Hexenzirkel (Aiden, Saki, Fuffy und Uki)

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    • Hexenzirkel (Aiden, Saki, Fuffy und Uki)

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      „I‘ve got a pocket, got a pocket full of sunshine.“, sang die Braunhaarige vor sich hin als sie unter der Dusche stand und das Wasser an ihrem Körper herablief. Wer sie kannte hätte ihr nicht so eine Stimme und vor allem so ein Lied zugetraut, denn Alexis wirkte doch eigentlich immer eher mürrisch. Doch so wirkte sie eben nur.
      Vor grade mal zwei Stunden war Alexis mit dem Flieger gelandet und hatte sich beim Notar den Schlüssel holen wollen, doch dieser hatte zu gehabt. Für sie ein Grund, aber kein Hindernis. Immerhin hatte er ihr ja schon am Telefon gesagt gehabt, dass sie dieses Haus geerbt hatte und somit war es immerhin kein Einbruch. Sie würde die Formalitäten einfach später mit ihm klären. Leider war das Gespräch nämlich unterbrochen worden ehe er ihr hatte mehr sagen können. Ein Haus passend zu ihrem 20. Geburtstag vor 2 Tagen. Seltsamerweise hatte sie mal wieder auf Anhieb die passende Tür geöffnet gehabt. Immer wieder war es ihre Intuition oder der Zufall, der sie genau dahin brachte wo sie wollte. Nach dem Flug hatte sie sich nichts so sehr wie eine Dusche gewünscht und ihre Füße hatten sie in den ersten Stock gebracht. Die erste Zimmertür, die sie geöffnet hatte beinhaltete ein großes Bad.
      Sie hörte Salems Glöckchen leise klingeln, ehe sie die Brause wieder anstellte. Nun hatten ihr Kater und sie immerhin wieder so etwas in der Art wie ein Zuhause und würde endlich sich doch ein Studium aussuchen können. Eigentlich war sie in einer der Kleinstädte ganz in der Nähe hier aufgewachsen und dennoch hatte sie nie von dieser Verwandten gehört. Sie stieg aus der Dusche und wickelte sie ihre Haare in ein Handtuch, ehe sie sich im Spiegel betrachtete. Ein Haus und so viele Fragen. Sie wünschte sich echt, dass sie mal mehr über ihre Verwandtschaft herausfinden würde und immerhin würde sie hier sicher die Möglichkeit haben.

      @Saki
      @Fuffy
      @Aiden.Nesmilas
      Don‘t ignore that inner voice.
    • "Ich wünsche viel Glück beim Training!" lächelte Aria einer jungen Frau entgegen, welche die Tierhandlung gerade mit einem jungen Labrador verließ, welcher sich beim hinaus gehen noch aus der Futterschale bedient hatte. Ein leises Lachen entwich der Braunhaarigen, bevor sie sich wieder ihrer Arbeit widmete. Viel war heute nicht los, noch dazu teilte sie sich ihre Schicht in der kleinen Tierhandlung nur mit einer weiteren Mitarbeiterin, die gerade Pause hatte. "Nur noch 2 Stunden." summte sie leise vor sich hin, schnappte sich einen Besen und fegte über die Fließen des Ladens, auf welchem allerlei Leckerlies, ebenso wie Stroh, Heu, Futter und andere Kleinteile herumflogen. Aber was sollte man schon tun, wenn hier die Leute ein und aus gingen, ihre Tiere sogar mitbrachten und auch die Tiere selbst nicht den ganzen Tag ruhig sitzen würden? Und Aria machte es auch Spaß, selbst wenn sie für sich selbst nie so gerne sauber machte.
      Bei den Vögeln angekommen lächelte sie, beobachtete ein paar der Wellensittiche, wie diese herumflogen, tranken oder die Körner aufpickten, bevor sie sich eine der frischen Wasserflaschen im Hinterzimmer holte und das kleine Vogelgehege betrat. Schön darauf achtend, dass keiner der Kleinen entwischen konnte. "Frisches Wassi~ Habt ihr euch heute verdient." sprach sie in einem Singsang, bevor sie auch schon die Wasserschalen füllte, den Vogelmist etwas zusammen kehrte und mit einem Lappen den Boden und die Stangen abwischte. Heute war wieder so ein ruhiger Tag, dass sie sich ruhig Zeit für die Tiere nehmen konnte. Lediglich vor Feiertagen war es hier so voll, dass sogar die Besetzung mit sonst 6 Mitarbeitern die Hölle war, weswegen die Braunhaarige die Ruhe um diese Zeit erst recht genoss. Und welche Gesellschaft war schon besser als die der Tiere, mit denen sie sprechen konnte und keine dummen Kommentare bekam.
      Das Vogelgehege wieder verlassend sah sie bei den Nagern vorbei, gab diesen ebenfalls frisches Wasser und Heu zum knabbern, während die Rennmäuse, Chinchillas und Degus frisches Futter bekamen. "So ist's brav. Nicht wieder frech werden und ausbüchsen." lächelte sie, als einer der Degus zwar an ihrer Hand schnupperte, aber sich sogleich versteckte. Ansonten wär er über ihren Arm geklettert und sie hätte erst einmal sehen dürfen, dass sie ihn wieder einfangen konnte. Ihr Glück heute.
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      "ι ∂ση'т нανє тιмє ℓєƒт тσ ℓινє."
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      ...ωαηт тσ ∂єѕтяσу єνєяутнιηg.
      тσωηѕ... нσυѕєѕ... ρєσρℓє... єνєутнιηg!"

    • Mit flinken Fingern tippte die Frau mit pastell-lila Haaren auf ihrem Smartphone herum, während sie auf ihre Ankunft wartete. Der Bus war überfüllt und die Sitzbezüge abgewetzt und rau, doch nur wenig nahm sie ihre Umgebung war. Ihr war gerade die nächste Zeile für einen wichtigen Programmcode eingefallen und diesen wollte sie schnell notieren, ehe sie ihn wieder vergaß. Gesagt, getan.
      Als der Bus an ihrer gewünschten Haltestelle anhielt, erhob sie sich mit einem tiefen Atemzug und stand wenige Augenblicke später vor dem Haus. Ihrem Haus, um genauer zu sein. Wie es dazu gekommen war? Nun das wusste AJ – die mit vollen Namen eigentlich Anna-Jane Johnson hieß – selbst auch nicht so genau.
      Sie war erst seit ein paar Wochen wieder in der Stadt. Mildred und sie, ihre Ziehmutter, wenn man so wollte, waren nicht von hier. Doch ihr Umzug hierher war Teil eines Deals gewesen. AJ wusste, dass Mildred nicht ihre richtige Mutter war und hatte sie seit Kindesbeinen an mit Fragen gelöchert. Mildred hatte entweder keine Antworten gewusst oder nicht darüber sprechen wollen, also hatten sie damals ein Abkommen ausgehandelt: Sobald AJ 20 Jahre alt wäre, würden sie in ihre ursprüngliche Heimatstadt ziehen. Dort konnte sie nicht nur ein Studium beginnen, sondern auch selbst Nachforschungen zu ihrer Vergangenheit anstellen.
      Seither hatte die Frau mit den Fragen aufgehört und ein schönes Leben mit Mildred und ihrer stets wachsenden Hutsammlung verbracht.
      Und nun? Zwei Tage nach ihrem 20. Geburtstag war sie an der Universität eingeschrieben, würde bald ein Studium der Informatik und einen Job als Kellnerin beginnen, um die Studiengebühren finanzieren zu können.
      Und kaum hier, hatte ein Notar mit ihr Kontakt aufgenommen. Sie hätte ein Haus geerbt, hatte er gesagt, und sie war ganz verwundert gewesen. Sie wusste nichts, wahrlich nichts genaues über ihre Familie oder sonstige Verwandten und doch solle sie nun ein ganzes Haus geerbt haben? Das war zu interessant, um der genannten Adresse nicht gleich einen Besuch abzustatten.
      Eigentlich hatte sie sich darauf eingestellt gemeinsam mit Mildred in ihrer winzigen Wohnung zu leben. Doch wenn man ein Haus geerbt hatte, ergaben sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten!

      Gut gelaunt und mit breitem Grinsen stand sie also nun vor besagtem Haus und staunte. Es war riesig! Die steinerne Fassade war voller Efeu und hohe Fenster versprachen viel Licht im Inneren. Es hatte sogar eine Art Turm und wirkte insgesamt schon fast wie ein Schloss. Oh sie liebte solche Dinge! Es war fantastisch und es juckte sie wahrlich in den Fingern, diesen Ort genauer zu untersuchen. Außerdem… es gehörte jetzt ihr, oder nicht?
      Immer zwei Stufen auf einmal nehmend, hüpfte sie die steinernen Treppen hoch. Sie hatte weder Schlüssel noch die Fähigkeiten eine Tür zu knacken, also versuchte sie es einfach wie ein normaler Mensch. Sie klingelte.
      Sie hatte zwar wenig Hoffnung, dass ihr jemand öffnen würde, doch wer wusste schon, was für Geheimnisse solch ein Haus-Schloss verbarg? In all ihren geliebten Comics gab es immer mysteriöse Angestellte, Butler oder Hausmädchen, welche dem tragischen Helden der Geschichte stets mit hilfreichen Tipps und Tricks zur Seite standen. Vielleicht lebte auch hier eine Art Haushälterin? Nun, AJ würde es schon noch erfahren.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein
    • Adelaide versuchte gerade einen anderen Filter über das Bild zu setzten, doch egal was sie tat, es gefiel ihr einfach nicht.
      "Dave?", rief sie dann über ihre Schulter. Vielleicht konnte ihr Kollege ihr ja helfen. Ihr einziger Kollege, was auch gut so war. Sie hatten ein kleines Unternehmen, und es konnte im Moment gar nicht besser laufen. Er blieb meistens im kleinen Laden und kümmerte sich viel um die Buchhaltung und Adelaide war Unterwegs für Shootings und andere Aufträge.
      "Einen Moment", rief dieser nur und Adelaide wartete natürlich. Aber nicht unbedingt untätig, sie arbeitete weiter an dem Bild herum. An der Sättigung, und dem Licht und... Argh! Das war zum Haareraufen!
      Einige Minuten später stand Dave hinter Ada, und sie hatte es gar nicht mitbekommen, was ihr einen leichten Schreck versetzte.
      "Du kannst dich doch nicht so anschleichen!", murrte sie ihn unzufrieden an, worauf Dave nur grinsen konnte.
      "Anscheinend schon. Was gibt es?"
      "Das Bild", meinte sie dann ohne weitere Erklärungen, und deutete missbilligend mit der Hand darauf.
      "Es ist fürchterlich!", fügte sie dann noch hinzu, als Dave es sich genauer ansah. Unbewusst griff Adelaide nach ihrer Kette und spielte ein wenig daran. Das tat sie immer, wenn sie unzufrieden war, oder etwas sie wirklich nervös machte.
      Auch nach weiteren drei Minuten sagte Dave noch immer nichts, und Adelaide konnte nicht anders als langsam ungeduldig zu werden.
      "Ich habe gehofft, du hättest eine Idee, wie ich das retten kann."
      "Warum denn retten?"
      Adas Augen wurden groß. Was sollte das denn heißen? Sie konnte das nicht einfach wegschmeißen, oder sonst etwas. Dem Auftraggebern war dieses Bild irgendwie besonders wichtig, auch wenn Adelaide nicht genau verstand warum.
      "Na, weil es gut ist. Ich finde das passt so richtig gut."
      Die junge Frau seufzte laut auf diese Aussage hin.
      "So viel zu deiner Hilfe."
      "Ich glaub dir gefällt das Bild nur nicht, weil ein Pärchen darauf ist."
      "Ich glaube du kannst dir dein Psychologen Gequatsche in den Arsch schieben."
      Dave musste darauf hin lachen, auch wenn Ada das nicht ganz einschätzen konnte. Sie wusste nicht genau was daran denn nun so lustig war, immerhin meinte sie es ernst. Er sollte die Scheiße lassen. Wenn Ada Psychologen Gequatsche hören wollte, würde sie zu einen Psychologen gehen. Und nicht zu Dave. Zu ihm ging sie wenn es um die finanziellen Angelenheiten des Fotostudios ging. Oder wenn er Passbilder schoss.
      "Ach Ada, das wird auch alles wieder. Lass das Bild so wie es jetzt ist, die beiden werden es lieben, versprochen. Kümmer dich lieber um die anderen. Wir müssen das heute fertig machen."
      "Wir? Du meinst ich!"
      Dave nickte nur lachend, bevor er auch schon wieder ging. Noch eine ganze Weile betrachtete Ada das Bild, und speicherte es dann seufzend ab. Mehr konnte sie daran sowieso nicht mehr machen.
      Ihr Handy klingelte dann und die Nummer ihres Vaters erschien darauf. Ada hatte wirklich keine Lust mit ihm zu reden, weswegen sie ihn weg drückte. Nur wenige Sekunden später bekam sie auch schon eine Nachricht.
      >>Warum hast du mich weg gedrückt?????????<<
      Ada hatte bis heute nicht verstanden warum genau ihr Vater immer so viele Satzzeichen hinzufügen musste.
      >>Arbeit<<, schickte sie dann die knappe Antwort zurück.
      >> Das ist kein Grund. Aber ich wollte dich Fragen ob du schon in dem Haus warst?<<
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Nachdem sie sich auch noch ein Handtuch um ihren Körper gewickelte hatte betrachtete sie ihr Gesicht noch genauer im Spiegel. "Du siehst echt fertig aus. Die Rückreise..." Sie war non-stop hier her gekommen und das auch noch mit einer Katze. Ihre Augenringe verrieten sie und Alexis würde sich nun erstmal was Bequemes überwerfen und dann erstmal Winterschlaf halten. Um ihren knurrenden Magen würde sie sich ganz sicher erst danach kümmern. Schnell trocknete sie sich ab und war sich neben einen Slip nur ein viel zu großes altes Shirt über, dass noch dazu olivgrün gebatikt worden war von ihr und ihr über die eine Schulter hing. Ihre dunklen Locken zu kämmen während sie noch nass waren machte eh keinen Sinn, denn sie würden sich dann nur noch mehr verkletten. Manchmal hasste sie diese wirklich und in ihr kam erneut die Frage auf von wem sie dieses Aussehen hatte. "Nicht jetzt, Alexis.", schimpfte sie mit sich selbst und wollte nun grade auf die Suche nach einem Zimmer gehen und sich ins Bett legen als es unten klingelte. Kurz war sie am Überlegen es zu ignorieren, doch eine kleine Stimme in ihrem Inneren riet ihr sich doch mal nach unten zu begeben und nachzusehen. Sie riss die Tür auf und in ihrem üblichen Charm kam auch sogleich ein: "Was willst du?" Nicht sonderlich freundlich und doch ehrlich. Nun erst sah sie sich ihren Gegenüber doch auch noch an und sah ein Mädchen in ihrem Alter, dass ihr doch auch schon irgendwie ähnlich sah. Eine entfernte Verwandte vielleicht, die nun nur gekommen war um sie auf ihrem Haus zu werfen? Vielleicht war sie also doch nicht die Besitzerin? Dies würde so zu ihrem Leben passen und so wartete sie auf eine Antwort. Leicht würde sie es der nämlich dennoch nicht machen sie rauszuwerfen.
      Don‘t ignore that inner voice.
    • Nach 2 Stunden war es endlich so weit. Aria hatte Feierabend. Und dieses mal sogar pünktlich, was sehr selten geworden war. Es kam immer etwas dazwischen. Sei es ihr Kollege, welcher sich nach seiner Ankunft noch immer Stunden lang im Pausenraum aufhielt und erst eine Stunde später kam, um sie abzulösen oder die Braunhaarige war noch in einem Kundengespräch, welches sie auch nicht einfach abbrechen konnte. Doch heute war es anders: Die neue Kollegin war pünktlich, niemand wollte eine Beratung haben und auch ihre Chefin war mit einem knappen "Schönen Feierabend" nach hinten verschwunden. Gut für Aria.
      Es dauerte auch nicht lange, bis sie die 8 Stationen mit dem Bus hinter sich gebracht hatte und zum Haus ihrer Tante ging, welche - zu ihrer Überraschung - im Vorgarten stand und ein ernstes Gesicht beim Gießen der Blumen machte. So kannte sie ihre Tante gar nicht, weswegen sie isch ein Stirnrunzeln nicht verkneifen konnte. "Tante Ann?" fragte sie, ein Lächeln auf ihren Lippen, nachdem sie ihre Sonnenbrille nach oben auf ihren Kopf geschoben hatte. Diesen jedoch etwas zur Seite geneigt, als die Angesprochene sichtlich zusammen zuckte und zu der jungen Frau sah. Ein gezwungenes Lächeln fand sich auf ihren Lippen. "Oh Aria, mein Kleines...." Ihr Gesicht wurde sogleich wieder ernst, bevor sie tief seufzte und den Wasserschlauch zur Seite legte, das Wasser abdrehte und ihre Gartenhandschuhe auszog. Aria wusste, dass irgendetwas nicht stimmte. Tante Ann, wie sie die Freundin der Familie immer nannte, nachdem diese sie aufgenommen hatte, war noch nie so ernst gewesen. Nur, wenn etwas passiert wäre.Doch bevor sie fragen konnte deutete die ältere Dame Aria ihr in den Garten zu folgen.
      "Ok, Tante Ann was ist los? ist jemand gestorben? Geht es Victor gut?" fragte sie und sah nun sichtlich besorgt drein. Victor, der Mann ihrer Tante litt schon lange an Herzleiden und somit war es immer besorgniserregend. Doch mit einem Kopfschütteln tat sie Aria's Frage ab und griff nach einem Brief, den sie auf dem Gartentisch liegen hatte. "Aria... Meine Kleine. Ich muss dir etwas sagen. Es... Hier. Ich wollte es dir schon länger sagen, aber ich habe es nicht über's Herz gebracht." Sie reichte der Braunhaarigen den bereits geöffneten Brief, welcher an Aria Johnson addressiert war, welchen die junge Frau auch an sich nahm. Sichtlich verwirrt holte sie das schon etwas verknickte Papier aus dem Umschlag heraus und las sich diesen durch, ehe ihre Augen sich etwas weiteten.
      "Der Mann, der vor ein paar Tagen hier war. Er war nicht wegen uns sondern wegen dir hier, Kleines. Du hast ein Haus geerbt. Dein eigenes Haus." sprach sie mit einem seichten Lächeln. "Es tut mir leid, dass ich es dir nicht früher gesagt habe." Aria schwieg auf die Worte hin, sah Tante Ann nur an und konnte nicht so recht glauben. Sie sollte ein Haus geerbt haben? Sie? Nein, das war sicher ein Missverständnis, doch in dem Brief stand explizit ihr Name. "Victor wird dich, wenn du willst, nachher hin fahren. Es ist nicht all zu weit weg von hier. Und vielleicht.... findest du dann ja auch etwas von deiner Familie raus. Auch, wenn du dich all die Jahre dagegen gesträubt hast."
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      "ι ∂ση'т нανє тιмє ℓєƒт тσ ℓινє."
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      ...ωαηт тσ ∂єѕтяσу єνєяутнιηg.
      тσωηѕ... нσυѕєѕ... ρєσρℓє... єνєутнιηg!"

    • AJ wollte sich schon wieder von der Tür abwenden, als diese dann doch schwungvoll geöffnet wurde. Bildlich stellte sie sich einen mürrischen Butler in schwarzen Smoking vor, doch kam es ganz anders. Das Mürrische blieb, doch statt eines Butlers öffnete ihr eine ungefähr gleichaltrige Frau die Tür. Sie hatte einen ähnlich dunkleren Hautton wie sie selbst, schöne, braune Augen und eine dunkle Lockenmähne, die ihr nass über die Schultern fielen.
      Eine Millisekunde runzelte AJ die Stirn, denn irgendwie… sah sie ihr ähnlich. Auch sie hatte rehbraune Augen und etwas welliges Haar. Ob sie Cousinen waren?
      Ganz aufgeregt hüpfte ihr Herz in ihrer Brust, hatte sie neben ihrer Ziehmutter nun doch womöglich eine andere Verwandte gefunden?
      „Hallo!“, grüßte sie die Fremde mit einem strahlenden Lächeln und zwang sich still zu stehen. Viel lieber hätte sie die Frau in eine Umarmung gezogen, doch manche mochten dies nicht und so versuchte sie ihr überforderndes Wesen etwas im Zaum zu halten.
      „Tut mir leid, wenn ich dich beim Duschen gestört habe.“ Es war offensichtlich, die nassen Haare, das lockere T-Shirt und die nackten Beine.
      „Mein Name ist AJ, also nein, eigentlich Anna-Jane Johnson, freut mich dich kennen zu lernen!“ Jede Silbe meinte sie so und fast wäre sie aufgeregt auf der Stelle gehüpft.
      „Ich wurde von einem Notar angerufen der meinte, ich hätte ein Haus, also eigentlich DAS Haus geerbt.“, plapperte sie nun weiter und deutete mit einer Hand auf das Haus, auf dessen Türschwelle sie standen.

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    • >>Nein<<
      Mehr musste Adelaide dazu nicht sagen. Sie wollte später erst zum Notar, sie fand das alles ein wenig komisch. Vor allem weil ihr Vater davon niemals etwas gesagt hatte. Das alles hatte ohnehin einige Fragen aufgewirbelt die Adelaide lange unterdrückt hatte, weil sie diese einfach vergessen wollte.
      >>Besser so.<<
      Kam es nur von ihren Vater zurück, was im Prinzip nur noch ein Grund war, warum sie dort hin musste. Außerdem würde das einige Probleme lösen, die sie hatte. Aber noch hatte sie Arbeit zu erledigen, und das hatte vorrang. Alles andere, alles persönliche würde erst danach kommen.
      Und so arbeitete Adelaide sich erst noch durch ein dutzend anderer Pärchenbilder durch, bevor sie diese Privat auf ihre Seite lud und dann eine Email mit dem Code an die Auftraggeber schickte. Dann konnten sie sich die aussuchen, welche sie wirklich haben wollten, und mit etwas Glück sogar noch noch ein paar Accesoirs dazu. Immerhin hatten diese Leute nicht so gewirkt, als wollten sie mit ihrem Geld sparen. Was für Dave und Adelaide nur gut sein konnte.
      Danach hatte sie noch einen anderen Termin, um ein paar Bilder zu schießen. Es sollte für eine Firma ein kleiner Werbeauftrag sein. Das waren die Aufträge die viel Geld einbrachten, weil sie selbst kommerziel verwendet wurden, weswegen es Adel auch so wichtig war, das alles perfekt wurde.
      Ihre Tasche war dann schon gepackt, und schnell übergeworfen, dann noch eben nach der Mappe mit den Ideen gegriffen und Adel war schon auf den weg.
      "Viel Glück"; rief Dave ihr noch zu und sie nickte nur. Sie brauchte kein Glück, sie konnte diese Sachen. Das war das was sie seit mehreren Jahren tat, sie hatte damit schon in ihrer Jugend angefangen.

      Adalaide sagte das nicht oft, und zugeben würde sie es schon gar nicht, aber sie hatte wirklich selten einen so anstrengenden Auftraggeber gehabt. Ihre Bilder waren toll, und dennoch fand er an allem etwas zu meckern. Sie konnte nur leider nicht so viel daran ändern, wenn er keine anderen Models organisiert hatte.
      "Machen sie sich keine Sorgen, die Bilder werden fantastisch. Ich werde sie noch etwas bearbeiten", versicherte Adelaide ihren Kunden noch ein letztes mal, der nur irgendetwas unverständliches vor sich hin grummelte. "Ich melde mich bei Ihnen!", sagte sie noch und setzte sich dann ihren Wagen.
      Nun galt es erst einmal zu dem Notar zu fahren. Wenn sie in dieses Haus wollte, brauchte sie einen Schlüssel. Und sie wollte das Testament auch noch einmal lesen. Es war besser, wenn sie es selbst einmal sah. Das orginal einmal las. Einfach so.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Das Gesicht ihr gegenüber war viel zu freundlich und Alexis nicht grade gelaunt für nette Konversationen. Sie schnaubte kurz und verschränkte die Arme vor der Brust. Freundlich, gutaussehend und auch noch der Name. Ihr war diese Frau jetzt schon unangenehm und doch hörte sie ganz zu. "WAS?, kam es erstmal nur von ihr recht laut ehe sie sich etwas wieder beruhigte. "Also .. AJ... ich habe nichts gegen dich, nicht mehr als gegen alle Menschen, aber du hast zwar den selben Nachnamen wie ich, aber ich kenne dich nicht und hast du überhaupt einen Schlüssel? Oder einen Beweis? Denn hör mal: Dies hier ist MEIN Haus. Ich habe es geerbt und da ich ein Zuhause brauche, werde ich nicht einfach gehen. Wenn ich es mit dir geerbt habe, dann heißt es, dass ich es verkaufen muss und das wäre echt schade, oder?" Alexis nahm kein Blatt vor den Mund und war mal wieder kompromisslos. Sie hatte zwar gehofft etwas über ihre Herkunft herauszufinden, doch würde sie dies nicht so einfach zugeben und schon gar nicht vor einer Fremden oder diese gar hereinbitten und einen auf Familie machen.
      Don‘t ignore that inner voice.
    • Wie von ihrer Tante vorgeschlagen fuhr sie wenig später mit Victor los. Zuerst in Richtung des Notars, welcher ihnen allerlei Unterlagen gab, nachdem Aria ihre Unterschriften dort gelassen hatte, bevor es schließlich in Richtung des Hauses ging, welches bereits im Nachbarort stand. Sie konnte immer noch nicht wirklich glauben, dass ihre Tante ihr das so lange verschwiegen hatte. Andererseits konnte sie die Sorge von ihr auch verstehen. Wer würde jemanden auch einfach gehen lassen wollen, der für sie wie eine eigene Tochter war? Noch dazu in einem Haus der Familie, mit denen sie noch nie wirklich etwas zu tun gehabt hatte. Aria konnte sich noch nicht einmal daran erinnern, wie ihre Schwestern aussahen oder damals waren. Nicht einmal mehr an das Gesicht ihrer Mutter konnte sie sich richtig erinnern, was sie doch etwas traurig stimmte.
      "Da wären wir, Honeybee." kam es von Victor, als sie vor der Einfahrt stoppten und die Braunhaarige ihren Blick hob. Und das erste was sie sah war der Weg in Richtung Anwesen, wie man es schon nennen konnte, bevor ihr Blick auf den Schopf zweier Frauen fiel, die sich an der Tür zu unterhalten schienen. ".....Wer ist das? Oder sind wir falsch?" fragte sie und wandte den Blick nun auf Victor, welcher sie nur wissend anlächelte. "Geh nur und finde es heraus. Wir sind auf jedenfall richtig... Und vergiss die Unterlagen nicht."
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    • AJ beobachtete die abwehrende Körperhaltung der anderen jungen Frau. Oje, verschränkte Arme vor der Brust konnten doch nichts gutes bedeuten, oder war ihr einfach danach? Nein, denn kurz darauf war ein Ausruf der Überraschung zu vernehmen und dann folgte eine klarstellende Erklärung der anderen. AJ nickte bei jedem zweiten Wort und ließ sich ihr Lächeln nicht nehmen. All die Dinge, die die andere – noch vornamenlose Person – genannt hatte, konnten doch aus der Welt geschafft werden. Und dass sie zugab den gleichen Nachnamen zu haben, dies bedeutete doch schon einmal etwas, oder nicht?
      „Ich kenne dich auch nicht, aber wir könnten uns doch kennenlernen!“, erwiderte AJ vergnügt und zwinkerte der anderen kurz zu. „Und was für ein Zufall, ich bräuchte auch ein Zuhause! Dann muss ich nicht bei meiner Tante und ihren Hüten leben, denn manchen davon gibt sie auch Namen…“ Kurz sinnierte sie über Klaus und Berta nach, ehe sie sich wieder zur Ordnung rief.
      „Und nur weil wir beide ein Zuhause brauchen, bedeutet das doch nicht, dass du das Haus verkaufen musst.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Das Haus ist doch so riesig!“ Sie deutete mit ihren Armen einen großen Kreis an. „Da haben wir zwei doch allemal Platz zusammen!“
      Dann fischte sie aus ihrer hinteren Hosentasche ihr Handy und hätte es beinahe vor Aufregung fallengelassen. Zum Glück erwischte sie den grünen Froschanhänger und hielt es triumphierend hoch. „Wir können den Notar anrufen und er kann dir den gleichen Testamentsauszug vorlesen wie mir, vielleicht glaubst du mir dann. Sonst könnte ich dir auch noch einen Ausweis zeigen, damit du mir meinen Namen glaubst… oder ich könnte…“ Sie überlegte, wurde jedoch durch ein heranfahrendes Auto aus ihren überschlagenden Gedanken gerissen.
      Überrascht wandte sie sich dem Wagen zu, der direkt vor dem Haus angehalten hatte. Sie konnte nicht erkennen wer darin saß, doch dies konnte kein Zufall sein, dass das Auto genau hier angehalten hatte, oder?
      Sie wandte sich wieder ihrer Gesprächspartnerin zu. „Erwartest du noch jemanden, mit dem du dein Haus teilen möchtest?“ Es war ein etwas frecher Scherz, das wusste sie. Aber AJ war nun einmal so.

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    • Der Motor ihres Autos startete nicht direkt, was Adelaide doch sehr ärgerte weil ihr Kunde sie weiterhin herablassend anstarrte. Es war demütigend, und verschlechterte ihre Laune ungemein.
      Als der Motor endlich ansprang, konnte sie nur noch die Augen verdrehen, und war froh endlich von diesen Ort weg zu kommen. Nun musste sie erst einmal zum Notar fahren. Denn auch wenn sie eine Nachricht bekommen hatte, und dieses Haus noch aus ihrer Kindheit in Erinnerung hatte musste sie das alles noch einmal sehen, bestätigt bekommen. Sie... Seit der Nachricht hatte sie immer wieder an ihre frühe Kindheit gedacht. Das meiste lag in einen grauen Schleier, und viele Erinnerungen waren nur sehr Bruchstückhaft.
      Leicht schüttelte sie den Kopf, und parkte dann auf einen etwas weiter entfernten Parkplatz.

      Adel saß noch immer beim Notar. Sie hatte gerade das Testament gelesen.
      "Was ist mit meinen... Schwestern?", fragte sie dann vorsichtig nach. Sie kannte Aria, und sie wusste das sie sogar noch zwei andere Schwestern hatte, aber die Namen waren auch eher... unvollständig. Anna? Alexandra? Irgendetwas mit A war es sicherlich. Ihr Vater hatte immer gesagt, das ihre Mutter einen Tick für diesen Buchstaben hatte. Ihre Haustiere hatte sie auch immer etwas mit A nennen wollen.
      Wie viel Wahrheit daran lag, konnte Adel nicht genau sagen, immerhin war ihr Vater was die Wahrheit betraf, manchmal sehr schwammig. Und das war nett ausgedrückt.
      "Ich habe diese auch benachrichtigt", meinte der Notar nur.
      Adelaide brauchte noch einige Momente bevor sie den Mann wieder verlassen konnte. Wenn sie benachrichtigt waren, dann würden sie auch sehr bald in diesem Haus sein und sie wusste nicht ob sie damit umgehen konnte. Auch wenn sie dringend einen anderen Ort brauchte an dem sie schlafen konnte. Eine weitere Nacht bei ihrem Dad hielt sie vermutlich nicht aus.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Die Frau vor ihr nickte bei jedem zweiten Wort und Alexis machte es rasend. Wie konnte man nur so fröhlich sein oder war sie einfach dumm? Dass sie dann auch noch vorschlug, dass man sich kennenlernen könnte und dann zusammen hier wohnen war für sie die Höhe. Aber immerhin war der Vorschlag nicht ganz so schlecht. Sie war schon kurz davor gewesen es abzulehnen, doch es würde dann wie eine WG werden und besser als das Haus zu verkaufen und sich dann was Neues zu suchen schien es alle Male. Dennoch ging ihr die Andere dezent auf den Nerv, wenn sie höflich blieb und nicht sogar zugeben wollte, dass sie ihr dermaßen die Laune versaute. Laut seufzte sie, auch als die junge Frau vor ihr nun noch Kunststücke mit dem Schlüssel vorführte. "Okay, okay... ich sag nicht, dass du gleich einziehen kannst und so, aber kannst mir ja deinen Ausweis zeigen und wir sollten echt mit dem Notar reden...." Auch weil sie immer noch keinen Schlüssel hatte war es wirklich unabdingbar. "Und dann kann man ja schauen, wie es läuft. Aber ich bin nicht gleich deine beste Freundin oder so was. Und wenn du hier einziehst, dann geh mir nicht auf den N..." Weiter kam sie nicht, denn das Auto hielt direkt vor der Tür und unterbrach sie. War es der Notar und sie würde nun Ärger bekommen? Oder gab es da noch wen, der nun ankam und was von ihr wollte? Vielleicht ein weiterer Verwandter, der sie anmeckern würde, dass er leer ausgegangen war. Sie beobachtete wer da kam. Oder besser versuchte sie es zu sehen. Es saßen zwei Leute da. "Also... ich nicht und du scheinbar auch nicht. Außer Salem gibt es keinen in meinem Leben." Wie aufs Wort kam der Kater nun an und mauzte einmal, während er um AJs Beine strich. Sogar der Kater schien diese Frau zu mögen. Vielleicht kein schlechtes Zeichen.
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    • Neu

      Mit einem leisen Grummeln hielt Aria die hellbraune Mappe in ihren Armen, dicht an ihren Körper gepresst. Doch die beiden Frauen am Eingang ihres vermeintlichen neuen Erbhauses waren ihr alles andere als geheuer. Vielleicht waren es ja Markler, die sich bereits dafür interessierten, weil eine junge Frau wie sie selbst so ein riesiges Haus eh nicht alleine bewohnen könnte. Oder vielleicht sogar neue Bewohner, die das Haus schon gekauft hatten, ohne, dass sie etwas davon wusste? Doch die Worte ihres Onkels ließen sie kurz schmunzeln, bevor sie ihm mit einem kurzen Nicken zuwinkte und sich schließlich auf den Weg zur Haustür machte.
      Die Blicke, die sie bekam, gefielen ihr gar nicht, doch das wollte sich die junge Frau nun nicht anmerken lassen, weswegen sie eine ernste Miene aufsetzte. Direkt und konsequent. So hatte sie gelernt in ihrem Leben voran zu kommen. "Hallo." kam es also knapp von Aria, während sie nun am Fuße der Stufen zum stehen kam und zu den beiden Frauen hoch sah. Der Druck an ihrer Mappe verstärkte sich etwas, doch ihr Blick wandelte sich nicht. "Ich glaub ihr seid hier falsch und ich möchte freundlich darum bitten mein Haus zu verlassen, bevor ich die Polizei rufe und mehr als nur ungemütlich werde." kam es sogleich von ihr. Vielleicht etwas zu vorschnell? Vielleicht hätte sie erst einmal fragen sollen, wer die beiden waren. Vielleicht doch nur Markler. Oder andere Personen, die dafür zuständig waren alles abzuschließen? Doch nun war es zuspät und sie musste ihre Miene aufrecht halten.
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      "ι ∂ση'т нανє тιмє ℓєƒт тσ ℓινє."
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      ...ωαηт тσ ∂єѕтяσу єνєяутнιηg.
      тσωηѕ... нσυѕєѕ... ρєσρℓє... єνєутнιηg!"

    • Neu

      Die Fassade der schönen Frau vor ihr war für AJ schwer zu deuten. Es war offensichtlich, dass die Dame sie ablehnte, dabei hatte sie doch noch gar nichts gemacht. Gerade wollte sie weitere Vorschläge präsentieren, damit sie nicht gleich eine Absage bekommen würde, als sich die Dunkelhaarige doch dazu äußerste.
      Zu AJ’s Glück lenkte sie etwas ein und verlangte ihren Ausweis zu sehen. Auch den Vorschlag bezüglich des Telefonats mit dem Notar schien sie anzunehmen. Dennoch ließ sie es sich nicht nehmen auch eine Warnung auszusprechen. Sie stellte klar, nicht gleich AJ’s beste Freundin zu sein und offensichtlich wollte sie auch sonst eher in Ruhe gelassen werden.
      Doch diese Regelungen machten AJ nichts aus und ihre Arme zuckten verräterisch, fast so als wollte sie die andere in den Arm schließen. Nur der Kommentar bezüglich des soeben vorgefahrenen Autos hielt sie davon ab. Es war vermutlich auch besser so, denn vielleicht würde sie noch eine Ohrfeige von der anderen kassieren.
      „Salem?“, wiederholte sie nun fragend. „So wie die einstigen Hexenprozesse in Neuengland?“ Nun, entweder sie hatte einen Freund mit ungewöhnlichem Namen, oder vielleicht ein Haustier oder so. Ihre gedankliche Frage wurde jedoch sogleich beantwortet, als ein schöner Kater mit seidigem Fell um ihre Beine strich.
      „Oh, bist du süß!“, flötete sie, vergessen war der Wagen und sie beugte sich zur Fellnase hinab um ihre Hand beschnuppern zu lassen. „Hallo mein Hübscher! Wir werden bald Mitbewohner sein!“ AJ ging schon wie von selbst davon aus, hier wohnen zu dürfen. Ihr Optimismus war fast beneidenswert, doch gleichzeitig ging damit auch eine schreckliche Naivität einher.
      Erst als Schritte zu hören waren, richtete sich Anna-Jane wieder auf und drehte sich zum eben eintreffenden Gast um. Ohne ersichtlichen Grund strahlte sie die hübsche Braunhaarige mit den großen, dunklen Augen vor sich an, als wären sie alte Bekannte. Selbst die ernste Miene der Frau konnte ihre gute Laune nicht trüben.
      Sie erhob das Wort und meinte, sie wären hier falsch, da es sich um ihr Haus handeln würde. Sie drohte sogar die Polizei zu rufen – na hoppla, immer langsam mit den jungen Pferden.
      „Hallo!“, grüßte nun die Frau mit den pastel-lila Haaren die neue. „Mein Name ist Anna-Jane Johnson und“ Sie kramte in ihrer Tasche nach dem zuvor erwähnten Ausweis und hielt ihn gut sichtlich hoch, damit ihr die anderen auch ihren Namen glaubten. „Huch, fast als würde ich in eine Diskothek hineinwollen.“, kommentierte sie diese Geste, ehe sie den Ausweis wieder wegpackte und am vorherigen Thema anknüpfte.
      „Und wie es aussieht können wir demnächst eine Pyjamaparty steigen lassen, denn scheinbar haben wir alle drei das Haus geerbt.“ AJ‘ Grinsen funkelte wie eine 100 Watt Birne und ihr schien es sichtlich überhaupt nichts auszumachen, ihr Erbe mit zwei wildfremden Frauen zu teilen.

      Habe keine Honigwaben
      Aber meine Unglücksraben
      Halten ein die Essenszeiten
      Kommen Kummerbrot bereiten
      Und den Herzensbrecherwein