In love with a Yankee[_Mizuki&Cailemia]

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    • In love with a Yankee[_Mizuki&Cailemia]



      Mit ihrer Hand fest den Griff ihres geliebten Baseballschlägers umschlungen, kletterte Violett gerade über eine weitere Mauer, eine kleine Abkürzung durch fremde Gärten, statt das Labyrinth von Häusern und Straßen durch Umwege und Gasse zu durchqueren, es war nicht nur einfacher und praktischer, sondern machte auch noch um einiges mehr Spaß und hielt sie fit. Die Beschwerden einiger Menschen waren oftmals jedoch unglaublich nervig, aber nichts, was sie nicht ignorieren konnte.
      Sie sprang geschickt von der Mauer, ehe sie in ihrer Rocktasche nach ihrem Handy griff, den Weg entlang laufend die Nachricht ihrer Freundin Suzuki lesend, überprüfte sie noch einmal, ob sie hier wirklich richtig war, da sie diese Gegend der Stadt bisher noch nicht erkundet hatte.
      Auf dem Weg zu ihrem heutigen Schlafplatz, blickte sie mit einem misstrauischen Blick wieder von ihrem Handy ab, zog die Augenbrauen zusammen, als sie einen Mann an der Kreuzung vorbei gehen sah, dessen Gesichtsausdruck ihr überhaupt nicht gefiel, vor allem nicht dieser Blick in seinen Augen, der ihr bekannter war, als sie es gerne hätte.
      Unbemerkt lehnte sie sich gegen die Mauer, über welche sie gerade gesprungen war, und wagte einen Blick über die Ecke, wo sie ein junges Mädchen erkannte und ihre Vorahnung verstärkte sich, ehe sie keine Zeit verlor, ein weiteres Mal über die Mauer und durch den fremden Garten kletterte, ehe sie sich an einer weiteren Mauer anlehnte, die nächste Gasse, an der der ekelhafte Mann vorbei kommen würde, mit einem breiten Lächeln ihren Baseballschläger bereithaltend, ehe sie seine Schuhspitze erkannte und mit einem starken Schwung direkt in das Gesicht des unbekannten Mannes mittleren schlug, welcher sofort umkippte, auf dem Rücken landete, mit einem in Schock versteinerten Gesichtsausdruck, während sich eine Blutlache um seinen Kopf bildete, eine Gehirnerschütterung würde er mindestens davon tragen, wenn nicht sogar mehr, was der jungen Frau jedoch vollkommen egal war, denn in seinen Augen hatte das Schwein das mehr als nur verdient, im Gegenteil, sie war sogar nett genug ihn damit alleine davon kommen zu lassen.
      Stolz lehnte sie ihren blutbeschmierten Baseballschläger gegen ihre Schulter, während sie die andere freie Hand in die Hüfte stemmte und mit einem Lächeln einen selbstgefälligen Laut von sich gab, ehe ihr einfiel, dass sie vielleicht verschwinden sollte, bevor die Polizei oder andere auftauchen würden.
      Violett nickte sich bei diesem Gedanken selber zu, ehe sie in die Gasse hinein zu rennen begann – über die Mauern zu klettern erschien ihr mit einem Mal zu auffällig – als sie Schritte hinter sich hörte, die Schritte eines Mädchens und wieder schlich sich ein stolzes Lächeln über ihre Lippen, ehe sie ihre freie Hand hob und damit der in die Gasse blickenden Person ein Peace Zeichen formte, womit sie ihr gestikulieren wollte, dass sie sich nicht bedanken müsste, Violett hatte sie gerne vor dem Stalker gerettet.

      @_Mizuki
    • Umi legte haufenweise Zettel auf einen Stapel, richtete diesen zurecht und bedankte sich bei den anderen. Als Mitglied des Veranstaltungskomitees und Anwärterin auf den Leitungsposten hatte sie eine Menge zu erledigen. "Ihr könnt ruhig schon gehen, ich mache nur kurz den Raum fertig und gehe auch.", sagte sie sanft und lächelte dem Team zu. Man hörte ein erfreutes murmeln, gefolgt von kurzen Verabschiedungen und schon war Umi alleine. Erleichternd seufzend, packte sie die Unterlagen in einen Ordner, den sie in ihrer Tasche verstaute. Danach fegte sie kurz den Boden, fotografierte die Mind-Map von der Tafel ab und stellte die Stühle hoch.
      "Achja..", murmelte sie leise und wischte die Tafel ab, ehe sie ihre Tasche schulterte und sich noch einmal umsah. Im Kopf ging sie kurz durch, ob sie auch alles erledigt hatte. Soweit, so gut. Auch sie verließ schlussendlich den Raum und ein wenig später auch die Schule.
      Eigentlich hatte sie keinen sonderlich langen Heimweg, mit der Bahn jedenfalls. Sie müsste nur zwanzig Minuten fahren. Zu Fuß dauerte es meistens doppelt so lange. Aber da heute das Wetter mitspielte, beschloss die Schülerin zu laufen.
      Auf dem Weg nach Hause, ließ sie die Sitzung noch einmal Revue passieren. Das Sommerfest stand kurz bevor und sie musste sicher gehen, dass auch alles fertig war. Es würde dieses Jahr draußen stattfinden. Die Wetterprognosen waren seit Wochen gut, also sollte es an diesem Tag auch hinkommen. Es wird eine Live Band spielen, mehrere Fotoboxen geben, zwei Buffets und schöne sommerliche Fotoecken. Freudig klatschte Umi in die Hände und lächelte breit, als sie plötzlich von einem komischen Gefühl überrascht wurde. Es fühlte sich irgendwie so an, als würde sie beobachtet werden. Schnell drehte sich die rothaarige um, doch da war niemand zu sehen. Skeptisch zog sie eine Braue nach oben, schüttelte dann aber den Kopf. "Du wirst verrückt Umi.", murmelte sie leise und ging weiter. Doch sie wurde dieses seltsame Gefühl einfach nicht los und es sollte bestätigt werden. Nach einer dunklen Gasse, hörte Umi ein dumpfes Knallen. Ruckartig blieb sie stehen und schluckte nervös. Sollte sie rennen? Zurück und schauen was passiert ist? Einen kurzen Moment atmete sie tief durch, ehe sie doch wieder zurück ging und einen Mann in der Gasse liegen sah. Ungläubig starrte sie auf den Mann und entdeckte am Ende der Gasse ein Mädchen. Sie war so schnell weg, doch Umi erkannte deutlich das Piece Zeichen. "War das unsere Schuluniform?", murmelte Umi und sah auf den Mann. Schwer schluckend, wie in Trance, drehte sie sich um und ging weiter nach Hause. Sie ließ ihn einfach dort liegen. Ihre Gedanken kreisten die ganze Zeit um dieses Mädchen. Wer war sie? Und warum half sie Umi? Sie beschloss der Sache morgen auf den Grund zu gehen. Es muss jemand von ihrer Schule gewesen sein und sie würde herausfinden wer. Doch erstmal ging Umi Zuhause heiß duschen, hoffentlich könnte sie so die Geschehnisse von vorhin vergessen.
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    • Den Rest des Abends und auch am nächsten Tag hatte Violett nach ihrer guten Tat – welche noch dazu Spaß gemacht hatte – gute Laune, welche sich auch nicht von der Schule verderben ließ, wobei sie nicht einmal daran dachte, dem Unterricht beizuwohnen. Stattdessen schwänzte sie mit ihren Freundinnen, welche allesamt als Unruhestifter galten und mit dem selben langen Rock ausgestattet waren, welcher Tag ein Tag aus die Regeln der Schule brach, jedoch traute sich schon lange kein Lehrer mehr hart durchzugreifen und verschlossen beide Augen davor, dass sie es nicht mehr unter Kontrolle hatten. Auch wenn es hin und wieder noch ein junger Lehrer versuchte.
      Im Hinterhof der Schule chillte sie mit den anderen Gangmitgliedern, Kaori rauchte an ihrer Zigarette, während Sayo ihre Messer schärfte und sich die drei über die verschiedensten Themen unterhielten, ehe Violett ihnen voller Stolz mit einem Grinsen im Gesicht von dem gestrigen Abend erzählte, an dem sie einen ekelhaften Kerl umgehauen hatte.
    • Den restlichen Abend über, machte sich Umi Gedanken. Sie konnte dieses Bild nicht vergessen wie dieser Mann blutend auf dem Boden lag. Allerdings wollte dieser Typ weiß Gott was mit ihr anstellen. Sie sollte ihrer Retterin dankbar sein. Selbst beim Abendessen mit ihre Eltern, konnte die Schülerin sich nicht auf ein gescheites Gespräch einlassen. Ihre Gedanken kreisten die ganze Zeit um dieses mysteriöse Mädchen. "Die selbe Schuluniform..", murmelte Umi leise und schob einen Löffel Essen in ihren Mund. Ihre Eltern gaben für heute auf, sie in ein Gespräch zu verwickeln und schüttelten nur irritiert mit den Köpfen. Nach dem essen ging Umi auf ihr Zimmer und scrollte ihre sozialen Netzwerke durch. Vielleicht würde sie ja so etwas über dieses Mädchen herausfinden. Doch stattdessen schlief die rothaarige irgendwann einfach ein.
      Am nächsten Tag in der Schule bemerkte Umis Freundin Mio sofort, dass irgendwas nicht stimmte. Sie erzählte ihrer Freundin alles, doch erntete nur skeptische und belächelnde Blicke. "Ach, schon gut.", meinte die rothaarige müde und sah aus dem Fenster, bis ihre Sitznachbarin eine interessante Bemerkung machte. "Du sagtest sie hatte die selbe Uniform, nur mit einem langen Rock oder?", hakte sie nach und Umi nickte. "Die Yankee Mädchen tragen doch lange Röcke.", mit dieser Aussage machte es klick. Natürlich, wie konnte Umi nur nicht darauf kommen? Man sah die Mädchen selten in der Schule, sie spielten stets gegen die Regeln. Doch wieso sollte eine von ihnen dann ausgerechnet Umi helfen? Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen, sah Umi nach draußen und wie der Zufall es wollte, entdeckte sie in einer Ecke des Hinterhofs eine Gruppe Mädchen, mit eben genau langen Röcken.
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    • Nachdem die Pausenglocke ertönt war, würde es im Hinterhof recht bald voll werden, weshalb sich die drei Mädchen dazu entschlossen hatten das Dach aufzusuchen, wo sie ihre Ruhe haben würde. Doch bevor die drei redend ihr Ziel erreichen konnte, stieß Violett gegen ein Mädchen mit rotem Haar, wer von den beiden nicht aufgepasst hatte war schwer zu sagen, wahrscheinlich hatten beiden Augen für etwas anders gehabt, ehe sie ineinander gerannt waren, was in diesem Moment jedoch keine große Rolle spielte, jedenfalls für die Yankees nicht.
      „Hey, pass doch auf, du halber Meter.“, beschwerte sich eines der beiden anderen und warf dem Mädchen mit dem roten Haar einen stechenden Blick zu, während Violett ihr Gesicht nachdenklich betrachtet, das Gefühl hatte, sie schon irgendwo gesehen zu haben und überlegte, wo das hätte sein können.
    • Auch wenn sie bereits so nah am Ziel war, zögerte Umi weiter auf dieses Mädchen zuzugehen. Wie versteinert blieb sie stehen und biss sich auf die Lippe. "Verdammt, sei nicht so ein Schisser Umi!", ermahnte sie sich leise selbst. In diesem Moment bemerkte sie, wie sie eines der Mädchen anstieß. Ein kurzer Schauer durchfuhr sie. Doch außer einem kurzen Kommentar passierte nichts weiter. Die Mädchen sahen Umi einfach an, die kurz ihren Blick senkte und die Röcke der Gang betrachtete. Was sollte sie sagen? Danke? Wieso? Umis Gedanken überschlugen sich, doch die Gelegenheit mit diesem Mädchen zu sprechen würde wohl jeden Moment verstreichen, also blickte sie auf und schluckte nervös. "Danke, also für gestern.", sagte sie überzeugt und verbeugte sie leicht. "Ich, ich würde nur gerne wissen, wieso du mir geholfen hast.", jetzt war es raus. Die Mädchen tauschten skeptische Blicke aus und irgendwie wurde Umi gang mulmig, doch was sollte schon großartig passieren? Sie waren auf dem Schulgelände, hier würde ihr sicher nichts passieren, oder doch?
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    • "Wieso?", gab Violett unverständlich von sich, als wäre die Antwort so selbstverständlich, dass sie sich wundern musste, wie das Mädchen mit dem roten Haar das nicht wissen konnte, nachdem ihr klar war, wer sich da gerade vor ihr verbeugte.
      Auch wenn sie nicht verstand, wieso sie sich bei ihr bedanken musste. Violett hatte eigentlich gar nicht erst damit gerechnet, dass das Mädchen von gestern sie wirklich gesehen hatte... geschweige denn, dass sie auf die selbe Schule ging.
      Violett lächelte schief bei dem Gedanken, dass sie eigentlich wissen müsste, dass es gefährlich war sich mit Leuten wie ihr einzulassen. Irgendwie niedlich, dass sie sich dennoch bedankte und eine Antwort von ihr verlangte.
      "Ich kann solche ekelhaften Typen nicht ausstehen. Hättest du ihm nicht am liebsten selber mit einem Baseballschläger geschlagen? Was bilden sich solche Leute eigentlich ein, junge Mädchen sind doch kein Freiwild.", schnaufte Violett genervt bei der Erinnerung und stemmte dabei die Hand in die Hüften.
      "Hey, halber Meter, wenn du unsere Freundin dankbar bist, wieso machst du dich nicht nützlich und holst uns dreien was zu trinken? Was soll Vi denn mit deiner mickrigen Verbeugung?", gab Kaori von sich, während sie den Rauch ihrer Zigarette ausatmete und dem Mädchen einen unbeeindruckten, fast schon genervten Blick zuwandte.
      Mit einem Mal holte Sayo - welche vom Größenverhälniss her am nächsten an das Mädchen mit dem roten Haar ran kam - aus unbekannter Quelle ein Messer hervor und klappte dieses schneller auf, als ihr gegenüber es bemerken konnte.
      "Und deswegen sollten Mädchen immer ein Messer dabei haben, wie wärs, willst du eins? Ich kann dir auch zeigen, wie man jemandem damit weh tut, wenn du willst.", grinste Sayo, während sie dem unbekannten Mädchen das Messer mit der Klinge nach vorne reichte.
      "Meint ihr nicht, ihr überfordert sie etwas? Macht ihr doch keine Angst.", gab Violett ein belustigtest schnauben von sich.
    • Umi sah etwas unsicher auf die Schülerin vor ihr. Hatte sie sich doch geirrt und es war nicht die richtige Person? Dann würde die Entschuldigung gleich wohl peinlich werden. Doch glücklicherweise erwies sich dieses Mädchen als ihre wirkliche Retterin. Wobei die Aussage mit dem Baseballschläger sie schon etwas überraschte, "A-also es stimmt schon, dass sein Verhalten einfach widerlich war.", stimmte die rothaarige leise zu. Und wie das stimmte. Umi wollte sich gar nicht erst ausmalen was passiert wäre, wenn dieses Mädchen nicht aufgetaucht wäre. Aus ihren Gedanken gerissen, sah Umi nach oben und zog eine Augenbraue hoch. "Was?", murmelte sie halb abwesend, während sie den Rauch verfliegen sah. Erwartete dieses Mädchen wirklich, dass die rothaarige ihr und den anderen ein Getränk brachte? Im nächsten Moment passiert alles so schnell und ein Messer richtete sich gegen Umi.
      In ihrem Kopf versuchte sie herauszufinden und zu sortieren, wie es dazu kommen konnte. Doch scheinbar war es unter diesen Mädchen üblich so, denn kurz darauf befreite ihre Retterin sie aus dieser unangenehmen Situation. Schon wieder. Auch wenn es wahrscheinlich nicht wirklich ernst gemeint war und sie Umi nur aufziehen wollte, hielt sie ihre Truppe Mädels zurück. "Ich habe im Besprechungsraum noch viele Getränke, wenn du etwas möchtest dann hole ich dir eine Flasche.", sagte die Schülerin etwas nervös und sah ihre Mitschülerin an. Irgendwas faszinierte sie an diesem Mädchen, sie wollte ihr zeigen wie dankbar sie war. Auch wenn sie dafür wohl etwas aufdringlicher werden müsste. "Würdest du vielleicht mitkommen?", fragte sie leicht errötet. Eigentlich wollte Umi nur einen Moment nutzen, um alleine mit ihr zu sprechen.
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    • „Hm?“, verschränkte Violett die Arme vor der Brust und blickte das rothaarige Mädchen mit schief gelegtem Kopf an. Sie hatte nicht erwartet, dass diese tatsächlich auf Kaoris Vorschlag eingehen und sich dazu bereit erklären würde den drei Mädchen tatsächlich den Gefallen zu tun.
      Zunächst wollte sie ihr sagen, dass das überhaupt nicht nötig war, entschied sich dann aber anders und ihr fragender Blick wechselte zu einem Lächeln, als sie ihren Arm um die Schultern des kleineren Mädchens legte und über die Schulter zu ihren zwei Freundinnen sprach.
      „Ihr habts gehört, Getränke gehen auf... die rothaarige. Geht doch schon mal aufs das Dach, wir kommen dann nach.“, teilte sie den beiden mit, ehe Violett mit dem Mädchen in Richtung des Besprechungsraumes ging.
      „Wie heißt du eigentlich?“, erkundigte sie sich bei der rothaarigen.
    • Umi lächelte unbewusst, nachdem ihre Retterin zustimmte. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Viel eher damit, dass ihre Freundinnen die rothaarige noch weiter aufziehen würden oder gar schlimmeres. Einen kurzen Schreck bekam Umi schlussendlich aber doch, als das größere Mädchen ihren Arm um sie legte. Sie roch so unglaublich gut und fühlte sich zerbrechlicher an als sie aussah. Die Schülerin schluckte nervös, als sie bemerkte in welche Richtung ihre Gedanken schweiften.
      Glücklicherweise holten die Worte ihrer Mitschülerin sie zurück in die Realität. "Ich heiße Umi und du?", fragte sie offen, während die beiden in Richtung des Besprechungsraumes schlenderten. Scheinbar war ihre Retterin eine ganz umgängliche und nette Person. Beim ersten Eindruck würde man das eher nicht erwarten. Sie wirkte so taff, unerreichbar und gefährlich. Auf dem Schulhof gingen viele Gerüchte um. Man solle sich lieber nicht mit ihnen anlegen, sonst würde einem sonst was passieren. Diesen Eindruck hatte Umi bisher jedoch nicht. Trotzdem fühlte es sich etwas komisch an, plötzlich so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Die meisten Schüler sahen sie schockiert an, andere enttäuscht oder gar besorgt. "Einfach ignorieren.", murmelte die rothaarige zu sich selbst und öffnete anschließend die Tür des Besprechungsraumes. "Komm doch rein.", sagte sie ihrer Mitschülerin und holte einige Getränke. "Du bist viel netter als die anderen Mädchen. Also nicht, dass sie nicht nett wären. Es ist doch sehr gewöhnungsbedürftig.", sagte Umi schließlich und sah die violett haarige erwartungsvoll an.
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    • „Umi? Was für ein niedlicher Name.“, gab das Yankee Mädchen von sich, nachdem sie kurz über den Namen ihrer Mitschülerin nachgedacht hatte, „Ich bin Violett.“, gab sie letztendlich auch ihren Name preis, als sie bereits bei dem Raum mit den Getränken angekommen waren, Violett ihren Arm bereits von den Schultern des anderen Mädchens genommen hatte und mit verschränkten Armen dabei zu sah, wie diese den Raum vor ihnen öffnete, ehe sie Umi hinein folgte und sich kurz umblickte.
      Yup, ein ganz gewöhnliches Klassenzimmer, in dem gearbeitet wird. Welcher Raum war das nochmal, hatte die rothaarige gesagt? Musste Violett wohl vergessen haben.
      „... nett?“, schmunzelnde das Mädchen mit dem langen Rock belustigt, nachdem sie sich einen kurzweiligen Sitzplatz ausgesucht hatte und die Beine auf den Tisch legte, als wäre nichts dabei.
      „Also das ist nun bei weitem kein Kompliment, das ich oft zu hören bekomme und wenn du mich fragst, ist es etwas weit von der Realität entfernt, oder nicht? Welches nettes Mädchen verpasst einem einen Schlag mit einem Baseballschläger?“
      Violett musste bei dem Gedanken breit grinsen, nein, für nett hatte sie sich beim besten Willen noch nie gehalten, vielleicht früher irgendwann mal, aber heutzutage kommt ihr dieses Wort nicht sehr oft über die Wege.
      „Oh, aber es war doch recht nett von Sa-chan eines ihrer Messer an dir abzutreten und dir sogar den Umgang damit beizubringen, meinst du nicht? Man weiß ja nie, wann man einem ekelhaften Kerl über den Weg läuft. Andererseits wirkst du nicht gerade wie ein Mädchen, dass sich trauen würde ein Messer zu schwingen, ich nehme an du bleibst lieber bei deinen Büchern, oder?“, lächelte Violett, ehe sie sich von ihrem Platz erhob und Umi die Getränke abnahm, das konnte sie beim besten Willen auch alleine tragen.
      „Und? Lust auf etwas aufregendes? Wieso kommst du nicht mit aufs Dach und verbringst den letzten Teil des Schultages mit uns? Ich wette du hast noch nie auch nur eine Stunde geschwänzt, nicht wahr?“, neckte Violett das Mädchen lächelnd.
    • "Violett also.", murmelte Umi leicht, als sich ihre Retterin vorstellte. Der Name passte zu ihr, oder besser gesagt zu ihren Haaren. Ob sie sie deshalb in dieser Farbe trug? Die rothaarige stieß ein amüsiertes Schnauben aus, als Violett auf ihr Kompliment reagierte. "Naja, zu mir warst dus jedenfalls. Du warst vielleicht nicht nett zu diesem Mann, zu mir hingegen..", Umi wurde immer leiser. Sie hatte doch recht. Es war vielleicht auch nicht immer angebracht nett zu sein.
      Vielleicht wäre noch viel schlimmeres passiert, wenn Violett sie nicht gerettet hätte. Einen kurzen Moment klammerte sich die rothaarige an die Getränke Flaschen, als wären diese das einzige was sie halten konnte. "Ehm, doch schon, nur..", sie zögerte einen Moment, "..naja, es ist nicht üblich, dass einem sowas angeboten wird. Ich bin eben einfach nicht der Typ für sowas..", gab die kleinere schlussendlich zu und seufzte leise. Kurz darauf erhob sie Violett und während sie Umi die Getränke abnahm, sahen sie sich in die Augen. Mit leicht geöffnetem Mund sah sie dieses Mädchen einfach an. Und irgendwas faszinierte sie an ihr. Vielleicht waren es die mehr als verschiedenen Freundeskreise, vielleicht wollte Umi auch einfach nur ein Abenteuer.
      Was es auch immer war, es brachte sie dazu eine Antwort zu geben, die die rothaarige selbst etwas überraschte. "Ich will mit.", platzte es schon beinahe aus ihr heraus. Im selben Moment durchfuhr Umis Gesicht eine leichte Röte. Vielleicht hätte sie sich mit der Antwort lieber etwas Zeit lassen sollen. Naja, nun war es ohnehin zu spät. Sie würde keinen Rückzieher machen. Schließlich fand die Schülerin Musik und Kunst ohnehin langweilig, auch wenn sie im Veranstaltungskomitee war. "Wollen wir dann?", fragte Umi und hielt Violett dir Tür auf. Die rothaarige hatte diesmal keinen Plan was auf sie zu kam und sie musste zugeben, es gefiel ihr irgendwie.
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    • Noch bevor Violett ihre Frage richtig beenden konnte, erhielt sie eine Antwort, mit welcher sie nicht gerechnet hatte: Umi wollte tatsächlich mit.
      Es war nicht so, dass sie diese Frage gestellt hatte, ohne jemals vorzuhaben sie wirklich mitzunehmen, wenn sie ja sagen würde, dennoch hatte das Mädchen mit dem langen Rock nicht mit einer positiven Antwort gerechnet, schon gar keiner so schnellen.
      In ihren Augen wirkte Umi wie ein liebes, nettes Mädchen. Immer brav und verantwortungsbewusst, aber hatte sie sich vielleicht doch geirrt? Womöglich steckte in dem Mädchen wohl doch ein Abenteuergeist.
      Nachdem sie die Verwunderung überwunden hatte, lächelte Violett sanft. Ihr war nicht missfallen, wie das Gesicht der Kleineren eine leichte Röte angenommen hatte und wenn sie ehrlich war, so musste sie zugeben, dass sie es überaus niedlich fand.
      „Yep, dann wollen wir mal.“, stimmte sie Umi zu und die beiden machten sich auf den Weg auf das Dach der Schule, welches eigentlich abgeschlossen war, seitdem der Zaun dort kaputt gegangen war. Niemand schien sich darum kümmern zu wollen diesen zu reparieren, damit die Schüler ihre Pausen dort verbringen konnte, aber das mussten sie auch nicht, fand Violett.
      Kaori hatte noch nie eine abgeschlossene Tür aufgehalten und wenn doch, dann würde sie es zumindest niemals zugeben.
      „Und mach dir keine Sorgen wegen den anderen, sie mögen dich vielleicht etwas überfordern, aber die beiden sind vollkommen in Ordnung, man muss sie und ihre Eigenarten nur kennen lernen. Wenn es dir zu viel wird, darfst du dich jedoch gerne hinter mir verstecken.“, lächelte Violett Umi an und konnte es einfach nicht lassen ihre niedliche Mitschülerin zu necken, in der Hoffnung ihr rotes Gesicht wieder sehen zu können.
      Auf dem Dach angekommen wurden die beiden Zeuge davon, wie Sayo und Kaori angefangen hatte ein Kartenspiel zu spielen, während sie sich die Zeit vertrieben.
      An der Wand neben den beiden Mädchen – an dem kleinen Häuschen, aus welchem Violett und Umi kamen, um das Dach zu erreichen – steckten dagegen ein paar Messer in einer provisorisch mit Sprühdosen gefertigte Zielscheibe.
      „Hast du es dir anders überlegt? Willst du das Messer?“, verging kaum eine Minute, ehe Sayo ihr vorheriges Angebot ein weiteres Mal unterbreitete.
      „Sie will dein Messer nicht, Sa-chan. Nicht jedes Mädchen hat Interesse an Messern, weißt du?“, gab Violett ihrer Freundin zu verstehen, dass sie die Sache mit dem Messer lieber ruhen lassen sollte.
      „Hmpf, wenn du der ein Messer in die Hand drückst, schneidet sie sich sicherlich nur selber daran.“, grinste Kaori und lachte, während sie sich eine Zigarette anzündete um daran zu ziehen.
      „Wieso lenken wir die Aufmerksamkeit nicht auf etwas anderes?“, wollte Violett das Thema ablenken, während sie ihren Freundinnen jeweils eine Flasche zu warf und dann Umi eine entgegen hielt, ehe sie ihr eigenes Getränk öffnete, „Lasst uns das Schulgelände verlassen und etwas Spaß haben, wieso die letzten paar Stunden warten? Worauf hättet ihr Lust? Spielhalle?“
      „Super Idee!“, meinte Sayo.
      „... lass mich raten, der Rotschopf kommt mit? Hast du deswegen die harmloseste Aktivität vorgeschlagen? Und wenn ich sage wir gehen und prügeln uns von den Mädchen von der Miso High?“, gab dagegen Kaori von sich, nachdem sie Umi, welche noch immer nicht gegangen war, eine Weile mit ihrem stechenden Blick angestarrt hatte.
      „Dann prügeln wir uns halt mit den Mädchen von der Miso High.“, gab Violett ohne eine Gefühlsregung von sich, zuckte mit den Schultern und nahm einen Schluck von ihrem Getränk, ehe sie fortfuhr.
      „Nur blöd dass ich weiß, dass die heute auf irgendeinem Schulausflug sind. Komm schon Kao-chan, lass uns etwas Spaß haben. Umi ist sicher interessant, wenn man sie erst kennen lernt. Also? Wer lenkt Herrn Musashi ab, damit die anderen über den Zaun klettern können?“
    • Langsam folgte Umi der violett haarigen durch die Flure der Schule nach oben aufs Dach. Nervös klammerte sich die 17 jährige an ihren Rock. Es war nicht so als hätte sie Angst vor Violetts Freundinnen, doch die Stimmung war vorhin schon recht angespannt. Sie hatte genug verstörende Erfahrungen mit anderen Mädchen gemacht, noch so etwas musste einfach nicht sein. Kurz bevor die beiden die Tür zum Dach erreichten drehte sich die größere um und beruhigte Umi mit ihren Worten etwas. "Das klingt gut.", witzelte die Schülerin zurück und lächelte sanft. Violetts Lächeln hatte etwas beruhigendes. Es war warm und freundlich. Das Gegenteil von ihrem Auftreten gegenüber anderen in der Schule.
      Doch lange Zeit, um sich Gedanken zu machen, blieb nicht. Mit einem Schubs öffnete Violett die Tür und Umi kniff etwas die Augen zusammen. Die Sonne schien heute ziemlich stark und fiel ihr genau ins Gesicht. Ein leises "Hatschi!", entfloh der rothaarigen, die möglicherweise einen Moment zu lang in die Sonne sah. Nachdem sich ihre Augen etwas der Helligkeit angepasst hatten, sah sie sich auf dem Dach um. Violetts Freundinnen spielten Karten und knapp neben der Tür an der Wand hingen ihre Messer. Es war ein wenig wie in einem dieser Gangster Filme, nur das Umi tatsächlich dabei war.
      Die Frage des einen Mädchens überraschte die rothaarige doch etwas. Schon wieder fühlte sie sich so unbeholfen und die Antwort wollte nicht so recht raus, doch glücklicherweise Antwortete Violett und lenkte vom Thema ab.
      Ein warmes Lächeln zierte Umis Lippen, als sie die größere ansah. Sie wusste nicht recht was es war, doch sie fühlte sich wohl. Niemals hätte sie erwartete, dass Violett sie vor ihren Mädels in Schutz nimmt, schließlich waren sie eine eingeschweißte Clique.
      Der Kommentar des anderen Mädchens hingegen, verletzte die rothaarige etwas, was sie natürlich nicht zugeben würde. Es war ja nicht so als hätte Umi noch nie ein Messer in der Hand gehabt. Sie schluckte diese Bemerkung einfach runter.
      Violetts Vorschlag hingegen machte Umi wieder hellhörig. "Klingt toll..", murmelte sie leise, denn eine ihrer beiden Freundinnen war offensichtlich nicht erfreut, dass Violett die Schülerin mitnehmen wollte. Still beobachtete die rothaarige den kurzen Austausch der Freundinnen, ehe sich die Stimmung wieder glättete.
      Erneut überlegte Umi ob es eine gute Idee wäre, dann auch noch einfach zu verschwinden. Aber nun war es zu spät einen Rückzieher zu machen, dann wäre sie komplett abgeschrieben. "Ich kann das machen.", antwortete Umi überzeugt. "Also, ich könnte einfach sagen, dass ich noch etwas für das kommende Schulevent einkaufen und erledigen muss. Das ist der Vorteil Vorsitzende des Veranstaltungskomitees zu sein.", fügte sie an. Es stimmte, sie musste nur Fragen und würde sogar den Rest des Schultages entschuldigt fehlen. Es war wohl auch einfach besser für ihr Gewissen. Einen kurzen Moment blickten sich die Mädels gegenseitig an. Es dauerte etwas und nach einen verächtlichen Schnauben und Violetts Zustimmung machte sich Umi auf den weg zu Herr Musashi.
      "Was hast du dir dabei gedacht Umi?", murmelte die rothaarige sich selbst zu. Ihr Herz fing an zu rasen und ihre Hände schwitzten, doch sie würde keinen Rückzieher machen. Etwas später sah sie in der Ferne ihren Lehrer. "Herr Musashi?", rief die Schülerin und rannte die letzten Meter zu ihm hin. Es war nicht ihre Art um den heißen Brei herum zu reden, doch sie versuchte so viel Zeit wie möglich zu gewinnen, damit die anderen drei unbemerkt das Schulgelände verlassen konnten.
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    • Mit großen, überraschten Augen starrte Violett zu Umi, welche sich unerwarteterweise dazu bereit erklärte, den Lehrer für die anderen drei abzulenken, während die Langhaarige sie nicht einmal als Option angesehen hatte. Nicht nur, dass sie zum wahrscheinlich ersten Mal in ihrem Leben die Schule schwänzen wollte, nun war sie auch noch bereit eine Autoritätsperson anzulügen? Ob sie wohl ein schlechter Einfluss für das süße Mädchen mit dem roten Haar war? Wenn ja, dann war das doch eine gute Sache! Obwohl sie nicht behaupten könnte, dass sie sich keine Sorgen darüber machte, dass Umi erwischt werden und einen schönen, spaßigen Nachmittag verpassen würde. Aber wenn sie das hinbekommt, dann sollte es doch nichts geben, was Kaori noch an ihr herum nörgeln könnte.
      Letztendlich stimmten die drei Mädchen dem Plan zu, nachdem das Mädchen mit der Zigarette einen weiteren Kommentar von sich gelassen hatte, zweifelnd dass sie das hinbekommt, woraufhin Violett eine Wette mit ihr einging und die langhaarige glaubte nicht daran, zu verlieren.

      Während die anderen drei sich hinter einem Busch versteckten, ging Umi direkt auf Herrn Musashi zu um den dreien genug Zeit zu verschaffen, dass sie sich von Baum zu Baum an dem Lehrer vorbei schleichen konnte. So musste sie nicht einmal über den Zaun klettern, sondern konnte direkt aus dem Tor heraus spazieren, als hätten sie die Erlaubnis dazu und beeilten sich mit schnellen Schritten den Treffpunkt zu erreichen, wo sie auf Umi warten würden.
      Violett klopfte bereits nervös mit den Fingern auf ihrem Oberarm, ehe sie letztendlich die rothaarige erkannte und ein fast schon stolzes Grinsen sich auf ihren Gesichtszügen ausbreitete.
      „Siehst du, Kaori? Mein Sieg, also musst du uns dreien heute etwas ausgeben!“, gab die Schülerin enthusiastisch und siegessicher von sich, während sie ein weiteres Mal ihren Arm um die Schultern der rothaarigen gelegt hatte, als wäre sie nun eine von ihnen.
      „Ich hab schon fast gedacht du kommst gar nicht mehr, Umi, habt ihr euch etwa so lange unterhalten? Also, wieso suchst du nicht aus, was wir machen, wenn du uns schon die Chance gibst? Spielhalle ist natürlich immer noch eine Option, nur damit zu es weißt.“, übergab Violett die Entscheidungskraft an die Kleinere, sich dabei fühlend als würde sie ausnahmsweise eine gute Tat vollbringen. Wie gütig Violett doch war, nicht wahr?
    • Je näher Umi ihrem Lehrer kam, umso nervöser wurde sie. Entspann dich. Dachte die 17 jährige und blieb vor dem Mann stehen. "Sie wissen doch, dass in nicht mal mehr einem Monat unser Sommerfest stattfindet.", nickend brummte Herr Musashi. "Also, naja, das Veranstaltungskomitee müsste noch einige Dinge besorgen, sie wissen schon - Deko, Papier für Plakate, Flyer und sowas.", erneut nur ein Nicken. Die rothaarige schluckte nervös, denn sie wusste dass Herr Musashi der strengste aller Lehrer war, doch gleichzeitig war ihm der Ruf der Schule wichtiger. "Meine Klasse ist für die Vorbereitung der Dekoration zuständig und wir nutzen dafür den Kunst Unterricht. Ich dachte es wäre vielleicht möglich, dass ich, als Leiterin des Veranstaltungskomitees, diesen ebenfalls nutze, um die benötigten Materialien einzukaufen. Sie wissen genau, dass außerhalb der Schule keine Pflicht mehr besteht derartige Erledigungen zu machen.", betonte die Schülerin nachdrücklich. Scheinbar wählte sie die richtigen Worte, denn der Gesichtsausdruck dieses Mannes sprach Bände. Würden sie nicht rechtzeitig fertig werden, würde der Ruf geschädigt werden, dann würden weniger Besuchen kommen, weniger Besucher, führen zu weniger Bekanntheit und die führt dazu, dass Herr Musashis Kopf beinahe anfing zu rauchen. "Selbstverständlich. Nutzen sie die Zeit. Ich trage sie im Lehrerzimmer als entschuldigt ein. Bringen sie uns die Belege einfach in den nächsten Tagen rein.", sagte er anschließend ruhig, doch die rothaarige konnte sehen, wie ihm eine Schweißperle über die Stirn lief.
      "Vielen Dank, ich werde alles einreichen. Dann mache ich mich nun auf den Weg.", sagte Umi, verbeugte sich und drehte sich um, während sie zum Schultor lief. "Verdammt, das war gut.", lobte sie sich selbst, doch erst jetzt bemerkte sie, wie zittrig ihre Hände waren. Sie hatte gerade einen Lehrer belogen, um mit einem Mädchen zu schwänzen, dass sie gerade mal eine Stunde kannte. Sie versuchte sich erneut einzureden, dass es nun zu spät war einen Rückzieher zu machen, also ging die 17 jährige zum vereinbarten Treffpunkt, wo bereits alle anderen auf sie warteten. Erneut überraschte Violett sie, indem sie ihren Arm um die rothaarige legte. Und erneut stieg Umi diese Hitze in die Ohren. "Naja, ich habe mehr geredet als er. Herr Musashi ist der Ruf der Schule wahrscheinlich wichtiger als seine Ehe, also habe ich etwas Druck gemacht bezüglich des Sommerfestes.", erklärte Umi und lächelte leicht in die Runde. "Spielhalle klingt gut.", bemerkte sie etwas unsicher an. Umi selbst hatte noch nie eine Spielhalle von innen gesehen, irgendwie schien das total an ihr vorbei gegangen zu sein. Trotzdem fühlte es sich komisch an diesen Vorschlag zu machen, denn scheinbar hatten Violetts Freundinnen mit etwas ganz anderem gerechnet. "Naja, aber wenn ihr nicht wollt, dann müssen wir nicht hin.", fügte sie noch leise an.
      - Help me forget that this world is so cold
      I don't even know what I'm chasin' no more -

    • „Uhhh~, ein böses Mädchen!“, gab Violett neckend und stolz zugleich über die Lippen, ehe sie der rothaarigen anerkennend auf die Schulter klopfte. Ihr erster Eindruck schien sich tatsächlich als falsch herausgestellt zu haben, hatte sie Umi doch für ein nettes, super braves Mädchen gehalten, aber offenbar konnte sie nicht nur lügen, sondern wusste auch ganz genau, wie sie Leute dazu bekommt ihr zu geben, was sie will.
      Dem Mädchen mit den lilanen Haaren entging vollkommen, wie ihre beiden Freundinnen Blicke austauschte, während sie zu Umis Vorschlag nickte, als wäre es ihre eigene Idee gewesen.
      Kämpfen und anderes war eindeutig gut, um Stress und Wut abzubauen, aber wenn man wirklich Spaß haben wollte, dann musste es eindeutig eine Spielehalle sein, da war sich Violett sicher.
      „Nicht doch, wir wollen, oder, Sa-chan, Kao-chan?“, wandte sie sich an die beiden, ohne von der Kleineren abzulassen und es dauerte nicht lange, bis sie zustimmten.
      „Dann wollen wir mal sehen, ob es jemand gewagt hat mir meinen Highscore wegzunehmen.“; gab Kaori mit verschränkten Armen von sich, welche insgeheim eine richtige Gamerin war.
      „Ich kann dich nicht zufällig zu einer Runde Fighters überreden, der Gewinner muss den anderen was ausgeben?“, versuchte Kaori ihre Wettschulden durch ein weiteres Spiel weiter zu reichen, aber Violett schüttelte den Kopf, erinnerte sie daran, dass sie nun einmal die Wette verloren hatte und sie würde sich ganz sicher nicht zu etwas verleiten lassen, bei dem sie bereits wusste, dass sie unmöglich gewinnen konnte.
      „Oh, hab ich euch eigentlich bereits vorgestellt?“, fiel Violett ein, dass die anderen Drei wahrscheinlich nicht einmal ihre Namen voneinander wussten, weshalb sie kurzerhand ihre beiden Freundinnen Umi noch einmal vorstellte.
      „Und das ist eine vielversprechende, neue Freundin, Umi-chan. Darf ich dich Mii-chan nennen?“, stellte sie auch Umi lächelnd den anderen beiden vor.
    • Umis Unsicherheit wurde zu einem zögerlichen aber sanften Lächeln, als die Spielhalle als Aktivität anerkannt wurde. Ein bisschen erleichterte es sie, dass wenigsten Violett auf ihrer Seite stand. Anders wäre sie wohl auch nicht hier gelandet. Die Mädchen machten sich auf den Weg zur Spielhalle, während eine von ihnen etwas von einem Rekord erzählte. Scheinbar machten sie das öfters. Umi hingegen lief einfach nur neben den dreien her. Selbst ein Blinder würde von weitem sehen, dass sie nicht wirklich dazu gehörte. Alleine die Art wie sie sich kleidete. Ihre Uniform war Regelkonform, ihre Haare perfekt zusammengesteckt. Das typische brave Mädchen eben.
      Während sie alle so nebeneinander her liefen, beobachtete die rothaarige Violetts Freundinnen etwas. Sie schienen auf den ersten Blick zwar gefährlich und vielleicht auch etwas aggressiv, trotzdem waren die beiden irgendwie niedlich. Bisher hatte die 17 jährige auch nicht viel Gelegenheit sich mit ihnen genauer auseinander zu setzen, doch das hatte auch genau so wenig Dringlichkeit.
      Violettes Stimme holte die rothaarige wieder aus ihren Gedanken und tatsächlich bemerkte sie zum ersten mal, dass sie die Namen der anderen beiden nicht kannte. Sayo und Kaori.
      Irgendwas löste den Klumpen Anspannung in Umi, nachdem sie wenigsten wusste wie sie die beiden ansprechen sollte. Vielleicht würde das ja doch noch ein lustiger Tag werden. "Ehm, ja gerne.", antwortete die 17 jährige etwas verlegen und nickte dabei.
      Nach dieser eher bescheidenen Vorstellungen erreichten die Mädchen auch schon bald die Spielhalle. Während die anderen drei einfach hinein gingen, versuchte Umi langsam alles um sie herum genaustens zu beobachten. Hier standen so viele Spielautomaten, Videospiele, Computer und alles was ein kleines Gamer Herz eben begehrte. Fasziniert lief sie etwas umher, während Kaori sich bereits an einen Automaten setzte. Gespannt, aber trotzdem etwas distanziert sah Umi ihr etwas zu. So ganz traute sie sich nicht zu fragen worum es in dem Spiel genau ging.
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    • Kaori hatte keinen einzigen Moment gezögert, nachdem sie die Spielhalle betreten hatten, schubste eine andere Person von seinem Platz, um sich selber an den Automaten setzen zu können. Weder wollte sie warten, noch hatte sie die Geduld, bis ihr Lieblingsautomat frei werden würde und ein stechender Blick reichte der Schülerin, damit der Vertriebene mit seinen Beschwerden aufhörte und leise fluchen sich eine andere Beschäftigung suchte, während Kaori bereits direkt im Spiel war, ein paar Glitches ausnutzte, um direkt im 5.Level zu landen.
      Es war ein recht einfaches Spiel, als Raumschiff Gestein wie Meteoriten und Planeten aus dem Weg zu räumen, sich nicht treffen zu lassen, dem Geschoss feindlicher Raumfahrzeuge auszuweichen und diese zu vernichten, damit der Highscore immer weiter in die Höhe schoss, welcher bei Kaori kaum aufhören zu wachsen wollte.
      Ihre Hand bewegten Joystick und Knöpfe geschickt und schnell, ohne ihren aufmerksamen Blick von dem Bildschirm abzuwenden, sie war in voller Konzentration, hatte ihre Umgebung vollkommen ausgeblendet und würde es nicht tolerieren, wenn sie jemand zu stören wagen würde.
      Es dauerte nicht lange, da hatte sie auch bereits ein paar Zuschauer angelockt, sie war nun einmal hier Zuhause.
      Sayo dagegen zerrte Violett an ihrem Ärmel mit zu zwei Rennautos und sie ließ sich nicht lange dazu überreden ein paar Rennen gegen ihre Freundin zu fahren, stolz darauf zwei von fünf gewonnen zu haben.
      Nachdem die Rennen gefahren waren, blickte sich die Lilahaarige nach Umi um, sich fragend ob sie denn bereits ein Spiel für sich entdeckt hatte, doch stattdessen erkannte sie ihre roten Haare in der Menge, welche Kaori zuschaute und sie musste schmunzeln.
      Ob Kaori wohl einen weiteren Fan dazu gewonnen hatte?
      „Und? Willst du das auch mal ausprobieren? Ich bring es dir bei, wenn du willst.“, gesellte sich Violett zu Umi dazu. Sie wollte sicher gehen, dass auch sie eine gute Zeit haben würde und erinnerte sich an ihren ersten Tag in einer Spielhalle zurück.
      Wie überfordert sie war, wie sie am liebsten alles gleichzeitig ausprobiert hätte, ohne die Regeln zu kennen und wie dankbar sie ihrer damaligen Freundin gewesen war, dass sie ihr alles gezeigt hatte.
      Gleichzeitig hatte die Erinnerung etwas bitteres an sich, waren sich doch schon lange keine Freunde mehr.
    • Begeistert sah Umi dabei zu, wie Kaori mit ihrem kleinen Raumschiff alles um sich herum ausradierte. Ihren Fingern zu folgen, hatte die rothaarige dabei schon aufgegeben. Lediglich ein leises Klicken war zu hören und je länger Umi das Mädchen beobachtete, umso mehr Menschen versammelten sich. Die Schülerin rückte etwas weiter nach hinten, so gut kannten sich die beiden nun auch nicht, dass sie in der ersten Reihe stehen bleiben musste. Umi zuckte etwas zusammen, als sie plötzlich Violetts Stimme vernahm. "Mh?", brummte sie etwas abwesend, während sie sich zur violetthaarigen drehte. "Schon, aber vielleicht wäre ein leichteres Spiel besser.", sagte sie etwas unsicher und sah sich um. Die rothaarige entdecke einen kleinen Automaten mit der Aufschrift "Pac Man". Ein Name der ihr wenigstens nicht allzu fremd war. In der Klasse unterhielten sich einige Jungs darüber, also hatte sie schon einiges darüber aufgeschnappt. "Vielleicht da hin?", fragte Umi nach und bewegte sich in Richtung des leeren Automaten. Möglicherweise wollte das Spiel keiner Spielen weil es langweilig war oder schlichtweg zu leicht für die ganzen Profizocker hier.
      Die Schülerin setzte sich auf den Stuhl vor dem Automaten und drückte einen Knopf, kurz erschien die Handhabung und die Regeln, die sie sich sorgfältig durchlas. Schien nicht allzu schwer. Die erste Runde verlief, naja, schleppend. Nicht lange hielt es die 17 jährige aus, bis sie gefressen wurde. Ein wenig geknickt und unbeholfen lachte sie auf, doch es machte Spaß.
      "Kann man das auch zu zweit spielen?", fragte Umi ihre Mitschülerin, doch diese Frage hätte sie sich auch sparen können. Schließlich standen zwei Stühle nebeneinander und auch Controller für zwei Spieler waren vorhanden. Seufzend strich sich Umi eine Haarsträhne hinters Ohr, ehe sie auf den freien Platz neben sich klopfte. "Also falls du Lust hast, ich bin nicht sonderlich gut in Videospielen.", bemerkte sie schüchtern an und wartete bis Violett sich neben ihr platziert hatte. Irgendwie mochte sie die Nähe der größeren schon. Sie fühlte sich bei ihr nicht ganz so aufgeschmissen.
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