzte ich mich in die Wanne und genoss eine Weile die Hitze, welcher beinahe einer Umarmung meines geliebten Freundes gleichkam.

      ____

      Etwa 30 Minuten später betrat ich mit nassen Haaren und in T-Shirt & Boxershorts bekleidet die Küche, wo bereits eine große Portion Ramen auf mich wartete.
      Ich setzte mich an den Tisch und verspeiste diese vor lauter Hunger, als wäre sie ein kleiner Snack.
      "Was gibt es noch?", fragte ich mit vollem Mund, während Sebastian mir gegenüber saß und an einet Tasse Earl Grey nippte, während er mein Schlingen höflich amüsiert beobachtete.

      "Die Nachrichten haben über Ihren Einsatz gegen diese bewaffneten Gangmitglieder berichtet und offenbar existiert eine Videoaufnahme davon. Ich habe mir den in den Nachrichten abgespielten Ausschnitt mehrmals angeschaut. Das Video an sich ist beinahe unbrauchbar, jedoch ist der Ton ziemlich gut. "
      "Ein Video? Aber wieso sollte man eine beinahe unbrauchbare Aufnahme in den Fernsehnachrichten abspielen und... Sebastian, ist meine Stimme darauf zu hören?"
      "Ja, wenn auch nur kurz", sprach mein Butler und wurde nun ernster.
      Ich schob die leere Schüssel Ramen geschockt weg und grübelte fieberhaft, wer sie gemacht haben könnte und warum. Schnell fiel mein Entschluss auf dich und ich erzählte Sebastian von dir.

      "Ich weiß nur nicht, wie ich sie einordnen soll...wenn sie ein Video von mir gemacht hat...vielleicht gehört sie zu den Leuten, die meine Identität aufdecken wollen, um mich zu erpressen oder zu vernichten. Ich meine, wenn jene Leute schon wissen, wer mein Freund ist, werden sie wohl bald auch wissen, wer hinter Nightshade steckt...sie müssten die Stimme nur in ein Analysetool aufspielen und der Rest wäre unter Umständen ein Kinderspiel.. schließlich habe ich schon einige Interviews als Haruka geben müssen..."
      Ich atmete tief durch und blickte nach einem Moment des Überlegens meinen Butler tief in die Augen: "Sebastian kümmere du dich darum.. spüre sie auf und finde heraus, ob sie Freund oder Feind ist. Wenn sie ein Feind ist, töte sie auf der Stelle ohne zu zögern."
      "Das werde ich, junger Herr", antwortete Sebastian, stand auf und verbeugte sich höflich vor mir.

      "Ich weiß, dass du das wirst. Schließlich bist du Sebastian Michaelis, mein ganz eigener.."
      ".. teuflisch guter Butler. Und die beste Spürnase deiner Welt", unterbrach er mich und verließ die Küche, um sein Zimmer zu betreten.
      "Ich verlass mich auf dich", rief ich ihm nach.

      Dort angekommen, kleidete er sich in gewöhnliche Kleidung, sprang - dank der Schatten angrenzender Hochhäuser - unbemerkt aus dem Fenster, rollte sich unten angekommen auf einer Rasenfläche vor dem Mori-Tower ab und mischte sich unbemerkt unters Volk.

      ______

      Keine Stunde später erreichte er ein Café irgendwo in Ginza.
      Er bertrat dieses, blickte sich kurz um und lief schließlich zielgerichtet an deinen Tisch, wo er sich dir ungefragt gegenübersetzte.

      "Es ist mir eine Freude Sie kennenzulernen, Itsuko Matsuoka."
      Seine Begrüßung war überaus charmant und etwaffnend, jedoch wirkte er zeitgleich mysteriös und distanziert.
      Elegant nahm er den Hut ab, welcher sein gepflegtes schwarzes Haar freigab und legte ihn neben sich auf die Bank.

      "Nennen Sie mich Lupin."
      Seine rubinroten Augen musterten dich gründlich und fielen dabei auch auf den Kaffee vor dir auf dem Tisch.
      "Kaffee, hm? Welch ein abstoßendes Getränk. Ein Medium erzählte mir mal, dass ich in einem früheren Leben in einem fernen Land einem jungen Earl als Butler diente, der es liebte, Nachmittags ein Stück Strawberry Cake zu einer Tasse frisch aufgebrühten Earl Grey zu verspeisen. Auch wenn ich nicht an derlei Hokuspokus glaube, finde ich den Gedanken überaus amüsant."
      Nun beugte er sich nach vorne und schob deine Tasse Kaffee vom Tisch. Obwohl sie auf dem Boden aufkam und zerbrach, schien es im Café niemanden zu interessieren.
      Es war, als würde die Zeit stillstehen.

      "Man schickte mich, um Sie zu töten und ich werde meinen Befehl ohne zu zögern ausführen, wenn Sie nicht kooperieren."
      Sein Blick war durchdringend, es war, als wäre er kein Mensch, sondern etwas anderes, weitaus gefährlicheres...
      Ohne seinen Blick von dir abzuwenden, schob er ein Smartphone auf den Tisch und spielte deine Videoaufnahme ab.

      "Was können Sie mir dazu sagen?"
      Während die Videoaufnahme spielte, beobachte er unaufhörlich jede einzelne, noch so kleine, deiner Reaktionen und wusste schließlich, dass du kein Feind warst und auch nichts mit jenen Leuten am Hut hast.
      Jedoch löste er die Situation nicht auf, sondern ließ dich weiterhin in dem Glauben, dass er dich gleich töten wird.

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      ________


      -Währenddessen irgendwo in einem Haus in Tokyo-

      ?: "Sein Freund also?"
      ?: "Genau, wenn er morgen den Flughafen erreicht, knipsen Sie ihm das Licht aus. Das sollte unseren Möchtegern-Superhelden entgültig vernichten und wir können uns in Ruhe die Stadt unter den Nagel reißen."
      ?: "Nimm einer Person das, was ihr am Meisten bedeutet und sie wird jeden Sinn im Leben verlieren. Ich muss zugeben, dass ist radikal."
      ?: "Zweifeln Sie etwa an meinen Methoden?"
      ?: "Auf keinen Fall, Sir!"
      ?: "Dann tun Sie das, was ich Ihnen aufgetragen habe! Tauchen Sie anschließend unter und warten auf weitere Befehle!"
      ?: "Verstanden."

      Die Person schob auf seinem Schachbrett einen der schwarzen Bauer ein Feld nach vorne und kramte das per Photoshop bearbeitete Bild meines Freundes in einer Blutlache liegend hervor.
      ?: Ein Jammer, das für den ultimativen Beweis einige meiner besten Leute sterben musste, jedoch...Jetzt wo ich mir sicher bin, wer du bist, kann das Spiel beginnen, Nightshade.. oder soll ich eher sagen Haruka Watanabe?"
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    • Hatte ich gerade einen Top-Deal mit meine Redakteur abgeschlossen und hatte für die nächsten Wochen ein gut gefülltes Bankkonto?
      -- Ja
      War mein Name gerade während einer Sonder-Nachrichtensendung genannt worden?
      -- auch Ja
      Konnte ich darüber stolz und glücklich sein?
      -- normalerweise schon.
      Saß ich stattdessen deprimiert in meinem Lieblingscafe, schlürfte den zweiten Caramel Macchiato mit extra Schuss Espresso und Schokosirup und starrte dabei stumpfsinnig auf die Leute, die am Fenster vorbei liefen?
      --°seufz° sowas von...

      Für die große Aufmerksamkeit brauchte ich wohl mehr Tratsch, mehr Make-up und mehr Titten... die stumpfsinnige hohle Nuss, die an dem Abend von der Yakuza angegriffen wurde, starrte mich mit ihren Rehaugen von jeglicher Titelseite an. Der einzige Grund warum ich nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die Zeitschriften in Konfetti verwandelte, war, dass dieser Klischee-Model-Kopf für unglaublich gute Schlagzeilen sorgte. Nightshade wurde in den höchsten Tönen gelobt und als Held gefeiert - auch wenn die Hälfte der Vorgänge in der Gasse gar nicht erwähnt wurden.
      Hach... wenigstens sorgten die Tonaufnahmen erstmal dafür, dass das Strafverfahren gegen meinen Superhelden eingestellt wurde.
      Amoklaufende Yakuza umbringen war immerhin doch etwas anderes als ein paar kleine Diebe zermetzelt zu haben ... auch wenn es immer noch einfach übertrieben gewesen war...
      Aber ich hatte mir dennoch ...einfach mehr erhofft.
      "Es ist mir eine Freude Sie kennenzulernen, Itsuko Matsuoka." "Mhm?"

      Mein Blick wurde von der kleinen Schültertruppe draußen abgelenkt und richtete sich nun auf einen ...nunja Herren? Er war viel zu vornehm gekleidet, alsdass er zu meinem Bekanntenkreis gehörte. Ich antwortete ihm ein wenig überrumpelt.

      "Ebenso.. äh wer -"
      "Nennen Sie mich Lupin."
      "Ähm..." Ich konnte ihm nicht ganz folgen, während dieser ...Lupin'?... einen Monolog über Tee und Strawberry Cake hielt. Verwirrt blickte ich auf meinen Kaffee hinunter ... konnte man es Kaffe nennen ... wohl eher einen koffeinhaltigen Zuckerschock. Wer...Was will der? -"Hey!"

      Was sollte das? Warum schmiss er einfach fremder Leute Getränke auf den Boden? Für einen Typen der aussah wie ein vornehmer Herr, benam er sich aber gar nicht vornehm!
      Ich wollte ihm gerade meine Meinung geigen...aber mir blieben die Worte förmlich im Halse stecken. Wie er mich anschaute... Warum war er auf einmal so nah? Irgendwo in meinem Inneren schrie etwas, ich sollte ganz schnell die Beine in die Hand nehmen und hier verschwinden. Aber ich konnte noch nicht einmal blinzeln bei diesem Ausdruck in seinen Augen.
      "Man schickte mich, um Sie zu töten und ich werde meinen Befehl ohne zu zögern ausführen, wenn Sie nicht kooperieren."
      Wie betäubt blickte ich ihn an und hörte die bekannten Worte aus dem Handylautsprecher. Was sollte ich denn dazu sagen? Und warum micht töten?! Ich hatte doch nur dafür gesorgt, dass sich die Situation aufklärte ...dass ...dass klar wurde, dass Nightshade nicht einfach so wahllos Menschen niedermetzelte.
      War dieser Mann von der Yakuza? War er sauer, weil ich der Öffentlichkeit gezeigt hatte, wer für die vielen brutalen Morde verantwortlich war. Wollte er mich deshalb töten ... hier ... mitten am Tag und in der Menschenmenge...? Oder dachte er ... ich fand meine Stimme urplötzlich wieder.
      "Glauben Sie ja nicht ich sage Ihnen irgendetwas über ihn. Selbst wenn ich etwas wüsste, würde ich es Ihnen mit Sicherheit nicht sagen. Gehen Sie zurück zu Ihrem Yakuza-Boss oder töten Sie mich wenn Sie wollen. Nightshade wird euch alle früher oder später sowieso finden und dann wiill ich nicht in Ihrer Haut stecken wollen!"
      Ich hatte gehofft meine Stimme würde fester klingen als sie tatsächlich tat. Aber wenigstens hatte sie nicht mittendrin versagt. Diese Augen, wie war es möglich jemanden so anzuschauen, als würde jegliche Wärme in einem ausgesaugt werden. Er sollte einfach weggehen.

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    • Sebastian lauschte den Worten deiner kraftlosen Stimme, hielt kurz inne, kam näher und fuhr sanft mit einem silbernen Besteckmesser - welches er aus seinem Ärmel gleiten ließ - über deinen Hals.
      Anschließend flüsterte er leise in dein Ohr:
      "Sie denken, ich gehöre zu den Yakuza...interessant, doch leider muss ich Sie enttäuschen. Wäre ich ein Yakuza, wären Sie jetzt tot. Ihre Aufnahme hat Männer in bestimmten Kreisen ziemlich zornig gemacht und jene Männer sind sehr einflussreich und schrecken auch vor nicht vor Mord zurück, um ihren Einfluss zu erhalten. Sehen Sie die Person am Tisch hinter mir? Sie betrat kurz vor mir das Café und blickte seitdem immer wieder verdächtig zu uns hinüber. Wer weiß, vielleicht ist sie ein Yakuza oder wurde von deren Bossen angestellt, um Sie zu töten? Sie sollten die nächste Zeit vorsichtig sein, wenn Sie die Wohnung verlassen. Der Feind hört und sieht mit."

      Mit diesen Worten löste sich Sebastian von dir uns so schnell er gekommen war, desto schnell und unauffällig war er wieder verschwunden.
      Ebenso waren das Smartphone und der Hut auf der Bank weg.

      Es war, als wäre er ein Gespenst.

      Nun schien im Café alles wieder normal zu verlaufen; besorgt eilte dir eine Kellnerin entgegen, um die Scherben der Tasse aufzukehren und um die Pfütze auf dem Boden wegzuwischen. Außerdem erkundigte sich die Kellnerin nach deinem Zustand.
      Den seltsamen Mann, der dir gegenüber saß, wollte sie jedoch nicht gesehen haben.

      _________

      --einige Stunden später----

      "Und du fandest es wirklich richtig, sie so zu verängstigen und anzulügen?", fragte ich Sebastian, während ich im Schlafanzug am PC meine Dissertation weiterführte.
      Kurz nachdem er gegangen war, um dich zu suchen, hatte ich mich hingelegt und war vor knapp 30 Minuten wieder erwacht.
      "Mir blieb keine Wahl, als sie einzuschüchtern. Unter Druck glaubwürdig lügen schafft ein normaler Mensch nicht, es scheitert spätestens immer an den Mimiken, die man nicht bewusst steuern kann.
      Sie ist kein Feind. Ich schätze Itsuko eher als eine heimliche Verehrerin ein."
      "Vereherin?", entgegnete ich ungläubig und drehte mich vom PC weg, um mich Sebastian zuzuwenden.
      "Das hier konnte ich ihr während meiner Einschüchterung unbemerkt aus ihrer Handtasche stibitzen", antwortete er und zog ein kleines Buch aus seiner Tasche, welches er mir hinlegte.
      Stumm nahm ich es und klappte es auf.
      "Ein... Tagebuch?"
      "Ganz genau. Und dazu ist es überaus aufschlussreich, was ihre Rolle angeht."

      Ich begann zu lesen: "2. November: Erneut hat Nightshade Tokyo vor dem Einfluss des Bösen bewahrt. Es war so cool zu sehen, wie er sich Nachts durch die Stadt schwingt.

      3.November: hab heute im Blog wieder einen Artikel über seine Taten geschrieben. Bin schon gespannt, was er heute Nacht wieder für Heldentaten ausführen wird. Vielleicht gelingt es mir endlich, ein paar gute Schnappschüsse aus der Nähe zu machen."

      Ich blätterte einige Seiten weiter.

      "28.November: ein paar Kollegen in der Redaktion erzählten sich heute, mein Nightshade wäre in einer Beziehung. Schenke dem keinen Glauben, Leute erzählen viel, wenn der Tag lang ist.

      30.November: Negativschlagzeilen! Nightshade, den Ripper nennen sie ihn. Nur weil er ein paar Leute geausam getötet hat. Ich werde dennoch für immer auf seiner Seite bleiben und versuchen, seinen Ruf wiederherzustellen. Ich fange gleich damit an und schreibe in den Blog.. vielleicht ist es noch nicht zu spät.

      2. Dezember: Kein Lebenszeichen von Nightshade. Vielleicht ist er einfach überarbeitet. Werde im Blog einen Artikel über seine guten Taten schreiben. Jeder macht mal Fehler. Love you, Nightshade.


      4.Dezember: Weiterhin nichts neues. Seit einigen Tahen schon hat sich Nightshade nicht mehr blicken lassen. Ob ihm etwas passiert ist? Ich mach mir Sorgen.

      5.Dezember. Ein gewisser L verteilte ominöse Flugblättern, in denen steht, dass Nightshade jemanden hat beschützen wollen. Ob meine Arbeitskollegen doch Recht hatten? Wer ist dieser L?"

      Mehr stand nicht drin.
      Ich klappte das Buch zu und legte es wieder auf den Tisch.
      "Ich denke, das beweist endgültig, dass sie nicht unser Feind ist. Nimm das Buch wieder an dich und kopiere es. Sorg unauffällig dafür, dass sie es wiederbekommt. Wenn wir Glück haben, hat sie den Verlust noch nicht bemerkt."
      "Ich bezweifle stark, dass sie es noch nicht gemerkt hat. Aber ich werde mein Bestes geben, mein Herr."
      "Gut."
      "Was werden Sie nun mit der Reporterin anfangen?"
      "Da sie offenkundig nicht zu jenen Leuten gehört, werde ich Sie in Frieden lassen. Außerdem scheint ihr der Blog zu gehören. Vielleicht können wir sogar zukünftig zusammenarbeiten; sie als das journalistische Sprachrohr und ich mache die Drecksarbeit. Aber das werde ich mir nochmal überlegen. Momentan gibt es für mich wichtigere Dinge."
      Eine Nachricht auf meinem Monitor ploppte auf.
      Es war ein Selfie von meinem Boyfriend. Er stand llächelnd mit seinen Arbeitskollegen vor dem Gate, das zur Maschine nach Tokyo führte.
      Dazu hatte er einen kurzen Text geschrieben: "gleich geht es los. Heimat wir kommen. Ich liebe dich und kann es kaum noch erwarten. <3"

      Ich antwortete darauf und speicherte meine Dissertation, um meine KI Berechnungen anstellen zu lassen, wo heute Nacht Verbrechen passieren könnten.
      Während die KI eine Prognose erstellte, kramte ich meine Uniform aus der geheimen Kammer, welche ich wartete.

      _________

      Sebastian unterdessen machte fleißig Kopien deines Tagebuchs und verstaute diese im Schubfach seines Schreibtisches.
      Anschließend verkleidete er sich wieder, diesmal mithilfe von zerissenen und dreckigen Kleidungsstücken in einen typischem Obdachlosen mit fettigen Haaren, schmutzigen Händen und original Ruß im Gesicht und sprang, bewaffnet mit einer Flasche billigem Wein und dem Tagebuch erneut aus dem Fenster seines Zimmers.
      Da es bereits dämmerte, konnte er sich deutlich unauffälliger fortbewegen.
      Nach knapp 30 Minuten hatte er deine Wohnung erreicht.
      Er lungerte unweit deiner Haustür herum und trank immer wieder großzügig aus der Weinflasche, um die Täuschung eines Betrunkenen perfekt zu machen.
      Als du schließlich kamst, torkelte er mit der halbleeren Flasche in der Hand auf dich zu und rempelte dich an.
      "I'm sorry, Madame", lallte er und schob dir dabei unauffällig das Tagebuch zurück in die Handtasche.
      Anschließend torkelte er weiter und bog schließlich in eine Gasse ab.
      Dort entledigte er sich der Falsche Wein,
      schrieb mir über sein Smartphone: "Auftrag ausgeführt" und sprang anschließend im Zickzack die Wände der kleinen Gasse hinauf, um über die Dächer der Stadt unbemerkt zur nächsten U-Bahn Station zu gelangen.
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    • "Sicher, dass du es nicht ein klein wenig übertreibst? Vielleicht hast du durch den ganzen Zucker fantasiert"
      "Nein."
      Taku dieser Idiot. Wie konnte man so fürsorglich und nett sein und mich gleichzeitig dauerhaft wegen meiner Essgewohnheiten runter machen? Der einzige Grund, warum ich ihn nicht mit einem meiner bösen Blicke strafte, war das er mich aus dem Cafe abgeholt hatte. Nach diesem komischen Luven...oder so, hatte ich keinen Fuß mehr vor die Tür setzen wollen.
      Alleine in einer Menschenmasse. Wo jemand einen einfach kurz anrempeln und dabei ein zentimeterlanges Messer in die Rippen stechen konnte? Auf gar keinen Fall!
      Der Yakuza traute ich alles zu. Und nachdem dieser schwarzhaarige Herr mich mit einem Brotmesser - einem verdammten Brotmesser! - bedroht und sich dabei als Freund bezeichnete hatte, konnte ich auf die Begegnung mit dem Feind getrost verzichten.
      Dabei war das gar nicht wirklich meine Absicht gewesen, also meine vordergründige zumindest nicht. Ich fand es gut, dass die Yakuza sich über meinen Bericht ärgerte, aber auf die Nennung meines Names hätte ich unter den Bedingungen verzichten können.
      Es wurde also Zeit sich ein Alias-Namen zuzulegen.. und vielleicht ein kleines Taschenmesser.

      "Glaub es mir oder glaub es nicht. Der Typ war da und er war seltsam."
      "Und wer war er, wenn nicht von der Yakuza?"

      "Was weiß ich. Er fand es auf jeden Fall äußerst amüsant, dass ich dachter er wäre einer von ihnen."

      "Vielleicht ist er ja genau das Gegenteil?"

      "Was ist denn das Gege- Uff!"

      "I'm sorry, Madame."
      Verdammte Touristen...besaufen sich ungeniert nur weil sie einem fremden Land sind.

      "Hat er dir was geklaut?"

      "Was wieso?", hektisch schaute ich in meiner Tasche nach. Handy, Portemonaie, Tagebuch, Notizheft, Notfallnudelsuppe - alles noch das. Ich schüttelte den Kopf und Taku zuckte nur die Schultern.

      "Ist ne alte Masche. Ich habe letztens noch einen Artikel über Trickbetrüger gelesen. Die alten Tricks sind immer noch die Effektivsten."

      Was Taku nicht alles las.. naja diese Touri schien wirklich einfach nur betrunken gewesen zu sein.

      Mittlerweile waren wir vor meiner Haustür angekommen und ich verabschiedete mich mit einer festen Umarmung von Taku.

      "Vielen vielen Dank! Du hast etwas gut bei mir!"

      "Jaja, kommt mit auf meine Liste. Wenn ich die Gefallen alle mal einlöse, wirst du entweder arm oder Teilzeit-Sklavin."

      Darauf streckte ich ihm nur die Zunge raus und zog mit einem "Viel Spaß auf deinem Date" die Tür hinter mir zu.


      Meine Wohnung begrüßte mich mit dem gleichen Chaos wie ich es verlassen hatte.

      Wie immer führte mich der erste Weg zu meinem PC.

      Der Blog gab nicht Neues her. Mein Nachrichten-Feed ebenso wenig.



      ...Verhandlungen kürzer als gedacht. Morgige Ankunft des Vermittler mit Spannung erwartet --- wohl eher was für Haru aus der Wirtschaftsabteilung

      ...Chinesische Politiker reisen kommende Woche nach Tokyo ---- interessiert mich zwar, aber kenne ich schon. Taku würde dort fürs Magazin sein und mit einem großzügigen Schmollmund hatte ich ihn überredet mich als "Praktikantin" mitzunehmen. Auch wenn ich immer noch krank geschrieben war. ... Dämmliche Kopfverletzung.

      ...Coco Ichibanya, neue Rezeptur im Sortiment --- äußerst lecker



      Ich schaltete den PC aus und begab mich heute ausnahmsweise mal früh zu Bett.

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    • Ich hatte gerade meine Ausrüstung fertig gewartet und zum Abendessen Sushi bestellt, als Sebastian als Obdachloser verkleidet, durch die Eingangstür das Appartement betrat und direkt in die Küche lief, in der ich das Sushi verzehrte.

      "Wie siehst du denn aus?", fragte ich und blickte ihn amüsiert an.
      "Ich hielt dies für eine gute Möglichkeit, ihr das Buch zukommen zu lassen.
      Jeder rempelt mal jemanden und bei einem alkoholisiertem Touristen ist es noch gewöhnlicher", entgegntete mein Butler höflich und entkleidete sich vor mir.
      Sein definierter Körper und sein überdurchschnittlich großes Glied zauberte mir eine leichte Röte ins Gesicht.
      Natürlich bemerkte Sebastian sehr schnell: "Meinem Herren gefällt scheinbar der Anblick. Ich investiere viel Zeit, um auch in Zukunft meiner Aufgabe als teuflisch guter Butler vollends gerecht werden zu können."

      "Das Ergebnis kann sich sehen lassen", antwortete ich verlegen und vertiefte mich in mein Sushi.
      "Wenn ihr Freund das erfährt", witzelte Sebastian, während er sich mit einem nassen Kamm die Haare sortierte.

      "Übrigens werde ich morgen früh Lebensmittel ordern. Ich nehme an, dass Sie und Ihr Freund die morgige Nacht.. schlaflos verbringen werden und für den Morgen danach dementsprechend viel Kaffee und Tee benötigt wird?"
      "Wie Recht du hast", sprach ich Gedankenverloren und spürte ein wohliges Kribbeln im Bauch.
      "Ein paar Tücher wären vermutlich nicht schlecht. Und Kerzen. Und die üblichen Dinge...du weißt schon..", wich ich aus.
      Natürlich wusste Sebastian genau, was ich meinte und sprach zwinkernd: "Also wird es eine diskrete Bestellung werden."

      "So sieht es wohl aus.. Apropos Bestellung... während du unterwegs warst, kam ES endlich an."
      Erfreut stellte ich die Figur des männlichen V aus Cyberpunk 2077 Collectors Edition auf den Tisch.
      Sebastian beugte sich über diesen und beobachtete sie kurz.

      "Ich nehme an, die Verbrecherjagd ist hiermit für die nächste Zeit abgeblasen?"
      "Nein, so einfach ist es nicht. Ich drehe eine Runde, während der Day-One-Patch runterlädt und Punkt Mitternacht bin ich wieder da."
      Ich fügte mit verstellter, etwas tieferer Stimme hinzu: "Wake the fuck up, Samurai. We have a city to burn"


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      __________


      Nach dem Abendessen kleidete ich mich in meine Uniform und schwang mich durch die Straßen, jedoch war heute - bis auf kleine Delikte - nicht viel los.
      Auch die Prognose der KI hatte nur 2 größere Verbrechen vorhergesagt, welche jedoch beide nicht eintrafen.
      Punkt Mitternacht war ich daher wieder im Appartement, zog mich um und verstaute meine Uniform in jener geheimen Kammer meines Schlafzimmers, in dem ich bis ohne Pause zum Morgengrauen am PC Cyberpunk 2077 spielte.
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    • Ich bring ihn um. Ich bring ihn sowas von um!
      Taku dieser miese Verräter!
      Ich stand in der ersten Reihe der Reporter, die sich beinahe einen Arm auskugelten um ihre Mikros so nah wie möglich an das Gesicht dieses Wirtschaftsunternehmers zu bringen.
      Das was mich davon abhielt, nicht von den Männern hinter mir zerquetscht zu werden - Wirtschaftsjournalismus war halt sehr männerlastig - waren die sehr besitzergreifenden Hände von Haru, die sich um meine Hüfte geschlungen hatten. Er selbst stand wie eine steinerne Wand vor der Menge an Reportern. Mit seinen üppigen 110kg, bei einer Körpergröße von 1,85m, machten ihm die paar drängelnden, schlaksigen Reporter nichts aus.
      Haru aus der Wirtschaftsabteilung - ein Koloss von einem Mann mit einem ebenso großen Bauchumfang wie Herz.
      "Keine Angst, Kleine ich pass auf dich auf.", Ich mochte ihn ... eigentlich. Hätte er nicht diese unselige Eigenschaft an sich, mich zu behandeln wie seine 14jährige Tochter. Taku, dieser Verräter hatte mich gezwungen mit hier hin zu kommen, hatte einen Gefallen eingefordert...obwohl er wusste wie sehr ich es hasste.
      Mit einem väterlichen Lächeln drückte Haru mich noch enger an sich, während sich seine Aufmerksamkeit zugleich auf das Objekt richtete, weshalb wir hier her gekommen waren.
      Der Wirtschaftsunternehhmer - ich wusste nicheinmal seinen Namen, ich hatte die letzten Tage anderes im Kopf gehabt - war dein Freund und strahlte professionell mit seinem perfekten Lächeln in die Kameras.
      Noch war die Pressekonferenz nicht eröffnet und er tippte immer wieder auf seinem Handy herum. Dem verliebten Grinsen nach zu urteilen, schien es sich dabei nicht um etwas Geschäftliches zu handeln.
      Nach zehn unglaublich langen Minuten, begann die Konferenz endlich. Eine Frage war langweiliger als die andere... .
      Langweilig...
      Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht ein wenig Leben in die Sache brachte. Also meldete ich mich für eine Frage. In der ersten Reihe gut zu sehen, wurde ich schnell dran genommen.
      "Mit wem haben Sie vorhin geschrieben? Sie sahen ziemlich verliebt aus?"
      Dein Freund blickte ebenso überrascht drein wie Haru, der mich von oben beäugte. Ob der Frage oder dass ich überhaupt etwas sagte. Schließlich war ich hier nur als Mikrofonhalter angetanzt und nicht als Reporter.
      "Ähm...mit meinem Freund. Aber was hat das mit den aktuellen Wirtschafeinbußen zu tun?"

      Ahja, das war das Topic dieser Konferenz.

      "Nichts, ich wollte es nur einfach wissen." Ich lächelte ihn unschuldig an und erntete von ihm ein verwirrtes aber freundliches Lächeln.

      Um mich herum waren die Herren des Wirtschaftsjournalismus in unauffällig auffällige Diskussionen verfallen. Wie schnell man die Welt mit dem einfachen Kommentar schwul zu sein aus dem Konzept bringen konnte.


      Doch das hielt alles nicht lange an. Das nächste was ich hörte war das Splittern von Glas und Schreie. Das nächste was ich sah waren die Augen des Mannes, der mich eben noch angelächelt hatte. Sie blickten starr zur mir rüber. Nein nicht zu mir...neben mich. Ich folgte seinem Starren und schaute in das bleich gewordene Gesicht von Haru.
      Sein Kopf fiel nach vorne über, Blut lief aus der Schusswunde am Kopf und tropfte auf das karierte, mit Bügelfalten übersäte Hemd. Der kräftige Arm um mich lockerte sich. Haru, der eben noch wie ein Fels stand, sackte leblos in sich zusammen.

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    • Gegen 9 Uhr betrat schließlich Sebastian mein Zimmer und legte mir die heutige Zeitung, sowie einen Kaffee auf den Tisch und öffnete anschließend meine Fenster.
      "Guten Morgen", sprach ich und pausierte gähnend das Spiel.
      "Guten Morgen, mein Herr", entgegnete Sebastian und blickte mich amüsiert an.
      "Ist es schon so spät?", fragte ich und leerte die Tasse Kaffee mit einem Zug.
      "Gleich halb 10. Wie läuft das Spiel?"
      "Ziemlich gut, jedoch frisst das Raytracing in 4K Leistung ohne Ende. Zum Glück hab ich einen NASA-PC, um auch unter voller Auslastung der GPU nicht unter die 30 FPS zu fallen."
      Mein Blick fiel auf die Zeitung.
      Ich öffnete sie und überflog die wichtigsten News. Keine besonderen Vorkommnisse nach Mitternacht, für die ich als Superheld inoffiziell zuständig gewesen wäre. Glück gehabt.
      "Ich hab keine Ahnung, wovon Sie sprechen", antwortete mein Butler, da er nicht viel Ahnung von Computern hatte.
      "Wir fahren in einer Stunde zum Flughafen, mein Herr. Sie sollten sich also beeilen. Übrigens kann ihre diskrete Bestellung an.'
      "Du klingst gerade ein wenig wie mein Alter. Stell die Bestellung auf meinen Schreibtisch", murmelte ich, schnappte mir aus dem Schrank frische Kleidung und schritt übermüdet ins Badezimmer, um bei einer kalten Dusche richtig wach zu werden.
      Schließlich ist heute ein besonderer Tag, denn mein Boyfriend kommt endlich von seinen Geschäftsreisen wieder.


      _____


      Nach einem schnellen Frühstück waren mein Butler und ich gegen 11 Uhr im schwarzen Bentley auf dem Weg zum Flughafen Tokyo-Haneda.
      Ich saß, schon voller Vorfreude in Gedanken versunken, auf der Rückbank und schaute aus dem Fenster, als die Nachrichten ertönten und etwas von einem Mord während einer Pressekonferenz zu Rede war.
      "Mach mal lauter", sprach ich zu Sebastian und spitzte die Ohren.
      "Augenzeugenberichten zufolge wurde dem Opfer von hinten in den Kopf geschossen.
      Aufgrund des Kalibers der Patronenhülse geht die Polizei aktuell von einem Scharfschützengewehr als Tatwaffe aus.
      Wir halten Sie auf dem Laufenden. In Kürze wird es auf TV Tokyo eine Sondersendung geben."
      "Mach aus", seufzte ich und bediente den kleinen Bildschirm an der Kopfstütze vom Beifahrersitz aus.
      Ich schaute die restliche, knapp einstündige Fahrt über TV Tokyo, wo knapp 30 Minuten später live die Sondersendung ausgestrahlt wurde.
      Ich war verwundert, als ich dich für einen Moment im Bild sah.
      Du sprachst im Hintergrund mit der Polizei und wirktest ziemlich aufgelöst.
      "Ob du das Opfer gekannt hast?", murmelte ich leise vor mich hin.
      "Wie meinen?", antwortete mein Butler.
      "Nichts..ich sprach nur mit mir selbst", erwiderte ich und schaltete ab.


      ______.

      Knapp 20 Minuten später standen wir vor dem Flughafengelände.
      In meinen Händen hielt ich ein obligatorisches
      "Welcome home, Eiji'- Schild in den Händen, während wir warteten.
      Kurz darauf war es endlich so weit.
      "Haruuu", rief jemand und rannte freudestrahlend auf mich zu, während er einen großen Koffer mit Rädern dran hinter sich herzog.
      Stumm drückte ich Sebastian das Schild in die Hand und rannte ihm entgegen.
      "Eijii.. endlich bist du wieder bei mir.'
      Wir umarmten und küssten uns innig.

      Auf der Rückfahrt redeten wir über alles mögliche.
      Ich hatte mich lange nicht mehr so gut gefühlt.
      Sebastian beobachtete uns zufrieden, wirkte jedoch tief im Inneren nervös..er schien etwas zu wittern.

      _________

      -Flashback-

      X hatte sich auf einen Platz in der letzten Reihe gesetzt und lauschte der Konferenz.
      Wirtschaft war für X nicht wichtig, jedoch war er nicht ohne Grund hier.
      Verzweifelt bemühte er sich darum, aufgrund der vielen langweiligen Fragen und auschweifenden Antworten über das BIP, Aktienkurse, Dividenden, Konjunkturzyklen, dem Keynesianismus andere wirtschaftliche Begriffe und Konzepte - denen nur eingefleischte Wirtschaftsexperten folgen könnten - nicht einzuschlafen.
      Doch vergeblich. X war kurz vor deiner Frage weggenickt, weshalb er die aus deiner Frage resultierende Diskussion nicht mitbekam.
      Plötzlich fiel ein Schuss und das Publikum wurde in Panik aufgeschreckt.
      Auch X wurde wach und blickte sich um.
      Schnell wurde die Quelle der Panik ausfindig gemacht und er lief einige Schritte nach vorne, um einen Blick auf den Leichnam des Opfers werfen zu können.
      In Sekundenschnelle hatten sich die Details in sein Gedächtnis eingebrannt, als er gemeinsam mit den anderen Zuschauern von Ordnern aus dem Raum verwiesen wurde.
      X fiel im Hinausgehen ein Loch in der Fensterfront auf, die zur Straße führte.
      Rasch hatte er im Kopf den Einschusswinkel berechnet und darauf aufbauend die ungefähre Position des Schützen ermittelt.
      Draußen angekommen, schlich er sich unbemerkt von den anderen Zuschauern davon und rannte in eine Gasse, auf der er mit Stift auf seinem Notizblock eine überraschend detailtreue Skizze vom toten Körper Harus anfertigte.
      Außerdem schrieb er seine Ergebnisse darunter und telefonierte anschließend auf russich.
      "Wir müssen uns treffen. Sie hatten Recht. Es gehen wirklich seltsame Dinge vor sich. 17 Uhr im Pokrovka. Ich reserviere uns einen Tisch. Bis später."

      _____

      ---Gegenwart---

      Inzwischen waren Sebastian, Eiji und Ich wieder im Appartement angekommen.
      Zügig packten wir Eijis Koffer aus, den würde er so schnell nicht mehr benötigen.
      "Boah, hab ich einen Hunger", sprach Eiji schließlich und ließ sich schließlich auf das Bett fallen, welches ich nun endlich nicht mehr teilen musste.
      "Lass uns doch russisch essen gehen", warf mein Butler ein.
      Begeistert nickte Eiji: "Gegen Pirozhki und Gowjadina Stroganow hab ich nichts einzuwenden. Was meinst dum Harulein?"
      "Mir dir gehe ich überall hin", hauchte ich ihm einen Kuss auf die Lippen.
      "Dann wäre das abgemacht. Ich werde für 18 Uhr einen Tisch für drei im Pokrovka reservieren lassen", antwortete Sebastian, verbeugte sich leicht und verließ das Schlafzimmer.


      ___________

      ---Währendessen---

      ?: "Mir kam zu Ohren, dass Nightmares Freund nicht mit einer Kugel in den Kopf in Japan begrüßt wurde. Warum haben Sie sich meinem Befehl wiedersetzt?"
      ?: Weil ein anderer mehr geboten hat, wenn ich ihn am Leben lasse. Warum überhaupt unschuldige mit reinziehen? Wenn Sie so einen Hass auf Nightshade haben, warum töten Sie ihn nicht sofort?"
      ?: "Ein Anderer? Hätte ich mir ja denken können. Um deine Frage zu beantworten.. Ich möchte Ihn leiden lassen. Er soll sich vor Schmerzen winden, während seine vertraute Welt Stück für Stück in sich zusammenfällt und schließlich nur noch der Gedanke des Suizid übrigbleibt."
      ?: "Das ergibt keinen Sinn. Ist es nur wegen der Sache von neulich, als ein paar Ihrer Leute umgelegt hat?"
      ?: "Nein...die waren nur der Köder, um zu sehen, ob meine Vermutung, wer der neue Nightshade ist, stimmt.
      Mein Hass begann schon früher...mit dem alten Nightshade..aber das geht dich nichts mehr an. Ich benötige deine Dienste nun nicht mehr, Verräter."
      Ein Schuss und der Verräter war erledigt.
      ?: "Dann muss ich mich auf meine alten Tage doch selbst darum kümmern."
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    • Ich konnte nichts tun außer weiter seine Hand zu halten, während um mich herum Panik unter den Reportern ausbrach. Ein heilloses durcheinander, gegen dass die Sicherheitsleute des Flughafens ankämpften.
      Unsere wichtiger Unternehmer war schnellstmöglich in Sicherheit gebracht worden. Zwischendurch sah man das Aufblenden eines Blitzlichtes, erzeugt von neugierigen Fotografen, die das Chaos aufzeichnen und für sich nutzen wollten.
      Ein paar der Sicherheitsmänner hatten sogar das Loch im Fenster bemerkt. Nur wenige Zentimeter am Kopf dieses reichen Typen vorbei.
      Aber niemand NIEMAND kümmerte sich um Haru. Er lag einfach da. Bewegte sich nicht.
      Ich konnte es nicht fassen...Haru. Der Donut-liebende Katzenfanatiker aus der Wirtschaftsabteilung. Der väterliche, gemütliche Haru der einem wie eine alte Frau heimlich Bonbons zugesteckt hatte.
      Tod..erschossen...auf einmal nicht mehr da...

      Nach einer gefühlten Ewigkeit, der Lärm um uns herum war stummer geworden, hörte ich die beruhigenden Worte eines Polizisten und roch den sterilen Geruch von Sanitätern. Sie brachten uns beide weg.

      Stunden später

      Wie war es auf einmal normal geworden aus dem Polizeirrevier zu gehen, den Wachmann zu verabschieden wie man es bei bekannten Fremden tat und dann nach Hause zu gehen, zu duschen um sich das alles vom Körper zu waschen; den Schweiß ..oder das Blut ...anderer Personen.

      Ich ignorierte mein Handy und die Anrufe von Taku. Er würde schon einfach irgendwann an meiner Türe klopfen.
      Stumm und wütend setzte ich mich an meinen PC, schaltete mich auf meinen Blog.
      Es dauerte lange bis ich anfing zu tippen.
      "Lupin ich möchte Sie gerne auf ein Stück Strawberry Cake zu einer Tasse frisch aufgebrühten Earl Grey einladen. Sie wissen wo."

      Den gleichen Satz setze ich für morgen in die Suchanfragen der Zeitung.

      Dieser ...Mensch...wusste über irgendetwas Bescheid und ich war mir mehr als sicher, dass er über das heute auch Bescheid wusste. Und ich würde ihn dazu bringen es mir zu sagen.

      Und wenn er nicht kam... Gerüchte über einen Superhelden in die Welt zu setzen, war die leichteste Übung für einen Reporter wie mich. Dieser Herr hatte sich immerhin ziemlich für Nightshades Angelegenheiten interessiert.

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    • Gegen 18 Uhr fuhren wir drei im schwarzen Bentley vor und kamen auf dem angrenzenden Parkplatz zum Stehen.

      Wir betraten hungrig das Lokal und wurden von einer russischen Kellnerin auf Englisch zu unserem Tisch geführt.
      Am Nachbartisch saß ein junger Mann, der seinem älteren Gegenüber eine Skizze von einem Mann, dem man in den Kopf geschossen hatte, zeigte.

      Eiji und ich dachten uns nichts dabei und vertieften uns in die Speisekarten.
      Sebastian jedoch witterte etwas und beobachtete das Geschehen einen Augenblick lang.
      Jedoch konnte er kein Wort von dem verstehen, die unsere Tischnachbarn auf russisch von sich gaben.

      "Was ist los?", fragte ich meinen Butler schließlich und blickte zu ihm.
      "Nichts, mein Herr", entgegnete er und richtete seine Aufmerksamkeit nun auf uns.

      Der junge Mann blickte für einen Moment zu uns und verstaute hastig die Skizze.

      "Selber gemalt?", fragte ich im Affekt, bekam jedoch keine mir verständliche Antwort.
      "Это не твое дело", sprach der junge Mann und nickte seinem Gegenüber kurz zu, welche beide aufstanden, etwas Geld für die Getränke auf dem Tisch liegen ließen und das Lokal zielgerichtet verließen.

      "Was hat er gesagt?", fragte ich Eiji und Sebastian, bekam jedoch keine hilfreiche Antwort.
      Stattdessen trat nun die Kellerin an den Tisch und brachte uns als Aperitif drei Schnapsgläser Vodka.
      Anschließend nahm sie unsere Bestellung auf und schritt in die Küche.
      "Übrigens kommt nächste Woche der chinesische Präsident suf Staatsbesuch, erinnern Sie sich?", sprach Sebastian und schob mir höflich sein Glas Vodka zu.

      "Ich hab das nicht vergessen und werde vor Ort sein. Obwohl ich kein Freund der chinesischen Regierung bin, hab ich kein Interesse an einen Handelskrieg zwischen China und Japan und ein Anschlag einer radikalen Anti-China Gruppierung auf die chinesische Delegation könnte genau einen solchen Krieg auslösen."
      Ich stieß mit Eiji an und trank erst mein Glas und dann das von Sebastian aus.
      "Lass uns nicht weiter von deiner Arbeit sprechen", seufzte Eiji und küsste mich, welchen ich erwiderte.

      Sebastian genoss diesen Moment, uns Beide nach all den Wochen so glücklich vereint zu sehen, jedoch bedrückte ihn etwas.

      "Entschuldigen Sie mich kurz, meine Herren."
      Stumm stand er auf und verschwand auf der Herrentoilette, welche nicht weit von unserem Platz entfernt war.
      Dort angekommen, zückte er sein Smartphone aus der Tasche und aktualisierte minutenlang stetig sein Postfach.

      //Noch immer keine Nachricht von dir...mir scheint, als wärst du aufgeflogen...oder du hast dich als Überläufer verraten und wurdest getötet..Ich nehme an, wir werden uns niemals wieder sehen..von daher...Ruhe in Frieden, alter Freund..und danke.//

      Er stützte sich am Waschbecken ab, wischte sich die Augen trocken und verschwand in eine Kabine.
      Anschließend rief er den Blog auf und überflog den News-feed.
      Dabei stieß er auch auf deine Anfrage: "Lupin ich möchte Sie gerne auf ein Stück Strawberry Cake zu einer Tasse frisch aufgebrühten Earl Grey einladen. Sie wissen wo."

      Seufzend erstellte er sich einen "Lupin"-Account und antwortete dir: "Morgen 6 Uhr. Wenn Sie das lesen, löschen Sie diesen Post und veröffentlichen Sie Ihre Anfrage an mich nirgendwo anders."

      Anschließend kam er zurück an unseren Tisch und hatte sein gewohntes Lächeln im Gesicht.
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    • Ich kaute nervöse auf meinem Fingernagel herum.
      Er hatte sich wirklich gemeldet und wollte sich treffen um 6 Uhr morgens!
      Hatte der Kerl denn keinen Schlafrhythmus...
      Mit einer Tasse schwarzen Kaffee - ich brauchte den Koffein gerade - saß ich allein in dem Cafe. Ich war die einzige Kundin und der einzige von uns beiden der sich darüber freute, war der junge Kellner der froh war seinen ersten Gast für sich allein zu haben.
      So aufdringlich wie der guckte, war ich vermutlich nicht nur der erste Gast sondern das erste Mädchen mit dem er allein in einem Raum war. Gruselig dieses Starren.
      Wenn ich nicht sowieso schon eine unwohle Gänsehaut gehabt hätte, dann wäre sie mir bei seinem Starren gekommen.

      Ich hatte mich mit meinem Kaffe in eine der hintersten Ecken des Ladens in einen gemütlichen Sessel gesetzt.
      Die waren sonst immer besetzt. Und ich verstand warum. Sie waren ausgesprochen bequem.
      Ich ließ mich in die Polster sinken und wäre beinahe eingeschlafen.
      Die Ladenklingel holte mich aus meinem halbdösenden Zustand zurück in die Wircklichkeit.
      Ich schlürfte etwas von meinem Kaffee. Nur ein blonder Mann im Anzug. Der entweder gerade zur Arbeit ging oder gerade erst von dieser kam. Seinem zerknitterten Sakko zu urteilen wohl eher das Zweite.

      Ich sah auf mein Handy. 05.55 Uhr. Gut, wahrscheinlich war er einer von den ganz Pünktlichen.
      Mein Blick wanderte zu den Gebäckauslagen an der Theke und mein Magen meldete sich leise aber bestimmt. War ja klar, dass es ihm egal war wann ich aufstand. Frühstück war Frühstück, da war es egal um wie viel Uhr er sonst was zu futtern bekam.
      Aber ich hielt mich ausnahmsweise zurück. Ich wollte nicht unbedingt mit einem Schokoladen-verschmierten Mund ein ernstes Gespräch mit ihm führen.

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