~ The mysterious red benches ~ [Dindrane&Tayu]

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    • ~ The mysterious red benches ~ [Dindrane&Tayu]

      Alejandra:
      Mexico Morgens 6:05 Uhr
      Das Zimmer lag noch in absoluter Dunkelheit, die Wärme der Nacht hatte sich mit der verbrauchten Luft vermischt und zu einem unangenehm stickigen Gemisch gewandelt als der Wecker zum zweiten Mal versuchte Alejandra aus dem Bett zu bekommen. Mit einigen knurrigen Lauten versuchte sie das Geklimper auszuschalten. Ihre Hand tastete über den Boden, stiess auf das Handy und ohne hinzusehen beendete sie den Weckton. Gerade als die lockige, junge Frau sich wieder zusammen rollen wollte wurde die Tür aufgerißen und einer ihrer jüngeren Brüder schrie: "Andra! Du musst aufstehen! Mama sagt du musst uns zur Schule bringen oder mit dem Rad fahren."
      Bei diesen Worten war sie sofort wach. Unter keinen Umständen würde sie wieder mit dem Fahrrad fahren. Sie und dieses zweirädrige Teufelsding standen definitiv aufs Kriegsfuss miteinander. Erst letzte Woche hatte das Fahrrad beschlossen während der Fahrt den Vorderreifen zu verlieren, sie hatte Glück sich nicht ernster Verletzt zu haben. Deswegen würde sie nicht nochmal Freiwillig auf das Fahrrad steigen.
      Also erhob Alejandra sich, warf sich die Lockenmähne über die Schultern und zog die roten Vorhänge zurück um das Fenster zu öffnen. Die Luft strömmte ihr wohltuend entgegen und vertrieb die letzte Müdigkeit. Gewissenhaft wie ihre Mutter es ihr eingebläut hatte räumte sie die Schlafstätte von sich und die ihrer Eltern auf, damit der Raum später am Tag wieder als Wohnzimmer genutzt werden konnte. Ein eigenes Zimmer hatte Alejandra nicht, das gab die Wohnung mit so vielen Kindern einfach nicht her aber sie kannte es von Anfang nicht anders. Die beiden Schlafzimmer die es in der Wohnung gab teilten sich ihre 5 Brüder. Am Esstisch war meistens nicht genug Platz für alle, weswegen ihre Brüder meistens auf dem Sofa vor dem TV assen.
      Alejandra nutzte die wenige Zeit um sich in eine Jeans und ein weites, blaues Shirt zu werfen, ihre Haare zu bändigen und sich im Bad etwas aufzufrischen. Dann nahm sie von ihrer Mutter den Autoschlüssel, scheuchte Drei ihrer Brüder zum Auto um diese jeweils in der Schule und Vorschule abzuladen. Das Auto welches ihre Eltern besaßen war ein sehr in die Jahre gekommener Combi aber noch tat er wozu er da war. Ab und zu stotterte der Motor aber immer noch besser wie das Fahrrad. Danach musste sie zu dem Restaurant zu ihrer Arbeit. Sie parkte den alten Combi einige Strassen entfernt, da ihr Chef nicht erlaubte das sie einen der Kundenparkplätze besetzte. Mit dem geschulterten Rucksack schritt sie über den Asphalt in Richtung des Restaurants. Eine Querstrasse noch dann hätte sie ihr Ziel erreicht, doch bevor sie hingehen konnte musste sie noch ihre Schuhe wechseln da ihr Chef nur hochhackiges Schuhwerk duldete. Ohne weiter darüber nachzudenken setzte sie sich auf die rote Bank um sich die Turnschuhe auszuziehen.
      Plötzlich ergriff sie ein merkwürdiges Gefühl, als würde eine blitzartige Übelkeit sich ausbreiten und vor ihren Augen verschwommen ihre Finger die grade eben noch die Schnürsenkel ihrer Turnschuhe aufschnürren wollten. Alles wurde Schwarz...

      "Komm noch vor die Sonne nieder geht zur Redzone!", hallte eine glockenhelle, unmenschlich wirkende Stimme in ihrem Kopf. Sie wurde hin und her geschleudert, als hätte sie jemand in die Waschmaschine gesteckt. Feucht, warme Luft schien sie zu packen und in die andere Richtung zu drehen. "Komm noch vor die Sonne nieder geht zur Redzone!", schon wieder diese Stimme, desmal durchtrennte die Stimme den Sog und beendete den Wirbel. Wie nach einer viel zu langen Karussellfahrt riss Alejandra die Augen auf und setzt sich erst mal auf ihren Hosenboden. Erschrocken zog sie ihre Hände zurück die feuchtes Gras berührten. Ihre Augen huschten über ihre Umgebung, Grässer, hohe Bäume, Blumen die sie davor noch nie gesehen hatte. Wo war sie? Um sicher zu gehen ob sie möglicherweise träumte kniff sie sich selbst. "Au!", schmerzlich betrachtete sie die rote Stelle, definitiv kein Traum.

      @Dindrane
    • Ian
      USA, gegen 10 Uhr morgens

      In der Hand hielt Ian den halb zerknüllten Einkaufszettel, dem ihm sein Vater ihm an diesem Morgen mitgegeben hatte. Er studierte kurz dessen Inhalt, bevor er ihn wieder in seiner Jackentasche verschwinden ließ. Ein paar Getränke, eine bestimmte Eissorte, Girlanden, alles für eine Geburtstagsfeier. Genauer gesagt die Geburtstagsfeier des kleinen Sohnes der neuen Flamme seines Vaters. Eigentlich doch gar keine schwere Aufgabe, das Zeug zu besorgen, oder?
      Als er gegen 7 Uhr geweckt worden war, hatte Ian zuerst gedacht, irgendetwas Schlimmes wäre passiert. Ein Unfall, oder seine Mutter hätte sich gemeldet, seine Katze wäre gestorben, etwas Weltbewegendes halt. Etwas, dass selbst seinen Vater dazu zwang, sich in sein Zimmer zu wagen und seine Ruhe zu stören. Wo sie sich doch sonst beide seit Jahren so gut wie möglich mieden. Als er den echten Grund erfuhr, hatte er vor Erleichterung fast gelacht.
      „Ian, kannst du nachher kurz einkaufen gehen? Wenn du dich schon nicht auf der Feier sehen lässt, könntest du wenigstens eben in Stadt. Cindy und ich arbeiten heute den ganzen Tag, und morgen ist Feiertag und die Geschäfte haben geschlossen ...“ Ian klangen die Worte seines Erzeugers noch deutlich in den Ohren. Der vorwurfsvolle Unterton, ohne direkt auszusprechen, was sie doch eigentlich beide wussten. Nämlich, dass er selbst eigentlich zu nichts gebrauchen war, und dieser neuen Familie nur auf der Tasche lag. Wenigstens einen Tag im Jahr konnte Ian ihm für seine unendliche Güte danken und diese eine Aufgabe erledigen. Damit das Ganze nicht in eine Grundsatzdiskussion ausartete, hatte Ian rasch zugestimmt.
      Keine Chance, dieses grausame Schicksal noch abzuwenden. Wenn sein Vater sich schon dazu durchrang, gerade IHN um etwas zu bitten, hatten bereits alle Anderen abgesagt. Und so stand Ian jetzt, ein paar Stunden später und nachdem er sich nochmal hingelegt hatte vor dem Supermarkt. Seine Kapuze hatte er sich tief ins Gesicht gezogen. Obwohl Ian wusste, dass es ihn wohl in den Augen mancher anderer Passanten wohl noch seltsamer wirken ließ, gab es ihm das ein seltsames Gefühl der Sicherheit.
      Momentan war viel los. Wer zur Hölle stand so früh auf um einkaufen zu gehen? Mussten diese Menschen nicht arbeiten? Ein kurzer Blick durch die verglaste Schiebetür des Supermarkts verriet ihm sofort, dass sich hinter den drei geöffneten Kassen bereits scheinbar endlos lange Schlangen gebildet hatten. Stimmt, morgen war Feiertag, deswegen wollten alle heute noch ihre Einkäufe erledigen. Ian seufzte kaum hörbar, überlegte hin und her. Sollte er noch einen kleinen Spaziergang machen, und später wiederkommen? Allein der Gedanke an das Gedränge, die unzähligen Stimmen der anderen Kunden die nach draußen drangen gingen ihm schon jetzt auf den Geist.
      „Kannst du Penner noch was anderes als im Weg rumzustehen?“, riss ein älterer Mann ihn wieder aus seinen Gedanken, welcher sich gleich darauf grob an Ian vorbei drängelte um in den Supermarkt zu gelangen. Ian wusste erst nicht, was er darauf antworten sollte, und als ihm endlich eine schlagfertige Erwiderung eingefallen war, war der fremde Mann schon längst im Supermarkt verschwunden.
      Ach, scheiss drauf, dachte der sich. Anstatt das Gebäude ebenfalls zu betreten zündete er sich eine Zigarette an, und machte sich auf den Weg irgendeine Bank zu suchen und sich einen Augenblick hinzusetzen. Ian wusste genau, warum er die meisten Menschen absolut nicht ausstehen konnte.
      Er setzte sich auf eine rote Bank, die etwas weiter abgelegen von dem Supermarkt stand, aber trotzdem noch nah genug, dass er die Autos betrachten konnte, die den Parkplatz anfuhren oder ihn wieder verließen. Er würde warten, bis es etwas leerer wurde...

      In dem winzigen Moment, in dem Ian über die ganze Angelegenheit nachdenken konnte, hielt er das Geschehen für den Anflug einer heftigen Panikattacke. Die Übelkeit, das Gefühl, dass sein Herz nicht aufhörte zu rasen, und schließlich wurde alles um ihn schwarz.
      Komm noch vor die Sonne nieder geht zur Red Zone. Nur der Klang dieser merkwürdigen Stimme drang durch Alles zu ihm durch, wie die Ankündigung in einem Videospiel. Als Ian seine Augen wieder öffnete, hatte er ihm ersten Augenblick das Gefühl, dass er sich übergeben müsste. Er drückte seine Finger gegen seine Schläfe, atmete tief durch, um wieder etwas runterzukommen. Als er wieder etwas klarer denken konnte, sah er sich um. War das ein Traum, oder noch schlimmer, eine Halluzination? Ian hatte schon lange die Befürchtung, dass mit ihm etwas nicht ganz stimmen könnte. Aber das war doch etwas zu krass. Er berührte den dicken Stamm eines Baumes, der nicht weit von ihm weg stand. Fühlte sich echt an. Andererseits taten Halluzinationen das angeblich auch.
      „Hallo, ist hier irgendwer?“, rief Ian, aber eher, um den Klang seiner eigenen Stimme zu hören. Ein paar Vögel erhoben sich aus den Baumwipfeln, und er hörte das Schlagen ihrer zahlreichen Flügel. Wenn das nur Einbildung sein sollte, musste man schon zugeben, dass er anscheinend eine beeindruckende Fantasie hatte.
    • Alejandra:
      Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte die Mexicanerin sich wieder auf die Beine stellen. Eine Weile lang lauschte sie in die ihr völlig fremde Umgebung hinein. Tierstimmen die sie noch nie gehört hatte paarte sich mit dem Geräusch des Windes der durch das Blätterwerk rauschte. Doch auch solche Pflanzen und Bäume hatte Alejandra noch nie gesehen. Weder in Mexico, nicht in Büchern und auch in keinen Filmen. Vorsichtig als könnte sie dem Gras wehtun schritt sie hinüber zu einem der Bäume. Ihre Finger strichen über die von Furchen und Rissen durchzogene Rinde. Ruckartig zog sie ihre Hand zurück, denn wenn sie sich nicht irrte hatte sich die Rinde unter ihren Fingerkuppen bewegt. Wie gebannt starrte sie mit ihren nussbraunen Augen auf die Stelle die sie berührt hatte, doch da war nichts zu sehen. "Merkwürdig.", Alejandra sah auf ihre Finger.
      Gerade als sie den Baum ein weiteres mal berühren wollte hörte sie eine Stimme. Sie konnte es nicht verstehen, aber da war eine Stimme, eine menschliche! "Hallo? Ist da jemand? Hallo?!", eigentlich hätte sie aus ettlichen Filmen wissen sollen das man nicht laut anfing zu rufen, doch irgendwie hatte sie das vergessen.
      Obwohl die farnartigen Blätter, die säulenhohen Blumen und restlichen Pflanzen recht harmlos wirkten versuchte sie, während sie sich einen Weg zu der Stimme bahnte, so wenige davon wie möglich zu berühren. Sie wusste nicht wie lange sie gelaufen war, sicher erst ein paar Minuten als Alejandra zwieschen den Blättern hindurch einen anderen Menschen entdeckten. Definitiv einen jungen Mann aber ebenso deutlich kein Mexikaner. Seine Haut war viel blasser als ihre eigene, fast so blass wie seine Haare. So wie dieser fremde, junge Mann aussah konnte sie nicht mehr in Mexiko sein. Hatten möglicherweise Menschenhändler, von denen Alejandra schon mal gehört hatte, sie vielleicht von dieser Bank entführt und hierher verschleppt? Dann wusste dieser Fremde womöglich bescheid. "Hey! Du! Los raus mit der Sprache, wo sind wir hier? Und wer zum Teufel bist du?!" Ganz nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung, ging sie zielstrebig und mit wütendem Blick auf den Hellhaarigen zu.

      Virginique:
      Paris 01:00 Uhr Morgens

      Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen schlenderte Virginique der Seine entlang, sie liebte es zu sehen wie die Lichter der Stadt sich im Wasser spiegelten. Durch die Dunkelheit zu streifen war für sie selbst in diesen jungen Jahren nichts seltenes. Seit sie in Paris lebte war sie mehr unterwegs als irgendwo zu Hause. Zur Schule ging Veronique auch noch kaum, oder folgte sonst einem geregelten Ablauf. Fast wie eine Ratten huschte das Mädchen den Strassen nun entlang, weg vom Wasser. Ihr Magen grummelte bei dem Gedanken das sie vor etwa 8 Stunden zuletzt was gegessen hatte. Ihre Fingerspitzen strichen über die Streben eines Zaunes. Bald war sie da. Nach noch einigen Schritten und einigen Abzweigungen stand sie vor dem rießigen Gebäude. Die Bibliothek. Sie liebte die Bibliothek.
      In der Bibliothek gab es einen Sicherheitsbeamten, da es sich nicht um irgendeine Bibliothek sondern um die Nationalbibliothek handelte, wo soviel Wissen gesammelt wurde. Ehrfürchtig trat Virginique durch die große Tür und suchte ihren Bekannten. Der Sicherheitsbeamte lächelte ihr freundlich zu als er sie entdeckte. "Deine Bücher hab ich wie versprochen verwart. Ich hole sie einen Moment.", entgegnete er sofort.
      Diese Bücher waren das einzige was Virginique von ihrer Familie geblieben war. Damals als sie das Haus ihrerer Oma verlassen musste hatte sie soviele sie in ihren Koffer und Rucksack bekam mitgenommen. Eigentlich wollte sie keines dieser Bücher je wieder aus der Hand geben, doch im Heim musste sie zu spüren bekommen das es praktisch nichts mehr gab was sie ihr Eigentum nennen durfte. Als eines ihrer Bücher von einem anderen Kind gestohlen wurde war ihr klar das ihre Bücher im Heim nicht gut aufgehoben waren. Um also die für sie so wichtigen Bücher zu retten brauchte sie ein gutes Versteck. Lange hatte sie gesucht und überlegt bis sie wegen eines Medienbeitrags von der Nationalbibliothek hörte. Wo waren Bücher besser versteckt als bei unzähligen anderen Büchern. Sie packte also den Koffer voll mit ihren Schätzen und machte sich bei Nacht und Nebel auf den Weg. Das Mädchen dachte es wäre einfach in die Bibliothek zu kommen, die Bücher zu verstecken und wieder zu gehen aber da hatte sie auch nicht mit dem Sicherheitsbeamten gerechnet. Der hatte ein junges Mädchen mit einen schweren Koffer sofort für auffällig gehalten. Die beiden kamen ins Gespräch und Virginique erzählte ihm alles über die Bücher und das Heim. So kam es dazu das der Mann für sie den Koffer verwarte, damit diese kostbaren Bücher nie wieder in andere Hände vielen.
      Genau mit diesem Koffer durfte sich Virginique sich in eine Ecke der Bibliothek setzen und griff zu ihrem Lieblingsbuch, Alice im Wunderland.

      Ettliche Stunden vergingen wo sie las und in der Welt des Buches verbrachte, doch ihr knurrender Magen risssie dann doch in die Realität zurück. Entschlossen heute nicht wieder ins Heim zu gehen packte sie die Bücher zurück in den Koffer, alle ausser ihr Lieblingsbuch das steckte sie in ihren Rucksack. Zufrieden brachte sie dem Sicherheitsbeamten den Koffer zurück und machte sich auf den Weg. Da Geld leider auch nichts war was Virginique besass musste sie es sich, wenn sie nicht ins Heim wollte von anderen nehmen. Sie versuchte immer sich gut verdienende Männer auszusuchen da sie keinem Tourist, Familie oder selber armen Menschen wss wegnehmen wollte. Inzwischen konnte sie sich ein gute Taschendiebin nennen, so gut das sie in Neun von Zehn Fällen über alle Berge war bis der Bestohlene was merkte, so auch Heute. Sie ging in ein Geschäft und besorgte sich Brötchen, Aufschnitt, Getränke und bisschen Süsskram. Den Rest des Geldes steckte sie dem nächsten Bettler in den Hut. Zufrieden mit ihrem gefüllten Rucksack wollte sie sich eine ruhige Bank suchen um sich ein Brötchen zu belegen. Virginque suchte sich also eine ruhige Seitenstraße, sah die rote Bank und wusste es war der perfekte ruhige Ort. Zufrieden setzte sie sich auf die Bank. Die Seitenstraße war so gut versteckt das in der Tat grad niemand ausser ihr sich hier aufhielt. Gerade wollte sie den Rucksack von ihrer Schulter nehmen da ergriff sie ein sehr beunruhigendes Gefühl. Eine Panik kroch in ihr hoch, sie wollte von der Bank aufstehen, wegrennen doch ihr Körper konnte sich nicht bewegen. Was war hier los? Plötzlich begann die Bank sich zu drehen oder drehte sich die Welt? Virginique wurde schwindelig und übel zu gleich, sie versuchte die Augen fest zu schließen. Die Schwärze schien zu verschlucken...
    • Ian
      Ian hatte nur kurz Zeit, dass Mädchen zu mustern, welches auf ihn zustürmte.
      In Amerika gab es unendlich viele verschiedene Menschen, natürlich auch viele mit mexikanischen Wurzeln. Also machte das Aussehen des Mädchens ihn nicht noch skeptischer, was seinen eigenen Aufenthaltsort betraf. Eines war klar: sie schien ziemlich wütend zu sein.
      Ian wusste nicht, ob er sich beleidigt fühlen oder einfach nur erleichtert sein sollte, dass er nicht mehr allein war. Momentan überwog noch letzteres. Er hob beschwichtigend die Hände, aber an seinem Gesichtsausdruck war abzulesen, dass ihm das Verhalten der Fremden etwas gegen den Strich ging.
      „Bleib mal ganz locker. Ich weiß, die Situation ist anscheinend neu für uns Beide. Aber streng mal deinen Kopf etwas an und stell dir diese Frage: Sehe ich so aus, als wüsste ich, was hier Sache ist?“
      In dieser Umgebung wirkte er wahrscheinlich so fehl am Platz wie ein Paradiesvogel in einem Taubenschlag. Obwohl Ian sich selber nicht vorstellen konnte, was genau für Menschen hier hergehören könnten. Als er die Bäume und Blumen etwas näher betrachtet hatte, war ihm aufgefallen, dass sie ihn eher an Videospiele erinnerten als an die Realität. Nun, man musste zugeben das Ian seit Jahren kaum sein Zimmer verließ...und im Regenwald sollte es angeblich noch zig unentdeckte Arten geben. Aber nach einer Gegend in seinem Heimatland sah das hier nicht mehr aus.
      „Ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich hier hergekommen bin. Oder du. Außerdem habe ich ziemliche Kopfschmerzen...“, fügte Ian hinzu, bemerkte dann aber, dass zumindest letzteres nicht mehr der Fall war. Inzwischen fühlte er sich besser, und sogar die Übelkeit war vollkommen verschwunden. „Oh. Streich das Letzte, es geht schon wieder. Mein Name ist Ian, freut mich ebenfalls, dich kennenzulernen. So wie ich das einschätze, bist du ebenfalls nicht von hier?“
      Es mochte sich spöttisch anhören, aber im Kern war es wirklich das, was ihn interessierte. An ihrer Reaktion auf ihn hatte Ian schließlich schon erkennen können, dass sie die Situation genauso ratlos zurückließ wie ihn selbst. „Was ist das Letzte, an das du dich erinnerst?“



      Hiroto
      Was für ein seltsamer Ort, und was für eine komische Art, hierher zu gelangen. An diesem Tag hätte Hiroto überhaupt nichts mehr wundern können. Trotzdem war er sich ziemlich sicher, dass das alles hier komplett real war. Seine Sinne ließen sich nicht so einfach täuschen.
      Außerdem war er von Anfang an nicht allein hier gewesen, auch wenn man sagen müsste, dass er sich eine andere Begleitung ausgesucht hätte, wenn er einen Einfluss darauf gehabt hätte.
      Erst hatte der Kleine sich übergeben, und Hiroto hatte sich gefragt, ob er überhaupt irgendwann wieder auf die Beine kommen würde. Interessant zu sehen, dass es ihnen beiden nach diesem 'Erlebnis' schlecht ging, obwohl er selbst seine Übelkeit herunterschlucken konnte. Nachdem sie sich ein wenig unterhalten hatten, hatte Hiroto ebenfalls festgestellt, dass die seltsame Stimme, die etwas über eine 'Red Zone' verkündet hatte ebenfalls keine Einbildung war. Bei beiden brach die Erinnerung in dem Moment ab, als sie sich auf die Bank gesetzt hatten, und da er seinen Begleiter als zu aufrichtig einschätzte, um zu lügen, kaufte Hiroto ihm seine Unwissenheit und Nervosität über momentane Situation sofort ab. Es hatte keinen Sinn, mehr aus jemanden herauspressen zu wollen, der ebenfalls nichts wusste, und so hatte Hiroto sich dem Jungen gegenüber bis jetzt wie ein freundlicher Erwachsener verhalten, der ihm bei diesem seltsamen Ereignis zur Seite stand. Es gab nur ein Problem, mal abgesehen von den bereits Offensichtlichen.
      Dieser Bengel redete und redete, ununterbrochen. Nachdem er sich von seiner Magenverstimmung etwas erholt hatte, war es unmöglich, ihn auf normale Weise zum Schweigen zu bringen. Selbst wenn Hiroto nur einsilbige Antworten brummte, änderte das nichts. Nachdem sie ungefähr fünfzehn Minuten lang durch das Dickicht gestreift waren, hatte er das Gefühl, schon die halbe Lebensgeschichte seiner Begleitung zu kennen. Inklusive dem Namen seines Goldfischs. Und Hiroto verspürte außerdem den starken Drang, den Jungen mit einem Stein zu erschlagen, oder irgendeine Klippe herunter zu schubsen. Aber momentan war er seine einzige Gesellschaft, und Hiroto hatte keine Ahnung, wie sich das Ganze noch entwickeln würde, also biss er die Zähne zusammen, und versuchte dieses Gerede einfach zu überhören.
      Inzwischen ging Masami immer ein paar Schritte vor ihm her, redete, und Hiroto folgte ihm und musterte desinteressiert die Umgebung. Hier gab es nichts. Nur Bäume, Blätter, Blumen und wer wusste schon, was das andere grüne Zeug war. Keine Gebäude, eigentlich überhaupt keine Anzeichen von menschlicher Zivilisation, nur sich selbst überlassene Natur.
      Es war zum Kotzen, und wie sie diese 'Red Zone' überhaupt finden sollten war Hiroto ebenfalls ein Rätsel. Wenn das nicht ihr einziger Anhaltspunkt gewesen wäre, und er momentan eh nicht wusste, was er sonst tun sollte, hätte er gerne darauf verzichtet, nach ihr zu suchen.
      Als er die Taschen seines Mantels gecheckt hatte, hatte er zu seiner seiner positiven Überraschung festgestellt, dass sowohl eine Schachtel mit Zigaretten als auch sein Messer noch an Ort und Stelle waren. Hiroto wollte sich gerade eine anzünden, als er unterbrochen wurde, von seinem Begleiter, der angehalten hatte und sich zu ihm umdrehte und ein paar Schritte zurückkam. Wer hätte das gedacht. „Hast du was dagegen, wenn ich rauche?“, meinte er mit einem kaum merklichen Lächeln, und sah zu Masami herunter.
      „Uhm...mir wäre es lieber, wenn nicht, aber darum geht es nicht. Da vorne ist Jemand. Ein Mädchen. Glaube ich. Ich bin fast sicher.“ Masami wies in eine ungefähre Richtung, doch Hiroto konnte aufgrund der dichten Blätter kaum Details ausmachen. Dafür hätte er näher herangehen müssen. „Keine Japanerin, mit eher kurzen, dunklen Haaren. Was sollen wir jetzt machen?“, sprach der Junge weiter. Anscheinend konnte Masami keinen einzigen Schritt machen, ohne dafür die Erlaubnis eines Erwachsenen einzuholen, dachte Hiroto.
      Also gab es hier weitere Menschen, und nicht nur sie. War das ein Regierungsexperiment, oder irgendein abgefucktes Spiel von einem gestörten Verrückten? Um an Magie zu glauben, war Hiroto eindeutig schon zu alt. Wenn es ein Spiel war, würde er versuchen zu gewinnen. Und wenn es ein Experiment war, nun...vielleicht würde sich wenigstens eine Möglichkeit ergeben, dabei etwas Spaß zu haben. Das würde man sehen. Hiroto klopfte Masami leicht auf die Schulter.
      "Na, wenn da ein Mädchen ist, dann gehen wir zu ihr, und stellen uns vor. Was denn sonst? Aber frag sie nicht, ob sie ein Junge oder ein Mädchen ist. Wahrscheinlich spricht sie unsere Sprache so oder so nicht."
    • Alejandra
      Alejandra musterte Ian. Seine Worte klangen ehrlich aber es machte dennoch überhaupt keinen Sinn. Sie hatte auch erwartet das er sie womöglich nicht verstand da sie der Überzeugung war in Rage gerade in ihrer Muttersprache gesprochen zu haben, doch er antwortete ihr ganz selbstverständlich. Noch etwas das diese ganze Sache wieder wie ein Traum wirken lies. „Bleib mal ganz locker. Ich weiß, die Situation ist anscheinend neu für uns Beide. Aber streng mal deinen Kopf etwas an und stell dir diese Frage: Sehe ich so aus, als wüsste ich, was hier Sache ist?“, entgegnete der Andere. Locker bleiben? War das sein Ernst?!
      Seiner Aufforderung kam sie dennoch nach und musterte ihn eigehend. Mit seinen hellen, unordentlichen Haaren, den auffälligen goldgelben Augen und dem eher hellhäutigen Teint war er definitiv nicht aus ihrer Gegend. Allgemein sah er nicht aus als wäre er jemand der sich gerne draussen aufhielt, also Ja sein Erscheinungsbild passte nicht zu diesem Ort das musste sie zugeben.
      Seine folgenden Worte schienen darauf schliessen zu lassen das er sich für witzig hielt oder bei Stress mkt Humor versuchte die Situation zu verbessern. "Alejandra... das letzte an was ich mich erinnere...", sie dachte nach. Auch sie bemerkte nun das die Übelkeit wie auch die Kopfschmerzen verflogen waren. "Ich war auf dem Weg zur Arbeit und wollte davor meine Schuhe wechseln, weil mein Boss ein sexistisches Arsch ist und...dann war ich hier!" Es gab daran nichts ungewöhnliches. Sie konnte sich an keine Angriff oder dergleichen erinnern.
      Alejandra atmete einigemale tief ein und wieder aus, sie liess ihre Augen über die Umgebung schweifen. "Das letzte was ich gehört habe bevor ich zu mir kam war irgendwas über eine Redzone! Du auch?" Es war ihr gerade wie ein Blitzschlag wieder ins Gedächnis gekommen. Diese Stimme die davon sprach das man die Redzone finden müsse. Allerdings konnte sie sich unter dem Begriff nichts vorstellen.

      Virginique
      Wie lange sich die Welt oder sie sich selbst gedreht hatte wusste Virginique nicht. Als sie langsam zu sich kam lag sie nicht wie erwartet blutend auf hartem Stein, sie lag auf weichem moosbewachsenen Waldboden. Sehr langsam setzte sie sich auf. Ihre Augen mussten sich irren, denn das hier war nicht Paris! Es sah nicht aus wie Paris und es roch nicht wie Paris! Sie war auf dem Land gross geworden aber auch dort hatte sie solche Pflanzen und Bäume noch nie gesehen. Langsam zog sich Virginique ihre Kapuze vom Kopf und versuchte den Himmel zu sehen. Doch der dichte Wald erlaubte nur bedingt ein paar Fetzen davon auszumachen.
      Nachdem sie sich abgetastet hatte ob ihr auch nichts fehlte oder schmerzte, überprüfte sie den Inhalt ihres Rucksackes denn der war noch auf ihrem Rücken. Zu ihrer Erleichterung war alles noch da, selbst ihr Buch, zwar durchgeschüttelt wie es schien aber komplett.
      Mit einem zufriedenen Gefühl stellte sich das Mädchen auf die Beine. "Fast wie im Buch...", es beruhigte sie ihre eigene Stimme zu hören. Ohne weiter darüber nachzudenken erkundete Virginique die Umgebung in ihrer Nähe. Roch an blumenartigen Gewächsen, strich über die Baumrinde oder zog an Blättern. Sie hüttete sich allerdings durch das viele lesen von Fanatsy Geschichten ddr Natur weh zu tun. Nicht das sie wirklich glaubte das ihr dann was passierte aber konnte man es wissen? "So ich denke nun kann ich mir den Rest ansehen. Hat jemand was dagegen?", amüsiert sah sie dabei einige der Pflanzen an. Warum sollte sie sich den Kopf darüber zerbrechen was passiert war oder wo sie war? Hier schien es doch gerda im Moment viel schöner und friedlicher als in Paris zu sein.
      Ohne Plan oder Richtung ging sie los. Auf ihrem Weg sah sie sich alles genau an, ihr fiel auf das es für einen Wald recht ruhig war. Der Wind brachte zwar die Pflanzen in Bewegung doch es waren keine Vögel oder andere tierischen Geräusche zu vernehmen. Virginque versuchte so leise wie möglich sich zu bewegen denn wenn es was zu hören gab war es vielleicht auch was das helfen konnte.
      Eine zeitlang lief sie ohne besondere Richtung, doch irgendwann vernahm sie ein Plätschern, zwar nur hauchzart und so leise das sie den Atem anhalten musste um es überhaupt zu hören, aber es war da. Zuversichtlich und nun zielstrebig wollte sie sich auf den Weg in diese Richtung machen doch plötzlich huschte etwas an ihr vorbei. Es war definitiv ein Tier gewesen, doch so schnell das sie es nicht richtig erkennen konnte. "Warte!", rief Virginique dem Etwas hinterher und rannnte da entlang wo das unbekannte Wesen verschwunden war. "Ich tu dir nichts!", gerade wollte sie noch schneller werden als zwei Menschen vor ihr auftauchten. Vor dem jüngeren der beiden konnte sie grade noch abbremsen. "Oh Hallo...habt ihr vielleicht ein Tier gesehen?", mit einem Lächeln blickte die Französin die zwei völlig Fremden an.
    • Ian:
      Erst sah sie nicht so aus, als hätte sie in nächster Zeit, sich seinen Ratschlag zu Herzen zu nehmen und mal einen Gang herunter zufahren. Als sie ihn dann musterte, erwiderte Ian ihren Blick fast trotzig. Entweder wandte er seinen Blick ab, oder Ian fing an Leute richtig anzustarren. Alles dazwischen fiel ihm schwer.
      Wenigstens kam sie mit ihrer Erzählung gleich zum Punkt. Für Smalltalk war Ian nämlich echt nicht gemacht. Obwohl er auch nicht wusste, was er zu der Geschichte über ihren sexistischen Boss hilfreiches beitragen sollte. Also verkniff er sich jeden Kommentar.
      Ach ja, die Vorteile wenn man ein Mann war und noch dazu arbeitslos. Aber letzteres musste seine neue Bekanntschaft nicht wissen, es ging sie wenig an.
      „Ich wollte einkaufen...weil morgen Feiertag ist, und die Geschäfte geschlossen.“, begann Ian, seine eigene Geschichte so kurz wie möglich haltend. „Aber es war höllisch voll da drin, also wollte ich vorher noch kurz eine rauchen und hab mich auf eine Bank gesetzt. Bevor ich hier war weiss ich sonst nichts mehr.“, meinte er. „Außer ebenfalls das mit der Redzone. Es war...als wäre die Stimme in meinem Kopf. Nicht wie eine Lautsprecherdurchsage oder so. Das klingt jetzt vielleicht albern, aber so war es. Ohne Erklärung, was eine Redzone überhaupt ist. Ich glaube, es gibt einen Fernsehsender, der so ähnlich heisst, aber der kann wohl kaum gemeint sein. Es fühlt sich alles wie ein schlechter Scherz an. Oder wie eine Art Videospiel.“
      Er seufzte, wandte seinen Blick leicht ab. Irgendwie weckte das in ihm fast so etwas wie eine Art Paranoia. Was war, wenn das hier wirklich so etwas wie ein Scherz war? Wie diese Shows, in denen irgendwelche schlechten Comedians Leuten auf der Straße Streiche spielten. Dafür schien das aber etwas viel Aufwand zu sein. Ian biss sich leicht auf die Unterlippe. „Egal. Wenn die Redzone das Einzige ist, was uns verbindet, würd ich sagen, wir sollten sie suchen. Das Ding kann nicht so schwer zu übersehen sein...hoffe ich. Also, kommst du? Ansonsten gehe ich allein."


      Hiroto:
      Bei ihrer Stimme war sofort klar, dass es sich um ein Mädchen handelte. Auch fast ein Kind wie seine Begleitung, mit feinen Gesichtszügen und kindischen Klamotten. Gar nicht der Typ Frau, der ihn interessierte. Wenn man sie überhaupt schon eine Frau nennen konnte. Bald konnte er einen Kindergarten aufmachen, dachte Hiroto.
      Masami sah genauso überrascht aus wie er, dass sie ihre Sprache so perfekt beherrschte. Dabei sagte man doch sonst über Ausländer, dass sie sich nicht darum bemühten, die Sprache anderer Länder zu lernen, und japanisch war nicht gerade einfach. Vielleicht war sie ja zur Hälfte Japanerin? Für einen Moment musterte Hiroto, sah auf sie herab, denn er überragte sie um mehrere Köpfe. Und sagte nichts.
      „Nein, wir haben es nicht gesehen. Du solltest es aber auch nicht suchen. Wenn du draußen ein Tier findest, solltest du es nicht aufschrecken und in seinem natürlichen Habitat belassen. Habe ich gelesen.“, meldete sich Masami schließlich zu Wort, und lächelte merklich nervös. „Aber so etwas wissen nicht viele Leute...es ist nicht schlimm, dass du es nicht wusstest.“
      Währenddessen fragte Hiroto sich, was mit der Kleinen nicht stimmte. Entweder war sie von hier. Oder sie war noch verpeilter als Masami, befand sich in einer möglicherweise gefährlichen Situation und erkannte es nicht einmal. Bei der Vorstellung musste er lächeln. Naivität war nicht gerade eine Tugend, auch wenn es manche wohl dafür hielten.
      „Kleine, was wir dich fragen wollten, bist du von hier? Hast du eine Ahnung, was eine Redzone ist? Ich und meine Begleitung hier sind nämlich gerade ein wenig aufgeschmissen. Wir sind hier vollkommen fremd, und er hat einen empfindlichen Magen und musste sich übergeben, weil unsere...Reise hierher nicht gerade sanft war.“, meinte er, und schlug Masami fast ein wenig grob auf die Schulter. „Vielleicht kannst du uns ja weiterhelfen. Und mich interessiert das Tier, was du gesehen hast. Hatte es Krallen, und spitze Zähne? Seitdem wir hier sind, haben wir nichts lebendiges gesehen außer Insekten und ein paar Vögel. “
    • Alejandra:
      Während Ian sprach, fischte sie sich eine Haarsträhne um diese um ihren Finger zu wickeln. Ian war Definitiv nicht aus Mexico das konnte sie aus seiner Erzählung schon mal schließen und auch sie hatte sich auf eine Bank gesetzt, das war die einzige Sache mit der Redzone die sich deckte. "Die können uns doch nicht einfach entführen und für irgendwelche Sachen missbrauchen! Weder für ein Spiel, eine Show oder eine kranke Studie! Sowas habe ich und hätte ich niemals zugestimmt! Ich will sofort wieder zurück!" Als erwartete Alejandra das irgendwo Kameras waren, sprach sie laut und sah sich um. Aber passieren tat nichts. Es kam keiner hervor und deckte das Ganze auf oder erklärte ihnen was das Alles zu bedeuten hatte. "Also ich bewege mich hier nicht weg! Ich spiele dieses was auch immer nicht mit! Wenn wir diese Redzone suchen, würden wir doch genau das tun was die erwarten!", immer noch sprach sie sehr laut in der Hoffnung das doch noch jemand kam und das alles beendete.
      Etwas trotzig setzte sie sich einfach dort wo sie war auf den Boden. Ian schien das wenig zu beeindrucken, er hatte ja schon angekündigt das er auch ohne sie gehen würde und genau das tat er auch. Seine Schritte entfernten sich hörbar und nun war sie wieder allein. "Das ist doch alles nicht Wahr...", murrend wollte sie gerade die Fassung verlieren als ein Rascheln und Knistern sich ihr näherte. "Ian?", zaghaft und langsam erhob Alejandra sich wieder denn die Geräusche wurden immer lauter doch Ian war nicht zu sehen. Als dann auch noch ein merkwürdiger, eher tierischer Schrei durch den Wald schallte gab es für die junge Frau kein halten mehr, sie rannte in die Richtung in der Ian gerade verschwunden war.

      Virginique
      Sie musterte diese beiden Menschen ausgiebig, die zwei waren irgendwie ein lustiges Gespann. Während sie die Zwei betrachtete fielen ihr die asiatischen Züge auf doch das hatte nichts zu bedeuten. Es gab keine Plüschohren oder Elfebohren die definitiv besser zu dieser Umgebung gepasst hatten und damit waren sie hier wohl auch gestrandet. "Ich hatte nicht vor das Tier einzufangen oder aufzuschrecken. Ich dachte es ist wie der Hase aus Alice und führt mich womöglich zur Redzone. Es hat mich aber eher zu euch geführt.", lächelnd sah Virginique sich um, doch allem Anschein war das Tier schon weg.
      Hiroto, der ältere von den Beiden redete nach Virginiques Meinung seltsam aber irgendwie lustig auch. Seine Wortwahl war anders als sie sie treffen würde aber möglicherweise redeten Erwachsene in ihrem Land so. "Mein Name ist Virginique aber ihr dürft auch Gini sagen. Also ich komm auch nicht von hier und was die Redzone ist weiss ich auch nicht. Aber wir wissen immerhin wo wir hin sollen. Das Tier war weiß... mehr konnt ich nicht sehen und war sehr schnell aber Definitiv etwas das auf dem Boden geht, also kein Vogel und größer als ein Insekt. Ach und bevor ich es verfolgt habe, hatte ich in diese Richtung Wasser gehört.", beantwortete sie Wahrheitsgemäß seine Fragen.
      Eine kurze Weile wippte sie auf ihren Füssen hin und her, da sie nicht recht wusste was sie nun tun sollten. Sie fühlte sich gegenüber Hiroto nicht befugt ihm zu sagen wo es nun lang ging, er hatte irgendwie eine sehr bestimmende Aura aber wenn es ihr zu doof wurde dann würde sie auf jedenfall nochmal das Tier suchen. Wie es eben ihrem Lieblingsbuch entsprach.