Day of the Dead. [Nyst & Lu-Chan]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Day of the Dead. [Nyst & Lu-Chan]

      Maileen

      Hinter den Kulissen dessen, was sich im Club abspielte sah alles ganz anders aus, als es die meisten wirklich vor stellten. Die Mädels hatten einen mittelgroßen Raum zur Verfügung, in welchem mehrere Spinde, große Spiegel und noch dazu Schminktische vor den Spiegeln standen, außerdem war das Licht dort schrecklich und es roch nach einer Mischung mehrerer billiger und teurer Parfüms, als wäre man in einer Parfümerie. Die Mädels selbst sprachen wirklich kaum miteinander, sie waren eher darauf aus besser, als die andere auszusehen, um mehr Geld an dem Abend zu machen, einige zogen noch eine Line in einer der Ecken, um sich irgendwie auf den Beinen zu halten, wiederum andere versuchten ihre Tränen zu unterdrücken, weil sie noch viel zu neu in diesem Geschäft waren. Maileen hatte schon einige dieser Tränen versucht zu trocknen, ihnen versichert, dass es sich irgendwann anders anfühlen wird, vor allem normaler, denn dieser Club hier in der Stadt gehörte zu den exklusiveren und Anfassen war hier verboten. Es war schon eine Kunst gleich hier in diesem Lokal auftreten zu dürfen, in welchem nichts in unter zwanziger gewechselt wurde, weil sich die Gäste das hier leisten konnten. Der Eintritt war frei, die Getränke kosteten einen stolzen Preis, aber am wichtigsten waren tatsächlich die Mädels, die sich auf den großen Tischen die Kleidung runter nahmen, oder gleich auf der Stange präsentierten, was sie zu bieten hatten. Maileen tat beides, sie beherrschte inzwischen beides, aber nach fünf Jahren in diesem Club konnte sie sagen, dass sie zu dem Stammpersonal gehörte und ihren Platz hatte, ihre eigene kleine Show, von der sie gerade zurück kam. Sie hatte das Geld in ihre hohen Stiefel gesteckt, die bis zu dem Oberschenkel weit gingen, einen Teil trug sie auch so mit nach hinten, um gleich ihren Spind zu öffnen und es zusammen zu quetschen. Es war gutes Geld, welches sie zu einem sehr großen Teil selbst behalten konnte, auch wenn unter dem Strich eigentlich kaum noch etwas übrig blieb, denn die Blondine hatte einiges, was sie noch abzahlen musste und am Ende blieb ihr gerade so viel übrig, dass sie davon mehr oder weniger leben konnte. Die Auftritte brachten in der Regel nicht sehr viel Geld, viel mehr waren die Privatvorstellungen in einem der Hinterräume wert, da flossen auch mehrere Tausend Dollar an einem Abend zusammen, auch wenn diese die Summe der Schulden nicht wirklich reduzierten. Maileen hatte das Gefühl, als würde es immer mehr werden, sie hatte das Haus abzubezahlen, in welchem sie sowieso nicht mehr wohnen wollten, sie musste außerdem die ganzen Strafen ihrer Mutter zahlen, ihre Therapien, die sie angefangen, aber teilweise nicht zu Ende gebracht hatte und noch dazu die Dealer, mit denen ihre Mutter zwar was hatte, die aber am Ende das Geld für ihren Stoff haben wollten und diese Männer.. sie meinten es wirklich ernst. Die Frau war gefangen.. Gefangen in einer Spirale, die immer weiter abwärts führte, aber sie kam da nicht raus, wenn nicht endlich alles einer schwarzen Null glich. Manchmal wünschte sie sich ehrlich den Tod, manchmal war sie sogar dazu bereit das Geld zu nehmen und einfach aus dem Land ausreisen, aber sie hatte nichts, außer vielleicht ein wenig Geld und die englische Sprache. Es gab keinen wirklich guten Abschluss, keine Ausbildung, kein Studium, einfach nichts, da konnte sie nicht einfach so verschwinden, was würde vor allem aus ihrer Mutter werden?

      "Lilly? In fünf Minuten in Zimmer 3.. Privatvorstellung", eine der Kellnerinnen in dem Club war nach hinten in die Umkleide gekommen, sie hatte die Aufgabe bekommen Maileen zu finden und ihr die Arbeit zu überbringen, da nickte die Gesuchte dankbar und seufzte innerlich. Es war schon Mitten in der Nacht und ihre Füße schmerzten, aber eine Privatvorstellung war immer gut. "Irgendwelche Wünsche?", fragte die Blondine noch, bevor sie zu der Kellnerin blickte, die mit dem Kopf schüttelte. "Stammgast". Ein Stammgast traf zwar auf einige der Männer zu, aber es gab nur wenige, die wirklich auch immer wieder treu zu der Blondine zurück kamen. Sie seufzte noch einmal, dieses Mal hörbar, bevor sie das Geld in ihre Tasche stopfte und sich die Stiefeln auch wieder zu zog, um das Outfit wieder in Ordnung zu bringen. Sie trug rote Spitzenwäsche, die spielerisch ein wenig versteckte, was sie zu bieten hatte, darüber gleich auch ein schwarzes, kurzes und vor allem enges Kleid, mit einem Reißverschluss an der Seite, um es schnell wieder ablegen zu können. Sie wollte vor allem immer was bieten, sich nicht einfach billig an der Stange rekeln und gleich zur Sache kommen, die Männer sollten ihr zusehen, sollten gespannt darauf warten, was sich da verbarg, auch wenn sie es schon öfter gesehen hatten.. Wenn sie es schon tun musste, dann wenigstens so, wie es ihr gefiel und mit einem Blick in einen der großen Spiegel stellte sie auch fest, dass sie sehr zufrieden damit war. Ihre Haare schwangen offen mit jedem Schritt mit, Maileen war bereit da raus zu gehen und im Hinterzimmer wieder abzuliefern.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Rean
      Es war zur Mittagszeit, als sich im Bett eines jungen Mannes die Decken anhoben und man sehen konnte, wie sich ein Paar Arme nach oben streckten, fast so als wollten sie über sich etwas ergreifen. Auch die Beine hielten nun nicht mehr still und suchten sich ihren Weg nach vorne, dann zur Seite. Ein wenig über ihnen erhob sich Oberkörper, welcher schon vielen Frauen den Verstand vernebelt hatte. Sich die Augen reibend warf Rean einen Blick Richtung Fenster und konnte noch leicht verschlafen erkennen, dass es wohl schon nach 12 Uhr sein musste, schließlich warf die Sonne ausschließlich nach dieser Uhrzeit ihr Licht in das luxuriöse Schlafgemach des jungen Herren. Mit seinem linken Arm tastete er das Bett nach etwas ab und grübelte darüber nach, wo er wohl sein Handy hingelegt haben könnte. Statt einem Handy traf seine Hand auf einen angenehmeren Widerstand, doch leider seufzte er, da er ganz genau wusste, dass mal wieder eine fremde Frau bei ihm im Bett lag. So schön die Zeit während der Nacht auch war, am Morgen danach hatte er nie wirklich die Absicht das Gesicht seiner Partnerin erneut zu sehen. Wäre er nicht in einem der überteuerten Hotels der Stadt gewesen, hätte er sie jetzt einfach geweckt und rausgeschmissen, doch so war es leichter. Er könnte einfach verschwinden. Zuvor wollte er jedoch Duschen gehen und sein Handy musste schließlich auch noch irgendwo rumliegen. Es war scheinbar wieder eine wilde Nacht gewesen. Leicht angenervt von der Situation stand er auf und begab sich ins Badezimmer. Nach einer schönen kalten Dusche war er munter und sein Kopf frei, die Dame im Bett hatte er bereits vergessen, was also noch fehlte war sein Handy. Bevor er anfing danach zu suchen entschied er sich dazu, sich zunächst anzuziehen. Beim Hochziehen seiner Hose durfte er dann feststellen, dass eine Suche nach seinem Handy nun nicht mehr nötig war. Er zog sich fertig an, schnappte sich sein Kleinkram und verließ in windeseile nicht nur das Zimmer, sondern auch gleich das Hotel.
      Wie zu erwarten wartete bereits ein Chaffeuer auf ihn. Auf dem Wagen, das dezent gehaltene Symbol der Delmaeves Security Firma. Man konnte es im Grunde sogar übersehen, da es sehr schlicht gehalten wurde und auch keine prunkvollen Symbolen Teil davon waren, sowie auch von grellen Farben abgesehen wurde. Lediglich die Buchstaben DS zierten den Wagen und stellten das Firmenlogo dar. Rean konnte es sich nicht verkneifen erneut zu seufzen, diesmal aber so, dass sein persönlicher Fahrer es bemerken würde. Er hasste es, wenn seine Eltern wussten wo er war und es war nicht gerade leicht sich gewissermaßen unsichtbar zu machen. Doch unter dem Radar zu agieren war wie Atmen für ihn. Es war einfach jahrelange Übung, gepaart mit dem Wissen, welche Methoden sein Vater nutzte. Widerwillig setzte er sich ins Auto nachdem sein Chauffeur ihm die Tür geöffnet hatte. Während der Fahrt zückte er sein Handy und überprüfte seine Nachrichten, sowie eingegangenen Anrufe. Es waren 2 verpasste Anrufe seiner Mutter dabei und er wusste dadurch, dass sein Tag bereits jetzt schlecht werden würde. Er wusste ganz genau was seine Mutter ihm sagen wollte, oder eher was seine Eltern ihm seit geraumer Zeit wieder und wieder unter die Nase reiben. Rean wollte doch einfach nur seine Ruhe, aber die würde er wohl erst bekommen, wenn er den Wünschen seiner Eltern nachkommen würde. Die Fahrt endete am Hauptgebäude der Security Firma. Der Chauffeur öffnete ihm die Tür, er stieg aus und bereitete sich innerlich schon auf den anstehenden Monolog seiner Mutter vor, die zu hunderprozentiger Wahrscheinlichkeit im Büro seines Vaters auf ihn wartete. Er betrat das Gebäude und sah anhand der Reaktion der Sekretärin seines Vaters das er mit seiner Vermutung recht behalten sollte. Sie kam dann direkt auf ihn zu und mit den Worten "Mrs Delmaeves erwartet Sie bereits im obersten Stockwerk" wies sie ihn auf sein Schicksal hin. Stumm nickend, ging er an ihr vorbei und meidete Kontakt zu anderen Mitarbeitern. Rean war bereit sich seiner Mutter zu stellen. Es kam, wie es kommen musste. Im Büro seines Vaters angelangt und nur einen kleinen Moment nachdem er die Tür aufgemacht hatte, ging es ohne Vorwarnung los. "Rean! Es wird wirklich Zeit, dass du dich endlich bindest. Wie sieht es denn aus, wenn..." Er hatte bereits nach dem ersten Satz abgeschalten, da es doch eh immer die gleiche alter Rede und immer wieder vertröstete er seine Mutter. Auch heute hatte er seine Mutter, wie üblich, versprochen, sich um eine angemessene Gattin zu kümmern. Nachdem er nun nichts mehr im Büro seines Vaters zu tun hatte, begab er sich in sein eigenes Büro um bis spät in die Nacht hinein zu arbeiten, an einem mehr oder weniger legalem Plan, welcher nun bereits seit Jahren immer detailierter wurde. Nach erledigter Arbeit verstaute er sämtliche Unterlagen in seiner Schreibtischschublade und schloss diese mit einem Zahlencode ab.

      Jetzt hatte er endlich Zeit für sich und wo könnte man besser Energie für das Nachtleben tanken als in einem der besten Nachtclubs, welche die Stadt zu bieten hatte. Es dauerte nicht lang, da hatte er seinen favorisierten Club erreicht. Rean wusste nicht genau wieso es ihn immer wieder in diesen Club zog, da er es nicht wirklich schön hier fand. Dennoch zählte er zu den Stammgästen des Lokals und nicht nur das, er zählte vorallem zu den Stammkunden einer jungen Dame. Auch am heutigen Abend verlangte er wieder die Dienste dieser auserwählten Frau. Sie hatte etwas an sich, was er bei all den anderen leichtbekleideten Damen hier vermisste, genau sagen was es war konnte er jedoch nicht. Er schlich über den Boden des Lokals und warf den Anwesenden Menschen verachtliche Blicke zu, selbstredend ohne deren Aufmerksamkeit zu erregen, wobei sicherlich etwas gänzlich anderes die Aufmerksamkeit der Leute ´erregen´würde. Den Weg zu einem der Hinterzimmer des Stripclubs hätte er wahrscheinlich mit verbundenen Augen gehen können, so oft wie er schon hier war. Er tauschte letzte Wünsche mit dem Personal aus und wurde gebeten es sich im Zimmer bequem zu machen und so lange er wartet stünden ihm einige Gläser auserkorenen Weines zur Verfügung. Rean betrat das Hinterzimmer und sah sich um. Alles war ihm bekannt, es war schön, dass nichts verändert wurde, denn es gefiel ihm so wie es war und hätten sie hier etwas geändert hätte er sich wohl dem Leiter des Clubs entledigt und eine Neue, Fähigere Person einstellen lassen. Das hätte er problemlos machen können, schließlich war er in der Nacht-bzw.Untergrundwelt der Stadt kein unbeschriebenes Blatt. Was ihm also nicht gefällt, kann schnell spurlos verschwinden und nie wieder auftauchen. Rean nahm auf der bequemen Sitzgarnitur platz, griff nach einem der Weingläser und genoss den Geruch. Er schwenkte das Glas und nahm letztlich den ersten Schluck und war zufrieden. Der Wein traf seinen Geschmack, der Chef des Hauses hatte wohl doch dazu gerlernt. Ihm waren seine Finger wohl doch wichtig genug um Rean nicht zu verärgern. Er lehnte sich zurück und wartete auf die auserwählte Stripperin, die hoffentlich wie gewohnt eine Extraklasse Show liefern würde.


      courage is the magic that turns dreams into reality

    • Maileen

      Sie verließ den hinteren Bereich, in welchem die Musik kaum wahrnehmbar gewesen ist, und bewegte sich mit langen Schritten auf den Privatbereich des Clubs zu. Um diese Uhrzeit war der Club voll mit Männer, die bereit waren viel Geld auszugeben und welche vermutlich vor allem auch Frauen und Kinder zuhause hatten, hier aber ihren Spaß suchten. Ob die Ehefrauen denn wussten, wo sich ihre Männer in der Nacht aufhielten? Vermutlich nicht, einige der Herren hier waren sowieso nur auf Durchreise, einige davon waren reine Geschäftsmänner, sie waren hier auf einer Dienstreise und wollten sich die Zeit ein wenig vertreiben, dass aber dabei auch wahnsinnig viel Alkohol floss war wohl die schlimmste Tatsache für die Blondine, denn viele der betrunkenen Männer neigten auch dazu mal mit ihren Händen was spüren zu wollen.. Und die oberste Regel hier im Club war klar: Nicht anfassen, nur zugucken! Vielleicht arbeitete Maileen auch deshalb so lange hier.. Sie wurde nur angesehen, sie musste keiner anderen Sache nach gehen, als sich einfach nur ein wenig zu entblößen und zu zeigen, was sie hatte, aber im 21. Jahrhundert war das auch schon lange kein Verbrechen mehr. Vermutlich würde sie noch tiefer sinken, wenn sie den Schritt weiter wagen würde, aber auch wenn das Geld in der weiteren Branche noch besser sein sollte, so weit konnte sie einfach nicht sinken. Es wusste ja auch sonst kaum jemand, was sie Nachts tat und ihre Mutter war stets der Meinung ihre Tochter würde was ganz anderes machen, wenn die doch wüsste..
      Einige der Männer hatten sich umgedreht und die Frau in dem knappen Kleidchen gemustert, sie prosteten ihr zu, wollten etwas fallen sehen, aber es war nicht für die gedacht, es war für einen ihrer Stammkunden gedacht und auf den lief Maileen auch zu. Amüsant war die Tatsache, wie bekannt sie doch hier im Club war, aber wie unbekannt sie doch in dem echten Leben auf der Straße war. Einige der Männer erkannte sie ab und zu in einem der Restaurants wieder, oder auf der Straße mit ihren Arbeitskollegen, aber sie sprachen nicht, die meisten erinnerten sich gar nicht mehr an sie, viele andere wollten sich nicht erinnern, denn es war unangenehm in seinem echten Leben damit konfrontiert zu werden, was man getan hatte. Wenn sie ehrlich war kannte die Blondine einige Bänker der Stadt, sie kannte auch einige der großen Geschäftsmänner, aber leider war sie zu ehrlich und zu lieb, um das für ihren Vorteil zu nutzen, sie konnte es einfach nicht, dafür war sie zu gut erzogen. Die wohl interessanteste Tatsache war wohl, dass der Bänker, unter welchem der Hauskredit lief, zu den Stammkunden des Clubs gehörte, aber seit er es gewagt hatte der jungen Frau seine Hilfe vorzuschlagen, um ihr an die Wäsche zu können beschränkte sich ihr Kontakt lediglich auf die Briefe und Emails, zu mehr war Maileen auch nicht bereit. Wenn sie sehr fies gewesen wäre, hätte sie seiner Ehefrau zu gerne davon berichtet, mit was sich ihr Mann in seiner Freizeit beschäftigt, zumal die kleine Tochter, welche gerade erst auf der Welt war, eigentlich genug Zeit in Anspruch nehmen sollte.
      Ihre Augen musterten die Männer kurz, zu einigen konnte sie etwas zuordnen, zu einigen anderen fehlten ihr jedoch die richtigen Informationen. Oh, wie oft sie doch Geschäftsgespräche hier mit bekommen hatte, aber selbst darüber schwieg sie, sie wollte in keine Probleme kommen und man konnte nie wissen, wen man wirklich vor sich hatte.

      Ihre zarten Hände schoben den Vorhang ein wenig zu Seite, um ihn gleich auch wieder fallen zu lassen, als sie in den Raum trat, in dem ihr Stammkunde schon saß. Ein Schmunzeln bildete sich auf den leicht roten Lippen, sie hatte den Dunkelhaarigen schon erwartet, er kam oft her, vor allem buchte er sie, als würde es keine anderen Mädels hier im Club geben. Elegant stieg Maileen die Treppe nach oben, um nach der Stange zu greifen und sich zu drehen, um ihr Outfit von jeder Seite zu präsentieren. Die Stange fühlte sich kalt an, sie war noch nicht benutzt worden, jedenfalls in der letzten Zeit nicht, aber nach ein paar Minuten würde sie sich auch deutlich besser auf der Haut anfühlen. Es war Anfang eine Qual gewesen, die Haut rieb an dem starren Metall, aber inzwischen war es kein Problem inzwischen konnte die Blondine einiges, worauf sie schon hier und da ein wenig stolz war. Sie bewegte sich zu der Musik, nutzte die Stange, um sich vor den Augen des Mannes ein wenig zu räkeln, um gleich auch schon das Kleid fallen zu lassen und die rote Wäsche auf ihrem Körper zu zeigen. Ihre Augen blickten mehrmals nach ihm, Maileen hatte es sich angewohnt Blickkontakt zu halten, auch wenn diese Situation irgendwo tief innerlich mehr, als nur unangenehm war. Inzwischen war es ihr Job, es war wie jeder andere Job, man musste einfach nur damit umgehen können.
      Erst beim zweiten Song ließ sie den BH fallen, um ihre Brust zu entblößen und nur noch mit ihren langen Stiefeln und dem Unterteil zum Ende hin auch stehen zu bleiben. Weiter ging sie nicht, es ging hier auch nicht darum, dass sie letztendlich nackt stehen sollte, es ging um die Illusion, mit der sie hier gerne spielte.
      Mit schweren Atem blickte sie runter zu dem Mann auf dem Sofa, um ihn für einen Moment zu mustern. "Willst du noch eine Runde?", fragte sie auch schon gleich, bevor sich ein kleines Lächeln auf ihren Lippen bildete. Sie würde sich sonst umziehen, gleich wiederkommen, um die nächsten zehn Minuten zu bieten.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Rean
      Es war dunkel und dennoch umhüllte eine warme Brise den jungen Mann, der mit geschlossenen Augen der Geräuschkulisse des Stripclubs lauschte. Seine Gedanken waren frei vom Stress, welchen seine Eltern ihm aufbürden wollten, frei von dem, was in dieser Nacht noch auf ihn wartete. Sein Fokus lag auf der Musik und leichte tappste er den Rhythmus mit seinen rechtem Fuß mit. Es war nicht ganz nach seinem Geschmack, aber nichts womit er nicht leben konnte. Er legte sein linkes Bein über das Linke Knie und ließ seinen Fokus weiterwandern. Vorbei an lästigen Geschreie von halbbetrunkenen Möchtegerngangstern, über die frisch Volljährigen die sich benahmen als wären sie gerade erst in die Pubertät eingetreten. Ein schon fast peinliches Rumgekichere, weil sie scheinbar zum ersten Mal in ihrem Leben eine Frau fast nackt sehen konnten. Die perfekten Opfer, dachte er sich derweil. Schließlich landete sein Fokus am leisen Rascheln des Vorhanges, welches ihm signalisierte, dass er seine Augen nun wieder öffnen sollte, sofern er nicht das verpassen wollte, wofür er hergekommen war. Gleichzeitig mit diesem Gedanken sprang ein weiterer in seinem Kopf nach vorne. War er tatsächlich hergekommen nur um diese eine Frau fast unbekleidet zu sehen, wollte er hier sein um dieser Frau dabei zu zuschauen, wie sich an einer Stange räkelt und sich nach und nach ihrer Kleidung entledigte? Ehrlich gesagt wusste er es selbst nicht genau. Früher war er allein aus diesem Grund hergekommen, mittlerweile war da aber noch etwas anderes. Er fühlte sich ruhig, stressfrei, verantwortunglos, befreit von all seinen Pflichten, wenn auch nur für einen kurzen Moment, waren diese Einzelvorstellungen eine Pause von seinem schwierigem Doppelleben. Wenn auch nur einer von den Leuten mit denen er tagtäglich arbeitete von dieser seltsamen Begebenheit erfahren würde, würde es ihn verletzbar machen. Das durfte unter keinen Umständen geschehen! Rean schüttelte kurz unbemerkt seinen Kopf und warf der jungen Dame schließlich einen Blick zu, welcher eher nichts aussagend war oder man jede Menge hinein interpretieren konnte. Wollte er nun, dass sie sich beeilt und schnell zur Sache kommt oder sollte sie es langsam angehen lassen? War es ein Blick, welcher der Frau mitteilen sollte, dass er es sich anders überlegt hatte oder doch ein Blick der sie schon beim Vorbeigehen auszog. So viele Optionen und auch er wusste nicht so ganz, was zutreffend war. Doch unterbewusst konnte er sich nicht verstecken und sofern die Stripperin aufmerksam genug war, hätte sie sicherlich das unterschwellige ganz sachte Lächeln aufgeschnappt. Sein fast schon stechender Blick verfolgte jeden noch so kleinen Schritt der Frau, er musterte sie wortlos von oben nach unten und von unten nach oben. Ihr Outfit schien anders als sonst oder hatte er bereits vergessen, wie sie sich kleidete...
      Er ließ sich nichts anmerken und schenkte vor allem ihrem förmigen Hinterteil Beachtung, immerhin war es doch ein schön anzusehender Körper, welchen sie mitbrachte und auf ihrem Weg zur Stange sah er nunmal am ehesten den hinteren Teil. Rean beobachtete jeden Handgriff, den sie machte, konzentrierte sich auf jede noch so kleine Bewegung, um auch nichts von der Vorstellung zu verpassen. Ihre Bewegungen ließen ihn innerlich erzittern, so als würde er permanent unter Strom stehen. Wie es sich anfühlen würde diese Frau zu berühren oder wie würde sein Körper auf eine Berührung reagieren. Ganz automatisch verriet ihm sein Körper die Antwort. Ein wohliger Schauer startete in seinem Kopf, zog sich langsam über sein Gesicht, hin zu seinen Schultern, suchte den Weg entlang beider Arme bis hinein in die Fingerspitzen, welche sich schon beinahe verkrampft an den Lehnen der Sitzgarnitur klammerten. Die Vorstellung raubte ihm den Atem und es war noch lange nicht vorbei. Durch die stillhaltende Sitzposition und der Lage seines Beines floss das Blut zurück und es fühlte sich so an als wären soeben beide Beine eingeschlafen, sodass er wohl keinen Schritt hätte machen können. Um nichts von alledem preis zu geben behielt er seinen konzentrierten Blick bei und erwiederte den Blickkontakt der Frau, hielt diesen Aufrecht ohne auch nur ein einziges Mal davon abzuweichen. Ihm war es dabei ziemlich egal, was sie denken würde, aber seltsam war es durchaus, schließlich sollte man davon ausgehen, dass er hier war um ihren gesamten Körper zu betrachten, fast als wäre man in einem Zoo für Menschen, am besten Noch an die Scheiben klopfen und Schreien, dass die Viecher mal aktiver werden sollen. Doch heute war er auf etwas anderes aus. Ihm war es anfangs nicht ganz bewusst gewesen, aber es wurde nach und nach deutlicher und jetzt da er gedanklich sein Ziel vor Augen hatte und wohl auch wortwörtlich, denn sein Ziel tanzte halbnackt vor ihm, musste er nur noch herausfinden, wie er jenes Ziel erreichen konnte.

      Nachdem sie ihre Tanzeinlage beendet hatte war ihm danach, wie es für ihn üblich gewesen wäre, ihr mit Gleichgültigkeit gegenüberzutreten, mit Sarkasmus irgendwelche Fakten an den Kopf zu werfen oder sie ganz einfach zu beschimpfen und ihr Selstwertgefühl zu mindern. Rean entschied sich jedoch diesesmal einen anderen Weg einzuschlagen, jenen den er tagsüber der Welt präsentierte, so gesehen sein zweites Ich, zuvorkommend, freundlich und doch überlegt und intelligent. Sein Blick formte sich nun endlich, heraus aus diesem fokussiertem nichtssagenden zu einem erleichtert, freudigem. Liebend gern hätte er eine weitere Runde von ihr gebucht, doch er wollte etwas anderes, zumal er sehen konnte, dass sie wohl schon viel getan hatte am heutigen Abend. "Liebend gern würde ich eine weitere Runde deiner Show erhalten, jedoch hätte ich einen anderen Vorschlag und bevor du diesen sofort ausschlägst, hör ihn dir wenigstens an" Es war keine Drohung in seiner Aussage zu vernehmen, kein Untergrundgehabe, lediglich eine ernst gemeinte Bitte. Rean wollte jedoch nicht, dass sie ihn einfach sitzen lässt also musste er einfach dafür sorgen, dass sie nicht wirklich eine Wahl haben würde. Wie vor jedem der Einzelzimmer, stand auch vor jenem in denen sie sich befanden ein Mitglied des hiesigen Personals, welche auf ihre Mädchen achten sollten. Rean nutzte seine Verbindungen zur Unterwelt gerne aus und wie konnte es da anders sein...selbstverständlich kannte er nicht nur den Schrank der vor dem Vorhang wartete, sondern auch den Betreiber des Schuppens. Würde sie also anstalten machen, sich nicht anzuhören, was er ihr sagen wollte, könnte es passieren, dass sie sich einem anderen Problem stellen müsste. Er lächelte sie an und um es ihr noch ein wenig leichter zu machen, bot er ihr etwas mehr an. "Natürlich würdest du mir nicht einfach nur zuhören, sieh es vielmehr als leicht verdientes Geld, leichter als sich an der Stange das Geld in die Unterwäsche schieben zu lassen" Mit einem leichten Grinsen, welches nicht pervers oder in irgendeiner Form seltsam rüberkommen sollte, sondern vielmehr seine wahren Absichten zeigen sollte, hielt er ihr einige Geldscheine hin, in einer Höhe, wie es wohl eher unüblich war. Es war ein Vielfaches dessen, was sie für einen Tanz in der Privatvorstellungen bekommen würde. "Wie schauts aus?" Die Entscheidung lag nun in den Händen der jungen Frau. Würde sie sich der Gefahr stellen, unangehme Fragen zu bekommen oder sogar der Gefahr berührt zu werden, kannte sie ihren Stammkunden gut genug, hatte sie Vertrauen in das Wachpersonal? Oder lag es in ihrem Interesse, nicht auf die Bitte von Rean einzugehen und sich so einer weitaus höheren Gefahr auszusetzen...der Gefahr ihren Job zu verlieren und eventuell auch ihr Leben? Rean musste nun nichts weiter tun als abzuwarten...


      courage is the magic that turns dreams into reality

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nyst ()

    • Maileen

      Ein wenig außer Puste war die Frau schon, es war vor allem auch körperlich sehr anstrengend und brauchte eine enorme Körperspannung und einiges an Kraft, welche trotz jahrelanger Übung die Blondine immer noch an ihre Grenzen brachten nach einer ganzen Nacht. Sie hatte dennoch gefragt, ob eine neue Runde drin war, für ihre Stammkunden war sie bereit ein wenig mehr zu geben, vor allem noch etwas mehr rauszuholen, immerhin zahlten sie sehr gut für diese Extraarbeit, zahlten gut für eine alleinige Vorstellung zu ihren Gunsten. Einige davon hatten sie für ihre Geschäftstreffen gebucht, aber da agierte auch die Frau selbst ganz anders, da ging es nicht darum die Hauptattraktion zu sein, es ging darum nebenbei eine Show zu bieten und die anderen so abzulenken, dass sie den Deal einwilligen. Hierbei, jetzt heute Nacht, war aber was ganz anderes los, heute Abend wollte Maileen ihrem Stammgast eine Show bieten, bevor sie gleich auch wieder nach Hause laufen würde, um ins Bett zu gehen und ein wenig Schlaf zu holen.
      Die Frau musterte das entspanntere Gesicht, die Züge in diesem, entspannte sich selbst dabei ein wenig, während sie an der Stange stand und auf eine Antwort wartete. Der Mann ließ sich bisher nichts wirklich aus dem Gesicht entnehmen, aber wenn es ihm nicht gefallen würde, würde er sich auch nicht so häufig hier blicken lassen, er würde dann nicht zu den Stammkunden gehören, auf die die Frau zählen konnte. Sie war auf seine Antwort gespannt, ob er denn noch einmal etwas sehen wollte, ob es ihm vielleicht heute auch schon reichte.. Die Antwort fiel jedoch anders aus, als sie es gedacht hatte, vor allem hätte sie mit einem 'Nein' auch gut arbeiten können, dann würde sie halt nach Hause fahren, aber stattdessen gab es einen Vorschlag, bei dem es ihr ein wenig mulmig wurde. Ein Vorschlag konnte nie was gutes heißen, in der Regel wollten die Männer mehr von ihr, wollten sie mit nehmen und was sie dann mit ihr vor hatten wollte und konnte sich Maileen einfach nicht vorstellen. Sie schluckte innerlich, blickte kurz zu dem Ausgang des Raumes, an dem mit Sicherheit einer der Männer dran stand, der für ihre Sicherheit sorgen sollte, aber die frage war, ob das alles nicht ein abgekartetes Spiel war. Es hörte sich nicht wie eine Drohung an, aber der Nachdruck in der Stimme, in der Aussage war deutlich raus zu hören. Sie sollte sich das Angebot wenigstens anhören, da fühlte sich die Blondine ganz plötzlich unwohl, als würde ihre Mauer, die sich immer weiter um sie herum zog, während sie in diesem Lokal arbeitet, kaputt gehen würde. Sie wickelte die Arme ein wenig um den nackten Oberkörper, um sich nicht so nackt vorzukommen, ihre Angst davor, was nun passieren würde war einfach zu groß.
      Maileen sprach nicht, sie entgegnete nichts auf den Vorschlag hin, sie wartete lieber und wägte ab, was die beste Möglichkeit für sie wäre, da sprach der Mann aber auch schon weiter, bot ihr Geld an, um ihm überhaupt zuzuhören. Er nannte es leicht verdientes Geld, hielt auch schon Scheine hin, von denen die Blondine sofort sagen konnte, wie viel es sein musste, doch sie würde es nicht ergreifen, sie hatte Angst danach zu greifen und sich womöglich in etwas rein ziehen zu lassen, wohin sie gar nicht wollte. Sanft bückte sie sich, um ihre Klamotten aufzuheben, die auf dem Boden der Bühne lagen, bevor sie ihre Arme wieder vor der nackten Brust zusammen drückte und dem Mann in die Augen blickte. Kurz hatte sie zu dem Geld gesehen, dann lehnte sie sich aber gegen die Stange und atmete durch, um ihre Stimme nicht brechen zu lassen. "Was möchtest du?", fragte sie gleich auch schon und war überrascht, wie stark ihre Stimme klang, auch wenn in ihrem Inneren alles versagte. Ihr Körper war ein wenig angespannt, ihr Inneres war angespannt, aber Maileen war bereit sich es wenigstens anzuhören, bevor sie hier raus laufen würde.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lucy-chan ()

    • Rean
      Es lag beinahe eine gespenstische Ruhe in dem kleinen Hinterzimmer des Stripclubs. Man konnte die leisesten Bewegungen vernehmen und selbst die Atmung der Frau drang in sein Gehör. Rean hatte nun alles gesagt, alles getan was er hätte tun können, ohne ihr zu Schaden, um sie dazu zu bringen ihm zu zuhören. Der Rest lag nun an ihr, alles was er noch machen musste war abzuwarten. Er war sich ziemlich sicher, dass sie auf dieses Angebot eingehen würde, nicht wegen dem Geld, viel eher aus dem Grund, weil sie allem Anschein nach nicht die Dümmste war. Anhand ihrer Mimik und Gestik konnte er es ihr ansehen, es aus ihr lesen als wäre sie ein offenes Buch. Er wusste zwar nicht genau, was in ihr vorging, aber einige Bruchstücke konnte er zusammenpuzzlen, immerhin hatte er schon viele zwielichtige Geschäfte abgeschlossen und im Grunde war dies hier nichts anderes. Die Stille sollte noch eine Weile andauern, doch es machte ihm nichts aus, er hatte genügend Zeit, musste kein Geld verdienen, nicht wie sie, sie hatte sicherlich nicht unendlich viel Zeit. Während des Wartens konnte er sich die Frau nocheinmal genauer anschauen und stellte fest, dass ihn sein Eindruck heute Nacht nicht getäuscht hatte, denn dieses Gefühl, es war nach wie vor da. Es war keine Anziehung, keine Lust, aber was genau es war musste er noch herausfinden und wie geht das am Besten? Selbstverständlich wenn er sie länger in seiner Nähe hatte. Plötzlich wurde die schweigende Atmosphäre von 3 einfachen Worten unterbrochen. Ohne wahrhaftig zugehört zu haben, wusste Rean, dass er gewonnen hatte, jetzt hatte er sie genau dort wo er sie haben wollte. Würde er seine Geschichte jetzt auch noch gut verkaufen, wobei er aufpassen musste, denn scheinbar hatte sie viel Mut zusammengenommen, damit sie so wirkte als wäre sie eine starke Frau, hätte er den Deal so gut wie in der Tasche. Doch es wirkte nicht nur so, sondern hatte tatsächlichen Einfluss auf ihn, immerhin wagte es sonst nicht jeder seine Stimme gegen ihn so zu erheben und hatte dann auch noch die Möglichkeit weiter zu atmen. Nun war es jedoch an der Zeit, die Dame nicht auf die Folter zu spannen und ihr von seinem Vorhaben die ersten Details zu verraten. Rean entspannte sich, sah ihr in die Augen und begann ganz ruhig auf ihre Frage zu Antworten.
      "Was ich möchte? Du solltest dich lieber fragen, was du möchtest."
      Er stoppte kurz, um zu schauen ob sie eine Reaktion zeigen würde. Ob nun eine Reaktion kommen würde oder nicht, war aber nicht wirklich von Belang, da er so oder so einfach weiterreden würde, schließlich war jetzt das Motto, wen der Schwan spricht, Schweigen die Tiere! Rean setzte dort an wo er aufgehört hatte, blieb aber weiterhin ruhig und gelassen und ließ keine Drohungen einfließen.
      "Bist du zufrieden mit dem was du hier leistest? Bist du zufriedem mit dem was du leisten musst? Bist du damit zufrieden, dass tagein - tagaus, viele Männer, meist auch recht, wie soll ich das nur formulieren.., schleimige Quallen, deine Dienste erwünschen? Bist du mit dem zufrieden was du hier verdienst?"
      Es waren nicht die letzten Fragen, die er ihr stellen würde, aber sie zu bombardieren ohne ihr Zeit zu geben darauf zu reagieren war nicht unbedingt von Vorteil, oder doch. In seinem Kopf begann es kurz zu rattern und Rean kam zu dem Entschluss, dass er sie nicht zu Wort kommen lassen würde, bis er fertig war mit dem, was er ihr alles sagen wollte. Es musste etwas sein, auf das man nicht sofort klar Antworten konnte, aber andererseits auch nichts allzu kompliziertes, um es recht schnell zu analysieren und einen Gedanken dazu zu finden. Dementsprechend fuhr er mit seinem kleinen Monolog fort.
      "Was würdest du dazu sagen, wenn ich dir ein Angebot mache, welches dich nicht nur aus diesem Schuppen holt, sondern auch aus den gierigen Blicken, sowie den eventuellen handlichen Übergriffen? Ich meine, der Laden hier ist bekannt für seine Qualität an Schutzmanagement der Ware, aber wer weiß..." seine Stimme wurde nun kurzzeitig ernster, um ihr auch ein wenig Angst zu machen. "...wie lange das noch gut geht und sie dich nicht mehr vor diesen Kerlen bewahren können?
      Erneut hielt er kurz inne bevor er zum Schlussteil überging und somit der eigentlich Frage, den von ihm gewollten Deal, seinem geplantem Ziel, immer näher kommt. Nun wieder in üblich ruhiger Manier wie zuvor setzte er zum Schlussakt an.
      "Um es auf den Punkt zu bringen...würde ich dir gern einen Job anbieten. Versteh das nicht falsch, ich habe kein Interesse daran deinen Körper zu verkaufen oder ihn für meine Zwecke zu nutzen. Sagen wir mal so, ich habe ein Problem und du bist die perfekte Lösung. Ich kann mein Problem lösen und du musst dich nicht mehr verkaufen. Ich biete dir im Grunde einen besseren Job als diesen hier an und du verdienst auch noch wesentlich mehr. Das ist doch eine gute Alternative für dich, oder nicht? Wenn du dich jetzt fragen solltest wo der Haken ist, dann kann ich dir nur sagen, dass dein neuer Job, sofern du ihn den machen möchtest, dich in der Stadt bekannt machen kann und sogar wird, in einer positiven Art und Weise. Man wird dich nicht als Stripperin kennen oder gar als Nutte. Falls du gewillt bist diesen Deal einzugehen, werde ich dir liebend gern mehr darüber erzählen und auf alle Einzelheiten ganz detailiert eingehen. Ich benötige auch nicht sofort eine Antwort, du darfst es dir gern überlegen, lass mich nur nicht allzu lange warten"
      Er beendete seine Rede mit einem Lächeln, wobei er seinen letzten Satz mit Nachdruck betonte, griff sich in die Hosentasche und holte ein kleines Kärtchen heraus. Zunächst konnte man kaum etwas erkennen, doch langsam aber sicher und je näher er die Karte zu ihr hielt, schimmerten auf der Rückseite der Karten die Buchstaben D und S in einem simplen schwarz.
      "Wenn du mir gerade keine Antwort geben kannst, habe ich hier etwas für dich. Es ist meine Visitenkarte und ich schreibe dir liebend gern meine Handynummer dazu"
      Rean hatte alles gesagt was er sagen wollte und hatte mit dem Thema schon abgeschlossen und war drauf und dran zu gehen. Das Einzige was ihn jetzt noch davon abhielt, war ein wenig Neugierde, er war gespannt auf ihre Reaktion, immerhin war es großer Input an Informationen, welche man erstmal verdauen musste, dennoch wartete er gespannt auf eine eventuelle kurze Rückmeldung ihrerseits. Ihr stand es nun auch frei, das Zimmer zu verlassen, ihn nichtssagend stehen zu lassen, sofern sie seine Karte mitnehmen würde, welche er ihr hinhielt.


      courage is the magic that turns dreams into reality
    • Maileen

      Ihr war es übel, kalt und gleichzeitig viel zu warm in diesem kleinen Raum, auch wenn die Blondine nichts wirklich an hatte, außer vielleicht den langen Stiefeln, die sich an ihrem Bein hoch zogen. Sie fühlte sich nackt, aber nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich, als wäre sie ausgeliefert worden und hätte keinerlei Möglichkeit nun gegen zu handeln. Fünf Jahre war das hier gut gegangen, fünf Jahre gab es keinerlei Probleme, jedenfalls keine größeren und es wurde stets eingegriffen, wenn ein Problem bestand. Fünf Jahre lang verdiente Maileen hier ihr Geld, bezahlte regelmäßig ihre Schulden ab und gab sich mit wenigem zufrieden, sollte das jetzt etwa ein Ende gefunden haben? Ihr Herz schlug wie verrückt in dieser Brust, am liebsten wollte sie los schreien und gleichzeitig sich in die Ecke zusammenkauern und einfach nur in Ruhe gelassen zu werden, denn die Angst davor, was ihr gleich vorgeschlagen wurde war groß, sehr groß sogar. Ob sie lieber sterben würde, als ihren Körper zu verkaufen? Gewiss. Das hier konnte sie mit ihrem Gewissen noch vereinbaren, hatte inzwischen keinerlei Probleme damit sich zu zeigen, aber einem Schritt weiter würde sie nicht wagen, dann sollte er sie erschießen und genau so würde sie es ihm sagen, nahm es sich jedenfalls vor, auch wenn sie das Gefühl hatte ihre Stimme würde bald komplett versagen.
      Der Mann sprach, er stellte ihr Fragen nach ihrer eigenen Frage, er wollte wissen was sie möchte, sie dazu anregen darüber nachzudenken. Maileen war in irgendwelche Psychospielchen rein gerutscht, dessen war sie sich sofort sicher, jeder normale wäre doch sofort mit der Sprache raus gerückt, warum konnte er es nicht einfach kurz und schmerzlos machen? Wie ein Pflaster, welches man schnell abzieht, um die Haare sofort mitzuziehen, welche sich unten drunter gefangen haben. Doch statt auf das Angebot einzugehen musste sich die Blondine mit ihr selbst auseinander setzen, mit dem was sie tat und mit der Frage, ob es das Richtige war. Er sprach abweisend von dem Job, von den Männern, die sich Maileen hier antun musste, aber er sprach nicht von ihr abweisend, als hätte es einen Grund, als würde er sie damit nicht verscheuchen wollen. Sie hielt dem Blickkontakt stand, drückte ihre Sachen gelegentlich ein wenig näher an ihren Körper, um das Gefühl zu bekommen wenigstens etwas weniger ausgeliefert zu sein. Es war, als könnte er durch sie hindurch sehen, als würde er es gleich auch tun und erkennen, was in ihr wirklich vorging.
      Ihr wurde ein Job angeboten, da kam das Wasser, welches sie vorhin getrunken hatte, gleich wieder hoch. Maileen schluckte schwer, denn solche Jobangebote habe es gegeben wie Wasser im Meer, mit dem Unterschied, dass die anderen wohl auf ihren Körper auf waren. Ihr wurde gesagt, dass es damit nichts zu tun hatte, dass sie eine Lösung für ein Problem war, da lockerte sich ihr Blick ein wenig, fast schon so, als würde sie wirklich Interesse haben. Sie würde mehr verdienen, sie müsste hier nicht arbeiten und der einzige Haken, von dem gesprochen worden ist war die Bekanntheit, die sie anschließend bekommen würde. Was sollte das für ein Job bitte sein? Was wollte der Kerl wirklich von ihr? Es fühlte sich nicht danach an, als würde es etwas Gutes sein, als könnte sie damit glücklich zu werden, aber dennoch musterte die Blondine die Karte, die ihr hin gehalten wurde. Es gab Zeit, sie durfte darüber nachdenken, der Nachdruck in der Stimme, dass sie ja nicht zu viel Zeit dafür nutzen sollte war aber definitiv rauszuhören. Kurz blickte Maileen auf, als sie die Worte hörte, bevor sie wieder zu der Karte blickte, um sich zu fragen, woher sie diesed Logo kannte, diese zwei simplen Buchstaben. Es war ihr bekannt, dessen war sie sich sicher, aber sie wusste nicht wirklich, wo sie diese schon gesehen hatte.
      Der Mann schien fertig zu sein, er wartete auf eine Antwort, oder gar eine Bewegung der Frau, sie blieb aber noch einige Momente stehen, um sein Gesicht zu mustern, um sich sicher zu sein, dass sie jetzt gehen konnte, es ging hier lediglich ums Zuhören, das hatte er gesagt, aber die Angst war da, was passieren wird, wenn sie da runter kommen wird. Sie wagte es, wandte sich von dem Mann ab, um die Treppe an der Bühne runter zu nehmen und mit den langen, hohen Stiefeln den Teppich zu berühren, der den Boden auskleidete. Die Musik im Club schien so leise zu sein, Maileen hatte diese komplett ignoriert und konzentrierte sich eher darauf die Schritte richtig zu machen, bevor ihr Weg sie eigentlich hier raus führte. Sie hatte ihren Stolz, hatte es definitiv nicht nötig irgendeinen komischen Job anzunehmen, um Geld zu verdienen... Dann machte sie aber Mitten auf dem Weg halt, um sich ins Gedächtnis zu rufen, dass sie es dringend nötig hatte.. Sie hatte diesen Job schon angenommen, blieb hier fünf Jahre und hatte es nötig vier Mal in der Woche ihren Körper zu zeigen, um dafür bezahlt zu werden.. Ein wenig unsicher blickte sie zurück zu dem Mann mit der Visitenkarte und wie von selbst drehte sie sich zu ihm um, um mit den Klamotten auf den Armen zu ihm zu laufen. Darüber nachdenken konnte sie ja, da war plötzlich ihre Angst für einen Moment verschwunden, als sie nach der Karte griff. Ihre Finger berührten seine, kurz kribbelte ihre Hand, aber sie konnte dem Bedürfnis widerstehen die Hand direkt wegzuziehen. "Ich melde mich", versprach sie, selbst eine Absage würde sie ihm erteilen können, aber zunächst musste Maileen sich sammeln. Ein letztes Mal blickte sie dem Mann in die Augen, mit ihren Schuhen reichte sie noch immer nicht zu ihm, aber sie war nah dran. Ein kurzer Moment und sie war wieder dabei den Raum zu verlassen, um den direkten Weg zu der Umkleide zu nehmen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Rean
      Die Stimmung im Hinterzimmer des Stripclubs hatte sich immer weiter in eine Richtung verschoben, die für ihn das beste Ergebnis erzielen würde. Es war nichts dunkles, nichts gefährliches, nur eine drückende Atmosphäre, welche die Frau beständig unter Druck setzte. Rean hatte zwar lediglich gesagt, was er wollte, aber die Art und Weise wie er es getan hatte, dürfte seinem Gegenüber fremd sein, war sie doch in eine Szene gerutscht, die nicht unbedingt dafür bekannt war mit Ruhe und Geduld zu agieren. Er war sich sicher, dass er sie überzeugen konnte, war sich sicher, dass sie es bedenken würde und zunächst seine Karte mit sich nimmt. Je mehr Zeit verstrich, umso sicherer wurde er sich, denn für die Frau wäre es in seinen Augen die beste Option und eine solche Möglichkeit würde man nicht wieder bekommen, schließlich war alles was er sagte nicht gelogen. Er hatte kein Interesse daran sie zu verkaufen oder dergleichen, vielmehr benötigte er sie für andere Zwecke, welche ihn zur Zeit einfach nur stressten und er dadurch kaum zu seinen eigentlichen Tätigkeiten kam. Doch nun würde sich dies ändern, sie musste nur zusagen. Er hielt ihr weiter die Karte hin und wartete wortlos darauf, dass sie zugreifen würde, als sie plötzlich näher kam, jedoch an ihm vorbeiging und das Zimmer verließ. Rean war sich zwar noch sicher, dass sie die Karte nehmen würde, konnte aber nicht genau sagen, was diese Reaktion zu bedeuten hatte. Eventuell hatte sie noch Zweifel an seiner Aussage, aber wer hätte das nicht bei einem Angebot wie diesem, von einem unbekanntem Kerl in einem Striplokal. Da er ihr aber nicht drohte, ließ er sie gehen, sodass sie auch am Schutzpersonal vorbeiziehen konnte ohne, dass diese ihr Probleme bereiten würden. Rean blieb stehen, da er der Frau noch einen Moment Zeit geben wollte und darauf spekulierte, dass sie zurück kommen würde um sich wenigstens seine Karte mitzunehmen und er sollte Recht behalten.
      Die Frau kam tatsächlich wieder und hatte es sich wohl anders überlegt. Die Visitenkarte in seiner Hand wanderte zu ihr hinüber und innerlich hatte er abgeschlossen, denn sein Ziel war erreicht, es würde ihn sehr wundern, wenn sie sein Angebot jetzt noch ablehnen würde. Sie versprach ihm sich zu melden und das war mehr als genug für ihn, um sie jetzt gehen zu lassen. Rean nickte lediglich und ließ sie gehen. Er betrachtete seine Hand in welcher bis eben seine Karte lag und das seltsame Gefühl, welches er bei der Berührung hatte, war noch immer leicht zu spüren. Einen Zusammenhang konnte er zur Zeit noch nicht erkennen, also beließ er es zunächst dabei, dass es etwas war, dass ihm nicht schadete. Nach einer Weile ging auch Rean aus dem Raum heraus, denn er hatte schon genug Zeit geopfert, um Stress abzubauen. Die Nacht war noch lang und er hatte noch jede Menge zu tun. Beim Verlassen des Clubs gab er dem Personal noch die Botschaft sie sollen die Frau nicht mehr als Eigentum des Clubs betrachten, er würde sie von nun an für sich beanspruchen und sollte er sie auch nur noch ein einziges Mal in diesem Club sehen, sei es als Stripperin oder als Kundin, würde er dafür sorgen, dass der Laden dorthin zurück kehrt wo er hergekommen war. Diesmal betonte er es so, dass es nicht nur nach einer einfachen Drohung klang, sondern ganz deutlich machen sollte, dass sie den jungen Mann besser nicht verärgerten. Noch lange nachdem Rean den Club verlassen hatte herrschte dort eine mehr als unangenehme Atmosphäre, wodurch viele Kunden frühzeitig gingen, es würde keine ertragreiche Nacht sein.
      Rean hatte sich mittlerweile in einer zwielichtigen Gegend in einem abgelegenem Warenhaus mit einem guten Freund getroffen, welcher bei einem mehr oder weniger gefährlichen Job für ihn an vorderster Front stehen würde. Ihm vertraute er mehr als allen Anderen, schließlich waren sie beide schon so lange in der düsteren Materie verstrickt und sie beide hatten im Grunde so viel gegen den anderen in der Hand, dass keiner der Beiden es wagen würde, den anderen zu verpfeifen. Sie unterhielten sich eine ganze Weile, bis das große Tor am Osteingang aufging und eine Gruppe an Menschen in die Hallen hineintrat. „Wir haben bereits auf euch gewartet, hat ganz schön lang gedauert!“ sagte er im ernsten Ton, aber doch grinsend. Einer der Menschen kam schnellen Schrittes auf ihn zu und schlug ihm an die Schulter während er ihm vermittelte, dass es hätte auch schneller gehen können würde sich Rean nicht immer die abgelegensten Orte aussuchen um ein derartiges Meeting einzuberufen und dann auch noch so kurzfristig. „Es gab Komplikationen, aber da jetzt alle hier sind, sollten wir den Plan nochmal durchgehen. So viel sei aber gesagt, ich kann ich euch kaum unterstützen, sonst würden wir einen wichtigen Posten in Regierungsnähe riskieren. Ich bin mir sicher, dass ihr das auch ohne mich hinbekommt“ Seit vielen Jahren schon plante Rean einen Raubzug, bei dem etwas wertvolleres als Geld gestohlen werden sollte. Es gab vorher schon unzählige Versuche, doch alle scheiterten sie, denn Delmaeves Security war ein Elitesicherheitsunternehmen und das was Rean benötigte, befand sich in den Händen der Regierung oder vielmehr in den Reihen der Regierung die nicht für die Öffentlichkeit zu sehen war, eine Art Schatten der Obrigen und eben diese arbeiteten mit seinem Vater zusammen, daher hatten sie stets die neuesten und besten Sicherheitssysteme. Es gab kaum Lücken und das nicht nur in den Systemen, sondern auch in den ausgewählten Bodyguards bzw dem Sicherheitspersonal innerhalb des Gebäudekomplexes, in welches sie eindringen müssten. Doch seit einer Weile hatte Rean sich mit einer eventuellen Sicherheitslücke beschäftigt, weshalb er sicher war, dass der nächste Versuch, der Letzte sein würde und sie endlich mit dem nächsten Schritt des Planes fortfahren könnten. Er erklärte den Anwesenden die Vorgehensweise, was einiges an Zeit kostete, jedoch waren jetzt Datum und Zeitpunkt der geplanten Aktion festgelegt und alle wussten was sie zu tun hatte. Die meisten waren nun bereits wieder gegangen, zurück blieben nur Rean und sein Vertrauter, welcher ihn fragte ob wirklich alles bereit gewesen wäre, woraufhin der junge Mann nickte. „Ja, es gibt aber noch eine Kleinigkeit um die ich mich vorher kümmern muss, das sollte jedoch nicht allzu viel Zeit in Anspruch, mach dir keine Sorgen darüber. Ich ruf dich an, sobald es losgeht. Lass dich bis dahin nicht von deinem Drachen verbrennen“ Rean verließ die Halle und rief sich ein Taxi, welches ihn nach Hause fahren sollte und ca. 10 Minuten später konnte er sich dann auf einen der Hintersitze des Taxis setzen. Er sagte dem Fahrer die Addresse zu der er fahren sollte und lehnte sich dann entspannt zurück.


      courage is the magic that turns dreams into reality
    • Maileen

      Es hatte einen langen Moment gedauert, bis Maileen sich hinten dazu aufrappeln konnte ihre Kleidung zu wechseln und die langen Stiefeln wieder auszuziehen. Nachdem sie den Bereich hinten betreten hatte ließ sie ihre Sachen vor ihrem Spind fallen und war auf die Toilette gegangen, aus Sorge, das Wasser würde doch noch heraus kommen. Trotz dessen, dass nichts geschehen war fühlte sie sich so.. dreckig, so beschmutzt, als würde es wirklich passiert sein, als hätte der Mann sie angegangen. Irgendwie hatte er es getan, er hatte ihr ziemlich deutlich gemacht, wie schrecklich dieser Job hier war und wie weit sie runter gesunken ist, um sich wirklich vor diesen ekeligen Männern die Kleider vom Leibe zu nehmen. Letztendlich dauerte dieser Moment nicht lange, in dem die Frau es nicht schaffte ihre Mauern weiter aufrecht zu erhalten, sie schaffte es irgendwann wieder auf die Beine zu kommen und diesem Laden mit einer gewissen Kühle gegenüber zu treten.
      Einige der Mädels waren ein und aus spaziert, hatten sich umgezogen und vor allem die Blondine nicht beachtet, die ihr Geld auf dem kalten Boden gezählt hatte, um endlich hier raus zu spazieren und den Weg nach Hause aufzunehmen. Sie musste noch ihren Anteil bezahlen, hatte deshalb das Geld zusammen gerechnet und vor allem zusammen gesteckt, um gleich darauf in ihrer Jacke umhüllt und mit der Tasche am Arm zum Büro zu laufen. Es war recht fair, dass sie zehn Prozent ihrer Einnahmen abgeben musste, dafür musste sie nicht dafür bezahlen hier aufzutreten und war außerdem immer recht zufrieden damit, was ihr danach noch übrig blieb. Wortlos war sie ins Büro gekommen, hatte den Anteil auf den Schreibtisch des Besitzers gelegt und einen Moment gewartet, bis dieser den gezählt hatte. Es wurde noch kontrolliert, ob es wirklich zu dem passte, was Maileen diese Nacht verdient hatte, es wurde lediglich grob überschlagen, was sie eingenommen hatte, immerhin hatte der Mann Augen im Kopf und konnte gut einschätzen, wie viel bei den Scheinen zusammen gekommen war, die die Frau heute bekommen hatte. Er schien zufrieden zu sein, nickte kurz und legte das Geld zur Seite, das war der Moment für die Blondine, um wieder den Raum zu verlassen, wenn sie nicht aufgehalten worden wäre. "Warte kurz", sprach der Mann hinter dem Schreibtisch und schien sich ein wenig unsicher mit dem zu sein, was er da gleich sagen wollte. Maileen blieb kurz stehen, blickte zu ihm zurück und musterte den Mann kurz, um zu erfahren, was sein Anliegen überhaupt war. Er seufzte, schüttelte ein wenig den Kopf. "Hör zu.. Es .. es tut mir echt leid, aber.. Ich kann dich nicht länger beschäftigen". Ein zweites Mal an diesem Abend schien die junge Frau unsicher zu sein, wie sie zu reagieren hatte, runzelte ihre Stirn ein wenig. "Wie meinst du es? Ich bringe gut Geld, bringe Stammkunden..". "Ich will dich hier nicht mehr haben.. okay?". Er war ihr ins Wort gefallen, noch bevor sie es weiter ausführen konnte. Maileen runzelte weiter die Stirn und drehte sich komplett zu dem Mann um, um auf ihn zuzukommen. In ihren normalen Klamotten fühlte sie sich viel sicherer, viel wohler. "Du willst mich verarschen, oder?", ein wenig streng musterte sie den Mann. "Fuck! Fünf Jahre arbeite ich schon für dich". "Ja, und es ist Zeit einen neuen, frischen Wind reinzubringen... Leer deinen Spind und such dir was anderes, okay?".

      Es schien so, als wäre ihr der Boden unter den Füßen gerissen worden, als die Blondine die Wohnungstür hinter sich schloss und die voll gestopfte Sporttasche auf den Boden fallen ließ. Sie seufzte, es war alles eine reine Katastrophe, die ganze Nacht war schrecklich und nun hatte sie nicht einmal mehr den Job, der ihr bisher die Möglichkeit gab ihre Schulden irgendwie abzubezahlen. Sie fühlte sich so leer, so verlassen, so aussichtslos, wie ganz am Anfang, als sie ihre Mutter eingewiesen und ohne einen Dach über dem Kopf da stand. Maileen seufzte, sie wusste nicht, was sie mit ihrem Leben nun anfangen sollte, die anderen Clubs waren ..anders, da hatte sie nicht die Möglichkeit so darauf zu vertrauen, dass ihr keiner an die Wäsche ging, da herrschten ganz andere Regeln und vor allem, wurde da auch was ganz anderes erwartet.
      Es war fünf Uhr morgens, als sie ins Wohnzimmer der heruntergekommenen Wohnung trat und auf den Mann ihrer guten Freundin blickte, der wieder vor dem Fernseher eingeschlafen war. Er war Dealer, sie war Stripperin, aber nur durch die beiden hatten die Blondine einen Dach über dem Kopf und ein Zimmer, in welchem sie wenigstens schlafen konnte. Elias war an sich ganz nett, auch wenn er ständig high war, aber er wollte nichts von Maileen und allein dafür war sie ihm sehr dankbar. Sie schaltete den Fernseher aus, vor dem er eingeschlafen war und griff zu der Strickdecke von der Couch, um den Mann zuzudecken bevor sie sich eine Zigarette aus der Schachtel und eine Flasche Wasser aus dem Kühlschrank griff, um samt der Tasche im Flur in ihr Zimmer zu gehen. Es war kein Hotelzimmer, es war kein Luxus, aber die Blondine hatte ein Bett, einen Schrank und einen kleinen Balkon, auf den sie raus konnte, um zu rauchen. Sie seufzte, die Miete für diesen Monat hatte sie schon bezahlt, sie konnte die Einrichtung, in welcher ihrer Mutter drin saß auch noch bezahlen, aber dann? Irgendwann würden sie diese merkwürdigen Männer finden und einfach auf der Straße erschießen, wie es sonst sehr häufig passierte. Oder sie werden sie verschleppen und irgendwo hin verkaufen, um sie nie wieder frei zu lassen. Der Tod war da deutlich besser, aber Maileen war gar nicht bereit zu sterben, sie wollte es nicht, sie wollte endlich ein richtiges, normales Leben führen, ich keinerlei Sorgen um ihr Geld machen müssen, einen Abschluss machen, oder gar vielleicht studieren!
      Sie nahm die Zigarette zwischen die Lippen und zündete sich diese an, bevor sie auf den kleinen Balkon trat und raus in die weite Welt blickte. Es war kühl, aber die Zigarette war es wert. Was sollte sie tun? Ihr fiel das Gespräch von vorhin ein, ihre Augen blickten nach der Sporttasche, in der sich die Visitenkarte befand.. Nein, sie würde sich und ihre Seele nicht noch weiter verkaufen, aber was sollte sie sonst anderes tun?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Rean
      Die Fahrt im Taxi war das erste am heutigen Tage, was für den jungen Mann tatsächlich entspannend war, obwohl er sich schon erhofft hatte diese Entspannung im Stripclub zu finden, da er dort im Grunde nächtlich zur Ruhe kommt, bevor er dann in den Untergrund abtaucht und erneut auf Hochtour laufen muss, jedoch war es heute einfach anders und so rekapitulierte er seinen Tag während er sich die vorbeiziehenden Lichter der Straßenlaternen und der vorbeifahrenden Autos ansah. Zunächst war da seine Mutter und in gewisser Weise auch sein Vater, welche ihn unter Druck setzte, dass er doch endlich eine Frau in sein Leben lassen sollte, dabei hatte er keinerlei Interesse daran, nicht zur Zeit, immerhin war er zwar an Frauen interessiert, aber sich für etwas zu binden, dass brauchte er momentan überhaupt nicht. Nur wollten seine Eltern das nicht verstehen und so kam es fast täglich zu einem Gespräch, das wieder und wieder vom selben Thema beherrscht wurde. Dann war da diese Sache mit der einen Frau, sie war so anders, so seltsam und unbeeindruckt, so betörend und doch auch nicht, so abweisend, kühl und in seinen Augen doch warm und pflichtbewusst. Er war in den vielen Jahren seines Lebens und der Art und Weise wie er es lebte zu einem echten Menschenkenner geworden. Auch wenn die Meisten ihre wahren Beweggründe verheimlichen und sie durch schauspielerische Glanzleistungen hinter einer dicken Wand verschleiern, kann er sehen, was wirklich Fakt ist. Zumindest Fakt in dem Sinne, dass er glaubt zu wissen, was die anderen Personen denken und fühlen. Es reicht meist schon ein Blick und dann eine kleine Konversation sowie etwas miteinander verbrachte Zeit. Die Frau war in seinen Augen besonders, da sie es scheinbar geschafft hatte im Nachtleben zu überleben ohne ihren Körper zur Gänze zu verkaufen, was schon eine Art Wunder in seiner Branche war. Nicht allein deswegen hatte er ihr ein Angebot gemacht, aber jetzt wo er darüber nachdachte war es doch eher untypisch für ihn. Wollte er der Frau einfach nur helfen, eine Gute Tat vollbringen damit er sein nicht existentes Gewissen beruhigen kann oder war es wirklich nur für seine Zwecke. Diese Frau ging ihm scheinbar nicht mehr aus dem Kopf und das obwohl er gerade nocheinmal über seinen ganzen Tag nachdenken wollte, aber die Infos zum letzten Teil kamen einfach nicht durch, die Stripperin hatte seinen Verstand zu sehr benebelt und genau deswegen musste er jetzt handeln.

      Rean war wieder in der Realität angelangt und sah die vielen aufblitzenden Lichter, hier und da schien auch die Polizei, dieses Lumpenpack, unterwegs zu sein und da schoss es ihm in den Kopf, es war Zeit ein wenig für Aufruhr zu sorgen und da er heute den anderen Leuten schon genug überlassen hatte und er auch seinen eigenen Kopf frei bekommen musste, wollte er selbst handeln. Es würde kurz und schmerzlos sein, nicht für ihn, sondern für den Taxifahrer, der urplötzlich mit einem Messer einen Schnitt versetzt bekam, welcher von einer zur anderen Seite des Halses verlief. "Verrecke, du Möchtegernfahrer, ich zeig dir jetzt mal wie es richtig geht!" Seine Stimme war nun nicht mehr freundlich oder gar zuvorkommend und eventuell warmherzig, eher eiskalt und kalkulierend. Er hatte Spaß daran empfunden, diesen Mann zu töten, einfach so, ohne Vorwarnung, ganz gleich ob dieser eine kleine oder große Familie zurücklässt. Es war völlig egal, da niemand jemals herausfinden würde, dass Rean es getan hatte, dafür kannte er sich zu gut aus und hatte es schon viel zu oft getan. Gleich nachdem er seinen skrupellosen Mord begangen hatte, kletterte er nach vorn um das Steuer zu übernehmen, wobei er natürlich nicht sofort ans Lenkrad gelangte und dadurch auf die falsche Fahrbahn kam. Nur sehr knapp konnte er dem PKW der auf ihn zufuhr ausweichen, verursachte dabei jedoch einen schweren Autounfall und als hätte er noch nicht genug Schaden angerichtet fuhr er einfach davon, sollen dabei doch noch ein paar Maden das zeitliche gesegnet haben, es war ja nicht sein Problem und so schnell wie alles geschah konnte niemand mit der Situation umgehen, geschweige denn sich sein Kennzeichen merken, wobei das eh irrelevant gewesen wäre, da dieses Auto nicht mehr lange existieren würde. Rean kannte jemanden, der sehr an den verschiedensten Autoteilen interessiert war und genau dort führte ihn sein Weg nun hin. Sein Kopf war nun endlich wieder frei, sein Körper vollgepumpt mit Adrenalin, er hatte diesen Kick wirklich nötig. Im äußeren Bezirk der Stadt fuhr er dann wieder relativ normal um keine Aufmerksamkeit, unnötig, auf sich zu ziehen. Nach einer Weile kam er dann an einer eher alten Werktstatt an, die den Anschein machte als würde ihr Dach jederzeit einstürzen können, doch es kümmerte ihn kaum, da er diese auch nicht betreten würde. Rean war lediglich hier, um seine Unfallkarre loszuwerden und der Gestank des Taxifahrers machte ihn auch so langsam zu schaffen, nicht dass er es nicht gewohnt war, aber er hatte einfach keine Lust mehr auf die Leiche neben ihm im Wagen und seine Kontaktperson in der Werkstatt würde sich um alles kümmern. Es würde auch nicht zu einem Aufeinandertreffen kommen, da der Werkstattbesitzer seine Kunden ungern sieht. Das Motto war, stellt die Ware hinter dem Lager ab, lasst eine Kontonummer auf dem Fahrersitz und verlasst das Gelände. Natürlich war das Risiko allgegenwärtig hinters Licht geführt zu werden, doch das durfte sich der Besitzer nur einmal leisten und bisher war Rean vollkommen zufrieden gewesen mit dem was er erhielt. Er fuhr das Taxi mitsamt dessen Fahrer, wie vorgeschrieben, hinter das Lager, parkte es dort und stieg aus. Seine Kleidung, erst jetzt richtig zu erkennen als er im Licht einer einzelnen leuchtenden Lampe stand, waren fast überall mit Blut beschmiert, der Taxifahrer war wohl ein Starkbluter, was dem jungen Mann noch ein kleines Grinsen entlockte. Rean zog sein Oberteil aus und warf es zurück ins Auto und zu seinem Glück war es nicht allzu kalt, da langsam aber sicher auch die ersten Sonnenstrahlen den nächsten Tag einläuteten.

      Er ließ seinen Blick zum Horizont wandern und kniff ein wenig die Augen zusammen, da er nun direkt zur Sonne sah. "tz..wird wohl Zeit zu verschwinden" seufzte er und machte sich nun laufend auf den Weg nach Hause, nicht zu seinen Eltern, beim besten Willen nicht. Er hatte ein eigenes Haus, recht unauffällig und eher schlicht gehalten. Es war für ihn eben nur das was er benötigte, ein Unterschlupf von dem niemand wusste außer er und weit weg von hier war es auch nicht gewesen. Zu seinem Glück waren hier in der Gegend um diese Uhrzeit auch noch nicht viele Menschen unterwegs, weshalb er sich keine Gedanken darüber machen musste, wie er wohl auf andere wirkte, so ganz oben ohne und eventuell mit Blut im Gesicht. Es sah ihn niemand, auf dem gesamten Weg zu seinem Haus nicht. Er betrat dieses und ging ohne Umwege direkt zu seinem Bett, in welches er sich dann fallen ließ. Bevor er seine Augen vorerst schließen würde, warf er jedoch noch einen Blick auf sein Handy, um eventuelle Anrufe oder Nachrichten zu beantworten.


      courage is the magic that turns dreams into reality
    • Maileen

      Es war die fünfte Zigarette in Folge, die sich Maileen anzündete. Sie war kein Starkraucher, aber sie rauchte definitiv unter Stress gerne und diesen gab es seit den letzten Stunden genug. Ihre Augen betrachteten die ersten Sonnenstrahlen, die den Horizont erhellten, während sich die Arme, die an die Berüstung angelehnt waren, fast schon taub anfühlten. Sie stand schon einige Zeit dort und hoffte darauf, eine Antwort darauf zu finden, was sie nun tun sollte. Es gab nicht viele Möglichkeiten, die für sie überhaupt gegeben waren, es gab auch nicht viel, was ihr helfen würde, aber die Entscheidung war schwer, denn die Frau musste sich zwischen zwei nicht wirklich guten Möglichkeiten entscheiden, auch wenn ihr eine dritte Idee im Kopf schwebte. Sie konnte sich einen neuen Club suchen, in der Hoffnung dort gut Geld zu machen und mit der Angst, sie könnte wirklich tief abrutschen, immerhin war es wirklich ihr Glück, dass sie sich die fünf Jahre in diesem Club aufgehalten hatte, ohne irgendwelche Vorfälle, bis auf das, was heute Nacht eigentlich geschehen war. Das war auch schon ihre zweite Möglichkeit.. Irgendein zwielichtiger Job, bei dem sie bekannt werden würde, bei dem ihr aber versprochen worden ist nichts körperliches machen zu müssen, da seufzte Maileen auch schon wieder laut. Das war doch Quatsch, das konnte es niemals sein und sie konnte doch nicht auf solche Worte vertrauen von jemandem, der regelmäßig sehr viel Geld bezahlte, um ihr dabei zuzusehen, wie sie sich auszog. Noch immer lief es ihr kalt den Rücken runter, wenn sie über diese Begegnung nach dachte, aber die Möglichkeit war besser, als sich einen anderen Club zu suchen, oder gleich wieder zu dem alten zurück zu kommen und darum zu betteln wieder aufgenommen zu werden.. Wobei da die Gefahr noch größer wäre, dass sie das nur unter gewissen Bedingungen tun könnte.
      Die dritte, kleine Idee, die die Blondine aber nicht wirklich in Kauf nehmen konnte: Sie könnte abhauen, das alles hinter sich lassen und darauf hoffen, etwas anderes wo anders zu finden.

      Die Sonne kam immer weiter heraus, auch wenn es noch relativ früh am Morgen war. Mit Sicherheit stand Maileen schon eine Stunde auf dem kleinen Balkon, vielleicht auch zwei. Sie hatte deutlich gehört, wie ihre Freundin nach Hause gekommen war, wie sie sich schon wieder mit ihrem Freund gestritten hatte, der scheinbar am Abend sehr viel getrunken und schlagartig wach geworden ist, da konnte die Blondine froh sein, dass er bei ihr nicht aufgewacht war. Sie hatte ihn zugedeckt, aber bisher hatte ihr der Mann wirklich nichts getan, trotz dessen, dass er die Leute sehr gut kannte, bei denen die Stripperin ihre Schulden abzahlen musste.
      Seufzend warf sie die letzte Zigarette weg und blies den Rauch in die Luft, sie würde keine weitere rauchen, nicht jetzt, denn jetzt musste sie sich endlich entscheiden und wie von selbst trat sie auch wieder in ihr kleines Zimmer zurück, um nach den Sachen zu greifen, die in der Sporttasche drinnen waren. Die Karte musste sich irgendwo dort befinden, sie hatte sie einfach rein gestopft, nicht noch einmal darauf gesehen, oder sich Gedanken über die Buchstaben auf der Karte gemacht. Irgendwann hielt sie diese zwischen den Fingern und setzte sich auf den Boden, um auf die zwei Buchstaben vorne zu sehen. Sie sah edel aus, vermutlich deshalb konnte sich der Mann immer leisten sie zu buchen, wann immer er wollte. Maileen drehte die Karte um, erblickte den Namen, die Email und eine Telefonnummer drauf, sie dachte auch nicht lange nach, als sie nach dem Handy aus der Hosentasche griff, es war schon sehr mitgenommen und alt, aber es tat immer noch das, was es tun sollte. Sie wählte die Nummer, die dort zu finden war, sperrte das Handy aber gleich wieder, sie konnte da doch nicht einfach so anrufen, nicht einfach um diese Uhrzeit, das war eine blöde Idee..
      Auf dem Boden sitzend und an das Bett angelehnt hatte sie sicherlich weitere Minuten dort abgewartet und überlegt, wenn sie nicht fragen würde, wüsste sie nicht, was das für eine Arbeit sein sollte, aber alleine sein Auftreten hatte ihr einen Schauer auf dem Rücken hinterlassen.. Maileen entsperrte dennoch wieder das Handy, die Not siegte, sie entschied sich aber gegen einen Anruf, wollte stattdessen eine Nachricht schreiben, aus Angst, ihre Stimme würde brechen und ihre Sorgen verraten, wenn sie jetzt mit ihm sprechen würde. Sie wollte nicht brechen, sie wollte nicht zeigen, wie gebrochen sie war.
      'Es ist noch definitiv keine eindeutige Antwort.. Aber ich würde gerne ein Treffen haben, um mehr über die Arbeit und die Konditionen zu erfahren'.
      Es war der erste Satz, den sie schrieb und auch direkt abschickte, wenn sie sich jetzt darüber Gedanken machen würde, dann würde sie die SMS niemals abschicken.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Rean
      Als er in seinem Bett lag und auf sein Handy starrte, bemerkte er einen nicht angenommen Anruf, bereits mit einem leichten Grinsen im Gesicht tippte und wischte er sich in die Details und war der Meinung, dass diese Frau von der letzten Nacht sich gemeldet hatte. Doch zu seinem Leidwesen war es nur ein Anruf seiner überaus penetranten Mutter, die sich bestimmt nur wieder über ihren Sohn und dessen Entscheidungsschwäche in Sachen Frauen aufregen wollte, aber dass sie ihn so spät anrufen würde, war selbst für sie mehr als nur merkwürdig, jedoch würde er sich jetzt nicht den Kopf darüber zerbrechen was diese Krähe von ihm wollen könnte. Rean warf sein Handy auf die andere Bettseite und seufzte, denn es war die einzige Neuigkeit die er auf seinem Smartphone entdecken konnte. Eigentlich hatte er damit gerechnet, dass die Stripperin sich mittlerweile gemeldet haben würde, aber Fehlanzeige. Da er nun nichts mehr zu erledigen hatte, schloss er seine Augen um sich ein wenig Schlaf zu genehmigen. Die Erschöpfung machte sich dann doch bemerkbar, immerhin hatte er neben dem Stress mit seiner Mutter heute auch noch eine Frau getroffen, welcher er einen für ihn untypischen Vorschlag machen wollte, sowie an einem Plan getüftelt, der allen Anschein nach etwas sehr großes sein würde, etwas gefährliches und mit hohem Risiko behaftet. Nicht zu vergessen seine wilde Taxifahrt. Ohne wirklich Zeit zu haben darüber nachzudenken wanderte sein Geist bereits in die Welt der Träume. Sein gesamter Körper schaltete ab und die Außenwelt verlief im Nichts, alles war still, nur er und die Dunkelheit am gleichen Ort...

      Doch ganz unerwartet verzerrte sich seine Traumwelt, seltsame Dinge geschahen und je mehr er dem Grund auf die Spur ging, desto abstruser wurde es. Nur eines war konstant, ein schrilles Kreischen und es wurde von Sekunde zu Sekunde lauter. Wer hatte es gewagt seine Träume zu ruinieren! Rean wälzte sich in seinem Bett hin und her und nach einem schier endlosem Kampf gegen das Erwachen, verlor er und sah schon fast schweißgebadet an die Zimmerdecke über ihm. ZWar war er nun wach, doch dieses schrille Geräusch konnte er noch immer wahrnehmen. Sein Blick fiel von der Wand immer weiter nach runter bis er letzlich auf dem Objekt seines Hasses landete und dort verweilte. Sein Handy war schuld, er hatte wohl vergessen es auszuschalten, so wie er es üblicherweise tat, doch war er diesesmal zu erschöpft und hatte es schlichtweg nicht getan. Seine Hand griff sich das Mobilgerät und tippte im Halbschlaf ein Passwort ein, denn nur so konnte er auf sein Handy zugreifen. Es war kein neuer Anruf, keine neue Nachricht..nur eine Meldung, dass jemand ihm eine SMS geschickt hatte, aber wer könnte das gewesen sein. Niemand von seinen "Kollegen" der Unterwelt kannte diese und würde ihn entweder anrufen oder einen Boten zu seinem "Unterschlupf" schicken, aber eine SMS, das war neu. Im Grunde musste es sich dabei um einen Geschäftspartner seines Vaters handeln, denn diese E-Mail Addresse gehörte zwar Rean, aber es war seinen Delmaeves Security Addresse. Noch tief versunken und nicht bei klarem Verstand loggte er sich ein und öffnete die Mail, um sie sogleich zu lesen. Beim Durchlesen der Nachricht ratterte es kurz in seinem schlaftrunkenem Gehirn, doch eines war klar, es war von keiner Person, die ihn tatsächlich kannte und wohl auch von keinem hohen Tier des Unternehmens, da keinerlei Formalitäten eingehalten wurden sind. Er warf sein Handy erneut zur Seite, stand auf, ging ins Badezimmer, drehte die Dusche auf und hielt seinen Kopf unter das eiskalte Wasser, welches aus dem Duschkopf erst auf seine Haare plätscherte und dann über sein Gesicht lief. Es war nicht optimal, doch es würde ihn vorerst wach machen. Kurz rubbelte er sich noch die Haare trocken, da er keine Lust hatte sein Handy vollzutropfen.

      Rean verließ das Badezimmer und begab sich zurück in sein Schlafgemach, in welchem er noch einen Blick auf die Nachricht warf, die er erhalten hatte. "keine eindeutige Antwort...gerne Treffen.." murmelte er leise vor sich hin, in der Hoffnung wenn er es laut hören würde, wäre es wahrscheinlicher, dass er es versteht. Auch wenn es eine Weile dauerte hatte er mit dieser Methode Erfolg, denn endlich war es ihm ganz deutlich in den Sinn gekommen. Die Frau! Es war die Antwort auf seinen Vorschlag die junge Frau zu einem bestimmten Deal zu überreden und es erweckte den Eindruck als wäre sie interessiert. Selbst wenn sie schrieb, es sei noch keine eindeutige Antwort, so war es für Rean ganz offensichtlich, denn sie hätte sich nicht gemeldet, wenn sie nicht bereit gewesen wäre, seinen Deal anzunehmen, wobei ihr in der Theorie sowie der Praxis keine gute Alternative gegeben war, schließlich ging es hier um Rean und wenn er etwas haben wollte..würde er es auch bekommen, mit welchen Mitteln auch immer und das hatte er auch schon bewiesen, was sie zwar nicht wusste, aber vielleicht würde sie ja auch gut kombinieren können. Ein breites Grinsen zeigte sich im frisch geduschten Gesicht des jungen Mannes, welches vor Zufriedenheit triefte. Es war mal wieder ein Sieg gewesen, welcher einfach unausweichlich war, niemand würde ihn ablehnen können, selbst wenn er es wollen würde, denn eine Ablehnung endete stets im Zwang oder im Tot, beides profitable Wendungen, die ihm ebenso seinen Spaß bereiteten. Natürlich war er so freundlich und würde auch direkt Antworten, aber gewiss nicht so, dass sie in den Glauben käme, er hätte nur darauf gewartet, eher eine genervte schnelle und kurze Antwort auf die SMS die ihn geweckt hatte

      ´13 Uhr. Sunset Cafe an der 6. ´

      Mehr würde er ihr nicht als Antwort geben, sie wollte ein Treffen, er gab ihr eins, Das war alles. Rean war gut gelaunt und der eigentliche Stress, der durch das nervige Geräusch seines Handys verursacht wurde, war nun eher eine positive Botschaft gewesen. Alles was er jetzt noch wollte, war wieder ins Bett zu steigen um sich auszuruhen, denn wenn er bei seiner Verabredung mit Augenringen und schlechter Laune aufkreuzen würde, wäre es ein Minuspunkt und der Deal könnte negativ beeinflusst werden. Rean schaltete demnach sein Handy ab, legte sich wieder ins Bett und schlief auch recht schnell ein.


      courage is the magic that turns dreams into reality
    • Maileen

      Sie musste eingeschlafen sein, als die Nervosität nach der gesendeten Nachricht ein klein wenig abgelassen hatte, denn das Vibrieren des Handys ließ sie die Augen wieder öffnen. Lange hatte Maileen mit Sicherheit nicht geschlafen, sie hatte aber die Müdigkeit gespürt, sie hatte sie eingenommen und da konnte sie sich einfach nicht mehr dagegen wehren, ganz gleich wie sehr sie es versucht hatte. Es war ein traumloser Schlaf gewesen, aber er hatte gut getan und die Wartezeit, bis zum Eintreffen der SMS deutlich verkürzt. Die Augen aufmachen wollte Maileen dennoch nicht, am liebstem hätte sie sich umgedreht und gleich weiter geschlafen, wollte sich einreden, dass die Nachricht sowieso vermutlich nichts wichtiges gewesen sein könnte, doch sie erinnerte sich gleichzeitig auch an die Rücknachricht, auf die sie eigentlich gewartet hatte, auf ihre mögliche Chance, um hier raus zu kommen und ihrer Mutter gleichzeitig weiterhin die Therapie bezahlen zu können. Schlagartig öffnete sie ihre Augen und blickte das Handy vor sich an, welches sie extra neben ihr Kopfkissen gelegt hatte. Es leuchtete nicht mehr auf, es schien also schon ein paar Momente her sein, seit die Nachricht eingetroffen ist. Die Blondine entsperrte das Handy, öffnete die SMS, die vorhin eingetroffen war und sah gleichzeitig die Zustimmung zu dem Treffen.
      13 Uhr. Sunset Cafe an der 6.
      Es war noch relativ früh am Morgen, es gab noch etwas Zeit, genügend um noch ein klein wenig zu schlafen und Kraft dafür zu tanken, was auf die Frau möglicherweise kommen könnte, auch wenn sie es nicht nicht vorstellen konnte. Ein Privatjob? Vielleicht sollte sie ihre Seele auch einfach nur an den Teufel verkaufen und würde gar nicht mehr lebend da raus kommen? Seufzend drehte sie sich auf den Rücken und hielt ihre Augen offen, denn mit dem Lesen der Nachricht schien ihre Müdigkeit wie vergessen zu sein, stattdessen machte sich wieder diese Unruhe breit, diese Unwissenheit über ihre Zukunft. Es war alles ein abgekartetes Spiel, es wurde ihr immer bewusster, hatte sie somit überhaupt noch eine Wahl? Oder würde sie allem zustimmen, was ihr nachher angeboten wurde, weil sie sowieso den Kürzeren gezogen hatte?

      Unter einer Dusche hatte sich Maileen den ganzen Geruch vom Alkohol, Nikotin und dem Nachtclub vom Körper gewaschen, sie hatte Platz für den angenehmen Kokosgeruch ihres Duschgels gemacht, sich ihre blonden Haare gewaschen und einfach nur ihre müden Knochen geweckt. Sie war seit einiger Zeit einfach nur noch müde vom Leben und ganz gleich wie lange sie schlief, es änderte nichts an dieser Tatsache. Ihre Mitbewohnerin war tief und fest am schlafen, als die Blondine die Tür hinter sich zu zog und in den Tag hinaus lief, um mit der Ubahn zu der 6. zu fahren, wo sich das Cafe befinden sollte. Sie war früh dran, aber die Aufregung hatte sie nicht mehr still sitzen lassen, immerhin war die Frau seit einer halben Stunde schon fertig und versuchte sich irgendwie abzulenken. Viel hatte sie nicht gemacht, deutlich weniger, als es im Nachtclub sonst immer der Fall war, hatte aber die Augenringe verdeckt und mit dem Make-Up die Illusion von einer frischen, ausgeschlafenen, jungen Frau hin bekommen. Sie trug nichts besonderes, die besonderen Sachen trug sie eher im Club, da wollte sie auffallen und da wollte sie besser aussehen, als der Rest, aber für das Treffen jetzt, wählte sie lieber etwas unauffällig Normales. Gute zehn Minuten vor der eigentlich abgesprochenen Zeit war sie da, schaute sich das Café von Außen an, um es zu mustern, sie kannte es nicht, aber sie musste sich vor allem ins Gedächtnis rufen, warum sie eigentlich hier war. Seufzend lehnte sich Maileen an die kalte Mauer am Eingang im Schatten, um auf die Verabredung zu warten. Ob er vielleicht schon drin wartete? Sie würde erst um voll rein gehen, um nicht den Anschein zu erwecken, als wäre ihr das wirklich wichtig, aber .. leider war es das.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Neu

      Rean
      Ein wenig Schlaf war alles was er benötigt hatte, um nun endlich fit in den Tag zu starten und es sollte hoffentlich ein positiver Tag werden, denn wenn es alles so verlief wie er es sich vorstellte, dann würde eines seiner größten Probleme beseitigt werden. Als er kurz vor Zwölf aufwachte, fühlte er sich recht gut, wollte aber unbedingt noch einmal in die Dusche springen, bevor er sich auf den Weg machen würde um zu seiner Verabredung zu gelangen. Es konnte nicht schaden eventuell noch vorhandenes Blut auf seinem Körper loszuwerden, nicht dass die Dame die er sehen wollte davon rannte weil er nach vertrocknetem Blut und Zombie roch. Sobald dies erledigt war, genehmigte er sich noch eine Tasse heißen Tee. Gleich danach überlegte er sich, was er tragen sollte. Normalerweise trug er stets eine Form des Anzuges, da es gern gesehen war, sowohl in der Firma als auch in den Untergrundgeschäften. Selbst in einem Stripclub zeugte es von Klasse, wenn man im Anzug aufkreuzte, man konnte sofort erkennen, der Mann hatte Geld und würde reichlich im Lokal lassen. Rean entschied sich gegen den Anzug und für etwas recht normales, typische Alltagskleidung, ne Jeans, ein Shirt, Schuhe und was nicht fehlen durfte eine Sonnenbrille, einfach weil es ihm mitllerweile zu hell war.

      Rean nahm sich kein Taxi, da er sonst wieder in Rage geraten könnte, stattdessen ließ er sich von seinem Chauffeur zu seinem Date kutschieren. Es dauerte eine Weile, doch er war rechtzeitig angekommen, denn nichts störte ihn mehr, als jemand der zu spät erscheint. Wozu sollte man etwas planen, wenn es dann einen Idioten gibt der alles ruiniert, weil er den Weg nicht gefunden hat oder irgendeine andere dämliche Ausrede hatte. Vorallem in den Geschäften die er nachts abwickelte war jede Sekunde enorm wichtig, wärst du zu spät bei einem Schusswechsel könntest du verloren haben bevor es begonnen hatte. Rean ließ sich nicht direkt zum Cafe fahren, demnach musste er noch ein wenig Laufen um an seinem Ziel anzukommen. So hatte er auch noch Zeit darüber nachzudenken, wie er es der Frau erklären konnte, immerhin musste er es gut verpacken, damit der Deal akzeptiert wird, zumindest wenn es beidseitig einvernehmlich sein soll. Im Notfall hatte sie so oder so keine große Wahl. Leicht in Gedanken versunken bemerkte er nicht wie er seinem Ziel näher kam, erst als er an Maileen vorbeilief und zeitgleich dieses seltsame Gefühl wieder in ihm aufstieg hielt er inne und sah sich um. Sein Blick fiel auf eine junge Frau, die sich außerhalb des Cafes aufhielt und an einer Mauer im Schatten lehnte. Auch wenn er es nicht ganz genau sagen konnte, aber es musste sich um seine Verabredung handeln, auch wenn er sie so noch nicht zu Augen bekommen hatte und sie im Dunkeln stand. Es gab keine Zweifel. Ohne weiterhin zu zögern kam er ihr näher und begrüßte sie.
      "Hi, wartest du schon länger? Wenn ja, tut es mir Leid, mein Fahrer hat sich etwas verfahren, daher hat es bei mir ein wenig länger gedauert"
      Das dies eine Lüge war, musste er ja keinem verraten, aber es war vermutlich ein guter Start, so dachte er und er hoffte auch, dass er keinen Fehler gemacht hatte und sie die richtige Frau war, sonst könnte es leicht peinlich sein. Rean stand nun vor Maileen und wartete auf irgendeine Reaktion ihrerseits, während sich in seinem Kopf schon das ganze Szenario formte. Wie einfach alles seinen Lauf nehmen würde und er am Ende wie üblich als Gewinner hervorgehen würde. Nicht einen einzigen Moment lang dachte er ans Versagen, das war eine unmögliche Option. Da er sich mehr als sicher war, dass er mit der richtigen Blondine sprach, setzte er einfach wieder dort an wo er aufgehört hatte.
      "Ich würde sagen, wir sollten reingehen, damit ich dir alles erklären kann, du all deine Fragen stellen kannst. Wir eben das besprechen können wofür wir hergekommen sind. Hier draußen ist es eher ungünstig, soll ja nicht gleich jeder Fremde etwas von unserer Unterhaltung mitbekommen"
      Er hatte dieses Cafe gewählt weil es neben seinem günstigen Standpunkt auch noch in dem Sinne von Vorteil war, dass es eher unbekannt und neu gewesen ist, wenige Menschen würden sich im Lokal aufhalten und es würden auch keine Massen hineinströmen. Es war perfekt für eine Art Unterhaltung wie die Beiden sie gleich führen würden. Rean hielt ihr dann seine Hand hin, als Zeichen dafür, dass sie gehen könnten und er nicht wirklich auf eine Debatte aus war, sondern seine Aussage schon eher einem Befehl glich und keines wegs einer Frage. Er hätte ihr zwar die Option gegeben zu reden, aber nicht die Wahl wo sie ihr Gespräch führen würden, denn ihm war es wichtig, dass so wenige Menschen wie möglich davon wissen und sei es auch nur ein Fremder der kleine Wortfetzen mitbekam. Jede noch so kleine Information über ihn, könnte ihm in der Schattenseite der Stadt als Schwäche demonstriert werden.


      courage is the magic that turns dreams into reality
    • Neu

      Maileen

      Der Unterschied zwischen ihrer Persönlichkeit zu späten, wie zu frühen Stunden, war eigentlich so klar, wie der Unterschied zwischen Tag und Nacht. Nachts, wenn es schon dunkel war und die Kunden ihr viel Geld bezahlten fühlte sich Maileen in ihren hohen Stiefeln und an der Stange sehr wohl und vor allem stark und selbstbewusst, doch bei Tageslicht, in der Umgebung anderer Menschen fühlte sie sich innerlich sehr unwohl, fast schon unsicher, als würden die anderen ganz sicher und ganz genau wissen, was sie da Nachts tat, um ihre Mutter versorgen zu können. Vor allem bei anderen Frauen stieg die Unsicherheit, wenn die junge Blondine Sorge hatte, sie würden sehen, was sie Abends für ihre Ehemänner alles tat, aber das war alles nur Einbildung, dessen war sie sich sicher. Es waren einfach nur die psychischen Probleme, mit denen sie zu kämpfen hatte, nichts, was nicht andere Menschen genauso hatten. Viele der Mädels griffen deshalb gerne zu Drogen, oder zu Alkohol, aber das waren definitiv zwei Sachen, die die Blondine sofort ablehnte. Es reichte ihr doch zu sehen, was es mit ihrer Mutter gemacht hatte, sie wollte sich gar nicht erst ausmalen, was es mit ihr machen würde.
      Geduldig wartete Maileen an der Mauer und blickte sich dezent um, um die Menschen zu mustern, die an ihr vorbei liefen. Sie hatten sicherlich jetzt gerade Mittagspause, wollten was essen, bevor sie zu ihrem richtigen Job zurück kommen würden, um ihre Familien zu versorgen, um Heim zu kommen. Innerlich seufzte sie, spielte ein wenig unsicher an dem Band der Handtasche, man konnte ihr doch ansehen, dass sie nicht für das normale Leben gemacht war, dass sie vor allem sich ausziehen musste, um das Geld zu verdienen. Innerlich schüttelte die Frau den Kopf und blickte an einem Mann vorbei, der an ihr vorbei lief, um zu überlegen, ob sie sich sicher war das hier zu tun. EIn Zurück gab es nicht, denn kaum war dieser Gedanke daran verloren, hörte sie schon die Stimme, die ihr gestern Abend das Angebot gemacht hatte, welches sie sich anhören wollte. Ihre blauen Augen blickten nach dem Mann, er war doch gerade an ihr vorbei gelaufen, oder nicht? Sie musterte ihn kurz, Nachts und mit Anzug sah er doch ein wenig anders aus, vor allem gestern Abend, aber hier ging es sowieso nicht darum, wie er aussah.
      Auf die Frage hin, ob sie schon länger warten würde schüttelte sie sanft den Kopf. "Ich bin noch keine fünf Minuten hier", antwortete Maileen auch gleich mit, bevor sie es unkommentiert ließ, dass der Mann was länger gebraucht hatte. Er war doch noch pünktlich, oder nicht? Sie traute sich nicht auf ihr Handy zu schauen, um nicht unhöfflich zu wirken, aber sollte sie vielleicht was sagen? Was sagte man am besten in solch einem Moment? Gab es ein Handbuch für solche Treffen? Mit Sicherheit nicht, aber der Mann sprach mit ihr, sie wusste noch nicht einmal wirklich, wie er hieß.. Was stand auf der Visitenkarte? Stand da überhaupt ein Name? So langsam wurde sie doch vielleicht ein wenig nervös, aber Maileen spielte mit. Sie nickte, als ihr vorgeschlagen wurde ins Café zu gehen, es sollte draußen nun wirklich nicht jeder mit bekommen, warum sich die beiden überhaupt trafen. Es überraschte die Blondine aber auch nicht, dass das Angebot wieder sehr forsch war, vor allem keine Widerworte zu ließ, sie blickte deshalb zu der Hand hin, die ihr hin gehalten wurde, bevor sie dem Mann ihre Hand gab, um deutlich zu machen, dass sie mit rein kommen würde. Sie kannte das Café nicht, sie wusste auch nicht, was sie drinnen erwarten würde, aber eine Tasse in ihren Händen, die ihre Nervosität ein wenig dämpfen könnte, wäre mit Sicherheit vom Vorteil. "Ich habe eine Menge Fragen", verriet die Frau auch schon und war bereit dem Mann rein zu folgen, um sich mit ihm irgendwo zu setzen. Ihr Verstand schrie ihr zu, sie solle so schnell es möglich war verschwinden, dass es vor allem eine sehr schlechte Entscheidung war, aber es war eine mögliche Lösung und die wollte sie sich auf jeden Fall wenigstens anhören.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."