Hexenjagd (Hungerfeuer*Aiden)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hexenjagd (Hungerfeuer*Aiden)

      Hexenjagd

      by @Hungerfeuer und Aiden


      In den Räumlichkeiten des Hofmeisters war es immer recht düster, sodass Kian immer erst einige Minuten benötigte um seine Umgebung klar erkennen zu können. Vor allem wenn er gerade aus dem Sonnenlicht draußen herein kam, so wie er es eben getan hatte.
      Den Beutel den der junge Mann in seiner Hand hielt, begann sich langsam etwas schwerer anzufühlen, denn er wurde schon eine ganze Weile warten gelassen. Der Mann, der aussah als wäre er in seinen jungen Jahren, aber sicherlich schon älter war als Kian es sich vorstellen konnte, war über einigen Reagenzgläsern gebeugt, und versuchte allen Anschein nach einen seltsamen Trank zu erstellen. Bei solchen Tätigkeiten konnte der Dunkelhaarige nur die Augen verdrehen und seine Nase rümpfen.
      Wenn es hierbei nicht ums Geld gehen würde, und eine sichere Zukunft für seine kleine Schwester, wäre dieser Mann wohl der erste den er erstechen würde.
      Leise räusperte sich Kian um endlich die Aufmerksamkeit des Zauberers zu erlangen. Dieser blickte nun endlich auf, doch in seinen Blick lag keine Verwirrung oder vielleicht etwas Scham, weil er ihn nicht bemerkt hatte. Viel eher wirkte dieser genervt, und erzürnt darüber unterbrochen worden zu sein.
      "Ich habe die Werwolfzähne, Meister Salomon", meinte Kian dann recht kühl ohne den Zauberer die Zeit zu lassen sich zu beschweren. Immerhin hatte er diese hier für ihn mitgebracht und auch Kian hatte eindeutig besseres zu tun als hier zu sein. Beide Männer waren sich wohl einig, dass der Jäger nicht hier sein sollte, also warum das alles noch mehr in die länge ziehen?
      Salomons Blick wurde ein wenig weicher, und wanderte direkt zu dem Beutel den Kian in der Hand hielt. Nun erst schien der Zauberer verwirrt zu sein.
      "Das sind aber viele Zähne..."
      "Das ist der ganze Kopf."
      Kian hatte überlegt den Werwolf seine Zähne zu ziehen, aber der Gedanke hatte ihn dann doch ein wenig angewidert. Mehr oder weniger zumindest. Eigentlich mochte er es sehr gerne wenn er Salomon mehr Arbeit überlies und in dem Sinne nur das mindeste machte. Was wollte er schon großartig gegen Kian machen? Er war der beste auf diesen Gebiet, und niemand könnte ihn ersetzte. Niemand der nicht viel mehr Arbeit und Chaos verursachen würde als Kian es tat. Er konnte sich also durchaus einige Freiheiten erlauben.
      Salomon seufzte genervt und man konnte sehen wie er sich auf die Zunge biss um sich einen Kommentar zurück zu halten. Gut so.
      Etwas unsanft lies Kian den Beutel endlich auf einen der Tische fallen. Dieser rollte noch ein wenig und blieb kurz vor der Kante des Tisches liegen. Erwartungsvoll richtete er seinen Blick auf den Hofmeister. Zwischen den beiden spielte sich viel mehr nicht gesagtes ab, als man erwarten würde. Manchmal kam es Kian so vor als könnte er in den Kopf des Zauberers gucken, denn seine Verachtung ihn gegenüber konnte er nur sehr deutlich spüren. Aber der dunkelhaarige verabscheute Salomon sicherlich genauso sehr.
      Der Zauberer wandte sich kuz von Kian ab, und begann in einer Kiste zu kramen, um das Geld für diesen Auftrag auszuzahlen.
      Kian war erst entsoannt als er den Beutel mit den Münzen in der Hand hatte.
      "Ich habe auch direkt einen weiteren Auftrag für dich."



      Vorstellung
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Der Karren ratterte über die unebene Straße, hinweg von der turbulenten Stadt. Eine zierliche, gut eingehüllt Gestalt saß an den Zügeln des Wagens und schüttelte stolz ein Ledersäckchen voller Gold. Selen fuhr selten soweit hinaus unter die Menschen, eihentlich bevorzugte sie die Ruhe des naheliegende Dorf. Doch ein Geschäft hätte die Hexe noch nie absagen konnen. Zwar war es riskant zu diesen Zeiten als Hexe offen zu Reisen, doch ihre Tarnung als Kräuterfrau hatte bis jetzt immer gereicht.
      Die Geschichten der Jäger in der Stadt jagten ihr immer einen kalten Schimmer über den Rücken - schon wieder hatte der Kammerjäger des Königs zu geschlagen.. Diesmal war es zwar nur ein Werwolf, doch langsam machte selbst Selen sich etwas sorgen. Mit diesem Schauermärchen im Ohr spornte sie das Zugpferd nochmals an um sie in den sicheren Wald zu bringen, denn das einzige Gefährliche war ja sie.


      Während Salomon diesen Satz tat, drehte er sich zu weg von Kian um etwas aus einer Schublade zu ziehen. Es war eine Schriftrolle mit der Zeichnung der Hexe in Kohle auf Papier. "Diesmal geht es um eine Hexe. Sie lebt nördlich von hier. Viellecht sind es 4 Tage bis zu den Dorf, woher ich die Information beziehe. Sie sagen, sie sei nicht aggressiv, somit wird es doch ein Kinderspiel für dich, nicht wahr, Kain?" erklärte der alte Meister und drückte ihn die Schriftrolle in die Hand, um sich dann wieder den Reagenzgläser zu zuwenden, ohne den Jäüger einen weiteren Blick zu schenken .
    • Kian hätte sich eigentlich am liebsten wieder umgedreht und wäre gegangen. Er war der festen überzeugung das ihm zumindest ein freier Tag nach der Jagd auf einen Werwolf zustand. Und das war nun auch keine nette Gesellschaft gewesen, beinahe wäre Kian verletzt worden und dann hätte er sich selbst jagen können.
      Bei der Vorstellung drehte es ihn ein wenig den Magen um, er lies sich jedoch nichts ansehen. Was für eine Schande wäre es auch, wenn irgendjemand - und vor allem Salomon- das mitbekommen würde.
      Etwas zögerlich nahm der junge Mann dann die Zeichnung entgegen. Den Kommentar versuchte Kian einfach zu ignorieren. Er würde sich nicht provozieren lassen, das wäre schon einmal beinahe schief gegangen. "Für mich war auch der Werwolf ein Kinderspiel, mit einer Hexe komme ich schon klar."
      Er rollte die Die Schriftrolle dann auf und betrachtete das Bild eingehend. Er versuchte sich alles daran zu merken, denn es wäre nur zu auffällig wenn er die ganze Zeit ein Bild ansehen würde. Sie wäre auch viel zu schnell gewarnt. Eigentlich hätte er gerne noch mehr Fragen gestellt. Zum Beispiel was das Spezialgebiet dieser Hexe war. Doch selbst wenn Salomon es wusste, würde er es ihm wohl kaum verraten. So wie Kian ihm alles schwerer machen wollte, war es eben auch anders herum.
      Doch die Herausforderung würde ihn nicht abschrecken. Ein leichtes Grinsen schlich sich auf seine Lippen. Im Gegenteil, das machte es am Ende nur noch besser. Und da diese Hexe wohl menschlicher war als die anderen seiner Opfer, konnte man sogar ein wenig mit ihr spielen. Immerhin sollte sie wissen, dass das was sie tat einfach von Grund auf falsch und verdorben war... Dafür konnte sie ein wenig mehr leiden als dieses Vieh von Vortag.
      "Ich werde morgen abreisen, Meister Salomon", meinte er dann recht kurz angebunden. Bis morgen würde er einige Vorbereitungen treffen müssen. Immerhin konnte man eine Hexe nicht genauso töten wie einen Werwolf. Diese Wesen hatten andere Schwachpunkte. Und vielleicht konnte er doch noch ein paar Infomationen klar machen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Der Weg zu ihrer Hütte war gut versteckt und holprig. Hier und dort knackten Zweige, welche unter die Räder des Karrens kamen, doch hauptsächlich war die Ruhe des Waldes zu genießen.
      Am Fuße einer alten riesigen Eiche befand sich die Hexenhütte. Es war eine kleine Lehmhütte mit einem Resigdach. Die runden Fenster waren behangen mit verschiedenen Kristallen, die in dem gefilterten Licht des Waldes glänzten.
      Selen sattelte das Pferd ab und führte es in den Stall, wo sie es direkt mit Wasser und Heu versorgte. Sie klopfte sich in die Hände als sie den Stall verließ.
      Leise knarrte die schwere Holztür als die Hexe durch sie schritt. Es duftete nach all den getrockneten Kräuter, die an den Wänden hingen. Es war ihr kleines feines Heim, was sie so glücklich machte. Als sie den Kamin angeheizt hatte und der erste Tee durchzog, nahm sie ihren fetten Kater auf den Arm und ließ sich auf einen Sessel nieder.
      Die nächsten Tage verbrachge die Hexe damit Kräuter zu ernten, zu bündeln und diese dann zu trocknen.
    • Kian war wahrlich erleichtert als er aus den stickigen Räumlichkeiten des Zauberers entkommen konnte. Die Luft hier schien nicht ganz so belastet von der Magie die um diesen Menschen wabberte. Und auch die Helligkeit die seine Räume nicht erreichte tat dem jungen Mann gut.
      Den restlichen Tag verbrachte Kian vor allem mit Vorbereitungen. Das richtige Werkzeug war einfach das A und O.
      Die meisten würden Hexen vermutlich einfach verbrennen, aber das würde dem Jäger nichts bringen. Immerhin brauchte Salomon ihren Körper um ihn überhaupt nutzen zu können. Ein wenig Asche würde Kian nur Probleme einhandeln, die er nicht gebrauchen konnte. Kian wusste jetzt schon, dass er die Hexe vermutlich ertränken würde.
      Nachdem dies erledigt war, versuchte er noch ein paar Informationen zu erlangen aus den Quellen Salomons. Das Problem bei dieser Sache war eben einfach, dass diese Pisser ihm viel zu treu ergeben waren, als dass sie sich irgendwie auf Kian hätten einlassen wollen. Vielleicht sollte sich der junge Mann für so einen Blödsinn einen Lehrling holen, dann musste er sich mit dem ganzen Idioten nicht mehr herum schlagen. Zumindest konnte er noch herausfinden, dass sie irgendwie besessen von Kräutern oder so einen Blödsinn schien. Wie viel Wert er auf diese 'Tatsache' legen konnte... nun das stand in den Sternen. Er würde es auf jedenfall nicht unversucht lassen.

      Der Dunkelhaarige kam erst recht spät in seinen Räumlichkeiten an, die in dem Berreich der Bediensteten waren. Er teilte sich diese mit seiner Schwester, die schon zu schlafen schien. Morgen würde er früh aufbrechen, und wenn er sich ran hielt konnte er vielleicht schon in drei Tagen an besagten Dorf ankommen. Das würde jedoch bedeuten, dass er sich von seiner Schwester nicht verabschieden könnte... Auch wenn er viel zu tun hatte, machte er sich immer sorgen um sie. Im Normalfall nutzte er seine freien Tage um heraus zu finden ob ihr etwas fehlte. Dieses mal würde es absolut auf der Strecke bleiben. Zumindest konnte er ihr das Geld hier lassen, wofür sie es genau ausgab kümmerte ihn nicht. Einen Teil packte er ohnehin immer weg für ihre Aussteuer und einen Teil behielt er. Immerhin musste er sich bei seinen Aufträgen auch versorgen können.

      Kian hatte sich nicht verschätzt. Es hatte drei Tage gedauert und nun sah er das Dorf aus der Ferne. Die Sonne stand hoch am Himmel, er würde noch warten bis sie unterging bevor er seinen Plan nach kommen konnte. Er hatte immerhin lang genug Zeit gehabt um sich etwas zu überlegen, auch wenn sein Hintern nach der langen Zeit auf dem Pferd doch schmerzte. Nach dem Rückweg würde er sich doch ein paar Tage für sich nehmen. Ein Werwolf und eine Hexe und das innerhalb eines Mondes war doch eine Leistung, das schafften die wenigsten Jäger... Auch wenn es nun nicht sehr viele von ihnen gab. Das meiste waren ohnehin Amateure, Nichtsnutze die sich dumm aufspielen wollten.

      Kian saß in der Kneipe, welches zugleich das einzige Gasthaus des Dorfes war, und sah nach draußen. Die letzten Sonnenstrahlen erreichten gerade noch den Raum der bereits nach Schweiß und Bier roch. Anscheinend hatte das Dorf etwas zu feiern, oder sonst etwas. Das konnte Kian nur in die Hände spielen. Vielleicht hatte er sogar so viel Glück, und die kleine Hexe würden ihren Hintern hier her bewegen. Wenn nicht würde er später einfach bei ihr auftauchen, und ein wenig an seinen Schauspielkünsten feilen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Nachdem sie gefühlt drei Tage am Stück Kräuter gebündelt hatte, entschied sich Selen dafür sich ein Bier zu gönnen. Sie zog ihren langen grünen Mantel über bevor sie Richtung Dorf los zog. Die Dämmerung setzte bereits ein und verwandelte den Wald in eine noch magischere Welt: hier und dort surrten bereits die Glühwürmchen an ihr vorbei und in der Ferne hörte man den Uhu rufen.
      Doch als Selen das Ende des Waldes erreicht, war das warme Licht des Dorfes schon zusehen.
      Gesellige Stimmen klangen aus der Kneipe. Selen legte die Kapuze von ihren Kopf bevor sie das Wirtshaus betrat.
      Die Wärme und der Geruch von Bier stieß ihr entgegen. Heute schienen die Leute ausgelassener als sonst für Selen. Freundlich grüßte sie die Bedingung mit den Worten: "Ich nehme das übliche". Lächelnd setzte sich die Hexe in das Separe, in der Ecke des Gastraum. Mittlerweile war es ihr Stammplatz, obwohl einige der Bewohner sie immernoch missgunstig betrachtenten. Selen fiel ein fremdes Gesicht an der Bar auf, wohl möglich ein Reisender. Rasch kam ihr Bier, anwelchen Selen genüsslich nippte und das Treiben zu beobachten.
    • Kian mochte es nicht sonderlich gerne unter so vielen Leuten zu sein. Vielleicht lag es daran, das er den zwang hatte alles zu beobachten und er musste einfach alles mit bekommen. Hier konnte er das einfach nicht, in anderen Fällen konnte das seinen tot bedeuten. Das Gefühl das ihm hier etwas entging konnte er einfach nicht abstellen.
      So gut er es konnte, versuchte er die Menge im Blick zu behalten und dabei nicht gar zu auffällig zu werden. Hierbei entging ihn dann auch nicht, dass die Hexe tatsächlich auftauchte.
      Das würde sogar noch einfacher werden als ein Kinderspiel. Beinahe war Kian versucht sich bereits jetzt auf die Schulter zu klopfen.

      Ein Mann, der sogar ein Stückchen größer war als Kian, der hier im Dorf als Müller bekannt war, hatte schon früh am Abend ein oder sogar drei Bier zu viel getrunken. Eigentlich trank er immer zu viel, meistens störte sich nur sein Vater daran, oder derjenige den es sonst mal erwischte wenn seine feuchtfröhliche Nacht einen anderen Weg einschlug.
      Heute schien genau einer dieser Nächte zu werden, denn als er das Kräuterweib entdeckte schien seine Laune zu sinken. Als hätte es nicht schon gereicht das der Fremde meinte sich nach ihr erkundigen zu müssen.
      Der Alkohol verlieh ihm Mut, oder brachte ihn zumindest auf Gedanken die er sonst den ganzen Tag über nicht hatte. Oder nicht brauchte, immerhin war er ein hartarbeitender Mann.
      "Heute zeig ichs der", lallte er dann vor sich hin, bevor er aufstand und sich seinen Weg bahnte.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Selen entgingen die schweren Schritte, die auf sie zusteuerten leider nicht. Ihr war schon aufgefallen, dass die Aggression genauso mit dem Alkoholspiegel stieg. Unsanft stieß der Müller an ihren Tisch an, was ihr halb volles Glas zum Wackeln brachte.
      "Gibt es Probleme? Kann ich helfen?" fragte Selen ruhig, danach trank sie rasch den letzten Schluck des Bieres. Diese Frage traf das Gemüte des Mannes genau ins Schwarze. Er baute sich, während er sich auf den Tisch stützte vor ihr auf. "Du gehörst hier nicht hin! Hexen gehören vor Gericht und zum Tode verurteilt! Ich weiß genau, dass du eine bist! "spuckte er ihr wütend entgegend, während die Alkoholfahne Selen direkt ins Gesicht wehte. " Dann werde ich jetzt besser gehen?" schlug Selen immernoch ruhig vor. Etwas eilig legte sie ihre zwei Münzen für das Bier an ihr Glas bevor sie sich an ihren Belästiger vorbei drängte. Dieser meinte jedoch, dass seine Ansprache nicht gereicht hätte, vergiftet vom Suff und seinem Hass erhob er die Faust, doch die kleine flinke Hexe weichte geschickt aus, sodass er in das nächste Grüppchen hineinsteuerte.
      Es war wie ein Kartenhaus, was in sich einbrach: einer begann die Schlägerei und alle zogen mit. Selen war zwar gut in Ausweichen, doch auch sie wurde leicht von einem fliegenden Krug getroffen. Auch der fremde Reisende wurde nicht vor den Fäusten der Dorfmänner verschont.
    • Offensichtlich hatte Kian sich einen Moment zu früh gefreut. Vielleicht sogar ganze zehn Minuten zu früh. Das Messen von Zeit, in einer solchen Situation war immerhin nicht das einfachste, zumindest nicht für ihn.
      Aus dem Augenwinkel beobachtete der Dunkelhaarige genau was die Hexe denn nun tat. Sie bestellte sich etwas, setzte und trank dann -sobald es eben da war- ein Bier. Hm.
      Etwas zu spät bemerkte Kian erst den Typen der sich seinen Weg zur Hexe bahnte.
      Nun, es wohl offensichtlich wie Salomon von der Hexe erfahren hatte, wenn beinahe das ganze Dorf es wusste und nicht einmal freundlich ihr gegenüber gesinnt waren. Wenn sie es nicht geschafft hatte ihr Geheimnis für sich zu behalten, konnte sie ja nun nicht ganz helle sein. Das war zumindest seine Meinung, und da er sich heute schon einmal zu früh gefreut hatte, hoffte er dass ihm dieser Gedanke nicht auch noch einmal zum Verhängnis werden würde.
      Dann passierten einige Dinge, ziemlich schnell hintereinander.
      Der Mann holte aus, die Hexe wich aus, jemand anders wurde geschlagen.... Und dann flogen die Krüge.
      Mit so einen Chaos hatte Kian nicht gerechnet, und wenn er nun nicht halbwegs schnell handelte könnte die Hexe schneller wieder weg sein, als ihm lieb war. Und was wäre dann seine Ausrede? Das hier hatte er eindeutig nicht so geplant, wenn überhaupt anders. Kian konnte solche unerwarteten Sachen nicht ausstehen. Im Grunde war seine Spontanität wohl... sehr begrenzt, aber das spielte keine Rolle.
      Schnell stand er auf, um zur Hexe zu gelangen, doch bevor er auch nur ein paar ordentliche Schritte machen konnte flog ihm schon etwas entgegen. Es war knapp aber er schaffte es noch auszuweichen, zumindest dem ersten. Der zweite Krug der ihm entegen flog, den hatte er nicht sehen können. Wie auch, wenn er von hinten kam?
      Ein stechender Schmerz zog sich von seinem Hinterkopf durch seinen ganzen Körper. Es war schon schlimmer gewesen, aber das machte es nun nicht unbedingt angenehmer.
      Gerade rechtzeitig drehte Kian sich noch um, als eine Faust ihm entgegenflog, und so dann doch nur seine Wange streifte.
      Der Krug hatte ihn schon wütend gemacht, doch nun reichte es ihm wirklich. Er mochte hier vielleicht keinen kennen, aber das würde ihn sicherlich nicht davon abhalten nicht auch richtig auszuteilen... Gut etwas zurückhaltung musste er bewahren, Kian würde es sich niemals verzeihen können, wenn ein Mensch seinetwegen am Ende noch einen groben Schaden nahm oder gar starb.
      Eine Schläge folgten, und selbst wenn Kian gut war, gegen zwei Männer (die sich nun um ihn versammelt hatten) konnte er auch nicht zu viel ausrichten.
      Eine Faust landete direkt auf seiner Nase, was ihn zurückweichen lies. Seine Augen tränten. Er hasste es wenn jemand an seine Nase ging, das verursachte unweigerliche Tränen und es nervte ihn.
      Einige Male musste Kian blinzeln, um erneut eine Klare sicht zu bekommen. Direkt suchte er die Taverne ab, er hatte keine Zeit um sich zu prügeln, eigentlich wollte er sich um die Hexe kümmern.
      Als er sie fand, und den beiden Idioten halb entkommen war, entdeckte er wie sich jemand von hinten an sie ranschlich. Vermutlich um ihr etwas über den Schädel zu ziehen. Theoretisch hätte Kian das zulassen können, aber er wusste nicht was Salomon genau von ihr brauchte, also konnte er keine unnötigen Verletzungen riskieren.
      Es war knapp, aber Kian konnte den Man gerade noch aufhalten, und verpasste ihn direkt eine das er Sternchen hätte sehen müssen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Die Taverne glich einen Schlachfeld in Selens Augen. Eigentlich war sie fixiert darauf die Kneipe so schnell wie möglich zu verlassen, doch dieses war ihr nicht gestattet: nach einen Schritt voren, folgte meist direkt das Ausweichen, was die wieder zurück warf.
      Kurz vor der Tür hörte sie das Knacken von Knochen hinter sich, was sie zum Zurückblicken brachte. Anscheinend hatte der Fremde sie gerade vor riesigen Kopfschmerzen gerettet, was ihr ein kurzes Lächeln auf die Lippen zauberte.
      Doch dieses Lächeln wich weit aufgerissenen Augen. "Achtung!" zischte sie noch, bevor ein Krug den Fremden am Hinterkopf traf. Natürlich ging er zu Boden, was Selen gerade noch so abbremsen konnte. Man unterschätzte schnell, wie schwer jemand sein konnte, stellte die Hexe fest, während sie den Schwarzhaarigen aus der Tür zog. Drin tobte natürlich das Geschehen weiter.
      Als sie den Bewusstlosen etwas von der Kneipe entfernt hatte, betrachtete die Heilerin seine Wunden: er hatte ordentlich was auf die Nase bekommen, genauso in Mitleidenschaft gezogen sah sein Kopf auf. Sie seufzte, während sie über seine Wange strich. Er hatte ihr geholfen, sodass sie sich verpflichtet fühlte auch ihn zu helfen. Selen biss sich auf die Unterlippe, bevor sie mit all ihrer Körperkraft ihn Richtung Wald zog.
      Mit etwas Glück und ihren Fähigkeiten war es ihr möglich den verwundeten Mann auf den Rücken eines Hirsches zu hieven um ihn zu ihrer Hütte zu transportieren. Ihn auf ihr Bett zu bekommen war natürlich nochmals kraftaufwendig, doch sie schaffte es. Dankend brachte die Hexe dem Hirsch eine Rübe als Lohn, bevor sie sich ihren Patienten zu wand. Ein roter Hauch bereitet sich auf ihren Wangen aus, als sie ihm das Hemd auszog. Sanft und mit leichten Kräuterlösungen reinigte sie die Wunden und legte danach Bandagen drüber. Sein Hemd wanderte dafür direkt in die Wäsche, denn es roch stark nach Bier.
      Sobald die Hexe ihren Sessel erreichte, nickte sie in den süßen Schlaf ein, während der Kamin leise kackte.



      Während der junge Mann noch seelenruhig in ihren Bett schlief, hatte die Selen bereits sein Hemd gewaschen und zusammen mit einigen anderen Sachen auf eine Leine zwischen zwei Bäumen aufgehangen. Die leise Brise, die durch die Blätter strich würde die Wäsche zügig trocknen.
      Auf leisen Sohlen bewegte sich Selen durch ihre Hütte, um ihn genügend Zeit zur Genesung zu geben. Mit einer Tasse Tee und ihren Buch der Schatten ließ sie sich wieder in ihren Sessel nieder und wartete auf das Erwachen ihres Gastes-
    • Kian sah noch das Lächeln dieser verfluchten Hexe, nahm noch knapp das Achtung war, doch während er sich umdrehte würde er schon fester getroffen als zuvor. Der Schmerz durchzuckte seinen ganzen Körper, für einen Moment wurde alles ganz hell und dann wurde ihm schwarz vor Augen und er stürzte blind zu Boden. Das dachte Kian zumindest, zumindest hatte er es erwartet.
      Der junge Mann bekam nichts von dem Weg mit, nichts von dem Tier und auch nicht wie er ausgezogen wurde. Auch träumte er nicht, oder bildete sich zumindest genau das ein.
      Im Hintergrund nahm der Jäger leise Gerräsuche war, doch er konnte beim Himmel nicht zuordnen von wem oder was sie verusacht wurde. Auch die Umgebung kam ihm fremd vor, selbst wenn er die Augen nicht aufschlagen konnte. Das Gefühl des Bettes war neu, der Gerruch war anders... Irgendwie roch es nach.. Kräutern? Und ein wenig Staub. Bei ihm Zuhause roch es immer nach Rauch, und in Tavernen meistens nach Bier und Essen. Wo war er?
      Angestrengt versuchte er sich zu erinnern, er versuchte sich an das letzte klare Bild zu erinnern. Er war verreist, der Auftrag, die Hexe.
      Es war anstrengend und Kian verzog das Gesicht, als ihm einfiel was passiert war. Nun fühlte er auch viel klarer seinen Kopf, und er nahm auch war das Kleidung fehlte.
      Mit ein wenig Anstregung konnte der Dunkelhaarige endlich seine Augen öffnen, zwei, drei mal musste er blinzeln um eine klare Sicht zu erhalten. Diesen Ort kannte er nicht.
      Aber die Person die dort saß... das war die Hexe. Hatte sie ihn verzaubert? Verflucht?!
      So gut es ging versuchte er sich die Symptome und Auswirkungen und Heilmittel gegen diese Arten von Magie in den Sinn zu rufen, doch sein Kopf schmerzte noch immer.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Die Hexe blätterte einige Seiten des Buches durch, bevor sie die Regungen des Verwundeten wahrnahm. Leise klappte sie das Buch zu bevor sie die Hütte verließ. Mit einen Eimer in der Hand ging sie Richtung Bach um frisches Wasser zu holen. Die Quelle entsprang einige Minuten hinter ihrer Hütte, sodass das Wasser eisig kalt war.
      Mit gefüllten Eimer kehrte die Hexe in die Hütte zurück. Selen feuchtete einen Stofffetzen im Wasser an, bevor sie diesen den Fremden auf die Stirn legte. "Ich weiß nicht, was du gestern alles mitbekommen hast, aber hier bist du sicher. Ruh dich aus." sprach sie leise, bevor sie ihm noch ein Gläschen Wasser neben das Bett stellte.
    • Er sah die Hexe nur kurz, bevor sie auch schon aufstand und ging. Das war wirklich seltsam. Mühsam versuchte Kian sich aufzusetzten, er musste sich umsehen. Flucht war keine Option, immerhin war er hier doch genau dort wo er sein wollte. In der Hütte der Hexe und sie schöpfte keinen verdacht. Das Problem? Nun er hatte seine Sachen nicht mit dabei. Und selbst wenn hätte sie ihn diese vermutlich abgenommen wie sein Hemd. Er benötigte jetzt also etwas neues, musste seinen Plan etwas umändern. Das sollte kein Problem werden, aber solange sein Kopf so schmerzte, würde er das alles nicht schnell genug hinbekommen... Nun, dann würde er eben noch ein wenig den Kranken spielen. Und da es ihm wirklich nicht gut ging, sollte das nicht so schwer werden.
      Für Kian verging nicht unbedingt sehr viel Zeit, bis die Hexe zurück kam. Immerhin war er auch fleißig damit beschäftigt sich seine Umgebung einzuprägen und mögliche Mordwaffen auszuspähen.
      Als die Hexe ihn dann einen kalten Fetzen auf die Stirn legte -was zugegeben recht angenehm war- versuchte Kian sie nicht zu misstraurisch anzusehen.
      "Und wo genau bin ich, und wer bist du?", fragte er dann einfach nach. Selbst wenn er das schon wusste. Wie denn auch nicht, immerhin war er hier um sie zu erledigen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Bei seinen leisen Worten sah Selen auf und blickte ihn tief in die Augen. "Du hast wohl in der Kneipe nicht ganz zugehört." lächelte sie verlegen, befor sie den Lappen von seiner Stirn nahm und neu befeuchtet. Während sie diesen auf seine Stirn legte, sprach sie ruhig weiter:" Mein Name ist Selen und du bist in meiner Hütte." Ihr blick viel auf einen Kratzer in seinem Gesicht, welcher wahrscheinlich von der Schlägerei und den Bierkrugen stammte. Mit einem Finger strich sie leicht über die Wunde um danach makellose Haut zu hinterlassen. Sie hatte das Heilen von kleinen Wunden schon lange perfektioniert, mittlerweile tat es auch nicht mehr, sondern hinterließ für den Betroffenen nur noch ein warmes Kribbeln. "Und nunja, ich bin die Hexe des Waldes. Aber ich fresse keine Kinder oder vergifte Brunnen." erklärte sie schelmisch und kratze sich hinter den Kopf. "Und wer bist du?" stellte sie als Gegenfrage.
    • Natürlich wusste Kian wer diese Frau war und wo er war... Doch das konnte er doch auch nicht einfach erzählen. Es würde mehr als seltsam kommen. "Nun... Ich hab gestern mehr als einen Krug an den Kopf bekommen, und mehr als einen selbst getrunken. Es kann gut sein, dass... nun mein Gedächtnis beeinflusst ist", der Jäger setzte ein charmantes Lächeln auf, doch die Bewegung seiner Lippen schmerzte etwas, weswegen es schnell wieder verblasste. Es war wirklich ein Krug zu viel, den er gegen den Kopf bekommen hatte. Getrunken hatte er nicht wirklich etwas, immerhin war er darauf bedacht gewesen einen klaren Verstand zu waren.
      Der Dunkelhaarige musste sich wirklich zusammen zu reißen nicht weg zu zucken, als dieser Abschaum es wagte ihn zu berühren. Er hätte es bevorzugt wenn sie ihn nicht berührt hätte, er hätte es bevorzugt wenn sie sich wieder abgewandt hätte und er sie rücklings hätte erwürgen können.
      Im nächsten Moment begann seine Wange zu kribbeln, und das leichte brennen und das unangenehme ziehen in seinem Gesicht nahm sein Ende. Hatte sie gerade...? Ungläubig starrte er sie an. Sie gab sogar offen zu eine Hexe zu sein, wie konnte sie erwarten das sie so lange überlegen könnte? Wie hatte sie es geschafft das sie so lange überlegte... Irgendetwas musste faul an der Sache sein und vielleicht war es doch besser, wenn Kian sich ein wenig mehr Zeit nahm um die richtigen Schritte in den Weg zu leiten.
      Es kam öfter vor als man dachte, dass Kian nach seiner Person gefragt wurde. Es kam jedoch selten vor das er eine ehrliche Antwort auf diese Frage gab. "Ich bin Kian", offensichtlich keine Hexe oder anderer Abschaum, auch wenn er ziemlich sicher Leute tötete, "ich bin reisender Schreiner."
      Das war schon immer seine Scheinidentität gewesen, vielleicht weil es auch gar nicht eine zu größe Lüge war. Immerhin hatte er dieses Handwerk einmal gelernt. Es war auch nicht unüblich das Leute ihre Zunft verließen, vor allem nicht zu diesen Zeiten wo das Geld oft knapp war.
      Vorsichtig richtete sich Kian auf, gespielt verunsichert. "WIe... du... du bist eine Hexe?", fragte er dann nach und nahm eine definsive Haltung ein. Nicht zu übertrieben, aber hoffentlich überzeugend genug.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • "Ein Schreiner, sehr praktisch und handwerklich begabt." lächelte sie mild. Es verletzte sie etwas, wie er sich abwandte, doch sie war es gewohnt. Selen war viel von Menschen gewöhnt und auch die Ablehnung oder die Angst waren ihr nicht. Doch diese unbegründete Angst hatten viele magischen Wesen das Lebn gekostet, genauso wie ihre Eltern für Unwissenheit sterben.
      "Nicht jeder, der menschliches Aussehen hat, isrt auch menschlich." erklärte sie leise, während sie ihn eindringlich anssah.
      "So bin ich mit der Gabe der Magie geboren wurden. Manchmak mehr Fluch als Segen." lächelte sie leicht traurig, ehe sie aufstand.
      Die Hexe ging einie Schritte durch die Hütte um mit einem gut duftenden Stapel Wäsche zu ihm zurück zu kommen. "Deine Sachen - frisch gewaschen und geflickt." erklärte Selen und legte den Stapel neben ihn aufs Bett, danach gin sie Richtung Tür.
      Mit einem Blick zurück sah sie den Zimmermann an. "Ich halte dich nicht fest. Wenn du gehen willst, geh. Ich bin draußen im Wald zur Kräuterernte." summte sie, bevor sie hexentypisch einen Korb und eine Sichel nahm und die Hütte verließ.
    • Praktisch war Kian sicher, aber wirklich begabt was die Handwerkskunst anging. Das konnte er nun nicht behaupten. Er konnte sich auf jeden Fall glücklich schätzen, das diese Hexe ihn nicht irgendwelche Aufgaben aufbrummte wegen seiner Tarnidentität.
      Mit ihren eindringlichen Blick versuchte Selen ihm etwas zu erklären was er doch schon längst wusste. Er wusste das nicht jeder der aussah wie ein Mensch auch einer war. Er wusste das es diese wiederwertigen Wesen gab, die wollten das sich unschuldige und wehrlose Menschen in Sicherheit wogen, nur um ihnen dann Leid zuzufügen das sie sich nicht einmal erträumen konnten.
      Kian war sich nicht sicher ob diese Hexe nur sein Mitleid wollte, als sie versuchte mit einen traurigen Lächeln zu erklären, dass sie es nicht genoss welche Macht sie hatte. Am liebsten hätte der Dunkelhaarige gelacht, doch nun war sie an der Reihe sich in falscher Sicherheit zu wiegen.
      Kurz blickte Kian auf den Stapel Wäsche und dann der Hexe hinterher. Im überzeug eine Gänsehaut als er daran dachte das dieses Weib ihn ausgezogen hatte. Hatte sie überhaupt keinen Anstand? Man merkte das sie eine Hexe war, wenn sie nicht einmal bei soetwas zurück hielt. Selbst wenn sie es gut gemeint hat - was Kian bezweifelte, Hexen konnten nichts gutes wollen- war dies etwas das man einfach nicht tun sollte, wenn man ein anständiger Mensch hätte sein wollen.
      Schnell zog sich der junge Mann seine Sachen wieder über bevor er noch einmal einen Blick durch die Hütte warf. Er entdeckte ein Messer, und auch wenn es nicht optimal war, würde es ihn helfen an sein Ziel zu kommen.
      Das Messer steckte er in seine Klamotten, damit die Hexe es nicht sofort mitbekommen würde, bevor auch er hinaus trat und sich kurz umsah. Kräuter ernten wollte sie. Für was? Um Leute zu vergiften, um sie krank zu machen um diese somit dafür betteln zu lassen sie wieder zu heilen. Er schüttelte leicht den Kopf, und fand sie relativ schnell.
      Kurz lief er um sie einzu holen.
      "Lass mich dir helfen... Als danke", meinte er dann.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Als die erfahrene Kräutersammlerin die Schritte hinter sich wahr nahm, blick sie über ihre Schulter um wiedermals den Zimmermann zu erblicken. Irgendwas machte sie jedoch stuzig bei seiner Aussage, vielleicht war es diser Hauch in seiner Stimme, die sie vorsichtig werden ließ. "Sehr freundlich, danke." lächelte sie, bevor sie ihm den leeren Weidenkorb in die Hand gab. Ihre Sichel, sowie ihr Messer für ihre Kräuter trug sie gesichert an ihrem Gürtel.
      "So.." begann die Hexe, um die Stille zu unterbrechen, "was führt dich hier in die Gegend? Familie, Arbeit?" taste sie sich vorsicht vor, bevor sie vom ersten Brombeerbusch einzelne Blätter abnahm.
    • Kian wusste nicht genau was es war, aber für einen Moment schien er sich einzubilden, so etwas wie misstrauen in ihren Gesicht zu erkennen. Das konnte aber nicht sein, woher sollte sie wissen was sein eigentliches Ziel war. Vielleicht war sie den Menschen einfach insgesamt eher misstrauisch gegenüber, so etwas wie in der Kneipe musste ihr sicherlich schon öfter passiert sein. Etwas anderes wäre viel eher verwunderlich.
      Er nahm dann den Weidenkorb entgegen und hielt ihn einfach fest. Dabei beobachtete er jede ihrer Bewegungen, bekam deswegen nur schwach das rascheln aus dem Wald mit. Kian selbst würde es wohl einen Hirsch zu schreiben, wenn er überhaupt groß Acht darauf geben würde.
      "Die Arbeit. Das Geld ist knapp, und ich muss meine kleine Schwester versorgen. Bei uns im Dorf benötigt man schon lange nicht mehr genug Arbeiten von mir, dass wir überleben könnten." Es war noch nicht einmal eine Lüge, nur das man seine Arbeit im Schloss wohl immer benötigen würde. Denn keiner konnte es so gut wie er selbst, sie waren quasi auf ihn angewiesen. Genau deswegen machte er auch gutes Geld, und die Aussteuer für seine Schwester war auch schon ansehnlich. Sie würde eine gute Familie abbekommen die sich gut um sie Sorgen konnte. Das war ihm sehr wichtig... Natürlich war ihm auch wichtig, dass sie den Mann lieben würde den sie eines Tages heiraten würde. Kurz schüttelte er den Kopf, er sollte in dieser Umgebung nicht zu viel über seine Schwester nachdenken. "Ich hoffe es geht ihr gut..:", murmelte er dann, vor allem um der Hexe zu zeigen das es sich hierbei nicht um eine -zu große- Lüge handelte.
      "Wofür ist dieses Kraut hier gut?"
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Er hatte also Famile, naja zumindest seine kleine Schwester. Was hatte Selen? Einen fetten Kater und einen alten fast blinden Wallach. Aber sie waren ihr auch eine Familie. Sein letzter Satz zu seiner Schwesterbrachte sie zum Lächeln. Es war schön, wenn man Rückhalt in der Famile fand.
      Seine Frage riss sie etwas aus den Gedanken. Sie hielt ihn das Blatt entgegen und lächelte. "Dies ist ein Brombeerbusch, sicherlich kennst du die süßen Früchte, doch auch der unscheinbar und dornige Busch hat seine Wirkung. So hilft ein Tee aus den Blätter gegen Husten und andere Beschwerden." erklärte die Hexe, stolz über ihr Wissen in der Kräuterkunde. Nach einigen Blättern im Korb setzte sie sich wieder in Bewegung. Tiefer und tiefer in den Wald hinein, fernab der Straßen und Wege, nur über die Trampelpfade, die sie und die Tiere hinterließen.
      "Hier im diesen Teil des Waldes, findet man Mistelzweige. Sie sind schwer zu erreichen, weil sie sich in die Baumkronen setzen." erklärte Selen und zog die Sichel aus dem Gürtel. "Am besten bleibst du hier unten." lächelte sie, bevor die Hexe elegant wie eine Katze den Baum hinauf stieg. Schnell hatte sie die Krone ereicht, wobei einige kleine Stöckchen nach unten stürzten. Vorsichtig und mit einer eleganten Bewegung schnitt sie die Mistel und ließ sie mit Hilfe ihrer Magie sanft hinunter zu ihrer Begleitung segeln. Nachdem eine geraume Menge unten auf dem Waldboden angekommen war, stürtze auch sie sich in die Tiefe - natürlich gesichert und geschützt von ihrer Magie.
      "Bevor du fragst, Mistel wird ebenfallls als Tee genutzt - aber gegen Schwindel." erklärte sie und verstaute die Zweige im Weidenkorb. "Aber man nutzt es auch für Schutzzauber für seine Liebsten" lächelte Selen sanft und nahm ihn den Korb ab.
      "Wenn du arbeit suchst, die Scheune an meiner Hütte hat bessere Tage gesehen, ich kann mit Gold zahlen, aber auch mit Kräutern. - Je nachdem ob du es überhaupt annehmen möchtest." lachte sie etwas verlegen.