Blood Red Riding Hood (Uki & Nurse)

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    • Blood Red Riding Hood (Uki & Nurse)

      (Vorstellung)

      Fokussiert starrte er auf seine Beute, der Finger am Abzug, seine Haltung so eisern und sicher, wie nur jemand von seinem Beruf sie haben könnte. Das dichte Gestrüpp der Büsche, zwischen denen er sich versteckte, bot ihm einen sicheren Schutz vor den Augen des Bestie.

      "Du bist wirklich ein ziemlich hässlicher Bastard," hauchte er kaum hörbar, die Lippen angewidert verziehend, und gerade in diesem Moment drehte das Wesen seinen riesigen Kopf und roch, die Nüstern weit aufblähend. Dieses Mal hatten sie es mit einer Chimäre zu tun; einer Bestie, die ein Mischling aus unterschiedlichen Gattungen war und demnach keiner bestimmten Rasse zugeordnet werden konnte.

      Am ehesten war es wohl ein Huftier, wenn man nur die vier starken, langen Beine betrachtete. Doch der Rest war ein Durcheinander aus Widerhaken, Reißzähnen, Geweih und mehreren, verschiedenfarbigen Augen, die alle in unterschiedliche Richtungen blickten. Es versuchte wohl, den Eindringling zu enttarnen, dass sich auf sein Territorium gewagt hatte.

      Während es sich mit tropfender, heraushängender Zunge näherte, bereitete Flynn den Schuss vor. Dieses Ding hatte über Monate hinweg mehrere Schafe und Kühe gerissen, und einmal auch einen nichtsahnenden älteren Herren ins Jenseits befördert. Nun war es Zeit, es an denselben Ort zu schicken.

      Nur noch ein kleines bisschen. Es sollte nur noch ein klein wenig näher kommen- Flynn presste die Lippen aufeinander, bereit für den Siegesschuss. Doch etwas streifte seinen Oberarm, und er sprang geräuschvoll, sich der plötzlichen Berührung entziehend. Eine normale, gar Notwendige Reaktion, denn in den Wäldern lauerte überall Gefahr, und auch das kürzeste Zögern könnte einem das Leben kosten. Das Geschöpf, was mit ihm zusammengestoßen ist- was auch immer es war- verkroch sich in einem Erdloch, sodass Flynn nurnoch einen spitzen Schweif aufblitzen sah.

      Freuen konnte er sich nicht darüber, denn bevor er sie überhaupt ansah fühlte er schon die vielen Augen der Chimäre auf ihn gerichtet. Das Biest musterte ihn mit zusammengezogenen, schlitzförmigen Pupillen. Zu seinem gewöhnlichen Beuteschema gehörte Flynn zwar nicht, jedoch würde es sicherlich nicht auf ein Mittagessen verzichten, dass dumm genug war, von alleine in seinem Habitat aufzutauchen.

      Es fletschte die Zähne, ein Geräusch von sich gebend, das sich anhörte wie etwas zwischen Donnergrollen und einem platzenden Kessel. Mit den Hufen scharrend stampfte die Chimäre in Flynns Richtung; den Kopf gesenkt, das Geweih auf ihn gerichtet.

      Der junge Mann schoss panisch. Eine Kugel streifte die Schulter des Wesens, die andere traf es mitten in einem Auge, und das schmerzerfüllte Röhren ließ nicht lange auf sich warten. Es wich zurück, wirbelte umher, mit den Vorderbeinen austretend, schlug gegen mehrere Bäume auf und schüttelte das abscheuliche Haupt, den Waldboden mit seinem Blut bespritzend. Nur tot war es eben nicht- dafür aber äußerst verärgert.

      Flynn war schlau genug gewesen, sich in Sicherheit zu begeben, doch die Sinne der Bestie waren in ihrer Raserei geschärft. Sein Versteck war aufgeflogen.Ohne jegliches Zögern galoppierte das tonnenschwere Biest auf ihn zu, wie ein Wirbelwind, dabei problemlos alles niedermähend, was ihm im Weg stand. Mit einem kurzen Schrei sprang der Mann gerade rechtzeitig zur Seite, verlor den Halt und rollte am Waldboden entlang. Schmutz und verdorrte Blätter blieben an seinem Umhang stecken, eins seiner Revolver fiel ihm aus der Hand.

      Laut fluchend kam Flynn hastig wieder auf die Beine, sich zur Chimäre wendend. Sie hatte kehrt gemacht, und setzte zu einem neuen Angriff an.

      "Mist! Hey, Hut! Ich glaube, etwas Hilfe wäre angebracht, wir steigen auf Plan B um!", schrie er entsetzt, kurz bevor er erneut nur knapp dem riesigen Geweih auswich.

      @Ukizilla
      How bad me be?
    • Sicher gab es weitaus widerlichere Geschöpfe, doch ehrlich gesagt fand Hunter Chimären schon ziemlich widerwärtig und hässlich. Sie waren ein bunter Mix aus so vielen Sachen und widersprachen einfach allem was Mutter Natur sich wohl gedacht hatte. Er musste ein Schnauben unterdrücken, den er selbst war doch auch ein widernatürlicher Mix, wenn man es so betrachten wollte.
      Er saß etwas abseits der Szene und hatte Flynn nun den Vortritt gelassen, dennoch hieß es für ihn nicht, dass er unaufmerksam sein durfte. Erst Recht nicht als es sich nun erhob und scheinbar nach etwas schnupperte. Sogleich hatte Hunter Angst, dass sie aufgeflogen waren und auch wenn sie beide bewaffnet waren, so könnte es dann brenzlig werden. Trotz der Entfernung sah er die deutliche Bewegung der Nüstern. Sicher stank das Tier auch schon bestialisch, denn immerhin schien es nicht reinlich zu sein und nachdem was den letzten Monat auf seinem Speiseplan gestanden hatte... Hunter schüttelte sich und sah, dass es gleich soweit sein würde, doch dann passierte etwas vollkommen Unvorhersehbares.
      Flynn sprang auf, zog die Aufmerksamkeit der Chimäre auf sich und das Chaos brach aus. Es hatte es wirklich geschafft etwas so leichtes zu versauen und Hunter wusste nicht, ob er nun weinen oder lachen sollte. Sicher wusste er wie gefährlich es war, doch Flynn war immerhin kein Neuling und nicht unfähig und es sah immerhin zu interessant aus wie es nun vor sich ging.
      Solange er die Worte nicht hörte würde er sich nicht einmischen. Es war auch eine der Sachen wieso sie sich so gut verstanden: Niemand mischte sich einfach so in die Arbeit des Anderen. Zumindest klappte es doch recht oft. Die Worte von Plan B drangen an sein Ohr und sogleich wusste er, dass nun seine Zeit gekommen war. Die Armbrust hatte er eh schon auf Anschlag und nun beschloss er sich dem Ding zu stellen. Hunter war da doch recht direkt. Er pfiff einmal laut und ging nun aus dem Gebüsch raus. Sogleich wand sich die Chimäre ihm zu, auch wenn sie ja eigentlich Flynn direkt vor sich hatte. "Hässlich...", kam es nur knapp von ihm und er hatte den Kopf des Vieches vor sich. Nun hieß es noch etwas zu warten, denn immerhin war noch zu viel Distanz zwischen ihnen. Nicht mehr lange und sie würde sich auf ihn stürzen. Sein Ziel nicht aus den Augen lassend schritt er langsam weiter auf sie zu. Und da kam es: Sie war eben nicht grade helle und so stürmte sie quasi schon kopflos auf ihn zu. Ohne zu lange zu warten drückte er den Abzug und ließ den Pfeil auf die Reise. Hoffentlich machte das Ding nun keine unlogische Bewegung, die seinen Pfeil auch ins Leere laufen lassen würde.
      Don‘t ignore that inner voice.
    • Das Biest jaulte elendigst auf, als der Pfeil es am Kopf traf. Vor Schmerz verlor es die Orientierung- tobte im Kreis umher, mit dem Geweih wild in der Luft umherfuchtelnd. Währenddessen war Flynn aufgestanden, seinen verbliebenen Revolver auf die Chimäre richtend, jedoch so, wie hektisch sie sich bewegte, konnte er nicht richtig Zielen. Und er hatte keine Lust darauf zu warten, bis sie durch ihre Verletzungen endlich zum Stillstand gebracht wurde. Immerhin haben sie diesem Ding seit den frühen Morgenstunden hinterhergejagt! Alles, was er wollte war es, endlich seinen verdienten Lohn zu kassieren und nach Hause zu gehen, auf ein heißes Bad mit einem Gläschen Wein.

      Ohne zu Zögern griff er deswegen nach dem Gürtel, der um seine Hüften befestigt war, und schnappte sich eine mittlere Ladung Sprengstoff, das bei Kontakt detonierte, sowie ein Feuerzeug.

      "Geh in Deckung!", rief er seinem Kameraden noch zu bevor er zündete, auf das wildgewordene Biest zurannte und den Sprengstoff mit einem Wurf in dessen Richtung beförderte. Das Geschöpf wurde am Nacken getroffen.
      Den Bruchteil einer Sekunde später ertönte ein lauter Knall in der Lichtung, eine Schar an Vögeln flatterte vom Geräusch aufgeschreckt davon, und als sich der durch die Explosion entstandene Rauch endlich auflöste konnte man die Chimäre am Boden liegen sehen. Endgültig erledigt.

      Flynn atmete auf, seine angespannten Muskeln lockernd. Mit einer angeekelten Visage betrachtete er seine Kleidung, die nun mit reichlich Blut und Chimärenstückchen verziert war. Man sollte meinen, dass er sich an diesen Anblick inzwischen gewöhnt haben sollte, aber mit diesem Teil des Jobs würde er wohl nie ganz klar kommen. Langsam trabte er auf das erlegte Wesen zu, unter dem sich langsam eine rote Lache bildete.

      "Ich würde sagen, wir nehmen das Geweih," sprach er zu Hunter, seinen Blick nicht von der Beute abwendend, als er einen Dolch zog. "Der ganze Kopf würde diesmal viel zu schwer werden."

      Es ging um den, wie viele ihn nannten, "Beutebeweis". Ein Gegenstand, mit dem man seinem Auftraggeber versichern konnte, dass man ein Biest auch wirklich erlegt hat. In den meisten Fällen war es ein Körperteil der Beute, oftmals der Kopf, ein Bein oder ein Schweif, manchmal auch Hörner oder Zähne, wenn sie sich der gejagten Bestie unmissverständlich zuordnen ließen. Kaum einer war bereit, dass Kopfgeld herauszuzahlen, wenn ein Jäger nach seiner Rückkehr einen solchen Beweis nicht vorlegen konnte.

      Also schnitt Flynn ungeduldig ahgestrengt mit dem kleinen, aber scharfen Werkzeug an der Wurzel des Geweihs entlang, was ihn schnell ins Schwitzen brachte. Schießen konnte er, und wendig war er auch- stark jedoch nicht unbedingt. Er war kaum mit der Hälfte fertig als er mit einem genervten Schnauben aufstand und den Dolch Hunter in die Hand drückte.

      "Ernsthaft, wir sollten mal irgendetwas effektiveres mitbringen, als so ein popeliges Messer. Dauert ja ewig, bis man damit fertig wird! Hier, bitte. Sei so gut und beeil dich ein wenig, kann gut sein, dass die Explosion Aufmerksamkeit erregt hat."

      Mit diesen Worten drehte er sich um und begann, zwischen den vertrockneten Blättern nach seinem zweiten Revolver zu suchen, der ihm vorhin aus der Hand gefallen ist.
      How bad me be?
    • Flynn war schon ein merkwürdiger Vogel. Sicher waren sie schon lange hinter der Chimäre her und auch war alles vollkommen nicht nach Plan gelaufen, doch hasste es Hunter einfach, wenn er seinen Sprengstoff heraufholte. Leise seufzte der große Kerl und tat wie ihm gesagt worden war. Er sprang hinter das nächste Gebüsch, dass groß genug war um ihn zu schützen und dick genug um nicht bei der Wucht der Sprengung einzuknicken.
      Aus seiner Deckung heraus beobachtete er genau wie die Ladung gegen das Ding folg und nun war es an der Zeit ganz abzutauchen. Genau im richtigen Moment schaffte es Hunter seinen Kopf hinter dem Gebüsch in Deckung zu bringen als er den Knall hörte und die Fetzen im wahrsten Sinne des Wortes flogen.
      Zwar hatte Hunter bei der Wahl des Busches Vorsicht walten lassen und doch bekam er einiges von den Vieh ab. Er erhob sich nachdem er sich sicher war, dass das Tier tot war und schüttelte sich. Der Duft von Blut stieg ihm in die Nase und machte ihn wirr im Kopf, da sie zu lange unterwegs waren und nichts gegessen hatten. "Wir sollten schnell hier weg und zusehen zurück zu kommen.", meinte er als er auf Flynn zuschritt und sich noch immer die Kleidung abklopfte.
      Dieser war schon dabei das Geweih abzusägen und schwitzte. Es war wirklich belustigend wie schwach der Andere doch war. Sicher hatte er auch seine Vorteile und im Gegensatz zu Hunter, der eher ein Schrank war, war er schmal und wendig. So war es auch kein Wunder, dass er ihm das Messer gab und Hunter grinste ihn leicht an. "Kein Ding, ich beeile mich und ich erinnere noch mal dran, dass ich eine Axt mitnehmen wollte..." Kurz zuckte er mit den Schultern und machte sich dann ans Werk, denn Flynn hatte Recht und die Explosion hatte sicher einige Leute und Wesen angelockt. Wesen, die sie fressen wollten ebenso wie die Reste der Chimäre oder Menschen, die ihnen ihre Belohnung streitig machen würden. Er sägte weiter und nach kurzer Zeit war das Geweih ab. So hielt er Flynn das Messer hin. "Wollen wir wieder? Ich brauche Essen und du dein Bad." Aber eigentlich wollte er weg vom Blut und weg bevor noch wirklich jemand kam.
      Don‘t ignore that inner voice.
    • "Ich glaube, ein Bad hätten wir beide nötig, mein Guter," meinte Flynn, seinem Partner freundschaftlich auf die Schulter klopfend. Jedoch hatte Hunter recht: es wäre schlau, sich aus dem Staub zu machen, ehe sich andere Kreaturen, vom Geruch des Blutes angelockt, auf die Lichtung wagten. Der Knall alleine hatte sicher schon genug Aufmerksamkeit erregt, und dunkel würde es auch bald werden. Selbst für erfahrene Jäger war der nächtliche Wald äußerst gefährlich.

      Noch einmal schaute Flynn sich den regungslosen Körper an, um sicherzustellen, dass an ihm nichts haftete, was man verwerten und teuer verkaufen könnte. Jedoch war da höchstens nur das Fell, und dieses war viel zu übelriechend und minderwertig, als dass es sich lohnen würde, dieses noch abzuziehen.

      "Dann wird unsere heutige Beute wieder nur der Lohn vom Auftraggeber sein," seufzte er müde, während er zwischen den Blättern auf dem Boden wühlte, um sein vorhin runtergefallenes Revolver zu bergen. Kurz wischte er es an seiner schmutzigen Kleidung ab, steckte es wieder zurück in die Gürteltasche.

      Auf dem Rückweg war er tief in Gedanken, rechnete aus, wie viel ihnen mit allen Abzügen vom Gewinn übrig bleiben würde. Insgesamt lag der Lohn bei 120 Gulden. Ganz gut, eigentlich- aber dann würden ja noch 10 für die Gaststätte und deren Verpflegung draufgehen, und nochmal mindestens zehn, um Munition nach zu kaufen. Neue Kleidung wäre vielleicht auch wieder nötig...

      Ein kalter Wind riss ihn aus seinen Überlegungen, und er zog sich die Kapuze seines Mantels über den Kopf. Weit hinter ihm und seinem Partner erklangen knurrende, bellende Geräusche, gefolgt von einem langanhaltenden Heulen aus mehreren Kehlen. Die Chimäre wurde wohl inzwischen gefunden, und man würde sich nun an ihr laben, bis nichts mehr übrig bleibt außer Knochen. Und die Wesen, die sie gerade verzehren, würden sicherlich als Abendmahl irgendeiner anderen, größeren Kreatur enden. Fressen, und irgendwann gefressen werden. Das war das einzige. unveränderliche Gesetz, das in diesem Wald galt.

      "Sag mal," murrte Flynn, "findest du nicht, dass die letzten Jobs alle irgendwie billig waren? Viel Aufwand für wenig Geld. Die Leute werden immer unverschämter, wirklich. Wollen, dass man sich möglichst schnell um ihre Probleme kümmert, aber gleichzeitig soll der Dienst bloß nicht zu teuer sein! Niemand hat mehr Respekt vor harter Arbeit. 'Oh, so helft uns doch! Mehr als das können wir euch leider nicht geben, wir sind doch ein armes, mittelloses Dorf! Eventuell bekommt ihr noch ein altes Familienerbstück dazu, das komplett wertlos ist! So denkt doch an die Kinder!"

      Er schnaubte verächtlich, einen kleinen Ast aus dem Weg tretend.

      "Und an uns, an uns denkt keiner. Dabei sind wir doch diejenigen, die bei jedem Einsatz ihre Köpfe riskieren. Pah!"
      How bad me be?