Unforgotten Past... [Saki & Toastbrotgehirn]

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    • Unforgotten Past... [Saki & Toastbrotgehirn]

      Vorstellung - Unforgotten Past...

      Reijiro Hatashiro - @Saki
      Lysanne Williams - @Toastbrotgehirn

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      Es war ein perfekter Tag für ein Fest im Sommer. Ein klarer Himmel sorgte dafür, dass die letzten warmen Sonnenstrahlen vom Tag auf das Gelände am Strand hinab schien. Es war weder zu warm, noch zu kalt. Im Hintergrund hörte man die Zikaden im kleinem Wäldchen nebenan und auch die Grillen zirpten lustig, was die sommerliche Atmosphäre des Festes unterstützte. Zahlreiche Besucher schlenderten zwischen den Imbissbuden und Souvenirständen umher. Auch einige kleine Mini-Spiele für die Kinder wurden angeboten. Alles in Allem sollte es ein erfolgreiches Fest werden.

      Mitten in der Menschenmasse lief auch ein junge, unscheinbare Frau namens Lysanne umher. Auch wenn sie doch recht dunkle Kleidung trug, fiel sie in der größeren Masse nicht weiter auf. Gerade befand sich Lysanne an einer der Souvenirständen und sah sich die vielen kleinen Glücksbringer an, wobei sie ihren Blick immer wieder nach rechts abwendete. Er fiel auf einen Mann mittleren Alters, namens Ken Halsted, ein Geschäftsmann mit einer kleinen Familie. Dieser stand mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter,die wohl nicht älter als 5 zu sein schien, vor einem Stand voller Süßigkeiten und waren dabei Zuckerwatte für die Kleine zu kaufen, nichts davon ahnend, dass sie gerade von Lysanne beobachtet wurden. Als Ken gerade die Zuckerwatte an seine Tochter überreichte, klingelte plötzlich das Handy des Mannes und er entschuldigte sich bei seiner Frau. "Nur kurz...", sagter er zu ihr, gab ihr einen kleinen Kuss auf die Wange und lief dann auch schon ohne die beiden vom Fest, um seinen Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung besser zu verstehen. Lysanne drängte sich durch die Massen und eilte Halsted mit einem gewissen Abstand sofort hinterher. Dieser stand nun in einer ruhigen Ecke, hinter einer Imbissbude. Die junge Frau versuchte sich zwischen den Ständen zu verstecken und dem Geschäftsmann zu lauschen, der über den Anruf nicht gerade begeistert zu sein schien. Er klang nicht gerade ruhig, schien seinen Gesprächspartner sogar schon fast anzuschreien, während er groß mit seinen Händen gestikulierte. Irgendwas schien ihn aufzuregen. Ob es um die kommende Bürgermeisterwahl ging? Von ihrem Auftraggeber bekam Lysanne mitgeteilt, dass Ken Halsteds Unternehmen nicht gerade gut da stand. Seit einem halben Jahr sanken die Aktien und er schien zu versuchen mithilfe von Krediten sein Konzern zu retten. Dass er dabei auf illegale Geschäfte einging, vermutete keiner bis auf Lysannes Auftraggeber. Doch hatte dieser keine Beweise, die Lysanne nun beschaffen sollte. Daher versuchte sie nun auf dem Strandfest mit Halsted in Kontakt zutreten. Sie wollte sich als Journalistin ausgeben und ihn für die kommende Wahl interviewen. Allerdings erwies sich das Annähern auf dem Fest aufgrund der Menschenansammlung und der Lautstärke doch etwas schwierig.
      "KÜMMER DICH SOFORT DARUM ODER DU BIST GEFEUERT!", schrie Ken schon fast in das Mobiltelefon hinein und riss dabei die junge Frau wieder in die Realität zurück. Sofort mischte sie sich wieder unter die Leute, als sich Halsted zurück auf das Fest begab, um zu seiner Familie zurückzukehren. Irgendwie musste sie es doch schaffen, in Kontakt mit dem Geschäftsmann zu treten, ohne dabei verdächtig zu wirken. Und dafür blieb nicht mehr wirklich viel Zeit. Denn nach Sonnenuntergang sollte das große Feuerwerk zum Abschluss des Festes beginnen.

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    • Rҽιʝιɾσ Hαƚαʂԋιɾσ
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      Es war noch nicht all zu lang her, dass Reijiro hier angekommen war. Doch, dass es sich hierbei um ein Fest handelte, in welchem er nach seiner Zielperson suchen sollte, hatte ihm niemand gesagt. Aber es störte ihn nicht, er war flexibel, was das anging. Niemand würde in irgendeiner Art und Weise auf ihn aufmerksam werden, solange er so war, wie er nun mal war. Reijiro war noch nie jemand außerhalb gewesen, der die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte und so war er perfekt dafür sich unter die Leute zu mischen. Er war ruhig. Sah einfach nur aus wie ein junger Mann. Seine Mimik konnte keiner deuten, weswegen sich recht viele von ihm fern hielten, doch das war ihm nur Recht. So brauchte er sich nicht darum zu sorgen, dass ihm irgendjemand in die Quere kommen würde.
      So auch heute nicht. Mit der Kapuze seines Hoodies über dem Kopf ging er durch die Straßen, die Hände in den Taschen vergraben und seinen Blick umher schweifen lassend, bis er ihn fand.
      Ken Halsted.
      Die Person, auf dessen Suche er geschickt wurde. Sein Blick wanderte weiter zu einer Frau neben ihm, ebenso wie zu einem Kind, welche wohl seine Familie war. In solchen Situationen war es wieder ganz nach Reiji's Interesse, dass er nichts der gleichen fühlte. Kein Mitgefühl. Keine Trauer. Kein Mitleid. Deswegen war er auch ausgewählt worden diese Arbeiten zu verrichten.
      Er tummelte sich bei den Ständen. Gab sich interessiert an den angebotenen Speisen, Spielen und Souverniers, die man erwerben konnte, während er seine Zielperson jedoch nicht aus den Augen ließ. Und dann war es so weit: Ein Telefonanruf, welcher den älteren Mann von der Menschenmasse davon lockte. Das wäre Reiji's Chance.
      Er verabschiedete sich mit einer leichten Verbeugung und ging weiter die Straße entlang, sein Blick auf den amtierenden Bürgermeister gerichtet, während er sich undercover durch die Menschen schlängelte. Doch er würde sich einen Platz suchen müssen. Eine Platz, ohne Augenzeugen. Doch das sollte sich hier als kleinstes Problem herausstellen. Der Schwarzhaarige sah sich um, nachdem Ken von den Menschen entfernt stand und in das Handy schrie. Reijiro selbst positionierte sich hinter einem der Bäume, sah sich um und versicherte sich, dass niemand in der Nähe war, bevor er aus seiner Hoodietasche eine Pistole hervor holte, an dessen Lauf ein Schalldämpfer befestigt war. Das wäre seine Chance. Der Kerl war alleine, niemand war in der Nähe oder kümmerte sich lediglich um das Fest. Seine Familie war noch immer bei den Ständen. Perfekt.
      Reijiro nahm den Mann ins Visier, richtete den Lauf der Pistole auf diesen und legte seinen Finger an den Abzug, ehe er...
      Er stockte. Er vernahm eine Bewegung in seinem Augenwinkel und folgte dieser, ehe er zu einer jungen Frau sah, welche ihm mehr als nur bekannt vorkam. Er kannte sie, doch woher?
      Für einen Moment war er mit seinen Gedanken wo anders, als er auch schon das laute Schreien hörte und den Blick wieder zu dem älteren Mann wandern ließ, welcher sich bereits auf den Weg zurück zu seiner Familie machte. Ein leises Brummen kam von Reiji, ehe er seine Waffe zurück steckte. Er hatte sich ablenken lassen... Dann wäre es die Chance beim Feuerwerk seinen Auftrag zu erfüllen.
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      "ι ∂ση'т нανє тιмє ℓєƒт тσ ℓινє."
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      ...ωαηт тσ ∂єѕтяσу єνєяутнιηg.
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    • Mittlerweile stand Lysanne an einem Stand für's Goldfische fischen an und beobachtete die Kinder und Jugendlichen dabei, wie sie mit Papiernetzen versuchten, die Fische aus dem breiten Becken zu fangen. Dabei riss hier und dort das Papier aufgrund des Wassers oder durch die zappelnde Bewegung der Goldfische durch. Ihr Blick wanderte allerdings immer wieder zurück zu Ken Halsted, der sich wieder mit seiner Frau und seiner Tochter zusammengeschlossen hatte.
      "Noch eine halbe Stunde bis zum Feuerwerk...", dachte sich die junge Frau. "Das ist nicht mehr viel Zeit." Sie seufzte etwas. Vermutlich müsste sie ihn doch am nächsten Tag anrufen und sich mit seiner Sekretärin rumschlagen. Darauf hatte sie allerdings wenig Lust gehabt. Aber ihn hier auf dem Fest anzusprechen, funktionierte auch nicht wirklich bei dem ganzen Trubel. Doch das Telefonat von vorhin, welches sie beobachtet hatte, machte Lysanne ein wenig stutzig. Irgendwas schien faul. Hatte ihr Auftraggeber mit seiner Vermutung tatsächlich recht gehabt? Warum sonst würde jemand zu so später Stunde Halsted anrufen und warum würde er sich so sehr aufregen und quasi am Stück ins Telefon schreien? Irgendetwas schien den Geschäftsmann zu beunruhigen. Auch jetzt schien er irgendwie etwas angespannt im Vergleich zu vorher. Lysanne grübelte ein wenig darüber nach, während sie der Familie weiterhin unauffällig hinter herlief und beobachtete. Kurz ließ sie ihren Blick von ihnen ab und holte sie ihr Handy hervor. Keine Nachrichten oder verpasste Anrufe und es war mittlerweile viertel vor zehn. 15 Minuten bis zum Feuerwerk. Ihren ursprünglichen Plan musste sie wohl aufgeben. Hoffentlich würde aber das Interview noch diese Woche stattfinden. Doch konnte Lysanne nicht ahnen, dass jemand anderes Ken Halsted noch diesen Abend etwas antun wollte.

      Die Familie Halsted versammelte sich, wie der Rest der Besucher am Strand, wo das Feuerwerk auf der gegenüberliegenden Seite, bei der großen Klippe und dem Steinriff, stattfinden sollte. Lysanne stand etwas abseits, ihre Augen auf Ken gerichtet. Die ganzen Leute waren voller Aufregung gewesen. Und dann ertönte der erste Pfiff und man sah eine Spur von Funken den Himmel empor steigen, ehe sich eine rote Blume ausbreite. Kurz darauf ertönte der erste Knall. Das Feuerwerk begann.
    • Rҽιʝιɾσ Hαƚαʂԋιɾσ
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      Diese Chance hatte Reijiro vertan. Wieso hatte er gezögert? Er konnte es sich nicht erklären. Hier hätte es niemand mitbekommen. War der Trubel des Festes doch viel zu laut gewesen. Sie hätten ihn erst gefunden, wenn er selbst schon längt weg gewesen wäre. Doch diese Frau. Wieos hatte er sie angesehen und zögern müssen? Er kannte sie. Zumindest kamen ihm ihre Augen bekannt vor. Doch das war keine Entschuldigung seinen Auftrag nicht zu erfüllen. Ein leises Seufzen entwich dem jungen Mann, bevor er sich zurück ins Gemenge mischte. Beim Feuerwerk würde er nicht zögern. Das wäre seine letzte Chance und noch nie hatte er einen Auftrag unerledigt gelassen.
      Seine Augen wanderten zu den Menschen, beäugten jeden Stand, jede Bewegung, die er aus dem Augenwinkel heraus erkennen konnte, bis er Ken Halsted wieder ins Visier genommen hatte. Er folgte ihm, bedacht darauf keine Aufmerksamkeit zu erregen. Und wie er es geahnt hatte versammelte er sich, zusammen mit seiner Familie, in einer der vordersten Reihen, um das Feuerwerk zu begutachten. Wenige Minuten blieben, bis der erste Knall ertönte. Er musste sich einen geeigneten Platz suchen.
      Seine Augen herum, suchten einen passenden Platz, bis er einen Baum entdeckte. Er war groß, das Blätterwerk dicht und bot ihm somit Schutz vor Blicken. Sein Schalldämpfer würde den Rest tun. Nocheinmal vergewisserte er sich, dass ihn niemand beobachtete und positionierte sich letzendlich in der Baumkrone. Mit einem geschickten Sprung ergriff er einen der dicken Äste und zog sich wie eine elegante Katze an diesem hinauf, bevor er hinter den Blättern Schutz suchte. Nun nahm er seine Pistole heraus, drehte den Schalldämpfer auf den Lauf und beobachtete sein Ziel.
      Die ersten Raketen wurden bereit gestellt. Die Leute standen bereit sie zu zünden. Das war Rei's Zeichen. Er hielt sich bereit, nahm Halsted ins Visier und zielte direkt auf seinen Kopf. Kurz und schmerzlos. Schnell und leise. Bis er zu Boden fiel würde Reijiro bereits verschwunden sein. Und selbst wenn nicht, niemand würde den Winkel so schnell analysieren können, woher der Schuss kam.
      Und dann war es soweit. Die erste Rakete flog mit lauten zischen in die Luft, hinterließ ein leises Quietschen, bevor sie in etliche roten Funken am Himmel zerplatzte. Der Knall ertönte und zur selben Zeit betätigte der Schwarzhaarige den Abzug. Die Kugel schoss lautlos aus dem Lauf. Lediglich ein leises, dumpfes Geräusch war für ihn zu hören. Die Kugel fand ihren Weg zwischen den Menschen hindurch und landete an ihrem Ziel. Durchbohrte die Schläfe des Mannes und drängte sich durch die Schädeldecke, bevor sie das Hirn erreichte und dieses von jeglicher Lebenszufuhr abkoppelte. Starr stand der Mann da, die Augen durch das Eindringen der Kugel etwas geweitet, während die warme, rote Flüssigkeit seine Schläfe herunter lief. Über seine Wange bis hin zu seinem Kinn und schließlich zu Boden tropfend. Seine Augäpfel drehten sich in das Schädelinnere und nur noch das weiß der Augen war zu sehen, bevor er in sich zusammen sackte.
      Damit war Reijiro's Auftrag erledigt. Er hatte ihn beseitigt, wie es von ihm verlangt wurde. Nun hieß es verschwinden. Beweise ließ er grundsätzlich nicht zurück. Seine Waffe nahm er stehts mit sich. Er hatte keinerlei Beziehung zu Ken gehabt, wer sollte ihn also verdächtigen? Mit einem eleganten Sprung landete er zurück auf dem Boden, schob die Waffe in seine Hoodietaschen und ging von dannen, als wäre er nie dort gewesen.
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    • Die Augen der jungen Frau weiteten sich, als sie plötzlich sah, wie Ken Halsted einfach so zusammensacke. Sofort schrie seine Frau auf und eine Menschentraube bildete sich um den toten Körper des Mannes. Lysanne sah sich sofort um und sah nur etwas entfernt einen Schatten verschwinden. War dies der Täter? Oder war es einfach nur irgendein Besucher auf dem Strandfest gewesen, der sich doch dazu entschied, nach Hause zu gehen. Sie wusste es nicht und eine Person auf gut Glück zu verfolgen, würde auch nicht helfen. Lysannes Blick fiel noch einmal auf die Leiche. So eine Scheiße aber auch! Wer hätte denn ahnen können, dass es noch wer anderes auf den Geschäftsmann abgesehen hatte und auch noch mit solchen Absichten?!
      Seufzend machte die junge Frau auf dem Absatz kehrt, verließ den Strand und machte sich auf den Weg zurück ins Hotel, in welchem sie für diesen Job untergekommen war. Ihre Arbeit war hiermit erledigt. Informationen würde sie nicht mehr bekommen. Aus ihrer kleinen Umhängetasche holte sie ihr Smartphone hervor und wählte die Nummer ihres Auftraggebers. Sie musste ihn berichten, was auf dem Fest vorgefallen war. Nach ein paar Sekunden des Wartens, nahm dieser auch schon den Anruf entgegen.
      "Hallo. Violett Parker hier. Es gibt schlechte Nachrichten.", begrüßte Lysanne die Person mit einem falschen Namen und begann dann von den Geschehnissen des Abends zu berichten. Vom Telefonat zwischen Ken und den Unbekannten bis zum Tod des Geschäftmannes. Dabei ließ sie kein einziges Detail aus. Nachdem alles berichtet wurde, bedankte sich der Auftraggeber und meinte, dass die Entlohnung bald auf ihrem Konto eintreffen würde. Dann wurde das Telefonat beendet und Lysanne wollte das Telefon wieder zurück in ihre Tasche stecken, als plötzlich der Wecker des mobilen Gerätes losging.
      "Oh...?", kam es von ihr überrascht und sah auf das Display. Es zeigte die Uhrzeit an und das Wort "Medikamente". "Ach ja... stimmt.", sprach die Braunhaarige leise zu sich selbst und holte eine kleine Plastikdose aus der Tasche hervor, die mit Tabletten gefüllt war. Sie nahm sich zwei von den Arzneimitteln aus der Dose heraus und schluckte diese sofort hinunter. Aufgrund ihrer Vergangenheit musste Lysanne jeden Tag, morgens und abends, Medikamente zu sich nehmen, damit ihr Körper nicht schlapp machte. Die Experimente hatten nämlich einen bleibenden Schaden auf diesen hinterlassen, zum Leiden der jungen Frau. Es war einfach nur lästig gewesen und sie wünschte sich, ohne diese Mittel auskommen zu können. Aber das würde wohl nie passieren.
      Nachdem auch nun das erledigt war, machte sich Lysanne weiter auf den Weg zum Hotel, dass sich mitten in der kleinen Stadt befand. Es waren bestimmt gute dreißig Minuten zum Laufen gewesen, ehe sie am Gebäude ankam. In der Lobby holte sie sich noch einen grünen Tee aus dem Automaten, ehe sie dann zum Fahrstuhl ging und den Knopf betätigte, der diesen rufen sollte.
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      Kaum hatte Reiji das Fest verlassen und ging den beinahe leeren Fußgängerweg entlang, klingelte sein Handy. Seine Hand bewegte sich zu seinem linken Ohr, bevor er den kleinen Knopf seines Headsets betätigte und den Anruf somit annahm. Kaum dies getan hörte er die Stimme des Mannes, für welchen er sein Oper aufgesucht hatte.
      "Ich hoffe es ist alles erledigt? Für heute solltest du dich im nächstgelegenen Hotel niederlassen. Ein Zimmer ist bereits gebucht und bezahlt auf den Namen Hiroshi Tomoya. Sie werden dir den Schlüssel geben, dann gehst du in den 5. Stock. Morgen Punkt 10 Uhr wird ein Wagen vor der TÜr stehen und dich abholen. Sei pünktlich."
      Und damit ertönte auch schon das Zeichen, dass der Anruf beendet wurde. Wie es immer ablief. Reijiro erfüllte seinen Auftrag, wurde angerufen, besten Falls abgeholt oder wie heute in ein Hotel verfrachtet und am nächsten Tag würde er den nächsten Auftrag annehmen müssen.
      So seufzte er nun leise, ging die Straße weiter entlang und hatte den Blick zu Boden gerichtet, ehe er eine leise Stimme hörte und in seiner Bewegung verharrte. Er sah zu einer jungen Frau, welche gerade telefonierte, lauschte den Worten eher nebenbei, während er die Schultern etwas nach oben gezogen hatte. Das war sie. Die Frau von vorhin, die ihn so aus der Bahn geworfen hatte. Doch wieso?
      Seine Augen verengten sich ein wenig, während die junge Frau sich nun in Bewegung setzte und den selben Weg einschlug wie auch er. Perfekt, wie er fand. Vielleicht fand er noch heraus, wer das war? Er folgte ihr, musste er doch sowieso zum Hotel und so wie es aussah war auch sie dort, um zu nächtigen.
      Er holte sich, im Hotel angekommen, seinen Schlüssel. Ließ die junge Frau nicht aus den Augen, welche sich noch einen Tee geholt hatte und schließlich zu den Fahrstühlen ging. Auch Reiji tat dies, blieb neben ihr stehen, während er die Kapuze seines Hoodies noch immer über dem Kopf trug. Somit lag sein halbes Gesicht im Schatten, während er selbst die Frau aus dem Augenwinkel ansah. Wieso kam sie ihm so bekannt vor?
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    • Kurz blickte Lysanne auf, als sich wer anderes zu ihr zum Fahrstuhl gesellte. Ein junger Mann, der die Kapuze seines Hoodies tief ins Gesicht gezogen hatte. Daher konnte sie nun auch nicht das Gesicht des Fremden sehen. Sie musterte diesen kurz als dann aber auch plötzlich das laute Klingeln des Fahrstuhls wieder ihre Aufmerksamkeit zurückholte. Dieser war nun unten angekommen und öffnete seine Türen. Lysanne trat ein und betätigte den Knopf zur vierten Etage. Auch der andere Hotelgast betrat den Fahrstuhl. Falls dieser einer der Knöpfe betätigt haben sollte, konnte die junge Frau nicht sehen welcher, aber es war ja auch nicht wichtig für sie gewesen. Die Türen schlossen sich und es herrschte Schweigen, bis sich diese wieder in der vierten Etage öffneten.
      Ohne ein Wort zu sagen, verließ Lysanne den Fahrstuhl und ging den Flur entlang zu ihrem Hotelzimmer. Sie holte den Schlüssel hervor und öffnete die Tür, die sie auch gleich wieder nach dem Eintreten verschloss. Auch den Riegel setzte sie vor. Nach den ganzen Ereignissen in ihrer Vergangenheit konnte man nicht vorsichtig genug sein. Die Flasche mit dem grünen Tee stellte sie auf den Nachtschrank neben dem Bett ab und ging dann anschließend in das kleine Badezimmer. Lysanne brauchte nach diesem Abend erst einmal eine warme Dusche. Sie entledigte sich dann ihrer Klamotten und schaltete das warme Wasser ein. Als das Wasser auf ihr hinabfiel, schloss Lys ihre Augen und dachte noch einmal über den Abend nach. Sie spielte noch einmal das ganze Geschehen vor ihrem inneren Auge ab und versuchte etwas zu finden, was ihr vorher nicht aufgefallen war. Eine winziges Detail oder irgendetwas anderes Verdächtiges, was ihr half, doch den Mörder zu sehen. Aber es blieb nur bei dem Schatten, den sie sah. Ein bedeutungsloser Schatten, der ihr nicht wirklich weiterhalf, da es ja wirklich irgendjemand sein konnte und sich nicht unbedingt um den Mörder von Halsted handeln musste.
      Seufzend griff Lysanne nach dem Haarshampoo. Es brachte alles nichts. Sie konnte einfach nichts Verdächtiges fest stellen.
      Frisch geduscht und im Schlafanzug verließ sie das Badezimmer und trank ihren gerade gekauften Tee, während sie sich aufs Bett setzte. Morgen müsste sie wieder zurückfliegen. Sie öffnete den Kalender auf ihrem Handy, um noch einmal den Abflugszeit zu überprüfen, um dann anschließend den Wecker passend einzustellen, als plötzlich ihr Telefon anfing zu klingeln. Ein Anruf von ihrem Boss. Ihrem richtigen Boss. Denn als Lysanne damals aus dieser Versuchsanstalt abhauen konnte, wurde sie am Straßenrand aufgelesen und in ein Krankenhaus gebracht. Dieses gehörte wiederum einer anderen Organisation, die von den Versuchen wusste und versuchte, diese zu stoppen. Man kümmerte sich um das verletzte Mädchen und spannte sie daraufhin mit ein. Nun waren sie quasi Lysannes Beschützer gewesen, indem man immer irgendwie ein Auge auf sie behielt und sie bei Gefahren warnte. Schließlich wurde sie von der anderen Gruppe noch immer gesucht.
      Sofort nahm Lys den Anruf entgegen. Eine ältere, männliche Stimme meldete sich bei ihr. "Du musst deine Sachen packen und sofort gehen.", sagte dieser zu ihr. Lysanne blickte verdutzt drein und wollte fragen wieso, doch unterbrach der ältere Mann sie. "Unten steht schon ein Taxi bereit. Es bringt dich zum Flughafen und dann steigst du in den nächsten Flieger ein, das Ticket ist am Counter hinterlegt. Sobald du gelandet bist, werde ich dir erklären, warum. Dafür ist jetzt nämlich keine Zeit." Und schon erklang das Tuten, nachdem der Mann aufgelegt hatte. Die junge Frau saß für eine Minute verwirrt da, aber stand schließlich auf, zog sich um und packte ihre Sachen, so wie es ihr befohlen wurde. Dann verließ sie auch schon ihr Zimmer, gab den Schlüssel bei der Rezeption ab und ging zum Taxi.