Tales of the Desitinies [Tayuya & RimaVG]

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    • Als Rin seine Augen an diesem Mittwoch morgen aufschlug, pochte sein Herz wie wild. Heute würde der neue Brief von Hope ankommen. Endlich würde er erfahren, als was er später arbeiten würde. Was würde er wohl studieren? Schon bei dem ersten Wecker klingeln saß er Kerzengerade im Bett. Die Sonne warf die ersten Strahlen durch sein Fenster, doch Rintarou hatte keine Zeit um das zu bemerken. Er hatte seinen Wecker auf früher gestellt als sonst. Er wollte genug Zeit haben um von seiner Zukunft zu träumen und sich die Gespräche auszumalen die er heute in der Schule mit seinen Freunden haben würde. Bestimmt wären einige neidisch auf das was er werden würde. Vielleicht würde auch schon drin stehen, wen er heiraten würde? Manche hatten einfach Glück und trafen bereits im ersten Semesters ihres Studiums ihren zukünftigen Partner. Diese konnten dann schon früh zusammen ziehen und sich schnell aneinander gewöhnen. Noch in seinem ausgeleierten T-Shirt und Boxershorts, sprintete er an seiner Mutter vorbei die gerade das Frühstück zubereitete, raus an den Briefkasten. Mit zittrigen Händen öffnete er die Klappe und da lag er! Ein Umschlag in strahlendem weiß mit dem Hope-Logo darauf. Vorsichtig, als müsste er angst haben den Brief kaputt zu machen, hob er ihn aus dem Briefkasten und starrte darauf. Endlich war es so weit. Ebenso schnell wie er raus gerannt war, huschte er zurück in sein Zimmer. Er wollte die Zeilen zuerst alleine lesen um sie sich auf der Zunge zergehen lassen zu können. Sein Mutter rief ihm noch ein kicherndes 'Guten Morgen' hinter her. Der Rothaarige schloss die Tür hinter sich, lehnte sich mit dem Rücken dagegen und rutschte dann auf den Boden. Langsam und behutsam öffnete er den Umschlag. Sein Herz schlug ihm mittlerweile bis zum Hals und sein Bauch kribbelte. Er war schon lange nicht mehr so nervös gewesen. Diese zwei Blätter enthielt seine Zukunft. Er schluckte schwer und entfaltete schließlich das Papier. Die erste Seite war das übliche Blabla. Nuschelnd lass er die Worte leise vor.
      "Sehr geehrter Herr Izka, wir freuen uns sehr Ihnen heute ihre Zukunft weiter zu offenbaren. Bla bla bla. (...) auch ihre Karriere ist nun festgelegt (...) Möge Hope Sie gesegnet haben."
      Er legte das Blatt zur Seite und kam nun zu dem zweiten und viel wichtigeren Teil. Die Euphorie die er zuerst empfunden hatte, schwand bei jedem Wort mehr. Als er zu Ende gelesen hatte starrte er noch einen Moment ungläubig auf seinen Brief. Was zur Hölle hatte er eben gelesen?! Er las ihn nochmal langsam durch. Nein, er hatte sich nicht verlesen und es war auch richtig adressiert, aber was sollte das?!
      Er las die entscheidendsten Worte nochmal laut um zu sehen, ob es wirklich stimmte.
      "Nach ihrem erfolgreichen Schulabschluss, werden sie die Heya-Universität besuchen. Ihre Fachrichtung ist das Ingenieurswesen. Doch bevor sie sich weiter spezialisieren können, werden sie sich selbst umbringen. Die Gesellschaft wird ihr Opfer akzeptieren und wir wünschen Ihnen bis dahin noch eine schöne Zeit."
      Er lies seine Hand auf den Boden sinken und starrte noch eine Weile Löcher in die Luft. Das ganze war nicht leicht zu verdauen.
      Ein verstörendes Lächeln legte sich auf seine Lippen. Er sollte sich umbringen? Da musste etwas falsch sein. Er hatte ein gutes Leben, tolle Freunde und eine liebevolle Familie. Wieso also sollte er sich umbringen wollen? Das musste ein schlechter Scherz oder ein versehen sein. In den nächsten Tagen würde ein neuer Brief ankommen und damit würde sich alles aufklären. Genau so musste es sein. Sowas kam vor, also wahrscheinlich kam sowas vor. Er zerknüllte den Brief und warf ihn in den Müll. Natürlich wollte seine Familie auch wissen was in seinem Brief stand, doch er lies ihnen keine Zeit. Er zog sich um und eilte aus dem Haus und wehrte ihre Fragen mit einem "Später" ab. Er war gerade nicht besonders in der Laune um darüber zu reden.
      Auf dem Weg zur Schule lies er sich Zeit, er war viel zu früh los gelaufen. Obwohl er trödelte war er einer der Ersten in der Schule. Er ging zu seinem Klassenzimmer und nahm an seinem Tisch platz. Er würde heute einfach so tun, als würde er etwas in die Ingenieurs Richtung studieren gehen. Damit mussten sie sich zufrieden geben. Und vielleicht konnte er auch unauffällig in Erfahrung bringen, ob es schon öfter passiert war das ein Brief verschickt wurde der fehlerhaft war. Schließlich konnte das einfach nicht seine Zukunft sein. Wieso sollte Hope jemand eine so schlechte Zukunft geben?
      “You’ve got two legs and a heartbeat. What’s stopping you?” – Inuyasha

    • Wie oft Sey diesen Satz in seinem bisherigen Leben schon gehört hatte, wusste er schon gar nicht mehr aber Gestern war er mit dem Gedanken an diesen Satz eingeschlafen und ebenso genau mit diesem wieder aufgewacht. Dieser eine Satz der ihn nun seit Jahren beschäftigt. – Dein Schicksal ist von Hope vorgesehen -, immer und immer wieder dieser Satz. Aber alle damit verbundenen Fragen blieben bis Heute unbeantwortet. Wer war Hope? Wieso kennt Hope die Zukunft eines jeden Menschen und was Sey sich am meisten fragte; Wieso konnte man diese Vorhersage nicht ändern?Kurz zuckte der schwarzhaarige Junge zusammen als ihn sein Wecker mit der robotischen Stimme daran erinnerte: „Es ist 6:30 Uhr, Zeit den neuen Tag zu Beginnen Herr Kaomori.“ Sein Vater liebte all diesen technischen Kram, doch Sey wäre es lieber gewesen der Wecker oder die Toilette würden nicht mit ihm Sprechen.
      Gähnend fuhr Sey sich durch seine schwarzen Haare und überlegte gerade welcher Tag heute war, als es ihn traf wie der Blitz. Heute war DER Tag! Dieser besondere eine der alles für das Zukünftige Leben bedeutete. Heute würde in der Post der Brief von Hope dabei sein, dieser eine Brief der ihm das sagen sollte was seine Eltern doch schon bestens vorbereitet hatte – seine Zukunft – Also zog er sich etwas hastiger als sonst seine Kleider über den Körper, ging schneller als an üblichen Tagen die Treppe hinunter, nur um direkt nach der Post zu sehen. Allerdings war ihm sein Vater schon zuvor gekommen und hielt diesen wertvollen Brief mit einem stolzen Lächeln schon in die Höhe. „Hier ist sie mein Sohn, deine glorreiche Zukunft. Lies ihn am besten sofort!“, mit diesen drängenden Worten überreichte er Sey den Brief. Natürlich nahm er sich den Brief, setzte sich damit auf das weiße Ledersofa was seine Mutter so liebte und öffnete den Umschlag. "Sehr geehrter Herr Kamaori Issey, wir freuen uns sehr Ihnen heute ihre Zukunft weiter zu offenbaren…“ Den Brief zu lesen hatte keine 5 Minuten gedauert aber ihn zu verstehen ewig. Es war wirklich so wie seine Eltern es ihm gesagt hatten, er würde mit überragenden Leistungen die Schule abschließen, danach Studieren wo er natürlich ebenfalls erfolgreich sein würde und es war ihm ein wohlhabendes, zufriedenes Leben beschrieben. Ohne Besonderheiten oder Fehler. Innerlich seufzend nahm er seine Schultasche während sich seine Eltern über den Brief hermachten wie Aasgeier. Sie waren hörbar zufrieden und glücklich über Seys beschriebene Zukunft, ganz anders wie er selbst. Insgeheim hatte er sich einen Ausbruch aus diesem stupiden Perfektionismus gewünscht, eben etwas ganz Anderes als der Weg den seine Eltern für ihn wollten.
      Auf seinem Weg zur Schule biss er in einen roten Apfel, während er gedanklich die Worte aus dem Brief wiederholte. Mit jedem Schritt weiter wandelte sich seine Betrübtheit zu Wut. Er war wütend über diesen Brief aber allem voran über Hope! Issey war sich sicher, noch Heute würde er in der Schule mit den Nachforschungen über Hope beginnen, er würde jeden Schüler befragen und diesem angeblichem Schicksal auf dem Grund gehen.
    • Nach und nach stolperten die nächsten Schüler in die Klasse. Der Geräuschpegel nahm mit jedem neuen Gesicht zu. Ren gab sich Gedankenverloren und starrte aus dem Fenster, erst als er direkt angesprochen wurde, reagierte er.
      "Erde an Rin! Bist du da?", fragte Kyo mit einer hochgezogenen Augenbraue.
      Kyo war einer seiner besten Freunde, schon seit dem er in der Grundschule war. Sie waren quasi miteinander aufgewachsen.
      Rintarou wandte seinen Kopf vom Fenster ab um Kyo ins Gesicht zu sehen. Er verkneifte sich ein Seufzer.
      "Ja, ja bin nur etwas müde." Er setzte eine unschuldige Miene auf und gab sein bestes seine wirkliche Laune zu überspielen.
      Kyo warf ihm noch einen fragenden Blick, hakte aber nicht weiter nach. Der Rothaarige war dankbar sich nicht vor ihm und den anderen Jungs an ihrem Tisch erklären zu müssen. Er hörte ihrer Unterhaltung zu und warf hin und wieder ein Kommentar ein. So würden keine neuen Fragen kommen und er konnte die Ohren spitzen. Vielleicht konnte er das ein oder andere Gespräch erhaschen und erfahren ob es öfter vor kam, dass ein fehlerhafter Brief an kam.
      Die Schulglocke ertönte und verkündete den beginn der Stunde. Widerwillig setzten sich die Schüler auf ihre Plätze und kurz darauf betrat ihr Lehrer den Raum. Bis zu Mittagspause verlief alles einfach und ruhig. Kyo warf Rintarou immer wieder fragende Blicke zu, sprach aber nichts an. Rin befürchtete das er mit ihm doch noch über alles reden musste. Schließlich war die Mittagspause angebrochen und der Rothaarige fand sich mit seinem besten Freunden auf dem Dach der Schule wieder. Sie saßen oft hier um ihr Mittagessen zu essen, trotzdem nutzte Kyo diese Chance und fragte Rin aus. Obwohl Rintarou nicht darüber reden wollte, erzählte er ihm doch alles aus dem Brief. Als er fertig war und einfach nur auf den Boden starrte, fielen Kyo fast die Augen aus dem Kopf.
      "Puuuh... Das sind mal schlechte Aussichten...", sagte er schließlich.
      Eine Weile herrschte Stille zwischen ihnen. Es wirkte auf Rin als könnte man die Luft schneiden. Er schluckte schwer. Wieso hatte er ihm nur davon erzählt?! Er war so dumm gewesen. Doch dann fing Kyo an zu lachen.
      "Da hat dir bestimmt jemand einen richtig fiesen Streich gespielt, bestimmt bekommst demnächst den richtigen Brief und da stimmt dann wieder alles."
      Rin schaute ihn etwas verwundert und schenkte ihm ein halbherziges Lächeln.
      "Ja wahrscheinlich hast du recht."
      Dennoch blieb in ihm dieses merkwürdige Gefühl das es nicht so war. Das dieser Brief an den Richtigen adressiert und auch kein Scherz war. Dennoch war Kyos Art so unbeschwert das er sich vorerst gerne davon einhüllen lies. Sie redeten noch etwas miteinander bevor sie langsam wieder Richtung Klassenzimmer liefen. Sie führten ihr Gespräch vom Dach auf dem Flur fort.
      "Kyo, meinst du es ist auch möglich das fehlerhafte Briefe verschickt werden? Ich meine hast du schon mal von sowas gehört?"
      Der Angesprochene dachte einen Moment darüber nach und schüttelte dann den Kopf.
      "Nein davon gehört habe ich noch nicht, aber wer sagt das es nicht trotzdem möglich ist? Ich meine selbst Hope kann nicht perfekt sein. Was auch immer Hope ist, muss so viel Arbeit haben, dass es durchaus möglich ist das hin und wieder ein Fehler passiert oder?"
      “You’ve got two legs and a heartbeat. What’s stopping you?” – Inuyasha

    • Issey betrat wild entschlossen das Schulgelände, sein Blick zeugte davon das er sich sich von Nichts und Niemandem davon abhalten lassen würde. Einiger seiner Klasse grüßten ihn freundlich, doch er hatte für sie nur ein Kopfnicken übrig. Eilig schritt er auf seine besten Freunde zu. Hero und Mei, beide waren ebenfalls Kinder aus wohlhabenden Familien und sind praktisch mit ihm aufgewachsen. "Was stand in eurem Brief?", direkt heraus wollte der Schwarzhaarige es wissen, ohne zuviel Worte an eine Bergrüßung zu verschwenden. "Also eigentlich nur was doch klar war, ich werde Informatik an meiner Wunsch-Uni studieren und Mei wird sich mit mir verloben. Später werde ich in die Firma meines Vaters einsteigen und die Firma übernehmen. Mei und ich werden Kinder haben und ein sehr glückliches Leben führen.", berichtete Hero zufrieden. Was sein Freund ihm da erzählte war genau das was die wohlhabenden Familien für ihre Kinder wollten. Mei und Hero waren mit ihm im Kindergarten gewesen, dann in der selben Schule und Klasse bis hierher. Nie hatte er das große Gefühl gehabt das Mei das selbe für Hero empfand wie jener ganz deutlich für sie empfand, doch nun als er die beiden musterte wirkte Mei ganz anders. "Bei mir das gleiche Issey, ich werde nur das Studium nicht beenden...wegen unserem ersten Kind." , erzählte Mei mit deutlich geröteten Wangen. Gerade Mei die seit der ersten Klasse alles daran gesetzt hatte später Elektrowissenschaften zu studieren, sollte nun wegen eines Kindes und Ehe mit Hero in die Tonne werfen? Das konnte Issey nicht fassen. "Aber du wolltest doch zu dieser Firma... deine eigenen Dinge erfinden und das Studium wolltest du doch auch unbedingt?", wieder nahm die Wut auf Hope zu. Sein beiden Freunde sahen ihn dagegen nur mit einem leicht verwirrten Blick an. "Aber Issey, Hope hat es doch so hervorgesagt.", damlt war die Sache also beendet.
      So zog es sich durch alle Gespräche die er an der Schule mit Mitschülern aber auch anderen Schülern führte. Nicht jeder hatte genau das Vorhergesagt bekommen was er immer wollte doch keiner schien dabei wütend oder sich wehern zu wollen. Er war wütend und er wollte dieses Schicksal nicht. Er wollte nicht das sein Leben dermassen langweilig und ohne große Überraschungen verlief. Nein, das durfte einfach nicht sein.
      In der Mittagpause nutzte Sey noch die Gelegenheit mit ein paar Schülern zu sprechen mit denen er bisher noch nie ein Wort gewechselt hatte, Schüler aus nicht wohlhabenen Familien oder gar ärmlichen. Es brauchte zwar einiges seiner Überzeugungskraft und Wortgewandtheit damit diese Schüler ihm, einem Fremden, von ihren Briefen erzählten doch auch hier war das Ergebniss das selbe. Hope hatte prophezeit also war es so.
      Etwas neidisch über diese sorglose Akzeptanz lief Issey langsam in Richtung seines Klassenzimmers. Er wollte schon Aufgeben jemanden zu suchen der mit seinem Brief nicht zufrieden war als ihm diese zwei Schüler entgegen kamen und er hören konnte wie der eine den anderen fragte: "Kyo, meinst du es ist möglich das fehlerhafte Briefe verschickt werden? Ich meine hast du schon mal davon gehört?" Sofort wandte Issey den Kopf in die Richtung der Beiden. Endlich eine Hinterfragung dieses Hope Systhems wenn auch nicht die Selbe die ihn plagte. Gerade wollte er den Beiden hinterher und den rothaarigen Jungen ansprechen als die Stimme seiner Lehrerin durch den Lautsprecher knistertre: "Issey Kamaori, komm sofort in das Büro des Direktors!" Überrascht über diese Durchsage verlor er den rothaarigen Jungen und seinen Freund aus dem Auge. So musste er sich das Gespräch für später aufheben und tat wie ihm gesagt wurde. Er ging zum Büro des Direktors und setzte sich dort auf den Stuhl vor dem Schreibtisch. Noch war ausser ihm keiner da. Issey fragte sich ob womöglich etwas mit seinen Eltern geschehen war denn welchen Grund sollte es sonst geben das er her gerufen wurde?
      Sein Direktor, ein etwas beleibter Mann mit Glatze, stampfte zusammen mit seiner Klassenlehrerin herein. "Issey Kamaori, uns ist zu Ohren gekommen das du Heute viele Fragen zu Hope gestellt hast und Schüler zu ihren Briefen befragt hast mit denen du zuvor noch nie Kontakt gesucht hast. Gibt es für dieses Verhalten einen besonderen Grund?", fragte sein Direktor noch bevor Sey ihn wie es der Anstand verlangte begrüßen konnte. Unruhig huschten die Augen des Direktors zwischen dem Schüler und der Lehrerin hin und her, wenn er sich nicht Täuschte wirkte sein Direktor nervös aber Warum?
    • Rin war nach seiner Aussage etwas beruhigter. Wenn es noch jemanden außer ihm gab der so dachte, dann lag es doch wirklich im Bereich des Möglichen. Also müsste er sich nur noch ein paar Tage gedulden bevor seine Zukunft korrigiert wurde. Es war einfach zu lächerlich das er sich selbst umbrachte, dafür gab es doch wirklich keinen Grund. Er wollte grade noch etwas dazu sagen als ihn die Schuldurchsage unterbrach.
      Kamaori? Ist das nicht eine dieser echt reichen Familien?
      Rintarou blickte verwirrt als ihm klar wurde das der Ausgerufene nicht weit vor ihm stand und sie anschaute. Er hatte diesen Jungen schon das ein oder andere mal gesehen, aber ihm sonst nie wirklich viel Beachtung geschenkt. Wieso auch? Er spielte in einer ganze anderen Liga und auch wenn der Staat immer damit warb das es quasi keine Obdachlosen oder Arbeitslosen gab, so war die Klassengesellschaft noch immer deutlich. Wahrscheinlich würde er irgendeine Auszeichnung bekommen, das geschah durchaus öfter. Also dachte er nicht weiter über ihn nach und ging mit Kyo zusammen ins Klassenzimmer. Sie hatten noch etwa 10 Minuten Pause bevor es mit dem Unterricht weiter gehen würde und nun kam das Gespräch auf das er am meisten gefürchtet hatte. Natürlich wusste Kyo bescheid, aber nicht der Rest ihrer Freunde. Es war offensichtlich das sie nun über das Thema redeten, das sie am meisten interessierte. Rin freute sich für die anderen. Sie hatten eigentlich alle mehr oder weniger das Leben das sie sich wünschten. Einer würde seine zukünftige Frau sogar noch in den Sommerferien kennen lernen. Es war ihm an zusehen wie sehr er sich darüber freute. Und schließlich war Rintarou an der Reihe von seinem Brief zu erzählen.
      "Oh also... Ich werde im Ingenieurbereich studieren. Ist eigentlich ziemlich langweilig. Kyos Zukunft ist viel interessanter." Er warf seinem besten Freunden einen entschuldigenden Blick zu. Dieser schenkte ihm einen Blick der klar sagte das er ihm was schuldete und so fing Kyo an zu erzählen, er übertrieb ein bisschen, aber er lenkte alle erfolgreich ab. Der Lehrer unterbrach seine immer absurder werdende Geschichte und der Nachmittagsunterricht begann.
      Die Stunden verflogen und schließlich konnten sie alle nach Hause gehen. Er packte grade seine Schulsachen ein als seine Klassenlehrerin zu ihm kam. Ihr Blick war verstört und auch traurig. Als sie ihn ansprach klang ihre Stimme sehr gedämpft.
      "Ich wollte Sie eigentlich nicht darauf ansprechen, aber irgendwie konnte ich es doch nicht einfach auf mir sitzen lassen. Daher wünsche ich Ihnen nur das beste für Ihre Zukunft, so düster sie auch sein mag."
      Sie schenkte ihm ein schwaches Lächeln, dann drückte sie ihm kurz die Schulter und verließ den Raum.
      Ungläubig starrte er ihr hinterher. Was war das eben gewesen? Konnte sie von seinem Brief wissen? Nein das war doch unmöglich, oder? Besonders von einem fehlerhaften Brief? Wahrscheinlich hatte er ihre kryptischen Worte einfach nur falsch gedeutet, da seine gesamten Gedanken heute nur von diesem dämlichen Brief handelten. Es sollte sich wirklich entspannen und abwarten, seine Zukunft würde in geregelten Bahnen laufen, so wie sonst auch alles.
      Daheim angekommen beantwortete er beim Abendessen die Fragen seiner Eltern nur sehr wage und entschuldigte sich sehr früh mit der Behauptung lernen zu müssen für sein späteres Studium. Sie schienen nicht ganz zufrieden mit seinen Erzählungen, akzeptieren es aber. Sie wollten ihn nicht am lernen hindern, auch wenn sie ihm leicht besorgte Blicke hinterher warfen.
      Als der nächste Morgen anbrach, schien die Welt wieder in Ordnung zu sein. Rin hatte seinen Brief schon fast vergessen als er beim Frühstück hörte wie jemand an ihrem Briefkasten klapperte. Verwundert stand er auf und ging vor die Tür, weit und breit war niemand zu sehen aber die Ecke eines Briefs hing aus dem Briefkasten. Post kam nur so früh wenn es etwas wirklich wichtiges war oder ein Brief von... Hope? Das konnte doch nicht schon der korrigierte Brief sein?! Der Weg zum Briefkasten kam ihm unnatürlich lang vor und er hatte das Gefühl beobachtet zu werden. Langsam zog er den Brief raus und es war ein Brief von Hope für ihn. Schnell aber mit leicht nervösen Fingern öffnete er den Brief. Er überflog den Anfang, der genau gleich war, bis er zu der Stelle kam die neu war. Ihm viel die Kinnlade runter. Diesmal besagte der Brief er würde nicht mal den Abschluss an seiner Schule schaffen bevor er sich umbringen würde. Wut kochte in ihm hoch. Was sollte nur dieser Mist?! Er zerknüllte den Brief und warf ihn achtlos in die Mülltonne. Wer dachte sich bitte so einen scheiß aus?! Verärgert stapfte er ins Haus und lies sein Frühstück stehen um sich in seinem Zimmer fertig zu machen für die Schule. Als er wieder im Flur stand und sich die Schuhe anzog kam seine Mutter hinzu.
      "Rintarou ist alles okay? Wieso bist du so wütend und was war im Briefkasten?" Ihre Sorge war deutlich zu hören.
      "Nichts, nur ein dummer Streich von Kindern.", sagte er kurz angebunden.
      Er winkte noch kurz seiner kleinen Schwester bevor er das Haus verließ. Seine Mutter stand noch immer im Flur und blickte ihm hinterher. Sie wusste das irgendwas nicht stimmte.
      Als Rintarou die Schule betrat war alles irgendwie anders. Er hatte das Gefühl das ihn viele Leute einfach nur anstarrten, als sähen sie ihn zum ersten Mal. Er redete sich ein, dass er sich das nur einbildete und ging weiter. Aber selbst im Klassenzimmer war alles merkwürdig. Sobald er den Raum betrat schien die ganze Stimmung auf einmal angespannt zu sein und er glaubte das die Leute ihn mieden. Kyo war der einzige der zu ihm kam und ihm einen guten Morgen wünschte. Aber selbst sein bester Freund schien sich distanziert zu verhalten. Er versuchte sich nicht all zu viele Gedanken darüber zu machen, doch als sie einen Vertretungslehrer reinkommen sahen, war alles noch seltsamer. Ihre Klassenlehrerin war nie krank und gestern ging es ihr noch gut, doch laut der Vertretung hatte sie sich heute Morgen krank gemeldet. Rin beschlich das Gefühl das hier etwas gar nicht stimmte. Sie bekamen Aufgaben die sie alleine bearbeiteten sollten. Der Rothaarige brütete gerade über einer Aufgabe als er angesprochen wurde.
      "Rintarou Izka, der Herr Direktor möchte mit dir sprechen. Du sollst unverzüglich zu ihm." Die Stimme des Lehrers war ruhig und gedämpft.
      Rin nickte kurz und machte sich auf den Weg zum Direktor. Konnte dieser Tag noch besser werden? Was für einen Grund gab es schon das er zum Direktor sollte? Es grübelte noch etwas darüber nach bevor er an die Tür klopfte. Er hatte schon die Hand gehoben als er Stimmen aus dem Raum hörte.
      "...fragt alle Schüler aus, wegen ihrer Briefe und nun haben wir gleich zwei Desaster! Was ist nur mit diesem Jahrgang los. Dazu mussten wir Frau Tokai Suspendieren bis ihre Rehabilitation zu Ende ist.... Zweifel ist das letzte was wir brauchen können, aber.... friedlichere Maßnahmen als sowas.... Ja, das größte Problem wird sich bald von alleine erledigen..."
      Dann herrschte Stille. Rin starrte auf die Tür vor ihm. Was hatte er da gerade belauscht? Aber es zwar ja lächerlich, dass das auf ihn bezogen war, auch wenn es um seine Klassenlehrerin gegangen war die offensichtlich nicht krank war. Er schluckte schwer und klopfte schließlich. Ein fasst schon bellendes 'Herein!' erlaubte ihm das Zimmer zu betreten. Er nahm auf dem Stuhl gegenüber des Rektors platz und fühlte sich so fehl am Platz wie noch nie in seinem Leben. Schnell wurde ihm klar über was ihr Gespräch sich drehen würde.
      "Herr Izka, ihre schulischen Leistungen bereiten mir Sorge. Sie hatten ihren Schnitt immer ganz gut gehalten und Sie schienen mir nie ein dummer Junge zu sein, aber in letzter Zeit sinken sie ab. Gibt es dafür irgendeinen Grund? Haben Sie Probleme zu Hause oder in der Schule? Kommen Sie mit dem Lehrstoff nicht hinterher?"
      Rin konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. War er im falschen Film? Seine Noten hatten sich nicht geändert. Er hatte auch keine Probleme. Zudem gab es eigentlich niemanden mehr der Probleme in seinem Umfeld hatte. Alles war von Hope so perfekt für jeden vorherbestimmt das jeder ein ausgewogenes Leben hatte. Jeder ging auf die Schulen bei dem er sein richtiges Lerntempo hatte. Alles war einfach optimiert, wieso also diese unnötigen Fragen?
      "Nein, habe ich nicht. Und mit meinen Noten ist auch alles okay, ich habe mich nicht verschlechtert."
      Es fiel ihm schwer nicht wie ein trotziges Kind zu reagieren, sonder diplomatisch. Der Direktor seufzte.
      "Ich dachte mir schon das Sie so etwas sagen würden, daher werde ich es Ihnen zeigen."
      Er zog sein Blatt hervor auf dem seine Noten eingetragen waren. Auch kleine Notizen von Lehrern waren zu erkennnen. Die Noten wurden immer schlechter und auch Notizen lauteten: "Arbeitsverweigerung", "respektloser Umgang", etc. Er konnte kaum glauben was er da las. Das stimmte alles nicht. Doch wie konnte er das Beweisen?
      “You’ve got two legs and a heartbeat. What’s stopping you?” – Inuyasha

    • Angespannt sass Issey in dem Sessel vor dem Schuldirektoren Schreibtisch. "Ich wollte Nachforschungen anstellen über Hope. Es fasziniert mich was Hope großartiges für uns tut. Es gibt doch Gerüchte das es ganz besondere Menschen sogar gelingt bei Hope zu arbeiten, das wäre doch eine große Ehre für meine Familie! Deswegen habe ich die anderen Schüler befragt. Auf keinen Fall wollte ich in irgendeinerweise Ärger hervorrufen.", diese Worte waren die reinste Erfindung doch irgendwie spürte Sey das er unter gar keinen Umständen die Wahrheit sagen durfte. So eindringlich und forschend wie der Mann ihn anstarrte, schien dieser jedes seiner Worte genaustens abzuwägen. Erkannte er das Issey gelogen hatte? Die Lehrerin und der Direktor wechselten Blicke aus, ohne dabei ein Wort zu wechseln. Kaum nach diesem Blickaustausch zog der Direktor eine Akte aus der Schublade. "Issey Kamaori, sehr gute Noten, gutes Sozialverhalten. Dir stehen also alle Türen offen.", wie bei einer Drohung folgte auf diese Worte erstmal eine kurze Stille. Issey brauchte einen Moment bis er darauf ein: "Danke", erwiederte. Dieses Gespräch war wirklich an Merkwürdigkeit kaum zu übertreffen. Hatte ihm der Direktor in der Tat indirekt gedroht, wenn er weitere Fragen stellte würde sich an seiner Akte was ändern? Das war doch nicht möglich! "Dann ist wohl alles gesagt Kamaori, Hope würde es dich sicher wissen lassen wenn eine Zukunft bei Ihnen besteht. Also erfreue dich an dem was sie dir schon vorher gesagt haben. Du darfst gehen.", der Direktor steckte seine Akte zurück.
      Erst als Issey die Tür hinter sich zugezogen hatte, wagte er es normal zu Atmen. Je mehr er darüber nachdachte desto überzeugter war er davon das der Rektor ihm vor wenigen Augenblicken gedroht hatte. Die Mitteilung war im Grunde unmissverständlich, er sollte aufhören Fragen zu stellen sonst würde sich in seiner Schülerakte etwas verändern. Wie betäubt über diese Erkenntnis ging der Junge zurück in sein Klassenzimmer und liess sich auf seinem Platz nieder. Ohne viel über den restlichen Schultag mitzubekommen grübelte er ununterbrochen über die gesammte Situation nach.
      Seinen Weg nach Hause ging er allein. Oft waren sie in Grüppchen unterwegs aber Heute war ihm nicht mehr nach Gesellschaft. Auf seiner Route betrachtete er die Menschen die ihm begegneten. Die Ladenbesitzer, die Männer und Frauen mit ihren Aktentaschen, die Leute die in ihren Autos an ihm vorbei brausten und fragte sich ob jedereinzelne von ihnen den Brief von Hope ohne nachzudenken einfach akzeptiert hatte. Als er den Park sah, konnte er nicht anders als sich dort auf eine Bank zu setzen und weiterhin einfach zu Beobachten. Erst als die Lichter angingen kam wieder die Realität zu Issey zurück, er musste hier Stunden einfach wie eine Statue gesessen haben. Steif raffte er sich auf, rieb sich über die leicht schmerzenden Glieder und begab sich dann auf den endgültigen nach Hauseweg. Seine Eltern waren ausser sich vor Sorge. Immer wieder wurde Issey gefragt wo er gewesen sei, was passiert ist. "Ich hab die Zeit vergessen, tut mir Leid. Ich geh in mein Bett. Gute Nacht.", mehr wollte er seinen Eltern nicht zu muten. Mit Niemandem konnte er sprechen, denn wie es schien waren seine Fragen nicht normal.
      Am nächsten Morgen hoffte Issey einfach alles vergessen zu können. Er wollte weiter machen wie vor diesem Brief von Hope und nahm sich für seine Zukunft einfach vor nicht darüber nachzudenken. Mit dieser Entscheidung zog er sich seine frisch aufgebügelte Schuluniform an und ging hinunter zu seinen Eltern. "Issey mein Liebling, ich hab dir dein Lieblingsfrühstück zubereitet.", flöhtete seine Mutter ihm überglücklich zu. "Es ist so wunderbar was für eine großartige Zukunft dir vorher gesagt wird, nicht?" Seine Mutter sagte das auffällig überspitzt, doch warum? Wusste sie womöglich etwas? Nein, das konnte unmöglich sein. "Ja, freut mich euch Stolz machen zu können.", Issey war selbst erschrocken wie hölzern sich das aus seinem Mund anhörte. Weil sie alle vielleicht nicht mehr waren wie Puppen in einem Spiel?
      Nachdem Frühstück zu Hause, welches sich für den Jungen seltsam anfühlte, war Issey ganz froh darüber in die Schule zu gehen. Doch die Merkwürdigkeiten gingen genau dort weiter. Es kam ihm vor das jeder Schüler sich umdrehte, ihm ein Lächeln schenkte als wäre er etwas ganz besonderes. Dem nicht genung wurde er in seiner Klasse wie ein Star empfangen. Verwirrt suchte er nach seinen besten Freunden. "Morgen Issey, wir können uns glücklich schätzen das du unser Freund bist!", wurde er von Hero begrüßt. Es war also auch so das seine ehemaligen Kindergartenfreunde sich seltsam benahmen. Jeder schien sich zu verhalten als wäre er etwas Ausergewöhnliches. Nachdenklich setzte ervsich an seine Platz, er holte sein Arbeitsmaterial hervor und beschloss dieses Verhalten der anderen zu ignorieren. Issey war sich fast sicher das all diese Vorkommnisse mit Hope zu tun hatten. Dieser Gedanke war jedoch auch beängstigend. Die Stunden auf der Uhr in ihrem Klassenzimmer flossen dahin wie zäher Kaugummi. Ab und zu huschten seine Augen zu seinen Mitschülern, ihr Verhalten ihm gegenüber hatte sich von Heute auf Morgen komplett verändert. // Ich muss mit jemandem reden...aber wer würde mir das hier schon glauben? // Wie ein Blitz durchzuckten Kyo und Rin seinen Kopf. Der Junge mit der Frage nach einem fehlerhaften Brief, der Einzige der bisher überhaupt was zu hinterfragen schien. Er musste mit diesem Fremden unbedingt reden, soviel war klar.
    • Rin saß einfach nur da und starrte wie betäubt auf seine Akte. Sein Hirn ratterte wie wild und die Fragen türmten sich in seinem Kopf. Kurz spürte er wie sich Tränen in seinen Augen bildeten, doch er zwang sie zurück. Ja er war überfordert und ja er wusste endgültig nicht mehr weiter, aber hier war nicht der richtige Ort um seine Schwäche zu zeigen. Das Gesicht des Direktors schaute ihn an und es schien als wartete er auf eine Antwort, eine Reaktion, auf irgendetwas. Doch was sollte er nun tun oder sagen? Sollte er sagen, dass er sich bessern würde, doch was würde das bringen? Sollte er auf die Knie fallen und um Gnade winseln? Sollte er sich einfach in Luft auflösen? Nichts davon schien ihm ein vernünftiger Ausweg. Doch langsam wurde ihm klar wie lange er schon da saß und einfach starrte. Er räusperte sich kurz.
      Behalte einen kühlen Kopf. Bleib ruhig, in Panik geraten kannst du später immer noch.
      "Mir war nicht bewusst, wie sich mein Verhalten verändert hat. Ich... ich werde an mir arbeiten und mich bessern."
      Mit diesen Worten schien sein Gegenüber nicht ganz zufrieden, aber es war klar das ihr Gespräch nun vorbei war. Er stand auf verabschiedete sich leise und verließ den Raum. Im Gang davor blieb er stehen und atmete tief durch. Seine Hände zitterten während er alles nochmal Revue passieren lies. Wieso hatte man ihm seine Akte mit den falschen Noten und Bemerkungen gezeigt? Sollte das eine Art Drohung gewesen sein? Oder mehr noch eine Art Macht Demonstration? Rintarou war so aufgewühlt, sodass er nun unmöglich wieder zurück in seine Klasse gehen konnte, aber wohin sollte er? Er spielte kurz mit dem Gedanken einfach seine Sachen zu holen und dann zu verschwinden, aber verwarf den Gedanken dann doch. Zu mindestens vorerst. Er huschte durch die Gänge und gab sein bestes nicht erwischt zu werden und schließlich stand er auf dem Dach. Der Wind der ihm durchs Gesicht strich sorgte dafür das er sich gleich viel leichter fühlte. Rin lies seinen Blick über die Umgebung schweifen. Alles war ruhig und rein objektiv war es ein wirklich schöner Tag und genau diese Ironie nervte ihn extrem. Wie konnte alles so ruhig und friedlich sein, wenn sein Leben nun quasi vorbei war? Wieso lag das Schicksal seines Lebens nicht mehr in seinen eigenen Hände? Aber hatte es denn jemals in seinen Händen gelegen? Hope hatte alle seine Entscheidungen getroffen. Diese bittere Erkenntnis lies wütend werden. Er war so dumm gewesen. Wieso hatte er Hope und alles was damit zusammen hing nie in Frage gestellt? Wieso erst als sie ihm schließlich seinen Tod verkündet hatten?
      Ehe er sich versehen hatte klingelte es bereits zur Pause. Ein kleiner Teil in ihm hoffte das Kyo hier hoch kam. Hier waren sie so gut wie jede Mittagspause und sie waren doch beste Freunde oder? Er würde bestimmt wissen wollen was er mit dem Direktor zu reden hatte. Er würde ihm bestimmt helfen. Ganz bestimmt. Auch wenn er sich heute, so wie alle auf dieser Schule, seltsam verhielt. Als hätte man ihm eine Leine angelegt.
      Als sich schließlich die Tür öffnete und er Kyo schon begrüßen wollte, staunte er nicht schlecht. Es war nicht Kyo der dort stand.
      “You’ve got two legs and a heartbeat. What’s stopping you?” – Inuyasha

    • In der letzen Unterrichtsstunde vor der Pause hörte Issey seinem Lehrer bei seinen Ausführungen über die Politik des Landes schon gar nicht mehr zu. Er hatte sich bereits einen Plan zurecht gelegt. Sobald die Pause begann würde er die Klasse von diesen beiden Jungs aufsuchen, wenn er sich recht erinnerte wusste er welche das war. Er würde Rintarou um ein Gespräch ausserhalb der Schule bitten, denn hier schien nichts mehr normal zu sein und zudem würde dem Direktor sofort zugetragen wenn er wieder etwas 'Seltsames' tat.
      Als die Klingel zur Pause ertönte viel es ihm schwer nicht sofort los zu eilen, Issey ermahnte sich selbst ruhig zu bleiben. "Hey Issey, wollen wir uns in der Pause meine Bentobox teilen? Hope hat in meinem Brief erwähnt das ich meinen Zukünftigen noch dieses Schuljahr treffe... ich wünwchte du wärst das.", stellte sich ihm unerwartet Saki in den Weg. Saki war das hübscheste Mädchen in der Klasse und bis zum heutigen Tag war sie noch nie auf den schwarzhaarigen Jungen aufmerksam geworden. Alle wussten das sie einen älteren Freund aus einer sehr wohlhabenden Familie hatte, jedenfalls noch vor Hopes Brief. "Tut mir leid Saki...ich muss mich wegen meiner Note um mein technik Projekt kümmern. Ich werde fleissiger Arbeiten so wie Hope es geschrieben hat.", mit einem Lächeln schob er sich an ihr vorbei. Hoffentlich war das die richtige Antwort. Zudem konnte sich Sey nicht erinnern das ihm in irgendeinerweise ein Liebesleben hervorgesagt wurde.
      So gut es ging schlug sich Issey unaufällig durch die Flure bis er Kyo erblickte. Doch diesesmal war der Junge vom letzten mal nicht bei ihm. Issey überlegte was er nun tun konnte. Einfach zu Kyo hin, um ihn zu Fragen das wäre direkt wieder für alle Anderen unübersehbar. Der Schwarzhaarige beschloss Kyo zu folgen, nah genug ran zu kommen um eventuell was aufzuschnappen. Issey war nah genug dran um zu hören wie Kyo gefragt wurde: "Du gehst doch nicht zu ihm?" und Kyo erwiederte: "Nein...auserdem ist es verboten. Wieder ein Schulregelverstoss, da will ich nicht erwischt werden." Sofort ging Issey die verbotenen Orte und Schulregeln durch und kam auf Drei: das Dach, der Geräteschuppen des Hausmeisters und die Umkleideräume während der Pause. Für einen musste er sich Entscheiden denn die Pause war nicht so lange um alle 3 Orte abzuklappern.
      Etwas ausser Atem hastete er die Treppen zum Dach empor, immer wieder versicherte er sich ob ihn auch keiner gesehen hatte. Noch nie hatte er sich auf das Dach begeben, schliesslich war es verboten und er war sowieso kein großer Fan von Höhe aber im Moment gab es viel wichtigeres als Regeln und Ängste. Issey öffnete die Tür zum Dach und da stand dieser Junge. Dieser Junge dessen Name er nicht mal kannte. "Ich muss mit dir über Hope sprechen...irgendwas falsches läuft hier ab. Meine ganze Klasse hat sich von Gestern auf Heute verändert...aber wir dürfen nicht in der Schule oder vor anderen reden. Wir müssen uns nach der Schule treffen.", er wusste nicht warum aber als er in Rintarous Augen sah wollte er direkt die Wahrheit sagen. "Ich glaube der Direktor hat mir gedroht...mein Name ist übrigens Issey Kamaori."
    • Issey fiel direkt mit der Tür ins Haus und Rintarou schaute ihn verdutzt an. Er brauchte einen Moment um das gehörte zu verarbeiten. Das ausgerechnet Issey Kamaori hier vor ihm stehen würde..?
      "Uhm.. Ja..", brachte er schließlich dümmlich raus. "Ich bin Rintarou Izka, freut mich.."
      Er schaute sich kurz auf dem Dach um. Waren sie hier wirklich alleine? War das eine Falle von dem Schuldirektor? Das alles klang irgendwie doch sehr bizarr. Doch was hatte er noch zu verlieren? Also nickte er und sein Gesichtsausdruck wurde entschlossen.
      "Ja, das ist mir genauso ergangen...", die Verbitterung war deutlich zu hören.
      "Wir treffen uns nach der Schule im Nakaoka-Park. Dort sollten wir ungestört reden können."
      Mit dieser Aussage hatte er nicht zu viel von sich Preisgegeben und wenn sie später wirklich nochmal reden würden, könnte er bestimmt heraus finden, ob er ihm vertrauen konnte. Nach der Predigt des Direktors durfte er sich wirklich keinen Fehltritt mehr erlauben. Oder ging es soweit das er direkt von Hope geschickt wurde? Zweifel wuchsen in seinem Kopf und die Fragen die sich ihm stellten verdoppelten sich mit jeder Sekunde. Aber konnte er denn nun noch irgendwem vertrauen? Dieser Gedanke machte ihn mehr als nur Paranoid. Als ihre Verabredung geklärt war, klingelte es schon wieder und die Pause war vorbei. Da es zu auffällig war, wartete Rin noch einen Moment bevor er auch nach unten ging zu seiner Klasse. Noch immer war irgendwie alles falsch, doch was konnte ihm nur recht sein. Er spürte schon irgendwie das er dabei war etwas zu tun, das ihn in wirklich große Schwierigkeiten bringen konnte. Er lies den restlichen Tag über sich ergehen, währen die Zeit sich wie Kaugummi zog. Als schließlich die Schulglocke zu seiner Erlösung ertönte, schnappte er sich seine Sachen und verzog sich, so schnell es ging aus der Schule. Er lief nicht direkt zum Park, falls er verfolgt werden würde, sondern machte einen kleinen Umweg, bevor er schließlich vor dem Park stand. Er schlenderte rein und schaute dann nach oben. Einige Vögel erhoben sich grade und flogen davon und Rin wünschte sich er könnte sie begleiten. Einfach von seinen Problemen davon fliegen und sie hinter sich lassen. Etwas verloren stand er schließlich hier und wartete darauf ob Issey wirklich kommen würde. Würde er alleine kommen oder kam gleich einige Polizisten mit um ihn zu verhaften? Das würde diesen katastrophalen Tag nur vervollständigen. Er schnaubte bei diesem Gedanken. Seit wann hatte er so einen makabaren Humor entwickelt?
      “You’ve got two legs and a heartbeat. What’s stopping you?” – Inuyasha

    • Einprägent hatte Issey Rin die ganze Zeit über betrachtet, doch warum? Was war an diesen kurzen, wilden roten Haaren oder an diesen hellen, blauen Augen? Wieso konnte Issey nicht woanders hinsehen? Selbst als sein Gegenüber sich vorstellte und ihm einen Ort zum reden vorschlug, konnte er seine Augen nicht davon abbringen Rin anzustarren. War es wirklich das Erscheinungsbild des Jungen oder vielmehr das was man nicht sah? Es wirkte nämlich als wäre Rintarou Izka von einer Art besonderen Aura umgeben.
      "Nach der Schule im Nakaoka-Park, einverstanden.", mehr gelang ihm bei ihrem Treffen hier auf dem Dach nicht mer zu sagen. Getrennt und unauffällig von eina der gingen beide wieder zurück in ihre Klassen.
      Zurück in seiner Klasse wurde er glücklicherweise von Niemandem gefragt wo er die Pause über geblieben war. Der Unterricht danach zog sich wie Jahre dahin, da Sey nur noch das Schulende herbei sehnte. Das Treffen mit Rin. Was wusste dieser Junge möglicherweise oder war er dazu bereit offen über Hope zu sprechen?
      Endlich war das Schulende erreicht, aber um nicht auffällig zu sein erklärte sich Issey dazu bereit das Klassenzimmer aufzuräumen. Er schickte seine Freunde alleine los, nahm sich viel Zeit dabei die Stühle hoch zu stellen, den Klassenraum durch zu wischen und die Tafel sauber zu wischen. Schliesslich musste er sicher gehen das keiner mitbekam das er nicht direkt nach Hause ging, wie er es sonst folgsam nach der Schule tat. "Kamaori? Was tust du den noch hier? Es ist alles in Ordnung, nun los nach Hause mit dir!", total überraschend riß ihn sein Lehrer für Musik aus den Gedanken. "Verzeihung Herr Usoka, ich hab wohl vor mir hergeträumt. Haben Sie noch einen schönen Abend.", verzeihend verneigte sich der Schwarzhaarige vor dem Mann. Herr Usoka lächelte nur verständnisvoll während Issey seine Schultasche nahm und ging. Mit einem Blick auf seine Armbanduhr stellte er fest das er in der Tat über eine Stunde nach Schulschluss vertrödelt hatte.
      Wie Rin beschloß auch Sey nicht auf direktem Weg zu ihren Treffpunkt zu gehen. Er nahm einige umwege, ging noch kurz was einkaufen ehe er den Nakaoka-Park betratt. Schon kurz nach dem Eingang konnte er Rin sehen, wahrscheinlich wartete er schon ewig auf ihn. Mit festen Schritten ging er auf ihn zu. "Verzeih Izka, ich hatte beim aufräumen des Klassenzimmers irgendwie die Zeit vergessen. Als Entschädigung hab ich uns Nudelsuppe mitgebracht. Lass uns gleich die nächste Bank nehmen. Dann erzähle ich dir alles." Wie es sich gehörte sprach er Rin vorerst mit dessen Nachname an, den sie kannten sich nicht.
      Als sie sich eine Bank etwas abseits des Hauptweges ausgesucht hatten, reichte er Rin die noch warme Nudelsuppe vom Essenstand und nahm sich die andere der Beiden. Während er mit seine Stäbchen in der Suppe rührte erzählte er dem eigentlich Fremden alles. Er berichtete von dem Brief von Hope, von seiner Fragerei in der Schule und der Drohung des Direktor, dann vom heutigen Tag. "...Hope ist nicht irgendwas ungreifbares... sie scheinen die Schule unter Kontrolle zu haben.", endete Sey.
    • Mit jeder Minute die verstrich, würde Rin ungeduldiger. War es vielleicht nur ein Scherz gewesen? Es wäre naheliegend, wenn man bedachte auf welchem gesellschaftlichen Unterschied sie beide standen. Es war zwar nicht komplett ausgeschlossen das sie irgendwann in ihrem Leben so oder so aufeinander gestoßen wären, aber doch eher unwahrscheinlich. Nur selten kam es vor das jemand aus seiner Schicht aufstieg. Das Absteigen kam hingegen öfter mal vor. Aber seid dem ihre Welt von Hope kontrolliert wurde, schien das alles doch sehr unwahrscheinlich. Es war alles einfach kontrollierter und nicht so wie früher. Ungeduldig lief der Rothaarige hin und her und betrachtete seine Umgebung. War hier irgendjemand der sie vielleicht beobachten könnte? Würde Issey überhaupt vorbei kommen? Hatte er ihn vielleicht missverstanden? Oder war das ganze wieder nur ein Test?
      Er schaute auf die Uhr und stellte fest das er bereits über eine Stunde wartete. Er schnaubte vor Frust. War ja klar gewesen, dass er es nicht ernst gemeint hatte. Er war so dumm gewesen ihm zu glauben. Rintarou wollte sich grade umdrehen zum gehen, als er den Schwarzhaarige erblickte. Es schien als fiel ihm eine Last vom Herzen. Wieso war er nur so glücklich Issey zu sehen?
      "Ach halb so schlimm.", entgegnete er.
      Gemeinsam ließen sie sich auf der Bank nieder und gerne nahm er seine Suppe entgegen. Mittlerweile hatte er echt Hunger. Während er aß, hörte er aufmerksam zu. Er konnte ihm nur zustimmen. Allerdings kam ihn ein beunruhigender Gedanke. Er schlürfte noch die letzten Reste seiner Suppe bevor er erzählte. Da Sey ihm so ehrlich gegenüber war, war auch er ehrlich. Er spürte irgendwie das er ihm vertrauen konnte. Also lies er nichts aus, von den ersten und dem zweiten Brief, so wie das Gespräch mit der Schulleitung. Als er fertig erzählte hatte schwieg er einen Moment und starrte vor sich auf den Boden.
      "Was ist, wenn Hope nicht nur die Schule kontrolliert, sondern alles..?", fragte er leise. Eigentlich erwartete er keine Antwort darauf, dennoch lies ihm das keine Ruhe. Vielleicht konnte er daheim mit seinen Eltern nochmal darüber sprechen und sie um Rat fragen. Erst jetzt bemerkte er wie spät es bereits geworden war. Die ersten Laternen im Park waren bereits an und der Himmel hatte sich Rot gefärbt.
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    • Issey
      Die Worte die aus Rin kamen klangen ehrlich und voller graussamer Wahrheit. Wäehrend der Rothaarige erzählte fragte sich Issey was gewesen wäre wenn er so einen Brief von Hope bekommen hätte. Wie geschockt und bestürzt er gewesen wäre seinen eigenen Tod prophezeit bekommen zu haben. Was hätten seine Eltern wohl zu ihm gesagt? Seine Mutter wäre in sich zusammen gebrochen, jedenfalls wenn sie nicht auch von Hope gesteuert wurden. Aber konnte Hope die einzelnen Personen so steuern?
      Als Rin geendet hatte blickte Issey ihn an. Sie kannten sich kaum, eigentlich gar nicht da sie in keiner Lebenssituation aufeinander traffen. Das Gesicht seines Gegenübers spiegelte viele Sorgen wieder. Fast hätte er Rin's Hand berührt, aber konnte sich gerade noch zurück halten.
      "Meine Eltern scheinen von Hope auch gesteuert zu sein. Sie waren heute Morgen wirklich merkwürdig.", entgegnete Issey auf Rins leise Frage.
      Seinen Eltern würde er vorerst nichts anvertrauen soviel war ihm klar. Wahrscheinlich würden sie die Fassung verlieren allein wenn sie ihn mit Rin hier sitzen sahen.
      "Wir müssen dem Ganzen auf den Grund gehen aber ohne dem Direktor oder unsere Eltern aufzuschrecken. Keiner darf wissen das wir uns treffen oder das wir miteinander sprechen. Wenn Hope was mitbekommt weiss ich nicht was die tun. Wir sollten aber auf technische Mittel verzichten. Morgen können wir uns bei mir treffen, direkt nach der Schule. Meine Eltern fahren für eine Woche weg und keiner würde denken das ich jemand zu mir einlade. Weil sie mir eigentlich verbieten Besuch mitzubringen wenn sie ausser Haus sind und ich nie etwas tue was sie verbieten." In Isseys Kopf überschlugen sich die Gedanken. Es hörte sich an als wären sie in einem Action-Film oder Buch. Er hätte gehen können, einfach das Leben führen das ihm vorbestimmt war aber das fühlte sich Falsch an. Issey könnte das was er inzwischen weiss oder gehört hatte nicht einfach vergessen. Sie durften sonst keinem vertrauen soviel war ihm klar.
      "Hör zu, was immer passiert, ich werde dich nicht einfach fallen lassen. Du wirkst für mich nicht wie jemand der...", er hielt kurz inne. "...selbstmord begeht und auch Hope darf das nicht bestimmen. Hier geht es um ein Menschenleben, dein Leben. Wenn irgendwas passiert komm einfach zu mir nach Hause. In Ordnung?" Voller Entschlossenheit griff Issey in seine Schultasche und schrieb Rin seine Adresse auf. Er wollte Rin verdeutlichen das er nicht allein war und ihm die Sache wichtig war.
      Inzwischen war es Dunkel geworden und es war Zeit nach Hause aufzubrechen aber irgendwie viel es Issey schwer sich von Rin zu lösen.
    • Das Issey so reagierte überraschte ihn. Etwas verdutzt schaute er ihn an. Eigentlich waren sie Fremde und doch war er nun mehr ein Freund als es sein bester Freund zur Zeit war. Tränen der Freude wollte in ihm aufsteigen doch er unterdrückte das schnell wieder. Es war ihm zu peinlich vor ihm zu weinen. Er nickte schließlich und nahm seinen Zettel entgegen.
      "Ich danke dir.", sagte er leise mit belegter Stimme.
      Er räusperte sich kurz, damit seine Stimme wieder normal war.
      "Ja ich denke auch, dass wir dem nachgehen sollten. Aber es wird wirklich schwierig das niemand etwas davon mitbekommt. Wir müssen wirklich vorsichtig sein. Ich versuche heute Abend noch ein oder zwei Informationen über Hope zu sammeln oder verdächtig zu sein und dann besprechen wir das morgen Nachmittag."
      Rin wusste genau das es Zeit war zu gehen, aber eigentlich wäre er gerne noch länger sitzen geblieben und hätte mit Sey geredet. Das Thema wäre ihm egal gewesen, wahrscheinlich wäre alles was er mit Issey besprach interessant. Schließlich raffte er sich auf, steckte die Adresse des Schwarzhaarigen in seine Tasche und streckte sich.
      "Dann bis Morgen."
      Er schenkte ihm noch ein Lächeln bevor er sich auf den nach Nachhauseweg machte. Er freute sich schon auf Morgen, es würde voran gehen. Er würde morgen einen kleinen Schritt Richtung Hope gehen. Relativ gut gelaunt kam er zu Hause, schloss die Tür auf und trat ein.
      "Ich bin wieder.... da...?" Er hörte seine Mutter weinen und schluchzen und blieb verunsichert im Flur stehen. Was war passiert?!
      Langsam betrat er das Esszimmer wo er seine Eltern erblickte. Seine Mutter hatte die Hände vor ihrem Gesicht und weinte, während sein Vater einen Arm um sie gelegt hatte und auf ein Papier schaute das vor ihnen auf dem Tisch lag. Das Papier war verkrumpelt und langsam erfüllte Rintarou die kalte Erkenntnis was das für ein Schreiben war. Es war der zweite Brief von Hope der für ihn angekommen war. Sein Vater hob den Kopf und blickte seinen Sohn finster an. Er lies seine Tasche auf den Boden fallen und wusste nicht was er sagen sollte. So schwiegen sie sich an bis sein Vater schließlich das Wort erhob.
      "Wann dachtest du uns davon zu erzählen?! Was soll dieses Schreiben bedeuten?! Ich dachte es wäre alles okay bei dir und nun so etwas! Weißt du eigentlich was du damit deiner Mutter und mir damit antust?!"
      Ungläubig starrte Rin zurück und brauchte noch einen Moment um seine Zimmer wieder zu finden.
      "Ich... also.... ich wollte euch schon noch... aber..", er stotterte leise vor sich hin, nicht sicher was er sagen sollte. Er konnte seinen Eltern ja schlecht erzählen das er Hope ablehnte und nicht von diesem Brief glaubte. Seine Aussage schien seinen Vater noch wütender zu machen. Er fuhr ihn weiter an und wedelte mit dem Schreiben durch die Gegend. Rintarou konnte einfach nichts darauf erwidern und die Wut koch in ihm auf. Schlussendlich machten sich seine Eltern wohl mehr Gedanken um die Familie und nicht speziell um ihren Sohn.
      "Es reicht!", schrie er schließlich, schnappte seine Tasche und stürmte aus dem Haus.
      Ohne klares Ziel stapfte er durch die Gegend bis er schließlich wieder im Park landete. Erschöpft lies er sich auf die Bank nieder auf der er mit Issey gesessen hatte. Es wäre schön wenn er nun auch hier wäre. Langsam holte er den Zettel aus seiner Tasche und schaute auf die Adresse. Er wusste ungefähr wo das war und er hatte ja gesagt er konnte jederzeit vorbei kommen, doch ob er das wirklich machen sollte? Nach einer Weile des Überlegens beschloss er doch zu ihm zu gehen. Ohne Plan ob er überhaupt so einfach in das Haus kommen würde, davon mal abgesehen wusste er ja noch nicht mal wo Isseys Zimmer lag.
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    • Rin einfach zurück zu lassen war ein sehr schlechtes Gefühl. Issey hatte genau in der Stimme des Anderen gehört wie nahe ihm dies alles ging und wer konnte es ihm verübeln? Irgendeine Organisation bildete sich ein über ihr aller Leben zu bestimmen und aus einem einfachen Jungen ein Selbstmörder zu machen. Dabei war doch ganz klar das eher Hopes bishergies Handeln Rin auf die Klippe zu trieb, ganz bewusst und ohne rücksicht.
      "Ja ich denke auch, dass wir dem nachgehen sollten. Aber es wird wirklich schwierig das niemand etwas davon mitbekommt. Wir müssen wirklich vorsichtig sein. Ich versuche heute Abend noch ein oder zwei Informationen über Hope zu sammeln oder verdächtig zu sein und dann besprechen wir das morgen Nachmittag.", Rins Worte waren klug und bedacht das musste Issey ihm zu gestehen. "Gut morgen Nachmittag.",stimmte Issey zu.
      Auch ihm fiel der Abschied nicht leicht, denn er machte sich große Sorgen um Rin. Was wenn seine Eltern auch von Hope gesteuert waren und plötzlich anfingen ihn psychisch zu drangsalieren? Oder Hope was spitz bekommen hatte und plötzlich war Rin verschwunden? Alles sehr grausame Gedanken die Sey sehr besorgten.
      Dennoch blieb ihnen für den Moment nur der Abschied.

      Auf seinem Weg nach Hause beeilte er sich nicht sonderlich, er hatte keine große Lust auf seine Eltern sollten die nicht schon abgereist sein. Nachdenklich betrachtete er die Lichter in den Häusern, sie alle lebten einen vorgegebenen Weg und waren sie glücklich? Issey konnte sich für sich persönlich immer noch nicht vorstellen das ihn Hopes Schicksal wahrhaftig glücklich machen würde. Das Leben was Hope ihm gab war leer und ohne Besonderheiten.
      Als er endlich zu Hause ankam sah er schon von weitem das seine Eltern abgereist waren, sie hatten die Außenbeleuchtung angelassen aber im Haus war es dunkel.
      Zufrieden damit heute keine Gespräche mehr über seine wunderbare Zukunft zu führen, betrat er das Haus. In der Küche hatte die Haushälterin Essen für ihn bereit gestellt und ihm auf einem Zettel versichert das sie mindestens 2 mal unter der Woche während er in der Schule war vorbei kam um aufzuräumen. Seine Eltern wollten nicht das Issey wenn sie weg waren auf unsittliche Gedanken kam dabei war die Haushälterin verheiratet und ende 40. Wenn seine Eltern konnten versuchten sie Issey zu isolieren, fast so als hätte Hope ihnen gesagt das andere Menschen ihren Sohn vergiften würden.
      Issey hatte sich vor den TV geworfen und zappte eher gelangweilt durch die Programme, als er nichts fand wollte er hoch in sein Zimmer und überall das Licht löschen, doch als er aus dem Fenster blickte um eigentlich zu sehen ob die Außenbeleuchtung ausging sah er was ganz anderes. Rin?
      Sofort öffnete er die Tür und ging auf Rin zu, erst als er vor ihm stand konnte er es glauben. "Schnell komm rein!", er konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Trotz der deutlichen Gefahr von Hope, war er mehr als froh das Rin zu ihm gekommen war. "Hast du Hunger? Es ist noch was da, ich kann es dir warm machen."
    • Um nicht zu auffällig zu sein beschloss Rin nicht direkt zu Isseys Haus zu laufen. Er benutzte verschiedene zwischen Straßen und als er schließlich vor dem großen Haus und dem noch größeren Grundstück stand, zweifelte er wieder. Was sollte er hier? Was erwartete er was passieren würde? Er würde klingeln und Isseys Eltern würden ihn herzlich begrüßen und einfach ins Haus einladen? Wohl eher nicht...
      Es wäre rationaler gewesen zu Kyo zu gehen. Wesentlich unverdächtiger, aber auch ebenso durchschaubar. RIntarou musste an den heutigen Schultag denken und wie sich sein angeblich bester Freund verhalten hatte. Seine Mundwinkel wanderten grimmig nach unten. Dann kam ihm Sey ins Gedächtnis. Er schmunzelte. Sie kannten sich nicht und doch hatte ihm ihre Unterhaltung heute so viel gegeben wie schon lange nichts mehr. Von diesem schönen Erlebnis zog er seinen Mut und kletterte über den Zaun und steuerte aufs Haus zu. Doch mit jedem Schritt den er machte, glaubte er es müsste gleich eine Alarmanlage los gehen. Irgendwelche Hunde würden sich auf ihn stürzen und er würde an die Polizei übergeben werden. Sein Mut schwand immer schneller und er blieb wieder stehen. Zögerlich stand er vor dem Haus, es wären nur noch wenige Schritte und er hätte an eine Fenster kopfen können. Es kam ihm alles so unglaublich falsch vor. Er sollte hier nicht sein. Er sollte niemanden sonst mit seinen Problemen belästigen. Das heute schon im Park war bereits zu viel gewesen. Das alles war ein Einzelkampf zwischen sich und Hope, Issey hatte damit nichts zu tun. Es war egoistisch von ihm, seine wunderbare Zukunft zerstören zu wollen. Er kam sich vor wie eine Schlange die ihn langsam vergiften würde. Diese Vorstellung mochte er gar nicht und er wollte sich grade umdrehen zum gehen als die Tür vor ihm aufging und Issey ihn anschaute. Perplex starrte er in seine dunklen Augen. Doch noch bevor er das Wort ergreifen konnte wurde er überrumpelt und stand kurz darauf im Haus. Voller Unbehagen verlagerte er das Gewicht von einem Bein aufs andere. Jetzt fühlte er sich nur noch mehr Fehl am Platz. Seys Haus war groß, geschmackvoll eingerichtet und es sah einfach unbezahlbar aus.
      "Ich.. ähm...-", sein Magen grummelte. Eine leichte rosa Färbung legte sich auf seine Wangen. "Ja was zu Essen wäre prima."
      Unsicher blickte er Issey an nur um dann den Blick wieder zu senken.
      "Aber ich muss auch nicht bleiben, wenn deine Eltern mitbekommen das ich hier bin..." Er wollte lieber nicht beschreiben in welchen Probleme sie dann stecken würden. Eine Sache gefiel ihm hier allerdings nicht und zwar wie ruhig es war. Ebenso war alles hier so makellos sauber, das er sich fragte ob hier wirklich jemand lebte. War das die Umgebung die Issey jeden Tag ausgesetzt war?
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    • Isseys Umgebung glich einem geschmackvoll eingerichteten Möbelhaus. Seine Eltern liebten es markellos perfrekt. Genau wie sie ihren Sohn liebten weil er so Perfekt war. Es gab hier kein Bild oder Deko das nicht zum Rest der Einrichtung passte. Alles awar aufeinander abgestimmt und durfte unter keinen Umständen verändert werden.
      "Komm zur Küche geht es da lang.", zusammen gingen sie in den grossen Raum. Auch die Küche strotzte nur so vor penibler Reinheit. Selbst das Obst das zum verzerr gedacht war sah aus wie auf hochglanz poliert. "Ich weiss es ist schräg hier. Setz dich einfach." Issey wies auf ein paar der Barhocker am Thresen hin. Wenn er allein war ass er immer in der Küche da es ihm am riesigen edelholz Tisch nur umso mehr auffiel das er allein war. Zum Glück hatte die Haushälterin wie so oft viel zu viel gekocht. So konnte Issey Rin eine ordentliche Portion auf den Teller füllen. Geübt kam der Teller in die Mikrowelle, welche in einem Schrank verborgen war, denn sie konnte den Eindruck bei Gästen hinterlassen das hier öfters nicht frisch gegessen würde. Diesen Eindruck wollten seine Eltern nicht nach aussen tragen. Als das Essen Dampfte stellte er es Rin vor die Nase und reichte ihm Stäbchen wie auch Besteck.
      "Um meine Eltern brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Sie sind bereits abgereist da waren wir wohl noch im Park. Die kommen so schnell nicht wieder und in der Regel rufen sie nur an wenn die Haushälterin da ist um ihr zu sagen was sie zu kochen hat. Das kenne ich auch nicht anders. Möchtest du was trinken?", um nicht noch genauer auf das Thema mit seine Eltern einzugehen öffnete Issey den Kühlschrank. "Es ist Wasser da, selbstgemachter Eis Tee oder ich kann Tee aufstellen."
      Man merkte ihm an das er etwas verunsichert war. Wenn er Besuch hatte waren es mal seine besten Freunde gewesen und die sagten einfach freiheraus was sie wollten oder nahmen es sich einfach. Rin war sozusagen der erste Gast über den er kaum etwas wusste. Deswegen wollte er unter keinen Umständen was falsches sagen oder das es ihm an etwas fehlte. "Entschuldige ... du bist mein allererster ungeplanter Gast... verrückt es ist mal was nicht geplant." Sey fühlte auf einmal so ein Kribbeln in der Magengegend als er Rin ansah. Er sagte sich es wäre einfach dieses befreihende Gefühl was zu tun was nicht geplant war, einen Gast zu haben den seine Eltern nicht mal rein gebeten hätten und das zu tun was er wollte. Denn er wollte das Rin hier ist. "Weisst du was? Wir machen es uns bei mir im Zimmer gemütlich, zocken was oder gucken einen Film! Vergessen den heutigen Tag. Was denkst du?"
    • Rin folgte Issey in die Küche und irgendwie war es hier wirklich schön und trotzdem auch sehr unangenehm. Es sah nicht so aus als würde hier jemand leben. Dennoch von so einer Einrichtung konnte Rintarou oder seine Familie nicht mal träumen. Das sich ihre Lebensstandards derart unterschieden erstaunte ihn. Wie angewiesen setzte er sich und schaute Issey dabei zu wie er ihm etwas zu Essen machte. Es war ihm unangenehm so bedient zu werden, aber er hätte ohnehin nicht gewusst wo hier was war. Alle Schränke sahen für ihn einfach gleich aus. Dankend nahm er das Essen entgegen.
      "Ja, gerne den Eistee.", sagte er leise.
      Das Essen roch einfach fantastisch und als er anfing zu essen, schmeckte es auch noch genauso gut.
      Er hatte nicht vor noch weiter nach seinen Elten zu fragen. Es war klar das Issey alles wichtige darüber gesagt hatte und Rin war einfach nur froh, das sie Glück hatten und sie alleine waren. Über seine Entschuldigung musste er dann aber lachen.
      "Du willst mir sagen, dass du noch nie jemanden spontan mit nach Hause gebracht hast? Man und ich dachte ich wäre komisch."
      Aber sein Vorschlag war fantastisch. Er wollte nichts lieber als diesen ganzen miserabelen Tag hinter sich zu lassen. Ihm kam es so vor als wäre eine ganze Woche vergangen und nicht nur ein Tag. Er war erschöpft und wütend und Isseys Anwesenheit tat ihm unglaublich gut. So konnte er sich vorstellen wie er tatsächlich für den Moment alles vergessen konnte.
      "Ja, das klingt beides gut."
      Er aß auf und trink von dem Eistee. Wer auch immer hier alles zubereitete, verdiente hoffentlich genug dafür.
      "Danke fürs Essen, es war wirklich gut."
      Etwas unsicher stellte er den Teller auf die Spüle.
      "Okay wo gehts zu deinem Zimmer? Vielleicht brauch ich einen Plan von eurem Haus.", sagte er scherzhaft.
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