Zeitalter der Magie (Subenu x TheBentoFox)

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    • Zeitalter der Magie (Subenu x TheBentoFox)

      "Zeitalter der Magie"
      - Vorstellung -
      Mitspieler: @Subenu und @TheBentoFox

      Ayon

      "Na dann mal los!"

      Diese einfachen Worte schienen Ayon nun doch schwerer als erwartet zu treffen. Sein Blick wandte sich zurück und blickte auf Seelarna. Dann wieder nach vorne um sich mit den Gedanken seines neuen Zuhauses anzufreunden. Wenn die Stadt hinter ihm schon beeindruckend war, so war der erste Schritt auf das Schulgelände der Eintritt in eine weitere unbekannte Welt. Im Vergleich dazu war das was er bisher kannte eher ländlich geprägt. Eine kleine Gemeinde und eine ebenso kleine Schule. Das Wort 'Land-Ei' hängt buchstäblich über ihm.
      Nach ein paar Metern kam er an einem großen ovalen Brunnen vorbei und kam kurz darauf an eine Weggabelung mit Richtungspfeilen.
      "Das Gebiet ist so riesig und komplex, dass es Richtungspfeile benötigt?" Ayon war sichtlich erstaunt. Er atmete tief durch und überlegte, was er am besten tun sollte. Erschöpft von der Reise mit seinem bisschen Gepäck. Sein Blick wanderte zu seinem pinken Koffer.
      "Warum hatten wir bitte nur sowas.... als Koffer?! Auf der einen Seite will ich nicht herausstechen, aber dann muss ich damit rumlaufen?" Dann musste er an seine Mutter denken wie sie ihm mit einem fiesen Grinsen das pinke Etwas gegeben hatte. 'Du willst doch nicht etwa das Geschenk deiner Mutter ablehnen? Du möchtest doch nicht ohne Kleidung in deiner neuen Schule aufkreuzen?' Sie mochte es ihn leichtherzig zu piesacken, aber dennoch liebte er sie. Aber manchmal würde er es ihr gerne heimzahlen, sie war allerdings gegen jegliche Versuche immun. Sie machte dann eher noch ein Spiel daraus und versuchte mich mit dieser Zurschaustellung von Überlegenheit zu ärgern.

      Er vertrieb die Gedanken und begann die ersten Blicke zu bemerken, die er wohl auf sich zog. Nicht weiter verwunderlich, kratzte er sich am Hinterkopf. "Ohne eine Schuluniform und mit diesem pinken Ungetüm..." murmelte er vor sich hin und war fest entschlossen sich zuerst anzumelden und den Koffer loszuwerden. "Ich hoffe ich kann schon auf mein Zimmer." Dem Richtungspfeil folgend wandte er sich nach rechts wo die Unterkünfte der Schüler sein sollten. Einige Minuten und mehr Aufmerksamkeit später erreichte er ein schlichtes aber eindrucksvolles Haus, welches aus einem zentralen Teil bestand von dem zwei Flügel ab gingen.

      'Keine Zeit zu verlieren' dachte er und betrat das Gebäude durch die große Doppeltür. Innen sah es sogar noch größer aus als man es von draußen vermuten würde. Begrüßt von einer ausladenden aber unbesetzten Theke gab es mehrere Sitzbänke und die Pflanzen, welche überall verteilt waren, gaben dem Eingangssaal ein freundliche Stimmung. Wie ein kleines Schild signalisierte, sollte die Theke von einer gewissen Frau Becki Nort besetzt sein. Selbst als Ayon kurze Zeit ungeduldig wartete konnte er es nicht mehr aushalten. Schon vorher liebäugelte er damit die Klingel zu benutzen, aber nun hatte er einen Grund - einen wichtigen Vorwand.

      - Ding - ertönte es hell, aber nichts passierte. 'Verdammt! Was mach ich denn nun? Ewig rum warten ist auch mist.' Als ein Stapel Papier und Stifte hinter der Theke in sein Blickfeld gerieten hatte er eine Idee.

      "Ich bin das Gepäck von Ayon, einem neuen Schüler. Vielen Dank für's aufpassen. <3 "
      Nickend lobte er sich selbst für die Umsetzung. "Der erste Eindruck zählt!"

      "Wenn ich eh noch nicht auf mein neues Zimmer kann, werde ich unauffällig die Schule erkunden."
      Damit verließ er beschwingt das Gebäude.

      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.

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    • Aurora
      Es hämmerte vor ihrer Zimmertür. "Du kannst nicht für immer alleine in diesem Zimmer bleiben, Aurora! Die Regeln gelten genau so für dich wie für alle anderen!" Solche Phrasen musste sie sich nun seit 3 Stunden anhören, in denen sie sich strikt weigerte die Tür zu öffnen oder auch nur zu antworten. Aurora wusste nicht, wie lange sie noch dazu fähig wäre, es zu ignorieren, bevor die Schulleitung die Tür aus den Angeln heben würde, also entschied sie sich nach einer Weile aufzustehen und die Tür nun doch endlich zu öffnen. Ihre Hand zitterte noch bevor sie die Türklinke erreichte. Wie viele Tage hatte sich die Schülerin nun schon in diesem Zimmer verbarrikadiert gehabt? Vier? Vielleicht fünf? Mit einem betont verärgertem Gesicht machte Aurora den Weg frei und direkt ging die Schulleitung mit ein paar Arbeitern hinein um die alte Zimmerhälfte ihrer Freundin auf den früheren Zustand zu bringen. Sie wechselten ihre süße Bettwäsche gegen normale blaue aus. Sie rissen ihre Plakate von den Wänden. Sie entsorgten ihre Schulsachen. 'Wieso... können diese Menschen sie einfach vergessen? Wie können sie ihr Zimmer einfach vergeben, was wenn sie aufwacht?!', dachte sich die junge Frau und spürte mit jedem Gegenstand, der von ihrer alten Genossin aus dem Raum entfernt wurde, den Stich in ihrem gebrochenen Herzen. Alles, was sie noch von ihr hatte, wurde einfach zusammen geräumt und weggebracht, als wäre nie etwas gewesen. Als hätte sie niemals existiert.
      Mit einem Mal wurde Aurora unsanft aus ihren Gedanken gerissen. An ihrem Kopf lief seitlich plötzlich Wasser hinunter und mit großen Augen richtete sie ihren Blick auf dessen Ursprung: Kiro. Ein erwachsene Magier, der für ihren Schutz abgestellt wurde für die Zeit in der es ihr an einem Mitbewohner fehlte. Der Mann, der ihr immer wieder Wasser auf die Hörner kippte, wenn sie anfingen sich aufzuheizen und Flammen abzugeben. "Hör auf dich aufzuregen, wir werfen nichts weg. Die Sachen kommen in's Archiv und-"
      "Sie können doch auf meiner Seite des Zimmers bleiben!!", unterbrach das stürmische Mädchen den 2 Meter hohen Menschen vor sich, welcher nur die Augen verdrehte. "Nicht das schon wieder, Aurora. Lass es endlich gut sein."
      Dieser Blick von ihm. Als wäre sie nur ein Kind, das keine Ahnung davon hat, wie das Leben funktioniert. Dieser Blick... Sie hasste ihn. Aurora verlangte doch gar nicht viel. Sie wollte nur Theatries Sachen behalten, ihr in ihrem eisigen Schlaf beweisen, dass sie ihre Freundin niemals vergessen würde, solange sie noch stand. Die kleine Arienta drückte den Mann beiseite und stürmte sauer aus dem Zimmer, die Treppen hinunter aus dem Gebäude der Schlafräume hinaus. War es wirklich allen hier egal, was mit Theatrie passiert war? Sie machten weiter, als wäre es nichts besonderes gewesen. Als wäre sie nichts besonderes gewesen. Dabei war niemals so gutherzig wie sie. Aus ihr wäre so viel geworden, mehr als Aurora in ihrem Leben jemals stemmen würde. Sie war ein Versager. Ein einziger Versager. Ein einsamer Versager.
      Der Schmerz und die Trauer fanden aber in diesem Mädchen nicht den Ausdruck in Tränen. Ihr Schmerz kanalisierte sich unweigerlich direkt zu einer Wut, die sie nicht im Griff hatte. Die sie noch NIE im Griff gehabt hatte. Sie hörte das Getuschel der Schüler um sie herum.

      "Das ist sie doch, oder?!"
      "Sie war schon seit Wochen nicht mehr im Unterricht!"
      "Ich hab gehört, sie hat Theatrie gehasst!"
      "Ich hab gehört, sie haben das Zimmer bei ihrem Kampf verwüstet!"
      "In ihrer Heimat hat sie auch ihr Haus abgefackelt!"
      "Didaera soll einen neuen Mitbewohner bekommen!"
      "Wie lange wird er wohl überleben?"
      "Teufel!"
      "Mörder!"


      "SEID ENDLICH STILL!", unterbrach Aurora das Getuschel um sich herum mit einem Aufschrei, der alle um sie in Deckung gehen ließ. Sie konnte die Stimmen der Schüler schon lange nicht mehr von den Stimmen in ihrem Kopf unterscheiden. Die Stimmen, die ihre innere Wut nur noch mehr anfeuerte. Die Gerüchte hörten nicht auf. Alles drehte sich um ihre Wutausbrüche und niemand sprach davon, wie Leid ihnen Theatrie tat. Wie sehr sie sie vermissten. Hauptsache sie konnten über jemanden reden, tratschen, lästern. Ihre nassen Haare und Hörner trockneten sich noch während ihres Schreies und ein flammenhaftes Rad bildete sich über ihrem Kopf. Die Nässe.. hielt nie lange bei ihr.. Nicht, wenn sie unter Leute ging und das Gerede hören musste. Es tat weh. Das Gerede tat weh, das Feuer tat weh. Das Gefühl auf ihrer Haut fühlte sich an, als würde sie am lebendigen Leib verbrennen. Sie hatte sich nicht im Griff. Ihre Emotionen, ihre Wut... Die Flammen, die von ihrer Wut geleitet wurden. Zittrig krallte sich die Frau ihre Hände in ihre rubinroten Hörner, die einfach in Flammen aufgingen, wie es ihnen gefiel. 'Stopp.. Stopp..Bitte..', flehte sie sich selbst an, während sie um sich herum nur hörte, wie sie durcheinander riefen. "Hol doch irgendwer endlich einen Lehrer, bevor es uns ergeht wie der Letzten!" Aurora... war doch kein Monster. Wieso sahen sie dann alle so an? Sie war kein Monster. Es war ein Unfall! Sie hätte Theatrie doch niemals etwas getan. Sie hätte doch niemals ihre Hand gegen ihre beste Freundin erhoben. Die Schülerinnen und Schüler um sie herum standen alle nur da und glotzten. Niemand wollte ihr helfen. Niemand wollte ihre Flammen löschen - denn Aurora war der Teufel und vor dem hielt man sich besser fern. So die Gerüchte. Eines Tages würde sie vielleicht dieser Teufel werden, den sie alle in ihr sehen wollten. Also... wieso nicht schon heute? Das Flammenrad über ihr wurde stetig größer, genau wie ihre Zweifel. Wieso sollte sie sich noch bemühen? Wenn sie Theatrie einfach vergessen wollten... Machte es dann überhaupt einen Unterschied, was sie tat oder sagte? Ob sie ihrer Wut freien Lauf ließ oder versuchte sie zu kontrollieren? Sie konnte doch auch... verbrennen.. hier und jetzt.. Mit allen um sie herum..
    • Ayon

      Einige Zeit war seit seiner Ankunft nun schon vergangen. Wie er sich vorgenommen hatte schlenderte er über das Gelände und versuchte sich so einen besseren Eindruck von dem Ort zu verschaffen an dem er für die nächsten Jahre sein sollte. In die Gebäude selbst wollte er noch nicht treten, dafür empfand er sich selbst noch zu befremdlich, nicht nur wegen seiner Kleidung. Zudem hatte er keine wirkliche Lust mit irgendwem in ein direktes Gespräch verwickelt zu werden.

      "Sehr gut. Direkt einen Ort gefunden, den ich aktiv vermeiden werde." Er war hinter dem augenscheinlichen Hauptgebäude an einem großen Feld angekommen, welches extra so angelegt und ausgestattet war, dass es nur so nach Sport roch. Er hatte nichts direkt gegen Sport oder sportliche Betätigung, aber Sportunterricht war seines Erachtens nach Unsinn. "Aber vielleicht trainieren sie hier ja auch zu kämpfen, dann könnte ich vielleicht mal reinschauen." Wie sich diese Schule unterscheiden würde zu der kleinen bisherigen würde sich wohl noch zeigen. Hier schien alles so friedlich, nicht so wie die letzte Zeit in meiner Heimat.

      Sein Drang den Ort zu verlassen stieg jeden Moment weiter. Dann kam ihm eine Idee. Die Suche nach abgelegenen und ruhigen Plätzen, wo er ungestört sein könnte. Vielleicht könnte er seinen baldigen Mitbewohner dazu befragen. Als nächstes Stand die Besichtigung der Gärten und des Alchemielabors an. "Vielleicht kann ich hier ja endlich mal ein paar eigene Pflanzen anbauen und damit im Labor rum experimentieren." Ayon seufzte und musste an Meerlicht denken. Sein zuhause von dem er nun getrennt war. Zu seinem Leidwesen waren dort die Gärtnerei und Labore nur für die erfahrenen Lehrkräfte und nicht für Schüler zugänglich. Er versuchte zwar seine Eltern oft dazu zu überreden, aber er wurde nur abgewimmelt. "Warum darf ich nicht meine eigenen Pflanzen anbauen?" war seine oft gestellte Frage. Aber von Jedem bekam er immer nur folgende Antworten: "Wilde Pflanzen, der Anbau, all dies ist teilweise noch unerforscht und gefährlich. Du kannst dabei sterben wenn so ein unerfahrener Fisch wie du damit rumspielt!"
      Was für ein gequirlter Mist fand er. Aber vielleicht hatte er nun endlich die Chance genau dieser Leidenschaft, die sonst für ihn verboten war, zu verfolgen. Und wenn nicht, würde er halt versuchen es heimlich zu tun. Er bekam ein breites Grinsen und hatte sich damit definitiv Pläne für die Zukunft gemacht.

      Aber erst musste er schauen, wo er die Gärten und die Labore finden würde. Man konnte sich zwar war einigermaßen gut auf dem Gelände zurecht finden, aber bei manchem war er sich unsicher, da es nur den abstrakten Namen eines allgemeinen Abteils der Schule beinhaltete. Und so wusste er nicht wirklich den Weg und war ein wenig deprimiert.

      "Das wird alles nachgeholt!" munterte er sich auf. Es gab nicht viel für das er sich begeistern ließ, aber dafür würde er eine Ausnahme machen. "Vielleicht lohnt es sich in der Stadt nachzusehen, ob ich dort Materialien oder Pflanzen finden kann. Und neue Klamotten."

      In Gedanken versunken schaute er gen Himmel und bemerkte, dass sich der Tag langsam dem Ende neigte. Einige Wolken zogen ebenfalls auf und eine melancholische Stimmung machte sich breit.

      Nach kurzer Zeit, in der er wieder auf den Vorplatz schlenderte wunderte er sich doch arg. Trotz der Düsternis leuchtete es strahlend rot. Eine Traube von Schülern versammelte sich in gewissem Abstand zu der Quelle. Er konnte nicht ausmachen worum es sich handelte, aber die Schüler waren alle am tuscheln und sahen teils mit Verachtung teils mit Abscheu auf die Szene.

      Menschenmassen und ein sonderbares Ereignis schreit nur nach Problemen. Der Feuerkreis, der sich im Zentrum bildete faszinierte ihn. So etwas hatte er noch nicht gesehen. Immerhin kam er von der Küste und die kein ihm bekannter Magier hatte Feuermagie, oder kannte jemanden mit Feuermagie. Eine seltene Art, ungezähmte Wildheit und Gefahr waren ihre Markenzeichen.

      Er schaute sich um und entdecke etwas weiter vorne ein paar Bäume, von denen er sicherlich einen besseren Blick erhaschen konnte. Wirklich gut klettern konnte er nicht, aber wozu hatte er Magie, wenn nicht für sowas? Er strahlte kleine Ritzen in den Baum und sorgte so für Halt um sich auf einen stabilen Ast zu schwingen. Oben angekommen blickte er auf das Geschehen. Es war immer noch zu weit entfernt, aber er konnte eine Person ausmachen, über der sich das Feuer bildete. Sie schien zu kauern aber alle Umstehenden taten nichts.
      Von hier merkte er allerdings wie die Wärme sein Gesicht streifte. "Was für eine Energie..." murmelte er fasziniert vor sich hin und bemerkte wieder, wie sich hin und wieder die Schüler unterhielten und das Thema sich wohl um die Person in der Mitte drehte.

      Mit seine spitzen Ohren konnte er Dinge hören, die ihn nachdenklich machten. Diese handelten von gefährlichen Vorkommnissen, verschiedenen Namen die er noch nie gehört hatte. All dies verwunderte ihn, als er wieder zu der Gestalt blickte.
      "Das sieht nicht gut aus, will da keiner helfen?" sagte er gedankenlos vor sich hin.

      Aus den Augenwinkeln konnte er sehen, wie ein paar ältere Menschen aus dem Hauptgebäude kamen. Dann bemerkte er etwas spät eine große Gestalt, die bereits in der Nähe gewesen sein musste. Wahrscheinlich ein Lehrer? Aber von wo kam er? Aus den Unterkünften? Und wieso ist er so groß?

      Einige der Mädchen in meiner näheren Umgebung kommentierten sichtlich schmachtend von der Person.
      "Haa~ Lehrer Kiro ist so umwerfend."
      "Kiro, eine schande, dass er die Teufelin berühren muss."
      "So eine Verschwendung."
      'Oioi, was ist denn hier los? Jetzt ist keine Zeit für sowas!"

      In der Zwischenzeit winkte der große Lehrer, welcher wohl besagter Kiro war, einen der Lehrer zu sich ins Epizentrum der Hitze. Das sind wohl Wassermagier? Wäre die einzige Option neben Eis um einen unkontrollierten Feuermagier zu bändigen.

      Der Blick von Ayon wandte sich wieder den Magiern zu, die versuchten das Geschehen um den Feuermagier unter Kontrolle zu bekommen. "Ob ich das auch hinbekommen würde?" sprach er in Gedanken versunken.

      "Zum Glück bin ich das nicht." So viel Aufmerksamkeit wäre definitiv zuviel für ihn. "Wie wohl die Feuermagierin damit umgeht?"

      Sorglos sah er ebenfalls wie die anderen Lehrer die Schülerversammlung auflösten, die Schüler aber waren nur widerwillig bereit sich das Spektakel entgehen zu lassen, ließen sich dann allerdings wegschicken. Noch beim weggehen schienen die Schüler über die Person zu sprechen.

      In der Zwischenzeit begannen die Wassermagier hochkarätige Magie zu wirken und versuchten die Person zum Wasserbrunnen zu bringen, an dem er vorhin vorbeigegangen war.

      "Sie beschwören Regen zur Unterstützung? Gute Idee, das verstärkt die Magie. Aber ist das wirklich alles?" Er schien nicht allzu überrascht, klang aber auch nicht wirklich überzeugt.

      Dann überkam ihn langsam die Erschöpfung. Der Tag war bis hierhin schon sehr lang gewesen. Und für seinen Geschmack ist zu viel geschehen. Gedanklich wägte er ab, was er nun tun sollte.

      Mürrisch blickte er in den Himmel, der sich rasch zu zog. "Muss ich mich wohl beeilen und hoffen, dass ich in mein Zimmer kann, was?"

      Nachdem er vorsichtig vom Baum sprang eilte er mit raschen Schritten zur Unterkunft.
      "Hoffentlich komme ich an, bevor es anfängt zu gießen. Die eingesetzte Magie ist doch stärker als ich dachte."
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Aurora
      Gerade als die Schülerin ganz in ihrer verzweifelten Wut aufging, spürte sie die Nässe um sie herum von Kiro und einem weiteren Lehrer. Viel von dem Wasser auf ihrem Feuerrad und auf ihrer Haut verdampfte sofort, aber Aurora spürte auch in ihrer Wut diese angenehme Abkühlung. Es war ein Teufelskreis. Ihre Wut fächerte ihr Feuer an.. Und ihr Feuer ihre Wut... Sie kam da nicht von alleine raus, es steigerte sich und steigerte sich bis sie entweder gestoppt wurde oder sie vermutlich sich selbst völlig verbrennen würde. Es dauerte eine Weile, doch die Lehrer löschten ihr Feuer, bis Kiro letzten Endes sich zu ihr hockte dem Mädchen einen sanften Klaps auf den Hinterkopf gab. "Du weißt, dass du nicht alleine rumlaufen sollst.", meckerte er etwas, doch sparte sich weitere Belehrungen als er ihr in's Gesicht sah. Tränen und Restwasser von der Magie liefen ihr über die Wangen, welche der gekonnte Magier ihr mit einer sachten Handbewegung entzog um sie zu trocknen. Er sah sich um und sah aus der Ferne noch die ein oder anderen Schüler, die der einfachen Anweisung nicht Folge leisten konnten, Abstand zu gewinnen. "Na komm..", mit diesen Worten half er der Widder-Stämmigen auf und brachte sie zurück in ihr Zimmer, wo mittlerweile das Hab und Gut von Theatrie weggeräumt wurde. "Ich will keinen neuen Mitbewohner.", sagte Aurora, während sie sich wieder zu ihrem Bett begab und auf die andere Seite des Zimmers sah. "Ich weiß.", antwortete Kiro in einem sehr neutralen Ton. Das Gespräch hatten sie schon lange gehabt. 2 Wochen war der Vorfall nun her, und erst jetzt hatte die Schule das 'Glück' gehabt, einen neuen Wassermagier aufzunehmen, der Aurora vielleicht beruhigen könnte. Kiro konnte sich nicht für immer um sie kümmern und das wollte er auch gar nicht. Das die neue Zimmeraufteilung etwas... unkonventioneller wäre, als üblich, hatte er ihr noch nicht mitgeteilt und er hoffte auch inständig, dass er nicht derjenige wäre, der es ihr sagen musste. Er wollte gerade das Wort ergreifen als eine kleine Dame mit einem pinken Koffer durch die Tür geschritten kam und sich umsah. "Frau Nort... Schön, dass sie den Koffer bringen.. Aber.. wo ist der dazugehörige Schüler?", fragte er mit angezogener Augenbraue, worauf sie Dame nur ergebens seufzte. "Das wüsste ich auch gerne! Ich habe den Koffer mit einem frechen Zettel an der Anmeldung gefunden und hatte eigentlich gehofft, er wäre schon hier.."
      In diesem Moment zog Kiro direkt den Kopf ein, denn er ahnte was kommen würde. "Was heißt hier ER?!", kam lautstark auf der Ecke des Zimmers von der Bewohnerin selbst mit einem skeptischen Blick zwischen dem Koffer und Kiro hin und her wandernd. "Kiro?!"
      Der Angesprochene räusperte sich etwas verlegen und kratzte sich am Hinterkopf. Also.. War doch er derjenige, der es ihr sagen durfte. "Gehen Sie nur zurück zur Anmeldung Frau Nort.. Falls er noch einmal auftaucht..", mit diesen Worten verabschiedete er sich von der Empfangsdame und war gezwungen sich der beachtlich irritierten Schülerin auszusetzen. "Reg dich nicht direkt wieder auf.. Nur weißt du selbst gut genug, dass unsere Schüler nach dem Zwischenfall nicht gerne mit dir gruppiert werden wollen."
      "Aber-"

      "Und du weißt, dass ich nicht für immer bei dir bleiben kann.", fügte er direkt hinzu, worauf er als nächstes ein Botanik-Buch gegen den Kopf gepfeffert bekam. "Gibt es dagegen nicht REGELN!? Geschlechtertrennung und und zwei abgetrennte Bereiche und TROTZDEM wollt ihr uns mischen, was denkt ihr euch dabei!?", meckerte sie direkt los, worauf der Lehrer nur sehr genervt reagierte. "Es ist nur vorübergehend, bis wir ein passendes Mädchen haben... Und-"
      Direkt bekam er das nächste Buch an den Kopf. "Findest du, man redet noch nicht genug über mich!? Dass es doch super wäre, wenn ihr mich dann mit einem Jungen paart?!", gerade als Kiro ihr etwas entgegneten wollte, sah er nur, wie Aurora sich den äußerst unmännlichen Koffer griff und ihn aus der Zimmertür auf den Flur warf. "Stellt solche Hausregeln nicht auf, wenn ihr euch nicht daran halten wollt!", meckerte sie unverfroren weiter.
      An dieser Stelle.... gab Kiro auch schon auf mit einem Seufzen. "Lern ihn doch erst mal kennen. Viel anders als mich vor deiner Tür stehen zu haben, kann es doch gar nicht sein. Versuch es als Chance einen neuen Freund-", dieses Mal war der Herr gewappnet und duckte sich vor dem nächsten Buch weg, bevor es ihn trag. "... zu finden.."
      "Ich will keinen neuen Freund. Ich will keinen neuen Mitbewohner. Ich will einfach nur... Geh, ich will einfach nur alleine sein.", seufzte sie, und Kiro tat wie ihm gesagt. Seine Anwesenheit würde sie sowieso nur weiter aufregen. Er schloss die Zimmertür hinter sich und hob den pinken Koffer von dem Flur wieder auf, nur um ihn akkurat an die Seite zu stellen, damit niemand stolperte. Auf der anderen Seite der Tür setzte sich die aufgebrachte Schülerin auf den Boden und seufzte nur inständig, sich ihre roten Hörner haltend.
    • Ayon

      Nachdem er sich auf den Weg zu den Unterkünften gemacht hatte, dämmerte es ihn ganz langsam, dass er im Inbegriff war einen Fehler zu begehen. "Verdammt! Warum müssen jetzt auf einmal alle Schüler da rumlaufen?" grollte er und fasste sich an den Kopf.

      'Soll ich durch die Menschenmenge gehen und direkt auffallen?'
      'Soll ich lieber noch etwas draußen bleiben, aber nass werden?'
      'Kann ich mich irgendwie rein schleichen?'
      'Warum bin ich nicht früher hergekommen?'

      Seine Gedanken überschlugen sich, als er versuchte eine ihm unangenehme Situation zu umgehen. Das Problem war, dass er mit seinem Problem im Regen stand. Aber der Menschenmenge stand er nahezu machtlos gegenüber.

      "Verdammt!" fluchte er erneut, "Ahhhh!" Er rubbelte sich angestrengt verzweifelt die Haare. "Dann werde ich eben das einzig richtige tun und..." fasste er seinen Mut "werde einen Bogen um die Schüler machen!"

      Mit diesen Worten versuchte er seine neue Situation zu akzeptieren und ging um das große Gebäude herum und folgte einem seiner vorherigen Pläne - Der Suche nach stillen Plätzen. Was ihn allerdings begrüßte als er hinter dem Gebäude ankam waren ein paar vereinzelte Bäume und etwas weiter begann ein kleines Waldstück. Seine Ohren zuckten kurz als sie in der Ferne ebenfalls ein Gewässer ausmachen konnten.

      "Das gefällt mir," nickte er anerkennend, "vielleicht finde ich hier ja sogar einen Ort für meinen eigene Pflanzengarten."
      Ein fröhliches Lächeln erschien auf seinem Gesicht, welches sich durch den Regen nicht beeinträchtigen ließ. Mehrmals ließ er seinen Kopf anerkennend Wippen und machte sich auf den Rückweg. Er hoffte inständig, dass er nun endlich in Ruhe rein kam um sein neues Zimmer zu beziehen. Und nebenbei trocknen wäre echt klasse.

      Das Glück war nun endlich auf seiner Seite, der Haupteingang war leer. Wahrscheinlich trug auch die einsetzende Dunkelheit dazu bei, was ihn nur darin bestärkte nach dem Tag endlich entspannt in sein neues Bett zu fallen. Das sah er als wohlverdienten Luxus an, nachdem er die letzten Tage unter freiem Himmel verbringen musste.

      Als er die große Tür durchschritt war er gut durchnässt und er sah nur sehr vereinzelt Schüler ihren Dingen nachgehen. Der Unterschied zu seinem ersten Besuch in diesem Gebäude war allerdings, dass die Anmeldung besetzt war. 'Die Wege waren begradigt und ließen ihn das Ziel erblicken!'
      Er ging zu der kleinen Dame, Frau Nort nahm er korrekt an.
      "Guten Abend, ich bin neu hier und soll hier ein Zimmer beziehen?!" fragte er mehr als er es ihr sagte. Die Rezeptionistin blickte auf von ihren Papieren und musterte kurz den Jungen. "Guten Abend... Ayon, nehme ich mal, aus Meerlicht?" fragte sie und blätterte noch einmal kurz durch einen Stapel Papiere, fischte zielgerichtet ein Blatt heraus und fixierte mit ihrem Finger eine Stelle.
      Während Ayon das professionelle Bürokratiespektakel beobachte ergänzte er, "das ist richtig, haben Sie meine Nachricht am Koffer erhalten? Ich sehe ihn nirgends..." Etwas suchend schaute er sich nach seinem Koffer um, konnte diesen aber nicht entdecken. Nicht, dass es schade darum wäre, wenn er abhanden käme. Aber leider befinden sich ein paar wichtige Klamotten zum umziehen darin, welches in seiner derzeitigen Situation nicht unwichtiger Faktor ist.
      "Ja, die habe ich erhalten. Du solltest dich allerdings am Riemen reißen und aufpassen, was du hier tust. Wir sind nicht umsonst so eine weitreichend bekannte Eliteschule. Da ist solch ein Verhalten eher hinderlich-" mahnte sie den Jungen, der allerdings eher müde gähnte. "-Aber ich heiße dich recht herzlich willkommen, dein Zimmer liegt im ersten Stock, Nummer W001." Trotz der erst mahnenden Worte schenkte sie ihm doch abschließend ein sehr freundliches und warmes lächeln als sie ihm seinen Schlüssel überreichte. Vielleicht ist es ja doch nicht so schlimm hier, dachte er sich und schenkte ihr ebenfalls ein lächeln. "Danke sehr und gute Nacht." Mit den Worten machte er sich auf und stieg die Treppen hinauf. "Viel Glück," erwiderte sie und machte einen nachdenklichen Eindruck. Ihr war, als hätte sie etwas vergessen. Sie zuckte mit den Schultern und machte sich an ihre vorerst letzten Arbeiten.

      Der nasse Junge aus Meerlicht stieg beschwingt und freudig die Treppen hinauf und würdigte den vorbei kommenden Lehrer keines Blickes. Frau Nort blickte auf und gab auch dem Lehrer ein lächeln, allerdings begann ihr langsam etwas zu dämmern. Ganz langsam entglitten ihr die Gesichtszüge und ihre Augen weiteten sich. "Kiro.... das ... war der neue Schüler," stammelte sie ihn an und er blickte verdutzt die Treppe hoch. Es war zu spät. Aber das würden die beiden schon hinbekommen. Er glaubte fest daran, dass Aurora sich überwinden könne.

      Ein Stockwerk höher machte sich Ayon auf den Weg und hielt ausschau nach seinem neuen Zimmer. Was er wohl für einen Zimmerkameraden bekommen würde? Er konnte es kaum erwarten ihn kennen zu lernen. Er mochte zwar keine Menschenmengen, allerdings hatte er kein Problem damit einen sehr kleinen Zirkel an Freunden zu haben mit denen er dann allerdings durch dick und dünn gehen würde.
      Er sah den Flur entlang und sah den unverkennbaren Koffer an der Seite stehen. Sehr ungewöhnlich dachte er. Warum der Koffer auf dem Flur stehe und nicht im Zimmer. Vielleicht macht man das hier so? Darüber nachzudenken hilft im Moment nichts. Einfach nur ins Bett heißt der Plan, nachdem er sich noch abtrocknete. Kurz wurde nochmal die Liste durchgegangen und er wollte sein bestes geben um zumindest einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Dann steht dem ruhigen Schulleben nichts mehr im Wege.
      Freudig öffnete er die Tür, mit dem Koffer im Schlepptau und betrat mit einem tiefen Atemzug nehmend sein neues Zimmer.

      Nach wenigen Schritten betrat er das nicht gerade kleine Hauptzimmer, welches er mit seinem neuen Zimmerkollegen teilen sollte. Sein Blick schweifte kurz umher, nur um dann langsam auf einem Mädchen zu verbleiben, welches auf dem Boden saß. An ihrem Kopf waren zwei rote Hörner, die sie fest hielt. Es war ein surreal bezaubernder Anblick und seine Miene änderte sich langsam in eine des Unglaubens. Er war müde, keine Frage. Aber das bedeutete nicht, dass er Unzurechnungsfähig war.

      Er blickte sie sehr verwundert an und seine Pläne für den guten ersten Eindruck nahmen ihren Lauf.
      Zögerlich sprach er sie an: "Du siehst... nicht gerade ... männlich aus!?"
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Aurora
      Von Weiten hörte die junge Arienta schon die Tür, wie sie auf und zu ging. Betont skeptisch sah sie auf zu dem Jungen, mit dem sie ihr Zimmer ab jetzt teilen sollte. "Du siehst... nicht gerade ... männlich aus!?" waren die ersten Worte, die aus dessen Mund kamen, worauf Aurora sich vom Boden aufsetzte und ihre Hände in die Hüfte stemmte - ihn betont böse mit den Augen anfunkelnd. "Ich werde das als Kompliment nehmen, wenn du dich sofort wieder umdrehst und das Zimmer verlässt.", zischte sie ihm entgegen und stellte sich fast schon unterbewusst schützend vor das Bett ihrer ehemaligen Mitbewohnerin. Kiro war nicht hier, also musste sie selbst versuchen ihre Wut im Zaum zu halten. Das konnte sie. Da war sie sich sicher. Sie würde das schaffen, irgendwie, auch ohne diesen diesen diesen Nichtsnutz hier im Zimmer zu behalten. "Ich sehe nicht nur 'nicht männlich' aus, tatsächlich bin ich durch und durch ein Mädchen. Und nicht an einem neuen Mitbewohner interessiert! Und und erst recht nicht an einem Kerl!", meckerte sie einfach drauf los, doch stoppte sich selbst, schloss ihre Augen und atmete tief durch, als sie fühlte wie die Hitze in ihren Hörnern stieg und stieg und auch die Spitzen ihrer langen Haare unbeabsichtigt etwas Feuer fingen.
      Das war einfach nicht ihr Tag. Erst als sie ihre Augen wieder öffnete, betrachtete sie das Bild, das sich vor ihr abspielte. Ein schlanker Junge, ein guter Kopf größer als sie, mit zerzausten Haaren, offensichtlich kein Mensch, zumindest nicht reinrassig.. mit einem pinken Koffer an der Hand. Eine Augenbraue in die Höhe ziehend, löste sich ihre Kampfhaltung gezwungenermaßen und musste.. dann .. noch etwas schmunzeln. Sie zeigte mit ihrem Zeigefinger hinunter auf den Koffer. "Du siehst damit auch nicht gerade männlich aus, wenn ich darüber nachdenke.."
      Sie war zwar - mehr oder weniger (eher weniger.) - auf einen Jungen vorbereitet gewesen, aber ihn jetzt vor sich stehen zu haben, machte es viel zu real. Aber sie durfte sich nicht aufregen. Sie musste es zumindest versuchen. Mit einer kurzen Handbewegung griff sie um ihre langen hellen Haare und drückte sie zusammen, bevor sie anfing die kleinen Flammen mit ihren Händen abzuklopfen. Ihr war der erste Eindruck egal. Sie wollte ihn so oder so nicht hier, und er würde auf keinen Fall das Bett von Theatrie auch nur anfassen. Niemand würde das. Gäbe es wirklich keinen anderen Weg, würde er eben in ihrem eigenen Bett schlafen würden. Die dunklen Augenringe der Widder-Stämmigen gehörten sowieso schon fast zum Inventar und gegen ihre Schlafprobleme würde sie vielleicht ihr ganzes Leben nichts mehr tun können. Damit hatte sie sich abgefunden.
    • Ayon

      Er wollte sich innerlich zerreißen. 'Du siehst nicht gerade männlich aus? Was für ein perfekter Anfang'. Nachdem sie sich vor ihm auf stellte, musste er leicht zusammen zucken. Wer rechnete schon damit als unbekannter neuer Schüler derart feindselig und ablehnend zu behandeln. Er dachte noch einmal kurz darüber nach, aber in seinem erschöpften Zustand hatte er dafür kaum mehr die Kraft aufbringen können. "Ich bin genauso überrascht wie du, mit einer neuen Mitbewohnerin habe ich auch nicht gerechnet." Er versuchte sie zu beobachten um sie zumindest so gut es geht einschätzen zu können. Die Körpersprache ließ ihn genauso verwundern, wie ihr Verhalten. Sehr einschüchtern und feindselig und dann plötzlich wieder etwas ruhiger. Sie fing sogar kurz an Feuer zu fangen. Die Szene von vorher auf dem Vorplatz kam ihm in den Sinn. Ob sie etwas dazu wüsste? Die Akademie schien sehr groß zu sein, vielleicht kennt sie ja den Feuermagier mit der brachialen, ungezähmten Kraft, die im Gegensatz zu der Energie, die sie verströmte unterschiedlicher nicht sein konnte. Sie flackerte zwar hin und wieder verstärkt auf und ihren Höhepunkt schien es zu nehmen, als ihre Hörner und Haarspitzen leichtes Feuer abgaben.
      Der Wassermagier war fasziniert, da er so etwas noch nie gesehen hatte. Seine Gedanken wurden allerdings unterbrochen, als sie ihre Körperhaltung etwas lockerte und auf ein Thema lenkte, was ihm sehr unangenehm war.
      Sein Blick folgte ihrem Zeigefinger und er seufzte, "Kennst du das, wenn Eltern jede Chance nutzen wollen um ihr Kind zu ärgern? Das da ist ihr letzter Einfall gewesen."
      Sein leichtes Lächeln kehrte zurück, mit einer Hand kratzte er sich am Kopf und ergänzte "Ehrlich gesagt ist es mir recht egal WIE ich damit aussehe. Mein größtes Problem daran ist, dass ich die Farbe nicht sonderlich mag, aber damit auffalle wie ein verdammter bunter Hund."
      Sein Blick wanderte wieder zu ihr. Vorher war ihm dies nicht aufgefallen, aber wieso stand sie vor dem scheinbar ungenutzten Bett? Zudem konnte man noch ein paar Reste an den Wänden erkennen, wo früher scheinbar etwas an den Wänden hing. Dann blickte er wieder zu ihr und deutete auf die Flammen, die sie versuchte zu löschen. "Ist das nicht irgendwie --" bevor er seinen Satz beenden konnte war das Feuer allerdings verschwunden.
      Was ihn an der ganzen Situation allerdings störte war, dass er weiterhin Klitschnass war und ununterbrochen den Boden voll tropfte. Verzweifelt rubbelte er sich die Haare und versuchte ihr ein Angebot zu machen. "Hör zu... ich bin echt extrem Erschöpft und würde mich gerne abtrocknen und danach will ich einfach wieder in einem normalen warmen Bett schlafen."

      Er versuchte ihr ein freundliches, aber müdes lächeln zu schenken, konnte sich aber kaum mehr auf den Beinen halten.

      "Sieh mal, lass' uns morgen mit der Schulleitung red..." plötzlich sackte er zur Seite und fiel aus Erschöpfung zu Boden. Die letzten vor allen schlaflosen Nächte im Freien waren mehr als deutlich zu spüren. Da machte es auch nichts, dass zufällig diese Reise recht ereignislos verlief.
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Aurora
      "Kennst du das, wenn Eltern jede Chance nutzen wollen um ihr Kind zu ärgern?" Aurora konnte nur skeptisch den Kopf schütteln. "Nein..?", gab sie leise zurück, ihre Eltern waren nie ihr Problem gewesen. Eher.. der ganze Rest der Welt. Während sie ihn weiter musterte, wusste sie gar nicht so richtig, ob sein Versuch eines Lächelns sie beleidigte oder nicht. Sicherlich war es beleidigend gemeint. Bestimmt lachte er sie in seinem Kopf gerade aus. Ihre Flammen. Ihre Missgunst.

      'Sieh dir die an.'

      'Die hat ja Hörner.'
      'Sicher eine Dämonenähnliche.'
      'Teufel.'

      "Hör zu...", diese Worte rissen sie mit einem Mal aus den Gedanken, dass sie vor Schreck ihre Augen kurzzeitig etwas aufriss. Wie lange war er denn unterwegs gewesen? Wieso war er überhaupt nass? Kurz warf sie einen Blick aus dem Fenster, welches von dem Regen der von den Lehrern ausgegangen war plitschnass gespritzt wurde, doch das war noch gar nicht so lange her. Und er musste doch schon da gewesen sein, sein Koffer wurde doch schon vorher gebracht. "Wieso warst du nicht bei dei-...Häh?", als sie wieder zurück zu ihrem vermeintlichen neuen Mitbewohner sah, legte sie ungläubig den Kopf schief. Er war einfach umgefallen, plitschnass auf ihrem Teppich. "Hey! Mach hier nicht alles nass!", meckerte sie und wartete auf eine Reaktion, die nicht so kam wie sie wollte. 'Ist das.. sein.. verdammter ernst..!?'
      Aurora ging durch's Zimmer hinüber zu ihm und überlegte einen Moment ihn einfach aus der Tür wieder hinaus zu treten. Vielleicht überlegte sie sogar zwei Momente. Okay... Sie überlegte eine ganze Weile. Doch sie brachte es einfach nicht über's Herz, obwohl sie es wirklich wirklich wirklich wollte. "... Eine Nacht. Morgen früh fliegst du hier raus..", ermahnte sie den Fremden, dessen Namen sie nicht einmal kannte und beugte sich zu ihm hinunter. Aurora legte mit einem genervten Seufzen ihre Haare etwas über seinen Körper - es war die simpelste Quelle, die sie hatte um Hitze abzugeben ohne sich selbst zu verbrennen. Gesagt getan ihre Haare erhitzten sich und fingen unweigerlich etwas zu schnell Feuer, da sie diese Situation wirklich. Wirklich. Wirklich nervte. Das meiste Wasser auf dem Jungen verdampfte zwar, auch wenn seine Kleidung an der ein oder anderen Stelle direkt Feuer fing, was sie mit ihren Händen abklopfte - betont unsanft. Immerhin machte er hier gerade alles nass!
      Ohne sich selbst zu löschen, griff die junge Frau nach ihrer eigenen rot-karierten Bettdecke und warf sie einfach über den Magier rüber. "Wenn du das andere Bett anfasst, mach ich dich kal-.. Mach ich dich fertig.", korrigierte sie sich letztendlich und setzte sich neben das Bett von Theatrie auf den Boden. Sollte er doch ruhig auf dem Boden schlafen. Oder ihretwegen auch in ihrem Bett.. Aber sie würde ihn nicht in die Nähe von Theatries Bett lassen. Sie.. musste doch einen Platz haben, an den sie zurück konnte, wenn sie wieder aufwachen sollte jemals. Aurora brauchte keinen Platz.. kein Bett.. Sie versuchte nur mit sich selbst und der Welt umzugehen, um die Chance zu bekommen sich bei ihr eines Tages zu entschuldigen.
    • Ayon

      Das Meer lag vor ihm. Er Stand barfuß am Strand und genoss den Anblick, den er nicht so schnell vergessen würde. Zumindest hoffte er das. Es wehte eine laue Sommerbrise, die seine Wangen streichelten. Er schloss seine Augen und ließ sich rückwärts in den warmen Sand fallen. Ein lächeln umspielte sein Gesicht und kleine Wellen schwappten an seine Beine.

      Das Zentrum seiner Heimatstadt. Ein beschauliches Örtchen mit normalerweise freundlichen Menschen und Mischwesen. Reges treiben lief um ihn herum ab. Als er auf blickte sah er sich in der Mitte seiner Eltern. Eine Szene aus seiner Kindheit?

      Als nächstes sah er seine Schule. Diesmal war er älter. Seine Mitschüler mieden ihn, sprachen hinter seinem Rücken und hänselten ihn, wenn die Lehrer nicht hinsahen. Wenn seine Eltern nicht hinsahen.

      Plötzlich stand er im Wald, die Umgebung brannte lichterloh, schreie waren von überall zu hören. Er spürte nichts und sah, wie einer nach dem anderen Verbrannte. Das Feuer kam näher und die Hitze lechzte nach seiner Haut und lud ihn ein in ihren warmen Schoß.

      Schweißgebadet schreckte Ayon auf, sein Herz raste, pumpte wie es lange nicht gepumpt hatte. Seine Hand fuhr hoch und er hielt sich den Kopf. "Nicht schon wieder..." flüsterte er klagend. Dann bemerkte er seine Umgebung. Das dunkle unbekannte Zimmer, der Boden auf dem er lag. Und das Mädchen welches neben dem frisch hergerichteten Bett lag. Verwundert merkte er erst jetzt, dass er eine Decke übergeworfen bekommen hatte. Sein Blick wanderte zu dem Mädchen, dann zu dem anderen Bett, bei dem die Decke fehlte. Er wurde nicht schlau daraus. Warum saß sie vor dem ungenutzten Bett und nicht auf dem gemachten Bett. War das nicht ihr Bett? Dann zog er die warme Decke kurz nach oben und er bemerkte einen angenehm unbekannten Duft. Er blickte wieder zu dem gehörnten Mädchen.

      Die Erschöpfung war immer noch spürbar, aber die kurze Pause tat ihm gut. Als er versuchte aufzustehen bemerkte er noch etwas sonderbares. Die Nässe ist weg? Er klopfte und fühlte an seinem Körper herum. Er war trocken. Und er hatte Brandblasen in der Kleidung. Sein Blick ging wieder zu dem Mädchen, die scheinbar eingenickt war. Fasziniert von ihrem Anblick ließ er seinen Blick vom Mondlicht leiten. Ihre sanften Gesichtszüge wurden von ihren leicht rötlich schimmernden Hörnern und dem hellen Haar umspielt. Ein Lächeln hatte sich unbemerkt auf sein Gesicht geschlichen und leise flüsterte er der weiblichen Figur seinen Dank entgegen.

      'Ist das nicht extrem unbequem so?' er legte den Kopf schräg und wunderte sich nun über ihre interessante Schlafform.

      'Aber viel wichtiger: wie und wo werde ich nun schlafen?' überlegte er kurz nachdem er sich streckte.
      Die Betten sind beide Tabu. Und er wusste, dass dies nur unnötig Stress bedeutet.
      'Ugh, Stress,' dachte er angewidert. Morgen würden sie sich darum kümmern. Schließlich kann es doch nicht sein, dass ein Junge und ein Mädchen zusammen auf einem Zimmer sind. Er schüttelte den Kopf und blickte wieder zu der Unbekannten.

      'Waren die Hörner nicht vorher...' seine Augen weiteten sich, als das Mädchen anfing sich scheinbar schmerzerfüllt zu winden. Ihr Haar fing an zu leuchten und die Spitzen der Hörner fingen förmlich an zu glühen.

      "Ach du schei.... warum? Bitte nicht." Er fing an zu zittern und seine Gefühle überschlugen sich. Was sollte er bloß tun. Wie sollte er sie denn aufwecken. Sie würde ihn bestimmt hassen.

      "Aber... ich meine... Sie brennt?! Warum brennt sie denn gerade jetzt?!"

      Eine ihm bekannte, starke Energie schlug seinem Körper entgegen. Bei der Geschwindigkeit hatte er keine Zeit für irgendwas.
      Planlos und aufgewühlt stockte sein Verstand. 'Was, Was, Was, Was, Was...aaaahh.'

      "Ah, WASSER!! Ich bin die Lösung!" Für eine kurze Zeit verdammte er sich, warum ist er da nicht früher drauf gekommen. Dann sah er das Haar des Mädchens. Er musste ans Duschen denken, aber warum nur dachte er gerade jetzt ans Duschen? Ah! Handtücher, Waschlappen! Das ist es!

      Die Dusche war nicht so ergiebig, aber immerhin gab es ein Handtuch, das er nutzen konnte. Er popelte an seinem Koffer rum und holte zwei Waschlappen heraus. Mit Sicherheit konnte er sagen, dass seine Mutter ihm die mitgegeben hatte. Rasch hockte er sich neben das Mädchen, welches mittlerweile eine ziemliche Hitze ab gab.
      'Konzentration... Durchatmen... '
      Zuerst generierte er eine kalte Wasserschicht an seinen Händen und stoppte kurz. "Tut mir leid, aber das muss jetzt schnell gehen." Dann versuchte er so sanft, aber entschlossen wie möglich mit seinen Händen die Spitzen der Hörner zu Umschließen. Glücklicherweise war es noch nicht zu heiß dafür. Die Aufgabe war mehr als ungewohnt für ihn, und es gibt bestimmt wesentlich besseres... aber das musste reichen! Danach formte er schnell kühlendes Wasser in seinen Händen und tränkte damit die Tücher. Die Waschlappen stülpte er ihr über die abgekühlten Hörner und ihre Haare versuchte er vorsichtig in dem feuchten Handtuch einzuwickeln.

      Schweißgebadet, nervös und innerlich stark vom Adrenalin durchflutet hielt er es für besser, es dabei zu belassen. "Ich hoffe das reicht..." Dann schnappte er sich die Decke, die er zuvor erhalten hatte und deckte sie damit zu.

      Fix und fertig mit der Welt sah die Fensterbank sehr einladend aus. Er setzte sich an das Fenster, sah sich die Umgebung hinter den Unterkünften an... schlief aber schon sehr bald wieder ein.
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Aurora
      Früh, sehr früh, am nächsten Morgen erwachte die junge Schülerin und war selbst einen Moment sehr irritiert. Irritiert von ihrer Haltung auf dem Boden, irritiert von ihrer Decke über sich, irritiert von den beinahe verdunsteten Waschlappen über ihren Hörnern und Haaren. Summa summarum sie war komplett verwirrt und begann erst die Situation zu verstehen, als sie am Fenster diesen fremden Jungen vom Vortag erblickte.
      "...Idiot..", meckerte sie etwas vor sich hin, als sie verstand, was ungefähr in der Nacht passiert sein musste. Natürlich war es unumgänglich, dass gerade heute sie wieder einschlafen musste. Heute mit einem fremden Jungen in ihrem Zimmer! Mit einem Jungen, der... sie.. wohl gelöscht hatte.. Das musste sie zugeben, während sie sich von den mittlerweile völlig starr getrockneten Tüchern befreite. Er hatte sogar ihre Haare umwickelt, worauf Aurora etwas schmunzeln musste. Ihre Haare waren vermutlich das Letzte der Probleme, die sie haben würde, wenn sie im Schlaf brannte. Aber damit.. hatte sie nicht Theatries Bett angefackelt. Allein dafür war sie dankbar, auch wenn keine 10 Pferde sie dazu überreden würden, das vor ihm zuzugeben. Er musste gehen. Nichtsdestotrotz. Die kleine Arienta nahm ihre Decke, legte sie zusammen und brachte sie wieder zurück auf ihr eigenes Bett. "... Ich hab dir die Decke nicht ohne Grund hingelegt..", seufzte sie etwas schmollend und sah wieder zu dem Fremden. Sie sah die Brandflecken auf der Kleidung und seufzte betroffen, bevor sie zu seinem Koffer ging und nach einer Art Namensschild suchte, was sie auch bald fand. "Ayon..", ohne den fremden Jungen zu wecken und um Erlaubnis zu fragen, öffnete sie den Koffer und griff das den ersten Paar Sachen, die sie fand. Sie trug die Kleidung auf dem Arm zum Fensterbrett und zog den vermeintlichen 'Ayon' einfach hinunter, damit er auf den Boden fiel und aufwachte. "Ich geh duschen. Zieh dich um, damit wir gleich los können.", mit diesen Worten streckte sie ihm die Zunge raus, holte aus ihrem Schrank auch für sich selbst Wechselkleidung und verschwand im anliegenden Badezimmer ohne auch nur auf eine Reaktion zu warten.
      Nach gestern.. sollte er wohl verstanden haben, dass die Betten anzufassen tabu ist. Sonst hätte er nicht auf dem Fensterbrett..

      "Hat er das.. wegen mir gemacht?", fragte sie sich selbst im Bad und erwischte sich dabei, wie ein kleiner Rotschimmer sich ihr auf die Wangen legte. Mit einem Seufzen benetzte Aurora die ausgetrockneten Waschlappen, damit sie nicht kaputt gingen, bevor sie sich selbst der Kleidung entledigte und sich dem täglichen Kampf der Dusche stellte. Sie stellte das Wasser kalt ein und bemühte sich an nicht.. zu denken.. was sie aufregen würde. Was schwer war beim beschämenden Gedanken daran, dass ein Junge auf der anderen Seite der Tür war. Was.. hatte sich die Schulleitung nur dabei gedacht?! Und da war er schon, der Ärger, der sie förmlich aufhitzte. Sie stellte sich unter das kalte Wasser, was bei der Berührung betont schnell verdunstete, was die junge Dame natürlich nur noch mehr aufregte. Von ALLEN magischen Elementen, die sie hätte haben können, musste es wirklich das nervigste und unbändbarste von allen sein, ja? Wirklich?! Sie konnte nicht mal DUSCHEN ohne danach das Badezimmer und das Schlafzimmer zu lüften, weil der Wasserdampf es sich einfach überall gemütlich machte!
      Und.. schon gingen ihre Haare in Flammen auf, angefeuert natürlich von ihren Hörnern. Würde sie nicht alles sofort aufregen, wäre das alles gar kein Problem. Aber dadurch, DASS sie alles aufregte - unter anderem auch ihre Aufregung als solche - fächerte sie sich nur selbst an. Das einzig Positive daran war: Sie musste sich nach dem Duschen nicht abtrocknen. Nach guten 10 Minuten dieser ärgerlichen Tortur stieg sie aus der Dusche und zog sich direkt ihre Uniform an, bevor sie wieder die Tür zum Vorzimmer öffnete. Jetzt.. würde sie ihn los werden. Er würde in ein Zimmer mit einem Jungen kommen, sich mit ihm anfreunden, das Gerede über Aurora hören und kann dann damit prahlen, wie er eine Nacht in diesem Zimmer überlebt hatte. Mit einem Seufzen trat sie aus dem Bad und klopfte sich ihre erneut vor sich hin zündelnden Haare ab.
    • Ayon

      Nach der Dunkelheit folgte Schmerz. Ohne auch nur den Hauch einer Chance wurde der Junge unsanft auf den Boden gezogen. Geschockt empfand er die plötzlichen Umstände stärker als sie eigentlich waren. Er landete mit dem Gesicht voraus auf dem Boden und begleitete dies mit einem klaren und deutlichen 'Arrrwwgh.'
      Die weibliche Stimme, die er dem gehörnten Mädchen zuordnete, klang irgendwie ruppig, gerade zu bestimmend. Einen Reim konnte er sich bisher noch nicht auf sie machen, aber eine wirkliche Feindseligkeit konnte er nicht erkennen. Er setzte sich auf und fand die Kleidung vor und ein Blick auf seinen geöffneten Koffer sagte ihm, dass sie ihm etwas herausgesucht hatte. Wenn er an sich herunter schaute und am Shirt nach vorne zog musste er eingestehen, dass es schlimmer war, als er in der Nacht angenommen hatte. Mal sehen ob ich sie dazu bringen kann, mir das zu ersetzen. Und bei der Schulleitung muss ich dringend feuerfeste Sachen bestellen. Das wäre doch Quatsch, wenn man hier allerhand Magier aufsammelt und dann keine Gegenmaßnahmen trifft. Oder irrte er sich da? Hatte er zu hohe Erwartungen an diese ELITE-Schule gehabt. Er würde es ansprechen müssen. Kurz darauf vernahm er das Geräusch aus dem Badezimmer. Man hörte das Wasser auf den Boden prasseln und vom Körper abtropfen, allerdings wandelte sich dieses Geräusch alsbald eher zu einer Art zischen um. Starke Nebelschwaden warmen Wasserdampfes zogen aus der Dusche in das Zimmer.

      "Wie unpraktisch..." musste er fast schon entsetzt feststellen. Sie sagte etwas von 'gleich' und 'fertig machen' oder so?
      Langsam machte es klick bei ihm und er streifte sich die gebrauchten Sachen des Vortages ab. Eigentlich müsste er auch noch Duschen, aber das ist wohl nicht drin. Als er bis auf die Unterwäsche entkleidet war, bemerkte er wie sich langsam die warmen Tröpfchen des Wasserdampfes auf seine Haut legten. Zwar könne er mit Leichtigkeit mit seiner Wassermagie Wasser herbeizaubern, aber er hat schon früh von seinen Eltern gelernt, dass Magie nur für wirklich sinnvolle Taten und nicht 'einfach so' eingesetzt werden sollte. Außerdem verbraucht man dabei Energie, die man im Notfall zur Selbstverteidigung bräuchte.

      "Wenn du eine Quelle deiner Magie in der Nähe hast, nutze sie, bevor du deine eigene Energie nutzt!" war einer der Leitsätze, die ihm im Kopf blieben. Und der andere weitaus nervigere war eben jener, dass man Magie nur für sinnvolles nutzen solle. Er hatte schon oft genug ärger von den Lehrern bekommen, weil Ayon seine Magie für alles Einsetzte, was ihm gerade einfiel.
      Warum ihm das jetzt gerade in den Sinn kam war eine etwas, was er zuvor nicht für möglich hielt. Er konnte sich zwar mit seiner eigenen Wassermagie waschen, aber die war immer maximal lauwarm.

      Nun aber war er umgeben von warmen Wasserdampf. Er freute sich immens und begann sich auf seine Umgebung zu konzentrieren, hielt seine Handfläche aus und begann mit einem kleinen Strudel alle Wasserdampfpartikel zu sammeln. "Das ist ja Wahnsinn!" rief er lachend und wusch sich freudig mit dem gesammelten Warmwasser. Zumindest eine Katzenwäsche war drin und würde fürs Erste reichen. "Öhm..." entglitt es ihn fragend. Aber wohin mit dem Wasser? Das Wasser sammelte sich weiter in seiner Handfläche und formte nun eine nicht gerade kleine Kugel. Das Fenster war ihm sehr ans Herz gewachsen und er wusste, nun wäre die Zeit gekommen, da es sich für ihn öffnen würde. Glücklicherweise waren die Temperaturen um die Zeit schon angenehm und nicht zu kühl und er schoss den Ball in die Ferne.
      Nachdem er das akute Wasserproblem gelöst hatte, nahm er sich ein Handtuch aus seinem Koffer und trocknete sich kurz ab bevor er sich seine neuen Sachen anzog. Relativ schlicht, nicht wirklich auffällig. Guter Geschmack, das gefiel ihm. Aber lange würde er an der Schule sowieso nicht mehr mit seinen normalen Klamotten rumlaufen. Er konnte es sich nicht erklären, aber irgendwie freute er sich auf eine eigene Uniform. Vielleicht war es ja nur die Freude an der Unauffälligkeit.

      Kurz darauf schon kam das Mädchen aus dem Raum und brachte den Rest Dampf mit sich. Unweigerlich schenkte er ihr ein unbekümmertes lächeln und begrüßte sie mit einem leicht müden aber freundlichen "Guten Morgen, wollen wir dann los?"

      Als Ayon sah, wie das Mädchen versuchte die kleinen Flämmchen abzuklopfen schmunzelte er, ging an ihr vorbei Richtung Tür.
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Aurora
      "Guten Morgen, wollen wir dann los?", etwas irritiert sah sie ihren neuen Mitschüler an und nickte. "Du bist gut drauf, dafür dass du auf der Fensterbank geschlafen hast, Ayon.", antwortete sie ihm und schloss die Tür zu ihrem Zimmer hinter sich - den pinken Koffer drinnen behaltend bis sie eine Lösung gefunden hätten. "Dein Name stand auf deinem Schild.", erklärte sie sich direkt hinterher bevor der Junge auf die Idee kommen konnte zu fragen, doch nun vor der Tür zögerte sie. Ihr Zimmer lag direkt am Scheidepunkt der Mädchen- und Jungenräume und... Ein Junge, der ihr Zimmer verließ und mit ihr durch die Gänge der Mädchenräume schlenderte, noch dazu, wenn er so müde aussah... Es gab definitiv schon genug Gerüchte über sie, da mussten nicht noch solche dazu kommen. Ganz abgesehen davon, was das für einen negativen Einfluss auf ihn hätte. Seufzend entschied sie sich also dafür mit ihm den rechten Pfad zu beschreiben - Welch Ironie, dass der 'rechte Pfad', der Weg war, den sie ihm zuliebe antrat.
      Aurora gewann bewusst etwas Abstand von ihm und zog immer mehr den Kopf ein, je mehr Schüler sie sah. Je mehr tuscheln sie hörte. "Ist das nicht Didaera? Was macht sie denn in den Gängen der Jungen?", die Jungen waren betont harmloser als die Mädchen, die redeten, aber wie gewohnt traute sich niemand sie anzusprechen. Und die Schülerin war sich fast sicher, dass diese Leute ihren richtigen Namen nicht mal wussten, so wie sie alle von 'Didaera' sprachen, aber die Idee dahinter ging auf: Es war Aurora, die wütende Flamme, der kleine Teufel auf dem Gang der Jungs. Ein Junge ohne Schuluniform fiel neben ihr kaum bis gar nicht auf, während er bei den Mädchen definitiv für mehr Aufsehen gesorgt hätte. Sie ging mit Ayon um ein paar Kurven und wartete, bis ausnahmsweise niemand in Hörreichweite war, bevor sie wieder zu ihrem Begleiter sah und auch mit ihm sprach. "Das sind offensichtlich die Gänge der Jungs, wo du hoffentlich auch gleich einziehen kannst. Mein Name ist nicht Didaera. Und wir gehen die Feuerschutztreppe hinunter, aber die normale wäre um die Ecke dort hinten links, du kannst sie eigentlich nicht verfehlen. Ich will nur.. vermeiden mehr Menschen zu begegnen.", ihre Ausführungen der Richtungen begleitete sie mit kurzen Fingerbewegungen, aber da sie an die gehässigen Mädchen gewohnt war, störte sie sich gar nicht wirklich an dem Gerede der Jungs. Es fächerte ihr hitzköpfiges Gemüt gar nicht an, auch wenn sie es gar nicht realisierte. In der Nähe der Jungs war sie einfach... entspannter, wenn auch nicht völlig ruhig. Sie hatten aber auch nicht so aus erster Hand erlebt, was zwischen ihr und Theatrie passiert war.. Im Gegensatz zu den Mädchen. Kurz sah sie Ayon an und deutete auf die Notfallkarte hinter ihm. "Falls du dich verläufst, so ein Wisch hängt.. eigentlich.. überall. Aber du solltest trotzdem versuchen, dir die Gänge bald zu merken... Ich weiß nicht, was die Jungs damit machen, aber ich weiß, dass die Karten wohl oft auf 'mysteriöse Art und Weise verschwinden'.", erzählte sie einfach weiter.

      Eigentlich hätte sie gedacht, dass es ihr mehr ausmachen würde, diesen Jungen zur Schulleitung zu bringen aber ein kleiner... ein wirklich klitzekleiner Teil in ihr genoß es sogar mit jemandem zu reden, der noch nichts über die Gerüchte wusste. Auch, wenn sie das nicht zeigte, sondern ihm eher versuchte so neutral entgegen zu treten wie sie konnte. Sie wollte sich ja nicht mit ihm anfreunden, und im selben Atemzug wollte sie nicht vor ihm Ausbrechen wie ein Vulkan. Aber... Mit einem Seufzen öffnete sie die Feuerschutztür zur Feuertreppe und kniff einen Moment die Augen zu. Ihre Wangen erröteten, doch sie weigerte sich strikt es ihm zu zeigen. "..D..Danke.. Für.. die Kühlung.. letzte Nacht..", piepste sie nun doch unsicher heraus, bevor sie sich schon über ihre eigene Scham ärgerte und ihre Haare wie gewöhnlich an den Spitzen anfingen etwas Feuer zu fangen, als sie sich zu ihm umdrehte und noch ein wütendes "Aber du wirst krank, wenn du wieder ohne Decke schläfst, also kümmer dich gefälligst um deinen eigenen Kram!!" hinzufügte. Man sah ihr an wie unangenehm ihr alleine das Bedanken war... Deshalb musste ja auch direkt eine Beschwerde hinterher. Damit der Typ gar nicht auf falsche Ideen kam!

      Die Feuertreppe führte hinter dem Gebäude spiralförmig hinunter und sie würden ohne viel Aufsehen zusammen zum Hauptgebäude der Schule gehen um ihn bei Kiro und dem Schulleiter abzuliefern, die sicherlich schon Auroras lautstarke Beschwerde erwarteten.
    • Ayon

      Etwas in Gedanken versunken hatte er sich gewundert, woher sie seinen Namen kannte. Allerdings ließ die Antwort nicht allzu lange auf sich warten. Von dem Schild auf meinem Koffer also. Nun hatten sie schon eine Nacht zusammen verbracht. Mehr oder weniger erfolgreich. Aber ihm fiel auf, dass er weder nach ihrem Namen gefragt, noch sie ihn erwähnt hatte.

      Hatte sie es etwa so eilig zur Schulleitung zu kommen? Es war schon schwierig genug nicht aufzufallen, aber ...
      Er hielt kurz inne und sah, dass sie sich auf dem Gang der Jungs befanden.

      'Erst beschwert sie sich, dass sie mit einem Jungen auf dem Zimmer ist und dann läuft sie durch diesen Gang? Macht sie das extra?' dachte er sich und blickte ihr verwundert hinterher. Auch wenn sie Abstand hielt war die Aufmerksamkeit, die die beiden auf sich zogen enorm. Er konnte schon regelrecht die wütenden Blicke spüren. 'Ist das nicht der neue? Was ist der denn für ein Casanova, nicht ein Tag hier und schon hat er sich eine geangelt?' Er schüttelte den Kopf und folgte ihr. Zu seinem erstaunen war die Aufmerksamkeit aber eher auf sie gerichtet. Schon wieder hörte er diesen seltsamen Namen. Hatten die Mädchen gestern nicht den gleichen Namen erwähnt?

      "Di-Did...?" versuchte er sich zu erinnern und blendete die Gespräche um sich herum aus. Recht spät bemerkte er, dass sich seine langhaarige weibliche Führung seltsam verhielt.

      War es ihr etwa unangenehm mit ihm zusammen gesehen zu werden?
      Will sie so ungern mit mir in der Öffentlichkeit gesehen werden?
      Hatte sie etwa was mit diesem Namen zu tun?
      Waren alle Mädchen so...so?!

      Früher hatte er schon mit Mädchen zu tun gehabt, die waren allerdings eher sehr distanziert ihm gegenüber. Wegen seiner Eltern, wegen seines Rufs an der Schule. Vielleicht auch aus anderen Gründen, die er weder wusste noch sich zusammenreimen konnte. Und dann war da noch seine Mutter, aber er lehnte es ab, sie als Maßstab für Frauen zu sehen. Das kam ihm... war sie überhaupt eine Frau? Er zweifelte, wenn er sich an sie und ihr benehmen zurück erinnerte. Sein Kopf schüttelte sich und er versuchte klar zu werden.

      "Dieses Gebäude ist wirklich größer, als es von außen den Anschein hat," murmelte er verwundert. Nach ein paar Kurven war niemand anderes mehr zu sehen. Nur die gehörnte Schülerin und er.

      "Das sind offensichtlich die Gänge der Jungs, wo du hoffentlich auch gleich einziehen kannst. Mein Name ist nicht Didaera."

      Gedanklich dachte er zurück an den Gang. Offensichtlich war es das, ja. Aber das ließe sich nun nicht mehr ändern. Und ob es besser gewesen war, wenn sie zusammen durch den Gang der Mädchen gegangen wären? Hat sie das für ihn getan? Sie?

      Sein Blick ruhte auf ihr und kam auf etwas zu sprechen, was ihn wesentlich mehr interessierte. Dieser Name, jetzt hatte auch sie diesen ebenfalls. "Di, Di-dä? Di-dra-eda?" Er versuchte ein Gefühl für den Namen zu bekommen. Irgendwie fühlte er sich befremdlich, als er ihn auszusprechen versuchte.

      Lag das etwa an der Sprache?
      Sie sagte, dass sie nicht so hieß?
      Was bedeutete das?
      Ist das dann eine Art Spitzname von ihr?

      Nun fühlte er sich allerdings etwas schuldig. Er empfand ihr vorheriges Benehmen ruppig, aber selbst hatte er ihr nicht mal seinen Namen genannt? Natürlich war sie dann ablehnend ihm gegenüber. "Also haben sie dich gestern und eben gerade damit gemeint?"

      Seine Gedanken waren einfach zu langsam. Sie hatte ihm noch von eine Art Plan erzählt und zeigte mit dem Finger an die Wand.
      Er lächelte, nahm sich den Plan und steckte ihn ein nachdem er kurz drüber geschaut hatte. "Damit verlaufe ich mich hoffentlich nicht so schnell!"

      Sie seufzte und bedankte sich bei ihm für letzte Nacht. Ein schneller Gedanke von letzter Nacht schoss ihm durch den Kopf. Das leuchtende Mädchen, das Glühen und die aufflammenden Hörner und Haare. Sein... improvisierter Löschversuch.
      Dann erinnerte er sich an ihre vorherigen Worte "Und wir gehen die Feuerschutztreppe hinunter, aber die normale wäre um die Ecke dort hinten links, du kannst sie eigentlich nicht verfehlen. Ich will nur.. vermeiden mehr Menschen zu begegnen."

      Er musste lächeln und antwortete ihr während er durch die Tür ging, die sie aufgemacht hatte "Gern geschehen. Ich schlafe halt nicht gern in brennenden Zimmern." Vielleicht hatte er sie ja doch falsch eingeschätzt?

      Damit ging er die Treppe hinunter, blickte sich kurz zu ihr um. "Weniger Aufmerksamkeit ist immer gut. Wäre schön deinen Namen zu Erfahren, Didaera, ich meine deinen richtigen Namen." Sein Blick wandte sich ab, "Didaera ... passt irgendwie nicht zu dir."

      Die Treppe führte also hinter das Gebäude. Vielleicht könne er sie später noch fragen, ob sie sich dort auskennt und ein wenig den Ort zeigen könnte. Das dürfte sie ja nicht stören, selbst wenn sie bald voneinander getrennte Zimmer hätten.

      Damit schritt er die Treppe hinunter und machte sich auf den Weg aus dem Gebäude.
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Aurora
      Betont versuchte die junge Arienta eigentlich einem Gespräch mit ihm aus dem Weg zu gehen. Sie wusste nicht... so richtig, wie sie mit ihm umgehen sollte. Vor allem unter diesen Umständen, unter denen sie mit ihm in Kontakt getreten war. "Gern geschehen. Ich schlafe halt nicht gern in brennenden Zimmern." Etwas ertappt und sichtlich peinlich berührt sah Aurora zur Seite und strich sich ihr apricot-farbenes Haare nach hinten. "Das... ja... Tut mir Leid..", murmelte sie etwas unbehaglich bei diesem Thema und achtete beim Treppe hinunter schreiten penibel darauf die Stufen erst mit ihren Augen zu checken, da sie wusste wie die Jungs im Wohnheim waren. Sie erinnerte sich an einen Sommer, in denen sie sich ein paar Eismagier zusammen gesucht haben nur um die Sicherheitstreppe zu einer Eisrutsche um zu funktionieren. Seit dem machten sie immer wieder Unsinn mit der Treppe, da sie vom Schulgebäude nicht einsehbar war und von Lehrern dem entsprechend nicht wirklich auf dem Radar lag. Doch heute schienen sie Glück zu haben, und ohne große Zwischenfälle hinunter steigen zu können. Jungs waren eben... Jungs.
      "Didaera ... passt irgendwie nicht zu dir.", überrascht sah sie zu ihrer Begleitung auf, welche den Blick schon abgewandt hatte. Skeptisch betrachtete sie ihn. Meinte er das.. positiv.. oder negativ? Seiner Abstammung nach zu urteilen wusste er nicht, was das bedeutete. Würde das seine Aussage ändern? Würde es sie verstärken? Es war nur ein kleiner Satz gewesen, der sie nach ihren bisherigen Erfahrung schnell verunsicherte, doch sie versuchte es abzuschütteln. Es wäre egal. Sie würden sich sowieso nie wieder sehen vermutlich. Das Gelände war.. groß.
      Sie brauchte eine kleine Weile um sich von ihren Gedanken weg zu reißen, die sich gerade zu überschlugen, doch letzten Endes holte sie tief Luft und beschloss ihm ihren Namen zu nennen. "Aurora." Peinlich berührt strich sie sich ein paar Haare hinter ihr langes rechtes Ohr, welches ebenso wie ihre Wangen einen leichten Rotton vernahmen, und sah ihm entgegen. "Mein Name.. ist Aurora." Sie wusste nicht, ob dieses Gespräch Sinn machte. Es machte keinen Sinn sich mit diesem Jungen anzufreunden, er wäre bald weg von ihr und würde hören, was geschehen war und... würde ihren richtigen Namen wieder vergessen. Und das war okay so. Wen.. interessiert's..?

      Gemeinsam verließen sie die Treppe und gingen hinaus auf den Hof. Mit ihrem Finger deutete sie in Richtung des großen Hauptgebäudes der Schule. "Dort ist das Schulgebäude, wo auch die Schulleitung sitzt. Hier bei uns wäre das Herr Jonar Hischon mit seiner rechten Hand Kiro Chosa.", ohne eine große Pause zu machen ließ sie ihren Zeigefinger direkt weiter rotieren auf ein gläserndes Gebäude mit einem beachtlich großen Feld vor sich mit Pflanzen und Blumen jeglicher Art. "Dort hinten ist unser Botanik-Garten.. wo.. ich.. aus offensichtlichen Gründen.. nicht hinein darf..", lachte sie etwas beschämt und kratzte sich am Hinterkopf. Ein reiner Feuermagier, der dazu noch so wenig sein Temperament zügeln konnte... Sie sparte sich die Erklärung, da sie davon ausging, dass er 1 und 1 zusammen zählen können würde. "Dahinter liegt ein steinerndes Labyrinth, das du noch früh genug im Unterricht kennen und... hassen lernen wirst vermutlich. Aber.. naja.. ich mag es.", gab sie kleinlaut zu und erzählte einfach vor sich hin, genießend jemanden zum reden zu haben. "Man darf nur in kleinen Gruppen hinein und außerhalb des Unterrichts eigentlich gar nicht, aber.. auf der östlichen Seite ist ein kleines Loch, das die Lehrer noch nicht bemerkt zu haben scheinen also.. Man hat seine Ruhe.. solange man nicht zu weit reingeht und die Fallen aus Versehen aktiviert. Niemand sucht einen dort und solange es offen ist, ist es ein guter Rückzugsort. Weil.. nicht wirklich.. jemand davon weiß.. Uuund das ist der Moment, in dem ich mich gerade selbst etwas ärgere, dass ich es weiter erzählt habe. Ich meine.." Aurora redete und redete einfach, versuchte es irgendwie.. hinaus zu zögern, dass sie direkt zur Schulleitung gingen. Nur deshalb erzählte sie von dem Gelände. Nur deshalb ging sie nicht weiter. Sie wollte noch einen Moment das Gefühl spüren, mit jemandem normal zu reden, ohne diesen Blick zu bekommen. Diesen... herablassenden und trotzdem sich fürchtenden Blick...
      "Tut mir Leid, ich.. schweife wohl etwas ab, es interessiert dich sicher gar nicht.. Vergiss einfach, was ich gesagt habe..
    • Ayon

      Der Junge bekam von den wechselhaften Gedanken des Mädchens allerdings relativ wenig mit. Sie schien zwar kurz überrascht und in Gedanken, aber folgte ihm alsbald.

      "Mein Name .. ist Aurora" sie blickte ihn an und er hielt kurz inne und blickte sie an. Wie erstarrt erwiderte er ihren Blick und war von ihrer Geste überrascht. Verwirrt? Nein... fasziniert? Auch das traf es nicht. Sein Herzschlag erhöhte sich und er wurde nervös. 'Aurora' wiederholte er in Gedanken und bekam unbewusst ein Lächeln auf sein Gesicht gezaubert. Er konnte es sich nicht erklären, noch nicht.

      Als sie aus dem Gebäude tragen kam ihnen eine frische, aber angenehme Brise entgegen. Die Sonne schien und verschiedenste Vögel flogen durch die Luft und gaben ein Konzert unterschiedlichster Art von sich. Ayon schloss kurz die Augen und nahm einen tiefen Atemzug um die idyllische Stimmung am Morgen einzufangen. Und um seine Gedanken und Gefühle zu sortieren. Warum war er nur gerade so nervös geworden?

      Aurora schien in den Augen von Ayon deprimierter als zuvor. Wollte sie ihm ihren Namen so ungern sagen. Oder mochte sie ihren Namen nicht? Didaera, ihr vermeintlicher Spitzname schien allerdings wesentlich schwerer auf ihr zu lasten.
      'Ich denke es kann nicht schaden sie etwas auf zu muntern. Aber wie?" Wäre dies für ihn Stress? Eine Zumutung? Oder würde er dadurch unnötig Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Nein. Er konnte mit einem leichten lächeln den Kopf schütteln. Er würde ihr etwas zurück geben wollen, dafür, dass sie ihn zumindest eine Nacht mit ihr in einem Raum ließ. Und für die Decke. Eine ernst gemeinte ehrliche Geste, was anderes käme nicht in Frage.

      Seine Gedanken würden immer mal wieder an ihren Namen denken. Daran, was er wohl bedeute und woher er den Namen kannte.

      Er blickte wieder zu dem Mädchen mit den blassroten langen Haaren, den roten geschwungenen Hörnern, ihren sanften Gesichtszügen und ihren rubinroten Augen. Irgendwie hatte er es bisher nicht geschafft sich ein richtiges Bild von ihr zu machen. Von ihrem gestrigen sonderbaren Verhalten abgesehen handelte es sich bei ihr um ein wirklich hübsches Mädchen. Sicher, sie schien ihre Probleme und Eigenarten zu haben. 'Aber wer bin ich, da etwas zu sagen?' musste er mit einem leicht traurigen schmunzeln zugeben.

      Sie zeigte mit ihren Fingern auf verschiedene Gebäude und er folgte ihrer Erklärung um für das erste nichts zu verpassen. Das Hauptgebäude interessierte ihn irgendwie überhaupt nicht. Als sie allerdings von dem Botanischen Garten sprach und dann noch von dem Labyrinth leuchteten seine Augen auf. Das war es worauf er wartete.

      "Zum Hauptgebäude wollen wir eh. Hast du gerade gesagt, ihr habt einen Botanischen Garten? Und ein Labyrinth?" Er war voller Freude und hielt sie an den Schultern und blickte sie an.
      "Haaaa~" machte er als freudiges Geräusch und blickte dorthin, wo sie zuvor hinzeigte.

      'Aurora'

      "Niemand sucht einen dort und solange es offen ist, ist es ein guter Rückzugsort. Weil.. nicht wirklich.. jemand davon weiß.. Uuund das ist der Moment, in dem ich mich gerade selbst etwas ärgere, dass ich es weiter erzählt habe. Ich meine.." nuschelte sie leise vor sich hin.

      "Hast du denn Lust selbst Pflanzen zu züchten? Wie gut kannst du mit diesen Fallen im Labyrinth umgehen? Sagtest du Rückzugsort?" sein Herz pocherte. Sein Interesse war auf einem Maximum angekommen. Dennoch war er sich der Situation nicht mehr vollends bewusst. Wie nahe sie sich gerade waren.

      'Aurora'

      "Tut mir Leid, ich.. schweife wohl etwas ab, es interessiert dich sicher gar nicht.. Vergiss einfach, was ich gesagt habe.." Plötzlich sah er sie an, wie sie eingeschüchtert und traurig vor ihm Stand. Er hielt sie immer noch an den Schultern. Vorsichtig löste er sich von ihr.

      Etwas zurückhaltender nahm er wieder etwas Abstand "En-Entschuldige... Das. Das wollte ich nicht. ... Lass uns gehen."

      Sie trotteten eine kurze Strecke. Er blickte zu dem Wald hinter den Unterkünften und erinnerte sich an seine bisherige Zeit. Seine Träume und Wünsche In der alten Schule. Was hätte er damals gerne alles erlebt und entdeckt?

      Danach Blick wieder seinen Blick auf sie. "Wollen wir unseren eigenen Garten machen? Dafür brauchen wir kein gemeinsames Zimmer."

      'Aurora' - der Name pochte immer wieder in seinem Kopf auf und ließ ihn nicht mehr los. Er musste sich daran erinnern, was er mit dem Namen verband. Woher er ihn kannte. Aber eines wusste er. Dieser Name gefiel ihm besser als Didaera.
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Aurora
      Sie konnte sich nicht helfen. Rein instinktiv wischte sie sich über ihre Schultern, wo er sich einfach berührt hatte. Sich etwas unbeholfen räuspernd nickte sie nur stumm und ging mit ihm langsam weiter. Das war so seine Art..? Einfach.. jemanden anfassen? "Wollen wir unseren eigenen Garten machen? Dafür brauchen wir kein gemeinsames Zimmer."
      "...Eh..?", sichtlich überrascht sah sie Ayon an und neigte skeptisch ihren Kopf. Erst war ihr Blick voller Verwirrung. Dann freute sie sich beinahe und spürte wie ihr Herz einen kleinen Hüpfer machte beim Gedanken, das da jemand war, der mit ihr Zeit verbringen wollte. Doch dann... wurde ihr Blick trüb. Sie senkte ihren Kopf und ehe sie es vernahm - ehe sie es verstand, brannte ihr langes Haar wieder lichterloh.
      Als Aurora wieder zu ihm aufsah, hätte man die Tränen in ihren Augen sehen können, wenn sie nicht sofort bei ihrer Hitze verdunsten würden. Ihr Blick wurde wütend ehe sie sich von ihm ab wendete und sich ihren Kopf an ihren Schläfen fest hielt um sich etwas zu beruhigen, doch in ihrem Kopf machten sich schon ihre ganzen Unsicherheiten breit, ohne auf den Rest ihres Körpers Rücksicht zu nehmen. "Das.. findest du witzig..? Ein Garten.. Mit mir..? Haha.. Ich.. lach mich tot..", brachte sie mit einer gebrochenen Stimme heraus, bevor sie ihren Kopf schüttelte und ihr Gesicht wieder ihm zu wendete. Mit ihrem Finger zeigte sie erneut auf das Gewächshaus und sah ihr nur ungläubig und ehrlich gekränkt an. "Ich darf da nicht mal rein. Klar, frag die einzige dumme Feuerkugel in dieser ganzen verdammten Schule, ob sie sich mit dir um Pflanzen kümmern will..! Weißt du, wie lange Pflanzen bei mir überleben?! Weißt du, wie lange.." 'Menschen bei mir überleben?'

      "Du hast jetzt eine Freistunde, Aurora. Tut uns Leid, aber mit Feuer.. hast du im Gewächshaus einfach nichts zu suchen."
      "Hey, Didaera, heute schon Feuer gelegt?"
      "Teufel."
      "Mörder."

      Mit einem schmerzverzerrten Gesicht fiel die junge aufgeheizte Frau auf die Knie und die Flammen, die von ihr ausgingen machten es unmöglich zu erkennen, ob sie zitterte oder ob diese erdrückende Hitze einem die Sicht vernebelte. Sie atmete tief durch und versuchte sich selbst irgendwie herunter zu fahren und zu entspannen. 'Dieser Kerl ist eben wie alle anderen. Wieso sollte er auch nicht? Es kann dir egal sein. Du wolltest eh nicht mit ihm befreundet sein. Du solltest mit niemandem befreundet sein. Er macht sich auch nur lustig. Soll er doch lachen.. Ist.. mir..egal..', mit zitternden Händen fasste sich Aurora an die Spitze ihrer Hörner und zuckte stark in sich zusammen, als die Flammen begannen ihr die Hautkuppeln von den Händen zu brennen. Sie löschte sich auf die einzige Art und Weise die sie kannte. Die einzige Art und Weise, die sie verstand, ohne sich von jemand anderem Hilfe holen zu müssen. Sie erstickte das Feuer ihrer Hörner, doch ihre Haare brannten und leuchteten lichterloh zwischen flammenden Rottönen, Orangetönen und Goldtönen hin und her. 'Ist mir egal.' Ihre Brust tat ihr weh. Ihr Herz. Es war ein schöner Moment gewesen. Ein kleiner flüchtiger Moment, aber doch ein schöner. Ein Moment, in dem sie wirklich dachte, es wäre in Ordnung mit jemandem zusammen zu sein und sich vielleicht anzufreunden.
      Aber jetzt war der Moment auch wieder vorbei. Die Flammen nahmen etwas ab, auch wenn ihre Haare sich nicht komplett löschen lassen wollten, und etwas zittrig vor Wut und Schmerz stand Aurora wieder vom Boden auf und ließ ihre Hörner los - betrachtete ihre Brandblasen an den Händen. Sie atmete einen Moment noch tief durch, bevor sie in Richtung des Hauptgebäude sah. "... Bringen.. wir dich endlich weg von mir, bevor ich mich ganz vergesse.. Du machst mich ganz kirre." Die Schülerin verschränkte ihre Arme vor ihrem Bauch, damit niemand direkt die Brandwunden sah und wusste, dass es ihr wieder passiert war. Sie entschied sich aktiv dazu.. dass dieser Kerl ihr egal sein sollte. Sie wollte keinen Freund. Sie wollte ihn nur los werden, schnell. Ganz.. ganz schnell...
      Sie kam nicht dazu ihre Haare zu löschen. Sie kam nicht dazu sich ihren schmerzenden Kopf zu halten. Ihre Vorurteile gegenüber anderen Menschen hatte überhand genommen und ihr Wunsch schnell von ihm weg zu kommen ebenfalls.
    • Ayon

      Plötzlich ging alles so schnell. Nachdem er versucht hatte sich selbst wieder zu beruhigen sah er ungläubig, wie sie ihre Schulter mit der Hand abwischte. Dort wo seine Hände gerade waren. Ihr Abneigung war wieder aufgeflammt. Oder war das ihre... Feindseligkeit? Er konnte es nicht für möglich halten und schüttelte langsam den Kopf.
      Ja, plötzlich ging alles so schnell. Es kam ihm so vor, als wenn sie ihn anfluchte, sie spie ihre Worte, die eine Reaktion auf seine waren.

      Was hatte er sich dabei nur gedacht? Er kannte sie doch überhaupt nicht. Im Überschwung und geradezu leichtfertig hatte er sie zutiefst persönlich verletzt. Er konnte das Ausmaß dessen, was sie durchlitt nicht einmal erahnen.

      Er sah sie an, in einer art Schockstarre verfallen, wie sich zuerst Trauer langsam zu Wut wandelte. Sie vergoß keine Tränen. War sie überhaupt dazu in der Lage? Sah man diese überhaupt?
      Flammen schlugen ihm entgegen, aber sie kauerte und wandte sich vor ihm und litt alleine. Seine Panik spiegelte sich in seinem Gesicht wieder, ließ ihn fast ohnmächtig zusehen.

      Warum konnte er ihr nicht helfen?
      Er KANNTE sie überhaupt nicht.
      Wollte ich ihr überhaupt helfen?
      Er WUSSTE sie war eine Feuermagierin.

      Sie erwähnte, dass sie nicht in den Schulgarten durfte. Die Verbindung war so klar und eindeutig und doch... und doch hatte er sich gehen lassen. Noch während die zierliche Frau vor ihm versuchte die Flammen selbst zu löschen, fiel er auf die Knie und sein Magen zog sich ungeheuerlich zusammen. Ein schier ungeheures Ausmaß an zuvor nie dagewesener Reue übermannte ihn.

      Chaos. Unfähigkeit. Unzufriedenheit. Reue. Machtlosigkeit. Tatenlosigkeit. Alles vermischte sich in ihm während er die ungeheure Darstellung vor sich zu ende gehen sah.

      Mit Genies wollen wir nichts zu tun haben.
      Weinst du gleich wieder bei deiner Mama?
      Verschwinde von hier du Freak.
      Wir hätten dich im Wald sterben lassen sollen.

      Wegen dir sehen wir anderen alle schlecht aus.
      Wegen dir wird dieses Dorf angegriffen.

      Es ist alles deine Schuld
      Wärst du bloß nicht geboren worden.

      Völlig neben der Spur stand auf einmal die wahre Leidtragende der Situation auf und brachte kaum einen ordentlichen Satz heraus. Er versuchte etwas zu sagen, brachte aber keinen Ton heraus. Aber was sollte er auch sagen?
      "... Bringen.. wir dich endlich weg .... bevor ich mich ganz vergesse.. Du machst mich ganz kirre." War er zu unkonzentriert und zerstreut, dass er nicht alles verstand? Oder hatte er nur das verstanden, was er verstehen wollte?

      'Sie hatte wahrscheinlich recht.. Einer wie ich bringt sie nur in Gefahr. Mit meiner Art. Mit meinem Talent für Probleme.' Er schloss die Hand zu einer Faust und machte ein schmerzverzerrtes Gesicht. Seine Gedanken waren immer noch im Chaos versunken, aber er versuchte sich zu fassen.
      'Ihr würde es besser gehen ohne mich. Einer wie ich... wer weiß was sie durch mich noch alles durchmachen würde.'
      Er war zu niedergeschlagen. Zu geschockt. Zu aufgewühlt, als dass er nur einen Gedanken, geschweige denn positiven Gedanken fassen würde.

      Schwäche, das wäre das Einzige was er im Spiegel erkennen würde. Er schaute auf die aufrechte und schmerz-leidende Aurora und ... fühlte etwas. War es Mitleid? Bewunderung? Oder vielleicht Respekt vor ihrer Kraft?

      Wie dem auch sei... er folgte ihr still. Ein Gespräch, jedes Wort wäre im Moment zu viel des Guten. Was würde die Zukunft wohl bringen? Er wusste es nicht mehr. Er dachte daran, dass sie später 'endlich' in verschiedenen Zimmern sein würden. Das wäre das Beste. Oder nicht?

      In einer sehr unangenehmen Stille machten die beiden sich an diesem einst wunderbaren morgen zusammen auf den Weg ins Hauptgebäude, zum Schuldirektor. Nichtsahnend, was sie erwarten würde.
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Aurora
      Ohne noch einmal zu dem Jungen auszusehen ging sie mit ihm zum Schulgebäude - bewusst Wege wählend, um den meisten Schülern aus dem Weg zu gehen. Wenn auch es ihr nicht möglich war, allen aus dem Weg zu gehen. Sie hörte das Gerede und sah, wie ihr die Anderen aus dem Weg gingen, da ihre Haare noch sich brennenden Existenz erfreuten. Als sie gerade durch die große Tür der Schule treten wollte, passierte was passieren musste. Passierte, was Aurora schon gewöhnt war. Eine Gruppe von Mädchen lachte und tuschelte schon vom Fenster aus und - in Erwartung an das, was gleich passieren würde - schubste Aurora ihre Begleitung etwas unsanft ein paar Schritte weg von sich, ungeachtet ihrer schmerzenden Hände. Noch während Ayon von ihr weg taumelte, traf Aurora von oben das alte Wischwasser, das die Mädchen durch das Fenster auf sie hinunter geschüttet hatten. "Ohhh~ Sorryyy, aber Feuerteufel dürfen nicht in die Schule!", riefen sie gespielt sich entschuldigend, worauf das nass geschüttete Mädchen nach oben sah und sie wild anfunkelte. "Zum Glück sind nur Feuerteufel verboten und keine dummen Zicken. Sonst wärt ihr die Ersten, die fliegen würden.", etwas beleidigt sahen die Mädchen sie an, zogen sich jedoch sofort zurück als - von Auroras Stimmung geleitet - sich ihre Haare und auch ihre Kleidung wieder trocknete, von ihr ausgehend verbreitete sich der Wasserdampf schnell und unkompliziert. Als die Mädchen sich zurück zogen, sah sie kurz zu Ayon und nickte in Richtung der Tür. Unbeeindruckt. Sich gar nicht mal richtig drüber aufregen könnend mehr. Selbst mit ihrem Temperament war sie schon so sehr an diese alte Leier gewöhnt, dass sie sich nicht mehr daran störte. Tatsächlich taten sie ihr damit einen großen Gefallen, denn das Wasser erfrischte sie und kühlte sie ab.. Auch wenn es nicht sonderlich gut roch.
      Auch wenn ihr Bild von Ayon nicht sonderlich gut war in diesem Moment.. Er brauchte nicht genau so einen schlechten Start in den Tag haben wie sie. Deshalb wollte sie auch nicht, dass er etwas von dem Schmutzwasser abbekam. "Das ist einer der Gründe, wieso du nicht in mein Zimmer solltest." Kurz klopfte sie sich ihre Kleidung ab, welche eine Sonderanfertigung für Aurora war - sie war nicht komplett feuerfest, aber sie hielt ihre kleinen Hitzestöße aus ohne direkt kaputt zu gehen, und trat dann in die Eingangshalle der Schule.

      Es gingen an den Seiten zwei große Wendeltreppen aus, die von Stockwerk zu Stockwerk führten. Sie sahen zwar pompös aus, waren jedoch sehr unpraktisch - so empfand es zumindest die junge Feuermagierin. Mit ihrer verbrannten Hand deutete sie Ayon kurz zu warten, als sie in Richtung des Sekretariats ging und noch einmal zurück sah. "...Lauf nicht weg. Du siehst aus als hättest du einen Drang zum Verlaufen.", antwortete sie nur sehr kurz angebunden, bevor sie ihn für ein paar Minuten verließ. Im Sekretariat angekommen, reichte ein Blick auf sie und die Dame wusste direkt, was sie wollte. Das... was sie immer wollte. Eigentlich jedes Mal. Es dauerte keine 5 Minuten, wie sie mit Verbänden um ihren Händen wieder zurück zu Ayon kam und mit ihrem Kopf in Richtung der Treppen deutete. "Das Büro ist ganz oben..", seufzte sie etwas und stieg die Wendeltreppe hinauf. Nachdem ihre Wut abgeklungen war... begann sich Aurora tatsächlich zu schämen für ihren Ausbruch. Sein Spruch war blöd gewesen, aber bis dahin.. hatten sie sich eigentlich sehr nett unterhalten fast. Aber letzten Endes war es immer das Selbe. Mit jedem Menschen um sie herum. Es war schon völlig egal geworden, ob irgendwer wirklich etwas böses wollte oder nicht. Selbst, wenn es nicht böse gemeint war... Sie schaffte es durchzudrehen.. Feuer zu fangen.. und im schlimmsten Fall jemanden zu verletzen. So war eben der Lauf der Dinge. Auf der Höhe des zweiten Stocks, zogen ein paar junge Schüler Ayon zur Seite, von Aurora weg. "Hey, weißt du nicht, wer das ist?! Didaera verkohlt dich, wenn du ihr so nahe kommst!", warnte der größere den Neuankömmling vor. Wie konnte sie auch nur eine Sekunde lang denken, dass der Rest des Weges schnell und unkompliziert von Statten ginge? Angespannt seufzte die Schülerin sichtlich genervt, als sie ihm entgegen sah. "Didaera verkohlt eher dich, wenn du noch eine Sekunde unserer Zeit verschwendest. Wir haben zu tun, also kusch."
      - "WIR? Seid ihr etwa sowas wie zusammen?! Weißt du nicht, was mit Theatrie-"

      Er verstummte. Es gab nur eine Sache auf der Welt, die man nicht tun sollte. Erst recht nicht, wenn Aurora einen so anstrengenden Morgen hinter sich hatte, wie heute. Ehe der Schüler wirklich drauf reagieren konnte, hatten sich die Haare der Schülerin erneut entflammt und schienen gerade zu eine kleine Feuerwelle auf der Kopfhöhe des ihr unbekannten Schülers abzugeben, welche ihm seine Haare direkt versenkte - ohne dass sie auch nur mit ihren Händen irgendwie zielen musste. Genau genommen, konnte sie es gar nicht. Er war zum Glück größer als Ayon, sodass dieser verschont blieb.
      "Sag. Nie wieder. Ihren Namen.", knurrte Aurora ihm drohend entgegen. "Nächstes Mal ziele ich nicht nur auf deine Haare." Es war nur eine leere Drohung, doch ohne ein weiteres Wort entfernten sich die Mitschüler von ihnen. Erst als sie außer Reichweite waren, wandte sich Auroras Blick wieder auf den Wassermagier, und.. ein wenig unbeholfen kratzte sie sich doch an der Wange und wurde sogar etwas rot auf ihren zierlichen Wangen. "Ich... habe.. eigentlich überhaupt nicht gezielt.", gab sie peinlich berührt vor ihm zu. Sie wollte zumindest vor ihm noch nicht wie ein Monster oder Teufel wirken. Nur noch.. ein wenig. Nur solange er noch hier war und die Geschichte nicht kannte. Das Rumoren der Schüler um sie herum wurde direkt lauter, natürlich wurde es das. Es war ja wieder etwas geschehen und die große böse Didaera war daran beteiligt gewesen, dabei hatte sie nur versucht alles etwas.. zu beschleunigen.
      Tatsächlich machte ihr Feuer lieber, was es wollte. Ihre Flammen unterwarfen sich nicht, auch die Magierin reagierte meistens nur. Dass es die Haare des Jungen versenkt hatte, war tatsächlich.. ein Unfall. Eine Art.. Selbstschutzmechanismus. Sie konnte gar nichts dagegen tun und hätte ihm auch nicht woanders hinzielen können, wenn sie es gewollt hätte.
    • Ayon

      Es war wie eine Berg- und Talfahrt seit gestern. Zwar hatte er noch ein mulmiges Gefühl, aber er sich wieder etwas fassen können. Später müsste er sich eine Auszeit nehmen, überlegen wie und was er überhaupt hier tun wollte. Eines gab es allerdings, was er auf jeden Fall erledigen musste.

      Diesmal musste er an seinen Vater denken. Ein stiller und brummeliger Mann. Dennoch liebevoll und ab und zu hatte er ihm etwas gesagt, von dem er selten Gebrauch zu machen schien. "Wenn man selber merkt, dass man etwas falsch gemacht hat. Dann ist es das einzig richtige sich zu entschuldigen." Er hatte viele Dinge gemacht, die er nicht sollte. Aber nie fühlte er sich für irgendwas wirklich schuldig, oder sah es gar als Fehler ein. Diesmal war es anders. Aber wie und wann, das wusste er im Moment nicht.

      Sie kamen an der Eingangstür an und ein paar Mädchen schienen die Ankunft der beiden bereits erwartet zu haben. War seine Ankunft so etwas besonderes? Oder war es etwas anderes? Was haben sie ...

      Ein Ruck von der Seite, unerwartet und ohne Vorwarnung wurde er gestoßen. Es ließ ihn zur Seite taumeln, aber der Junge schaffte es gerade so sich auf den Beinen zu halten. Es machte kurz Platsch, Zisch und ein paar Spritzer hier und da. Unruhig wurde es. Sein Blick wanderte zu seiner Begleitung und dann zu den Stimmen von oben. Er hob eine Augenbraue und konnte es einfach nicht fassen was dann geschah.

      Das noch leicht brennende Mädchen wurde unsanft 'gelöscht'. Mit verdammten Putzwasser?!
      Hatte... sie ihn deswegen weggestoßen? War das etwa normal?

      "Das ist einer der Gründe, wieso du nicht in mein Zimmer solltest," sagte sie zu seiner Überraschung bevor sie in das Gebäude trat. Machte sie sich etwa um seinetwillen Gedanken? Sie war ihm immer noch ein Rätsel, aber so langsam begann er sich ein Bild zu machen. Ein richtiges Bild von ihr.

      Dann ließ sie ihn kurz in der Eingangshalle stehen. "Als wenn ich mich verlaufen würde," schmunzelte er und dachte kurz daran, dass es vielleicht nicht so weit von der Wahrheit war wie sie vielleicht selbst wusste. Vielleicht würde er nicht verlaufen dazu sagen, eher sogar: Abenteuerlust oder Forschungsdrang. Zumindest war es eine bessere Ausrede als zuzugeben, dass er sich verlaufen hätte. Um ihn herum wurde getuschelt und er schien im Moment der Mittelpunkt dafür zu sein. Er seufzte. Sein Plan nicht aufzufallen und ein ruhiges Schulleben zu führen schien in weite Ferne zu rücken.
      "Hoffentlich hat das bald ein Ende, das ist echt unangenehm..." murmelte er, als Aurora mit Bandagen an den Händen wieder zu ihm stieß. Sein besorgtes Gesicht schien sie nicht zu stören, aber er musste an die Situation mit ihm zuvor denken. 'Ist das der einzige Weg mit ihrer Magie umzugehen? Ist das nicht schmerzhaft?' Sie führte ihn eine der beiden Treppen hinauf. Im obersten Stockwerk soll das Ziel sein, meinte sie.

      "Ugh, ich hasse Treppen."

      Schon wieder. Was ist heute nur los? Warum werde ich hin und her geschubst und gezogen? Aurora war es diesmal nicht, sie war wohl selbst überrascht.
      'Was ist denn jetzt, kann man hier nicht mal in Ruhe seines Weges gehen?' dachte er, als der große Unbekannte ihm etwas mitteilte:
      "Hey, weißt du nicht, wer das ist?! Didaera verkohlt dich, wenn du ihr so nahe kommst!"

      Warum sollte sie mich verkohlen? Nur kurz kam die Erinnerung die vorherige Nacht auf. Aber das war ja nicht wirklich ihre Schuld?!

      Bevor er etwas sagen konnte antwortete Aurora allerdings feurig, dass 'Didaera' eher ihn verkohlen würde und versuchte ihn so gut es ging wegzuscheuchen. Verständlich und dankend, dass sie ihm damit half.

      - "WIR? Seid ihr etwa sowas wie zusammen?! Weißt du nicht, was mit Theatrie-" kam es dann doch noch von dem Jungen.
      'W-W-Was bitte? Zusammen? Mit ihr? So ein Unfug! Wir kennen uns doch gar nicht! Ich meine, was??' er errötete und wusste nichts zu sagen. Und wer bitte ist Theatrie? Was ist das mit all den unbekannten Namen?

      Nun sah Ayon wie sich die Stimmung von ihr deutlich. sehr DEUTLICH verschlechterte. 'Hiiii~~' Diesmal versuchte er sich ein wenig selbst zu schützen und eine kleine Barriere aus Wasser zu erschaffen, aber sie schoss über ihn hinweg und versengte dem fremden Jungen die Haare.

      Der neue unbekannte Name 'Theatrie' schien sie aus der Fassung zu bringen. Ich muss unbedingt daran denken den Namen nicht aus versehen in ihrer Nähe zu verwenden. Den Namen Theatrie nicht verwenden - Check.

      Dann war da auf einmal wieder dieser Moment von ihr. "Ich... habe.. eigentlich überhaupt nicht gezielt."

      Ayon war sprachlos. Es war eine reine Berg und Talfahrt mit ihr. Das alles wurde ihm zu viel und er wusste nicht mehr weiter. Wer war sie wirklich?

      Dann fing er einfach an zu prusten und musste lachen. Er hatte den besten Vergleich, den er im Moment machen konnte endlich gefunden. "Du bist echt wie der Ozean."

      Ayon ignorierte die anderen um ihn herum und ging zu ihr. "Lass die anderen... wir haben noch was vor." Wenn es nur die neuen unbekannten Schüler waren konnte er sie getrost ignorieren und umgehen. Aber er hoffte, dass er seinen alten Bekannten nicht über den Weg laufen würde. Das Kapitel wollte er hinter sich lassen. Ein für alle mal. Die nächste Treppe war die letzte, bevor sie das oberste Stockwerk erreichen würden. Also ging er voran, wartete aber kurz auf seine Begleitung.

      Oben angekommen würden sie einen sehr eleganten Flur betreten an dessen Ende drei Türen abgingen. Der Raum in der Mitte war wohl eine Art besonderen Besprechungszimmers und angrenzend zur linken und rechten Seite waren Namensschilder, die die Personen ankündigten, die sich dahinter verbargen. Diese beiden waren die oberste Instanz der Schulleitung an dieser Schule: Herr Jonar Hischon mit seiner rechten Hand Kiro Chosa.

      Ayon schaute sich auf dem Flur wie ein scheues Reh um. Das war doch eine Schule oder? Er hatte nicht viel Erwartet, aber um so mehr wurde er überrascht.
      "Wie es aussieht müssen wir zu den Beiden?" Er stand nun mit dem Rücken zum Richtungspfeil auf dem er zuvor 'Schulleitung' las. Ein anderes Zimmer... was würde er wohl für einen Mitschüler bekommen?
      Hier könnte natürlich ein kluger, emotionaler oder witziger Spruch stehen.

      Aber warum nutzt du nicht einfach kurz die Zeit und gönnst dir eine kurze Pause?

      Es ist deine Zeit.
    • Aurora
      Überrascht sah sie auf ihren neuen Mitschüler und neigte skeptisch ihren Kopf schief. "Wie.. der Ozean.. okay..", akzeptierte sie diesen wirklich seltsamen Vergleich für eine Feuermagierin einfach. "Lass die anderen.." Dieser Junge hatte keine Idee, was er mit so einem Satz von ihr erwartete. Wie viel es ihr abverlangen würde und vor allem wie unmöglich es war für sie, die anderen zu vergessen. Trotzdem folgte sie ihm still, denn es nutzte ja nichts. Sie konnten ja schlecht... zusammen... in einem... Nein. Das ging nicht.
      Aurora wollte gerade schon die Tür öffnen, als Ayon wohl etwas eingeschüchtert war von dem prunkvollen Gebäude. Wo er her kam, sah es wohl.. anders aus? Das konnte sie nur spekulieren, jedoch sagte sein Verhalten genau das aus. Mit einem kurzen Seufzen ging sie hinüber zu ihm, und legte ihm eine ihrer geschundenen Hände auf die Schulter. "Mach dir keine Sorgen. Das Gefährlichste an dieser Schule.. bin vermutlich ich. Und die Nacht mit mir hast du doch.. eigentlich.. ganz gut überstanden, nicht? Du musst dir wirklich keine Sorgen vor irgendetwas anderem hier machen.." Mit diesen selbst beleidigenden Worten versuchte sie ihm etwas Mut zu zusprechen, wenn auch auf eine sehr unkonventionelle Art und Weise. Ohne auf eine Antwort zu warten, schubste sie ihn mit einem Mal, jetzt aber betont sanfter, einfach durch die Tür zum Schulleiterbüro und genau wie erwartet, war Kiro nicht sonderlich überrascht sie anzutreffen. "Uuuund, da sind sie auch schon.", so liebevoll begrüßte er seinen Schützling und dessen neues Anhängsel.
      Die junge Dame verschränkte die Arme und hob sehr viel sagend eine Augenbraue in die Höhe. Und damit startete das Streitgespräch zwischen dem Wassermagier, der die Nacht ohne sie sichtlich genossen hatte und der Feuermagierin, die sich strikt weigerte einem neuen Mitbewohner eine reelle Chance zu geben, selbst wenn er ein Mädchen gewesen wäre. Was er nicht war. Kiro stellte sich ihr stur entgegen, sodass sie zu dem großen Mann aufschauen musste, was sie aber nicht beeindruckte. Schon lange nicht mehr. Dafür war Kiro zu lange für ihren Schutz abgestellt gewesen um noch auf Höflichkeiten zu verweilen.

      "Ein Junge, Kiro? Wirklich?! Was, wenn er ein übler Perversling gewesen wäre?"
      "War er es denn?"
      ".. Naja, nein. ABER es gibt Regeln!"
      "Unter anderem die Regel, dass es immer zwei Schüler auf einem Zimmer geben muss. Was vor allem bei deinen Problemen nur ratsam ist."
      "Wenn du es auf meine Probleme schieben willst, dann SCHÜTZ ihn verdammt nochmal vor mir und verdamme ihn nicht an den größten Freak der Schule gekettet zu sein und... und..."

      Kiro seufzte etwas. Er legte seine Hand auf ihren Kopf, musste sie aber aufgrund ihrer Hitze direkt wieder wegziehen mit einem kurzen schmerzverzerrten Gesicht. "Fass mich nicht an, Idiot..", sagte sie nur leise dazu, fast schon enttäuscht darüber, dass er es wirklich noch versuchte. Man sah dem Mann an, dass er Mitleid mit ihr hatte, aber selber komplett überfordert war. Feuermagier waren eine Seltenheit und Kiro selbst war der Auffassung, das sie alleine deshalb vielleicht eher private Lehren unter ihresgleichen antreten sollten. "Aurora, bitte. Ich kann nicht für immer bei dir bleiben, ich bin immerhin ein Lehrer. Und du bist kein Freak. Du bist.. besonders, auch wenn du es vielleicht nicht verstehen kannst. Und.. auch wenn es deine Mitschüler nicht verstehen. Thea-"
      "Sag nicht ihren Namen."
      "... Sie hat es verstanden. Sie war deine Freundin trotz allem. Und das solltest du so wert schätzen. Seit diesem Vorfall finden wir niemanden, der sich mit dir in ein Zimmer traut und... Er-"
      "Er weiß doch nichts. Ihr habt ihm nicht mal die Chance gegeben! Er will nicht mit mir in einem Zimmer sein. Er will nicht aufwachen und in einem brennenden Zimmer stehen. Er will nicht von fremden Mitschülern vor mir weggezerrt werden und er will nicht.. Er.. Und ich.. wollen nicht in einem Zimmer sein..", eigentlich sollte Aurora aufgebracht sein. Eigentlich sollte sie wohl völlig in Flammen stehen, aber tatsächlich war sie nur traurig. Ihre Haare flackerten etwas, wie kleine Kerzenlichter, die mit dem Wind tanzten, doch sie entflammte nicht. Sie merkte selbst, dass sie gar nicht wegen sich selbst sauer war, auch gar nicht wegen Theatrie. Aber er hatte es nicht verdient hier anzukommen und direkt sein Schulleben zum Scheitern zu verurteilen, nur weil sie und ihr Feuer so eine Versager-Kombination waren. Sie hatten sich nicht kennen gelernt, aber die kurze Zeit, die sie zusammen verbracht hatten, hatte sie schon fast vergessen lassen, dass es ein Junge war und das eigentlich ihr Hauptpunkt war, den sie anbringen wollte.

      Ihr Blick, ihr überaus trauriger Blick und wütender Blick wandte sich an Ayon. "Pass auf. Meiner.. ehemaligen Mitbewohnerin.. ist es nicht gut mit mir ergangen. Auch ohne die Gerüchte.. Ich brenne einfach so und kann es nicht kontrollieren. Ich werde wütend und lasse mich hinreißen und.. Ich verletze Menschen. Das ist eine Tatsache. Das ist.. einer der Gründe, weshalb mit mir so umgegangen wird, und weshalb man so über mich redet. Ich kenne die Schulordnung.. Du hast aktiv nichts getan, wofür ich eine Beschwerde einreichen könnte. Ich habe deine Kleidung verbrannt letzte Nacht und du wurdest wegen meiner Anwesenheit belästigt. Das.. reicht als Grund.", ihr Blick wandte sich zu Kiro. "Und ihr könnte die Beschwerde vor allem eines neuen Schülers nicht ignorieren, weil euer oberstes Gut ist, dass sich vor allem Neuankömmlinge wohl fühlen. Gebt ihm einfach ein neues Zimmer, mit einem Jungen. Lasst ihn einfach daraus und schickt ihn nicht, ohne ihm eine kleine Nachricht zu hinterlassen auf ein Zimmer mit einem Monster.."

      Sie war es so Leid. Sie konnte das alles nicht mehr hören. Sie konnte nicht für noch ein Menschenleben die Schuld auf sich nehmen, sie wollte nur das es aufhört. Aurora war einfach müde von all dem. Und Kiro wusste das, er versuchte, was er konnte um die Situation in den Griff zu bekommen, aber es war nun einfach nicht genug. Egal, wie er versuchte es anzustellen: Er würde sie nicht verstehen. Er würde niemals diese unkontrollierten Flammen verstehen, die ihren Körper verließen. Niemals diese Schuld greifen können, welche sie auf ihre Schultern gelegt hatte und nicht bereit war abzutreten. Wie könnte dieses Gefühl auch irgend jemand verstehen? Wie sollte sie das jemals jemandem erklären? Sie war es einfach Leid..