Sachiiro no one room [-Lilipa & Unicat-]

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    • Sachiiro no one room [-Lilipa & Unicat-]

      Delara

      Langsam glitt ihr Blick auf den Boden, zerstört und gebrochen von dem was grade gesagt wurde. Bei allem was sie durch hatte, bei allem was ihr angetan wurde, es ging immer schlimmer. Ja es war diesmal sogar so schlimm, das ihr ganzes Leben davon abhing wie sich Delara nun entscheiden würde. Sollte sie flüchten? Alles zurück lassen, was sie hatte und jede Erinnerung, inklusive ihrer Mutter? Oder sollte sie dem entgegen stehen? Etwas aus dem machen was sie hatte, auf immer unglücklich?
      Leicht nervös, schwer am Schlucken, ihre Tränen unterbunden und mit geballter Faust stand sie vor ihrem Vater. "Warum?" kam es leise gehaucht über ihre Lippen, zitternd, ängstlich und mit einer leichten Blässe im Gesicht.
      "Weil ich es bestimme, dass, was mit dir geschieht!" seine Hand schellte gegen das zierliche Gesicht, doch das war die junge Dame schon gewohnt. Nur kurz strich ihre Hand über die Wange, die er traf, viel eher schnappte die Lunge nach Luft weil Worte zu dem gesagten fehlten. "Du wirst Mr.Jole heiraten, ob du nun willst oder nicht. Das wars!". Hinten aus der Ecke von dem Wohnzimmer, in dem er ihr klar machte wie egal ihm ihre Gedanken waren, blitze ein Grinsen auf. Bruder Zyrel lächelte dem kleinen Kücken amüsiert über die grade passierte Situation zu, ging mit einem entschlossenen Gang auf sie zu und zog an der Pracht ihrer Haare den zierlichen Körper in die höhe. "Du machst schön brav was man dir sagt, du wirst sowieso niemand anderes finden". Dann ließ er die Haare los, ihre Beine fanden grade so genügend halt um nicht die Balance zu verlieren. "Jetzt verschwinde! Geh deine Luft genießen".

      Ohne ein weiteres Wort verließ sie das Wohnzimmer, zum ersten mal lag das Kücken draußen, bei einem Sonnenuntergang der so Atemraubend war wie noch nie, mit Tränen in den Augen. Doch die schönen Augen vergossen keine Träne, nicht ein Wort kam über ihre Lippen, nur eine einsame kalte Stille zog um das kleine Kücken herum. Wie aus dem Nichts sprang sie auf, näherte sich der Mauer und hämmerte mit ihren Fäusten wie eine Irre dagegen. Egal was sie tun würde, ihr Vater hatte genug Leute um sie einzufangen, genug Leute um den Käfig aufrecht zu halten. Es war so, als wäre die Existenz des Kückens gänzlich verschollen, als würde ihr Vater alles dafür tun, damit sie für immer unter Verschluss bleibt. "Bitte...Irgendjemand" hauchte sie gegen diese Mauer, natürlich wusste der Verstand ihrer ganz genau, das niemand antworten würde. Aber ein mal, ein gottverdammtes mal wollte sie diese Worte auch sagen.
    • Wie jeden anderen Tag auch, hatte der große, schlaksige Junge damit verbracht gehabt, ziellos durch die Straßen umher zu wandern. Eigentlich hatte er heute morgen nicht einmal die Motivation gehabt das Bett überhaupt zu verlassen. Er hatte fürchterlich schlecht geschlafen, wachte immer wieder schweißgebadet auf und hatte beschlossen die restliche Nacht einfach wach zu bleiben und sich damit zu beschäftigen, irgendwelche merkwürdigen Zeichen an seine Wände zu ritzen.
      Und so war es jeden Tag und jede Nacht immer das Gleiche. Diese monotone Sinnlosigkeit hätte ihn eigentlich schon lange Wahnsinnig machen sollen. Es gab so ziemlich nichts mehr in seinem Leben, was ihm auch ansatzweise irgendwelche Emotionen zu kommen ließ. Nicht die Sonne, die so warm auf seine Haut schien, nicht die frische Luft die ihm sanft durch die Haare strich und das selbe galt auch für jegliche Interessen. Es gab einfach nichts für diesen 1,74 Großen, womit er sich hätte sinnvoll beschäftigen oder unterhalten können.
      Er war müde. Er hatte es satt gehabt. Das ganze Leben, war unwichtig, so bedeutungslos und einfach langweilig.
      All diese Gedanken umkreisten seinen Kopf unzählige Male, sodass der Schwarzhaarige nicht mitbekommen hatte, das er bereits am Ende der Straße angekommen war. Vor ihm hatte sich das Bild eines großen Anwesens abgezeichnet. Das Gebäude sah so groß und voller Bedeutung aus. Jedoch würden darin nur langweilige, reiche Schnösel leben, unglücklich und unzufrieden mit sich selbst, weil sich diese Leute mit ihrem dreckigem Geld jeden Scheiß kaufen würden nur um sich irgendwie Zufriedenzustellen. Ein undurchdringlicher Teufelskreis. Aber wozu diese mächtigen Mauern? Beinahe wirkte es so, als würden diese Mauern ein Geheimnis in sich bergen. Als wollten sie etwas von der Außenwelt verstecken und gefangen halten in diesen lachhaft großen Mauern.
      Je weiter der Junge mit den schwarzen Haaren darüber nach dachte, desto kleiner wurde diese Mauer, als er nun unmittelbar vor ihr stand. Mit seiner Körpergröße wäre es kein Problem, hinüber zu klettern. Aber dies hatte mit körperlicher Anstrengung zu tun, worauf sein schmächtiger, zierlicher Körper absolut keine Lust hatte.
      Langsam begann es zu Dämmern, normalerweise der Zeitpunkt, an dem der Schlaksige den Heimweg antrat. Nur schien die Mauern ihm etwas zu zuflüstern. Als wären sie lebendig, so schien es zumindest. Langsam hob der Junge seine Hand und legte diese an das Gewölbe vor ihm. Die Sonne hatte die Steine dem Anschein nach den ganzen Tag beschienen, denn sie waren angenehm warm. Vorsichtig strich er mit seinen Fingern über die raue Oberfläche, um die Struktur noch intensiver erfassen zu können. Wie würde wohl die andere Seite aussehen? Würde er einen Garten vorfinden? Mit vielen Beeten? Oder würde dort doch nur üppiges und dürres Gestrüpp herum hängen und die Wiesen bewuchern? Würde dort überhaupt eine Wiese sein?
      Seine Finger zuckten leicht, als er einen kleinen,spitzen Stein berührte. Fester drückte er seinen Zeigefinger in diesen Stein hinein, bis seine Haut zu schmerzen begann. Kurz warf er einen Blick auf das obige Ende der Mauer. Ein leichtes, dort drüber zu klettern. Seine Hand krallte sich in eine ritze der Steinmauer, die andere Hand folgte nun ebenfalls. Abwechselnd stemmte er die Füße an die Wand und zog sich ein Stück weit herauf, jedoch nur so weit, sodass er gerade so über die Mauer blicken konnte.
      Die haselnussbraunen Augen erblickten nun die andere Seite und durchstreiften jede Ecke. Ein großer Garten, mit einigen grünen, dichten Büschen und bunten Pflanzen, welche auf der Wiese wuchsen. Niemand war dort auf der anderen Seite zu sehen. Und doch schien sich etwas weiter entfernt zu bewegen. Schräg gegenüber von ihm, genau dort an der Wand, stand ein kleines Wesen. Es war sehr dünn und zierlich, ziemlich klein und hatte ausgesprochen lange, weiße Haare. Anscheinend war es ein kleines Mädchen, welches in ihrem Garten zu spielen vermag. Erneut durchstöberten die bräunlichen Augen den Garten. Niemand sonst außer diesem Mädchen war noch zusehen. Vorsichtig zog er sich noch ein Stück hinauf, um sie besser sehen und beobachten zu können.
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    • "Ich hasse mein Leben" nuschelte das zierliche Mädchen vor sich hin. Immer stärker schlug sie ihre Fäuste gegen die harte Mauer, mit soviel Zorn und Verzweiflung das ihr garnicht auffiel, dass ein rot von der kleinen Hand tropfte. Die Schläge wurden sachter, die Schnelligkeit dabei nahm ab. Keinen Ausweg im Sinne des Kückens, die Hände, so zierlich und klein wie sie auch waren, wirkten nun durch die leicht aufgeplatze Haut noch verbrauchte.
      Während der ganzen Zeit merkte sie nicht, das dort über ihr jemand war. Für sie schien es noch immer so, als würde es keine Außenwelt geben.
      "Ich wusste... Ich wusste das es keine happy endings wie in den Büchern gab, die ich laß" wieder etwas daher genuscheltes, währenddessen das Kücken sich einfach auf den Boden fallen ließ um in den Himmel zu starren.
      Die Wolken sahen so flauschig aus, frei von allen Sorgen. Fliegend im Himmel, geborgen im blau. War wirklich alles zu zweit, abgesehen von dem Kücken?


      Noch einmal blickte sie zur Mauer,ihre Augen schlichen sich förmlich über die Kante hinweg. Warte, einen Moment! Das gehörte da nicht hin... was war das? Wie von einer Biene gestochen sprang sie auf und ging einige Schritte zurück um aus dieser Entfernung ein Gesicht zu erspähen. So weit sie es erkennen konnte, hatte dieses Gesicht braune Augen. Der Rest war mit einer Maske und schwarzen Haaren verdeckt.
      Schockiert doch viel eher Neugierig blickte sie starr in die Richtung, regte sich keinen Zentimeter.


      Wieviel Ärger sie bekommen würde, wenn des Kückens Stimme sich einen Fremdem mitteilt? Es wäre aber wohl eine dieser einmaligen Chancen, so wie es oft in Büchern geschrieben steht. Soll ihr Vater alarmiert werden? Nein...nein... Mit sehr vorsichtigen Schritten schien es fast so, als würde sie versuchen sich anzupirschen. Eine halbe Ewigkeit verging, bevor sie bei der riesigen Mauer stand und nach oben blickte.
      Viel sah sie nicht mehr, nur einige der Haarsträhnen die rüber ragten.
      "H..halluzieniere ich?" Flüsterte sie dem Ding auf der Mauer entgegen. "Wenn nicht... dann..." sie zögerte, innerhalb von Sekunden rauschten ihr tausend Sachen durch den Kopf,alles was geschehen war,alles was passieren würde. Die aufgeplatze Hand fing nun an zu pulsieren, da sie diese zu einer Faust ballte. "Nimm mich mit." Wieder ein zögern, dann ein lautes Seufzen "Nein, ich muss halluzinieren. Ich werde verrückt!"
    • Das Gesicht, nun konnte er auch das Gesicht des kleinen Geschöpfes sehen. Die großen, runden Augen schimmerten Hell im Sonnenuntergang gefüllt mit jeglichen traurigen Emotionen, ihre Augenfarbe konnte der Schwarzhaarige auf Grund der Dämmerung nicht deuten. Eine kleine Stupsnase zierte ihr Gesicht und unterhalb hinab gezogene Mundwinkel. Und generell sah dieses kindliche und mädchenhafte Gesicht Verzweifelt aus. Sie war.. wunderschön.. der erste Gedanke, dem der Beobachter in den Sinn kam. Ihre zornigen Hände schienen erschöpft und voller Schmerz, und ihr gesamter Körper umgab eine recht beklagenswerte und einsame Aura. Einfach alles an diesem kleinen Mädchen wirkte gequält und erbärmlich und gab in den haselnussbraunen Augen des Jungen ein insgesamt unglaublich, schönes Bild ab. Dies hatte den Jungen so sehr fasziniert und auf magische Weise in den Bann gezogen, das jener nicht bemerkt hatte, dass er nun aufgefallen war.
      "...Shit!" zischte das Fluchwort schnellend aus dem Mund des Dunkelhaarigen heraus, denn er hatte sich ertappt gefühlt, nach dem sich die Blicke der Zwei trafen und rutschte vor Schreck mit dem Fuß an der Mauer ab. Gerade so konnte sich der Große halten und festigte seinen Halt. Und schon stand dieses Mädchen direkt unter ihm, an der Mauer. Das weißhaarige Mädchen wirkte von nahem noch kleiner, noch zierlicher und noch kümmerlicher als vorher.
      Hatte sie etwas von Mitnehmen gesprochen? "Mitnehmen?" wiederholte der Junge erkundigend. Fragend blickte er in diese vor Verzweiflung schreienden Augen hinein. Langsam ließen seine Kräfte nach und wenn er nicht eine andere Position einnehmen würde, würde der Große erneut abrutschen. Also zog er sich mit all seiner Kraft, die ihm sein Körper hergab, die Mauer hoch und mit einem ruck, saß er nun auf der Mauer. Seine Oberschenkel und Beine hatte er weit gespreizt, um nun das kleine Mädchen betrachten zu können. Noch immer blickte er sie Fragend an, aber sein Blick wandte sich kurz ab, ließ ihn durch den Garten schweifen um sicher zu gehen, das sie niemand sehen würde.
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    • Die kleinen Hände, so schien es zumindest, versuchten nach dem Himmel zu greifen. Die Geste selbst sollte eher darstellen, wie gerne Delara mit ihm gehen würde. Ausdrücken war jedoch nicht wirklich ihre stärke und so verharrte sie einige Sekunden genau so, regte sich nicht weiter. Worte, Worte zum reden. Das hielt Delara für eine gute Idee, doch leider fehlte ihr jedes einzelne. Die Aufregung, die Neugier, ja jegliches Gefühl kam über sie. Es war unglaublich, nie war sie auf etwas Neugierig gewesen, meist spürte sie nur Angst, Hass, Trauer und von dem Mann, der sie ihr Vater nannte, kannte sie nur Gier. Eine böse Gier, eine Gier, die man in der Kirche als Sünde bezeichnen würde.
      Ihr Gesichtsausdruck änderte sich einige male, sie war mehr als nur in ihren Gedanken versunken, bis es geschafft war, wieder in die Realität zurück zu rutschen. Noch immer kam kein Wort über ihre Lippen, sie sah nur mit ihren Himmels blauen, fast weißlichen Augen in seine dunklen. Was war, wenn der Junge auf der Mauer auch so böse war? Ihr auch nur Leid antun würde? Wahrscheinlich wäre das Leid, was er ihr zufügen würde, mehr erträglich als das, was sie hier erleben musste.
      "Ich...Es..." ein stottern, mit einem seufzten und einmal tief Luft holen versuchte sie dieses zu unterbinden "Keine Zeit für Erklärungen, kannst du mir Helfen?" Ihre Augen schrien nach Erlösung, jedes Härchen an ihrem Körper sehnte sich danach, diesen Garten, jenen Keller zu verlassen. Und dieser Junge war der Schlüssel zu ihrem Glück. "Du wirst dich in Schwierigkeiten bringen, du könntest auch böse sein aber..." ein kurzes zögern, ehe sie mit einem winzig kleinen Lächeln sprach "Das Leid was ich durch dich erfahren könnte, wäre mehr zu ertragen"
      Delara stapfte wären dessen nervös mit ihren Füßen im Kreis, bald würde ihr Vater kommen und zudem war es sichtlich viel verlangt, das der Mauer junge sie mitnahm. Was würde sie machen, wenn sie auf der Mauer sitzen würde und solche Frage bekäme? Ein leicht nachdenklicher Blick machte sich auf ihrem Gesicht breit.
      "Würdest du mich Entführen? Mich mit in eine andere Welt nehmen?"
      Delara war entschlossen, entschlossen zu gehen und diesen jungen Mann zu folgen, zumindest so lange, wie es gut gehen würde.
    • (Upsi.. war bisschen viel los, sorry^^;)


      Irgendwie kam von dem kleinen Mädchen kein Ton mehr heraus. Sollte dies ein unangebrachter Scherz sein? Oder war es nun wirklich der Ernst von diesem kleinen, traurig wirkendem Mädchen? Der große Dunkelhaarige wirkte immer noch sichtlich verwirrt, jedoch durchaus interessiert. Wieso wollte sie weg? Und vor allem: Warum so eilig? Sie drängte nahe zu, dass er sie nun sofort auf der Stelle mitnehmen sollte. Ohne sofort zu antworten, sah er das Mädchen mit den langen, weißen Haaren an. Ihre Augen waren von Traurigkeit und Verzweiflung getränkt und in diesen schönen Augen, fand der Junge auch seine Antwort: Sie meinte es tatsächlich Ernst. Es machte den Kurzhaarigen nur noch neugieriger. Was ist diesem unsagbar traurigem Geschöpf widerfahren, sodass sie mit einem wild Fremden jungen Mann mitgehen würde? Was könnte noch schlimmer sein? Dem Anschein nach, herrschte hinter diesen Gemäuern die pure Angst. Erneut blickte er zu dem großen Anwesen. Es strahlte eine ruhige und majestätische Aura aus, sodass es für ihn gar unvorstellbar wirkte.
      Leid? Das Leid, welches er ihr zufügen würde, wäre erträglicher? Ein erneuter, prüfender Blick in ihren Augen, bestätigte ihm das dieses Mädchen es vollkommen ernst meinte. Mit dem selben ausdruckslosen Gesicht, den der Große für gewöhnlich aufsetzte, sah er die kleine Schönheit an. Entführen..
      "Mhm. Wie viel Zeit hast du noch?" fragte der Junge schließlich. Denn irgendwie war ihm klar, dass dem Mädchen nur begrenzten Freigang gewährt wurde. Oder schlief sie die ganze Nacht hier draußen, im Garten? Letzteres würde es natürlich enorm vereinfachen, denn sonst müsse er sich etwas gutes Einfallen lassen das weißhaarige Mädchen hier heraus zu bekommen.
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    • Ihre Fingerspitze glitt leicht über ihre Lippen, ihr Gesicht sah nun eher nachdenklich aus. Wann sie Freigang hatte, eine sichtlich schwere Frage. Nach dem Streit vorhin wäre es denkbar, das sie die nächsten Tage nicht ohne weiteres in den Garten durfte. Nervös glitt ihre Hand durch die Haare, konnte sie dem dunkelhaarigen vertrauen? Oder würde er sie nur ausliefern? Ihr Vater würde bestimmt eine Belohnung auf das finden für sie aussprechen. Wie bei einem Hund, nur das sie menschlich war oder zumindest das, was noch nach all dem von Menschlichkeit übrig blieb.
      Es herrschte eine kurze Stille, wie in einem der Bücher die sie gelesen hatte. Der Wind wehte durch den Kirschblütenbaum, der am Anwesen stand und ließ ein sanftes rascheln an der Mauer ankommen. Der Duft von Rosen stieg in die Lüfte und flog davon. Was sollte sie Antworten? Ihr Blick glitt bei dem Mann, der über ihr saß auf und ab. Eine Maske, warum trug er eine Maske? Hatte er etwa etwas zu verbergen? Mit einem Kopfschütteln versuche sie diese Gedanken abzuwimmeln, an besseres zu denken. "Entweder im Garten oder im Keller... Es gibt einen Ablaufplan. Bald muss ich rein, dann werde ich in den Keller gebracht. Morgens werde ich geduscht, dann wird gelernt. Danach komm ich wieder in den Keller, bis es Abend ist und ich in den Garten darf. Für eine Stunde." Ein wenig Scham machte sich in der Stimme von dem Kücken breit, noch nie hatte sie mit jemanden überhaupt darüber gesprochen. Und die Person vor ihr war auch noch völlig Fremd, er müsste denken, das sie ihn ein Lügenmärchen erzählt.
      "Nur heute...Kommt mein versprochener Gemahle, um mich zu...zu begutachten" Auf der Haut des Kückens bildeten sich wegen diesen Worten eine Gänsehaut, ein kurzes zucken wie von einem Stromschlag durchfuhr ihren Körper.
      "Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wo ich heute sein werde".

      Die Tür des Gartens öffnete sich, ohne das ihr Vater herausschaute rief es Delara zu sich herein. "Danke für dein Gehör" der Versuch, ein Lächeln über ihre Lippen zu drücken, misslang. Dann rannte sie schnellst möglich, mit den Händen hinter ihrem Rücken um das Blut zu verstecken, zur Tür, damit er den Mann auf der Mauer nicht sah. Ohne zurückzublicken schloss sie die Tür.
      Das Licht im Wohnzimmer ging an, das Fenster lag auf Gartenseite. Delara saß auf einem Sofa, das eine goldene Umrandung hatte, das Polster selbst war aus rotem Samt. Der Tisch vor dem Sofa war aus Eibenholz, verziert mit verschiedenen Mustern. Der Teppich war aus Löwenfell, Delara war nicht der größte Freund von der Jagd. Für sie waren die meisten Tiere sehr faszinierend und majestätisch. Grade weil sie die meisten nur aus Büchern kannte, nur einige Garteninsekten hatte sie begutachten können, nicht einmal einen Hund hatte sie jeh streicheln dürfen. Nun setzte sich ein Mann neben Delara, seine Haare waren nach hinten gekämmt, einen Bart hatte er nicht. Der Anzug schien sehr edel zu sein, doch das Kücken war mehr angeekelt als erfreut. Die Hand des Mannes legte sich auf dem Schoss von Delara nieder, währenddessen sich ihr Vater auch an den Tisch setzte und sie über alles mögliche redeten. Doch Hauptthema war die Hochzeitsnacht.
    • So wie es aussah, überlegte es sich das kleine Mädchen wieder anders. Es schien wohl doch nur ein dummer Scherz gewesen zu sein, jedoch hatte sich der große Junge so etwas beinahe bereits Gedacht. Wieso sonst sollte dieses kleine Mädchen mit ihm mitgehen? Und um ehrlich zu sein, wusste der Schwarzhaarige auch nicht Recht, was er mit diesem kleinen Ding anfangen sollte.
      Und da regten sich die zarten, kleinen Lippen der Weißhaarigen. Sie hatte einen Tagesablauf, der einer Gefangenen glich. War das Mädchen vielleicht etwas ziemlich besonderes? Die Tochter eines hohen Tieres? Oder waren die Eltern bloß über behütet? Aber das Wort 'Keller' brannte sich in seinem Gedächtnis ein. Ein Keller? Wieso sperrte man solch schönes Wesen in den Keller? War sie wirklich eine Gefangene? Verwirrung machte sich in dem Gesicht des Jungen breit. Die Stirn legte sich in Falten und die Augenbrauen zogen sich eng zusammen. Und dann auch noch eine Stunde Freigang im Garten. Es kam ihm alles so merkwürdig vor, wie aus einem schlechten Film.
      Gemahle! Natürlich.. was auch sonst. Langsam wurde es wirklich ungläubig. Wie alt war dieses Mädchen? Zwölf?
      Irritiert und stumm blinzelte der Dunkelhaarige das Kleine mehrmals an. Waren das alles irgendwelche Hirngespinste und erfundene Geschichten?
      Das Gartentürchen quietschte laut, als jemand hereintrat. Aber der Masken träger kam gar nicht auf die Idee sich irgendwie zu verstecken oder von der Mauer zu springen, er machte nicht einmal irgendwelche Anstalten davon, sich zu erschrecken. Daher blieb er einfach weiterhin auf dieser Mauer sitzen und drehte lediglich den Kopf zur Seite, um nun den Mann zu beäugen, welcher hereinspazierte. Nickend verabschiedete sich der Große von dem Mädchen - welches jedoch bereits fort war. Von weitem sah der Junge nur noch, wie alle in der großen Villa verschwunden sind.
      Ein tiefes seufzen entfuhr aus den Lippen des Dunkelhaarigen und mit einem Satz sprang er von der Mauer hinunter. Wie viel Wahrheit steckte in dieser Geschichte des merkwürdig aber so schönem Mädchen? War diese Erzählung der Grund für ihren herrlichen traurigen Anblick? Nun.. seit langem hatte etwas sein Interesse geweckt.
      Als wäre es keine große Sache und ohne sich irgendwie heimlich umher zu schleichen, ging er auf die Villa zu und spähte durch die Fensterscheibe. Ein sehr viel älterer Herr saß neben dem weißhaarigen Mädchen, war der Kerl nicht viel zu alt als das er sie so familiär Berührte?
      Seufzend steuerte der Große auf die pompöse Haustür zu und klingelte einfach, während er in seiner Hosentasche nach seinem Portmonee kramte.
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    • "Delara, wir müssen fortfahren" sagte ihr Vater, wären dessen er an dem Tee schlürfte wie ein Besessener. Der ältere Mann neben ihr, der bald ihr Gemahl sein würde, drückte das Mädchen an sich. "Dir wird es bei mir gut gehen! Wirklich sehr gut! Wenn du artig bist." Beide Männer lachten aus vollem Halse, es klang fast so, als wäre all dies ein Film. Doch das, was Delara wirklich nicht aus dem Kopf ging, war der Mann auf der Mauer. Mit seiner schwarzen Maske, die sein Gesicht verdeckte. Wieso trug er eine Maske? Ein wenig Neugierig war das Kücken schon, auch wenn es meistens nicht gut endete. Und wieso saß er überhaupt auf der Mauer? Fand er das Anwesen so schön? Die Fassade blendet, ob er ihr wohl geglaubt hatte? Seine Augen sahen so gelangweilt aus... Er hätte ihr wahrscheinlich nicht einmal im Ansatz gelaubt, läuft jetzt nach Hause und erzählt diese lustige kleine Geschichte seinen Freunden. Als der Gedankengang durch war, klingelte die Glocke der Haustür. Es war ein Schriller Ton, fast wie bei einem Alarm.
      Ihr Vater blickte ein wenig verdunst zur Tür, der Mann auf der Couch zog eine Augenbraue hoch und blickte dann fragend zu dem Chef im Haus. Komischerweise klopfte das Herz des Kückens, lautstark, so stark, das sie Angst hatte, man würde es hören. War es doch Mauersitzer? Was wenn er es ist? Würde er es ihrem Vater sagen. Schlagartig wurde aus Hoffnung Angst, sie wollte aufspringen und zur Tür rennen, doch ihr Vater war vor ihr da. Und tatsächlich, der Mann mit der Maske stand dort. Ihr Vater, der gute 1.89 groß war, lehnte sich geschmeidig an den Türrahmen, musterte den Jungen von oben bis unten. "Guten Abend, kann ich ihnen weiterhelfen?" Waren die ersten Worte, die aus dem Mund des 1.89 großen kamen.
      Delara, die ein wenig weiter hinten im Flur stand, wurde ganz schwarz vor den Augen. Wenn er nur ein falsches Wort sagen würde, wäre sie für immer im Keller eingeschlossen. Ihre Hand stütze sie an der Wand direkt neben ihr ab, so das sie etwas halt bekam. Nun stieß auch der Firmenpartner, der Gemahle von dem Kücken dazu und legte von hinten beide Arme um sie "Kennst du ihn?". Delara schüttelte mit dem Kopf, sie log... Alles wäre soviel schlimmer, für beide Parteien, wenn sie wüssten, das sie vorhin erst gesprochen hatten. Das Kücken betete innerlich schon fast dafür, das der Mann mit der Maske sich nur einen dummen Scherz erlaubte. Oder war er wirklich da, um zu helfen? Unmöglich.
    • Den Geldbeutel gezückt ließ der Schwarzhaarige diesen nun aufklappend vor der Nase des fremden Mannes wedeln. "Personalamt." verkündete der Junge seriös und ließ den Geldbeutel wieder in seiner hinteren Hosentasche verschwinden. "Ich bin im Auftrag der Haushaltszählung des Einwohnermeldeamtes in diesem Viertel unterwegs und erfasse jeden Einwohner in jedem Haushalt." Der Satz hörte sich an, als hätte der Maskierte diesen Satz bereits zum hundertsten Male herunter gerattert. Sein Blick fiel über die Schulter zu dem weißhaarigen Mädchen, dann zu dem ekligen Kerl daneben und wieder zurück zu seinem Gegenüber. "Dazu gehört das Zählen der Personen sowie die Erfassung derer Tätigkeiten." fuhr der Dunkelhaarige fort, ohne dem Kerl vor ihm aus den Augen zu blicken. Sein Blick war eisern und standhaft, so als ließe sich dieser müde Beamtenblick nicht einschüchtern.
      "Ich würde gerne wissen, wie viele Personen in diesem Haushalt leben, in welcher Beziehung und Relation sie zueinander stehen und welchen Tätigkeiten Sie nach gehen." forderte der Große nun den Fremden an der Tür auf. Ob man ihm diese Masche abkaufen würde? Und was sollte er tun, wenn nicht? Jedoch ließ sich der Schwarzhaarige nichts von seinen Gedanken nach außen hin ansehen. Aber er wusste, mit seinem Auftreten hatte er bereits so manch Leute hinter's Licht geführt und es war auch wie immer ein gefährliches Spiel mit den Flammen. Sollte auch nur ein Fünkchen Wahrheit hinter der Geschichte des Mädchens stecken, so würde sich dies Gleich zeigen. Und wenn es auch nur ein kleines bisschen Wahrheit enthalten würde, würde es der Große als Anlass nehmen und dem Mädchen wohl helfen. Zumindest war es sein jetziges Gefühl ihr gegenüber.
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    • Ihr Vater blickte ein wenig skeptisch, bat den Jungen jedoch rein damit kein Verdacht entsteht. Er schob den Jungen schon fast in das Wohnzimmer, ohne das dieser wieder Worte geben konnte. "Also, zuerst einmal herzlich Willkommen in dem Anwesen der Familie Holdz" eine kurze Pause folgte. Delara merkte die Anspannung in der Luft. Ihr Vater schien über diese Situation nicht glücklich gewesen zu sein und funkelte das Mädchen an, ja keinen Ton von sich zu geben. "Also, ich bin der Vater Herr Holdz, ich arbeite im Unternehmen Holdz AG. Geschäftsführer" Das Grinsen des Vaters war nun wieder selbstsicher, er wusste das jeder Respekt vor dieser Firma hatte. "Mein Sohn Zyrel Holdz arbeitet auch dort, als mein Berater. Meine Tochter Delara ist Hausfrau, da wir so oder so genug Geld haben kümmert sie sich um das Haus hier. Würde das ihre Fragen klären?" Das war keine Frage, sondern eher die Aufforderung zu gehen. "Sie stören uns grade in einem wichtigen Gespräch. Es geht um die Hochzeit meiner liebsten Tochter und meinem zukünftigen Schwager." Bei diesem Satz bekam Delara Gänsehaut, seiner liebsten Tochter? In welcher Welt bitte? "Und bevor die Frage aufkommt, ob sie alt genug sei, sie ist neunzehn Jahre alt. Wir alle wissen, das sie jünger aussieht, jedoch ist dies nicht der Fall" Ihr Vater wollte weiter reden, doch das Kücken kam ihm diesmal zuvor "Zwangsheirat" nuschelte sie vor sich hin, in der Hoffnung, das der Junge es gehört hatte. Von ihrem Vater kam ein böses funkeln in ihre Richtung, ehe er sich wieder in Richtung des Flures drehte und seinen Arm in die Richtung des Ausganges hob. "Wenn ich nun bitten darf, werter Herr. Wir haben noch einiges zu Besprechen und wie sie sehen, gibt es hier keine Probleme."
      Das Kücken starrte maskierten an, fast so, als würde sie versuchen mit ihrem Blick ein Loch in seinen Körper zu zaubern. Hätte er überhaupt eine Chance sie hier rauszuholen? Früher oder später wird alles gelüftet werden, das er nie eine Zählung durchgeführt hatte. Das dies alles eine Lüge war.