Fast wie Vater und Sohn (Nero & Kolenta)

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    • Fast wie Vater und Sohn (Nero & Kolenta)



      @Imperator_Nero
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      Thomas Jersey:

      Ob er aufgeregt war? Natürlich war er es! Heute würde Thomas seinen hoffentlich baldigen Sohn kennenlernen. Es war der erste Tag, an dem er den jungen persönlich traf, gesehen hatte er ihn nur auf Fotos in der Akte. Das Wetter spielte zum Glück mit, die sonne schien und sie trocknete gerade die letzten Tropfen des taus auf dem Rasen und den Pflanzen. Er hatte etwas Proviant eingepackt, da die Strecke doch vier Stunden ging und er zwischendurch eine Pause einlegen würde. Seit Monaten beschäftigte er sich nun mit dem Thema, den rechtlichen Grundlagen und was er alles beachten musste. Vor einem Jahr hatte er den Antrag gestellt und vor zwei Wochen nun endlich die Antwort bekommen, das er vorbei kommen durfte. Sein Zimmer hätte er soweit auch fertig, aber den Rest wollte er dem jungen gerne überlasse und noch einiges mit ihm zusammen einkaufen, damit er sich alles aussuchen konnte. Urlaub hatte er sich auch genommen, sodass er da war, wenn sich der kleine entschied bei ihm zu wohnen. Es würde eh eine Woche Probe geben, eine Art schnupper Woche, in denen sie sich kennenlernen würden.
      Der Mieter fing an zu brummen, als er den Schlüssel umdrehte und endlich fahrbereit war. Einmal atmete er nochmal tief durch bevor er aufs Gas drückte und los fuhr.

      Vier einhalb Stunden brauchte er, bis er endlich auf dem Hof fuhr, einen Parkplatz gefunden hatte und den Mieter seines Wagens endlich ausschalten konnte.
      Zehn Minuten war er früher da, so wie er es sich ausgerechnet hatte. Bei jedem Termin war er zu früh, das zwang ihn sein Anstand auf. Er steckte sein Handy und Portmonee in seine Hosentasche, bevor er Ausstieg und schließlich den Wagen abschloss um zur Eingangstür zu gehen.
      Er klopfte und eine Dame öffnete ihm lächelnd die Tür, sie stellte sich als Haushälterin und Betreuerin der Kinder vor und führte Thomas dann ins Wohnzimmer. Sie bot ihm schon einmal einen Kaffee an, den er dankend annahm, bis er auf den jungen wartete. Er würde nichts überstürzen und ihm versuchen Zeit zu geben, sodass er auf ihn zu kommen konnte. Er besprach noch kurz etwas mit der Dame, einige rechtliche Dinge, während er den Kaffee trank. Danach gingen sie dann tatsächlich ins "Spielezimmer" in dem sich die Kinder scheinbar gerade aufhielten.
      "Benjamin!" Rief sie ihn dann und auch Thomas hatte ihn bereits erblickt. Ihm fiel direkt der Bär auf, den der junge mit sich trug, als er auf sie zu kam. Thomas kniete sich hin und lächelte den jungen direkt an "hallo Benjamin! Mein Name ist Thomas...ich würde dich heute gerne einmal kennenlernen und vielleicht etwas mit dir spielen wenn du magst" stellte er sich dann liebvoll vor. Die Dame hatte erzählt, das Benjamin wusste das er heute kommen würde, was das alles hier hoffentlich etwas vereinfacherte. "Einen tollen Teddy hast du da...darf ich seinen Namen erfahren?"
      Nimm das Leben nicht so schwer,du kommst da eh nicht lebend raus
      <3
    • Benjamin

      Der kleine Junge saß im Spielzimmer des Heims, hatte seinen Teddybären Martin fest im Arm. Er wusste, dass heute jemand kommt, um ihn zu besuchen. Ein Mann.
      Vor lauter Angst hatte sich Benjamin heute von den anderen Kindern ferngehalten, saß lediglich auf dem Boden und baute mit ein paar Bauklötzen ein Haus. Es war aber nicht irgendein Haus, was er da baute. Es war SEIN Haus. Das Haus, in dem er für immer bleiben wollte.
      Das Haus, indem er mit seinen Freunden sicher war und niemand einfach verschwinden konnte. Denn das taten all seine Freunde. Verschwinden. Es tauchten plötzlich Männer und Frauen auf und am nächsten Tag waren seine Freunde immer weg und kamen nie wieder. Nun sollte auch ein Mann zu ihm kommen. Er wusste, was das bedeutete.

      Er hörte seinen Namen und drehte sich um. Seine Betreuerin Holy rief ihn. Neben ihr ein großer Mann, der plötzlich auf ihn zu kam.
      Schnell hob er Martin und drückte ihn an seine Brust.
      Sein Atem wurde schneller, sein Herz klopfte in seiner kleinen Brust wie wild.
      Er fing an, Martin etwas ins Ohr zu flüstern: "Mann ist da, Martin. Jetzt muss ich verschwinden. Tu was!", flüsterte Benjamin und hielt dann Martin nach vorn.
      Mit verstellter Stimme fing er an, zu antworten: "Ich bin Martin", die kleine Bärentatze wurde zu einem Winken gehoben.
      "Beni ist mein bester Freund", fügte der Bär hinzu.
      Es war eine kleine Eigenart von Benjamin, zuerst Martin für ihn reden zu lassen bis er sich endlich traute, mit jemand anderem zu reden. Martin war nicht so ängstlich wie er und konnte immer auf Leute zugehen.
    • Thomas Jersey:

      Er achtete darauf das er genügend Abstand einhielt, um dem Jungen keine Angst ein zu jagen. Er wollte ihm alle Zeit geben, die er gebrauchen könnte, schließlich wurden sie -hoffentlich- noch viel Zeit zusammen verbringen.
      Etwas überrascht war er dann doch als ihm der Bär hingehalten wurde und er anfing über ihn zu sprechen. Er zögerte, spielte dann aber einfach mit "hallo Martin! Freut mich sehr dich kennenzulernen. Es ist toll das ihr so gut befreundet seit...meinst du Benjamin hätte Lust etwas mit uns beiden zu spielen? Und hättest du auch Lust? Ich habe gesehen das ihr dort etwas baut... dürfte ich es mir eventuell ansehen?" Fragte er ruhig nach und lächelte weiterhin.
      Wenn es Benjamin half so aus sich heraus zu kommen und sich sicherer zu fühlen, machte er einfach mit, um eine bessere Bindung zu ihm zu bekommen.
      Außerdem war es in diesem Alter vollkommen normal, das sie Fantasy Freunde entwickelten und mit ihnen oder durch diese sprachen. Er sah kurz auf das gebaute vom Kind, welches noch vor ihn saß und lächelte "das sieht nach einem tollen Gebäude aus! Vielleicht könnt ihr mir Mal bei meiner Arbeit helfe? Ich bin Architekt und gestalte Häuser von anderen Menschen" erklärte er schmunzelnd und gab ihn dadurch weitere Informationen von sich Preis.
      Da das sitzen auf den Knien zu anstrengend und schmerzhaft wurde, hatte er sich in den Schneidersitz gesetzt und seine Hände auf seine Beine abgelegt, dennoch blieb sein Oberkörper aufrecht und gerade. Auf seine Körperhaltung gab er besonders acht, da er viel im Büro saß und er somit schon höhere Rückenprobleme bekam. Thomas hoffte mit seiner Arbeit ein Thema gefunden zu haben, das Benjamin interessieren könnte. Er wollte auf jeden Fall ein Thema haben, das ihnen beiden zusagte und über das sie sprechen könnten, zumindest eines.
      Die anderen Kinder sahen teilweise zu ihnen oder beschäftigten sich komplett mit sich selbst. Schön hatten die Kinder es hier auf jeden Fall. Der Architekt hatte ein Heim oftmals mit einem düsteren Ort verbunden und mit traurigen Kinder, aber das war hier überhaupt nicht der Fall.
      Nimm das Leben nicht so schwer,du kommst da eh nicht lebend raus
      <3
    • Benjamin

      Benjamin setzte sich neben sein Bauwerk, hielt Martin weiterhin fest in seinen Armen. Der große Mann verunsicherte ihn. Bisher kam noch nie ein fremder Erwachsener zu ihm.
      Seine Augen wurden größer als er hörte, dass Thomas Häuser machte. Der Griff zu Martin wurde lockerer.
      "Du baust Häuser? Wie meins?", fragte Benjamin, vergaß vor lauter Faszination, dass Martin das Sprechen übernehmen sollte. "Aber was ist ein Arschidept?", fragte er leise hinterher.
      Er besah sein Bauwerk und fing an, es mit Stolz zu erklären: "Da ist die Tür. Eine gaaaaaanz große Tür! 50 Meter groß!" Mit dem Finger zeigte er immer deutlich, welchen Raum er meinte. "Und da ist das Wohnzimmer. Da passen 1000 Menschen rein und die sitzen in riesigen Stühlen!", sagte er und deutete auf die vereinzelten Bauklötze in dem Raum. "In der Küche kocht ein Roboter aaaaaallllleeeesss, was man essen möchte! Pizza, Nudeln, Kekse. Und das telepopiert ... telefo ... tere ... ähm ...", Benjamin stockte.
      Das Wort wollte ihm einfach nicht über die Zunge. "tetepolieren? Tene... telezakieren?", auch der zweite Versuch scheiterte. Verzweifelt sah der Kleine zu Martin. Dieser schien jedoch auch nicht zu wissen, wie dieses Wort auszusprechen war. Vorsichtig sah er zu Thomas. Langsam stand der Kleine auf und tapste zu Thomas. Leise flüsterte er ihm ins Ohr: "Wie heißt das?"
    • Thomas Jersey:

      Er wollte ihm wirklich keine Angst einjagen, aber als Kind würde er wohl ähnlich reagieren. Doch schien Thomas das richtige Thema angesprochen zu haben und er durfte die echte Stimme des jungen hören. Sofort lächelte er glücklich und nickte "genau!" Sagte er freundlich "ein arch-i-tekt, Architekt " sagte er langsam und deutlich um ihm zu helfen "ich zeichne eine Idee, wie ein haus aussehen könnte, entweder von innen oder außen und das wird dann gebaut, wenn der Kunde zufrieden ist" erklärte er grob. "Wenn du Mal bei mir bist kann ich es dir genauer zeigen! Vielleicht kannst du mir auch helfen" schlug er dann vor. Wenn man es sah, verstand man es besser als bei der Erklärung.
      Schmunzelnd hörte er ihm dann aufmerksam zu und nickte interessiert. So hatte er als Kind tatsächlich auch angefangen und wollte das schließlich als Erwachsener weiter machen. Er musste direkt an seine Kindheit denken.
      "Oh, er teleportiert das Essen zu einem? Das ist eine hervorragende Idee!" Lobte er ihn "tele-por-tieren" sagte er nochmal langsam.
      "Es ist aber auch ein schweres Wort" gab er zu um ihn zu beruhigen.
      Er fand es ziemlich süß wie er dafür zu ihm gekommen war und ihm das Zugeflüstert hatte. "Ich arbeite gerade an einem Kindergarten...dabei könnte ich sehr gut deine Hilfe gebrauchen, du weißt als Kind besser als ich was man unbedingt braucht. Was meinst du braucht ein Kindergarten? Oder wie sollte er aussehen? Dann kann ich das bei meiner Arbeit einbauen"
      Nimm das Leben nicht so schwer,du kommst da eh nicht lebend raus
      <3
    • Benjamin

      Als Thomas seinen Beruf erklärte, sah Benjamin ihn mit offenem Mund an. "Ich will auch Häuser machen, wenn ich groß bin!", erklärte er voller Freude. "Ich darf helfen?!", seine Augen fingen an zu strahlen als er das hörte.
      Voller Begeisterung hörte er Thomas zu. Behutsam setzte er sich neben ihn, musste den Kopf beinahe in den Nacken legen, um ihm in die Augen sehen zu können.
      "Ein Tindergarten braucht gaaaaaanz viele Spielsachen! Und eine Hüpfburg, die sooooo groß ist!", Benjamin strecke die Arme so weit aus wie er konnte, um die Größe der Hüpfburg zu beschreiben, steiß dabei aber eine Wand deines Bauwerks um. Erschrocken blickte der Kleine zu den umgeworfenen Bauklötzen. "Ups", hauchte er und setzte Martin zwischen sich und Thomas und fing an, die Wand wieder aufzubauen. Aber schon nach ein paar Steinen stockte er, besah nochmal sein teils zerstörtes Werk. Hektisch griff er nach Martin, drückte ihn fest an sich und fing leise an zu weinen. Durch sein Ungeschick war nun sein Traumhaus kaputt gegangen. Die Außenwand des Wohnzimmers war nun zwischen den riesigen Stühlen verteilt, hatte diese teilweise abgerissen.
    • Thomas Jersey:

      Irgendwie fiel ihm ein Stein vom Herzen, als der kleine so mit ihm sprach. Den Teddy ignorierte er für einen kurzen Moment. Tatsächlich hatten sie eine gemeinsame Interesse, was es einfacher machen würde mit ihm eine Beziehung aufzubauen.
      Er lachte kurz, als Benjamin ihm erzählte was er alles in Kindergarten einbauen würde. Den groben Umriss hatte Thomas tatsächlich bereits fertig, aber es schadete nie jemand anderen darauf schauen zu lassen.
      Deswegen hörte er ihm weiter aufmerksam zu, erschrak aber selbst, als er hörte wie das Häuschen kaputt ging. Eigentlich hatte er nun mit einem weinenden Kind gerechnet, aber Benjamin baute die Wände einfach wieder auf. Erleichtert seufzte er kurz, da er noch nicht wusste, wie er mit traurigen Kindern umgehen sollte. Diese Gedanken hätte er wohl nicht haben dürfen, denn nun ergriff der junge doch sein Teddy und fing das weinen an. Panisch überlegte der Mann was er machen könnte, doch ihm viel nichts besseres ein "ich helfe dir! L...lass uns dein Haus wieder aufbauen ja? Das ist nicht so schlimm, andere Häuser werden ja auch manchmal repariert" sagte er beruhigend fing an, langsam und sehr vorsichtig, einen Stein auf den nächsten zu setzen, so wie er es noch im Kopf hatte.
      Nimm das Leben nicht so schwer,du kommst da eh nicht lebend raus
      <3
    • Benjamin

      Benjamin seufzte, hob sein verheultes Gesicht an. "Aber deine Häuser gehen bestimmt nie putt!", merkte er an und zog die Nase hoch. Leicht schielte der Junge zu Thomas rüber, als dieser anfing das Haus wieder aufzubauen. Martin wischte ihm seine letzten Tränen weg. Sein Haus nahm wieder Gestalt an. "Stopp!", sagte er und korrigierte den Stein, den Thomas zuletzt gesetzt hatte. "Da ist doch die Tür, du Dummerchen!".
      Martin an seine Brust pressend setzte er den Stein richtig und seine Trauer schien wie weggefegt. Schließlich musste er jetzt aufpassen, dass Thomas alles richtig macht und nicht wieder eine Tür zumauerte.
      "Ich mag dich", sagte Benjamin, baute dabei jedoch einfach weiter und schenkte Thomas keinen Blick. Stattdessen stapelte er weiterhin Stein auf Stein und versuchte sein Gebäude zu retten.