In the end [Mizu&Lucy~]

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    • In the end [Mizu&Lucy~]

      Vorstellung:
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      @Lucy~



      Richard Baker

      Es war so weit, der Ausflug auf den sich die meisten in unserem Jahrgang freuten stand kurz bevor. Die Abschlussfahrt war schon immer etwas besonderes und von den abgehenden Jahrgängen, hörte man die verrücktesten Geschichten. Von großen Besäufnissen, bis zu der ein oder anderen Entjungferung war schon alles dabei. Natürlich planten meine Jungs und ich ebenfalls den ein oder anderen Streich, für Alkohol sorgten wir natürlich auch. Doch nichts, absolut nichts lief wie geplant, nachdem wir in diesem kleinen Dörfchen im nichts ankamen.

      "Wenn ich eure Namen aufrufe, stellt ihr euch in Grüppchen zusammen. Diese Schüler werden eure Bungalow Mitbewohner sein.", verkündete unsere Lehrerin Frau Walker und erntete verständlicherweise nur ein lautes Schnauben und Seufzten. "Ist das ihr ernst? Das ist unsere Abschlussfahrt und die dürfen wir nicht mit unseren besten Freunden verbringen?", brüllte ich dazwischen. Diese Schule war einfach das letzte. "Es ist ihre Abschlussfahrt ja, aber trotzdem wollten wir, dass sich die Schüler mischen. Schließlich werden sie den einen oder anderen nicht wiedersehen. Also bitte benehmen sie sich einfach, sie werden genug Möglichkeiten haben Zeit mit ihren Freunden zu verbringen Herr Baker.", erwiderte die Lehrerin deutlich angenervt. "Tze, jaja, machen sie's doch wie sie wollen..", murmelte ich und schüttelte nur den Kopf. Dann bleib mir wohl nichts anderes übrig als abzuwarten, vielleicht würde die Aufteilung gar nicht so übel ausfallen und ich käme mit ein paar süßen Mädels in ein Häuschen. "Joe Grey, Richard Baker..", meine Augen blitzten auf, ein Treffer sehr gut! Joe und ich gaben uns ein imaginäres Highfive, da wir weiter auseinander standen, doch beim nächsten Namen wäre mir fast die Kinnlade runtergefallen. "Zoey Miller und Tracy Chang. Ihr vier geht bitte da rüber.", sagte die Lehrerin. In meinem Inneren zog sich alles zusammen. Warum musste ausgerechnet ich mit Zoey in ein Zimmer? Das letzte was mir gefehlt hatte, war diese Kuh auch noch an der Backe zu haben. Seufzend ging in zu den anderen und warf Zoey einen abwertenden Blick zu. "Wenn du mir meine Pläne durchkreuzt, dann schwöre ich dir, wirst du keinen Spaß haben auf dieser Abschlussfahrt.", murmelte ich ihr leise zu und widmete mich dann Joe. Schließlich hatten wir so einiges zu planen. Das würde DIE Abschlussfahrt werden, von der die Schüler noch Jahre reden würden. Woher sollte ich zu dem Zeitpunkt auch wissen, dass es tatsächlich so ausgehen würde.
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    • Alison Baker

      Nicht nur mein Bruder, nein auch ich freute mich riesig auf diese Klassenfahrt. Selbstverständlich hatte ich für mich und meine Mädels auch ziemlich gutes Zeug eingepackt. Ich ging felsenfest davon aus, dass ich auch mit ebendiesen Mädels in eine Hütte kommen würde. Aber Fehlanzeige! Frau Walker zog uns da einen mächtigen Strich durch die Rechnung. Panisch sah ich die Mädchen an. Ich hoffte so sehr, dass ich mit den Richtigen das Zimmern teilen würde. Hatte Frau Walker wirklich gedacht, dass sie damit eine Fahrt des Jahrhunderts ruinieren könnte? Da kannte sie wohl die Baker Familie nicht gut genug. "Alison Baker, Monika Carter...", rief sie auf und da hätte ich am Liebsten zu Kotzen angefangen. "Nicht ihr ernst, Frau Walker! Sie können mich doch nicht mit dieser Ätzkuh hier einsperren", beklagte ich mich. "Fräulein Baker", rief sie empört. "Hier gibt es keine Wiederrede. Die Gruppen sind fest", fügte sie bei und rief die weiteren zwei auf, die sich mit mir und Monika Spießertussi das Zimmer teilten. "Lilly Smith und Hannah Jones", fügte sie hinzu. Ja, meine beiden Mädchen waren wenigstens mit dabei. Ich hab Monika keine 2 Stunden bis sie freiwillig und heulend die Hütte verlassen würde. Wir drei würden ihr sicherlich Feuer unterm Arsch machen. So sahs aus! Ich ging mit den drei anderen Mädchen an den Platz, den uns Frau Walker zuteilte. "Hört mal, du kleines Mauerblümchen", fing ich an und wandte mich zu Monika zu. "Wenn ich auch nur ein dummes Piepsen von dir hören, mach ich dich kalt, verstanden? Du hast zwei Möglichkeiten: Entweder du verpisst dich freiwillig oder wir zwingen dich dazu", sagte ich drohend und sah sie ernst an. Dieser elende Dackelblick lud praktisch dazu ein, ihr eine reinzuhauen, aber vorerst hielt ich mich lieber zurück.

      Zoey Miller

      Ich hatte überhaupt keine Lust auf diese Klassenfahrt. Lieber wollte ich für mich sein, lesen und einfach nur Musik hören. Die Tatsache, dass ich dann auch noch mit Richard in eine Hütte musste, machte die Sache nicht besser. Oh ein Mist! Ich ging zu unserem zugewiesenen Platz und natürlich quatschte mich Richard dumm an. Als würde ich mich auch in seinen Kram einmischen wollen. Was war nur aus ihm geworden? Ich erinnerte mich an eine Zeit, wo er ein wirklich toller Mensch gewesen war und mir sehr imponiert hatte. Jetzt hingegen ist er nur noch ein selbstgefälliges Arschloch, dem die Meinungen Anderer nicht scherte. Soweit ich beobachten konnte, hatten auch viele seiner angeblichen Freunde Respekt vor ihm. Er benutzte alle nur zu seinen Zwecken. Was die ganzen Mädchen an ihm fanden, verstand ich nicht. Er mochte zwar noch immer gut aussehen, aber mit diesem Charakter war er mehr als nur hässlich. Früher war er wirklich nett und ich mochte ihn so sehr. Ich seufzte schwer und drehte mich von ihm weg. "Lass mich einfach in Ruhe, Richard", sagte ich nur und schlug mein Buch auf, dass ich schon auf der Fahrt hierher angefangen hatte zu lesen. Es handelte von einer Liebesstory zwischen einem Vampir und einem Menschen. Ziemlich erotisch und fesselnd. Ich würde es wohl erst wieder aus der Hand lesen, bis ich die 631 Seiten gelesen hatte.
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    • Richard Baker

      Zoeys Antwort überraschte mich zugegebenermaßen etwas. Ich war es nicht gewohnt Konter in jeglicher Form von ihr zu bekommen. Normalerweise nahm sie alles einfach hin oder wir ignorierten uns. "Jaja, von dir will doch eh keiner was.", spottete ich und ging einige Schritte von ihr Weg. Joe und ich planten bereits den Streich des Abends. Wir würden Frau Walker eine heiße Schokolade und etwas Gebäck bringen, mit natürlichen Kräutern versetzt. Oh man, ich konnte es kaum erwarten ihr Gesicht zu sehen. Die Einordnung der Hütten dauerte gefühlt eine Ewigkeit, somit war ich froh, als der letzte Name endlich aufgerufen wurde und wir unsere Sachen aus dem Bus holten. Schnell stürmten Joe und ich nach vorne, um uns die besten betten in unserer Hütte zu sichern. In der Hütte schleuderte ich meine Tasche auf die obere Etage des Bettes und rief "MEINS!!", gefolgt von einem kurzen Siegestanz. "Tja Joe, du bleibst wohl unten.", säuselte ich schadenfroh. Danach kamen auch die anderen beiden Mädchen auf das Zimmer. "Hey Tracy, hab dir das obere Bett reserviert. Viel Spaß da.", sagte ich lässig und deutete mit dem Kopf auf das andere Hochbett. "Wow, ehm danke Richy.", ich winkte kurz ab. Eigentlich wollte ich nur dafür sorgen, dass Zoey unten blieb. Ich hatte einfach keinen Bock mit ihr auf der selben Höhe zu schlafen. Nachdem mein Bett bezogen war, fingen Joe und ich mit den Vorbereitungen für den heutigen Abend an, jedenfalls bis unsere Lehrerin uns wieder alle zusammen trommelte.


      Monika Carter

      In meinen Ohren dröhnte nach wie vor eine Playlist Anime Openings, bis ich bemerkte wie mir jemand in die Seite stupste. Langsam zog ich meine Kopfhörer ab und das holte mich in die Realität zurück. "Achja..", murmelte ich zu mir selbst. Das war ja unsere Abschlussfahrt. Glücklicherweise hatte ich mich gut vorbereitet. Ich konnte jetzt zwar eine volle Woche nicht Streamen, aber zum Glück hatte ich mein Handy und zwei handliche Konsolen dabei. Ich bekam von der Zimmer Aufteilung nicht viel mit, bis ich meinen Namen und darauffolgende Empörung vernahm. Seufzend sah ich auf mein Handy. Ich müsste also volle fünf Tage mit Alison Baker klar kommen. Eine Person mit der ich freiwillig nie was zu tun haben würde. Eigentlich wollte ich mich aus der Sache komplett raushalten und einfach meine Videospiele spielen, doch die Schwester des Jahrgangsrüpels kam mir leider zuvor und das in Begleitung ihrer zwei Bodyguards. Ich musste zugeben, dass es mir schon enorm einschüchterte. Schließlich waren die Mädels zu dritt und ich hätte keine Chance gegen sie. "Du wirst nicht bemerken, dass ich überhaupt da bin.", sagte ich leise und monoton. Ich war vielleicht etwas schüchtern und wirkte verpeilt, aber nicht dumm. Nachdem alle ihre Hütten zugewiesen bekamen, nahm ich mir meine Sachen und ging zu unserer Hütte. Ich platzierte meine Sachen auf der unteren Etage eines Bettes und packte meine PSP aus. Ich bekam nur flüchtig mit, wie die anderen drei Mädchen irgendwelche Pläne besprachen, bis wir alle nach draußen gerufen wurden.
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    • Alison Baker

      Ich musste laut auflachen, als diese blöde Kuh doch tatsächlich ihren Mund öffnete. "Achja?", kicherte ich. "Ich sag dir mal was...", fing ich an und beugte mich zu ihr vor. "Wenn du blöde Fotze auch nur ein Piep machst, gnade dir Gott", sagte ich ernst. "du wirst dich schön aus allem heraushalten. So eine blöde Spießerin wie dich brauchen wir nicht", erklärte ich ihr eindringlich und wendete mich von ihr ab. Ich hatte genug Zeit für sie verschwendet und hoffte, dass ich ihr wirklich meinen Standpunkt klar gemacht hatte. Das war die Abschlussfahrt. ABSCHLUSSFAHRT! Hier sollte es richtig zur Sache gehen. Vielleicht würde ich auch mit dem einen oder anderen Typen schlafen, wer weiß. Zumindest wollte ich Spaß haben und diese Tussi sollte mir da nicht dazwischen funkten mit ihrem spießiger Zocker Dasein. Hätte sie mal lieber ihre Zeit in der realen Welt verbracht, als nur in der Virtuellen. Vielleicht hätte sie dann sogar Freunde. Optisch musste ich zugeben, war sie schon recht interessant, aber wie sie sich gab, war furchtbar. Auf sie standen bestimmt nur so hässliche Nerds. Igitt! Ich schüttelte mich bei diesem Gedanken.
      Schließlich gingen wir hinein in die Hütte und ich warf meine Handtasche auf eines der oberen Betten. Natürlich war die kleine Spießerin unter mir. Wie ätzend! Aber das war mir jetzt egal. Immerhin stimmte die Hierarchie. "Mädels Treffen", kündigte ich an und meine beiden Mädels und ich trafen uns in der Mitte des Raumes. "Seht mal, was ich gute dabei habe", kicherte ich und hielt den beiden eine Flasche Jägermeister hin. "Wow!", rief die eine. "Du bist klasse", rief die andere und zu dritt gönnten wir uns einen Schluck. So ließ sich das alles hier etwas besser aushalten. "Und Monika, willst du auch einen Schluck?", fragte ich sie kichernd. "Oder findest du dann deine Tasten nicht mehr?", fügte ich hinzu, als ich bemerkte, dass sie an einer Konsole spielte. Ich beugte mich vor zu meinen Mädels und flüsterte leise etwas, ehe ich mich dann neben Monika auf das Bett setzte. "He!", fing ich an und seufzte. "Vielleicht hatten wir einen schlechten Start", sagte ich und lächelte sie freundlich an. "Vielleicht versuchen wir ja mal miteinander auszukommen, was hälst du davon?", fragte ich sie und klang ehrlich. Meine Mädels wussten natürlich, was ich geplant hatte.

      Zoey Miller

      Es traf mich irgendwie, als Richard sagte, dass keiner etwas von mir wollen würde. Er war so gemein geworden und ich wusste nicht einmal warum. Hatte ich ihm früher etwas angetan, von dem ich nichts mehr wusste? Wir waren einst die besten Freunde gewesen und unzertrennlich. Die meisten Kindheitserinnerungen waren zusammen mit ihm. Aber egal. Es brachte nichts darüber nachzudenken und ich las weiter in meinem Buch, bis die Einteilung endlich zu Ende gewesen war. Danach gingen wir in die Hütten, wo Richard direkt seinen Platz markierte. Nachdem Tracy und ich das Zimmer betraten, entgegnete Richard sofort, dass er Tracy das oberste Bett reserviert habe. Natürlich hatte er das. Dieser Vollidiot. Ich ärgerte mich so sehr, stellte mich dem aber dennoch nicht in den Weg, da ich keinen Streit wollte. Es brachte doch sowieso nicht, Ärger anzufangen. Wobei ich wirklich gerne im oberen Bett geschlafen hätte. Das hatte er mit Absicht gemacht, denn Tracy war nicht sonderlich seine Liga. Sie war eher etwas wie ich, zurückhaltend und einfach still. Trotzdem hatte sie mehr Freunde als ich. Ich nickte ihr zu, als sie mich leicht verunsichert angesehen hatte, um ihr zu signalisieren, dass es für mich Okay gewesen war. Ich bezog mein Bett ordentlich und sortierte meine Sachen in einen der Schränke, während die Jungs irgendwelchen Mist planten. Schließlich rief uns die Lehrerin zusammen. Ich wollt wieder nach Hause.
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    • Richard Baker

      "Pass auf und wenn Frau Walker die Kekse gegessen hat, dann warten wir sagen wir so 30 Minuten und trommeln dann die Klasse zusammen.", flüsterte ich meinem Freund zu. "Die wird so stoned sein, dass die locker direkt einschläft und dann können wir im Wald mit den Mädels ordentlich einen trinken.", verkündete ich stolz. Ich musste schon sagen, das was mit einer der besten Pläne die ich je hatte. Und wenn die Lehrerin erstmal außer Gefecht war, wurde das ganze zum Kinderspiel. Joe gab mir Fünf, "Klasse Plan, ich hab sogar n bisschen mehr rein getan. Die Olle wird so tief schlafen, die kriegt nichts mit.", "Perfekt.", doch nach unserem kleinen Dialog wurden wir alle nach draußen gerufen. Seufzend begaben wir uns dennoch raus, nur damit ich kurz darauf einen halben Anfall bekomme. "Also ihr Lieben, ihr hattet ja Zeit euch etwas einzurichten. Da wir recht lange unterwegs waren und es so langsam dunkel wird, sollten wir uns ans Abendessen machen. Alison, Monika, Joe..", Frau Walker rief noch einige andere Namen auf, "..ihr kümmert euch um den Grill und die Tische. Richard und Zoey, ihr geht bitte Feuerholz für das Lagerfeuer sammeln. Und lauft bitte nicht zu tief in den Wald hinein.", beendete sie ihre Rede und ich stampfte wütend auf. "Ist das ihr ernst? Ich muss mit der in eine Hütte und dann auch noch Holz sammeln? Sie wollen mich doch verarschen..", murmelte ich hinterher. "Sie beide gehen das Holz holen und Ende! Ich habe keine Lust auf ihre ewigen Diskussionen und Widerworte.", damit drückte sie mir einen riesen Beutel in die Hand und schob Zoey in meine Richtung. "Viel Erfolg und bis gleich.", sagte sie froh lächelnd. Gott, am liebsten hätte ich diese Frau geschlagen, aber so war ich nicht. Mit dieser dummen Tüte ging ich vor, ohne auf meine Klassenkameradin zu warten. "Komm du lahme Ente, hab keinen Bock das alleine zu machen."


      Monika Carter

      Alisons Worte hallten mir immer noch im Kopf. Ich bin also die blöde Fotze. Naja, etwas anderes war ich von der Baker Familie auch nicht gewohnt. Bruder und Schwester, beide gleich. Um deren Gelaber nicht hören zu müssen, steckte ich meine Kopfhörer an die kleine Konsole und bekam nicht mit, dass sich die drei Damen schon genüsslich einen Schluck Jägermeister kippten. Bah, dieses Zeug stank fürchterlich. Erst als Alison wieder direkt vor mir stand, nahm ich die Kopfhörer ab und sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. "Ich trinke keinen Alkohol, aber danke.", lehnte ich höflich ab. Warum ich so nett zu dieser Kuh war? Ich wusste es selbst nicht, aber da ich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch war, hatte ich auch einfach nicht die Lust hier einen Streit anzuzetteln. Als das Mädchen sich dann neben mir setzte, legte ich meine PSP beiseite. Sicher ist sicher, nicht dass sie sie mir gleich aus der Hand schlagen würde. Während Alison so seufzte und lächelte, sah sie doch irgendwie ganz süß aus. Naja, der Charakter machte eben doch sehr viel aus. "Ehm, okaay?", fragte ich etwas skeptisch. Aber vielleicht hatte sie recht und wir würden wenigsten auf der Klassenfahrt unser Kriegsbeil begraben können. "Ja, nagut, warum nicht.", stimmte ich zu. Doch zum Glück wurden wir alle hinausgerufen, sodass ich dann schnell aufstand und nach draußen ging. Um ehrlich zu sein war mir das ganze nicht wirklich geheuer, aber jetzt musste ich wohl damit leben. Das ist dann mit Alison eingeteilt wurde, um die Tische vorzubereiten, machte es nicht besser. Ein bisschen beneidete ich Zoey, ich wäre lieber Holz sammeln gegangen, auch wenn Richard genau so ein Arschloch war wie seine Schwester. Aber mit ihm hatte ich wenigstens nicht wirklich was zu tun, also wäre das ganz ruhig verlaufen. Im Gegensatz zum Tischedecken.
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    • Alison Baker

      Die dumme Lehrerin unterbrach meinen Plan vollkommen, indem sie uns nach draußen rief. Aber immerhin hatte ich Monika soweit, dass sie mir, wenn auch nur ansatzweise, glaubte, dass ich mich mit ihr vertragen wollte. "Schön, das freut mich, Monika", sagte ich freundlich und ging mit den Mädels nach draußen. Lilly und Hannah sahen mich grinsend an. "Das läuft gut, Allie!", sagte Lilly und kicherte kindisch und auch Hannah ging in das Kichern mit hinein. "Wenn die erstmal voll ist, dann machen wir sie fertig. Vielleicht bringe ich meinen Bruder dazu sie zu knutschen und zu demütigen", erklärte ich und lachte dabei. "Aber mal schauen. Ich lass mich einfach leiten", erklärte ich und lief zum Sammelplatz. Ich beobachtete meinen Bruder, wie er wütend darüber reagierte, mit Zoey Miller Feuerholz zu holen. Die beiden waren damals so gute Freunde gewesen. Auch ich hatte guten Kontakt zu Zoey, aber Richard war einfach ihr bester Freund gewesen und dagegen konnte überhaupt niemand etwas machen. Das war damals schon recht niedlich, wenn ich mich recht erinnerte. Während der Mittelstufe war allerdings irgendetwas zwischen den beiden passiert, was ich selbst nicht wusste. Richard sprach darüber nie. Dafür fing er an sie zu mobben und Zoey wandte sich auch von mir ab. Aber mir machte das weniger etwas aus, als Richard. Ich glaubte fast schon irgendwie, dass sie ihm das Herz gebrochen hatte. Die Tatsache, dass die beiden zusammen wohnten und auch noch Holz holen mussten, hielt ich nicht sonderlich für gut. Es würde irgendetwas passieren, dass hatte ich so im Gefühl. Aber genug davon! Ich musste mit Monika die Tische anrichten. Das passte mir perfekt. "Aber sicher doch, Frau Walker", bestätigte ich freudig und lief zu meiner Hüttengenossin. Ich legte meinen Arm um sie und lächelte. "Das kriegen wir schon hin, oder?", sagte ich zu ihr. "Ich hab das irgendwie das Gefühl, als ob wir uns bald schon richtig gut verstehen werde", kicherte ich und ließ von ihr ab. "Komm schon du Faulpelz", rief ich zu ihr, während ich mich schon auf den Weg machte.

      Zoey Miller

      ich ärgerte mich zutiefst, dass ich mit diesen Holzkopf jetzt Feuerholz holen musste. Auch ihm schien das ganz und gar nicht zu gefallen, jedoch hielt ich mich zurück. Ich war nicht so impulsiv und deswegen hielt ich mich schön zurück. Natürlich ging Richard nach seinem Wutanfall direkt los und ließ mich weit zurück. Ich lief ihm hinterher und er meckerte, dass er nicht alles alleine machen wolle. "Das sollst du ja auch gar nicht", entgegnete ich ihm genervt und lief etwas schneller. Er nervte mich so und es stimmte mich traurig mit ihm unterwegs zu sein. Kurz fühlte es sich an wie früher, als wir als Kinder gemeinsam den Wald erforscht und uns eigene Tippies aus Ästen gebaut hatten. Man das war eine schöne Zeit. Ich vermisste sie. Ich lief herum und sammelte trockene Äste ein und ging auf Richard zu. "Darf ich die bitte da rein machen?", fragte ich. Natürlich öffnete er nicht sofort die Tasche. "Willst du hier noch bis morgen mit mir herumlaufen? Umso schneller der Sack voll ist, umso schneller hast du mich los", meinte ich und seufzte. Normalerweise hielt ich mich weitestgehend zurück, aber heute provozierte mich Richard mehr als sonst. Wir gingen allmählich immer tiefer in den Wald hinein und die Sonne begann unterzugehen. Es gab nicht so viel trockenes Holz, dass für das Lagerfeuer dienen sollte. Ich wollte nur ungern zu lange mit ihm unterwegs sein, andererseits wäre es vielleicht eine gute Gelegenheit sich auszusprechen. Wobei, was sollte das noch bringen? Wir würden an unterschiedlichen Unis gehen und nach der Klassenfahrt wohl auch niemals mehr wieder sehen. Bald konnte ich unter alldem endlich einen Schlussstrich ziehen.
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    • Richard Baker

      Nach meinen Kommentar, kam Zoey auch ganz schnell nach. Ich lief immer einige Schritte vor ihr, eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust mit ihr zu reden, schließlich nagte die Sache aus der Mittelstufe immer noch an mir. Es war etwas völlig banales, doch ihre Reaktion damals versetzt mir manchmal heute noch einen Stich. Als sie mit einigen Ästen zu mir kam, zog ich den Beutel provokant weg. "Ja chill mal, hier..", patzte ich sie an und öffnete den Beutel. Schließlich gingen wir doch immer tiefer in den Wald hinein und ich sammelte nach und nach mehr trockenes Holz ein. Auch wenn ich eigentlich nicht mit ihr reden wollte, musste ich eine Sache los werden. "Ey Zoey, erinnerst du dich noch an den Brief am Valentinstag vor 3 Jahren?", nebenher sammelte ich weitere Äste und Stöcke. Ich versuchte so neutral wie möglich zu wirken, damit sie nicht die Gelegenheit hatte zu denken, dass es mich noch irgendwie interessieren würde. "Der anonyme, mit den Rosen. Ich habe bereits mein halbes Leben mit dir verbracht und ich wusste schon immer, da ist mehr bla bla bla..", zitierte ich. "Deine Reaktion darauf damals. Du hast gelacht, es für einen Scherz gehalten und alles weggeworfen, bevor du ihn zu Ende gelesen hast, stimmts?", beendete ich meinen kurzen Monolog. Nicht das es mich jetzt noch großartig stören würde, aber ich schrieb diesen Brief. Ich schrieb ihn, weil ich nicht die Eier in der Hose hatte, um es ihr persönlich zu sagen und was machte sie? Trampelte lachend auf meinen Gefühlen herum. "Ist auch egal, der Sack ist so langsam voll, lass uns zurück gehen.", sagte ich kalt und sah mich um, um den Weg zurück zu finden. Als ich diesen gerade antreten wollte, hörte ich mehrere Laute schreie. Fuck.



      Monika Carter

      Es war etwas befremdlich, dass Alison auf einmal ihren Arm so um mich legte, aber ich versuchte besser nicht mich aus ihrem Griff zu befreien. "Ja, ich komme ja schon.", murmelte ich leise und folgte ihr zu den Tischen. Während ich nach und nach Geschirr aus einer Kiste holte, bemerkte ich etwas seltsames. Auf einmal war es auffällig still. Naja, wir waren zwar in einem Wald, doch normalerweise konnte man noch einige Vögel hören, doch gerade herrschte absolute Stille. Ich stellte die Sachen auf dem Tisch ab und ging einige Schritte in Richtung des Waldes, als ich jemanden auf das Gelände rennen sah. Lachend drehte ich mich um, vermutlich hatte ich einfach zu viele Videospiele gespielt und es mir eingebildet, aber ich vermutete einen Menschen gesehen zu haben. Einen blutüberströmten Menschen. Sah schon fast aus wie ein Zombie, guter Schwerz Richy. Doch als ich realisierte, dass es kein Scherz war, war es irgendwie zu spät.
      Es passierte so schnell aber dann kamen ein, zwei Menschen aus dem Wald und griffen einfach die anderen Schüler an. Wie angewurzelt stand ich einfach da und konnte nichts machen. Ich hörte die Schreie der anderen und war nicht fähig mich zu bewegen, bis eines dieser Viecher auf Alison zu rannte. Keine Ahnung wieso, doch ich rannte zu ihr, griff nach ihrer Hand und rannte mit ihr in den Wald hinein. "Ich glaube nicht, dass wir jetzt sonderlich lange warten sollten. Lauf einfach!", sagte ich schnell und wir rannten noch ein ganzen Stück zusammen, bis mir die Puste ausging. Naja, ich hasste Sport, was sollte ich dazu sagen.
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    • Alison Baker

      Wir gingen zu den Tischen und fingen allmählich an diese herzurichten. Während ich einige Servietten faltete, wurde es urplötzlich ziemlich still. Irgendwie hatte ich die ganze Zeit irgendwelche Geräusche in meinen Ohren und dann war es still. Unerträglich still. Ich richtete mich auf uns sah mich um. Wo waren alle hin? Dann sah ich in den Wald hinein und nicht mal von dort kam auch nur ein einziges Geräusch. Ich wendete mich Monika zu, die es ebenfalls zu bemerken schien. Verwirrt sah ich sie an, doch sagte nichts. Es fühlte sich falsch an, etwas zu sagen. Das wäre entgegen der Natur dieser Stille. Innerlich betete ich dafür, dass mein Bruder die Finger im Spiel hatte. Angst zog sich durch meinen Körper und löste eine unangenehme Gänsehaut in mir aus. Die Stille, die mich fast schon wahnsinnig machte, wurde gestört von einem blutüberströmten Menschen, der auf uns zu gerannt kam. Es stieß fürchterliche Geräusche aus und schien keine Kleidung mehr am Leib zu tragen. Stopp! Ich kannte diese Person. "Lilly", sagte ich leise zu mir selbst. Monika sah das Ganze auch und drehte sich lachend zu mir um. Hielt sie das für einen Scherz? Gerade, als ich mich entschlossen hatte auf Lilly zu zugehen und ihr einen Krankenwagen rufen konnte, hörte ich nur noch unerbittliche Schreie voller Schmerzen und Qualen. Mir fiel auf, dass die Stille mir um einiges lieber gewesen war. Tränen rannten meiner Wange herunter, als ich Joe, ein guter Freund von Richy auf mich zurennen sah. Auch er war blutüberströmt, wirkte jedoch nicht mehr menschlich. Wie ein Tier knurrte und stöhnte er und lief lüsternd auf mich zu. Monika packte mich und zog mich augenblicklich mit ihr. Wir rannten uns fast schon die Seele aus dem Leib. Irgendwann konnten wir beide nicht mehr und keuchten wie Elefanten. Erschöpft und völlig außer Kraft ließ ich mich mit dem Hintern auf den Waldboden fallen. Ich starrte ins Leere, denn ich begriff nicht, was ich soeben gesehen hatte. "Monika... was- was war das?", fragte ich zittrig. "Ich bring Richy um", fügte ich hinzu. Ich hoffte inständig, dass es nur ein blöder Scherz gewesen war. Diese Dinger wirkten wie Zombies, aber das konnte nicht sein.

      Zoey Miller

      Wir sammelten weiterhin Holz ein. Plötzlich fing Richard an mit mir zu sprechen, was mich ziemlich erschreckte. Ich ahnte wieder irgendwelchen Spott einzusacken oder gar von ihm gedemütigt zu werden. Doch, er sprach etwas völlig anderes an. Er sprach von einem Brief, den ich vor 3 Jahren zu Valentinstag bekommen haben soll. Es dauerte eine ziemlich lange Gedenkpause, bis ich mich schließlich daran erinnerte. "Vage erinnere ich mich, ja wieso fragst du?", fragte ich nach und verstand den Zusammenhang nicht. Er war damals dabei, als ich ihn las und darüber zu Lachen anfing. Als Richard dann auch noch anfing den Brief zu zitieren, erinnerte ich mich endlich vollständig an eben diesen Tag. Der Brief war anonym, aber die Tatsache, dass dort geschrieben stand, dass eben diese Person bereits sein halbes Leben mir mir verbracht hatte, ließ mich damals schon schlussfolgern, dass er von Richy geschrieben worden war. Richard beschrieb diese Situation ziemlich monoton und gefühllos. So, als ob es ihm nichts ausmacht, aber wieso sprach er dann darüber? Das war damals eine ziemlich schwierige Situation für mich, aber ich dachte nicht, dass es für ihn doch so sehr von Bedeutung gewesen war. Was wollte er von mir hören? Eine Entschuldigung? Für was? Dafür, dass er mich verletzt hatte? Am Tag vor Valentinstag bekam ich mit, wie er mit Joe über mich sprach. Er sagte, dass er niemals etwas von mir wollen würde und ich ihm scheiß egal gewesen war und dann schrieb er mir an Valentinstag einen Liebesbrief? Ich wusste noch, wie ich den ganzen Abend heulte wie ein Schlosshund, als ich das Gespräch mitangehört hatte. An diesem Abend nahm ich mir vor niemals wieder mit ihm Zeit zu verbringen. Dann entdeckte ich an meinem Spind diesen Brief las ihn zur Hälfte und verstand, dass er von Richy kam. Dieser stand zu diesem Zeitpunkt bereits bei mir und sah mich hoffnungsvoll an. Ich wusste noch, dass ich ihn als Heuchler in meinem Kopf beleidigte und fing lauthals an zu lachen. Ich machte ihn vor allen Schülern, die sich auf den Fluren befanden, zum Narren. Den Brief warf ich provokant in die Mülltonne und lief an ihm vorbei. Dieser Tag zerbrach mir das Herz, aber ich wusste, dass er es nicht ernst meinte. "Du meinst deine Lüge auf Papier?", fragte ich provozierend nach. "Ich wusste, dass er von dir gewesen war, aber ich könnte niemals in jemanden wie dich verliebt sein", stellte ich klar und spürte, wie die alte Narbe in meinem Herzen zu pochen begann. Es tat mir weh so über ihn zu sprechen, aber ich musste mich irgendwie schützen. Schließlich wollte Richy zurück gehen, da wir bereits den Sack gefüllt hatten. Als wir uns auf den Rückweg machen, hörten wir Schreie, die keineswegs zum Spaß gerufen worden sind. "Was ist da los?", fragte ich und sah Rauch aufsteigen. Die Hütten brannten und die Schreie wurden lauter bis sie schließlich komplett versiegten. Instinktiv griff ich Richard an seinen Unterarm und packte diesen fest. "Warte!", sagte ich mit Bedacht. Ich war mir sicher, dass die Schreie nicht nur durch das Feuer ausgelöst worden waren.
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    • Richard Baker

      Zoey tat natürlich wieder auf Dummchen, als es um den Brief ging, typisch für diese Kuh. Doch, ihre folgenden Worte trafen mich doch mehr als erwartet und ich blieb einen Moment einfach stehen. Es hat mich Wochen an Überwindung gekostet dieses verdammten Brief zu schreiben, diese bescheuerten Rosen zu kaufen und wofür? Dafür, dass meine so genannte beste Freundin mich vor versammelter Mannschaft bloßstellte und sich dann einfach aus dem Staub machte. Als sie das Ganze erneut als Lüge abstempelte, war ich kurz davor wirklich auszurasten. „Was für eine Lüge? Willst du mich komplett verarschen? Hättest du diesen verdammten Brief mal zu Ende gelesen, wären wir beide jetzt vielleicht..“, ich pausierte ruckartig. Nein, das würde ich nicht aussprechen. Sie würde diese Worte niemals mehr aus meinem Mund hören. Ich erinnere mich noch, damals als Kinder, wollten wir uns heiraten und hatten sogar im Kindergarten eine kleine Hochzeit mit unseren Freunden, sowas bescheuertes. Und ich war auch noch so blöd zu denken, dass da mehr sein könnte. Zoey brach mir vor 3 Jahren vor der halben Schule das Herz und war dabei auch noch amüsiert. Seitdem hatte sie nicht mehr wirklich viel Spaß, denn ich tat es ihr gleich. Völlig davon abgesehen ob es Kindergarten war oder nicht, ich wollte ihr weh tun, so wie sie mir weh tat.
      Gerade als ich an diesem Miststück vorbeilaufen wollte, bemerkte ich ihre Hand auf meinem Arm. „Was willst du denn jetzt von mir? Hau ab..“, bemerkte ich nur an und lief den Weg zum Dörfchen zurück. Als wir aus dem Wald kamen, war alles in Schutt und Asche, die Schüler waren ebenfalls alle weg. „Ganz großes Kino, ehrlich Leute.“, wir mussten uns wohl verlaufen haben und sind an einer anderen Lichtung raus gekommen. Als ich gerade wieder umdrehen wollte, sah ich Joe auf mich zu rennen, „Wow, super eingefädelt Kumpel..“, sagte ich, doch mein bester Freund reagierte nicht. Sein Blick war kalt und nur auf mich fokussiert, als wäre da kein bisschen Leben mehr in ihm. Doch ehe ich realisierte was eigentlich ab ging, lag ich auf dem Rücken und versuchte meinen Klassenkameraden von mir fern zu halten.



      Monika Carter

      Keuchend lehnte ich mich an den nächst besten Baum, während Alison sich eine Pause im sitzen genehmigte. Ich rieb mir die Stirn und die Augen. Gott, das konnte doch alles nicht wahr sein. Ich meine, ich hatte schon viele Videospiele mit Zombies gespielt, aber das konnte doch jetzt nicht echt sein. Das war unmöglich! Oder? Ich versuchte tief ein und aus zu atmen und nochmal zu überdenken, was gerade passiert war. Doch je öfter ich darüber nach dachte, umso mehr bestätigte es sich. Es war real. „Alison, ich - ich hab keine Ahnung was das war okay? Ich habe das selbe gesehen wie du.“, patzte ich sie an und sah sie an. Sie zitterte. Ihr ganzer Körper zitterte und ich konnte es ihr nicht verübeln, denn ich hatte auch Angst. Das hier war kein Spiel mehr, das war das echte Leben. „Okay, tut mir leid. Lass uns, lass uns einfach weiter ja? Wenn wir aus dem Wald raus sind müssen wir nur über die Townbridge und sind in der Stadt okay?“, erklärte ich und wollte meine Hand nach ihr ausstrecken, als ich wieder diese Schreie vernahm. „Also Alison, komm schon bitte.“, jammerte ich und mir schossen Tränen in die Augen. Vielleicht war es Glück im Unglück, denn zur Abwechslung bekam ich keinen dummen Spruch gedrückt, sondern die schwarzhaarige stand auf und wir rannten weiter durch den Wald. Manchmal war es vielleicht ganz gut ein Nerd zu sein, denn nach einiger Zeit lenkte ich uns aus dem Wald heraus, doch schon vor der Brücke, sackte ich zusammen und hielt mir die Hände vors Gesicht. „Nein, warum? Das kann doch alles nicht wahr sein, das ist doch völlig unmöglich..“, murmelte ich, während auf der anderen Seite der Brücke Rauch zu sehen war. Einige Stadtteile schienen betroffen zu sein, jedenfalls jene, die kurz nach der Brücke kamen.
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    • Alison Baker

      Ich war vollkommen aus dem Wind und verstand das alles nicht. Es wollte nicht in meinen Kopf reingehen. "Absurd", sagte ich leise und eher zu mir selbst. Das Monika eine blöde Bemerlung von sich gab, bekam ich eigentlich auch nur halb mit. Ich hatte definitiv keine Kraft mich mit ihr zu streiten. Jetzt ging es um Wichtigeres als das. Unser Leben schwebte in Gefahr. Lilly. Sie... meine Freundin war tot und mutierte zu einem Monster. Immerhin hatte sie wohl vorher etwas Spaß. Aber mit wem eigentlich? Das spielte keine Rolle mehr. Wäre sie doch nur bei mir geblieben, wäre sie jetzt vielleicht nicht tot. Ich seufzte schwer und sah hoch zu Monika, die mir ihre Hand hinhielt. Ich musste zugeben, dass Monika ziemlich gefasst wirkte, fast sogar stark, auch wenn ihr die Tränen in die Augen schossen. Monika, sonst eine verunsicherte und schüchterne Frau, die nun genau wusste, was getan werden musste. Also griff ich nach ihrer Hand und ließ mich von ihn auf meine zittrigen Beine stellen. Wir rannten gemeinsam los in Richtung der Brücke. Warum kannte sie sich hier so gut aus? Als wir fast schon die Brückte erreichten, brach Monika zusammen. Ich verstand erst nicht warum, weil sie ein paar Schritte vor mir war, aber dann wusste ich es. Teile der Stadt rauchten und Schreie waren zu hören. Sirenen, der Polizei und der Feuerwehr, aber auch Aufpralle von Autos drängen in meine Ohren. Das war also kein Streich. Das alles war echt und es passierte jetzt."Monika wir müssen von der Stadt entfernt bleiben. Dort finden wir keinen Schutz", meinte ich. Vielleicht wäre es besser, wenn wir im Wald bleiben würden und uns vor allem irgendwie bewaffneten. Ich ging neben Monika in die hocke und legte meinen Arm um sie. Unglaublich, dass ich das tat. Noch vor ein paar Stunden waren wir Erzfeinde und ich hatte geplant, sie abzufüllen, vielleicht meinen Bruder dazu bringen sie zu küssen oder auch mehr zu tun und sie dann vor allen zu demütigen. Wow, wenn ich das ganze in meinem Kopf abspielte, wäre das doch ziemlich heftig geworden. "Wir schaffen das, okay?!", versuchte ich sie zu ermutigen und sah ihr ins Gesicht. Mit war zuvor noch nie aufgefallen, wie süß sie aussah.

      Zoey Miller

      Es war interessant. Richard schien noch immer darüber sauer zu sein, obwohl er mich doch nur verarschen wollte?! Er war wirklich das Letzte. Mit seinem nächsten Satz verunsicherte er mich doch, als er irgendetwas andeutete, aber nicht vollständig ausbrach. Was wären wir dann?, fragte ich mich in Gedanken. Was meinte er damit?
      Als ich nach seinem Arm griff, wehrte er mich ab, was mich auch schon wieder irgendwie verletzte. Ich wollte ihn schützen, da ich merkte, dass hier etwas nicht in Ordnung gewesen war, doch er wollte nicht auf mich hören. Richard ging weiter und schien alles für einen Scherz zu halten. Joe kam auf ihn zu und starrte ihn erst einmal an. Sein Blick war leer und er sabberte. Zudem schien er ziemlich zu bluten. "Richy pass auf!", rief ich ihm zu, der die Lage wohl noch immer nicht verstanden hatte. Es war zu spät. Richy wurde von Joe überrumpelt und nun lagen beide am Boden und Richard versuchte Joe von sich fern zu halten. Ohne großartig nachzudenken, schnappte ich mit einen Feuerlöscher, der auf dem Boden herumlag, rannte auf die beiden zu und schleuderte den Feuerlöscher gegen Joes Kopf. Danach lief ich ihn fallen. Joe fiel von Richard herunter und Richy konnte sich wieder auf die Beine stellen. "Fuuuuck", keusche ich voller Adrenalin. Mein Herz raste und Tränen schossen mir in die Augen. Joe hingegen rappelte sich wieder auf und schien ziemlich wütend zu sein. Er knurrte. "Der hätte bewusstlos sein müssen", meinte ich.
      Wir alle fliegen hier unten...
    • Richard Baker

      Mit aller Kraft versuchte ich meinen Freund von mir zu drücken, doch dieser schien nichts anderes zu wollen, als mich zu beißen. Was zur Hölle? Im nächsten Moment passiert alles so schnell, dass mein Hirn nicht hinterher kam. Ich hörte einen dumpfen knall und verspürte eine tiefe Erleichterung, als Joe von mir abließ und neben mir auf den Boden aufschlug. Sofort stand ich auf und hörte Zoeys Stimme. "Bist du verrückt?", murmelte ich. Doch vielleicht war es nicht ihre schlechteste Entscheidung, denn Joe stand wieder auf. "Was für ein verrückter Scheiß läuft hier ab?", schrie ich wild, während mein Klassenkameradin wieder auf die Beine kam. Er knurrte und machte tierische Geräusche, während er wieder auf uns zu robbte. In meinem Körper zog sich alles zusammen, ich wollte das nicht. Ich wollte meinem besten Freund nichts antun, doch scheinbar hatte ich keine Wahl. Dieses Ding, das war nicht Joe.
      Da ich Fußball spielte, hatte ich einen ziemlich festen Tritt und auch wenn ich es nicht zugeben wollte, es ging gerade um mein Leben. Um Zoeys Leben. So fest ich konnte trat ich zu, hörte ein lautes Knacken und Joes Kopf sank zu Boden. Ich starrte ihn noch eine ganze Weile an, um sicher zu gehen, dass er nicht wieder aufstehen würde, dann sah ich Zoey an. "Danke.", sagte ich leise und drehte mich wieder weg. "Ich glaube nicht, dass wir hier noch jemanden finden werden. Wir sollten versuchen in die Stadt zu kommen.", ich machte eine Pause und atmete tief durch, "Mir gefällt das auch nicht, aber wir müssen jetzt wohl zusammen arbeiten.". Ich ließ diesen dämlichen Sack fallen und sah mich um. Das Dörfchen wurde mittlerweile ruhiger, die Schreie verteilten sich durch den Wald. Es wurde schwieriger als gedacht hier raus zu kommen.



      Monika Carter

      "Wieder in den Wald?", murmelte ich leise und spürte die Berührung meiner Klassenkameradin. Ich musste zugeben, dass sie mir gerade einfach Halt gab. Für den Bruchteil von einer Sekunde fühlte ich mich sicher. "Ich Wald gibt es kein Essen, keine Möglichkeiten sich zu verstecken.", erklärte ich, "Ich habe mir vor der Fahrt das Gebiet angeschaut und mich belesen. Hier gibt es keine Möglichkeiten einzukaufen oder sich zu verstecken, bis auf diese Bungalows. Normalerweise wird der Wald für Survival Kurse gebucht.", fuhr ich fort. Ja, vielleicht war es etwas drüber sich so weit über ein Reiseziel zu belesen, doch so war ich nun mal. Ich ging gerne auf Nummer sicher und dieses mal, war es sogar nützlich. Als ich Alison in die Augen sah, wirkte sie gar nicht mehr wie die Bitch, als die sie sich gab. Sie war besorgt und hatte Angst. Verständlich.
      Nickend schloss ich kurz die Augen, lehnte mich gegen meine Klassenkameradin und atmete tief durch. Okay, wir hatten noch eine Möglichkeit, eine Chance trotz allem in die Stadt zu kommen und dort Zuflucht und eventuell etwas zur Bewaffnung zu finden. Nach einer kurzen Denkphase richtete ich mich auf und griff nach Alisons Hand. "Wir können nicht im Wald bleibe, hier ist nichts.", betonte ich ausdrücklich, "Wir werden jetzt das Ufer entlang gehen, das ist nicht die einzige Brücke hier. Wir werden etwas Zeit brauchen, aber möglicherweise sieht es an der anderen Brücke anders aus als hier. Dort sollten wir versuchen uns mit etwas Essen, Rucksäcken und irgendwas zur Selbstverteidigung zu wappnen.", sprach ich zu Ende und stand auf. Vielleicht zahlte es sich auch aus, dass ich so viele Videospiele spielte. Was das taktische und strategische Denken anging, war ich ziemlich fit. Wir würden es in die Stadt schaffen, alles andere würde später folgen.
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    • Zoey Miller

      Richard stieß direkt gegen mich, indem er mich fragte, ob ich verrückt sei. War er wirklich so blöd, dass er noch immer nicht die Lage erkannte?! Joe kam wieder auf uns zu und wollte uns beißen. Wie sich das anhörte. So absurd. Ich konnte es kaum fassen. Etwas in Trance bemerkte ich die Gefahr diesmal nicht so gut wie eben bei Richard. Mein Körper war fast schon starr. Plötzlich trat Richard Joe ins Gesicht, sodass dieser zu Boden fiel. Wow. Richard hatte wirklich einen mega Tritt drauf. Für einen kleinen Augenblick drehte sich Richard zu mir und bedankte sich bei mir. Wieder war ich verwundert. Jetzt übernahm er die Führung und riet uns in die Stadt zu gehen sowie zusammenzuarbeiten. Ich nickte. "Ja, Richy", stimmte ich ihm noch einmal verbal zu. Alles in mir fing zu schmerzen an. Ich folgte Richy zurück in den Wald, doch dann sack ich auf die Knie ein und fing zu weinen an. Irgendwie versuchte ich stark zu bleiben, aber in diesem Moment war das nicht mehr möglich. Das Gespräch vorhin mit Richy und dann die Tatsache, was hier gerade abging, machte mich fertig. "Es tut mir leid, dass ich weine", schlurchzte ich. Alle waren tot. Machte Richard sich eigentlich keine Sorgen um Alison? Ich hatte hier niemanden, der mir sonderlich wichtig gewesen war, bis auf... bis auf Richy. Aber er war bei mir und es ging ihm gut. In diesem Moment musste ich aber an meine Familie denken. Ich machte mir Sorgen, dass das ganze nicht nur hier passieren würde. Das alles machte einfach keinen Sinn. Vielleicht hatte ich Glück und ich träumte nur. Ein fürchterlicher Albtraum, der hoffentlich gleich enden würde. "Wach auf, Zoey", befahl ich mir weinend.
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    • Richard Baker

      Nachdem Zoey mir zustimmte, ging ich wieder in Richtung des Waldes. Als ich einen dumpfen aufprallen hörte, blieb ich schlagartig stehen, doch ich starrte weiter gerade aus. Ich konnte es schon damals nicht ertragen, wenn Zoey weinte. Mein Herz schmerze, als ich ihr Schluchzen hörte. Ich schloss die Augen und atmete tief durch, ehe ich mich umdrehte und auf die junge Frau zuging. "Schon gut..", sagte ich nur leise und hockte mich neben sie. Scheinbar lag mir immer noch mehr an ihr, als ich zugeben würde. Etwas unbeholfen legte ich meine Hand auf ihren Kopf und streichelte ihr durch die Haare. Früher hat es immer geholfen. Als wir noch Kinder waren, wollte sie immer, dass ich nicht damit aufhöre. Die Erinnerung entlockte mir ein kurzes Lächeln, doch ich kam schneller in die Realität zurück als erwartet. Um uns herum wurden die Schreie und das Knurren lauter, also tat ich das einzige, was uns jetzt retten könnte. Während Zoey in ihren Gedanken gefangen war, hob ich sie hoch und trug sie Huckepack. Sonderlich schwer war sie noch nie. Ich lief los und versuchte möglichst weit weg von allen unnatürlichen Geräuschen zu kommen. Ich trug sie einige Stunden, bis ich endlich bemerkte, wie fertig ich selbst war. Mein Schritt wurde langsamer, meine Arme verloren ihre Kraft und nun war ich es, der zu Boden sackte. Ich legte mich flach auf den Boden, streckte Arme und Beine von mir und sah durch die Blätter in den Himmel. Inzwischen war es Nacht und man konnte sehr gut die Sterne sehen. Zoey ging es inzwischen etwas besser, jedenfalls kam es mir so vor. Trotzdem versuchte ich sie etwas abzulenken. "Nach einer Weile bist du doch nicht mehr so leicht.", witzelte ich und bemerkte, dass das vielleicht nicht der beste Spruch jetzt war. "Weißt du was mich den ganzen Tag am laufen gehalten hat? Man sagt immer Zwillinge haben eine ganze besondere Verbindung..", ich machte eine kleine Pause, um zu verschnaufen, "..ich weiß, dass Alison da irgendwo draußen ist. Ich spüre es einfach.", ich wusste nicht in wie fern das helfen würde, aber ich versuchte sie einfach von ihren Gedanken abzulenken. "Außerdem, bist du hier. Ich kann dich auch nicht einfach alleine lassen..", fügte ich noch an und starrte in den Himmel.
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    • Zoey Miller

      Plötzlich spürte ich Richys Hand auf meinem Kopf. Er streichelte mich zärtlich, genauso wie damals. Immer wenn ich traurig war, streichelte er über meinen Kopf. Das beruhigte mich und gab mir Kraft. Es fühlte sich dann fast immer so an, als würde Richard mir von seiner Stärke etwas abgeben. Völlig in Gedanken bemerkte ich nicht, dass unsere Situation immer brenzliger wurde. Außerdem waren meine Beine fast schon wie taub und ich konnte nicht aufstehen. Schließlich packte mich Richard auf seinen Rücken und fing zu laufen an. Diese Wesen rannten uns hinterher, doch Richard war schneller als sie. Irgendwann verlor ich ganz meine Kraft und schlief auf Richys Rücken ein. Als ich aufwachte, war es bereits dunkel und Richard setzte mich ab. Er legte sich erschöpft auf den Boden und streckte Arme und Beine aus. Ich saß neben ihn sah ihn an. Er hatte mich heute beschützt. Wenn er gewollte hätte, hätte er mich zum sterben zurücklassen können. Nach allem, was passiert war, hätte ich sogar fast schon geglaubt, dass er mich so sehr hassen würde, dass er das er wollen würde, das ich sterbe. Aber nein. In Richard schien tatsächlich noch etwas von dem alten Richy zu stecken. Ich krabbelte langsam auf ihn zu und legte mich neben ihn. Er erzählte mir, dass er spürte, dass Alison noch lebte und das ihn das am Leben hielt. "Alli ist taff", entgegnete ich. "Die bringt so schnell nichts um", fügte ich lächelnd hinzu. Ich war mir auch sicher, dass sie noch lebte. Wer sonst wohl noch am Leben gewesen war? Richard starrte gegen den Himmel und ich ihn an. Er sah anders aus als sonst. Dann sagte er plötzlich, dass er mich auch nicht alleine lassen könnte. Daraufhin drehte ich mich zu ihm um und setzte mich auf ihn. Meine Hände drückte ich gegen seine Handgelenke, um ihn zu fixieren. "Denkst du wirklich, dass ich nicht alleine zurecht kommen würde?", fragte ich ihn ernst und fing dann doch zu lachen an. "Ich bin keine Prinzessin Peach, die ihren Mario braucht, Richy", erklärte ich ihm und musste erneut lachen. Dann wurde ich kurz etwas ernster und sah ihm ins Gesicht. So nahe. Diese Nähe hatten wir schon lange nicht mehr. Es war einerseits schön, aber auch ziemlich verängstigend. Ich überlegte mir, ob das alles nicht doch zu Richys Plan gehörte. Vielleicht wollte er mich vor allen anderen zum Gespött machen, indem er mich vertrauen zu mir aufbaute und wenn ich mich ihm hingab, würde er nur laut lachen und alle kämen hinter den Bäumen hervor... Nein. Das hier war echt. Richys Sorge war echt. Diese Monster waren echt. Und diese... diese Nähe war echt.
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    • Richard Baker

      Als Zoey sich neben mich legte, wurde ich doch etwas nervös. Zur Hölle warum? Es gab keinen Grund nervös zu sein, als Kinder lagen wir auch ständig nebeneinander. Trotzdem schaffte es dieses Mädchen wieder mein Herz zum rasen zu bringen, als sie sich plötzlich einfach auf mich setzte. Mit hochgezogener Braue sah ich sie an. "Das meinte ich auch nicht Zoey. Ich bin auch kein Super Mario.", erwiderte ich und lächelte leicht, als meine Kindheitsfreundin in Gelächter verfiel. Etwas überrascht war ich dann trotzdem, als sie mich so ernst ansah. Auch ich verstummte nun und sah sie einfach an. Sie war immer noch so schön wie damals. In ihren Augen würde ich mich immer noch verlieren, würden mir die ganzen Erinnerungen der letzten Jahre nicht ins Gedächtnis schießen. Ich befreite mich sanft aus ihrem Griff und schob sie vorsichtig von mir runter. "Ich denke wir sollten weiter.", sagte ich wieder mit der selben kälte in der Stimme, die sie die letzte drei Jahre von mir bekam. Doch sonderlich viel Zeit um darauf zu reagieren hatte Zoey nicht, denn die Geräusche um uns wurden lauter. Ich sprang auf, sah mich um und bemerkte in der Ferne ein kleines Häuschen, es schien ein kleines Förster Haus zu sein. Instinktiv griff ich trotzdem nach der Hand meiner Klassenkameradin und rannte los. Doch wenige Meter später, hielt ich ruckartig an und deutete an, dass Zoey sich ducken sollte. Tja, schnell würden wir da wohl nicht kommen. Direkt vor uns liefen zwei dieser Viecher umher. "Wir bleiben geduckt, aber hör nicht auf zu laufen okay?", flüsterte ich und drückte kurz ihre Hand. Anschließend ging ich langsam vor und soweit lief es auch ganz gut, denn nach einiger Zeit schafften wir es, außer Reichweite dieser Zombies zu sein. Nach einem kurzen Sprint erreichten wir endlich das Haus, doch es war verschlossen. "Fuck!", fluchte ich und sah mich um. Die Scheibe einzuschlagen, wäre keine gute Idee, aber vielleicht könnte eine meiner Karten helfen. Ich holte schnell mein Portemonnaie aus der hinteren Hosentasche und nahm eine normale Plastikkarte heraus. Es war vielleicht nicht meine beste Aktion, doch möglicherweise knackte ich schon mal die ein oder andere Tür. Nach einer kurzen Fummelei öffnete sich die Tür, ich schob Zoey hinein und schloss die Tür hinter uns.
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    • Zoey Miller

      Ich musste etwas Lachen, als Richy meinte, dass er auch kein Super Mario sei. Es löste einfach ein altbekanntes Gefühl aus. Wir sollten hier aber nicht herumschäkern und lieber wieder Herren der Lage werden. Auch Richy schien das so zu erkennen. Er befreite sich aus meinem Griff, schob mich von sich herunter und meinte, dass wir weiter gehen sollten. "Ja, das sollten wir", bestätigte ich seine Aussage. Was war das nur gerade für einen Moment. Hätten wir uns vielleicht fast geküsst? Nein! Richard war nicht mehr der, den ich damals kannte und das wäre nicht gut gewesen. Ich war mir sicher, dass er mich nur verletzen würde und außerdem mochte er mich wieso nicht mehr. Das hat er mir über die letzten drei Jahre hinweg mehr als nur deutlich gezeigt. Auch seine Stimmlage eben hatte sich verändert. Er war wieder kalt und monoton. Die Geräusche, die mir mehr als nur Angst bereiteten, wurden lauter. Das bedeutete, dass diese Wesen in der Nähe waren. Richard packte mich plötzlich an der Hand und zog mich mit sich. Dann hielten wir an und er signalisierte mir, dass ich mich ducken sollte. Er hatte eine Hütte entdeckt, aber drum herum waren zwei der Wesen. Verdammt. Wir hatten keine Waffe. Wie sollten wir hier überleben? Richard drückte meine Hand, nachdem er mir sagte, was er nun vor hatte. Ich nickte. Diesen Druck an meiner Hand vermittelte mir Sicherheit. Richard war zwar ein Arschloch geworden, aber ich vertraute ihm irgendwie doch. Mit ihm konnte mir nichts geschehen. Geduckt rannten wir zum Haus, ohne dass sie uns bemerkten. Währenddessen musste ich sie anstarren. Sie nur noch leblose Körper. Verdammt. Richy fluchte, da die Tür nicht aufging. Um so aufzubrechen nahm er eine Karte und fuchtelte damit solange herum, bis die Tür tatsächlich aufging. um mich in Sicherheit zu wissen, schob mich Richard hinein und schloss dann die Tür hinter uns. "Das war gut", sagte ich und sah mich in der Hütte um. Wir mussten sicher gehen, dass hier keins dieser Dinger war. Ich lief in die Küche, schnappte mir ein Messer und suchte die Hütte ab. Aber nirgendwo war eins dieser Typen. "Alles klar, hier ist niemand", sagte ich. "Vermutlich sind die Bewohner die beiden Dinger da draußen", erklärte ich und setzte mich erschöpft auf eine Couch, aber noch immer das Messer in der Hand. "Danke Richy", sagte ich und lächelte ihn an. "Was denkst du, wo könnte Alison hingegen sein?", fragte ich ihn.
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    • Richard Baker

      Erschöpft sackte ich hinter der Tür zu Boden, während Zoey todesmutig das Haus untersuchte. Als sie wieder kam und sich samt Messer aufs Sofa setzte, musste ich einen kurzen Moment lächeln. Sie erinnerte mich einfach an dieses eine Meme, mit dem kleinen Küken und dem Messer in der Hand. "Keine Ursache.", antwortete ich auf ihren Dank. Wofür überhaupt? Als sie Alison erwähnte, seufzte ich etwas geknickt auf. "Naja, ich denke sie wird in Richtung der Stadt gegangen sein. Wir hatten auch nur Glück das Haus hier zu finden, viele wird es davon nicht geben in diesem Wald.", erklärte ich und fuhr mir durch die Haare. "Sie hasst Wälder, sicherlich ist sie hier irgendwie raus gekommen und auf dem Weg in die Stadt..hoffe ich..", murmelte ich noch nach. Ich wollte es nicht zeigen, doch ich machte mir wahnsinnig Sorgen. Wenn ich diese Verbindung mit meiner Zwillingsschwester nicht hätte und sie nicht spüren könnte, wäre ich aufgeschmissen. Auch wenn wir uns teilweise fertig machten und sie mir oft auf die Nerven ging, liebte ich sie und sie mich. Geschwisterliebe eben. Langsam erhob ich mich vom Boden, klopfte meine Sachen ab und signalisierte Zoey, dass ich mich ebenfalls umsehen würde. So allmählich bekam ich Hunger und meiner Begleiterin ging es sicher nicht anders. Da diese ganze verrückte Sache erst vor einigen Stunden begann, war der Strom und Wasser noch stabil. Naja immerhin ein Dach über dem Kopf und ein Klo. Das Haus hatte eine kleine Küche und in den Schränken waren noch einige Konserven mit Ravioli und im Kühlschrank genug Brot und Beilagen, sodass wir einige Tage überleben könnten. Doch wer wollte schon hier bleiben? Vielleicht wäre es nicht schlecht, das ganze Essen einfach mitzunehmen? Seufzend fuhr ich mir nochmal durch die Haare, ehe ich zwei Teller suchte und die Ravioli darin verteilte. Anschließend ging ich zu Zoey und reichte ihr einen Teller. "Hier, du musst hungrig sein.", sagte ich und setzte mich neben sie auf die Couch. "Ich denke über Nacht sollten wir hier bleiben, von den Vorräten hier können wir einiges einpacken und morgen aufbrechen. Wohin auch immer..", sagte ich immer leiser werdend. Ich wusste selbst nicht ob es eine gute Idee war von hier abzuhauen, solange wir genug Essen und Trinken hatten.
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    • Zoey Miller

      Ich hörte Richard zu, als er sagte, dass Alision vermutlich in Richtung Stadt aufgebrochen war. Ich hoffte wirklich, dass seine Intuition stimmte und Alision noch lebte. Richard erhob sich und signalisierte mir, dass er sich auch mal umsehen würde und ich nickte. Ich nutzte den kleinen Moment der Ruhe und legte mich auf die Couch. Das Messer legte ich auf den Couchtisch. Tatsächlich fing ich sogar an zu dösen und bemerkte gar nicht, dass Richard gerade Essen zubereitete. Erst als er neben mir stand und mir den Teller hinhielt, öffnete ich wieder die Augen und sah ihn leicht desillusioniert an. "Oh!", meinte ich und setzte mich auf. Ich lächelte. Unter anderen Umständen wäre das ein wirklich schöner Moment mit Richard gewesen. Ich nahm den Teller entgegen und stellte ihn auf den Tisch. "Setz dich doch zu mir", meinte ich und klopfte mit der Handfläche neben mir auf die Couch, wo noch ein Platz frei gewesen war. "Danke für das Essen. Das tut sicherlich gut", sagte ich und musste nochmal etwas Grinsen. "Weißt du noch, als wir als Kinder immer MIttags Ravioli gegessen hatten?", fragte ich ihn. "Wir wollten nie etwas anderes. Ravioli mit Parmesankäse. Oh man. Da haben wir meiner Mutter grundsätzlich Kopfschmerzen bereitet", erzählte ich und fing dann zu Essen an. Das waren wirklich schöne Zeiten. Da war alles noch in Ordnung. Nicht nur, dass die Welt normal gewesen war, nein, auch die Beziehung zu Richy war eine völlig andere. So ungezwungen und normal. Ich probierte einen Löffel von den kalten Ravioli und bekam tatsächlich auch den Geschmack von damals wieder auf die Zunge. "Fehlt jetzt nur noch, dass wir zusammen baden gehen, Richy", fing ich zu lachen an und aß weiter. Mit jedem Bissen hoffte ich wieder zurück in dieser Zeit zu sein, aber das passierte nicht. Ich saß mit Richard, der mich mittlerweile hasste, in einer verdammten Hütte fest, vor welcher sich Zombies herumtummelten. So absurd.
      Richard schlug vor, die Nacht hier zu verbringen und dann samt Vorräten weiterzuziehen. "Ja, das machen wir so", meinte ich. "Wer weiß, wie lange dieser Ort hier sicher sein wird", erklärte ich und aß weiter. Das Loch in meinem Magen füllte sich allmählich. Mir war klar, dass ich mich nun daran gewöhnen musste, weniger zu Essen. Das Ganze hier würde wohl noch weiterhin außer Kontrolle geraten. "Mir wäre es jetzt echt lieber, wenn du Frau Walker unter Drogen gesetzt hättest du mit irgendeiner Schlampe vögelst", meinte ich schließlich. Alles wäre tatsächlich besser als diese Situation hier. "Entschuldige", meinte ich schließlich. Das war wohl etwas taktlos.
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    • Richard Baker

      Ich lächelte leicht, als ich Zoey auf dem Sofa dösen sah. Obwohl sie sicher sehr erschöpft war und eben noch aufgeregt, sah sie beim schlafen so ruhig aus. So schön. Doch als sie mich bemerkte, sah ich schnell weg und drückte ihr nur ihre Teller in die Hand, ehe ich mich neben ihr auf dem Sofa platzierte. "Ja, Ravioli in alles Ausführungen, mit den verschiedensten Füllungen.", erwiderte ich auf unsere Kindheitserinnerung. Sie hatte recht. Es waren die schönsten Jahre meines Lebens und auch die einfachsten. Ich fing an zu essen und lächelte, eher unbewusst, denn die ganzen Erinnerungen von damals kreisten in meinen Gedanken. Doch ich verschluckte mich etwas, als Zoey meinte dass es nur fehlte dass wir zusammen baden gingen. "Naja, ich hab hier eine Badewanne gesehen, aber ich glaube da passt nur einer von uns rein.", witzelte ich zurück. Es fühlte sich doch ein wenig an wie damals und trotzdem konnte ich es nicht vergessen, wie sie mich damals abservierte. Es blockierte mich, mit ihr so natürlich umzugehen wie früher und so aß ich still auf, bis Zoey erneut das Wort ergriff.
      Ich wollte es auf keinen Fall zugeben, doch ihre Worte trafen mich. Jup, ich war bekannt als Richard Baker der Typ, der die heißesten Mädchen der Schule und noch mehr flachgelegt hatte. Was die meisten nicht wussten, dass diese ganzen Geschichten nicht stimmten. Bei den meisten Treffen mit Mädchen knutschen wir rum, tranken etwas und meistens wars das auch. Viele Mädchen nutzten das aus und erzählten in der Schule, dass wir Sex hatten weil sie damit weniger prüde auf andere Jungs in der Schule wirkten. Und ich? Ich fand mich damit einfach ab. "Wenn ichs mir recht überlege, war das ne dumme Idee.", gab ich zu und ging nicht weiter auf ihre Aussage ein. Auf ihre Entschuldigung hin schüttelte ich einfach den Kopf. "Ich denke wir sollten uns etwas ausruhen, morgen werden wir ne menge laufen.", bemerkte ich an und brachte meinen Teller in die Küche. Warum räumte ich überhaupt auf? Es würde doch keiner mehr herkommen außer uns. "Ich werd einfach auf dem Boden schlafen. Bleib du da oben.", sagte ich und legte mich neben die Couch, während ich meine Arme unter meinem Kopf verschränkte. Vielleicht würde ich morgen aufwachen und merken, dass das hier alles nur ein schlechter Traum war.
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    • Zoey Miller

      Es war irgendwie so ungezwungen, als Richy herumscherzte. "Naja, wenn wir uns in der Badewanne stapeln, passts bestimmt", lachte ich. Für einen Moment dachte ich tatsächlich nicht an diesen Horror, der dort draußen vor sich ging. Die entspannte Stimmung zwischen uns, löste sich jedoch schnell und schon war eine gewisse Anspannung wieder im Raum. Wir aßen brav unsere Teller auf. Schließlich wusste man auch nicht, wie es zukünftig mit der Nahrung weitergehen würde. Alles veränderte sich. Wir veränderten uns. Als Richard zugab, dass die Sache mit der Lehrerin doch keine so gute Idee gewesen war, sah ich ihn fragend an. Er wirkte plötzlich auch nicht mehr ganz so sehr wie ein Vollidiot. Irgendetwas hatte sich jetzt schon bei ihm verändert. Er schein erwachsener und ernster zu sein. Irgendwie gefiel mir dieser Anblick, sodass ich ihn eine Weile lang ansehen musste. Er holte mich aus meiner Trance, als er plötzlich aufstand und seinen Teller wegbrachte. Ich tat es ihm gleich und brachte meinen Teller ebenfalls in die Küche. Er meinte, dass wir morgen viel laufen würden. "Ja", sagte ich nur leise und spülte die Teller ab. Wieso tat ich das? Eigentlich könnte es mir egal sein, ob hier zwei dreckige Teller stehen würden. Aber... irgendwie fühlte ich mich hier wohl und sicher. Lag es am Haus oder nur an Richy? Ich wusste es nicht. Ich nahm einige leere Flaschen und geschlossene Behältnisse, die ich finden konnte und füllte diese mit dem Wasser aus der Leitung. Noch funktionierte das Wasser, aber wie würde es morgen sein ? Im Kühlschrank fand ich sogar eine Dose Cola sowie eine halbe Flasche Whisky. Ich kicherte, nahm zwei breite Gläser aus dem Schrank und mischte in beide Gläser Whisky Cola. Damit ging ich dann zurück zu Richy, der bereits auf dem Boden lag zum Schlafen. "Lass uns doch vorher mal diese Ernsthaftigkeit hier vergessen. Wir trinken diese Gläser und gehen dann schlafen", meinte ich und stellte die beiden gefüllten Gläser auf den Tisch. Daraufhin nahm ich mein Glas und trank einen schönen großen Schluck. "Ohja, das tut wahnsinnig gut", meinte ich und trank einen weiteren. Den Alkohol bemerkte ich sofort in meinem Kopf, doch es entspannte mich ungemein. Es fühlte sich an, als wäre mir alles egal. Die Zeit mit Richard war komisch, aber auch irgendwie schön. Unter anderen Umständen wären wir wohl niemals so zusammen gewesen. "Schade, dass erst die Welt untergehen muss, damit wir Zeit miteinander verbringen, ohne uns zu töten", sagte ich monoton und trank weiter.
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