.:: Chaos [Unicat & Fuffy]

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      Chaos



      Gabriel Bermen

      Gehetzt blickte Gabriel auf sein Handy und zog scharf den Atem ein, seine meerblauen Augen verfinsterten sich, er würde wieder zu spät kommen, verdammt! Er hatte bis gestern Abend noch gelernt und sich alle lateinischen Begriffe der Wirbelsäule eingeprägt und darüber hinaus die Zeit vergessen. Er ist und war nun mal ein kleiner Träumer, der sich oft in seiner eigenen Welt widerfand.
      Heute bekam er die Quittung dafür. Es war Samstag und daher hatte er keine Uni, sondern arbeitete in einem kleinen Labor, wo sie Blutanalysen durchführten, ein paar Medikamente herstellten, sowas eben. Doch wenn ihn sein Chef, Cole Waters, erneut beim Zuspätkommen erwischte, dann würde er wohl nicht mehr lange dort arbeiten.
      Scharf bog er in die nächste Seitenstraße ab, schlüpfte mit seinem Schlüssel durch die Hintertür in den großen Komplex und beeilte sich um in die Umkleidekabine zu gelangen. Schnell warf er seine privaten Dinge in seinen Spind und streifte sich den weißen, typischen Laborkittel um. Als realistischer Mensch glaubte er nicht an Gott – doch diesmal betete er, dass sein Chef noch nicht in seiner Abteilung vorbeigesehen hatte und ihn nicht am Arbeitsplatz stehen gesehen hatte.
      Keine fünf Minuten später befand er sich an seinem Arbeitsplatz und erblickte seinen heutigen Arbeitsauftrag. Er sollte gestern gelieferte Blutproben zentrifugieren und den abgesetzten Blutkuchen auf Auffälligkeiten untersuchen.
      „Psst…war Cole schon da?“, fragte er vorsichtig in die Runde und blickte zu seinen Arbeitskollegen, sein dunkelblondes Haar hing ihm ein wenig zerzaust in die Stirn.



      Elise McGregory

      Herzhaft gähnte Elise und streckte sich, während sie sich im Bett herumwälzte. Ihre roten, langen Haare bedeckten ihren ansonst nackten Körper wie ein seidiger Vorhang. Sie wusste nicht wie spät es war, doch war es ihr auch herzlich egal. Sie hatte keinen regelmäßigen Job und heute war sie auch nirgends mit einer Aushilfstätigkeit dran, also konnte sie sich das im Bett kuscheln auch gönnen.
      Mit ihrer Hand tastete sie auf die andere Bettseite und fühlte einen warmen Körper. Hatte sie gestern jemanden abgeschleppt? Oder war es nur Seth, der ihr Gesellschaft leistete? Sie wusste es nicht, nahm aber die Gelegenheit wahr sich an das unbekannte Etwas anzukuscheln. Sie war weder schüchtern noch vorsichtig, sondern nahm sich was sie wollte. Diese Eigenschaft hatte sie sich schnell von ihrem Ex Seth abgeschaut und sie fand, dass es so besser zu leben war.
      Seth und sie waren zwar nur kurz ein Paar gewesen, ihre Liebe loderte heiß und hoch wie eine Stichflamme, doch war es alsbald auch schon wieder vorbei gewesen. Er hatte sie in die raue Welt der Straße eingeführt und als bis dato unschuldiges Mädchen hatte die Gefahr sie magisch angezogen. Nun würde sie ihr freies Leben um keinen goldenen Käfig der Welt eintauschen. Seth war tatsächlich zu einem guten Freund geworden und die zwei verstanden sich, auch wenn sie keine Leidenschaft mehr teilten.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein
    • Jaiden Carter
      Noch müde und relativ wenig ausgeruht von der langen Nacht, öffnete Jaiden verschlafen seine schweren Augenlider. Sein Blick suchte müde den Wecker, von dem er die Uhrzeit versuchte zu entziffern. Es war noch sehr früh am Morgen, selbst die Vögelchen draußen die in dem Baum vor seinem Zimmerfenster hausten, waren noch nicht bereit für den Morgen. Jedoch hatte Jay heute Frühschicht, daher musste er sich dazu zwingen, verschlafen aus dem Bett zu steigen. Bestimmt wartete sein Vater bereits am Küchentisch, welcher wohl ebenfalls müde und erschöpft von seiner Nachtschicht heimgekehrt war. Also quälte sich der junge Rotschopf mühselig aus dem Bett, sammelte seine Klamotten vom Boden auf und schmiss sie sich über. Der nächste Gang brachte ihn ins Badezimmer, um sich frisch und zurecht zu machen. Wobei das Zurechtmachen eher darin bestand, sich kurz durch die Haare zuwuschelnd und sich einzelne Strähnen aus dem Gesicht zu streichen.
      Anschließend begab sich der vierundzwanzig Jährige hinunter und gesellte sich, wie erwartet, an den Küchentisch zu seinem Vater. "Morgen.." murmelte Jaiden, sichtlich noch im Halbschlaf. Kurz blickte sein Vater von seinem Handy hoch und sah seinem verschlafenen Sohn in die noch halb geschlossenen Augen. Ein leichtes Lächeln zog sich durch sein Gesicht, bei dem Anblick seines Sohnes. "Jeden Morgen das selbe mit dir." scherzte er freundlich und legte das Handy zur Seite. Der Rotschopf versuchte mit all seiner Kraft seinen unglaublich schweren Kopf oben zu halten, während er sich die Tüte mit den Brötchen sowie dem Wurst Aufschnitt und die Butter zu sich zog. Ein mühseliger Akt, bei so wenig Schlaf. "Woran hast du die Nacht diesmal gearbeitet?" hörte Jay seinen Vater fragen. Eigentlich hatte Jaiden nun wirklich keine Lust auf ein ausgiebiges Gespräch um diese Uhrzeit, jedoch konnte er nicht unhöflich und respektlos seinem Vater gegenüber sein und murmelte daher ein "Stoffkonzentration..von deiner letzen Probe berechnet". Ein sanftes lachen konnte sich der alte Herr nicht verkneifen und sah dabei zu, wie der Rotschopf sein Frühstück etwas ungeschickt vorbereitete. "Na gut. Soll ich dich fahren? Ich muss auf dem Rückweg sowieso noch mal los, deine Mutter wollte mich unbedingt zum Einkaufen quälen. Nickend packte er sein Frühstück beisammen und half seinem Vater noch dabei, den Tisch wieder abzuräumen um sich anschließend seine Sachen an der Garderobe zu schnappen.
      An dem Krankenhaus angekommen, stieg er aus dem Auto aus, verabschiedete sich von seinem Vater und betrat das große Gebäude des Krankenhauses. Der junge Mann schleppte sich die Gänge entlang, hinunter Richtung Labor und zu den Umkleidekabinen. Dort warf er sich seinen Laborkittel um und begab sich in das Labor, um seiner Arbeit nach gehen zu können. Jedoch stellte er etwas genervt fest, dass die analysierten Blutproben seines Arbeitskollegen noch nicht vorlagen. Er seufzte und blickte sich nach dem Verantwortlichen um, der jedoch nirgends zu finden war. Ein wenig war Jaiden auch froh darüber, so konnte er die Weiterarbeit noch ein wenig hinauszögern. Je weniger er mit Blutproben zu tun hatte, desto besser. Also widmete er sich seiner Ledertasche, in der der Rothaarige die Berechnungen der Proben seines Vaters hineingeworfen hatte. Einige Zeit verging, als er bemerkte, wie der neue Medizinstudent sich in das Labor hin eingeschlichen hatte. Und dieser, mal wieder viel zu spät jedoch war auch nichts anderes von dem Kerl zu erwarten. War sich dieser Kerl überhaupt bewusst, dass es ziemlich verantwortungslos war, jedesmal so spät hier aufzutauchen?! Un erfreut schnappte er sich die Mappe, welche auf seinem Schreibtisch lag und trat zu dem zerzausten Blondhaarigen hin."Ne, der war noch nicht da." antwortete Jaiden kurz beiläufig und drückte dem
      Zuspätkommer die Mappe in die Hand. "Hier. Wo sind die Proben?" fragte Jay, mittlerweile wach und etwas freundlicher als den gesamten Morgen



      Seth Blair

      Die letzte Nacht war unglaublich aufbrausend gewesen und einfach nur zum Kotzen gewesen. Irgendwelche kleinen Bastarde haben es nicht geschafft gehabt, sich um eine wichtige Lieferung zu kümmern, was dem Käufer natürlich absolut nicht passte und - kurz gesagt: Er selbst musste sich um den ganzen Mist kümmern, was , wie so oft, in einer Schlägerei endete. Und von dem ganzen Arbeitsstress, wie es Seth immer liebevoll nannte, hatte es ihm auch die Lust genommen, nach Hause zu kehren und sich dort noch mit den Alkoholproblemen seiner Mutter auseinander zu setzen. Der junge Mann wusste, dass sein kleiner Bruder alt genug war um sich selbst für die Schule zu recht zu machen, daher war das schlechte Gewissen auch nur halb so groß. Aus diesem Grund hatte sich Seth dazu entschlossen gehabt, seine Ex-Freundin ein wenig mit seiner Gesellschaft zu belästigen. Auch wenn die Beiden kein Paar mehr waren, sie war bisher eine der wenigen Personen, welcher er vertrauen konnte.
      Er hatte sie mit in diese dreckige Welt gezogen und fühlte sich daher auch nach wie vor Verantwortlich für das rothaarige Mädchen. Außerdem spendete sie ihm körperlichen Trost, auch wenn sie ihn auf anderen Ebenen und Begierden des öfteren abwies. Und dennoch schlich er sich wie so oft zu ihr ins Bett hinein um einfach diese wärmende Nähe spüren zu können. So wie an diesem Morgen. Ihre weiche Haut schmiegte sich an seinen nackten Oberkörper und durch die sanfte Berührung und die ausstrahlende Wärme, wurde Seth langsam wach. Ein verschlafenes murren drang aus seiner Kehle heraus, nach dem er sich mit dem Körper zur Seite drehte und einen Arm um Elise legte, damit er sie näher an seinen ebenso warmen Oberkörper drücken konnte. Seth legte seinen Kopf auf ihr seidiges, rotes Haar ab und kuschelte seine Wange in ihre so lieblich duftenden Haare. "Halt still~" murrte es aus ihm heraus und zog die junge Frau noch ein Stück näher an sich heran. Ihr Geruch, ihre Wärme, all das löste tiefe Entspannung in dem großen Kerl aus. Daher kam Seth so gerne hier her: Denn für einen kurzen, winzigen Moment, konnte er alles für den Augenblick vergessen. Unterhalb der Gürtellinie, wachte auch gerade etwas aus dem nächtlichen Schlaf auf. "Elise~ hab 'ne große Überraschung für dich, du musst nur unter die Bettdecke kommen~" nuschelte er in das seidig-weiche Haar hinein. Dabei war es keineswegs eine Geste der Begierde die sich dort unten regte - Seth musste schlicht und ergreifen einfach nur seinen morgendlichen Klo-Gang nachgehen.
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    • Gabriel Bermen

      Gabriel zuckte ertappt zusammen, als er eine nur allzu bekannte, und wenig erfreute, Stimme hinter sich hörte. Oje, sein Arbeitskollege Jaiden schien heute sichtlich mit dem falschen Fuß aufgestanden zu sein. Er drehte sich mit einem schuldbewussten Lächeln zu ihm um, war aber gleichzeitig froh, dass der Chef noch nicht aufgetaucht war. Er musterte Jay, der selbst nur ein Jahr jünger als Gabriel war. Sie roten Haare waren ebenso wild wie seine eigenen und die honigbraunen Augen fixierten ihn, als er nach den Proben fragte.
      „Ja, kommen sofort.“, antwortete Gabriel und fragte sich unwillkürlich ob es wohl Kontaktlinsen in der Farbe von Jays Augen gab. Es gäbe sicher Abnehmer dafür.
      Dann jedoch zog er seinen wirren Geist, der sich meist mit allem anderen, nur nicht mit der vorgegebenen Aufgabe beschäftigte, wieder am Riemen und betrachtete kurz die Mappe, die ihn der andere in die Hand gedrückt hatte. Er würde sich sofort daran machen das Blut zur Zentrifuge zu bringen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in besagter Mappe zu notieren.
      Er nickte noch einmal und begann seiner eigentlichen Arbeit nachzugehen. Normalerweise war er nicht der Typ für Smalltalk, sondern wirkte immer ein wenig abwesend und geistig auf Höhenflug. Doch er wollte sich ein wenig für sein erneutes Zuspätkommen entschuldigen.
      „Und…Jay…was machst du heute noch so?“ Immerhin war Samstag und viele junge Menschen in ihrem Alter waren an Partys oder Discotheken interessiert.


      Elise McGregory

      Elise hatte sich an das unbekannte Etwas gekuschelt und als es knurrte, spürte sie die Vibrationen seiner Brust an ihrem Rücken. Sie lächelte verschlafen, hielt aber die Augen noch geschlossen. Sie kannte dieses Murren nur zu gut und sie war froh, nicht alleine aufzuwachen. Sie war nicht gerne alleine, brauchte immer Lebendigkeit um sich herum.
      Seth legte die Arme um sie und zog sie an sich. Sie atmete seinen männlichen Geruch ein und fühlte sich sogleich geborgen. Es war schön einen Freund wie ihn zu haben und auch wenn sie nur hier und da – je nach Lust und Laune – Intimitäten austauschten, waren sie sich emotional nahe. Die Rothaarige wusste, dass sie sich auf den gutaussehenden Mann verlassen konnte, auch wenn er sich große Mühe gab brutal und gefürchtet zu sein. Zu ihr war er immer nett gewesen. Kein einziges Mal war ihm die Hand ausgerutscht.
      Sie tat ihm den Gefallen und hielt still, genoss die morgendliche Kuschelrunde ebenfalls nur zu gerne. Es war eine kurze Auszeit aus dem schwierigen und tristen Alltag. Sie vertraute ihrem Ex sogar so sehr, dass er einen Schlüssel zu ihrer Ein-Zimmer-Wohnung hatte. Diese konnte sie gerade so erhalten und war immer mal wieder gezwungen einen Aushilfsjob in einer Bäckerei, als Kassiererin oder als Kellnerin anzunehmen. Sie arbeitete dann dort wieder eine Zeit lang, ehe ihr es wieder zu langweilig wurde und sie genug Geld beisammenhatte, um wieder ein paar Monate die günstige Miete bezahlen zu können.
      Als er ihr eine Überraschung schmackhaft machen wollte, kicherte sie ein wenig. Sie kannte ihn gut genug und überlegte tatsächlich, auf sein Angebot einzusteigen. Immerhin waren sie beide erwachsen genug und danach wäre sie sicherlich noch entspannter.
      Doch stattdessen zog sie eine Hand, mit deren Arm er sie umschlungen hielt, an sich heran und drückte einen Kuss darauf, ehe sie sich aus seiner Umarmung schälte und aufsetzte. Sie war nackt, doch sie wusste um ihre reizvollen Kurven und schämte sich nicht im Geringsten, sich vor Seth oder anderen Menschen ohne Kleidung zu zeigen.
      „Ich gehe mal duschen. Wenn du brav bist, darfst du mitkommen.“, sagte sie und blickte auf einen zerzausten, blonden Haarschopf hinab. Selbst verschlafen sah der Mann großartig aus. Es war wohl wieder eine harte Nacht für ihn gewesen.

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    • Jaiden Carter

      Ein wenig fühlte sich der Rothaarige durch die Blicke seines Gegenübers ziemlich bedrängt. Leicht legte er seine Stirn in Falten und wandte seinen irritierten Blick von seinem Arbeitskollegen, auf die Mappe hinunter. Verwundert blinzelte er ein paar Mal und ein heimliches komischer Kerl.. huschte ihm durch die Gedanken. Jay kannte seinen Arbeitskollegen nicht sonderlich gut, wusste jedoch zwei Dinge: Er war irgendwie seltsam. Und kam immer zu spät. Wie auch immer, Jaiden hatte wichtigere Dinge zu erledigen, als sich über diesen Medizinstudenten zu wundern und dadrüber aufzuregen, welch Arbeit er noch nicht verrichtet hatte. Denn schließlich bekam Jay mit einem nicken verdeutlicht, dass dieser sich nun an die Arbeit machte. Doch ihm plagte die Frage, wie so ein verträumter Student allen ernstes seinen Weg in die Medizin geschafft hatte? Welche Richtung wolle er überhaupt einschlagen? Als Chirurg dürfe man sich solch Träumereien aufgar keinen Fall zu schulden kommen lassen - es würde Fatal enden. Und schon wieder! Er ließ sich viel zu sehr ablenken. Nun, ein gewissenhafter und ordentlicher, sowie verantwortungsbewusster Kerl wie Jaiden es war, konnte über solch Verhalten einfach nur den Kopf schütteln. Seufzend widmete auch er sich seiner Arbeit zu. Doch der Jüngere kam gar nicht richtig dazu seine Arbeit zu beginnen, da wurde er auch direkt schon wieder von dem Zuspätkommer aufgehalten. Die Frage kam ziemlich unverhofft und plötzlich, weshalb Jaiden erneut verwirrt drein blickte. Der junge Einsiedler brauchte gar nicht lange Überlegen mit seinen samstags Plänen, denn sie liefen meist gleich ab: "Anderweitige Analysen und Forschungen nach gehen. Und vielleicht 'n paar Dokumentationen ansehen." Die Dokumentationen anzuschauen waren immer sein Highlight des Abends gewesen. Ein hoch auf die Technik, sich an der Vielzahl von diversen, interessanten Dokus und Reportagen zu bereichern. "Und wie sind deine Pläne so?" fragte er der Höflichkeitshalber seinen gegenüber stehenden Arbeitskollegen. Jay malte sich die wildesten Party Vorstellungen von Gabriel aus, in irgendwelchen super beliebten Clubs, umschwärmt von irgendwelchen betrunkenen Frauen. Schließlich war der Blonde sehr Jung und Gut-aussehend und vor allem ein Student, da würden seine Überlegungen sicherlich zu treffen. Doch ein wenig gespannt auf die Antwort blickte er neugierig den Großen an.


      Seth Blair


      Natürlich hatte sich der Blondschopf die Reaktion von Elise ausmalen können: Verführerisch wie eh und je, würde sie ihn sanft und liebevoll abweisen. Und das machte es immer so reizvoll, sie doch damit ein wenig zu necken. Wobei es hin und wieder doch mal vorkam, das sie dem Angebot tatsächlich nachging. Seth verglich sie gerne mit einer Katze, nur bei Bedarf kam sie angeschnurrt ansonsten sollte man die Finger von ihr lassen, sofern man keine Krallen im Rücken haben wollte...Dieser Gedanke war eigentlich gar nicht mal so verkehrt und ein verspieltes Lächeln legte sie auf seine Lippen bei dieser Vorstellung. Doch Seth blieb es verwehrt weiter zu träumen, denn die schöne Rothaarige machte Anstalten sich aus seinem Arm zu wuseln. Murrend, weil sie sich hinaus gewunden hatte, beobachtete er Elise dabei wie sie sich aufsetze. Auch er richtete sich mit seinem Oberkörper auf und stützte sich mit seinem angewinkelten Unterarm auf dem Bett ab. "Ich will nicht bei lebendigem Leibe gekocht werden~" mit einem großen Schwung Ironie betonte er sein Unverständnis gegenüber den Duschgewohnheiten der rothaarigen Frau. Denn Seth bevorzugte sein Waschwasser eher kalt, schließlich wollte er Wach und Sauber werden und nicht Müde und eventuell Gekocht. "Aber ich nehm' dich gern auf dem Küchentisch, wenn du mir Frühstück machst ♥~" schnurrte der Blondhaarige mit einem verschmitzten lächeln im Gesicht und ließ sich wieder zurück auf das Bett sinken. Seine innere Uhr sagte, es sei noch viel zu früh zum Aufstehen und am liebsten würde er einfach den ganzen Tag faul im Bett rumliegen bleiben. Aber heute hatte er ausnahmsweise einen relativ freien Tag und dem hatte er seinem jüngeren Bruder bereits versprochen. "Ich muss den Kleinen bald abholen." seufzte er in das Kopfkissen hinein und zog sich die Bettdecke über den wuscheligen Kopf, als würde sie ihn vor der Welt draußen beschützen und von all seinen Verpflichtungen loslösen. Er liebte seinen kleinen Bruder wirklich über alles, da konnte er ihm den Wunsch wirklich nicht abschlagen, irgendetwas gemeinsam zu Unternehmen. Dem Blondhaarigen war bewusst wie schwierig er es hatte, da er noch so jung war und wenigstens ein wenig Freude konnte er ihm dadurch ermöglichen, immerhin war er der große Bruder und ein großer Bruder hatte nun mal auch Verpflichtungen zu erfüllen.
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    • Gabriel Bermen

      Ordentlich, wenn auch übervorsichtig, ordnete Gabriel die vielen, gekühlten Blutproben in die Zentrifuge. Er schlug in der Mappe nach welche Geschwindigkeitseinheit und welche Dauer gefordert wurden und stellte das hochmoderne Gerät genauso ein. Im Kopf überschlug er Spaßhalber die Umdrehungen, welche die kleinen Proben überstehen mussten: 351.824 waren es. Er lächelte, ein Mensch würde so viel G nicht aushalten. Zufrieden sah er zu wie die Einheit hochfuhr und mit leisem Surren ihre Arbeit begann.
      Die Antwort seines Arbeitskollegen führte ihn wieder zurück in die Realität und er hörte heraus, dass Jaiden ein paar Analysen und Forschungen betreiben wollte und vielleicht Dokumentationen ansehen würde. Er selbst mochte auch Dokumentationen, es waren die einzigen Filme, die seine Aufmerksamkeit lange genug fesseln konnten, denn hier lernte er etwas. Andere Filme, oder gar Blockbuster, waren ihm viel zu langweilig und vorhersehbar.
      Er hatte sich schon wieder gedanklich bei der neusten Dokumentation über Permafrostböden befunden, als Jay jedoch die Gegenfrage nach seinen Plänen stellte. „Ich werde wohl noch etwas lernen.“ Er war hochintelligent und merkte sich viele Dinge auf Anhieb, jedoch die Konzentration kam ihm immer abhanden. Er musste sich stark überwinden, sich zusammen zu reißen. Doch wenn es ihm gelang, konnte er gut und gerne 50 Seiten eines Manuskriptes durchlesen und hatte 80 % des Stoffes intus. Doch oft hatte er schlechte Tage und wusste nicht wohin mit seinen überbordenden Gedanken.
      „Obwohl sogar heute eine Party im Flex steigt.“ Er hatte es nur durch Zufall gesehen, als er sich mit dem neuen Algorithmus des Facebook-Newsfeeds beschäftigt hatte. Das Flex war eine der bekanntesten Clubs der Stadt. „Aber Partys sind mir zu langweilig.“
      Die Zentrifuge drehte sich noch immer und so wartete Gabriel geduldig auf deren Ende.


      Elise McGregory

      Mit einem frechen Schmunzeln im Gesicht blickte sie auf ihren Freund hinab, der sich nun halb auf seinen Oberkörper abgestützt hatte. Natürlich duschte sie heiß, welcher Mensch mochte keine heißen Duschen? Ja, Seth war einer dieser seltenen Exemplare. Schade, im Badezimmer hatte Intimität immer einen gewissen Reiz.
      „Dein Pech.“, kommandierte sie unschuldig und zuckte mit den Schultern. Auf sein Angebot bezüglich Küchentischs wanderte ihr Blick kurz zu ebengenanntem Ort. Hmm, es war durchaus eine Überlegung wert, aber sie bevorzugte nun doch eine heiße Dusche.
      Sie beobachtete wie Seth wieder zurück in ihr Bett sank und fast hätte sie sich nochmal dazu gekuschelt. Einfach, weil es schön war sich in seine Arme zu schmiegen und sie ihm hundert Prozent vertraute.
      Er sprach nun davon, dass er seinen kleinen Bruder bald abholen musste und nun wich ihr freches Lächeln einem traurigen. Sie hatte keine Familie mehr, seit sie sich für ein Leben auf der Straße entschieden hatte. Umso beeindruckender fand sie Seth, dass er sich immer so liebevoll um seinen kleinen Bruder kümmerte. Auch wenn er sich mürrisch gab, liebte er ihn abgöttisch – so glaubte sie zumindest.
      Sie zog ihm nun die Bettdecke weg und entblößte seinen Oberkörper. Mit sanften Fingern fuhr sie seinen Rippenbogen entlang, der alle Farben aufwies: Blau, grün, gelb.
      „Harte Nacht?“, fragte sie nun mitfühlend und suchte mit ihren Augen nach Verletzungen die versorgt werden mussten, fand jedoch im ersten Augenblick keine. Seth genoss einen gewissen Ruf auf der Straße, welchen er auch verteidigte. Diesem Ruf war es zu verdanken, dass sie ein sorgenfreies Leben führen konnte und von anderen Gangs in Ruhe gelassen wurde. Kannte doch jedermann ihre gemeinsame Vergangenheit und noch bestehende Freundschaft.
      Dann schlug sie ihm kräftig auf das nackte, appetitliche Hinterteil. „Komm schon, Süßer, raus mit deinem Arsch. Du kannst mir Frühstück machen!“, forderte sie ihn nun auf und machte selbst Anstalten aufzustehen.

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    • Jaiden Carter

      Mit einem prüfenden Blick sah er Gabriel dabei zu, wie sorgfältig er die Proben in die Gerätschaft hinein legte. Vielleicht war der Rotschopf zu voreingenommen gewesen, was die Gewissenhaftigkeit und die Verpflichtungen anging. Anscheinend nahm der Kerl seine Arbeit doch ernst. Irgendwie erleichterte es Jaiden und als würde er ihn Loben wollen, nickte er zustimmend bei jedem Arbeitsschritt des blonden Mannes. Als er die Zentrifuge beobachtete, spürte Jay wie es ihm leicht übel wurde. Daher wandte sich der Blutphobiker schnell in eine andere Richtung, um weiteres hinsehen vermeiden zu können. Ekelhaft.. schüttelte Jaiden seinen Körper, in der Hoffnung die Gedanken aus seinem Kopf zu bekommen. "Sag..bescheid, wenn du die Ergebnisse hast." konzentriert auf die eigene Arbeit, war es schon etwas einfacher mit seiner Phobie umzugehen. Immer den Fokus halten..Fokus.. schwirrte es in seinem Kopf herum, als sein Fokus durch die Worte seines Arbeitskollegen unterbrochen wurden. Dessen Antwort brachte Jay zum schmunzeln. Schon wieder hatte er seinen Arbeitskollegen falsch eingeschätzt. "Mir sind sie zu.. überfüllt." gab er dann zu und fügte ein "Außerdem ist es Unverantwortlich und reine Zeitverschwendung." hinzu. Erst jetzt stellte Jaiden erschreckend fest, wie Oberflächlich er eigentlich war. Verurteilte den Kerl einfach nur nach dem Aussehen, obwohl er ähnliche Interessen wie er selbst hatte. Unbewusst sah er Gabriel entschuldigend an bis ihm dann wieder seine eigene Arbeit einfiel. Der Medizinstudent war ihm sympatischer als vorher geworden und das fing an den Rothaarigen zu nerven. Denn wie man sehen konnte, führte das zu nichts weiter, als sich von der Arbeit ablenken zu lassen. "Ich muss weiter machen." gab er seinem Gegenüber bekannt und richtete seinen Laborkittel. Jaiden mochte es wirklich äußert ungern, sich zu anderen Leuten zu gesellen, auch wenn es nur Arbeitskollegen waren. Er war gerne für sich und arbeitete auch lieber alleine, so blieb man stets Aufmerksam und Konzentriert. Ohne weiteres zu sagen, drehte sich Jay um und ging zu seinem Arbeitsplatz hinüber. Die Berechnungen mussten fertig gemacht werden. Außerdem hatte er von seinem Chef noch andere Aufgaben bekommen: Die Blutproben sollten auf Verträglichkeiten mit diversen Enzymen, Viren und dergleichen getestet werden und deren Verhalten sorgsam Dokumentiert werden musste.


      Seth Blair

      Gerade hatte sich der Blondhaarige an die Bettdecke geschmiegt und die Augen geschlossen, da war das weich-warme Gefühl einfach mit der Decke entrissen worden. Ein kurzes Zucken seiner Muskeln gab sein Schreck zur Kenntnis und bereits im nächsten Moment spürte er schon die zierlichen, sanften Finger der Rothaarigen an seinem Oberkörper. Kurz zuckte seine Muskeln in der Wange, denn es waren keine schlimme Verletzungen, denn doch schmerzten sie bei direkter Berührung. Mit seinen Augen folgte er den schmalen Fingern, die seinen Oberkörper entlang fuhren. "Die Neulinge haben's nicht auf die Reihe bekommen. Ich musste es ausbaden" ein genervter Unterton begleitete seinen Satz. Der herzhafte Klaps auf Seths Hinterteil zog durch seinen gesamten Körper und ließ ihn erneut etwas zusammen zucken. "Was bist'n so passiv-aggressiv heut morgen?" gab er von sich, während er seine schmerzende Stelle am Gesäß streichelte. "Furie!" zischte der Blonde durch seine Zähne hindurch und rappelte sich etwas genervt auf. Er setzte sich seufzend auf die Bettkante, fuhr sich mit den Händen von der Stirn über den Kopf, um seine wilde, zerzauste Haarmähne aus dem Gesicht zu bekommen. Langsam und mühevoll streckte er seine verschlafenen Glieder und stand dann endlich aus dem Bett auf. Den letzten Schlaf wischte er sich mit dem Handrücken aus den Augen heraus, sammelte seine Klamotten vom Boden auf und schliff sie hinter sich her während er Richtung Badezimmer. "Jajaja~" plapperte er auf dem Weg vor sich her und erleichterte sich zu aller erst, bevor er überhaupt auf die Ideen kam, irgendetwas anderes zu machen. Anschließend schlüpfte er in seine Boxershorts und begab sich in die Küche. Auf dem Weg dort hin, streckte er Elise frech die Zunge entgegen und machte vor dem Kühlschrank halt. Mit einem Ruck öffnete er dessen Tür und stellte fest, dass ein Einkauf dringend notwendig wäre. "Yo~ was sagst du von Luft und Liebe zum Frühstück?" rief er ironisch in die Richtung von Elise hinein, sofern sie dies überhaupt hören würde. Tatsächlich war die Auswahl sehr karg, jedoch würde es für ein simples Omelett noch ausreichen. Also griff er den Karton mit Eiern, schnappte sich eine Pfanne und platzierte diese auf den Herd. Zerschlug die Eier dort drinnen und kramte aus der Schublade ein Pfannenwender und machte sich dran, das Omelett zu zubereiten.
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    • Gabriel Bermen

      Gabriel bekam oft Dinge mit, die so nichtssagend für viele andere waren, dass es schon an ein Wunder grenzte. Dafür schaffte er es nicht gut gezielten Sarkasmus oder offensichtliche, angedeutete Aufforderungen zu verstehen. Jedenfalls beobachtete er wie sich sein Arbeitskollege von der Zentrifuge wegdrehte und fragte sich sogleich, warum dies so war. In seinem Kopf stellte er zwei Hypothesen auf, die so lange wahr waren, bis er sie falsifizieren konnte:
      Entweder ihm wurde bei den schnellen Drehungen schwindelig, so wie auf einer Achterbahn auf dem Jahrmarkt. Oder er konnte kein Blut sehen. Später vielleicht würde er diesen beiden Hypothesen auf den Grund gehen.
      Auf die Worte des anderen hin nickte er. Natürlich würde er Bescheid geben, sobald die Ergebnisse vorlagen. Die weiteren Worte des Rotschopfes verstand Gabriel nur zu gut. Clubs und Partys hatten es nun mal so an sich, überfüllt zu sein. Und wenn man nicht darauf stand, dass der eigene Körper Allgemeingut war und von jedem angetatscht wurde, dann sollte man wohl solche Locations besser beiden. Sie schienen einiges gemeinsam zu haben.
      Ein entschuldigender Blick aus honigbraunen Augen folgte, den Gabe nicht deuten konnte. Der Blonde verdrängte diesen Gedanken jedoch, schließlich konnte er nichts damit anfangen, dann konnte es wohl auch nicht so wichtig sein. Er nickte ihm zu, als der andere junge Mann sich wieder seiner Arbeit widmete.
      Inzwischen hatte die hochmoderne Gerätschaft an Fahrt verloren und war schließlich zum Stillstand gekommen. Sorgfältig nahm Gabriel die einzelnen Fläschchen wieder entgegen und sah lächelnd, dass es funktioniert hatte: Das Blutserum hatte sich abgesetzt und schwamm als durchsichtige Flüssigkeit oberhalb des dunkelroten Blutkuchens.
      Er gesellte sich nun zu den Petrischalen und beschriftete diese mit einer fortlaufenden Nummer – die gleiche Nummer wie auf den Fläschchen notiert war. Dann gab er jeweils ein paar Tropfen des Blutes auf die jeweils passende Schale und stellte alles auf ein Tablett. Es wäre nun fertig für die weitere Begutachtung unter dem Mikroskop.
      Langsam, mit vorsichtigen Schritten, kam nun der Blondschopf zu Jaiden und stellte das Tablett sanft auf dessen Tisch ab.
      „Die Proben sind fertig. Darf ich dir assistieren?“ Ansonsten hätte er nur langweiligen Papierkram zu machen doch das hier war viel besser. Er könnte die Ergebnisse notieren, die ihn Jaiden ansagen würde, während jener durch das Mikroskop die Proben studieren würde.


      Elise McGregory

      Elise presste die Lippen zusammen, als sie hörte, dass es Neulinge verbockt hatten. Es war immer das gleiche, die Neuen spielten sich auf, glaubten sie wären große Macker und dabei flohen sie bei der ersten Konfrontation. Es war eine wahre Schande, dass Seth’s sonst makelloser Körper mit einigen Schrammen überzogen war.
      Auf seine Frage hin zu ihrer passiv-aggressiven Art zuckte sie nur mit den Schultern. „Ich will nachher noch in die Werkstatt und sehen, wie viel der neue Auspuff kostet.“ Sie hatte sich einen neuen Sportauspuff für ihr geliebtes Motorrad bestellt. Damit wollte sie noch mehr PS aus dem Gefährt herausholen, außerdem versprach er auch einen dunkleren, gefährlicheren Klang. Und nun wollte sie nachfragen wie lange sie für dieses sündhaft teure Teil arbeiten müsste. Diese aufgeregte Energie brach sich nun in ihren frechen Aktionen bahn. Vielleicht hätte sie auf sein Angebot eingehen sollen, um ihre Energie anderwärtig loszuwerden.
      Sie blickte dem nackten Mann nach, der sich nun ins Badezimmer begab und biss sich auf die Lippen. Er war wirklich ein heißes Stück. Dann wandte sie sich ihrem Kleiderschrank zu und kramte ein paar Klamotten heraus: Eine dunkelblaue Jeans, die ihren Hintern perfekt betonte, dazu ein knallenges, weißes Top und frische Unterwäsche. Später, wenn sie auf ihrem Bike saß, würde sie noch ihre schwarze Lederjacke tragen.
      Seth kam aus dem Bad und sie machten einen fliegenden Wechsel. Seine freche Aktion mit der Zunge entlockte ihr ein schiefes Grinsen, während sie im Bad verschwand. Den Kommentar bezüglich Luft und Liebe hörte sie schon gar nicht mehr. Rasch band sie sich die Haare hoch und genehmigte sich eine schnelle Dusche. Sie beeilte sich immer mit dem Wasser, um nur ja nicht zu viel zahlen zu müssen. Stundenlanges Baden oder Duschen genehmigte sie sich nur in äußersten Fällen.
      Gut abgetrocknet und nun vollständig angezogen, widmete sie sich der restlichen Morgentoilette. Ihre Haare glichen einer unbändigen Mähne und sie entschied sich dafür, den lässigen, tiefen Dutt im Nacken vorerst zu behalten.
      Rasch war sie wieder aus dem Badezimmer getreten und da begrüßte sie auch schon ein köstlicher Duft nach Frühstück. Es sah hinreißend aus, wenn ein halbnackter Mann an ihrer winzigen Küchenzeile in ihrer kleinen Wohnung stand und etwas kochte. Sie trat nun von hinten an ihn heran und legte die Arme um ihn, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte eine Reihe zarter Küsse auf seine Nackenmuskulatur.
      „Entschuldige…“, sagte sie zwischen ihrer Liebkosung. „…dass ich dich geweckt habe und fies zu dir war.“ Sie war noch nie wirklich verprügelt worden, nur ein paar Ohrfeigen hatte sie schon kassiert. Sie konnte sich nicht vorstellen wie schmerzhaft so etwas sein konnte.
      „Als Entschuldigung lade ich dich auf ein Getränk ins Flex ein. Ich habe gehört dort steigt heut eine wilde Studentenparty.“ Sie ließ wieder von ihm ab und machte sich daran zwei saubere Teller zu finden, um ihm beim Anrichten zu helfen. „Vielleicht reißen wir uns ein paar junge, gutaussehende Studenten auf?“ Sie grinste vielsagend.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein
    • Jaiden Carter

      An seinem Arbeitsplatz zurück gekehrt, schnappte sich der junge Erwachsene seine Unterlagen und Dokumente, die sorgfältig und ordentlich auf dem Schreibtisch lagen. Er war wirklich sehr froh dadrüber, seinen eigenen Schreibtisch und Arbeitsplatz zu haben. Denn dann konnte er immer sicherstellen, das alles seine Richtigkeit und Ordnung hatte.
      Anschließend nahm er auf seinem Stuhl platz und begutachtete die Papiere in seinen Händen. Diese Überflogen, legte er sie auf den selben Platz wie zuvor hin und nahm sich seinen Kugelschreiber und notierte wirre Zeichen und Buchstaben sowie Symbole auf das leere Blatt vor ihm. Immer wieder schaute er auf das Blatt zurück und switchte dann zu den anderen Dokumenten, welche bereit lagen.
      Einige Pausen zwischen drin ließen ihn alles genausten Durchdenken, ehe der Rothaarige weiter kritzelte. Dafür das Jaiden ein sehr ordentlicher Mensch war, spiegelte sich dies leider nicht in seiner grausigen Handschrift wieder. Selbst er hatte manchmal Probleme damit, seine eigene Schrift im nachhinein lesen zu können. Aber sein Kopf war einfach viel schneller, als seine Hände es waren und zu dem war Jay auch zu ungeduldig, um auf seine langsamen Hände zu warten. Für die groben Berechnungen musste er jedoch leider die Schmierzettel nehmen, bevor er seine Informationen und die Daten durch den Computer jagte.
      Die Konzentration von dem Rothaarigen wurde durch die sich annähernden Schritte abgelenkt. Daher löste er seine Augen und den Stift von dem Blattpapier und drehte seinen Oberkörper leicht zur Seite, da er bereits vermutete, dass es sein Arbeitskollege Gabriel sein würde, mit den ekligen Blutproben. Die Vermutung wurde auch sogleich bestätigt, denn er sah die blonde Mähe, mit einem Tablett vor sich hertragend, welche er nun neben ihn platzierte. Die Antwort dessen beantwortete er nicht auf Anhieb, da erst abwägen musste wie sinnvoll es gewesen wäre, sollte er ihm dabei assistieren.
      Eigentlich wollte er sich nicht mit jemand anderen rumschlagen müssen, auf der anderen Seite könne er Gabriel den blöden Schreibkram überlassen, sofern seine Schrift leserlicher war als seine eigene. Aber selbst die Handschrift eines fünf Jährigen war leserlicher als die von Jaiden. Deshalb sah er zu dem Blondhaarigen hinauf und gab mit einem zustimmenden Nicken bekannt, dass er behilflich sein konnte.
      "Du kannst die Beobachtungen notieren und mir die Schalen reichen." es hörte sich zwar an, als wäre das eine Recht überflüssige Aufgabe aber das war es irgendwie auch. Seinen Stift und leere Zettel schob er in Gabriels Richtung und rutschte auf seinem Schreibtischstuhl ein wenig von seinem Arbeitskollegen weg, in Richtung Tischende.
      Dort stand nämlich der Mikroskoptisch, mit dem Jaiden die Proben analysieren konnte. Über dem Mikroskoptisch hing eine Art Vitrine mit diversen Fläschchen, betitelt und beschriftet mit verschiedenen Substanzen und Präparaten. Meist kamen die Blutproben zu ihnen in das Labor hinunter um irgendwelche Unverträglichkeiten zu testen. Seltener kamen Menschen hinzu, deren schlechtes Befinden sich nirgends ableiten ließ, ohne direkten Symptome. Diese ehrenvolle Aufgabe oblag dann Jaiden, herauszufinden, was mit dem Blut und dem Patienten somit nicht stimmte. Auch wenn er diese Aufgabe wirklich nicht zu seinen Lieblings Aufgaben zählte, war er erstaunlich gut darin. Auch diesmal galt es solch einen Fall zu lösen, das hatten ihm die Akten und Dokumente vorhin verraten.
      Seufzend erhob er sich aus seinem Sitz und starrte die Fläschchen an. Sie enthielten unter anderem auch verschiedene Bakterien, Pilze und Kulturen, die Jaiden am liebsten zu erst nutze, da seine Erfahrung gezeigt hatte das sich mit diesen schnell erste Ergebnisse blicken ließen. Also griff er sich direkt drei Flüssigkeiten hinaus und stellte sie neben das Mikroskop auf. Während er sich zurück auf seinen Stuhl setzte sagte Jay "Gib mir bitte die erste Probe." ohne dabei aufzublicken. Denn schließlich musste er noch das Mikroskop richtig einstellen, bevor er dann die Schale mit der Blutprobe entgegen nahm, welche ihm Gabriel gereicht hatte.
      So schob er das kleine Schälchen unter das Mikroskop, justierte es kurz nach und strich sich störende Haarsträhnen aus dem Gesicht, bevor er sein Auge über die Linse des Gerätes hielt. Doch er konnte nicht genau hinsehen, da sich Jaiden wieder von der Gerätschaft löste. Auf seinem Stuhl drehte er sich zu Gabriel und sah ihn an. Irgendwie hatte ihn das schlechte Gewissen überrannt, den Medizinstudenten einfach sinnlos dort stehen zu lassen. Und da dieser ja kein einfacher Praktikant war, sondern auch ein wenig Kenntnis mitbrachte, seufzte Jaiden entschlossen. "Schau du rein." forderte er den Blondhaarigen auf. "Immerhin sollst du nicht nur bei der Arbeit zu schauen. Vielleicht findest du das Problem was hinter der Blutprobe steckt." Vielleicht hatte er andere Ideen und Sichtweisen, schließlich machte der Rotschopf solch Dinge tagtäglich und im Gegensatz zu Gabriel, konnte er bereits viel Erfahrung sammeln die er ihm somit vorweg nehmen würde. Im nächsten Moment stand der junge Erwachsene auch schon auf und bot seinem Arbeitskollegen den Platz an.


      (ups .__.')


      Seth Blair

      Ein wenig unbeholfen rührte der Blondhaarige in der Pfanne herum. Natürlich hatte Elise seinen Kommentar nicht mitbekommen gehabt, sicherlich wollte sie es gar nicht hören, weil sie ganz genau wusste, dass sich der zerzauste Blondschopf Sorgen um sie machte. Doch als Seth hörte, wie ihre Schritte sich der Küche näherten griff er das Thema wieder auf. "War die Miete wieder fällig oder warst du einfach nur mal wieder zu faul zum Einkaufen?!" seine Stimme klang schon ziemlich vorwurfsvoll, während er in der Pfanne herum schaufelte. Seth kannte Elise schon eine ganze Weile um zu wissen, dass eine der beiden Vermutungen zu treffen würde. Dabei hatte er ihr schon so oft gesagt, sie sollte sich besser um ihre Gesundheit kümmern. Manchmal fühlte er sich einfach zu sehr Verantwortlich für seine Lieben und umsorgte sie sehr. Kaum vorstellbar bei dem Erscheinungsbild, welches Seth an den Tag legte.
      Dieses war nämlich oft ziemlich grob, verletzend und störrisch denn immerhin galt es seinen Ruf aufrecht zu erhalten und bisher bekamen nur Elise und sein kleiner Bruder diese liebevolle, besorgte Seite zu Gesicht. "Ich hab dir so oft schon gesagt, ich bezahl dir deinen Scheiß. Außer diese widerlichen Torpedo Dinger die man sich rein schiebt. Die musst du selbst bezahlen" verzog Seth angeekelt das Gesicht. Allein bei dem Gedanken an diese Widerlichkeit schauderte es durch seinen gesamten Körper. Und weil das natürlich nicht Ausdruck von Ekel genug war, streckte er die Zunge heraus und schüttelte sich. "Wieso können solch schöne Geschöpfe nur so pervers eklig sein?" fragte Seth enttäuscht.
      Plötzlich spürte der Schlaksige wie Elise ihre zierlichen Arme um ihn schlang und seinen Nacken mit Küssen liebkoste. "Sollte es auch" murrte es aus Seth heraus und kratzte das Omelett in der Pfanne zurecht. Es sah..fertig aus? Was Essen kochen anging musste der so selbstbewusste Kerl eingestehen, es war eine der wenigen Dinge, die er sich nun wirklich nicht als Talent zu ordnen würde. Dafür gab es mehr genug andere Dinge, die dies wieder ausgleichen konnten: 'ne Menge Schnaps runter kippen zum Beispiel. Und aus diesem Grund zögerte er auch nicht, als ihm die Rothaarige eine solch schöne Entschuldigung unterbreitete. "Ich will 'n Dreier~" schnurrte der Blondhaarige und seine Mundwinkel zogen sich frech nach oben. Weil Seth keine Lust mehr hatte in der Eierpampe rum zurühren, knipste er den Herd einfach aus und nahm die Pfanne von der Platte hinunter. Elise hatte hörbar den Tisch bereits gedeckt und so stellte er die Pfanne auf den Tisch, drehte sich kurz um und tippte den Knopf der Kaffeemaschine an. Als würde er selbst Ewigkeiten hier wohnen, griff er in den Schrank über ihm, holte zwei Tassen heraus um diese unter der Kaffeemaschine zu platzieren damit mit dem nächsten Knopfdruck der Kaffee Duft den gesamten Raum durchflutete und in die Tassen floss. "War ewig nicht mehr Feiern. Zu viel Arbeit." stellte Seth nachdenklich und fast bedauernd fest, während er die gefüllten Tassen auf dem Tisch abstellte und Platz nahm.
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    • (alles gut <3)

      Gabriel Bermen

      Mit erwartungsvoll schiefgelegtem Kopf blickte der Größere seinen Arbeitskollegen an und rezitierte geistig die Kommazahlen nach Pi. Er konnte regelrecht das Mahlwerk hinter Jay’s Gedanken hören, als dieser abwog ob er ihm eine Mithilfe erlauben sollte oder nicht. Gabriel betete heute zum zweiten Mal. Dann endlich kam das erlösende Nicken und ein kleines Lächeln zierte sich auf Gabriels Gesicht ab.
      Sogleich nahm er Stift und Zettel an sich, als ihm diese gereicht wurden. In betont schöner Handschrift notierte er Zeit und Datum sowie Überschrift, um die Untersuchungsperiode genau zu dokumentieren. Solche Dinge schienen marginal, waren jedoch letzten Endes ebenfalls wichtig.
      Nach Aufforderung reichte er dem Rotschopf die erste Schale. „Probe A3, Patient Nicklas Grey, 34 Jahre.“, sprach er fachmännisch und notierte selbiges auf seinem Papier. Gespannt wartete er auf Anweisungen des anderen und blickte ihm neugierig zu. Solche Dinge entfachten immer seine Konzentration.
      Umso überraschter war er nun, dass sich der andere Mann ohne genau hinzusehen wieder umgedreht hatte und ihn aufforderte selbst einen Blick zu riskieren. Überrascht zog er eine Augenbraue hoch, ließ sich jedoch nicht zweimal bitten.
      Er nahm am Stuhl Platz und widmete sich sogleich dem Mikroskop. Er adjustierte Höhe und Schärfe auf sein Gesichtsfeld eingestellt, und blickte durch die Linse. Die Helligkeit war gut, die Vergrößerung stark und somit konnte er einen detaillierten Blick auf die Zellen erhaschen.
      Er ließ sich Zeit mit seiner Antwort, wollte gewissenhaft sein und verglich das dargebotene Bild mit den anderen in seinem Kopf. Schlussendlich erhob er sich und richtete sein Augenmerk auf den Rothaarigen.
      „Mir scheint, als wären die weißen Blutkörperchen träger, als sie für einen 34jährigen sein sollten.“ Doch dies konnte auch an Allergien, Ernährung oder Vererbung liegen. „Es scheint, als kämpfen sie gegen einen unbekannten Erreger, den sie noch nicht kennen.“ Und somit nicht recht wussten, was sie tun sollten. Was im Prinzip nichts Ungewöhnliches war. Influenza, allgemein bekannt unter Grippe, war ein besonders anpassungsfähiges Virus, welches jedes Jahr neue Gesichter annehmen konnte. Daher sollte man sich auch jedes Jahr impfen lassen. „Falls mal etwas die Menschheit überlebt, dann gewiss Viren.“, sprach Gabriel noch kryptisch. Er machte wieder Platz, damit Jay sich selbst die Probe ansehen konnte.


      Elise McGregory

      Bei Seth’s vorwurfsvollem Tonfall seufzte sie gespielt theatralisch. „Alles gut, Seth.“, antwortete sie. Sie fand seine Sorge hinreißend, aber auch ein wenig übertrieben. Genau vor solchen Dingen war sie geflohen, hatte den goldenen Käfig ihrer Familie hinter sich gelassen. „Ich habe einfach vergessen, wenn ich ehrlich bin. Ich fahre nach der Werkstatt vorbei und besorge uns was.“ Es stand für sie außer Frage, dass sie gleich mehr einkaufte, für den Fall, dass Seth nochmal aufkreuzen würde.
      Auf seine Anmerkung bezüglich Damenhygieneartikel lachte sie hell auf und schüttelte ihren Kopf, sodass ein paar der roten Strähnen wild um ihren Kopf tanzten. „Wenn du das schon eklig findest, darfst du nie bei einer Geburt dabei sein.“ Mit all seinen Eigenheiten, seinem brutalen Aussehen und seiner rohen Kraft, besaß er doch ein Herz aus Gold.
      Als das Omelett zumindest essbar aussah, nahm die Rothaarige nun Platz und lächelte vielsagend auf seinen Kommentar bezüglich Dreier. „Einen himmlischen oder teuflischen?“, fragte sie. Ihr persönlich wären natürlich zwei Männer lieber, hatte aber auch kein Problem mit einer zweiten Frau.
      Sie sah zu wie er selbstverständlich Kaffee machte und für sie beide Tassen holte. Nun konnte sie einen genauen Blick auf seinen lädierten Körper erhaschen und beschloss auch in der Apotheke vorbei zu sehen, um ihm eine schmerzlindernde Salbe zu kaufen.
      „Dann wird es höchste Zeit, dass du wieder raus kommst, mein Lieber.“, mit Seth feiern zu gehen war immer ein Highlight. Niemand kam ihr blöd oder rührte sie ungefragt an. Dann machte sich Elise daran das Omelette auf die Teller zu geben, wobei sie darauf achtete ein größeres Stück ihrem Ex zu geben, immerhin war er ein Mann und brauchte mehr Essen.
      „Ab Montag fange ich wieder im Café an.“, erzählte sie ihm. „Also mach dir keine Sorgen wegen dem Geld.“ Flo, der Besitzer, hatte seine schmierigen Augen auf sie geworfen, doch ihr kam es zugute. Denn somit konnte sie immer mal wieder dort als Kellnerin arbeiten, wann es ihr passte. Dafür drückte sie auch schonmal ein Auge zu, wenn seine Hand ihren Hintern betatschte. Solange er nicht aufdringlicher wurde, war alles gut.
      Dann wünschte sie Seth einen guten Appetit und fing an zu essen. Es war genießbar, doch das nächste Mal würde sie wieder kochen – eines der Dinge, auf die ihre Eltern bei ihrer Erziehung großen Wert gelegt hatten.

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    • Jaiden Carter

      Mit prüfendem Blick beobachtete Jaiden jeden Handgriff seines Kollegen. Schien so, als würde er doch mehr können, wenn man ihn nur machen ließ. Diese Situation erinnerte ihn stark an seine Anfänge während der Ausbildung. Man hatte Jay nicht viel zu getraut und das obwohl sich der junge Rothaarige so viel Wissen angeeignet hatte, dass er sehr wohl gewisse Dinge hätte erledigen können. Nur man ließ ihn nicht machen. Daher wusste er selbst ganz genau, wie es sich anfühlte, einfach nur doof da zu stehen, weil man einem nichts zu traute. Aber mit der Aufforderung von Jay, hatte sich das wohl gelöst. Kurz blickte er auf die Notizen, die der Student hatte aufgeschrieben. Eine unsagbar schöne Handschrift, da würde man glatt Neidisch werden, sofern einen solche Dinge interessierten.
      Wieder richtete er seinen Blick zu Gabriel und wartete auf dessen Ergebnisse und Beobachtungen.
      Dessen Feststellung klang interessant und so war Jay schon darauf vorbereitet zu kontrollieren, was sein Kollege vorgefunden hatte. Eigentlich hatte er damit gerechnet gehabt, dass sie vorerst nicht finden würden und erst mit den Beimischungen von Bakterien Aufschluss erhielten, daher war Jaiden auch so gespannt darauf, was er gleich unter dem Mikroskop sehen würde. "Wenn dem wirklich so ist, müssen wir die Probe gleich vom Computer analysieren lassen, um identifizieren zu können, um welchen Erreger oder Virus-Stamm es sich handelt."
      Zwar war der junge Chemielaborant geschult und konnte vieles auf den ersten Blick identifizieren, doch sicherheitshalber sollte es im Computer mit anderen Bildern aus der Datenbank abgeglichen werden. Fehler in diesem Bereich waren nicht Auszudenken. Sollten die Beiden etwas feststellen und es weiter leiten ohne wirklich 100 % sicher zu sein, ohne es nachzuprüfen, würde das große Konsequenzen mit sich ziehen. Der Mögliche Krebspatient bekäme lediglich ein Antibiotikum gegen eine kleine Entzündung. Das wäre fatal und vor allem unverantwortlich, da es hätte vermieden können und auf Jaiden zurück zu fallen würde.
      Der letze Satz von Gabriel, dass die Menschheit einen Virus doch überleben würde, musste er Schmunzeln "Da hast du wohl recht." bestätigte er die Aussage seines Arbeitskollegen und trat näher an das Mikroskop mit der Probe heran, als er sah das ihm Gabriel platz gemacht hatte.
      Daher setzte sich Jay wieder an die Gerätschaft, stellte das Mikroskop erneut ein und warf einen Blick hinein. Es dauerte einen kurzen Moment. Der Rothaarige beobachtete wie winzig kleine vermutliche Erreger irgendeines Viren oder Bakteriums in der roten Flüssigkeit umher schwammen. Jedoch war etwas daran ungewöhnlich. Auf den ersten Blick sahen diese Erreger aus wie die einer Influenza. Nur verhielten sich diese Erreger irgendwie anders als sonst. Das brachte Jaidens Stirn dazu, sich in viele kleine Falten zu legen auf Grund der Merkwürdigkeit.
      Die Bewegungen der Viren schien nicht die Norm zu sein. Natürlich hatte diese Grippe die besondere Eigenschaft sich anzupassen. Das galt jedoch der Anpassung bezüglich der Rezeptoren an denen es andockte. Im Normalfall sollte das Bild wie folgt aussehen: Der Virus bewegt sich auf den Rezeptor, der andock Stelle zu. Da der Virus so anpassungsfähig ist, passt er genau an den Rezeptor, wie der richtige Schlüssel zu einer Verschlossenen Tür. Das ermöglicht es dem Virus ungehindert einzudringen und sich innerhalb der Zelle zu verbreiten und den gesamten Organismus zu infizieren.
      "Irgendwas stimmt hier nicht..." sprach der Rotschopf nach einer ganzen Weile. Er war so vertieft in diese Beobachtungen gewesen, das er ganz vergessen hatte, seine Sichtungen zu dokumentieren. "Ich habe normale Influenza Viren vermutet. Anstatt sich auf die Körperchen zu zubewegen..Umkreist der Erreger das Blutkörperchen.." immer noch hatte er seinen Blick starr in die Linse gerichtet, um möglicherweise mehr beobachten zu können. "Was..zur Hölle.." ein schockiertes Flüstern ließ darauf hindeuten, dass dort definitiv etwas zu sehen war, was ihm so, bisher noch nicht untergekommen war.
      Schnell justierte Jaiden das Mikroskop nach, drehte an einem Rädchen um nun noch mehr hinein zoomen zu können. Zum Glück der Einrichtung hatten sie solch technologisch guten Standards, dass Jaiden nun ganz genau sehen konnte, nur noch nicht ganz begreifen konnte, was dort vor sich ging.
      Die erschreckende Beobachtung machte es noch schwieriger sich darauf zu konzentrieren und gleichzeitig zu beschreiben was er dort sah: “Der Erreger hat es Umzingelt und ... Stränge gebildet ? “ selbst verwirrt über seine Beobachtung, versuchte er trotzdem so präzise wie möglich zu dokumentieren “Um das gesamte Körperchen.. Sie bewegen sich wie Tentakel und.. Halten es fest? Es sieht aus..als würde es die Blutkörperchen und die Zellen absorbieren...” Jaiden konnte nicht glauben, das er wirklich gerade das sah. Langsam und unfreiwillig löste er sich erneut vom Mikroskop. Er sah Gabriel ernst und auch leicht schockiert an. "Ich hab sowas noch nicht gesehen..Und das beunruhigt mich..Das ist eine abnormale Verhaltensweise für jegliche Erreger die ich gesehen habe. Nicht mal in den Lehrbüchern oder dergleichen..."


      Seth Blair

      Bevor er das Essen vor seiner Nase anrührte, hob er die Kaffeetasse zu sich hoch, um einen Schluck daraus trinken zu können. natürlich hatte sie es Vergessen. Zumindest hoffe er, dass es auch wirklich stimmte. So oft hatte er seiner rothaarigen Freundin Hilfe angeboten, welche sie jedesmal auf das Neue abwies. Unabhängigkeit, goldener Käfig, Eingefrecht, irgendein wirres Gelaber mit diesen Worten kam als Antwort auf seine Versuche, ihr ein wenig das Leben leichter machen zu wollen.
      Aufmerksam hörte er Elise zu bis sie wieder die Werkstatt erwähnte. "Mh" machte der Blondhaarige und nahm die Tasse schnell von seinem Mund ab. "Lass mich das machen," schlug der Große vor und stellte die Kaffeetasse neben seinen Teller "Ich bau dir den ein. Vorne weg würde dich Auspuff und das dran basteln 350,- kosten. Lass den Auspuff 250,- kosten. Und wenn ich meine Connections spielen lass, bekommst du sogar noch die 250,- anstatt der Hersteller." erklärte Seth beiläufig während er nach der Pfanne griff und sich seine Portion auf den Teller schaufelte.
      Ein weiterer Schluck seines Kaffees war nötig um den unappetitlichen Eierbrei hinunter zu bekommen. "Du bist wirklich 'n Masochist, wenn du es zu lässt, dass ich koche." etwas angewidert verzog er das Gesicht nach dem er eine weitere Gabel in den Mund stopfte. "Außerdem kann ich den Scheiß besser einbauen als die Hampelmänner von deiner Werkstatt" fügte er nach einer kurzen Überlegung hinzu. "Das ist unnötig Geld verballert, ernsthaft.
      Geb mir lieber das Geld dann verbrenne ich's - läuft nämlich auf das selbe hinaus" zuckte Seth mit den Schultern und sah auf die Uhr. Es wäre noch genügend Zeit dafür, bevor er seinen kleinen Bruder von der Schule abholen würde. "Übrigens...Mikey bald Geburtstag." fiel es Seth gerade wieder ein, nach dem er den Teller mit dem Omelette geleert hatte. "Der Scheißer wird 12 Jahre." seufzte der Blondhaarige und sah Elise dabei zu, wie auch sie sich ihren Kaffee gönnte. Das war wohl das Einzige an diesem Frühstückstisch, das Genießbar war. "Feierst du mit uns?" lud er sie freundlich ein, während er die leeren Teller einsammelte und in die leere Pfanne stapelte.
      ✧༺♡༻∞ meow ∞༺♡༻✧




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    • Gabriel Bermen

      Gabriel begab sich wieder auf seinen vorherigen Platz und nahm sogleich den Kugelschreiber wieder zur Hand. Während den Vorlesungen auf der Universität schrieb er zwar mit seinem kleinen Notebook mit, doch die handschriftlichen Notizen störten ihn nicht. Er hatte für sich selbst herausgefunden, dass er einfach nur ständig mitschreiben musste, damit seine hochtrabenden Gedanken sich nicht verselbstständigten. Wenn er aufhörte zu notieren, dann hörten seine Gedanken auch auf mitzukommen und beschäftigten sich viel lieber mit den Gedanken wie lange er wohl unter Wasser überleben könnte…
      Die Antwort seines Kollegen bezüglich des besonderen Überlebens von Viren nickte der Blondschopf ab. Er hatte Jay für klug eingeschätzt und dies bewahrheitete sich zunehmend, waren Viren doch der anpassungsfähigste Organismus der Welt. Darum war es auch so schwer ein Heilmittel gegen HIV zu finden. Der Virus änderte sich einfach bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
      Still beobachtete Gabe nun den Rotschopf, wie er sich beim Mikroskop zu schaffen machte und schließlich zählte er die Falten auf der Stirn, die sich auf der sonst glatten Haut des Mannes zeigten. Er befand es also auch für sonderbar.
      Zeit spielte für Gabriel keine Rolle und so wartete er geduldig, bis der andere wieder zu sprechen anfing. Er notierte in sauberer Handschrift die Sichtung: Erreger umkreist Blutkörperchen, vermutlich keine Influenza, atypische Bewegungsabläufe.
      Erst das schockierte Flüstern ließ den großen Mann aufsehen und irritiert die Stirn runzeln. Er hatte einfach nur auf einen noch unbekannten Erreger getippt, der noch nicht klassifiziert war. Vielleicht eine Mischung aus SARS, spanischer Grippe und Meningokokken, vielleicht wäre der Erreger sogar nach ihnen beiden benannt worden, doch das schien plötzlich in den Hintergrund zu treten.
      Er wartete nun gespannt auf die weiteren Beobachtungen seines Kollegens und merkte, wie plötzlich seine Handflächen zu schwitzen begannen. Mit solch einer Reaktion des anderen hatte er nicht gerechnet, schließlich war Jaiden ein junger, aber auch erfahrener Chemielaborant, der gewiss schon so manches gesehen hatte.
      Rasch notierte er die weiteren Beobachtungen: Erreger umzingelt Blutkörperchen, bildet Stränge um das Körperchen, fixiert es scheinbar. Absorbiert vermutlich Blutkörperchen und Zellen.
      Erst als Jay wieder aufblickte, erwiderte auch Gabriel seinen Blick aus meerblauen Augen. Die Ernsthaftigkeit in den Zügen des andren ließen ihn regelrecht stutzen. Doch was er sagte, ging ihm noch mehr unter die Haut. Abnormal, es war ein Wort, welches er selbst bereits allzuoft zu hören bekommen hatte.
      Langsam, wie in Trance, schob er die Notizen zu seinem Kollegen. „Soll ich noch etwas vervollständigen?“, fragte er und wollte alles so gut wie möglich machen. „Am besten Mailen wir diesen Fund gleich an Cole, oder soll ich ihn anrufen, damit er sich selbst ein Bild machen kann?“ Ihr Chef würde dies bestimmt gerne sehen.


      Elise McGregory

      Ein besonders großes Stück Omlette spülte sie mit dem heißen Kaffee hinunter, ehe sie sich wieder ihrem Ex zuwandte. Er sprach davon, dass er seine Verbindungen spielen lassen könnte, ihr den Auspuff auf ihr geliebtes Bike montierte und sogar sie anstatt der Hersteller die Kohle kassieren könnte. Seth hatte überall seine Finger im Spiel, sie glaubte oft, dass die ganze Stadt nach seiner Pfeife tanzte und er sich im Hintergrund hielt und nach seinem Willen die Schicksale vieler lenkte. Sie hatten seine Geschäfte nie wirklich interessiert, es war seine Sache und wenn sie ihm beistehen konnte, tat sie das, wenn nicht, dann nicht.
      „Und was schulde ich dir dafür, wenn du das für mich machst?“, fragte sie nun zurück und würgte das Essen hinunter. Sie hatte zu großen Hunger um wählerisch zu sein, doch das nächste Mal würde definitiv wieder sie kochen.
      „Ja, wenn du Zeit hast, dann bau‘ den Auspuff für mich ein.“, nahm sie dann sein Angebot an. „Aber ich muss trotzdem montags im Café anfangen.“ Sie vermutete, dass ihm die Sache mit Flo nicht passte, Seth war immer sehr beschützend. „Miete, Essen, du weißt wie das läuft.“
      Dann wandten sie sich erfreulicheren Dingen zu und Elise’s Augen weiteten sich, als er vom zwölften Geburtstag seines kleinen Bruders sprach. Sie lehnte sich zurück als sie mit ihrem Frühstück fertig war und trank ihren Kaffee.
      „Wow, zwölf!“ Sie lachte und schüttelte wieder den Kopf. „Wie unschuldig ich noch mit zwölf war! Ach, die guten, alten Zeiten.“ Dann erhob sie sich noch immer leise lachend und nahm ihm die gestapelten Teller und Pfanne ab, um sie rasch abzuwaschen.
      „Ja, natürlich. Hat er noch immer Schokoladentorte so gerne?“, fragte sie und notierte im Kopf die Zutaten, die sie dafür benötigte. „Dann backe ich ihm diese.“ Es wäre ihr Geschenk an ihn. „Feiern wir bei deinen Eltern?“, fragte sie dann weiter.

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    • Jaiden Carter

      Mittlerweile hatten sich auch Schweißperlen auf Jaidens Stirn abgesetzt. Es bereitete ihm tatsächlich Sorgen, da er solch Verhaltensweisen von Erregern noch nie gesehen hatte. Normalerweise wäre es eigentlich kein Grund zur Beunruhigung gewesen, da es hin und wieder Neuentdeckungen gab, neue Mutierte Stränge und dergleichen. Jedoch war jedes neu Entdecktes Virus auch ein kleines Risiko dessen Ausmaße man auf Anhieb nicht einschätzen konnte. Denn selbst wenn der vorherige Spaß von Gabriel lautete, ein Virus würde die Menschheit überleben, musste man immer bedenken unter welchen Umständen und zu welchem Preis.
      Der Rotschopf versuchte in seinen Erinnerungen alle Möglichen Theorien, Vermutungen, wissenschaftliche Berichte und Beobachtungen zu durchforsten, in der Hoffnung Ansatzweise irgendwelche Vergleichbaren Funde in seinem Wissen zu bergen. Doch in diesem Augenblick schien es ohne Erfolg. Nichts desto trotz sollte der Chemielaborant versuchen die Ruhe zu bewahren und nicht direkt panisch an irgendwelche apokalyptischen Vorstellungen ausmalen. Immerhin war dies hier kein langweiliger und vorhersehbarer oder gar unrealistischer Sci-Fi-Film, sondern schlicht und ergreifend die Realität, in der es keine Alien-Zombie-Viren gab, die die Menschheit ausrotten würden.
      Also atmete der junge Mann tief ein, sodass sich seine Lungen mit genügend Luft füllten, die zur Beruhigung und Besänftigung seiner Emotionen und Gedanken führten. Nach der kurzen verschnauf Pause blickte er von Gabriel zu dem Papier hinunter, welches er ihm zu geschoben hatte und nahm es auf. Seine Augen durchflogen die Aufzeichnungen, nachdem er wieder den Blondhaarigen anschaute. Sein Gesicht hatte wieder einen relativ neutralen Blick angenommen als er dann beschlossen zu Gabriel sagte "Wir sollten die Bilder erst einmal in die Datenbank jagen. Vielleicht sind wir zu voreilig. Erst gleichen wir den Befund ab und sollte dabei nichts heraus kommen, werden wir Cole bescheid geben."
      Jaiden wollte sich definitiv sicher sein, bevor die Beiden als Lachnummer des Jahres vom Chef abgestempelt werden würden. Möglicherweise hatten Beide einfach irgendetwas übersehen oder miss interpretiert, auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering war.
      Noch einmal holte der rothaarige Laborant tief Luft und drückte den Bildschirm Knopf seines Rechners an. Das bisher schwarze Bild flackerte auf und nun sah man den Desktop. Mit ein paar schnellen Mausklicks hatte sich ein Programm geöffnet.
      Wie eine Art Scanner übermittelte das Mikroskop surrend die Übertragung auf den Computer und somit auf den Bildschirm.
      Nun hatte man das Bild des Mikroskopen groß im Überblick.
      Doch irgendwie ließ ihn die Vermutung nicht los, dass sich etwas bedrohliches in dieser Blutprobe befand.
      "Ich glaube...wir sollten Cole doch informieren..." wie unter Schock faselte er den Satz hinunter während sein gefesselter Blick auf den Bildschirm gerichtet war. In dieser kurzen Zeit hatte sich beängstigendes in der Probe entwickelt. "Siehst..du ..das ...auch?"


      Seth Blair

      Nachdem der Blondhaarige das Gesteck aufgesammelte hatte, schob er sich mitsamt des Stuhles nach hinten um aufzustehen. Bevor er richtig stand hatte ihm Elise die Teller abgenommen. Mit zwei großen Schritten hatte er sie eingeholt um das dreckige Geschirr wieder an sich zu reißen.
      Mit dem Gesteck in der Hand begab er sich zur Spüle und ließ das warme Wasser auf die verschmutzte Teller sowie Besteck laufen. Kurz überlegte Seth was er seiner Ex-Freundin im Gegenzug zum Einbau dafür abnehmen wollte. Entschlossen und voller Ernsthaftigkeit antwortete er dann mit "Deiner Jungfräulichkeit" und nahm sich den Schwamm um das dreckige Geschirr zu säubern.
      "Am besten machen wir das mit den Auspuff direkt im Anschluss, danach muss ich zur Schule und den Kleinen holen. Kannst mit kommen, wenn du möchtest," schlug der Große vor und stellte die gespülten Teller neben die Küchenspüle zum Trocknen.
      Eigentlich wollte er die Aussage mit dem Café weiterhin ignorieren, da Elise ganz genau wusste das Seth absolut dagegen war.
      "Arbeite lieber für mich. Als persönliche Stripperin bezahl ich dir viel mehr als dieser Bastard-Hundesohn, der dich jedesmal mit seinen perversen Blicken auszieht." knurrte Seth wütend und ließ den Teller lauter als geplant auf der Spüle zurück.
      Zwar war Seth nicht Eifersüchtig jedoch konnte er diesen Kerl nicht leiden. Er hatte bereits früher an ihr herum gegrabscht und war mit seiner Respektlosigkeit ihm Gegenüber ein gewaltiges Dorn im Auge. Der leicht Erzornte wollte sich gar nicht erst Ausmalen, was dieser Lüstling mit ihr Anstellen würde, ob sie das wollte oder nicht.
      Doch dann kam Elise wieder auf ihren Bruder zurück und sein Gemüt besänftigte sich da durch wieder. "Er würde sich sehr über deinen Kuchen freuen" sagte er und stellte das Wasser wieder ab, drehte sich zu Elise und lehnte sich gegen die Küchenzeile während er sich mit dem Handtuch die Hände abtrocknete. "Ich bin am überlegen, ob ich die Mikey und seine Freunde in die Spielehalle einlade. Du weißt wie die Alte daheim ist. Die hat sämtliche Freunde von Mikey abgeschreckt. Meinet- und Ihretwegen bekommt Mikey eh kaum Besuch von seinen Freunden. Außerdem schämt sich der Kleine, für seine verschissene Mutter." jetzt wurde Seth schon wieder wütend und warf das Handtuch zurück auf die Küchenzeile.
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    • Gabriel Bermen

      Sein Kollege blieb lange ruhig – zu ruhig. Und paradoxerweise machte gerade diese Ruhe Gabriel am meisten zu schaffen. Normalerweise liebe er die Ruhe, lenkte ihn doch so nichts ab. Er hatte sogar alle Uhren aus seinem Zimmer verbannt, da ihn das Ticken massiv störte.
      Doch die Anzeichen, die sich in Jay’s Gesicht abzeichneten, verhießen nichts Gutes, das hatte der Blonde irgendwie im Gefühl.
      Endlich schien wieder Leben in den anderen zu kommen und er nahm sich den vorbereiteten Notizen an. Gespannt wie ein Pfeil auf einer Bogensehne wartete Gabe auf eine Reaktion und dann fiel ihm ein Stein vom Herzen, als Jaiden wieder beruhigt schien, und ihn erstmal erklärte, sie würden den Fund durch die Datenbank jagen. Ja, an dies hatte der Blonde gar nicht gedacht und wie zur Bestätigung nickte er, zwar ein wenig zu schnell und ruckartig, doch immerhin verfielen beide nicht in Panik, sondern bewahrten Ruhe. Wie hoch wohl sein Puls war? Vielleicht sollte er sich demnächst so eine Smart Watch kaufen.
      Danach wandte sich Jaiden dem PC zu und startete die Datenbank, welche als Applikation in eine mit Top-Algorithmen ausgestattete Suche eingebettet war. Gabriel hatte sich spaßhalber ein wenig mit dem Programmcode auseinander gesetzt, als er hier zu arbeiten begonnen hatte. Es war eine Blackbox und somit illegal den Programmcode auszulesen, doch er war einfach zu neugierig gewesen.
      Er beobachtete wie sich langsam das Bild des Mikroskops auf den Bildschirm übertrug und auch hier konnte man genau das atypische Verhalten des Erregers erkennen… Es wirkte… lebendig? Auch Jay’s Worte ließen seine eigenen Zweifel wachsen.
      Um sicherzugehen, keinem Hoax aufzuliegen, blickte Gabe noch einmal durch das Mikroskop, dann wieder auf dem Bildschirm, und nochmal durch das Mikroskop, ehe er Jaiden anblickte.
      „Die Stränge haben sich vervielfacht… und… das rote Blutkörperchen regelrecht verschlungen. Die Leukozyten sind zum Stillstand gekommen und… versuchen nicht einmal mehr den Erreger zu bekämpfen.“, fasste er sicherheitshalber zusammen, um sich zu vergewissern, dass Jaiden auch das gleiche sah.
      Auf ein Nicken hin griff er zum Hörer und wählte die direkte Durchwahl ihres Chefs. „Herr Waters… bitte kommen Sie in Labor A… wir… haben da etwas entdeckt.“ Er wartete gar nicht die Antwort seines Chefs ab, sondern legte wieder auf. Ob die anderen Blutproben ebenfalls solch Erreger aufwiesen? Oder war dies die Geburtsstunde des Patienten Null?


      Elise McGregory

      Ohne es zu wollen riss ihr Seth das Geschirr wieder aus der Hand und wusch es selber ab. Da wollte sie ihm einmal etwas abnehmen und dann so etwas. Er ließ es einfach nicht zu, dass sie sich um ihn kümmerte. Er war viel lieber der große, starke Mann, der all seinen Ärger in Alkohol oder Frauen, Schlägereien oder anderen Dingen ertränkte.
      Sie seufzte, lehnte sich gegen die Küchenzeile und sah ihm beim Abwasch zu. Auf die Aussage hinsichtlich der Jungfräulichkeit lächelte sie. Er wusste ganz genau, dass er ihr erster Mann gewesen war. Er hatte sie von ihrem Elternhaus fortgelockt, auf die Straße, und sie würde ihm ewig dankbar sein dafür.
      „Du hast meine Liebe und meinen Körper, was willst du denn noch von mir?“, fragte sie ihn dann und meinte diese Frage ausnahmsweise tatsächlich ernst. Sie liebte Seth, er würde immer einen Platz in ihrem Herzen haben – egal ob nun als Lover oder bester Freund.
      Nun war es an ihr zu schnauben, als er Flo und das Café erwähnte. Er wusste ganz genau, dass sie für sich selbst Sorgen wollte – und ihm nicht noch mehr am Sack hängen wollte.
      „Als Stripperin würde ich dich ausnehmen wie eine Weihnachtsgans.“, schnurrte sie nun und lächelte vielsagend. Er wusste nur zu gut, dass sie sich die Sache mit dem Kellnerjob nicht ausreden lassen würde, egal wie hartnäckig er war. „Außerdem kann ich schon auf mich aufpassen, du hast mir doch ein paar Dinge gezeigt.“ Sie wäre schon nicht wehrlos, dafür hatte ihr Ex gesorgt. „Und wenn es dich beruhigt, stecke ich mir das kleine Springmesser ein, was du mir zu unserem einmonatigen Jubiläum geschenkt hast.“ Es war ganz in schwarz gehalten, mit einem silbernen Herz darauf.
      Dann schwenkte das Thema zu Mikey und sie konnte regelrecht sehen, wie sein Zorn abflaute und einer tiefen Liebe wich, die jedoch beim Thema Mutter wieder verging.
      „Ich finde du bist ein grandioser großer Bruder.“, antwortete sie ihm dann und wollte ihn ein wenig beruhigen. Die Idee mit dem Schäferstündchen auf der Küchenzeile von vorhin wäre doch keine so schlechte gewesen, wirkte Seth doch sichtlich verspannt.
      „Welcher Zwölfjährige wünscht sich keinen Ausflug in eine Spielhalle?“ Sie lächelte Seth strahlend entgegen. „Dann holen wir ihn gemeinsam ab, ich würde ihn gerne wiedersehen.“ Mikey war ihr ans Herz gewachsen und sie glaubte, umgekehrt war es auch so. „Wollt ihr dann mitgehen zum Einkaufen?“ Sie würde Lebensmittel, eine Salbe für Seths Prellungen und natürlich die richtigen Zutaten für die Torte besorgen.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein
    • Jaiden Carter

      Allmählich nahm Jaidens Gesicht die Hautfarbe einer Raufaser Tapete an, die man gerade lieblos mit viel Kleister, an die Wand geklatscht hatte. Diese ganze Sache - er konnte es nicht wirklich einordnen weder in Gut noch Schlecht , aber genau das war es, was ihm solche Sorgen und sogar Angst bereitete. Vielleicht reagierte der Rothaarige einfach über. Vielleicht war alles kein Grund zur Sorge. Aber irgendwie schwirrten viel zu viel wilde Gedanken, Theorien und Vermutungen in seinem Kopf herum. Das war eins seiner kleinen Probleme: Jay geriet einfach viel zu schnell in Panik. Gerade in neuen und ungewohnten Fällen, alles was nicht dem Alltag und der Norm entsprach, reichten aus, dass Jaiden innerlich mit einem kleinen Nervenzusammenbruch zu kämpfen hatte. Ob der Rothaarige ein wenig Hysterisch war? Möglicherweise.
      Das wusste Jaiden nur zu gut und versuchte daher krampfhaft dagegen zu steuern. Am besten funktionierte es, wenn er seine Nagelhaut an den Fingernägeln abpiddelte. Immer wenn der junge Erwachsene nervös wurde, stand er wie auch jetzt blöd in der Gegend rum und beschäftigte sich damit, seine Haut an den Fingernägeln zu bearbeiten.
      Und seine honigbraunen Augen konnten einfach nicht von dem Bildschirm ablassen, wie ein kleines, verängstigtes Kaninchen in Schock starre. Daher war es auch unglaublich schwierig seinem Arbeitskollegen zu zuhören wie er die gesamte Beobachtung wiederholte. Für den jungen Chemielaboranten wäre es sicherlich sowieso nur von Vorteil gewesen, nicht genau und nur indirekt zu zuhören, um womögliche Schnappatmungen zu vermeiden. Da das Piddeln an seinen Fingern nicht mehr ausreichte, biss sich Jaiden leicht auf die Unterlippe, in der Hoffnung die Verdopplung der Nervenstimulationen würden ihn von den erschreckenden Ergebnissen und den Bildern auf dem Monitor ablenken.


      Seth Blair

      Nach dem er das Handtuch geschmissen hatte (höhö) löste er sich schwungvoll von der Küchenzeile und sein Blick veränderte sich mit Elise' ernsthaften Frage in beinahe ausdruckslose Augen die direkt in diese wunderschönen, lindgrünen Augen hinein blickten. Mit langsamen und schleichenden Schritten trat er auf die rothaarige Frau zu "Was ich noch will?" wiederholte er dabei und schlang seine schlacksigen Arme um die Wespentaille von der Schönheit die nun unmittelbar vor ihm stand. "Dich zurück." hauchte Seth verlangend und auch ein wenig Trauer spiegelten sich in seiner Stimme wieder. Kaum war der Satz ausgesprochen, drückte er den so anziehenden, kurvigen Körper an sich heran und legte seine rauen Lippen auf diese sanften, weichen Lippen der Rothaarigen.
      Mit einem leichten Verlangen küsste Seth die Langhaarige und löste sich bereits schon im nächsten Moment, bevor sie Seth hätte wegdrücken können. "Ich bin gerne deine Weihnachtsgans" lächelte der Blonde sie an und ließ den Griff um sie herum nun los.
      Aber bereits im nächsten Moment brachte ihn Elise zum seufzen und er nickte allwissend "Jajaja. Ich weiß. Ich hab dir wohl zu viel gezeigt," zuerst zog er skeptisch die Augenbraue hinauf und fuhr mit seinem Satz fort:"Vielleicht hätte ich das mal gelassen. Du bist so..selbständig geworden" zuckte sein Mundwinkel hinauf und trat einen weiteren Schritt von der jungen Frau weg.
      Tatsächlich empfand es Seth als ungeheuerlich Schade, dass er Elise nicht mehr sein Eigenes nennen konnte. Das sie nicht mehr in dieser Hinsicht ihm Gehörte. All seine Worte hatte er ernst gemeint und das war wohl das Schlimme daran, denn sein Herz stach immer noch ein klein Wenig, wenn er an das Wort "Trennung" dachte.
      Und diese grausame Nähe zu ihr- das machte es nicht wirklich einfacher, denn es erinnerte ihn stetig daran so Nahe aber auch so Weit weg von ihr zu sein. Auch wenn Seth und seine Ex-Freundin ein so gutes Verhältnis zueinander pflegten, auch wenn Seth seine Gefühle ihr Gegenüber eigentlich soweit hatte, über sie hinweg zu sein - sie hatte einen kleinen, leeren Fleck in seiner Brust hinterlassen. Die Gefühle für Elise waren was besonderes gewesen und Seth war wirklich unglaublich dankbar und froh dadrüber, dass die beiden noch dieses Verhältnis zu einander pflegten. Vielleicht war es auch einfach die Einsamkeit die den jungen Blonden so fühlen lies.
      Vielleicht war es auch einfach nur die Angst, nie mehr wieder eine Person so nahe an sich heran zu lassen. Und letztendlich nie mehr wieder solche kribbelnden Gefühle in seiner Bauchgegend spüren zu können und auf Ewigkeiten der verbitterte Wolf spielen zu müssen.
      Seth drehte sich mit dem Rücken zu Elise und ein "Mhm." auf all ihre Fragen und Einwände oder Vorschläge verdeutlichten sehr , dass der Blondschopf einfach keine Lust mehr hatte, sich über weitere Dinge zu unterhalten.
      Seine wirren und trüben Gedanken hatten ihn nun eingenommen und hinterließen ein fiesen, stechenden Schmerz in allen Worten, die er zu hören bekam. Daher war die beste Option, einfach auf Durchzug zu stellen und sich anderweitig zu beschäftigen: Mit Anziehen zum Beispiel.

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    • Gabriel Bermen

      Der Blondhaarige wandte sich steif vom Telefon ab. Cole hatte tief geseufzt und gefragt was sie denn nun wieder für ein Problem hatten, aber seine Zustimmung gegeben um vorbeizuschauen. Gabe wandte sich an Jaiden um ihm dies mitzuteilen, doch stockte kurz. Der Rotschopf hatte sich wieder dem Bildschirm zugewandt und Gabriel erblickte sein Profil. Kurz studierte er es mit gerunzelten Augenbrauen. Er erkannte die Anspannung in der Kinnpartie, die kalkweiße Hautfarbe und den feinen kalten Schweißfilm auf dessen Haut. Vermutlich war er zur Gänze ein Abbild von ihm selbst.
      Der Rothaarige wirkte regelrecht erstarrt und Gabes Synapsen feuerten eine glänzende Idee ab. Kurz entschlossen stellte er sich hinter den Kleineren und legte ihm seine großen Hände auf die Schultern. Als hoffentlich bald angehender Arzt wusste er wie eine Panikattacke aussah, wenn er eine vor sich hatte.
      Durch Berührung durch andere, das gezielte Einatmen in eine Papiertüte, oder auch das Schnalzen eines Gummibandes auf der Haut – all dies waren Dinge, die helfen konnten den Patienten zu beruhigen. Er versuchte es mit ersterem.
      Genau aus diesem Grund wollte er Arzt werden. Er wollte sich der Allgemeinmedizin zuwenden und eine kleine Praxis in einem Dorf aufmachen. Er wollte raus aus der Stadt, da auf dem Land sicher sein übersprudelndes Hirn sich ein wenig beruhigen würde. Er war trotz seiner Intelligenz einfühlsam und wollte einer kleinen Dorfgemeinde helfen, sich die Probleme und Wehwehchen anhören und etwas Gutes bewirken.
      „Cole kommt gleich.“, sprach er den Rotschopf noch gut zu und wagte es mit seinen Daumen die Nackenmuskulatur fein zu stimulieren. Es nützte ihnen alles nichts, wenn der brillante Chemielaborant jetzt umkippen würde.


      Elise McGregory

      Als Setz mit wölfischen Schritten auf sie zukam, wusste sie, dass sie verloren hatte. Sein Charisma war wie immer höllisch gefährlich und einer der Gründe, warum sie sich damals Hals über Kopf in ihn verliebt hatte. Sie erwiderte seinen Blick – Smaragd traf lindgrün. Sie zog den Atem ein, als er mit seinen schlaksigen, doch überraschend kraftvollen Armen ihre Taille umschlang. Seine folgenden Worte lösten in ihr eine Mischung aus Trauer und Sehnsucht aus. Niemals könnte sie diesen Mann nicht lieben, und doch gab es auch genau die Gründe, die erst zu einer Trennung geführt hatten.
      Als er sie fordernd küsste, verselbstständigte sich ihr Körper regelrecht. Sie drückte sich an ihn und zu schnell, viel zu schnell ließ er sie wieder los und ging auf Abstand.
      Ihr Herz, der kleine Verräter, pochte untypisch heftig und sie biss sich auf die Lippen um an sich zu halten. Er machte ihr es immer so verdammt schwer!
      Auf den Scherz mit der Weihnachtsgans ging sie gar nicht erst ein. Er hatte sich ein Leben als hochangesehenes Mitglied in einem Drogenkartell nicht um seinetwillen, sondern wegen seiner Mutter und Bruder ausgesucht. Niemals würde sie ihn geldmäßig weiter belasten, das würde sie nicht übers Herz bringen.
      Dann wandte er sich ab und kleidete sich an. Mit Bedauern im Blick sah sie zu, wie seine Haut Stück für Stück unter Kleidung verschwand. Von Null auf Hundert und wieder zurück – seine Leidenschaft brannte heiß auf ihrer Haut, doch im nächsten Moment war er wieder gänzlich anders. Es war eine Wechselhaftigkeit, die zu vielen Streits geführt hatte. Doch das größte Problem war seine Arbeit gewesen. Elise wollte nicht jedes Mal hoffen und bangen, ob er zu ihr zurückkehren würde. Sie redete sich ein, dass es leichter wäre nur Freunde zu sein, dass seine Abwesenheit dann weniger schmerzen würde. Es war eine süße Lüge, der sie nur allzu gerne Glauben schenkte.
      Sie kannte ihn gut genug, um auf dieses Thema nun nicht mehr weiter einzugehen, er schien nun schlechte Laune zu haben und sie hielt es für klüger den Mund zu halten. Stattdessen ging sie zum Eingangsbereich und schnappte sich den Karton, welcher den Auspuff enthielt. Ein kleines Reparaturset befand sich ohnehin unterm Sitz ihres geliebten Motorrades. Sie hoffte, es würde reichen.
      Sie wartete bis er fertig war, ehe sie sich ihre Handtasche mit einem alten Smartphone, Portemonnaie und Schlüssel schnappte. Wenn er Mikey abholen wollte, wäre er sicherlich mit einem Auto da, wo sie mitfahren sollte.

      Habe keine Honigwaben
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    • Jaiden Carter

      Die Welt um den Rothaarigen herum hatte sich komplett ausgeblendet. Alles um ihn herum war verzerrt und verschwommen, als wäre die Realität ganz weit weg von ihm. In dem Kopf auf dem die wilden roten Haare verwurzelt waren, ratterte es unaufhörlich.
      Das was ihn zurück in das Hier und Jetzt katapultierte war die Berührung auf seinen Schultern. Seine Augen waren schon ganz trocken vom ganzen Starren, jedoch ließ ihn das Gewicht auf den Schultern endlich wieder blinzeln.
      In dem wirren Kopf schallten die Worte von Gabriel nach, worauf hin Jaiden langsam und geistesabwesend nicken ließ. Erst einige Momente später hatte sich der Satz zu seinem Gehirn durchgedrungen und sinnvoll entschlüsselt.
      "Die Probe.." murmelte der Rothaarige geistesabwesend. "Die Probe!" wiederholte er nun mit mehr Nachdruck. Schnell drehte sich Jay zu seinem Arbeitskollegen um. "Wir sollten sicherstellen, dass dieser Virus in der Schale bleibt und alle Blutproben von diesem Patienten sicherstellen..." er blickte den Medizinstudent mit ernster Mine an.
      Also eilte er los, schnappte sich eine der Kühlboxen die normalerweise für den Transport genutzt worden und stellte sie schnell auf den Tisch. "Ich gehe davon aus, dass die Blutproben weiter geschickt werden müssen. An andere Forscher und Wissenschaftler." murmelte er vor sich her und suchte mit seinen Blicken die Akte auf denen sämtliche Daten der Patienten standen, deren Blut runter ins Labor geschickt worden sind. Vielleicht war der junge Chemielaborant viel zu voreilig, jedoch hatte er selbst gesehen, welche beunruhigenden Dinge sich in der Petrischale abgespielt hatten.
      Zum Glück waren es nur die Beiden die es mitbekommen hatten. Das restliche Team würde wohl genau so verunsichert reagieren wie Jaiden und es könnte Panik ausbrechen. Oder war Jaiden wirklich der Einzige, dem die Angst zu Kopf gestiegen war?
      Nach dem die Beiden nun alles zusammen gesucht hatten und auf Jaidens Schreibtisch ausgebreitet hatten, packte der Rotschopf nach und nach die restlichen Blutproben in die Box hinein. Die anderen Blutproben von den anderen Patienten gingen dabei irgendwie in Vergessenheit und wurden daher einfach nur an den Rande des Schreibtisches gestellt. Darum müsste man sich eben einfach später kümmern.

      Seth Blair Der junge Blondhaarige bewegte sich zurück in das Badezimmer. Dort irgendwo hatte er seine Klamotten hingeworfen gehabt. Oder war es doch im Schlafzimmer? Seth warf seinen mürrischen Blick durch das Badezimmer, nur um festzustellen das seine Klamotten doch wo anders lagen. Genervt machte sich Seth in die Richtung des Schlafzimmers, um dort nach seinen Sachen zu suchen. Und tatsächlich lagen diese auch auf dem Boden, genau dort, wo er sie letzte Nacht ausgezogen hatte. Also schlüpfte er in seine Hose, zog sich das T-Shirt über den Kopf und knöpfte die Hose zu. Er ließ sich auf die Bettkante sacken, um seine Socken anzuziehen.
      Eine Weile verharrte er dann auf der Bettkante. Stumm und Ausdruckslos starrte er die Wand des Schlafzimmers an. Eine große und plötzliche Welle der Lustlosigkeit und der Gleichgültigkeit überrollten ihn. Am liebsten hätte der Drogenbaron einfach alles hingeworfen, auf alles geschissen, die Bude auseinander genommen und sich einfach in das Bett gelegt um sich die nächsten 3 Tage nicht mehr zu Bewegen. Und je länger Seth nun so weiter auf der Bettkante sitzen bleiben würde, desto höher und wahrscheinlicher wurde es, das auch genau dies passieren würde.

      Denn ganz langsam, wurden seine Glieder unheimlich schwer. Als würde ein riesiges Gewicht an seinen Armen und Beinen hängen, die ihn davon abhielten, sich von der Bettkante los zulösen. So als wären von jetzt auf gleich all seine Nerven lahmgelegt worden, schien es fast unmöglich, auch nur einen Finger zu bewegen. Diese Bewegungslosigkeit vermittelte ihm hiflos zu sein. Sich nicht mehr bewegen oder rühren zu können, diesem erdrückenden Gefühl ausgeliefert zu sein. Je mehr er diese Gefühle spürte, desto enger legte sich diese Gefühlsschlinge um seine Brust, die das Atmen erschwerte.
      Der Druck und diese schwere Last legten sich auf den Schädel des Blonden und verursachten ein scharfes Stechen in der linken Kopfregion.
      Seine Gedankengänge schwirrten langsam durch seinen Kopf. Mit jedem erschwerten Atemzug, wurde es düster und kalt. Auch in seinen Gedanken spiegelte sich immer mehr diese Kälte und Finsternis aus. Und plötzlich, machte die Welt keinen Sinn mehr. Wieso war er überhaupt bei Elise? Was brachte es ihm bei ihr zu sein, außer ein schweres Herz und das Gefühl, der Schmerz würde ihn auseinander reißen? Sie war diejenige die ihn verlassen hatte. Und warum? Weil Seth selbst der größte Looser überhaupt war. Nichts anständig geschissen bekam er. Nichts. Kein Wunder, dass man ihn verlassen würde. Es war überhaupt verwunderlich, wieso Elise ihn tolerierte. Vielleicht um hier und da als Spielzeug zu dienen. Für mehr war Seth auch eigentlich gar nicht zu gebrauchen. Das konnte man doch wohl an seinem armen, kleinen Bruder sehen. Nicht mal ihm konnte er helfen. Er schaffte es nicht mal seinen kleinen Bruder aus der Gosse zu holen, um wenigstens diesem ein schönes Leben zu ermöglichen.
      Beinahe hätten diese düsteren Gedanken seinen gesamten Verstand eingenommen und aus ihm eine leere Hülle der Trauer und Verzweiflung gemacht. Jedoch hielt er diese kreisenden und dröhnenden Gedanken nicht mehr aus. Sie würden ihn verschlingen und all seine restliche Energie die er hatte gleich dazu. Und ehe er es realisierte, hatte sich sein Körper verselbständigt: Sein fragwürdiger Schutzmechanismus hatte eingegriffen und hatte aus seiner Hosentasche eine kleine Metall Schatulle herbei gezogen. Völlig geistesabwesend immer noch die Wand anstarrend, fischten seine Finger eine kleine bunte Pille heraus, die er sich gerade Wegs in den Mund schob.
      Es hatte sich angefühlt, als hätte Seth stundenlang so verharrt und die weißen Wände mit seinen Blicken durchbohrt. Doch effektiv saß Seht erst seit zwei Minuten dort. Eine weitere Minute verging, als die Droge die er sich einverleibt hatte, die ersten Wirkungen zeigten:
      Das Serotonin welches zu vor im Keller war, stieg allmählich an. Die verlorene Energie durch das zermürben seines Kopfes, füllte sich langsam wieder auf. Das führte auch dazu, dass sich der Blondierte endlich seinen Fesseln entledigen konnte und seinen Körper nun von der Bettkante lösen konnte. Noch ein Weilchen, dann wäre alles wieder gut. Noch einen Moment und es wäre alles so wie immer. Denn er wusste, den Stoff den er vertickte, war eines der besten im Lande.
      Als hätte er einfach nur viel zu lange zum Anziehen gebraucht und als wäre sonst nichts weiter gewesen, gesellte er sich zu Elise in den Flur, griff nach seinen Schuhen und warf dabei einen Blick in den Karton, in dem der Auspuff lag "Mhm, gute Wahl." sagte er beim Anziehen seiner Schuhe. "Der macht ordentlich Lärm" fügte Seth noch hinzu und sah Elise an "Den machst du heut Nacht mit mir in deinem Bett auch~" frech wie eh und je grinste er Elise dabei an und schob sie an ihrem prächtigen Hinterteil aus der Haustür hinaus, um diese hinter sich schließen zu können. "Mein Auto steht unten. Ist diesmal 'n BMW oder so." erzählte er neben bei und kramte den Autoschlüssel auf den Weg zur Treppe hinunter, aus seiner Hosentasche heraus.

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    • Gabriel Bermen

      Als nach der ersten Berührung keine Widerworte kamen, machte Gabriel weiter und ließ seine Hände auf den Schultern des anderen ruhen und seine Daumen über die Nackenmuskulatur kreisen. In vielen Kulturen, ja sogar auch in der Tierwelt, erdete man sich durch Berührungen, verankerte den jeweils anderen in der unmittelbaren Realität. Dass die eigene Realität dabei immer eine andere als die des Gegenübers war, wusste Gabriel. Er hatte aufmerksam die Ansätze des Konstruktivismus studiert und ging damit konform.
      Stumm standen sie also da, während die Berührung des anderen auch Gabe zu mehr Klarheit verschaffte. Er sortierte seine Gedanken, versuchte sich zu konzentrieren und auf eine Lösung zu kommen. Es gab schließlich kein Problem, welches nicht gelöst werden konnte, nur der Weg dahin war noch verborgen.
      Nun schien wieder Leben in Jay zu kommen – endlich, der Blondschopf hatte sich schon Sorgen gemacht – und er sprach von der Probe, ehe er sich zu ihm umdrehte, was Gabriel dazu veranlasste seine Hände wieder bei sich zu behalten.
      Auf seine folgenden Worte hin nickte der Student, sie mussten die Probe wirklich sicherstellen! Gabriel brauchte länger um sich aus seiner Starre zu befreien, half jedoch dann seinem Kollegen alle Dinge zusammen zu suchen.
      „Wir sollten auch den Patienten anrufen, damit er unter Beobachtung gestellt wird.“ Gabriels Hirn hatte nun doch noch eine nützliche Information ausgespuckt. Wenn es so etwas Hochansteckendes wie die Spanische Grippe war, dann musste der Mann in Quarantäne.
      Und kaum hatten sie die Kühlbox mit sämtlichen Daten fertig gepackt, ging die schwere Metalltür auf und ein Mann mittleren Alters trat ein. In seinem Bart zeichneten sich erste graue Strähnen ab und die Geheimratsecken waren bereits weit fortgeschritten. Er war klein und rund, mit dicker Hornbrille auf der Nase.
      „Was habt ihr nun schon wieder angestellt?“, fragte der Mann ein wenig außer Atem und blickte die beiden Männer streng an. Sie machten ihm Platz um auf das Mikroskop, sowie auf den dazugehörigen Bildschirm zu deuten.
      „Bitte, sehen Sie sich das an.“, fügte Gabriel noch hinzu. Cole runzelte die Stirn, seine strenge Mine wich ein wenig Verwirrung, als der die beiden jungen Männer regelrecht schockiert vorfand. „Dann macht mal Platz, ihr Grünschnäbel.“ Er ließ sich auf den Schreibtischsessel fallen, der unter seinem Gewicht beträchtlich knarzte. Ehe er einen Blick ins Mikroskop warf. Gabriel hielt den Atem an und blickte zum Rotschopf. Welcher RAL-Farbe wohl sein Haarton glich? Vielleicht würde er ihm eine Strähne schenken, um dies herauszufinden. Und wenn man dann ein Zimmer in dem Ton streichen würde, und Jay sich darin aufhalten würde, dann sähe es so aus als hätte er keine Haare.
      Cole räusperte sich und blickte die beiden an. „Erzählt mir genau, was ihr mit dieser Probe gemacht habt.“ Keine Strenge, sondern regelrechte Schärfe färbte nun die Stimme des älteren Mannes.


      Elise McGregory

      Elise stand mit dem Karton in der Hand im Vorraum und musterte sich im Spiegel. Sie schminkte sich nie, denn sie fühlte sich dann nicht echt. Sie wäre ein Fake und genauso falsch wie diese ganze Fake-Gesellschaft. Zunehmend beobachtete sie Menschen, die nur an kulturellen Veranstaltungen teilnahmen, um tolle Fotos für Instagram und Co. zu schießen, wirkliches Interesse hatten sie nicht daran. Solch eine Unehrlichkeit kotzte die Rothaarige an und daher hatte sie für sich entschieden, kein Make Up zu tragen. Niemals. Außerdem wollte sie nicht jemanden abschleppen, der sich am nächsten Morgen vor ihrem Anblick erschrecken müsste, weil sie ohne Schminke gänzlich anders aussah. Nein, die Welt sollte die echte Elise zu Gesicht bekommen.
      Dennoch war sie nicht ganz zufrieden mit ihrem Aussehen und stellte die Schachtel nochmal ab, ehe sie an ihrem knallengen Top herum zu zupfen begann und ihr Dekolletee hervorhob. Wenn man über prächtige Kurven verfügte, warum sie nicht auch zeigen? Sie war keines dieser abgemagerten Püppchen, die beim ersten Zupacken einer großen Männerhand auseinanderbrachen. Sie öffnete auch den Dutt, den sie eigentlich so lassen wollte. Doch wenn sie heute nicht mehr mit der Maschine fuhr, und somit auch keinen Helm brauchte, dann könnten ihre langen Haare ruhig offen sein, ohne ihr im Weg zu sein. Ihre rote Haarpracht war eine Mischung aus Locken und Wellen und ein paar Handgriffe genügten, dass ihre Frisur einer wahren Mähne glich. Sie warf die Haare über ihre Schulter und schnappte sich wieder den Karton.
      Keine Sekunde zu früh, denn da kam ihr Lover auch schon aus dem Schlafzimmer. Sie hatte über ihre Gedanken und Herumzupfen gar nicht die Zeit beachtet. Sie ließ ihn in den Karton sehen und lächelte bei seinem Lob, dass es eine gute Wahl wäre. Das Lächeln steigerte sich dann bei seinen darauffolgenden Worten zu einem Grinsen. Also hatte er womöglich wirklich vor, ihr nach dem heutigen Abend im Flex Gesellschaft zu leisten. Sie war höchst erfreut. Umso schöner fand sie es auch, dass er sie wieder frech angrinsen konnte. Fast wäre ihr Seth vorhin wirklich traurig vorgekommen, doch sie musste sich getäuscht haben.
      „Ich treffe immer die beste Wahl.“, antwortete sie ihm dann, als sie aus der Wohnung geschoben wurde und die Tür noch rasch zusperrte. „Habe ich schließlich mit dir auch so gemacht.“ Sie zwinkerte ihm zu und gemeinsam gingen sie die Treppe hinunter.
      „Und mein Bike steht auf dem Parkplatz.“ Normalerweise stellte sie es in die Tiefgarage, die im Wohnhaus inkludiert war. Nur deswegen nahm sie ihre kleine Ein-Zimmer-Bude in Kauf, denn es war eine der wenigen freien Wohnungen mit Tiefgarage gewesen. Doch sie hatten für das Wochenende schönes Wetter angesagt und deshalb hatte sie sich dafür entschieden, ihre Maschine draußen stehen zu lassen.
      Sie kamen unten an. „Ich bin mir sicher, mit deinen geschickten Händen hast du im Nu dieses Rohr verlegt.“, sprach sie noch mit samtener Stimme, noch mehr Zweideutigkeit in einem Satz ginge wohl nicht mehr.
      Sie führte Seth zu ihrem Motorrad. Mit dem Schlüssel öffnete sie den Sitz und holte das Reparaturset mit Schraubenschlüssel und Co. heraus. „Kann der Herr damit etwas anfangen, oder soll ich doch lieber in die Werkstatt? Vielleicht akzeptieren die auch anderwärtige Dienste als Bezahlung, anstatt des Geldes?“ Ja, sie liebte es zu provozieren und Seth gehörte manches Mal auch ein wenig geärgert.

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    • Jaiden Carter

      Die letzten Papiere hatte der Rotschopf ebenfalls auf seinem Schreibtisch ausgebreitet gehabt als er verwundert fest stellte, wie entspannt und leicht sich sein Nacken anfühlten. Verwirrt dadrüber, erinnerte er sich kurz an wenige Momente vorher, an der er eine fremde, schwere Hand auf seiner Schulter gespürt hatte, die von niemand anderen als seinem Arbeitskollegen gehörten.
      So zumindest die logische Schlussfolgerung. Die rötliche, schmal geformte Augenbraue zog sich nach oben und sein Blick wanderte zu Gabriel, der wie ein großer Riese dort stand und ebenfalls Dinge zusammen räuselte.
      Irritiert schüttelte er seine Gedanken ab und ließ seine Schultern kreisen. Die hätten irgendwie auch eine entspannende Massage benötigt.
      Kaum waren die Beiden fertig, kam auch schon Cole angeheizt. "Cole!" fast schon erleitert über seine Anwesenheit find Jaiden auch sogleich an über ihre Entdeckung zu berichten. Aufmerksam hatte dieser zughört und ihn mit noch größeren Augen zurück gelassen.
      "Habt ihr die obrigen Etagen schon informiert? Der Patient soll umgehend in Quarantäne, vorsichtshalber. Was ist mit weiteren Proben? Sind solche Vorkommnisse noch in anderweitigen Blutproben aufgetaucht?" der dicke Brillenmann schaute voller Ernsthaftigkeit abwechselnd von Gabriel zu Jaiden.
      Dieses ernste Gesicht seines Chefs beunruhigte Jaiden erneut und ein leicht verzweifelter Blick wanderte zu dem Medizinstudenten. Was würde jetzt passieren? Was würde als nächst kommen? Müssten sie sich tatsächlich auf das Schlimmste vorbereiten?
      Unsicherheit machte sich in den Körper des Rotschopfs breit. Zwar wusste Jaiden, dass das alles noch nichts zu bedeuten hatte, jedoch machten alle Dinge außerhalb der Normalität und der Struktur dem jungen Mann ziemlich zu schaffen.
      "Cole!" rief eine weibliche Stimme wie aus dem Nichts. Automatisch wanderten alle Köpfe in die Richtung der Frauen Stimme "Oben gibt's einige tumulte. Irgendwas ist wohl nicht in Ordnung. Die Chirurgen Station ist ziemlich in Aufruhr!“ zu der Stimme sah man nun die passende Person, eine Frau mit kurzen und braunen Haaren ebenfalls im Laborkittel gekleidet und fuhr mit ihrer Erzählung fort "Sie wissen nicht genau was es ist, aber irgendwas läuft dort oben schief" auch ihre Stimme klang ein wenig nervös und der hilflose Blick traf den von Cole, welcher immer mehr und mehr eine besorgte Miene auflegte.





      Seth Blair

      Der Satz von wegen, Seth traff immer die beste Wahl, brachte ihn dazu seine beiden Hände in den prallen Hintern von Elise zu vergraben. Ihre Stimme war bei jedem Satz so unglaublich verführerisch, das er sie am liebsten in einem Stück und jetzt sofort vernascht hätte.
      Die Wirkung der Drogen steigerte sich mit jedem Pumpen seines Herzens: Leicht geweitete Pupillen zeichneten sich ab, sein düsteres Gemüt wurde immer waghalsiger und eupohrischer, seine Konzentration stieg an und ein aufregendes Kribbeln sowie der Adrenalin bereiteten sich mehr und mehr in ihm aus.
      "Wir müssen es wohl zu mir auf die Arbeit fahren" überlegte Seth kurz und hatte den Autoschlüssel bereits in der Hand, jedoch hatte Elise schon direkt bei Ankunft ihren Kofferraum geöffnet. Einen kurzen Blick warf der Blonde hinein und warf den Kopf unentschlossen hin und her.
      Die Provokationen von der rothaarigen Schönheit halten laut in seinem Kopf nach und projizierten viele unglaublich scharfe Bilder in seinen Kopf. Sein Blut kam noch mehr on Wallung und sein Lusttrieb verstärkte sich mit jedem zweideutigen Satz dieser Frau.
      "Mach ruhig weiter," Seths neutraler Blick funkelte Elise nun finster an "Dann schieb' ich ihn dir gleich rein" beendete er seinen Satz mit einem ernsthaften Unterton.
      Es war die reinste Folter auch wenn die Drogen den Effekt im Gegensatz zu vorher, mehr abschwächten.
      Der Blondhaarige schob seinen Schlüssel zurück in die Hosentasche und griff dafür in den Kofferraum des Motorads um das Werkzeug heraus zu holen, wobei ihm Elise den Kasten bereits schon entgegen streckte.
      Den Werkzeugkasten nahm er nun an sich, platzierte ihn auf dem Boden und hockte sich hin. Kurz durchwühlte er den Kasten und ein "Wird schon irgendwie geh'n" lautete dann sein Resultat.
      "Kann sein, dass ich die Verkleidung abnehmen muss," murmelte Seth und tastete am Auspuff von dem Motorrad herum, sah sich dabei genaustens an, wie dieser eingebaut war.
      Nickend stand er auf und sah Elise an "Ich muss es leider nackig machen" zuckte Seth mit den Schultern, die Zweideutigkeit war auch in seinem Satz unverkennbar. Also machte er sich ran, kramte einen Inbusschlüssel und einen Schraubenzieher heraus und löste die Schrauben an der Verkleidung des Motorrads.
      Mit ein wenig Kraft Aufwand ließ sich die Verkleidung dann los machen und Seth legte jedes einzelne Teil vorsichtig auf dem Boden ab.
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    • Gabriel Bermen

      Für Gabriel gingen all diese Dinge furchtbar schnell. Er hatte mit einer entspannten, belustigten oder gar wütenden Reaktion seines Chefs gerechnet. Er hatte eine Predigt erwartet, dass die beiden ihn wegen einer Nichtigkeit hierher zitiert hatten, sie unfähig wären und er besseres zu tun hatte. Er hatte genau solch eine Reaktion erwartet, gar erhofft, doch es kam alles anders.
      Auf die Frage hin, ob sie schon jemanden informiert hätten, schüttelte Gabe den Kopf. Er selbst hatte ebenfalls schon daran gedacht, den besagten Patienten unter Quarantäne zu stellen, doch wäre ihm diese Aufforderung zu hart vorgekommen. Doch wenn selbst ihr Chef dies anforderte, dann brannte wohl wirklich der Hut.
      Er spürte den besorgten Blick seines Arbeitskollegen und musste er Versuchung widerstehen ihm erneut tröstend eine Hand auf die Schulter zu legen. Wenn das geschah, was sich im hintersten Winkel seines Gehirns zusammenbraute, dann graute es ihm davor.
      „Sir, wir haben bisher nur Sie informiert, wir…“, begann Gabriel ihr bisheriges Verhalten zu erklären, doch wurde von der aufgeregten Frauenstimme unterbrochen, die soeben aus dem Nichts ertönte. Sie alle drei blickten synchron zur besagten Dame und der Blonde traute seinen Ohren nicht. Es lief etwas schief? Was in drei Gottes Namen lief schief? Sie waren ein hochmodernes Krankenhaus, mit vielen verschiedenen Abteilungen, großem Personal und noch mehr Patienten. Sie hatten eine Cafeteria, einen Geschenkeshop und sogar ein Sicherheitspersonal, und im Keller befand sich das Labor, in welchem sie sich gerade aufhielten.
      Gabriel sah von der Frau zu seinem Chef und wieder zurück. Was sollten sie jetzt tun? Sein Gehirn malte sich allerlei Horrorszenarien aus und er überlegte, wo der nächste Notausgang war.
      „Sie beide sehen zu, dass Sie mehr über dieses…dieses Ding herausfinden.“ Cole schwitzte nun und tupfte sich mit einem ekeligen Taschentuch die Schweißperlen vom Gesicht. Er deutete auf den Monitor. „Analysieren Sie die anderen Proben, wir müssen wissen wer sich damit infiziert hat. Sehen Sie zu, dass sie die Patientenakten bekommen. Reisegewohnheiten, etc. ich will alles über diesen Patienten wissen.“
      Dann wandte er sich der Frau zu. „Sie und ich gehen nach oben, was haben diese Idioten jetzt schon wieder angestellt.“ Er watschelte davon, doch kurz bevor er gänzlich draußen war, drehte er sich noch einmal um.
      „Und unter allen Umständen, verlassen Sie nicht diesen Raum.“, dann war er verschwunden und Gabes Hirn war kurz vor einem Kurzschluss. Er holte tief Luft und alles drehte sich.
      „Er…er will uns sicher nur schützen.“, murmelte er in seinen nichtvorhandenen Bart. Doch innerlich wusste er es besser. „Oder er glaubt wir könnten beim Untersuchen bereits damit in Berührung gekommen sein, und will eine Ausbreitung verhindern.“ Seine Meerblauen Augen suchten nun die honigbraunen des kleineren Mannes neben ihm. „Er stellt UNS ebenfalls unter Quarantäne.“


      Elise McGregory


      Die Hände des Mannes, den man begehrte, am eigenen Hintern zu spüren, was wollte man mehr? Seth’s Geste brachte sie zum Lächeln und ließ ihren Magen etwas in Aufruhr geraten, was jedoch bestimmt nur am schlechten Omelette vor vorhin lag.
      Sie standen nun gemeinsam beim Motorrad und Elise war schon völlig auf ihr geliebtes Bike konzentriert, als Seth sie wieder ansprach. Sie stockte, als sie seinen finsteren Blick, gepaart mit seiner rauen Drohung auffing und er davon sprach sie gleich hier und jetzt zu nehmen. Wahrscheinlich wären einige Frauen vor der Intensität dieses Mannes zurückgeschreckt, aber nicht so Elise. Genau diese Echtheit, die Stärke, seine Wünsche zu nennen und nicht nur davon zu sprechen, sondern sie auch in die Tat umzusetzen, waren Eigenschaften, sie sie an ihrem Ex so bewunderte. Sie liebte diese Seite an ihm, ob er das wusste?
      Sie hob abwehrend die Hände zum Zeichen, dass sie kapitulierte und nun brav wäre. Jedoch blitzte auch der Schalk aus ihren Augen, aber einen weiteren Kommentar verkniff sie sich - vorerst. Sie beeilte sich nun ihm den kleinen Werkzeugkasten zu reichen.
      Er besah sich nun alles genau und kam zum Entschluss, dass das Tauschen des Auspuffes schon irgendwie gehen würde. Große Freude breitete sich in ihrem Inneren aus und sie war ihm furchtbar dankbar dafür.
      „Dafür schulde ich dir etwas.“, sprach sie und war sich der Bedeutung bewusst, schließlich war es gefährlich, Seth Blair etwas zu schulden. „Du darfst dir die dritte Person für unseren Dreier heute Nacht aussuchen. Es sei denn, du willst mich für dich alleine.“ Ein keckes Lächeln folgte.
      Doch schon seine nächste Aussage bezüglich Nacktheit erwischte sie wieder kalt und er wusste zu gut, dass sie aufgrund ihres Temperamentes auf solch Zweideutigkeiten allzu gut ansprang. Sie holte tief Luft und schluckte. Er machte sie noch wahnsinnig! Lieber konzentrierte sie sich nun auf die Tätigkeiten des Mannes und versuchte ihm so gut es ging zu helfen, indem sie ihm die kleinen Schrauben abnahm, damit sie nicht verloren gingen.
      Er ging mit solch einer Vorsicht mit den Teilen der Verkleidung um, die ihr fast ein wohliges Seufzen entlockt hätte, denn seine geschickten Hände würde sie jetzt nicht nur gerne an ihrem Motorrad sehen. Die definierten Muskeln zeichneten sich an seinen Armen ab, verschwanden jedoch bedauerlicherweise rasch unter den Ärmeln seines T-Shirts.
      Eines der Dinge, die Elise am meisten bewunderte, waren Handwerker oder vielmehr Menschen, die mit ihren eigenen Hände Dinge vollbringen konnten. Diese Einstellung entsprang ihrer adeligen Herkunft. Sie war bestens unterrichtet worden, konnte zwei verschiedene Instrumente spielen und sprach fließend drei Fremdsprachen. Auch heute noch bemerkte man teilweise an ihrer Wortwahl, dass sie nicht von der Straße kam. Sie hatte nur hübsch aussehen müssen und hätte eine liebende, brave Ehefrau werden sollen, doch sie hatte sich anders entschieden. Ihre gesamte Familie konnte nichts anderes als reich und gebildet zu sein, doch einen Nagel in eine Wand einschlagen um ein Bild aufzuhängen? Den Pferdestall ausmisten? Die kaputte Glühbirne zu tauschen? All dies war zu viel gewesen und hatte stets die Anforderung an einen Handwerker nach sich gezogen.
      Seither war es für sie eines der attraktivsten, regelrecht anbetungswürdigsten Dinge, wenn jemand etwas selbst, aus eigener Stärke, bewerkstelligen konnte. Gebannt sah sie dem Blonden zu und strich dann liebevoll über ihre Maschine.
      „Wenn ich dich je betrogen hätte, dann mit diesem herrlichen Teil.“, sagte sie gedankenverloren mit einem sanften Lächeln. Überraschenderweise nahm Elise Treue sehr ernst. So freigiebig sie mit ihrem Körper auch war, umso loyaler und treuer war sie in einer Beziehung.
      „Wie viel Platz hast du in deinem Auto und wann genau müssen wir deinen Bruder von der Schule abholen?“ Es war eine Einladung und ihre lindgrünen Augen blitzten schalkhaft.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein
    • Jaiden Carter

      Nervös bohrten sich Jaidens Fingernägel in den Daumen hinein. Seine Unterlippe fing an zuschmerzen von dem Druck, welche seine darauf gepressten Zähne auslösten. Noch ein wenig mehr und er würde seine Lippe durchbeißen, zumindest war dies die Angst des rothaarigen jungen Mannes und daher lockerte er seine Zähne, die nun einen tiefen Abdruck hinter ließen.
      Die rötlichen, schmalen Augenbrauen hatten sich noch weiter hinunter gezogen und lösten damit stärkere Falten auf seiner Stirn aus. Sie waren deutlich abgezeichnet und nun bemerkte Jaiden sogar, wie sehr seine Stirn unter Spannung stand. Wie der restliche Körper von Jaiden: Wie unter Strom, war jeder Muskel in seinem Körper voller Anspannung und stocke steif.
      Seine gesamte Aufmerksamkeit war auf die Frau im Kittel gerichtet und löste mit dem Wort 'Chirurgie' eine immense Panik in Jaiden aus. Dad!?, war sein erster Gedanke, welcher sich wild in seinem Kopf drehte. Und dann fing die Welle der Verzweiflung an, die sich schlagartig auf seine Mimik übertrug: Ging es seinem Vater gut? Was war da Oben los? War er in Sicherheit? Hatte er dieses Virus vielleicht schon? Wusste er überhaupt was vorging? Was sollte Jaiden nun tun?
      Mit aller Kraft versuchte er an seine Vernunft zu appellieren, nicht direkt los zu stürmen und die Station auf den Kopf zu stellen um seinen Vater zu suchen. Das rasende Herz in seiner Brust machte den Rothaarigen beinahe Wahnsinnig, genau wie die Unwissenheit in der sie nun von seinem Chef und der anderen Kollegin zurück gelassen wurden.
      Jaiden versuchte den riesigen Kloß in seinem Hals hinunter zu schlucken. Wie gelähmt sah er den anderen Beiden stumm hinter her und langsam füllten sich seine Augen mit heißen Tränen. Krampfhaft versuchte Jaiden seine Tränen dort zu lassen wo sie sind, um seine Verzweiflung und Angst nicht gänzlich und endgültig preis zugeben. Aber sein Gesichtsausdruck sprach bereits Bände vor allem nach den schockierenden Worten von Gabriel. Sein Kopf fuhr schnell herum um den Blondhaarigen anblicken zu können.
      Hatte Jaiden das Richtig verstanden? Die Beiden sollten nun selbst unter Quarantäne ?! Fassungslos klappte der Unterkiefer von dem Chemielaboranten hinunter und blinzelte Gabriel an. Schnell schloss er seinen Mund, doch die Erschütterung war immer noch in seinem Gesicht abgezeichnet. "Scheiße.." schlich es leise aus den Mund von Jaiden hinaus und seine Hand, die bis eben noch mit der Selbstverletzung beschäftigt war hatte nun eine Faust geballt.
      Langsam wurden die ganzen Gefühle zu viel für das sanfte und weiche Gemüt von Jaiden und als er bemerkte, wie seine Tränen sich bereits verselbstständigt hatten, drehte sich der Rotschopf schnell um. Es war wohl schon zu spät gewesen, jedoch wollte er seine sensible Seite nicht weiter dem anderen großen Erwachsenem preisgeben. Schnell wischte sich Jay die Tränen mit der Rückseite seiner Hand weg und eilte zu den anderen Proben. "Lass uns weiter machen." zitterten die Stimmbänder von dem Verzweifelten und noch immer kämpfte er gegen den Drang an, schleunigst das Labor zu verlassen.




      Seth Blair

      Die kleinen Schräubchen die er abmontierte, hatte er in Elise' Hand gedrückt und war sehr fixiert auf das sorgfältige und vorsichte abnehmen der Verkleidung. Beinahe hatte er die gesamte Verkleidung nun neben sich auf dem Boden gereiht, als Elise von der Schuldbegleichung sprach. Kurz ließ er von seiner Arbeit ab und stütze die Hände auf den Hüften ab. Wann würde sie denn verstehen, das Seth ihr dafür nichts berechnete? Es war schon immer so gewesen, daß sie irgendwelche Gegenleistungen ihm entgegen bringen wollte. Anscheinend lag das an ihrer ach-so-Edlen Herkunft, die es nicht zu lies einfach mal etwas anzunehmen und danke zu sagen. Wobei es natürlich andererseits auch nicht selbstverständlich war und sie auch nur irgendwo ihre Dankbarkeit ausdrücken wollte. Genervt rollte Seth mit seinen hellen grünen Augen. Daher tat Seth nur so als würde er nachdenken, kratze seinen geschorenen Hinterkopf und sah Elise mit einem scharfen Blick an "Deinen Arsch will ich" funkelte er wie eine Hyäne die ihre Beute gleich verschlingen würde und theatralisch leckte sich Seth mit der Zunge seine rauen Lippen. "Vielleicht noch einen zweiten" zuckte der Blondierte mit den Achseln und widmete sich dann wieder dem Motorrad. Erneut hockte er sich vor den Auspuff, identifizierte die Schrauben und somit welches Werkzeug er als nächstes brauchen würde. Anschließend kramte er aus dem Werkzeugkasten eine Ratsche und die passenden Aufsätze heraus und machte sich dran, die nächsten Schrauben vom Auspuff zu lösen.
      "Weißt du, es ist eine Schande, dass dein edliger Arsch so frei zur Verfügung steht. Außerdem bin ich der Einzige mit dem passenden Werkzeug dafür." sagte Seth recht ausdruckslos während er die Schrauben löste.
      "Und daher sollte es eine Schande sein, deinen Arsch mit jemanden zu teilen. Aber ich finde es zu geil wenn du dich mit einer annähernden Schönheit wie dir, vergnügst" beendete er seine heißen und innigen Vorstellungen des heutigen Abends und hatte nun alle Schrauben losgedreht.
      Vorsichtig nahm er den vorderen Teil des Auspuff ab und legte diesen bei Seite. Nun löste er noch die Schrauben am Krümmer und nahm auch diesen ab.
      Seine Arbeit unterbrach er kurz und sah zu Elise hinauf um ihre nächste Aussage mit einem zynischen "Gott Gnade dir, hättest du mich betrogen." Er war eine ernste und tiefe Drohung, denn allein der Gedanke machte Seth rasend "Und dem Typen erst recht." giftete Seth und sah ziemlich angefressen aus. Um sich von dem Gedanken abzulenken nahm er den neuen Auspuff heraus und suchte die Schrauben die er zum befestigen brauchte heraus.
      Um ihre Frage beantworten zu können antwortete Seth ihr:" Gegen 2 Uhr. Auto müsste genug Platz haben, sonst hol ich 'n anderes" und montierte den Auspuff an das Motorrad.
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