//Splitted// (Subenu & Marien)

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    • //Splitted// (Subenu & Marien)




      Elya Beck
      Die Schritte des jungen Mannes hallten durch den Korridor, der schon Jahrhunderte lang Menschen von einem Raum zum anderen geführt hatte. Es war eine angenehm kühle Atmosphäre und glücklicherweise ruhiger als sonst die letzten Tage. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass er sich auf den Weg zum Tor machte und sich somit vom Trouble entfernte. Elya kannte fast nichts anderes als die Gemäuer der Burg, durch die er auch nun schritt. Zwar gab es hin und wieder die Möglichkeit die Außenwelt kennen zu lernen und Erfahrung dort draußen zu sammeln. Aber wieso sollte der junge Mann das tun? Wissen konnte er sich heutzutage genauso gut aus dem Fernseher oder dem Internet suchen, letzteres bevorzugte er allerdings eindeutig. Außerdem waren die wenigen Ausflüge, die er auch im Rahmen seines Privatunterrichts unternommen hatte geplagt von nervenaufreibenden und menschenüberfüllten Städten. Spannend waren die Eindrücke, die er in dieser Zeit sammeln konnte definitiv, allerdings wäre es ihm ohne die Menschen lieber gewesen. Mit seiner Hand fuhr er die kühle Steinwand des Korridors entlang und sah sich um. Zwar konnte man wirklich noch erkennen, dass die Burg wirklich alt war, aber die Zeit stand auch hier nicht still. Hier und da konnte man sehen, wie Kabel durch die Burg gezogen waren, die auch die entferntesten Räumlichkeiten mit Strom, Internet und Licht versorgen sollte. Dennoch versuchte der Orden, welcher auf der Burg ansässig war, zu vermeiden die Ästhetik des Alten nicht zu arg zu verunstalten. Und obwohl dieser Orden, dem auch Elya angehörte, schon Jahrhunderte auf dieser Welt agierte, so schafften sie es doch mit der Zeit zu gehen. Möglicherweise gab es auch keinerlei andere Option um gegen die anderen Orden der Welt bestehen zu bleiben. Ob es wirklich seine eigene Schuld war, weshalb er so wenig über die Welt wusste konnte er sich noch nicht beantworten. Obwohl er Zugang zu vielen Medien besaß und eigentlich auch genug Neugier mitbrachte, so lernte er meistens über die vom Orden vorgegebenen „wichtigeren“ Dinge – Weltgeschichte, Geographie, den Orden, Sprache, Mathematik und Kampfkunst verschiedenster Art. Rückblickend betrachtet schien es ihm doch regelrecht erstaunlich, dass sein Orden so mächtig war und dennoch niemand ihn wirklich zu kennen schien.

      Burg Gutenberg-s.jpgDer Orden vom Stein des Lichts. Seit Ewigkeiten verwoben mit Europa und die Namensgebung hängt wohl eng zusammen mit dem Land wo dieser Verein seinen Ursprung hat – im Fürstentum Liechtenstein. Die Burg Gutenberg im Süden des Fürstentums war Sitz des Ordens schon seit den Hexenverbrennungen in den dunklen Zeiten Europas. Nicht abzustreiten, wenn auch sehr versteckt in den Geschichtsbüchern der Welt, ist der Einfluss seines Ordens. Nicht nur seines eigenen sondern auch der von anderen auf der Welt vertretenen Orden. Die Wichtigkeit stieg umso mehr, als vor Jahren, nein Jahrzehnten überall auf der Welt Tore aufgetaucht sind, die alle mit einer anderen Welt verbunden waren. Alle Orden wurden entweder deswegen gegründet, oder vorhandene hatten eine neue Daseinsberechtigung für sich entdeckt. Somit kümmerte sich jeder Orden um „sein eigenes Tor“, auch Weltentor genannt. As sich jedoch heraus stellte war, dass die Tore nicht alle gleich waren. Einige waren undurchdringlich, andere konnten betreten werden, aber es gab nie jemanden, der von dort zurück kehrte… und dann gab es da so seltene Tore wie das von diesem Orden. Das Weltentor ließ hin- und Rückreise zu – unbegrenzt. Nicht verwunderlich, dass dieses Tor eine Sonderstellung erhalten hatte und dem Orden vom Stein des Lichts eine Mächtige Position zuteilwerden ließ.

      Und dann war da er – Elya. Der ein sogenannter Torwächter sein sollte, oder so etwas in der Art. Aufgezogen unter besonderen Umständen hatte er eine Art Sonderrolle inne, aber wirklich besonders kam er sich selbst nicht wirklich vor. Er machte nun einmal das, was er immer tat: Langeweile schieben, wenn er sich grad nicht besser zu helfen wusste. Aber dann gab es da trotzdem etwas, was er nicht ungerne tat – mit seiner Ziehmutter in der anderen Welt üben. „Üben“ war ein recht weitreichender Begriff für die verschiedensten Dinge, die sie ihm beizubringen versuchte. Obwohl sich die beiden nicht immer grün sind, schätzen sie sich gegenseitig sehr, mehr als andere in diesem Orden.
      Natale, das war der Name seiner Ziehmutter und Trainerin, wartete am Ende des Ganges auf ihn. Wie so oft hing sie etwas gelangweilt an der Wand und blickte seitlich zu ihm nur um dann seine Ankunft mit einem verschmitzten Lächeln zu quittieren. „War der Unterricht so spannend, dass du so spät erst kommst oder hast du dich verlaufen?“ Eine Augenbraue zuckte in die Höhe und Elya versuchte zu kontern, „als ob ich mir deinen langweiligen Unterricht je entgehen lassen könnte!“ Es war schon fast ein Ritual wie sie sich behandelten, weswegen sie sich unbekümmert von der Wand löste, voran ging zur Höhle des Tors. „Hast du auch brav gelernt dem Orden ohne Widerrede zu gehorchen und ein guter Torwächter zu sein und dein ein und alles für die Sache zu geben?“ Sie machte keine wirklichen Anstalten ihre Worte so spöttisch klingen zu lassen, wie es ihr möglich war. Glücklicherweise waren die beiden alleine und sie wusste, dass sie ihm in jeglicher Hinsicht vertrauen konnte. Der junge Mann nickte und salutierte gespielt, „Jawohl, mein Leben für den Orden!“ Nachdem er diesen Satz beendet hatte musste er seufzen. Er mochte den Orden, er mochte Natale, weil sie ihn verstand. Zwiegespalten hing er zwischen den Stühlen und empfand es eher als necken und Spaß darüber zu scherzen. Aber etwas in ihm schien zu sehen, dass es bei ihr einen anderen Hintergrund hatte. Und obwohl sie schon so lange zusammen gelebt haben, kam er einfach nicht näher dahinter. Also lachten sie einfach darüber und scherzten, wenn sie alleine waren.

      Es dauerte zwar eine Weile, bis die beiden ihr Ziel erreicht hatten, aber beide waren darin unterrichtet das Tor zu öffnen und zu schließen. Und davon gab es nicht viele, weshalb ihre Anwesenheit und Sicherheit von äußerster Wichtigkeit war. „Was hältst du eigentlich von der ganzen Aufregung? Da sollen wohl ein paar vom englischen Orden kommen oder so?“ Ihre Frage kam eher aus dem Nichts und überraschte ihn sichtlich. „Aufregung? Gäste?“ fragte er verdutzt als er seine Hand auf den Rand des mit Mustern verzierten Tores legte und sich langsam von seiner Handfläche aus die Riefen mit einem leuchtenden weiß-bläulichen Schimmer füllten. „Du bekommst auch echt gar nichts mit, oder? Ja, der Orden empfängt Gäste aus England. Scheint wohl mit deiner baldigen Initiation zusammen zu hängen. Man munkelt es wird eine weitere Initiantin in deinem Alter zu uns überstellt. Da wirst du dich doch sicher freuen, oder?“ Neckisch erzählte Natale ihm von den Vorkommnissen die er zwar irgendwie mitbekommen hatte, aber scheinbar absichtlich ignorierte – einfach zu stressig. Er zuckte mit den Schultern, „ehrlich gesagt weiß ich davon nichts. Werden wir ja wohl sehen, was dabei rauskommt oder? Ist wahrscheinlich eh alles eher politischer Mist, der uns nicht betrifft. Bis dahin können wir uns von all dem fernhalten und das Beste aus der Situation machen. Und das würde bedeuten, dass du endlich deine Hand auf das Tor legst und wir drüben trainieren gehen.“ Zwar musste er sich selbst eingestehen, dass Natale eine bezaubernd hübsche Frau war, besonders für ihr mittleres Alter. Aber sie hatte etwas exotisches an sich, was er aber nicht erklären konnte. Mit einem leichten Kopfschütteln vertrieb er die Gedanken an seine Ziehmutter und konzentrierte sich wieder darauf das Tor stabil zu öffnen, wenn denn die eben genannte Person ihren Anteil daran nehmen würde.

      „Jaah Jaah, ist ja gut du Grummelopf! Dann werde ich dich wohl beim Training für deine Einstellung bestrafen müssen.“ Kurz darauf legte sie ihre Hand auf ihre Seite des Tores und das Spektakel wiederholte sich und nach einem Augenblick erschien ein wabernd-flüssig wirkendes Spektakel. Mit einem Grinsen verschwand die Ältere mit einem Blurp in dieser Masse des Tores. „Ach kacke…“ Seufzend und resigniert folgte ihr Elya und bereitete sich mental auf die Übungen vor, die wohl etwas anstrengender als sonst werden würden.
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Teresa Johnson


      "Das ist doch wohl ein Scherz!"
      "Ich glaube nicht, Süße. Du musst da hoch, ob du willst oder nicht."
      Am liebsten hätte sie Jason bei seinem belustigten Unterton einen Fausthieb ins schöne Gesicht verpasst. Nur mit Mühe hielt sie sich zurück. "Weißt du was? Ich will definitiv nicht da hoch."
      Jasons Gelächter entlockte ihr ein tiefes Grummeln, während Jessica links neben ihr nur genervt die Luft ausstieß. "Wenn ihr beiden nicht bald aufhört mit diesen Streitereien, werde ich ungemütlich. Und Teresa: Wir müssen da hoch und das weißt du."
      Angesprochene blickte den steilen Felshügel hinauf, auf dessen Spitze eine ausladende Burg thronte und sicherlich eine atemberaubende Aussicht auf die umliegende Stadt gewährte. Allerdings könnte sie gerne auf diese Aussicht verzichten, so lange sie diesen knapp siebzig Meter hohen Hügel nicht hinauf musste. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlte, von den obersten Burgzinnen nach unten zu sehen. Alleine der Gedanke daran, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. "Ich will da nicht hoch!"
      "Sollen wir dir vielleicht die Augen verbinden, damit du das Elend nicht sehen musst?" Jason grinste sie schelmig von der Seite an.
      Sie hasste diesen amüsierten Ausdruck in seinen goldbraunen Augen, wenn er sich über sie lustig machte... und er machte sich ständig über sie lustig. Sie konnte nicht glauben, dass dieser Kerl schon vierundzwanzig sein sollte, so kindisch wie er sich die meiste Zeit des Tages benahm. Doch sobald es wirklich an die Arbeit ging, sobald ernsthafte Gefahr drohte, wirkte der Blondschopf wie ausgewechselt. Dann bewies er Stärke, Intelligenz und ungewöhnlich viel Erfahrung. Kein Wunder, dass er in seinem Alter schon zu den Besten im britischen Orden zählte. Ein Ruf der leider sein sowieso schon unnötig aufgeplustertes Ego noch mehr anfeuerte, nachdem er bei all seinen Talenten auch noch verboten gut aussah. Mit seiner hochaufragenden drahtigen Figur, dazu diesem kantigen Gesicht, stetem leichten Bartschatten, sanft lockigem blonden Haar und den fanzinierend hellbraunen Augen, die im richtigen Sonnenlicht wie Gold glänzten. Teresa kannte Jason allerdings schon deutlich zu lange, um sich davon noch beeindrucken zu lassen. Für sie war er maximal ein großer Bruder, der es liebte sie aufzuziehen, aber in romantischer Hinsicht war Jason keineswegs interessant. Zudem trieb er sich jede Woche mit einer neuen "Flamme" herum. Warum sich diese Weiber nur immer wieder auf den selsbternannten Frauenhelden einließen, würde Teresa einmal nie verstehen können.
      "Wenn du es wagst, mir die Augen zu verbinden, hacke ich dir die Finger ab! Glaubst du, nur weil ich nicht sehe wie hoch wir sind, habe ich weniger Angst?"
      Er zuckte mit den Schultern. "Ja, das war meine Idee."
      Teresa stieß ein Seufzen aus. "Aber ich würde immer noch wissen, dass ich mich in unglaublicher Höhe befinde. Und zu allem Übel wüsste ich nicht einmal mehr wo ich hintrete. Niemals!"
      "Dann empfehle ich, dass du einfach genau den Boden vor deinen Füßen begutachtest, während wir da hoch gehen." Jessicas Geduld schien allmählich am Ende zu sein und Teresa wusste wahrscheinlich besser, als jede andere, dass man diese kritische Linie nicht weiter überschreiten sollte. Das könnte sonst schlimmer werden, als ihre verdammte Höhenangst. "Wir gehen jetzt!", befahl Jessi fest und ging voran. Selbst mit ihren zehn Zentimeter Absätzen hatte die schwarzhaarige Frau keine Probleme mit der Steigung und legte ein beachtliches Tempo vor.
      Jason grinste Teresa noch einmal an, bevor er seiner gleichaltrigen Kollegin folgte. Teresa holte noch einmal tief Luft und stieß sie dann langsam wieder aus. Dann endlich folgte sie den beiden.


      "Willkommen auf der Burg Gutenberg, dem Hauptsitz unseres Ordens." Der Mann der sie am Mauertor des Bauwerks begrüßte, schien nur auf die Gruppe gewartet zu haben. Teresa schätzte ihn auf knapp vierzig Jahren, auch wenn sich kaum Falten durch sein schmales glattrasiertes Gesicht zogen. Dafür waren seine Schläfen bereits ergraut und bildeten einen starken Kontrast zu seinen sonst dunkelbraunen kurzen Haaren. Und auch diese sturmgrauen Augen schienen schon viel erlebt zu haben. Teresa fragte sich umgehend, was sie wohl schon alles gesehen hatten. "Mein Name ist Marlo Wolfinger und es ist mir eine Ehre Sie drei heute durch die Burg und zu ihren Unterkünften zu führen. Ihr Gepäck hat man im Übrigen bereits in Ihre jeweiligen Zimmer gebracht. Wenn Sie mir nun folgen würden?" Einer der beiden Jungen - vielleicht vierzehn oder maximal fünfzehn Jahre alt - neben Marlo, schob eine kleinere, wenn auch nicht weniger massive, Tür im großen Holztor auf, um sie alle eintreten zu lassen. Kaum hatten sie den weitläufigen Burghof betreten begann Marlo mit der Geschichtsstunde. "Diese Burg wurde bereits im 12. Jahrhundert errichtet, auch wenn sie zuerst noch als Kirche gedacht war. Allerdings ist der ehemalige Friedhof der Ringmauer gewichen und..."
      Teresa beachtete die Worte des alten Mannes kaum, obwohl sich dieser offenbar alle Mühe mit seinem Englisch gab, auch wenn das über seinen deutschen Akzent nicht hinweg täuschen konnte. Ihr Interesse lag nicht an der Geschichte dieses Gemäuers, sondern an dem Orden der hier seine Hauptbasis besaß. Lichtenstein war sicher kein großes Land und viel Einfluss auf die große Weltpolitik hatte es noch weniger, aber der hier ansässige Orden war einer der mächtigsten der gesamten Welt. Wenn nicht gar der mächtigste. Der Orden "vom Stein des Lichts" hatte ähnlich wie der britische Orden, in dem sie selbst aufgewachsen war, eine Jahrhunderte alte Geschichte, die nicht selten eng mit der Politik des jeweiligen Landes verwoben war. Doch vor einigen Jahrzehnten hatte sich die Aufgabe besagter Orden etwas... verschoben. Grund waren so genannte Weltentore, die auf dem ganzen Planeten auftauchten und einige ungemütliche Kreaturen auf die Welt losließen. Damals waren die sowieso schon im Verborgenen agierdenen Orden die ersten gewesen, die reagierten und sich der neuen Gefahr annahmen. Und bald schon wurde sogar ein Austausch zwischen ihnen allen unausweichlich, da nicht jedes Tor auf die gleiche Weise funktionierte. Eigentlich galt damals noch der britische Orden als der mächtigste, da auf der englichen Insel direkt vier Tore erschienen waren. Lichtenstein hatte dabei jeder unterschätzt. Das Tor, dass direkt hier unter der Burg erschienen war, galt als das einzige, dass sich in beide Richtungen öffnen ließ. Kreaturen konnten es aus der anderen Welt verlassen und Menschen konnten es von hier aus betreten. Es war einzigartig und unglaublich mächtig und natürlich hatte das auch der Orden "vom Stein des Lichts" schnell begriffen und sich eine hohe Machtstellung erarbeitet.
      "Ich gehe davon aus, dass Sie hungrig sind und sich nach einer kleinen Tour im Speisesaal einfinden werden? Man hat bereits Essen für Sie vorbereitet."
      Umgehend wurde Teresa hellhörig und grinste ihren Guide breit an. "Essen?! Können wir das nicht sofort angehen? Die Tour kann gerne warten!", stellte sie aufgeregt fest und rieb sich den knurrenden Bauch. Der siebenstündige Flug hier her war ein reiner Höllentrip gewesen und sie hatte im Flieger keinen einzigen Bissen herunter bekommen und auch danach war ihr Magen für jegliche Nahrungsaufnahme zu verstimmt gewesen. Im Augenblick jedoch könnte sie eine halbe Kuh alleine verdrücken. "Wo ist der Speiseraum?!"
      "Teresa! Halte dich zurück!" Jessica packte sie grob am Oberarm und zog sie zu sich. Die Frau mit den langen schwarzen Haaren, war auch schon ohne Absätze knapp einen halben Kopf größer als sie. Mit ihren zehn Zentimeter Stälzen musste Teresa sogar den Kopf in den Nacken legen, um den grasgrünen Augen der jungen Frau zu begegnen.
      "Aber... Essen?" Die siebzehnjährige zog einen Schmollmund und legte den besten Welpenblick auf, den sie zu bieten hatte.
      Leider war Jessica dagegen immun. "Wie wäre es zunächst erst einmal mit ein wenig Anstand?"
      "Du willst doch nur verhindern, dass wir bei unserer kleinen Führung die oberen Dachzinnen erreichen, habe ich recht?" Da war wieder Jasons verschmitztes Grinsen, als er sich zu ihr vorbeugte.
      Dieses Mal lies es sich Teresa nicht nehmen, ihm einen Seitenhieb mit dem Ellenbogen zu verpassen. "Halt die Klappe!"
      "Wenn Sie wirklich solch einen großen Hunger verspüren, können wir gerne zuerst den Speisesaal besuchen", michte sich schließlich Marlo ein, der die drei bis eben ruhig beobachtet hatte. "Ich bin mir sicher, die Köche haben nichts dagegen."
      Teresas Augen strahlten vor Glückseeligkeit. "Also können wir gleich essen gehen, ja?!"
      Marlo nickte langsam und winkte einen der Jungen an seiner Seite davon, sicher damit er der Küche bescheid gab, dass die Gäste etwas eher als erwartet zum Speisen kommen würde. Sofort huschte er in die Burg hinein. "Ich führe Sie zum Speisesaal", verkündete Marlo dann und winkte die drei hinter sich her.
      "Tja, unsere kleine Teresa bekommt nun einmal immer was sie will", lachte Jason neben ihr und schob lässig die Hände in die Taschen seiner Schwarzen Jeanshose.
      Jessica seufzte und schob sich eine lange schwarze Haarsträhne hinters linke Ohr. "Offensichtlich."
      Dann folgten sie Marlo zum Burgtor und betraten das ausladende Foyer. Teresas Magenknurren hallte mehrfach im alten Gemäuer wieder.

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    • Elya Beck
      Nachdem sie durch das Tor geschritten waren, kamen sie auf der anderen Seite an. Hier lag das Portal zur anderen Welt in einem Waldstück gelegen, der allerdings mit einem Weg erreichbar war. An der Seite entlang des Weges waren kleine Laternen aufgestellt, die in der Dunkelheit den rechten Weg leuchten sollten. Es gab hier auf der Seite keine Technologie, die zu Strom fühlen würde. Die einzigen Gerätschaften waren mechanischer Natur, wie Wasser- oder Windräder. Diese Seite allerdings steht unter dem Schutz des Ordens und ist weiter entwickelt und ausgebaut als die anderen Siedlungen und Festungen der Umgebung. Man kann deutliche Stilunterschiede ausmachen und außerdem gibt es eine Minderheit der hier ansässigen Ureinwohner, die, anders als viele andere in dieser Welt lebenden Geschöpfe, nicht sonderlich aggressiv sind. Und diejenigen, die sich dazu entschieden hatten den Orden als Feind anzugreifen war später nur mehr ein Symbol der Warnung an alle, die es ebenfalls wagen würden sie anzugreifen. Der Orden selbst hält eine strikte Verteidigungs- und Abschreckungspolitik ein. Die vorher erwähnten Angreifer wurden nach traditioneller Art sorgfältig auf Spießen oder Kreuzen - oft Tod - auf dem Gebiet vor der Festungsmauer aufgestellt. Diese Welt folgt anderen Gesetzen, Regeln und Traditionen als die Erde.. die Welt aus der sie gerade herüber gekommen waren. Magie war zwar auch drüben möglich, allerdings in nur sehr abgeschwächter Form oder mit bestimmten Voraussetzungen verbunden. Hier jedoch, war die Energie zum Zauberwirken überall vorhanden und war in allem irgendwie zu finden. Eigentlich wäre Magietraining das Einzige, weshalb man hierher kommen müsste, aber für Elya und Natale war es gewissermaßen eine Art Rückzugsort, ruhiger als die Ordensfestung und natürlicher von der Umgebung. Sicher, hier war der Orden mit einer Festung sowie Siedlung und allem dazugehörigen ebenfalls vertreten, aber es war doch anders.

      Nicht unweit vom Weg entfernt gab es einen Platz mit einer weitläufigen Wiese und einem kleinen Bach der so ruhig und entspannt wie eh und je langsam das leichte Gefälle hinabplätscherte. Es gab einige solcher abgeschiedenen Orte, aber das hier war der Übungsplatz für die beiden. Ob sich auch andere hin und wieder hier her verirrten konnte keiner wirklich sagen, aber selbst wenn dem so wäre... schlimm wäre es nicht, außer wenn die Person es verdrecken würde. Ansonsten sieht man hier eher kleine Krater, hier und da Brandflecken, Geröll, Schlamm... Alles deutete darauf hin, dass etwas hier passiert sein müsste. Und dieses Etwas ist nichts anderes als das Training. Erd- und Blitzmagie hinterlassen bei Elya die markantesten Eindrücke. Allerdings ließ Natale ihn heute stärker und härter schuften als je zuvor. Sie war ein Naturtalent, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie konnte am besten Pflanzen, Wachstum, Erde, Wasser in solch Ausmaße nutzen, dass selbst er Ehrfürchtig davor war. Dies kam ihm wieder mal in den Sinn, als sie in umständlicher Art und Weise einen Baum erschuf und direkt fällte. Erschöpft und schweißgebadet wischte sie sich mit der Rückhand den Schweiß aus ihrem leicht gebräunten Gesicht und wusch sich kurz darauf ihr Gesicht, bevor sie das zum Pferdeschwanz gebundene hellbraune Haar öffnete und dies ebenfalls reinigte. "Ich schwöre dir, wenn du mich während des Trainings nochmal so dreckig machst und unsere Sitzbank zerstörst, dann werde ich das nächste mal aus deinem Körper eine Bank bauen. Da kümmere dich um den Stamm und erschaff eine neue Bank. Du musstest die alte ja unbedingt mit deinem Blitz treffen und abfackeln", sprach sie erschöpft vor sich hin und erlaubte so gut wie keine Widerrede. "Aber... " wollte der Junge bereits seinen Einwand äußern, bevor er jedoch direkt unterbrochen wurde. "- Nein, sieh es als weiteres Training an. Überleg dir, wie du das anstellst, hast ein bisschen Zeit, nimm 'ne Axt, oder versuch's mit Magie... mir egal, du schaffst das!" Mit einem gespielt monotonem "Wheeeeey" versuchte sie ihn scheinbar zu motivieren. Sehr gut, tolle Hilfe. Seufzen machte er sich daran und versuchte sich eine ganze Weile lang damit zu beschäftigen.

      Mit lautem Schnarchen lag die Lehrerin am Bach und schien die Zeit so gut es geht zu genießen, während er es fast geschafft hatte den Baumstamm so zu bearbeiten und verändern, dass man es als einigermaßen gemütliche Sitzgelegenheit nutzen konnte. Extrem erschöpft stapfte er Richtung Bach, fiel auf die Knie nur um dann Vornüber mit einem lauten Platsch in den Bach zu fallen und nebenbei Natale mit Spritzwasser aufzuwecken. Mit einem Schreck wachte sie auf und schaute sich Panisch um während man ihr pochendes Herz Meterweit hören konnte. Als sie dann auf Elya blickte und an sich herab die Nasse Kleidung schnappte sie sich grimmig den Kopf von ihrem Schüler und tauchte ihn mehrmals unter bevor sie ihm schließlich einen Klapps auf den Hinterkopf gab. "Erschreck mich ja nicht nochmal so, hast du das verstanden?" Die einzige Antwort war ein blubbernder Junge unter Wasser. Schlapp und erschöpft hievte Elya sich wieder in die Höhe und stand mit wackeligen Beinen vor Natale, die ihre Hände in ihre Seite gestemmt hatte und ihn skeptisch anblickte. "Bist du etwa fertig für heute?" Mit einem leichten Nicken betätigte er die Aussage von ihr, "... und nun hab ich Hunger." Irgendwie wirkte er lethargisch, aber immerhin war das gar kein schlechtes Training heute, also war es sicherlich keine schlechte Idee das Training für heute zu beenden und wieder die Heimkehr anzutreten. "Na dann los du Schlappi, lass uns essen. Dein Training lief gar nicht schlecht heute", mit ihrem Daumen zeigte sie auf die fertige neue Bank hinter sich und lächelte ihm zu, "gute Arbeit. Dafür koch ich dir heute was schönes, okay?"
      Misstrauisch blickte er sie an, war etwas verwirrt und zog eine Augenbraue hoch, "Danke... Schätze ich. Aber... Du kochst? Was willst du denn kochen, he?" Mit einem herzhaften Lachen klopfte sie ihm auf den Rücken, "Das werden wir sehen, wenn wir die Speisekarte der Kantine sehen!" Grinsend ging sie davon und seufzend folgte Elya ihr. Beide waren immer noch durchnässt von zuvor als sie nicht nur den Weg zurück antraten und wieder durch das schön verzierte Tor auf unsere Erde gelangten. "So langsam bekomme ich tatsächlich auch etwas Hunger, lass uns beeilen!" Ihre Schritte wurden von mal zu mal schneller und sie wäre fast davon galoppiert, was sicherlich ein interessanter Anblick gewesen wäre. Elya allerdings versuchte einfach nur mit einem Fuß nach dem Anderen zur Kantine zu kommen und sich mit ihr dann Essen zu holen und in Ruhe zu essen. Nach dem Training konnte er ne ganze Kuhherde verdrücken, mit Milch und Pommes. Was er jedoch nicht gedacht hätte, ebenso wenig wie Natale wohl auch, dass bereits so früh schon geschäftiges Treiben herrschte und irgendwie mehr los war, als er dachte. Trotz ihrer Aufgeregtheit wartete die Mittdreißigerin wie ein kleines ungeduldiges Kind auf ihren Schüler, der nicht schnell genug ankommen konnte. "Los doch! Nun komm schon!!" Forderte sie beinahe schreiend. Etwas verdutzt blickte Elya sie an und zeigte auf die große Tür zur Kantine, "Äh... ja geh halt?!" "-Alleine essen ist doof. Nu los!" Sie kam an, griff ihn am Arm und zog ihn zum Essen. Vielleicht sollte er eher mitmachen, bevor sie sich dazu entschied ihn zu verspeisen. Wer wusste schon wozu sie in diesem Zustand fähig war?!
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Teresa Johnson



      "Nach dem Essen und der Burgführung soll es Ihnen gestattet sein, sich in Ihren Zimmern auszuruhen. Die Reise hierher war sicherlich anstrengend gewesen. Morgen früh soll es zu einem offiziellen Treffen mit der Ordensleitung kommen." Am liebsten hätte Terasa Marlo in die Fersen getreten, auf dass er schneller liefe und sie möglichst bald den Speiseraum erreichten. Aber der Mann schien die Ruhe in Person zu sein, während er sie durch die alten Burgflure führte, die beinahe den Eindruck machten, als wären sie direkt einer mittelalterlichen Fanatsiefwelt entsprungen. Deswegen wirkten sie allerdings noch lange nicht alt und modrig. Im Gegenteil. Der weinrote Teppichläufer zu ihren Füßen federte jeden einzelnen Schritt sanft ab und weckte in Teresa den Drang die Schuhe auszuziehen, um ihre Zehen durch die weichen Fasern zu schieben. Bilder zierten die Wände und waren in aufwendige Holzrahmen gefasst, doch die Kunstwerke selbst mussten von modernen Künstlern stammen. Immer wieder passierten sie eine Vitrine voller kunstvoll austgestellter Waffen, so wie Rüstungsständer mit altmodischen Stahlrüstungen, die Teresa wie stumme Wächter erschienen. An jeder Ecke wartete eine neuer großer Pflanzentopf mit einem kleinen Baum, oder einer beeindruckend großen Blume auf sie. Zudem zweigten immer wieder massive Holztüren zu weiteren Gängen oder großen Räumen ab, während auf der anderen Seite mehrere schmale Burgfenster entweder einen Ausblick auf die weitläufige Hügellandschaft draußen oder den Innenhof der Burg boten.
      Jason neben ihr stieß ein langes Gähnen aus und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. "Oh ja... etwas Ruhe und Schlaf täte sicherlich ganz gut. Dieser Jetlag ist die Hölle."
      "Zwischen Großbritannien und Lichtenstein gibt es nur eine Stunde Zeitverschiebung", merkte Jessica an und verdrehte die Augen.
      "Ach ja? Kommt mir irgendwie mehr vor." Jasons Grinsen verriet nur zu deutlich, dass seine Müdigkeit ganz sicher nichts mit der Reise hierher zu tun hatte. Außerdem konnte sich Teresa noch deutlich daran erinnern, wie der Kerl neben ihr laut schnarchend im Flugzeug gepennt hatte, während sie sich verbissen an ihrem Stuhl festgekrallt und permanent dafür gebetet hatte, dass sie nicht abstürzten.
      "Soll ich raten... einer deiner 'Verehrinnen' wollte dich gestern Nacht einfach nicht schlafen lassen, weil sie dich lange nicht mehr wird sehen können", vermutete sie und verschränkte die Arme vor der Brust. "Und deswegen bist du so müde?"
      "Wow! Teresa, du solltest Hellseherrin werden!", stieß er begeistert aus. "Aber in einem Punkt liegst du daneben." Er löste eine Hand hinter seinem Kopf und streckte sie der Braunhaarigen entgegen, Zeige- und Mittelfinger ausgestreckt. "Es waren zwei."
      Teresa schüttelte angewidert mit dem Kopf und schob sich von ihm weg. "Du bist das Letzte."
      Jason schob seine Hand wieder zur anderen hinter den Kopf, während er ein heiteres Lachen ausstieß. "Ich finde ja, ich bin der Beste."
      Sie war kurz davor, ihm einen weiteren bissigen Kommentar an den Kopf zu werfen, als sie von Marlo unterbrochen wurden: "Wir sind da."
      Eine große hölzerne Flügeltür vor ihnen wurde gerade von dem Jungen, der sie neben Marlo begleitet hatte, aufgeschoben und sofort drang ihnen der Duft nach gebratenem Fleisch, frischem Obst und Gemüse, diversen Gewürzen, kochenden Nudeln, Pilzen, geräuchertem und anderen Leckerreien entgegen. Teresa vergaß alles, was sie hatte sagen wollen und stürzte stattdessen hungrig in den Raum hinein. Er trug den Namen Speisesaal absolut zurecht. Die Decke erstreckte sich über zwei Stockwerke und war damit knapp sechs Meter hoch, während der Saal selbst Platz für einen ganzen Hofball bot. Doch statt einer glänzenden Tanzfläche bestand der Boden aus hellen Fließen mit feiner rankenartiger Bemalung. Man hatte lange Tafeln samt Sitzbänken aufgereiht, wobei einige der Plätze bereits belegt waren. Nicht wenige der Anwesenden unterbrachen ihren bisherigen Gespräche untereinander, um die Neuankömmlinge zu mustern.
      Teresa allerdings ignorierte die intensiven Blicke und hielt stattdessen stur auf das Buffett nahe der Küche zu. Wenn sie nicht bald etwas zwischen die Zähne bekäme, würde ihr Magen impludieren.
      "Teresa, warte gefälligst!", Jessis mahnender Ton verhieß Ärger, aber die junge Frau wäre bereit, diesen später zu akzeptieren, solange sie jetzt etwas essen dürfte.
      "Lass sie doch", wendete Jason kichernd ein. "Du weißt wie sie ist, wenn sie hungrig ist. Außerdem würde ich mir auch gerne etwas genehmigen."
      "Nehmen Sie sich ruhig so viel, wie Sie möchten", sprach Marlo im ruhigen Ton. "Ich warte, bis sie fertig sind."
      Das war für Teresa das Startsignal, um sich einen der bereitsstehenden Teller so voll zu laden, wie nur möglich. Jason folgte ihrem Beispiel und irgendwann gesellte sich auch Jessi - weiterhin schimpfend - dazu.
      Doch gerade als sich Teresa mit ihrem Tablett zu einem der Tische aufmachen wollte, wurde ihre Aufmerksamkeit von etwas anderen geweckt... nein, jemand anderem. Es war absoluter Zufall gewesen, dass ihr Blick gerade in dem Moment einen der kleineren Nebeneingänge des Speisesaals streifte, als zwei weitere Personen durch ihn hindurch tragen. Ein junger Mann - maximal zwei oder drei Jahre älter als sie - und eine etwas ältere Frau... vielleicht um die dreißig? Teresa hatte sich beinahe sofort in ihren hellen kristallblauen Augen verloren, die einen wunderschönen Kontrast zu ihrem dunklen Hautteint boten. Hellbraunes Haar legte sich in leichten Wellen um ihr schönes Gesicht, während sie den Jungen neben sich angrinste. Aus irgendeinem Grund war ihre Kleidung vollkommen durchnässt und sein ehemals sicherlich hellweißes Shirt wirkte absolut verdreckt. Seine freundlich grün glänzenden Augen erinnerte sie an frisch gemähtes Gras und sie fragte sich ob sein kurzes braunes Haar sich wohl so weich anfühlen würde, wie es aussah. Doch bei eben diesem braunen Haarschopf war der Fehler des Gesamtbildes zu erkennen. Hörner... kleine, gebogene und absolut spitz zulaufende Hörner.
      Bevor Jason oder Jessica es realisieren konnten, hatte Teresa ihr Tablett auf einen der Tische geknallt, um in der nächsten Sekunde schnellen Schrittes auf die beiden Neunankömmlinge zuzueilen. "Darf ich die anfassen, bitte, bitte, bitte?!" Sie hatte ihn kaum erreicht, als sie schon ihre Hand zum Kopf des jungen Mannes ausstreckte. Er war zwar über einen halben Kopf größer als sie, aber auf den Zehenspitzen gelang es ihr die Hörner zu erreichen. "Wow... wie schön!" Ihre grünblauen Augen glitzerten vor Begeisterung als sie mit den Fingern über die wunderbar glatten, elfenbeinartigen Auswüchse fuhr. "Bist du etwa ein Halbling?", fragte sie gerade heraus und musterte ihr Gegenüber mit tiefer Neugierde. Sie hatte schon von einigen Halblingen - einer Mischung aus Mensch und Kreatur aus der anderen Welt - gehört, vor allem innerhalb des Ordens, aber bisher war sie noch keinem einzigen begegnet. Sie wurden in der Regel eher im Verschlossenen gehalten und letzetndlich waren sie nach wie vor eine absolute Seltenheit. Dabei wollte sie schon immer mal einen kennenlernen. Wollte herausfinden, wie es wohl sein mochte, ein Wesen aus beiden Welten zu sein. Langsam sank sie wieder auf ihre Fersen hinab und schaute breit lächelnd von unten zu dem Braunhaarigen auf. "Mein Name ist Teresa und du bist?" Sie hoffte nur, dass er ihr Englisch verstand... Leider konnte sie noch nicht einmal gebrochenes Deutsch sprechen.

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    • Elya Beck
      Heute schien ein ziemlich besonderer Tag zu sein. Zwar hatte seine Lehrerin davon gesprochen, dass irgendwas im Orden anstünde, aber wirklich realisiert hatte er die Auswirkungen von diesem Ereignis noch nicht. Natale war im Moment wie ein Raubtier und konnte es kaum erwarten, dass die beiden schnellstens was zwischen die Zähne bekommen würden. Was ihm allerdings merkwürdig vor kam, war die Tatsache, dass die Kantine schon früher als sonst wesentlich aktiver gewesen ist. 'Wahrscheinlich in Vorbereitung auf diese Gäste oder so?', dachte sich Elya, während ihn das eben angesprochene Raubtier mit sich in die große Halle des Essens zog. "Nu' Looooos jetzt!" kam es von seiner Seite, gerade noch verständlich genug unter all dem Speichel und den funkelnden Augen, die Zielgerichtet auf das Buffet am anderen Ende des Raumes gerichtet waren. Mit der freien Hand kratzte er sich am Hinterkopf und erblickte dann eine unbekannte Person, genauer gesagt ein Mädchen, dass er nicht wirklich zuordnen konnte. Nun war er vielleicht nicht das Paradebeispiel für ein gutes Gedächtnis, dennoch hatte er es irgendwie geschafft über die Jahre seines hiesigen Lebens die meisten Namen des Ordens zu kennen. Zumindest hoffte und glaubte er, dass er alle kennen würde und Namen zuordnen könne. Was ihn in die derzeitige Verwirrung zurück kommen ließ - das Mädchen hatte er noch nie gesehen... und eben jene Unbekannte kam mit einem Funkeln in den Augen auf ihn zu. Trotz ihrer Größe, wenn man das so nennen wollte, hatte sie eine unglaubliche Präsenz und die Augen ließen ihn an die grün-blauen Gewässer der Karibik denken. Nicht, dass er schon einmal dort gewesen ist, aber hin und wieder hatte er es im Fernseher gesehen und nun musste er einfach direkt daran denken. Wäre es in diesem Augenblick nicht nur ihre Augen gewesen hätte er fast denken können, würde eine Flutwelle herangebraust kommen. Mit kurz geschlossenen Augen atmete er tief durch und blickte wieder unsicher zu ihr, zu der Unbekannten. Eigentlich spielte sich alles nur mehr in wenigen Augenblicken ab, die sich aber wie Minuten anfühlten. Beinahe hätte er sich komplett in ihren Augen verloren und ihr restliches Erscheinungsbild außer Acht gelassen. Hinter der tropischen Flutwelle von grün-blauen Augen erschien eine aufgeweckte und interessierte junge Frau zu stecken, die plötzlich mit einem freudigen Lächeln vor ihm stand und ihn anblickte, als sei er etwas besonderes. Die Situation könnte merkwürdiger nicht sein und ihm entfuhr ein unsicheres trockenes 'He He' als er verlegen zur Seite blickte.

      "Darf ich die anfassen, bitte, bitte, bitte?!"

      'Heh, wie.. bitte was?' etwas in Gedanken verloren überfiel ihn das neugierige Mädchen mit Fragen. Auf der einen Seite war da dieses blutrünstige Etwas von Natale, die an ihm zog, auf der anderen Seite hielt er es etwas zu unhöflich dem Mädchen einfach aus dem Weg zu gehen und hielt gegen den Zug seiner Lehrerin, was möglicherweise eher witzig mit anzusehen war. Während sich seine Gedanken in einer zwiegespaltenen Lage befanden waren die karibischen Augen, so hatte er sich jetzt in Kürze darauf festgelegt, mit einem Mal sehr Nahe und ihre Finger glitten über seine Hörner. Ein wohliger und seltener Schauer lief ihm über den Rücken, nicht weil er es von den Hörnern her spürte, dies waren mehr nur Knochenartige Auswüchse, aber sie berührte ihn, nicht nur an den Hörnern. Elya musste schlucken und zog dann eine Augenbraue hoch, als sie ihn als Halbling bezeichnete. 'Sie.. es war kein Deutsch?' Noch mehr Verwirrung machte sich in ihm breit, als er sie in Englisch sprechen hörte. Er verstand es, aber hatte überhaupt nicht damit gerechnet. Nachdem sich die Unbekannte als Teresa vorstellte wurde der Zug von Natale überwältigend stark. Verdammt, nutzte sie etwa ihre Magie um ihn mit sich zu reißen? Was war bloß falsch mit ihr? "Hunger!" unterbrach sie die mehr oder weniger laufende Unterhaltung der beiden ungeniert. So sehr sich der junge Mann nun dagegen wehrte, sein Körper wurde durch seine Füße langsam mitgeschleift, sie rutschten nun einfach über den Boden, langsam von dem Mädchen weg. "Ich... ich bin kein Halbling!! Ich bin Elya~!" er entfernte sich widerwillig, langsam aber stetig und er blickte sich kurz um zu Natale nur um danach wieder zu Teresa zu blicken. "willst du mit uns essen? Dann... können wir uns unterhalten, oder so. Was du hier machst..." - "KOMM! JETZT! ESSEN!"

      Mit einem Seufzen verdrehte er seine Augen und gab sich seinem Schicksal weggezogen zu werden hin. Ob sie es noch hören würde, wenn er normal weiter sprach? Während er mit seinem Kopf zu seiner Begleitung zeigte. "Anders... wirds glaub ich nix!?" waren seine letzten Worte die sie hören würde, wenn sie dort stehen bliebe. 'Na toll, was ein guter erster Eindruck', musste er resigniert in Gedanken feststellen und hoffte sie würde jetzt nicht abgeschreckt sein von dieser... Vorstellung.
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Teresa Johnson


      Natürlich war ihr nicht entgangen, wie die Frau an seiner Seite ihn erbittert versuchte in Richtung Buffet zu zerren. Aber im Moment war ihr das relativ egal, solange sie herausfinden konnte, was es mit seinen wunderschönen Hörnern zutun hatte.
      Zumindest schien er ihre Sprache zu verstehen und antwortete ihr letztendlich sogar. "Elya, also?" Sie grinste ihn breit und zufrieden an. "Freut mich dich kennen zu lernen, Elya!" Leider intensivierte die Frau an seinem Arm ihren Zug und zerrte ihn schließlich erfolgreich beiseite. Umso mehr freute sich Teresa allerdings darüber, als der junge Mann sie dazu einlud mit ihnen zu essen. Sie nickte eifrig als Antwort auf seine Frage und flitzte dann schnell zu ihrem Tablet, welches sie zuvor noch hastig auf einem Tisch abgestellt hatte.
      "Was gedenkst du hier zu tun, junge Dame?" Bevor sie allerdings wieder verschwinden konnte, hatte Jessi schon ihren Arm gepackt und hielt sie mit herausforderndem Ausdruck in den Augen auf.
      "Siehst du das nicht? Ich möchte mich mit Elya unterhalten." Dabei nickte Teresa aufgeregt zu dem jungen Braunhaarigen, der gerade zusammen mit der älteren Frau am Buffet stand.
      "Du willst schon wieder Fremde belästigen? Kannst du dich nicht mehr daran erinnern, was ich dir vor unserer Reise hierher gesagt habe?" Jessicas Stimme ertönte nur noch als ein warnendes Flüstern.
      "Natürlich weiß ich das nocht", entgegnete Teresa ebenfalls flüsternd. "Kein Durcheinander verursachen, nicht negativ auffallen, nichts über die eigentliche Mission presigeben..."
      Jessi nickte. "Und die ersten beiden Regeln hast du prinzipiell schon gebrochen."
      Die siebzehnjährige senkte frustriert den Blick. "Du weißt doch, dass ich nun einmal nur so funktioniere... und wäre es nicht deutlich auffälliger, wenn ich mich seltsam bedeckt halte? Aber wenn ich einfach ich selbst bin und ganz normal handele, wird ganz sicher keinem auffallen, was wir hier eigentlich im Schilde führen. Ich falle so sehr auf, dass ich schon wieder nicht auffalle." Mit selbstbewusstem Ausdruck im Gesicht hob sie wieder den Kopf und grinste Jessi siegessicher an.
      Die schien allerdings noch lange nicht überzeugt, sondern schüttelte eher unwillig den Kopf.
      "Ach komm schon, Jess", mischte sich da Jason mit einem belustigten Zug um die Lippen ein. "Wenn wir unsere kleine Teresa dazu zwingen, sich zurückzuhalten, wird sie irgendwann noch explodieren und das entstehende Chaos wird keiner mehr richten können. Also warum lassen wir ihr nicht wirklich etwas freie Hand? Ich bin mir sicher, sie wird niemanden etwas von unserem eigentlichen Ziel verraten."
      Teresa nickte beipflichtend und schaute dann mit flehenden Augen zu der Schwarzhaarigen auf. Diese blickte noch einige Sekunden mit kalten grünen Augen zurück, doch dann stieß sie endlich ergeben die Luft aus und gab ihren Arm frei. "Na gut... Mach doch was du willst, aber übertreibe es ja nicht. Ich will keine frühzeitige Heimreise verantworten müssen, nur weil du die Obrigkeiten hier mit deiner aufdringlichen Art und Weise verärgert hast.
      "Roger!" Das Tablett mit nur noch einer Hand haltend, hob sie die andere zu einem kurzen Salut an die Stirn und huschte dann schnell davon.
      In der Zwischenzeit schienen Elya und seine Kollegin ihr Essen zusammengestellt zuhaben und hatten sich auf einem der zahlreichen Sitzplätze niedergelassen. Ohne langes Zögern, setzte sich Teresa einfach neben den jungen Mann und grinste ihn breit an. "Danke für die Einladung." Sie beugte sich etwas über den Tisch, um an ihm vorbei, zu der braunhaarigen Frau neben ihm sehen zu können. "Freut mich im Übrigen auch, dich kennen zulernen. Darf ich auch deinen Namen erfahren?" Erst jetzt bemerkte sie, dass die Frau eine seltsame Aura umgab... Ob sie vielleicht auch kein normaler Mensch war? Ihre entstehende Neugierde ließ ihre Haut prickeln, auch wenn sie sich darum bemühte die beiden mit keinen weiteren unnötigen Fragen zu bombardieren, was einfacher gesagt war als getan.
      Stattdessen wendete sie sich endlich ihrem eigenen Essen zu und schob sich hungrig ein Stück Fleisch zwischen die Zähne. Köööstlich! Beinahe hätte sie genießerisch die Augen verdreht, beließ es aber einfach bei einem zufriedenen Grinsen. "Ich komme im Übrigen vom britischen Orden", berichtete sie letztendlich, nachdem sie den ersten Bissen heruntergeschluckt hatte. "Ich und meine Freunde", sie deutete mit einem Fingerzeig zu Jason und Jessi zwei Tische weiter - letztere beobachtete Teresa mit warnendem Blick, während der Blondschopf nur amüsiert grinste - "sind hier um die freundlichen Beziehungen zwischen eurem und unserem Orden zu festigen. Außerdem soll hier meine Initiation durchgezogen werden." Natürlich erwähnte sie nichts davon, dass all dies nur Ausreden waren, um einen Einblick in den Orden des Lichten Stein zu erhalten und Informationen zum Weltentor zu erlangen. "Aber lieber wieder zu dir." Ihre neugierigen Augen wanderten erneut zu seinen Hörern. "Elya... Du bist doch ein Halbling, oder?"

    • Elya Beck
      In diesem Zustand war Natale leider nicht mehr zu helfen und das bedeutete, ihm ebenfalls nicht. Es dauerte nicht lange bis er vollends nachgeben musste, nachdem er von seiner neuen Bekanntschaft weggezogen wurde. Eigentlich hätte es ihn nicht überraschen sollen, aber doch war er es immer wieder - von Natale und ihrer Stärke und Verbissenheit. Sicher war er nicht wirklich schwach, aber eigentlich ist es für ihn eher eine Frage der Situation und nicht jeder Situation. Wo sie aber nun schon einmal hier waren, konnte sein Körper nicht anders als ebenfalls Hunger zu bekommen, wo er die mannigfaltige Auswahl an Speisen zu sehen bekam. Mit seiner freien Hand kratzte er sich nachdenklich am Kinn, "Ist heute irgend etwas besonderes, oder warum scheint das Buffet besser als sonst?" Und auch wenn man es ahnen konnte, so wurde seine Frage nicht erwidert. Das Monster an seiner Seite hatte endlich losgelassen, sich einen großen Teller geschnappt und begann diesen zu füllen. "Ich weiß wir sind in den Alpen, aber musst du diese wirklich mit Essen nachstellen? Wirst du dadurch nicht zune-" Plötzlich kam eine Gabel vorbeigeflogen vor der er noch rasch zur Seite ausweichen konnte begleitet von einem gezischten, "-wage es ja nicht!" Beschwichtigend und mit einem verlegenen Lächeln hielt er seine Hände hoch. "Schon gut, schon gut. Lass uns einfach essen, okay?" "So ist's besser, gute Antwort!" antwortete Natale mit einem zufriedenen Grinsen und füllte die Alpentäler auf ihrem Teller mit einem See aus Soße. Nachdem Elya sich sein eigenes Mahl zusammengestellt hatte - schönes großes Schnitzel in Jägersoße mit Pommes und Mayo, heute keine Experimente. Wohl wissend, was ihn geschmacklich erwarten würde, konnte er es selbst kaum mehr erwarten an den Tisch zu kommen und zu beginnen. Und sollte er noch Hunger haben könne er immer noch nachnehmen. Nicht unweit von Teresa und ihren Bekannten setzten sie sich nun endlich hin, nachdem sie für das Essen voll ausgerüstet waren mit Besteck und Getränken. Während Natale schon während des Weges begann ihren Berg abzutragen, nahm er sich kurz Zeit und versuchte abzuschalten und sich nun auf das zu konzentrieren was wichtig war.

      "Danke für die Einladung", kam es auf einmal von neben ihm während das Tablett von Teresa auf den Tisch knallte, was ihn mit einem "Oh mein Gott!", panisch zur Seite schrecken ließ. 'Eben war sie doch noch bei ihren Freunden am Tisch, wie konnte sie so schnell...?' Allerdings ließ sie ihm keine Zeit lange über irgendetwas nachzudenken. Die karibischen Augen huschten wieder stürmisch voran und brachten eine Flut von Fragen mit sich. Noch immer mit leichtem Herzrasen von dem Schock sah er die noch recht unbekannte Teresa an und winkte mit der Hand ab. "Von ihr wirst du im jetzigen-" noch während er versuchte die Neue davon abzubringen mit Natale sprechen zu sollen schob sie sich direkt ein Stück Fleisch von ihrem Teller rein, nur um dann beinahe vom Essen in Ekstase zu verfallen. Elya wusste, dass die Küche hier sehr gut sein konnte, wenn sie wollte - heute war wohl einer der guten Tage?

      Wieder versuchte er sich zu erinnern... zumindest langsam dämmerte es ihm, dass wirklich etwas wichtiges anstehen musste. Als sie sich und ihre Freunde vorstellte, war dies der letzte Funke, das fehlende Stück vom Puzzle und er konnte nicht anders als mit seiner Faust in die offene Handfläche der anderen Hand zu schlagen. "Ah!" entfloh es ihm nun, da er sich wieder daran erinnerte. 'Sie sind die Abgeordneten des anderen Ordens von denen Natale erzählte?!' Der Junge folgte der Deutung von der jungen Frau und erblickte erneut ihre Freunde. "Das scheinen ja interessante Gesellen zu sein?!" kommentierte er eher vor sich hin und sortierte sie gleich für sich in irgend eine Schublade. Sie schien eher streng zu sein, das lag wohl an ihrem Äußeren, sie umgab eine Aura der Ordentlichkeit, während der junge Mann eher das Gegenteil zu sein schien. Und dann war da noch Teresa, Elyas Augen wanderten wieder zu ihr und er konnte nicht umhin sie kurz zu mustern. "Interessanter Haufen scheint ihr zu sein, freut mich sehr dich kennen zu lernen", ihre Impulsivität war schon beinahe zu viel oder überwältigend für ihn, weshalb er nicht umhin kam dies anzusprechen, "Bist du immer so aufgeregt und hibbelig?" Nicht, dass es schlimm wäre, allerdings kann es ihm manchmal zu viel werden. Vielleicht lag es daran, dass er eher versuchte entspannt und Gelassen durchs Leben zu gehen, weshalb er damit manchmal etwas aneckte. Als Teresa ihre Angelegenheit darlegte weshalb sie hier waren, hatte sich seine Lehrerin kurz verschluckt und musste prusten. Mit einem wissenden Grinsen kam ein sehr undeutliches "Ma Kwah" als ... Antwort?

      Elya schüttelte den Kopf und zeigte mit einer kurzen Handbewegung auf seine Begleitung. "Bitte entschuldige DAS da. Das ist Natale, meine...", er versuchte die richtigen Worte zu finden. Sie war eigentlich sehr viel für ihn, darunter zählten auch der Status einer Kindheitsfreundin, Ziehmutter, Lehrerin... aber am sichersten war wohl erst einmal das am wenigsten offensichtliche zu nennen, "sagen wir ... sie ist sowas wie meine Schutzbefohlene?" Daraufhin grüßte Natale mit einem kurzen Heben der Hand und auch wenn man sich wirklich wundern musste, wie sich beide verhielten konnte er nicht anders als seine Aussage als Frage zu verpacken war er sich dessen manchmal selbst nicht so sicher. "Du bist wegen der Initiation hier?" Um etwas Zeit zu gewinnen, dippte er ein paar Pommes in die Mayo und überlegte. Seine eigene Initiation stand ebenfalls bevor und so merkwürdig seine Lehrerin auch sein mag, im Prinzip versuchte sie ihn so gut es ging darauf vorzubereiten - so zumindest kam es herüber. "Das würde ja bedeuten, dass wir beide unsere Initiation zusammen machen, oder? Ehrlich gesagt bin ich was die Ordensangelegenheiten angeht überhaupt nicht im Bilde", deutete er mit den Schultern zuckend an, "'tschuldige, aber kannst du mir da mehr zu sagen? Ich weiß zwar, dass irgendwann eine Initiation durchgeführt werden soll, aber irgendwie spricht niemand wirklich darüber. Und lernen... ja lernen ist da immer irgendwie etwas merkwürdig." Seine Augen wanderten nachdenklich nach oben und er atmete mehrere Male durch. "Wie dem auch sei... du nennst mich die ganze Zeit Halber?! Warum tust du das? Ich bin ... ich? Elya. Und so klein finde ich mich jetzt nicht." Langsam arbeitete er sich durch das Thema und den Begriff durch. Bis er merkte, dass er sie wahrscheinlich einfach falsch verstanden hatte - die Sprachbarriere könnte damit ebenfalls zu tun haben. Halbling.. Irgendwie hatte er "Kurzer" oder "Halbwüchsiger" drunter verstanden, was ihn sehr verwirrte, allerdings war sie so fasziniert von seinem Erscheinungsbild - allen voran seine Hörner, dass es ihm langsam dämmerte. "Oooh! Ja... also. Ich bin ein Mischblut - von Erdling und -", er wandte sich kurz zu Natale die ihn mit vollem Mund mit einem "Mhh?" anblickte. "-Schon gut. Nicht so wichtig. Von der anderen Welt halt", fuhr er für Teresa fort und musste schmunzeln.

      "Wenn du für deine Initiation hier bist... wirst du sicher auch mal mit auf die andere Seite kommen und mit uns trainieren", gab er nonchalant von sich als ob es das normalste von der Welt wäre. "Also, was machst du noch so hier, kannst du mir was von dir erzählen? Sonst wird mein essen kalt, wenn nur ich rede." Mit einem Lächeln blickte er ihr in ihre leuchtenden Augen, nahm einen Schluck von seinem Getränk und begann nun selbst langsam mit dem Essen. Ansonsten fürchtete er, dass der Gremlin neben ihm sich an seinem Essen vergehen würde.
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.