Mein (magischer) Kollege [Sunnysongs & Cailemia]

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    • Mein (magischer) Kollege [Sunnysongs & Cailemia]

      Handlung

      Alle Menschen sind ein Teil eines großen Ganzen. Es besteht aus der Energie jeden einzelnen und jeder einzelne besteht aus ihm. Dieses Ding wird auch als Magie bezeichnet. Und obwohl jeder ein Teil ihrer ist, haben nur wenige die Möglichkeit, auf sie zuzugreifen und für sich zu verwenden.

      X ist ein Magier, der in dieser magischen Welt lebt. So gehört er der Blutlinie großartiger Wassermagier an, die von Natur aus ästhetisch schön sind und anziehend wirken, Wasser manipulieren und Illusionen erschaffen können. Außer dieser Gruppe gibt es zwei weitere: Feuermagier, die als temperamentvoll und leidenschaftlich gelten sowie besondere Geschwindigkeit aufweisen und Feuer beschwören können; und Erdmagier, die bodenständig und intelligent sind sowie körperlich stark und in der Lage, Erde und Vegetation zu verändern. Zwischen den drei Fraktionen gibt es - wie sollte es auch anders sein - ständig Zankereien. Doch auch unter den Gleichgesinnten herrscht Konkurrenz: Jeder möchte sich so hoch wie möglich arbeiten.

      Nachdem X nach langer und harter Arbeit nun endlich seine eigene Abteilung führen darf, meint er sein Ziel erreicht zu haben. Er ist sehr talentiert im Umgang mit Magie, doch das ist auch der einzige Bereich, in dem er etwas nachweisen kann: Soziale Kompetenzen sind für ihn ein Fremdwort und auch in anderen Fällen erwies er sich bisher immer als hilf- und nutzlos.

      Y dagegen steht mit beiden Beinen fest im Leben (Wahlweise Magier oder nicht-Magier). Doch durch eine Verwechslung wird Y's Welt bald auf den Kopf gestellt: Plötzlich befindet sich Y mitten im Zentrum der Streitereien der 3 drei Magierparteien. Die Schuld daran trägt alleine X.



      @Cailemia - Lumier - Y
      Lumier

      Cailemia schrieb:

      Lumier.jpgName
      Lumier

      Alter
      25

      Geschlecht
      männlich

      Magische Eigenschaft
      /

      Eigenschaften
      Lumier ist eine fleißige, freundliche Person, die den menschlichen Kontakt sucht und sich an offenen, ehrlichen Gesprächen erfreut. Wenn er auf Abneigungen trifft, kann er recht schüchtern und zurückhaltend sein, versucht jedoch, immer eine geeignete Lösung zu finden.
      Auch Ehrlichkeit gehört zu seinen Eigenschafte.
      Geschichte:
      Lumier hat einen Teil seiner Kindheit in einem Waisenhaus verbracht, seine Eltern waren Tod, wohl an einem Autounfall gestorben, welchen nur er knapp überlebt hatte, so wurde es ihm zumindest erzählt, aufgrund des Schocks vom Unfall und seinen Verletzungen konnte er sich an den Unfall nicht erinnern, doch das wollte er auch nicht.
      Mit seinem zehnten Lebensjahr wurde er von einer freundlichen Familie adoptiert, zwei miteinander verheiratete Frauen, bei denen sich der schüchterne Junge vom ersten Tage an wohl fühlte.
      Sein Leben verfiel so normal, wie es für einen Jungen ohne magische Kräfte in einer magischen Welt nur möglich war. Er besuchte die Schule, genoss die Zeit mit seiner neuen Familie und war eine fleißige, freundliche Person deren einziger Traum war, ein glückliches Leben mit seiner neuen Familie zu führen.
      Nach seinem Abschluss hatte er in einer einfachen Firma gearbeitet, die jedoch nach einigen Jahren bankrott ging, woraufhin Lumier einen Job als Assistenten in der Stadtbibliothek angenommen hatte, mit welchem er vollkommen glücklich ist, was auch seinen freundlichen Kollegen zu verdanken ist.
      Sein Leben hätte von ihm aus einfach so weiter gehen können, als es plötzlich vollkommen auf den Kopf gestellt wird, wie er wohl damit umgehen kann?

      Sonstiges
      ~ hat eine Bewunderung für Magie, weshalb er gerne anderen bei deren Wirkung zusieht oder von magischen Werkzeugen und Maschienen begeistert ist. Hat jedoch mit der Tatsache, selbst keine wirken zu können, seit langem abgeschlossen.
      ~ kann gut kochen, was er von einer seiner Mütter beigebracht bekommen hatte
      ~ verbringt gerne viel Zeit mit anderen Menschen



      @Sunnysongs - Elijah - X
      Elijah

      Sunnysongs schrieb:

      Name:
      Elijah Awa.


      Alter:
      23.


      Geschlecht:
      Männlich.


      Magische Eigenschaft:
      Wassermagie mit einem Fokus auf Nebel und Illusionen.


      Aussehen:
      Elijahs Augen sind gräulich-blau, die Haare sind schwarz und bewusst frisiert. Mit seiner Größe von 1,80m fällt er in den oberen Bereich des Durchschnitts. Aufgrund seiner angeborenen magischen Fähigkeiten im Bereich Wasser, wirkt er auf Personen in seiner Umgebung anziehend und ästhetisch schön. Nicht zuletzt deswegen wirkt er unnahbar, beinah mystisch. Auf den ersten Blick sieht er körperlich fit aus, fällt in Bezug auf Kraft aber höchstens in den unteren Durchschnitt. Eine gewisse Ausdauer hat er sich nur angeeignet, um den Anforderungen seiner Magie gerecht zu werden und die Prüfung zum Beamten bestehen zu können.
      (Bildquelle)


      Eigenschaften:
      Neben seinem Aussehen, das ihn unnahbar wirken lässt, trägt die Non-Existenz sozialer Kompetenzen dazu bei, dass nicht nur er andere Menschen und Magier meidet, sondern sie auch ihn. Die meiste Zeit verbringt er daher alleine. Elijah stützt sich sehr auf seine Magie und dem damit verbundenen Wissen, ist aber gleichzeitig bestrebt, neue Erkenntnisse zu gewinnen und maßstäblich auf die praktische Forschung einzuwirken. Das passiert nicht selten auf Kosten von Vorsicht und der eigenen sowie der Sicherheit anderer.


      Kurz lässt er sich in seinen positiven Charakterzügen als fleißig, ehrgeizig und wissbegierig beschreiben. Dem gegenüber steht, dass er einzelgängerisch sowie selbstbezogen ist; am meisten vertraut er sich selbst und seinen Fähigkeiten. Wegen seines grundsätzlichen Desinteresses an anderen Menschen, wird er als unsympathisch und kaltherzig wahrgenommen. Dazu kommt, dass er "ohne Filter", ohne etwas zu beschönigen, seine Gedanken gerade heraus spricht.

      Geschichte:
      Elijah ist der einzige Sohn einer mittelständigen (Wasser-)Magier-Familie, ohne viel Verwandtschaft. Sein außergewöhnliches magisches Talent zeigte sich früh, sodass es sich seine Eltern zur Lebensaufgabe gemacht haben, ihm eine möglichst umfassende Bildung und Förderung diesem bezüglich zukommen zu lassen. Generell war die Beziehung zu seinen Eltern nie eine sonderlich enge, was genau darauf zurückgeführt werden kann, dass er den größten Teil seiner Kindheit im Internat und diversen Bildungsstätten verbracht hat. Dieser Umstand störte ihn jedoch wenig; Elijah war begeistert, fast versessen, von seinen übernatürlichen Kräften. So umgab er sich lieber mit Büchern und Schriften, anstatt mit Gleichaltrigen zu spielen.


      Während seiner Schulzeit fiel er bereits verschiedensten Institutionen auf, sodass er direkt nach seinem Abschluss in den Forschungssektor der Wasserfraktion wechseln konnte. Im "Institut für angewandte magische Studien" festigte er seine Position als einer der talentiertesten Magier seiner Zeit. So sicherte er sich, nach zahlreichen Überstunden sowie schlaflosen Nächten, bereits nach zwei Jahren die Leitung einer kleineren Abteilung, die eng mit den anderen beiden Fraktionen zusammenarbeiten muss. Es sollte sich jedoch bald herausstellen, dass er alles andere als geschaffen für diese Position war...

      Sonstiges:
      -Elijah hat nicht nur Probleme bei Interaktionen mit Menschen, sondern auch mit sonstigen Lebewesen, Tieren sowie Pflanzen.
      -Obwohl das Gedächtnis von Elijah sehr gut ist, kann er sich keine Namen merken. Das wird wohl daran liegen, dass er sich kein Stück für Andere interessiert.
      -Für Menschen, die keinerlei magisches Potenzial aufweisen, interessiert sich Elijah noch weniger als für Magier - obwohl ein derartiges Maß an Desinteresse kaum möglich sein sollte.
      -Elijah strebt nach persönlicher Weiterentwicklung; die Karriereleiter zu erklimmen, ist für ihn lediglich ein Mittel zum Zweck.
      -Smalltalk ist einer der größten Feinden von Elijah.






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      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Sunnysongs () aus folgendem Grund: Edit 1: Beschriftung der Spoiler vertauscht. Edit 2: Spoiler für den ersten Teil wiederhergestellt, link zur Vorstellung überarbeitet. Edit 3-5: Probleme mit dem Spoilern... Jede Menge Probleme mit den Spoilern...

    • Elijah

      "Plopp." Kontinuierlich tropft das Kondenswasser von einer der vielen Fensterscheiben im Lesesaal. Jedes Mal, wenn einer der Tropfen den Boden erreicht, entsteht dieser gedämpfte Ton. "Plopp". Immer gleich zieht sich dieses Geräusch durch den beinah menschenleeren Raum, als würde dieser eine Ton wieder, wieder und immer wieder von neuem gespielt werden, wie eine Schallplatte, die einen Sprung hat. "Plopp." Das Wetter war heute eigentlich angenehm; es ist gerade so warm draußen, dass der frühmorgendliche Schnee bei Sonnenaufgang zerfloss. Trotzdem war es noch notwendig, in den Räumlichkeiten der Bibliothek ordentlich zu heißen. "Plopp." Energisch schiebt der schwarzhaarige Mann, der noch vor kurzer Zeit unendlich tief in einem Buch vertieft gewesen schien, seinen Stuhl beim Aufstehen zurück. Mit beiden Händen stützt er sich auf den Tisch. "Plopp." Einige dunkle Strähnen hängen knapp über den vergilbten Seiten des Tagebuches, das er bis eben noch sichtete. "Einatmen..." spricht er mit gedämpfter Stimme zu sich selbst, "und wieder ausatmen. Haaaaaah." "Plopp." Eine schnelle Kopfbewegung reicht aus, um den genauen Ursprung des inzwischen nervtötenden Geräusches ausfindig zu machen. Zähneknirschend richtet sich der Mann auf, schreitet mit großen, determinierten Schritten auf das entsprechende Fenster zu und ... "Plopp!" ... bleibt direkt vor dem feuchten Fleck auf dem verwaschen-blauen-grauen Teppichboden stehen. Noch immer ist sein Blick fixiert auf das Nass, welches kontinuierlich ... "Plopp!" ... und in einem immer gleichen Rhythmus vor sich hin plätschert. Gerade ist ein weiterer Tropfen dabei, sich zu formen und bereit zu machen, auf die Reise in Richtung Teppich zu gehen. Mit seinem Zeigefinger visiert der Mann ihn an und presst das Wort "still" mühsam heraus, wobei er um Selbstbeherrschung ringt. "..." Kein Geräusch klingt mehr durch den Raum, als sich der Tropfen zu seinen bereits gefallenen Kameraden und Kameradinnen gesellt.
      Erleichtert atmet Elijah auf. Es war nicht seine Aufgabe, sich um solche trivialen Dinge zu kümmern. Seine Aufgabe war eine ganz andere, welcher er sich jetzt wieder zuwenden konnte, da sein innerer Frieden mithilfe von einem kleinen bisschen Magie wiederhergestellt war. Sicherlich hätte er eine der Servicekräfte der Bibliothek oder des Archives darauf ansprechen können, dass es ihm wegen dem ganzen Lärm unmöglich war, konzentriert zu arbeiten. Schließlich ließ er das aber lieber bleiben - das letzte Mal, als er sich über das Summen der Heizung beschwert hatte, stieß er nur auf Unverständnis. "Es sei doch kaum zu hören", hieß es dann. "Nutzen Sie doch Ohrenstöpsel", sagten sie. Bei dem Gedanken an das Gespräch schnaubt Elijah verärgert. Wie könnten sie es sich erlauben, ihm gegenüber so zu reagieren? Zielstrebig dreht sich der schwer beschäftigte Magier um und begibt sich zurück an seinen Stammplatz. Zufrieden lässt er sich auf den Stuhl fallen, rückt an das Pult heran und vertieft sich erneut in die krakelige Handschrift eines Magiers, der anscheinend Spaß daran hatte, täglich das Wetter in seinem Tagebuch zu beschreiben. Mit einem angespannten Ausdruck im Gesicht setzt Elijah seine Brille ab und legt sie neben das gebundene Schriftstück. Obwohl das Tropfen nicht mehr zu hören ist und eigentlich nichts in seinem Sichtfeld auf das Wasser hinweißt, besteht in dem Inneren des Wassermagiers eine schwer zu fassende Unruhe. Mit der linken Hand findet er seine Nasenbrücke und massiert diese zwischen Zeigefinger und Daumen. Wasser; er konnte noch spüren, wie sich das Wasser im Raum bewegte, wie es an der Scheibe herunter floss, sich sammelte, fiel und dann am Boden in aberhunderte Partikel zersprang. Stöhnend verzog er das Gesicht, auch ohne das Platschen war dieses Gefühl anstrengend genug. Darüber hinaus meldete sich in seinem Hinterkopf aber noch die Sorge um all die wertvollen Bücher, die in den Räumlichkeiten des Instituts für angewandte magische Studien aufbewahrt wurden. "Können sie denn nichts alleine..?" Grimmig bewegt er die linke Hand von seinem Gesicht zu der schwarzen Hornbrille und platziert diese wieder auf seiner Nase. Noch einmal atmet er tief durch, sammelt sich und seine Gedanken. Dann läuft Elijah los, um einen der Angestellten über den unmöglichen Zustand zu unterrichten, in dem sich die Bibliothek befindet.


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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sunnysongs () aus folgendem Grund: Edit 1: Buchstabendreher und Rechtschreibfehler verbessert. Vergessene Wörter eingefügt. Zeitformen Überarbeitet.

    • Lumier
      Leise vor ihm her summend lief Lumier durch die zahlreichen Bücherregale der Bibliothek, ordnete neue und vor kurzem abgegebene Bücher wieder an ihren rechtmäßigen Platz, genau dorthin, wo sie hin gehörten. Anfangs hatte er noch Probleme damit gehabt, sich das unnötig komplizierte Ordnungssystem der Bibliothek – welches sicher seit Jahrzehnten nicht mehr überarbeitet worden war – zu merken, doch mittlerweile lief er zielstrebig zu den richtigen Regalen, als hätte er nichts anderes gemacht. Er mochte die Arbeit hier, die meiste Zeit über war es still und ruhig, selbst im kalten Winter war es innerhalb der Wände der Bibliothek warm und gemütlich und er verstand sich sehr gut mit seinen Kollegen, mit denen er hin und wieder Abends noch etwas essen ging.
      Da fiel ihm ein, er wollte sich noch ein wenig mit Magrit unterhalten, sie hätte bald Geburtstag und er wusste noch immer nicht, über was für ein Geschenk sie sich wohl freuen würde.
      In seinen eigenen Gedanken vertieft ordnete er weiterhin die Bücher auf seinem kleinen Karren ein, als er aus dem Augenwinkel das Gesicht eines jungen Mannes erhaschte.
      Es war ein wirklich schönes Gesicht, umrandet von schwarzen Haaren, doch es blickte ihn wütend an.
      „Kann ich... kann ich ihnen irgendwie helfen?“, gab Lumier etwas nervös von sich, nicht sicher, was er falsch gemacht haben könnte, um einen solchen Blick zu verdienen. Ob der Fremde wohl einfach nur einen schlechten Tag gehabt hatte?
    • Elijah
      Schneller als erwartet, stößt Elijah auf eine Person. Ganz sicher, ob es sich wirklich um einen Angestellten handelt, ist er nicht. Erst der halb beladene Bücherkarren gibt ihm den entscheidenden Hinweis. Obwohl der Magier immer viel Zeit in der Bibliothek und im Archiv verbrachte, hat er sich nie für das Personal interessiert, das dort arbeitete. Solange sie ihre Aufgaben erfüllten, die Bücher an ihren rechtmäßigen Platz zurücksortierten und dafür sorgten, dass dem Bestand kein Schaden zukam, konnte er ihre Präsenz tolerieren - mehr aber auch nicht. Das war hier aber eindeutig nicht der Fall; sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich deutlich. „Kann ich... kann ich ihnen irgendwie helfen?“ Auf die Frage des blonden Mannes reagiert Elijah, indem er abrupt stehen bleibt und die Arme fest vor dem Körper verschränkt. "Wasser." Dass dieser Mann keine Ahnung von der Gefahr hatte, welcher er und seine Kollegen und Kolleginnen den Bestand leichtmütig aussetzen, reizte ihn merklich. Diese Gereiztheit fand sich auch in seiner Stimme unüberhörbar wieder: "Es muss sich um das Kondenswasser gekümmert werden. Sofort." Es war notwendig so zu reagieren, dachte er sich, oder etwa nicht?


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    • Lumier
      Verwirrt starrte er den Fremden an, als er nur das Wort Wasser von sich gab und er verstand nicht recht, was er ihm damit sagen wollte, als er beschloss seine Erklärung doch noch weiter auszuführen und es war deutlich heraus zu hören, dass der fremde Mann mit dem guten Aussehen alles andere als erfreut war. Lumier hatte recht, er hatte schlechte Laune.
      „Kondenswasser...?“, versuchte er noch mehr aus dem Fremden heraus zu bekommen, da er sich noch immer nicht ganz sicher war, was er ihm eigentlich sagen wollte.
      Es gab doch nicht etwas irgendwo ein Leck in der Bibliothek, oder?
      „Wieso... zeigen sie mir nicht einfach die Stelle mit dem Kondenswasser und ich schau, was ich tun kann?“, schlug Lumier vor, bemüht freundlich zu lächeln, anstatt sich von der Gereiztheit des Fremden einschüchtern zu lassen.
      Der Fremde schien eine gewisse Autorität auszustrahlen, weshalb das alles andere als einfach war.
      Lumier hatte fast das Gefühl von seinem Vorgesetzten getadelt zu werden.
    • Elijah
      „Wieso... zeigen sie mir nicht einfach die Stelle mit dem Kondenswasser und ich schau, was ich tun kann?" Wenn es nicht vorher schon ein leichtes gewesen wäre, auf einen Blick die gereizte Verstimmung des Mannes aus dessen Gesicht abzulesen, dann war es das spätestens jetzt. "Ich schau, was ich tun kann", wiederholte er die Worte seines Gegenübers, seine gedämpfte Stimme war nicht viel mehr als ein gefährliches Graulen. Es verlangte Elijah seine volle Beherrschung und Konzentration ab, seine Magie unter Kontrolle zu halten. Es hätte nur einen schnellen Zauber gebraucht - der ihm bereits auf der Zunge lag - um seiner Frustration Luft zu machen und den anderen in einen stechenden Nebel zu hüllen. Bevor der Brillenträger noch weiter darüber nachdenken konnte, wie der Nebel beschaffen sein würde - ob er seinen Gegenüber darin ertränken würde oder doch lieber bei lebendigem Leibe kochen - schloss er den Gedanken ab. Würde er jetzt einen Zauber wirken, wären die abertausende Bücher einer ebenso - wenn nicht größeren - Gefahr ausgesetzt. Unwillig löste er seine Arme, die bis eben noch vor seiner Brust verschränkt waren, und drängte mit einer flinken Handbewegung die gefährlichen Wellen aus Mana zurück, die sich bereitwillig, seinem Befehl zu folgen, in die Luft um seinen Körper herum gesellt hatten. Es brauchte noch einen Atemzug, bis Elijah sich soweit gesammelt hat, dass er wieder sprechen konnte. "Die Fenster." Auch wenn es nur zwei Worte waren, strengten sie ihn unglaublich an. Es widerstrebte ihm zutiefst, sich derart führig zu zeigen. Ohne noch zu warten, drehte er sich um und bewegte sich mit großen Schritten aus dem Gang heraus, um zielstrebig auf eines der großen Fenster zuzuschreiten.


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    • Nervös und sich nicht ganz sicher, wie er mit dieser Situation umgehen sollte – anders, als freundlich zu bleiben und zu lächeln natürlich – beobachtete er den Fremden, während er darauf wartete, dass er auf sein Angebot eingehen und ihm die Stelle mit dem Wasser zeigen würde, Lumier hoffte dadurch mehr über die eigentliche Situation erfahren zu können, da sein Gegenüber nicht besonders gewandt in der Kunst der Kommunikation zu sein schien – oder vielleicht war es auch einfach schwer zu erklären, was genau er meinte?
      Als Mensch ohne jegliche Affinität zur Magie verwirrte ihn die Tat des Fremden nur, als er scheinbar wahllos eine flinke Handbewegung ausführte – wenn er gewusst hätte, in welcher Gefahr er sich in diesem Moment wirklich befunden hatte, hätte er es sicherlich mit mehr Angst zu tun gehabt als jener, die er bereits gegenüber dem Fremden mit dem dunklen Blick gehabt hatte – ehe zwei weitere Worte von dem Mann mit dem schwarzen Haar bekam, als ginge es hier darum mit wenigen Hinweisen ein schwieriges Rätsel zu lösen, und der Fremde sich ohne ein weiteres Wort umdrehte und Lumier annahm, dass er ihm nun lieber folgen sollte, er wollte ihn nicht noch wütender machen, als er es bereits war.
      Ob er nicht lieber Robert darum bitten sollte? Er konnte mit schwierigen Besuchern deutlich besser umgehen als Lumier, doch befürchtete er ihn nur noch wütender zu machen, wenn er den Fremden noch länger warten ließ. Im Ernstfall konnte er sich ja immer noch zurückziehen.

      Im nahegelegenen Lesesaal angekommen brauchte Lumier nicht besonders lange, um eins und eins zusammen zu zählen und endlich zu verstehen, was der Mann mit den schwarzen Haaren eigentlich von ihm wollte – wieso hatte er es ihm nicht gleich einfach erklärt? - und er betrachtete den Wasserfleck auf dem Teppich, welcher von zahlreichen Tropfen vom Fenster gebildet worden war.
      Irgendetwas störte ihn hier jedoch, er wusste nicht recht, was es war, während er sich Gedanken darum machte, wie er das Problem auf schnellste Art und Weise lösen könnte, ehe ihm bewusst wurde, dass es zu still war.
      Er konnte zwar beobachten, wie ein weiterer Tropfen nach dem anderen am Fenster entlang hinab floss, ehe er vom Teppich aufgesogen wurde, aber es war nichts zu hören, gar nichts, kein leises „plopp“, wenn der Tropfen auf den Teppich prallte und in viele weitere Tropfen zersplitterte.
      Ein schiefes Lächeln zeichnete seine Gesichtszüge, als ihm bewusst wurde, dass er es hier mit einem Magier zu tun haben musste und mit einem Mal fragte er sich, ob er hier wirklich sicher war.
      „Machen sie sich keine Sorgen, ich werde mich sogleich um das Problem kümmern, wenn sie mich kurz entschuldigen würden...“, wollte Lumier gehen, um das nötige Material zu besorgen das er brauchte, um sich um das Problem zu kümmern.
    • Der blonde Mann verstand das Problem doch schneller, als es Elijah ihm zugetraut hatte. Während der Angestellte an dem Fenster stand und das Ausmaß des Schadens begutachtete, stand der Brillenträger einige Schritte entfernt. Die Arme verschränkte er wieder vor der Brust; aufmerksam und gleichermaßen kritisch beobachtete er, wie sich der Angestellte herunter beugte, um den nassen Flecken zu inspizieren und sich anschließend wieder aufrichtete und das kondenswasserbedeckte Fenster ansah. Bei diesem Anblick meldete sich etwas bei dem Magier im Hinterkopf, das dieser aber nicht richtig zu greifen bekam. Vielleicht hing es damit zusammen, dass er er den Zauber, der das nervtötende Tropfgeräusch verursachte, vorher hätte lösen sollen - mit einer schnellen Handbewegung und dem Wort "Rursus" entband er daher den Fluss an Manapartikeln, die sich um das Nass geschmiegt haben. Kurz darauf tönte das Tropfen wieder durch den ansonst stillen Raum. Anders als erwartet, ließ ihn dieses merkwürdige Gefühl jedoch nicht los. Unruhe begann sich in ihm auszubreiten, vielleicht war es auch eine Art von Besorgnis, die ihn seine Augenbrauen zusammenziehen und mit der Fußspitze mehrfach klangvoll auf den Teppichboden tippen ließ. Für einen Moment schloss er die Augen und versuchte, in sich hinein zu horchen und den Ursprung seiner Verstimmung endlich zu fassen zu bekommen.
      „Machen sie sich keine Sorgen, ich werde mich sogleich um das Problem kümmern, wenn sie mich kurz entschuldigen würden...“ Der Angestellte riss ihn abrupt aus seinen Gedanken. Er drehte sich gerade um und schien den Raum verlassen zu wollen, da realisierte Elijah es endlich. Ein leises Keuchen entfuhr ihm, entgeistert starrte er dem blonden Mann entgegen. Bisher hatte er wenig auf das Aussehen geachtet, noch weniger wahrscheinlich auf dessen Ausstrahlung. Jetzt aber, das erste Mal seit ihrer Begegnung, erhielt er die ungeteilte Aufmerksamkeit des Magiers: Die halblangen blonden Haare, die in das Gesicht des Mannes fielen und die Interessanten Züge zu verstecken versuchte, schien seine Identität wie eine ebenso unauffällige wie natürliche Tarnung zu schützen. Seine unscheinbare Haltung, die von einer ebenso dezenten Aura umgeben war, ließen kaum Schlüsse auf dessen Eigenschaften zu. Er strahlte ein unglaubliches Charisma und eine gutmütige Milde aus, hinter der ein so viel tieferer Charakter verborgen lag - ungreifbar für die meisten Menschen. Das alles, dieser Gesamteindruck, kam Elijah unheimlich bekannt vor. "Marius!" Bevor er dazu in der Lage war, sich wieder zu fassen, hastete der Magier vorwärts und griff unvermittelt nach dem Handgelenk des anderen Mannes. Das konnte er nicht sein, oder etwa doch? Ohne auf eine Erlaubnis zu warten, tastet er nach dem Strom an Mana, den er im Inneren des Blonden vermutete. Und tatsächlich, obwohl Elijah es nicht schaffte, dessen Kern auszumachen, stimmte die Signatur der Teilchen mit der überein, die ihm altbekannt war. Fassungslosigkeit stand ihm offen ins Gesicht geschrieben, während sich sein Griff weiter festigte. "Warum bist du hier?"


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    • Überrascht war Lumier dazu gezwungen stehen zu bleiben, als er die Hand des Fremden an seinem Handgelenk spürte und nervös drehte er seinen Kopf zurück, wo er dem ungläubigen Blick des schwarzhaarigen mit den angenehmen Gesichtszügen begegnete. Lumier dachte sich, dass er ohne zusammengekniffenen Augenbrauen und einem stechenden Blick um einiges besser aussah, ehe er sich wieder auf die Situation konzentrierte, in der er sich befand, er verstand jedoch nicht, was genau gerade vor sich ging, war jedoch froh, dass der fremde Mann nicht mehr so wütend zu sein schien.
      „... wie bitte?“, erkundigte er sich höflich, nicht sicher, ob er sich gerade verhört hatte. Marius? Wessen Name war das?
      „Ich fürchte sie verwechseln mich da mit jemandem...“, lächelte der Blonde schief, hob sowohl entschuldigend wie auch abwehrend die Hand, versuchte aus dem Griff des Fremden zu entkommen, als sich dessen Griff mit einem Mal verstärkte.
      "Warum bist du hier?", klangen die Worte des Fremden wie ein Vorwurf in Lumiers Ohren, während er versuchte zu begreifen, wieso das passieren musste. Heute war wohl nicht sein Glückstag.
      „Wie bereits gesagt, sie müssen mich verwechseln. Ich bin nicht Marius, sehen sie das Namensschild? Lumier, Lumier Haramura ist mein Name. Wenn sie mich dann los lassen könnten, damit ich das Problem mit dem Kondenswasser lösen kann...“, sprach er beruhigend auf den Fremden ein und Lumier kam langsam zu dem Schluss, dass der Mann mit dem schwarzen Haar entweder einen sehr anstrengenden Tag hinter sich hatte oder, im schlimmsten Fall, an einer mentalen Krankheit leiden musste.
      Er versuchte freundlich und höflich zu bleiben, das Problem friedlich zu lösen, doch leider wirkte es nicht so, als würde der Fremde ihn einfach so gehen lassen.
      „... geht es ihnen gut? Brauchen sie vielleicht einfach nur ein offenes Ohr? Wenn es das ist, dann ist das ganze Theater vollkommen unnötig, ein wenig Zeit kann ich sicherlich erübrigen, aber würden sie mich bitte los lassen? Es ist mir etwas unwohl dabei, von einem fremden Mann fest gehalten zu werden.“, kam Lumier eine neue Idee, wieso der Fremde sich so eigenartig verhalten könnte.
    • Wie konnte er es nur so lange übersehen? Die Ähnlichkeit war offensichtlich - nein, es war nicht nur Ähnlichkeit, es war tatsächlich Marius, der jetzt gerade in Fleisch und Blut vor ihm stand und wirres Zeug redete. "Wie könnte ich dich jemals mit irgendjemandem verwechseln, Marius! Deine Signatur ist einzigartig, du kannst sie nicht verstecken, selbst mit Illusionsmagie ist das unmöglich! Und deine Aura-" Elijahs Stimme überschlug sich vor Aufregung. Obwohl die Worte des blonden Mannes eindeutig darauf abzielten, seine wahre Identität zu leugnen, gar zu vertuschen, ließ sich der ernst blickende Mann von ihnen nicht in die Irre führen. Diese Taktik war ihm bereits bekannt, denn in der Vergangenheit konfrontierte Marius ihn wiederholt mit solchen und weiteren Zaubern. Als talentierter, einzigartiger Illusionsmagier beherrschte er unzählige solche Spielereien - Identitätsdiebstahl oder Identitätswechsel, welchen von beiden auch immer er jetzt gerade ausführte, war nur eine Facette eines schier endlosen Potenzials. Was seine Zauber aber besonders wirksam machte, war die Kombination aus den alles überragenden magischen Fähigkeiten und seinem ebenso natürlichen wie magisch anziehenden Charisma des Wasserattributs, durch das er es vermochte, seinem Gegenüber beinah jede Lüge als Wahrheit verkaufen zu könnte.
      Trotz der Bitte, ihn loszulassen, lockerte Elijah seinen Griff nicht. Stattdessen handelte er entgegen der Bitte und schloss seine Hand noch etwas fester um dessen Gelenk. "Lumier Haramura" wiederholte er den Namen, mit dem der Magier nun anscheinend angesprochen werden wollte. Der Brillenträger nickte billigend; er würde diesbezüglich keine Fragen stellen, schließlich war ihm unklar, ob 'Marius' tatsächlich der Geburtsname des Mannes gewesen ist. Im Grunde war es auch unwichtig, denn einzig entscheidend war jetzt, dass er wieder da war - egal ob 'Lumier' oder 'Marius'.
      Als das einseitige Gespräch auf das Kondenswasser gelenkt wurde, zuckte Elijah kurz, seine Augenbrauen zogen sich ein weiteres Mal zusammen. Schweren Herzens schob er seine Sorge um die wertvollen Bücher im Lesesaal beiseite. "Das Wasser kann warten." Als der andere Mann trotzdem keine Anstalten machte, sich zu öffnen und die Charade aufzugeben, stieß Elijah ein tiefes Stöhnen aus. Er brauchte kein 'offenes Ohr' um seine Sorgen loszuwerden, denn der Verursacher und gleichzeitig die Lösung für eine Vielzahl seiner Sorgen und Probleme stand direkt vor ihm! "Marius, nein, Lumier." Mit zunehmendem Nachdruck in seiner Stimme begann er zu sprechen, nachdem er sich nun auch noch als 'fremder Mann' bezeichnet hat lassen müssen. "Wenn DU-" die beiden Buchstaben betonte er besonders "-endlich deine Aufgaben erledigen würdest, gäbe es hier kein Problem. Das Kondenswasser sollte jetzt deine geringste Sorge sein!" Endlich ging die Überraschung, die zuerst Fassungslosigkeit war, in eine wilde Mischung aus Gereiztheit und Rage über. Was dachte sich der Magier nur dabei, erkannte er den ernst der Lage denn nicht? "Wir müssen zur Ratsversammlung. Jetzt. Sofort." Erneut zog er unsanft an dem Handgelenk von 'Lumier', um ihn dazu zu bewegen, ihm zu folgen.


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    • Hä? Magie? Aber Lumier war doch kein Magier, nein, er war nicht einmal in der Lage Magie zu wirken, selbst, wenn er gewollt hätte. Signatur? Wovon genau sprach der Fremde da eigentlich? Langsam fing das ganze an gruselig zu werden, der Mann mit den schwarzen Haaren schien sich in seine Traumwelt hinein zu steigern, oder in seine Verwechslung, sah er diesem Marius denn wirklich so ähnlich?
      Lumier zuckte zusammen, nachdem der Fremde seinen Griff weiter verstärkte, dass es schon zu schmerzen begann, und dieser seinen Namen aussprach, als wollte er diesen einfach nur ausprobieren und der Blonde war nur noch verwirrter, nachdem der Schwarzhaarige genickt hatte. Glaubt er ihm denn jetzt nun? Oder nicht? Was war hier eigentlich los?!
      Bevor Lumier sich versah wurde er im nächsten Moment von dem Fremden, aus dem er einfach nicht schlau werden konnte – und Lumier glaubte durchaus, gute Menschenkenntnisse zu besitzen – mitgezogen, zu einer... Ratsversammlung?! Ratsversammlung?! Hatte er richtig gehört?!
      Wer war dieser Marius denn und wieso musste er ausgerechnet mit einer so offenbar wichtigen Persönlichkeit verwechselt werden?!

      „Ich sage dir doch, du hast den falschen erwischt! Ich bin nicht dieser Marius, ich kenne ihn noch nicht einmal und ich bin ganz sicher kein Magier, nur ein einfacher Angestellter einer Bibliothek! Wirklich!“, versuchte Lumier ein letztes Mal den Brillenträger auf seinen Irrtum hinzuweisen – er als Außenstehender hatte auf einer solchen Versammlung doch gar nichts verloren! - doch traf er weiterhin nur auf taube Ohren.
      Was nun? Sollte er versuchen sich aus dem Griff des Mannes zu befreien? Würde er gewalttätig werden müssen? Aufsehen erregen? Aber was, wenn der fremde Magier gefährlich war?
      Da kam ihm eine brillante Idee, die Versammlung, genau! So ähnlich er diesem Marius auch sein mag, würde es dort doch sicher jemanden geben, der diesen besser kannte und den Irrtum bemerkte! Ganz sicher! Er konnte nur hoffen, dadurch nicht in noch mehr Schwierigkeiten zu geraten, aber in seinen Augen war es die einfachste Lösung.
      „Okay, okay, ich komm ja schon mit, aber könntest du deinen Griff etwas lockern? Du tust mir weh.“, bat er den fremden Mann, während die beiden bereits die Eingangstreppe der Bibliothek hinunter gingen, während Lumier versuchte mit den schnellen Schritten des Fremden mitzuhalten.
      „Bei dieser Versammlung wird es doch jemanden geben, der dir beweisen kann, das ich nicht Marius bin, oder?!“, wollte er sicher gehen, Plan B wäre immer noch für aufsehen sorgen, mit der Hoffnung jemand würde die Polizei für ihn verständigen.
    • Über den plötzlichen Sinneswandel musste selbst Elijah staunen, für einen kleinen Moment vergaß er seine Rage und lockerte den festen Griff um das Handgelenk des Anderen. Als er aber hörte, dass der Mann seine Identität noch immer bestritt, konnte er seine Fassung zurückerlangen. "Wenn ich dich loslassen würde, wärst du gleich wieder weg, seien wir ehrlich." Obwohl er selbst über ein hohes magisches Potenzial verfügte, wusste er aus früherer Erfahrung nur allzu gut, dass er dennoch kein Gegner für Marius war. Dass er mit all seiner Kraft versuchen würde, ihn zur Ratsversammlung zu befördern, wurde dadurch aber nicht ausgeschlossen. Entgegen dieses Gedankens und den vorhergegangenen Worten, entspannte sich seine Hand ein wenig und umfasste die des Anderen nun locker. Es hatte die oberste Priorität, den Magier zurück zum Rat zu bringen, auch wenn das gegen den Willen von 'Lumier' geschah. Kopfschüttelnd schweiften Elijahs Gedanken kurz ab, während er jeweils zwei Stufen in einem Schritt überwand und zum Hauptein- und ausgang herunter stieg. Wie war er nur auf diesen Namen gekommen? Ließ er sich ganz einfach von seinen hellen Haaren inspirieren oder war der Name nur ein weiterer seiner kleinen Scherze? Ohne Zweifel würde ein Feuermagier mit wenig Kontrolle über seinen Manafluss, der das Wort 'Lumier' aussprach, eine Flamme beschwören. Es war einer der wenigen Zauber des anderen Elements, den selbst Elijah zu wirken vermochte, auch wenn er dafür kein Feuer verwendete, sondern Wasserpartikel - und Marius hatte ihn bei einigen seiner Versuche beobachtet und sich dabei prächtig amüsiert.
      Der fast verzweifelten Frage des blonden Mannes, ob es bei der Versammlung jemand geben würde, der beweisen könnte, dass es sich bei ihm nicht um Marius handelte, tat Elijah mit einer lockeren Handbewegung kommentarlos ab. Eilig schritten die beiden durch den hohen Torbogen der Bibliothek auf die Straße. Vom Inneren des Gebäudes aus war das geschäftige Tummeln der Außenwelt einzig durch einen Blick durch die großen Fenster zu erahnen, denn die Geräusche wurden von solchen Zaubern gedämpft, die dem von Elijah ähnelten, den er eingesetzt hatte, um das Tropfen zu verstummen. Direkt vor ihnen erstreckte sich ein gepflasterter Platz, der von Fachwerkshäusern im Stil der Backsteingotik umrahmt wurde. Trotz der niedrigen Temperaturen und dem nächtlichen Schneefall war der Platz belebt und voller Menschen, die an verschiedenen Ständen des Wochenmarkts versuchten, einen guten Preis auszuhandeln.
      Sobald sie also das Gebäude verlassen hatten, dröhnte die Umgebung in voller Lautstärke auf sie ein. Die Augenbrauen des Brillenträgers zogen sich erneut zusammen und Falten zeichneten sich auf seiner Stirn ab, als er sie angestrengt runzelte. Natürlich musste seine Brille jedes Mal beschlagen, wenn er die gut beheizten Gebäuden verließ. Weitgehend unbeirrt davon zog er Lumier hinter sich her, ohne das Tempo zu drosseln oder es dem des blonden Mannes anzupassen, der sichtlich Schwierigkeiten hatte, ihm zu folgen. Elijah drehte sich nicht um, während er zum Sprechen ansetzte, sondern verließ sich darauf, dass der andere ihn hören und hoffentlich auch verstehen würde. "Ich weiß nicht, wie viel du während deiner Abwesenheit von der aktuellen Lage mitbekommen hast, Lumier." Er stoppte abrupt, gleichermaßen in Wort und Bewegung, um einigen Fahrradfahrern auszuweichen. An den neuen Namen seines Kollegen würde er sich wirklich noch gewöhnen müssen. "Der Konflikt zwischen uns und der Feuerfraktion hat sich in den letzten Wochen verschärft, unsere Zeit wird langsam knapp. Du bist gerade im richtigen Moment wieder aufgetaucht." Forschend warf er einen Blick zurück und musterte das Gesicht seines Kollegen noch einmal genau, bevor er sich wieder in Bewegung setzte. Es bestand für ihn wirklich kein Zweifel, dieser Mann war Marius. "Im letzten Monat haben sie zwei Standorten von uns und von drei der Erdfraktion die Versorgung gekappt. Sie wissen genau, dass ihre Chancen gegen uns im Winter schlecht stehen, deswegen versuchen sie uns durch solche Sabotageakte-" Er stockte bei dem Versuch, seine Wut zu unterdrücken. "-zu schwächen."


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    • Natürlich wäre ich weg, wer lässt sich denn schon gerne gegen seinen Willen irgendwohin mitziehen?, reagierte Lumier auf die Worte des Brillenträgers in seinen Gedanken, hatte jedoch bereits eingesehen, dass es keinen Sinn mehr machte, mit diesem über seine Identität zu streiten.
      Er musste einfach nur jemanden finden, der diesen Marius besser kannte, selbst wenn Lumier wie Marius eineiiger Zwilling aussah und sie den selben Charakter hätten, mussten sich Erinnerungen und Wissen doch unterscheiden, er kannte den Mann mit den schwarzen Haaren ja gar nicht.
      Vielleicht konnte er ihn auch dazu überreden seine magische Affinität prüfen zu lassen? Dann wäre mehr als deutlich, dass Lumier kein Magier war!

      "Ich weiß nicht, wie viel du während deiner Abwesenheit von der aktuellen Lage mitbekommen hast, Lumier.", ergriff das Wort des Fremden wieder Lumiers Aufmerksamkeit, als dieser so plötzlich und erwartet stehen blieb, dass Lumier gegen seinen Rücken stieß.
      Während er sich die leicht schmerzende Nase rieb, sprach der Brillenträger auch bereits weiter und Lumier konnte nicht glauben, was er da gerade zu hören bekam. War das... waren diese Worte wirklich für ihn gedacht? War es in Ordnung für ihn, so was zu hören?
      Selbst die Nachrichten hatten noch nichts von diesen Entwicklungen berichtet, nicht nur dieser Marius... wer war der gutaussehende Mann mit dem schwarzen Haar nur?!
      „Ich wiederhole mich zwar, aber... ich bin wirklich nicht Marius. Sind sie... sind sie sich sicher, dass sie solche Informationen einfach mit einem Fremden teilen sollten, der sie nicht einmal kennt? Sie bringen mich doch nicht etwa in irgendwelche Schwierigkeiten, oder?“, meinte Lumier nervös, war er nicht viel zu unvorsichtig?
    • Wieder dieses unsinnige Gerede darüber, dass sie 'Fremde' waren. Was versuchte er damit zu erreichen? "Wie du eigentlich bemerkt haben solltest, habe ich es hingenommen, dass du 'Lumier' bist und nicht 'Marius'. Also bitte tue mir zumindest den Gefallen und nenne mich bei meinem Namen. Hör auf so zu tun, als würdest du mich nicht kennen." In seiner Stimme klang etwas Trotz mit, der ihn kindischer als sein Aussehen und Alter wirken ließ. Inzwischen haben sie den Platz hinter sich gelassen und waren in eine Gasse eingebogen, in der sie vor zufälligen Blicken geschützt waren. Endlich reagierte Elijah auf den letzten Kommentar seines Kollegen, indem er sein Tempo drosselte, sich zu ihm umdrehte und tief in die blauen Augen seines Gegenübers blickte. "Du bist derjenige, der mich in Schwierigkeiten gebracht hat! Und nicht nur mich, Lumier, du hast die ganze Fraktion in Schwierigkeit gebracht! Mir ist bewusst, dass es keine angenehme Rolle ist, die dir zukommt und ebenso bewusst ist mir, dass du diese Rolle nie haben wolltest. Aber du bist der einzige Magier - die einzige Person auf dieser Welt - welche die Verhandlungen zwischen den Fraktionen führen und diesen Konflikt verhindern kann." Während er sprach, war er dem anderen Mann unbewusst näher gekommen und drängte ihn mit dem Rücken gegen eine der steinernden Hauswänden. Seine Stimme wurde immer lauter, obwohl sich der Abstand zwischen ihnen weiter verringerte. "Hör auf zu fliehen und übernimm endlich Verantwortung! Stelle dich dieser Herausforderung! Du musst es tun, sonst...!" Nur wenige Haarbreiten trennten ihre Körper voneinander. "Lässt sich der Krieg nicht mehr verhindern." Wahrscheinlich einen Moment zu lange verharrt Elijah in seiner Position; die Hand, in der das Gelenk des anderen Mannes lag, drückte er fest gegen den kalten Stein, seinen Kopf beugte er leicht nach vorne, um das gesamte Sichtfeld der blauen Augen einzunehmen. Dann endlich ließ er von dem Anderen ab.
      Es brauchte nur noch wenige Schritte, dann hatte Elijah einen schwarzen Wagen erreicht, vor dem er stehen blieb. Mit den Fingerknöcheln seiner linken Hand klopfte er an die getönte Scheibe, die mit einem stillen Surren herunterfuhr. "Zur Ratsversammlung." Gab er knapp von sich, woraufhin die Tür zum Rücksitz lautlos aufsprang. Der Brillenträger verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte sich wartend gegen den Wagen. "Komm jetzt, Lumier."


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    • Die Sache ist die... ich kenne sie wirklich nicht. Wie soll ich sie bei ihrem Namen nennen, wenn ich diesen nicht kenne?, dachte sich Lumier, der diesem Mann vor dem heutigen Tag noch nie zuvor begegnet war, vielleicht nie hätte begegnen sollen, sprach es jedoch nicht laut aus, da sich die beiden tatsächlich nur im Kreis damit drehten. Abgesehen davon, Lumier war sich zwar nicht ganz sicher, aber verletzte es den den Schwarzhaarigen, dass er ihn nicht beim Namen nannte?
      Wenn ich glauben würde, ein Freund tat nur so, als würde er mich nicht kennen... wäre ich wohl genauso verletzt gewesen. Ob es ihm wohl sehr peinlich sein wird, wenn ihm klar wird, dass er tatsächlich nicht Marius war?
      Nachdem die beiden eine Weile stumm durch den leichten Schnee gestampft waren – Lumier wünschte sich, er hätte eine Jacke angehabt – blieb der Mann mit der Brille plötzlich stehen und ohne Vorwarnung begegnete Lumier seinen stechenden Augen und wich instinktiv einen Schritt zurück, doch die dadurch entstandene Distanz wurde auch gleich wieder überbrückt.
      Wow... dieser Marius musste wirklich eine unglaublich wichtige Persönlichkeit sein, wie kommt es, dass Lumier noch nie etwas von ihm gehört hatte? Vielleicht hatte er ihn aber auch schon das ein oder andere Mal im Fernsehen gesehen, erinnerte sich nur nicht an diesen Namen?
      Jedenfalls... „Moment mal, was?!“, wurde Lumier mit einem Mal kreidebleich, als er sich in etwas wiederfand, mit der er eigentlich nichts zu tun haben wollte. Krieg?! Es würde Krieg geben?! Aber wieso?! War es in letzter Zeit nicht recht friedlich zwischen den Fraktionen der Magier gewesen?! Was hatte er verpasst?!
      Und wo um alles in der Welt war dieser Marius, wenn er der einzige war, der es verhindern konnte?!
      Desto mehr Lumier von diesem Marius hörte, desto mehr klang er wie eine verantwortungslose Person, vielleicht war er sogar ein recht exzentrischer Kauz, wenn der Fremde es tatsächlich für möglich hielt, dieser Marius würde ihm auch jetzt noch nicht die Wahrheit sagen? Oder war das unter Magiern etwa normal?
      Erleichtert seufzte Lumier auf, nachdem der Fremde sich wieder von ihm gelöst hatte, er war ihm so unglaublich nahe gekommen, dass er die Farbe seiner Augen geradezu studieren konnte, dass ihm seine langen Wimpern und die fast schon zu perfekten Züge aufgefallen waren... und jetzt hatte er Probleme damit seinen Herzschlag wieder unter Kontrolle zu bringen, dies war keine Situation, von der er überhaupt geträumt hätte. Naja... in seinen Teenagerjahren vielleicht... aber das gerade war etwas vollkommen anderes.
      Wenige Schritte später fand er sich vor einem schwarzen Wagen mit getönten Scheiben wieder, musste sofort an eine Entführung denken, ehe ihm wieder einfiel, mit was für einer wichtigen Persönlichkeit er es wahrscheinlich hier zu tun hatte, oder zumindest welch wichtige Persönlichkeit er angeblich war, er hatte in letzter Zeit einfach zu viele Filme gesehen.
      Wieder seufzte er, gab sich geschlagen und setzte sich in den Wagen, ehe er sich an den fremden Mann wandte.
      „Nur damit du es weißt, ich komme nur mit, weil es wahrscheinlich meine einzige Möglichkeit ist, dir zu beweisen, dass ich nicht Marius bin. Ich bin nicht einmal ein Magier... wie du mich verwechseln konntest ist mir schleierhaft.“, seufzte er, legte seine Wange in seine Handfläche und blickte durch das Fenster hinaus, etwas ermüdet von der Situation, in welcher er sich gerade befand.
      „Hoffentlich verliere ich meinen Job deswegen nicht...“, murmelte er vor sich hin.
    • Nachdem der Blonde eingestiegen war, schloss Elijah die hintere Tür des Autos, um anschließend die Tür auf der anderen Seite des Wagens zu öffnen und selbst einzusteigen. Er war eigentlich davon überzeugt gewesen, dass der andere Mann sofort die Flucht ergreifen würde, wenn er ihn losließ. Da er es aber nicht getan hat, beschloss Elijah, ihn an ihrem Zielort frei laufen zu lassen, ohne sein Handgelenk ständig fest umschlossen zu halten.
      Das Innere des Wagens bot ein angenehmes Maß an Privatsphäre: Die beiden Rücksitze waren ein gutes Stück voneinander entfernt und da, wo der fünfte Sitzplatz des Wagens eigentlich wäre, befand sich eine breite Armlehne. Zudem war ihr Sitzraum durch eine Scheibe aus Plexiglas von dem Fahrer getrennt, die bei Start des Motors sich schlagartig dunkel verfärbte und jeden Versuch zum Scheitern verurteilte, auch nur Konturen hinter ihr auszumachen. Die Fahrt verlief still, das Fahrzeug gab kaum Laute von sich, der Fahrer führte seine Aufgabe wie erwartet zufriedenstellend aus.
      Schließlich setzte Lumier erneut dazu an, seine Identität zu verleugne. Elijah konnte sich gerade noch beherrschen, aber als sein Kollege dann von der Sorge, seine Anstellung zu verlieren, zu sprechen begann - wenn auch kaum hörbar - zuckte seine linke Augenbraue gereizt in die Höhe. Hatte er denn immer noch nicht die Lage verstanden, in der sie sich befanden? Wie konnte er sich jetzt um diese erbärmliche Anstellung in der Bibliothek Sorgen machen, wenn er sich zeitgleich viel berechtigter darum sorgen könnte, ob das Gebäude morgen noch stehen würde? "Zum letzten Mal." Gab er in einem ebenso unfreundlichen wie verständnislosen Tonfall von sich. "Ich nehme den Umstand hin, dass du nicht 'Marius' bist, sondern dein Name 'Lumier Haramura' lautet. Aber ich werde nicht hinnehmen, dass du den ernst dieser Situation verkennst!" Sein Ton war etwas lauter gewesen, als er es beabsichtigt hatte.
      Überrascht von sich selbst presste er seine Lider zu, lehnte sich dann zurück und schlug gleichzeitig das linke Bein über das rechte und die Arme vor der Brust zusammen. Ein tiefes Seufzen entfuhr ihm, das er in die langsam wieder einkehrende Stille zwischen ihnen übergehen ließ. Nun geduldiger zog er einen Teil des Manas aus seinem eigenen Kern und legte es mithilfe einer kleinen Formel um die Klänge, die er anschließend formen würde. Der Zauber würde wie eine Art von Medium funktionieren, welches die Schwingungen der Worte auffangen würde, sie anschließend transportieren und schließlich nah genug, sodass nur Lumier sie hören könnte, sie wiederholen. Sicher, die Klänge würden etwas hohl klingen und zum Teil ein wenig verschwommen sein, aber das sollte ihnen genügen. Bereits die Scheibe, durch die sie von dem Fahrer physisch getrennt wurden, bot einen gewissen Hörschutz, der zusätzlich durch einen permanenten Zauber verstärkt war. Außerdem hätte der Fahrer sein bestes gegeben, die wenigen Wortfetzen der Konversation, die vielleicht doch zu ihm durchgedrungen wären, zu ignorieren oder sie zumindest geheim zu halten - das war jetzt unzureichend. Es war ein privates Gespräch, das er nun führen wollte: Elijah sah endlich ein, dass er mit seiner direkten Art keinen Erfolg dabei haben würde, zu dem Exzentriker durchzudringen. Daher wollte er nun einen neuen Versuch unternehmen und noch einmal von vorne beginnen. Bevor er zu sprechen begann, seufzte er noch einmal tief und richtete seinen nebelig blauen Blick auf die vorbeiziehende Umgebung; es verlangte ihn einiges an Willenskraft ab, sich den Launen von Marius hinzugeben.
      "Mein Name ist Elijah Awa. Seit einigen Wochen habe ich die Leitung eines Sektors der staatlichen Behörde inne, die sich mit der Erforschung von weniger populären Auslegungen der klassischen Elementarmagie befasst. Darüberhinaus wurde ich zum Mitglied der Ratsversammlung gewählt und vertrete dabei das Interesse der Fraktion der Wassermagier." Elijah holte Luft und setzte seine Erzählung dann fort. "Wir kennen uns seit genau zwei Jahren, drei Monaten und vierzehn Tagen. Unsere erste Begegnung fand bei einer Sitzung der Wasserfraktion statt. Du hättest eine Rede halten sollen, hast aber einen deiner Kollegen vorgeschickt - Daxton hieß er, glaube ich. Niemand, außer Daxton und du natürlich, hat bemerkt, dass die falsche Person an dem Rednerpult stand. Du hast die ganze Sache damals unglaublich lustig gefunden. Kurz darauf wurdest du in das Amt des Mediators einberufen, seitdem haben wir eng zusammengearbeitet, schließlich sind wir der gleichen Fraktion zugehörig und haben uns der selben Art von Magie verschrieben." Während Elijah diese Erinnerungen in sich wiederaufleben ließ, pressten sich seine Fingerspitzen an seinen Arm. "Es gibt nur wenige, die wissen, wie du aussiehst. Wenn ich ehrlich bin, bin ich mir selbst nicht sicher, ob ich deine 'wahre Gestalt' jemals gesehen habe. Die Signatur, die dein Mana hat, würde ich dafür selbst im Schlaf wiedererkennen." Nun endlich wandte er sich zu dem blonden Mann um und formuliert zögerlich eine Frage. "Warum bist du gegangen?"


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    • Es war nicht so, dass Lumier den Ernst der Lage nicht verstand, er war schlichtweg überfordert mit dem ganzen. Er war kein Magier, hatte mit der ganzen Sache nichts zu tun und wusste auch nicht, wie er denn etwas dagegen unternehmen könnte, er war machtlos, hilflos, er war kein Marius, doch er blieb lieber still, der fremde Mann glaubte ihm ja sowieso bereits kein einziges Wort.

      Eine Weile lang blieb es still und Lumier beobachtete die an ihnen vorbeiziehenden Häuser und Straßen, die vielen Menschen, die sich um diese Zeit in der Stadt tummelten... wie viele von ihnen waren wohl Magier? Wie viele von ihnen würden sich im schlimmsten Fall selbst schützen können? Wie viele von ihnen würden ihn einem Krieg ihr Leben lassen?
      All diese Gedanken machten ihn unglaublich traurig und bedrückt, zogen ihn runter und er wünschte sich, der Fremde würde seine Zeit sinnvoller nutzen und nach dem echten Marius suchen, anstatt sich mit ihm hier zu befassen.
      Überrascht zuckte Lumier zusammen, als er plötzlich eine Stimme nahe an seinem Ohr vernahm, viel zu nah, verschwommen und leicht verzerrt, fast hätte Lumier nicht erkannt, dass es die Stimme des Fremden war.
      Instinktiv drehte er seinen Kopf zu dem Fremden, doch statt wie erwartet sein Gesicht zu erblicken, war der Blick des Mannes nach draußen gerichtet, nicht anders wie der seine Gerade und Lumier konnte nicht einmal erkennen, ob sich seine Lippen bewegten oder nicht.
      Es musste sich dabei um Magie handeln... in einer anderen Situation hätte er sich dafür interessiert, wie das funktionierte, doch stattdessen lauschte er den Worten des Fremden, auch wenn er nicht wusste, was dieser damit erreichen wollte. Hatte Lumier denn überhaupt eine andere Wahl?

      Uwah... dieser Marius war wohl tatsächlich ein ziemlicher Exzentriker, so wie Elijah diesen beschrieb. Er hatte es sich erlaubt seine Rede von jemand anderem halten zu lassen? In einer offiziellen Angelegenheit? Nahm dieser Marius überhaupt irgendetwas ernst? Aber wie genau konnte ausgerechnet so jemand Mediator werden?
      Lumier wusste, dass die drei Magier Fraktionen seit er denken konnte im Streit lagen und sich alles andere als gut verstanden, genau deswegen wunderte er sich besonders, dass ein solches Amt wie ein Mediator überhaupt existierte, hörten ihm die Feuer- und Erdmagier denn überhaupt zu?
      Mussten sie wohl, wenn Marius in der Lage war einen Krieg zu verhindern.
      Wieder erwähnte Elijah Mana... aber wie war das möglich? Er war kein Magier, von Geburt an nicht, er konnte keine Magie verwenden, wie konnte er also nicht nur Mana besitzen, sondern auch noch welchen, der einer so offenbar mächtigen Persönlichkeit gehörte?
      "Warum bist du gegangen?", stellte Eiljah letztendlich eine Frage, auf die Lumier keine Antwort hatte. Warum... warum würde so jemand wohl...?
      „... vielleicht war er einfach überfordert mit der Situation?“, sprach Lumier seine Gedanken laut aus, wünschte sich jedoch im nächsten Moment, er hätte das lieber nicht getan.
      Bestätigte das Elijah nicht in seinem Glauben, ich sei Marius?
      „Wir drehen uns nur im Kreis, ich kenne zwar nun euren Namen, Elijah, aber ich höre diesen heute zum ersten Mal, nun glauben sie mir doch endlich. Ich bin nicht Marius, und ich war es auch nie. Sie müssen einen Fehler gemacht haben, nein, sie haben eindeutig einen Fehler gemacht. Und ich werde es ihnen beweisen.“, erklärte er dem Mann, dessen Namen er nun letztendlich kannte, als das Auto bereits seinen Zielort erreicht hatte und Lumier dieses ohne Aufforderung verließ.
      „Wo genau findet diese Versammlung statt?“, bat er Elijah ihm den Weg zu weisen, damit er diese ganze Scharade, das Missverständnis endlich auflösen konnte, auch wenn er ein mulmiges Gefühl in der Magengegend hatte, bei dem Gedanken, ohne Berechtigung in eine Ratsversammlung zu maschieren.
    • Bei den Worten, Marius sei gegangen weil er überfordert mit der Situation gewesen sei, horchte der Brillenträger auf. Marius und überfordert - war das überhaupt möglich? Sicher, er hatte ein großes Maß an Verantwortung, die der talentierte Illusionsmagier von außen betrachtet nur selten wirklich ernst genommen hatte, aber hinter diesem albernen, manchmal beinah kindischen Verhalten, lag unbestreitbar hohe Intelligenz sowie ein beinah unheimliches Auffassungsvermögen. Marius konnte vom einen auf den anderen Moment erschreckend ernst werden, zudem verstand er, seinen Charm und Charisma in dem richtigen Moment auszuspielen. Seine Späße haben auf Elijah daher immer wie eine Art Schutzschild gewirkt, das nach belieben errichtet und wieder fallen gelassen werden konnte. Vor was oder wem dieser Schutz dienen sollte, hatte der schwarzhaarige Mann hingegen nie verstanden. Unter seinen Fingern zerknitterte der dunkle Stoff seines teuren Anzugs. Vielleicht war Marius tatsächlich mit der Situation überfordert gewesen. Vielleicht war das sein Versuch gewesen, sich selbst zu schützen und den Verstand nicht komplett zu verlieren. Vielleicht war es sein verzweifelter Versuch, der schweren Gewicht der Verantwortung zu entfliehen, die auf ihm lastete und unter der er ansonsten zusammengebrochen wäre. Aber vielleicht war er bereits zusammengebrochen. Elijah verlor sich in diesem Gedankengang, den Blick richtete er noch immer in die Richtung von Lumier, nahm aber kaum noch etwas von dem wahr, was sich vor ihm abspielte. Eine Entschuldigung lag ihm schwer auf der Zunge, die er nur mit großer Anstrengung herunterschlucken konnte. Die würde jetzt auch nicht mehr helfen, dachte er sich stumm und presste die schmalen Lippen fest aufeinander.
      "Ich bin nicht Marius, und ich war es auch nie. Sie müssen einen Fehler gemacht haben, nein, sie haben eindeutig einen Fehler gemacht." Als er diese Worte hörte, ergoss sich ein Schwall an Schuldgefühl über Elijah; ihm überkam das Gefühl, in dieser Welle möglicherweise ertrinken zu können. Solche Emotionen überkamen ihn selten, zumal sich das Verhältnis zu seinen Gefühlen als stiefmütterlich bezeichnen ließ. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen und ein schwer einzuordnender Ausdruck schlich sich auf sein Gesicht; eine Reaktion auf Lumiers Worte blieb dieses Mal aber aus. Vielleicht sollte er die Wünsch von Marius respektieren und ihn aus der ganzen Sache heraushalten. Entschieden schüttelte er den Kopf und schob den Gedanken in die tiefste Ecke seines Bewusstseins - dachte er wirklich daran, das Leben von abertausenden Menschen gegen das eines einzigen aufzuwiegen?
      Der Wagen stoppte direkt vor den Treppen, die hoch zu dem Haupteingang des Ratsgebäudes führte. Schneller als es Elijah erwartete, stieg Lumier aus und zeigte sich nun erfreulich willig, der Ratsversammlung vorstellig zu werden. Darum, dass er den Weg zu dem Sitzungssaal nicht zu kennen meinte, machte sich der Brillenträger schon gar keine Gedanken mehr - dieser Umstand fühlte sich inzwischen wie eine harmlose Kleinigkeit an, vor allem im Gegensatz zu den anderen Dingen, die er vorgab nicht zu wissen. Er stieg nun ebenfalls aus dem Wagen aus und schlug die Tür schwungvoll hinter sich zu, woraufhin sich das Fahrzeug in Bewegung setzte. Kurz zog er einen Anzug zurecht und richtete seine Brille, dann ging er in seinem gewohntem, wahrscheinlich etwas zu schnellem Tempo, dem Eingang entgegen. Im Gebäude wurde er von einer freundlich lächelnden Dame empfangen, die er mit einer knappen Handbewegung abwies und hinter sich in der Empfangshalle stehen ließ. Wie er sich bereits im wagen vorgenommen hatte, vertraute er darauf, dass Lumier ihm folgte - dennoch horchte er aufmerksam auf das Klacken dessen Schritte auf den reich bemalten Steinfliesen um sicherzustellen, dass er ihm tatsächlich folgte. Elijah folgte Verlauf des Ganges, dann bog er zweimal ab und blieb dann abrupt vor einer Tür stehen, neben der ein rotes Schild mit der Aufschrift 'Besetzt' zu lesen war. "Wir sind da." stellte er fest, ohne sich umzudrehen.


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    • Überrascht hob Lumier seine Augenbrauen, als er Zeuge von der Wirkung, die seine Worte offenbar auf Elijah hatte, wurde und er spürte ein Stich im Herzen, als er ihn so sah.
      Erst jetzt wurde ihm klar, dass auch dieser Mann eine Menge auf seinen Schultern tragen musste, seine Position schien keine leichte, keine einfache zu sein und im Gegensatz zu Lumier musste ihm bereits seit einiger Zeit klar sein, dass ein Krieg drohte, etwas, das niemand haben wollen würde, oder? Noch dazu hatte er wohl einen guten Freund verloren, er schien verschollen zu sein, oder war Marius in seinen Augen nur der Schlüssel, um diesen Krieg zu verhindern? Nein, er wollte glauben, dass die beiden Freunde waren, das ließ den schwarzhaarigen Mann mit dem strengen Blick um einiges menschlicher wirken und Lumier erwischte sich dabei, wie er Mitleid für ihn empfand.
      Wenn es doch nur etwas gäbe, mit dem er helfen konnte, wenn er diesem Marius doch nur in den letzten Tagen über den Weg gelaufen wäre... dann hätte er ihm wenigstens einen Hinweise geben können, aber so fühlte er sich vollkommen machtlos.
      Sich als Marius ausgeben? Nein, das konnte er bei weitem nicht, die Fußstapfen dieses Mannes waren ihm viel zu groß, er würde damit niemals zurecht kommen könne.

      Lumier staunte über das Ratsgebäude, das er sonst nur aus dem Fernsehen kannte, er lebte zwar in dieser Stadt, hatte jedoch noch nie einen Grund gehabt, auch nur in die Nähe des Gebäudes zu kommen, ehe er bemerkte, dass sich Elijah bereits in Bewegung gesetzt hatte, viel zu schnell für den Blonden Mann, welcher dem anderen im Laufschritt folgen musste, um sicher zu gehen, das er ihn nicht verlor. Oder vielleicht sollte er doch seine Schritte verlangsamen, um ihn zu verlieren? Dann würde er doch einfach wieder gehen können, oder?
      Ein kurzer Schulterblick des schwarzhaarigen Mannes, nachdem er tatsächlich langsamer geworden war, verriet ihm jedoch, dass das wahrscheinlich keine gute Idee war, er seufzte kurz, folgte ihm dann aber geflissentlich, ehe sie vor einer Tür mit einem roten Schild stehen blieben, das alles andere als einladend wirkte.
      „Und da sollen wir... einfach rein stampfen? Dürfen wir das überhaupt?“, zeigte er auf das Schild, als ihn dann doch die Nervosität packte und ihm sein Unterfangen plötzlich viel zu gefährlich, ja, unhöflich, vorkam, aber der Blick von Elijah sagte ihm, dass er keine andere Wahl hatte und bevor Lumier noch etwas dazu sagen konnte, wurde die Tür auch bereits geöffnet und er schluckte kurz, ehe er Elijah in den Raum folgte, als er plötzlich alle Augen auf sich spürte.
      Zuerst glaubte er sich nun doch tatsächlich in ernste Schwierigkeiten gebracht zu haben, schienen alle Blicke doch Wer wagt es die Versammlung zu stören? zu fragen, als eine freudige Stimme die unangenehmen Stille durchbrach und sich Lumier im nächsten Moment in einer fremden Umarmung fand, gefolgt von einem Arm auf seiner Schulter und einem breiten Grinsen in dem Gesicht eines Mannes, den er noch nie in seinem Leben zuvor gesehen hatte.
      „Wo um alles in der Welt hast du dich in den letzten Wochen verkrochen, Marius?! Wir haben die gesamte Stadt nach dir abgesucht, Mann! Du hast uns aber einen Schrecken eingejagt, wir haben schon befürchtet, dir sei etwas passiert! Aber ich wusste doch, dass das nicht möglich ist, nicht wahr? Das muss ein Monster sein, der dir etwas antun könnte, nicht wahr?“, lachte der Fremde, welcher, was Lumier noch nicht wusste, Repräsentant der Feuerfraktion war, eine wichtige Persönlichkeit und Kindheitsfreund des echten Marius, doch für Lumier war es nur ein lauter, lachender Mann, der ihn genauso zu verwechseln schien, wie Elijah es tat.
      Hilfesuchen, hoffend, jemand würde ihn anzweifeln und den anderen Anwesenden mitteilen, dass er nicht Marius sein konnte, als eine Frau mit gefärbten Haaren – es waren so viele Farben, dass Lumier nicht sagen konnte, welche Farbe ihr Haar denn nun hatte – sich räusperte und sich zu Wort wandte. Sie trug einen strengen Blick, weshalb Lumier hoffte, sie hatte ihn durchschaut, doch vergebens.
      „Marius! Wie oft muss man es eigentlich noch sagen, dass du es mit deinen Streichen und Scherzen nicht übertreiben sollst?! Das war nun doch wirklich nicht witzig! Und jetzt setzt dich, du weißt gar nicht, wie viel du nachzuholen hast, dieser Kerl, der nur mit Funken spielt...“
      „Haa~h?! Nur mit Funken spielt?! Wag es nicht die Feuermagie in deinen Dreck zu ziehen, du kaltes Stück Stein! Unsere Magie...“, begann der Mann neben Lumier zu brüllen und er füllte sich plötzlich, als würde er sich im falschen Film befinden. Wenn er das nicht eigentlich schon die ganze Zeit über gewesen ist.
      „Erspare mir deinen Vortrag, Key, und setzt dich einfach wieder hin. Wie ich sehe ist auch Elijah endlich angekommen, lass mich raten, Marius hat dich in seinen kleinen Scherz hineingezogen und er hat sich die ganze Zeit über irgendwo in eurem Büro versteckt. Erspare mir die Details, ich glaube ich will gar nicht wissen, wie oft ich an ihm vorbei gelaufen bin, während er sich ins Fäustchen gelacht hat.“, seufzte die Frau und es schien, als hätte dieser Marius mit seinen Scherzen in der Vergangenheit ihre Geduld ziemlich strapaziert, doch sie wirkte mehr erschöpft als wütend.
      „Ihr habt das falsch verstanden.“, kam letztendlich Lumier zu Wort, verstummte jedoch sofort, als alle Blicke wieder auf ihm lagen.
      „Ich bin nicht Marius... mein Name ist Lumier und...“, traute er sich letztendlich doch, heftete den Blick dann jedoch zu Boden, ehe unterbrochen wurde.
      „Okay, okay, heute bist du also Lumier? Von mir aus, willst du damit etwa die jungen Feuermagier ärgern? Mir kann es ja egal sein, aber bitte, setzt euch doch einfach alle wieder, wir sollten anfangen.“, konnte der Blonde nicht glauben, wie wirklich jeder hier glaubte er machte nur irgendeinen dummen Scherz. Wie sie alle glaubten, er sei Marius.
      Fast schon hilfesuchend blickte er zu Elijah, aber er wohl einer der letzten, von denen er Hilfe gebrauchen konnte, doch er wollte auch nicht für noch mehr Chaos sorgen, weshalb er fürs erste beschloss sich tatsächlich hinzusetzen und das Thema auf nach der Versammlung zu schieben.
      Er musste Elijah nur dazu bringen, seine magische Affinität mit einem von diesen Dingern, die er seit der Grundschule nicht mehr gesehen hatte, zu testen, dann würde er endlich einsehen, dass er kein Magier war, Marius somit nicht sein konnte!
    • Die Reaktionen der anderen beiden Magier im Raum lösten tiefe Zufriedenheit in Elijah aus, durch welche sich auch der letzte Zweifel daran, dass er sich doch bei der Identität von Marius geirrt haben könnte, in Luft auflöste. Der blonde Mann, den er zufällig in der Bibliothek getroffen hatte, Lumier, war es tatsächlich - er war Marius. Er war wieder da! Im Versuch, seine überschwänglichen Gefühlsregungen zu vertuschen, verschränkte er die Arme vor der Brust, löste sie doch, rückte seine Brille mit einer nebensächlichen Bewegung erneut zurecht und verschloss die Arme erst dann wieder. Gerne hätte sich ein Lächeln auf seine Lippen geschlichen, aber das wäre angesichts der eigentlich so angespannten Lage, in der sie sich befanden, unangemessen. Trotz der aktuellen Atmosphäre im Sitzungssaal, die oberflächlich als 'ausgelassen' bezeichnet werden könnte, war allen drei Repräsentanten der Fraktionen der Ernst der Lage bewusst. Diese überschwängliche Begrüßung und der scheinbar leichtherzige Austausch sowie die kleinen Sticheleien konnten die unterschwellige Anspannung zwischen den drei Magiern nicht vertuschen. Obwohl sie bei den Verhandlungen an einem runden Tisch sitzen würden - der Konflikt stand ihnen allgegenwärtig vor Augen und dessen Eskalation nur einen falschen Atemzug entfernt.
      So konnte Elijah nicht anders, als die Worten der Erdmagierin als einen Angriff gegen ihn zu deuten. 'Endlich angekommen', wiederholte er still im Geist und unterdrückte das Verlangen, ihr eine kleine Verwarnung in Form eines Wasserschwalls entgegen zu zaubern. Zwar waren es die Feuerfraktion, die gerade der Aggressor in dem Konflikt war, aber die Erdfraktion hatte sich ebenfalls nicht zurückgehalten, den anderen eine Menge Steine in den Weg zu legen. Anfangs waren es noch kleine Dinge, wie beispielsweise lose Steine in Gehwegen oder die Verlangsamung von Bauarbeiten - solche Dinge waren unvorteilhaft, aber im Grunde nichts bedeutenderes als einige Kieselsteine. Viel größere Probleme machte die Blockade, mit der sie seit der letzten Woche drohten, durch die sie den Transport wichtiger Güter unterbinden würden, die zur essenziellen Versorgung der Bevölkerung beitrugen. Gestern sprachen sie davon, eine Wasserreserve seiner Fraktion zu verbauen, falls der Damm zu ihrer Hauptstadt nicht geöffnet werden sollte - vor allem das würde heute weiter diskutiert werden. Letztlich war es egal, wie groß die 'Steine' waren, letztlich war jeder von ihnen ein Problem, denn ob groß oder klein, scharfe Kanten hatten sie allesamt. Es war schwer genug, die Verhandlungen zu führen. Dass es Tag für Tag schwieriger wurde, solche Informationen vor der breiten Öffentlichkeit zurückzuhalten, machte es nicht einfacher. Bei diesem Gedanken war Elijah verlockt, seine Nasenrücken zwischen Zeigefinger und Daumen zu massieren und damit dem dumpfen Kopfschmerz entgegen zu wirken. Nein - sprach er sich selbst zu - er musste seine Fassung bewahren. Jetzt, wo Marius - nein Lumier - zurück war, würde alles besser werden. Bald schon könnte er sich wieder voll und ganz seiner Forschung hingeben, ohne über das Leben von zigtausend Meschen verhandeln zu müssen. Durch diesen Gedanken erwachte ein freudiges Funkeln in seinen nebelig-blauen Augen - die Kabbelei der Magier, die gerade in die nächste Runde ging, konnte er nun mühelos ignorieren.
      Der Bitte - oder Anweisung - des Feuermagiers Folge zu leisten, widerstrebte Elijah zwar, dennoch bewegte er sich mit einigen großen Schritten durch den Raum und zog wortlos einen der vier Stühle heraus, die um den großen runden Tisch gestellt waren. Auf diesem ließ er sich sinken, um anschließend die Arme wieder vor der Brust zu verschränken und das linke über das rechte Bein zu schlagen. Mit dieser Körperhaltung machte er ziemlich ausladenden und abwehrenden Eindruck, was er jedoch weder bemerkte, noch sich dafür interessiert hätte. Für einen kurzen Moment verschloss er seine Augen, um sich geistig auf das vorzubereiten, was gleich folgen würde: Zwischen dem hitzigen Feuermagier, der sturköpfigen Erdmagierin und dem Kindskopf Marius hatte er so einige Male den Eindruck, dass er der einzige war, der einen kühlen Kopf bewahrte - als wäre er der einzige Erwachsene im Raum und müsste drei Kleinkinder betreuen. Wohlgemerkt handelte es sich um drei Kleinkinder, die das Potenzial in sich trugen, jede Sekunde einen Krieg loszutreten. Elijah öffnete die Augen wieder und heftete seinen Blick an Lumier, der einen etwas verlorenen Eindruck auf ihn machte. Als er sich schließlich - nachdem er seine Optionen abgewogen zu haben schien - auf den letzten leeren Stuhl setzte, atmete Elijah beruhig aus. Endlich gab er Ruhe und toleriert seine Rolle zumindest. Jetzt würde alles besser werden.

      Die Hoffnung des Wassermagiers, dass die Sitzung ruhiger verlaufen würde, hatte sich nicht erfüllt. "Solange die Heizungen bei uns kalt sind, wird die Blockade errichtet!" Der Ton der Frau grollte durch den Raum, als zielte die darauf ab, sie dem Feuermagier wie eine Steinplatte gegen die Stirn zu donnern. Dieser ballte beide Hände zu Fäusten, bevor seine stechende Stimme die ihre ablöste. "Gut, wie du meinst! Aber wie wäre es im Gegenzug, wenn ihr dafür eure 'Wächter' aus unserem Ackerland zurückzieht?" Als Reaktion auf sein Angebot erntete er ein empörtes Schnauben. "Key, das kann du nicht ernst meinen. Es ist nicht 'Euer' Ackerland, wir profitieren genau so davon!" Elijah versuchte, das Wort zu ergreifen und die Partei der Erdmagierin zu ergreifen, wurde aber von dem angesprochenen Mann übertönt. "Nur bringt es uns "unser" Ackerland überhaupt nichts, wenn ihr eure Wächter darin stehen habt - und die Blockade errichten wollt! Dann sind es meine Landsleute, meine Feuermagier, die sich um die Versorgung der Erdfraktion kümmern, während sie selbst - während wir - leiden und hungern müssen! Das kann ich nicht zula---" Ein Donnern dröhnt durch den Raum und unterbricht die Ausführung. Die bunten Haare verdeckten das Gesicht der Magierin. "Du---". Bevor sie weiter sprechen konnte, mischte sich Elijah mit fester Stimme ein. "Es sind ebenso das Ackerland der Wasserfraktion, wie das eurer Fraktionen. Wir sind ebenfalls abhängig von der Versorgungsroute." Als Reaktion auf seine Worte erntet er nur die verachtenden Blick der anderen beiden Magier. "Und wenn ihr für "unser gemeinsames Ackerland" endlich mal etwas tun würdet, wie beispielsweise - hmmm, ich weiß nicht - die Wasserversorgung wiederaufnehmen würdet-" merkte Key an, woraufhin die Anderen ihm ins Wort fiel "Und da wir gerade schon beim Thema sind, Elijah, dann können wir auch gerne über die Konsequenzen des verschlossenen Damms sprechen." Der Brillenträger spannte seinen Körper an und grub die Fingerspitzen tief in den Stoff seines Ärmels. "Und da wären wir wieder bei dem ersten Problem. Solange ihr die Energie- und Wärmeversorgung von euch besetzt wird, bleibt der Damm geschlossen und ihr von der Wasserversorgung ausgeschlossen." Er spürte, wie sich Mana in der Luft sammelte. Mit seinem Kommentar traf er offensichtlich einen Nerv bei Key. Bereits im Verlauf der letzten Woche war ihm aufgefallen, dass der sonst so redselige Mann stiller wurde, wenn es um die Wasserversorgung der Feuerfraktion ging. Das Wasser wurde ihnen langsam knapp, das konnte Elijah jetzt mit Sicherheit sagen. Diese Information war wertvoll, er würde sie zu seinem Vorteil ausspielen können. Mit einem Seitenblick berücksichtigte er Lumier. Hatte er es ebenfalls bemerkt, obwohl er so lange abwesend war und sich nun höchstens aufgrund des wirren Gesprächsverlauf ein Bild von der aktuellen Situation machen konnte? Schnell revidierte er diesen Gedanken, schließlich war es Marius, um den es hier ging. Sicherlich hatte er die Lage inzwischen in ihrer Gänze erfasst. Der Brillenträger war an dessen Meinung interessiert - um genau zu sein vor allem an seiner persönlichen Meinung Illusionsmagier und damit Teil der Wasserfraktion, aber die würde er hier im Sitzungssaal nicht zu hören bekommen. Als Mediator war es schließlich seine Aufgabe, zwischen den drei Repräsentanten zu vermitteln und dabei seine persönlichen Gefühle sowie seine Zugehörigkeit in den Hintergrund zu rücken. Zudem verliefen die meisten Sitzungen, an denen Marius als Mediator teilgenommen hatte, genau wie diese - nur dass die Lage lange nicht so verfahren war: Er verfolgte das Gespräch und fällte am Ende ein Urteil, nachdem sich jede Seite ausgesprochen hatte. Dieser Moment war jetzt gekommen; drei Augenpaare richteten sich erwartungsvoll auf Lumier.


      >> May God protect you <<