Silence [Lucy & Shei]

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    • Silence [Lucy & Shei]

      Silence [Lucy & Shei]
      @Sheireen
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      Anastasia

      Es war Tag Nummer zweihunderundfünfzig, oder auch vielleicht zweihunderteinundfünfzig, so genau wusste es die Rothaarige auch nicht, als sie die Augen öffnete und das Sonnenlicht zu sehen war. Sie hatte die Nacht in einer alten Hütte verbracht, um sich vor der Wildnis und vor den Monstern zu schützen, die auf der Welt umher streunten. Das Leben hatte sich geändert, seit die Menschen entdeckt haben, dass sie nicht alleine in der Galaxis sind. Klar, die meisten haben sich das schon so gedacht und sie waren nicht sehr verwundert, aber dennoch meinten es einige sich mit den neuen Wesen nicht anfreunden zu müssen, sondern ihnen zu beweisen, dass wir Menschen auch groß und stark waren. Das Ende vom Lied? Die Menschen waren nicht einmal im Bruchteil so stark, wie es die anderen in der Galaxis waren und nun waren sie kurz davor ausgelöscht zu werden, wie es sich eigentlich gehörte, die Reaktion konnte man gut nachvollziehen, aber dennoch wollte Nastya nicht sterben, sie wollte noch nicht aufgeben und einfach so zusehen, wie man ihr das Herz aus der Brust raus riss.
      Sie hatte sich mit dem Leben mehr oder weniger arrangieren können, lernte sich leiser zu bewegen und so wenige Geräusche wie nur möglich zu machen, denn die neuen Wesen hier auf der Erde konnten sehr gut hören und konnten so auch schnellstens herausfinden, wo man sich befand, der einzige ihrer bisher herausgefundenen Nachteile: Sie waren fast schon blind, was sich positiv auf eine Flucht auswirken konnte. Bisher hatte es die Rothaarige gut geschafft, sie suchte nach Überlebenden, wollte ihnen helfen und sie zur Not in Sicherheit bringen, auch wenn sie bezweifelte, dass es so etwas wie Sicherheit auf dieser Welt noch gab. Nun, es hieß, dass weiter in Norden ein Camp sein sollte, in welchem die Menschen geduldet wurden, die keine bösen Absichten hatten, aber lohnte es sich sein Leben aufs Spiel zu setzen um genau das herauszufinden? Das bezweifelte die Frau fast schon, deshalb ließ sie es lieber sein und probierte stattdessen anderen zu helfen und selbst zu überleben.
      So langsam fuhr sie sich durch das Gesicht und versuchte sich den Schlaf aus dem Gesicht zu treiben. Es war zu wenig, das merkte die Frau sofort, vor allem war der aufmerksame Schlaf nicht erholsam genug, aber leider war für mehr zur Zeit nicht die Möglichkeit gegeben. Ihr Magen meldete sich, der Hunger war zu spüren und etwas zu Essen musste gefunden werden, den letzten ihrer Vorräte verbrauchte Anastasia gestern, seit Tagen hatte sie jedoch nichts gefunden, um ihren Rucksack zu teilen. Sie erhob sich, klopfte sich langsam den Dreck von der Hose weg, um nach ihren Sachen zu sehen. Ein großer Rucksack war seit Wochen ihr treuer Begleiter. Er war groß genug, um alle ihre Habseligkeiten zu bewahren, hatte die Möglichkeit die gerollte Schlafmatte zu befestigen und war nicht allzu laut, wenn man die Dinge dort drin richtig rein steckte. Die Rothaarige rollte ihre Matte zusammen, um auch die anderen Sachen zusammen zu packen, um in ihre Stiefel zu schlüpfen und anschließend langsam aus der Hütte zu verschwinden. Lange konnte sie sich hier nicht aufhalten, zu groß war die Gefahr hier gefunden zu werden, sie musste stets in Bewegung bleiben, so lange es ihr möglich war.
      Ganz langsam öffnete Natka die alte Holztür, achtete darauf nicht womöglich ein Geräusch zu machen, welches sie verraten könnte, sie hielt jedoch inne, als ihre Augen eines dieser Biester entdeckten, von welchem sie sich eigentlich schützen wollte. Es fraß.. Hatte sich wohl ein Tier gesucht, um den Magen zu füllen, da verdrehte sich der Magen der Frau direkt, nach Hunger war ihr nicht mehr. Sie schluckte schwer, musste hier verschwinden, bevor sie entdeckt werden würde, womöglich würde sie ihr lautes Herz verraten, es schlug kräftig in der Brust. Ganz langsam machte sie den ersten Schritt raus, hielt die Tür fest, um kein Geräusch zu machen, es klappte auch bis wenige Meter neben der Hütte.. Dann schlug die Tür zu und das Biest sah auf. "Scheiße..",murmelte Natka noch, bevor sie einfach anfing zu rennen. Schnell hier weg und sich ja irgendwo verstecken, denn ihr Leben hing davon ab. Das Biest machte ein lautes Geräusch, es ähnelte einem Ruf, was es auch immer war, es ließ die Frau nur noch schneller um ihr Leben rennen und den Bäumen vor sich ausweichen.
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alwin Juwa

      Der Wind raschelte sanft durch die Blätter des Baums, auf welchem der Mann sich befand. Trotz seines voran geschrittenen alters war er noch immer sehr sportlich und ausdauernd. Zu seinem Glück war er dies bereits vor der Ankunft, wodurch ihm das Überleben in der Wildnis leichter fiel als anderen. Ein weiterer Vorteil den er hatte war sein Bogen. Viele in seinem Land tendierten eher zu Schusswaffen, welche viel zu laut waren. Die Außerirdischen besaßen so ein feines Gehör, dass sie einen Schuss aus zwei Kilometer Entfernung vernehmen konnten. Durch ihre vielen, langen Beine waren sie zudem schnell am Ort des Geschehens, wodurch kaum noch Menschen Schusswaffen benutzen. Alwins Bogen war leise, Pfeile konnte er entweder selbst herstellen oder aus Läden mitnehmen. Geld brauchte seit fast einem Jahr keiner mehr, ebenso wenig wie Kalendertage. Alwin wusste weder, welcher Tag heute war, noch welcher Monat oder kannte den Wochentag. All diese, von Menschen ausgedachten, Konzepte waren seit der Invasion überflüssig geworden. Niemandem war es von nutzen zu wissen, ob heute Dienstag oder Freitag war. Arbeit gab es auch keine mehr, es zählte nur noch das Überleben.

      Konzentriert saß Alwin auf einem Ast in guten fünf Metern höhe. Seinen Bogen schussbereit in den Händen fixierte er seinen Blick auf eine Hütte vor ihm. Drinnen konnte er eine junge Frau ausmachen, welche vorsichtig durch einen Spalt in der Tür spähte. Zu seinem Glück entdeckte sie die Bedrohung und verhielt sich leise. Gerade als Alwin seinen Blick abwenden wollte, hörte er einen lauten Knall. Der Wind, welchen er eben noch als sehr angenehm und beruhigend empfunden hatte schloss die Tür, aus welcher die Fremde soeben getreten war. Zu seinem weiteren Unglück fing die Frau an zu rennen, wodurch sie noch mehr Geräusche machte. Der Alien drehte sofort seinen Kopf in die Richtung der Geräusche und fing an mit seinen langen, dürren Beinen sich auf die Hütte zuzubewegen.
      "EY!", rief Alwin und schoss einen Pfeil auf die Kreatur. Schnell hangelte er sich vom Baum, darauf bedacht keine Geräusche zu machen und lief vorsichtig in die entgegengesetzte Richtung von der Frau.
      "Hierher du Mistvieh!", rief er erneut, diesmal allerdings etwas leiser. Alwin wollte keinesfalls weitere Exemplare dieser abscheulichen Kreaturen auf sich Aufmerksam machen. Der Außerirdische drehte sich erneut und rannte diesmal in Alwins Richtung. Als er an dem Ort der Geräusche ankam, war Alwin jedoch bereits verschwunden. Unbemerkt schlich er sich zur Hütte, um von dort einen Pfeil abzufeuern. Allerdings schoss er diesen nicht auf die Kreatur, sondern weit über sie hinweg. Der Pfeil landete in guten 200 Metern Entfernung auf dem Boden, wodurch der Alien sich in diese Richtung begab.
      Grinsend verstaute Alwin seinen Bogen über seiner Schulter und schaute sich nach der Frau um. Da er sie nicht entdecken konnte schlich er in die Richtung, in welche sie zuvor gelaufen war. So viele Geräusche wie sie machte würde er sie schon finden.
      Mit einem Blick nach hinten konnte der ältere Mann erkennen, dass sich um seinen Pfeil noch zwei weitere Außerirdische gescharrt haben. Mit ihren seltsamen Tentakeln im Gesicht schienen sie sich zu unterhalten, doch das interessierte Alwin wenig. Er kannte weder die Sprache der Wesen, noch interessierte es ihn, was sie zu sagen hatten. Dumm waren sie keinesfalls, sonst wären sie immerhin nicht auf der Erde gelandet und haben einen Krieg mit einer weitaus weniger entwickelten Spezies angefangen. Wenn die Menschen nicht aufpassten, würden sie in ein paar Monaten, oder gar Tagen, nicht mehr existieren.
      Den Kopf wieder nach vorne gewandt folgte er den Spuren, welche die Fremde hinterließ. Auf dem Waldboden konnte Alwin deutlich einen Fußabdruck erkennen, wodurch er in etwa wusste, wohin er laufen musste. An einem Bach machte er halt. Das Wasser plätscherte laut, wodurch er sich traute laut zu sprechen.
      "Bist du hier?", versuchte er eine Antwort von der Frau zu bekommen. Durch das Wasser hatte er keine Angst, dass die Außerirdischen ihn hören konnten, da das Plätschern seine Stimme tarnte. Sie klang rau, da er seit einer Weile nicht mehr gesprochen hatte.
      Nach einem kurzen Warten zuckte er die Schultern und kniete sich runter zum Wasser, um daraus zu trinken. Es war nicht schlimm, dass er sie verloren hatte, immerhin kannte er sie gar nicht. Er hoffte nur, dass sie in Zukunft vorsichtiger war und nicht einfach wegrennen würde wie eine Irre. Langsam trank er das Wasser, wobei er darauf achtete nicht zu schlürfen. Natürlich war er durch das Plätschern des Wassers geschützt, allerdings war seit der Invasion fast ein Jahr vergangen und er hatte sich angewöhnt so leise wie nur möglich zu sein.
    • Anastasia

      Niemals hätte sie gedacht, dass es wirklich jemanden gab, der sie beobachtete, der sich vor allem in ihrer Nähe aufhielt, aber Natka hätte auch niemals gedacht, das sie ihr Beobachter aus der Situation retten würde. Es gab keinen guten Ausweg aus dem Schlamassel, in welches sie sich ausversehen gebracht hatte, sie konnte nicht einfach nur stehen bleiben und sich tot stellen, hoffen, dass das Monster sich verziehen und sie in Ruhe ließe, letztendlich musste sie einfach anfangen zu laufen, um ihr Leben zu retten und sich vielleicht eine Möglichkeit überlegen, wie sie das Monster auch wieder los werde. Letztendlich war es nicht nötig, denn es war eine männliche Stimme zu hören, die die Aufmerksamkeit des Wesens auf sich zog und damit von der Rothaarigen ablenkte. Innerlich war Anastasia dem Mann sehr dankbar, der sie hier raus holte, andererseits war sie sich nicht so sicher, ob sie sich die männliche Stimme nicht vielleicht einfach nur einbildete, aufgrund von dem wenigen Essen in den letzten Wochen, des wenigen sozialen Kontaktes und der Situation, die gerade vorzufinden war. Vielleicht wünschte sie sich einfach jemanden, der sie hier heraus retten wird, es konnte doch genauso sein, wie die Fata Morgana in der Sahara, wenn man fast an verdursten war.
      Das Merkwürdige an dieser Vorstellung war jedoch, dass hinter ihr keine Schritte mehr zu hören waren, keine, welche sie verfolgten und schnappten wollten. Die Frau traute sich nicht nach hinten zu sehen, sie traute sich nicht dem Monster ins Gesicht zu sehen, oder eher zu merken, wie nah diese Gestalt ihr einfach war, wie viel Zeit ihr noch blieb. Sie lief bis zu der Lichtung, in welcher das Wasser zu hören war und in welcher Natka einen Baum erblickte, den sie sofort erklimmen konnte. Sie griff nach den ersten Ästen, zwang sich nicht runter zu sehen, sondern einfach nur nach oben zu klettern, während sie sich immer wieder ermahnte leiser zu atmen. Für einen Moment hielt sie die Luft an, wollte ihr rasendes Herz beruhigen, schloss auch kurz die Augen, aber es war nichts zu hören.. Stille..Einfach nur eine Stille war zu hören und das Plätschern des Wassers, welches ihr Herz irgendwie doch nicht so ganz beruhigte. Beruhige dich.. ermahnte sich die Frau immer und immer wieder, bis sie einen Schritt hörte, was war das? Schnell blickte sie hoch, war bereit noch höher zu klettern, wenn es denn nötig war, aber dann waren drei Worte zu hören.. Ob sie hier war? War der Mann, der sie gerettet hatte doch keine Einbildung? Anastasia blickte runter, sie erblickte einen männlichen Körper, der sich runter zu dem Wasser beugte, um etwas zu trinken. Es war keine Einbildung.. Und deshalb kletterte sie auch langsam wieder runter, bevor sie leise auf dem Boden aufkam, durch den Wasserfall war sicherlich deutlich weniger zu hören. Ihre Augen ließen den Mann nicht los, blickten sich nur kurz um, ob sie hier alleine waren, aber das waren sie auch wirklich.. Ihre Stimme schien zu versagen, wobei die Rothaarige auch nicht ganz wusste, was sie einfach jetzt sagen wollte. Was würde gut ankommen.. "Danke..",murmelte sie nicht allzu laut, aber laut genug, dass es der Mann hören wird. Noch immer war ihr Herz ganz aufgeregt, sie hatte bis hier her einen Sprint hingelegt mit einer Todesangst.. Welches Herz würde da nicht wie verrückt schlagen?
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."
    • Alwin Juwa

      Das Wasser war eiskalt und fühlte sich gut an. Genussvoll trank er, bis sein Durst gestillt war. Anschließend krempelte er seine Ärmel nach oben und wusch sich etwas, als er ein leises "Danke" vernahm. Sofort hielt er inne und lauschte. Hatte er sich das eben eingebildet, spielte sein Verstand ihm einen Streich? Langsam richtete er seinen Kopf auf. Seine smaragdfarbenen Augen suchten in der Umgebung nach der Quelle des Geräusches. Kurz darauf sah er die Frau, welche eben noch vor dem Alien wegrannte. Seine Lippen umspielten ein leichtes Lächeln.
      "Gern geschehen, nur sei beim nächsten Mal einfach etwas vorsichtiger." Mit einer geschmeidigen Bewegung richtete er sich auf. Er könnte den Fluss überqueren um direkt vor ihr zu stehen, doch er entschied sich auf der anderen Seite stehen zu bleiben. Mit einem Schulterblick vergewisserte er sich, dass die Außerirdischen sie nicht verfolgten. Leise seufzend wandte er sich wieder der Fremden zu.
      "Was machst du überhaupt hier draußen alleine? Es ist nicht sicher hier draußen." Nach einer kurzen Schweigepause fügte er hinzu: "Mein Name ist Alwin, wie lautet deiner? Ich kann dich zu einem unterirdischen Unterschlupf bringen, sofern du das möchtest. Dort wärst du sicher." Alwin hätte freundlich seine Hand ausgestreckt, doch zwischen den Beiden befand sich noch immer der plätschernde Bach. In dem klaren Wasser konnte er einige Fische erkennen.
      "Oder vielleicht sollten wir erst einmal etwas essen." Ohne auf eine Antwort zu warten zückte er seinen Bogen, legte einen Pfeil auf die Pfeilablage und zog mit seiner rechten an der Sehne. Sein Zeigefinger ruhte in seinem Mundwinkel, während er den Fisch fixierte. Er lößte alle Spannung aus seinen Fingern, wodurch die Sehne nach vorne schnellte und der Pfeil sich in den Fisch bohrte. Nun musste der ältere Mann nur noch in den kalten Fluss steigen und den Fisch nehmen. Dieser war recht groß und würde wohl für sie beide reichen, jenachdem wieviel Hunger die junge Dame verspürte.
      "Ich hoffe, du bist keine Vegetarierin", fügte er murmelnd hinzu, während er sein Jagdmesser zückte und anfing den Fisch auszunehmen.
    • Anastasia


      Sie sollte vorsichtiger sein, ja das stimmt, das war aber auch das erste Mal, dass Natka nicht ganz darauf aufgepasst hatte, was sie da tat. Innerlich ärgerte sich die Frau dafür, dass sie die Tür nicht gehalten hatte, aber so hatte sie einen Überlebenden gefunden und das gehörte zu den Zielen, welche sie für sich selbst aufgestellt hatte. Wenn sie schon ihre Arbeit als Polizistin nicht mehr erledigen konnte konnte sie doch wenigstens weiterhin anderen helfen, auch wenn sie gerade Hilfe gebraucht hatte..
      Ihre Augen musterten den Mann vor sich noch einmal, wenn er böse Absichten gehabt hätte hätte er sie sicherlich nicht vor dem komischen Viech gerettet, aber hier in der neuen Welt ohne jegliche Regeln und mit einer Menge Gewalt konnte man nicht allen trauen, das hatte auch die Rothaarige leider lernen müssen, deshalb war sie aber umso vorsichtiger geworden, beobachtete lieber den Mann, was er im Schilde führte. Er fragte sie, was sie hier tat und deutete an, dass es hier nicht sicher sei, was ihr auch bewusst war, viel mehr verwunderte es Anastasia so viele Wörter zu hören, das fühlte sich so fremd an, so ungewohnt, ihre letzte Unterhaltung war schon länger her, ihr letzter menschlicher Kontakt ebenfalls, schon enttäuschend wie die einfachsten Dinge fremd geworden sind.
      "Es gibt keinen Ort, an dem man sicher sein kann", kommentierte die Frau leise, nachdem ihr angeboten wurde sie zu einem sicheren Ort zu bringen, sie erfuhr aber auch gleich, wie der Mann hieß.. Alwin .. Ein Name machte schon vieles aus, die Rothaarige wollte sich auch schon vorstellen, hatte lediglich kurz gezögert, ob sie die Hand nehmen sollte, es war einfach so vieles fremd geworden, letztendlich konnte sie aber die Hand nicht mehr nehmen, denn stattdessen griff der Mann zu einem Pfeil und traf einen Fisch.. Wie lange doch solch ein Essen schon her war? Die letzten Wochen ernährte sich Natka nur von Dosen und Früchten, welche sie fand, jedoch sehr spärlich, um sich die Vorräte aufteilen zu können.
      Alwin wollte den Fisch teilen, er griff auch schon zum Messer, um diesen auseinander zu nehmen, davon hatte die Frau keine Ahnung, aber die Tatsache, dass er teilen wird zauberte ihr ein sanftes Lächeln auf die Lippen. Sie überquerte den Fluss leise, gesellte sich auf seine Seite und zog den großen Rucksack aus, um ihn auf den Boden zu stellen. "Ich bin Anastasia", stellte sie sich vor und blickte zu dem Mann. "Ich habe noch einen Topf irgendwo mit und ein Feuerzeug für ein kleines Lagerfeuer". Kaum ausgesprochen setzte sich die Frau auch schon auf den Boden, um leise und gekonnt ihren voll gepackten Rucksack zu leeren. Er war gut eingepackt, dass wirklich nichts Geräusche machte und so viel es möglich war rein passte. Es gab ein paar Medikamente, Verbände, einen Topf, Werkzeug, Messer und sogar Wechselkleidung für die Frau, zwei Flaschen für Wasser, welches sie nachher aus dem Bach auffüllen konnte, und noch einiges andere, alles hatte sie die letzten Wochen über gesammelt. "Was machst du eigentlich hier draußen?".
      "The problem is not the problem. The problem is your attitude about the problem."