One Piece ✶ [Un]ripped friendship {Marien & Juvi}

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    • One Piece ✶ [Un]ripped friendship {Marien & Juvi}


      Shounen | Romance | Adventure | Drama | Thriller


      @Marien = Merida & Ace
      @Juvia = Jocy & Traffy

      Zu unserer Vorstellung ;)

      Jocelyn Salvatore

      Ein schrecklicher Sturm wütete über die Weiten des Meeres. Dunkle Gewitterwolken, hohe Wellen und eine schlechte Sicht machten es den Seeleuten auf ihren Schiffen schwer sicher durch dieses Unwetter kommen zu können. Aber außer ein einziges gigantisches Schiff waren keine anderen weit und breit zu sehen. Es trotzte dem Sturm, dem prasselnden Sicht vernebelnden Regen und kämpfte sich stolz durch die tosenden Wellen, die immer wieder ans Deck schlugen. Die Crew schien diese Art von Sturm gewohnt zu sein. Sie handelte wie einstudiert, keiner wirkte panisch. Die meisten schienen sogar Spaß daran zu haben sich diesem Sturm - und das noch auf dem Meer - mit eigener Kraft entgegenzustellen. Die Piratenflagge am obersten Ende des größten Mastes wehte unaufhörlich, sodass man das Symbol mit den zwei roten Streifen, die entlang eines der Augen führten, und den zwei Schwertern, die die Knochen ersetzen sollten, kaum erkennen konnte.
      red hair pirates_ship.pngSie lachten, riefen sich sarkastische Provokationen zu und dirigierten die Galeere gekonnt in die Richtung, die ihr Navigator ihnen zurief. Doch bei all dem Trubel bemerkten sie nicht, dass ein kleines Mädchen mit feuerrotem Haarschopf den Kopf aus einer der vielen Kajüten gesteckt hatte – neugierigen und vorwitzigen Blickes. Sie war die Tochter des Captains, der ebenso feuerrotes Haar besaß wie sie selbst, doch im Gegensatz zu ihr und ganz getreu dem Piratensymbol seines Schiffes hatte er entlang seiner linken oberen Gesichtshälfte drei längere Narben. Das Mädchen war gerade einmal 5 Jahre alt und wusste schon längst, dass sie keine Angst vor solchen Stürmen zu haben bräuchte, da ihr Vater und seine Crew genau wussten, was zu tun war und bisher nie wirklich Probleme hatten, egal in welche Unwetter sie geraten waren. Doch dieses Mal verlief es anders als es sich das kleine furchtlose Mädchen vorgestellt hatte. Gerade als sie die Kajüte verließ - obgleich man ihr nicht zum ersten Mal gesagt hatte, darin zu verweilen während eines Sturmes -, wurde sie von einem so kräftigen Windstoß erwischt, dass sie von diesem über Bord geworfen wurde. Schreiend versuchte sie sich noch eilig an einem der Seile festzuhalten, die an den Segeln entlang nach unten führten. „Jocy!!“, hörte sie diverse Stimmen rufen, auch die ängstliche ihres Vaters. Die Stimmung an Deck änderte sich sogleich. Panik breitete sich aus. Das Seil glitt dem Mädchen immer mehr aus den Händen, je heftiger der Wind an ihrem kleinen zerbrechlichen Körper zerrte. Und gerade als sie den Kopf ihres Vaters ganz in ihrer Nähe sah, sowie auch seine Hand, die nach ihr zu greifen versuchte, verließ sie die Kraft gänzlich. Orientierungslos wurde sie durch die Lüfte geweht, vom Wind und dem Regensturm gepeitscht, während das Einzige, was ihrem Mund entfleuchen konnte, immer wieder der Ruf nach ihrem Vater war, dessen eigene Stimme von dem tosenden Lärm mehr und mehr verschluckt zu werden schien.

      Jocy_red.jpgErschrocken riss Jocelyn die Augen auf, als ein bekannter Schrei sie aus der Tagträumerei riss. Sofort reagierte ihr Körper und wich der näherkommenden Schlagfolge mit einem geschickten Sprung aus, in dem sie ihren Gegner mit einem Sprungtritt gegen den Hinterkopf nach vorne stolpern ließ und wieder leichtfüßig auf der Matte landete. Schwer atmend, aufgrund des Traums nicht aufgrund dieses eher leichten Trainings, fuhr sie sich durch das rote Haar. „Das war unsportlich. Ich war noch nicht bereit, Arón.“ Der angesprochene fuhr herum, als er sich wieder gefasst und sich den schmerzenden Hinterkopf gerieben hatte. „Unsportlich? Fass dich an deine eigene Nase. Der Kopf ist tabu, das weißt du. Ziehst du das beim Wettkampf ab, fliegst du.“ Das Mädchen zischte lediglich verächtlich mit der Zunge und sah genervt zur Seite. „Diese Regeln sind doch für Weicheier. Solange ich niemanden töte, ist doch okay, oder nicht? Also heul nicht rum, du Waschlappen. Heulen kannst du bei deiner Mami. Entweder du trainierst weiter oder wir lassen es für heute. Hab‘ keinen Nerv auf ein jammerndes Baby als Trainingspartner.“ – „Ich heule und jammre nicht! Das sind die Regeln, du dumme Pute!“ – „Wer denkt sich bitte solche Weicheier-Regeln aus!? Das ist doch Schwachsinn! Dir geht es gut, oder etwa nicht!?“ – „Es geht ums Prinzip!“ – „Dein Prinzip ist erbärmlich!“ – „Das ist nicht MEIN Prinzip, sondern von jedem vernünftig denkenden Menschen, du Freak!“ Sie verengte sogleich zornig die Augen. Im nächsten Moment explodierte der am nächsten stehenden Wasserkanister und überschwemmte Arón geradezu, der erschrocken auf den Boden fiel. Zischend wandte sie ihm den Rücken zu, warf sich das Handtuch, das sie eh nicht gebraucht hatte, über die Schulter und trat eingeschnappt aus dem Trainingsraum – zum Ärger der restlichen Mitglieder des Kampftrainings. Sie hörte noch, wie sie anfingen zu tuscheln und auch wie sie ihren Namen dabei fallen ließen, aber das war ihr ziemlich egal. Wenn sie nicht mit ihrer Art klarkamen: PECH! Ein Blick auf ihrer Uhr verriet, dass sie schon über eine Stunde hier gewesen war. Größtenteils hatte sie ihre Zeit beim Kick-boxen verbracht, aber zum Abschluss ein wenig Karate und schon hatte sie die Laune an dem Kämpfen für den restlichen Tag verloren. Immer dasselbe mit den Regeln. Darum trainierte sie viel lieber MMA, machte da allerdings nur ungerne an Wettkämpfen mit – außer es waren ‚illegale‘, denn da waren sämtliche Regeln hinfällig. Hauptsache war, dass man lebend aus diesen Kämpfen rauskam. Merida hielt nicht so viel davon, wenn sich Jocelyn daran beteiligte und das noch nachts. Einmal wurde das Lagerhaus von Polizisten gestürmt und sie wurden allen verhaftet, sodass ALLE über Nacht in einer Zelle verbringen mussten. Aber außer dem Veranstalter wurde keiner der restlichen mit harten Strafen belangt. Ab da an war sie jedoch wachsamer, wenn sie an dieser Art von Wettkämpfen teilnahm. Eine weitere Nacht wollte sie ungerne auf der Polizeiwache verbringen und erst recht wollte sie nicht noch eine Vorstrafe in ihrem Register verzeichnet haben, nur weil sie ihrem Instinkt folgte. Sie war immerhin kein Unmensch – im Gegenteil. Sie verstand lediglich nicht diese Spießigkeit der Menschen nicht, mit der sie jedem den Freiraum, eigene Entscheidungen treffen zu können, derart eingrenzten.
      Kaum, dass sie geduscht und sich umgezogen hatte und an die frische Luft außerhalb des Gebäudes getreten war, streckte sich das Mädchen genüsslich, das mittlerweile 18 Jahre alt und zu einer jungen Frau herangewachsen war. Auch wenn es schon viele Jahre her war, so träumte sie noch ab und an von ihrer Kindheit. Sie erinnerte sich nur noch an das Gesicht ihres leiblichen Vaters und daran, dass sie nach diesem Sturm plötzlich hier, auf dieser fremden Insel aufgetaucht und von einer ihr fremden Familie aufgenommen und wenige Jahre später adoptiert worden war. Anfangs hatte Jocelyn oft an ihren Vater gedacht und fest daran geglaubt, dass er kommen und sie wieder zu sich holen würde. Doch je mehr Zeit vergangen war desto klarer wurde es, dass er nicht kommen würde. Ihre neuen Eltern vermuteten, dass er umgekommen war. Jocelyn wusste es jedoch besser. Er käme nie bei einem solchen Sturm um. Er.. hatte lediglich aufgehört nach ihr zu suchen. Ab da an erkannte sie ihre neue Familie als ihre wahre Familie an und auch das Leben, das sie ihr boten, als ihr wahres Leben. Auch dann, wenn sich oftmals mehr als deutlich zeigte, wie anders sie eigentlich war. Aber wen hatte das schon zu kümmern? Solange sie nicht mit Mistgabeln auf sie zugelaufen kämen, wäre alles in Ordnung oder nicht?
      Sie fischte aus ihrer Sporttasche ihr Handy heraus und öffnete den Chat mit ihrer besten Freundin Merida: >>Hey du, hast du Zeit am Hafen was Trinken zu gehen? Muss später noch lernen ..kein Bock -.- Also brauch ich dich als Motivation mich an diese kack Bücher zu setzen! ;p Absage wird nicht gestattet. Ich bin in ca 10 Minuten da, also komm gefälligst auch bald und lass mich nicht warten, sonst gibst du mir auch noch was zu Essen aus ;D <<, schrieb sie ihr mit einem Grinsen im Gesicht, ehe sie in die nahe gelegene Straßenbahn sprang, sich zwischen die Menschenmassen durchschlängelte, nur um zu erkennen, dass alle Plätze belegt waren. Was ein Mist.. Seufzend klemmte sie eine der Stangen zwischen Arm und Körper, drückte ihre Tasche an sich und fischte dabei ein Buch aus dieser, in der sie kurz blätterte und schließlich anfing darin zu lesen. Verärgert darüber, dass sie ihre Kopfhörer zuhause liegen gelassen hatte, versuchte sie die um sie herum herrschenden Geräusche und Gespräche auszublenden.

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    • Merida Serrano


      "Merida, Schatz, kannst du später noch den Auflauf für die Hochzeitsgesellschaft heute Nachmittag vorbereiten?", drang die gestresste Stimme ihrer Mutter in die große Restaurantküche hinein. Es kam selten vor, dass das kleine Lokal für eine Großveranstaltung wie eine Hochzeitsfete gebucht wurde, dementsprechend nervös war die fünzigjährige und wuselte schon seit heute Morgen hektisch von einer Ecke zur anderen, in der Furcht nicht alles rechtzeitig fertig zu bekommen.
      Merida schüttelte darüber nur den Kopf und ein seltenes Schmunzeln stahl sich auf ihre Lippen. Ein Gesichtsausdruck den sie nur zeigte, wenn sie unter ihren Liebsten war und sich zur Gänze entspannen konnte. "Natürlich Mum, mach dir nicht so viele Sorgen. Ich schneide bereits das Gemüse für den Auflauf zurecht."
      Erleichtert atmete die Ältere aus und traute sich in die Küche, um sich einmal gegen die Arbeitsfläche neben Merida zu lehnen und kurz durchzuatmen. "Ohne dich wären wir absolut aufgeschmissen."
      Merida ließ die fertig geschnittenen Karottenscheiben vom Schneidebrett in eine Schüssel gleiten. Daneben hatte sie noch eine Schale voller Kartoffelwürfel, Tomaten, Brokkoli und Zucchini. Später würde sie alles mit der selbst kreierten Auflaufsoße und viel Käse in eine Backform geben und in den Ofen schieben. Die Hochzeitsgesellschaft sollte bereits in zweieinhalb Stunden eintreffen, bis dahin wollte die junge Frau lange mit allem fertig sein, damit sie auch noch etwas Zeit mit ihrer besten Freundin verbringen konnte, der sie gestern noch versprochen sich den frühen Nachmittag möglichst frei zu halten. "Der Schweinebraten muss nur noch etwas köcheln und dann warm gehalten werden, die vegane Pizza muss etwa eine halbe Stunde vor Eintreffen der Gäse in den Steinofen, Nudel und Eiersalat stehen im Kühlschrank und die kleinen Snacks mache ich gleich noch fertig, zusammen mit dem Auflauf. Den solltest du etwa eine Stunde vor Eintreffen der Gäste in den Ofen schieben." Während sie erklärte deutete sie auf alle vorbereiteten Gerichte, bis sie sich zuletzt wieder ihrer Mutter zuwendete, die sie aus glitzernd grünen Augen betrachtete, als wäre die junge Frau eine strahlende Göttin. "Die Hochzeitstorte hast du fertig?"
      Ein Seufzen drang aus der Kehle der Frau, durch deren sonst so schwarzen Haare sich schon die ersten grauen Strähnen zogen. An Tagen wie heute hatte Merida das Gefühl, dass auch die Falten in dem sonst so schönen Gesicht ihrer Mutter tiefer wurden. Allerdings machte sie das sicherlich nicht weniger schön, denn jeder Blinde erkannte, woher ihre Gesichtsfältchen stammten. Nämlich von dem immerwährenden gütigen Lächeln, dass die ältere ununterbrochen auf dem Gesicht trug. "Ja, habe sie gerade fertig garniert. Dein Vater deckt gerade die Tische ein und Brandon schrubbt noch einmal das ganze Lokal."
      Merida nickte zufrieden und schob ihre Mutter dann kurz entschlossen an den Schultern aus der Küche. "Dann gibt es für dich auch keinen Grund mehr, dich zu stressen. Du solltest dich lieber etwas entspannen und dich oben auf die Coach legen. Diese Augenringe willst du doch nicht unseren Gästen zeigen, oder?"
      Erschrocken fuhren die Finger ihrer Mum an ihre Augen unter denen sich tiefdunkle Ringe abzeichneten. "Oh Nein! Du hast Recht." Endlich setzte sich die Frau von selbst in Bewegung und stieg die schmale Treppe neben der Küchentür nach oben. Sie führte zum eigentlichen Wohnbereich der Familie, welcher direkt über dem Restaurant lag. Das konnte Vorteil und Nachteil zugelich sein. Einerseits war man immer vor Ort, wenn etwas schief ging, andererseits kam vor allem Meridas Mum nie zur Ruhe, nicht einmal an ihren seltenen freien Tagen, da sie dem Trubel im Restaurant nicht entgehen konnte. Auf besagtes Restaurant hatte man am Ende der Treppe einen guten Ausblick. Eine schmale Terasse, direkt am Ende der Wendeltreppe und vor der "Wohnungstür" ließ einen über den Raum voller Esstische, Stühle, Pflanzendecko und einer kleinen Getränkebar in der linken Ecke sehen. Der Eingang zum Lokal war eine zweiflüglige Glastür inmitten einer weiten Glasfassade, die einen auf die kleine Seitenstraße Trianas - Las Palmas' ehemaliges Kaufmannsviertel - sehen ließ. Tatsächlich führte diese kleine Gasse direkt zu der berühmten Fußgängerzone Calle Mayor de Triana, allerdings übersahen die meisten Touristen die kleine unscheinbare Abzweigung in die dunkle Straße und so erhielt auch dieses Lokal entsprechend wenig Aufmerksamkeit. Einen Grund zur Beschwerde gab es für ihre Eltern dennoch nicht, denn das Restaurant mit dem schönen Namen "Tu Casa" - Dein Heim - lebte gut von seinen Stammkunden. Jeder der dieses Restaurant einmal betreten hatte, kam garantiert auch ein weiteres Mal und vor allem unter den Ortsansässigen war dieses kleine Lokal mittlerweile zu einem Geheimntipp geworden. Der familiäre Flair, die herzhaft zubereiteten Gerichte, die überschwängliche Freundlichkeit des alten Besitzerehepaar, die gleichzeitig bunte und dennoch nicht zu aufdringliche Gestaltung der Räumlichkeiten. Das alles gab einem ein heimeliges Gefühl, das Merida schon als kleines Kind schnell hatte lieben gelernt.
      Drängend und gleichzeitig sanft schob die Zwanzigjährige nun ihre Mutter durch die schmale Holztür, direkt in das weite Wohnzimmer dahinter. Am Ende des Raumes konnte man über eine weitere Glastür den kurzen Balkon betreten, der direkt über eine weitere Fußgängergasse blicken ließ. Doch den schönsten Ausblick erhaschte man vom Dachboden aus.Er ließ einen über den bunten Stadtteil Triana blicken und Merida liebte es das Treiben der Menschen und Touristen auf den Straßen zu beobachten.
      "Leg dich etwas hin." Bestimmend drückte sie ihre Mutter auf die ausziebare Ledercouch. Die ältere wusste genau, dass sie keine Chance gegen ihre Tochter hätte und fügte sich ihrem Schicksal, ließ sich sogar noch zudecken und entspannte sich dann endlich langsam, während sie in das weiche Leder sank. Als sich Merida endlich von ihr abwandte, war die Frau bereits in einen seeligen Schlaf gefallen. Meri zog die kleine Wolldecke noch etwas höher an ihr Kinn und schlich dann wieder aus dem Raum, die Treppe nach unten, zurück in die Restaurantküche.
      Gerade als sie die kleinen Obst und Wursthäppchen vorbereitete, ließ das Vibrieren ihres Handy sie kurz zusammenzucken. Noch bevor sie es aus ihrer hinteren Jeanstasche zog, wusste sie wer der Absender sein musste. Außer ihren Eltern, Brandon und ein paar wenigen Studienkommilitonen, gab es nur eine die überhaupt die Nummer der jungen Frau besaß. Jocelyn. Und die aufgeweckte Rothaarige war auch praktisch die einzige, mit der sie regelmäßig Nachrichten ausstauschte. So verwunderte es Meri wenig, als sie den Namen ihrer besten Freundin auf dem Displey lesen durfte. Sie beeilte sich, den gesendteten Text zu lesen und kurz trat ein Lächeln auf ihre Lippen.

      Muss hier nur noch schnell was fertig machen, dann komme ich sofort. Also töte niemanden vor Langeweile, wenn ich nicht sofort da bin, verstanden? Ich habe keine Lust schon wieder hinter dir aufräumen zu müssen :P
      PS. Hunger auf ein paar kleine Wursthäppchen?

      Da sie sie die Antwort auf die letzte Frage zu kennen glaubte, packte Merida etwa ein Dutzend Wurts-Käse- und Obst-Häppchen ein. Jocy würde sicherlich nicht Nein sagen. Dann platzierte sie den fertig vorberieteten Auflauf neben den Ofen, stellte die restlichen Häppchen in den Kühlschrank und räumte noch schnell ihren Arbeitsplatz hinter sich auf.
      Kurz darauf verließ sie auch schon die Küche und stieß beinahe gegen ihren Vater, der gerade eine Blumenvase zum großen Tisch in Mitten des Raumes zu tragen schien. Tatsächlich handelte es sich genau genommen um mehrere Tische, die sie heute Morgen zusammen geschoben hatten. Da sie normalerweise nicht auf solch eine Festlichkeit ausgelegt waren, war das Tu Casa für heute ausnahmsweise geschlossen, damit sie sich vernünftig auf die dreißig angekündigten Gäste vorbereiten konnten.
      "Vorsicht!", rief der vierundfünzigjährige graubärtige Mann erschrocken aus und bremste gerade noch reichtzeitig, bevor er mit der Blumenvase gegen seine Tochter rennen konnte.
      Merida liebte blaue Tulpen, weswegen sie überall im Restaurant verteilt waren. Und auch in der schlanken weißen Vase blühten sie mayestätisch auf und verbreiteten einen sanften Geruch, der warme Erinnerungen in der jungen Frau wachrief, ohne dass sie genau festmachen konnte, was für Erinnerrungen das genau waren. Es musste etwas mit ihrem Leben zu tun haben, dass sie geführt hatte, bevor sie hier gelandet war. Ein Leben, an das sie nur noch verschwommene Erinnerungen in sich trug. Doch blaue Tulpen waren ein wiederkehrendes Bild in diesen Erinnerungen geworden. Damals schienen ihre Eltern gehofft zu haben, mit den Blumen überall ihre Erinnerungen wachrufen zu können und heute waren sie einfach ein fester Bestandteil des Lokals und auch der Wohnung oben geworden.
      "Willst du irgendwohin, Schatz?" Gerade platzierte ihr Vater die Vase auf dem Tisch. Das letzte i-Tüpfelchen einer auch ansonsten perfekten Dekoration. Insgesamt hatte man fünf Vasen im Zentrum eines jeden einzelnen Tisches platziert. Dabei handelte es sich nicht nur um blaue Tulpen, sondern auch um weiße Narzissen und gelbe Rosen. Zwischen den Vasen hatte ihr Dad hohe Kerzenständer samt Duftkerzen plaziert, die einen angenehmen Geruch von Vanille verbreiteten, sobald man sie anzündete. Die lange Tischdecke war aus einem schlichten Perlweiß, das Geschirr bestand aus hellem Porzellan mit blauen Rankenornamenten an Teller- und Tassenrändern. Das glänzende Besteck war gleich einem luxoriösen Edelrestaurant angeordnet worden und nur die aufgestellten Büfetttische nahe der Küche ließen das ganze weniger "schick" erscheinen.
      Aber ihre Eltern waren einfach der Meinung, dass es für die Gäste angenehmer wäre, selbst zu entscheiden, was sie genau essen wollten, in welcher Kombination und vor allem in welchen Mengen und zu welchem Zeitpunkt. Natürlich konnte man im Tu Casa auch ein durchgeplantes Gängemenü bestellen, aber das Hochzeitspaar hatte sich über den Vorschlag mit dem Büffett sehr gerfreut, da es für ihre Gäste sicherlich entspannter sein würde.
      "Werde mich am Hafen mit Jocy treffen. Aber ich habe vor später heute Nachmittag zurück zu sein, um hier zu helfen."
      Ihr Dad winkte kopfschüttelnd ab. "Mach dir deswegen keine Gedanken, du hast uns schon so viel geholfen, dass es kaum noch etwas zu erledigen gibt, außerdem will Brandon heute auch extra länger bleiben."
      Als hätte er auf seinen seinen Auftritt gerwartet, trat besagter Brandon nun aus der Tür zum Gäste-WC. "Puh... Jetzt könnte man das Essen auch zu den Toiletten verlegen, so sauber wie es da ist." Braune Locken, buschige Augenbrauen über freundlichen dunkelblauen Augen, in einem etwas rundlichen Gesicht. Brandon war nicht dick, tatsächlich war er ziemlich schlank, aber sein Gesicht wirkte selbst mit seinen vierundzwanzig Jahren noch wie das eines dreizehnjährigen. Vielleicht hatte sich sein Körper auch entschieden nie älter zu werden, da der junge Mann mit seinen 1,68 m alles andere als groß war. "Ah, Meri, du gehst aus?"
      Merida nickte. "Treffe mich mit Jocy." Kurz blickte sie auf ihre Uhr. "Im Übrigen sollte ich mich da auch etwas beeilen, ihr kennt ihre nicht vorhandene Geduld. Könntet ihr Mum bitte in etwa einer halben Stunde wecken und mit ihr die restlichen Gerichte fertig stellen. Habe alles schon vorbereitet."
      "Alles gut, Schatz. Wir kümmern uns drum. Grüß Jocelyn von uns." Dankend klopfte er ihre Schulter und schob sie dann durch die Glastür nach draußen.
      Merida nickte verstehend verabschiedete sich dann von den beiden Männern, bevor sie ihren Rucksack mit den Wurst-Häppchen darin schulterte und in einem zügigen Joggtempo durch die Gassen Trianas lief, bis zur Av. de Gran Canaria, die direkt am Wasser entlang bis hoch zum Hafen "Muelle Deportivo" führte. In einem ungewöhnlich hohen Lauftempo schoss sie an dutzenden Touristen vorbei, die ihr verwundert nachsahen. Doch obwohl sich Merida so sehr beeilte, würde sie mindestens zehn Minuten zu spät erscheinen... Zum Glück hatte sie die Häppchen eingepackt.
      Natürlich wartete Jocelyn bereits ungeduldig auf sie, als Merida etwas schwer atmend am Hafen eintraf. "Tut mir leid, ich habe mich so sehr beeilt, wie ich konnte." Ohne lange Umschweife zog sie ihren Rucksack vom Rücken und hielt ihrer Freundin die kleine Brotdose mit den Wursthäppchen entgegen. "Ich hoffe, das geht als Entschädigung durch?"
      Dann erst setzte sie sich ebenso auf den Pier und ließ ihren Blick kurz über das weite Meer hinter ihnen wandern. Das Glitzern der Sonne auf dem Wasser, der Geruch nach Salz und Fisch und die weißen Bootssegel in der Ferne... Bilder und Gerüche die immer wieder ganz tief in iherer Brust etwas wachzurütteln schienen. Erinnerungen die gleichzeitig schmerzhaft und schön waren. Erinnerungen die sie einfach nicht zu packen bekam, egal wie sehr sie sich immer wieder anstrengte.
      "Ist heute etwas vorgefallen?" Meridas Blick löste sich von den kleinen Wellen auf dem Meer und wanderte zu ihrer Freundin, deren rotes Haar mit dem Strahlen der Sonne zu wetteifern schien. "Du wirkst irgendwie frustriert?" Meridas Menschenkenntnis war ganz sicher nicht die beste. Es fiel ihr schwer, die Gefühle anderer zu erkennen geschweige denn vernünftig zu verstehen. Aber wenn es um ihre liebsten ging, konnte ihr keiner etwas vor machen. Und Jocy kannte die Schwarzhaarige schon seit über zehn Jahren und mittlerweile war es eine leichte Übung die Gefühle und Empfindungen der jungen Frau zu erkennen, vor allem da Jocelyn noch nie eine gute Schauspielerin gewesen war. "Ist etwas beim Training vorgefallen? Ich hoffe doch, du hast nicht schon wieder Ärger veranstaltet oder dich verletzt?" Kontrollierend ließ sie ihre Augen über den Körper der achtzehnjährigen wandern. Als sie aber keine äußerlichen Verletzungen entdecken konnte, lehnte sie sich wieder etwas beruhigt zurück. "Oder ist es weil du noch lernen musst? Wenn du magst kann ich dir etwas helfen, aber später heute Abend würde ich gerne noch meinen Eltern etwas unter die Arme greifen. Du weißt, dass heute eine Hochzeitsgesellschaft kommt?"

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    • Portgas D. Ace


      Risco Prieto war eine beschaulich kleine Ortschaft in Mitten Gran Canaria. Wenige Läden und ganz sicher kein einziges Einkaufzentrum. Die Menschen hier waren bescheiden, ruhig und freundlich. Stress war ein Fremdwort für sie und wenn einmal jemand Probleme bekam, war direkt das ganze Dorf zur Stelle, um zu helfen. Ace liebte es hier zu leben, fern ab diesem modernen Stadttrubel und der ungewohnten Teschnick mit der er bis heute nicht zurrecht kam. Allerdings hatte er sich in dieser Hinsicht in den letzten zwei Jahren auch nicht sonderlich bemüht. Warum auch? Es war nicht sein Ziel, auf ewig hier zu bleiben. Zwar hatte er das kleine Dorf und seine Bewohner lieben gelernt, aber das hier war nicht sein Zuhause, seine echte Familie wartete in einer anderen Welt auf ihn und er würde sie wieder sehen. Wie sollte Luffy denn auch ohne ihn zurechtkommen?
      "Hast du den Wandschrank schon eingepackt?" Jeff schien nur zwei Tonlagen seiner Stimme zu beherrschen, herrisch und unfreundlich, heute versuchte er sich an einer Kombination aus beidem.
      "Natürlich, es fehlt nur noch der Flachbildfernseher, Chef!", antwortete Ace und sprang von der großen Ladefläche des Umzugwagens.
      Jeff wichte sich den perlenden Schweiß von dem breiten Gesicht und rieb seine Hand am einmal weiß gewesenen und jetzt grauen Hemd ab. Der Fetzen Stoff spannte fest um den fülligen Bierbauch des etwa vierzigjährigen Mannes. Ace rechnete jeden Tag aufs Neue damit, dass einer der silbrig glänzenden Knöpfe dem Druck nicht mehr würde standhalten können und im hohen Bogen davonflog. Er hatte sogar eine Wette mit Luca laufen, dass es noch vor Ende der Woche dazu kommen würde. Der Verlierer müsste dem Gewinner einen Abend lang alle Drinks ausgeben. Etwas das Luca schwer zu stehen kommen könnte. Zuletzt war es der ehemaligen Feuerfaust immerhin gelungen zwanzig Liter Bier an einem Abend hinunter zukippen, als handele es sich um stilles Wasser.
      "Gut, dann sind wir gearde noch im Zeitplan, aber du solltest dich trotzdem beeilen." Obwohl er noch keinen Finger krumm gemacht hatte, atmete Jeff schwer, als er den Möbelwagen umrundete und in die Ladefläche blickte, um den Zustand der verpackten Ware zu kontrollieren, als würde Ace nach fünf Monaten immer noch nicht wissen, wie man die einzelnen Möbel sicher verzurrte.
      Der Schwarzhaarige rollte mit den Augen und stieg ein letztes Mal die engen Treppen des Wohnhauses hinauf, bishin zur mittlerweile leergeräumten Wohnung eines jungen Ehepaares. Wie offenbar alle jungen Menschen in der Stadt hatten auch die beiden sich dazu entschlossen, Risco Prieto hinter sich zu lassen und in die Großstadt zu ziehen. In den letzten Jahren war die Einwohnerzahl dieses Ortes erschreckend in sich zusammengeschrumpft und Nachwuchs gab es praktisch auch keinen mehr. Obwohl Ace diesen Umstand schade finden mochte, konnte er irgendwo verstehen, dass die jungen Menschen hier nach mehr strebten, als tagtäglich dasselbe erleben zu müssen. Immerhin war er mit Siebzehn nicht anders gewesen und auch heute noch hatte er den Plan, gemeinsam mit seinen Kameraden über die Weltmeere zu segeln, nicht aufgegeben.
      Luca wartete bereits neben dem sorfältig und sicher in Pappe verpackten Flachbildfernseher auf ihn. Der dreißigjährige Möbelpacker wirkte erschöpft und auch über seine Stirn tropfte Schweiß. Allerdings hatte er im Gegensatz zum Chef gut gearbeitet und zusammen mit Ace die komplette Wohnung ausgeräumt.
      "Und, hat sich Jeff schon beschwert, dass wir zu lange brauchen?", grinste ihn Luca wissend entgegen.
      "Mehr oder weniger." Ace schüttelte amüsiert den Kopf. "Sitzt den ganzen Tag lang kommandierend im Wagen und kommt erst raus, wenn fast alles fertig ist." Mit geübten Griff umfasste der Schwarzhaarige den 55 Zoll-Fernseher und hob ihn sich ohne große Mühe an die Brust.
      "Manchmal frage ich mich, wafür ich eigentlich da bin, wenn du doch sowieso alles selbst stämmst?" Luca schüttelte fassungslos den blond gelockten Haarschopf.
      Ace steiß ein Lachen aus. "Nur du kannst die Möbel so gut einpacken, dass ich sie beim Transport nicht noch zerstöre." Geschickt schlängelte er sich samt Fernseher durch die Eingangstür und marschierte die Treppe hinunter.
      Luca schloss hinter ihm die nun vollkommen ausgeräumte Wohnung ab und folgte dann seinen Arbeitskollegen nach unten. Beide kannten sich zwar erst seit etwa fünf Monaten, nachdem Ace bei Jeffs Unternehmen angefangen hatte, und doch verstanden sich beide schon wie langjährige Freunde. Beide hatten einen ähnlich idiotischen Humor und auch Luca schien ein Talent fürs Trinken zu besitzen. An guten Tagen schaffte der junge Familienvater zehn Bierkrüge, auch wenn er dafür von seiner Frau jedes Mal aufs neue zusammengebrüllt wurde. Ace im Übrigen auch, da die Mutter der einer zweijährigen Tochter, genau wusste, wer verantwortlich für den übermäßigen Alkoholkonsum ihres Mannes war.

      "Okay, wir sind startklar!" Ace schloss die Ladefläche und wischte sich mit dem Kragen seines schwarzen Trägerhemdes den Schweiß aus dem Gesicht. Die brütende Mittagssonne ließ selbst ihn innerlich kochen. Außerdem kribbelte an Tagen wie diesen seine Narbe auf Brust und Rücken unangenehm, als würde Akainus Faust noch immer in seinem Körper stecken und ihn von innen verbrennen.
      Er schüttelte die Erinnerung beiseite und schwang sich neben Luca auf den Beifahrersitz. Er selbst hatte sich seit seinem Eintreffen in dieser ungewohnten Welt genau zwei Mal hinter ein Autosteuer gewagt. Beim ersten mal hatte er einen alten VW über eine Klippe gejagt, beim zweiten Mal hatte er sein "Tesfahrzeug" gegen einen Baum gesetzt. Danach hatte er für sich akzeptieren müssen, dass er fürs Autofahren einfach nicht geschaffen war.
      Jeff hatte sich auf die lange Rückbank des Wagens geschoben und Ace verwettete seinen Wochenlohn darauf, dass er innerhalb der ersten zehn Minuten Fahrt einpennen würde. "Na dann hop, fahr los!", zeterte er unzufrieden. "Wir haben keine Zeit zu verlieren. Unsere Kunden warten schon ungeduldig in Las Palmas auf uns und wir wissen nicht, wie die Straßenlage sein wird."
      "Aye, aye, Chef", murmelte Luca, darum bemüht nicht allzu genervt zu klingen. Dann endlich ließ er den Motor des Wagens erwachen und rollte wenige Sekunden später los.

      Gran Canaria war eine überschaubar große Insel und so kostete es die Gruppe Möbelpacker nicht einmal eine volle Stunde, um die Hauptstadt zu erreichen. Ace war schon häufiger in Las Palmas gewesen, vor allem seitdem er für Jeff arbeitete, doch das überweltigend bunte Stadtbild aus eng stehenden Häusern und hohen Neubauten nahe dem Hafen, beeindruckte ihn immer wieder aufs Neue. Hier war es komplett anders als auf den ruhigen Dörfern im Zentrum der Insel. Tausende Menschen und Autos drengten über die Straßen, hunderte Gerüche von Händlerständen und Restaurants drangen durch die Klimaanlage in den Wagen vor. Werbebanner fechteten um Aufmerksamkeit, dutzende Geschäfte lockten mit Angeboten in großen Lettern und jeder Gast dieser Stadt wurde automatisch in ihren Bann gezogen. Ace faszinierte diese Aufregung und das wilde Treiben zwar, aber zugleich wurde er hier mehr als überall anders mit der moderne dieser Welt konfrontiert, die er nicht zu beherrschen vermochte. Außerdem erschlug ihn diese Großstadt eindeutig mit zu vielen Eindrücken. Slebst Städte wie Water Seven auf der GrandLine waren nicht so überladen, wie die Metropolen dieser Welt, was definitiv einer der Gründe war, aus denen er sich von Las Palmas fern hielt. Zudem würde es hier sicherlich schnell auffallen, dass der junge Mann keinem normalen Menschen entsprach, sondern ein paar "besondere" Fähigkeiten in sich trug. Fähigkeiten, die er in der Abgeschiedenheit seiner kleinen Holzhütte auf Risco Prieto deutlich besser verbergen konnte.
      "Da wären wir." Geübt lenkte Luca den sperrischen Möbelwagen in eine enge Parklücke, vor einem breiten Wohnkomplex mitten in der Innenstadt. Hier gab es dutzende Einkaufsmöglichkeiten, Clubs, Kinos, Kindereinrichtungen und alles was ein junges Ehepaar sich nur wünschen konnte. Und auch Strand, wie Hafen waren nicht weit entfernt. Allerdings war der Trubel auf der Straße vor dem Haus unglaublich laut. Kein Platz den Ace für sich ausgewählt hätte.
      "Also dann, neu ans Werk." Luca spang aus dem Wagen und ging nach hinten zur Ladefläche. Ace folgte ihm auf den Fuß. Den tief und fest schlafenden Jeff auf dem Rückseitz ignorierten sie. Schlafend war er ihnen sowieso am liebsten. "Das alles... muss in den fünften Stock."

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    • Jocelyn Salvatore

      Jocelyn schmunzelte ein wenig, als sie auf dem Weg zum Pier war und die Nachricht ihrer Freundin las, die sie ihr wohl vor einigen Minuten geschickt hatte. >Muss hier nur noch schnell was fertig machen, dann komme ich sofort. Also töte niemanden vor Langeweile, wenn ich nicht sofort da bin, verstanden? Ich habe keine Lust schon wieder hinter dir aufräumen zu müssen
      PS. Hunger auf ein paar kleine Wursthäppchen?< Was hieß hier bitte, dass sie hinter ihr aufräumen müsste? Wenn sie jemanden töten würde, dann würde sie es ja wohl geschickt genug machen, um nicht in Verdacht zu geraten. Außerdem, wer würde so ein süßes, kleines Etwas schon eines grausigen Mordes verdächtigen? Eher würde man sie für eine bemitleidenswerte Zeugin halten, die unter den Folgen des erbarmungslos mitangesehenen Mordes litt. Aber davon abgesehen.. hatte Merida geschrieben, dass sie Wursthäppchen mitbringen würde? Na, das war doch Etwas, auf das sich die Rothaarige freuen könnte, wenn sie schon mit einer Verspätung seitens ihrer besten Freundin zu rechnen hätte. Immerhin bekam man von ihrer Sterneköchin-Freundin nicht jeden Tag mit Liebe gefüllte und selbstgemachte Snacks, die einem das Wasser im Munde zerlaufen lassen konnten. Das und der Umstand, dass Merida nach Kindern verrückt war, ließ Jocelyn fest daran glauben, dass ihre Freundin früher oder später eine wunderbare Mutter und Lehrerin werden würde. Allerdings sollte sie vorher wirklich mehr Geschichtstraining machen, insbesondere Lächelübungen! Aber das würde sie schon bewältigen können, davon war sie überzeugt. Immerhin war ihre Freundin eine willensstarke Frau und wenn sie etwas wollte und sich in den Kopf setzte, dann schaffte sie das auch! Im Notfall würde sie ihr bei den Übungen gerne handgreiflich zur Seite stehen, bis sie irgendwann gar nicht mehr anders konnte, als blödsinnig aus der Wäsche zu grinsen. Und die Schwellungen an ihren dann roten Wangen würde mit Sicherheit schon irgendwann als Rouge durchgehen, überlegte Jocelyn grinsend, während sie sich an dem Pier niederließ, zwei Dosen mit Eistee herausholte und eine davon öffnete, um daraus zu trinken, während sie die Übrige neben sich hinstellte und den Blick über das weite Meer schweifen ließ. Auf diesem fuhren so viele Boote, das man den Genuss dieses weiten Meeres kaum wirklich erfahren konnte. Entweder legten sie an oder ab und die lästigen Gespräche übertönten viel zu oft das angenehme Rauschen der Wellen. Doch der wundervolle salzige Geruch, der in der Luft lag, konnte nichts, was die Menschen hier aufbringen konnten, übertünchen. Jocelyn schloss die Augen, während sie an ihrer Getränkedose nippte und stellte sie mit einem angenehmen Seufzen neben sich ab, ohne die Augen dabei wieder zu öffnen. Warum auch? Es war viel schöner sich ein offenes Meer, ohne diese lästigen Kollateralschäden vorzustellen. Einfach nur den brandenden Wellen und den hiesigen Tieren lauschen; wie dem Zwitschern vorbeiziehender Vögel und dem Bellen und Miauen diverser in der nähe herumstreunender Straßentieren.
      kitty.jpgAls jedoch etwas Flauschiges ihren Arm entlang streifte und ein leises Miauen zu hören war, entschied sich Jocelyn doch dazu mal wieder die Augen zu öffnen. Sie konnte unmöglich dem Versuch eines sich ihr nähernden Tieres widerstehen, sei es auch noch so aufdringlich. Die Augen geöffnet, blickte sie auf ein wirklich winziges Ginger Kätzchen. Es sah einfach zuckersüß aus und blickte mit seinen glänzenden blauen Augen zu Jocelyn hoch, leise miauend. „Nein, bist du niedlich! Hast du Hunger? Ich hab‘ leider nichts dabei... Aber meine Freundin bringt gleich was. Davon kannst du was abhaben, ja?“ Dabei streichelte sie dem Kätzchen über das wohl einst hübsch gewesenem Fell. Man erkannte zwar noch, dass sie ein orange oder rot gestreifte Kätzchen sein musste, aber es war derart verdreckt, dass man nur erahnen konnte, wieviel Weiß oder andere Farben es besitzen konnte. Ein armes Kätzchen, das sich auf den Straßen durchkämpfen musste. Besorgt sah sich Jocelyn nach Katzen um, die einer Familie von dem Kleinen nahe kamen, doch nichts davon kam in Gesicht, das auch nur annähernd so wirkte, als würde es das Kleine kennen. Seufzend kraulte sie dem Kätzchen hinter einem Ohr, das nach kurzem Zögern auf ihren Schoß kletterte und sich dort zusammenrollte. „Oh. Oh je.. Meine Familie wird nicht begeistert sein, wenn ich ihnen noch ein heimatloses Tier anschleppe, Kleines..“, murmelte die Rothaarige ein wenig zwiegespalten, da sie diesem Kätzchen nun wirklich nicht widerstehen könnte und es auch wusste, dass sie es niemals würde, wenn sich das Tier erst einmal dafür entscheiden würde, bei ihr bleiben zu wollen. Mit einem sanften Lächeln auf dem Gesicht streichelte sie das Kleine weiter. „Na gut, aber zuhause musst du ein gründliches Bad über dich ergehen lassen, hast du gehört?“ Doch das Kätzchen reagierte nicht, sondern schnurrte lediglich entspannt vor sich hin – die Streicheleinheiten dieses für ihn fremden Mädchens offenbar genießend. „Du bist mir ein Frechdachs.. Sei froh, dass du so unglaublich niedlich bist.“, meinte sie Kopfschüttelnd, nippte erneut an ihrem Getränk und sah dann auf ihre Uhr, wobei sie eingeschnappt das Gesicht verzog. Denn just in diesem Moment hörte sie ihre Freundin endlich auftauchen. „Wurde auch Zeit..“, nörgelte Jocelyn herum und stellte ihre Getränkedose wieder ab. „Dank deiner Trödelei habe ich nun ein neues Haustier angeworben. Dein Schuld und dabei bleibe ich, wenn ich es meinen Eltern erklären muss~“, erklärte sie ihr mit herausgestreckter Zunge, ehe ihre Augen beim Anblick und Geruch der Wursthäppchen zu strahlen begannen und das angenommen schlafende Kätzchen schnuppernd das Köpfchen hob und freudig losmiaute. Noch ehe es sich jedoch auf alles stürzen hätte können, hob Jocelyn die befüllte Brotbox hoch und sah das Kätzchen streng an. „Na, na, na. Nicht so gierig. Das wird geteilt!“ Dabei grinste sie auf das kleine miauende Etwas herunter, ehe sie diesem ein Häppchen gab und sich selbst eines in den Mund steckte. Sogleich stürzte sich das Kätzchen mit dem verfilzten Fell auf das Würstchen, als hätte es seit Wochen nichts mehr zu Essen gehabt. „Hm. Scheint als Entschuldigung geradeso durchzugehen, was Ginger?“, flötete sie der Kleinen zu und warf ihrer Freundin ein freches Grinsen zu, ehe sie beim Essen und Füttern des Kätzchens wieder den Blick über das Meer schweifen ließ. Jetzt, da ihre Freundin bei ihr war, fühlte sie sich wesentlich wohler als so alleine, wie bisher. Die Worte von Arón hatten sie einfach nicht loslassen wollen, auch wenn sie sich versucht hatte mit der Umgebung, ihrem Buch oder dieser Neuentdeckung abzulenken. Mit ihrer Freundin an ihrer Seite war es leichter... weiterzumachen, ohne sich zu große Sorgen machen zu müssen, ob sie wirklich von allen ständig so gesehen würde. Ob sie hier wirklich ..Anschluss finden könnte. Sie hatte einige Freunde, ja. Schon. Aber.. es fühlte sich nie so „wirklich“ an. Als würden sie nur das Mädchen mögen, was sie glaubten zu kennen, aber die verborgene Wahrheit hinter der Fassade nie akzeptieren können. Obwohl, zeigte sie ihnen denn eine Fassade? Eigentlich war sie immer sie selbst. Immer. Was also war es dann, das ihr das Gefühl gab einfach nicht wirklich.. frei zu sein, wenn sie mit ihnen zusammen war? Was war so anders an ihnen und an Merida, dass sie sich bei ihr viel wohler fühlte, als bei all den anderen?

      Bei Meridas plötzlichen Fragen schlich sich ein Schmunzeln über Jocelyns Gesicht. Sie kannte die Rothaarige wirklich zu gut. Wusste immer, wenn sie etwas beschäftigte, quälte, störte.. Und selbst wenn sie es nicht verriet, erriet sie früher oder später eh immer, um was es ging. Wieder an ihrer Dose nippend und in die Ferne schauend, antwortete sie gequält: „Ich hasse es Freak genannt zu werden..“ und verzog angewidert das Gesicht. „Ist er doch selbst schuld, wenn er mich so nennt, oder nicht? Ich mein.. was kann ich dafür, dass ich darauf empfindlich reagiere? Er hätte es sich verkneifen können, oder? Dann wäre dieser Kanister nicht explodiert und gut ist. Blöde Weichwurst!“ Grummelnd steckte sie sich gleich drei Wursthäppchen auf einmal in den Mund und legte wenig später ebenso viele dem orangenen Kätzchen vor, von der sie glaubte einen vorwurfsvollen Blick kassiert zu haben, weil sie so egoistisch war, sich so viele auf einmal selbst zu nehmen ohne ihm Etwas abgegeben zu haben. Sie kaute einige Zeit daran herum, ehe sie alles mit einem Happs herunterzuwürgen schien und dann zu Merida sah. „Also keine Sorge. Hat nichts mit Schulkram zu tun. Bin nur... ein wenig.. angepisst. Nur ein wenig! Ich meine, das geht wieder weg! Und für die Schule mach ich heute eh nichts mehr. Ich dachte mir eher, dass ich euch später mit der Hochzeitsgesellschaft helfe! Das klingt spannender, als für irgendwelche Klausuren zu pauken, die ich eh in den Sand setze, oder nicht? Außerdem habe ich lange genug dafür gelernt, da tut mir ein wenig Abwechslung doch mal ganz gut, oder nicht? Na? Was sagst du? Darf ich, darf ich, darf ich? Ich versprech‘ auch, dass ich dieses Mal nichts kaputt machen werde, ja? Ich streng mich richtig an! Ich kann auch einfach nur in der Küche helfen? Ist mir eh lieber als bei so vielen Menschen geheuchelte Freundlichkeiten um mich werfen zu müssen. Darin bist du definitiv besser als ich und ehrlich gesagt will ich auch gar nicht so diese Kundefreundlichkeit beherrschen haha“

    • Merida Serrano


      Eine Katze? Zuerst war ihr der kleine Fellball in Jocys Schoß nicht einmal aufgefallen, doch jetzt blickte das kleine Tier neugierig auf, offensichtlich war die Rothaarige nicht die einzige, die Wursthäppchen mochte. "Es steht fest, du ziehst solche Streuner magisch an." Sonfst ließ Meride die Finger über den Kopf des kleinen Kätzschens streichen. Sie liebte Tiere fast genauso, wie ihre beste Freundin, doch war ihre Mum leider gegen Tierhaare allergisch, ansonsten wäre sicher schon einer der vielen Streuner Las Palmas' in ihrem Zimmer gelandet.
      Wie erhofft, ließ sich Jocelyn mit den mitgebrachten Snacks bestechen und war ihrer Freundin nicht wirklich böse. Das war sie eigentlich nie, auch wenn sie jedes Mal so tat. "Okay, dann übernehme ich alle Vernatwortung und komme dein neues Haustier ab und an mit Leckerlies besuchen." Das Schmunzeln auf ihren Lippen war kaum zu erkennen, aber es war da. Tatsächlich verbrachte Merida ab und an etwas Zeit vor dem Spiegel, um ihr Lächeln zu trainieren, aber jedes Mal wenn sie sich dazu zwang, blickte ihr im Spiegel eine hochnäsige Ziege entgegen, anstatt einer freundlichen jungen Frau. Vielleicht müsste sie sich einfach damit abfinden, dass ihr Gesicht einfach nicht für ein Lächeln geschaffen war... und ihr nicht selten bösartiges Mundwerk ebenso wenig.
      "Ginger, also?" Merida musterte das kleine Kätzschen genauer. Es als sauber zu bezeichnen wäre eine Lüge gewesen, aber sobald das Tier Jocelyns "Behandlung" hinter sich hätte, würde es wahrscheinlich strahlen und seinem neuen Namen alle Ehre machen. "Freut mich dich kennen zu lernen, Ginger." Erneut strich sie sanft über den kleinen Kopf des Tieres, welches sich deswegen aber keineswegs von den leckeren Wursthäppchen ablenken ließ, die es halb verhungert hinunterschlang.
      Jocelyn wusste, dass Merida früher oder später sowieso erraten würde, was sie bedrückte, also rückte die Rothaarige ohne langes Überlegen mit der Sprache raus. "Das kann ja nur von Arón gekommen sein", schlussfolgerte Merida seufzend und blickte dem strahlend blauen Himmel entgegen. Die Sonne hatte ihren Zenit überschritten und strahlte unbarmherzig auf sie hinab, weswegen die Schwarzhaarige ihre Augen zusammenkneifen musste. Trotzdem liebte sie das Gefühl der warmen Sonnenstrahlen auf der Haut, gemeinsam mit der leichten Meeresbrise in ihrem Rücken, die die Hitze im Schach hielt. Zum Glück überwogen diese Schönwettertage auf der Insel, aber es gab auch Tage, in denen ganz Las Palmas im Chaos aus Regen, Donner und Blitz versank. Tage an denen sich Merida wie ein kleines Kind in ihrem Zimmer verkroch und auf das Ende des Sturms wartete. Sie hasste diese Seite an sich selbst, aber es reichte schon ein Donner in weiter Ferne, um sie ehrfürchtig zusammen zucken zu lassen. Den genauen Grund für diese reaktion kannte weder sie, noch ihre Eltern, also musste da etwas in der anderen Welt gewesen sein, in ihrer eigentlichen Heimat. Etwas das sich bis tief in ihr Unterbewusstsein gegraben hatte und ihr bis heute das Fürchten lehrte, sobald auch nur der kleinste Blitz über den düsteren Himmel zuckte.
      "Aber du weißt, dass es Arón nicht so gemeint hat. Außerdem bin ich mir sicher, dass du ihm einen Anlass gegeben hast, so mit dir zu reden." Jocy mochte ihre beste Freundin sein, aber deswegen würde sie sie nicht schonen. Im Gegenteil, nur mit der Rothaarigen konnte Merida überhaupt so ehrlich reden, außerdem brauchte die kleinere immer mal wieder eine ernste Rüge, damit sie nicht zu sehr die Kontrolle verlor. "Ich wette, du hast schon wieder einmal die Regeln missachtet und Arón damit verärgert, richtig?" Mit forschendem Blick lehnte sich Meri zu ihrer Freundin, starrte in ihre beinahe Rot strahlenden Augen, die kein Geheimnis hüten konnten. Zuletzt stieß sie ein Seufzen aus und lehnte sich wieder zurück. "Ich werde mit ihm reden, damit er sich bei dir entschuldigt und du wirst dasselbe tun. Ich habe keine Lust darauf, immer wieder eure Streitereien schlichten zu müssen, das wirkt sich auch negativ auf meine anderen Schüler aus." Schüler die sowieso schon Angst vor der jungen Meisterin hatten. Zwar hatten die meisten nach einiger Zeit begriffen, dass ihr böser Blick nicht bedeutete, dass die Frau selbst angsteinflößend war, aber vor allem die jungen Neuankömmlinge im Verein schienen vor ihr fliehen zu wollen, kaum dass sie die zwanzigjährige sahen. Dabei liebte Merida vor allem die Arbeit mit den kleinsten und Jüngsten mit ihnen. Sie waren in ihren Augen allesamt noch ungeschliffene Rohdiamanten, denen sie so viel beizubringen hatte. Und sie genoss es unheimlich zu beobachten, wie diese kleinen Kämpfer jeden Tag ein wenig besser wurden, ihre Ratschläge befolgten und mehr Spaß an dem Kampfsport selbst entwickelten. Und da die Kinder noch immer Angst vor ihr hatten, strengten sie sich sogar extra an, aus Furcht Merida ansonsten zu verärgern. Die junge Frau wünschte sich zwar, dass ihre kleinen Schüler einen anderen Grund für ihre Bemühungen hätten, aber so lange sie ihren eigentlichen Spaß am Training nicht verloren, konnte sie auch die verängstigten Blicke noch ertragen.
      "Meine Eltern wären dir für deine Hilfe sicher dankbar und ich im Übrigen auch", meinte Merida mit einem Kopfnicken und griff sich ungefragt die ungeöffnete Dose Eistee neben Jocy. Nach ihrem "kleinen" Sprint vorhin verlangte ihre trockene Kehle nach einer Erfrischung, weswegen sie das kalte Getränk innerhlab kurzer Zeit schon zur Hälfte leerte. "Und so lange du nicht wieder jeden zweiten Teller zertrümmerst, würde ich mich über deine Hilfe in der Küche sehr freuen. Aber halte deine tollpatschigen Finger ja von meinen Grichten fern." Mahnend hob sie ihren Zeigefinger in die Höhe. "Bei deinem Talent schaffst du es sogar noch das leckerste Gericht in eine Ausgeburt der Hölle zu verwandeln." Tatsächlich verglich Merida ihre Freundin manchmal mit einem kleinen Tornado, der alles in seiner Umgebung in Chaos stürzen konnte. Waren es nun ihre meist unüberlegt gesprochenen Worte, ihr aufbraußendes Temparament oder ihre gandenlose Tollpatschigkeit... vor allem alles Zusammen bildete eine gefährliche Kombination. Aber zumindest war es in der nähe der Rothaarigen niemals langweilig und nur ihr gelang es ab und an ein seltenes Lachen aus Meridas Kehle zu entlocken. "Und das mit der Kundenfreundlichkeit vergessen wir lieber gleich wieder. Ich mag zwar höflich reden und auftreten, aber ich weiß nur zu gut, dass mein düsterer Gesichtsausdruck schon den ein oder anderen Neukunden vertrieben hat." Merida unterdrückte ein Seufzen, als sie an die kleine Familie dachte, die sich vor zwei Wochen ins Tu Casa "verirrt" hatte. Als sie sich vor den kleinen Sohn des jungen Ehepaaras nidergehockt hatte, um ihn mit einem versuchten Lächeln zu begrüßen, war er in Tränen ausgebrochen und hatte sich hinter seinen Vater versteckt. Sie haben danach nur ein kleines Dessert bestellt und waren schnell wieder verschwunden. Zum Glück kannte die Stammkundschaft des Restaurants die junge Frau mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass ihr düsterer Ausdruck nicht ihren inneren Gefühlen entsprach. Stattdessen zogen sie Merida immer wieder wegen ihres Ernsten Gesichtsausdruckes auf und der ein oder andere gute Freund der Familie zog ihr sogar an den weichen Wangen, um sie zu einem Lächeln zu zwingen.
      "Aber meine Eltern haben ein paar kleine Spiele geplant, um die Hochzeitsgesellschaft bei Laune zu halten, ich wette das eher etwas für dich. Da musst du auch nicht besonders gastfreundlich sein, so lange du dein heiteres Selbst bleibst, wird jeder Spaß haben", versicherte Meri ihrer Freundin und leerte auch den letzten Rest Eistee. "Noch Lust auf ein kleines Eis, bevor wir losgehen. Noch ist etwas Zeit?", fragte sie mit einem prüfenden Blick auf ihre schmale Armbanduhr aus dunklem Stoff. "Die Erfrischung täte uns sicherlich beiden gut."


      Etwa eine Stunde später wanderten die beiden Frauen auch schon wieder durch die engen Gassen Trianas. Mittlerweile dürften die ersten Hochzeitsgäste eingetroffen sein, weswegen Merida empfohlen hatte, dass Lokal lieber durch den Hintereingang zu betreten. Als sie die dunkle Tür erreicht hatten, zückte sie ihren Schlüssel und schob sich wenig später zusammen mit Jocy durch den kleinen Flur, der an der Speißekammer und Umkleide vorbei und direkt zur Küche führte. Dort herrschte bereits reges Treiben. Brandon und ihre Mum waren vollauf damit beschäftigt, den fertigen Schweine Braten und den Auflauf fertig anzurichten, genauso wie den Nudelsalat und die anderen Gerichte für die Feier. "Wir werden euch unter die Arme greifen", kündigte Merida an und warf ihren Rucksack in den Umkleideraum. "Lasst mich das Anrichten übernehmen und ihr deckt das Büffett ein."
      "Ach Schatz, du bist schon wieder zurück?" Ihr Mutter war natürlich schon wieder im Stress. Dabei lagen sie perfekt in der Zeit und dem Tumult aus sich verrücktenden Stühlen und freudigen Begrüßungen hinter der Küchentür, konnte Meri deutlich entnehmen, dass die Hochzeitsgesellschaft erst vor wenigen Minuten eingetroffen sein konnte. "Und du auch, Jocelyn. Ich weiß gar nicht, wie ich dir für deine Hilfe jedes Mal noch danken soll..."
      "Ich wette sie würde sich schon über ein spendiertes Abendbrot aus unserer Küche freuen", vermutete Merida und drückte ihrer Mutter das Tablett mit dem Schweinebraten in die Hand. "Und nun raus mit dir und Brandon, wir regeln das hier drinnen schon."
      Ihre Mum nickte zögerlich und machte sich dann endlich etwas erleichtert an die Arbeit.
      Einmal lange ausatmend drehte sich Merida zu ihrer Freundin um und wollte ihr gerade genauere Anweisungen geben, als ein ungemütliches Gefühl in ihrer Magengrube aufstieg. Zuerst war es nur wie ein kleiner Wirbel in ihren Eingeweiden, dann plötzlich fühlte es sich an, als würde jemand ihr Herz zerquetschen und zugleich zerreißen wollen. Als würde etwas an ihr Ziehen und mit sich reißen wollen. Erschrocken presste die Junge Frau ihre Hand gegen die Brust, als auch schon der Boden unter ihren Füßen zu schwanken schien. "Was zum...?!"

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    • Portgas D. Ace


      "Zwei Mal das Rump-Steak, vier Portionen Pommes und die Gulaschsuppe", las Ace seine Bestellung vor, während er mit dem Zeigefinger die jeweiligen Gerichte auf der Speisekarte abfuhr. "Ach! Und als Dessert hätte ich gerne zweimal den Schokokuchen mit Sahne." Dann legte er zufrieden die Speisekarte beiseite und grinste die junge Kellnerin an ihrem Tisch an, deren Stift auf dem Bestellzettel schon eingefroren war, als er die vier Portionen Pommes erwähnt hatte. Ihre rehbraunen Augen drückten pures Entsetzen und Unglauben aus. "Und was nimmst du?" Fassungslos schaute die blondhaarige Bedienung zu Luca, der seine Speisekarte noch etwas unentschlossen studierte.
      "Ich glaube bei mir werden es die Spaghetti Carbonara", erklärte er nach einigen Sekunden und nickte dann zufrieden über seine eigene Wahl. "Ja, das wäre dann alles."
      Der Kuli der Kellnerin bewegte sich immer noch nicht, während sie ihren Blick immer wieder zwischen den beiden Männern hin und her wandern ließ. "Soll... ich Ihnen vielleicht einen größeren Tisch suchen, wenn Sie noch weitere Gäste erwarten?"
      Ace zog die Stirn kraus. "Welche weiteren Gäste denn?" Dann ließ er seinen Blick über den kleinen Rundtisch gleiten, der genau für zwei Personen ausgelegt war. Tatsächlich könnte es etwas eng werden, die ganzen bestellten Speisen hierauf unterzubringen, aber er würde sicherlich schnell die ersten Teller gelehrt haben. Außerdem mochte er diesen freien Platz an der Sonne deutlich lieber, als sich in das deutlich engere Restaurantinnere quetschen zu müssen. "Wir erwarten niemanden." Wie beiläufig hob er das noch volle Glas Weizenbier an seine Lippen, tat zwei tiefe Schlucke und stellte das zur Hälfte geleerte Getränk wieder ab. "Bei der Gelegenheit kannst du mir auch gleich noch ein weiteres Weizen bringen, bitte?"
      Noch immer rührte sich die Blondine nicht und starrte Ace stattdessen perplex an. Der verkniff sich ein tiefes Seufzen. Waren es die Menschen dieser Welt denn wirklich nicht gewohnt, mal auf jemanden mit großen Hunger zu treffen? Die Portionen, die einem hier angeboten worden, konnte doch keiner als sättigend bezeichnen... Aber kaum bestellte er auch nur etwas mehr als die Norm, wurde er sofort seltsam gemustert.
      "Solltest du dir nicht langsam unsere Bestellung aufschreiben, oder kannst du dir das alles so merken?", fragte er herausfordernd und deutete auf den Bestellzettelblock in ihren schmalen Fingern. "Ich kann etwas unleidlich werden, wenn man meine Bestellung versaut und mir vor allem zu wenig bringt."
      Sein etwas düsterer Unterton schien die junge Frau endlich aus ihrer Trance zu reißen und endlich kratzte der Kuli hektisch übers Papier. "Zwei Mal Rump, vier Mal Pommes, Gulaschsuppe und zum Dessert zwei Mal Schokokuchen", zählte sie auf. "Und für Sie einmal Spaghetti Carbonara, richtig?", hakte sie bei Luca noch einmal nach. Dieser nickte mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen.
      "Und vergiss das hier nicht." Ace schwenkte sein Bierglas vor ihrem Gesicht hin und her.
      Schnell flog der Stift noch einmal übers Papier. "Und noch ein helles Bier, verstanden."
      Der Schwarzhaarige nickte zufrieden und grinste die junge Kellnerin breit an. "Geht doch und nun husch husch! Ich hab Hunger."
      Die Frau nickte hastig, wendete sich zügig um und rannte beinahe einen ankommenden Gast um, als sie zurück ins Restaurant sprintete.
      "Du hast der Kleinen Angst gemacht, das ist dir bewusst, ja?" Lucas anklagender Ton, ließ Ace nur mit den Schultern zucken.
      "Du weißt, dass sich nichts zwischen mich und mein Essen stellen darf."
      Luca stieß einmal lang und seufzend die Luft aus und schüttelte dann mit einem amüsiert nach oben gezogenen Mundwinkel den Lockenkopf hin und her. "Warum nochmal habe ich mich dazu bereit erklärt, heute mit dir essen zu gehen?"
      "Weil ich gestern Nacht auf deine - zugegeben zuckersüße - kleine Tochter aufgepasst habe, damit du und Jessi nach langem endlich wieder einen Abend zu zweit haben konntet?", erinnerte Ace mit stolz geschwellter Brust.
      "'Aufgepasst'...? Ich weiß immer noch nicht, wie ihr beiden es genau geschafft habt, das halbe Wohnzimmer zu verwüsten, nur um dann gemeinsam in ihrem winzigen Bett einzuschlafen. Wie hast du da nur rein gepasst? Auch wenn es zugegenen niedlich aussah, wie Nicki beim Schlafen auf deine Brust gesabbert hat." Lucas lautes Lachen hallte über die ganze Straße. "Aber den zerbrochenen Glastisch wirst du mir trotzdem erstatten müssen."
      "Ja ja, ich weiß doch", winkte Ace ab. "Solange du heute die Rechnung übernimmst, ist mir alles recht."
      Wieder ein Seufzen seines Kollegen. "Schon klar... wahrscheinlich wird diese Rechnung sowieso teurer als jeder Couchtisch auf dem Markt. Nur gut, dass Jeff noch den Preis mit den Kunden verhandeln muss... Wenn ich für den auch noch hätte zahlen müssen, hätte ich keinen einzelnen Penny mehr."
      Dieses Mal brach Ace in Lachen aus, bevor er die andere Hälfte seines Weizens hinunterkippen wollte. Doch noch bevor der letzte Tropfen Alkohol seine Kehle hinunter fließen konnte, zog ihm etwas die Magengrube zusammen. Beinahe verschluckte er sich an dem Bier und musste es hastig absetzen. "Was ist mit dir, Ace?"
      Der Schwarzhaarige achtete gar nicht auf seinen Kollegen sondern sprang von seinem Stuhl, drehte sich um die eigenen Achse, den Blick gen Himmel gerichtet. "Da kommt etwas auf uns zu."
      "Wavon zum Teufel redest du?" Kaum hatte Luca die Frage ausgesprochen, begann der Boden unter ihren Füßen zu wackeln. Die Menschen um sie herum sprangen ebenfalls erschrocken von ihren Sitzplätzen auf, Frauen schrien erschrocken, kleine Kinder weinten und das Restaurantpersonal blickte sich besorgt um.
      Ace ignorierte das chaotische Treiben um ihn herum und fixierte den kleinen Punkt über den Hausdächern vor ihnen. Ein Flimmern in der Luft, wie ein heißer Wind, der sich um sich selbst drehte. Dann plötzlich tönte ein lauter Knall über die Straße hinweg, ach was, über die ganze Stadt. Selbst der Schwarzhaarige zuckte bei dem entsätzlich lauten Ton kurz zusammen und als er sich wieder aufrichtete fielen ihm die Wassermassen auch schon entgegen. "Das kann nicht-?!" Die Menschen um ihn herum versuchten wegzurennen. Allerdings stießen sie in dem entstandenen Chaos nur gegeneinander, ohne wirklich voran zu kommen, viel zu eng waren die Gassen dieses Viertels. Einige wenige versuchten sich ins Restaurantinnere zu retten, dessen Personal bereits die Türen schloss. Ace bezwefeilte, dass die dünnen Holztüren dem Druck des Wassers lange würden stand halten können. Stattdessen griff er sich seinen Freund Luca und zog ihn eng neben sich. "Nicht loslassen!", befahl er seinem vollkommen steifen Kollegen und rief nach den Teufelskräften in seinem Inneren. Selbst seine unendlichen Flammen würden nicht ewig gegen diese Wassermassen bestehen können, aber sie würden den Zusammenprall abbremsen. So heiß er konnte schoss er seine Flammen gegen die fallende Fontäne aus Meereswasser und hüllte die gesamte Gasse damit innerhalb von Sekunden in warmen Wasserdampf. Er würde unmöglich alles verbrennen können, aber vielleicht gab er den Menschen in seiner Umgebung zumindest genügend Zeit, um an einen sicheren Platz zu fliehen. Von der gigantischen Flamme aus seinem Arm noch extra verängstigt, versuchten die Menschen erst recht zu entkommen und stoben in alle Richtungen davon. Nur Luca ließ er nicht aus seinem Griff entkommen und behielt den Freund eng bei sich, obwohl der beim Ausbruch des Feuers erschrocken versucht hatte sich zu befreien. Im Moment wäre es an Ace' Seite am sichersten, außerdem hoffte er auch etwas darauf, dass der gute Schwimmer, ihn später würde aus dem Wasser retten können.
      Gerade als Ace glaubte, der Wasserstrom ließe nach und es könne ihm doch gelingen es komplett zu verdunsten, tauchten die weißen Segel vor seinem Gesicht auf. "Das ist doch wohl ein Scherz, oder?" Er würde das Zeichen der Marine noch auf fünf Kilometer Entfernung erkennen können und dieses Mal schoss es sogar direkt auf ihn und Luca zu. "Weg hier!" Die meisten Menschen hatten sich aus der Gasse flüchten können, weswegen Ace es sich gestattete den Feuerwall abzubrechen und sich stettdessen selbst um seine Flucht zu kümmern. Luca fest um die Taille packend sprang er mit ihm problemlos auf das Restaurantdach, und darüber zum nächsten. Da krachte hinter ihm auch schon das riesige Schiff auf den Boden. Er machte den Fehler sich kurz umzudrehen, da knallten ihm die Wassermassen auch schon ins Gesicht.
      Umgehend machte sich der Effekt des Meereswasser bemerkbar und entzog ihm all seine Kraft. Sein Griff um Luca löste sich, während beide im Strudel des Meeres hin und hergerissen wurden. Ace wusste schon lange nicht mehr wo oben und unten war, als seine Lungen nach Luft brüllten, die er einfach nicht erhaschen konnte... Bewusstlosgkeit drohte ihn zu überweltigen.
      Er hatte die Marine und Akainu überlebt und sollte jetzt in den Fluten seiner Heimatwelt untergehen? Was für eine Ironie...
    • Trafalgar D. Water Law

      Eine angespannte Stimmung legte sich innerhalb des Piraten-U-Boots, während Bepo hastig das Steuer von der einen in die andere Richtung kreisen ließ, um einer erneuten Erschütterung entgehen zu können. „Wie haben die uns gefunden?“, schimpfte Shachi panisch und sah durch das Periskop hindurch, nur zwei Schlachtschiffe der Marine direkt hinter ihnen auszumachen, die immer und immer wieder mit Kanonen auf sie feuerten. „Na, sie sind nicht dämlich. Die haben sicher gesehen als einer der Idiotenköpfe die Füße nicht stillhalten und unbedingt eigenhändig einen der Seekönige erledigen wollte, dem wir locker hätten ausweichen können. Entweder das oder sie haben ihn gespürt, was bei der Menge an freigesetztem Haki nicht schwer gewesen wäre.“, erklärte der Captain der Heart Piraten kühl und warf dem grünhaarigen Passagier einen strafenden Blick zu, der jedoch nur grinsend auf das piepsende Signal auf dem Radar lugte und man ihm regelrecht ansehen konnte, dass er sich schwer beherrschen musste, um nicht einfach die nächste Luke aufzumachen und sich, trotz der Gefahr alle Teufelsfruchtnutzer hier ertrinken zu lassen, hinaus ins Wasser zu stürzen, um die Schlachtschiffe persönlich auseinandernehmen zu können. „Hey! Trafalgar! Bezieh‘ Zorros Leichtsinnigkeit nicht auf uns alle!“, meckerte der langnasige Scharfschütze der Strohhutpiraten mit grimmigem Gesicht, wobei seine Augen dennoch immerzu ängstlich zu dem hinteren Teil des U-Boots huschten, wenn dieses von einem Angriff erschüttert wurde, weil es nur knapp hatte ausweichen können. „OW! Wäre es nicht viel einfacher, wenn wir gegen sie kämpfen würden? Sind doch nur zwei Schiffe, oder?“ – „Nein. Abhängen ist effektiver. Wir können keine weiteren Verzögerungen riskieren. Mugiwara-ya und die anderen holen euren Schiffskoch und bis dahin müssen wir auf Wano Kuni ankommen und uns unentdeckt in die Gesellschaft einfügen. Wenn wir jetzt einen Kampf riskieren und sie sogar noch hinführen, sorgt das nur für Aufsehen und wir können uns gleich die Kugel geben! Bepo!“ – „Ay Ay, Capt’n!“ Und so steuerte Bepo in tiefere Gewässer, während Penguin Sauerstoff abließ, um leichter und schneller das Schiff in die Tiefe gleiten zu lassen. Doch kaum hatte er den dafür benötigten Schalter umgelegt, zuckte die Hälfte der Anwesenden erschrocken zusammen – sogar Usopp. „Was..?“, gab Trafalgar lediglich von sich und stürmte vor zum Radar, doch dort war nichts weiter als die zwei Punkte hinter ihnen zu sehen. Auch die anderen wurden nervös. „Es kommt“, hauchte Zoro und verengte die Augen in eine undefinierbare Richtung, gen der oberen Seite des U-Boots; Robin, Franky, Usopp, Inuyarashi, Kine’mon und Momonosuke taten es ihm gleich. Hektisch stieß Law Shachi vom Persikop und kurbelte es hastig herum, während Momonosuke sich ängstlich an Robin klammerte und sowohl Zoro als auch Kine’mon und Inuyarashi ihre Schwertgriffe bereit zum Angriff in den Händen hielten. „Was im Teufels Namen.. ist das!?“, zischte Trafalgar, als dieser aufgehört hatte zu kurbeln und direkt vor ihnen ein immer größer werdendes schwarzes Loch ausmachte, das sämtliche Wassermassen zu verschlucken schien. „Bepo! Backholen! Sofort!!“ – „Was? Aber Capt’n..“ – „BEPO!!“, schrie Trafalgar nun regelrecht, was seinen Steuermann und Navigator, der mehr einem großen flauschigen Eisbären ähnelte, erschrocken zusammenzucken ließ. „A-A-Ay Ay!“, stammelte er und wendete das Schiff so schnell er konnte, doch die Strömung, die durch den Sog dieses schwarzen Lochs an deren U-Boot zerrte, machte es unmöglich das Schiff noch in eine andere Richtung zu manövrieren. „VERDAMMT!! ICH WILL NICHT STERBEN!!! WAS IST HIER LOS!?“, jammerte Usopp, der sich längst an Franky, dem riesigen Cyborg geklammert hatte und aufgrund der nun stärkeren Erschütterungen waren sämtlich zuvor stehende Schiffspassagiere und unterstellte Piraten zu Boden gestürzt. Das Schiff schwankte unkontrollierbar, egal wie sehr Bepo mit der Hilfe von Trafalgar versuchte es zu stabilisieren. Doch letztendlich konnten sie nichts weiter tun, als diesem Strudel in diesen riesigen ungewissen Schlund zu folgen und zu versuchen dabei nicht unkontrolliert umher zu wirbeln. „Festhalten!!“, rief Trafalgar letzten Endes energisch. „Wir wissen nicht, wo wir da rauskommen, aber.. Gut ist DAS keineswegs!“ – „Luffyyyy wo bist du, wenn man dich brauch, du Idiot!“ – „Der könnte jetzt auch nichts tun!“, gab Franky der Langnase grimmig zu verstehen. „Stimmt. Er würde es sicher für richtig cool halten. Wird es bestimmt bereuen, wenn wir ihm demnächst davon erzählen.“, kicherte Robin belustigt, die zwar am Boden mir Momonosuke im Arm saß, aber im Gegensatz zu ein paar anderen Anwesenden recht entspannt wirkte und dem wimmernden Samuraikind über den kleinen Kopf strich, um diesen zu beruhigen. Inuyarashi verzog zwar das Gesicht, begann dann jedoch zu lachen. „Ich wusste ja gleich, es war richtig euer Schiff zu nehmen! Die Reise nach Wano Kuni wird nicht langweilig – garo“ – „Nicht langweilig!? Nicht LANGWEILIG!? WIR STERBEN HIER GERADE ALLE!!!!“, jaulte Usopp völlig verzweifelt und krallte sich in die eigenen Haare, während er unter Tränen die Augen zukniff.

      Einen Moment lang war das komplette Schiff in völliger Dunkelheit verschluckt, ehe es mittels eines lauten Donners wieder in strahlendes Licht gehüllt wurde. Erschrocken rissen alle die Augen auf. „WAS IST DAS!?“, riefen alle Insassen gleichzeitig als sie direkt vor ihnen Unmengen an seltsamen Gebäuden entdeckten anstatt eines weiten Meeres. Sie …waren nicht länger mehr UNTER Wasser, sondern weit darüber und doch… irgendwie noch INNERHALB von dem eben verschluckten Meerwasser. „FESTHALTEN!!!!“, schrien nun Bepo und Trafalgar gleichzeitig und versuchten das U-Boot zu wenden, krachten dabei aber mit der Schlagseite gnadenlos in eine Häuserreihe, die bei dem Aufprall in sich zusammen- und über ihnen einbrach. Als das U-Boot bei diesem Zusammenprall zum Halt kam, stürzten beinahe alle quer durch das Unterwasserfahrzeug, lagen vollkommen verworren übereinander und ächzten vor Schmerzen. „Wir.. haben angelegt, Capt’n..“, murrte Bepo vor sich hin, weshalb Trafalgar ihm mit der Scheide seines Schwertes einen Schlag auf dessen pelzigen Kopf verabreichte. „Das kann man ja wohl kaum anlegen nennen.“, gab er knurrend von sich, während er sich schwerfällig und wankend aufrichtete. „Shachi, Penguin und.. Franky-ya, du auch. Ihr schaut nach, welchen Schaden das Schiff genommen hat und richtet es so gut wie möglich wieder her. Ihr anderen: Wir schauen uns die Umgebung an. Irgendwie.. kommt mir die Sache merkwürdig vor.“ – „Uhm.. Vielleicht sollten wir warten, bis das Wasser verschwunden ist?“, fragte Usopp und deutete auf die noch immer außen befindenden Wassermassen, die sich nur langsam zu minimieren, dafür aber rasant auszubreiten schienen. Verächtlich schnaubte der Chirurg zwar, gab ihm jedoch stillschweigend Recht. Gerade für Teufelsfruchtnutzer keine optimale Lage.

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    • Jocelyn Salvatore

      Jocelyn grinste ihre Freundin breit an. „Wenn du mit Leckerlies auch Leckerlies für ihr Frauchen meinst, dann immer gerne. Zum Beispiel eine nette DVD meines Lieblingsschauspielers oder sowas in der Art~“, trällerte sie vielsagend, auch wenn Merida wohl zur Genüge wusste, dass sie nicht so eines der Mädchen war, die heißen Typen im Fernsehen oder an der Leinwand angaffen und vor sich hersabbern konnte. Sie hatte sowieso andere Geschmäcker was DAS anging und bisher wurde sie eh nur scharlachrot, sobald sie von einem Jungen ihres Geschmacks auch nur angesehen wurde, der dann – leider viel zu oft – auf diese typischen Mädchen stand, die so in einer vollkommen anderen Liga spielten. Schnell genug hatte sie deshalb gemerkt, dass Gefühle in der Beziehung nichts für sie waren und sie sich vorerst nur auf das Wesentliche konzentrieren würde, ehe sie noch den Verstand darüber verlor, weshalb sie einfach keinen Vernünftigen abbekam und warum sie dann einfach nie den Mund aufbekommen konnte. Und Schauspieler anzuhimmeln, fiel auch flach, da diese alle zu.. perfekt erschienen. Sie mochte dieses Gekünzelte so gar nicht. Und leider gab es gerade im Fernsehen mehr als genug davon. Die einzigen Männer, denen sie etwas abgewinnen konnte, wenn überhaupt, waren – peinlich genug das zuzugeben – Männer und Jungen aus japanischen Zeichentrickserien. Außer Merida wusste auch keiner, dass sie sich da eher mal in einen fiktiven Charakter vergucken konnte als in einen aus Fleisch und Blut. Warum auch nicht? Die meisten sahen sie eh nur als Kind, als Mannsweib oder eher als ein brutales Gör, das einen gleich in die nächste Mülltonne prügeln würde, wenn sie sie auch nur schief ansähe. Also machte sie sich nichts vor.
      Schwer seufzend, aufgrund der immensen Hitze, wischte sie sich die bereits leicht geschwitzte Stirn. Vielleicht war es doch keine so kluge Idee gleich noch unter Anstrengungen arbeiten zu müssen. Aber sie hatte es versprochen, nicht wahr? Und sie stand immer zu ihrem Wort, egal was da so käme. Und das Restaurant hatte wenigstens eine Klimaanlage. Zwar nicht die Beste, aber es war erträglicher drinnen als draußen in der prallen Sonne, das wusste sie. Nur deshalb würde sie sich wohl auch die größte Mühe geben sich nicht anmerken zu lassen, wie sehr ihr die Hitze inklusive Arbeit zusetzen würde – auch wenn sie daheim wohl sogleich eine eiskalte Dusche nehmen würde.
      Bei den Worten Meridas bezüglich Arón und Jocelyns eigenem erahntem Fehlverhalten, verzog sie den Mund. „Was kann ich dafür, wenn er so eine Weichwurst ist? Ich hab ihm nicht einmal wehgetan. Er hat mich.. überrascht. Das ist alles.“ Dabei sah sie trüb auf das kleine Kätzchen, das genüsslich ihre Leckereien auffutterte. Sie wollte diese Träume nicht mehr sehen. Aber sie sah sie. Immer und immer wieder. Des nachts und des Tags. Immer. Es gab Tage oder auch Wochen, in denen sie sie nicht von Neuem erleben musste, aber.. wenn sie glaubte, dass es endlich vorbei sei, fingen sie einfach wieder an. Sich auf die Unterlippe beißend umschloss sie reflexartig das Medaillon um ihren Hals und drückte es so feste, dass ihre Handinnenfläche Abdrücke davon bekam. Sie war mindestens genauso oft kurz davor dieses Andenken einfach von ihrem Hals zu reißen und ins Meer zu werfen, je mehr sie diese wiederkehrenden Träume verachtete. Doch gleichzeitig schaffte sie es nicht. Sie brachte es einfach nicht übers Herz, gleich wie sehr sie sich auch das Gegenteil einzureden versuchte.
      Gerade als sie von ihrem Medaillon wieder abließ, hörte sie die Bestätigung ihrer besten Freundin, weshalb sie dieser strahlend um den Hals fiel, sodass Ginger von dem Schoß plumpste und sich miauend beschwerte, ehe sie den Kopf in die restliche Brotdose steckte, um sich vollzufuttern. „Du bist die Beste! Ich werde dich nicht enttäuschen, großes Ehrenwort, Merili! Und ich werde auch ni—Moment! Was? Hey! So schlimm bin ich beim Kochen doch auch wieder nicht! Frechheit!“, meinte sie entrüstet und verzog ihren Mund zu einer Schnute, wobei sie ihre Freundin beleidigt ins Gesicht sah. „Nicht-nett. Gar-nicht-nett. Aber auf die Spiele komme ich gerne zurück! Das wird sicher spaßig, solange du auch mitmachst und mich keine doofen Menschis blöd von der Seite anquatschen und mich noch für DEINE Tochter halten oder sowas..“, erklärte sie und ließ von ihrer Freundin ab, ehe ihre Augen nun noch mehr strahlten, als sie die Einladung zum Eis hörte. Sie sprang sogleich auf. „Na, worauf warten wir noch? Ich brauche einen riesigen Eisbecher gerade mit vielen erfrischenden Früchten und lecker Schokosoße oh und einen Bananasplit täte sicher auch gut! Oder einen großen Becher mit Eisschokolade! Oder eine Apfeltasche mit Vanilleeis oder wie das heißt.. wie heißt nochmal diese Art Apfeltasche, womit man immer Vanilleeis isst? Gott, ich bin so vergesslich bei Namen, aber hey: Es schmeckt herrlich und solange ich den Geschmack weiß, passt das doch oder nicht?“ Sie packte Merida breit grinsend an der Hand und zog sie einfach mit sich, während sie losging und über die Schulter zu dem Kätzchen zurücksah. „Na, komm schon Ginger! Bekommst auch Eis von mir ab hehe“ Ob des Verstehens wegen oder aufgrund dessen, dass ihr neues Frauchen losgegangen war, war unklar, aber die kleine Katze sprang ihnen eifrig nach, als ob sie deren Schatten verbittert versuchen wollte zu fangen.

      Im Restaurant angekommen, winkte Jocelyn lächelnd ab. „Ach nein, Señora. Das mach ich doch gerne, das wissen Sie doch. Und wenn ich dafür auf ein leckeres Abendessen bei Ihnen eingeladen werde, sage ich bestimmt nicht nein“, lachte die Rothaarige und zog sich gerade ihre Jacke aus, nachdem die Familie von Merida die Küche verlassen hatte. „Ich hoffe Ginger geht’s gut draußen..“, murmelte Jocelyn vor sich her bei dem Gedanken, dass das arme kleine Babykätzchen sich einfach auf den Absatz der Treppe gesetzt hatte und wohl entschlossen war, nicht wegzugehen, ehe Jocelyn wieder rauskäme. Nicht, dass es noch angegriffen wurde von anderen Katzen oder gar aggressiven Hunden oder andere—
      Just wurde sie aus den Gedanken gerissen. Nicht etwa durch Merida, die sich gerade zu ihr umgedreht hatte, um ihr wohl etwas zu sagen, sondern durch ein schlagartig unbehagliches Gefühl, das sie am ganzen Körper so sehr erzittern ließ, dass ihr die Jacke aus der Hand auf den Boden fiel und sie sich ebenso wie Merida an die Brust packte. Gleichzeitig hörte sie Schreie, aber nicht aus dem Restaurant. Es klang eher, wie Schreie durch einen fernen Tunnel. Panische Schreie. Und ein Bild von großen weißen Segeln erschien vor ihren Augen, das so schnell wieder verschwand, wie es erschienen war. Doch die Flagge, die am obersten Mast wehte.. mit dem Anker darauf – sie könnte schwören, dass sie es einst gesehen hatte. Nur.. wo? Nicht hier in der Gegend, davon war sie fest überzeugt. Und es.. hinterließ einen unangenehmen Beigeschmack in ihrem Mund, wenn sie auch nur an das Aussehen dieser Flagge dachte. Das Beben, das kurz danach den Boden unter ihnen erschütterte, brachte sie vollkommen aus dem Gleichgewicht, sodass sie gegen den Türrahmen stieß und aus ihren Gedanken riss. Was einerseits gut war, denn nun nahm ihr restlicher Körper wieder die Oberhand über ihr Handeln und sie stürmte hinaus über die vor Angst jaulende Ginger hinweg. Was sie dort am Himmel sah, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren und noch ehe sie begreifen konnte, was das bedeuten könnte oder woher es kam, zögerte sie nicht. Sie drehte sich bei Meridas Schritten und Rufen herum und hob die Hand in ihre Richtung. „Nein!“, schrie sie und ein kräftiger Wasserstoß schoss aus ihrer Hand heraus, traf Merida direkt an der Brust und stieß sie rücksichtslos in den Flur zurück, aus dem sie gerade gekommen war. Ihre Gedanken waren wie benebelt. Sie wusste nur, dass sie bei diesem Wasserschwall eine geringe Chance hätte zu überleben, wenn es sie frontal träfe. Merida und das Kätzchen jedoch nicht. Sie hastete zur Türe, ehe sich Merida wiederaufrichten konnte, zog sie knallend ins Schloss und nahm das Kätzchen auf ihre Arme. „Du bleibst am besten hier. Ich pass auf, dass dir nichts passiert.“ Dann legte sie eine Hand an die Türe und sprach, während sich unter dieser eine immer weiter ausdehnende Eisschicht ausbreitete zu Merida: „Nimm deine Eltern, die Gäste. Bring sie hoch. Dort seid ihr am sichersten. Ich weiß nicht, wie lange.. meine Kraft euch schützen kann.“ Sowohl die Steinmauer, die Türen, die grün angestrichenen Fenstersimse als auch die Glasscheiben, die Abflussrohre, die Blumen.. alles wurde schlagartig und rasant in eine dicke Eisschicht gehüllt. Sie hörte wie Merida gegen die Türe hämmerte und versuchte diese aufzubekommen, doch das Eis verhinderte es – vorerst. „Merili.. bitte. Hör auf. Geh nach oben. Du weißt besser als jeder andere.. meine Kräfte sind nicht so stark. Ich kann ni—“ Doch sie konnte nicht weitersprechen. Kaum hatte das Eis den Balkon im oberen Stock erreicht, wurde sie von einer tosenden Flutwelle gepackt und davon geschleudert. Lediglich ihr erstickter Schrei und das ängstliche Miauen der Katze waren einen Moment lang zu hören, wobei Jocelyn mit größter aufgebrachter Mühe das Kätzchen unterhalb ihres Pullis verbergen und feste an sich drücken konnte, noch ehe sie komplett unter Wasser gedrückt wurde.
      Sie hatte keine Ahnung wie lange sie orientierungslos von dem Wüten der Wellen umhergewirbelt und gegen Hauswände oder ähnliches geschleudert wurde, bis sie allmählich die Orientierung unter Wasser finden konnte und endlich oben von rechts, links und unten unterscheiden konnte. Eilig schwamm sie an die Wasseroberfläche, da sie besonders große Sorge um das arme Kätzchen unter ihrem Pullover hatte, das immerhin nicht so lange die Luft anhalten könnte, wie sie selbst! Sie tauchte schwer atmend an der Wasseroberfläche auf und wollte nach dem Kätzchen sehen, als eine weitere kräftige Welle sie unter Wasser drückte. Doch sie fing sich dieses Mal schnell wieder. Sie dürfte nicht lange unter Wasser bleiben, sonst war die Zeit des Kätzchens gezählt und das würde sie nicht zulassen! Immer und immer wieder tauchte sie auf, damit es an die Luft kam, nur um wieder unter Wasser gedrückt oder gegen Hauswände geschleudert zu werden. Sie würde von diesem Erlebnis wohl mehr Knochenbrüche und tiefe blutige Kratzer in ihrer Haut vorweisen können, als jemals in ihrem ganzen Leben. Aber so wusste sie wenigstens noch, dass das Kätzchen am Leben war.
      Als sie jedoch ein weiteres Mal unter Wasser gedrückt wurde, prallte sie zusätzlich gegen etwas nicht ganz so Hartes wie eine Hauswand oder ein Fahrzeug. Und es bewegte sich!
      Sich unter Wasser zu diesem Etwas umwendend, riss sie die Augen auf, als sie zwei junge Männer sah – der eine wohl bewusstlos, während der andere ebenfalls versuchte mit ihm an die Oberfläche zu gelangen. Sogleich ergriff sie mit ihrer freien Hand den anderen Arm des bewusstlosen und deutete dem Freund von ihm mit einem Nicken ihres Kopfes an nach oben zu schwimmen – zusammen. Eilig schwammen beiden hinauf. Sie brauchten dringend etwas, auf das sie klettern konnten. Sie könnte unmöglich für lange Zeit eine Katze und einen Mann versuchen zu helfen über Wasser zu bleiben! Gerade als sie erneut von einer Welle erfasst wurden, hatte sie etwas gesehen, das in ihr Hoffnungen entfachte. Hastig schwamm sie mit den beiden Männern drauf los – oder strampelte eher, müsste man sagen. Solange bis sie an den Vorsprung eines niedrigen Hausdaches ankamen und der Mann den Bewusstlosen mit ihrer Hilfe auf dieses hievte, selbst emporkletterte und Jocelyn es ihm nachmachte, nachdem sie beim Festhalten an dem Abflussrohr beinahe den Halt verloren hätte. Völlig außer Puste kniete sie neben ihnen und entließ das Kätzchen aus ihrem Pullover, doch wollte es wohl nicht und krallte sich noch immer zitternd in ihr Fleisch. „Gut.. Dann bleib da, wenn du dich da sicherer fühlst.“, seufzte sie mit Schmerz verzogenem Gesicht, ehe sie besorgt zu dem Bewusstlosen kroch und ein Ohr an sein Hemd legte, unter dem sich sein Brustkorb befand. Sogleich versuchte sie ihm das Wasser aus den Lungen zu Pumpen, als sie nichts gehört oder gespürt hatte. „Komm schon. Das bisschen Wasser bringt dich ja wohl nicht um!“

    • Merida Serrano


      Sie war offensichtlich nicht die einzige mit einem unguten Gefühl in der Brust, auch Jocy schien es zu spüren und dann... Dann erschütterte ein ohrenbetäubend lauter Knall alles um sie herum, als würde die Welt auseinander gerissen werden. Merida stürzte ihrer Freundin hinterher, ebenso durch den Flur und zur Tür hin. Schon von Weitem konnte sie die unglaubliche Menge an Wasser sehen, die... aus dem Himmel auf die Stadt hinabstürzte?!
      "Was geht hier vor?" Sie wollte Jocelyn nach draußen folgen, als sie mit deren selten eingesetzten Fähigkeit Bekanntschaft machte. Seitdem sich die beiden kannten, hatte die Rothaarige nur extrem selten ihre "Wassermagie" verwendet und erst recht nicht in der Öffentlichkeit. Dass sie sie nun nutzte, machte Meri die Gefahr der momentanen Situation nur noch deutlicher. Allerdings machte es das auch nicht leichter, sich gegen den Wasserstrahl ihrer Freundin zu wehren. "Jocy, was soll das werden?!", beschwerte sie sich lauthals, als sie endlich wieder atmen und klar sehen konnte. Doch das einzige was sie zu vor sich entdeckte, war eine verschlossene Hintertür, die dem Anschein nach langsam einzufrieren begann.
      Endlich verstand die Schwarzhaarige was hier vor sich ging und unglaubliche Angst schnürrte ihre Brust zusammen. "Mach keine Witze, Jocy. Das packst du nicht! Das ist zu viel, selbst für dich!" Sie schleuderte sich mit der Schulter voran gegen die Tür, wollte nicht auf die bittenden Worte ihrer Freundin hören, sondern trommelte stattdessen gegen die Tür, welche sich dank des Eises keinen Millimeter bewegen wollte. "Verdammt, Jocy! Lass mich hier raus! Ich lass dich da draußen nicht alleine! Lass mich verdammt nochmal hier raus!" Natürlich höhrte die Rothaarige nicht auf sie. Sie hörte nie auf sie! Und scheinbar am wenigsten, wenn es einmal darauf ankam. "Bitte... Jocy, mach die Tür auf... bitte!" Sie wollte gerade erneut gegen die Tür trommeln, als etwas von der anderen Seite dagegenstieß und Jocelyns zuletzt gesprochenen Worte erstickte. "Jocelyn! Nein!" Dutzende, nein tausende, Flüche glitten ihr über die Lippen, als sie es endlich aufgab, gegen die Tür zu trommeln und stattdessen zurück in die Küche und von dort aus ins Restaurant hasstete. Dutzende verängstigte Augenpaare starrten ihr entgegen, darunter auch ihre Eltern und Brandon. Natürlich begriff keiner, was hier vor sich ging, und genau genommen traf das auch für Merida zu. Aber im Moment war sie die Einzige, die noch einen einigermaßen kühlen Kopf zu bewahren schien. "Nach oben! Aufs Dach! Die Türen werden bald in sich zusammen brechen und dann wird hier alles unter Wasser stehen." Als würden sie ihre Worte unterstreichen wollen, knallten besagte Wassermassen genau in diesem Moment gegen die weite Glasfront auf der anderen Seite des Raumes. Am Ende sollte sie Jocy für ihre bescheuerte Leichtsinnigkeit auch noch dankbar sein. Hätte sie das Haus nicht in ihre Kraft gehüllt würden die Gäste und ihre Eltern bereits jetzt schon um ihr Leben ringen müssen. "Folgt mir!", befahl sie in einem fordernden Ton, als sich keiner zu rühren begann und stattdessen entsetzt die Wassermassen beobachtete, die sich tosend über die Gassen Trianas ergossen. "Schnell!" Endlich erziehlte ihr beißender Unterton seine gewünschte Wirkung und riss die Menschen im Raum aus ihrer Starre. Zuerst fingen sich ihre Eltern und Brandon und machten sich daran, zusammen mit der jungen Frau die Hochzeitsgäste die Wendeltreppe hinauf und zunächst ins Wohnzimmer zu schieben. Von hier aus führte eine Dachluke bis aufs Dach hinaus, welche Merida bereits öffnete und die daran befestigte Holzleiter ausfuhr. "Schnell", drängte sie ein weiteres Mal und half jedem einzlenen die schmalen Stufen hinauf zuklettern. Zuletzt schob sie ihre Eltern nach oben und folgte knapp hinter Brandon ebenso aufs Dach, keine Sekunde später konnte sie Glas unter ihr Knacken und Bersten hören. Jocys Eis hatte seine Kraft verloren...
      Meri biss sich auf die Unterlippe, bis sie Blut schmeckte und schon so schnell es ging die Luke hindurch, bis auf das Dach hinauf klettteret. Dieses wurde noch einmal mit einem dünnen Blechdach überdeckt, damit es einem auch bei schlechten Wetter gestattet war hier trocken hinauf zu steigen. Heute half das allerdings wenig. Die Wassermassen schwappten sogar bis hier hinauf und verwandelten das gesamte Dach langsam aber sicher in einen kleinen Pool. Trotzdem würden sie hier sicher sein. Der Wasserspiegel schien nicht mehr weiter zu steigen, stattdessen verteilten sich die Fluten einem reißenden Fluss gleich in den umliegenden Gassen.
      "Meri, wo ist Jocy?" Ihre Mutter packte die bebende Schulter ihrer Tochter, die über den Rand des Daches in die tosenden Fluten starrte.
      "Ich werde nach ihr suchen", fasste sie ihren Entschluss und stieg auf die Dachkante. Sehr zum Erschrecken ihrer Eltern.
      "Was tust du da, Schatz?!"
      "Ich muss nach ihr suchen. Sie mag für das Wasser geboren worden sein, aber das hier ist selbst für sie zuviel." Ihre Augen folgten der Fließrichtung des Wassers. Wohin hatte es Jocy wohl getrieben? Würde sie in der Lage sein, ihr zu folgen?
      "Wenn schon Jocy nicht gegen diese Strömung ankommt, wie soll es denn dann dir gelingen?" Panik, Angst und Verzweiflung lag in den Augen ihrer Mutter, als sie nach der Hand ihrer Tochter krallte, in dem Versuch, sie aufzuhalten. Vergebens. Meridas Entschluss war gefasst. Sie würde ihre Freundin nicht im Stich lassen! "Passt auf die Gäste auf, ja?", waren ihre letzten Worte, bevor sie sich mit sanfter Gewalt aus dem Griff ihrer Mutter befreite und in die Fluten sprang.

      Sie hatte keine Chance gegen den reißenden Fluss. Dagegen zu schwimmen war nur eine Verschwendung von Kraft, also beschloss sie sich einfach treiben zu lassen. Wobei "einfach" das falsche Wort war. Sie war unfähig zu steuern, wohin sie als nächsten geschleudert wurde. Sie stieß gegen davongeschwämmte Autos, Hauswände, Plastikstühle, Fahrräder und sogar gegen ein herumtreibendes Sofa. Aber kein einziges Mal konnte sie Jocy in den Fluten erkennen. Irgendwann begann sie damit, nach ihrer Freundin zu rufen, schrie so laut sie konnte und verschluckte sich immer wieder an dem Wasser, dass ihr in Mund und Nase gespült wurde. Zumindest hatten diese lästigen Wellen aufgehört, die sie immer weiter hinunterdrückten, und ein wenig glaubte sie sogar, dass der Wasserpegel sank?
      Wie lange suchte sie jetzt schon? Wie weit hatte es Jocy nur abgetrieben? War sie am Ende unter eines der zahlreichen Trümmerteile von zerstörten Häusern geraten? War sie etwa tief in diesen dichten Wassermassen begraben? Alleine der Gedanke zog ihre Eingeweise zusammen und riss an ihrer Seele, als würde sie den Verstand verlieren: "JOCY!!" Ihr Schei war pure Verzweiflung und Angst, während sie den schwächer werdenden Wasserstrom nutze, um etwas besser hin und her zu schwimmen. "Verdammt, wo bist du nur?!"
      Dann endlich glaubte sie eine Bewegung auf einem nicht allzu weit entfernten Dach wahrnehmen zu können. Sich an diese kleine Hoffnung klammernd, verwendete sie all die verbliebende Kraft in ihren ächzenden Muskeln, um darauf zuzuschwimmen. Aber sie kam nur quälend langsam voran. Versuchte dabei ihre Augen zusammen zukneifen, in der Hoffnung besser erkennen zu können, wer da auf diesem Dach hockte. Und dann... Die Erleichterung ließ sie fast das Schwimmen vergessen und erst als sie schon dabei war in den Fluten zu versinken, erinnerte sich Meri daran, Arme und Beine zu bewegen.
      "Gott sei Dank!" Sie stämmte sich an der Dachkannte empor und kroch auf allen Vieren ihrer Freundin entgegen. "Dir geht es gut." Sie gab keine Acht auf die beiden Männer, die neben ihr saßen und zog die gute Freundin einfach nur fest in ihre noch immer zitternden Arme. "Tu mir so etwas nie, nie, nie wieder an!" Tränen standen ihr in den Augen, während es nicht einmal der protestierenden Ginger in Jocys Armen gelang, Meri von ihrer neuen Besitzerin zu lösen. Wahrscheinlich passte es der kleinen Katze aber auch einfach nicht, zwischen den beiden Frauen praktisch zerquetscht zu werden, weswegen sie Meri protestierend anknurrte. Aber die Schwarzhaarige löste sich erst einige Sekunden später und musterte die beiden anderen Männer auf dem Dach. Einer musterte sie aus erschöpften blauen Augen, die zum Teil von nassem blonden Haar überdeckt waren, während er seinen Freund neben sich zu stützen schien. Besagter Freund wirkte noch schwer benommen und blickte aus verschwommenen Augen zwischen den beiden Frauen hin und her. Trotz seines müdem Blickes gaben ihm diese zahlreichen Sommersprossen über Wangen und Nase etwas seltsam Verwegenes.
      "Wie ich sehe, hast du bereist wieder die Heldin gespielt, hab ich recht?" Beeindruckt schaute sie sich wieder zu ihrer Freundin um, die nicht minder mitgenommen wirkte. Die Fluten mussten sie schwer erwischt haben. "Aber stell nie wieder mein Leben über deines." Streng und wütend fixierte sie die Rothaarige, bevor sie sich langsam wieder aufrichtete und ihren Blick über die vollkommen veränderte Landschaft gleiten ließ. "Die Wassermassen senken sich." Sie schaute zum offensichtlichen Urspung der Katastrophe. Sie war sich absolut sicher gewesen, dort bis eben noch einen rießigen schwarzen Strudel gesehen zu haben, der Wasser ausspuckte wie aus einem gigantischen Wasserhahn. Doch nun war von diesem Strudel nur noch ein kleiner Punkt zu erkennen und das Wasser war verebbt. Biss es allerdings aus den Straßen und Gassen bis zum Meer hin abgeflossen war, würde noch einiges an Zeit vergehen. Zeit in der noch weitere dutzende Menschen ihr Leben in den Fluten verlieren konnten...
      "Ich bin mir sicher, nahe dem Zentrum ein komplett zerstörtes Gebäude gesehen zu haben." Meri trat an den Rand des Daches. "Dort wird das Wasser als erstes absinken, aber mit Sicherheit sind Menschen verschüttet worden... Ich werde ihnen helfen gehen." Bevor ihre Freundin protestieren konnte, drehte sie sich um. "Du kümmerst dich um deine beiden neuen Freunde und um alle Menschen, die noch in den Fluten um ihr Leben kämpfen. Von uns beiden bist du die deutlich bessere Schwimmerin und kannst ihnen besser helfen als ich. Ich werde über die Hausdächer zurück zum Zentrum springen." Kaum hatte sie diesen Entschluss gefasst mobilisierte sie die Kraft in ihren Beinen und sprang von einem Dach zum nächsten.

      Nachdem die Wassermassen sich immer weiter senkten, war es ein Leichtes auch die niedrigeren Hausdächer als Sprungfläche zu nutzen, um schnell voran zu kommen. Somit hatte sie schnell und geschickt den angepeilten Zielort erreicht. Tatsächlich war dieser schon zum Großteil trocken gelegt. Das Wasser am Boden reichte ihr nur noch knapp über die Knie und erlaubte es ihr sich möglichst frei durch die Trümmerbrocken zu bewegen. Doch was sie sah, als sie dem Zentrum der Zerstörung näher kam, konnte sie kaum glauben. "Ein... U-Boot?" Oder war es doch ein Schiff? Die Form und der Aufbau des Rumpfes erinnerten auf jeden Fall an ein U-Boot, aber dieses Deck... so groß wie das eines normalen Schiffes? Und dann auch noch mit echten Segelmasten. Was war das nur? Eines stand auf jeden Fall fest, dieses knallgelbe Ding stammte nicht aus dieser Welt... Und das konnte nur eines bedeuten.
      Plötzlich war es nicht mehr nur der Drang zu helfen, der die junge Frau zur Beeilung trieb, sondern die Neugierde, was sie unter all diesen Haustrümmern genau erwarten würde. Die Frage was es mit all dem hier genau auf sich hatte. Sie nutzte ohne Zögern ihr Rüstungshaki um Armmuskeln und Finger zu stärken und festigen, als sie sich den ersten schweren Brocken zerstörter Hauswand krallte. Ziegel für Ziegel räumte sie den Schutt weg und war erleichert, als sie keinem verschütteten Menschen begegnete. Hatten es die meisten also doch noch rechtzeitig geschafft? Oder...? Sie sah sich genauer um und atmete erleichtert auf. Ja natürlich, das alte Lagerhaus aus rotem Backstein. Dieses U-Boot-Schiff - oder was auch immer - war in das alte Lagerhaus geknallt! Hier lebte kein Mensch und selbst als Lager wurde dieses Gebäude ewig nicht genutzt. In der gestärkten Hoffnung, keine Leichen ausgraben zu müssen, machte sich Merida erneut ans Werk und kletterte dabei langsam das knallgelbe Hybridschiff nach oben. Ein letzter großer Brocken schien die Ausstiegsluke des Kahns zu versperren und es kostete die junge Frau all ihre verbleindene Energie um ihn weit genug beiseite zuschieben, um die Luke öffnen zu können. Kaum war ihr genau das gelungen, wurde besagte Luke aber auch schon von der anderen Seite aufgestoßen und Meri blickte plötzlich einem halben Riesen mit leuchtend blauen Haaren und einem dreizackigen Kinn - war das überhaupt möglich? - entgegen. Besagter Mann starrte die junge Frau ein paar Sekunden lang verwundert an, bis er offenbar heiter aus der Luke sprang und sie breit angrinste. "Hast du uns aus diesem Loch befreit, Kleine? Suuuper lieben Dank dafür!"
      Meri wusste weder wie sie reagieren, noch was sie sagen sollte und musterte leiber weiterhin den Kerl vor sich ungläubig. Erst später realisierte sie, dass dem breitschultriegen Freak mit scheinbarer Hosenphobie zwei weitere, wesentlich normaler wirkendende, Männer folgten. Zwar wirkten die seltsamen Mützen auf ihren Köpfen auch sehr verwunderungswürdig, aber zumindest zweifelte sie bei den beiden nicht an ihrer Menschlichkeit.
      "Wer seid ihr...?" Fand sie langsam ihr Stimme wieder und schaute die Luke hinab in das bemerkenswert geräumige Innere des U-Boot-Schiffes. "Und wo kommt ihr her?"

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    • Portgas D. Ace


      Alles um ihn herum drehte sich, während er immer und immer wieder gegen irgendetwas hartes stieß und nicht selten vor Schmerzen aufschreien wollte, was ihn nur noch mehr Sauerstoff aus den schon leergepumpten Lungen verlieren ließ. Aber er war auch nicht in der Lage sich zu wehren. Das Wasser machte ihn bewegungsunfähig, raubte ihm alle Kraft... machte ihn schwach.
      Seine Lungen brüllten und schrien nach Luft, aber hier gab es keine Luft mehr. Nur noch Wasser, tausende Liter von Wasser. Dann - endlich! - wurde es schwarz um ihn. Der Schmerz wurde von erlösender Bewusstlosigkeit verdrängt, während gleichzeitig eine kleine Stimme in seinem Kopf in anschrie, ihn anflehte wach zu bleiben. Aber er wollte nicht mehr, er konnte nicht mehr... Er hatte bereits so lange durchgehalten wie er konnte.

      Etwas trommelte schmerzhaft gegen seinen Brustkorb, nein, drückte dagegen. In einem gleichmäßigen und kräftigen Rhythmus. Es tat weh, aber irgendwie zog es ihn aus dieser klebrigen Dunkelheit in der er gesteckt hatte. Und was noch wichtiger war: es presste diese drückende Flüssigkeit in seinen Lungen nach draußen. Kaum hatte er sein Bewusstsein wieder erlangt, schoss es ihm auch schon den hals hinauf und er fing hustend an zu spucken. Der ekelhafte Geschmack von salzigem Meerwasser lag ihm auf der Zunge, klebte in seiner Nase und brannte bis in seine Kehle hinunter. Aber all dieser Schmerz bedeutete etwas, nämlich, dass er noch lebte!
      "Ace! Ace! Bist du wach?! Sag doch was, du elender Trottel! Schau mich an!" Pain brach an seiner linken Wange aus, während ein Knall... nein ein Klatschen ertönte. "Wach endlich auf!"
      Er stöhnte vor Schmerz, als er begann sich zu rühren und seine zitternden Finger an die heiß pulsierende Wange führte. "Das hat verdammt noch mal wehgetan...", brummte er mit rauer und kratziger Stimme. Sein gesamter hals fühlte sich an, als hätte er Wochen lang nichts getrunken. Er hatte Durst.
      "Gott sei Dank!" Arme schlangen sich um seinen körper und zogen ihn in eine einigermaßen aufrechte Position. "Du lebst!" Seine Lieder fühlten sich an, als hätte man Gewichte an sie gebunden, als er sie probeweise öffnete. Umgehend wurde er vom grellen Schein der Sonne geblendet. Er zwinkerte mehrmals in dem Versuch sich an die Helligkeit zu gewöhnen, dann langsam konnte er Schemen seiner umgebung erkennen. Doch das erste was in sein Sichtfeld trat waren schimmernd rote Haare, die nass in der Sonne glitzerten. Irgendwoher kannte er doch diese Haarfabre... Dann begegnete er beinahe ebenso roten Augen, in denen ein inneres Feuer zu funkeln schien. Es hatte nahm ihn Sekunden lang gefangen, bis plötzlich eine weitere Stimme neben ihnen ertönte. Einen Herzschlag später, wurden die roten Augen von tiefschwarzen Haaren verdeckt.
      Es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis Ace begriff, dass sich hier zwei gute Freundinnen nach dem Absturz der Fluten endlich wieder getroffen hatten, erleichert darüber, dass es der jeweils anderen gut ging. Allmählich kam bei diesem Anblick auch wieder Leben in seine Knochen und er hob seinen Arm um Lucas Schulter, um sich etwas zu stützen.
      "Ace, geht es dir gut?" Der Blondschopf wirkte absolut erschöpft und ihm entgingen sicherlich auch nicht die zahlreichen kleinen Schrammen im Gesicht und den Armen seines Freundes. Just spührte auch die Feuerfaust all die kleinen Wunden und Prellungen an seinem Körper und zog einmal zischend die Luft ein. "Mir geht es gut, nur etwas angeschlagen...", murmelte er darum bemüht gerade sitzen zu bleiben. "Was ist passiert?"
      Luca schüttelte den Kopf. "Ich weiß es nicht... alles war so plötzlich so schnell... Du... Dein ganzer Arm hat sich in Flammen aufgelöst." Seine nassen Haare klatschen ihm gegen die Wangen, als er erneut den Kopf von links nach rechts warf, als müsste er einen verrückten Gedanken abschütteln. "In dieser Sache bist du mir auf jeden Fall noch eine Erklärung schuldig. Aber auch ich habe begriffen, dass du damit mir und wahrscheinlich auch allen anderen Menschen in der Gasse und hinter uns das Leben gerettet hast." Lucas blick glitt in die Ferne. Dort hin, wo eben noch der "Weltenstrudel" gewesen war und aus dem Nichts ein halbes Meer und sogar ein Marineschiff ausgekippt hatte. Der Strudel war allerdings kaum noch zu sehen, die reißenden Fliten verebbten, aber noch strömten viele Liter Wasser durch die Gassen und rissen alles mit sich, dass nicht festgenagelt war. "Du hast unter Wasser das Bewusstsein verloren und ich habe versucht, dich wieder an die Oberfläche zu ziehen... ohne Erfolg. Und dann kam mir dieses Mädchen zur Hilfe."
      Ace folgte Lucas Augen und begegnete wieder diesem strahlenden Rot. Er hatte nicht mitbekommen, was mit der Schwarzhaarigen Frau von eben geschehen war, sie war nicht mehr auf dem Dach zu finden. Aber warum sollte sie auf einmal verschwinden? Letztendlich war das aber auch egal. Auch ein Chaot wie er wusste sehr wohl, wie man sich für sein Leben bedankte und dieses Mädchen vor ihn, hatte ihn offenbar gerettet. Auch wenn für ihn nur schwer zu begreifen war, wie dieser kleine Körper ihn hatte an die Oberfläche und auf dieses Dach ziehen können. Selbst mit Luca zusammen dürfte das ein schwieriges Unterfangen gewesen sein. Vor allem da bezweifelte, dass dieses kleine Kind überhaupt genug Kraft hatte, allein gegen die Wassermassen anzukommen. Aber warum sollte ihn sein Freund anlügen?
      Seine Beine drohten unter ihm zusammenzubrechen, als er sich langsam aufrichtete. Doch Luca war sofort neben ihn und stützte den Schwarzhaarigen. Ace nickte ihm dankend zu und gab ihm dann mit einem Handzeichen zu verstehen, dass es auch alleine ging. "Du hast mich also gerettet, Kleine?" Jetzt da er aufrecht vor ihr stand wirkte die Rothaarige nur noch umso winziger? Wie alt mochte sie wohl sein? Zwölf? oder doch eher zehn Jahre? Dieses kindlich runde Gesicht mit den großen roten Augen, die nun bei näherer Betrachtung doch eher rotbraun waren, die kleine schon beinahe niedliche Statur. Nur die bereits leicht ausgebildete Brust ließ ihn an seiner Alterschätzung zweifeln. Vielleicht war sie aber auch etwas frühreif? "Ziemlich mutig von einem kleinen Mädchen wie dir, uns aus den Fluten zu retten." Ein Lächeln stahl sich auf seine Lippen, als er seine Hand auf ihren Kopf legte, die beinahe so groß wie ihr gesamter Schädel wirkte... wie putzig! "Ich bin dir wirklich zu tiefstem Dank verpflichtet", verkündete er feierlich und neigte kurz anerkennend seinen Kopf, bevor er der kleinen durch die nassen Haare wuschelte. Noch immer waren seine Gedanken etwas durcheinander und er wusste noch immer nicht, woran ihn diese Haarfarbe erinnerte. Aber sie gefiel ihm. "Darf ich den Namen meiner kleinen Heldin erfahren?" Er beugte sich etwas zu ihr vor und musterte sie neugierig, während er eine Antwort abwartete. "Mein Name ist im Übrigen Ace und das ist Luca", stellte er sich und seinen Kollegen vor.
    • Jocelyn Salvatore

      Das Herz hämmerte Jocelyn die gesamte Zeit gegen die Brust je länger es dauerte, dass der Körper unter ihren Händen auf ihre lebensrettenden Maßnahmen reagierte. Immer und immer wieder versuchte sie ihm das Wasser aus der Lunge zu pressen. Und gerade als sie sich entschloss, dass es Zeit sei für die Mund-zu-Mund Beatmung, schwabbte ein Schwall Wasser samt heftigem Husten aus dem Mund des bis dato Bewusstlosen. „Na, Gott sei Dank! Keine Lust gehabt an einem so schönen Tag mit diversen Katastrophen auch noch jemanden zu verlieren, den ich zu retten versucht hatte.“, brummte Jocelyn verstimmt, grinste den langsam zu sich kommenden jungen Mann mit den Sommersprossen im Gesicht an. Zugegeben.. jetzt, da er die Augen öffnete, überkam eine seltsame Gänsehaut das Mädchen. Er war zwar klatschnass und blass durch die bis eben über ihn herrschende Lage, aber dennoch hatte er Etwas an sich, das sie von einem Mann noch nie ausgehen gespürt hatte. Von seinen markanten Sommersprossen trotz der dunklen Haare mal ganz abgesehen, strahlten seine Augen eine unglaubliche Wärme – beinahe einer lodernden Flamme ähnlich – aus; und doch hatten sie auch etwas Unerschrockenes an sich, das sie wirklich bei keinem Mann gesehen hatte, ohne sogleich eine ausgehende Gefahr von diesem zu spüren. Doch ehe sie über die Faszination dieser dunklen Augen weiter hätte nachgrübeln können, wurde sie von einem Paar Arme beinahe umgeworfen, zusammen mit einigen langen, nassen dunklen Haaren. „Meri! Oh Gott! Was tust du hier? Dir hätte Etwas zustoßen können! Geht es deinen Eltern gut? Den Gästen? Bitte sag mir, dass niemandem etwas Schlimmes zugestoßen ist!“, fragte die Rothaarige besorgt und sah in die tränenden Augen ihrer Freundin, die sie nach ihrer Aussage zuckersüß angrinste. „Das kann ich dir nicht versprechen, das müsstest du doch mittlerweile wissen~“ Sie sah langsam wieder zu den Jungen zurück, ehe sie Merida gegenüber den Kopf schüttelte und ebenfalls auf die Beine sprang. „Das kannst du doch ni—“ Doch ihre restlichen Worte blieben ihr im Halse stecken, nachdem sie den entschlossenen Blick ihrer Freundin und ihr Vertrauen in Jocelyn und ihre Fähigkeiten heraushörte. Sie verließ sich auf sie. Langsam nickte sie Merida zu, ehe diese auch schon zu den nächsten Häuserdächern gesprungen war. „Pass auf dich auf..“, murmelte sie leise – ihrer Freundin nachschauend und Ginger in ihren Armen sanft streichelnd, ehe sie einen Gesprächsfetzen hinter sich aufschnappte. „[…] Du... Dein ganzer Arm hat sich in Flammen aufgelöst […]“ Aus dem Augenwinkel sah sie zu den Beiden sich unterhaltenden Freunden zurück, wobei sie nun den bis eben bewusstlos gewesenen Mann besonders ins Visier nahm nach dieser Aussage. Sein Arm hatte in Flammen gestanden? Ihre rötlichen Pupillen wanderten feixend über beide seiner Arme und auch dem dunklen Hemd. Nichts davon hatte weder Brandmale noch Etwas, das Ähnliches vermuten könnte. Es war schlicht und einfach Nichts zu sehen, das nicht der Norm entsprach. Was.. bedeutete das? War er etwa auch... anders? So, wie sie selbst?
      Doch all das schien plötzlich nebensächlich, als er mit ihr sprach und wirklich IMMER und IMMER wieder das Wort KLEIN in Verbindung mit ihr brachte, auch wenn er wohl glaubte Nettigkeiten ihr gegnüber auszusprechen. Sie ballte die Fäuste und schloss tief durchatmend die Augen, als er auch noch wie bei einem kleinen Kind ihren Kopf mit seiner Hand tätschelte. Im nächsten Moment erschrak Luca, denn hinter Jocelyn hatte sich aus der Flut eine große Wassersäule gebildet, die im nächsten Moment auf die Männer zuschoss und nur knapp den Dunkelhaarigen verfehlte, der wohl das Ziel dieses kleinen Attentats gewesen war. „Nenn mich noch einmal KLEIN und ich verfehle dich definitiv nicht noch einmal! Ich bin 18, du intoleranter Idiot!!“, fauchte sie den Dunkelhaarigen gereizt an und hatte dabei ihre Augen zornig auf ihn fixiert, ehe sie ihnen den Rücken zukehrte und tief durchatmete. „Mein Name ist Jocelyn.“, antwortete sie diesem Ace, wie er sich zuvor vorgestellt hatte und sah kurz auf ihre Katze hinunter, die zitternd und schlotternd in ihren Armen lag. Den Mund verziehend sah sie zu der Flut und die Worte ihrer Freundin schallten in ihren Ohren und auch das, was sie wusste, was sie nun zu tun hätte, anstatt sich friedlich mit diesen Männern zu unterhalten, als wäre die Welt bereits vollkommen in Ordnung. Sie ging in die Hocke, zog sich ihren dunklen Pullover aus, sodass sie nur noch in einem grünen Top obenrum gekleidet war, und wickelte das Kätzchen darin ein, ehe sie zu Ace und Luca zutrat und Ace das eingewickelte und zitternde Fellknäul in die Hände drückte. „Kümmert euch um ihn, bis ich zurück bin, ja? Ich hab‘ noch was zu erledigen.“ Sie trat zum Rand des Dachs und sah sich kurz die Strömung des Wassers an und auch, wo es zuvor erschienen war. Merida war an die Stelle verschwunden, an der der Wasserschwall aufgetaucht und alles unter sich begraben hatte. Das hieße die Menschen dort, würden bald Hilfe bekommen. Aber jene, die in der näheren Umgebung waren oder in ihren Häusern oder Autos festsaßen, brauchten Jocelyns Hilfe. Sie dehnte kurz ihre Gelenke – Arme, Rücken, Taille –, ehe sie im nächsten Augenblick mit einem gekonnten Kopfsprung vom Dach in die mittlerweile vom Dreck der Stadt trüb verfärbten Strömung hechtete.


      Trafalgar D. Water Law

      „Diese Frage könnten wir zurückgeben.“, antwortete Trafalgar, als er den Dreien aus dem U-Boot gefolgt war und nun diese fremde Frau skeptisch ansah. Doch statt ihr länger in diese dunklen grimmig dreinblickenden Augen zu schauen, sah er sich lieber um, während er über das leicht abgeschrägte Deck ging. Die Häuser und die umliegenden Schiffe musternd – wenn sie alle auch durch deren Ankommen stark demoliert waren –, verzog er den Mund, gefolgt von dem jubelnden Aufschrei Usopps: „Und da dachtet IHR, dass wir sterben könnten! HAH! Von wegen! Hab ja gesagt, wir packen das schon. Das Baby hier hält ne Menge aus hahahaha“ – „Usopp-dono. Du warst der Einzige, der geschrien hatte, dass wir sterben werden.“ – Vergiss nicht sein nerviges Rumgeheule.“, ergänzte Zoro dem Kommentar Kine’mons lachend, weshalb sich Usopp schrecklich aufregte: „DU bist doch überhaupt Schuld, dass das passiert ist! Wegen DIR war die Marine hinter uns her und hat irgend so eine neumodische Waffe abgefeuert, die uns verschluckt hat!“ – „Nicht nur uns.“, sagte Trafalgar und nickte zu dem weiter entfernten gigantischen Schlachtschiff. Sogleich schrie Usopp panisch auf und versteckte sich hinter Zoro. „Wir werden sterben! Wir werden sterben! Wir werden alle sterben!! Wir sind denen gerade voll schutzlos ausgeliefert!! Franky, tu‘ doch was!! Reparier das Teil und lasst uns schnell von denen weg!!“ – „Erstmal müssen sie sich den Schaden angucken, Langnase-ya. Und bis dahin“ Trafalgar sprang von Deck auf den seltsam gepflasterten Boden. „schauen wir uns um. Die können immerhin genauso wenig ausrichten, wie wir. Und bis sie wieder auf Jagd nach uns gehen, sind wir längst weg. Bepo! Wo genau sind wir? Was sagt der Log?“, rief Trafalgar hoch und sogleich steckte der navigierende Eisbär seinen Kopf aus der Luke. „Der Logport spinnt, Capt’n! Dreht sich wie wild im Kreis, als wenn er die Insel nicht sieht.“ Das hatte der Dunkelhaarige ja befürchtet. Er ahnte längst, dass die Grandline nicht mehr wirklich in der Nähe war. Dennoch wüsste er zu gerne, wo sie sich befanden. Wieder sah er zu dem Mädchen hoch, das aufgetaucht und die Trümmer beiseite geräumt hatte. „Wie nennt sich dieser Ort? Und.. sagt dir der Begriff ‚Grand Line‘ etwas?“ – „Was ist denn das für eine selten dämliche Frage, Trafalgar??“, meinte Usopp in einem Ton, als ob er an dessen Verstand zweifelte. „Jeder weiß was die Grand Line ist. Ist genauso als würdest du sie fragen, ob sie schon einmal je den Namen Gold Roger gehört hätte.. Also echt.“

    • Portgas D. Ace


      Keine Reaktion? Irgendwie wirkte die Kleine plötzlich ziemlich steif und starr vor ihm. Und auch ihre Augen wendete sie von ihm ab, oder hatte sie sie sogar geschlossen? Hatte er dem Mädchen am Ende noch Angst gemacht, mit seiner Direktheit? Gerade als er Anstalten machte, sich auf ihre Höhe hinab zu hocken, erwachte das verdreckte Wasser in ihrem Rücken zum Leben.
      "Was?!" Ein weiterer Strudel? Ein weiterer Weltenriss? Aber... warum sollte sich dabei eine mächtige Wassersäule in den Himmel heben? Er kam nicht dazu, sich lange darüber Gedanken zu machen, da schoss besagter Strudel auch schon haarscharf an seinem Gesicht vorbei. Er konnte deutlich den dabei entstehenden Luftzug spüren, während Luca hinter ihm einen erschrockenen Laut ausstieß und sich schutzsuchend zusammenkauerte.
      Dieses Mal war es Ace, der stocksteif dastand. Er hatte solche Kräfte schon einmal gesehen... nein sogar schon mehrmals! Auch Jimbei konnte Wasser auf diese Art und Weise kontrollieren... aber... Er fixierte das kleine Mädchen vor sich und begegnete sofort erneut ihren feuerroten Augen. Wenn Blicke töten könnten...
      "Achtzehn Jahre alt?" Ace' Augenbrauen schossen erstaunt in die Höhe. Dieses kleine Mädchen? Sie sollte achtzehn Jahre alt sein? Nun, wenn das stimmte, könnte er zumindest ihre Reaktion verstehen, auch wenn es zu dieser Aktion noch ein paar Fragen von seiner Seite gab. "Okay, Jocelyn." Er betonte ihren Namen extra, um nicht erneut auf die Idee kommen zu können, sie erneut "Kleine" zu nennen. Obwohl ihm diese Bezeichnung auf der Zunge brannte. "Was war das eben? Wie genau hast du diese Wassermassen gesteuert?" Er machte einen kleinen Schritt auf sie zu, während sie sich von ihm abwendete.
      Im nächsten Moment kam er allerdings schon ins Stutzen. Aus irgendeinem Grund entledigte sich die Rothaarige ihres Pullis und gab unter diesem reichlich viel - und zugegeben schöne - Haut unter einem grünen Trägertopp preis. Ace wechselte kurz einen verwirrten Blick mit Luca, in dessen Gesicht mittlerweile Unglauben, leichte Furcht und ein riesiges Fragezeichen um die Vorherrschaft zu kämpfen schienen. Ace würde später einiges mit ihm zu bereden haben. Aber erst musste der Schwarzhaarige wissen, wer genau dieses Mädchen da vor ihm war. Denn einer Sache wurde er sich nun immer mehr sicher. Sie stammte nicht aus dieser Welt... nein, ihre eigentliche Heimat war auch die seine. Also war er nicht der einzige? Hatte es noch andere Menschen aus seiner Welt hiehergeschleudert? Und war dieser Strudel in der Luft zuvor ebenso ein Riss, ein Tor, zu seiner Heimat? Hatte er nicht sogar ein Marineschiff gesehen? Suchend glitten seine Augen über den verwüsteten Stadtteil. Tatsache! Er konnte in der Ferne zerfetzte weiße Segel erkennen, auf ihnen das zerissene blaue Wappen der Seestreitmacht. Alleine der Anblick schnürte seine Brust für einige Sekunden zusammen. Als er hier gelandet war, hatte es nur ihn alleine erwischt... aber dieser Strudel... er hatte die halbe See mit sich gerissen und sogar ein ganzes Schiff mit sich genommen. Was zum Teufel ging hier vor sich?
      Verwundert starrte Ace auf seine Hände hinab, als man ihm etwas unsanft in eben diese drückte. Von dem kleinen Kätzschen inmitten des feuchten Pulloverkneuels war nur ein bebendes kleines Köpfchen zu sehen, dass ihn aus panisch großen Augen anstierte. "Um ihn kümmern?", wiederholte er die Worte der kleinen Rothaarigen, als sie schon an den Dachrand stieg. "Was hast du vor?" Alarmiert griff er nach ihrem Arm. Egal ob sie nun nur ein Kind oder doch älter war, der Schwarzhaarige würde sicherlich nicht einfach dabei zusehen, wie seine Retterin sich in diese Fluten warf. Doch dieser Ausdruck in ihren Augen... Er kannte diesen entschlossenen Blick nur zu gut. Auch er hatte so geschaut, als er beschlossen hatte Pirat zu werden und Luffy schaute auch jedes mal so drein, wenn er etwas für sich entschieden hatte. Langsam löste sich seine Hand von dem dünnen Arm der Rothaarigen. Er würde ihr leider nicht helfen können, war er innerhalb des Wassers vollkommen aufgeschmissen. Dabei gefiel es ihm gar nicht, die Kleine alleine gehen zu lassen. "Okay, mach was du nicht lassen kannst. Aber ich glaube dieses kleine Fellknäuel wird nicht lange auf dich warten wollen." Ein Schmunzeln trat auf seine Lippen, als er Pulli samt Katze gegen seine Warme Brust drückte. Wenn er seine Teufelskraft nur leicht einsetzte, könnte er in kürzester Zeit seine Kleidung und das Fell des kleinen Tieres trocknen. "Aber sobald du deine Sache erledigt hast, gibt es da etwas zwischen uns zu bereden, Kleine." Zu spät realisierte er seine eigenen Worte und hob abwährend eine Hand. "Jocelyn, ich meinte Jocelyn!"
      Dann war sie auch schon abgetaucht. Minuten lang starrte er noch auf die Stelle, in der sie im Wasser verschwunden war, bis ihn das kleine bebende Mauzen an seiner Brust wieder zurück ins Hier und Jetzt holte. "Ich mach doch schon, ich mach doch schon." Sein Körper, seine Kleidung und auch der Pulli samt Kätzschen in seinen Armen begannen damit zu dampfen, als er das Feuer in seinem Inneren wach rief.
      "Ace?!" Natürlich war Luca das Geschehen nicht entgangen, wobei er nun etwas neugierig und dennoch ehrfürchtig auf den Schwarzhaarigen zutaumelte. "Was...?"
      Als seine Kleidung, Haare und Körper getrocknet waren, und sich auch das Kätzschen in seinem Arm wohlig in die neu gewonnene Wärme kuschelte, drehte sich der Schwarzhaarige zu seinem Kollegen um. "Vertraust du mir?" Langsam streckte er seinen Arm nach Luca aus, der machte einen hastigen Schritt zurück und starrte auf die noch immer dampfenden Finger seines Freundes. "Bitte, ich werde dir bestimmt nicht wehtun."
      Luca schluckte hart, während er in Ace' Augen nach einer Lüge zu suchen schien. Der erwiderte den Blick des Blondschops nur ernst und eingehend. Endlich schien sich Luca geschlagen zu geben. "Okay... ich vertraue dir."
      Ace lächelte zufrieden und platzierte seine dampfende Hand auf der Schulter seines Freundes, ließ seine Wärme in ihn gleiten und trocknete auch ihn und seine Kleidung. "Besser?"
      Fassungslos starrte Luca an sich hinab, fuhr sich durch die nun wieder trockenen und gelockten Haare und starrte dann seinen Freund an. "Was...? Woher? Wie hast du das gemacht?!"
      Langsam stieß Ace die Luft aus und drückte seinen Freund an der Schulter langsam zu Boden, forderte ihn auf, sich zu setzten und hockte sich dann im Schneidersitz neben ihn. Die langsam wegdösende Katze - die letzten Ereignisse mussten sehr anstrengend un ermüdend für sie gewesen sein - samt Pulli in seinen Schoß legend, während er immer wieder beruhigend den Daumen über das weiche Kopffell des Tieres fahren ließ. Es half ihm selbst die Ruhe und Beherrschung übder die momentane Situation zu behalten. "Es gibt da einiges, was ich dir wohl zu erzählen habe...", begann er langsam an Luca gerichtet. "Es ist vor zwei Jahren passiert..." Und dann begann er mit seiner unglaublichen Geschichte, während ihm Luca beeindruckend geduldig lauschte.





    • Merida Serrano

      "Diese Frage könnten wir zurückgeben."
      Merida versteifte sich, als sich auch noch eine dritte Stimme zu Wort meldete. Hatte sie sich nicht schon eben über die beiden seltsamenen Kopfbedeckungen der ersten beiden Männer gewundert? Die flauschige Pandamütze die sie nun zu Gesicht bekam, versetzte sie nur noch mehr ins Staunen. Der grimmige Blick des hochgewachsenen und schlanken Trägers könnte es wahrscheinlich sogar mit ihrem eigenen aufnehmen und ließ sie einen kurzen Schritt zurück machen, bevor er sich auch schon abwendete und die Umgebung in genauen Augenschein zu nehmen schien. "Ich...."
      Gerade als es Meri mit einer Antwort versuchte, wurde sie von lautem Jubel unterbrochen. All die Jahre hatte sie gedacht, die Geschichte von Pinokio entsprang reiner Fantasie, aber die unglaublich lange Nase im Gesicht des nun auftauchenden Lockenkopfes, ließ sie an dieser Annahme zweifeln. Ihm folgten ein riesiger Japaner, der sogar den zuerst erschienen blauhaarigen Freak überragte, und dessen Kleidung sie an die alten Samuraifilme erinnerte, zusammen mit einem breitschultrigen Spinatschädel, dessen linkes Auge sich aufgrund einer langen Schnittnarbe wohl nie wieder öffnen würde können.
      Verzweifelt versuchte sie dem wirren Gespräch der Männer zu folgen, während sie zwischen ihnen hin und her sah. Was erzählten sie da? Wer waren diese Leute nur und von welcher Marine redeten sie? Sie folgte dem Kopfnicken der Pandamütze und erstarrte für einige Sekunden, als heftige Kopfschmerzen sie zu überweltigen drohten...

      "Wir werden das duchstehen, Schatz. Mach dir keine Sorgen."... "Sie haben uns fast erreicht! Sie schießen auf uns!" ... "Verdammt, muss uns dieses elende Unwetter denn auch noch den Rest geben?!" ... "Sie haben uns getroffen! Der gesamte Schiffsrumpf ist im Eimer! Wir werden sinken!" ... "Leibling... du wirst alleine fliehen müssen... du musst überleben!"

      Erinnerungen und Bilderfetzen drohten sie zu übermannen. Ihr Schädel pochte und sie presste verzweifelt ihre Handballen gegen die Schläfen, in der Hoffnung, die schmerzhaften Bilder und Geräuche auszusperren. Hohe Wellen, Blitz und Donner, panische Rufe und der flehend und zugleich sanfte Ton einer schwarzhaarigen Frau mit himmelblauen Augen.
      All das brach über ihr zusammen, nur weil sie einmal diese zerissenen weißen Segel und das darauf nur noch schwer erkennbare blaue Wappen gesehen hatte. Die Marine... Das hatte zumindest der schwarzhaarige mit Pandamütze gesagt und selbst ihr war mittlerweile klar, dass die Männer aus dem U-Boot und diese Marineleute keine Freunde waren.
      Merida konnte sich noch immer nicht rühren, als der junge Mann, der offenbar über das Kommando innerhlab dieser Chaotentruppe zu verfügen schien, von dem U-Boot-Hybriden sprang und sich scheinbar einen genauen Überblick über die Lage verschaffen wollte. So langsam schien sie abgehärtet zu sein, so zuckte sie gar nicht mehr allzu erschrocken zusammen, als ein sprechender Eisbär seinen Kopf aus der Deckluke streckte. Das Teil in seinen flauschigen Pfoten erinnerte sie an eine Mischung aus Schneekugel und Kompass... ein Kompass der offenbar seine Funktionstüchtigkeit verloren hatte.
      Die Plötzlich wieder an sie gerichtete Frage, ließ die mittlerweile vollkommen verwirrte junge Frau kurz zusammenzucken. "Grand Line...?", fragte sie vorsichtig und musterte dann die Langnase. "Gold Roger....?" Beide Namen verursachten einen entfernten Schmerz in ihrem Hinterkopf, nicht so schlimm wie beim Anblick des Marineschiffes, aber ganz sicher nicht angenehm. Die Langnase wirkte aufgrund ihres offensichtlichen Unwissens absolut entsetzt, weswegen sich Merida entschied lieber weiter mit dem Schwarzhaarigen am Boden zu reden. "Ich... habe keine Ahnung wovon ihr redet." Sie drückte Daumen und Zeigefinger gegen ihren Nasenansatz, in der Hoffnung die entsätzliche Migräne etwas eindämmen zu können, doch der Schmerz ließ sich nicht verdrängen. "Woher...? Ihr stammt nicht von dieser Welt, richtig?" Sie kniff die Augen zusammen, als der Schmerz schlimmer wurde und zwang sich einmal tief durchzuatmen. Zwang sich gegen den Schmerz zu atmen und endlich wurde das heftige Pulsieren in ihrem Schädel erträglicher. "Das hier ist Las Palmas", entschied sie sich zuerst die Frage des Pandahuts zu beantworten. Sein Blick schien sie zu durchdringen und zum ersten Mal glaubte sie zu vestehen, wie sich die Menschen fühlen mussten, die zum ertsen Mal ihren ausdruckslosen Augen begegneten. "Die Hauptstadt der Insel Gran Canaria, welche Teil der kanarischen Inseln Spaniens ist." Sie bezweifelte, dass diese Leute verstanden, worüber sie da redete, genauso wenig, wie sie verstanden hatte, was diese Männer erzählt hatten. "Von einer Grand Line oder einem Gold Roger habe ich noch nie etwas gehört."
      Langsam ließ sie ihre Augen nochmal über die seltsame Truppe gleiten. Eigentlich war sie ja hierher gekommen, um zu helfen, aber keiner dieser Kerle schien verletzt zu sein. Absolut verwirrt und orientierungslos, ja, aber ganz sicher nicht in Lebensgefahr. Bei dem halb zestörten Marineschiff nur etwa hunter bis maximal zweihundert Meter weiter sah die Lage allerdings anders aus. Die Leute dort hatten sich nicht so einfach unter Deck verstecken können und Merida konnte ihr schmerzhaftes Stöhnen sogar bis hierher hören.
      Ohne lange darüber nachzudenken, glitt sie an der nassen Außenwand des U-Boots hinab, zurück auf den Boden, direkt neben den schwarzhaarigen Mützenträger. Erst jetzt fiel ihr das lange Schwert auf, dass er locker über die Schulter trug. Es kostete sie Überwindung sich von der gefährlichen Aura abzuwenden, die dieser Kerl ausstieß. "Diese Männer dort brauchen Hilfe", stellte sie ruhig fest und drehte sich in Richtung Marineschiff. "Ich weiß nicht, was zwischen euch und diesen Leuten vorgefallen ist, aber im Moment ist die Lage für sie deutlich gefährlicher, als für euch. Ich werde ihnen helfen, danach reden wir weiter." Einmal schaute sie noch zum hochgewachsenen Schwarzhaarigen auf, tiefe Entschlossenheit in ihren Augen. "Mein Name ist im Übrigen Merida, ich hoffe ihr werden euch mir später auch noch alle vorstellen." Dann kämpfte sie sich auch schon langsam durch die unendlichen Trümmer des alten Lagerhauses in Richtung der weißen Segel voran.
    • Jocelyn Salvatore
      Jocelyn entgegnete Ace‘ Schmunzeln mit einem ebenso provokativen. „Ich denke du wirst shcon mit einem kleinen Tiger klarkommen, du Riese.“, sagte sie noch während sie sich dehnte, ehe sie ihn jedoch mit verengten Augen ansah. Er wollte mit ihr danach noch Etwas klären, soweit so gut. Das wäre auch in ihrem Sinne. Aber nicht SO! Konnte er nicht zwischen den Zeilen lesen? Und sie war doch verdammt noch einmal deutlich genug gewesen! Letztendlich schien er seinen Fehler sogleich verstanden zu haben und versuchte ihn mit aller Macht zu korrigieren. Schnaubend und mit gereiztem Blick sprang sie in die Tiefe, ins kalte dreckige Nass. Es war wirklich anders, als wenn sie im Meer oder Pool ihre Runden drehte und gerade wünschte sie sich lieber in das angenehme klare Salzwasser, das nur mit ein wenig Sand aufgewirbelt war, anstatt dieses Meerplakiats, das mehr einem Tümpel ähnelte. Noch immer jedoch spürte sie den Griff Ace‘ an ihrem Arm, als er wohl versuchen wollte sie daran zu hindern in die Tiefe zu stürzen. Er war echt wie jeder andere auch – behandelte sie wie ein Kleinkind. Obwohl zugegebener Weise hatte er sie am Ende losgelassen und gescherzt. Seltsamer Kauz, der sich schwer tat, einem keine Spitznamen zu geben, wie es schien. Dennoch – sie war mehr als neugierig. Wenn er wirklich das war, was sie glaubte, was er war, dann hatte auch sie großes Interesse an einem ausführlichen Gespräch mit ihm. Vielleicht könnte er ihr doch die Antworten liefern, die sie seit so vielen Jahren hören wollte, aber keiner sie ihr bisher geben konnte. Wer war dieser Kerl nur? Ohne diese Bemerkung seines Freundes wäre sie niemals auf den Gedanken gekommen, dass er so wäre wie.. sie. Er sah so normal aus und benahm sich auch normal – wenn man von seinen optischen Vorurteilen mal absähe.

      Trafalgar D. Water Law
      Bei Meridas Antwort nickte Trafalgar allwissend, als hätte er sich eine ähnliche Antwort bereits denken können. Eine andere Welt also? Na, das war mal tatsächlich etwas Neues gewesen. Aber nachdem, was er bisher gesehen hatte – seien es dieser komische schwarze Wirbel gewesen, Bepos verrücktspielender Logport, die seltsamen Häuser und friedlichen Gewässer oder die Erklärung des Mädchens – lag es irgendwie auf der Hand, dass sie nicht nur außerhalb der Grand Line waren, sondern.. außerhalb der ihnen bekannten Welt. Die Frage war nur: Wie sollten sie wieder zurückkommen?
      Als das Mädchen zu ihm trat, und wohl ebenso athletisch vom U-Boot sprang, warf er ihr einen durchdringenden Blick zu. Sie wollte also der Marine helfen? Warum sagte sie ihm das? Wirkte er, als würde es ihn auch nur ansatzweise interessieren, wie sie nun weiter handeln würde? Solange sie ihnen nicht im Weg stände, war es ihm ziemlich egal, was sie trieb oder irgendeiner der hiesigen Bewohner. Auch wenn er zugeben musste, dass ihre Augen.. gar nicht so übel waren. Nicht so naiv und weichlich, aber gleichzeitig hatten sie auch Etwas, das Vertrauen erwecken konnte. Es waren gute Augen und obgleich sie wohl gerade mit einer ziemlichen Überforderung konfrontiert war, blieb ihre Stimme ruhig und sachlich. „Mach, was du nicht lassen kannst... Merida. Aber glaub nicht, dass du von uns Hilfe dabei erwarten kannst.“, gab er von sich und wandte seinen Blick von ihr ab, als sie bereits auf dem Weg zu dem demolierten Kriegsschiff war. „WAAAAAAAAAAAAAS!? Bist du wahnsinnig Trafalgar!? Wir können doch nicht zulassen, dass die Marinesoldaten von diesem Mädchen geflickt werden, damit sie uns dann wieder ins Visier nehmen!“ – „Sie ist keine Wunderheilerin, Usopp.“, meinte Zoro, der ebenfalls heruntergesprungen war und sich neugierig über das nächste Geländer lehnte, von dem man ins Wasser des Hafens blicken und verschiedene Forellen herumtollen sehen konnte. „Hier gibt’s sicher einige tolle Orte zum Angeln.“, stellte er grinsend fest. „Zumindest hat das Mädchen was von einer Insel gesagt, auf der wir uns befinden. Also: Bepo, Franky, Shachi und Penguin ihr kümmert euch um die Seetüchtigkeit der Polar Tank. Der Rest teilt sich auf. Findet so viel wie möglich über diesen Ort, die Bewohner und die hiesigen Lebensmitten heraus – sowie möglichen zu benutzenden Treibstoff.“ – „Nah! Für Treibstoff eignet sich Cola am Besten! Kann euch das U-Boot gern dazu umbauen~“, rief der Blauhaarige Cyborg breit grinsend, worauf Trafalgar jedoch lieber nicht eingehen wollte. Ein Getränk als Treibstoff zu nutzen – sehr begeistert war der junge Captain über diese Vorstellung nicht.
      Nach einer Weile teilten sich die Anwesenden in Grüppchen auf, die das Landesinnere erkunden wollten, um eventuell herauszufinden wie sie wieder hier wegkommen konnten oder wie dieses seltsame Loch überhaupt entstanden war. Doch wie es üblich war, vermisste eines der Grüppchen einen seiner Mitläufer bereits wenigen Minuten und sie ahnten Schlimmes, da genau dieser Jemand einen schrecklichen Orientierungssinn und keinerlei Einsicht seiner Fehler besaß. Franky lachte darüber nur, während Usopp schwer seufzte. „War ja so klar HAHAHA“ – „Das ist gar nicht witzig.. Zu allem Übel, was wir eh schon haben, dürfen wir jetzt auch noch nach Zoro suchen!“ – „Sanji würde sich darüber sicher noch mehr aufregen als du hahaha“ – „Ach, die Beiden! Die suchen doch dauernd nach einem Grund sich die Schädel einzuschlagen.“ – „Wo er recht hat“, stimmte Robin den beiden kichernd zu.

      Jocelyn Salvatore
      Es verging eine Weile, in der Zoro fasziniert umherlief, um einen passenden Angelplatz ausfindig zu machen, ehe er nach einigen weiteren Schritten bemerkte, dass seine Beine wieder vollkommen durchnässt waren. Verwundert sah er zu diesen hinunter und erkannte, dass er in recht tiefem Wasser stand und je weiter er ging desto tiefer wurde es. „Wo kommt denn das Wasser jetzt wieder her? Gab es noch eine Flut?“ Mit großen Schritten dümpelte er durch die Flut der Straßen und erkannte nur mit Grauen die etlichen Leichen, die umhergetrieben wurden. Mit finsterem Blick versuchte er diesen dabei so gut es ging auszuweichen, bis das Wasser ihm bis über die Schultern reichte und ein seltsames Miauen seine Aufmerksamkeit auf eines der Dächer zog. Stirn runzelnd schwamm er nun näher heran und kletterte hoch – er konnte männliche Stimmen hören, wobei ihm eine recht bekannt vorkam. Doch zuordnen konnte er sie nicht wirklich. Kaum jedoch, dass er das Dach erreichte und einen Blick auf die zwei Männer warf, hätte er beinahe das Gleichgewicht verloren und wäre rücklings in das absinkende Wasser voller Dreck und Leichen gestürzt. „Was zur-!? Solltest du nicht tot sein.. Ace? Du warst in allen Zeitungen! Dein TOD war in allen Zeitungen! Du und LUFFY!“ Er trat auf die Beiden zu, ging direkt vor Ace in die Hocke und stierte ihn an, wobei sein Blick nach und nach ernster sogar ziemlich finster wurde. „Ich hoffe, dass du eine gute Erklärung für den Mist hier hast, ansonsten zerschneide ich dich in viele kleine Stücke und verfütter‘ deine Eingeweiden an die Raubfische.“ Denn er wusste noch zu gut, wie sehr Luffy hatte leiden müssen, auch wenn er es nicht live miterlebt hatte. Er kannte seinen Captain und war nicht dumm. Luffy empfand sehr viel für Ace und allgemein für seine Familie und seine Freunde. Wenn Ace also nur seinen Tod vorgetäuscht und Luffy damit absichtlich verletzt hatte, würde er es schwer bereuen. Niemand, egal ob Familie oder nicht, durfte seinem Captain Leid zufügen und Zoro dann auch noch in die Arme laufen.
      Doch ehe Ace ihm hätte antworten können, rief eine weibliche Stimme von unten zu ihnen hoch: „Hey! Ich brauch mal paar Hände, ihr Faulpelze! Und wehe Ginger ist nicht wohlauf, dann gibt’s Ärger!“ Zoro sah über die Schulter zurück und stand auf, um über den Rand des Daches hinunter zu sehen – dabei die Hand am Griff eines seiner Schwerter. Bei dem Anblick, der sich ihm bot, zog er skeptisch eine Braue hoch. Eine Art demoliertes Boot voller Menschen, die sehr mitgenommen und schwächlich wirkten. Fast alle zumindest. Dennoch, selbst das kleine fit wirkende Mädchen, war nicht das, was er erwartet hatte. Er hätte schwören können, dass er eben etwas Immenses gespürt hatte. Eine erdrückende Aura, von der er eher glaubte, dass sie von einem ‚Kämpfer‘ als von diesen schwach wirkenden Menschen käme. Misstrauisch zwar, aber ergebend seufzend drehte er sich zu Ace und dem anderen herum und deutete mit einem Nicken herunter zu der Menschentraube. „Gehören die zu euch?“ Im nächsten Moment fiel er vorlings zu Boden und hinter ihm stand Jocelyn mit noch erhobenem Bein und grimmigem Blick. „Wer ist der Trottel? Ich brauch da unten eure Hilfe und hab kein Nerv darauf zu warten, dass ihr euch mal bewegt. Ich kann die Armen schlecht im Boot sitzen lassen. Also hopp-hopp!“ Dabei klatschte sie aufmunternd in die Hände, während Zoro sie mit einem grummelnden Blick beim Aufstehen bedachte und Ace einen fragenden zuwarf, der ihn offenbar dazu drängen wollte ihm Rede und Antwort zu stehen. Doch zunächst halfen sie den übrigen geretteten Menschen hoch aufs Dach, wobei es sicher nicht mehr allzu lange andauern sollte, dass das überschwemmte Wasser abliefe und sie wieder auf dem Boden zurückkehren und laufen könnten. Bis es jedoch soweit war, sollten sich alle so sicher wie möglich befinden und der eine oder andere auch behandelt werden, bezüglich diverser Verletzungen.
      Nachdem alle oben sich niederlassen konnten und Jocelyn einem kleinen Jungen half sich an seinem Vater zu klammern, der ihn sofort in Empfang nahm, grinste sie ihn breit an. "Keine Sorge. Es wird alles wieder gut, Kleiner. Bald ist das Wasser weg und ihr könnt nachhause." Der Junge nickte langsam, wobei er sich jedoch wenig später erschrocken an seinen Vater drückte als er hinter ihr etwas zu sehen schien. Jocelyns Kopf drehte sich herum und bemerkte den eher grimmig dreinschauenden Marimo. Irgendwas hatte der Kerl an sich, das sie so gar nicht leiden mochte. Schon die gesamte Zeit über feixte er sie mit ein und demselben Blick und hatte weniger geholfen und mehr zugeschaut, wirkte jedoch als würde er sich als Anführer dieser Bande hier sehen oder etwas Ähnliches. Dazu noch seine asiatische Kleidung und.. trug er dort an der Hüfte tatsächlich drei Schwerter? Was war das für ein merkwürdiger Typ? Ein Cosplayer vielleicht? Und was hatte er bitte für en Problem mit ihr? "Was hast du für Probleme? Hast du was gegen Frauen, die den Ton angeben, oder was?" Dieser zog nur eine Braue hoch, während sie sich langsam aufrichtete. "Warum glaubt ihr Frauen eigentlich immer, dass wir wegen irgendwelchen Vorurteilen euch anders behandeln? ..Tsk. Wie nervig." Dabei schnalzte er mit der Zunge und sah zur Seite, wobei er sie jedoch nicht aus dem Augenwinkel ließ. War das sein ernst? Er urteilte ja shcon alleine mit dieser Aussage über sie als FRAU, aber dann sollte man sich nicht angegriffen fühlen? Wie schräg war der bitte drauf? Ihr Blick wanderte langsam zu den Jungen von zuvor, ehe sie seufzend und Kopfschüttelnd zum Rand des Dachs zurückging, aber dieses Mal lediglich um AUsschau zu halten. Nach Merida, die in diese Richtung mit den weißen Segeln verschwunden war. Am liebsten würde sie dorthin und nachsehen, ob alles in Ordnung sei, aber.. diese Segel.... lösten eine ungewohnte innerliche Panik in ihr aus. Ein Gefühl, das ihr riet bloß weit von diesen Dingern wegzubleiben, egal was es kostete. Sie schlang die Arme um ihren Körper, wobei sie mit einer Hand ihr Medaillon ergriff und feste umklammerte. Sorgenvoll war ihr Blick, den sie über die weiten Dächer wandern ließ und hoffte inständig, dass Merida keine Probleme hätte.

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    • Portgas D. Ace


      Vollkommen geduldig und ohne ihn auch nur einmal zu unterbrechen, lauschte Luca seinen Worten, seiner Geschichte, voller unglaublichen Ereignissen und kritischen Nahtoderfahrungen. Dabei fiel es Ace recht schwer, die Gedanken seines Freundes dazu zu erraten. Zwar hob Luca hier und da erstaunt und etwas ungläubig die Augenbrauen, aber ansonsten zeigte sein Gesicht keine wirklichen Regungen.
      "Eine andere Welt also...?", mrumelte er nur in sich hinein, als Ace seine geschichte beendet hatte. "Voller seltsamer Geschöpfe und Menschen..." Er fuhr sich mit beiden Händen zuerst übers Gesicht und strich sich dann die blonden Haare zurück. "Und du hast von einer Frucht gegessen, die dich das Feuer beherrschen und dich sogar in eben dieses verwandeln lässt." Luca starrte die schlafende Katze auf Ace' Schoß an, als könnte ihm der Anblick des kleinen Tieres helfen, die Situation besser zu begreifen. "Ich habe dich ja schon immer für verrückt gehalten, aber das..."
      "Du glaubst mir also nicht." Es war keine Frage, sondern eine ernüchterte Feststellung.
      "Das habe ich nicht behauptet." Luca neben ihm schüttelte den Kopf. "Aber selbst wenn ich dir glaube, macht es das Ganze nicht weniger verrückt."
      Ace mussterte seinen Freund einige Sekunden lang, bevor er ihn breit anlächelte. "Ja, du hast wohl recht... es ist wirklich verrückt."
      Nachdem er so sehr in seine Unterredung mit Luca vertieft gewesen war, realisierte der Schwarzhaarige nicht einmal, dass noch jemand das Dach erreicht hatte. Doch als nun dieser schimpfend auf ihn zutrommelte, konnte er seinen Augen kaum trauen. Diesen grasbewachsenen Schädel hatte er schon einmal gesehen und ganz sicher hatte er den Schwertkämpfer seither nicht vergessen. "Roronoa Zoro..." Er murmelte den Namen nur leise, während der ehemalige Piratenjäger sich vor ihm niederhockte und ihm drohend in die Augen stierte. War der grünhaarige Mann schon immer einäugig gewesen? Nein, diese Verletzung seines linken Auges musste er sich in den letzten zwei Jahren zugezogen haben.
      Als Zoro seinen kleinen Bruder erwähnte und Ace dafür ausschimpfte Luffy im Glauben seines Todes zurückgelassen zu haben, zog sich sein Herz vor Freude und Trauer gleichermaßen zusammen. Ja, er hatte seinen kleinen Bruder zurückgelassen. Nachdem er ihm nach Sabos Tod hoch und heilig versprochen hatte, niemals zu sterben, hatte er seinen kleinen, verheulten, idiotischen, kindischen, schwachen, starken Bruder zurückgelassen. Wie gerne hätte er seit diesem Tag nur wieder zurückkehren wollen? Zurück an die Seite seiner Crew, zurück zu seinem Schwachmatenbruder, der sich sicher die Schuld an seinem vermeintlichen Tod gab. Aber es war ihm nie möglich gewesen, in all den letzten zwei Jahren. Kein einziges Mal. Und all die Zeit hatte er sich Sorgen gemacht, was nach seinem Verschwinden geschehen sein mochte. War es seinem Vater und seiner Crew gelungen, gegen die Marine zu bestehen? Wie war diese Schlacht ausgegangen und hatte sein kleiner Bruder überlebt? Die Antwort auf die letzte Frage stand nun vor ihm und musterte ihn aus einem düsterem Auge. Zoro würde ihn niemals so hart angehen, wenn Luffy nicht mehr unter den Lebenden weilte. Die Erleichterung, die wie eine Welle über ihm zusammenbrach, drohte Tränen der Freude in seine Augen zu spühlen. Natürlich war sein kleiner Bruder nicht tot, er war stark und widerstandsfähig, so einfach haute den nichts um. Ja, genau das hatte er sich die letzten zwei Jahre immer und immer wieder selbst gepredigt und trotzdem war da diese ständige Angst in seiner Brust gewesen, die es ihm nicht selten schwer machte, zu Atem zu kommen. Die Angst, Luffy könnte nicht entkommen sein, die Angst dass Akainu ihm nachgesetzt und einen tödlichen Treffer gelandet hatte. Eine Angst, die er heute zum ersten Mal ablegen konnte. In den letzten zwei Jahren hatte er sich kein einziges Mal so erleichtert und frei gefühlt, wie genau in dieser Sekunde und beinahe wäre er dem Spinatschädel vor Freude um den Hals gefallen, obwohl dieser eher den Eindruck machte, die Feuerfaust erwürgen zu wollen. Aber noch bevor sich Ace hätte rühren können, ließ auch ihn die fordernde Frauenstimme innehalten. Die Kleine war zurück.
      "Halt den kleinen Mal kurz." Nachdem Zoro sich von ihnen abgewendet und zum Dachrand begeben hatte, drückte Ace Luca den Pully samt Katze in die Hände. "Wir reden später weiter." Der Blondschopf wirkte reichlich überfordert, während er zwischen seinem Kollegen und dem Schwertkämpfer hin und her blickte.
      "O-okay...", kam irgendwann die eher verhaltene Antwort, bevor Luca das Tier auf seinen Schoß bettete.
      Als sich Ace wieder zu Zoro umwendete konnte er gerade noch beobachten, wie dieser dem Überraschungsangriff der kleinen Rothaarigen zum Opfer fiel. Etwas, dass dem Schwarzhaarigen ein kurzes Kichern entlockte, bevor er sich zu den beiden gesellte und die Häuserwand hinunterblickte. "Wo hast du diese Nussschale nur aufgetrieben?" Belustigt schüttelte er mit dem Kopf und ergab sich dann seinem Schicksal, zusammen mit Jocelyn die reichlich mitgenommen Passagiere aus dem kleinen Boot aufs Dach zu holen. Sicherlich wäre der Wasserspiegel bald wieder genügend gesunken, dass sie zurück auf die Straßen gehen konnten. Doch im Moment war die Fläche da unten noch immer ein kleiner Strudel voller Trümmerteile. Außerdem brauchten nicht wenige der geretteten Menschen ärztliche Versorgung.
      Er zurrte gerade ein Stück Stoff als provisorischen Verband um das verletzte Bein einer älteren Dame, als ihn ein lauter Streit zwischen Jocelyn und Zoro aufschauen ließ. Die Kleine hatte wirklich Biss und einen immensen Charakter, das musste er zugeben. Und so wie sie sich gegenüber dem grimmigen Schwertkämpfer bewies, zollte er ihr sogar eine gute Portion Respekt. Aber auch er hatte etwas mit beiden zu bereden, weswegen er der älteren Dame noch einmal beruhigend zunickte und versprach, dass alles gut werde, bevor er an Zoro und Jocelyn herantrat.
      "Wir sollten reden", stellte er trocken fest und ließ den Blick von einem zur anderen wandern. "Zoro, selbst dir sollte mittlerweile klar geworden sein, dass das hier nicht die Welt ist, die du gewohnt bist." Der Spinatschädel zog ernst die Augenbrauen zusammen, bevor er seinen Blick über die Stadt schweifen ließ. Das unzufriedene Schnauben, dass er zuletzt ausstieß, machte Ace klar, dass der Schwertkämpfer sich der momentanen Lage gut bewusst war. "Ich habe keine Ahnung, was dieses... schwarze Loch dort eben genau gewesen ist. Aber es ist wohl offenkundig, dass es dich zusammen mit einer Unmenge Wasser und sogar einem kompletten Marineschiff in diese Welt geschleudert hat." Zoro folgte dem Kopfnicken der Feuerfaust und musterte die Stelle, an der er zuvor abgestürzt war. "Mir ist etwas ähnliches vor zwei Jahren auch passiert... auf Marineford. Allerdings hat es nur mich selbst getroffen. Es war lange nicht so gigantisch, wie dieser Weltenriss heute." Ace' Aufmerksamkeit legte sich auf die rothaarige Jocelynn neben ihnen. "Und dir muss dasselbe passiert sein. Du stammst nicht aus dieser Welt." Seine Stimme gab keinen Raum für Spekulationen. "Du stammst aus derselben Welt wie wir beiden und du bist auch kein normaler Mensch. In deinen Adern steckt Fischmenschenblut."
      Zoros verbliebenes Auge legte sich forschend auf die junge Frau. "Ich dachte Fischmenschen besitzen alle Kiemen." Er legte den Kopf schief, um ihren Hals besser erkennen zu können. Scheinbar hatte er seine vorangegangene Wut auf die Feuerfaust vergessen.
      "Nun, sie scheint kein reinblütiger Fischmensch zu sein", vermutete Ace schulterzuckend. "Fest steht, dass sie nicht von hier stammt." Wieder legten sich seine Augen lange auf die Rothaarige. "Also, wann und wie genau bist du hier gelandet?"

    • Merida Serrano


      Zwar wirkte die Langsnase alles andere als glücklich über ihren Entschluss, aber zumindest versuchte keiner Merida aufzuhalten. Also kämpfte sie sich eisern weiter voran. Das zum Teil noch immer kniehohe Wasser machte ihr das Vorankommen allerdings nicht gerade einfach und auch Trümmerteile überall boten ein Hinderniss dar. Sollte sie vielleicht lieber zurück auf die Dächer klettern, um besser voran zu kommen? Als sie erneut in Richtung der weißen Segel blickte, verwarf sie den Gedanken. Sie hatte es bald geschafft, nur noch ein paar Meter.
      "Wie zum Teufel konnte das nur geschehen?!" - "Wo sind wir hier?" - "Der Logport funktioniert nicht!" - "Geht es dem Captain gut?" - "Das Schiff ist vollkommen hinüber!" - "Wo ist der Arzt?! Wir brauchen dringend Hilfe bei den Verletzten!"
      Umso näher sie kam, desto lauter und klagender wurden die Stimmen. Und als sie endlich die letzte Häuserecke umrundete erhaschte sie einen Blick auf das chaotische Treiben dutzender uniformierter Männer in weißen Hemden und Blauen Hosen. Ein Anflug gebündelter Schmerzen schoss durch ihren Schädel, als weitere Erinnerungsfetzen drohten sie zu übermannen. Sie schob die Bilder ihrer Vergangenheit beiseite, bevor sie ihre Gedanken übernehmen konnten und konzentrierte sich auf die Aufgabe vor ihrer Nase, egal wie unangenehm ihre Brust sich auch beim Anblick der zahlreichen Uniformen zusammenziehen mochte.
      "Ich kann helfen!", meldete sie sich laut zu Wort, als sie auf die Truppe zueilte.
      Der Mann, der ihr am nächsten stand - etwa 1,80 Meter groß, braunes kurzes Haar, maximal dreißig Jahre alt und im Gegensatz zu den anderen trug er keine steife Uniform - schoss blitzschnell zu ihr um und richtete die Spitze seines Schwertes auf ihre Brust. Merida verharrte an Ort und Stelle und fixierte die silbern glänzende und definitiv scharfe Klinge vor sich. Erst jetzt fiel ihr auf, dass auch alle anderen Männer bewaffnet waren, beinahe jeder von ihnen trug eine Klinge an seiner Hüfte und nicht wenige von ihnen, waren dem Beispiel ihres Kollegen gefolgt und hatten die Schwerter aus ihren Scheiden befreit.
      Langsam hob Merida die Hände über den Kopf, um ihrem guten Willen Ausdruck zu verleihen. "Ich sagte doch, ich will helfen", widerholte sie und bemühte sich um einen ruhigen und hoffentlich nicht allzu düster wirkenden Gesichtsausdruck. "Euer Schiff ist nicht gerade gut gelandet und ich bin mir sicher, ihr habt viele Verletzte zu beklagen. Ich möchte euch nur etwas unter die Arme greifen."
      In den braunen Augen des Mannes lag pure Skepsis, als er seinen Blick prüfend über ihren Körper gleiten ließ. Als er keine Waffe an ihr entdecken konnte, schien er sich zumindest ein klein wenig zu entspannen. "Warum sollten wir dir vertrauen?"
      Merida zog eine Augenbraue in die Höhe. "Warum solltet ihr mir nicht trauen?"
      "Du könntest zu den Piraten gehören und uns angreifen wollen!", kam es aus den hinteren Reihen.
      "Piraten?" Merida legte fragend den Kopf schief. Der schwarzhaarige Pandamützen-Typ und der Rest seiner Truppe... Ob sie Piraten waren? Deswegen hatten sie wohl so abfällig über diese Marineleute hier gesprochen. "Ich gehöre nicht zu den Piraten."
      Eine kleine Ewigkeit starrte der Braunhaarige sie an, bis er endlich seine Klinge sinken ließ und einmal lange die Luft ausstieß. "Okay, ich akzeptiere deine Hilfe, aber versuche keine Dummheiten." Endlich schob er seine Klinge zurück in die Scheide und auch die anderen Männer folgten seinem Beispiel. Offenbar hatte er eine höhere Position inne, was auch seine Kleidung erklären würde, die statt weißem Hemd und blauer Hose aus einem weiten weißen T-Shirt, unter einer grauen Lederjacke und dunkler Jeans bestand.
      "Verstanden", nickte Merida ruhig und schob sich dann an dem Mann vorbei, auf das demolierte Schiff zu.

      Die nächste Stunde verbrachte sie damit, den Marineleuten zu helfen, zerbrochene Holzlatten fort zubewegen, um verschüttete Crewmitglieder zu befreien und erste Wundversorgungen zu betreiben. Zum Glück hatte sie Aufgrund des Lehramtstudiums ihren Ertse-Hilfe-Kurs erst vor wenigen Monaten auffrischen müssen. Nur waren die Mittel in diesem Stadtchaos eher begrenzt. Aber ihr und den restlichen Männern gelang es alle schwer Verwundeten sicher zu bergen und vernünftig zu versorgen.
      Als endlich jeder Mann aus dem Schiffsrumpf berfreit war und jeder Verletzter versorgt schien, erlaubte es sich die Schwarzhaarige durchzuatmen. Schweiß stand ihr auf der Stirn und ihre Muskeln waren schwer geworden. Aber noch konnte sie sich nicht ausruhen. Jocy gab am anderen Ende des Stadtviertels mit Sicherheit auch ihr Bestes und Merida müsste schnell zu ihr zurück, bevor sich der hitzköpfige Rotschopf noch unnötige Sorgen machte. Kaum hatte sie den entsprechenden Entschluss dazu gefasst, konnte sie die Sirenen von Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen hören. "Ab hier, wird man euch von anderer Seite aus helfen", verkündete Merida an den höheren Offizier, dessen Name Tero lautete... wenn sie sich richtig erinnerte. "Ich muss noch wo anders hin."
      "Hey!" Während er ihr nachrief und sogar Anstalten machte, ihr zu folgen, war sie schon damit beschäftigt, zurück auf die Hausdächer zu klettern. "Danke!"
      Sie nickte nur noch einmal zu ihm hinab, dann wählte sie den Weg über die Häuser, um schnellsmöglich zu Jocy zurückzukehren.
      "Ich werde es mit meinem Feuerball zerstören!"
      Hatte sie diese panisch klingende Stimme nicht vorhin schon einmal gehört? Vor ihrem nächsten Sprung innehaltend schaute sie auf die verwüstete Straße unter sich. Oh ja... das waren diese Chaoten von vorhin, die aus dem gelben U-Boot. Aber worum hatten sie sich da verteilt? Es musste ja etwas äußerst gefährliches sein, so wie jeder von ihnen in Hab-Acht-Stellung gegangen war. Nur die blaue Föhnwelle schien begeistert. "Lass es mich vorher genau erforschen!"
      "Nein, es könnte uns töten! Ich werde es vernichten!"
      Merida kniff die Augen zusammen, um das Objekt in ihrer Mitte erkennen zu können. Ein... Tablet? Sie schüttelte fassungslos den Kopf. Dass diese Kerle aus einer anderen Welt stammten, mochte sie ja noch irgendwo einsehen, aber deswegen gleich vor einem kleinen Tablet Angst bekommen?
      "Was glaubt ihr, was das werden wird, sobald ihr fertig seid?" Geschickt federte sie den tiefen Fall vom Hausdach ab und landete direkt neben dem Pandahut. "Das ist ein Tablet. Harmlos. Ganz sicher nicht gefährlich."
      "Nicht gefährlich?! Es hat uns gerade angegriffen!", protestierte die Langnase laut, eine seltsam modifizierte Steinschleuder auf das Gerät richtend. Exakt in diesem Moment trat ein kleiner Funkten aus dem Tablet aus und zuckte zur nebenliegenden Wasserpfütze über. "Da!", quiekte der Lockenkopf. "Schon wieder."
      Merida verdrehte die Augen und betrat ruhig den Kreis der offensichtlichen Freaks, bevor sie sich zu dem Tablet hinunterbeugte und es aufhob. Genau darauf achtend, es nur dort zu berürhten, wo es nicht weiter beschädigt war, auf das sie keinen Schlag erhielt. "Es ist nur durch das Wasser und die tosenden Fluten beschädigt worden", erklärte sie und zeigte der Langnase den schwarzen Bildschirm. "Ich kann kaum glauben, dass ihr wirklich Piraten sein sollt. Hätte nicht gedacht, dass ihr so dämlich und ängstlich wärt." Oh, da ging ihr Mundwerk wohl wieder einmal mit ihr durch. Aber sie sprach immerhin nur die Wahrheit... Langsam drehte sie sich zu dem Pandahut um, den sie noch immer als den Anführer dieser Truppe ansah und zeigte ihm ebenfalls das absolut harmlose Tablet. "Wenn ihr schon bei solch einer kleinen Sache keine Ahnung habt und beinahe Angst davor bekommt, ist es vielleicht vernünftiger, wenn ihr nicht alleine durch diese euch offenbar fremde Welt spaziert. Mir würde es nicht gefallen, wenn ihr am Ende noch aus Unwissenheit fremdes Eigentum zerstört oder sonstigen Blödsinn anstellt." Seufzend schaute sie in Richtung des Hauses, auf dem sie Jocy zurückgelassen hatte. Hoffentlich ging es ihrer Freundin gut. "Ich habe noch etwas zu erledigen, danach kann ich von mir aus eure Fremdenführerin spielen."

    • Jocelyn Salvatore

      Jocelyn wandte nur widerwillig ihren Blick von den fernen zerfetzten weißen Segeln ab, in die Richtung, aus der Ace Stimme ertönte. Jetzt würden sie also reden? Und weshalb war der Grünschopf dabei? Oder verfügte er ebenfalls über seltsame Kräfte? Dieser Ace schien zumindest mit ihm bekannt zu sein, genauso wie andersherum. Er sprach, dieser Zoro hörte ungerührt zu. Und ohne jegliche Beanstandung schien er seine Worte, die für sie eher weniger Sinn machten, sofort Glauben zu schenken! Eine andere Welt? Marineschiff? Marineford? Ihr Blick wanderte von ihnen wieder auf das nun nicht mehr existente Loch am Himmel aus dem zuvor etliche tausende von Liter Wasser und offensichtlich auch ein Marineschiff gestürzt waren. Das alles wirkte ziemlich surreal, aber eine andere Welt? Allein bei dem Gedanken an dieses Loch und die beunruhigenden Worte Ace‘ schien sich ihr Herz regelrecht zusammenziehen zu wollen, weshalb sie ihr Medaillon nur noch fester umklammerte. Das konnte immerhin alles gar nicht möglich sein, oder doch? Sie waren immerhin keine Außerirdischen. Sie sahen nicht außerirdisch aus. Der eine vielleicht etwas seltsam in seinem Cosplay Outfit, aber... Oder war das gar kein Cosplay Outfit? Ihre Augen wanderten zum Grünhaarigen und musterten ihn eindringlich, ehe sie Ace‘ Blick erneut auf ihr spürte und seinem Mund Worte verließen, die einen ungläubigen Ausdruck in ihrem Gesicht zauberten und er Zoro mit einem Händewedeln von sich wegzuscheuchen versuchte, als dieser ihren Nacken zu inspizieren schien. „Natürlich habe ich keine Kiemen! Ich bin ein Mensch! Was labert ihr bitte für einen Bullshit? Von wegen Fischmenschenblut.. Ich bin KEIN Fisch. Ich kann mir schon denken, warum du das glaubst. Aber das ist echt eine Frechheit! Mich eine Hexe zu bezeichnen oder einen Freak bin ich ja fast schon gewöhnt, aber DAS?“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust und stierte Ace grimmig in die Augen. „Ich komme nicht aus einer anderen Welt. Ich weiß nicht einmal, wovon ihr da redet! ...Ihr merkt schon, wie verrückt das klingt? Sicher, dass du dir bei der Überflutung nicht den Kopf gestoßen hast und jetzt halluzinierst?“ – „Berechtigte Frage.“, stimmte Zoro ihr lachend zu, ehe sein Gesicht bei dem Anblick des Schiffwracks in erneute Ernsthaftigkeit übertrat. „Aber zugegeben.. dass selbst die Marine es hierher verschlägt. Na, wenigstens nur eines der zwei Schiffe. Zu doof auch, dass dieser Schmiss in diese Welt das Schiff zerstört hat und ich keine Gelegenheit dazu bekommen konnte, weil Trafalgar zu stur war.“ Jocelyn versuchte zu verstehen, was er da zu sagen versuchte, aber ehrlich gesagt, brummte ihr gerade nur noch der Schädel. „Also bist du damals auch hier gelandet..“, murmelte der Schwertkämpfer vor sich hin, „und hattest bisher keine Ahnung wie du zurückkommst?“ Die Bestätigung spiegelte sich in Ace‘ Augen wieder, weshalb Zoro nur brummend nickte und dann ein breites Grinsen auf seinem Gesicht erschien, ehe er dem Dunkelhaarigen lachend auf den Rücken klopfte. „Ich fass es nicht! Luffy wird ausrasten, wenn er dich lebendig sieht! Das müssen wir unbedingt dann feiern! Gibt es hier in der Gegend Alkohol? Hab das Gefühl, dass wir das seeeeeehr bald brauchen haha“ Jocelyn rieb sich die Schläfen. Sie versuchte gar nicht länger zu deren Gespräche zu verstehen, die offensichtliche ‚Insider‘ von guten Freunden waren. Erst als Ace‘ Aufmerksamkeit wieder ihr gewidmet war, blickte sie auf.
      "Fest steht, dass sie nicht von hier stammt. Also, wann und wie genau bist du hier gelandet?" „Wovon sprichst du bitte? Ich lebe schon mein ganzes Leben hier!“, versicherte sie ihm vehement und schnaubte gereizt aus. „Langsam wird mir das hier echt zu blöd. Ich wollte nur aus einem Grund mit dir reden: Und zwar weil ich wissen wollte, warum du genauso seltsame Kräfte besitzen sollst, wie ich. Ich hätte jetzt so Antworten erwartet wie „hab sie schon mein Leben lang“ und Antworten wie, dass wir bei einem kranken Wissenschaftler für Experimente ausgewählt worden und irgendwie entkommen waren oder so einen Kram. Das wäre VIEL logischer als dieser ganze ‚andere Welt‘-Kram! ALLES wäre einleuchtender, als dieser Mist! Wer soll denn das überhaupt glauben!?“ – „Du hast schon mitbekommen, was vor ‚ner guten Stunde oder so passiert ist, ja?“, kommentierte Zoro ihren kleinen hysterischen Anfall mit dem ausgestreckten Daumen in die Richtung des Punktes am Himmels zeigend, an dem zuvor der Weltenriss gewesen war. Sie knirschte mit den Zähnen. „Und wenn du echt ein Fischmensch bist, dann—“ – „Bin ich NICHT! Ich bin nur ein Mensch! Ein Mädchen, das einfach.. besondere Fähigkeiten hat!“ – „Besondere Fähigkeiten, ja? Welche?“, fragte Zoro sogleich eindringlich nach, als würde er sie zwingen wollen die unbestreitbaren Tatsachen auszusprechen, sodass sie sich nicht mehr dagegen wehren könnte. Nun biss sie sich auf die Lippe und wandte den Beiden den Rücken zu, wobei sie sich in ihre Arme krallte. „Ich.. Das ist mein Zuhause. Hier bin ich aufgewachsen seit ich denken kann. Und darum ist es vollkommen egal, was ihr denkt! Ihr ...DU irrst dich, Ace. Ich komme nicht aus einer anderen Welt. Ich lebe hier mit meiner Familie und das sind auch vollkommen normale Menschen und haben im Gegensatz zu mir KEINE besonderen Fähigkeiten. Sie—“ – „Deine leiblichen Eltern?“ Sie zuckte bei dieser Frage auffällig zusammen und umklammerte sofort ihr Medaillon. „Spielt das eine Rolle? Für mich sind sie es. Sie sind meine Familie. Meine EINZIGE Familie.“, zischte sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und sah den beiden wieder ins Gesicht. „Und.. Und WENN ihr recht haben solltet: Das ist egal! Es spielt für mich keine Rolle! Und in meinen Augen seid ihr sowieso zwei vollkommene Wahnsinnige, mit denen ich besser nicht länger meine Zeit vergeuden sollte.“ Sogleich trat sie von ihnen weg zu Luca und nahm ihm Ginger in ihrem Pullover ab, wobei sie sich den Pullover wieder anzog und das Kätzchen sicher in den Armen wog. „Komm. Wir gehen nachhause und schauen, ob da alles in Ordnung ist.“, sagte sie dem Kätzchen, das noch immer nicht vollkommen Schmutzbefreit war. „Da geb‘ ich dir dann auch erstmal richtiges Bad, auch wenn du von Wasser sicher die Schnauze voll hast haha“ Mit diesen Worten trat sie zum Rand, warf Ace und Zoro nur noch einen kühlen Blick zu, ehe sie sich geschickt mit einem Arm die Häuserwand herunterangelte und schließlich nur noch in einer Knöchelhohen Pfütze der übrig gebliebenen Flut landete. In der Ferne waren bereits laute Sirenen zu hören, die sich wohl überall in der Stadt verteilten. Sie sah sich kurz um und schürzte die Lippen beim Anblick diverser Leichen und zerstörten Fahrzeugen und Gebäuden, ehe sie auch schon die Beine in die Hand nahm und nur ein Ziel hatte: Nach Hause, aber vorher würde sie natürlich nach Merida suchen. Wer weiß, was ihr zugestoßen war. Sie war jetzt schon viel zu lange fort! Sie musste sichergehen, dass es ihr, ihrer und Jocelyns Familie gut ginge und überhaupt! Das Gerede von Familie und die brüchigen Erinnerungen einer leiblichen Familie, die sie nicht länger laut aussprechen wollte, gab ihr nur noch mehr das Verlangen einfach zu ihrer Familie zu rennen! Sie zu sehen! Sie in die Arme zu nehmen! Sie wollte nicht länger an Menschen denken, denen sie so egal zu sein schien, dass keiner sich die Mühe machen wollte, nach ihr in all den Jahren zu suchen!
      Aber was, wenn.. sie tatsächlich aus einer anderen Welt käme und ihre Familie keine Möglichkeit gehabt hätte, zu.. Nein, nein, nein! Das war alles nur Wunschdenken! Ausgelöst von dieser Sommersprosse! Nein, sie würde nicht länger an diesen Gedanken verweilen! Sie hatte nur EINE Familie und NUR diese!


      Trafalgar D. Water Law

      „Ein Tablet?“, wiederholte Trafalgar und sah zu der jungen Frau auf, die gerade von einem der Dächer sprang und abfedernd neben ihm gelandet war. „Also eine Art.. Gerätschaft. War ja klar, dass Langnase-ya wieder wegen Nichts durchdreht.“, brummte er und musterte das Ding, das das Mädchen, dessen Name er längst wieder vergessen hatte, hochhob. Doch durch ihre ziemlich direkte Beleidigung, entlockte sie Trafalgar ein hämisches Grinsen und er schulterte erneut sein Langschwert. „Pass auf, Mädchen. Deine taffe Art mag vielleicht bei deinen Leuten Eindruck schinden, aber wenn du wagst Piraten zu beleidigen, lebst du nicht sehr lange.“ Er trat auf sie zu und blickte ihr verächtlich in die Augen. „Danke, aber wir verzichten. Wir kommen auch ohne ein ahnungsloses Weib klar, das glaubt Piraten bemuttern und für DUMM und ÄNGSTLICH befinden zu müssen.“ Kühl sah er ihr noch eine Weile durchdringend in die Augen, ehe er ihr den Rücken zuwandte und losging. „Kommt schon. Wir suchen weiter. Franky-ya! Wenn du deine Augen nicht endlich von dem scheiß Teil nimmst, schleppen wir dich gerne in Einzelteile mit. Kein Problem.“ – „Ah! Trafalgar! Warte!“, rief Usopp verstört und rannte ihm sofort nach, wie das Kind seinen Eltern nachrennen würde um bloß nicht an einem fremden Ort zurückgelassen zu werden. „Law-dono! Wäre es nicht klüger den Vorschlag dieser reizenden Blume anzunehmen?“ – „OW! Eine Reiseführerin wäre doch mal cool, vor allem so eine hübsche!“ – „Wir wissen ja nicht einmal wo wir hier sind..“, murmelte Momonoske zwischen der Debatte der älteren Piraten/Samurai, während er an deren Seiten immer wieder ängstlich deren Umgebung bedachte. „Ach, ein kleines Abenteuer ist immer gut – garo!“, sprach Inuyarashi bellend und lachend zugleich, während Robin das Mädchen lieb anlächelte. „Nimm sie nicht so ernst. Vor allem den grimmig schauenden nicht. Er tut härter, als er ist. Und er ist.. das trifft wohl auch auf die meisten von uns: Wir sind ziemlich stolz. Wäre aber trotzdem schön, wenn du uns hier durchführen könntest. Du findest uns sicher schnell, also bis gleich.“ Mit diesen Worten schritt die Dunkelhaarige dem Rest – faszinierenden Blicks die Umgebung erkundend – nach.

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    • Portgas D. Ace


      Er hatte zwar bereits zum Teil eine bockige Reaktion der Kleinen erwartet, doch dass sie sich so gegen seine Worte wehren würde, war reichlich übertrieben. Zumindest schien Zoro ein schnelles Einsehen zu haben und verstand ausnahmsweise einmal die momentane Lage. "Ist Luffy denn auch auch hier?", wollte Ace wissen, als Zoro von seinem Captain zu sprechen begann. Dabei glitten seine Augen suchend über die verwüstete Stadt, vor allem in Richtung des zuvor noch existenten Weltenrisses. Aber nirgendwo war ein wild herumspringender Flummi zu sehen, der sich laut für diese neue Welt vor ihm begeisterte. Außerdem hatte Ace nicht einmal das Schiff seines kleinen Bruders gesehen.
      Und so schüttelte Zoro zu seinem Bedauern den Kopf. "Nein, wir haben uns aufgeteilt, er ist mit der anderen Hälfte der Crew zu Whole-Cake-Island, um den Idioten-Koch zu retten, während wir zusammen mit dem Tra-Kerl auf dem Weg nach Wanu Kuni waren."
      "Dem Tra-Kerl?", fragte Ace verständnislos. "Wer soll das sein?" Und Whole-Cake-Island? War das nicht das Terretorium Big Mums? Was für idiotische Pläne hockte sein kleiner Bruder nur dieses Mal aus.
      Ace erhielt die Antwort auf seine Frage recht schnell, während Jocelyns und Zoros kleiner Diskussion. Trafalgar... diesen Namen hatte er schon einmal gehört. War dieser Trafalgar Law nicht auch Teil der schlimmsten Generation? Wenn sich die Feuerfaust recht erinnerte, konnte auch der Captain der Heart-Piraten mit einem beachtlichen Kopfgeld aufwarten. Aber das er zusammen mit Luffy und seiner Crew arbeitete war etwas Neues. Aber es entlockte Ace ein schiefes Grinsen. Sein kleiner Bruder fand immer wieder etwas Neues, womit er ihn beeindrucken konnte. Er war einfach unverbesserlich.
      Und die Kleine vor ihm war das auch. Obwohl die Beweise für seine und Zoros Worte praktisch vor ihren Augen auf die Welt gepurzelt waren, wollte sie ihnen nicht glauben. "'Ein Mädchen, das einfach besondere Fähigkeiten hat'?" Wiederholte er kopfschüttelnd. "Okay, ich kann ja verstehen, dass das im Moment etwas viel für dich sein mag, aber sich so naiv vor der offensichtlichen Wahrheit zu verschließen ist kindisch." Er verschränkte die Arme vor der Brust und starrte eindringlich auf sie hinab. "Du bist also schon in jungen Jahren in diese Welt gefallen und glaubst nun, hier geboren zu sein", vermutete er langsam. "Aber obwohl diese besonderen Fähigkeiten in dir stecken hast du dir nie auch nur vorstellen können, vielleicht nicht von dieser Welt zu sein?" Er schüttelte den Kopf. "Und kaum bieten wir dir eine Antwort in diese Richtung an, wirst du bockig?" Er stieß ein kurzes Seufzen aus, bevor er sich grinsend zu ihr hinunterbeugte. "Und du willst mir verbieten, dich Kleine zu nennen, wenn du dich doch so kindisch verhältst?" Zoro neben ihm nickte beipflichtend. "Außerdem hat niemand verlagt, dass du deine Eltern verleumden sollst, nur weil sie nicht deine leiblichen sein mögen. Ich wäre der letzte, der behauptet, dass Familienbanden nur durch gemeinsames Blut geschmiedet werden können."
      Sie wollte ihm nicht zuhören. Stattdessen schien sie immer abweisender zu werden, umso länger das Gespräch sich fortsetzte. Zuletzt drückte sie sich auch an Ace und Zoro vorbei, zu dem noch immer stumm dasitzenden Luca, der der jungen Frau kampflos die kleine Katze und den Pully abtrat. "Wo willst du hin?", wollte die Feuerfaust heute schon zum zweiten Mal von ihr wissen, als sie sich den Pullover überstreifte und sich an den Abstieg des Hauses machte. "Warte doch mal." Gerade wollt er der Kleinen nach, als er sich daran erinnerte, nicht alleine auf dem Dach zu sein. Die zum Teil verletzten Menschen starrten ihn fragend und hilfesuchend an und entlockten dem jungen Mann ein tiefes Seufzen. Zumindest ließ ihn das näher kommende Geräusch von Sirenen etwas entspannen. "Wie ihr hört, ist Hilfe bereits auf dem Weg", verkündete er laut, bevor er sich an Luca wendete, der etwas verloren auf seine nun leeren Hände starrte. "Du solltest dich auch einmal durchchecken lassen."
      "Und was hast du vor?", fragte der Blonhaarige Ace mit Skepsis in den Augen. "Willst mich nach allem was passiert ist, einfach alleine hier sitzen lassen?"
      Ace schüttelte den Kopf. "Ich muss das mit der Kleinen irgendwie klären, mir passt es gar nicht, wie verblendet sie an diese Sache herangeht. Ich bin mir sicher, man wird dich und die restlichen Leute hier ins nächste Krankenhaus bringen. Dort sehen wir uns definitiv wieder. Versprochen!"
      Eine Zeit lang sah Luca noch mit zusammengezogenen Augenbrauen zu dem Schwarzhaarigen auf, dann stieß er lange und seufzend die Luft aus und wendetlte ihn mit der Hand davon. "Okay, okay... ich werde dich ja sowieso nicht aufhalten können."
      Ace grinste dankbar. "Das nächste Essen geht auf mich", versprach er und machte sich dann daran, Jocelyn zu verfolgen.
      "Was ist dein Plan?" Wie erwartet war ihm der Spinatschädel vom Dach gefolgt und stapfte ihm nun mit den Händen in den Hosentaschen hinterher.
      "Ich geb's ja ungern zu, aber diese Kleine von eben hat mir vorhin das Leben gerettet und vermutlich auch meinem Freund. Ich glaube sie hat da einige Dinge über ihre Vergangenheit verdreht und ich will noch einmal mit ihr reden."
      Zoro zuckte nur mit den Schultern und folgte dem Schwarzhaarigen dann stumm. Offensichtlich hatte er im Moment sowieso nichts besseres zu tun.
      Lange mussten sie nicht laufen, um die Rothaarige wieder einzuholen, die noch immer sichtlich unglücklich durch die schlammigen und feuchten Gassen stapfte. Überall lagen davongeschwämmte Autos, Brocken von Hauswänden, Fernseher, zerrissene Möbel und diverse andere Dinge herum. und zwischen all diesen Trümmern ließen sich immer und immer wieder leblose Körper entdecken... Nachdem die Fluten sich gesenkt hatten, war das wahre Ausmaß der Zerstörung unverkennbar geworden und der Feuerfaust zog es die Brust zusammen, bei dem Gedanken, wie viele Opfer diese Wassermassen gefordert haben mussten.
      "Jocelyn! Warte doch, lass uns noch etwas reden!" Mit schnellen Schritten schloss er zur Rothaarigen auf, welche natürlich nicht auf ihn hören wollte und ihrerseits versuchte wieder Abstand zu gewinnen. Dieses sture Frauenzimmer... Aber wenn sie nicht hören wollte... Ein Grinsen umspielte seine Lippen, als er mit einer schnellen Handbewegung seine Teufelskräfte rief und eine Wand aus Flammen an der Kleinen vorbei schießen ließ. Vor ihr machte der Feuerwall einen Bogen und versperrte ihr in der nächsten Sekunde eindrucksvoll den Weg. "Ich sagte, wir müssen reden, also hör endlich mit diesem kindischen Davonrennen auf."

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      Merida Serrano


      Wie erwartet hatte sie es mit ihren Worten etwas übertrieben, und musste sich nun die Predigt der Pandamütze anhören. Trotzdem ließ sie sich kein bisschen von ihm einschüchtern, auch wenn er sich groß vor ihr aufstellte. "Ist es denn immer noch eine Beleidigung, wenn man die Wahrheit ausspricht?", wollte sie geradeheraus wissen und hielt seinem düsterem Blick stand. Auch wenn sie dieses kleine "Blickduell" nicht lange durchstehen musste. Pandamütze, dessen Name Trafalgar zu sein schien - ein seltsamer Name für einen seltsamen Kerl - wendete sich schon bald wieder desinteressiert von ihr ab, offenbar in dem Bestreben alleine die Stadt zu erkunden.
      Merida konnte darüber nur den Kopf schütteln. Diese Kerle fielen auf, wie bunte Hunde! Wortwörtlich, immerhin war einer von ihnen wirklich ein überdimensionierter sprechender Hund auf zwei Beinen.
      Zumindest die hochgewachsene Schwarzhaarige, die sich zuletzt an sie wendete, schien so etwas wie Vernunft zu besitzen. Nach ihren Worten nickte Merida kurz verstehend. Pandamütze tat also nur so grimmig? Ob er genau wie sie, einfach nicht wusste, wie man sich vernünftig ausdrückte? Sie schüttelte leicht den Kopf. Darüber könnte sie sich auch später noch Gedanken machen. Jetzt musste sie erst einmal Jocy finden und anschließend zum Restaurant zurückkehren. Hoffentlich waren ihre Eltern noch immer in Sicherheit.
      Da das Laufen durch die Trümmer noch immer eine Herausforderung darstellte und vor allem der Anblick dutzender Leichen ihr Herz schmerzhaft zusammenzog, erklomm sie wieder die Hausdächer. So würde sie Jocy hoffentlich auch schneller finden können.
      Gerade als sie aber wieder losspringen wollte, konnte sie eine riesige Wand aus Flammen zwischen zwei Häusern emporsteigen sehen. Was zum...?!
      Sorge in der Brust sprang sie darauf zu. Jocelyn hasste Hitze und Flammen. Merida wollte sich nicht ausdenken, was geschehen würde, sollte die Rothaarige von diesem Feuer erwischt worden sein.
      Bald schon hatte sie das verwirrende Szenerio erreicht und starrte ungläubig auf die drei hinab. Wie erwartet wirkte Jocy alles andere als glücklich über die Situation, während der Schwarzhaarige mit Sommersprossen von vorhin sie mit einem überlegenen Grinsen musterte. Und nicht nur er. Auch der Spinatschädel von vorhin beobachtete das Treiben der Beiden recht gelangweilt.
      "Was soll das werden?" Merida hatte die Situation zwar noch nicht ganz verstanden, aber diese Flammen... sie mussten ihren Ursprung bei dem Schwarzhaarigen haben. Offensichtlich war nicht nur sie auf seltsame Gestalten getroffen, Jocy war es ähnlich ergangen.
      "Die Frau von vorhin?" Der Schwarzhaarige betrachtete sie eingehend, während sich Merida schützend vor ihre Freundin schob.
      "Was hast du Jocy angetan?" Ihre Stimme glich dem Grollen eines Berglöwen.
      Aber ihr Gegenüber zuckte nur unschuldig mit den Schultern. "Ich wollte nur etwas mit ihr reden. Aber sie will ja nicht zuhören." Sein Blick legte sich intensiver auf Merida, als könnte er sie damit durchschauen. "Vielleicht hört sie ja aber auf dich, wenn du ihr klar machst, dass sie nicht die ist, die sie zu sein scheint."
      Merida verkrampfte sich, während sie sich langsam zu Jocelyn umdrehte. In den rötlich flimmernden Augen ihrer Freundin konnte sie leichte Verzweiflung erkennen. Die Schwarzhaarige kannte diesen Ausdruck... Er trat immer dann in Jocys Gesicht, wenn man sie mit ihrer Vergangenheit konfrontierte. So hatte sie auch Merida damals angesehen, als diese behauptet hatte, dass sie wahrscheinlich aus einer anderen Welt stamme, was mit Sicherheit auch auf die Rothaarige zuträfe. Diese Mischung aus absolutem Missglauben und Zweifel an der eigenen Existenz... Merida hasste diesen entsätzlich verzweifelten Blick ihrer Freundin, weswegen sie seither nie wieder das Thema andere Welten und wahrer Existenz angesprochen hatte. Doch nach den heutigen Ereignissen war diese Sache wohl kaum noch zu verleugnen gewesen.
      Merida machte Anstalten, ihre Freundin in die Arme zu ziehen, in der Hoffnung sie etwas beruhigen zu können, als aufgeregtes Fußgetrappel sie alarmiert aufsehen ließ. "Die Explusion kam von dort!"-"Wir teilen uns auf. Wer weiß wie viele es sind."
      Augenblicklich verschwanden die Flammen um sie herum, als auch der Schwarzhaarige alarmiert den Kopf hob und in eine kleine Seitengasse schaute. "Verdammt, die Polizei."
      "Polizei?", der Grünschädel hinter ihm legte den Kopf schief.
      "Bedeutet Ärger", hielt Sommersprosse seine Erklärung kurz.
      Und er hatte Recht. Alles was hier geschehen war und ihr momentanes Verhalten würde jeden Polizisten argwöhnich werden lassen. Sollte Jocy in ihrem momentanen psychischen Zustand auch noch in einer Verhörzelle landen... sollte man herausfinden, dass sie nicht ganz dem Bild eines normalen Menschen entsprach... Nein! Das würde sie nicht zulassen. "Jocelyn!" Merida packte ihre Freundin fest an den Schultern. "Du musst zurück zum Restaurant gehen. Niemand wird es für seltsam halten, wenn ihr dort seid." Sie wendete ihren Blick zu den beiden Männern um. Sie wusste noch immer nicht, was es wirklich mit dem Schwarzhaarigen auf sich hatte, aber er schien nichts böses zu wollen. "Ich muss diese anderen Chaoten noch warnen, kümmert ihr euch in der Zeit bitte um meine Freundin."
      Sommersprosse wirkte zunächst etwas verwirrt, nickte dann aber langsam verstehend. "Okay, wohin?"
      Merida erklärte ihm schnell den Weg zum Restaurant und zog Jocy dann noch einmal kurz beruhigend in die Arme. "Wir reden später in Ruhe, versprochen?" Dann sprintete sie auch schon in die Richtung, in die zuvor Pandahut und co. marschiert waren. Wie würden diese Kerle wohl reagieren, sollten sie auf die Polizisten treffen? Merida befürchtete, dass es unnötige Verletzte geben könnte. Etwas, was es dringend zu verhindern galt.
      Tatsächlich waren die Polizisten schon erschreckend nah, als sie endlich wieder auf diesen Trafalgar und den Rest traf. Während er sie noch immer grimmig zu mustern schien, lächelte ihr zumindest die große Frau von vorhin und der blauhaarige Riese grüßend entgegen. "Ihr müsst euch verbergen!", verlangte Merida streng und packte fordernd den Oberarm des Pandahutes. "Ich weiß, du willst nicht auf mich hören, aber in dieser Welt gelten andere Gesetze, als du sie vielleicht gewohnt bist. Und ich glaube selbst du, bist intelligent genug, um in einer dir unbekannten Welt kein absolutes Chaos zu veranstalten, dass dir am Ende nur selbst ein Bein stellen würde?" Sie stierte ihn herausfordernd an, bevor sie sich an die anderen seltsamen Gestalten wendete. Vor allem die Langnase schien über ihre Worte entsetzt und schaute nun flehend zu dem Schwarzhaarigen. "Vielleicht sollten wir auf die Frau hören?"
      "Er hat Recht", pflichtete die vernunfbegabte Frau von vorhin bei. "Law-Kun. Wir kennen diese Welt nicht und sollten sie nicht aus ihren Fugen reißen, bevor wir uns besser auskennen."
      Merida nickte ihr dankend zu, bevor sie wieder zum Pandahut aufsah, noch immer ihre Hand fordernd auf seinem Oberarm. "Ich kenne einen Platz, wo ihr vorerst unterkommen könntet, bis sich die Situation hier beruhigt hat." Oh... ihre Eltern würden die Nerven verlieren...

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    • Jocelyn Salvatore
      Jocelyn drückte Ginger fester an sich und beschleunigte sogleich ihre Schritte, nachdem sie eigentlich ein wenig langsamer gehen wollte, als sie Ace‘ Stimme gehört hatte, die nach ihr rief. Das durfte ja wohl nicht wahr sein! Hatte dieser Typ keine Hobbys oder andere Leute, die er nerven und mit der angeblichen Wahrheit konfrontieren konnte? Verstand er nicht, dass sie absolut keine Lust hatte sich länger diesem Irrsinn anzutun? „Verschwinde, du Irrer!!“, schimpfte sie über ihre Schulter zurück, ehe sie erschrocken zurücksprang, als sich eine immense Feuerwand vor ihr aufbaute. Auch Ginger fauchte und krallte sich in den dunklen Hoody Jocelyns, während diese schwer atmend zu Ace zurücksah und ihn böse anfunkelte. Sie zitterte am ganzen Körper, da diese Flammen – so nah bei ihr – ihr das Gefühl gaben, zu ersticken. Also doch. Er hatte diese Kräfte, so wie sie es geahnt hatte. Und doch würde sie ihm nicht die Genugtuung geben, ihm zu zeigen, wie sehr ihr dieses Feuer gerade zusetzte. Schon hatte sich ihre Haut von fließendem Wasser umgeben, noch ehe ihr das Feuer noch mehr zusetzen würde. Verbissen sah sie Ace ins Gesicht, wollte den Mund öffnen und ihm widersprechen, ihm wüste Beschimpfungen und Flüche an den Kopf werfen, doch ihre Gesichtszüge schienen wie gelähmt. Sie wollten sich einfach nicht rühren, weshalb sie sich lieber auf den Wettkampf einließ, wer den jeweils anderen am finstersten anstarren konnte. Auch wenn das, was sie in Wahrheit innerlich immer noch auffraß, ihren Blick wohl ziemlich abschwächte und sie nichts lieber täte als bloß ganz weit von diesen Leuten fortzukommen und bloß nichts mehr davon zu hören. Allerdings bemerkte sie sehr schnell, dass sie die Einzige war, die gerade am Wettkampf der bösen Blicke teilnahm. Je länger sie Ace in die Augen sah, merkte sie, dass er kein bisschen böse, sondern eher belustigt und neugierig dreinsah, als genervt oder gereizt oder Ähnliches. Fast so, als würde ihn die Situation mit ihr auf eine gewisse Weise amüsieren. Zudem konnte sie, außer seiner Entschlossenheit die gesamte Zeit schon nichts Anderes erkennen, das ihr ein Dorn im Auge sein könnte. Leider.. auch Nichts, das auf Unaufrichtigkeit oder einen Heuchler schließen lassen könnte. Er wollte wohl lediglich, dass sie ihm zuhörte. Aber wieso? Selbst wenn das Alles wahr sein sollte, wollte sie es nicht hören! Warum also kümmerte es ihn, ob sie die Augen davor verschließen wollte?
      Plötzlich jedoch zuckte Jocelyn zusammen, als eine ihr sehr vertraute Stimme in der Straße, in der sie standen, hallte. Schon tauchte Merida direkt vor ihr auf und versuchte sie wohl zu schützen, wie vor einer Bedrohung, mit der Jocelyn nicht fertig werden könnte. Aber.. wieso? Sie glaubte wohl, dass diese Beiden eine Art Bedrohung für sie darstellten, auch wenn das wohl nicht gänzlich der Fall zu sein schien. Sie versuchten sie nur mit Etwas zu konfrontieren, zu dem sie schlicht und einfach nicht bereit war. Nur eine kurze Konversation zwischen den beiden Schwarzhaarigen später begegnete Jocelyn dem Blick ihrer Freundin und musste schwer schlucken. Sie kannte diesen Blick nur zu gut. Als ob ihre Freundin sie röntgen und völlig durchschauen würde, was sie leider Gottes viel zu oft konnte. Allein die Art und Weise wie sie Jocelyn mit einer Spur aus Mitleid ansah, sagte ihr, dass sie sehr genau wusste, was gerade in dem Inneren der Rothaarigen vor sich ging. Sie senkte langsam das Gesicht, um diesem auffordernden Blick die Wahrheit auszusprechen, irgendwie entgehen zu können. Doch nur wenige Wimpernschläge später schreckte sie zusammen mit den anderen hoch und hörte genau wie unzählige Füße sich schnell näherten – die dazu gehörenden Personen in herrischen und beinahe militärisch wirkenden Tonlagen sprechend. Der schwarzhaarige Feuerteufel sprach dann auch sogleich genau das aus, was sie dachte. Polizisten waren auf den Weg hierher und mit einem Mal wurde Merida richtig panisch, packte Jocelyn an den Schultern und befahl ihr zum Restaurant der Familie Serrano zu gehen. Ihre Augen.. Jocelyn hatte schon immer einen Fable dafür gehabt, Augen zu analysieren und besonders die ihrer besten Freundin. Und gerade strahlten diese äußerste Angst aus; und das Einzige, das ihr je wirklich Angst machen konnte, war, wenn sie ihre Familie oder Jocelyn in großer Gefahr wusste. Und gerade schien ihre Angst um die Rothaarige so groß, dass sie sie diesen fremden Irren anvertraute und sie sogar dafür sorgen wollte, dass sie alle und noch einige Weitere sich im Restaurant der Serranos versammeln würden. „Was hast du vor?“, krächzte sie Merida ins Ohr, als sich beide umarmten. Doch schon im nächsten Moment rannte Merida davon und Jocelyn setzte ihr nach, doch Zoro hielt sie am Arm fest. „Ah. Sorry, aber deine Freundin meinte, wir sollen aufpassen, also: Du bleibst bei uns. Wo sollen wir nochmal hin, Ace?“ – „Zum Restaurant.. Ich hoffe, es steht noch.“, erklärte Jocelyn und riss ihren Arm aus Zoros Griff, den sie sich mit finsterem Blick zu ihm rieb. „Meine Fresse.. Musst du so zupacken? Du hättest mir den Arm ausreißen können!“, knurrte sie den Grünschopf an, ehe ihr Blick wieder in Richtung der entschwundenen Merida wanderte. Doch da sie nun sogar schon die ersten Polizisten in der Ferne erkennen konnte, die schnell näher auf sie zu rannten, lief sie mit den Zweien in die entgegengesetzte Richtung los – sich verärgert auf die Unterlippe beißend. Sie verstand nicht wirklich, weshalb die Polizei Ärger bedeutete. Aber eins stand auch für sie fest: In einem Verhörraum wollte sie am Ende des Tages nicht landen, nur weil die Polizei einen Sündenbock für diese ganzen Katastrophen suchte. Und das Problem war offensichtlich, weshalb Merida sie in Sicherheit wissen wollte: Die Stadt wurde von einer riesigen Flut erfasst, die viel Zerstörung verursacht und Leben gekostet hat – Jocelyn hatte leider Gottes die Fähigkeit Wasser zu kontrollieren und zu befehligen. Wenn herausfände, was sie konnte, dann würde man ihr diese Katastrophe zuschreiben und vermutlich würde sie schon bald auf einem Untersuchungstisch landen. Und die beiden anderen würden auch sicherlich nicht sehr viel besser davonkommen können, so wie sie sie einschätzte. Ja, vermutlich war es Besser unterzutauchen. Dennoch, allein wie sich die Beiden verhielten, wirkte so als wären sie es gewöhnt vor dem Gesetz davonzulaufen. Kritisch beäugte sie die beiden, während sie davonrannten und war verwundert, wie schnell sie waren und dabei nicht mal ins Schwitzen kamen. Sie war auch keineswegs langsam! Aber mit denen könnte sie sich wohl nie wirklich messen. Nicht auf lange Zeit gesehen. Und erst recht nicht bei einem offiziellen Wettbewerb.
      Doch nachdem sie eingie Straßen eitergerannt waren, rannten ihnen eine Traube von uniformierten Polizisten entgegen. "Halt!!", bellte einer von ihnen, sodass alle Drei in der Bewegung innehalten mussten. Okay, das war jetzt suboptimal. Sie kamen genau aus der Richtung des 'Tatorts' gerannt und wirkten - wenn man das seltsame Aussehen des Grünschopfs bedachte - sicherlich ziemlich verdächtig. Gut, da half dann wohl nur eines.. Gerade als sie hörte, wie einer der Polizisten in sein Funkgerät über verdächtige Indivuuen sprach, rannte sie lauthals weinend auf diesen zu und drückte sich - mit Ginger in ihren Armen - an dessen Körper. Perplex sah er zu dem Mädchen, genauso wie die anderen. "Oh Gott sei dank! Es ist alles s-so schrecklich! Das viele Wasser... u-unsere Eltern! Wo sind unsere Eltern!? Bi-Bitte helfen Sie uns, sie zu finden! Oh, bitte! Helfen Sie uns! M-Mein Bruder, sein Freund und ich suchen sie schon die ganze Zeit, aber... aber.." Ihre Stimme erstarb unter den vielen Schluchzern, während der Polizist etwas unbeholfen versuchte sie zu trösten. Erst jetzt beäugten sie die zwei jungen Männer und das Mädchen genauer und schienen ihre Körperhaltung etwas zu entspannen. Wohl schienen sie nicht länger zu glauben, dass diese Drei für Etwas verantwortlich gemacht werden könnten, auch wenn sie sich bei dem Grünling wohl nicht gänzlich sicher sein konnten. "Ganz ruhig, Kleines. In der ganzen Stadt fahren die Polizei, Feuerwehr und Rettungswagen umher. Vielleicht sind eure Eltern längst in einem Krankenhaus. Sie werden sicher froh sein, dass euch Nichts zugestoßen ist. Aber sagt mal.. habt ihr eben etwas Verdächtiges gesehen? Eine Explosion? Habt ihr gesehen, was sie verursacht hat?" Jocelyn nickte langsam und deutete mit zitternden Arm hinter sich. "Da war.. ein großes Feuer. Aus einem Gebäude.. Wir haben uns furchtbar.. er-erschrocken und sind schnell davon gerannt. B-Bricht der Vulkan jetzt auch noch aus??" - "Nein, das wird shcon nicht passieren, Kleines. Am besten lauft ihr die Straße weiter entlang und lasst euch bei dem nächsten Rettungswagen mal durchchecken. Ihr habt sicher auch viel durchmachen müssen." - "Wir müssen jetzt weiter!", ermahnte ein anderer den Polizisten und warf den Dreien, außer einem strengen Nicken, nur noch einen flüchtigen Blick zu, ehe sich die Polizisten rennend weiter auf dem Weg machte. Der Polizist, an dem sich Jocelyn geklammert hatte, wuschelte ihr noch kurz durch das Haar und lief ihnen ebenfalls nach. Lange sah sie den Männern nach und hob aprubt die Hand, als Zoro den Mund aufmachte und wohl recht lautstark etwas sagen wollte. Dabei traf ihn ein strafender Blick. Erst als die Männer komplett außer Hör- und Sichtweite waren, ließ sie die Hand sinken und seufzte genervt. "Was für Trottel.. Echt mal. Alle Männer sind gleich. Sehen ein 'kleines' Mädchen heulen und schon vergessen sie jegliche Vorsicht. Als ob ein 'kleines' Mädchen keine Terroristin doer sowas sein könnte." Gereizt schnaubte sie aus. "Der Typ kann froh sein, dass ich ihn nicht ersaufen lassen hab, bei dem ständigen 'Kleine', das er mir zuwarf." Sie drehte ihr Gesicht ihnen zu. "Kommt. Und lasst uns bitte nicht wieder in solche Idioten rennen. Keine Lust wieder so ein Theater abzuziehen, ehrlich. Ansonsten darf beim nächsten Mal einer von Euch die melodramatische Heulnummer eines kleinen Mädchens durchziehen." Dabei warf sie ihnen ein provokantes Grinsen zu.

      Trafalgar D. Water Law
      Trafalgar hatte seine freie Hand in einer seiner Hosentaschen verschwinden lassen, während er durch den Schutt und Dreck mit den anderen trat und die hilflosen und wimmernden Menschen nur hin und wieder mit einem Blick bedachte, die sich entweder gegenseitig verarzteten oder nach Verwandten oder Freunden in den Trümmern suchten und nach ihnen verzweifelt riefen. „Unfassbar, dass eine einzige Flut so viel Chaos anrichten konnten, Leute..“ – „Tja, scheinen wohl keine stabilen Gebäude gewesen zu sein. Die haben echt schreckliche Baumeister angeheuert.“, meinte Franky, der beim Vorbeigehen an eine der Säulen eines Gebäudes mit dem ‚Fingerknöchel‘ klopfte, auch wenn man dies wohl kaum noch Fingerknöchel hätte nennen können, da es eher eine riesige Roboterhand war. „Kannst ihnen ja Tipps geben, bevor wir wieder zurückfahren.“, schlug Robin kichernd vor, während Usopp schwer seufzte. „WENN wir überhaupt nachhause kommen können. So, wie die Dinge zurzeit stehen.. Mh? Nanu? Hört ihr das auch?“ – „Immer positiv denken, Usopp-dono! Und.. Ja, ich glaube ich hör auch etwas? Ein Tier, das nach Hilfe schreit? Ein lautes Tier? Ein großes Tier!“ – „Ein großes und lautes Tier??? Vielleicht ein Monster!?“ – „Oh, das wäre sicher spannend, meint ihr nicht auch.“ – „Suuuuuper! Luffy wird sich hassen, dass er die neuen Monster hier verpasst!“ – „hier gibt es nur ein Monster ähnliches Wesen..“, murmelte Trafalgar und deutete auf die sich nähernde Merida, die hysterisch rief und ihn am Arm packte. Zunächst hörte er ihr ruhig zu, aber seine Brauen zuckten, als sie eine subtile Beleidigung innerhalb ihrer Warnung und Hilfeleistung versteckte. Und auch wenn die anderen ihre Hilfeleistung wohl gerne annahmen, glaubte er, dass es ihr gar nicht schaden würde, wenn sie in Zukunft aufpasste, wie sie mit ihm sprach. „Einverstanden. Wir folgen dir zu diesem Ort und halten uns bedeckt. Aber vorher“ Er zog seine Hand aus der Hosentasche und in dem Moment, als die anderen das sahen, zuckten nicht gerade wenige von ihne zusammen und traten einen Schritt zurück. „Shambles“, hörte man ihn nur noch sagen und im nächsten Augenblick war sowohl sie als auch Franky auf die Knie gestürzt und fassten sich an den Brustkorb. „Dann zeig uns mal den Weg“, sprach er, drehte sich von Merida jedoch ab und blickte auf den blauhaarigen Cyborg herab. „Und bedenke: solltest du uns in die Irre führen, bleibst du so. Im Moment zu mindest liegt dein …Schicksal in meinen Händen. Oh, und wo wir dabei sidn: Überleg dir mal WARUM du dich jetzt im Körper dieses Ro—“ – „TRA-FAL-GAR!!!!!“, brüllte Frankys Stimme aus Meridas Körper heraus, packte ihn am Kragen und schüttelte ihn heftig durch. „Mach das SOFORT rückgängig!!!“ – „Sonst was? Willst du, dass ich dich, beziehungsweise IHREN Körper zerteile, wenn du mir zu sehr auf die Nerven gehst? Dann verantwortest du das, nicht ich. Und jetzt lasst uns gehen, oder wollt ihr doch Ärger mit den Bewohnern hier haben?“ Er riss sich von Frankys zarten Frauen Händen los und sah zu dem Cyborg Körper zurück. „Und? Wo lang?“

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    • Portgas D. Ace


      Zum ersten Mal bröckelte die taffe Fasade der jungen Frau, kaum dass sie sich seinen Flammen gegenüber sah. Konnte er da in ihren Augen etwa Furcht erkennen? Umgehend schwächte er die Intensität seines Feuers. Er wollte sie etwas erschrecken, aber sicher nicht in blanke Angst versetzen. Allerdings wusste sie sehr wohl sich selbst zu schützen. Zwar war der Film aus Wasser um ihren Körper nur dünn, aber er war dennoch zu sehen und hielt sicherlich efektiv die Hitze seiner Flammen von ihr fern.
      "Oho!", machte Zoro hinter ihm staunend, während Ace sein Gesicht nur zu einem Lächeln verzog. Ja, die Kleine war wirklich interessant. Auch wenn sie nur zum Teil Fischmensch sein konnte, verfügte sie dennoch über beeindruckende Kräfte.
      Allerdings waren ihre Fähigkeiten im Moment nicht das Wichtigste, weswegen Ace es erneut mit einem vernüftigen Gespräch mit der Kleinen versuchte. Allerdings kam er nicht weit. Noch bevor er seinen Mund wirklich öffnen konnte, wurde er von einer wütenden Stimme unterbrochen. Einen Herzschlag später wurde ihm der Blick auf die kleine Rothaarige verwehrt, stattdessen begegnete er stürmischen graubraunen Augen, die ihn fixierten, wie einen gefährlichen Mörder. "Die Frau von vorhin?", erinnerte er sich endlich, bevor die Schwarzhaarige ihn wütend anfuhr. Er sah keinen Grund darin, sie anzulügen und erklärte ihr die momentane Situation, was die junge Frau schnell begreifen ließ.
      Offenbar waren der Rotschopf und sie gute Freundinnen, so wie sie miteinander umgingen, aber er konnte sich nicht sonderlich lange damit befassen. Die Polizei hier war genauso lästig wie die Marine aus seiner Heimat, vor allem wenn es darum ging, zum ungünstigsten Zeitpunkt aufzutauchen. Umgehend ließ Ace seine Flammen verebben und machte auch dem verwundert dreinsehenden Spinatschädel hinter sich unmissverständlich klar, dass es Ärger geben könnte, sollte man sie hier finden.
      "Ich muss diese anderen Chaoten noch warnen, kümmert ihr euch in der Zeit bitte um meine Freundin." Zuerst begriff Ace nicht, dass sich diese Worte an ihn und Zoro richteten und tatsächlich verwunderte ihn das plötzliche Vertrauen der jungen Frau auch ziemlich. Aber er gab sich schnell mit ihrer Bitte einverstanden und ließ sich die Richtung weisen, bevor die Schwarzhaarige auch schon wieder verschwand.
      Zumindest schien Jocelyn sich wieder gefangen zu haben und spätestens als sie sich aus Zoros festem Griff befreite, war das sture freche Gör wieder zurück, was Ace unversehens zum Schmunzeln brachte. Irgendwie hatte er diesen Charakterzug an ihr bereits jetzt schon etwas lieb gewonnen.
      Scheinbar hätte er sich den Weg zu besagtem Restaurant nicht einmal merken müssen, als die Kleine auch schon die Richtung vorgab. Dass Tempo, dass sie dabei ansetzte war nicht von schlechten Eltern, auch wenn es weder ihm noch Zoro wirklich schwer fiel, mit ihr mitzuhalten. Aber selbst über die zahlreichrn Trümmerbrocken bewegte sie sich geschickt und schnell und sofort fragte er sich, wie sie wohl im Kampf war. Ein Duell mit einem halben Fischmenschen... Das könnte eine interessante Herausvorderung werden, selbst für ihn.
      "Halt!!" Die drei verharrten umgehend an Ort und Stelle, als sie sich der Gruppe Polizisten gegenübersahen.
      "Was für komische Aufmachungen, was wollen die damit denn darstellen?", kommentierte Zoro belustigt neben ihm und fing sich sofort einen warnenden Blick der Feuerfaust ein. Diese uniformierten Mützenträger waren zum Teil empfindlicher als jeder einzelne Marinesoldat, wenn es um Beamtenbeleidigung ging. In der momentanen Situation konnte alleine so ein Kommentar einen unfreiwilligen Aufenthalt im Staatsgefängnis bedeuten. Vor allem da der Grünschädel in den Augen dieser Männer erst recht verdächtig wirken musste. Ace hoffte nur, dass sie den Schwertern des Piratenjägers aufgrund der momentanen Aufregung keine große Beachtung schenken würden.
      Aber scheinbar war seine Angst vollkommen unbegründet. Erstaunt durften beide Männer beobachten, wie die kleine Rothaarige ein filmreifes Schauspiel vor den Polizisten darbot. Selbst Ace hegte kurz den Drang das verheulte kleine Mädchen trösten zu müssen, zwang sich aber an Ort und Stelle zu verharren und das kleine Spiel der jungen Frau mitzuspielen. Wobei er sich letztendlich einfach dazu entschied, betroffen drein zu blicken, ab und an bestätigend zu nicken, wenn der Polizist bei Jocelynn zu ihm aufsah, und ansonsten zu schweigen. Obwohl man den Grünschädel noch ein paar mal skeptisch beäugte, schien man der Rothaarigen zuletzt wirklich zu glauben.
      Aber erst als die Truppe abgezogen war, gestattete es sich Ace einmal tief durchzuatmen und breit grinsend auf die junge Frau zuzugehen. "Gute Leistung, Jocelyn", meinte er mit Betohnung auf ihren Namen. Selbst er sah ein, dass es eine dumme Idee wäre, die so schon gereizte Frau noch weiter aufzuziehen. Vor allem wenn sie heil bei diesem Restaurant ankommen wollten. "Aber die Rolle des kleinen hilflosen Mädchens, scheint dir wie auf den Leib geschustert zu sein", musste er einfach noch mit einem leichten lachen zufügen, während Zoro neben ihn in sich hineingrinste. "Aber du hast recht, wir sollten uns beeilen."
      Der Weg führte sie weiter durch zutrümmerte Gassen und an zerstörten Häusern vorbei. Offenbar war das Restaurant nicht allzu weit vom Zentrum der Katastrophe entfernt gewesen und Ace beschlich die Befürchtung, dass das es den Wassermassen erlegen war, wie die meisten anderen Gebäude um sie herum.
      Dann endlich bogen sie in die letzte Gasse ein und Ace staunte nicht schlecht. Eines der Häuser hatte es kaum beschädigt, mal von der zerrochenen Glasfassade und dem Chaos aus Stühlen und und Tischen im Inneren abgesehen. Doch trotz der Köchelhohen Wasserpfütze und der ganzen Zerstörung, konnte er selbst jetzt noch erkennen, dass es sich hierbei um ein Restaurant handeln musste. Eine recht große Gruppe von Leuten stand am Eingang. Bleiche Gesichter, entsetzte Mienen und viele Tränen in den Augen, aber niemand schien verletzt zu sein. War das etwa eine Hochzeitsgesellschaft?
      Eine etwas älterer Frau inmitten der Menge erkannte, wie die drei näherkamen und lief umgehend auf den Rotschopf zu. "Jocelyn! Dir geht es gut, Gott sei dank!" Noch bevor sie wirklich richtig angekommen waren, schloss besagte Frau die Kleinere herzlich in die Arme. "Ich habe mir ja solche Sorgen gemacht." Langsam löste sie sich wieder und schaute die Rothaarige eingehend an. "Weißt du, wo Merida ist?"


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      Merida Serrano


      In der einen Sekunde sprach sie noch mit Pandahut und in der nächsten durchzuckte auch schon ein ziehender Schmerz ihre Brust. Einen Herzschlag lang bekam sie keine Luft mehr und sackte auf ihre Knie, bevor sie etwas dagegen unternehmen konnte. Was... war passiert? Angestrengt stieß sie den Atem aus und wunderte sich darüber, wie schwer ihr das fiel. War ihr Körper eigentlich schon immer so schwer und seltsam steif gewesen? Nur langsam öffnete sie die zuvor zusammen gepressten Augenlider und starrte auf den nassen Boden hinab. Dann bewegte sie probeweise ihre Hand... ihre Hand?! Nein, dass war nicht ihre Hand! Dieses riesige blaue Ungetüm mit klobigen Fingern... das gehörte nicht zu ihr und trotzdem hörte es auf ihren Befehl, als sie ihre Hand zur Bewegung zwang. Was... Nein...! Sie versuchte sich auf ihren restlichen Körper zu konzentrieren und richtete sich langsam etwas auf. Warum hatte sie das Gefühl bereits kniend so groß zu sein, wie normalerweise stehend? Und was in Gottes Namen war das für ein Teil zwischen ihren Beinen?!
      Bevor sie sich weitere Gedanken darüber machen konnte, wurde sie von den Worten des Schwarzhaarigen abgelenkt. Hatte er nicht zuvor auf der anderen Seite gestanden? Und wovon redete er da? So bleiben? Ihr Schicksal in seinen Händen? Was zum Teufel meinte dieser Mann? Doch bevor er weiter reden konnte wurde er von... ihr unterbrochen! Nein... von ihrem Körper! Was... was geschah hier verdammt nochmal?!
      "Was hast du mit mir gemacht?", fragte sie langsam und bedächtig, während sie sich vorsichtig auf diese ihr fremden Beine stellte. Einen Moment lang taumelte sie unter dem fremden Körpergewicht. Und selbst ihre Stimme fühlte sich falsch in dieser Kehle an.
      Ihre Augen wanderten von dem Pandahut zu ihr selbst, zu ihrem Körper. Ein Ausdruck von Wut und Frustration lag in dem Gesicht des jungen Frauenkörpers. Seit wann war sie denn zu solchen Mimiken fähig?
      Dann - langsam - sickerte die Erkenntnis in sie ein. Ihr war unbegreiflich, wie es diesem Trafalgar gelungen war und wie so etwas überhaupt möglich sein konnte, aber er hatte ihr Bewusstsein mit dem des blauhaarigen Riesen getauscht. Sie ballte die riesigen Hände zu Fäusten und biss die Zähne zusammen, in dem Versuch ihre aufsteigende Wut zu kontrollieren. Sollte sie jetzt auf diesen elenden Mistkerl losgehen und dass auch noch mit einem ihr fremden Körper, würde es die Situation sicher nicht verbessern. "Ich kann ja verstehen, dass dir meine Art nicht passt und du mir eine 'Lektion' erteilen willst", grummelte sie düster und um ihre Beherrschung bemüht. "Aber, dass du deine eigenen Kameraden damit hineinziehst... Selbst von Piraten hätte ich mehr Anstand erwartet." Eisern starrte sie ihm in die sturmgrauen Augen. Zumindest konnte sie dieses Mal auf diesen elenden Kerl hinunterblicken, anstatt zu ihm aufsehen zu müssen. Dann endlich wendete sie sich von ihm ab. "Folgt mir."
      Dieser riesige Körper war absolut nicht für sie geschaffen und es kostete sie einige Minuten, sich an seine steifen Bewegungen zu gewöhnen. Zumindest waren die dünnen Beine stark genug, um ihr ein schnelles Vorankommen zu gewähren, während sie die Truppe durch die Trümmer lotste. Bald schon kam das Restaurant in Sicht, doch als Merida die Menschtraube am Eingang bemerkte, streckte sie den langen und breiten Arm dieses halben Roboters zur Seite aus, um alle hinter sich zum Anhalten zu bringen. "Halt. Wir sollten uns hintenrum reinschleichen." Doch noch bevor sie, die Piraten in eine weitere Gasse zum Hintereingang schleußen konnte, schaute sie noch einmal zu ihren Eltern und der Hochzeitsgesellschaft. Erleichert konnte sie beobachten, wie ihre Mum soeben Jocy herzlich in die Arme schloss. Es ging ihnen also allen gut. Welch ein Glück. "Kommt." Mit diesen elendig breiten Schultern musste sie allen ernstes seitwärts laufen, um durch die Gasse zu passen. Dann hatten sie auch schon die Straße zum Hintereingang erreicht. Sie musste sich durch die Tür ducken, um den niedrigen Flur betreten zu können. "Bitte versucht leise zu sein", ermante sie die Gruppe hinter sich flüsternd, während sie endlich die Küche erreichten. Die Decke hier war höher und sie konnte wieder aufrecht stehen. Das Wasser musste bis hierher vorgedrungen sein. Sie lief durch knöchelhohe Pfützen und musste dutzenden umherschwimmenden Pfannen, Töpfen und Schüsseln ausweichen. Besteck und Kochutensilien lagen überall wild verstreut und sie bezweifelte, dass es im Restaurant vorn viel anders aussehen würde... Ihr und ihren Eltern stand viel Arbeit bevor.
      So leise es ging, stampfe Merida durch das Wasser und späte an der weißen Schwingtür angekommen durch das kleine runde Fenster in den Raum davor. Noch immer standen ihre Eltern zusammen mit Jocy, den zwei Männern von zuvor und den Hochzeitsgästen vor der zerbrochenen Glasfront. Zumindest schienen sich die Gäste so langsam zu verabschieden. Die meisten wirkten mindestens benommen, andere vollkommen schockiert und fassungslos. Sicherlich würden sie zu ihren Familien heimkehren wollen. Nach den heutigen Ereignissen hätten sie sicherlich viel zu verarbeiten. "Wir sollten noch warten, bis die Gäste verschwunden sind", meinte sie leise und wendete sich dann zu der Truppe seltsamer Gestalten hinter sich um. "Und es wäre lieb, wenn ihr etwas Mitgefühl und Empathie aufbringen könntet." Ihr Blick war nicht grundlos auf Pandamütze fixiert. "Es hängt von meinen Eltern ab, ob ihr hier bleiben dürft, oder nicht. Und im Moment bezweifle ich, dass ihr einen besseren Unterschlupf finden werdet."




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