Castlevania. [Zerome & Mau]

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    • Castlevania. [Zerome & Mau]

      Lenore
      Ihr Finger strichen über die Gitterstäbe seiner Zelle. Ihr Blick musterte noch einmal seine Gestalt. Wortlos mit einem sanften Lächeln auf ihren rötlichen Lippen verließ Lenore die Käfigzelle von Hector und ließ den Schmiedemeister zunächst für sich. Sie hätte sicherlich noch einige Worte mit ihm gewechselt, doch die Vampirin ließ den Mann vorerst alleine, dass er sich mit seinen Gedanken auseinandersetzen konnte. Ihre Schritte entfernten sich von ihm und die Tür schloss sich. Lenore suchte ihr Zimmer auf und würde den Rest des Tages dort verweilen. Bei Anbruch der Nacht wollte sie Hector wieder sehen und mit ihren diplomatischen Eigenschaften versuchen ihn zu beruhigen. Beim letzten Anblick schien er außer sich zu sein. Eventuell könnte die Rothaarige ihn mit einem Blick seines neuen Anwesens überzeugen.
      Einige Stunden verstrichen und die Vampirin griff nach ihrem Korb, um diesen in der nächsten Küche mit menschlicher Nahrung füllen zu wollen. Allerdings bezweifelte sie Hector damit bestechen zu können. Mit gezielten Schritten näherte sie sich Hector Zelle und wollte sich nach ihm vergewissern. Lenore blieb vor der Zellentür stehen und betrachtete den jungen Mann. "Ich habe dir etwas zu essen mit gebracht." entwich es ihren Lippen mit einer freundlichen Tonlage, ehe sie weiter sprechen wollte, wartete sie auf eine Reaktion seinerseits.. Mit großer Freude würde er sie sicherlich nicht empfangen....



      Carmilla. Die Tür fiel ins Schloss und Carmillas Blick schweifte zu Morana und Striga. Nun wo sie den Schmiedemeister für sich gewonnen hatten, wenn auch nicht freiwillig seinerseits, muss Carmilla sich um die Gefäße für die Nachtkreaturen kümmern. Schließlich benötigt sie eine Armee, um ihren Plan fortzuführen. Die Herrschaft über die gesamte Walachei strebte die Vampir-Königin an. Ein gerissenes Lächeln huschte über Carmillas Lippen während sie Lenore mit ihren Worten lobte. Niemals hätte sie gedacht, dass es ihre Vampirschwester es in dieser Form der Hinterlistigkeit geschafft hätte. Allerdings waren noch viele weitere Schritte möglich, ehe sie ihr Gebiet weiter in den Osten ausbreiten konnten. "Wir werden uns später wieder sehen." richtete sie das Wort an ihre Schwestern, bevor sich Carmilla von ihrem Stuhl erhob und ihr Glas auf der Tischplatte abstellte. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, drehte sie ihren Schwestern den Rücken zu und suchte ihr Gemach auf.. Für den Rest des Tages würde sich die Vampir-Königin nicht zeigen..



      Sypha Belnades saß auf dem Wagen neben Trevor und musste noch einmal die jüngsten Ereignisse Revue passieren. Sie schlug ihren Gefährten vor das alte Schloss von Dracula aufzusuchen. Dort wollte sie auf Alucard treffen und ihm erzählen was die Beiden erlebt hatten. Der Weg dorthin verlief wie immer ziemlich holperig, weshalb sie nicht als zu schnell bei Alucard sein konnten. Doch war es für die Magierin ein Vergnügen die Nachtkreaturen zu zerstören. Sie hatte ihre Berufung gefunden und würde auch noch weiterhin den Bedürftigen helfen können.
      Trevor war von dem Ganzen wenig begeistert, wie sonst meist auch. Aber ein Tropfen Bier sollte seien Laune sicherlich wieder heben können. Zwischendurch kamen sie immer mal wieder an Dörfern vorbei, wo sie ihre Vorräte an Nahrung auffüllen konnten. Außer den üblichen Schauspiel war nichts Außergewöhnliches aufgefallen. Das Chaos herrschte nach wie vor und keinerlei Aussicht auf Verbesserung. Frieden nach Draculas Tod sah alles andere aus als gelungen. Während sich langsam die Sonne neigte, ließen sich die Umrisse des Schlosses zeigen. Optimistisch wie immer lächelte Sypha und freute sich über den Besuch bei Alucard. Allerdings musste sie wenig später feststellen das sich etwas verändert hatte. Ein skeptischer Blick zeichnete sich in Trevors Gesicht. "Ob es Alucard gut geht.." klang Sypha besorgt, nach dem Anblick der fauligen Leichen, die den Eingang schmückten. Der Wagen stoppte und Sypha sprang als Erste hinunter und näherte sich dem Eingang. Trevor folgte ihr und wollte Sypha nicht beunruhigen. "Der Junge kann sich sehr gut selbst beschützen." brummte er knapp und lief mit Sypha zum Tor hin...


    • Hector
      Wieder einmal war er zu naiv gewesen. War auf falsche Worte und Lügen hereingefallen. Hatte sich verführen lassen von etwas, dass nie existiert hatte. Wie kam es nur immer wieder dazu? Müsste er es nicht langsam gelernt haben, dass weder Menschen, noch Vampire es gut mit ihm meinten? Er hatte sich in ihnen getäuscht. In ihnen allen. Alleine wäre er besser dran, doch diese Wahlmöglichkeit hatte er nun nicht mehr. Er war nicht mehr sein eigener Herr. Er war nicht mehr als ein Werkzeug, nein, ein Spielzeug für sie. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Was hatte er sich erhofft? Nun würde sich sowieso nichts mehr ändern. Sein Schicksal war besiegelt, außer er fand eine Möglichkeit sich doch noch von den Schlossmauern zu stürzen, denn mittlerweile zog er den Tod seinem momentan Leben eindeutig vor.
      Er machte sich nicht die Mühe Lenore zu verabschieden. Er sah noch nicht einmal in ihre Richtung, während sie ging. Er hatte sich in einer Ecke seiner Zelle zusammengerollt und versuchte nicht einzuschlafen. Selbst ihren Tagesrhythmus hatte er bereits angenommen. Wie ein braves Schoßhündchen. War er wirklich nicht mehr wert als ein Haustier? Doch! Er würde sich nicht fügen. Der Ring würde ihn zwar zwingen, doch das war dennoch nicht sein Wille. Er würde alles daran setzen zu widerstehen. Auch wenn das im Moment nur hieß, dass er keines von Leonores Geschenken anrührte. Noch nicht einmal die Decke hatte er sich genommen. Einzig und allein seine Kleidung behielt er an. Es wäre unwürdig, unmenschlich ohne sie und das war es schließlich gerade was er beweisen wollte. Er war ein Mensch und keines ihrer Nutztiere.
      Seine Wille war zwar stark, doch die Müdigkeit übermannte ihn dennoch irgendwann. Ihm waren die Augen zugefallen und erst die ihm nur allzu vertrauten Schritte Leonores weckten ihn. Er verharrte reglos an Ort und Stelle, vielleicht würde sie ihn ignorieren. Wünschedenken, denn wie immer nahm sie auf ihrem Stuhl Platz um mit ihm zu reden. Er hatte es wirklich genossen, war fast dazu gewillt zu vergessen was Carmilla ihm angetan hatte um stattdessen für Leonore nachzugeben, doch das hatte sich als wirklich fataler Fehler erwiesen. So war es nicht wirklich besser, aber immerhin besaß er noch etwas von seinem Stolz nachdem er so hintergangen worden war.
      "Denkst du damit machst du alles wieder gut? Mit ein wenig Nahrung?", erwiderte fast schon etwas trotzig klingend, während er sich nach einem langen Augenblick des Schweigens doch endlich zu ihr herumdrehte. Er machte sich nicht die Mühe sich aufzusetzen, sondern blickte sie lediglich finster an. "Aber was interessiert es dich überhaupt. Es spielt doch sowieso keine Rolle. Das hat es nie und wird es nie. Nicht für euch, nicht für irgendjemanden, für niemanden.", fuhr er fort und klang nun frustriert. Er war selbst Schuld und doch... Es war einfacher die Schuld auf andere zu schieben, schließlich waren sie es mit denen er schon immer Probleme gehabt hatte. Es konnte unmöglich an ihm liegen. Es mussten zwangsläufig die Anderen sein, dessen war er sich gewiss.


      Alucard

      Er konnte nicht mehr aus dem Fenster sehen. Jedes Mal wenn er hinausschaute, erkannte er Suki und Taka draußen auf dem Vorhof und mittlerweile bereute er es ein wenig, die beiden so bloßzustellen. Sie hatten es nicht verdient, doch es war zum Schutz aller. Es sollte sich nie wieder jemand hierher verirren, der nicht von Anfang an den Wunsch verspürte ihn niederzustrecken. Damit konnte er zumindest umgehen, doch mit all dem jetzt... Nicht einmal seinen beiden Stoffpuppenfreunden konnte er noch in die Augen sehen. Was würden sie nur von ihm halten, wenn sie zurückkommen? Sicherlich nicht allzu viel... Es war eben kein wirklich schöner Anblick. Aber bis die beiden wieder hier aufschlagen konnte es dauern. Vielleicht war bis dahin von den beiden toten Körpern nur noch das Skelett übrig. Dann wäre es zumindest wieder etwas einladender. Außer natürlich es kamen weitere... Sicher würden weitere kommen. Er war ein Wächter. Viele würden sich daran versuchen das geballte Wissen zu erlangen, das in diesen Hallen schlummerte. Aber sollten sie wirklich alle das selbe Schicksal ereilen?
      Er hatte seit Wochen keinen Vorhang mehr aufgezogen. Und auch das Schloss verließ er nur noch nach Nachteinbruch. Es verbesserte seinen Ruf als Vampir und verhinderte dazu noch, dass er erneut jemandem über den Weg lief. Er würde wohl einfach damit leben müssen von nun an allein zu sein. Das war schließlich absehbar gewesen. Es war auch das Schicksal seines Vaters gewesen bis er seine Mutter getroffen hatte, doch ob sich das bei ihm je ändern würde... Er wollte das Wissen wirklich gern teilen, den Menschen damit helfen, doch wenn alles durch Missverständnisse und seine Fehlerhaftigkeit zu Grunde ging... Das konnte er einfach nicht. So gern er auch wollte. Seine Rolle würde wohl für immer die eines Wächters bleiben, jedoch nie die eines Mentors werden.
      In all der Zeit die vergangen war, hatte er nicht viel erreicht. Das Schloss verstaubte langsam und zahlreiche Reparaturen waren bereits mehr als überfällig. Eigentlich sah alles noch genauso aus wie am Tag an dem sie über seinen Vater triumphiert hatten. Es störte ihn aber auch nicht. Warum auch? Er verließ sein Zimmer sowieso kaum. Auch jetzt war er mit nichts als seinen eigenen Gedanken beschäftigt und bemerkte somit gar nicht wie Sypha und Trevor zurückkehrte. Für gewöhnlich hätte er die beiden bestimmt kommen hören, doch gerade... Es gab wichtigeres und wer ihn wirklich finden wollte, der würde es auch früher oder später.
      "We may die if we take a stand here. But staying gives us the chance to change our destinies."

      Xenoblade Chronicles - Dunban
    • Lenore überschlug ihre Beine und lehnte sich zurück. Ihre Hände faltete sie zusammen und legte diese auf ihren Korb ab. Mit einem erwartungsvollen Blick schaute sie zu Hector und lauschte seinen Worten. Seine Anspielung auf die Nahrung ließ sie nur innerlich schmunzeln. Selbstverständlich ging sie nicht davon aus, das etwas Essen den Menschen wieder gute Laune schenken würde. Aber sorgte sie sich um seine Gesundheit. Es wäre wohl möglich einfacher gewesen den Korb mit Nahrung in seine Zelle zu stellen und ihn wieder alleine zu lassen. Allerdings hatte Lenore andere Pläne. Schließlich kümmerte sie sich um ihre Haustiere. Bei seinen folgenden Sätzen änderte sich ihr Gesichtsausdruck, jedoch korrigierte sie ihre Mimik und bevorzugte die freundliche Art. Mit schimpfenden Worten würde Lenore nicht weiter kommen. "Aber mich interessiert es doch... Schließlich habe ich dich nie zu etwas gezwungen, oder?" sagte Lenore in einer ruhigen Tonlage und lächelte sanft dabei. Alles was bis jetzt geschehen war, hatte sich Hector selbst ausgesucht. Sie hatte lediglich das Gespräch immer wieder zu ihm aufgesucht. "Und du warst es, der mir seine treue freiwillig gegeben hatte, oder nicht?" wollte Lenore von ihm wissen und wusste dabei ganz genau, dass sie recht hatte. Seine Worte kamen aus freien Stücken aus seinem Mund als er tief in ihr gesteckt hatte. Daran wollte Lenore ihn erinnern und bewusst machen, das sie nur mit ihm gesprochen hatte.
      Ihr freches Grinsen deutete an, welche Gedanken ihr gerade durch den Kopf schwirrten. Sie beugte ihren Oberkörper nach vorne in seine Richtung geneigt. "Und Hector? Willst du abstreiten, dass es dir gefallen hat?" fokussierten sich ihre Augen auf Hector, ehe sie sich wieder zurücklehnte und ihr Grinsen zu einem dezenten Lächeln formte.
      Nicht einmal sie selbst würde das Gegenteil behaupten. Alleine er war es nun der ein Gräuel über sie und ihre Schwestern legte, nachdem der zauber Ring zum Einsatz gekommen war. Nebenbei wusste Lenore das sie noch Zeit hatte, um Hector wieder aus seinem Trotz zu holen. Carmilla benötigte frische Körper für den Schmiedemeister und bis sie diese vor Orte hatte, würde noch etwas Zeit vergehen. "Also... Möchtest du das ich bleibe oder willst du darüber nachdenken?" fragte Lenore freundlich.
      Mit Gewalt hatte sie es nicht so, dafür besaß umso mehr Carmilla davon. Aber auch für sie würde ein toter Schmiedemeister nichts nützen. Sobald Hector wieder gesprächiger ist, würde Lenore ihm sein versprochenes Anwesen zeigen wollen. Doch das lag ganz allein bei Hector selbst, wie schnell es gehen würde.





      Trevor half Sypha dabei das Tor zu öffnen. Fraglich wieso er die Leichen zur Schau gestellt hatte. "Hallo?" erhellte eine Frauenstimme. Sypha wollte sich ankündigen und nutzte ihre Magie um Licht ins Dunkle zubringen. "Findest du es nicht auch etwas eigenartig?" sprach sie mit Trevor während die beiden weiter ins Innere des Schlosses liefen. "Ich frage mich was der Junge, die ganze Zeit getrieben hat" sagte Trevor und ließ, wie Sypha seine Blicke durch den Raum wandern. Es schien mehr verlassen anstatt bewohnt, obwohl nur eine Person hier sein möge, war es doch recht verkümmert. Kurz dachte Sypha daran das Alucard vielleicht weitergezogen ist und das Schloss hinter sich ließ. Ein schrecklicher Gedanke, denn sie gleich wieder verwarf. Sie dachte lieber positiv und war stets optimistisch. Sicherlich würden sie gleich auf Alucard stoßen und ihm beim Lesen überraschen.
      Trevor lief schweigend hinter Sypha her und brauchten ihre Zeit durchs große Schloss, bevor sie eine Spur fanden, die sie zu Alucard brachte. "Wir sind es.. Trevor und Sypha." rief sie, nachdem sie vermutete ihm schon sehr nahe zu sein.
      Hoffentlich konnte Sypha ihn einiges erzählen, aber auch fragen wie es ihm ergangen ist und was alles passiert war.


    • Hector

      Er ignorierte ihre vorangegangenen Worte. Schenkte ihn gar nicht erst etwas mehr Aufmerksamkeit, sondern überging sie gleich, bevor zu viele Erinnerungen an diese entscheidende Nacht zurückkehrten. Freiwilliig über die Lippen gekommen... Sie wusste ganz genau, dass sie ihm diese Worte lediglich durch geschickte Fragen entlockt hatte, doch was spielte das überhaupt noch für eine Rolle. Auch an diesem Umstand ließ sich nichts mehr ändern. Sie wusste genau was sie anstellen musste um ihn gefügig zu machen und das gefiel ihm nicht. Nur durch sie befand er sich nun in dieser Situation. Sie war Schuld und doch... Vielleicht sollte er das Beste daraus machen, wenn er es doch sowieso nicht ändern konnte. Vielleicht würde sich ihm so eine Möglichkeit bieten dem zu entkommen. Aber sollte er sich wirklich auf die Stufe eines Haustieres hinab begeben? Sollte er sie mit sich spielen lassen wie sie wollte? Vermutlich tat sie das bereits, also was spielte es für eine Rolle? Von seinem Stolz war nicht mehr viel übrig und er konnte es sich nur angenehmer machen. Es wäre das Schlauste zu gehorchen, auch wenn es ihm gegen den Strich ging. Früher oder später würde ihn sowieso voll und ganz überzeugen und diese Befriedigung wollte er ihr nicht auch noch geben. Er würde sich nicht brechen lassen und ganz gewiss auch nicht erneut auf ihre Schmeicheleien hineinfallen. Nun wusste er worauf er sich einstellen musste. Er würde es zu seinem Vorteil nutzen!
      "Wird mich nachdenken aus dieser Zelle hinausbringen?", erwiderte er, nachdem er eine ganze Weile abgewartet hatte. Leonore war zu geduldig, als dass er sie einfach so nur mit Schweigen aus der Reserve locken könnte. Sie würde sich gewiss nie etwas zu schulden kommen lassen, dass man gegen sie verwenden konnte. Sie wusste wie man dieses Spiel spielte, während er nur langsam die Regeln lernte. Nicht unbedingt fair, aber das war das Leben wohl nie. "Ich gehöre dir doch jetzt sowieso. Wieso machst du dir noch die Mühe freundlich zu mir zu sein? Handhabt ihr Vampire das sonst nicht anders?", fuhr er misstrauisch fort, denn ein wenig war es schon zu schön um wahr zu sein. Vielleicht betrachtete er das alles auch bloß wieder aus dem falschen Blickwinkel. Er war eindeutig nicht gewandt genug um die Oberhand zu haben was diese Verhandlungen betraf. Noch etwas, das ihm so nicht passte. Schutzlos den Launen von Vampiren ausgeliefert und seine einzige Versicherung waren seine Fähigkeiten. Nicht unbedingt optimal...


      Alucard

      Wie erwartet dauerte es viel zu lange bis er sich der Präsenz der beiden Anderen bewusst wurde und aus seinen Gedanken gerissen wurde. Sie waren bereits auf dem Flur und steuerten geradewegs auf sein Zimmer zu, als er sie bemerkte. Sein erster Reflex war nach seinem Schwert zu greifen und eine defensive Haltung einzunehmen. Wer sollte ihn schließlich hier aufsuchen? Höchstens ein anderer Vampir oder aber erneut irgendjemand der nichts gutes im Schilde führte. In beiden Fällen rechnete er nicht unbedingt mit einer freundlichen Begrüßung, weshalb er lieber vorbereitet war. Doch je näher die Schritte kamen, desto offensichtlicher war es, dass er sie kannte. Zwei Paar, wie sie unterschiedlicher nicht sein konnten. Ein schweres paar Stiefel, das man nur allzu deutlich auf den alten Holzdielen hören konnte, sowie ein Paar federleichte Schritte, die eher einem Windhauch als zwei Füßen glichen. Für gewöhnlich hätte er sie schon viel früher erkannt, doch jetzt wartete er lieber noch ab bis sie die Tür aufstießen, ehe er endgültige Schlüsse zog. Er wollte vorbereitet sein. Einmal hatte man ihn unvorbereitet erwischt und das wollte er kein zweites Mal erleben müssen.
      Er bemerkte gar nicht, dass er sein Schwert immer noch mit beiden Händen umfasste, als die Tür aufging und er sich nicht sicher war, ob er seinen Augen wirklich trauen konnte oder ob sie ihm vielleicht doch irgendwelche Streiche spielte, weil er in den letzten Wochen zu wenig geschlafen und auch gegessen hatte. Möglich wäre es, doch selbst wenn... Es störte ihn kein Stück endlich ein Paar vertraute Gesichter zu sehen. Auch wenn er nun sicherlich allerhand zu erklären hatte. Soweit kam er jedoch mit seinen Gedanken gar nicht. Er konnte sie nur ungläubig anstarren, während er die Arme langsam senkte. Es brauchte seine Zeit bis er seine Stimme wiederfand, nur um dann ein verwirrtes 'Sypha? Trevor?' herauszubringen, ehe er wieder schwieg und stattdessen erneut dazu überging die beiden anzustarren. Was machten sie hier? Hatten sie nicht die Überbleibsel der nachthorden auslöschen wollen? Damit konnten sie unmöglich schon fertig sein. Oder?
      "We may die if we take a stand here. But staying gives us the chance to change our destinies."

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