The beauty of a star [Daisy&Heaven]

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    • The beauty of a star [Daisy&Heaven]

      The Beauty of a Star


      Fest drückte die braunhaarige ihre Akten an sich und zog den Kopf zwischen ihre Schultern. Der übergroße, grüne Rollkragenpullover ließ sie dadurch noch lächerlicher Aussehen als ohnehin schon, aber das war Ivy im Moment egal. Chelsea, eine Kollegin von ihr, beschwerte sich gerade lautstark über die Unfähigkeit ihres Freundes gegenüber einer anderen Kollegin, welche Ivy nicht kannte. Den Atem anhaltend stolperte sie zwei Schritte zurück als die klackernden Pömps an ihr vorbeischritten. Kurz sahen die beiden blondhaarigen Frauen abwertend zu ihr hinunter, ehe sie ohne weiteres Wort weiterzogen. Sie waren sichtlich sauer, dass Ivette für das neue Projekt eingeteilt wurde, obwohl sie eigentlich als "Archivgeist" galt... Besonders Chelsea durchbohrte sie mit ihrem giftigen Blick, der sie merklich zusammenzucken ließ. Doch schnell war der Moment vorbei und die klackernden Schritte entfernten sich wieder, während die Damenunterhaltung fortfuhr.
      "Ich kann nicht glauben, dass er sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, mir gestern diese Kette zu schenken von der ich dir erzählt habe. Er hätte nicht genug Geld, ist das zu glauben?! Pah, ich hab mit ihm Schluss gemacht und werde nach einem wohlhabenderen Mann suchen." Ivy spähte ihnen hinterher. Chelsea hatte schon den dritten Mann in diesem Monat fallen gelassen und dennoch kamen immer neue Anwärter, um die vollbusige Dame zu umwerben. Wie es sich wohl anfühlte, so beliebt zu sein? Seufzend schüttelte sie den Kopf und rückte ihre runden Brillengläser zurecht. Sie sollte zurück zu dem Team, dem zu nun aushelfen musste. Oh wie sie es hasste... Lieber wollte sie im Archiv ihre Arbeit verrichten und nicht im Kreise von wenigen Mitarbeitern sitzen, welche neue Pläne für den aktuellen Klienten besprachen. Sie machte ohnehin nur Notizen, sagte jedoch meistens keinen Ton.

      Kaum betrat sie den hellen Meetingraum, an dessen Wand zwei große Bildschirme hingen, bemerkte sie wie ihre Kollegen bereits begonnen hatten. Kaum einer sah auf als sie etwas abseits der anderen Platz nahm. Sehr zu ihrem Unglück waren jene, welche an diesem längerfristigen Projekt mit ihr arbeiteten, die Elite der Firma. Sieben Männer an der Zahl, einer schöner als der andere. Die Jungs galten förmlich als die begehrtesten Männer im gesamten Konstrukt, zudem war jeder einzelne auch noch wahnsinnig talentiert auf seinem Gebiet. Und ausgerechnet in dieses Modelteam wurde sie hineingeworfen. Als wollte man diese schönen Männer mit ihrer Anwesenheit beleidigen... Die Lippen zusammenpressend legte sie die Akten auf den Tisch und zückte einen einfachen Kugelschreiber, um die Ideen und Pläne zu notieren. Sie sprach kein Ton und hielt sich so unauffällig wie möglich im Hintergrund und warf nur hin und wieder verstohlene Blicke auf sie, bis ihre Augen plötzlich direkt in die tiefblauen Miasmen von niemand anderen als Desmond Ward trafen. Dem schönste Mann den sie je gesehen hatte, wohlgemerkt. Erschrocken hielt sie ihren Atem an und zog unsicher ihre Unterlippe zwischen die Zähne. Hatte sie ihn verärgert? Wollte er jemanden wie sie nicht in diesem Meeting? Sie wusste doch selber nicht, warum der Boss sie dazu angeheuert hatte! Gut, es war denkbar, eben weil die anderen Frauen wohl eher sabbernd irgendwelche Flirtversuche wagen würden... Wahrscheinlich dachte ihr Boss, sie hätte eh keine Chance und würde ihre Arbeit gewissenhaft erledigen.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
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    • Desmond V. Ward
      Recht unbeteiligt blickten seine Augen drein, als der Mann sich in seinem Stuhl zurück lehnte und die Hände in den Taschen seiner Anzughose vergrub. Ein Seufzen entwich ihm, als das Meeting noch immer nicht losgehen wollte, weil der Kopf des Teams, ein Mann Mitte Vierzig, seinen vierten Ehering am Finger tragend, noch immer keine Anstalten machte zu beginnen, sondern an seinem Laptop anscheinend noch irgendwelche Berechnungen vornahm, als wären seine Kollegen nicht anwesend. Hach ja, Mr. Sheffield in seiner ganzen Pracht. Ein Perfektionist, unhöflich, rechthaberisch und zu schnell betrunken für Desmond's Verständnis. Gelangweilt blickte der Blonde vor sich auf die Eingangstür und die sterile weiße Wand daneben. Er hatte einen der hintersten Plätze an dem langen Tisch, was ihm nur allzu gelegen kam. Ein erneutes Seufzen entwich seinen Lippen und als wäre er zu schwer für Desmond, kippte sein Kopf leicht zur Seite, was seine Augen dazu veranlasste zu einem seiner Kollegen zu blicken. Frederik, ein großer Mann mit längeren, zurückgegelten Haaren schaute ihm mit einem verschwörerischen Funkeln entgegen und zeigte in einem breiten Grinsen seine weißen, geraden Zähne. Verwundert erwiderte Desmond des Lächeln, wenn er auch fragend die Augenbrauen zusammen zog. "Was willst du?", formte er mit den Lippen und Frederik wechselte noch einen schnellen Blick mit einigen anderen Kollegen, ehe er sich wieder an Desmond wandte.
      Mit der Hand formte er ein Glas und führte es zu seinen Lippen mit einer hochgezogenen Augenbraue. Ob er noch mit ihm etwas trinken wollte nach dem Meeting. Genervt verzog Desmond das Gesicht und rollte mit den Augen. Sicherlich wollte er schon wieder mit dem Victoria's Secret Model prahlen, das er aufgegabelt hatte. Anders konnte sich der Blonde dieses unglaublich dümmliche Grinsen nicht erklären. "Verpiss dich man", grinste er nun jedoch selbst stumm und schüttelte den Kopf. Fred machte eine dramatische Manier des Entsetzens und versuchte ihn mit ihrer eigenartigen Scharade noch umzustimmen, als Mr. Sheffield sich nun endlich mit einem Räuspern von seinem Laptop erhob. Frederik setzte sich sofort aufrecht hin. Desmond nicht. Letzterer hob lediglich den Blick zu dem Teamleiter. "So meine Herren. Ich denke wir sind vollzählig und können beginnen." Instinktiv blickte Desmond auf den leeren Stuhl ihm gegenüber, dachte sich allerdings für den Moment nichts weiter. Routiniert startete Mr. Sheffield den Projektor, der sogleich einige Grafiken an die Wand projektierte und er öffnete auch bereits die schmalen Lippen, um zu seiner Erklärung anzusetzen, als er zäh von einem lauten Gespräch auf dem Gang unterbrochen wurde.
      "Ich kann nicht glauben, dass er sich nicht einmal die Mühe gemacht hat, mir gestern diese Kette zu schenken von der ich dir erzählt habe. Er hätte nicht genug Geld, ist das zu glauben?! Pah, ich hab mit ihm Schluss gemacht und werde nach einem wohlhabenderen Mann suchen.", drang Chelseas ungekünstelte deutlich tiefere Stimme zu den Männern durch gefolgt von dem Klacken ihrer Schuhe, als sie am Besprechungsraum vorbei kam. Desmond presste fest die Lippen aufeinander und Lied nun sehr präzise Frederiks Blick, der es ihm gleich tat und lediglich auf den Schreibtisch starrte, um nicht lauthals loszulachen. Einige der anderen Männern bei Tische waren jedoch nicht so beherrscht und einer der Kollegen ließ ein kehliges Lachen vernehmen. "Habt Ihr gehört? Da ist wohl wieder eine Stelle freigeworden!", lachte Jackson und schüttelte den Kopf, ehe Mr. Sheffield eingriff und regelrecht knurrend sacht auf den Tisch schlug.
      "Privatgespräche sollten wirklich auf die Pausenräume limitiert werden.", schnaufte er und begann nun endlich mit der Vorstellung des neuen Projektes. Desmond schüttelte den Kopf. Als ob er nicht am hellhörigsten geworden wäre. Gerade von Chelsea ließ er sich doch am liebsten den Kaffee bringen. Leise ging die Tür noch einmal auf, was sogleich Desmond's Aufmerksamkeit erregte. Interessiert beobachtete er die junge Ivy, eine seiner stilleren Kolleginnen, wie sie sich an den noch übrigen Platz ihm gegenüber setzte.
      Ach! War sie also noch das fehlende Mitglied. Seine Augenbrauen zuckten leicht in seiner Verwunderung. Nicht unbedingt was er erwartet hätte bei diesem Komitee. Wobei andererseits... Sie war eine wunderbare Anwerberin um die Frauenquote zu erfüllen, wenn er da im Vergleich an die eben vorübergezogene Chelsea dachte. Zumindest wusste Desmond, dass man sie nicht wegen ihrer Fähigkeiten hergebracht hatte. Was eine Schande gewesen ist. Einige ihrer Ausführungen waren bemerkenswert und sind in drei Projekten von denen er wusste ins Endkonzept eingeflossen.
      Ihre Blicke trafen sich und während Desmond keine Anstalten machte sich zu rühren, war es nur allzu offensichtlich, dass er sie zu verunsichern schien. Das Meeting war mittlerweile in vollem Gange und die ersten Strategien wurden gesammelt und diskutiert. "Warum fragen wir nicht Miss Thompson?", warf Desmond ganz ohne Vorwarnung in den Raum und unterbrach somit einen seiner Kollegin. Alle Blicke richteten sich auf ihn, teils fragend, teils perplex. Unbeeindruckt davon deutete Desmond noch einmal mit dem Kopf auf die Dame. "Schließlich geht es hier um eine Firma, dessen Zielgruppe zu 80% aus Frauen besteht. Ich versteh nicht ganz warum wir nicht mehr Damen hier in der Besprechung haben. Oder strahlen Sie, meine Herren, mit Jahre langer Erfahrung mit weiblichen Pflegeprodukten?" Wieder sah Desmond zu der Brünetten herüber. Sie war zu still. Das war ihre Chance. Wenn sie einen Schubser brauchte.
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    • Ivette Thompson

      Schnell wandte Ivy ihre rehbraunen Augen von Desmond ab. Es war ohnehin nur Zufall, dass sich ihre Blicke gekreuzt hatten. Wahrscheinlich hatte er sich gerade ausgemalt, dass es wohl besser wäre, wenn Chelsea hier säße und nicht ein hässlicher Bücherwurm wie sie. Bitterkeit huschte über ihre Züge, ehe sie sich versuchte auf Mr. Sheffields Ausführungen zu achten. Die Diagramme wurden an die Wand projiziert und etwas nachdenklich legte Ivy die Stirn in Falten und tippte mit dem Stift gegen ihre Wange. Sie erkannte anhand der Zahlen, dass diese Beauty Firma sich in Sachen Vermarktung eindeutig verzettelt hatte. Die Quoten der Frauen war gesunken, die bisherigen Werbemittel waren zu bunt gemischt, anstatt klare Strukturen zu liefern. Man hatte sich zu vielen optischen Ablenkungen gewidmet, welche die Produkte ins Nichts fallen ließen. Hastig schrieb Ivy ihre Gedanken und herausgefundenen Fehlerquellen in fein säuberlicher Schrift auf. Während sie ihre eigenen Gedanken, Ideen und Schlüsse zog unterhielten sich die Männer lebhaft über das Thema und diskutierten darüber, ohne dass sie mit einbezogen wurde. Das war auch gut so, sie lauschte nur den Ausführungen der Anderen und vermerkte sich gute Ansätze und Ideen.
      "Warum fragen wir nicht Miss Thompson?" Die Stimme von Desmond ließ sie regelrecht zusammenzucken, als er ihren Namen nannte. Erschrocken blickte sie von ihrem Block auf und starrte ihn mit geweiteten Augen an, als hätte er soeben verkündet, sie solle Selbstmord begehen. Das Argument schien zwar einleuchtend, jedoch hatte Ivy gar keine Erfahrung bezüglich weiblicher Pflegeprodukte, außer eventuell einem wohlriechenden Shampoo und einfacher Haarwäsche. Weder von Parfümen noch von Makeup hatte sie eine Ahnung, was man eigentlich ihrem Erscheinungsbild ablesen konnte. Doch das Unheil war angerichtet und die Blicke der Männer richteten sich nun auf sie, in erwartungsvoller Stille auf das, was sie zu sagen hatte. Auch Sheffield, ihr Boss, sah auffordernd zu ihr als würde er viel von ihr Erwarten. Als würden alle etwas von ihr erwarten... Aber...sie hatte doch gar keine guten Ideen! Und Sprechen vor diesen Männern einer anderen Welt konnte sie auch nicht! Ivy spürte, wie ihre Augen sich mit heißen Tränen füllten und schnell sah sie auf die weiße Tischplatte. Was machte sie jetzt nur? Einfach ablesen, was sie geschrieben hatte? Nein, ihre piepsige Stimme würde lächerlich scheinen. Aber irgendwie schienen ja alle auf etwas zu warten. Der Druck machte sie fertig und sie schluckte den großen Kloß in ihrem Hals hinunter.
      "I-I-ich... A-also...", begann sie fürchterlich kleinlaut, was zu einem belustigten Schnauben von einem der Männer führte. Wer konnte sie nicht sehen, dafür war sie zu beschäftigt an ihren überlangen Ärmeln zu zupfen und ihren Plan zu betrachten, den sie aufgeschrieben hatte. Sie wagte einen Blick zu Desmond, der sie noch immer ansah und biss abermals auf ihre zitternden Lippen. Schließlich ertrug sie es nicht mehr und schob einfach ihr Geschriebenes zu ihrem Boss und machte sich auf ihrem Stuhl ganz klein. Oder zumindest noch kleiner als sie ohnehin schon war. Sie sah mit brennenden Wangen auf ihre ausgefransten, grünen Ärmel und hoffte, Sheffield würde sie erlösen. Ihre Schrift war ordentlich genug, sodass er sie problemlos ablesen könnte. Dieser nahm jedoch nur mit einem genervten Seufzen ihren Block hoch, sah einmal kurz drüber wobei Ivy bezweifelte, dass er es tatsächlich gelesen hatte. Ein lautes Klatschen erschreckte sie abermals, als der Block vor Desmond landete, gefolgt von einem leicht säuerlichen Blick ihres Chefs.
      "So viel zu ihren Einwänden, Miss Thompson. Zu Wichtigerem, Samuel was halten Sie von den Designvorschlägen?" Damit war das Thema beendet und etwas enttäuscht ließ Ivy ihre Ärmel wieder los. Natürlich interessierte ihre Meinung hierbei nicht. Vielleicht sollte sie sich nachher im Archiv verstecken und ihre Ideen ausarbeiten, und eine Kopie für alle Teammitglieder anfertigen. Nach 19 Uhr waren ohnehin alle zu Hause und nur noch der Wachdienst, ein freundlicher älterer Mann, da. Sie könnte heimlich die Kopien verteilen und einfach nach Hause gehen, dann würde sie es noch rechtzeitig zu dem Meteoritenschauer schaffen, der ab Elf beginnen sollte. Ivy war schon seit Tagen aufgeregt deswegen. Den weiteren Unterhaltungen folgend nahm sie sich ein neues Blatt unter ihren Akten hervor, um sich alles zu notieren. Glücklicherweise hatte nun jeder das Interesse an ihr verloren... Zumindest fast jeder.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
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    • Desmond V. Ward
      Recht ungerührt betrachtete der Blonde das traurige Schauspiel, das sich vor ihm auftat und seufzte schwer, als es der jungen Frau wohl wirklich unmöglich gewesen ist ihre Stimme in diesem Raum zu erheben. Es war ein Phänomen, das er jetzt schon vor einer Weile bemerkt hatte und immer wieder zur Kenntnis nahm. Ivette hatte Ideen. Und gute noch dazu. Feinsäuberlich schrieb sie alles nieder und schob sie dann so unauffällig wie sie konnte ihren Kollegen zu. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sie ihre Stellung in der Firma noch lange wird halten können mit diesem Verhalten. Die Kollegen mussten sich ja so nicht einmal die Mühe machen sie um ihr geistiges Eigentum zu bestehlen. Sie servierte es jedermann auf einem Silbertablett. Die Reaktion von Mr. Sheffield war zu erwarten gewesen und ohne auch nur mit der Wimper zu zucken nahm Desmond die Papiere der jungen Frau entgegen und las sie aufmerksam gegen im Gegensatz zu dem Teamleiter. Es war wirklich ein Trauerspiel, dass aus falschem Stolz heraus gute Ideen abgelehnt worden sind. Eigentlich würde Desmond gerne mal beobachten, wie er mit so etwas gegen die Wand lief und am Ende sich so beim Chef rechtfertigen müsste.
      Doch dummerweise stand unter dieser Arbeit auch sein eigener Name. Daher nahm er die Sache auch ernst. Ernster, als er es sonst tun würde. Die Ansätze von Ivette waren gut. Durchaus. Nachdenklich blickte der Blonde auf und analysierte selbst noch einmal die Ergebnisse die, dem Meeting vorlagen und verglich sie mit ihren Aufzeichnungen. Sie zeigte in der Tat viele Problematiken auf, ging aber zu wenig auf mögliche Lösungen ein. Desmond hob den Kopf, linste zu der aktuellen Arbeit der Brünetten herüber und stand dann einfach ein wenig von seinem Stuhl auf und beugte sich zu ihr herüber, um ihr flink ihren Kulli aus den Fingern zu schnappen und sich wieder hinzusetzen.
      Seine Handschrift war nicht so leserlich wie die ihre. Seine Buchstaben hoben sich ganz selbstverständlich von den Linien ab, als er einige Kommentare und gekritzelte Entwürfe hinzufügte.
      Größtenteils stellte er aber einfach nur herausfordernde Fragen, um ihren Ideen mehr auf den Grund zu gehen. Desmond hatte das Gefühl eines ihrer größten Probleme auf rein technischer Sicht könnte es gewesen sein ihre Ideen angemessen auszuarbeiten und zu präsentieren. Aber natürlich kam selbst dann immer noch der größte Aspekt mit ihrer Schüchternheit in den Weg. Ganz unten schrieb Desmond daher noch eine kleine Botschaft. Nichts weltbewegendes. Lediglich ein. "Klingt gut. Bin gespannt was du draus machst." Aus Gewohnheit setzte Desmond noch seine Signatur drunter und schaute dann eine Weile etwas perplex auf das Blatt, dass er so eben erst besudelt und dann wie ein Lehrer unterschrieben hatte. Er legte die Stirn in Falten und schnaufte. Großartig. Nachdem er unschlüssig eine Weile drauf gestarrt hatte, setzte er schnell noch einen kleinen Pfeil hin, der auf die Signatur deutete und schrieb "Sorry, Gewohnheit" dazu, ehe er Blatt wie auch Stift wieder an sie zurück gab.
      I'll see ya in a dream.
    • Ivette Thompson

      Noch während Ivette gerade an einer weiteren Idee feilte wurde sie jäh unterbrochen, als Desmond plötzlich seine Hand nach ihr ausstreckte. Regungslos wie ein erstarrtes Reh starrte sie erst ihn, dann seine Hand an. Nur um zuzusehen wie er ihr den Kuli wegnahm, den sie ihm wehrlos überließ. Hatte er keinen eigenen Stift dabei? Wollte er ihre Arbeit jetzt berichtigen? Oder gar durchstreichen? Was hatte er vor und warum kritzelte er so lange auf ihrer Arbeit herum?! Etwas geschockt konnte sie ihm nur hilflos zusehen und hoffen, dass sie danach wenigstens ihren Kugelschreiber zurückbekam. Etwas verloren, weil der hellhaarige Schönling ihren Stift geraubt hatte, versuchte sie sich auf die Ausführungen von Samuel zu konzentrieren, der gerade das Design ansprach.
      Schließlich wagte sie erneut einen schüchternen Blick zu dem Dieb hinüber und sah, wie er mit zusammengezogenen Brauen das Papier betrachtete, als hätte es ihm Unrecht getan. Dann schrieb er noch etwas darauf und legte ihr beides zurück. Verwundert darüber legte Ivy kurz den Kopf schief, ehe sie ihre Brille zurechtrückte und zu ihrem Erstaunen feststellte, dass er auf ihre Problematiken eingegangen war und einige Fragen sowie Anmerkungen dazu geschrieben hatte. Mitsamt seiner Unterschrift, für die er sich sogar mit einem kleinen Sorry am Rand entschuldigte. Seine Fragen ebenso wie sein kleiner Satz, dass er es für gut befand, ließ sie einen Moment lang sogar leicht lächeln. Schließlich schüttelte sie ihren Kopf und Konzentrierte sich wieder auf die Themen der Sitzung. Dabei nahm sie sich fest vor, die Vorschläge und Anmerkungen ihres Kollegen ernst zu nehmen und umzusetzen...nachher...im Archiv- allein! Sie schrieb weiter und bemerkte, wie sie unter der etwas unordentlichen Schrift Desmonds sogar Antworten verfasste, welche er jedoch nie zu Gesicht bekommen würde. Oh nein, sie würde ihm definitiv nicht das Blatt zurückgeben! Wie sollte dass denn aussehen?
      Wie eine Liebesbotschaft vielleicht? Erschrocken von ihren träumerischen Gedanken drückte sie den Kugelschreiber etwas zu fest auf das Blatt und riss ein kleines Loch mit der Miene hinein. Innerlich fluchend über ihre Unachtsamkeit legte sie unauffällig ihre Hand über diesen Schandfleck. Jetzt musste sie es neu schreiben... Zu ihrem Glück hatte keiner dies bemerkt oder jeder ignorierte es, wie Ivy es mittlerweile gewohnt war. Die braunen Strähnen vor ihr Gesicht fallen lassen sah sie wieder nach unten und wartete, bis das Meeting vorbei war.
      Natürlich blieb sie sitzen bis einer nach dem anderen den Raum verließ, jeder seinen eigenen Gedanken nachhängend und wohl am Überlegen der nächsten Schritte und Planungsausführungen. Sheffield schloss gerade die Diagramme und Auftragsdokumente, als sie mit ganz vorsichtigen Schritten zu ihm ging.
      "S-Sir..", quiekte sie etwas unsicher um ihn auf sich aufmerksam zu machen. Etwas unwirsch blickte er um.
      "Was?", fuhr er sie ungeduldig an, was sie einen kleinen Schritt zurücktreten ließ.
      "K-könnte ich d-die Diagramme...h-haben? Z-Zur Aus...Ausarbeitung?", fragte sie stotternd machte sich innerlich bereits auf ein Donnerwetter gefasst. Was allerdings nicht zu kommen schien. Scheinbar nervte es zwar den Mann mittleren Alters, trotzdem druckte er die jeweiligen Seiten aus und machte eine wegwerfende Handbewegung.
      "Ich erwarte nicht allzu viel von Ihnen, Miss Thompson. Und jetzt an die Arbeit!" Eilig nickte Ivy und verneigte sich leicht mit leisem Dank, ehe sie schnell den Raum verließ. Mit gesenkten Kopf und die Blätter ebenso wie ihre Unterlagen an sich pressend lief sie durch die Gänge, zielstrebig auf das Archiv zu. Zwischendurch kam sie an dem blonden Gift Chelsea vorbei, welche natürlich aus versehen ihren Kaffee vor ihr fallen ließ, sodass Ivys weiße Turnschuhe nun in Kaffeeflecken getaucht waren.
      "Oh, entschuldige... Ich habe dich gar nicht gesehen.", künstelte Chelsea gehässig und stolzierte gackernd mit ihren Kolleginnen davon. Schniefend beseitigte Ivy die Unordnung auf dem Boden, nicht ohne vorher jedoch ihre Unterlagen säuberlich auf einem naheliegenden Schrank unterzubringen. Ihre Arbeit sollte nicht dreckig werden... Ihre Schuhe waren es schon und das war eines ihrer besten Paare. Tränen sammelten sich abermals in ihren Augen und mit zitternden Lippen flüchtete Ivy schon fast in das Archiv, welches von so gut wie niemanden betreten wurde. Nach einigen Minuten, in denen sie den aufkommenden Heulkrampf unterdrücken musste, beruhigte sie sich indem sie sich Musik auf die Ohren legte. Ihre liebsten, schottischen Lieder drangen in sie ein und augenblicklich beruhigte sich Ivy ein wenig. Genug um mit der Arbeit zu beginnen, immerhin wollte sie spätestens um Neun draußen sein um die Sternschnuppen rechtzeitig sehen zu können.
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    • Maxinne Smith-Baker
      "Sie hat was gemacht!?", tippte Maxie mit rasender Geschwindigkeit auf ihre Tasten, nachdem sie einen kleinen Statusbericht von ihrer lieben Freundin Ivy bekommen hat. Diese verfluchte Ziege aus ihrem Büro machte ihr wirklich das Leben schwer. Andauernd wurde sie von ihr mies behandelt und ignoriert oder sogar so wie heute schikaniert. Dabei hatte Maxinne ihren Instagram Account gefunden und eines war sicher, sie sah um Längen nicht so gut aus, wie diese Chelsea selbst von sich dachte. Schnaufend lehnte Max sich in ihrem PC Stuhl zurück, beugte sich dann viel zu ruckartig wieder vor und legte bereits die Hände auf die Tastatur, ehe sie murrte und seufzte und sich wieder zurücklegte. Nachdenklich fuhr sie sich übers Gesicht und überlegte fieberhaft, wie sie ihre Freundin ein wenig aufmuntern konnte. Irgendwas müsste sie doch tun können. Langsam drehte sie sich mit ihrem Drehstuhl herum und sah aus dem Fenster. Es wurde langsam dunkel... Kurz kam ihr der Gedanke, dass sie sie vielleicht von der Arbeit abholen könnte, um mit ihr zusammen ein paar Snacks zu kaufen für den Meteoritenregen, den sie unbedingt sehen wollte. Aber... heute war... kein so guter Tag. Schon seit Stunden war Maxinne irgendwie unruhig und rastlos. Wenn sie sich heute rausquälen müsste, sah sie sich vor ihrem inneren Auge bereits selbst zusammenbrechen und dann wäre sie nur ein weiteres Problem für Ivy. Und eine Belastung wollte sie wirklich nicht für sie sein.
      "Argh! So ein Mist!" Frustriert raufte sie sich mit beiden Händen sie Haare und fing an mit dem Bein zu wippen. Nervös bis Max sich auf die Lippe und dachte angestrengt nach, ehe sie ein bisschen zögerlicher ihre Finger erneut auf der Tastatur platzierte. "Lass dich davon nicht ärgern! Sie wird für ihren grausamen Charakter bestimmt umso schneller faltig im Gesicht. Bald hast du es geschafft. Denke immer an die neue Drama-CD deines Lieblings!" Ivy las unglaublich gerne. Und sie verliebte sich mindestens genau so gerne in die Protagonisten ihrer Bücher. Max hatte ihr neulich eine Drama CD besorgt. Im Grunde war es ein Hörspiel, allerdings gab es eine ganze Menge Fanservice und Ivy hatte ewig von der Stimme ihres liebsten Charakters geschwärmt.
      Wenn Max schon nichts ausrichten konnte, dann wenigstens die Stimme dieses Mannes. Ohne mit der Wimper zu zucken suchte sie die CD heraus, warf sie ein und jagte die Tonspur durch einen Hexler, um nur eine einzige Zeile heraus zu schneiden. "Gutes Mädchen. Du schaffst das", spielte sie die unglaublich samtige Stimme des Protagonisten ab, um es noch einmal nachzuprüfen. In der Szene machte er der Protagonistin Mut und genau das brauchte Ivy jetzt anscheinend auch gerade. Max ahnte, dass sie gerade ohnehin Kopfhörer aufhatte und zog die Datei in ihr Chatfenster mit einem Herz hinterher. Himmel... Sie war wirklich nutzlos, wenn das alles gewesen ist, was sie für ihre beste Freundin tun konnte. Niedergeschlagen bretterte sie ihren Kopf auf den Schreibtisch. "Maaax... Warum kannst du nicht normal sein und deine verfluchte Wohnung verlassen? Ivy braucht dich doch..."
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    • Ivette Thompson

      Noch während sie an ihrem Laptop saß und die Arbeit bewältigte, sie mit Bildern und Skizzen veranschaulichte, tönte der Benachrichtigungston ihres Handy, von dem eben noch "Touch the Sky" lief. Vielleicht ein Kinderlied aus dem Film Merida, doch Ivy liebte dieses Lied und hatte es sogar auf ihrer Gitarre gelernt. Stolz hatte sie es ihrer besten und einzigen Freundin Max vorgesungen, welche natürlich begeistert war. Apropos Max, es gab nur einen Menschen der ihr schreiben würde. Besagter Lieblingsnerd. Mit breitem Lächeln blickte sie auf die Chatnachricht, nachdem sie sich etwas in einer Nachricht über Chelsea ausgeheult hatte. Als Antwort kam das typische empörte Verhalten Max' welches sie wirklich liebte. Kurze Zeit später erhielt sie eine Voice und etwas verwundert öffnete sie diese. Statt einer Hasstriade auf Chelsea, welche Ivy von Max erwartet hatte, sprach eine dunkle und samtige Männerstimme zu ihr, welche die Braunhaarige überall wiedererkennen würde! Das war Aaron, ein legendärer Assassine, welcher seine große Liebe fand. Hach, eine Romanze zwischen einem Killer und einer Hexe, Ivy liebte dieses Buch sehr und feierte die beiden Hauptcharaktere sehr. Vor allem der eigentlich kalte und doch so beschützende Aaron hatte es ihr angetan.
      "Gutes Mädchen. Du schaffst das" Sie spielte diese Voice wieder und wieder, dabei grinsend wie ein Teenager Mädchen. Ohhh, wie gerne würde sie Gloria in diesem Moment sein und seine schwere Hand auf ihrem Kopf spüren, wie er liebevoll durch ihre Haare zauste...
      "Haaach...", entkam es ihr verträumt ehe sie sich halbwegs wieder fasste.

      Du bist eine Lebensretterin. Jetzt arbeite ich doppelt so schnell! Was sagst du zu Zartbitter Schokolade und Wein für unsere Sternennacht?

      Ivy schickte ihre getippte Nachricht ab und nahm sich vor im naheliegenden Einkaufsladen die zwei besagten Dinge zu besorgen. Natürlich würde sie die Sternschnuppen von dem kleinen Balkon ihrer Wohnung aus beobachten. Umhüllt von Kuscheldecken, Plüschtieren und Molly, dem flauschigen Pummelchen, welches sie ihre Katze nannte. Mit neuem Mut und Inspiration, die Voice wohlgemerkt auf Dauerschleife laufen lassend, tippte sie weiter an ihrem Laptop und beachtete wohlgemerkt die Hinweise, welche Desmond ihr gegeben hatte. Ob er ihr auch sagen würde, sie habe dies gut gemacht? Mit puterroten Wangen schüttelte sie ihren Kopf und las schnell über ihre fertige Arbeit, ehe sie acht Kopien anfertigte. Eine für ihren Teamleiter, die anderen sieben für die Mitglieder. Mittlerweile war es schon halb Neun und ein wenig stolz auf ihre Arbeit verteilte sie diese still und heimlich in den Ablagen der jeweiligen Mitarbeiter. Dann verschwand sie mit einem freundlichen Lächeln zu Joshua, dem Nachtwächter und Teilzeithausmeister, ehe sie nach draußen in die kühle Nacht huschte. Grinsend las Ivy die Antwort ihrer Freundin und besorgte die Snacks sowie den fruchtigen Weißwein, ehe sie schnellen Schrittes nach hause ging. Glücklicherweise war dies gerade mal zwanzig Minuten von ihrer Arbeit entfernt.
      Beinahe im Sturm klopfte Ivy aufgeregt an die Nachbarswohnung, in der sich Max verschanzt hatte. Hinter ihrer eigenen Tür hallten bereits Mollys Begrüßungsschreie, wohl weil sie Hunger hatte und ein paar Kuscheleinheiten verlangte. Die würde sie auch bekommen, sobald sie mit Max im Schlepptau die Wohnung betrat.
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    • Maxinne Smith-Baker
      Erleichterung hatte sich in Max breit gemacht, als sie die deutlich positiveren Nachrichten ihrer Freundin las. Er Herz hämmerte und sie fühlte sich außer Atem. Es fühlte sich an, als hätte sie ein schweres Rennen hinter sich gebracht und das in gar keiner allzu schlechten Zeit. Eigenartiger Vergleich, dabei hat Max doch schon ewig kein Leichtathletik mehr gemacht. Sie bereitete sich bereits auf den gemeinsamen Abend mit Ivy vor, sprang noch einmal unter die Dusche, schmiss sich in frische Klamotten, sie wollte ja auch gut duften für ihre liebe kleine Ivy und im Anschluss setzte sie sich noch ein bisschen vor den PC und ließ sich von ihrem Bekannten zu einer Runde Rocket League überreden, sie behielt dabei allerdings immer wieder die Uhr im Blick.
      "Heute auf der Arbeit, ihr glaubt es nicht, mein Chef ist so ein Vollidiot!", dröhnte die Stimme ihres Kameraden aus ihrem Headset. Sie waren in einer Vierer-Gruppe, Max war wie fast immer gemutet und verdrehte die Augen bei Leons erneutem Rant. "Natürlich obliegt unser neues Projekt absoluter Geheimhaltung! Aber ich kann euch sagen, wenn der nicht so stur wäre und mich einfach deren Website ein bisschen ummodeln lassen würde, er würde auf die Knie fallen und mir die Füße küssen." Einer der anderen Spieler machte ein zischendes Geräusch. "Hast du nicht gesagt er ist nicht mehr der jüngste? Kommt er überhaupt so weit oder soll er nur deinen Kopf tätscheln wie einen Hund?" Mit einem breiten Grinsen hörte sich Max die Welle an Beschimpfungen und Flüchen an und lachte kopfschüttelnd, ehe sie ihre Ohren spitzte und zur Wohnungstür sah. Sie hörte Schritte auf dem Flur, durch die Kopfhörer und sie wusste genau wessen Schritte es waren. Sie erkannte den federnden Gang und die Geschwindigkeit der trippelnden Schritte. Glücklich machte ihr Herz einen aufgeregten Hüpfer. Endlich war sie heim.
      Maxinne hat sich seit einer Woche auf diesen Abend gefreut. Schnell schoss sie eben ein Tor und schrieb dann ganz komplexlos einfach ein Bye, meine Freundin ist zurück in den Chat, ehe sie sich unter den Protestrufen von Leon ausloggte. da klopfte es bereits Sturm an ihrer Tür und Max sprang aus ihrem Stuhl und öffnete nur für diese eine Person freudig ihre Tür. "Willkommen zu Hause, I-..." Max kam nicht einmal dazu ihren Gruß zu Ende aufzusagen, da schnappte ihre kleinere Freundin sie sich schon am Arm, nachdem sie ihr die Flasche Wein in die Hände gedrückt hatte und zog sie ganz aufgeregt mit in ihre Wohnung. Max schaffte es gerade noch ihre eigene Tür ins Schloss zu werfen und ergab sich dann sehr zufrieden ihrem Schicksal des heutigen Abends. Es bestand darin die süße Molly zu kuscheln, mit der noch süßeren Ivy auf dem Balkon unter allen Decken, die sie hatten zu sitzen und die frische Abendluft zu genießen. "Gut, dass du es noch rechtzeitig geschafft hast. Ich hatte schon Sorge du schiebst wieder Überstunden wegen diesem scheiß undankbaren Job!", murrte Max, während sie sich an die kühle Wand lehnte und hinauf in den Himmel sah, während Ivy noch ihr Teleskop ausrichtete. Sie führte ihr Weinglas an ihre Lippen. "irgendwann mach ich eine eigene Firma auf und ich stell dich ein! Dann haben wir hier unser Büro, verdienen Geld ohne Ende und wirst endlich mal wertgeschätzt!" Ja, ein schöner Traum, denn Max da hatte. Wenn er auch so weit entfernt schien wie der Meteoritenregen.
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    • Ivette Thompson

      Molly begleitete beide Frauen zu ihrem beginnenden Abend, nachdem es erstmal eine großzügige Portion ihres Lieblingsfutters gab. Nach ausgiebigen Schmusen mit der norwegischen Katze, welche mit ihrem langen und extrem weichen Fell sich perfekt der ebenso kuschligen Umgebung anpasste, bereitete Ivy mit sicheren Griffen den Balkon vor. In ihren eigenen vier Wänden war sie beinahe wie ausgewechselt. Vor Molly und Max musste sie nicht zurückhaltend und unsicher sein, sie konnte lachen und reden so viel sie wollte. Beide Mädels waren ihre liebsten M&Ms. Molly and Max, irgendwann würde Ivy noch ein Poster von beiden aufhängen! Schnell waren mit Max' Hilfe die Kissen auf die alte Bank gelegt, diese zusätzlich mit den weichen Felldecken ausgeschmückt und der kleine Beistelltisch, den sie normalerweise im Wohnzimmer hatte, machten sie ihr Wein und Snacklager. Dazu eine kleine Lichterkette und das alte, klapprige Teleskop, welches Ivy noch aus Schottland mitgebracht hatte. Zufrieden mit der kleinen Oasis unterhielt sie sich über ihren Tag, sprach abermals von ihrer gemeinen Kollegin und schimpfte über ihren Teamleiter Mr. Sheffield.
      "Gut, dass du es noch rechtzeitig geschafft hast. Ich hatte schon Sorge du schiebst wieder Überstunden wegen diesem scheiß undankbaren Job!", murrte ihre beste Freundin und Ivy seufzte laut auf.
      "Hätte ich fast... Ich habe noch alles ausgearbeitet und in die Ablagen gelegt, damit ich morgen meine Ruhe habe.", meinte sie nur und zog etwas die Schultern hoch, als sie abermals an den "Brieftausch" mit Desmond dachte. Er hatte ihr tatsächlich geholfen und sie hatte durchaus viel mit seiner schriftlichen Hilfe tun können. Über den Vorschlag einer eigenen Firma lachte Ivy nur vergnügt auf.
      "Wir gestalten und vermarkten flauschige Wohnungseinrichtungen! Oh, wir können genauso was für deine Spiele machen...uhm..so..Wie hieß das nochmal? Das Geld...?" Ivy zog etwas verzweifelt die Stirn kraus. Von Videospielen wusste sie als Bücherwurm nicht viel, noch weniger von dem Fachjargon dieser.
      "Ingame-Währung?", half Max ihr auf die Sprünge und Ivy schnippte erleuchtet mit den Fingern. Schließlich lachten beide über die Albernheit ihrer Idee und wurden nur von einem protestierten Meow unterbrochen, da Ivy schon seit zehn Minuten nicht mehr ihre Katze gestreichelt hatte. Ihr Baby war wirklich sehr anhänglich... Ivy trank einen Schluck des gekühlten Weins und streichelte das weiche Fell ihrer Süßen, ehe sie es sich neben Max auf der präparierten Bank bequem machte. Mit Wein und Schokolade bewaffnet warteten sie ab und sahen erwartungsvoll gen Himmel. Zu ihrem Glück war es eine Sternenklare Nacht und selbst die Lichter von DC störten diesmal weniger, da der Smog über der Stadt heute erstaunlich erträglich war und somit kein gelblicher Nebel über ihren Köpfen hing. Die verbleibende Zeit zum Start verbrachten sie mit allmöglichen Themen, Ivy erzählte sogar davon, dass sie in einem Team mit den Top 7 geworfen wurde.

      Die Zeit verging und Ivy lehnte sich nach dem zweiten Glas Wein gegen ihre Freundin.
      "Meinst du man erhört meinen Wunsch? Es heißt doch, Sternschnuppen sollen doch Wünsche erfüllen...", träumte die Braunhaarige vor sich hin und grinste dabei albern, als sie einen kritischen Blick von Max erntete. Sie hatte tatsächlich einen Herzenswunsch... Welcher sich wohl nie erfüllen würde, aber immerhin konnte sie ihn heute Nacht laut aussprechen ohne sich dabei kindisch zu fühlen. Wobei...An Sternschnuppen zu glauben war vielleicht ebenso kindisch, aber heute war Ivy das egal. Der Tag war nervenaufreibend und anstrengend, da durfte sie jetzt auch mal träumen.
      Die Stunde schlug elf und ihr eigeschalteter Wecker piepste nervtötend zum Zeichen, dass der Meteoritenschwarm begann. Aufgeregt sprang Ivy förmlich nach oben, stellte ihr ohnehin leeres Glas ab und umklammerte das Geländer des Balkons. Ihre großen, braunen Augen sahen nach oben in freudiger Erwartung. Und tatsächlich... Immer mehr Schnuppen zogen ihren flammenden Schweif über den Himmel, bis jede Minute wenigstens zwei bis drei zu sehen waren. Aufgeregt quietschte sie und hüpfte sogar ein paar Mal auf der Stelle. Über beide Ohren strahlend drehte sie sich zu Max um.
      "Siehst du wie viele das sind, Max!", rief sie enthusiastisch und wirbelte wieder herum, um in den Himmel zu starren. Der Anblick war atemberaubend schön und gab ihr ein Gefühl, dass alles möglich wäre. Wirklich alles, der Himmel und die Sterne würden es möglich machen. Schwärmend stand sie da, mit dem Kopf weit in den Nacken gelegt und bekam kaum mit, dass Max mit ihr sprach. Als die nächste Sternschnuppe auftauchte sprach sie ihren Wunsch laut aus, in der Hoffnung dieser Stern würde sie erhören.
      "Ach Max...Ich wünschte... Ich wünsche ich wäre wunderschön, sodass man mich endlich sehen könnte. Dass ich endlich beachtet werde! Damit wäre mein Leben um vieles leichter...", sprach sie ihre Gedanken laut aus und sah erwartungsvoll hoch. Natürlich würde nichts geschehen, das wusste sie. Aber trotzdem machte sich Hoffnung in ihr breit, etwas wäre an diesem Mythos dran.
      "Ivy, glaubst du wirk-", begann Max gerade mit einer ihrer Moralpredigen als tatsächlich etwas geschah. Offenbar war ihre LED-Lichterkette defekt, der Balkon schien ihr plötzlich ziemlich grell zu leuchten und geblendet davon hielt Ivy schützend ihre Hand vor Augen. Ein leichter Schwindel erfasste sie und benommen davon stützte sie sich auf der Bank ab, ehe das seltsame Gefühl verschwand und auch das Licht zurückzugehen schien. Was zum... Irritiert davon strich sie sich eine ihrer weißen Haarsträh- Moment... WEIß?!?!?!

      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

    • Maxinne Smith-Baker
      Der Meteoritenschauer war wirklich atemberaubend schön und Max konnte sich kaum satt sehen. Allerdings wirklich nur kaum. Denn irgendwann, ganz von alleine drehte ihr Kopf sich herüber zu Ivy. Sie war wirklich unglaublich in ihren Augen. Max bewunderte sie so sehr. Manchmal erschien es ihr, als hätte Ivy ähnliche Ängste wie sie selbst und doch stand sie jeden tag auf und ging zu dieser Arbeit, meisterte ihren Alltag und kam nach Hause und strahlte. Es war ihr absolut schleierhaft, wie niemand auf ihrer Arbeit, noch sie selbst erkannten wie wundervoll sie gewesen ist. Allein dass sie, Max, in dieser Nacht hier sitzen und entspannen konnte, diese Schönheit genießen durfte. Das war alles Ivettes Verdienst. Ohne sie hätte Max wahrscheinlich niemals aufgehört sich komplett zu verschanzen und wäre auch noch zufrieden damit gewesen. Unglaublich wie viel leichter es gewesen ist einsam zu sein so lange man allein gewesen ist. Doch nun, je länger sie in dieses strahlende Gesicht blicken konnte, desto sicherer wusste Max, dass sie sie auf keinen Fall missen wollte.
      So wie jetzt sollte es immer bleiben. Aufgeregt sprang Ivy auf und ab und ein breites, sanftes Grinsen legte sich auf die Lippen der Brünetten. Doch auf die Worte ihrer Freundin legte sich sogleich ein bitterer Ausdruck auf ihr gesicht und sie schnalzte mit der Zunge. "Dieses Gerede schon wieder! Wie oft soll ich dir noch sagen, dass...-" sie schöner gewesen ist, als sie dachte, waren die Worte, die Maxinne auf der Zunge lagen. Doch unterbrach sie sich selbst in ihrem grenzenlosen Schock, als vor ihren Augen... Ivy anfing zu...
      Entsetzt sprang sie von der Bank auf und presste sich mit Terror in den Augen an die Wand hinter sich, als sie beobachten konnte, wie ihre beste Freundin sich vor ihren Augen veränderte. Ihre Größe, ihre Haare, alles - alles änderte sich! Max bekam Panik, ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Und dann... dann war es auf einmal vorbei. Das gleißend helle licht verblasste, wenn es auch nicht ganz verschwand und vor ihr auf dem Balkon stand nicht mehr ihre kleine süße Ivy, sondern eine ganz veränderte, fremde Frau mit nahezu überirdischer Schönheit.
      Doch das konnte Max kaum beeindrucken in diesem Moment. Wo war Ivy? Was war mit ihr geschehen? "I-Ivy... was...?" Eine entsetzliche Verlustangst übermannte die junge Frau und riss alle Luft aus ihren Lungen, sodass Maxinne langsam aber sicher anfing zu hyperventilieren. Immer schneller, als wäre sie auf der Flucht atmete sie ein und aus.
      "Wer... wer bist du? Was ist passiert...? ivy? Ivy bist... bist du das? Ich... was zur Hölle soll die Scheiße!? Wenn das ein Scherz sein soll, dann ist es kein guter! Verdammt du machst mir eine Heidenangst!" Ohne, dass sie es verhindern konnte, rannten die Tränen über ihre Wangen, die sie schnell versuchte wegzuwischen. Was um alles in der Welt ging hier vor?
      I'll see ya in a dream.
    • Ivette Thompson

      Ivy war starr vor Schreck, ebenso wie ihre Freundin, die plötzlich kreidebleich zu ihr starrte und sogar begann zu weinen, was Ivy innerlich zerriss. Sie konnte es nicht sehen wenn Max, die sonst so taffe und starke Freundin, plötzlich schwach und zerbrechlich wirkte.
      "M-Max..." Die weißen Haarsträhnen ungläubig in ihren Händen haltend sah Ivy verloren und ängstlich drein. Das...war zu viel... Hatte sie zu viel Wein getrunken? Oder war das ein Traum? Ein verrückter, angsteinjagender, sehr verstörender Traum?!
      "Max...m-meine Haare... W-warum sind sie weiß?", kam es krächzend von ihr und glücklicherweise war ihre Stimme noch immer ihre eigene. Nun, zumindest diese. Als Ivy sich von der Stütze namens Bank aufrichtete überragte sie Max plötzlich, obwohl sie vorher eigentlich nicht gerade hoch gewachsen war. Doch plötzlich schien sie ziemlich groß zu sein und die langen Strähnen, weiß wie der Mond selbst, verwirrten und ängstigten sie. Sie kniff sich selbst und zog sogar an diesen unnatürlichen Haaren, im Glauben es wäre eine dämliche Perücke. Doch mit einem "Autsch" ließ sie schnell wieder ab. Es tat weh...wirklich weh...! Ivy bekam wirklich Panik und rannte kurzerhand zurück in ihre Wohnung direkt in ihr Schlafzimmer. Nein, nein und nochmal nein! Das war doch ein schlechter Scherz! Schwer atmend stand sie vor dem Ganzkörperspiegel, welcher an ihrem Kleiderzimmerschrank angebracht war. Entgegen blickte ihr eine komplette Fremde. Und Ivy meinte wirklich fremd. Die Frau in ihrem Spiegel war Welten entfernt von ihr, sogar Chelsea sah daneben wie ein Witz aus. Langes, platinfarbenes Haar ergoss sich über die schmalen Schultern und ein beinahe erhabenes Gesicht mit vollen Lippen und tiefblauen Augen sah ihr verängstigt entgegen. Nicht nur das, selbst ihre Kleidung hatte sich verändert in ein weißes, samtiges Outfit mit dem sie selbst als Chefin einer Firma einhergehen könnte. Geschockt starrte Ivy in den Spiegel und bewegte wie in Trance ihre Arme, nur um zu sehen dass die schöne Frau es ihr gleichtat. Das war zu viel.
      Weinend brach Ivy auf dem Boden zusammen und verbarg ihr neues Gesicht hinter ihren langen Fingern. Sie konnte nichts dazu, diese Einflüsse waren zu viel für sie und brachen ihre Dämme. Ivy wusste nicht wie sie damit umgehen sollte oder was sie überhaupt tun sollte. Das im Spiegel war nicht sie aber irgendwie schon... Das war alles viel zu verwirrend. Ein klägliches Meow ließ sie schniefend aufblicken und sie sah Molly ebenso wie Max in ihr Schlafzimmer tretend. Molly kam augenblicklich zu ihr und kuschelte sich tröstend an sie. Dankend kraulte sie ihre Kleine und nahm sie noch leicht hicksend von dem plötzlichen Heulkrampf an sich.
      "Was ist passiert, Max... Warum bin ich... Wer ist das?" Zusammenhanglos kam ihre Verwirrung über die fremden Lippen und beinahe anklagend deutete sie auf den Spiegel.
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    • Maxinne Smith-Baker
      Es war alles anscheinend kein Scherz. Wenn Max sich auch nichts sehnlicher erhoffte es wäre einer. Doch... Ivy, wenn das Ivette gewesen sein sollte, schien eine ähnliche Panik zu empfinden wie ihre verstörte Freundin selbst. Komplett durch den Wind zog die Fremde sich ungläubig an den Haaren, tastete sich ab und konnte offensichtlich nicht begreifen, geschweige denn verarbeiten, was geschehen ist und stürmte herein zurück in ihre Wohnung und ließ Max allein auf dem Balkon zurück. Zitternd schaffte sie es nicht sich zu beruhigen und legte beide Hände um ihren Mund und ihre Nase und versuchte kontrollierter zu atmen, um sich selbst zu beruhigen und nicht mehr zu hyperventilieren. Sie schloss ihre Augen und gab einen wimmernden Ton von sich, ehe sie tatsächlich schaffte sich zu beruhigen. So wenig Max darüber nachdenken wollte was passiert ist, sie konnte sich nicht dagegen erwehren den Blick in den Himmel zu heben. War das vielleicht doch der Wunsch, den sie ausgesprochen hatte...? Der Gedanke allein war abwegig genug, dass Max sich ohrfeigen könnte. Doch wenn... Ihr Herz setzte aus. Der Sternschnuppenregen war vorüber und über Max Kopf erstreckte sich nichts als die schwarze Nacht. Es war wohl kein Wunsch mehr für sie übrig... Maxinne verabscheue sich für diesen Gedanken und erhob sich wieder, um vorsichtig zurück in Ivys Schlafzimmer zu treten. Molly folgte ihr und hatte deutlich weniger Berührungsängste gegenüber ihrer Besitzerin als ihre beste Freundin...
      Unschlüssig stand Max da, noch immer in der Tür, ihre Hände zitterten und immer wieder öffnete sie den Mund, ohne dass ein Ton ihre Lippen verließ und schloss ihn wieder. "Ich weiß es nicht", wisperte sie schließlich tonlos und presste ihre Lippen wieder aufeinander um schnappend einzuatmen. Immerhin an ihrer Stimme und ihrer Art konnte Max ihre beste Freundin noch erkennen. Wenn auch das Gefühl vor einer Fremden zu stehen sich unerträglich intensiv in ihre Brust bohrte und ihr das Herz durchlöcherte. Es dauerte sehr lange, bis Max sich langsam näherte. Erst ein Schritt, dann noch einer. "G... geht's dir gut? Hast du... Schmerzen?" Maxinne wusste überhaupt nicht, wie sie sich in dieser Situation verhalten sollte.
      Gerne hätte sie ihre Hand an die Schulter oder den Rücken ihrer lieben Freundin gelegt doch ihr Körper weigerte sich massivst gegen den Kontakt zu einer Fremden. Am liebsten wäre Max sogar einfach zurück auf den Balkon gelaufen. Die Läuft in dem sonst so vertrauten Zimmer fühlte sich unerträglich heiß an in ihren Lungen. "Ich bringe dir was zu trinken!", schoss es plötzlich aus der Brünetten heraus und sie stürmte geradezu in die Küche und trocknete sich mit einem letzten Schniefen noch einmal das Gesicht ab. In der Küche schnappte sie sich an Glas, füllte es am Kran mit Wasser und kippte es zu aller erst selbst herunter, bis sie ein neues für Ivy befüllte und damit zurück kam. Sie hatte gedacht sich ein bisschen beruhigt zu haben, doch wieder versteinerte ihr Körper, als sie die Fremde Gestalt auf dem Boden sitzen sah. "Hier.", sagte sie steif und reichte ihr vorsichtig das Glas. "Du... hast angefangen zu leuchten. Du hast geglüht wie die Sterne, die wir beobachtet haben. Es... Ich... Meinst du es... war dein... Wünsch?" Max fühlte sich geisteskrank diese Möglichkeit in Erwägung zu ziehen und musste sich zu jedem einzelnen Wort zwingen, damit es ihr über die Lippen kam.
      I'll see ya in a dream.
    • Ivette Thompson

      Dankend nahm Ivy das Glas Wasser entgegen und bemerkte dabei wie die Hand ihrer Freundin leicht zu zittern schien. Offenbar schien Max ebenso aufgewühlt wie sie selbst zu sein, ein Umstand der sie noch verzweifelter werden ließ, als sie es ohnehin schon war. Für den Moment hatte sie Max' Angst völlig vergessen und nun beschlich sie ein schlechtes Gewissen, nicht entsprechend darauf reagiert zu haben. Als besagter Braunschopf schließlich Ivys Wunsch ansprach weiteten sich ihre blauen Augen und der Grosche fiel. Ihr Wunsch... Natürlich! Das musste es sein! Ivy hatte sich gewünscht, wunderschön zu sein und das war sie ja wohl jetzt. Wenn diese weißhaarige Frau im Spiegel kein Inbegriff der Schönheit war, dann wusste Ivy auch nicht weiter.
      "Oh verdammt...", entkam es ihr im gälischen Akzent und entgeistert blieb ihr Mund leicht offen stehen. Das...war verrückt, aber gar nicht so abwegig.
      "Ich...Ich habe mir gewünscht....schön zu sein und jetzt.." Ungläubig sah sie wieder zum Spiegel und dann zurück zu ihrer steifen Freundin. Ivy kam sogleich eine Idee, dieses Dilemma rückgängig zu machen.
      "Die Sterne! Der Meteoritenschauer geht noch ein paar Stunden, ich muss mir nur wünschen wieder normal zu sein und dann ist alles wieder...gut." Letzteres kam etwas bitter über ihre Lippen. Auch wenn Ivy eine Heidenangst vor dem hatte, was gerade geschehen war, so freute sich ein Teil von ihr plötzlich derart elegant und hübsch zu sein, dass es einer Schande glich es augenblicklich umzukehren. Aber das wäre wohl besser so, außerdem wollte Ivy nicht, dass Max wegen ihrem fremden Äußeren in Panik verfiel. Zu sehr hing der schüchterne Bücherwurm an ihrer besten und einzigen Freundin, mit der sie schon so viel geteilt hat. Mit dem neuen Plan im Kopf erhob sie sich aus ihrer kauernden Haltung, das Glas fest umklammernd.
      "Lass uns auf den Balkon damit ich... Max?" Ivy war voller Tatendrang doch der zweifelnde Gesichtsausdruck der Brünetten ließ sie innehalten. Etwas zögernd begann Max zu sprechen und teilte Ivy mit, dass keine Sternschnuppen mehr zu sehen waren. Als hätte es abrupt aufgehört... Oder alle Wünsche waren verbraucht. Entsetzt davon musste sich Ivy erstmal auf die Kante ihres Bettes setzen und vergrub ihre Hände in den seidigen Haaren. Oh Gott, was sollte sie denn jetzt machen?! So konnte sie keinesfalls auf die Straße! Oder zur Arbeit... Oh nein, die Arbeit! Jetzt wo sie auch noch in dem Team mitwirken sollte! Die Anderen würden Fragen stellen auf die Ivy keine Antwort wüsste! Abermals füllten sich ihre Augen mit Tränen. Man würde sie wegsperren, sie für verrückt erklären und im hohen Bogen rausschmeißen! Was hatte sie sich bei ihrem dämlichen Wunsch nur gedacht?! Warum musste sie so blöd sein! Und warum in Gottes Namen ging ein Wunsch durch Meteoriten in Erfüllung, das war doch völlig absurd! Das geschah nur in Märchen und Ivy wusste, dass die Realität alles andere als märchenhaft war.
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    • Maxinne Smith-Baker
      Die junge Frau empfand ein so heftiges Unwohlsein, dass sie das Gefühl hatte es als physischen Schmerz wahrzunehmen, als Ivy voller Enthusiasmus versuchte ihren Wunsch schlichtweg wieder zurück zu nehmen. Max seufzte kaum hörbar und haderte mit sich selbst, ob sie sie hinaus gehen und es selbst herausfinden lassen sollte, oder ob sie nicht doch einfach etwas sagen und damit ihre Hoffnungen vernichten sollte. Sie gab sich den Ruck und sprach es lieber aus nach einem kurzen Räuspern. Seufzend musste sie daraufhin mit ansehen, wie niedergeschlagen und verzweifelt die weiß-haarige Schönheit sich auf ihre Bettkante fallen ließ. "Hmpf", machte sie einen bitter lachenden Ton und strich sich unangenehm berührt über die Arme mit einem verlegenen Lächeln, das zeugnis ihrer kompletten Unfähigkeit in dieser Situation gewesen ist. "Da sagt man doch immer. Pass auf mit dem was du dir wünschst, am Ende wird es wahr." Der Versuch diese Situation mit einem grauenvoll schlechten Scherz zu entschärfen schien katastrophal in die Hose zu gehen. Nach einer Weile ließ Max sich einfach ächzend im Schneidersitz auf den Boden fallen.
      "Immerhin hast du dir nicht gewünscht im Gegenteil unsichtbar zu sein! ich glaube das hätte ich gemacht. Dann hätten wir... ein größeres Problem, richtig?" Und die Aufmunterungsversuche wurden wirklich nicht besser. Dabei gab Max sich wirklich, wirklich Mühe! Halbwegs souverän meisterte sie ihre Panik mit einem fremden Menschen in einem Raum zu sein und halbwegs meisterte sie auch das Gefühl den verstand zu verlieren bei dieser extrem abwegigen Situation. Also dafür verdiente sie eindeutig ein bisschen Lob, sobald Ivy wieder normal werden würde... Sollte sie jemals wieder normal werden. Unschlüssig klopfte sie sich etwas auf die Oberschenkel. "Tut... dir denn irgendwas weh? Geht es dir... gut? Mal abgesehen von dem sehr verständlichen Schock." Es war schrecklich. max war hier in Ivys Wohnung, ihrem absoluten Wohlfühlort mit der Ladestation für ihre Seele. Und sie wusste nicht was sie sagen sollte. Wo sie hingucken sollte. Ganz instinktiv mied sie die fremdartigen Augen und unbewusst machte sie sich etwas kleiner, zog die Schultern hoch und rieb sich den Kopf.
      Eher Handlungen der Nervosität, um irgendwas zu tun. Um nicht nichts zu tun.
      I'll see ya in a dream.
    • Ivette Thompson

      Ivy wusste nicht ob sie heulen oder lachen sollte, als Max ihr momentan Bestes gab, sich ihrer Angst zu stellen und sogar zu scherzen. Nun eine unsichtbare Max wäre wirklich ein großes Problem, Ivy würde nicht aufhören zu weinen und nach ihr zu rufen, dessen war sich auch die ehemalige Brünette bewusst. Leider war ihr Wunsch tatsächlich... direkter in Erfüllung gegangen als Ivy angenommen hatte. Auf die besorgten Fragen ihrer Freundin zögerte sie kurz, ehe sie schließlich den Kopf schüttelte.
      "Nein, mir geht es gut. Mir war nur kurz schwindelig, aber es geht wieder...", meinte sie noch immer brüchig. Mit einem gequälten Ausruf, oder zumindest einem Ton der halb nach einem Schrei, halb nach einem Seufzen klang, ließ sie sich zurück auf die Matratze fallen und starrte an die Decke.
      "Wie erkläre ich das morgen auf der Arbeit? Ich kann da so nicht einfach aufkreuzen... Man wird mich wegsperren!", kam es ihr beinahe verzweifelt über die Lippen. Natürlich schlug Max beinahe prompt vor, sie solle krank machen und zu Hause bleiben, doch das kam für Ivy nicht infrage. Sie hatte seit ihrem Beginn in dieser Firma nicht einen Tag gefehlt oder sich anderweitig mit etwas schuldig gemacht und sie würde einen Teufel tun, jetzt damit anzufangen. Das neue Projekt war zu wichtig, Ivy konnte ihre Kollegen nicht im Stich lassen! Nein, nein- das war keine Option. Wie zu erwarten reagierte Max nur mit einem Augenrollen aufgrund ihres Pflichtbewusstseins und mit Molly auf ihrem Schoß richtete sie sich halb auf, um ihren Lieblingsnerd anzusehen. Sie sprachen nach anfänglichem schweigen und unsicheren Blicken schließlich lange darüber, was passiert war oder wie man sich alles erklären konnte. Aber ohne Erfolg, keiner der beiden wusste auch nur ansatzweise, wie sowas wissenschaftlich gesehen überhaupt möglich war. Mittlerweile war es tiefste Nacht und sie hatten sich halbwegs bei mehreren Tassen heißem Kakaos beruhigt, als Ivy unsicher aus blauen Augen zu Max schielte.
      "Du...Max...", begann sie langsam in einem ganz gewissen Tonfall. "Hm?" "Kannst du heute Nacht bei mir bleiben? Ich...dreh sonst durch alleine...", flehte Ivy schon fast und lächelte sichtlich erleichtert, als Max nach kurzem Zögern einwilligte.


      ...Der nächste Tag...

      Unsicher stand Ivy vor dem gläsernen Gebäudekomplex ihrer Firma. Oder besser gesagt, noch stand sie auf der anderen Straßenseite und trat von einem Fuß auf den anderen. Leider waren vergangene Ereignisse der letzten Nacht kein Traum, was Ivy heute morgen zu einem weiteren Heulkrampf verleitete. Unruhig zog sie etwas an dem strahlend weißen Anzug. Aus Verzweiflung ist sie bei diesem geblieben. Max und ihre Sachen passten leider nicht so wirklich oder sahen absolut lächerlich aus. Nach ewigen hin und her - nebenbei gesagt waren diese langen Haare fürchterlich aufwendig, wenn sie einmal nass vom Waschen waren- hatte sie sich dasselbe Outfit geschnappt, was sie nach der Verwandlung trug. Nun stach sie unangenehm hervor und spürte die Blicke der Passanten. Ob diese dachten sie wäre eine Verrückte? Oder komisch? Ivy wollte es lieber nicht wissen und mit Erschrecken stellte sie fest, dass es bereits nach acht Uhr war. Verflucht, das Meeting hatte vor zehn Minuten begonnen! Etwas panisch rannte sie über den Fußgängerüberweg, die ungewohnten Stiefletten machten ihr dabei das Laufen nicht gerade leicht, aber irgendwie schaffte sie es dennoch heile die andere Seite zu erreichen. gerade sah sie, wie ein anderer Mitarbeiter gerade die Firma betrat und wohl im Wissen, dass ihr die Tür vor der Nase zuschlagen würde, versuchte Ivy gar nicht erst den Mann einzuholen. Den Kopf wie üblich gesenkt ging sie zügig weiter und bemerkte erst zu spät, das eben gesehener Kollege tatsächlich die Tür aufhielt. Sein Blick lag dabei bewundernd auf ihr und etwas verwirrt von dem sah sie hinter sich, ob dort jemand stände.
      "Wollen Sie hier rein, schöne Dame?", fragte der ihr unbekannte Mann. Es dauerte einige Augenblicke, in denen sie ihn mit großen Augen anstarrte, ehe sie begriff, dass er tatsächlich sie zu meinen schien.
      "I-Ich..also...j-ja...", kam es stotternd über ihre Lippen und ohne auf die Antwort des Fremden zu warten - wohl aus einer anderen Abteilung, Ivy hatte ihn noch nie gesehen- huschte sie schnell an ihm vorbei ins Innere. Dort angekommen schienen sich irgendwie die gesamten Blicke der noch Anwesenden im Folier auf sie zu richten. Panisch schob Ivy etwas die weißen Haare vor ihr Gesicht und vermied jeglichen Augenkontakt und kam dadurch, verfolgt von dem Raunen der Mitarbeiter, schließlich vor dem Meetingraum an. Nun begann Ivy wirklich zu zittern und erstmals fragte sie sich, ob sie nicht auf Max hätte hören sollen. Es wäre wohl doch besser sie wäre zu Hause geblieben... Nein, Ivy! Herrschte sie sich selbst an und atmete einige Male tief durch, ehe sie ganz leise die Tür öffnete und eintrat. Das Meeting war auch ohne sie wie zuvor bereits im Gange, doch verstummten die Männer schlagartig als sie zu ihrem gestrigen Platz huschte. Eigentlich wollte sie ganz unauffällig ihren Stift nehmen und wie gewohnt anfangen, alles zu notieren, doch...es gab nichts zum notieren. Es herrschte absolute Stille und verunsichert davon blickte sie kurz in die Runde. In eine ziemlich...geschockte Runde, würde Ivy meinen. Sicher war sie sich jedoch nicht, sie war schrecklich darin, andere Menschen zu lesen.
      Ein räuspern holte sie aus ihren Zweifeln zurück. Mr. Sheffield hatte sich an sie gewandt und schenkte ihr...ein freundliches Lächeln?!?! War die Hölle zugefroren und schneite es im Juni? Ivy musste sich erst ihren neuen Körper bewusst machen, doch fiel ihr das schwerer als erst angenommen.
      "Miss... Nicht, dass ihre Anwesenheit stört, aber was macht eine Dame wie Sie hier?", fragte Sheffield mit ungewohnt freundlicher Stimme. Kurz blickte Ivy ernsthaft verwirrt drein, ehe sie all ihren verbliebenen Mut zusammenkratzte.
      "I-Ich arbeite...mit...h-hier.", schaffte sie einen Satz hervorzupressen. Sheffields dunkle Brauen wanderten in die Höhe.
      "Davon wusste ich gar nichts... Wie ist Ihr Name? Oh, wollen Sie vielleicht einen Kaffee? Ich lasse gerne einen bringen!" Okay jetzt war Ivy schon ziemlich verstört. Diese Nettigkeit machte ihr förmlich Angst. Sie öffnete den Mund, schloss ihn jedoch wieder, ehe sie nochmals unsicher zu den verboten gutaussehenden Männern lunzte. Natürlich würde ihr keiner helfen, sie musste das irgendwie selber beantworten und sich dem stellen, was folgen würde.
      "Ich bin...Ivy...also...Ivette Thompson...T-tut mir leid, ich bin zu spät!", quieckte sie ängstlich, als würde sie im nächsten Moment verurteilt werden.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Heaven_Lumen ()

    • Desmond V. Ward
      Nicht ahnend, dass dieser Tag Desmonds Leben komplett auf den Kopf stellen würde, ist er heute zur Arbeit erschienen. Den Meteoritenschauer hatte er zwar mitbekommen, sich allerdings nicht sonderlich dafür interessiert. Stattdessen hat er sich einige Bilder angeschaut, die seine Schwester davon gepostet hatte, ehe es auch schon wieder an ihm vorbeigezogen war ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden. Die Firma war recht zentral gelegen und fußläufig von seiner Wohnung aus zu erreichen. Was nicht bedeutete, dass er nicht manchmal doch den Wagen nahm. Sei es nun Faulheit oder schlechtes Wetter oder mit welcher Entschuldigung er sonst um die Ecke kam. Doch heute war einer dieser Tage, an denen er sich den kleinen Spaziergang gönnte. Wie üblich erschien er ein wenig zu früh im Büro um noch einen Moment der Stille zu genießen. Dabei überraschte es ihn erstaunlich wenig Ivettes Mitschriften auf seinem Tisch zu entdecken. Seufzend schmiss der Mann sich auf seinen Stuhl und nahm kopfschüttelnd die Blätter an sich, um sie durchzugehen. Es war das dritte Mal mit ihm im Team passiert. Das erste Mal hatte er sie abends erwischt, als er etwas in der Firma vergessen hat. Seither hat Desmond angefangen darauf zu achten und wirklich.
      Sie verschwende ihr Potential hinter dieser Schüchternheit, die er auch tatsächlich nicht begreifen konnte. Im Gegenteil. Er wäre dankbar drum, wenn ein bisschen etwas von dieser stillen Persönlichkeit abfärben könnte auf den ein oder anderen Schwachkopf in der Firma, der einfach nicht die Klappe halten konnte. An seinem Kaffee nippend scannte er ihre Vorschläge mit den Augen und konnte gleich mehrere von ihnen direkt so unterschreiben. Wenn es auch noch immer den ein oder anderen Makel gab, den er fand. Solcherlei würde so problemlos ausgemerzelt werden, wenn sie einfach eine zweite Meinung mit dabei hätte. Zwei Leute hatten immer ein besseres Bild vom großen und ganzen als eine allein. Allerdings machte Desmond sich wenig Hoffnungen, dass seine junge Kollegin bereit gewesen wäre einfach so eine Partnerschaft einzugehen.
      "Guten Morgen!", wurde er von dem breiten Grinsen Frederiks aus den Gedanken gerissen als dieser wie üblich kurz vor knapp ins Büro schlenderte. "Guten Morgen", hob Desmond leicht seine Tasse zum Gruß und senkte die Papiere. "Bereit für das Meeting?" Der Blonde sah an seinem Kollegen vorbei zu seinem Computer und nickte. Auch wenn sie sowieso nicht rechtzeitig starten würden bei Sheffields unglaublicher Verdrossenheit seine Unterlagen in Vorarbeit zu sortieren. "Hattest du einen schönen Abend, wenn du mich schon versetzt hast?", fragte Fred überdramatisch und der andere seufzte, wenn er sich auch ein Lächeln nicht verkneifen konnte. "und wie. Jeder Abend, den ich meine Ruhe vor dir habe ist ein guter Abend." Schockiert japste Frederik auf. "Das will ich nicht gehört haben!" - "Dann scheinst du Probleme an deinen Ohren zu haben." Lachend schlug sein Kollege ihm leicht gegen die Schulter und hielt ihm die Tür zum Meeting-Raum auf.
      Nach und nach trudelten die Kollegen ein. Sheffield kam als letzter. Doch sehr zu Desmonds Überraschung ging es dieses Mal auch direkt los. Innerlich verdrehte er die Augen. Da war er wohl doch ein bisschen eher gekommen und hat sich sicherlich von Chelsea ein wenig zur Hand gehen lassen. Traurig wie alltäglich eine solche Vermutung gewesen ist, wirklich. Gelangweilt stützte Desmond den Kopf auf seine Hand und blickte ähnlich wie am Vortag erst auf, als die Tür ihm gegenüber aufgezogen wurde. Perplex starrte er die Schönheit an, die eben eingetreten war. Wer zur Hölle? Auch das Interesse der anderen Männer war sogleich geweckt. "Scheiße... wer ist das denn?", raunte Frederik bewundernd neben ihm, doch Desmond antwortete ihm nicht. Konnte es auch nicht. Genau genommen interessierte es ihn aber auch nicht in dem Maße. Sheffield nahm sich der Fremden sogleich an und dann platzte die Bombe, die ihn sofort seine Augen aufreißen lies. Ivette Thompson? Sollte das ein Scherz sein? Fassungslos sah er zu der Frau und erkannte die verschüchterne Haltung und die nahezu piepsende Stimme, als würde es ihr Schmerzen zufügen sie zu heben. Nein. Das... Wie?
      "Miss... Thompson! Aber natürlich, wie konnte ich es vergessen?", ertönte Sheffields sehr zuvorkommende Stimme und nun drehte Desmond seinen Kopf fassungslos zum Teamleiter.
      Ach komm schon. "Ich hoffe Sie hatten einen angenehmen Weg zur Arbeit. Lassen Sie mich gerne für Sie noch einmal von vorne starten." - "Das wird gar nicht nötig sein", meldete sich nun plötzlich Jackson neben der weiß-haarigen zu Wort und zeigte sein schönstes Grinsen an Ivette gewandt. "Ich betrachte es natürlich als meine Pflicht als guter Kollege unserer Unterstützung hier alles zu erklären, was sie verpasst hat." Sogleich wendete er sich mehr zu der Dame und zog seinen Laptop zu ihr, um sie auf den Bildschirm sehen zu lassen. Warum passiert das? Was passierte hier überhaupt?! Das Meeting war lächerlich. Ivette wurde bei jeder noch so nichtigen Frage einbezogen und alles was sie sagte schien in Gold gehüllt zu werden. Desmond blieb still und beobachtete, bis sie endlich entlassen wurden. "Ich bedanke mich für Eure Mitarbeiter und ich denke mit den Einwänden von Miss Thompson wird dieses Projekt auch ein voller Erfolg werden." Desmond ließ niemandem eine Chance noch weiter darauf einzugehen und erhob sich stattdessen einfach, ging um den Tisch herum zu seiner Kollegin, schnappte sie sich am Arm und zog sie wortlos raus aus dem Meetingraum. Ohne auf irgendwas zu achten zog er sie mit in den Kopierraum und schloss hinter sich die Tür, ehe er sich der Dame zuwandte. "In Ordnung, was geht hier vor sich? Ich weiß zufällig, dass plastische Chirurgie ihre Grenzen hat und das sprengt sie alle."
      I'll see ya in a dream.
    • Ivette Thompson

      Die Freundlichkeit mit der man sie in Empfang nahm war für Ivy einerseits eine erfreuliche Abwechslung, andererseits in allen Maße verstörend. Vor allem der Fakt, dass man einfach hinnahm, dass sie so aussah. Oder war sie vorher so unsichtbar gewesen, dass man selbst ihren Namen vergessen hatte? Der Gedanke versetzte ihr einen Stich. Den Kaffee betrachtend, welcher Sheffield ihr hatte bringen lassen, blickte sie etwas verschüchtert auf den Bildschirm, den ihr rothaariger Kollege ihr zudrehte. Jackson war sein Name, jener, der in der Firma als absoluter Frauenheld galt. Dass er sich ausgerechnet dazu herabließ, ihr zu zeigen, was sie bislang verpasst hatte verwunderte Ivy. War...das alles nur wegen dieser schönen Frau, zu der sie die Sterne gemacht hatten? Sie wusste es nicht, verscheuchte jedoch schnell die Gedanken und widmete sich versucht konzentriert dem Geschehen. Jacksons charmantes Lächeln ließ sie nur etwas zurückzucken und schnell versteckte sie ihre wärmer werdenden Wangen. Das Meeting wurde fortgefahren. Dabei wurde sogar auf ihre Ausarbeitung eingegangen, was die junge Dame nun doch etwas freute. Dass man sie dann jedoch nach ihrer Meinung fragte und das...irgendwie nach jedem dritten Satz ließ sie auf ihrem Stuhl immer kleiner werden. Irgendwie schaffte sie es, jedes Mal eine Antwort oder einen gestotterten Vorschlag zu bringen, welcher sofort akzeptiert wurde. Was in Gottes Namen ging hier vor sich? Noch nie wurde sie derart einbezogen und beachtet und so sehr es den Bücherwurm auch verstörte und unsicher zurückließ, ein kleiner Teil machte Freudensprünge, dass sie von diesen begehrenswerten Männern geachtet wurde.
      Es sollte das längste Meeting werden welches Ivy bis jetzt hatte. Selbst Kleinigkeiten schienen auf einmal wichtig und irgendwie bezweifelte sie, dass diese wirklich relevant für das Projekt wären. Als Sheffield endlich dieses Chaos beendete spürte die Weißhaarige, dass nicht nur ein Augenpaar auf sie gerichtet war. Anscheinend wollte der legendäre Prinz, Alexander, gerade zu einem Satz ansetzen, als eine doch sehr bestimmende Hand sie an ihrem Arm aus dem Raum zog. Erschrocken entwich ihr ein kleiner Schrei und sie blickte geschockt in Desmonds Profil. Er wirkte ernst... Sehr ernst, als er sie ohne etwas zu sagen durch den Flur zog und Ivy mehr stolpernd als laufend versuchte zu folgen. Sein Ziel war der Kopierraum, welcher zu dieser Zeit noch menschenleer war und ohnehin kaum genutzt wurde. Die Tür hinter sich schließend wirkte ihr blondhaariger Kollege plötzlich mehr als einschüchternd und unwillkürlich wich Ivy einige Schritte zurück. Zumindest soweit bis sie an einen der Drucker anstieß und nicht weiterkam. Was wollte er von ihr? Hatte...sie einen Fehler gemacht? War er unzufrieden mit ihrer Ausarbeitung? Oder...dem Aussehen vielleicht? Ivy war sichtlich verängstigt und sah zu ihm auf, als wäre sie ein Lamm vor dem bösen Wolf. Ivy hatte bereits die Hoffnung gehabt, dass ihre Wandlung nicht auffallen würde. Vorher hatte sie niemanden interessiert, immerhin hatte selbst ihr Teamleiter sich nicht mal an ihren Namen erinnern können. Zumindest hatte er nicht einmal gefragt, warum sie sich verändert hatte. Ebenso wenig die anderen Teammitglieder.
      "In Ordnung, was geht hier vor sich? Ich weiß zufällig, dass plastische Chirurgie ihre Grenzen hat und das sprengt sie alle." Verwirrt sah sie ihn aus großen, blauen Augen an ehe sie realisierte, dass er scheinbar den Unterschied bemerkt hatte.
      "C-Chirurgie?", wiederholte sie zittrig und blinzelte einige Male, ehe sie vehement den Kopf schüttelte. Nein, das war absolut nichts für sie, wie kam Desmond...-? Oh, stimmt ja... Nervös spielte sie mit einer weißen Haarsträhne und wich seinem direkten Blick aus. Sie konnte ihren Kollegen gerade nicht ansehen.
      "Ich...also...das..." Ja...Was eigentlich? Sie war verschreckt, dass es dem Kollegen, welcher ihr gestern noch geholfen hatte, wirklich aufgefallen war, dass sie nicht dieselbe Ivette Thompson war wie zuvor. Und nun wusste sie nicht weiter. Was sollte sie sagen? Was konnte sie sagen? Er würde sie für verrückt erklären und sie auslachen- oder schlimmer noch, er meldete sie beim Betriebsrat! Fast sofort schossen ihr die Tränen in die Augen aufgrund des immensen Drucks, welcher sich in ihr aufbaute und ein leises Schniefen entkam ihr.
      "I-Ich weiß es auch nicht!", kam es irgendwann ganz leise weinend über ihre Lippen und sie versteckte ihr Gesicht hinter ihren Händen, darum bemüht den Heulkrampf schnell wieder in den Griff zu kriegen. Es war peinlich...und ausgerechnet vor Desmond!
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

    • Desmond V. Ward
      In wenigen Augenblicken konnte der blonde Mann einfach mit ansehen, wie die Frau vor ihm gänzlich zusammenbrach. Ihre haut glich ohnehin schon Porzellan, schien aber noch mehr an Farbe zu verlieren, ihre Augen starrten ihn voller Entsetzen an und füllten sich auch kurz darauf mit dicken, hilflosen Tränen, die ihr nicht nur über die Wangen liefen, sondern in Windeseile ihr komplettes Gesicht benetzten. Desmond konnte nicht anders, als ein lautloses Seufzen von sich zu geben. Na großartig. Das schien wohl tatsächlich Ivette Thompson hier vor ihm zu sein. Ein Fakt, den sie ihm hicksend und komplett durcheinander versuchte in der unglaublichsten und lächerlichsten Geschichte zu erklären, die er jemals vernommen hat. Mit perplexem Blick und verschränkten Armen vor der Brust versuchte er wirklich die Ruhe zu bewahren und ließ Ivette jede Pause, jedes Verschlucken ihrer Wörter und jedes nach Luft japsen, bis sie ihm endlich wieder in die Augen sah und... Desmond zuckte erschrocken zusammen. Er konnte mit ansehen Live, wie ihre Augen die Farbe wechselte. Wie ein Sturm vertrieb das unschuldige Rehbraun die Blaue Farbe und nun ist es an Desmond gewesen schockiert einen Schritt zurück zu machen. Heilige Scheiße. Das... Was hatte sie eben noch gleich gesagt?
      Weil es für ihn so unglaubwürdig und an den Haaren herbei gezogen klang hatte er nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit in ihr Kauderwelsch gelegt. Doch nun war das eine ganz andere Situation. "Deine Augen sie...", versuchte er sein Verhalten den unschuldigen großen Augen zu erklären, die ihn verunsichert ansahen. Aber er konnte ja selbst gar nicht begreifen, was er gerade gesehen hat. Mit zusammengezogenen Augenbrauen beugte er sich leicht zu ihr herunter und sah noch einmal hin. Gab es sich selbst auflösende verschiedenfarbige Kontaktlinsen? Welche die einfach... explodierten? Nein, so ein Schwachsinn, das war absurd.
      Ihm war nicht aufgefallen welch betretene Stille sich im Kopierraum breit gemacht hatte. Erst, als Ivettes Telefon zu klingeln begann zuckte er leicht aus dieser Stille heraus und legte sich murrend eine Hand ans Kinn, während er sich wegdrehte. Sollte sie ruhig das Telefonat annehmen, aber er war noch lange nicht fertig mit dieser Situation. Stotternd hob die junge Frau ab und Desmond konnte jedes Wort verstehen. "Ivy, ich hab was gefunden!", ertönte es noch vor einer Begrüßung aus dem Hörer. "ich hab mich die ganze Nacht durch die eigenartigsten Seiten gewühlt. Du bist mir was schuldig für die Unmengen an Freaks mit denen ich geschrieben habe. Aber ich glaube tatsächlich ich habe etwas gefunden zu dieser Sternschnuppengeschichte." Man hörte aus dem Hörer durchgehendes, schnelles Klicken einer Tastatur. Interessiert drehte Desmond seinen Kopf wieder zu Ivette. "Also, pass auf. Diese ganze Scheiße von Wegen Sternschnuppen erfüllen dir einen Wunsch gibt es ja fast überall. Aber es gibt einige Länder und Kulturkreise, die einen Wunsch unter einem Sternschnuppenregen als Fluch ansehen." Das Tippen hörte für einen Moment auf. "Hier steht, dass bisher nur eine sehr limitierte Art von Wünschen erfüllt wurde. Bei den Beispielen, die ich finden konnte ging es dabei immer um Liebe. Um den Fluch zu brechen musst du deine wahre Liebe finden und je näher du ihr kommst desto mehr wird sich sein Körper zurück verwandeln." Eine lange Pause trat ein, ehe ein genuscheltes "So zumindest in der Theorie" ertönte.
      "Das ist eben mit deinen Augen passiert", mischte sich Desmond ohne Entschuldigung in das Gespräch ein und zeigte demonstrativ auf seine eigenen Augen. "Sie sind wieder braun. Das Blau ist einfach... raus... geflossen? keine Ahnung, es sah definitiv nicht real aus." - "Ivy wer spricht da?", kam es skeptisch aus dem Telefon.
      I'll see ya in a dream.
    • Ivette Thompson

      Unter Tränen und unzähligen Schniefen versuchte sie Desmond das Geschehen der letzten Nacht näher zu bringen. Ihre Erzählungen waren wirr und sie selbst würde sich keine Sekunde glauben, wenn sie es nicht mit eigenen Augen erlebt hätte. Nachdem sie irgendwie geendet hatte- Desmond sagte unterdessen rein gar nichts- traute sie sich endlich ihr Gesicht anzuheben und ihn anzusehen. Genau in diesem Moment schien ihr blondhaariger Kollege zu erschrecken, zumindest ging er tatsächlich einen Schritt zurück und sah aus als hätte er einen Geist gesehen. Mit großen Augen sah sie zu ihm auf, als er stockend ansetzte sich zu erklären. Ihre Augen? Was war mit ihren Augen? Nun, sie hatte ein ungewöhnliches Blau, das war richtig. So ganz anders als das schlichte Braun, welches sonst durch große Brillengläsern vergrößert wurde. Plötzlich kam Desmond ihr wieder näher und seine blauen Augen bohrten sich prüfend in ihre, was Ivy merklich zusammenzucken ließ. Was hatte er vor? Eisige Stille breitete sich auf und sie wurde einzig durch das schnelle Klopfen ihres Herzens unterbrochen, was so laut wirkte, dass es der schöne Mann vor ihr hören musste.
      Das plötzliche Klingeln riss sie aus ihren Gedanken und überrascht blickte sie auf den Namen von Max. Kurz sah sie unschlüssig zu Desmond, welcher sich umdrehte. Also nahm sie an und sogleich begann Max aufgeregt zu erzählen. Aufmerksam lauschte Ivy den Ausführungen und versuchte dem zu folgen. Wahre Liebe? War das etwa ein schlechter Scherz? Wie sollte sie ihre wahre Liebe finden, wenn sie nie irgendjemand geliebt hatte? Ausgenommen ihrer M&Ms? Niemand hatte je auch nur den Hauch einer Zuneigung für sie verspürt, Männer hatten sie nicht einmal angesehen oder mit ihr gesprochen. Ivys Mut sank ins Bodenlose. Das waren schlechte Nachrichten. Sehr schlechte. Ivy zweifelte keine Sekunde daran, dass Max Recherchen korrekt sein mussten und wenn sie Heim käme würde sie für Max ein großes Burgermenü mitbringen und eine Flasche Wein! Wobei der Wein war mehr für Ivy, den brauchte sie heute dringend.
      Plötzlich mischte sich Desmond, den Ivy unterdessen ganz vergessen hatte, sich in das Gespräch ein. Ihre Augen hatten sich verändert und hatten wieder ihre alte Farbe? So schnell? Hieß das, ihre wahre Liebe war in der Nähe? War es einer von dem Meeting? Fragen über Fragen türmten sich in ihrem Kopf auf. Max Frage überhörte sie beinahe, doch dann stockte sie peinlich berührt.
      "Das ist Desmond, ein Kollege. Er hat bemerkt, dass ich nicht...du weißt schon. Alle anderen haben es irgendwie nicht gemerkt.", sprach Ivy an Max gewandt und drückte den Lautsprecher, dass Desmond besser mithören konnte. Max gegenüber sprach Ivy weniger piepsend mit einer normalen Stimme, immerhin war der Nerd für sie keinerlei Bedrohung. Im Gegensatz zu einem gewissen anderen Mann in diesem Raum. Nachdenklich legte sie den Kopf leicht schief und grübelte, während Max am anderen Ende der Leitung ziemlich geschockt wirkte.
      "Ich hab dich auf laut, Max. Tut mir leid für die Umstände aber...ich musste ihm erzählen was passiert ist." Ihre Stimme klang bereuend, immerhin wusste sie, wie viel Angst ihre Freundin hatte.
      "Ich habe aber ein Problem, Max! Ich saß eben mit acht Männern in einem Raum, wie soll ich wissen... Das...Das ist doch absurd!" Ivy konnte nicht einmal aussprechen, dass sie unter den Männern ihre wahre Liebe finden würde. Das geschah nur in Märchen und Ivy war in keinem Märchen. Und noch weniger würde sie ansatzweise eine Chance bei einem der Top Seven haben! Verzweifelt zerwühlte sie die weißen Haaren und ging unruhig auf und ab.
      "Ein Fluch.. Ein verdammter Fluch! Das darf doch nicht wahr sein!", murmelte sie wieder und wieder vor sich hin und biss sich auf ihre Lippe während sie fieberhaft nachdachte.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

    • Desmond V. Ward
      Diese Max am anderen Ende der Leitung schien eine gute Freundin zu sein. Zumindest eine vertraute Persönlichkeit, mit der Ivette ganz anders umging als mit den Kollegen im Büro, was Desmond kurz anerkennend die Augenbrauen heben ließ. Ihre Stimme war angenehmer, wenn sie sich entspannte. Ein Zustand - und das merkte er direkt -, der sich wohl nicht so schnell wieder einrichten würde. Panisch lief sie auf und ab und Desmond seufzte schwer, während er sich die Haare mit einer Hand raufte. "Das ist verrückt, das wisst ihr oder? " meinte er resigniert. Während Ivette sehr ungefiltert zu glauben schien, was ihre Freundin ihr am Telefon erzählte. Bei ihm sah es jedoch ganz anders aus. "Ihr beide wisst wie unglaublich wahnsinnig das klingt oder?" Desmond konnte nicht anders, als seine Frustration mitklingen zu lassen, als er seine Stimme ein bisschen erhob. "Hey! Halt den Rand, wenn du nichts beizutragen hast! Was glaubst du wer du bist Ivy als verrückt darzustellen!? Meinst du nicht ihr geht es schlecht genug mit der Situation?!" Erstaunt blinzelte Desmond. "Wie bitte?", rutschte es ihm über die Lippen und er sah ein wenig fassungslos zu seiner Kollegen und zeigte auf sein Handy. "Hat sie das gerade wirklich gesagt?"
      "J-Ja Max ist...", setzte sie an, doch Max ließ sie nicht aussprechen. "Nein, du wirst dich jetzt nicht rechtfertigen! Hast du was auf den Ohren oder was ist das Problem? Verstehst du kein Englisch? Ich hab gesagt halt die Fresse, wenn du nicht hilfreich sein möchtest, Desmond!" Sie spuckte ihm seinen Namen regelrecht entgegen. Was für eine Ausdrucksweise!
      Es schockierte Desmond nun tatsächlich, dass die stille, übertrieben verschüchterte Ivette mit solchen Menschen verkehrte! War sie in der Schule mal in einer Gang und hat dann eine 180 Grad Wendung gemacht oder wo schnappte sie solchen Umgang auf? Er schüttelte den Kopf, musste aber tatsächlich anfangen zu lachen. "Meine Güte, was für ein Durcheinander... Okey! Sagen wir mal das stimmt, was ihr beide von euch gebt, wie geht es dann weiter? Was sollen wir dann jetzt tun? Okey, ihre Augen haben wieder die alte Farbe, nach dem Meeting. Was schlägst du jetzt also vor, Mrs. Superhirn, was sollen wir jetzt mit der Information machen?" - "Wir?!", die Empörung war nur allzu deutlich in Max' Stimme herauszuhören. "Wir machen hier rein gar nichts! Zieh am besten einfach wieder ab von wo auch immer du hergekommen bist." Desmond verschränkte die Arme vor der Brust. "Hältst du das wirklich für eine so gute Idee? Ich soll also wirklich die verschüchterte, süße Ivette alleine loslassen auf einen Raum voller Wölfe? Sie soll also sich ganz alleine irgendwie zurecht finden und am besten was? Mit den Männern, worunter ihre große Liebe sein kann schlafen? Sich herumreichen und benutzen lassen? Ist das wirklich dein Plan?" - "Du mieser, dreckiger... Mit dir polier ich den Boden, wenn du so über meine Freundin sprichst!" - "Oh, was? Kommen wir nicht mit der Wahrheit zurecht? Muss tragisch sein. Wie verlässt du nur das Haus?"
      Stille. Kein Konter, kein mieser Spruch. Keine Anfeindung, kein Fluch. Was? Hat Desmond gewonnen? Verwundert richtete er sich auf und räusperte sich. Er richtete sich den Anzug und die Krawatte, ein bisschen verlegen, dass er sich hat zu einem Streit hinreisen lassen. "So denn, die Frage verbleibt. Was sollen wir jetzt tun?"
      I'll see ya in a dream.