Experiment (Trash & Uki)

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    • Experiment (Trash & Uki)

      Vorstellung

      Wenn Ben etwas schlauer gewesen wäre, dann hätte er sich sicher die Unterlagen überhaupt erstmal durchgelesen oder zumindest mal nachgedacht nachdem was man ihm sagte. Er jedoch unterschrieb einfach. Frei nach dem Motto: Wird schon schiefgehen. Immerhin hatten sie es schon erfolgreich getestet, an Affen. Ben wurde nach den erneuten Sicherheitschecks und einem erlaubten Telefonat unter Aufsicht, wegen den Geheiminformationen, in einen Raum geführt in dem zwei Kapseln standen, ähnlich wie Särge, nur in Weiß und mit blauer Beleuchtung. “Seltsam“, murmelte er und stand nun dumm da, ehe sie anfingen ihn zu präparieren und er sah, dass es noch einen Rekruten gab. Zu gerne hätte er mit diesem geredet und zumindest etwas rausgefunden, doch immerhin würden sie ja keine Freunde werden müssen und so nickte er ihm fürs Erste nur zu, ehe man ihnen die Anweisung gab sich hinzulegen. Es war ein seltsam beklemmendes Gefühl als der Deckel mit der Glasscheibe zugemacht wurde, auch wenn er so nie Platzangst hatte. Ben schloss die Augen und seufzte, ehe das Gerät loslegte und er nach einiger Zeit merkte wie er schläfrig wurde. Kurz darauf gaben seine Augenlieder und Sinne nach und er war weg.

      @Trash
      Don‘t ignore that inner voice.
    • "Ich weiß nicht, Mom. Eine Woche, vielleicht auch ein Monat." meinte Michael mit ruhiger Stimme. "Nein, kein Auslandseinsatz, nur eine Übung. Ja... Ja. Hör zu, ich melde mich sobald ich wieder kann, in Ordnung? Grüß Laura von mir."
      Ohne auf ihre Antwort zu warten legte er auf. Es gab keinen Grund das Telefonat unnötig in die Länge zu ziehen und Gefahr zu laufen etwas zu sagen, das ihm nicht zu stand. Michael bevorzugte es ohnehin seine Gespräche kurz zu halten. Die wichtigsten Höfflichkeitsfloskeln wurden ausgetauscht, er hatte seine Mutter darüber informiert in den nächsten Tagen nicht erreichbar zu sein und alles persönliche besprach er ohnehin lieber, wenn er nicht belauscht wurde.
      "Ich bin soweit." ließ er die beiden Männer an seiner Seite wissen. Sie führten ihn über einen langen Korridor zu dem Raum des Experimentes. Natürlich hatte Michael sich zuvor alles genaustens durchgelesen, wozu hatten sie ihm sonst fast zehn Seiten Unterlagen gegeben. Er war über die möglichen Nebenwirkungen des Vorgangs informiert und hatte die Risiken abgewogen. Bei einer Dauer von zwei Wochen, waren die Risiken fast Null. Einige der Schimpansen waren nach dem Erwachen desorientiert und aggresiv gewesen. Andere hatten keinen Appetit. Da die Primaten nicht wussten, was mit ihnen geschehen war, waren ihre Reaktionen kaum verwunderlich, und Michael sehr zuversichtlich.
      In dem Raum angekommen wurde ihm ein letztes mal vom leitenden Arzt die Prozedur erklärt. Während der Mann sprach traten drei weitere Männer in den Raum. Einer von ihnen war in dem selben Anzug aus grauer Hose und grauem Shirt wie Michael anzutreffen. Die beiden Rekruten nickten sich kurz zu ehe das Experiment begann. Michael legte sich in die seltsame Kapsel, schloß die Augen und lauschte der Mechanik als der Decke fest verschloßen wurde. Er atmete tief ein, hielt die Luft einige Sekunden und stieß sie langsam wieder heraus. Schon während seines zweitem Atemzuges wurden die Geräusche um ihn herum gedämpft, beim dritten Atemzug verlor er das Gefühl in seinen Fingern. Irgendwo zwische dem fünften und sechsten Atemzug beschlich ihn das Gefühl einen großen Fehler begangen zu haben. Die Schimpansen hatten es überlebt, aber er war ein Mensch. Was wenn eine Berechnung abwich? Was wenn der Strom ausfiel oder er schlichtweg erstickte? Michael versuchte durch den Nebel in seinem Kopf hindurch seine Bedenken zu äußern. Die Stimme blieb ihm aber im Hals hängen und er verlor jegliches Gefühl für Raum und Zeit als der Schlaf ihn packte.
      Just because you're trash doesn't mean you can't do great things.
      It's called garbage can, not garbage cannot.
    • Es war ein seltsames Gefühl als seine Wahrnehmung langsam wiederkam. Seine Arme und Beine kribbelten als seien sie eingeschlafen und noch konnte er sie nicht bewegen. Das blaue Licht welches noch geschienen hatte als er langsam in den Schlaf gedriftet war, war nun weg und doch dachte er sich auch dabei zu erst nichts. Vielleicht hing es eben einfach mit dem Schlafprozess zusammen. Ben versuchte seine Augen weiter zu öffnen, doch sie fielen ihm immer wieder zu. Er konnte nicht sagen wie lange er sich nun schon in diesem Dämmerzustand befand als er endlich wach genug war um zu erkennen, dass die Klappe immer noch geschlossen war. Hatten sie nicht gesagt gehabt, dass sie Beide wecken würden und dann würde man sie aus der Kapsel holen? Ben wunderte sich und wartete noch einige Zeit, doch langsam wurde er unruhig und die Platzangst stieg auch immer weiter. Irgendwann konnte er nicht mehr warten und fing an gegen die dunkle Scheibe zu trommeln. Immer und immer wieder schlug er dagegen und mit jedem Mal wurden seine Schläge stärker. Plötzlich war ein Klacken zu hören und irgendwas musste er ausgelöst haben, denn der Deckel schwang auf und Ben nutzte die Chance um heraus zu kommen. Er sprang förmlich raus, doch was er dann sah ließ ihn glauben, dass er noch nicht wach war und in einem schrecklichen Horrortraum steckte. Wo die Wände standen waren nur noch Trümmer. Eigentlich lag alles in Trümmern und auch einige seltsame Pflanzen waren hier, fast als sei es schon sehr lange her, dass hier jemand gewesen war. Er sah sich um und doch konnte Ben nichts sehen außer der anderen Kapsel und auch diese schien noch "bewohnt" zu sein. Ben riss sie auf und hoffte, dass der andere Kerl noch leben würde.
      Don‘t ignore that inner voice.
    • Michael genoß den dämmernden Zustand, in welchem sich bewusste Gedanken mit Traumbildern vereinigten. Wenn die Sinne noch stumpf waren fiel es leicht alles um sich herum zu vergessen. Er wusste nicht, wie lange genau er sich in diesem Zustand befand, doch irgendwann drang ein Geräusch zu ihm durch und nagte an seinem Bewusstsein. Vibration rüttelte durch seinen Körper und durch die noch immer geschlossenen Augen konnte er grelles Licht erkennen. Nur für eine Sekunde, dann tauchte er wieder in Dunkelheit ein. Ein Teil von ihm war sofort in Alarmbereitschaft, schrie auf zu stehen und die Umgebung zu sichern. Ein anderer, viel größerer Teil jedoch sagte ihm, dass es keinen Grund zur Aufregung gab, dass er den Moment genießen sollte bis sein Wecker klingelte oder sein Vorgesetzer herein gestürmt kam. Er war in Amerika, Syrien lag drei Monate zurück, es gab keinen Grund mit einem Angriff zu rechnen. Also rutschte er wieder in den Schlaf hinab.
      Das nächste was Michael bewusst wahr nahm war ein leises Klacken, gefolgt von dem Gefühl nach Minuten des Luftanhaltens aus eiskaltem Wasser auf zu tauchen. Er riss die Augen auf, schoß in eine sitzende Haltung und schnappte nach Luft. Er zwang sich auf zu stehen, stolperte aus der Kapsel heraus. Die Erinnerungen an das Experiment kamen zurück und er bemühte sich schnell seinen Körper unter Kontrolle zu bekommen, das Zittern in seinen Gliedern zu unterdrücken, und aufrecht zu stehen. Erst dann begann er seine Umgeung wirklich wahr zu nehmen. Anstelle steriler Wände und einiger Doktoren fand er längst von der Natur zurückeroberte Ruinen vor.
      "Was..?" Michael drehte sich langsam um bis er den anderen Rekruten erblickte. "Was ist passiert?"
      Seine Augen wanderten ein weiteres mal über die ehemaligen Räumlichkeiten. Zwei Wochen, sie sollten zwei Wochen in den Kapseln verbringen. Doch der Pflanzenbefall ließ auf Jahre schließen. Jahre seit dem... dem was? Sie angegriffen und zurück gelassen worden waren? Michael wurde schlecht und er konnte nicht einschätzen ob es eine Nachwirkung des langen Schlafes war oder eine ganz menschliche Reaktion darauf in einem Trümmerfeld statt einem Labor zu erwachen.
      "War das ein Bombenangriff? Terroristen? Wo waren die Bergungstruppen? Die können uns unmöglich übersehen haben!"
      Just because you're trash doesn't mean you can't do great things.
      It's called garbage can, not garbage cannot.