Sehnsüchtiges Leben [Sohira &Aiden]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Sehnsüchtiges Leben [Sohira &Aiden]

      Sehnsüchtiges Leben
      Drama, Real Life



      Aelin

      "Mom, Mom, komm du musst aufstehen."
      Sanft schüttelte Aelin ihre Mutter, die noch immer schlief, sie musste ihren Wecker überhört haben. Wie immer im letzten Jahr.
      "Ich will nicht aufstehen..." Die Stimme ihrer Mutter klang müde, nicht nur weil sie eben geweckt wurde und Aelin wünschte sich wirklich sie könnte etwas an dem Zustand ihrer Mutter ändern.
      "Du musst aber, du kannst es dir nicht leisten schon wieder zu fehlen", meinte Aelin dann streng. Manchmal fühlte sie sich wie die einzige erwachsene in diesen Haushalt. Ihre Mutter murrte unter ihrer Decke, und murmelte vor sich hin das sie ja schon aufstand. "Gut..."
      Nun galt es nur noch ihre Brüder zu wecken, der Duft des Frühstücks stieg Aelin auch schon in die Nase. Ihre Nonna lies es sich an keinen Morgen nehmen, den Kindern nicht ein ordentliches Frühstück zu zu bereiten, den restlichen Tag verbrachte sie sowieso im Restaurant und hatte keine Zeit mehr dafür.
      Nachdem Aelin schwer damit zu kämpfen hatte Simon und Aaron aus dem Bett zu bekommen, saßen nun doch alle bis auf ihre Mutter am Tisch. Die junge Frau starrte in ihren Kaffeebecher, der schon halb leer war.
      "Oh Dio! Wo ist dieser Faulpelz schon wieder", grummelte Nonna vor sich hin. "Rebecca! Beweg deinen faulen Hintern endlich aus dem Bett!", schrie sie nach Aelins Mutter. Etwas überfordert strich sich Aelin die Haare aus dem Gesicht. War ihre Mutter schon wieder eingeschlafen? Das passierte in letzter Zeit immer öfter, und Aelin begann sich langsam wirklich sorgen um ihre Mutter zu machen. Nonna begann auf italienisch vor sich hin zu fluchen, und Darius Augen wurden immer größer. "Nonna!", ermahnte Aelin sie und nun lagen die bösen Augen ihrer Großmutter auf ihr.
      "Oh, als würden sie nicht auch so solche Wörter lernen! Misch dich nicht immer in alles ein!"
      "Sie müssen das aber nicht noch früher lernen, Nonna... Ich schau noch mal nach Mom."
      Ihre Großmutter verdrehte die Augen, und konnte gar nicht anders als direkt weiter über Rebecca zu jammern. Aelin stand also wieder auf, um ihre Mutter endlich aus dem Bett zu holen. Sie klopfte etwas an der Tür an, doch ihre Mutter antwortete nicht. Vorsichtig öffnete Aelin die Türe zu dem ehemaligen Schlafzimmer ihrer Eltern, jetzt war es nur noch das ihrer Mutter. Rebecca lag aber nicht mehr in ihrem Bett, sondern saß am Rand des Bettes, komplett angezogen, und starrte auf den Boden. Aelins Herz verkrampfte sich ein wenig, als sie ihre Mutter dort so saß.
      "Mom?"
      Sie sah nicht einmal auf, vorsichtig trat sie näher an sie heran, und kniete sich in ihr Sichtfeld. "Mom, komm du musst noch etwas essen bevor du zur Arbeit musst", meinte Aelin ruhig. Sie erkannte die Tränen in den Augen ihrer Mutter, und ihre zitternde Oberlippe. Aelin hätte am liebsten auch angefangen zu weinen, wenn sie ihre Mutter so sah, aber das würde keinen von beiden etwas bringen, weswegen sie ein Lächeln auf setzte.
      "Du lächelst wie dein Vater", murmelte Rebecca etwas abwesend vor sich hin, während sie ihre Hand auf die Wange ihrer Tochter legte, und sanft darüber strich.
      "Dann muss ich ja das schönste Lächeln überhaupt haben", meinte sie aufmunternd, und nun musste Rebecca auch ein wenig lächeln. "Komm wasch dir dein Gesicht, Nonna hat schon essen gemacht und beginnt bald wieder eine Schimpftriade. Ich weiß nicht wie lange ich Darius noch davon abhalten kann mit ihr zu fluchen."
      Ihre Mutter musste ein wenig lachen, doch es war nur halbherzig, tat dann aber das was Aelin von ihr wollte. Als beide dann wieder in der Küche waren, hatten die Jungs schon gegessen und ihre Teller alle auf dem kleinen Esstisch liegen lassen. Nonna war auch schon dabei sich fertig zu machen, immerhin musste sie ins Restaurant. "Oh, da ist sie ja endlich", keifte sie beinahe schon als sie Rebecca erblickte. "Dir auch einen guten Morgen, Allegra..."
      Nonna schüttelte nur den Kopf, und war schon wieder drauf und dran mit ihren Beschimpfungen zu beginnen, als ihr doch etwas einfiel. "Aelin, ich hab gehört das wir einen neuen Nachbarn bekommen. Wenn du nachher bei mir im Restaurant vorbei kommst, kannst du etwas für unseren neuen Nachbarn mitnehmen! Wir wollen doch einen guten Eindruck hinterlassen!"
      Aelin musste sich verkneifen zu seufzen, sie war sich wirklich sicher das auch Simon das erledigen konnte, aber ihrer Nonna jetzt zu wiedersprechen würde nun doch in einen Streit enden, und das würde Aelin nicht schon am Morgen ertragen. Stattdessen griff sie nach den schmutzigen Tellern um sie dann abzusülen. "Klar, soll ich nicht vielleicht gleich selbst etwas backen?" - "Das klingt noch besser! Du bist ein Schatz!"
      Ihre Nonna verstand wirklich absolut keinen Sarkasmus. Traurig. Aber eigentlich hätte Aelin es besser wissen müssen.


      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • "Mum, Alina ? Wie weit seid ihr ? Das Taxi steht bereits draussen vor der Türe" rief Daniel durch das ganze Haus, welches eigentlich schon fast, als auf die Kisten welche noch der letzte Umzugswagen mitnahm, komplett leer stand.
      "Wir kommen ja schon" kam es etwas genervt aus Alina, welche die Koffer in das Vorzimmer brachte und sichtlich wirklich keine Lust darauf hatte die Stadt zu verlassen.
      Daniel wusste genau, welches Opfer seine kleine Schwester dafür aufbringen musste und er hatte ihnen auch angeboten gehabt alleine nach New York zu ziehen, aber seine Mum war dagegen, weil sie Angst hatte Daniel vielleicht niemals wieder sehen zu können und nachdem was mit ihrem Ehemann gewesen war, wollte sie sowieso einen Tapetenwechsel woraufhin sie auch hoffte, dass es Alina ganz gut tat.
      "Tut mir leid, Kleines. Ich weiß, dass es nicht gerade leicht für dich ist. Ich werde es aber auf jeden Fall wieder gut machen" bei diesen Worten drückte Daniel ihr noch einen leichten Kuss auf den Kopf bevor er ihr dann die Koffer von ihr nahm und schon mal in den Wagen brachte, in welchen sich auch seine Schwester kurz darauf setzte.
      Nachdem dies erstmal erledigt war, begab er sich nochmals in das Haus und suchte nach seiner Mutter, welche er stehend vor den Kinderzimmer sah und sanft mit den Fingerspitzen über den Türrahmen fuhr wo sie Striche eingekratzt haben um den Größenwachstum zu beobachten.
      Als er das sah, musste er dann selbst schon ein Lächeln auf die Lippen setzen, da ihm die Bilder in den Kopf schossen als er beobachten durfte wie Alina immer größer und größer wurde.
      Machmal war es wirklich erschreckend gewesen, dass sie eigentlich bereits in einem Alter ankam, wo sie schon auf eigenen Füßen stand.
      Es waren doch 9 Jahre Unterschied zwischen den beiden gewesen weshalb er sich immer als Beschützer sah.
      Doch wusste er aber auch, dass es an der Zeit wurde diese Rolle abzulegen.
      Er konnte nicht ewig den Bodyguard spielen und irgendwann wird sie auch jemanden an ihrer Seite haben, der sie dann beschützen wird.
      "Mum ?" sprach er sanft aus um diese nicht zu erschrecken.
      "Na komm, wir sollten langsam los" dabei legte er sanft seine Hände auf ihre Schultern um sie von den Rahmen wegzubekommen wobei nur ein leises seufzende "Ja, Ja" herauskam, sie dann ihre Koffer nahm und alles restliche in den Kofferraum gepackt wurde.
      Daniel sprach noch kurz mit den Umzugsleuten, welche den Rest mittlerweile eingepackt hatten und schon fuhren beide Autos los.
      Der Lieferwagen Richtung Autobahn, während das Taxi mit ihnen 3 Richtung Flughafen zusteuerte.
      Kurz darauf fanden sie sich auch schon im Flieger Richtung New York, dessen Flug in etwa 5h 30min. dauerte, weshalb Daniel sich Kopfhörer in die Ohren steckte, Musik aufdrehte und anschließend seinen Kopf zurücklehnte sowie die Augen schloss.
      Da es erst 7 Uhr in der Früh war, brauchten sie nicht damit rechnen, vor 13 Uhr überhaupt aus dem Flughafen zu sein
      Dennoch musste der braunhaarige zugeben sich schon irrsinnig auf seinen Onkel zu freuen, welchen er bereits Jahre nicht mehr gesehen hatte. Da dieser zum Glück in einem großen Haus lebte, war Platz genug gewesen sodass sie sich drei nichts Neues suchten und für seine Mum war es auch nochmals was gewesen, was sie bereits kannte.

      Die Stunden vergingen wie im Flug, weshalb sie wirklich erst knapp nach 13 Uhr in ein Taxi in New York stiegen, nachdem die Koffer geholt waren, und Daniel dem Fahrer die Adresse seines Onkels nannte, wobei sie dann nach gut einer weiteren Stunde auch endlich am besagten Ort ankamen.
      Das Trubeln auf den Straßen war kaum zu übersehen wobei das Sprichwort, dass die Stadt niemals schlief, wahrscheinlich gut zutreffend war.
      Nachdem Daniel als Erster ausstieg, seine Mutter folgte und Alina auf der anderen Seite ausstieg, sahen sie schon einen älteren Mann auf sich zukommen, welchen sie gleich in die Arme schloss.
      "Schön, dass ihr gekommen seid" begrüßte der Onkel die ganze Familie mit einer Umarmung, welche Daniel nur zu gern erwiederte.
      "Hey, schön dich auch zu sehen Onkel Steve. Du siehst gut aus" musste er lachen woraufhin sein Onkel selbst ins Lachen anfing und auf sein dicken Bauch klopfte.
      "Ja, das Fitnesstraining zahlt sich echt aus" nachdem er dann auch noch Alina in die Arme schloss, half er der Familie die Koffer in das Haus zu bringen wobei Daniel aber noch kurz draussen stehenblieb und sich alles genau ansa als plötzlich ein Ball auf diesen zurollte.
      "Hmm ?" kam es fragend aus ihm heraus, hob diesen hoch und blickte sich dann um, um sehen zu können, wem dieser gehörte.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Aelin

      Nonna verabschiedete sich dann noch bei ihren Enkeln, ignorierte Rebecca aber umso mehr. Vielleicht war es besser, das konnte Aelin nicht unbedingt sagen. Rebecca machte es sicherlich zu schaffen, aber Aelin war froh, dass die beiden nicht schon am frühen Morgen begannen zu streiten. Auch Simon und Aaron mussten bald los, beide fuhren Morgens mit dem selben Bus um an ihre Schulen zu kommen. Nur Darius musste zur Schule gebracht werden. An den meisten Tagen erledigte Aelin das, nur Donnerstags machte es ihre Mutter. Das war ihr freier Tag. Und der einzige Tag an dem Aelin vielleicht etwas länger schlafen konnte. Nur vielleicht, Nonna konnte es nicht ausstehen, wenn irgendjemand viel länger schlief als sie selbst.
      "Bye!", rief Simon, und Aelin war gerade dabei das saubere Geschirr zu verräumen.
      "Habt ihr eure Pausenbrote eingepackt?"
      Simon und Aaron seufzten wie aus einen Mund. "Das ist peinlich!", beschwerte sich der jüngere der Beiden und Simon konnte nur die Augen verdrehen. Peinlich, aber bei weiten preiswerter als wenn Aelin den beiden immer Geld für die Mensa mitgeben würde! Außerdem war es sicherlich auch gesünder, und sie müsste sich danach nicht Nonnas Gemecker anhören. "Das ist mir egal!", meinte sie recht streng. Sie wollte nicht streng sein, aber ihre Mutter würde ihnen Geld geben, dass sie an anderer Stelle viel eher gebrauchen könnten... Ein neuer Geschirrspüler wäre zum Beispiel ganz nett, aber davon würde Aelin wohl noch eine sehr lange Zeit träumen können. Erst einmal mussten sie noch immer die Beerdigung ihres Vaters abbezahlen. Die junge Frau hätte nie gedacht wie teuer Beerdigungen sein würden. Eigentlich hatte sie nie damit gerechnet, dass sie sich damit beschäftigen musste... Niemand hatte damit gerechnet, da auch ihre Nonna mehr als nur gesund wirkte. Der Gedanke lies Aelins Herz etwas verkrampfen, weswegen sie das genervte gemurre ihre Brüder nur im Hintergrund mitbekam. "Alle anderen essen auch in der Mensa, die machen sich schon lustig", murrte Aaron weiter vor sich hin, und Simon stimmte ihn genauso genervt zu. Wenn die beiden nur auch über wichtige Dinge so viel Meckern konnten...
      "Mom, sag doch mal was!", beschwerte sich Simon dann. "Ae ist nicht unsere Mutter, kannst du uns nicht was für die Mensa geben?"
      Aelin verdrehte die Augen, und griff nach den beiden Boxen und drückte sie den Jungs in die Hand bevor ihre Mutter auch nur die Chance bekam etwas zu sagen. "Geht jetzt, ihr verpasst sonst den Bus! Und wenn ihr nachhause kommt, bringt eure Wäsche mal aus den Zimmer! Sonst wird die nicht mehr gewaschen!"
      Wieder murrten die beiden nur, aber machten sich dann wirklich auf den Weg. "Und passt auf euch auf", meinte Aelin schon etwas ruhiger. Man wusste ja nie was in New York alles passieren konnte, selbst wenn keiner von ihnen es wirklich anders kannte.
      Rebecca lächelte etwas vor sich hin. "Was würde ich nur ohne dich tun", meinte sie dann und trank einen Schluck von ihrem Kaffee. "Schlafen", erwiderte Aelin trocken, und bereute es sofort, als das Lächeln aus dem Gesicht ihrer Mutter verschwand. "Tut... tut mir leid, das war nicht so gemeint." - "Schon gut, Liebes, du hast recht... Ich muss zur Arbeit", meinte sie dann und blickte ihre Tochter nicht mehr an, als sie ging. Darius gab sie noch einen Kuss auf die Stirn.
      Gerne hätte Aelin sich noch einmal hingesetzt und tief Luft geholt, doch direkt fiel ihr Blick auf die Uhr. Sie hatte keine Zeit mehr. Sie musste Darius noch in die Schule bringen, und dann musste sie selbst noch in die Uni. Vier Semester noch, und dann war sie fertig, dann hatte sie ihren Master und dann würde sie hoffentlich einen tollen Job finden, dann würde sich ihre Familie nicht mehr so viele Sorgen machen müssen. Dann würde es besser werden. Nur zwei Jahre...
      "Zieh dich fertig an Darius, wir müssen auch langsam los", meinte sie dann und versuchte ihren kleinen Bruder an zu lächeln, der auch nur nickte.
      Der weg Darius weg zu bringen war immer besonders anstrengend. Bahn fahren um diese Uhrzeit war schrecklich. Eigentlich war es zu jeder Zeit wirklich schrecklich, doch vor allem am Morgen, wenn alle zur Arbeit mussten konnte es sehr ruppig werden. Aelin war wirklich erleichtert als sie am ende wieder alleine in der Bahn saß, und endlich eine halbe Stunde, mehr oder weniger für sich hatte. Natürlich störte sie die ganzen Gespräche der Fremden, und auch wenn sie versuchte auszublenden klappte es nicht...
      Bei den Gespräch von zwei Freunden, schoss ihr in den Kopf das sie auch einmal wieder Chris schreiben sollte! Die letzten Tage hatte sie vor allem versucht einen größeren Streit zwischen ihrer Nonna und ihrer Mom zu klären, und Simon hatte hilfe bei einem Essay gebraucht.
      >>Wollte mal schauen, ob du noch lebst (:<<, tippte sie dann ein und schickte die Nachricht ab, bevor sie noch einmal drüber nach denken konnte.

      Nach vier Stunden in der Uni, und nach dem sie Darius aus der Schule wieder abgeholt hatte, war sie nun wieder Zuhause, und hatte das Mittagessen für die Jungs hergerichtet, die erst in ein paar Stunden wieder zuhause wären. Aelin hatte da aber wieder bereits Uni, und es war wichtig das die Jungs etwas zu essen hatten. Darius aß die Nudeln, während Aelin sich daran machte etwas zu backen. Wenn Nonna heraus finden würde, dass sie doch nichts für die neuen Nachbarn gebacken hatte, würde das Gemecker die nächsten vier Tage nicht enden, und sie würde alle hier her einladen um sie zu bekochen. Immerhin war es ihr mehr als wichtig, was die Leute von ihr hielten.
      Aelin backte jedoch nichts besonderes, sondern hatte nur eine Backmischung für Brownies heraus gekramt. Es wurde zwar knapp, aber gegen 14 Uhr war sie fertig. Das würde sich nur schwer ausgehen, aber so konnte sie Darius noch zu ihrer Großmutter ins Restaurant bringen, bevor sie um 16 Uhr ihren letzten Kurs für diesen Tag hatte.
      "Ae, kann ich meinen Ball mit zu Nonna nehmen?"
      Aelin blickte zu ihren kleinen Bruder, als sie begann die Brownies in gleichmäßige Vierecke zu schneiden, und auf einen schönen Tablett her zu richten. "Ja, aber wir spielen nicht auf der Straße."
      Der letzte Brownie fand seinen Platz, und die beiden konnten nun gehen. Aelin sperrte gerade etwas ungeschickt mit einer Hand die Türe ab, und konnte für knappe zwei Minuten nicht auf ihren Bruder achten.
      "Das ist mein Ball!", rief dieser plötzlich und lief los. Aelin drehte sich verwirrt um, und sah wie ihr Bruder zu einen Mann lief, der den Ball festhielt. Sie selbst kannte ihn nicht, aber die Koffer und das er bei ihren Nachbarn stand, bedeutete ihr das er wohl einer der neuen Nachbarn war von denen Nonna gesprochen hatte. Und hatte sie Darius nicht gesagt, er solle nicht auf der Straße spielen! Das war doch zum heulen! Leise seufzte sie vor sich hin, während sie ihrem kleinen Bruder schnell folgte, bevor er noch mehr anstellte.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Den ganzen Tag über hatte Chris einen Meeting nach dem anderen.
      Seitdem er die neue Position als Assisstent der Vertriebsleitung übernommen hatte, hatte er noch mehr Aufgaben als vorher und dadurch auch natürlich weniger Zeit für Aelin gehabt.
      Als er den Job bekam und auch der Beförderung zustimmte, erzählte er ihr die Lage, sodass sie nicht glauben konnte, dass Chris keine Zeit mehr mit ihr verbringen möchte.
      Nein !
      Die junge Dame war ihm sichtlich wichtig gewesen und nichts auf der Welt würde er zulassen, dass sich hier was ändert.
      Nachdem die Geschäftsleute eine kurze Pause einlegten und er in sein Büro ging, hörte er nur wie sein Handy vibrierte, weshalb er dies aus der Tasche holte und vor sich hinlächelte, als er sah von wem sie war.
      >> So halb, halb :-) Bei dir sonst alles okay ? Wann hast du Zeit für einen Kaffe ? Schaffe es heute leider wieder nicht, weder zum restaurant noch zur Vorlesung am Abend. Tut mir leid<<
      Mit diesen Satz sendete er die Nachricht, seufzte etwas aus, da er wirklich ein schlechtes Gewissen ihr gegenüber hatte, musste aber dann schon weiter zum nächsten Meetingtreffen.


      Dass Spielen allgemein hier auf der Straße schien wohl nichts ungewöhnliches zu sein, da viele Jugendliche und kleine Kinder den Asphalt richtig ausnutzten dafür.
      Klar, man konnte hier kaum ein Auto vorbei fahren sehen, aber wenn wunderte das denn schon ?
      Nachdem der Ball schließlich auf Daniel zugerollt kam, hielt er diesen auf, sodass er nicht weiter runter der Straße rollen konnte, hob diesen auf und suchte nach einem Kind welches verzweifelt versuchte den Ball zu erwischen, doch erschien im ersten Moment nichts.
      Jedoch dauerte es nicht lange als ein kleiner Junge auf diesen zukam und mit dessen Augen den runden Ball in seiner Hand fixiert hatte.
      "Ist das deiner ?" fragte Daniel freundlich nach, hockte sich nach unten um mit diesen auf Augenhöhe zu sein und hielt ihm anschließend den Ball wieder hin, sodass sich der Junge diesen ohne Probleme schnappen konnte.
      "Du musst hier gut auf deinen Freund aufpassen, okay ?" lächelte er ihm noch zu als plötzlich hinter diesem eine junge Braunhaarige erschien, welche eine sichtlich schlanke Figur aufwies gegen welche er auf keinen Fall abgeneigt war.
      War das seine Mutter oder Schwester gewesen ?
      Daniel tendierte eher zu Schwester, da diese wirklich noch jung aussah aber andererseits war es auch nicht gerade mehr was ungewöhnliches gewesen, dass junge Frauen bereits Mutter waren.
      Daniel's Mum war auch damals noch sehr jung gewesen als sie mit ihm Schwanger war, doch besser sagte er nichts dazu bevor er vielleicht auch noch in eine offene Wunde stach.
      "Wer ist denn diese hübsche junge Dame hinter dir ? Kennst du sie etwa ?" versuchte er weiter mit ihm zu sprechen, doch schien er ein wenig schüchtern zu sein, weshalb er sich aufstellte und seinen Blick auf sie warf.
      "Zum Glück war ich noch als Retter da und konnte den Ball stoppen, ansonsten wäre dieser wohl die Straße runter entlang gerollt" musste er kurz Lächeln und wollte schon was weiter darauf sagen, als er plötzlich seine Schwester vom Haus aus rufen hören konnte.
      "Daniel ? Daniel, wo bleibst du ? Onkel Steve wartet bereits auf dich" kam es wieder genervt aus ihr heraus als sie plötzlich den kleinen Bub mit dem Ball und eine Dame hinter diesen stehen sehen konnte.
      Kurz darauf stand sie auch schon neben ihrem Bruder und blickte die beiden weiterhin an bevor sie ihren Blick dann auf Daniel wandte aber dieser nicht lange dort sitzen blieb.
      "Und wer seid ihr ?" wollte sie dann wissen woraufhin er ihr kurz auf den Rücken klopfte.
      "Ich muss mich für meine Schwester entschuldigen. Ich heiße Daniel und das hier ist Alina" dabei deutete er kurz auf das junge Mädchen neben sich bevor er der braunhaarigen die Hand ausstreckte.
      "Wir sind erst heute hierher gezogen. Und darf ich fragen wer ihr seid ?" fragte er schließlich freundlich nach wie es sich gehörte wobei sein Blick aber eher mehr auf ihr sitzen blieb.
      Daniel war schon immer jemand gewesen mit dem man sehr schnell Freundschaft schließen konnte.
      Aber das musste wohl an seiner Art liegen, welche er einfach an sich hatte. Ansonsten konnte er sich das Ganze auch nicht wirklich erklären.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Darius nickte eifrig als der Fremde ihn fragte ob das sein Ball war. Schnell griff er nach diesen. Das war seiner, und er durfte ihn ihm auf keinen Fall weg nehmen. Sonst würde er sicher keinen Ball mehr bekommen!
      "Meinen Freund? Das ist nur ein Ball", meinte Darius sichtlich irritiert. Aber er würde auf seinen Ball aufpassen. Genau, er wollte immerhin nicht das seine Schwester sich deswegen Sorgen machte. Er bemerkte so schon oft genug das sie sich sorgen machte.
      Aelin kam dann auch endlich bei ihren Bruder an, der vor allem auf seinen Ball blickte, und versuchte den einen schwarzen Streifen runter zu wischen, anstatt den Mann vor ihm zu antworten. Sie selbst vernahm seine Worte nur zu gut, und war kurz davor die Augen zu verdrehen. Auch Darius wandte sich zu ihr, als der Mann von ihr begann zu sprechen. Der Kleine nickte leicht, und stellte sich dann neben Aelina, beinahe schon hinter sie. Mit ihrer freien Hand legte sie ihn vorsichtig eine Hand auf die Haare und verschwuschelte sie. "Hey!", jammerte Darius dann ein wenig, was Aelin leicht zum lächeln brachte. "Tut mir leid, ich sag ihm immer wieder er soll nicht an der Straße spielen. Danke das du ihn aufgehalten hast", meinte sie dann. Sie war zwar nicht begeistert über seine Bemerkung, aber auch Aelin konnte höflich sein.
      Als jemand nach Daniel rief, und er sich hinwandte, kannte Aelin dann auch seinen Namen. Und da Steve auch erwähnt wurde, war es nun auch klar, dass das junge Mädchen und er wohl zu den neuen Nachbarn gehörten.
      Daniel und Alina. "Schöner Name", meinte Aelin dann zu dem jungen Mädchen, bevor sie wieder zu Daniel sah und dessen Hand annahm und sie kurz schüttelte. "Das ist einer meiner Brüder Darius, und ich bin Aelin", sie versuchte freundlich zu lächeln. "Wir sind eure Nachbarn", meinte sie dann und deutete von dort wo sie gerade raus gekommen waren. Nach ihrem letzten Wort, lies sie dann auch wieder seine Hand los.
      Darius schien nun auch ein wenig Mut zu fassen, und musterte vor allem das Mädchen etwas neugieriger. "Genau, Nonna hat gesagt wir sollen euch was backen! Ich hab Ae geholfen!" Darius deutete auf das Tablett in Aelinas anderer Hand. Darius war für sein Alter vermutlich recht groß, er ging Aelin beinahe bis zur Brust.
      "Genau, Begrüßungskomitte oder so. Also falls später eine alte Frau vor eurer Tür stehen sollte, bitte sagt ihr das wir wirklich freundlich waren, diese hier lecker waren und lasst sie nicht rein", meinte sie dann und wirkte vermutlich ernster, als das alles hier sein sollte. Sie war wirklich nicht gut darin mit Fremden Leuten zu reden. "Soll ich euch die Brownies geben? Ich meine wir könnten sie auch rein tragen, denke ich, aber ihr seid erst angekommen und wollt bestimmt eure Ruhe haben." Außerdem musste Aelin auch weiter.
      Während sie sprach, spürte sie ihr Handy auch schon vibrieren, und im grunde konnte die Nachricht ohnehin nur von einer Person kommen. Aber jetzt ans Handy zu gehen wäre wirklich unhöflich gewesen, und irgendein anderer der Nachbarn würde das sicherlich Nonna petzen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Aiden.Nesmilas ()

    • Dass der kleine Junge noch nicht wirklich verstehen konnte was Daniel mit der Bezeichnung "Freund" bei seinem Ball meinte, war dem braunhaarigen durchaus bewusst gewesen, weshalb er auch nur lächelte bevor dann auch schon eine junge Dame zu ihm kam, welche sich im Endeffekt als Schwester bekannt gab.
      Aelina....
      Den Namen hatte Daniel ehrlich gesagt auch noch nie gehört gehabt und richitg amerikanisch war dieser auch nicht gewesen.
      Aber genaueres würde er sicher mit der Zeit mitbekommen, da war er sich schon ganz klar.
      Als sich dieser dann schon fast hinter sie stellte, erinnerte ihm dies als es auch Alina bei ihm immer wieder tat, als sie noch jünger und schüchterner war. Lag wohl wirklich an dem Alter, dass sie Fremden eher ängstlich oder sowas gegenüber waren, was Daniel gar nicht mal so falsch sah, denn so konnte man sie auch wenigstens nicht gleich so leicht anlocken.
      "Kein Problem, habe ich gerne gemacht. Aber das treiben hier auf der Straße dürfte wohl auch alltag sein, was ?" dabei deutete er mit einer leichten Kopfbewegung auf die anderen Leute, welche keine Sekunde lange zögerten auf den Straßen umher zu toben.
      Dies vor der Haustüre zu haben, war sicher auch manchmal nicht gerade amüsant gewesen aber irgendjemand musste ja in so ein Haus ziehen und wenn sie es nicht wären, dann sicher jemand anderes, welcher ziemlich unglücklich mit der Zeit werden würde.
      Da aber sein Onkel gegen solch einen Lärm noch nie ein Problem hatte, wunderte es Daniel auch nicht wirklich, dass dieser sich gerade solch eine Umgebung aussah.
      Nachdem dann auch noch seine Schwester erschien und sich alle schließlich vorstellten, stellte sich auch die junge Dame vor sowie ihren kleinen Bruder wobei ihm dabei was auffiel.
      "Einer deiner Brüder ?" fragte er dann nach wobei er eher weniger mit einer Antwort von ihr rechnete bevor sein Blick dann auf ihr zu Hause ging, welches von außen auch wirklich sehr gut aussah.
      "Na dann auf gute Nachbarschaft" lächelte er dann noch zu und wollte sich eigentlich schon im nächsten Moment verabschieden als Darius plötzlich das Wort ergriff und erklärte was es sich mit dem Tablett in Aelina's Hand auf sich hatte, welches sie mitgebracht hatte.
      "Wieso das denn ?" war der braunhaarige dann doch etwas überrascht gewesen, dass er sowas von Los Angeles eigentlich gar nicht gewohnt war, geschweige denn sah er es nicht gerade als ein 'Muss' an, wenn man in eine neue Nachbarschaft zog.
      "Schon gut, ich werde ihr mitteilen, dass wir freundlich begrüßt wurden" winkte er das Thema mit einem kurzen Lacher ab, da die Kurzfassung von ihnen alleine schon irgendwie amüsant gewesen war.
      //Das muss ja eine schlimme alte Frau sein//, dachte er sich noch im nachhinein wobei es eher sakastisch gewesen war als ernst.
      "Ach was, ihr macht uns keine Umstände oder sowas. Wenn ihr Lust und Zeit habt, könnt ihr gerne reinkommen auf eine Tasse Kaffe oder so. Onkel Steve kennt ihr sicher ja schon und so wie ich ihn kenne würde er sich sicher auf einen Besuch von euch freuen..." erklärte er ihnen wobei seine Schwester nur einen gernevten Seufzer von sich gab und gleich darauf zurück ins Haus ging.
      "Beachtet sie gar nicht....Sie ist nur allgemein etwas genervt von dem ganzen Umzug" Daniel wollte nicht, dass sie gleich dachten, dass sie nicht gewünscht waren weshalb er dann nochmals auf sein Haus deutete "also, was sagt ihr....?" wollte er dann noch wissen.
      Es war vielleicht gar nicht mal so verkehrt, denn so konnte er sich von allem mal ein besseres Bild machen und sich mit den Nachbaren zu verstehen war sowieso immer etwas Wichtiges für Daniel gewesen.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Sie musste etwas nicken. Es mochte vielleicht Alltag sein, dass die Leute auf die Straße rannten, und Kinder dort spielten und sich nicht um die anderen scherrten. Aber es war auch der Alltag das mehr als genug Autos hier lang fuhren und zumindest Darius musste dann nicht auf der Straße spielen.
      "Ja, schon, macht es nicht weniger gefährlich und dumm", bei den Wort dumm strich sie noch einmal über Darius Kopf, um ihn mitzuteilen das er nicht einfach so davon kam. Immerhin war sie für den kleinen verantwortlich, da musste er ihr nicht unter die Räder kommen.
      "Einer von dreien, du wirst sie sicher auch noch öfter sehen", meinte Aelin dann schlicht. Vor allem wenn die beiden stritten, oder sonst etwas. Nach einer Zeit kannte man eben seine Nachbarn, und Leute wussten einfach viel zu schnell was los war. Gerüchte begannen irgendwann ein eigenleben zu führen. Nicht der angenehmste Teil in einer Nachbarschaft, aber irgendwie konnten es die meisten überleben. Nicht jeder. Ein leicht trauriges Lächeln schlich sich auf Aelins Lippen.
      "Wieso das? Na, für die gute Nachbarschaft!", meinte sie dann. Wozu denn auch sonst. Außerdem war es Nonna sicherlich wichtig, dass wenn die anderen Nachbarn etwas über ihre Familie sagten, diese trotzdem zunächst nur die gute Geste im Sinn hatten. Sie war schon immer so gewesen, es war dasselbe bei den Nachbarn die letztes Jahr gegenüber eingezogen waren. Damals hatte sie ihnen jedoch ein Tiramisu gebracht... Was Aelin ehrlich gesagt auch nur gekauft hatte. Sie hatte keine Zeit sich auch noch um die Nachbarn großartig zu bemühen.
      Eigentlich hatte Aelin wirklich gehofft, dass er nein sagen würde. Also wirklich, wirklich gehofft, immerhin wollte sie alles schnell hinter sich bringen. Sie wollte ihren kleinen Bruder bei Nonna abliefern, und dann weiter zu Uni. Dann hätte sie noch etwas Zeit gehabt und hätte Chris sehen können. Falls er überhaupt kam, die letzten Male war er eher selten dort gewesen, was an seiner Beförderung lag. Aelin verstand das, aber es änderte nichts das sie ihn dort gerne sah. So musste sie sonst mit Sandy sprechen, die nicht nur an ihr hing wie eine Klette.
      Seine Schwester schien von der Idee, dass die beiden kurz vorbei sahen auch nicht unbedingt begeistert zu sein, was Aelin wirklich zu gut nachvollziehen konnte. Ein Umzug war anstrengend, und wenn sie sich vorstellte Simon jetzt aus seinem Umfeld zu reißen. Vermutlich würde sie dann kein gutes Wort mehr von ihm hören. "Ich würd ja wirklich gerne 'ja' sagen, aber ich hab wirklich nicht so viel Zeit, vielleicht ein anderen mal?" Die Frage war eher rhetorisch gemeint. Es gab nie ein anderen mal, und vielleicht war das in den meisten Fällen auch besser. Außerdem sollte sie die Leute nur begrüßen und ihnen eine Kleinigkeit backen. Aelin hatte also ihre Pflicht erfüllt, und jetzt konnte sie gehen. Sollte man meinen. Sie reichte ihm dann die Brownies, wenn sie ihren Zeitgefühl trauen konnte dann hatten sie nur wenige Minuten um die Bahn zu erwischen und Darius trödelte ohnehin gerne.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Das Leben hier schien wirklich komplett anders zu sein als in Los Angeles.
      Dort musste man alleine bei der Straße schon aufpassen, dass man von den Autos nicht niedergefahren wurde geschweige denn in eine Gasse kam wo eine Gang das sagen hatte, wobei man auch Glück hatte dort nicht erschossen zu werden.
      Daniel wuchs zwar dort auf, empfand aber selbst es dort mit den Jahren immer gefährlicher, weshalb er dort auf Alina sehr viel acht gegeben hatte.
      Doch umso älter sie wurde, umso mehr hasste sie das.
      Hier schien es aber das komplette Gegenteil gewesen zu sein.
      Die Menschen spielten einfach ohne sorgen auf der Straße und wenn mal hier und da ein Auto vorbeifuhr, wie vor ein paar Sekunden, wichen sie einfach zur Seite, warteten ab bis es vorbeifuhr bevor sie sich alle wieder in der Mitte trafen und dort weiter machten, wo sie vorher aufgehört hatten.
      Als ihm dies alles durch den Kopf schoss, konnte er nicht anders als ein sanftes Lächeln auf die Lippen zu setzen bevor seine Aufmerksamkeit auf Aelin ging, welche sie mit ihren Worten Daniel zurück in die Realität holte.
      "Da ist was dran" stimmte er ihr zu und blickte dann auf den kleinen Darius wobei er auch etwas verwundert war, dass es nur mal einer von drei war.
      Sie hatte nooch 2 weitere Brüder ?
      //Na da scheinen ja die Eltern fleißig gewesen zu sein//, ging es ihm dann durch den Kopf wobei er dann als Nächstes wissen wollte wieso sie ein Tablett mitgebracht hatte.
      Für gute Nachbarschaft ?
      "Tut mir leid" lachte er kurz vor sich her "wir sind sowas einfach nicht gerade von unserem zu Hause gewohnt. Meistens sagen sich dort Hund und Katze gute Nacht und ist froh, wenn man die Nachbarn eher weniger unter die Augen bekam" musste er dann zugeben weshalb er es trotzdem mit einem "Danke" entgegen nahm und meinte, dass die beiden noch sehr gerne mit reinkommen konnten.
      Dadurch der Wagen mit ihren Umzugskartons noch nicht gekommen war, würde es zu Hause auch noch nicht so chaotisch sein und Onkel Steve würde sich sicher ebenfalls auf ein Wiedersehen mit ihnen freuen.
      Dabei entging ihm selbst nicht wie Alina mit einem Seufzen und eher weniger Begeisterung zurück in das Haus ging, wobei es Daniel selbst für sehr unangebracht empfand, wie sie sich den neuen Nachbarn verhielt.
      Nachdem die junge Dame vor ihm dann auch noch absagte, war er doch etwas enttäuscht gewesen, da Daniel sie gerne noch ein wenig mehr kennenlernen wollte aber er konnte auch verstehen, wenn sie keine Zeit hatte, denn schließlich war das alles eher spontan und heutzutage wenn man sich die Menschen so ansah, hatte kaum wer noch für Spontanität Zeit übrig gehabt.
      Echt schade.
      Daniel wusste am Besten wie sehr man das Leben schätzen sollte, weshalb er versuchte jede Sekunde seines Lebens auszukosten.
      "Wie sieht es dann mit heute Abend aus ? Ich könnte was kochen und so auch unsere Ankunft hier sowie alle kennenlernen. Und diesmal werde ich ein 'Nein' nicht akzeptieren. Schließlich sind wir die neuen Nachbarn und sollten uns auch den anderen vorstellen" schlug er noch mit einem Lächeln vor wobei er aber auch rechnete, dass Aelin wieder ablehnen würde.
      Jedoch dachte er nicht mal nur ansatzweise daran irgendwie aufzugeben.
      Andererseits war es ja auch wichtig die ganze Nachbarschaft kennen zu lernen und nicht nu ein Viertel davon, oder ?


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Es war nun wirklich nicht so, dass man es hier immer so tat. Aelin kannte es von anderen Leuten auch eher weniger, sie kannte einige Leute die in anderen Stadtteilen lebten. Hier war es allerdings etwas mehr... Familienfreundlich. Ihre Großmutter hatte vor Jahren darauf bestanden, und nicht einmal ihr Großvater hatte etwas gegen diese Frau sagen können. Noch dazu wollte Nonna immer, das alle das beste von ihr dachten. "Ist doch kein Thema", meinte sie als er sich dann bedankte.
      Wenn Aelin ehrlich war, war sie in dem Moment einfach froh, dass sie nun beide ihre Hände wieder frei hatte. Die Brownies waren langsam wirklich schwer geworden, auch wenn sie es hätte gewohnt sein müssen. Sie kellnerte oft genug im Restaurant ihrer Großmutter, und auch viel schwerere Sachen auf einmal.
      "Heute Abend?" Aelin musste nicht wirklich darüber nachdenken. Sie musste Hausarbeiten erledigen, und sie hatte auch noch ein Buch das sie für eine Vorlesung fertig lesen musste. Eigentlich hatte sie keine Zeit, nicht dafür. "Ich kann schauen was sich tun lässt", meinte sie dann und zuckte leicht mit den Schultern. Sie konnte ja nicht einfach so zu sagen, wenn er auch alle anderen kennenlernen wollte, absagen allerdings auch nicht. Nonna würde das mitbekommen, und wenn sich ihre Mutter und Großmutter in einer Sache einig waren, dann war es das man freundlich zu den Nachbarn sein sollte.
      "Nonna findet das bestimmt toll!", mischte sich Darius ein, und Aelin war einen Blick zu ihm. Natürlich würde Nonna das toll finden, aber sie eher weniger. Es gab wichtigere Dinge zu erledigen.
      "Also, wir müssen auch los", meinte sie dann etwas lahm. "Vielleicht sehen wir uns heute Abend."
      Vielleicht war immerhin kein 'nein' das er ohnehin nicht aktzeptieren würde. Sie griff dann nach Darius Hand, der das Gesicht verzog.
      "Ich bin nicht mehr so klein!" - "Solang du nicht größer bist als ich, bist du so klein", meinte sie nur. Das würde zwar auch nicht mehr ewig dauern, aber drei Jahre lang sicherlich noch.
      "Tschüß!" Darius wollte noch winken, aber mit dem Ball in der einen Hand und Aelins Hand in der anderen wurde es nur ein Nicken. Aelin musste deswegen etwas lächeln und sie winkte anstelle von Darius. Dann mussten die beiden sich aber wirklich beeilen.
      Die Bahn war wieder voll, und Aelin konnte mit Darius gerade noch einen Sitz erwischen. Also setzte sich der kleine auf ihren Schoß, und sie legte die Arme um ihn das er nicht so einfach runter fallen konnte. Erst als beide in Ruhe saßen, holte Aelin wieder ihr Handy heraus.
      Die Nachricht war wirklich von Chris, doch der Inahlt erfreute sie nicht unbedingt. Irgendwie hatte sie damit gerechnet, aber trotzdem war es noch mal was anderes. "Darf ich Chris ein Bild schicken?", fragte Darius nach als er auch den Namen bemerkte. Aelin verdrehte ein wenig die Augen, was ihr kleiner Bruder Gott sei dank nicht sehen konnte. "Gleich. Aber nur eines!"
      Das letzte Mal hatte er ihm eine Bilderflut gesendet und das nur weil Aelin gerade nicht hingesehen hatte. Wie viele Bilder man in 5 Minuten schicken konnte.
      >>Halb/Halb? Wie ein Zombie, oder eher Vampirmäßig? :'D Muss ja, nicht? Ich kann dir gerne meine Aufzeichnungen dann schicken. Vielleicht Sonntag Vormittag?<<
      Samstag musste sie Arbeiten, und Sonntag Nachmittag auch, aber wenn sie ihre Zeit schon frei schaufelte, dann am ehesten dort. Insofern er auch Zeit hatte. Es gab bestimmt auch andere Dinge die er erledigen musste, und vielleicht hatte er dort auch schon längst ein Date. So unüblich wäre das auch nicht. Nachdem Aelin die Nachricht abgeschickt hatte schnappte Darius sich ihr Handy und machte ein eher verschwommenes Bild von ihm und seiner Schwester, auf welchen er noch ein paar Smileys machte bevor er es ebenfalls an Chris sendete. Er war eigentlich schon dabei das nächste zu machen, da hatte Aelin ihr Handy auch schon wieder geschnappt. "Hey!", beschwerte sich der Kleine. "Ich hab doch gesagt nur eines!"
      Darius jammerte noch eine ganze Zeit, doch Aelin kannte das nun schon seit vielen Jahren. Er war nicht ihr erster kleiner Bruder, und die anderen hatten das Jammern auch wirklich gut drauf. Bis Heute.
      Sie brachte Darius dann zu ihrer Nonna ins Restaurant, und wurde beinahe direkt eingespannt. Obwohl sie eigentlich los hätte müssen. Aber ein paar Bestellungen brachte sie noch an die Tische, bevor es weiter ging zu ihrer letzten Vorlesung an diesem Tag.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Daniel erfreute sich sichtlich auf ihre Antwort, dass sie vielleicht doch noch zum Essen kommen würde.
      Es war für ihn defintiv kein "Nein" gewesen was somit seine Hoffnung nur mehr hebte.
      Auch wenn es nicht die gleich die ganze Familie war, so reichte es ihm auch wenn nur Aelin und Darius kamen. Schließlich überflutete er die Familie ja mit seiner Essenseinladung und seine Leute hatte er auch noch nicht befragt, welche aber sicherlich zustimmen würden.
      Naja, auser Alina halt, welche eher sichtlich genervt war, dass sich die Nachbarn überhaupt schon vorstellten und Daniel sie zu sich einladen wollte zu einer Tasse Kaffee.
      Aber gegen ihr Alter sowie der Spätpubertät konnte man eben nichts machen, daher akzeptierte es Daniel so wie es kam.
      "Es würde mich wirklich freuen wenn ihr kommen könnt. Außerdem möchte ich mich dann auch selbst für eine Nachbarschaftsfreundlichkeit bedanken" lächelte er ihr dann noch zu bevor sein fragender Blick auf den kleinen Mann neben Aelin ging.
      Nonna ?
      Wenn meinte er denn damit ?
      Etwa seine Großmutter ?
      Natürlich würde das Sinn für den braunhaarigen ergeben, aber hieß es dann somit, dass die ganze Familie, Aeilin, ihre Brüder, ihre Eltern einschließlich der Großmutter zusammenwohnten ?
      //Na das muss ja eine Action zu Hause geben//, schoss es ihm durch den Kopf kurz bevor sich die beiden dann noch bei ihm verabschiedeten und er ihnen nachwinkte.
      Danach begab er sich dann selbst schon zurück in das Haus wobei ihm Onkel Steve entgegen kommt und die Brownies in seiner Hand sah.
      "Von wem sind die denn ?" wollte er dann wissen weshalb Daniel ihm erklärte, dass sich die Nachbarn bei ihnen vorgestellt hatte wobei Onkel Steve wirklich einen überraschenden Eindruck daraufhin machte, da er sowas von der Familie nebenan nicht gewohnt war.
      Onkel Steve wohnte schon lange in dieser Straße und kannte eigentlich so gut wie jeden, weshalb ihm auch das Drama von Aelin's Familie ihm nicht entging.
      "Alles okay ?" wollte der braunhaarige wissen als er merkte, dass sein Onkel irgendwie abwesend reagierte.
      "Was ? Äh, ja alles okay. Mach dir keinen Kopf" winkte sein Onkel gleich ab, nahm Daniel das Tablett ab und stellte dies in die Küche wobei er dann auch schon den Kaffee für die ganze Familie machte.
      Daniel begab sich währenddessen zu seiner Mutter und Alina, welche im Garten hinten saßen und sich unterhielten wobei er ihnen gleich erzählte, dass er die Nachbarn zum Abendessen einlud.
      "Das klingt ja gut" war seine Mutter davon begeistert weshalb seine kleine Schwester nur wieder diesen Seufzer von sich lies.
      "Wo liegt, sag mal, dein Problem ?" war Daniel dann langsam von ihrem Verhalten genervt wobei sich die beiden dann kurz stritten bevor sie sich wieder einkriegten.
      "Wie wäre es denn mit Grillen ?" schlug Onkel Steve anschließend vor als er mit dem Tablett und den Kaffee zu ihnen rauskam.
      "Den Platz hätten wir hier draußen und ich denke, dass sie auch keinen Einwand haben werden. Außer sie sind Vegetarier, dann haben wir ein Problem" musste der Onkel dann schon lachen weshalb dann die Stimmung zwischen ihnen allen auch wieder lockerer wurde.



      Die ganzen Meetings hängten Chris selbst schon beim Hals raus weshalb er langsam darüber nachdachte ob es wirklich so eine kluge Idee war in diese Firma zu kommen.
      Nachdem er hier anfing, bemerkte er selbst, dass er mehr kaum Zeit für sein Studium oder allgemein für sein privates Leben hatte weshalb Aelin leider immer zu kurz für ihn kam.
      Chris wollte das nicht.
      Er wusste, umso weniger er für seine beste Freundin da war, umso schneller würde es gehen, dass die beiden sich bald gar nicht mehr sahen, was er verhindern wollte.
      Das Meeting dauerte noch den ganzen Tag über, weshalb ererst am späteren Nachmittag aus dem Raum kam und leise vor sich her seufzte.
      Hatte sein Handy nicht während der Besprechung eine Nachricht erhalten ?
      Als er das kleine Gerät aus der Tasche holte und sehen konnte, dass Aelin ihm 2 Nachrichten hinterlies, öffnete er diese sogleich und sah das Bild, welches Darius wohl wieder gemacht haben musste, weshalb sich Chris ein sanftes Lächeln nicht verkneifen konnte.
      Warum musste ihre Familie nur so auseinanderbrechen ?
      Wenn man Aelin und ihre Geschichte nicht kannte, würde man ihre Familie als eher glücklich bezeichnen, aber wenn man genauer hinsah, drohte diese jede Sekunde auseinander zu brechen.
      Nur durch Aelin, welche ihr eigenes Leben opferte dafür, gab es diesen Zusammenhalt noch.
      Doch war es auch wirklich der richtige Weg gewesen ?
      Chris wollte ihr unbedingt dabei helfen, aber er wusste auch, dass es eine Sache war, welche sie selbst klären musste und er selbst hatte kein Recht darauf über ihr Leben zu bestimmen.
      Das Einzige was er wirklich machen konnte, war für die junge Dame da zu sein, was er auch tat....naja so gut wie es eben ging.
      "Ich würde sagen eher eine Mischung aus Zombie und Vampir :-) Tut mir leid, dass ich nicht eher schrieb. Das Meeting dauerte bis jetzt. Wenn du wieder mitschreiben könntest, wäre mir das wirklich eine große Hilfe. Bist du heute Abend zu Hause ? Dann könnte ich kurz vorbei kommen und sie mir abholen, wenn ich darf ? Versuche dann morgen wieder zur Uni zu kommen. lt. meinen Plan sollte sich dies ganz gut ausgehen. Sonntag klingt gut für einen Kaffe, würde mich freuen ;-)" schickte er die Nachricht noch ab und würde noch auf die Antwort von heute Abend abwarten.
      Vielleicht hatte er ja doch noch eine Chance Aelin früher zu sehen, was ihn natürlich umso mehr freuen würde.
      Chris konnte selbst nicht mal mehr sagen, wann das Mädchen ihm den Kopf verdreht hatte.
      Doch hatte er überhaupt eine Chance bei ihr ?


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Aelin war wirklich froh, als sie endlich das Restaurant ihrer Großmutter verlassen konnte. Sie hatte nichts wegen der Einladung gesagt und eigentlich hatte sie auch gehofft das Darius nichts sagen würde. Da hatte sie sich aber geirrt, vermutlich hatte Darius alleine schon deswegen getan, weil sie ihn nicht noch mehr Bilder mit ihrem Handy hatte machen lassen. Nun bestand ihre Nonna ja schon beinahe darauf das sie dort hin ging... Dennoch hoffte Aelin das sie eine Ausrede finden konnte. Hausarbeiten würden eher weniger zählen, zumindest hatte sie da so ein Gefühl.

      An der Uni angekommen, und nun auch endlich vor dem Kurs raum, fand auch schnell Sandy ihren Weg zu Aelin. Das Mädchen konnte quatschen ohne Ende, und das Problem daran war, das selten etwas... sinnvolles dabei heraus kam. Aelin hatte sowieso nur das Gefühl, das Sandy sich gerne mit ihr unterhielt weil diese wusste, dass sie gut mit Chris befreundet war. Denn was die Braunhaarige immer mal wieder raushörte, war wie toll sie diesen fand. Aelin musste dabei immer wieder die Augen verdrehen. Als würde sie Sandy helfen, sich an Chris ran zu machen... Bei sowas hielt sie sich absolut raus. Sie fand das dämlich.
      Während des Kurses schrieb sie so gut es ging alles mit, und bemerkte dabei wie ihr Handy wieder vibrierte. Für einen Moment erlaubte sie sich darauf zu sehen. Und direkt zu antworten. Sie konnte ohnehin gleich auch noch weiter mitschreiben, so lange brauchte eine kurze Nachricht nun auch nicht.
      >>Du musst dich doch nicht entschuldigen, ich weiß doch das es bei dir stressig ist (: Klar, geht heute Abend, dann rettest du mich vielleicht auch noch vor einen Nachbarschaftstreffen :D<<
      Das wäre doch die perfekte Lösung! Nonna mochte Chris, und beschwerte sich in letzter Zeit auch, dass sie ihn schon länger nicht mehr gesehen hatte. Sie konnte Aelin deswegen also nicht anpampen! Und es war ja auch nicht wichtig, wenn Aelin nicht dort hin ging. Immerhin hatte sie sich den Leuten quasi schon vorgestellt und das musste doch reichen? Sie hatte sogar gebacken... Mit einer Backmischung, aber das zählte dennoch.
      Aelin würde sich eigentlich darüber freuen, wenn sie an diesem Abend ein wenig Ruhe haben könnte. Nur ein wenig, ihre Familie würde sich vor anderen doch hoffentlich benehmen? Wenn sie an Simon und Aaron dachte... Nein, das würde nichts werden. Und Nonna würde bestimmt etwas schräges sagen. Bei der Vorstellung zog sich Aelins Magen schon zusammen! Sie hatte zwar gehofft einen Ausweg gefunden zu haben, aber sie konnte diesen Haufen nicht alleine lassen. Manchmal kam es ihr so vor, als wäre sie das schlechte Gewissen der Familie.
      Sie war etwas zu sehr in ihre Gedanken verfallen, als der Dozent sie dann auch schon Ansprach.
      "Kennen Sie die Antwort?"
      Etwas erschrocken blickte sie den Dozenten an. Sie hatte die Frage noch nicht einmal mitbekommen.
      "Nein, tut mir leid", meinte sie dann auch ehrlich und fühlte sich irgendwie ein wenig vorgeführt.
      "Dann wäre es besser, wenn sie aufpassen!", seine Stimme klang ein wenig affig und Aelin konnte nur leise seufzen. Ja, sie musste aufpassen und weiter mitschreiben.

      Beim zurückfahren war die Bahn wieder brechend voll, und dieses mal bekam Aelin keinen Sitzplatz. Sie fühlte sich im Moment einfach nur müde, und erschöpft. Vielleicht war es besser, dass sie sich nirgendwo hinsetzten konnte, vermutlich würde sie einfach einschlafen. Und dann am anderen Ende von New York raus kommen. Das war ihr einmal passiert, kurz nachdem ihr Vater gestorben war. Es hatte beinahe die ganze Nacht gedauert wieder zurück zu kommen... und es gab da auch einige unschöne Begegnungen. Das wollte sie eigentlich gerne verhindern.

      Aelin musste noch nicht einmal die Tür öffnen, da hörte sie von innen schon das Geschrei ihrer Brüder.
      "Das gehört mir, du Vollidiot!"
      "Aww, wie süß, fällt dir nichts besseres ein, als Vollidiot?!"
      Die beiden waren keine vier Stunden alleine zuhause und schafften es in der Zeit sich schon wieder an die Gurgel zu gehen! Schnell trat Aelin ein, und sie brauchte nicht lange um die beiden zu finden, immerhin waren sie auch direkt im Wohnzimmer.
      "Was ist hier denn schon wieder los?!"
      Simon hatte Aaron am Kopf und drückte ihn so von sich weg, während er den anderen Arm in der Luft hielt, und dort einen Blatt Papier fest hielt.
      "Ae, er hat mir das weg genommen und will es mir nicht wieder geben!"
      "Du bist eine scheiß Petze, kein Wunder das dich keiner leiden kann!"
      Wow. Das war... gemein, das fand sogar Aelin. "Simon!", fuhr sie ihn dann an. Dieser zerknullte darauf hin nur das Blatt und warf es in eine andere Ecke bevor er aufgebracht in sein Zimmer stürmte. Aaron machte sich schnell in die Ecke um sich das Blatt zu holen, und für einen Moment dachte Aelin sie hätte Tränen in seinen Augen gesehen. "Aaron?" - "Nein! Lass mich in Ruhe! Ihr seid alle scheiße!"
      Und mit den Worten verschwand auch er. Schwer seufzend setzte sich Aelin auf die Couch. Sie musste nachher wirklich noch einmal mit Aaron reden, aber leider wusste sie zu gut, das er jetzt sicherlich noch nicht mit sich reden lassen würde.
      Nachdem sie fünf Minuten gesessen hatte, beschloss Aelin sich dann erst einmal um die Wäsche zu kümmern. Nonna verstand nicht wie die Waschmaschine funktionierte und ihre Mutter schien alles zu vergessen, was mit dem Haushalt zu tun hatte.
      Die Jungs hatten hoffentlich ihr Zeug zur Wäsche gebracht... Da beide noch wütend schienen, ging sie dann erst einmal die anderen Zimmer ab, und als sie bei dem ihrer Mutter angekommen war, konnte sie nur verwundert auf das Bett blicken.
      "Mom? Warum bist du schon zuhause?" Und warum hatte sie nichts gegen den Streit ihrer Söhne getan?
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Nachdem sich Daniel dann in das Haus begab und Onkel Steve alles für den Kuchen herichtete sowie seine Mum ihm half, dauerte es auch nicht mehr lange bis dann schließlich der Umzugswagen mit allen ihren Sachen kam.
      Die Möbel hatten sie Aufgrund des Umzugs zu Hause gelassen und mit dem Haus gleich mitverkauft, da es eher weniger Sinn machte diese mitzunehmen, wenn eh alles vorhanden war. Natürlich nahm seine Schwester und Daniel selbst ein paar Dinge für ihre Schlafzimmer mit aber dies waren auch vielleicht nur ein Kasten oder Tisch gewesen, welcher benötigt werden würde.
      Eher mehr für Alina als für ihn selbst aber dafür hatte die Familie dann sowieso zu genüge zu tun mit den Kartons, soviele wie sie hatten.
      Seine Mutter gehörte eher zu der Sorte welche niemals was wegschmeißen wollte, weshalb hier auch eine Kisten höchstwahrscheinlich unten im Keller landen werden.
      "Mum, komm schon. Ich kann nicht alle Kisten alleine schleppen" rief Alina ihr dann zu wobei eher Daniel zu ihr kam um zu helfen.
      "Was soll das ? Du weißt doch was Pria zu dir gesagt hat, also lass uns das machen" murrte sie nur vor sich her, doch lies sich ihr Bruder davon nicht abbringen dies zu machen was er wollte.
      "Nur, weil es Pria gesagt hat, heißt es noch lange nicht, dass ich es auch machen werde. Ich kenne meinen Körper besser als jeder anderer, daher mach dir um mich keine Sorgen" dabei legte er sanft seine Hand auf ihren Kopf, wuschelte kurz durch die Haare bevor er ihr schon die Kisten abnahm und ein paar ins Haus trug.
      Alina hatte erst vor Kurzem von seiner Krankheit erfahren, als dieser beschloss nach New York zu ziehen. Er selbst wusste es schon seitdem er das Studium hinschmieß und anfing im Restaurant auszuhelfen, weshalb sie sich seither in gewissen Dingen doch Sorgen um ihren Bruder machte, was sie auch sichtlich zeigte.
      Daniel war sehr dankbar für diese Fürsorge gewesen, aber auch nicht besonders notwendig solange es so lief wie bisher.
      Es dauerte ein paar Stunden bis alles dort stand wo es hingehörte, aber noch in den Kisten verpackt.
      Daniel und Alina würden erst morgen zum auspacken anfangen, denn als er auf die Uhr blickte, sah er schon, dass es recht spät geworden war und wollte schon anfangen zu kochen.
      Jedoch gab es da ein kleines Problem: Daniel wusste nicht ob und wieviele Leute kommen würden.
      Sollte er daher nicht besser rübergehen und nachfragen ?
      Ein leises Seufzen entglitt seinen Lippen als er darüber nachdachte was er tun sollte, doch beschloss er noch ein wenig abzuwarten weshalb er dann auch schon eine Nachricht auf sein Handy bekam.
      "Komm in den nächsten Tagen in meine Praxis. Wir müssen reden" gerade solch eine Nachricht von Pria hatte ihm noch gefehlt.
      Sie wusste schon immer wie man eine gute Stimmung kaputt machen konnte mit solchen Dingen weshalb er dann das Handy mit dem Display auf den Tisch legte, seine Jacke nahm und rüber zu Aelin's Familie ging um nachzufragen wie es nun mit heute Abend aussah.


      Nachdem Chris's Handy dann wieder zum vibrieren anfing und er las, dass er sogar ihre Rettung sein würde, musste er dann doch etwas lächeln weshalb er sich dann gleich vornahm, nach der Arbeit bei ihr vorbei zu schauen.
      Natürlich lies er sich dies nicht 2x sagen, weshalb er nach den letzten Emails und Telefonaten seine Sachen packte, ins Auto stieg und Richtung Aelin's Haus zusteuerte.
      Von draußen aus sah bei ihnen immer alles so friedlich aus, auch das kleine Vorgartel war immer gemacht, wobei man dachte, dass es eine großen Familienzusammenhaltung war.
      Doch wenn man es genauer sah und die Familie etwas kennenlernte, sah man, dass diese immer mehr und mehr auseinander brach seit der Tragödie mit ihrem Vater.
      Als er schließlich aus dem Auto stieg und auch zur Türe hinging und im nächsten Moment auch schon klingeln wollte, hörte er plötzlich Schritte hinter sich, welche er einem braunhaarigen gut aussehenden jungen Mann zuordnen konnte.
      "Guten Abend, kann ich Ihnen weiterhelfen ?" wollte Chris dann von ihm wissen weshalb Daniel ihn sanft anlächelte.
      "Hallo, ich wollte eigentlich zu Aelin und ihrer Familie. Ich bin ihr neuer Nachbar Daniel und wer sind Sie ?" dabei hielt er ihm zur Begrüßung die Hand hin welche Chris freundlich annahm.
      "Ich bin Chris, ein guter Freund der Familie" //ist er vielleicht derjenige vor dem ich sie retten soll ?//, dachte sich Chris noch im Nachhinein bevor er dann auch schon an der Türe klingelte und wartete, dass einer aufmachte.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • "Ich war so... müde, ich bin früher nachhause gekommen", murmelte sie leise, und bekam es nicht einmal hin zu Aelin zu gucken. Langsam ging sie auf sie zu, und setzte sich neben sie. Aelin legte ihre Hand auf die Stirn ihrer Mutter. Zumindest hatte sie kein Fieber.
      "Mom, so geht es doch nicht", meinte die junge Frau dann und blickte die Frau neben ihr besorgt an. Diese griff vorsichtig nach der Hand ihrer Tochter. "Ich weiß, aber was soll ich tun? Alles fühlt sich... so schwer an. Als würde es mich erdrücken."
      Aelin musste schwer schlucken. Seit dem... seitdem ihr Vater nicht mehr hier war, führte sie oft diese Gespräche mit ihrer Mutter. Oft endeten sie einfach darin das Rebecca begann zu weinen und Aelin sie so lange fest hielt bis sie einschlief. An anderen Tagen war ihre Mutter ihr die hässlichsten Dinge dan den Kopf. Aelin hatte manchmal das verlangen in diesen Momenten wirklich böse auf ihre Mom zu sein, aber sie konnte es nicht. Irgendwie verstand sie es, und da sie viel über Depressionen gelesen hatte... nach dem Vorfall, machte sie sich einfach nur noch mehr Sorgen um ihre Mutter. Sie sollte nicht auch einfach... Aelin konnte den Gedanken noch nicht einmal zu Ende führen. Die Tränen stiegen ihr in die Augen. Aelin versuchte sie weg zu blinzeln, sie musste gerade stark sein.
      "Ich weiß, Mom, wir bekommen das hin. Vielleicht such ich mir noch einen Nebenjob, und dann... nun vielleicht suchen wir dir einen Therapeut?"
      Rebecca tätschelte dann leicht die Hand ihrer Tochter. "Nein, nein, die Leute sollen nicht denken ich bin verrückt... Sei bitte so lieb und mach mir einen Tee. Ich möchte... ich möchte heute lieber alleine sein."
      Aber Aelin wollte ihre Mutter nicht alleine lassen. Sie biss sich fest auf die Lippen um nichts zu sagen. Was brachte es schon? Wenn sie hier blieb würde das sicherlich in einen Streit enden. "Okay", meinte sie dann leise. Ihre Mutter hörte es nicht einmal.
      Aelin verlies dann schnell das Zimmer um ihrer Mutter einen Tee zu machen. Mit der dampfenden Tasse ging sie dann zurück, und sammelte noch die schmutzige Kleidung von ihr ein. Sie musste sich nun wirklich dringend ablenken.

      Die Wäsche war schnell soweit erledigt, eingesammelt, getrennt, und die erste Partie auch schon in der Maschine. Diese gab allerdings wahnsinnig seltsame laute von sich. "Oh Bitte... halt noch ein wenig durch. Nur ein bisschen. Zwei, drei Jahre?"
      Aelin wusste genau, dass ihre Familie sich sicherlich keine neue leisten konnte, und sie hatte nicht wirklich die Zeit, oder die nerven jedes Mal mit der schmutzigen Wäsche in einen kleinen Salon zu fahren und dort Stunden zu warten bis alles fertig war. Nach drei Minuten schien sich die Waschmaschine auch schon wieder. "Gott sei Dank..."
      Und was sollte Aelin jetzt machen? Sie konnte noch duschen. Das wäre eine gute Idee. Wenn die beiden Idioten in ihren Zimmern schmollten und Nonna und Darius noch nicht zuhause waren, konnte das sogar entspannend sein? Vielleicht, zumindest würde es mehr ruhe geben als sonst.

      Aelin hatte sich gerade frische, und etwas bequemere Kleidung angezogen als es an der Tür klingelte. Das musste Chris sein!
      Ihre Haare waren zwar noch feucht, aber da sie nicht besonders lang waren, würden sie ziemlich schnell trocknen. Mit schnellen Schritten ging Aelin zu der Tür, und öffnete sie. Als sie Chris sah musste sie breit grinsen, und umarmte ihn einmal zur Begrüßung.
      "Hey!"
      Und erst dann fiel ihr Daniel auf. Das Grinsen schwand dann schnell zu einen Lächeln, das sie vor allem aus Höflichkeit trug. Ob man das als peinlich bezeichnen konnte. "Hey, auch an dich", meinte sie dann und hob die Hand etwas. Sie wollte die Hand nicht noch einmal schütteln, das tat man ohnehin nur, wenn man sich das erste mal vorstellte.
      "Was gibt es?", sie klang jetzt nicht unfreundlich, aber man merkte ihr an das sie mit ihm deutlich anders umging. Aber das war normal. Sie kannte ihn ja nicht wirklich. Obwohl... sie ging ohnehin nicht mit jedem so offen um. Es fiel ihr einfach schwer, und noch schwerer... Argh, sie hasste es das ihre Gedanken immer wieder zu ihrem Vater kamen. Das hatte sie eine Weile schon nicht mehr ganz so schlimm gehabt. Das warf sie nur unnötig aus der Bahn, und das konnte sie sich nicht leisten. Sie musste immerhin aufpassen, dass es ihrer Familie gut ging.
      "Kommt ruhig rein", meinte sie dann und machte eine kurze einladende Handbewegung. Sie fand es komisch, wenn sie jetzt ewig hier vor der Türe stehen würden.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Es dauerte eine Weile nach dem ersten klingeln, dass sich jemand meldete weshalb Chris es sich nicht nehmen ließ, nochmals diese zu betätigen wobei dann im nächsten Momemt plötzlich die Türe von Aelin geöffnet wurde, welche sich anscheinend gerade die Haare gewaschen hatte, welche noch ziemlich nass aussahen und die Tropfen ihren sanften Spitzen runterflossen.
      Als sie ihn dann auch noch so erfreulich umarmte, erwiederte er diese sehr herzlichst und musste selbst dabei schon ein Lächeln auf die Lippen setzen.
      "Hey Kleines" begrüßte er Aelin wie sonst auch immer..
      Wann oder wieso genau er sie so nannte, wusste er selbst nicht aber da seine beste Freundin nun mal von der Größe und vom Alter kleiner als er war, fand er es irgendwie auch passend.
      Natürlich wusste er aber auch, dass sie es so gar nicht ausstehen konnte.
      Jedoch machte es ihm doch etwas Spaß die braunhaarige etwas damit aufziehen zunkönnen, sodass sie mal für einen kurzen Momemt den Alltag bei sich zu Hause vergessen und das Leben genießen konnte.
      Sie überhaupt dazu zu bringen mal alles zu vergessen, und auch wenn es nur für eine Sekunde war, war selbst für jemanden wie Chris eine große Herausforderung gewesen.
      Dennoch dachte er keine Sekunde daran aufzugeben.
      Er wollte für Aelin nur das Beste und dies würde er solange versuchen zu schaffen bis er sein Ziel erreicht hatte.
      Nachdem sie dann auch ihre Aufmerksamkeit auf Daniel warf, welcher hinter Chris stand, lächelte er ihr ebenfalls zu wobei er schon alleine an ihrer Stimmung erkennen konnte, dass er eher ungewünscht war.
      Aber sie hatte ihm wegen dem Abendessen keine richtige Antwort gegeben, daher war sie ihm sozusagen auch noch was schuldig.
      "Hallo" begrüßte er sie ebenfalls und wollte schon auf ihre Frage eingehen, doch noch bevor er was sagen konnte, begaben sich beide Männer schon in das Haus, welches Daniel wirklich sagen musste, von ihnen echt schön dekoriert aussah.
      Naja, das was er zumindest vom Vorraum sehen konnte.
      "Eigentlich wollte ich fragen wie es aussieht wegen dem Abendessen, da du heute nicht wirklich abgesagt hast und das ich weiß für wieviele Leute Ich kochen muss aber wie ich sehe, hast du wohl Besuch bekommen. Daher möchte Ich nicht wirklich lange stören" erklärte er in Kurzfassung sein Erscheinen vor ihrer Türe, was Chris auch irgendwie nachvollziehen konnte.
      Sie hatte das Abendessen nicht abgesagt und Chris gebeten zukommen um ihr das zu ersparen ?
      Einen doch etwas wütenden Blick warf er ihr dann doch dementsprechend zu, da selbst Chris solch ein Verhalten von ihr nicht gewohnt war geschweige denn sie ihn wegen solch einer Kleinigkeit zu sich rief um den Ganzen zu umgehen.
      "Schon gut. Machen Sie sich darüber keine Sorgen. Ich werde mir die Mitschriften am Sonntag von dir holen beim Kaffee. So dringend war es jetzt auch nicht" wandte er dann seine Aufmerksamkeit kurz auf Aelin bevor sein Blick auf Daniel ging und ihm die Hand reichte.
      "Freut mich, Sie kennengelernt zu haben, Daniel. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder" als sie sich dann die Hände schüttelten, begab er sich kurz darauf wieder zur Türe und blickte nochmals zu seiner besten Freunde.
      "Wir hören uns" mit diesen Worten begab er sich dann schon nach draussen und stieg anschließend in sein Wagen um zu seiner Wohnung zu fahren.
      Er konnte es ja verstehen, dass Aelin vielleicht keine neue Bekanntschaften machen wollte aber ewig konnte sie sich auch nicht davor drücken oder ihn ständig als ausrede nehmen.
      Sie waren zwar beste Freunde gewesen seit jahren aber selbst er hatte langsam keine Lust mehr immer nur dafür für sie da zu sein.
      Entweder will Aelin ihn sehen, weil sie es auch so meinte, oder sie lässt es gleich.
      "Tut mir leid. Ich wollte jetzt nicht das Treffen zwischen euch irgendwie kaputt machen" entschuldigte sich Daniel gleich bei Aelin.
      "Vielleicht sollten wir das Essen doch auf einen anderen Tag verschieben, wenn es unpassend ist" meinte er dann noch dazu, da er es vollkommen verstehen konnte warum Chris verschwunden war.
      "Ich weiß, es geht mich zwar nichts an aber ich denke du solltest dich vielleicht bei ihm entschuldigen" lächelte er ihr sanft zu und begab sich dann selbst zur Türe.
      "Sag einfach Bescheid, wann es für dich passt" mit diesen Worten verabschiedet er sich dann ebenfalls von ihr und begab sich rüber in sein Haus.
      "Huch? Ich dachte du bisg bei den Nachbarn wegen dem Essen fragen ?" kam überraschend seine Mutter ihm entgegen, weshalb er nur mit einer Handbewegung das Thema abwimmelte und sich nach oben in sein Schlafzimmer begab.
      Selbst er fand es nicht in Ordnung was sie tat.
      Wenn Aelin keine Lust auf das Essen heute Abend hatte, hätte sie einfach nur absagen müssen.
      Aber nicht mal diese Ehrlichkeit hatte sie bei einer neuen Bekanntschaft.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Es war seltsam mit zwei Männern im Eingangsbereich ihres Hauses zu stehen, so dass Aelin gar nicht die Zeit fand wegen Chris Bemerkung zu schmollen. Abgesehen davon das sie dies vor einem Fremden gar nicht wollte.
      Daniel begann dann zu erklären was er wollte, und dann passierte alles recht schnell. Aelin war sichtlich überfordert als Chris meinte das er sich die Abschriften am Sonntag mitnehmen würde... Und dann ging? Was passierte hier denn gerade?
      Und kurz darauf verschwand auch Daniel mit einer Belehrung?
      Aelin wusste noch nicht einmal was wirklich passiert war! Wofür sollte sie sich entschuldigen? Natürlich würde sie das, sie hatte Chris die Unzufriedenheit angesehen, aber sie konnte sie gar nicht verstehen.
      Und das abgesagte Essen auch nicht. Immerhin ging es nicht um sie bei diesen Treffen! Es ging um die neuen Nachbarn, die die anderen Nachbarn kennenlernen wollten. Aelin hatte sich doch schon vorgestellt. Es hätte keinen Zacken abgebrochen, wenn sie nicht gekommen wäre. Oder erst später gekommen wäre. Sie war diesen Leuten zu nichts verpflichtet, und ihre Großmutter wäre bestimmt mit den Jungs hingegangen. Immerhin ging es darum, und nicht ob Aelin irgendwo mit hing ging oder nicht.
      Sie hatte einfach keine Energie um sich den ganzen Abend mit fremden Leuten zu umgeben und mit diesen Small Talk zu führen. Ihr fehlte diese Energie, und sie hätte viel lieber ein wenig Zeit mit Chris verbracht. Er wäre doch ohnehin nicht die ganze Nacht geblieben, er war hier um sich die Aufzeichnungen abzuholen, und vielleicht hätten sie noch einen Tee getrunken oder sowas! Dieser Mann hatte noch nicht einmal begonnen zu kochen, und trotzdem schien es so als wurde verlangt da Aelin sich den ganzen Abend nur Gedanken darum machte.
      Sowas hatte sie vielleicht gemacht als sie 16 war, aber die wenige Zeit die sie jetzt für sich hatte wollte sie sich anders einteilen. Mehr einteilen, vielleicht sogar sinnvoll einteilen.
      //Nonna wird mich umbringen//
      Schwer seufzend verlies ich dann auch endlich einmal den Eingangsbereich. Das mit ihren Nachbarn konnte sie auch noch wann anders klären. Das war nicht ganz so wichtig... Aber das mit Chris musste sie klären, auch wenn sie nicht genau wusste, wo sein Problem lag? Aye, sie brauchte nicht noch mehr Probleme.
      Aelin sah dann kurz nach ihrer Mutter die wieder eingeschlafen war, und versuchte dann die Sache mit Aaron zu klären, welcher sie jedoch komplett ignorierte.
      >>Tut mir leid<<
      Tippte sie dann und sendete es. Sie wusste zwar wirklich nicht was ihr leid tat, aber es tat ihr sicherlich leid. Sie wollte ihren besten Freund nicht verärgern. Und mit etwas Glück würde er darauf antworten, mit dem was ihm nicht passte. Dann konnte sie es nachvollziehen, und beim nächsten Mal anders machen.
      Denn so konnte sie wirklich nur im dunkeln tappen. Er hätte doch zumindest die Unterlagen mitnehmen können? Deswegen war er hier gewesen. Das entzog sich jetzt auf jeden Fall ihren Horizont.

      Später am Abend kam ihre Nonna nachhause, gerade als Aelin mit dem restlichen Abwasch fertig geworden war, und sich für den Monat an die offenen Rechnungen setzten wollte. Diese schienen von Mal zu Mal immer größer und vor allem mehr zu werden. Es war anstrengend. Wirklich.
      "Was machst du denn da noch?", kam es direkt von ihrer Großmutter, als Aelin am Esstisch sitzen sah. Nicht dazu bereit irgendwo hinzugehen.
      "Die Rechnungen", meinte sie nur murmelnd.
      "Was ist mit den Nachbarn?!"
      "Wurde abgesagt...", meinte sie nur knapp und blickte ihre Nonna nicht einmal an. Das schien dieser überhaupt nicht zu gefallen.
      "Schau mich gefälligst an wenn ich mit dir rede? Was ist denn dasfür ein Benehmen! So habe ich dir das aber ganz sicher nicht beigebracht. Wenn du dich so den Nachbarn über benommen hast, dann ist es kein Wunder das sie abgesagt haben! Ich muss mich wirklich für dich schämen!"
      Ihre Großmutter schüttelte theatralisch den Kopf, und Aelin sah sie an. Sie hatte... Zum Teufel, das war doch nicht ihre Schuld! Dieses Drama sollte sich hier doch nicht um sie drehen. Aelin konnte doch nichts dafür, immerhin war sie ganz sicher der Meinung das sie mit diesem Treffen ohnehin nicht viel am Hut haben sollte.
      "Aelin Marie Cumano, ich verspreche dir wenn du noch einmal die Augen verdrehst, wenn ich mit dir rede, dann setzte ich dich vor die Tür!", drohte Nonna dann.
      Aelin hatte gar nicht bemerkt, das sie die Augen verdreht hatte.
      "Tut mir leid", meinte sie dann. Nicht weil es ihr in diesem Fall wirklich leid tat, wie bei Chris, weil sie nicht wollte das ihre Großmutter sich in Rage redete.
      "Ist auch besser so! Du solltest dich auch bei den Nachbarn entschuldigen!"
      Aelin sah auf die Uhr. Es war 21 Uhr und sichtlich zu spät dafür. Das wäre wohl wahnsinnig unhöflich.
      "Ich mach das morgen, auch wenn ich nicht weiß wofür?"
      "Wirst du hier schon wieder frech?! Geh jetzt!"
      Aelin verstand nichts mehr. Was sollte denn das schon wieder? Sie musste noch etwas erledigen, und das war eindeutig wichtiger. Sie wünschte sich wirklich ihr Vater wäre noch hier.
      "Trödel nicht!"
      "Ist ja in Ordnung", meinte sie dann und stand auf.
      Vor der Haustür setzte sie sich auf die Treppen und legte ihre Hände auf ihr Gesicht. Dieser Tag war anstrengend. Eigentlich war es jeder, aber das Heute verstand sie wirklich, wirklich nicht.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Dass Aelin jemals mit ihm sowas machen würde.
      Chris konnte es ja verstehen aber dann hätte sie ihm gleich von Anfang an sagen sollen, dass sie keine Lust auf das Essen mit den Nachbarn hatte und das er deswegen vorbei kommen soll.
      Dann wäre es ein gefallen gewesen, welcher er ihr freiwillig gemacht hätte.
      Aber ihn herzuholen und nur meinen, dass sie so einem Nachbarstreffen aus dem Weg gehen kann und anstatt mit ihnen zu essen und vielleicht neue Leute kennen zunlernen, fand er einfach nicht in Ordnung.
      So kam er sich nur benutzt vor und sowaß konnte er bei niemanden leiden.
      Noch weniger bei Aelin.
      Daher machte er sich auf den Weg nach Hause, wo er nach gut 30 Minuten mit Stau auf der Hauptstraße, ankam und sich erstmal ein Bier aus dem Kühlschrank holte, nachdem er sich die Schuhe auszog.
      Irgendwie verstand er ihre Situation aber andererseits war er auch wirklich sauer gewesen.
      Als dann sein Handy zum piepen anfing, wollte es der braunhaarige in der ersten Minute ignorieren, doch wusste er, dass dies sicher Aelin sein würde, weshalb er sich dann doch entschloss es zu nehmen und die Nachricht durchzulesen, welche wirklich vonnihm kam.
      Dabei konnte er sich ein sanftes Lächeln nicht verkneifen, doch zögerte er ihr eine Nachricht zu schreiben und schickte diese erst nach 10 Minuten weg.
      >> Schon gut. War einfach ein ungünstiger Zeitpunkt << las er sich nochmals seine Nachricht durch bevor sein Handy dann schon am Tisch mit dem Display nach unten landete.
      Eigentlich hatte er heute keine Lust mehr gehabt zu schreiben.
      Dafür war Chris einfach zu sauer gewesen, doch wollte er dies Aelin auch nicht wirklich spüren lassen da sie sicher mit ihrer Großmutter und den Rest der Familie schon genug Ärger am Hals hatte.
      Daher setzte er sich aufs Sofa, schaltete den Fernseher ein und lies den Abend, anders als gedacht, entspannt ausklingen.



      Auch wenn sein Verhalten selbst leicht kindisch oder sowaß in ihren Augen war, so fand er selbst es von Aelin genauso wenig in Ordnung.
      Er hatte das Abendessen für die gesamte Familie geplant gehabt und nicht nur für ihre Familie ohne sie.,
      Aelin gehörte ebenfalls dazu, auch wenn sie sich vorher schon sahen.
      Daniel war nie gerade der gesellichste Mensch gewesen aber er wusste ganz genau wann er unerwünscht war oder wenn man mit ihm spielte und heute zeigte Aelin ihm deutlich, dass diese ihn nicht sehen wollte.
      Es machte ihn ja nichts aus, er wollte auch nicht immer jeden um sich haben aber dann hätte sie wenigstens das Essen absagen können und nicht ihren besten Freund herholen.
      Denn dies war offensichtlich als offensichtlich.
      Kein Wunder, dass dieser Chris dann ebenfalls verschwand.
      Ein leichter Seufzer glitt über seine Lippen als er im Bett saß und darüber nachdachte was in der kurzen Zeit alles passiert war.
      Er hatte sie zwar so nicht eingeschätzt gehabt aber jeder konnte sich ja beim ersten Mal täuschen..
      Bevor sich Daniel noch mehr Gedanken darüber machte, zog er sich um und machte sich auf den Weg um mal eine Runde laufen zu gehen.
      Dies half ihm schon oft den Kopf frei zu bekommen und zum anderen war es so auch gleich eine Möglichkeit gewesen die Stadt ein wenig besser kennen zu lernen.
      Auch wenn es hier ein wenig verwirrend war, da irgendwie für ihn jede Gasse gleich aussah, so konnte er sich doch etwas orientieren und fand den Weg nach gut einer Stunde wieder zurück wobei er dabei auch bei Aelin's Haus vorbei lief, welche gerade mit den Händen am Kopf vor ihrer Haustüre auf den Stufen saß.
      Sollte er sie ansprechen ?
      Denn eigentlich konnte er ja einfach weiter laufen und zurück in sein Haus kehren, aber für sowaß war er nicht der Typ weshalb er dann schließlich bei ihrem Zaun, welcher um das ganze Vorgarten gezogen war stehenblieb und seine Arme auf diese legte.
      "Sieht wohl aus als würde da jemand ein Glas Wein benötigen, was ?" sprach er ruhig aus, musste aber dabei doch etwas Lächeln um die Stimmung zwischen ihnen zu heben.
      Es war nicht Daniel's Absicht gewesen, ihr es gleich von Anfang an schwer zu machen weshalb er nun versuchen würde die ganze Sache wieder auszubügeln.
      "Kein einfachen Abend gehabt ?" //außer die Sache von vorhin//, versuchte er ihr so etwas zu helfen bzw. zu zeigen, daß er ihr zuhören würde, wenn sie darüber sprechen wollte.
      Egal ob man die Person kannte oder nicht.....die Menschen brauchten einfach mal jemanden zu reden.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Der Vorteil davon vor der Tür zu sitzen? Die Ruhe die sie innerhalb dieser Mauern nicht bekam. Der Nachteil? Die Nachbarn würden es unweigerlich mitbekommen.
      Aelin hatte wohl einen guten Zeitpunkt gewählt den Kopf hängen zu lassen, denn fünf Minuten später wurde sie auch schon angesprochen. Ziemlich rasch setzte sie sich aufrecht hin, und stellte fest daß es Daniel war.
      Der vorhin auch einfach alles abgesagt hatte. Bei dem sie sich laut Nonna entschuldigen sollte.
      "Kein einfaches Leben", murmelte sie nur leise vor sich hin, wusste aber das es kaum hörbei sein würde.
      "Schon gut", meinte sie dann aber etwas lauter und strich sich durch die Haare. Wenn er schon da war, konnte sie auch gleich den Wunsch ihrer Großmutter nachgehen.
      "Ich wollte mich entschuldigen", meinte sie dann und stand auf um näher ran zu treten. Sie wollte das ganze Gespräch nicht zu laut führen. Es gab immer und überall neugierige Ohren. Am neugiergsten wären ohnehin die ihrer Großmutter.
      "Hab mich falsch verhalten, denke ich? Aber darum geht es nicht, ich hab schneller gehandelt als gedacht", sie zuckte leicht mit den Schultern. Sie hätte ihre Familie ohnehin nicht alleine auf unschuldige Leute los gelassen. Das konnte sie keinen antun. "Und damit bin ich einigen auf den Schlips getreten, war nicht die feine englische Art..."
      Sie musste sich nicht weiter erklären, es brachte nichts. Sie wusste das es... Blöd ankam. Und wenn sie weiter nachdachte, konnte sie sich auch vorstellen das Chris sich ein wenig benutzt gefühlt hatte. Aber sie hätte auch beides unter einen Hut bekommen. Als erstes Chris und dann das Essen. Er hatte ja wohl auch schlecht vor gehabt die ganze Nacht bei Aelin zu verbringen. Sie hatte es ihm sagen wollen als er da war. Dann hätten die beiden vielleicht ein wenig quatschen können, bevor ihre Großmutter aufgetaucht wäre und dann hätten sie sich verabschieden können und das mit dem Essen hätte auch geklappt.
      Aelin holte dann noch einmal tief Luft. "Also, tut mir leid. Und tut mir leid, ich bin schlecht darin mich zu entschuldigen..."
      Eigentlich ging Aelin bei solchen Sachen den Leuten so lange aus dem Weg, bis alle vergessen hatten was eigentlich los war. Jap, das war eine schreckliche Eigenschaft, an der sie irgendwann einmal wirklich arbeiten musste. Das war schon Mal ein Schritt. Hoffte sie zumindest.
      Wenn er ihr weiterhin böse sein wollte, würde sie es nun auch nicht mehr ändern. Sie hätte sich immerhin entschuldigt, und sie würde schauen das sie es ab jetzt besser machte. Alles musste immer besser gemacht werden. Jeden Tag.
      "Vielleicht wäre ein Glas Wein doch nett, wenn du mir verzeihen kannst?"
      Ihren ersten Wein hatte sie mit ihren Vater getrunken. Ein feines Stückchen aus Italien. Ihr Vater hatte ihr oft davon erzählt und Nonna tat es noch immer. Aelin selbst war nie dort gewesen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Sie wollte sich entschuldigen ?
      Dass Aelin sich darüber überhaupt noch Gedanken machte, wunderte Daniel aber schon.
      Eigentlich machte sie nicht gerade den Eindruck auf ihn als würde sie zu den Typ Menschen gehören welche sich gleich deswegen entschuldigen.
      "Mach dir darüber keinen Kopf. Ist schon vergessen" schenkte er ihr ein sanftes Lächeln.
      Auch wenn er zwar ihr Verhalten nicht ganz in Ordnung fand, hatte er selbst nicht gerade das Recht drauf gehabt lange sauer auf sie zu sein, da sich beide ja auch gar nicht kannten.
      "Stimmt, du hast dich falsch Verhalten und das sage ich dir nicht um dir eines reinzuwürgen sondern, weil ich einfach ein offener Mensch bin" meinte er dann auch noch ziemlich locker auch wenn es ihr nicht passte.
      Aber soll er sie anlügen und sagen, dass alles okay war ?
      Selbst ihr Freund oder Bekannter oder was auch immer, hatte ihr Verhalten verstanden weshalb dies auch der Grund war, warum er ging.
      "Ich denke wenn du dich bei ihm entschuldigst, ist wieder alles in Ordnung. Bei mir wäre es nicht notwendig gewesen, schließlich war meines auch nicht besonders freundlich gewesen und zum anderen kennen wir uns ja gar nicht also von dem her, entschuldige auch von mir" entschuldigte sich der braunhaarige schließlich auch bei ihr, da er irgendwie das Gefühl hatte dies zu machen.
      Zum anderen wollte er nicht gleich am ersten Tag mit ihr einen Krieg anfangen.
      Dies war einfach nicht seine Art.
      Daniel war eher der freundliche, lebensfrohe Mensch und nicht das kokmplette Gegenteil.
      Außerdem sah sie auch gerade so aus als würde sie jemanden zum sprechen gebrauchen und so wie es Gott wollte, war Daniel ein sehr guter Zuhörer gewesen.
      Als sie sich dann nochmals bei ihm entschuldigte, konnte er sich diesmal einen Lacher nicht verkneifen.
      Irgendwie fand er es ja auch süß wie sehr sie sich bemühte ihr Verhalten wieder gut zu machen aber Daniel nahm es ihr wirklich nicht lange übel.
      Er hatte noch nie jemanden lange was übel genommen.....naja es ist ja auch noch nicht so wirklich was schlimmes mit seinen Freunden passiert also konnte er da nicht wirklich was dazu sagen.
      "Na dann lassen wir die Gläser wirken und ja....ich kann dir verzeihen" schenkte er ihr wieder ein freundliches Lächeln und winkte ihr zu sodass sie lieber zu ihm gingen als zu ihr.
      Bei Daniel zu Hause waren die Meisten sicher schon in ihren Schlafzimmer gewesen , wie er seine Familie kannte, und somit hatten die beiden ihre Ruhe zum reden und zum anderen hatte sein Onkel sicher genug Wein zu Hause, welchen er nicht trank.
      Da dessne Bekanntschaften ihm immer einen schenkten, war er sowieso froh darüber wenn sie weg kamen ohne, dass er selbst zum Glas greifen musste.
      "Hast du einen bestimmten Wein denn du gerne trinkst oder ist es dir egal ? Rot oder Weißwein ?" wollte er dann wissen, da er nicht gerade was unpassendes servieren wollte, während sie zu ihm rübergingen.
      Nachdem er dann reinging, war wirklich niemand mehr zu hören und so wie er es vermutet hatte, waren alle bereits im oberen Stockwerk gewesen.
      "Mach es dir ruhig im Wohnzimmer bequem. Ich werde gleich wieder kommen" erklärte er ihr noch während Daniel Aelin zeigte wo das Wohnzimmer war.
      "Also was darf es sein ?" fragte er dann nochmals nach bevor sein weiterer Weg nach unten in den Keller führen würde.


      "Live your Life......you only have this one chance !"
    • Sich keinen Kopf zu machen, war immer einfacher gesagt, als getan. Vor allem wenn man Zuhause einen Drachen hatte, der einem sowieso an allem die Schuld gab. Aelin konnte nur leise seufzen und sich durch die Haare streichen. Aber auch ohne ihre Nonna hätte sie sich Gedanken über das alles gemacht. War nun mal auch nicht für sie das schönste Gefühl, zu bemerken das sie gerade einiges an Mist gebaut hatte. Auch wenn sie es noch immer nicht ganz verstand, aber das musste sie auch nicht. Sie wusste das sie damit anderen geschadet hatte und das war falsch, egal wie sie es gemeint hatte und egal wie sie sich umentschieden hätte.
      "Ich hab ihn schon geschrieben, ich seh ihn morgen vermutlich wieder und machs dann nochmal persönlich."
      Persönlich war bei solchen Dingen einfach besser. Jedes geschrieben Wort schien zumindest ihr im vergleich nicht so viel Wert zu sein. Das Daniel sich dann aber auch bei ihr entschuldigte... das überforderte Aelin. Man sah es ihr sogar an, denn sie konnte nicht anders als ihn überrascht anzublicken. Die wenigsten Leute entschuldigten sich bei ihr, nun die meisten Leute die sie wirklich kannte bestanden aus ihrer Familie, und die sahen es nicht ein sich zu entschuldigen. Konnte gut sein das Aelin es von dort hatte.
      "Schon gut, hast ja nur reagiert", sie versuchte dann auch zu lächeln, aber danach war ihr im Moment sowieso weniger zu Mute.
      Aelin war dann auf jedenfall froh, dass sich das Thema hin zum wein wechselte. Sie mochte Entschuldigungen noch immer nicht, und manchmal kam sie einfach nicht um den Wunsch herum, das man nach so etwas einfach tun konnte als wäre nichts passiert. Entschuldigungen auslöschen, dann musste sie sich ihre Fehler auch nicht eingestehen.
      Sie atmete dann einmal tief ein. Sie musste ja nicht zu erledigt wirken.
      "Oh, natürlich, ich trinke nur das teuerste", scherzte sie dann ein wenig. "Nein, ich hab nichts spezielles", meinte sie dann nur. Sie kannte genug Weine, und alle hatten etwas das gut war, und viele hatten auch etwas, das schlecht war.
      Aelin folgte Daniel dann, auch wenn sie sich etwas unwohl dabei fühlte. Sie war noch nie in diesem Haus. Zumindest konnte sie sich nicht erinnern, wenn war es schon eine ganz lange Zeit her. Mehr aus Reflex, als das es sie wirklich interessierte, sah sie sich um. Das tat sie vermutlich vor allem deswegen, dass wenn sie abhauen wollte auch sicherlich den Weg zurück wieder finden konnte.
      Im Wohnzimmer sah sie sich dann auch ein wenig um, bevor sie Daniel antwortete.
      "Weißwein, ich denke heute wäre Weißwein besser", meinte sie dann recht spontan. Von Rotwein, so hatte sie zumindest das Gefühl, begann ihr Kopf meistens schon nach einen Glas zu schwirren. Und sie musste heute noch ein paar Sachen erledigen, da konnte sie sich sowas nicht leisten. "Danke", meinte sie dann noch kurz. War auch nicht selbstverständlich, das er sie noch auf ein Glas Wein einlud, nachdem sie sich so verhalten hatte.
      Aelin setzte sich dann auf die Couch, und betrachtete die einrichtung etwas genauer. Hier war es wirklich schön. Die Möbel in ihrem Zuhause waren alle uralt, und abgenutzt. Der Vorraum war das einzige, das etwas normaler aussah, weil Nonna und ihre Mom genau wussten, dass dort öfter Menschen waren, oder hinein schauen konnten.
      Manchmal erwischte Aelin sich dabe, wie sie in Möbelkatalogen herumblätterte und sich ausmalte wie schön es auch bei ihnen sein könnte.
      Da sie so alleine hier in einen fremden Wohnzimmer nicht nur in die Gegend starren wollte, holte sie dann ihr Handy heraus.
      Chris Nachricht war noch offen, und wieder seufzte sie leise. Ja, sie würde sich morgen noch mal entschuldigen. Vielleicht backte sie gleich noch ein paar Kekse, oder sowas. Es war einfacher sich mit vollen Händen zu entschuldigen, als wenn sie dann wieder so blöd rumstand.
      >>Kein blöder Zeitpunkt, 'ne blöde Handlung. Ich hätte vorher nachdenken sollen.<<
      Schrieb sie Chris dann doch noch. Sie hatte irgendwie das Gefühl, dass es notwendig war ihm zu sagen, dass sie falsch lag und es auch wusste. Aelin hatte irgendwoe mal gelesen, dass das zum Entschuldigen dazu gehörte.
      >>Ich machs wieder gut<<, schickte sie dann noch eine zweite Nachricht hinterher.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Aelin war wohl wirklich nicht der Typ für Entschuldigungen.
      Daniel fand es zwar gut, dass sie ihm schon geschrieben hatte aber wer wusste denn schon wie es ihr Freund aufnahm, dass nur eine Nachricht kam ?
      Aber im Endeffekt dürfte es ja nicht sein Problem, da sie sich ja schließlich auf bei ihm entschuldigt hatte, auch wenn er es für nicht gerade Notwendig gehalten hatte.
      Er war einfach nie lange auf jemanden böse und schon gar nicht lange auf jemanden den er nicht kannte, auch wenn es nicht die freundlichste Art und Weise war, welche sie ihm da präsentiert hatte.
      Jedoch war es ihm ebenfalls ein Anliegen sich zu entschuldigen, da man als neuer Nachbar auch nicht gerade das Recht hatte sich so zu verhalten wie es der braunhaarige tat und dazu auch vielleicht noch zu zwingen, dass sie zu ihm zum Essen kamen.
      Nachdem dies dann zum Glück auch vom Tisch war, wechselte das Thema ziemlich schnell zu einem Glas Wein weshalb er vorschlug da besser zu ihm zu gehen, da sie dort ungestört sein konnten.
      Dass Einzige was wirklich passieren könnte war, dass seine Schwester vielleicht neugierig wäre aber soweit er vorher gesehen hatte war diese schon ziemlich erschöpft vom Umzug gewesen, weshalb er sich da eher weniger Gedanken darüber machte.
      Als beide bei ihm im Haus ankamen und Daniel ihr erstmal anbot ihm Wohnzimmer auf sie zu warten, wollte er dann auch noch schnell wissen ob sie einen gewissen Wein hatte, welchen die junge Dame gerne trank, doch war dies nicht der Fall, ließ es sich aber nicht nehmen sich einen Weißwein zu bestellen was ihm sichtlich beruhigte.
      Soweit er wusste, trank Onkel Steve eher nur Weißwein, weshalb es schon oft mal ein Glücksgriff war, wenn ein Rotwein unten im Keller vorhanden war.
      Daher nickte er zum Verständnis und begab sich im nächsten Moment schon runter, wobei er einenguten italienschischen Weißwein del Veneto unten fand.
      Er war zwar ein Wein aber dennoch leicht & fruchtig gewesen, was vielleicht gut ihren Geschmack treffen könnte.
      Was genau Aelin gerne für einen trank wusste er nicht aber wie falsch kann man mit einem italienischen Wein liegen ?
      Mit einem sanften Lächeln wieder auf den Lippen begab sich wieder rauf in das Erdgeschoss wobei sein weiterer Weg gleich in die Küche führt wo er aus dem Regal die Weingläser holte, nachdem er erstmal alles durchsah, bevor er dann schließlich schon mit diesen zu ihr ins Wohnzimmer kam, welches sichtlich schlicht eingerichtet war mit ein paar Famielienfotos und ein paar Pflanzen welchen den Raum eher noch etwas schmückten.
      Sein Onkel legte noch nie viel Wert auf Einrichtung weshalb man im Haus irgendwie auch merken konnte, wenn man genauer hinsah, dass defintiv eine Frau fehlte.
      "Hier, ich hoffe er schmeckt" übergab er ihr das Glas und hielt es der jungen Dame schon zum Anstoß schon hin bevor er dann selbst kurz daran roch bevor er einen Schluck davon machte und selber zugeben musste, dass es gar nicht mal so schlecht schmeckte.
      "Also....was treibt eine junge Dame wie dich schon so früh zur Verzweiflung ?" fragte er sanft nach wobei er aber schon wusste, dass die braunhaarige eher weniger mit der Sprache rausrücken wird.
      Sie machte nämlich nicht gerade den Eindruck als würde sie sich oft jemanden öffnen, was Daniel wiederrum schade fand, da jeder Mensch einfach jemanden brauchte mit dem man reden konnte.
      Und so wie es aussah, war auch nicht gerade ihr Freund in der Nähe gewesen !
      War es überhaupt ihr Freund ?
      "Woher kennst du diesen Chris eigentlich ? Ist er etwa dein Freund ?" musste er dann wieder lächeln.
      Er wusste nicht genau was er sie fragen konnte ohne, dass sie sich verschloss weshalb ihm nur das übrig blieb was er so sah.


      "Live your Life......you only have this one chance !"