In der Welt eines Romans [Cailemia x Runa]

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    • In der Welt eines Romans [Cailemia x Runa]

      Vorstellung:
      In der Welt eines Romans [Cailemia x Runa]

      @Cailemia

      Ayu wachte durch das Klingeln ihres Weckers auf. Sofort sprang sie vom Bett und zog sich ihre Schuluniform an. Eine Matrosenbluse und ein blauer Rock, der ihr bis zu den Knien ging. Dann zog sie noch die weißen Kniestrümpfe an. Die Schuhe standen immer im Regal neben der Haustür und auch diesen morgen lief sie wie gewohnt ins Bad. Sie wusch ihr Gesicht und kämmte ihre blauen Haare. Als sie wieder aus dem Bad trat, strich eine schwarze Katze um ihre Beine und miaute. Lachend nahm Ayu die Katze auf den Arm. ,,Keine Sorge Sennia, ich mach dir ja was zum futtern", sprach sie und ging in die kleine Küche. Dort ließ sie Sennia runter und machte ihr Futter fertig. Dann stellte sie den Napf vor Sennia hin während sie sich um das Frühstück für sie und ihre Mutter kümmerte. Diese kam nach einer halben Stunde in die Küche. ,, Oh, Guten Morgen Ayu", sprach sie als sie ihre Tochter am Herd sah. ,, Guten Morgen Mutter, du bist ziemlich spät auf", sprach die blauhaarige. Allerdings ahnte die Schülerin den Grund schon. ,, Tut mir leid Schatz, aber ich habe gestern noch gelesen", meinte ihre Mutter. Akari Yukimura war eine ziemlich träumerische Frau obwohl sie schon 38 Jahre alt war. Allerdings hatte sie genau wie ihre Tochter ein fabelhaftes Benehmen und das sorgte für ihren guten Ruf als Rechtsanwältin. Ayu seufzte nur. ,, Jedes Mal dasselbe", meinte sie. Diesen Satz hatte sie schon so oft zu ihrer Mutter gesagt aber es stimmte. Jeden Morgen war es dasselbe. Die 17-jährige bemerkte, dass die Sojasoße leer war und ging in den Abstellraum. Dort stolperte sie kurz über etwas. Eine schwarze Schriftrolle. Den Titel konnte sie durch das Band nicht lesen und als sie versuchte, es zu öffnen, riss es und die Schriftrolle rollte auf. Augenblicklich wurde es in dem Raum hell und Ayu verlor ihr Bewusstsein
    • Schon seit einigen Tagen hatte Raku ein Auge auf ein junges Menschenmädchen geworfen, das er von der Welt der Götter aus beobachtet hatte. Ein freundliches, höfliches Mädchen, das jedoch nicht scheute, ihrer Meinung Luft zu machen, doch was ihn am meisten an diesem Menschenmädchen faszinierte, war diese ungewöhnliche Haarfarbe.
      In seinen tausenden von Jahren an Lebenszeit, die ihn unter den anderen Göttern noch immer als Jüngling auszeichneten, hatte er noch nie etwas vergleichliches gesehen und das hätte er wohl auch nicht, wenn er sie nicht zufällig gesehen hätte. Normalerweise machte er sich nicht viel aus Menschen, sie waren dazu bestimmt ihn anzubeten, ihm zu dienen, mehr nicht.
      Wie glücklich es sie dann wohl machen müsste zu wissen, dass einer ihrer Götter da Interesse an ihr zeigte?
      „Hmpf, du bist wirklich ein Dummkopf, Rakujoo. Es ist nur ein Mensch. Es gibt tausende von ihnen. Was soll diese denn so besonders machen?“, schnaubte eine tiefe Stimme neben ihm und ohne aufzusehen wusste er bereits, dass es einer seiner großen Brüder sein musste. Honora, der erbarmungslose Gott der unbändigen Flammen, dem Unmengen an Menschenleben dargeboten wurden. Aber dieses Leben würde er nicht bekommen. Dieses gehörte ihm.
      „Warum sollte ich es dir verraten, großer Bruder? Damit du erkennst was für eine reine Seele sie ist und sie für dich beanspruchst? Nenn mich wie du willst, werter Bruder, aber ein Dummkopf bin ich mit nichten.“, lächelte Raku seinen Bruder schelmisch an, sicher, den Schlagabtausch mit ihm gewonnen zu haben, ehe er sich von Honora entfernte.
      „Rakujoo, warte, ich bin noch nicht fertig mit dir!! Wo willst du denn hin?!“, folgte ihm die von Donner begleitete Stimme seines Bruders.
      „Mir das holen, was mir gehört.“, lächelte er nur und dachte gar nicht daran stehen zu bleiben.
      Die Worte seines Bruders waren nur Schall und Rauch, wenn er Raku wirklich etwas antun würde, würde sein Vater diesen vernichten, da war er sich sicher.
      Somit machte sich der junge Gott auf den Weg ein einfaches Menschenmädchen zu besuchen, noch nicht ahnend, dass ihm mehr an ihr lag, als er zugeben würde.
      […]
      Im Reich der Menschen angekommen versteckte er seine - nicht für das menschliche Auge geeignete - göttliche Gestalt, wollte er das fremde Mädchen doch nicht verschrecken. Nicht dass die junge Priesterin vor Freude in Ohnmacht fiel, ihrem wahrhaftigen Gott zu begegnen. Oder die Fähigkeit zu sprechen verlor, das war ihm schon zu oft passiert und wenn er ehrlich war, nervte dies ihn.
      So betrat er den Tempel der Priesterin in seiner menschlichen Gestalt, doch statt sie beim fegen des Platzes aufzufinden - wie er noch vor einigen Minuten aus dem Reich der Götter beobachtet hatte - lag sie bewusstlos auf dem staubigen Boden.
      Raku zog die Augenbrauen zusammen, denn ihm gefiel diese Situation so gar nicht. Wenn irgendjemand ihr dies angetan hatte, dann konnte dieser Mensch, oder was auch immer dafür verantwortlich war, sein Leben bereits als verwirkt sehen.
      Also trat er an das junge Mädchen heran, beugte sich zu ihr, und fuhr ihr durch das blaue Haar, das ihn so fasziniert hatte. Sie schien nicht verletzt zu sein.
      Im nächsten Moment öffnete sie bereits ihre Augen und der junge Gott begegnete ihrem Blick, was ihm ein Lächeln auf seine Züge zauberte.
      „Was machen sie hier auf dem staubigen Boden, werte Priesterin? Ist ihnen etwas passiert?“, erkundigte er sich bei ihr. Hmmm… wie war nochmal der Name des Menschenmädchens?
    • Ayu sah den Mann verwirrt an. Priesterin? ,,Äh was?", fragte sie verwirrt. Sie kannte den Mann nicht, aber dieses Aussehen wurde doch irgendwo mal beschrieben. Da fiel es ihr wieder ein. Natürlich! Der Protagonist aus dem Lieblingsroman ihrer Mutter. Ein Gott der sich für eine einfache Priesterin interessierte, die ebenfalls Ayu hieß. Moment mal! Konnte es sein, dass sie in der Welt des Romans gelandet war? Und dabei in die Rolle der Protagonistin geschlüpft war? Oh, bitte nicht! Naja, fürs erste sollte sie besser mit spielen. Er würde ihr eh nicht glauben und sicher war das hier nur ein Traum. Dieser Traum kam sicher davon, dass ihre Mutter sie täglich mit dem Roman nervte. ,, Oh, nein. Ich habe nur nicht genug geschlafen. Tut mir leid, falls ich Ihnen Sorgen gemacht habe werter Herr", sprach wie und stand auf. Danach verbeugte sie sich höflich vor ihm. Da fiel ihr auf, dass sie ein Priesterinnen Kimono trug. ,, Ähm, kann ich Euch irgendwie helfen", fragte sie und lächelte
    • Nicht genug geschlafen? Ach, wie fragil die menschliche Rasse doch war.
      Lächelnd sah er dabei zu, wie das Mädchen sich wieder erhob, ohne ihn darum zu bitten, ihr beim aufstehen zu helfen, wie es viele andere an ihrer Stelle wohl getan hätten. Der junge Gott war sich sicher, dieses Menschenmädchen war interessant. Ayu… so war doch ihr Name?
      „Und ob ihr mir Sorgen bereitet habt. Ihr solltet besser auf euch aufpassen, sonst ereilt euch der Tod schneller, als es euch lieb wäre.“, und er würde sie sicher nicht dem Tod überlassen.
      Er erwiderte ihr Lächeln dadurch, dass seines ein Stückchen breiter wurde, von nahem war ihr Lächeln um einiges strahlender, als es vom Reich der Götter zu sehen war.
      Welche Seiten sie ihm wohl noch alles zeigen würde, die er von seinem Heim aus nie zu Gesicht bekommen würde? Aber nun, wie konnte sie ihm wohl helfen?
      „Ich bin auf der Suche nach einem Nachtlager, der Tempel hat nicht zufällig den ein oder anderen Raum frei?“, erkundigte sich der junge Gott bei dem Mädchen und beschloss somit seine Scharade noch eine Weile weiter zu spielen. Er konnte es kaum erwarten, ihr seine wahre Identität zu offenbar, ihr freudiges Gesicht zu sehen, vielleicht würde sie ihm ja sogar über den Hals fallen?
      Aber zunächst würde er sie im Dunklen halten, auf den richtigen Moment waren… er konnte es kaum erwarten ihr Gesicht zu sehen, wenn sie begriff ihrem Gott das Nachtlager bereitet zu haben.
      „Selbstverständlich würde ich euch dafür großzügig belohnen. Sagt, gibt es irgendetwas, dass ihr euch von Herzen wünscht?“
    • ,, Es gibt ein freies Zimmer", sprach Ayu auf seine Frage nach einem Zimmer. Als er nach ihrem herzenswunsch fragte, dachte sie nach. Was wünschte sie sich eigentlich von ganzem Herzen. Jedoch lächelte sie nur. ,, Ihr braucht mich nicht zu belohnen. In dieser schweren Zeit hat es jeder verdient ein Nachtlager zu bekommen. ", sprach sie. Damals war es wirklich eine schwere Zeit. Laut dem Roman gab es zu dem Zeitpunkt sehr viele Kriege und viele unschuldige Menschen starben dabei. Sie brachte den jungen Mann zu einem freien Zimmer. Vor der Schiebetür, die in der Edozeit bei allen Häuser waren, sah sie ihn lächelnd an. ,, Wünscht ihr Euch was zum Essen? Es gibt hier heiße Quellen, falls Ihr Euch nach einem Bad sehnt. Fühlen Sie sich bitte ganz wie zu Hause werter Herr", sprach sie und verbeugte sich
    • „Hmhm… ihr müsst eine wahrlich bescheidene junge Dame sein.“, gab Raku enttäuscht von sich, hätte er doch nur zu gerne gewünscht, was sich Ayu gewünscht hätte. Andererseits gehörte dies zu ihrem Charme.
      Der junge Gott folgte der Priesterin und nutzte diese Gelegenheit sich den Tempel, der ihm gewidmet war, genauer anzusehen. Er war recht simpel, jedoch groß und aus zu damaliger Zeit feinstem Material errichtet worden. Hier und da ließ sich ein Blick auf einen Schatz erhaschen und der Garten war sorgsam und mit viel Liebe gepflegt worden. Und jede Priesterin, die ihm gewidmet war, war eine wunderschöne Frau. Was konnte sich ein Gott denn mehr wünschen?
      Mit Eleganz öffnete Ayu die Tür zu seinem Nachtlager, schlicht aber mit allem nötigen ausgestattet.
      „Essen klingt wundervoll, werte Ayu.“, lächelte er, während er noch den Raum begutachtete.
      Für einen Moment grinste Raku breit, denn er würde sich hier sicherlich Zuhause fühlen. In gewisser Weise war dies ja sein Zuhause.
      „Ich habe gehört dieser Tempel sei dem Gott Rakujoo no Iwari gewidmet, verratet mir doch bitte, werte Priesterin, wieso habt ihr euch dafür entschieden ausgerechnet diesem Gott zu dienen? Was… haltet ihr von ihm?“, befragte er die Priesterin neugierig und trat dabei einige Schritte näher. Er konnte es kaum erwarten, die lobenden Worte der jungen Frau zu hören, etwas anderes konnte sie doch wohl kaum von ihm halten.
    • Ayu sah den Mann an. Genau eine solche Frage stellte der Protagonist der Protagonistin im Roman und sie wusste die Antwort noch haargenau, warum wusste sie nicht. ,, Naja, wissen Sie, meine Mutter hat ihm bereits gedient und ich wuchs in diesem Tempel auf. Für mich ist Rakujoo no Iwari ein Licht in einer endlosen Dunkelheit. Diese Kriege im Moment erinnert mich an meine Vergangenheit.", sprach sie. Dann sah sie auf einmal entschlossen aus. ,, Ich bin zwar erst 17 und viele halten mich für dumm und naiv, aber ich bin froh darüber Rakujoo no Iwari dienen zu dürfen", sprach sie lächelnd. Ja, genau das waren die Worte der Protagonistin im Roman. Es war erstaunlich, dass sie da noch so genau wusste. Auch, wenn in schon wusste, wer der mann war, war er doch sehr anziehend. Jedes andere Highschool Mädchen wäre ihm um den Hals gefallen und auch Ayu hatte diesen Drang gehabt, doch sie konnte ihn unterdrücken. Sie lächelte den Mann an. ,, Ich werde dann mal was zum Essen für Sie vorbereiten", sprach sie und lief in die Tempelküche. Augenblicklich fiel ihr was auf. Das hier War kein Traum! Sie war mit der Protagonistin verbunden und das seit sie diese Schriftrolle geöffnet hatte. Deswegen war sie auch bewusstlos geworden. Die Worte gerade eben, dass waren die Worte der Protagonistin. Es war nicht aufgefallen, weil sie und die Ayu aus dem Roman völlig gleich aussahen und auch die stimme gleich. Hieß das, wenn der Körper der Roman Ayu in Gefahr war, konnte sie sie dann durch ihre 'Talente' retten?
    • Das Lächeln des jungen Gottes wurden aufgrund Ayus Lobesworte nur noch breiter. Ein Licht in endloser Dunkelheit? Er hätte es nicht besser formulieren können!
      Abgesehen von den Komplimenten hatte sich diese Frage auf andere Art und Weise noch gelohnt: nun wusste Raku, dass auch ihre Mutter ihm schon gedient hatte. Er wüsste nur zu gerne, wer ihre Mutter war, konnte sich jedoch nicht an einen Menschen erinnern, die Ayu ähnlich gesehen hätte. Ob sie ihre ungewöhnliche Haarfarbe wohl von ihrem Vater geerbt hatte?
      Außerdem war er neugierig, was es mit der Vergangenheit des jungen Mädchens auf sich hatte, dass es sie an Krieg und Dunkelheit erinnerte. Wahrscheinlich waren ihre Eltern im Krieg gestorben, zumindest wäre es seine Theorie.
      „Ich bin mir sicher, dass auch er froh darüber ist, eine aufrichtige Priesterin wie euch zu haben.“, lächelte Raku schelmisch, ehe sich das Mädchen verabschiedete, um sich um das Essen zu kümmern. Zu gerne hätte er ihr noch mehr Fragen gestellt, aber das hatte ja Zeit.
      Das Leben eines Menschen war für einen Gott wie ihn nicht mehr als ein Wimpernschlag, was waren da schon ein paar Stunden, geschweige denn Minuten?
      Er blickte noch einmal durch den simplen Raum, ehe er sich dazu entschied den Tempelgarten zu besuchen.