Der Ruf (Yasacura & Maya)

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    • Ein sanft rosaroter Blütenschweif, der sich aus dem Fächer gleißender Sonnenkrone über das Firmament zu verwehen schien, als entstamme es den fein geschwungenen Pinselstrichen künstlicher Darbietung, umschmeichelte das Himmelszelt nahezu zaghaft mit seinem naturschöpferischen Tanz polarflimmernden Farbspiel's, tauchte den sagenumwobenen Animua-Wald in zauberhafte Schleier reiner Faszination, während die mystischen Nebelschwaden, die sich wie Ranken um die monumentalen Baumkronen wanden, den Eindruck ersinnen ließen, den Eingang in eine gänzlich neue Welt zu hüten. Ayanji schloss für die winzige Unendlichkeit eines Herzschlages die Lider, fühlte das wispernde Hauchen des Windes, das einen leichten Schauer über seine Haut jagte, durch seine Fingerspitzen gleiten und fragte sich, wenn der Geist des Waldes tatsächlich über die Vielzahl der Besucher, die die Untiefen verwobener Mysterien jeden Tag (unbefugt) bereisten, hätte bestimmen können, ob er wohl hätte bleiben dürfen? Ein wehmütiger Seufzer entglitt den Lippen des jungen Mannes. Einst hatte der Wunsch ein natürlicher Teil der Freiheit zu werden beinahe die ganze Substanz eines unscheinbaren Lebens in einen samtweichen Umhang aus Träumen und Sehnsüchte gemantelt, ihn eine Welt der Grenzenlosigkeit verführt, bis sich sein Körper im Spiegelbild der Täuschung des Ursprungs endlich hatte entkleiden dürfen, doch die Zeit ordnete sich der Veränderung unter. Irgendwann begann die Realität rigoros zu deuten, dass er sich seinen utopischen Träumen schlichtweg nicht hinzugeben hatte, ohne sich in irgend einer Form lächerlich zu degradieren, sondern sich des Vorhangs Illusion nun mal (für immer) entledigen musste. Schade... Eigentlich. Und noch trauriger die Tatsache, dass Menschen auf Gefühlen herumritten, die sie nicht zu begreifen vermochten. Sobald man dem Urteil des Erwachsenwerdens untertan schien, schien man auch als Erwachsener keine Träume mehr zu verkörpern dürfen... Jedenfalls keine "Utopischen".
      Ayanji schnaubte leise. Egal. Irrationales Gedankenkarussell, welches nur den Schmerz schürte, der Tief in seinem Inneren eine fast hallende Leere hinterließ. Besser er kanalisierte seinen Frust auf das Hier und Jetzt - der Tag, an dem er das erste und letzte Mal seinen Fuß auf das Territorium historischer Mythen niedergelassen hatte, und vielleicht würde sich doch noch etwas Ertragreicheres ersuchen als ein zerbrochenes Siegel längst verstrichener Epoche, das der Vergangenheit sogar eine bittere Note an Wehmut anmutete. Bestimmt hatte es demjenigen, dem die Zeit den Tod hatte beschert, mal etwas... bedeutet. Etwas, dass den materiellen Wert bedeutungslos werden ließ...
      "Mann Ayan! Träumst du etwa? Komm, hilf uns dieses Gestrüpp zu metzeln, sonst stehen wir hier heute Abend noch rum." Wozu eigentlich? , dachte er halb irritiert, derweil sich auf dem von schimmernden Salz beperlten Antlitz des jungen Mannes ein Fragezeichen manifestierte, als hätte er seiner Frage tatsächlich einen Klang verliehen. "Es ist Abend." quittierte er die Bemerkung schultererzuckend, "Hrrr.... Das sieht ziemlich... närrisch aus, solltest an jemandes anderer Meinung interessiert sein, außerdem verstoßen wir somit ganz wissentlich gegen die jagdrechtlichen Regelwerke. Sicher, dass wir uns durch "Abkürzungen" nicht erst recht verirren?" drang seine Stimme dann mehr mechanisch genervt - sie waren bereits den ganzen Tag unterwegs, ohne auch nur einen Beutefang ihr Eigen nennen zu können, und so langsam verlangte sein Stoffwechsel nach der Energiezufuhr nährstoffreicher Speise, - aus einer murrenden Resonanz, die ihren Ursprung tief in der Kehle exemplarischer Unlust fand. "Das Einzige närrische ist dein Verstand, Ayanji." erwiderte sein Genosse konsterniert. Gut, bitte. Er sah sich ohnehin schon verloren inmitten verbalisierter Dummheit und geistig wandelnder Vakua. "Irgendwie besteht dein Köper und Verstand auch nur aus einer Protozoa." konterte der Weißhaarige trocken und zückte im selben Moment ein der Norm überbietendes Langmesser. Vielleicht der verunfallte Klon eines Langschwertes. "Prot... Was soll das sein? Rede Deutsch, Schneewehe." "Ein Einzeller, genau wie dein Gehirn." Sein Kumpel verzog sichtlich beleidigt den Mund, nur um im nächsten Moment eine noch melodramatischere Performance eines missverstandenen Prinzen, dessen (nicht vorhandenen) geistigen Eigentums man ihm hatte beraubt, hinzulegen und sich dann prustend am Gefecht "Der Auftakt spät pubertierenden Phase" zu beteiligen. Geschlagen erbot sich Ayanji also seinem Schicksal und mähte das Gestrüpp schweigend nieder, bevor der offen gelegte Pfad das Trio einen Abhang hinabführte, der - nachdem sie eine halbe Ewigkeit damit verbringen mussten, die ineinander verästelten Zweige beiseite zu schieben - an einem See mündete.
      "Scheiße, wie geil. Genau das, was meine Füße jetzt brauchen." Ein Sofa wäre ihm lieber gewesen. Möglicherweise lag es aber auch einfach an dem inkompetenten Team, dass man hatte zusammengestellt und dem er sich hatte anschließen müssen und die intellektuelle Abwesenheit vermutlich mehr an seiner Ausdauer zerrte, als es der ganztägige Fußmarsch hätte getan. "Man riechts." pflichtete der Weißhaarige geflissentlich bei. "Ach Klappe Ayan, ich...-" In den Augen des Dunkelhaarigen flimmerte plötzlich so etwas wie die Entzückung über den Anblick einer Sternschnuppe auf - ein Leuchten, welches man im ersten Vorbeihuschen eines zarten Blinzeln für Freude hätte halten können, doch beim näheren Betrachten erkannte, dass sich der vermeintliche kleine Sternenschweif in einen Meteor beispielloser Gier und Mordlust wandelte. "Shhhh! Schau mal...! Wäre DAS nicht 'ne geile Trophäe? Hast du jemals so 'n hübsches Wölflein gesehen? Stell dir mal die Summe an Geld vor, die wir mit dem Exemplar erlangen könnten!" "Stell dir mal die Summe an Schulden vor, die wir mit einem solchen illegalen Fang aufbürdet bekämen, ist das Jagen in diesem Bereich des Waldes nicht ohne Grund verboten." "Ohhh, heul doch, ehrlich. Pussy. Komm Cedrik, dann gehen wir eben nur zu zweit." Dein Ernst? - hatte Ayanji noch ungläubig hervorstoßen wollen, musste seinem Verdruss jedoch des Instinkts ungefragten Herdentrieb weichen lassen und eilte seinen Kumpanen ohne ein weiteres Wort zu verlieren, hinterher. "Uhh! Scheint, als wären vom "rechten" Wege abgekommen, hahaha." "Da bist du ohnehin nie gewesen." Diesmal war es Cedrik, der seine Gedanken verbalisiert hatte, aber Matthias bedachte ihn lediglich eines vernichtenden Blicks, ehe dieser zwischen den Bäumen hervor, auf den Strand zupreschte, das Gewehr schussbereit an die Schulter gedrückt. Die Bewegung des Dunkelhaarigen hielt so abrupt inne, dass Ayanji, hätte seine automatische Systemsteuerung ungeahnter Reaktionsrekorde nicht sofort reagiert, vermutlich direkt in eine lebende Mauer Mensch hineinngerannt wäre. "Verarsch' mich nich'." Ayan musste im ersten Moment darüber nachdenken, was Matthias eigentlich konkret mit der Mischung aus Fassungslosigkeit und Zweifeln - die er überraschenderweise unleugbar an sich selbst gerichtet hatte - andeuten wollte, bis selbst ihm die unnatürliche Abwesenheit des Tieres auffiel. Wie konnte ein Tier solcher Größe so schnell....
      Stirnrunzelnd ließ der Jäger den Blick über die ruhigen Wellen des Sees schweifen. Es war nicht die Tatsache, schien der Wolf gänzlich verschwunden, welche ihn zusehnst beunruhigte, nein, viel mehr der Fakt, dass dieses Tier noch irgendwo sein musste. Aber, wenn er sich auf die Basis des Verstands zurückersonn, hatte dem Tier Matthias' Unachtsamkeit vermutlich grundlegend das Leben gerettet, das war zumindest die einzige Erklärung, - hatten sie alle für einen zwar kurzen, aber allem Anschein nach ausreichenden Augenblick ihre Aufmerksamkeit auf etwas Essenzielleres gelenkt - die er für real begriff. "Hm. Einbildung ist auch eine Bildung. Lasst uns...-" gehen, wollte Ayanji vorschlagen, brach den Satz jedoch innerhalb des Wortfluss' ab, wie sich ein dunkler Schatten aus den Tiefen des Sees aufzubäumen schien - etwas, das diesmal nicht ihrer Illusion entsprang, sondern zu etwas Fassbarem gedeihte. Er verfolgte das Spiel tänzelnd runder Tropfen, deren Schimmern die Szenerie in einen Schleier aus plastischen Diamanten improvisierte, als die Silhouette schließlich das Wasser von ihrer nackten Haut schüttelte und ihre Gestalt sich zu einer jungfräulichen Sprosse zart besaiteter Kurven offenbarte. "Ey Süße! Öfter hier, oder hast du dich verlaufen?" rief der Dunkelhaarige spürbar erregt - allerdings betrachtete Matthias seine anzügliche Art wohl kaum als etwas, für das er sich hätte schämen müssen, im Gegenteil, der junge Mann schien ganz und gar der Macht überschüssigem Testosteron unterlegen,- und Ayan ließ den Kopf peinlich berührt auf seine Handfläche sinken. "Hah! Ich glaube, wir haben etwas besseres gefunden, findet ihr nicht? Zeit, die neue "Trophäe" in ihrer Nutzbarkeit zu prüfen." "W-was...?!" Ohne auch nur das geringste Zögern schritt der Hobby-Jäger auf das junge Ding zu, den Lauf direkt in ihre Richtung zielend - "Wenn du brav bist, wird es auch nicht weh tun, versprochen." Der junge Mann ließ seine Zunge so anzüglich über die Lippen gleiten, als wäge er die Qualität seiner "Ware" ab, während er die Brünette aus einer ebenso obszönen Phantasie heraus zu mustern begann. "Matthias, lass den Scheiß!" "Ach kommt schon Guys. Wir sind Kilometer von der Zivilisation entfernt - und wo keine Zivilisation ist.... kann man auch keine Schreie vernehmen."

      @Shadow Hunter
    • -Dort im Kissen schläft noch fest der Duft deiner Haut, doch die Tür zu deinem Herzen ist für ewig zugebaut.
      Alles scheint mir noch wie früher, doch nichts ist mehr wie es war, nur ein kleines,
      müdes Lächeln als du gingst, blieb für mich da. Und was bleibt von unsern Träumen? Und was bleibt von deinem Kuss?
      Nur das Salz auf den Lippen und der Schmerz in meiner Brust. Und was bleibt von den Gefühlen?

      Und was bleibt von deinem Kuss?Nur das Salz auf den Lippen, keine Träne löscht den Durst.
      Tausend Mal, wie jeden Morgen, dort im Spiegel dein Gesicht. Jedes Rinnsal Wassertropfen, wird ein Teil von dir verwischt.
      Deine süßen Blicke naschen, dein zerzaustes Haar gekämmt. Dein Pyjama grüßt verlassen, alles wirkt so kalt und fremd.
      Und was bleibt von unsern Träumen? Und was bleibt von deinem Kuss? Nur das Salz auf den Lippen und der Schmerz in meiner Brust. Und was bleibt von den Gefühlen? Und was bleibt von deinem Kuss?
      Nur das Salz auf den Lippen, keine Träne löscht den Durst. Kaffee nur im Stehen trinken und müder Blick.

      Hab im Zorn dein Bild zerrissen, wild verflucht noch Stück für Stück.
      Zweifellos verzweifelt denken, ausgebrannte Feuer schüren. Gedankenspiele rückwärts lenken, nie mehr deine Nähe spüren.
      Und was bleibt von unsern Träumen? Und was bleibt von deinem Kuss?
      Nur das Salz auf den Lippen und der Schmerz in meiner Brust. Und was bleibt von den Gefühlen?
      Und was bleibt von deinem Kuss? Nur das Salz auf den Lippen, keine Träne löscht den Durst.-

      Als Tyra langsam das letzte Wort ausgesprochen hat, den Blick vom Buch erhebt und in das faltige schlafende Gesicht ihrer Großmutter schaut, legt sie das Büchlein mit sämtlichen Gedichten darin auf das Nachtkästchen.
      Ein Lächeln umspielt ihre Lippen als sie ihre Großmutter so daliegen sieht. Sie steht auf und stellt sich neben ihr Bett.
      Dann beugt Tyra sich vor und gibt ihr einen sanften Kuss auf die Stirn. Selbst als alte Frau, riecht sie wie eine Blumenwiese in voller Blütezeit. Der Geruch erinnerte sie an ihre Kindheit als sie jeden Donnerstag bei ihrer Großmutter verbringen konnte. Spaß und Freude hatte, Unfug trieb und das machen konnte, was ein Kind eben so macht.
      Ja, bei ihr durfte sie Kind sein. Für einen Augenblick schließt Tyra ihre Augen und ruft all diese Erinnerungen hoch.
      Ein entfernter Ruf lässt sie zurück in die Gegenwart kommen. Eine Anführerin schwelgt nicht in der Vergangenheit hört sie ihren Vater sagen und richtet sich auf, deckt ihre Großmutter ordentlich zu und geht leise hinaus.

      Wut macht sich in ihr breit und sie spürt die Hitze in sich aufsteigen. Vater...
      Mit schnellen Schritten ist sie an der Eingangstüre und öffnet diese mit zittriger Hand.
      Als die Tür weit offen ist und der leichte Wind über ihre hitzige Haut gleitet, geht sie ohne es wirklich wahrzunehmen hinaus und erst als sie von den Stufen auf den Waldboden steigt und dabei einen kleinen morschen Ast zerbricht kommt sie zu sich. Der Duft der Tannen- Fichten- und Kieferbäume lassen sie sofort zu Ruhe kommen.
      Die Abendsonne bricht durch diese und streicheln ihr Gesicht. Die Braunhaarige zieht ihr Kleid über den Kopf, faltet es zusammen,bettet es in ihrem Bund aus Leder und schnürt diese etwas loser um ihr Handgelenk.

      Mit einer kleinen entspannten Bewegung mit dem Kopf läuft sie los, um sich dann in sekundenschnelle in einen großen weißen Wolf mit roter Verschnörkelung zu verwandeln. Der Boden unter ihr knirscht und gibt einen herrlichen Ton von sich. Der Wind in ihrem Fell fühlt sich an wie kleine schnelle Streicheleinheiten. Dann fällt ihr das Gedicht ein was sie ihrer Großmutter vorgelesen hatte. Liebe
      sie schnaubt verächtlich während sie den Weg Richtung der Thermalquellen einschlägt. Liebe lässt einen schwach werden, verletzlich, schlussendlich zu nichts zu gebrauchen.
      Wer brauch also Liebe, wenn man eine Anführerin sein kann. Sie knurrt und legt einen zahn zu.

      Als der Wald etwas lichtdurchlässiger wird, erkennt sie das glitzern der Wasseroberfläche und mit einem enormen Sprung, biss sie sich die Schleife an der Pfote auf und hechtet ins warme Wasser. Tyra spürt die angenehme Wärme um sich herum, verwandelt sie sich zurück und taucht nach einer längeren Zeit wieder auf. Sie sog die Luft tief ein und nimmt Menschen nah in ihre Umgebung wahr. Verdammte scheiße, was suche Menschen hier?! Langsam dreht sie sich in die Richtung wo der Duft herkommt und erspäht drei Köpfe. Ein super Vorteil halb Wolf zu sein... Gut hören, sehen, riechen und vor allem die Kraft und Schnelligkeit. Ihr Körper wird bis zur Brust bedeckt. Als die Herrschaften ihr näher kommen, riecht sie schon ihre Absichten und angewidert schaut sie ihnen zu bis sie vor dem See stehen. All die Fragen und Worte lässt sie so stehen. Dann kommt ein gewisser Matthias ihr näher den Lauf auf sie gerichtet. Erneut schürt sich die Wut in ihr.
      Man kann keine freie Minute für sich sein. Unter dem Wasser beginnen ihre Nägel Krallen zu werden, in ihren Augen leuchtet Bernsteinfarben auf und ein Lächeln umspielt anzüglich ihre Lippen. "Verhält sich so ein Mann gegenüber einer Frau?" Ihr Blick geht zum Lauf und wieder zurück in sein Gesicht. "Hier ist kein Jagdgebiet."

      Die anderen Männer im Hintergrund immer im Blick. Menschen sind so widerlich. Dann wiegt sie ab, ob es Wert ist zu reden. Tyra befindet für nicht und kommt ihm entgegen. Sie lässt die Krallen verschwinden und geht weiter bis sie vor dem Lauf steht und sie nur noch bis zu ihrer Hüften mit Wasser bedeckt ist. Sie merkt wie sein Blick ihre weichen Kurven hinabgleitet. Die Chance nutzt Tyra mit einer flinken und kräftigen Bewegung den Typen zu entwaffnen Der Lauf zielt jetzt direkt auf seine Hose in der sich die Beule deutlich erkennbar macht. Tyras Blick ist ernst und fest auf seine Gerichtet. "Noch eine Regung..." ihre kühle in der Stimme lässt sie bedrohlich wirken.





    • Ayanji’s Stirn wurde in ein verhärtetes Muster aus Nachdenklichkeit gezogen, obgleich der Begriff „Misstrauen“ wohl um einiges angemessener gewesen wäre, ließ die erahnende Assoziation ein böses Gedankengut auf der Netzhaut des jungen Mannes aufflimmern, als er die Augen so fest zusammenkniff, als könne er die gegenwärtige Situation somit ins Dunkel tauchen, und primitiv ungeschehen machen. Doch die haselnussbraunen Augen der Brünette…. Sie versprühten, neben der aufglosenden Verachtung, welche den verfrühten Wintereinbruch eines unbändigen Gemüts hatte hervorgelockt, nicht nur die Wildheit freikämpferischer Natur, nein, dort, inmitten des Tores – der Eingang zur Seelenpforte - glomm etwas Zartes, eine verletzlich wirkende Wachsamkeit, wie ein jeder Mensch sie nur bei Tieren hätte vorfinden können. „Vergessen Sie’s, Matthias Attitüde ist keinesfalls bekannt für moralische Werte. Und deswegen gehen wir jetzt, Matthias, hast du verstanden?“ berief sich der Weißhaarige auf die Strömung der Intervention, während sich seine Hände zu Fäusten ballten, ohne, dass ihm diese Gebärde gar bewusst aufgefallen wäre.
      Der Dunkelhaarige schien jedoch zu weit weg – besonders dessen Verstand, als dass Matthias in irgendeiner Hinsicht wirklich empfänglich für die Warnung seines Freundes gewesen wäre, und falls seine Sinne doch noch der Gegenwärtigkeit geläufig waren, dann würdigte er der Darbietung melodramatischen Schauspiel‘s obszöner Begierde einen Oscar. Vielleicht sogar zwei. „Süße, wir jagen nicht. Wir sind nur…. Zum Vergnügen hier.“ Inmitten des kurzen Zögern war der Blick des jungen Mannes lüsternd an den verführerischen Zonen weiblicher Charme entlangeglitten, die Zunge abermals dürstend nach dem inneren Wonnegefühl zweisamer Verbundenheit gestrichen, die weit über die spirituelle Ebene hinausragte, um sich der Substanz egoistischer Machtdemonstration zu bedienen. „Zier dich nicht so Schätzchen. Du bist sicher… einsam, so ganz allein in diesem… riesigen Wald.“ Cedrik erstarrte, wie die Hand des Brünetten nach dem Arm der zarten Sprosse griff- sie zu sich ziehen wollte, und binnen Sekunden mit einem geschickten Griff der Waffe entledigt wurde. Überrascht, fast ein wenig entsetzt, blickte Matthias zu der Fremden, statt aber den Versuch auf sich bewenden zu lassen; eine bevorstehende Eskalation ganz eventuell doch noch zu vermeiden, stahl sich über seine Lippen ein amüsiertes Lächeln. „Zählt die Regung in der Hose auch dazu?“ fragte er, zuckersüße Worte umschmeichelt durch die Erregung maskuliner Dominanz, die scheinbar der Auftakt eines Sexualdelikts, und vor Gericht gehen würde, sollte sich der geistig Umnachtete nicht bald eine… weniger versteiften Pose berücksichtigen. „Cedrik!“ knurrte Ayanji erschrocken, hatte dieser den Lauf derweilen auf das arme Ding gerichtet. „Wir werden uns nicht von einer Wilden erschießen lassen!“ konterte der Blonde, gewillt den Abzug zu betätigen- und die Ablenkung nutzte Matthias, um der Entblößten die Fernwaffe aus der Hand zu schlagen, indessen er den Arm der jungen Frau umschloss, und sie an seine Brust zog. „Ganz ruhig, Maus. Einfach entspannt bleiben… Dann könnte es sich sogar gut anfühlen.“ Du möchtest es doch auch… fügte Matthia’s Blick lechzend vor Lust hinzu. Hilfesuchend wandte sich Aayanji gen Cedrik- hoffend, dass wenigstens diesem Jäger nicht die Sicherung rausgebrannt sei, aber er spürte, wie dessen Willenskraft bei dem Anblick eines solch schmackhaften Leckerbissen zu kapitulieren begann und jedwede Moral aus der sonst so rechenschaffenden Gesinnung wich. Verloren… Das durfte… nicht wahr ein. „Seid ihr bescheuert…-“ „Ach Ayan, du bist eine solche Lusche. Niemand wird je nachweisen können, was gleich passiert – niemand wird auch nur einen Laut vernehmen, schließlich verbleibt beim Blasen nicht viel Spielraum für Nichtigkeiten, nicht wahr, Schätzchen?“ Ayan wollte – das hatte er zumindest vorgehabt- ins Wasser stürmen und dem mittlerweile Durchgeknallten das Jagd Utensil aus der Hand schlagen – doch genauso unerwartet wie auch militant versperrte Cedrik ihm den Weg. „Seid ihr jetzt völlig übergeschnappt oder was?!“ Ayan hatte ein wütendes Fauchen nicht unterdrücken können, jetzt, wo sich beide für den illegalen Weg zur Befriedigung ihres Hormonüberschuss entschieden hatten, gründete die einzige Möglichkeit darin, entweder wegzulaufen, oder einer ungewissen Zukunft gegenüberzutreten, die Tendenz steigend seinen Tod bereithielt. Man konnte das stumpfe Geräusch eines sich öffnenden Reisverschluss durch die Stille zischen hören, und der Weißhaarige presste die Kiefer so hart aufeinander, dass der Schmerz sich wie ein langes Messer seine Stirn hinaufzuziehen mochte. „Ich verspreche, ich werde vorsichtig sein, wenn du lieb bist…“ hauchte der Dunkelhaarige verführerisch, glitt mit der Hand an den Kurven der „Geisel“ hinab, während er das Ende des kalten Metal gegen ihre Schläfe drückte. „Hinlegen“ schlug der plötzlich dunkle Befehl eines angehenden Vergewaltigers an jene Ohren, deren sensible Reize baldig nicht nur die Geräusche des Waldes würden vernehmen. „Los!“ schloss er diesmal ungeduldiger anbei, die Zungenspitze genüssliche über ihre Wange wandernd. Gerade, als Ayan die Szenerie mit seinem Gewissen kaum noch vereinbaren konnte, preschte ein weißer Blitz aus den Untiefen emporsteigender Kolosse über den sandigen Untergrund. Der Blonde jaulte panisch auf, versuchte noch kläglich, das Visier eines Volltreffers zu landen; ehe das Tier erschreckend präzisiert die Hinterlaufe vom Boden abstieß und den Dunkelhaarigen von der Brünette riss. Die Reinheit des Wassers wurde binnen Sekunden in ein Rot aufgerissenen Fleisches getränkt; und die schmerzvollen Schreie Matthia’s verhallten irgendwo einsam und ungehört im feuchten Unterholz. Ayan taumele ebenso entsetzt zurück, wie es gleichermaßen der Blonde tat, und die Mordlust des weißen Wolfes richtete sich diesmal – nicht auf Cedrik – sondern auf ihn. Reflexartig sprang Ayanji zurück, dann durchschnitt ein lauter Knall das Gefecht. Cedrik hatte die Brünette und den weißen Wolf erbärmlich verfehlt, ihn dafür aber einen leichten Streifschuss zugefügt, welcher ihn zu Boden hatte gerissen. „Ich werde dich umbringen, du Mistvieh!“ Die Worte Cedrik’s hatte auf jeden gänzlich mehr Trefferquote als seine Schusskünste selbst – und Ayanji fragte sich, wie viel Patronen er eigentlich ziellos verballern wollte, ehe auf gut Glück sein Ziel würde erfassen.
      Nochmals versuchte der Weißhaarige aufzuspringen, fuhr herum und rannte Richtung Wald. Matthias war längst tot- und falls nicht, würde er schon bald des Todes seelenverehrende Hände übergeben und als Futter für die Wölfe enden. Genauso wie er, sollte das Pech ihn genauso mitverantwortlich machen wie es das Gesetz zu tun pflegte.

    • Als Tyra die Waffe dicht bei sich hält und die Worte hört die aus dem Mund des Mannes kommen, hätte sie schon am liebsten abgedrückt. Männer, alle gleich. Ihr Blick gleitet zu Cedric und das war der Moment, wo auch sie sich die Waffe entnehmen lässt. Ein gespielt verzweifelter Gesichtsausdruck huscht über ihr Gesicht als Matthias sie eng umschlingt.
      Die Sonne die durch die Baumkronen durchgedrungen war, ist kaum noch vorhanden jedoch bietet sie genug Licht um die herbstliche Kulisse in voller Pracht einzutauchen. Umso mehr ärgert sie sich, dass sie dabei gestört wurde es im heißen Wasser sich dem hinzugeben. Da beginnt bereits ihr Körper zu beben. Hitze staut sich auf und die Braunhaarige dreht ihren Kopf zu seinem Gesicht und lächelt verschmitzt zu ihm auf. Mit spitzbübischer Stimme haucht sie "Pass auf, dass ich dich nicht beiße". Jegliche Berührung von dem Kerl der an ihr haftet, lässt sie wilder werden und der Wolf in ihr schreit sie an sie soll sie in Stücke reißen. Ihr Blick gleitet zu dem Weißhaarigen der versucht, die Lage noch irgendwie zu retten jedoch verzagt er kläglich. Doch als Matthias seine Hände an ihre Flanken hinabgleiten lässt, sie mit der kalten Waffe gegen ihre Schläfe nach draußen befiehlt, schaltet ihr menschlicher Verstand aus und der Wolf übernimmt.
      Das Bernstein in ihren Augen flammt auf und ihre Zähne wachsen bereit sich zu verwandeln.
      "Ihr macht einen gewaltigen Fehler" versuchte sie noch mit ihrer normalen Stimme zu sagen, doch diese hatte sich bereits in ein tiefes grollen verändert. Grade als Tyra sich verwandeln will taucht jemand auf... taucht jemand auf der so ist wie... wie sie selbst und reißt Matthias von ihr, der ein Schuss abfeuert und ihre Wange streift. Im Augenwinkel sieht sie das Blut spritzen. Aus ihrer Kehle ertönt ein wildes grollen und in Sekundenschnelle, war sie zu einer mächtigen Wölfin herangewachsen.
      Sie fletscht die Zähne und leckt sich darüber nur um sich dann Cedric zu widmen. Sie versank ihre Krallen im Waldboden um den Grip zu verwenden der ihr gewährleistet wird. Die Schüsse die Cedric abfeuerte, weicht die weiße Wölfin problemlos aus. Als sie nur noch einen Meter von Cedric entfernt war und den Angstschweiß schon wahrgenommen hatte als der andere Wölf kam, lässt ihr Jagdinstinkt und -herz höherschlagen. Tyra sprintet auf ihn zu und beißt sich in seinen Nacken fest. Das Blut strömt durch ihr Maul und ihre Pupillen weiten sich. Warm, jedoch nicht geschmackvoll.
      Mit einer Pfote auf den fallenden Körper, reißt sie mit einer präzise den Kopf ab. Ihr Brustkorb hebt und senkt sich stark vor Blutgier und visiert den Weißhaarigen an, der gerade in den Wald läuft. Ein mächtiges heulen steigt ihrer Kehle empor und durchschnitt die Stille in der Luft. Der andere Wolf hatte ihn auch anvisiert.
      Sie prescht hinter Ayan hinterher der gehört mir. In nicht mal drei Sekunden, war sie bei ihm und wirft ihn um.

      Als er unter ihr ist und die Arme mit ihren Pfoten fixiert, schaut sie knurrend hinab. Das Blut tropft aus ihrem Maul auf den Weißhaarigen. Rot... alles ist rot...Gerade als sie ihr Maul öffnet und auch ihm den Kopf abreißen will, hält sie der menschliche Verstand auf Halt! Es ist genug Blut geflossen! Sofort verengen sich ihre Pupillen zu menschlichen Augen und entfernt ihren Kopf weit genug, um ihn wieder ins Gesicht zu starren. Die Sonne war aus dem Wald verschwunden und ihr Gesicht muss furchterregend aussehen. Ihr Mensch-sein ist zu stark -um genauer zu sein ihr Gerechtigkeitssinn. Sie konnte ihm nichts tun, hat er nicht versucht einzuschreiten? Zwar erbärmlich aber immerhin? Ein Geräusch lässt ihre Gedanken verschwinden. Dann nimmt sie den anderen Wolf wahr und schaut auf.


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