retrouvaille, special [Aiden.Nesmilas & medusa]

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    • retrouvaille, special [Aiden.Nesmilas & medusa]

      Vorstellung

      retouvaille, special.

      -
      Vorgeschichte

      @Aiden.Nesmilas





      Arsan | Ahriman

      Sie verkrampfte unter seinem festen Griff. Er konnte ihr leichtes Schluchzen wahrnehmen, aber er ignorierte es gekonnt. Ihm wäre es ehrlich gesagt lieber, wenn sie in seiner Nähe keine Tränen ließ. Schließlich würde er sie ja nicht umbringen. Menschen neigten wohl immer dazu, so schnell in Panik zu verfallen. Im nächsten Moment wurde der Vorhang des Zelteingangs zur Seite geschoben und ein Mann einer recht großen Statur trat ein. Er hatte schwarzes Haar sowie dunkle Augen, die ihm eine gefährliche Ausstrahlung verliehen, welche durch seine markanten Gesichtszüge verstärkt wurde. Sein Blick senkte sich nach unten und er beobachtete desinteressiert das Szenario, das sich vor ihm abspielte. ,, Pass auf, dass du sie mir nicht umbringst”, ertönte seine abgestumpfte Stimme. Arsan schaute zu ihm auf und zog sein Gesicht vom Nacken der jungen Frau zurück, nachdem er ein letztes Mal den Geschmack des frischen Bluts kostete. Ohne die Dienerin anzugucken, wedelte er genervt mit seiner Hand, um ihr gleichzeitig hinzudeuten, dass sie aus seinem Zelt verschwinden sollte. Sie ließ es sich nicht zweimal sagen, sodass sie förmlich von ihm davonrannte. Arsan lehnte sich noch mehr in die Kissen zurück, die um einen kleinen Tisch verteilt waren. ,, Was bringt dich um diese Zeit zu mir, Darawesch?”, fragte er ihn mit hochgezogenen Augenbrauen nach, während er seinen Arm auf seinen angehobenen Bein legte. Als er sprach, glitten seine Finger an seine Unterlippe, um die letzte Blutspur wegzuwischen. Seine leuchtenden Augen ließen den Vordermann nicht aus den Augen. Arsan konnte spüren, wie sich seine spitzen Eckzähne zusammenzogen. Er gewann allmählich seine Sinne wieder. ,, Ich wollte Sie nur daran erinnern, dass Kyrene und die Pflichten auf Sie warten.” Er seufzte laut und starrte in die Decke. ,, Ja, ich weiß, ich weiß”, entgegnete er entnervt.
      ,, Ahriman, wir können nicht länger hier verweilen. Kyrene ist berühmt für ihre Meutereien. Wenn Sie nicht rechtzeitig dort auftauchen, wird ein Aufstand gegen das persische Reich die Folge sein.” Er engte seine Augen zusammen, während er den Ermahnungen seines Offiziers zuhörte. Ahriman. Er hatte diesen Spitznamen bekommen, weil es laut den anderen Menschen ihn am besten beschrieb. Seit diesem Moment wurde er so genannt, weshalb sich Arsan genauso daran gewöhnt hatte. Es war wohl eine geraume Zeit vergangen, in der irgendjemand ihn richtig angesprochen hatte. Er hatte selbst sogar Gefallen an Ahriman gefunden, denn es war der Name eines Dämons. Und das war er schließlich auch. Ein Monster, welches menschliches Blut zum Überleben brauchte. Ein Biest, das keine Gnade und keine Grenzen kannte. Doch am meisten waren es wohl seine Kampffähigkeiten, die ihm diesen Spitznamen verliehen. Unter seinem Kommando hatte seine Truppe, die ihm der persische Großkönig erteilt hatte, keine einzige Schlacht verloren. Kriege waren sein Lebenssinn. Er war schon als Kind für Feldzüge vorbereitet worden. Es war das, was Arsan am besten konnte. Und jetzt wollte Kambyses II, sein Vater, dass er der Aufseher irgendeiner unterworfenen griechischen Stadt wurde? Demütigender konnte es wohl nicht werden! Was sollte er als ein Politiker anfangen?
      Er war kein Diplomat, er war ein Krieger verdammt nochmal! Und genau deswegen brauchte er Schlachten.
      ,, Ihr Aufenthalt in Kyrene wird von kurzer Dauer sein, wenn Sie für Ordnung dort sorgen”, ergänzte Darawesch vorsichtig. Arsan grinste breit. Er bezweifelte es. Ansonsten würde sein Vater nicht ihn dort hinschicken lassen. ,, Das glaube ich eher nicht.’’
      Der Divisionär guckte seinen Generalen mit einem ernsten Blick an. ,, Und wenn schon! Dann werden Sie reichlich Zeit haben, sich zu vergnügen. Außerdem habe ich gehört, dass die Tochter Lisias eine Augenweide ist.” Überrascht guckte Arsan ihn an und lachte laut auf. ,, Was soll’s, dann ist wohl Kambyses Wort Befehl”, erwiderte er nachtragend,
      ,, wir werden uns morgen auf den Weg machen. Sag es den Restlichen.” Mit einem verständlichen Nicken verschwand der Offizier aus dem Zelt. Er schloss anschließend mit einem tiefen Seufzer seine Augen. Dieser Abend würde wohl der sorgenfreiste für ihn sein. Zumindest für eine lange Zeit.

      Da sie aus Ägypten losgereist waren, hatte seine Truppe nur über den festen Boden marschieren müssen. Schiffsfahrten blieben ihnen zum Glück ausgespart. Arsan hasste sie. Nein, er hasste es generell unterwegs zu sein. Solche Reise strapazierten nämlich immer seine Nerven.
      Sie waren schon fast zwei Wochen unterwegs gewesen und hatten erst jetzt die Mauern Kyrenes erreicht. Jeder an seiner Stelle würde wohl ein großes Publikum erwarten, das seine Ankunft verfolgte. Aber kein einziger neugieriger Mensch war vorzufinden. Der Grund dafür war, dass Arsan mit seiner Truppe in der Nacht angetroffen war.
      Ja, richtig. Genau nach der Dämmerung.
      Eigentlich hatte er dem König Kyrenes geschrieben, dass er erst in drei Tagen eintreffen würde. Aber jetzt war er hier. In dieser berühmten Stadt. Es war eine Herausforderung gewesen, die Torwächter dazu zu bringen, die Pforten zu öffnen. Nun, es war wohl eine Seltenheit, dass ein persischer General mitten in der Nacht auftauchte. Arsan hatte absichtlich gelogen, dass er Tage später eintreffen würde. Er wollte nämlich diese ganzen Begrüßungszeremonien ausweichen, weil er keine Lust auf dieses heuchlerische Spektakel hatte. Er war der Eroberer, kein Freund. Deswegen empfand er gastfreundliche Floskeln für sinnlos. Arsan wusste, dass er in diesen Mauern nicht willkommen war.
      Es war natürlich auch keine Überraschung. Deshalb empfand er als nicht nötig, dass die andere Seite eine nicht vorhandene Aufrichtigkeit vorspielte. Irgendwelche Willkommensfeier gehörten ebenfalls dazu.
      Aufgrund der angebrochenen Nacht war draußen kaum jemand vorzufinden. Und die wenigen Menschen, die sich trotzdem durch die breiten Gassen herumtrieben, betrachteten überrascht und geschockt zugleich die Krieger, die durch die Stadt marschierten. Die Nachricht über die Ankunft des persischen Generals würde wohl schnell jedes kyrenische Haus erreichen.
      Arsan war todmüde, das musste er sich selbst ehrlich gestehen. Nicht nur er, sondern seine ganze Truppe. Um Kyrene früher zu erreichen, hatten sie die letzten Tage gar nicht richtig gerastet. Demnach wollte er einfach nur ein gemütliches Bett, um endlich schlafen zu können.
      Nachdem sie am Palast ankamen, wurden die Toren mit einem lauten Krächzen geöffnet. Er konnte beobachten, wie die ganzen Diener überfordert herumirrten.
      Sie wussten wahrscheinlich nicht, was sie machen sollten.
      Als er den Innenhof erreichte, stieg er gekonnt von seinem Pferd. Erst danach folgten die restlichen Soldaten seinem Beispiel. Kein Bediensteter wagte es ihn anzusprechen. Arsan seufzte. Nun, ein wenig Zuversicht würde trotzdem nicht schaden – dachte er sich erschöpft. Da ihm nichts anderes einfiel, gab er sich selbst die Erlaubnis und schritt in den Palast. Als er die ersten Türen betrat, erreichte er, wie es schon zu erwarten war, den Thronsaal. Er schaute sich genau um. Obwohl der Raum nur von den Kerzen beleuchtet wurde, so konnte man trotzdem die prachtvolle Gestaltung erkennen. Er verfolgte die ganzen Verzierungen, bis seine Augen auf dem Thron selbst hingen blieben. Unverschämt marschierte er auf diesen zu und machte es sich gemütlich auf dem Königsstuhl. ,, Bist du jetzt glücklich, Darawesch?”, fragte er seinen Offizier, der ihm gefolgt war, amüsiert nach, ,, wir haben Kyrene erreicht.” Arsan holte sein Schwert aus der Scheide und wedelte mit diesem gelangweilt in der Luft umher.
      Lisias müsste wohl jetzt über seine Ankunft erfahren haben. Es würde demnach nicht lange dauern, bis die königliche Familie vor ihm auftauchte. Er wollte schnell die Begrüßung hinter sich bringen. Die letzten zwei Wochen der Reise hatten sich auf seinem Äußeren bemerkbar gemacht. Die ruhelose ägyptische Sonne hatte ihm eine starke Bräune verpasst, wodurch seine hellbraunen Augen noch mehr betont wurden. Auch seine kurzen Haare waren in die Länge gewachsen, genauso wie sich ausgeprägte Bartstoppeln auf seinem Kinn und den Wangen sichtbar gemacht hatten. Arsan trug eine schwarze Rüstung, die an einigen Stellen mit roten Linien verziert war. Durch die ganze Reise hatte sie jedoch auch ihren Glanz verloren. Alles an seiner Erscheinung zeugte von Erschöpfung, aber vor allem von einer unberechenbaren Gefahr.

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    • Mairi von Kyrene
      Am liebsten verbrachte Mairi ihre Zeit in dem weitläufigen Rosengarten ihrer Familie. Seitdem sie Stadt jedoch erobert wurde, hatte sie nicht mehr viel Zeit gehabt um diesen wirklich besuchen, oder gar genießen zu können. Es waren keine schönen Zeiten, doch notwendig.
      Lisias hatte sich ergeben müssen, die Vorräte waren zu Ende gegangen, und die Menschen begannen zu hungern. Viele Soldaten waren gefallen, und die restlichen die übrig waren litten unter ihren Erinnerungen.
      Nun war es zumindest für ihren Vater einfacher, geheimen Briefkontakt her zu stellen. Zumindest hoffte Mairi das er genau das tat.
      Über all in der Stadt liefen fremde Soldaten herum, die meinten das sie sich alles leisten konnten. Vielleicht konnten sie es auch, doch bisher hatte Mairi das nicht eingesehen. Sie wollte es auch gar nicht einsehen.
      "Du bist am schönsten Ort dieser Stadt, und trotzdem verziehst du dein Gesicht, als würdest du am Acker schufften müssen", erkläng eine helle Stimme in Mairis Nähe, sie wandte sich dieser zu, und erblickte Erato die über die roten Rosen strich.
      "Solange diese Stadt nicht uns gehört, wird es wohl so bleiben", seufzte Mairi leise. Eratos langen Haare fielen ihr über die Schultern, und sie passten wundervoll zu den roten Blumen. Mairi selbst trug ihre Haare, wie es sich eben gehörte, kunstvoll zusammen gebunden. Diese offenen Haare galten der Verführung. Vielleicht passte es deswegen so gut zu Erato selbst.
      Ihre Freundin brach eine der roten Blüten ab, und trat auf Mairi zu. Sie war ein gutes Stückchen größer als Mairi, weswegen sie nun leicht nach oben blicken musste. Erato wollte Mairi gerade die Blume ins Haar stecken, als Mairi selbst den Kopf schüttelte.
      "Nein, ich mag diese lieber", meinte sie und deutete zu den Weißen.
      Ein grinsen schlich sich auf Eratos Lippen. "Wie Ihr wünscht, Eure königliche Hoheit", gespielt knapp verneigte sich Erato.
      Bei dieser Bewegung schnappte sich Mairi die rote Rosa, und steckte sie ihrer Freundin hinter das Ohr. "Diese hier steht sowieso dir besser", grinste dann auch Mairi.
      Zusammen suchten die Beiden dann, die schönsten der weißen Rosen heraus, denn nichts geringeres würde Mairi in ihrem Haar tragen, und begannen dann ihren Haarkranz damit zu schmücken. Am Ende schien es so, als würde Mairi eine Krone aus weißen Blüten am Haupt tragen.
      "Du hast recht, die weißen Blüten kommen in deinem Haar viel besser zur Geltung", meinte Erato schließlich, als sie Mairi noch ein wenig betrachtet hatte. Erato hielt Mairi sowieso für eine der schönsten Sterblichen, denen sie persönlich je begegnet war. Und deswegen verbrachte sie so viel Zeit mit dieser kleinen Prinzessin. Schönheit, Reichtum und nun eine eingenommene Stadt? Wenn dies nicht nach einer Liebestragödie rief, dann wusste die Muse auch nicht mehr, was es sonst tat.
      Mairi nickte nur schwach. Ja, vielleicht kamen die Blüten in ihrem Haar besser zur Geltung kamen, doch das war nicht der Grund, warum Mairi sie bervorzugte. Sie mochte den schwerern Geruch dieser Blüten viel lieber, als den süßen der roten, und die rosanen, besaßen kaum einen eigen Geruch.

      Langsam ging die Sonne unter, und die beiden Freundinnen mussten sich voneinander verabschieden. Mairi bot Erato jedes mal wieder an, bei ihr im Palast zu nächtigen, doch diese lehnte jedes mal wieder ab. Angeblich wartete jemand auf sie, doch Mairi hatte eher das Gefühl, dass sie sich dort unwohl fühlen würde.
      Die ersten Kerzen waren schon angezündet, und das Essen war auf den langen Tisch aus Mahagoni gerichtet. Solange die Sonne am Himmel stand, war es zu warm um wirklich eine Mahlzeit zu sich zu nehmen, und so saß ihre kleine Familie nun am Tisch, und die Diener am Rand, immer dazu bereit alles zu tun was einer dieser vier Personen sich von Ihnen wünschte.
      Eftychios saß auf der rechten Seite des Königs, und griff gierig nach dem zarten Fleisch das vorhin angerichtet worden war. Mairi schien so, als hätte er in letzter Zeit viel mehr Hunger als sonst. Vermutlich wuchs er wieder ein Stückchen. Ihre Mutter betrachtete ihren jungen Sohn mit großen Stolz. Das tat sie jeden Tag, auch wenn er nun schon 12 Jahre alt war.
      "Als erstes wird den Göttern gedankt, Eftychios!", ermahnte ihre Mutter ihn dennoch, mit einen sanften Lächeln auf den Lippen, dann nahm sie eine kleine Opfergabe, und überreichte sie den Altar, den jedes Esszimmer schmückte. Mairi wusste, das ihre Mutter nicht nur den Göttern dankte, nein sie flehte und bat auch um deren Hilfe. Die Prinzessin wusste dies nur so genau, weil sie es selbst tat. Sie tat es selbst und hatte ihre Mutter auch schon dabei erwischt wie sie es tat. Oder besser gesagt, Mairi hatte sie etwas belauscht. Manchmal war Mairi etwas zu neugierig. Bisher war es immer gut gegangen, doch wie lange dies noch der Fall sein würde, stand im Raum.

      Viele Kerzen leuchteten in Mairis Gemächern, und noch war ihr nicht wirklich nach schlafen. Die letzten drei Tage, die sie ohne den General hier verbringen konnten, wollte Mairi gerne ausnutzen. Sein Ruf eilte ihm vorraus, und Mairi würde lügen, wenn sie behauptete sie hätte keine Angst vor dem was sie erwartete. Ein Dämon in ihrem Zuhause...
      Mairis Haut wirkte in dem Licht der Kerzen samten, und so wirkte sie nicht mehr ganz so blass. Ihre ganze Familie hatte diese feine goldene Haut, nur Mairi selbst wirkte wie der Schnee. Es war seltsam, und zu oft hatte sie schon Gerüchte vernommen die davon sprachen, dass der König doch gar nicht ihr Vater sein könne. Diese Menschen irrten sich jedoch. Daphne hatte nie einen anderen Mann beigelegen. Mairi war wohl ein Wunder, das die Götter ihr schenkten, dafür, dass sie kein Sohn war. So sagte es ihre Mutter zumindest immer, wenn man sie darauf ansprach.
      Mairi war gerade dabei ihre Haare zu öffnen, und die ersten braunen Locken lagen bereits auf ihren Schultern, als es ziemlich wild an ihrer Tür klopfte. Verwirrt blickte sie über ihre Schulter, und deutete einer Dienerin an die Türe zu öffnen. Ein Bote stand vor der Türe, und wirkte etwas panisch. "Eure königliche Hoheit! Es tut mir leid Euch zu dieser späten Stunde zu stören, doch der König möchte dass Ihr mit ihm im Thronsaal den persischen General in Empfang nehmt!"
      Mairi hob etwas verwirrt ihre Augenbrauen. Was sollte sie? Er sollte doch erst in drei Tagen ankommen. Auch wenn keiner es wirklich gewollt hatten, hatte es viele Vorbereitungen für diesen Tag gegeben, und bisher war keine dieser bisher wirklich abgeschlossen worden. Mairi hatte noch nicht einmal ihre Gewänder die sie geplant hatte zu tragen. Wenn sie schon ihren Kopf vor einen anderen Mann als ihren Vater neigen musste, wollte sie dabei so würdevoll aussehen, wie es möglich war.
      "Er ist früher eingetroffen, Eurer Vater erwartet euch, es gilt sich zu beeilen", sprach der Bote noch, bevor er wieder verschwand. Er wollte vermutlich keine weiteren Fragen beantworten. Er wäre wohl froh, wenn er aus dem Schloss kam, das nun nur noch mehr von persischen Berserken gefüllt war.
      Wieder entkam Mairi ein leises seufzen, und sie widmete sich ihren Haaren, dass diese zumindest nicht so durcheinander wirkten. Die Blüten behielt sie ihm Haar, sie hatte keine Zeit alle heraus zu holen. Noch einmal bürstete sie leicht durch ihre Locken, die sie nun offen tragen musste. Wenn dieser Mann sie schon so überrumpelte, musste er wohl damit rechnen, oder es gar wollen, dass keiner von ihnen einen großen Aufwand betrieb.

      Normalerweise hallten ihre Schritte von den Mamorboden wieder, doch auch dieser schien sich zu fürchten, und alles um sie herum blieb still. Bis auf die Stimmen die aus dem Thronsaal zu ihr drangen. Ihr Eltern und ihr kleiner Bruder standen am Ende des Ganges, und warteten bereits auf Mairi. Lisias bedachte seine Tochter mit einen strengen Blick bevor er mit Daphne vorran ging. Eftychios sah mit etwas Verzweiflung in den Augen zu seiner Schwester. Noch war er ein Stückchen kleiner als sie, doch das würde sich in den nächsten Monaten wohl auch ändern.
      "Alles wird gut, kleiner Kronprinz", sie lächelte ihren Bruder aufmunternd an. Mairi war nicht sonderlich danach zu lächeln, doch wenn ihr kleiner Bruder sehen würde, dass auch sie den Kopf verlor, würde es ihm nur noch elender ergehen. Das musste Mairi verhindern. "Sie werden der Königsfamilie nichts tun, also trag deinen Kopf erhoben." Eftychios nickte leicht, und seine blauen Augen funkelten nun etwas mutiger. Sein Haar fiel wie ihres in leichten braunen locken von seinen Kopf. Sie sahen sich Ähnlich, das konnte man nicht bestreiten.
      Als das Königspaar einen guten Abstand hatte, folgten dann auch die Kinder. Es gehörte sich nicht ihnen zu nah zu kommen. Auch wenn dies alles hier mehr als nur spontan war. Es gab immer Regeln an die man sich halten musste.
      Bevor Eftychios und sie durch den großen Bogen traten, legte sie noch einmal ihre Hand auf die Schulter ihres Bruders.
      Mairi hatte eigentlich nicht vor auch nur einen der Fremden genauer anzusehen, sie wollte es vermeiden und einfach nur hier stehen, wie es sich gehörte, den Worten ihres Vaters lauschen und dann so schnell wie möglich zurück in ihre Gemächer. Am besten würde sie diese noch so gut verschließen, wie es ihr möglich war und dann würde sie die ganze Nacht wach liegen. Zumindest hatte Mairi sich genau das vorgenommen.
      Ganz so bekam sie es dann doch nicht hin. Die ersten Minuten versuchte sie nur zu ihren Vater, und ihrem Bruder zu sehen, während der König mit dem General sprach.
      "Wir haben Euch nicht so früh erwartet, General", sprach ihr Vater die Worte, die nur zu offensichtlich waren. "Seid Ihr schneller voran gekommen?" Unnütze Höflichkeiten, die Lisias diesen Mann nicht schuldete. Nein, er gehörte zu den Leuten, die für all das Leid, das sie über ihre Stadt gebracht hatten, veruteilt gehörten.
      Mairis Neugier gewann in diesem Moment die überhand, und sie sah nun doch zu dem Mann, der es sich auf den Thron ihres Vaters gemütlich gemacht hatte. Sie hatte vieles erwartet. Wirklich, doch dies hier gehörte nicht dazu.
      Sie hatte eine bestialische Fratze erwartet, und einen Mann der von grundauf nur böse wirkte. Dies tat er jedoch nicht. Er wirkte nicht böse, nein. Erschöpft und Gefährlich... Aber bösartig?
      Seine hellbraunen Augen stachen hervor, und wirkten trotz dieser warmen Farbe kühl. Alles an ihm sollte von Wärme sprechen. Die Schwarze Rüstung, die braune Haut und seine hellen Augen. Doch nichts strahlte diese Wärme aus. Mairi erschauderte ein klein wenig, und versuchte ihre Aufmerksamkeit wieder auf ihren kleinen Bruder zu richten, der diesen Mann genauso anstarrte, nur vermutlich ängstlicher als es Mairi getan hatte.
      "Wir haben noch kein Räumlichkeiten für Euch fertig gestellt", sprach der König dann weiter, und Mairi wusste, dass es ihn schwer fiel nicht zu sagen, dass er doch einen Brief hätte schicken sollen. Einen Boten. Irgendeine Ankündigung. Es war schon schlimm genug, einen Eroberer beherbergen zu müssen, doch es wurde nur noch schlimmer, wenn man überhaupt nicht auf diesen vorbereitet war.
      Mairi strich über ihr leichtes, weißes Kleid das bis zu dem Boden reichte, um ihre Hände beschäftigt zu halten. Dies half Mairi auch sehr wenig, denn ihr Blick glitt wieder zu dem Mann, der weit und breit als ein Monster bekannt war. Bisher hatte er jede Schlacht in der er mitkämpfte gewonnen.
      Wenn er sich etwas pflegte, würde man ihn diese kriegerische Ader wohl auch schwer ansehen. Er wirkte wie ein attraktiver Adeliger.
      Das sprach von Seltenheit. Zumindest aus Mairis Augen. Das Einzige was sie an ihren zukünftigen Mann entscheiden konnte, wäre ob er ihr optisch gefiele, dafür hatte sich Daphne lange eingesetzt. Mairi sollte nicht mit einen alten Mann, der nicht auf sich achtete verheiratet werden. Sie konnte sich nur zu schwer vorstellen was für ein Leid es sein musste, mit einen ekelhaften Mann den Rest seines Lebens verbringen zu müssen.
      "Dies ist mein Sohn, Prinz Eftychios" Lisias streckte seine Hand nach seinen Sohn aus, und stellte ihn leicht vor sich. Eftychios Augen wurden etwas großer. Er hatte sicherlich nicht noch Näher an den General heran gewollt. Hinter seinen Vater hatte er sich noch in falscher Scihereit wigen können. "Und dies ist meine Tochter, Mairi."
      Mairi brauchte den Arm ihres Vaters nicht, um von selbst ein Stück hervor zu treten. Sie hatte auch nicht vor sich zu verneigen, weswegen sie nur kurz nickte, und ihn dann direkt in die Augen blickte. Mairi hatte keine Scheu davor, wenn es ihn verärgern würde, war das nur ein Vorteil für sie. Wenn nicht, dann hatte sie zumindest einen besseren Blick auf seine Augen erhascht, die gerade durch seine äußerliche Erscheinung außergewöhnlicher wirkten.






      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Arsan | Ahriman


      Wie es zu erwarten war, tauchte Lisias mit seiner geliebten Familie auf. Zu seiner Überraschung hatte er nur zwei Kinder. Und der Sohn war noch dazu ein Jüngling. Das zeugte nicht besonders von einem sicheren Nachfolge. Wenn mit ihm irgendetwas passieren sollte, dann würde Kyrene vor schweren Stunden stehen. Nun, das taten sie wohl gerade sowieso. Es war eine Demütigung genug, dass sie von den Persern besiegt wurden. Jetzt musste noch irgendein General ein Diplomat in dieser Stadt werden. Arsan wusste, dass sie ihn in den Gedanken verfluchten. Er war die Verkörperung für ihr ganzes Elend. Und natürlich wäre es für die Königsfamilie vorteilhaft, aus ihm ein Sündenbock zu machen, denn allein seine Erscheinung gab ihnen das notwendige Motiv. Er hatte wirklich keine Lust auf Kyrene und auf Lysisas gehabt.
      Nächstes Mal müsste er seinen Vater aufdringlicher darum bitten, ihn von den politischen Angelegenheiten fernzuhalten. Er wollte nur Schlachten besiegen. Darin lag sein einziges Interesse.
      ,, Ich entschuldige mich für mein unerwartetes Eintreffen", erklärte er mit einer nachtragenden Stimme, ,, es kam alles so unerwartet. Ehrlich gesagt, war mir der Bote gar nicht in den Sinn gekommen. Außerdem waren wir, ich und meine Truppe, die letzten Tage ausschließlich unterwegs, deswegen fand sich da wenig Zeit für Briefe." Auf seinem Gesicht zeichnete sich eine schuldbewusste Miene ab. Doch das empfand er natürlich nicht. Und wahrscheinlich konnte es jeder Idiot erkennen. Er war absichtlich so schnell und um diese Uhrzeit angereist.
      Arsan blickte hoch. Er konnte in deren Augen Angst erkennen. Es war wohl nicht wirklich Angst vor seiner Person, sondern vor dem, was er diesem Reich brachte. Nun, seine äußere Erscheinung verstärkte die Furcht sicherlich. Er streitete es nicht ab.
      Doch eine ganz bestimmte Gestalt unterschied sich. Es war die Königstochter. Er konnte ihre Blicke auf sich spüren. Arsan wunderte sich, was sie wohl von ihm dachte.
      Er erhob sich vom Thron und stand mit einer geraden Haltung vor den restlichen Anwesenden, die er jetzt sichtbar überragte. Amüsiert legte er sein Schwert wieder in die Scheide.
      Er blickte sie direkt an. Die Prinzessin war keine Augenweide. Sie war eine Schönheit, im wahrsten Sinne des Wortes - eine seltene Wüstenrose, die man nach langem und unnachgiebigem Suchen in den dürren Trockengebieten fand. Schamlos begutachtete er sie sich noch genauer, auch wenn sein Verhalten sich sicherlich nicht ziemte. Das war ihm aber von sehr geringen Bedeutung gewesen. Er guckte in ihren aufmüpfigen Augen und musste breit grinsen.
      Sie verheimlichte ihre Einstellung gegenüber ihn nicht. Es war lobenswert, das musste Arsan gestehen. Sie hatte nämlich den Mut, welchen nicht einmal ihr Vater zeugen konnte. Er blickte flüchtig zum Sohn des Königs - er war ein typischer heranwachsender Junge, welcher sich eingeschüchtert von ihm fühlte. Nichts Besonderes. ,, Sie können mich Ahriman nennen, Eure Hoheit", erwiderte er höflich, wobei er nicht einmal bemerkte, dass er nicht seinen richtigen Namen sagte. ,, Das ist Darawesch... Er ist, wie soll ich sagen, meine rechte Hand", erklärte er und deutete mit der offenen Hand auf seinen Offizieren. Dieser beugte sich leicht vor und nickte mit einem ernsten Blick.
      ,, Nun, eigentlich ist meine linke Hand die stärkere, demnach ist er wohl eher meine linke Hand", ergänzte Arsan amüsiert und lachte leicht über seinen eigenen Scherz. Er blickte in die Augen Darawesch, die ihn förmlich in den Gedanken würgten und sich über seine ironische Bemerkung aufregten. ,, Ihr habt keine Räumlichkeit fertiggestellt?", wiederholte er anschließend. Es war natürlich offensichtlich, dass sich im Palast ein Gemach für ihn finden lassen würde. Und ihm war es egal, was für eins er bekam. Ein Feind brauchte schließlich keine besonderen Vorkehrungen. Hauptsache sein Zimmer hatte ein gemütliches Bett. Er blickte wieder ungeniert die Königstochter an.
      ,, Ich könnte mit meiner Truppe außerhalb der Stadt rasten, bis sie ein Zimmer fertigstellen können, Eure Hoheit", schlug er ruhig vor, während seine Augen über ihr weißes Gewand glitten. Sogar ihre Haare waren von weißen Blüten bedeckt, die zu gut ihr Kleid betonten. Warum hatte sie sich für sein Eintreffen so schön gemacht? Sollte Lisias eigentlich nicht wollen, dass er kein Interesse an ihrer Tochter bekam?

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    • Mairi von Kyrene

      Seine Stimme ging ihr unter die Haut. Sie war getränkt von falscher Höflichkeit und unsinnigen Floskeln die Mairi noch nie hatte leiden können. Die Prinzessin hatte nie verstanden warum man um all diese Dinge herum redete, als würden die anderen nicht genau wissen, was es damit auf sich hatte. Sah man jedoch von dieser falschen Höflichkeit ab, hatte er eine angenehme dunkle Stimme. Leichte Gänsehaut zog sich über Mairis Arme.
      Seine Schuldbewusste Miene kaufte ihm keiner in diesem Raum ab. Am wenigsten vielleicht sogar Mairi selbst. Es lag einfach an seinen Augen, ihnen fehlte jede Art dieser Emotion, die er versuchte ihnen vor zu heucheln. Das hier war geplant, genauso und nicht anders. Vielleicht genoss er es sogar ihre Familie in diese ungünstige Lage zu bringen.
      Erst als der persische General aufstand, erkannte man seine richtige größe. So einen großen Mann hatte Mairi noch nie gesehen, und vielleicht hätte sie es in einer anderen Situation beeindruckt. Sie konnte verstehen, warum man sich vor diesem Mann fürchtete. Vor diesen großen Mann mit dieser dunklen Stimme, und dieser kühlen Ausstrahlung. Die Prinzessin konnte sich nur wieder ins Gedächtnis rufen, dass er ihr und ihrer Familie nichts antun würde. Es wäre dumm, und er schien bei weiten nicht dumm zu sein. Man wurde selbst als ein Bastard Prinz kein General, wenn man nicht zumindest um die ersten beiden Ecken hätte denken können.
      Stände hier nun kein Eroberer vor ihr, sondern ein einfacher griechischer Adeliger, wäre Mairi wirklich zu tiefst beeindruckt. Diese Erkenntnisse in in dieser Situation, zeigten nur die Unterlegenheit ihrer geliebten Stadt, und es war demütigend. Ihr Vater hatte diesen Mann und seine Truppen so einfach unterschätzt und nun musste die ganze Stadt darunter leiden. Ganz Kyrene.
      Seine hellen Augen trafen sie direkt, und liesen nicht von ihr ab. Aus Trotz hob sie ihr Kinn nur noch ein Stückchen höher, es würde für ihn sowieso keinen Unterschied machen, er würde trotz allen auf sie herab blicken können.
      Er begutachtete sie, als wäre sie ein Ware die auf dem Markt feilsch geboten wurde. Eigentlich hätte Mairi sich dadurch beleidigt fühlen müssen, doch sie tat es nicht. Es war ungewohnt, sie war heimliche Blicke gewohnt, sie war schon oft von Leuten angestarrt worden, doch das es jemand so offen und ganz ohne Scham tat? Das war neu, und irgendwie gefiel es ihr. Es lag nichts falsches, oder vorgeschobenes hinter seinen Blick. Eine direkte Art, selbst wenn es eher einen Raubtier glich, der seine nächste Beute ausmachte.
      Als der Mann der sich ihnen als Ahriman vorstellte, zu ihrem Bruder sah, tat Mairi dasselbe. Der Junge war ganz eingeschüchtert, und wenn es nicht von seiner Schwäche gezeugt hätte, hätte sie nach seiner Hand gegriffen, und beruhigend über diese gestreichelt.
      Es war nur ein flüchtiger Moment, und Mairi hatte nicht vor von diesem Mann weg zu sehen, ehe er es nicht tat. Diese Schwäche würde sie sich sicherlich nicht erlauben.
      Sein Vorschlag, er könne vor der Stadt rasten, war etwas das der König niemals angenommen hätte. Es wäre von einer Unhöflichkeit, die am Ende noch bestraft werden würde. Bevor ihr Vater etwas sagen konnte, redete sie schön. "Wenn Ihr nicht auf Annehmlichkeiten verzichten wollt, würde ich Euch meine Gemächer für diese Nacht über lassen", meinte Mairi. Sie hatte kein Problem gewisse Dinge auf zu geben, wenn es bedeutete sie konnte schlimmeres von den Leuten fern halten, die ihr am Herzen lagen.
      "Mairi!", ermahnte ihr Vater sie direkt, denn sie noch immer nicht anblickte. "Wir können ein Zimmer vorbereiten, es wird schlicht sein, aber direkt wenn Ihr erwacht seid wird sich um ordentliche Räumlichkeiten gekümmert. Die Diener müssten schon das wichtigste vorbereitet haben. Morgen können diese sich auch um die Quatiere für eure Männer in der Kaserne kümmern." Die Kaserne war seit der Eroberung sowieso, beinahe leer. Es gab nur noch wenige Soldaten, es musste dort also genügend Platz sein. Alleswäre besser als eine persische Armee vor den Mauern, die den Bürgern Angst bereiteten. Der König wank die schönste Dienerin hier, und forderte seine Tochter auf, wieder etwas zurück zu treten. "Die Dienerin kann Euch zu eurer Schlafmöglichkeit bringen, und wird euch gerne die wichtigsten Räumlichkeiten zeigen..."
      ALs Mairi kurz zu ihren Vater blickte, erkannte sie seinen strengen Blick, und es würde Ärger bedeuten, wenn nicht gerade Ahriman hier stand. Das würde wohl auf später verschoben werden. Manchmal redete Mairi schneller, als sie dachte. Und manchmal redete sie zu direkt, ohne sich um die Worte zu kümmern und wie sie bei den anderen in ihrer Umgebung ankamen. Ihr Vater hatte das nie wirklich gut geheißen.
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    • Arsan | Ahriman
      Eine seiner Augenbrauen schoss überrascht in die Höhe. Diese Prinzessin. Sie hatte wirklich keine Scheu. Er musterte sie amüsiert.
      Sie war interessant. Gleichzeitig war auch Arsan innerlich dankbar für ihren aufopferungsvollen Vorschlag. Er wollte ungern auf dem Boden eines kargen Zeltes schlafen, auch wenn er natürlich wusste, dass sie mit diesem Vorhaben ihre eigenen Ziele verfolgte und nicht wirklich bedacht auf sein Wohlbefinden war. Er beobachtete, wie der Herrscher ihm eine attraktive Dienerin bereitstellte. Wie zuvorkommend - schoss es sarkastisch durch seinen Kopf. Er guckte den König mit einem kühlen Blick an. Seine Kiefer verspannten sich.
      Wollte Lisias ihn durch eine schöne Bedienstete von seiner eigenen Tochter ablenken? Wenn ja, dann war es sichtlich dumm gewesen. Oder anders ausgedrückt - es war jetzt viel zu spät. Er hatte schon ein Auge auf sie geworfen. Sie hatte durch ihr aufmüpfiges Verhalten selbst dafür gesorgt. Diese Familie müsste sich wohl auf die Konsequenzen gefasst machen. ,, Nein", entgegnete Arsan ruhig, ,, Ihre Tochter soll mich zum besagten Raum bringen und weitere Räumlichkeiten zeigen, Eure Hoheit." Er wandte seinen Blick vom Herrscher ab und blickte die Prinzessin an. ,, Schließlich war es ihr Vorschlag."
      Er hob herausfordernd seine Augenbrauen, während er sie mit provokativen Augen anschaute.
      Na, wie mutig wirst du jetzt sein, Schöne? - dachte sich der General höhnisch. Würde sie weiterhin standhaft bleiben können und treu zu ihren Worten stehen oder doch in Furcht verfallen? So wie es jeder andere Menschen bei ihm früher oder später tat.

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    • Mairi von Kyrene

      Seine Augenbrauen schossen in die Höhe, und er sah sie ganz überrascht an. Das alleine war den ganzen Ärger wert. Sie, Mairi, eine einfache Prinzessin, hatte den ach so tollen General sichtlich überrascht. Zumindest konnte sie das von sich behaupten, und sie freute sich schon sehr darauf, es morgen Erato erzählen zu können. Ihre Freundin würde sie damit sicherlich auch sehr überraschen.
      Die Dienerin die näher getreten war, kannte Mairi nur zu gut. Lysann, so entsann sich Mairi ihren gegeben Namen. Ihren wirklichen Namen kannte wohl keiner der Königsfamilie, und im Grunde war es auch icht schlimm, wenn sie es nicht taten. Mairi kannte ihren Namen ohnehin nur deswegen, da diese Dienerin sich oft mit der Prinzessin verglich. Würde ihr Vater oder ihre Mutter das mitbekommen, hätte sie ihren schönen Kopf vermutlich schon lange nicht mehr.
      Lisias Versuch die Aufmerksamkeit von seiner Tochter zu nehmen, gelang nicht. Es war auch wirklich ein kläglicher Versuch nachdem Mairi ihren Mund aufgemacht hatte. Vermutlich war es schon zu spät gewesen, nachdem Ahriman sie gemustert hatte. Und das wohl mehr als gründlich. Und nun musste sie die Aufgaben einer Dienerin übernehmen. Es war noch die einfachste Aufgabe, und dennoch etwas, das Mairi nicht mit ihrer Stellung tun sollte. Nun war es zu spät, und sie würde sicherlich keinen Rückzieher machen. Schon gar nicht wenn er sie so provokant anblickte. Ihr Vater wollte gerade Luft holen um Einwände zu erheben, doch Mairi schüttelte leicht den Kopf, bevor sie selbst antwortete. Mit dieser falschen Höflichkeit die Männer immer an den Tag legten, wenn es um diese Art von Situationen ging.
      "Ich übernehme diese Aufgabe sehr gerne, vielleicht beginnen wir damit direkt, es ist immerhin schon spät. Und Ihr wart den ganzen Tag unterwegs..." ... um uns mitten in der Nacht zu überraschen, fügte Mairi in Gedanken hinzu, und es fiel ihr sichtlich schwer diese Worte nicht auszusprechen. Sie hingen dennoch in der Luft. Während sie das sagte, hatte sie keine Sekunde von dem persischen General weg gesehen, und seinen Blick tapfer stand gehalten.
      Ihr Vater seufzte leise, konnte aber auch nicht weiterhin viel tun. Ohne das er es sagen musste, wusste Mairi, dass sie nach dieser Aufgabe zu ihm kommen musste. Um sich eine Moralpredigt anzuhören, und vermutlich bekäme sie morgen einen Lehrer vorgesetzt, der ihr noch einmal beirbringen sollte, wie eine Prinzessin sich gefälligst zu verhalten habe. Alle wussten es besser als sie.
      "Nehmt die Dienerin dennoch mit, sie soll sich um die weiteren Belange des Generals kümmern", gab Lisias ergeben von sich. Die Dienerin nickte leicht, und verneigte sich vor den Anwesenden.
      Erst in diesem Moment wandte Mairi ihren Blick von diesem Mann ab. Diese Situation würde er sicherlich nicht gewinnen, Mairi gab nicht so schnell klein bei. Sie kannte dieses Schloss wie ihre Westentasche, es machte ihr nichts aus, ihm ein wenig davon zu zeigen.
      Eftychios blickte ängstlich zu ihr und dem großen Mann, doch sie schenkte ihren kleinen Bruder ein lächeln. Vielleicht würde sie ihn später auch noch besuchen, und wenn sie ihm eine Geschichte erzählte, konnte sie ihn vielleicht ablenken. Mairi selbst würde heute wohl kaum schlaf finden.
      Nachdem sie dne Kronprinzen noch einmal ermutigend angesehen hatte, drehte sie sich zum gehen um. "Wenn Ihr mir folgen wollt?" Kurz warf sie einen Blick über ihre Schulter, und ihre Augen funkelten etwas. Etwas mit Aufregung, Provokation und Abscheu. Das war wohl das aufregendste, was seit der Eroberung hier passierte. Und Mairi war mit dabei.
      Ohne auf seine Antwort zu warten ging sie dann los, und Lysann folgte nach dem General. Sie war sicherlich auch nicht begeistert über ihre Aufgabe.
      Als erstes führte Mairi den General zu dem Speißeraum. Sie musste nicht erklären wofür dieser Raum war, es war recht offensichtlich wegen dem großen Tisch der dort stand, und dem kleinen Altar für die Götter. "Wenn ihr etwas Essen wollte, reicht es wenn ihr hier das Glöckchen läutet. Meistens kommt ein Diener direkt angelaufen." Sie deutete auf das Glöckchen das dort am Rande des Tisches stand. Wenn er nicht hier her wollte, gab es auch noch immer Lysann die ihm etwas bringen konnte. Mairi stellte jedoch nicht die Frage ob er nun etwas essen wollte oder nicht, sondern ging einfach weiter. Das hier war dann nicht mehr ihre Aufgabe.
      Mairi zeigte Ahriman dann noch die wichtigsten Räumlichkeiten, über eine kleine Bibliothek mit seltenen Schriftrollen, über ein Zimmer in dem es seltene Instrumente gab, und die Räumlichkeiten in denen zumindest sie viel Zeit verbrachte. Auch die Bäder zeigte sie ihm recht kurz, und auch hier galt dasselbe Prinzip wie in der Küche. "Das Glöckchen und ein Bad wird vorbereitet. Wir haben viele Duftöle."
      Der letzte Raum zu dem Mairi den General brachte, war ihr eigenes Schlafgemach, in dem er diese Nacht verbringen würde. Mairi öffnete die Tür, und betrat auch als erstes ihre Gemächer. Die Dienerin die auf einen Stuhl saß sprang direkt auf. Sie wirkte vollkommen erschrocken, als auch ein Mann ins Zimmer trat. Soetwas kam normaler Weise nie vor. Noch nie hatte ein Mann diese Räume betreten, und es hätte auch nie soweit kommen sollen. "Fühlt Euch wie Zuhause", meinte Mairi, und machte einige Schritte zu einem goldenen Käfig, um eine Decke darüber zu legen. Es lag nicht daran, dass Ahriman ihren Singvogel nicht sehen durfte, sondern dass er auch noch am Morgen schlafen würde. Das nächste was Mairi tat, war sich an ihren Frisiertisch zu setzten, noch musste sie die Blumen aus ihrem Haar bekommen und dann konnte sie ihn alleine lassen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Arsan | Ahriman

      Sie gab immer noch nicht auf. Ein wenig hatte es Arsan sogar erwartet. Doch natürlich ließ der König seine Tochter nicht alleine mit ihm durch die Gänge schweifen. ,, Gib den restlichen Soldaten Bescheid", erwiderte er Darawesch, bevor er der Prinzessin zu folgen begann. Ihn interessierte der Palast wenig. Nun, ihn interessierte nichts an Kyrene. Außer der Schönheit vielleicht, die ihm gerade den Weg zeigte. Er war nicht so schlimm, weswegen er brav die ganzen Gegenden betrachtete, die sie ihm zeigte. Der General gab sich aber nicht die Mühe, um die Ortschaften genauer zu vermerken.
      Endlich kamen sie auch im besagten Schlafzimmer an. Arsan schaute sich um, während er die Hände hinter seinem Rücken verschränkte.
      ,, Wie Zuhause?", wiederholte er ruhig. Er engte seine Augen zusammen, wie ein Raubtier, das kurz davor war, seine Beute zu erledigen.
      ,, Verlasst dieses Zimmer", befahl er den Dienerinnen mit einer viel zu kühlen Stimme. Ängstlich blickten sie zu ihrer Herrin. Sie konnten die Prinzessin schließlich nicht alleine zurücklassen - und erst recht nicht mit ihm. ,, Es war ein Befehl", wiederholte Arsan drohend. Und sein unheimlicher Blick reichte aus, sodass die Frauen förmlich aus dem Zimmer rannten. Erst nachdem er einen leichten Aufprall der Tür wahrnahm, bewegte sich der General auf sie zu. ,, Eure Dienerinnen haben ganz schnell nachgegeben", gestand er belustigt.
      Er stellte sich hinter sie und betrachtete ihre langen lockigen Haare, die ihr sanft über den Rücken fielen. Sie war entweder zu naiv, wenn sie in seiner Nähe vor ihrem Frisiertisch saß, oder sie war wahnsinnig. Wahrscheinlich beides. Sie hegte womöglich ein viel zu gutes Bild von ihm, falls sie glaubte, er würde ihr nichts machen. Insbesondere, wenn sie der Meinung war, er würde Halt machen, nur weil sie eine Prinzessin war. Nun ja, ganz Unrecht hatte sie wahrscheinlich auch nicht mit ihren Überzeugungen. Doch sie provozierte ihn trotzdem mit ihrem selbstbewussten Verhalten. Er wollte ihre Grenzen austesten.
      Arsan blickte auf sie runter. Er streckte seinen Zeigefinger aus und glitt mit dessen Spitze langsam über ihren Schlüsselbein bis zu ihrem Hals. ,, Mairi", wiederholte er ihren Namen mit seiner heiseren Stimme, nachdem er sich an diesen erinnerte.
      Erst jetzt guckte er nach vorne in das Spiegelbild und betrachtete ihre Erscheinung, während er seinen Kopf in den Nacken legte.
      Er schaute wieder auf ihren Haupt und nahm jede Blüte einzeln hervor, um sie auf dem Boden fallen zu lassen. Ihre Haare waren so weich, wie leichtes Feder - das konnte er schon an der flüchtigen Bewegung verspüren. Am liebsten hätte er mit der ganzen Hand in diese gefasst, doch davon hielt er sich tapfer ab. Nachdem er sein Vorhaben beendete, nahm er seine Hände wieder zu sich.
      ,, Jetzt seid Ihr dran, kleine Prinzessin", ergänzte er amüsiert, ,, könnten Sie mir bitte beim Ausziehen der Rüstung helfen?"
      Er guckte sie mit flehenden Augen an. Alleine würde es nämlich eine viel zu große Herausforderung werden, dafür war er viel zu müde. Und außerdem hatte er das nie alleine machen müssen. Arsan musste gestehen, er war ein wenig neugierig auf ihre Reaktion.
      Wie lange würde sie ihr aufmüpfiges Gesicht behalten können?

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    • Mairi von Kyrene

      Bis auf ihre Worte und die Schritte der wenigen Personen, war es still. Sie wusste nicht was sie eigentlich genau erwartet hatte. Es waren keine Fragen, die sie erwartete, oder Anmerkungen, sondern vielleicht Befehle oder Wünsche die erfüllt werden sollten. Irgendetwas, doch sie bekam nur Stille. Nun, so sollte es wohl gut sein.
      Ahirman wiederholte ihre Worte, und schien diese Floskel ernster zu nehmen, als sie gemeint war. Er hätte hier warten können, bis Mairi fertig war, und bis sie gegangen war und dann hätte er sich schlafen legen können. Meinetwegen hätte er auch in ihren Schmuck und ihren Kleidern wühlen können, doch was hätte ihm das gebracht? Er würde sicherlich lächerlich in ihren Kleidern aussehen. Einmal abgesehen davon, dass er mindestens einen Kopf größer war als Mairi selbst, und viel breiter gebaut. Ob das nur an der Rüstung lag, oder sich darunter tatsächlich die Muskeln versteckten die Mairi erwartete.
      Seine kühle Stimme passte zu seiner Austrahlung, und sie war nicht das, was Mairi einen Schauer verpasste. Nein, es war seine drohende Stimme, die ihr langsam klar machte, in was sie sich hier geredet hatte. Die Dienerinnen hielten diesen Worten nicht lange stand, und verschwanden schneller, als sie aufgtaucht waren. Mairi musste leise seufzen.
      "Kann man von Sklaven etwas anderes erwarten?", fragte sie nur und betrachtete den persischen General durch ihren Spiegel. Die polierte Bronze lies ihn aussehen wie eine Marmorne Statue. "Sie retten als lieber ihre eigene Haut, als die ihrer Herren." Mairi konnte es ihnen nicht verübeln. So waren die meisten Menschen, und auch keine adelige Frau hätte dieser drohenden Stimme mit diesem Erscheinungsbild stand gehalten. Das Mairi es bisher geschafft hatte war schon verwunderlich genug. Sie war über sich selbst ein bisschen überrascht.
      Mairi gab sich die größte Mühe sich nicht zu verspannen, als der große Mann sich hinter sie stellte und zu ihr herab sah. Sie wollte ihnen keinen Anhaltspunkt für Nervosität oder Schwäche geben, auch wenn ihr Herz unruhiger zu schlagen. Männer kamen ihr nie so Nahe, keine fremden Männer, ihr kleiner Bruder zählte nicht.
      Sein Zeigefinger legte sich auf ihr Schlüsselbein, und seine raue Haut hinterlies einen Schauer bei Mairi. Die Wärme die er dort hinterlies blieb, selbst als er sie dort nicht mehr berührte. Das hier entwickelte sich zu einem gefährlichen Spiel, das ihr Herz hämmern lies. Es wäre wohl nicht ungewöhnlich, wenn dieser Mann auch noch die gabe besaß, dies zu hören.
      Sie vernahm ihren Namen aus seinen Mund, und suchte dann seine Augen durch den Spiegel. Es wäre wohl besser, wenn sie so schnell wie es möglich war dieses Zimmer verlies. Doch im Moment konnte sie sich nicht bewegen, vielleicht wollte sie es auch nicht. Mairi hatte es bis jetzt geschafft, sie würde auch noch die nächsten Minuten durchstehen.
      Die letzte Blume fiel zu Boden, und seine Hände fanden ihren Weg zu der Stelle an die sie gehörten. Zu ihm, an die Seiten seines Körpers. Als er sie ansprach, drehte sie sich zu ihm um.
      Sie war dran? Mit was?
      Ihre Frage wurde schneller beantwortet, als es ihr lieb war. "Dafür gibt es die Diener", meinte sie und klang dabei erstaunt kühl.
      Trotzdem stand sie auf, und nun war sie an der Reihe ihn zu mustern, zu betrachten wie er es zuvor im Thronsaal bei ihr getan hatte. Ganz ohne Scham, dafür mit umso mehr Aufregung. Mairi hatte noch nie einen Mann entkleidet. Erato hatte ihr oft von diesen Geschichten erzählt, wie sie Soldaten ausgezogen hatte, nur um sie dann mit Erwartungen zurück zu lassen. Ihre Freundin hatte viele Geschichten zu erzählen was Männer betraf, und einen Rat von ihr in dieser Situation, wäre Mairi gerade mehr Wert als alles Gold das sie besaß.
      Langsam Schritt sie auf ihn zu, bis sie direkt vor ihm stand, und sie legte ihre Hände auf seine Schultern, um dort die Rüstung zu lösen, die sich dann recht einfach abnehmen lies. Alleine wäre es bestimmt noch schwieriger. Den Harnisch legte Mair dann auf den Boden, und sie ging um den Mann herum, um auch das Lederhemd zu lockern. Es erinnerte an Schuppen, und war doch der schwierigere Teil zum aufbinden.
      Dann zögerte Mairi einen Moment, bevor sie sich dazu entschloss ihm dieses auch abzustreichen, und seine Haut kam zum Vorschein. Einen Moment betrachtete sie seinen Rücken, und seine Schultern, und lies sich dazu verleiten mit einen Finger darüber zu streichen, bevor sie wieder Abstand nahm, und sich auch schon der Tür zu wand um zu gehen. "Habt Ihr noch einen Wunsch? Sonst würde mich mein Vater noch erwarten." Sie sah ihn noch einmal an, und blickte ihn wieder direkt in die Augen. Hm, sie hätte früher gehen sollen. Um einiges früher.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Arsan | Ahriman
      Ja, natürlich gab es dafür die Diener. Aber er wollte trotzdem, dass sie es machte.
      Arsan machte sich dafür gefasst, dass sie hastig das Gemach verließ. Es wäre auch nicht überraschend gewesen.
      Jede Adlige, vor allem eine Königstochter, hätte an ihrer Stelle das viel früher machen sollen. Er würde sie auch gehen lassen.
      Schließlich brauchte der General keine Probleme. Zumindest nicht gleich in der ersten Nacht.
      Seine Überraschung war sichtlich groß, nachdem sie ihn ungeniert zu mustern begann. Wie eine Ware. Er starrte sie mit ausgeweiteten Augen an. Hatte ihn jemand auf diese Weise in seinem Leben betrachtet? Wohl kaum. Keiner hatte es sich an erster Stelle überhaupt gewagt. Arsan schmunzelte. Sie war in der Tat ein äußerst seltsames Geschöpf. Womöglich würde sein Aufenthalt in dieser Stadt doch nicht so langweilig werden...
      Er breitete seine Arme vorbildlich aus, um ihr die Aufgabe zu vereinfachen, und beobachtete, wie sie tatsächlich seine Rüstung auszog. Erstaunt verfolgten seine Augen, dass sie auch sein Lederhemd losband. Der Krieger hatte nichts daran auszusetzen, weswegen er das einfach geschehen ließ.
      Er nahm die flüchtige Berührung ihrer sanften Hand wahr. Zu gerne hätte er noch mehr ihrer Wärme auf seiner Haut verspürt.
      Doch sie ließ viel zu schnell von ihm ab.
      Er drehte sich zu ihr um.
      ,, Ich habe einen solchen Durst, der mich die letzten Tagen quält", ertönte seine bedrückte Stimme. Er legte betrübt seine Hand auf sein Gesicht, während er sich ihr näherte. Diesmal stand er Arsan direkt vor ihr, sodass sie viel zu gut seine eigentliche Größe wahrnahm. Und auch die Ausweglosigkeit, in welcher sie sich befand. Sie war in seiner Falle. ,, Durst nach Menschenblut", hauchte er in einem kühlen Ton, während er sich zu ihr runterbeugte. Diesmal war sein Gesicht direkt neben ihrem, sodass er erst jetzt die warme blaue Farbe ihrer Augen auffassen konnte. ,, Was soll ich nur machen, kleine Prinzessin?"
    • Mairi von Kyrene

      Seine Rüstung versprach nichts, was er nicht halten konnte. Mairi kam nicht umhin ihn zu Mustern, als er auf sie zu trat. Ein wirklich attraktiver Mann, und wenn Mairi es nicht besser wüsste, würde sie behaupten das Eros sich irgendwo in diesen Gemächern versteckte und sich einen schlechten Scherz erlaubte.
      Wieder kam der General ihr so nahe, dass sie die Wärme die von seiner Haut ausging spüren könnte. Mairi blickte zu ihm auf, und wünschte sich, dass sie doch nur ein bisschen größer wäre, nur um sich nicht ganz so schrecklich ausgeliefert zu fühlen. Sie war ihm eindeutig ausgeliefert, und es gab für sie keinen Fluchtweg den sie nehmen könnte. Die Türe, welche nach innen aufging, war direkt in ihren Rücken, und dieser Mann mit dem sie es niemals aufnehmen hätte können direkt vor ihr.
      Für einen Moment keimte etwas Panik in Mairi auf, welche sie versuchte zu unterdrücken. Das würde ihr in diesem Moment wohl kaum helfen.
      Sie brauchte einige Momente um seine Worte zu realisieren.
      Menschenblut? Ihr Kopf begann zu arbeiten, und als sie verstand weiteten sich ihre Augen. Ob nun vor Schreck oder Überraschung, das konnte noch nicht einmal die Prinzessin sagen. Das hier war nicht einfach nur ein Mann, das hier war ein Halbgott! Anders konnte es nicht sein, es war nicht möglich, solche absurden Sachen waren nur diesen Mischlingen vorbehalten.
      Diese Tatsache machte Kyrenes Niederlage vielleicht ein bisschen weniger demütigend. Kein normal Sterblicher war dazu im Stande gegen so jemanden zu bestehen, es war unmöglich, vor allem wenn Mairi daran dachte, dass all diese Feldzüge von den Göttern unterstützt wurden.
      Vorsichtig hob Mairi ihre Hand und legte sie auf die Wange des Mannes. Sein Gesicht war ihren so nah gekommen, dass sie kaum noch klar hätte denken können.
      Der raue Bart kratzte unter ihrer Handfläche, während sie sein Gesicht zur Seite drehte, vor allem um wieder etwas Fassung zu erlangen. Sie musterte sein Gesicht, und strich dann leicht über seine Konturen.
      "Du hast ein schönes Profil, Ahriman. Der Zerstörer... Von hier würde man das nicht erahnen können", flüsterte Mairi dann. Sie müsste nicht lauter reden, dass er sie hörte. Sie ließ sein Gesicht wieder los und gestattete ihn damit, sie wieder anzusehen. "Bei solch dreisten Andeutungen, gehört es sich da nicht, dass du mir deinen echten Namen verrätst?" Mairi ließ es bewusst ihn höflich anzusprechen. Wenn er ihr schon so Nahe kam und versuchte sie zu beschämend, zu schänden oder ob er sie gar töten wollte, dann hätte sie wohl alles Recht ihn einfach mit Du anzusprechen. Vielleicht könnte sie mit ihrer Dreistigkeit auch das schlimmste noch verhindern.
      Eine Weile sah Mairi ihn noch in seine braunen Augen, und versuchte darin zu erkennen, was in seinem Kopf vor ging. Sie wollte wissen ob sie hier noch heraus kam, ob es einen Ausweg gab oder ob sie von dem Moment an in dem er sie erblickt hatte verdammt worden war.
      Sie brauchte noch ein wenig mit, bevor sie auf seine eigentliche Frage eingehen konnte. "Was würdest du in deiner Heimat, gegen deinen Durst tun?"
      Mairi konnte sich schon beinahe denken, was er dort tat. Er nahm sich vermutlich was er wollte, und niemand könnte ihn hier davon abhalten genau dasselbe zu tun. Mairi konnte nur hoffen, dafür beten das er sie nicht wollte. Zumindest nicht zu sehr.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Arsan | Ahriman
      Er starrte sie erstaunt an. In der Tat, was für ein ungewöhnlicher Lockenschopf - dachte sich der General entzückt.
      Arsan ließ keine Gegenwahr zu und erlaubte ihr, ihn wie einen Leibeigenen zu betrachten.
      Das war wohl ihre Belohnung für ihre Tapferkeit gewesen. Nicht einmal den Menschen, die ihm besonders nahe standen, wäre diese Ehre erteilt worden. Nun, keinem würde an erster Stelle in den Sinn kommen, sein Gesicht anzufassen. Seine Mundwinkel zogen sich zu einem verschmitzten Grinsen zusammen.
      ,, Sie schmeicheln mir, meine verehrte Dame", erwiderte er neckend. Es war wohl das erste Mal in seinem Leben, dass seine äußere Erscheinung bewundert wurde. Für die meisten war sie schließlich der Grund ihrer Angst.
      Doch nicht einmal jetzt konnte die Königstochter mit ihren Überraschungen aufhören. Sie hatte ein verdammt seltsame Art.
      Arsan wusste gar nicht, wie er sie beschreiben sollte. Das weckte in ihm aber das Bedürfnis, sie noch stärker provozieren. Wie lange würde sie seiner Natur standhalten können? Er ignorierte gekonnt ihre Frage. Arsan stand nicht vor ihr, um über sich und erst recht über seinen eigentlichen Namen zu sprechen. ,, Was ich in meiner Heimat machen würde?", wiederholte er undurchsichtig. Er beugte sich noch mehr zu ihr runter, sodass seine Nasenspitze die Haut ihrer Schulter berührte. Ungeniert atmete er ihren Duft ein. Sie roch nach Blüten, Lotus und Zistrosen um genauer zu sein. Er streitete es nicht ab - er hätte liebend gerne ihr Blut gekostet, denn schon an dem Geruch erkannte er, dass es köstlich war. Arsan konnte hören, wie ihr Herz wild gegen ihre Brust hämmerte.
      Auch wenn sie mutig versuchte, ihre Angst zu verschleiern, so waren seine Sinne wohl viel zu gut ausgeprägt, um es einfach so zu übersehen. Er zog seinen Kopf wieder zurück, bevor er noch die Kontrolle verlor. ,, Ich bin heimatlos", entgegnete er düster, während sein Gesicht von einem ungenauen Lächeln verziert war. ,, Du warst heute sehr tapfer, kleine Prinzessin", erklang es höhnisch von ihm.
      Wenn sie auf die Floskeln verzichtete und ihn duzte, würde er es auch machen.
      Arsan drehte sich im nächsten Moment um, sodass er auf das Bett zusteuerte. Er wollte schließlich endlich schlafen.
      Erst nachdem sein Körper in Bewegung war, realisierte er, wie erschöpft er eigentlich war.
    • Mairi von Kyrene

      Verehrte Dame. Das gefiel Mairi und brachte sie sogar ein wenig zum Schmunzeln, selbst in dieser Situation. Selbst wenn er es nicht ernst meinte, konnte er diese Worte sicherlich nicht mehr zurück nehmen. Es brannte ihr sogar jetzt schon auf der Zunge den persischen General mit diesen Worten aufzuziehen.
      Der Mann schien ihre Worte zu ignorieren, denn seinen wirklichen Namen erfuhr sie nicht von ihm. Nicht das es schwer wäre an diesen zu kommen, doch sie würde sich weigern, diesen zu benutzen, wenn er ihn ihr nicht selbst nannte. Dann musste sie wohl bei Ahriman bleiben, obwohl sie ihn bisher nicht als Zerstörer ansah. Wenn er wollte, dass sie ihn als diesen betrachtete, musste er es ihr auch genauso beibringen. Anders würde das bei ihr nicht helfen. Mairi war wohl ein hoffnungsloser Fall.
      Stattdessen wandte er sich ihrer anderen Frage zu. Er wiederholte diese, und sie nickte kaum merklich.
      Als er sich noch mehr zu ihr beugte, befürchtete Mairi schon das schlimmste, und dennoch versuchte sie so ruhig zu bleiben wie es ihr Möglich war. Wenn sie das hier schon erleiden musste, dann würde sie es mit Würde tun.
      Seine Nasenspitze berührte dann die Haut an ihre Schulter, und sein heißer Atem strich über diese. Ein Schauer durchfuhr Mairi.
      Die Tatsache, dass sie dies nicht wirklich unangenahm fand, beängstigte sie viel mehr, als der eigentliche Gedanke, dass er sie möglicherweise gleich beißen würde. Sich an ihren Blut laben würde. Was dann aus Mairi wurde, war vielleicht auch noch ein Grund, der ihr Herz schneller schlagen lies. Sie wäre mit dieser Schande gezeichnet, sie könnte niemanden diesen Moment hier verschweigen, wie sie es ursprünglich tun wollte.
      Ich bin heimatlos.
      Diese Worte echoten in Mairis Kopf, als er begann sich von ihr abzuwenden. Alleine diese Worte klangen grausam, und sie war nur noch glücklicher darüber, eine Heimat zu haben. Kein Wunder, das alles an ihm so kalt wirkte. Ohne eine liebevolle Heimat, konnte man schnell den sinn für ein gütiges Leben verlieren. Es wurde wohl Zeit, dass er eine Heimat bekam.
      "Mairi", wiederholte sie dann ihren Namen. "Wenn du schon meinen Titel benutzt, dann nenne meinen Namen dazu. Prinzessin Mairi."
      Sie mochte es irgendwie nicht, von 'meine verehrte Dame' zurück zu dem spöttischen 'kleine Prinzessin' verlegt zu werden. Der Hohn in seiner Stimme, stieß ihr sowieso ganz sauer auf. Sie konnte sich kaum vorstellen, das eine andere Prinzessin das alles hier auf die gleiche Art durchgestanden hätte.
      Sie brauchte keine Antwort von ihm, weswegen sie sich dann auch der Tür zu wandte, und schon begann sie zu öffnen.
      "Schlaf gut, omorfe mou", meinte sie noch, als sie über ihre Schulter zu ihm blickte. Mein Schöner. Er war schön, und wenn er meinte sie mit Spott und Neckerein zu übersehen, konnte Mairi sich dasselbe erlauben. Ein schelmischen Grinsen lag auf ihren Lippen, als sie die Tür dann hinter sich schloss.
      Sie musste tief durchatmen, nach diesen nervenaufreibenden Minuten, durfte sie sich gleich noch eine Standpauke ihres Vaters anhören.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Arsan | Ahriman
      Er hörte noch ihren letzten Worte, bis sie aus dem Gemach verschwand, das ja eigentlich ihr gehörte.
      Arsan ließ sich mit einem tiefen Seufzer auf das Bett fallen. Sofort kam ihr der Duft der Blüten entgegen. Sogar ihre Laken waren von ihrem Geruch durchtränkt. Mit einem zufriedenen Grinsen wälzte er sich in der kühlen Decke herum, bis er die bequemste Pose fand, um endlich einzuschlafen.
      Den folgenden Mittag hatte der Krieger durchgepennt. Sein Körper und sein Verstand waren so dermaßen ausgelaugt von dieser ganzen Reise und von der Situation, in welcher er sich befand. Am liebsten hätte der Perser gleich mehrere Tage hintereinander geschlafen - er hatte es eigentlich auch vor, hätte er nur nicht ein großes Problem namens Darawesch, der all seinen schönen Vorhaben zerstören musste.
      Nach langen und nervenaufreibenden Versuchen hatte der Offizier es geschafft, ihn aus dem Bett zu zerren.
      Arsan musste seine Niederlage mit einem grimmigen Ausdruck akzeptieren. Er nahm anschließend ein warmes Bad, welches als ein Nebenzimmer im Gemach vorzufinden war. Ein großes Becken zu haben, worin er sich waschen konnte, war in der Tat eine wundervolle Ablenkung gewesen. Ihm hatte diese Verwöhnung in den letzten Monaten sichtbar gefehlt.
      Frisch gebadet, stieg er aus dem Wasser und ließ sich auf dem Stuhl vor dem Frisiertisch fallen. Die Blüten waren auf dem Boden nicht mehr vorzufinden. Wahrscheinlich hatten die Diener diese weggefegt. Er musste wieder an die Prinzessin denken.
      Omorfe mou - wiederholte er in den Gedanken ihre letzten Worte, mit welchen sie ihn angesprochen hatte.
      Erst jetzt verarbeitete sein Verstand die Bedeutung dieser Aussage. Mein Schöner. Arsan lachte auf - nicht mit seiner üblichen kühlen Miene. Nein, sein kehliges Gelächter sorgte dafür, dass sich seine Mundwinkel zu einem amüsierten Grinsen zusammenzogen.
      Sie war wahnsinnig. So wie er.
      Die Bediensteten reagierten jedoch nicht besonders erfreut über diese Stimmungsschwankung. Sie bekamen eher größere Angst vor dem Krieger. Wer wusste, auf welche Gedanken er im nächsten Moment kommen könnte.
      Darawesch ließ einen Barbier herschicken, der dem Generalen eine gepflegte Erscheinung herrichten sollte.
      Der ältere Mann fing mit seinen Kopfhaaren an. Arsan konnte erkennen, dass seine Hände zitterten. Das lag wohl einerseits an seinem Alter aber auch gleichzeitig daran, dass er die Haare von dem Ahriman frisierte.
      Anschließend glitt er mit einem feinen Rasiermesser über seine eingeölten Wangen und zum Schluss über sein Kinn.
      Der Perser starrte zufrieden sein Spiegelbild an - dankbar dafür, dass die ganzen Vorbereitungen endlich zu Ende waren.
      Auch Darawesch war glücklich, dass sein Herr endlich eine würdevolle Erscheinung trug. Sein Gesicht wirkte jetzt viel jünger.
      ,, Die königliche Familie wartet auf dich", erklärte ihm der Offizier, ,, zum Mittagessen.''
      Arsan rollte mit den Augen. Natürlich taten sie es nicht, das war doch sowas von offensichtlich. Er verschwand nicht, warum er trotzdem mit denen speisen musste. Schließlich war er ihnen nicht, wirklich gar nichts, schuldig.
      Es war jedoch unmöglich gewesen, gegen Darawesch anzukämpfen, weswegen er sich anziehen ließ.
      Diesmal trug er eine feine dunkelrote Toga, die an den Seiten mit goldenen Linien verziert war. Da es warm war, sorgte er dafür, dass seine Schulter etwas offen gelassen wurde, damit seine Haut jede kühle Brise einfangen konnte, die an ihm vorbeiflog.
      Arsan glitt durch seine Haare - es war unüblich, da er an seine langen Strähnen gewöhnt war.
      ,, Ich hoffe, ich habe nicht allzu lange auf mich warten lassen, Eure Hoheit", erwiderte der Krieger höflich, nachdem er das Speisesaal erreichte. Er nahm sich einen freien Platz - direkt gegenüber der Königstochter.
    • Mairi von Kyrene
      Beinahe eine Stunde lang hatte Mairi sich einen Vortrag ihres Vaters anhören müssen. Wie eine gute Prinzessin schwieg, und nur das tat was von ihr verlangt wurde. Außer das hübsch aussehen, das sollte sie doch am besten einstellen, solange Fremde bei ihnen unterkamen. Auch ihre Mutter gab ihr den Ratschlag, sich doch die nächsten Tage etwas zurück zu nehmen, und sich schlichter zu kleiden. Mit dem Wort schlichter konnte Mairi jedoch herzlich wenig anfangen. Sie war kein schlichter Mensch, sie wollte das alles perfekt war. Oder der Perfektion zumindest nahe kam. Sie würde wegen einen persischen General nicht beginnen, sich schlichter zu kleiden. Da würde es einfacher werden ihm aus dem Weg zu gehen.
      Nachem Mairi all dies über sich ergehen lies, spazierte sie noch ein wenig durch das Schloss. Zumindest sagte sie dies ihren Eltern, eigentlich begab sie sich nur zu ihrem Bruder, der wach und etwas verängstigt in seinen eigenen Gemächern war. Er zuckte schlimm zusammen, als seine Türe geöffnet wurde, war dann aber umso erleichterte, dass seine Schwester - unbeschadet- herein kam.
      Sie erzählte ihm noch lange Geschichten über die Götter, bevor er und dann irgendwann auch sie einschlief.

      Am nächsten Morgen wachte Mairi mit den Sonnenstrahlen auf. Ihren kleinen Bruder lies sie noch schlafen, während sie eine Dienerin schickte ihr doch neues Gewand zu organisieren. Mairi wollte es vermeiden den Mann aus seinen Schlaf zu wecken, und vermutlich wollte das auch die Dienerin. Sichtlich erleichtert kam sie zurück, und berichtete, dass er schliefe wie ein Stein. Mairi nickte leicht, und vielleicht hätte sie doch in ihre Gemächer sehen sollen. Wie er wohl aussah, wenn er schlief?
      Die Dienerin half Mairi dann sich umzukleiden, und anstatt ihres weißen Kleides, trug sie nun ein hellblaues, das der Farbe ihrer Augen glich. Ihre Schultern lagen frei, und wurden nun extra von einen durchsichtigen Tuch bedeckt, das leichter war als es eine Feder je hätte sein können. Ihre freien Arme zierten schön gestaltete Goldreifen, die in der Sonne noch mehr glänzten. Und ihr Haar wurde fein hochgesteckt, und darin verteilte die Dienerin blaue Perlen aus Glas, die bei jeder bewegung glitzternden. Ihr Vater hatte sich sicherlich etwas anderes vorgestellt, und ihre Mutter würde die Augen verdrehen, wenn sie merkte, dass sie nicht auf ihre Anweisungen gehört hatte, aber das weise Kleid vom Vorabend war schon das schlichteste gewesen, das Mairi vorweisen konnte und das hatte nun auch nicht sehr viel gebracht.

      Bis zum Mittag ging Mairi ihren Pflichten nach. Das bedeutete im Grunde nur, dass sie den Göttern Opfer erbrachte, und sich mit dem ein oder anderen Priester unterhielt. Ihre Mutter hatte beschlossen ihr noch einen Edelmann vorzustellen, doch dieser war ermüdend. Vor allem wenn Mairi es mit dem perischen General verglich, und seine dreiste und schamlose Art. Sie konnte gar nicht anders, als die beiden Männer miteinander zu vergleichen. Die Prinzessin war froh, als sie diese Unterhaltung beenden konnte, und schlich sich in ihren geliebten Rosengarten. Sie hoffte dort auf Erato zu treffen, doch ihre Freundin war nicht zu finden. Sie trafen sich immer in diesen Garten, leider machten die beiden selten eine genauere Zeit aus, weswegen es doch gelegentlich dazu kam, dass die beiden sich verpassten. Mairi beschloss einfach es noch einmal nach dem Mittagessen versuchen.
      Ob Ahriman zu diesem erscheinen würde? Die erste Mahlzeit des Tages hatte er immerhin getrost ausgelassen.

      Wenn dieser Mann noch länger auf sich warten lies, würde Mairi vor ihren vollen Teller verhungern! Sie war kurz davor, einfach anzufangen, als sie die bestimmten Schritte vernahm. Sie sah sich nach den Schritten um, und doch hatte der General sich dazu herabgelassen zu erscheinen. Das warten hatte sich gelohnt, und Mairi betrachtete den Mann so unaufällig wie es ihr möglich war. Ihre wurde es deutlich erleichtert, als er sich vor sie setzte. Seine Haare waren kürzer und auch der Bart fehlte. Wie Mairi es erwartet hatte, wirkte er nun wie ein attraktiver Adeliger. Nicht mehr ganz so verwegen, doch auch seine frische Erscheinung, schadete seiner drohenden Aura nicht.
      Ihr Blick wanderte weiter, zu seiner freien Schulter, die so wenig zeigte. Und dennoch erinnerte sie sich, an seinen Oberkörper in den schwachen Kerzenschein. Bei den Gedanken erötete Mairi etwas, weswegen sie ihren Blick senkte, bevor es zu auffällig wurde.
      "Nein, Ihr kommt gerade richtig, General", erwiederte Lisias dem es offensichtlich nicht gefiel, dass dieser Mann gegenüber seiner Tochter Platz nahm. Nun, zumindest war es besser, als direkt neben ihr. "Bedient Euch doch bitte", meinte der König dann, und die Diener luden dem König seine liebsten Speißen auf. Mairi griff als erstes nach den frischen Feigen. Ihr war es zu warm, um gekochte Gerichte zu verzehren.
      "Die Dienerschaft hat den ganzen Vormittag damit verbracht, Euch eigene Gemächer zu richten. Nach dem Essen kann die Dienerin die ich Euch zur Seite gestellt habe, gerne den Weg zeigen. Wenn Ihr noch etwas benötigt, zögert nicht es mitzuteilen", verkündete der König. Er war noch immer nicht sonderlich erfreut, darüber das ein Mann in den Gemächern seiner Tochter genächtigt hatte. Und wer wusste, was dieser getan hatte, als sie ihn durch das Schloss geführt hatte.
      Mairis Lippen zierten in der Zeit ein lächeln. Sie hatte ihren Vater wirklich sehr verärgert, und es war zu lustig, was er nun alles versuchte, obwohl es doch schon zu spät war. Nachdem es eine Weile still war, richtete sich Mairi selbst an den Gast, den hier eigentlich keiner haben wollte. "Habt Ihr denn in meinen Gemächern gut geschlafen?"
      Ihr Vater blickte sie böse an, und Mairi setzte einen entschuldigend Blick an. Es gehörte sich doch zumindest, das man nach so etwas fragte. Ihr Vater schien es eindeutig nicht zu tun, Eftychios würde es sich niemals trauen, und ihre Mutter gehorchte dem König ohne selbst über etwas nach zu denken.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Arsan | Ahriman


      Er hörte amüsiert dem König zu. Wie er verkrampft versuchte, ihn von seiner Tochter abzulenken.
      Und das noch mit der Dienerin von gestern...
      Arsan war zu sehr mit der Prinzessin beschäftigt gewesen, sodass er die besagte Bedienstete gar nicht betrachtet hatte. Oder überhaupt das Interesse hatte, sie zu mustern.
      Er verteilte auf seinem Teller eine gebratene Hähnchenkeule und eine bestimmte Menge des Reises. Seine Ellenbogen stützte er an der Tischkante ab. Der General hatte nicht vor, irgendwelche Manieren aufzuzeigen. Zumal sie ihm im Kindesalter sowieso nicht beigebracht wurden.
      Warum sollte er sich auf eine bestimmte Weise verhalten, nur damit sich verwöhnte Adlige nicht unwohl fühlten? Das ergab doch keinen Sinn.
      Demnach nahm er sich mit seinen Händen die Keule empor und biss von dieser genüsslich ab. Währenddessen trank er vom Wein und kostete zwischendurch den Reis. Die Speisen waren köstlich, das stand außer Frage. Sie waren etwas ungewohnt gewürzt für ihn, sodass er sich erstmal an deren Geschmack gewöhnen musste.
      Nachdem er das ganze Fleisch durchgekaut hatte, ließ er den Knochen auf seinem Teller fallen.
      Er nahm ein Tuch entgegen und machte sich sauber.
      Arsans Verhalten zeugte auch von einem gewissen Akt der Rache - gegen den König, dafür, dass er seine Tochter von ihm fernzuhalten versuchte.
      Lisias hatte das vollkommene Recht dazu, schließlich ging es ihm um die Sicherheit seiner Tochter. Doch diese Tatsache juckte den Perser wenig. Er wollte, dass sie diesmal auch ihm das neue Gemach zeigte.
      „ Ich hatte schon seit einer Ewigkeit nicht mehr so gut geschlafen“, erwiderte er verschmitzt und guckte ihr direkt in die Augen.
      Mein Gott, sie war wunderschön. Er verstand den König wirklich nicht. Wenn er nicht wollte, dass sein Interesse an ihr größer wurde, wieso erlaubte er ihr, sich so zu kleiden? Sogar Zeus würde auf dem ersten Blick ihr verfallen, ohne die Hilfe Eros. Es war demnach nicht überraschend, dass der General sie mit jagenden Augen bestaunte. Er war doch auch nur ein Mann. Ein junger Mann, der seit einer Weile nicht mehr die fleischliche Lust verspürt hatte.
      „ Es roch nach Blüten und ich konnte nicht anders und musste ständig an...“, er machte absichtlich eine kurze Pause, „ an Gärten denken.“ Natürlich würde sie wissen, was genau er sich vorgestellt hatte. „ Es ist eine angenehme Ablenkung nach einer Ewigkeit in einem Ort zu schlafen, das nicht durchtränkt von Tod ist.“ Er nahm den Kelch entgegen und trank einen großen Schluck, während er zu ihr schielte.
      Arsan sorgte bewusst dafür, dass die Familie ihn noch mehr hasste als sie es schon tat.
      „Und Sie? Wie haben Sie geschlafen, Prinzessin Mairi?“, er betonte die letzten beiden Wörter und grinste entzückt.
    • Mairi von Kyrene
      Über seine Tisch Gepflogenheiten konnte Mairi nur den Kopf schütteln. Ihr Vater betrachtete ihn angewidert, und ihre Mutter blickte extra in eine ganz andere Richtung. Eftychios war neidisch. Im war nie erlaubt gewesen so zu essen. Dabei schmeckte so alles bestimmt viel besser!
      Doch der General sollte tun, was ihm gefiel. Keiner aus der Königsfamilie würde ihn davon abhalten können, und das Wort gegen einen Eroberer zu erheben war gefährlich. Mairi hatte sich schon am Vorabend in sehr gefährliche Gewässer bewegt, die ihr doch mehr spaß bereiteten, als wenn sie ihn hier auf manieren hinweisen musste. Das konnte auch seine Linke Hand erledigen, wenn sich dieser das übaheupt traute.
      Die Tatsache, dass er zumindest behauptete, dass er gut geschlafen hätte, erfreute Mairi tatsächlich. Sie hatte allerdings auch kaum etwas anderes erwartet. Sie hatte viel arbeit daran gesteckt, dass man sich in ihren Gemächern entspannen konnten. Die Düfte taten dafür nur einen kleinen Teil bei. Sie hatte die besten Stoffe für ihr Bett kommen lassen, die feinsten Leinen und Seiden, und war darauf bedacht, das alles einen Platz hatte, an dem man sich doch am wohlsten fühlen konnte.
      Er blickte ihr direkt in die Augen, und sie fing seinen Blick zu gerne auf. Sie merkte wie er Herz wieder ein wenig schneller in ihrer Brust schlug, und als er eine kurze Pause einlegte, musste sie für einen Moment ihren Blick abwenden, um ihre Gedanken nicht zu offensichtlich zur Schau zu stellen. Er hatte sicherlich keine Sekunde an irgendwelche Gärten verschwendet, doch darauf würde sie viel lieber eingehen, als auf die nicht wirklich gut versteckte Andeutung. "Wir besitzen einen wunderschönen Rosengarten, ich kann nur empfehlen, dass Ihr diesen einmal besucht." Sie konnte sich diesen Mann nur schwer bei ihren geliebten Rosen vorstellen. Dafür fiel es Mairi um so leichter sich ihn am Nahegelegenen Übungsplatz vor zu stellen. Er war sicherlich kein Mann, der aufhörte zu trainieren, sobald die ersten Schlachten gewonnen waren. Vielleicht würde sich doch bald die Gelegenheit ergeben, dass Mairi ihn bei seinen Übungen beobachten konnte. Wenn sie mit Erato im Pavillion saß, konnte man den Übungsplatz immerhin gut überblicken. Ihrer Freundin würde dies bestimmt auch gefallen.
      Auf seine Frage musste Mairi leicht lächeln. Er hatte ihre letzten Worte also doch noch sehr gut wahr genommen. Und der General hielt sich anscheinend auch an ihren Wunsch. Hm, ob er ihr auch andere Wünsche erfüllen würde? Einen Versuch wäre es wert, doch das würde seine richtige Zeit finden.
      "Oh, ich kann mich nicht beschweren", meinte Mairi leichthin, und sah kurz zu ihrem Bruder. Da sie sich um ihn hatte kümmern können, und nicht ihren eigenen Gedanken nachhing, war es schlussendlich doch recht gut gegangen. Natürlich war es etwas anderes, als in ihren eigenen Gemächern, doch es war nur für diese Nacht gewesen. Falls der General sich nicht dafür entschied, ihre Gemächer gänzlich zu beziehen, weil ihm seine eigenen nicht so gut gefielen.
      Lisias räusperte sich. Irgendetwas musste er doch unternehmen können, oder? Ein weiteres Gespräch mit seiner Tochter, hatte wohl wenig Sinn. Vielleicht schickte er sie in einen Tempel der Göttin Artemis. Wenn sie Priesterin war, würde er sie zwar nicht verheiraten können, doch sie wäre zumindest weg von den lüsternen Augen des persischen Generals. Er würde es später sicherlich noch mit Daphne bereden. "Wir haben uns die freiheit genommen, Eure Willkommensfeierlichkeiten auf Morgen zu verschieben. Da wir erst in zwei Tagen mit Euch gerechnet haben, können wir die Vorbereitungen nicht schneller abschließen..."
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Arsan | Ahriman

      Er stützte den Kopf auf seinen Händen ab, die er aufeinandergedrückt hielt. Seine Augen glitten über ihre hochgesteckten Haare, dem blauen Gewand, das viel zu gut ihre Augen betonte. Und die leuchtenden Perlen, die ihren Haupt zierten, ließen sie überirdisch wirken.
      Arsan wäre nicht überrascht gewesen, wenn es sich bei ihr um eine Göttin handeln würde, doch das war sie ja nicht.
      Vielleicht zog sie ihn genau deswegen an.
      Ihr Vater dahingegen gab sich Mühe, diese perfekte Idylle zu zerstören. Langsam fing er an, ihm auf die Nerven zu gehen. Der Perser wollte mit der Schönheit reden und nicht mit ihm. ,, Das war doch nicht nötig", erwiderte er Lisias. Seine Worte klangen glücklicherweise emotionslos genug, sodass man keine Drohung in diesen wahrnahm. Vielmehr war es seine Gleichgültigkeit, die er verdeutlichte. Er war absichtlich mehrere Tage früher eingereist, um auf die Willkommensfeier zu verzichten. Doch dieser alte Sack wollte es anscheinend nicht lassen. Seine ganzen Mühen waren wohl umsonst gewesen! Was wollte die Königsfamilie mit diesem Fest überhaupt beweisen? Dass sie zuvorkommend zu ihren Erobern waren? Wie lächerlich.
      Arsan wollte sich wieder der Prinzessin widmen, doch in diesem Moment kam Darawesch rein. ,, Eure Hoheit", er beugte sich sittsam vor dem Herrscher vor, bevor er auf seinen eigenen Herrn zusteuerte.
      ,, Es gibt Probleme in der Stadt... mit den fremden Soldaten", flüsterte er leise in sein Ohr, sodass die restlichen Anwesenden ihn nicht hören konnten. Der Kiefer des Generals verhärtete sich. Er hatte nicht einmal einen Tag in dieser Stadt verbracht und schon keimten sich die ersten Probleme auf! Er seufzte. ,, Meine Pflicht ruft mich wohl", gab er der speisenden Königsfamilie kund, ohne dabei seine Miene zu verziehen. Nachdem er sich von seinem Platz aufrichtete, blickte er einmal auf die Königstochter. ,, Ich hoffe sehr, diesen besagten Rosengarten zu sehen", entgegnete er ihr lächelnd. Mit dir zusammen - ergänzte Arsan in den Gedanken. Er wollte dem König einen Anfall ersparen, weswegen er diese Aussage bei sich beließ. ,, Wenn Sie mich entschuldigen...", zum letzten Mal blickte er jeden am Tisch an, sogar den Kronprinzen, der sich ihm gegenüber besonders scheu verhielt.
      Zusammen mit Darawesch verließ er den Speisesaal und letzten Endes auch den Palast. Die Pferde waren für die beiden Männer schon vorbereitet worden, sodass sie nicht langen warten mussten. Da das Stadtzentrum nicht weit entfernt lag, dauerte es nicht lange, bis sie dieses erreichten. Nachdem er ankam, steuerte Arsan sofort auf das Gebäude zu, vor welchem er gehalten hatte.
      Sein Pferd überreichte er einem Diener, der mit einem gesenkten Blick ihm entgegenkam.
      Das Haus war nicht besonders groß, aber auch nicht allzu klein. An der äußerlichen Gestaltung konnte man jedoch erkennen, dass es ein angesehenes Anwesen war. Seit heute Morgen wurde dieser Ort als das zukünftige ... wie sollte er sagen... Verwaltungshaus ausgesucht, wo sich die meisten seiner wichtigsten Soldaten aufhielten. Der Perser war sich sicher, dass er neben dem Palast hier die meiste Zeit verbringen würde.
      Da seine Truppe recht groß war und er alle seiner wichtigen Kameraden nicht im Palast verteilen konnte, fand er diese Idee durchaus gut.
      Es dauerte nicht lange, bis er die ersten unzufriedenen Stimmen aus der Eingangshalle wahrnahm.
      Einige seiner Soldaten - er konnte sie an deren Rüstung erkennen - hielten zwei weitere Männer auf den Boden gedrückt.
      Nachdem sie ihren Generalen erblickten, beugten sie sich leicht vor. ,, Ahriman, das sind sie", ergänzte einer von den.
      Es war Farnah - der älteste Sohn von Darawesch. Trotz seines jungen Alters, er war erst 17, nahm er an den Eroberungszügen mit seinem Vater teil.
      Arsan vergaß durchgehend über das eigentliche Alter seines Offiziers und erst, wenn er jedes Mal seinen Sohn erblickte, wurde es ihm klar. Eins musste man gestehen - Darawesch wirkte viel jünger auf den ersten Blick und niemand, der ihn persönlich nicht kannte, würde ihm 38 Jahre geben. Nur die leichten grauen Haare, die sich gut versteckt hielten, verrieten ihn manchmal.
      Der General nickte Farnah zu und blickte dann ihn die unzufriedenen Fratzen der Verbrecher. Sie waren Garamanten gewesen.
      Arsan hatte viel über sie gehört - am meisten von Darawesch. Nachdem Kyrene den Krieg verloren hatte, nutzte dieses Wüstenvolk diese Gelegenheit aus. Sie hatten sich in den vergangenen Monaten immer mehr in der Stadt ausgebreitet. Sogar einen eigenen Bund an Soldaten gegründet. Sie verhielten sich, als wären sie selbst Eroberer gewesen. Arsan hatte sich einige Geschichten angehört.
      Endlose Vergewaltigungen von Frauen, ständige Ausraubung der einfachen Menschen. Kurz gesagt, aus denen hatte sich eine kriminelle Gruppierung gebildet. Seine Ankunft hätte für sie eigentlich ein deutliches Zeichen werden sollen, dass sie in das Loch zurückkehren sollten, aus welchem sie rausgekrochen waren. Doch anscheinend verstanden sie eine höfliche Drohung nicht. Man musste immer handgreiflich werden. So waren die Menschen nun mal. Und heute hatten diese Garamanten den Mut gefasst, sich mit einigen seiner Soldaten anzulegen. Wer sowas tat, forderte auch gleichzeitig ihn selbst raus. Arsan kniete sich zu einem von ihnen runter.
      ,, Bist du unser mutiger Soldat?", fragte er ihn aufgebracht nach, während er sein erbärmliches Gesicht näher zu sich zog.
      Die nächsten Stunden verbrachte der Perser damit, die beiden Gefangenen zu schinden, das konnte er nämlich wirklich gut, um aus denen Informationen rauszupressen, die er benötigte. Auf diese Weise hatte Arsan erfahren, wer der Oberhaupt dieser ganzen Bande war - Idder, so hieß er und war logischerweise auch ein Garamante.
      ,, Sagt eurem Anführer, dass er seinen Hintern nehmen soll und aus dieser Stadt verschwinden", zischte er sie an. Nachdem er sein Ziel erreichte, ließ er die beiden Dreckskerle mit verunstalteten Gesichtern sein Revier verlassen.
      Die folgende Zeit verbrachte er damit, weitere Angelegenheiten mit seinen Soldaten und Darawesch zu klären. Es ging ebenfalls um politischen Kram. Er musste schließlich für die Sicherheit der Stadt sorgen.
      Nachdem seine Pflichten zu Ende waren, kehrte er in den Palast zurück. Er war wütend gewesen. Auf diese Garamanten, die dreist genug waren, sich während seines Aufenthalts solche Spielchen zu erlauben. Er war wütend auf Kyrene. Doch am meisten war er aufgebracht auf Lisias. Arsan wollte ihn nicht einmal als einen König bezeichnen. Er war ein Trottel, der ein friedliches Leben in seinem Palast führte, während unter seiner Nase seine Stadt und sein Volk von irgendwelchen dahergelaufen Fremden ausgebeutet wurden.
      Solche Menschen wie er hatten noch Nerven, einen Moralapostel zu spielen und ihn für seine Natur zu verurteilen. Worauf hatte dieser Herrscher die ganze Zeit nur gewartet? Auf ihn? Hatte er gehofft, dass ein persischer Eroberer auf einem weißen Pferd auftauchte und sein Reich rettete?!
      Genau das war der Grund, warum er sich auf dieses Theater nicht einlassen wollte. Mit schweren Schritten lief er durch die Gänge.
      Als er hinausstarrte, konnte er einen Garten erkennen. Das musste wohl der besagte Ort der der Prinzessin sein.
      Er bewegte sich zu diesem. Die einzigen Menschen, die er erblicken konnte, waren einige Bedienstete, die flüchtig durch die Gegend liefen. Die Dämmerung war schon angebrochen und mann erkannte, wie die letzten Sonnenstrahlen den Ort bedeckten.
      Die Königstochter war sicherlich schon weg. Er seufzte. Und was sollte er jetzt machen?
      Arsan näherte sich näher den Blumen und begutachtete sie. Er streckte seine Hand aus und erlaubte sich, eine weiße Rose zu pflücken, die er im gleichen Moment zu seiner Nase führte, um ihren frischen Duft einzuatmen.

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    • Mairi von Kyrene
      Das Essen wurde direkt wieder langweilig, als der General gehen musste. Vorsichtig blickte sie ihm nach, und versuchte dabei der Aufmerksamkeit ihres Vaters zu entgehen. Was er wohl für Verpflichtungen hatte? Mairi war neugierig, und sie würde sicherlich darauf zusprechen kommen. Irgendwann, wenn sich die Zeit dafür ergab. Und vor allem, wenn sie nicht dem strengen Blicken ihres Vaters ausgesetzt war.
      "Darf ich auch so essen?", fragte Eftychios, als der Mann außer Hörweite war. Mairi musste ein wenig schmunzlen, und ihre Mutter schüttelte nur den Kopf. "Ganz sicher nicht. Das ist das Verhalten eines schlecht erzogenen Soldaten. Du bist der Kronprinz!", meinte Daphne nur und Eftychios musste ein wenig seufzen. Dafür war er an der Reihe einen bösen Blick zu kassieren. Er war vielleicht der Kronprinz, doch was brachte ihm das unter einer Besetzung? Er wäre auch lieber ein General, das wäre zumindest aufregender, als jeden Tag über alten Schriften zu sitzen, und die Geschichte Kyrenes Auswendig zu lernen, oder sich die Gesetzte merken zu müssen.
      "Habe ich dich nicht gestern Gebeten, dich zurück zu halten, Mairi?", begann dann wieder ihr Vater. Mairi sah zu ihrem Vater, und lies ihr Essen stehen. "Ich halte aber nicht viel von dieser Bitte. Außerdem habe ich keine Kleidung die Ihr als schlicht bezeichnen würdet!"
      Ihr Vater hatte immer genauso viel Wert darauf gelegt, dass Mairi schön aussah, wie sie selbst. Sie sollte Männern gefallen, das war ihre Aufgabe um eine gute Partie abzubekommen. Als Prinzessin würde sie dies ohne hin, doch so würde die Auswahl einfacher, und größer. "Außerdem läuft nicht nur der General im Palast herum", versuchte Daphne die Lage etwas zu entspannen. "Ich habe ihr heute einen netten Edelmann vorgestellt!" Daphnes Worte schienen Lisias nur wenig zu besänftigen, zumindest so weit, dass er nicht noch eine Predigt für Mairi ansetzte.
      "Ich werde Eftychios zu seinem Training begleiten", meinte Mairi dann, weil sie weg wollte und sie hoffte Erato zu treffen. Der junge Kronprinz begann zu strahlen, und stand ebenfalls schnell auf. "Heute ist der Bogen dran", erzählte er aufgeregt und Mairi lächelte ihn an. Zusammen verließen sie dann den kleinen Saal und ließen ihre Eltern zurück.
      "Ich sollte sie zu den Priesterinnen schicken!", begann Lisias als seine Tochter ihn nicht mehr hören konnte. Daphne schüttelte nur leicht den Kopf. "Das wäre keine schlaue Entscheidung, du hast doch auch deine Pläne." Außerdem wollte die Königin nicht ihre einzige Tochter missen. Der Palast war sowieso schon so leer, und mit so wenigen Kindern besetzt. Ihre Kinder lagen der Königin wirklich am Herzen.
      "Dann wird sie zumindest nicht mehr mit uns Essen, dann wird dieses Monster nicht mehr so viele Gelegenheiten haben, sie so zu betrachten."
      Wenn Lisias nicht der König wäre, hätte Daphne leise geseufzt und ihren Kopf geschüttelt. Mairi hätte es getan, sie war viel zu frech geraten, aber Daphne konnte das nicht tun.

      Mairi stand am Rand des Übungsplatzes und beobachtete ihren kleinen Bruder, wie er versuchte eine Scheibe mit seinen Pfeilen zu treffen. Es war mehr lustig als beeindruckend, doch Mairi lies dies nicht ganz so durch blicken. Sie wollte ihren kleinen Bruder nicht unbedingt verunsichern. Irgendwann würde er das sicherlich besser können.
      Lange musste Mairi sich dieses Spektakel jedoch nicht mehr antun, denn von hinten wurden ihre Augen zu gehalten. Sofort schlich sich ein Lächeln auf ihre Lippen. "Erato", grinste sie und die Hände wurden von ihren Augen genommen. "Wie hast du das nur erraten!", theatralisch griff sich Erato an die Stirn, als Mairi sich zu ihr wandte. "Vielleicht haben die Götter mir doch eine Gabe geschenkt", lachte Mairi ein wenig. "Eine Gabe, und Schönheit? Womit wurdest du nicht gesegnet?" Einen klugen Vater, dachte sich Mairi, doch sie sagte es nicht.
      "Lass uns ein wenig spazieren gehen", schlug Mairi dann vor. Ihr brannte es auf der Zunge Erato von den Geschehnissen des letzten Abends zu erzählen. Erato nickte leicht, und bot Mairi dann grinsend ihren Arm an, welchen die Prinzessin gerne annahm.
      "Der persische General ist gestern eingetroffen", begann Mairi dann ihre Erzählung. Umso mehr sie erzählte, umso größer wurden Eratos Augen.
      "Er hat in deinen Gemächern geschlafen? Und du bist einfach gegangen? Mairi!", begann sich Erato zu beschweren. "Wäre ich dort geblieben, dann hätte er sicherlich noch mein Blut getrunken." Erato kam ins Schmunzeln. "Er hätte sicherlich mehr getan, als nur dein Blut getrunken", grinste sie weiter vor sich hin und blieb stehen, um Mairi wie der General es getan hatte, über ihre Schlüsselbein zu streichen. "Aber das hätte ihn keiner übel nehmen können. Du sahst gestern wundervoll aus. Und heute noch mehr. Möchtest du ihn etwa den Kopf verdrehen?"
      Mairi schob Eratos Hand weg, und legte den leichten Stoff wieder darüber. Vielleicht wollte Mairi das, zumindest hatte sie nichts dagegen, wenn er sie betrachtete. Das gründete wohl auf Gegenseitigkeit. Sie gab Erato jedoch keine Antwort, und sie unterhielten sich noch eine Weile, über den restlichen Tag, über das was morgen bevorstand und über lustige Geschichten, die ihnen in den Sinn kamen. Irgendwann waren die beiden in dem Pavillion gelandet, dort wurde ihnen Wein gebracht und die Bediensteten fächerten ihnen etwas frische Luft zu. "Ob es Orte gibt, an denen von sich aus am Tag schon kalt ist?", fragte Mairi dann, während ihre Blick auf den Rosen lag. "Sicherlich", Erato sah sich kurz um, und deutete dann in eine Richtung ", wenn du das Meer überkreuzt, und immer weiter in diese Richtung gehst, kommst du in Lande die beinahe das ganze Jahr von Eis überzogen sind", meinte Erato dann leichthin. "Es muss schön sein, wenn der eigene Vater ein angesehener Händler ist und man ein wenig etwas von diesen Orten zu sehen bekommt."
      "Nun, an Orten zu sein an denen kaum etwas passiert ist nicht ganz so schön. Hier allerdings schon", meinte Erato. Hier würde wohl noch jede Menge aufregendes passieren.
      Von weiten erkannte Mairi dann die Gestalt, die den ganzen Tag durch seine Abwesenheit geglänzt hatte. "Erato, ich denke der General ist zurück gekehrt", meinte Mairi, und setzte sich gleich ein wenig aufrechter hin, um ihn besser betrachten zu können. Erato tat es ihr gleich. "Oh bei den Göttern, Mairi! Dir stehen alle Männer bereit, und du suchst dir...", sie konnte ihre Worter kaum richten. "Du machst auf jeden Fall keine halben Sachen, meine Freundin." Mairi warf ihrer Freundin einen Blick zu. "Mir stehen keine Männer bereit, die mir gefallen. Sie reden immer nur von all den Sachen die sie besitzen, und von ihrer langweiligen Arbeit... Wenn sie zumindest spannende Dinge tun würden! Und dann sind sie nicht einmal halb so schön, wie sie meinen zu sein." Bei dem General schien dies doch anders zu sein.
      Mairi wank eine Dienerin zu sich, da der große Mann sie noch nicht bemerkt hatte. "Richte dem General eine Nachricht von mir aus", meinte Mairi dann und die Augen der Dienerin wurden von Furcht bedeckt, doch sie nickte. "Sage ihm, ich habe eine Überraschung für ihn, am morgigen Tag. Er solle die Festlichkeiten deswegen bitte aufsuchen." Erneut nickte die Dienerin und machte sich dann auf diese gefährliche Mission. Mairi beobachtete sie und Ahriman genau.
      "Du möchtest das wirklich machen?", fragte Erato dann sichtlich amüsiert.
      "Warum auch nicht? Was habe ich zu verlieren? Mein Vater schickt mich höchstens zu den Priesterinnen, und wie lange werde ich dort schon bleiben? Du wirst mich doch retten kommen, oder?", Mairi grinste ein wenig. Sie würde sich sicherlich keine Gelegenheit entgehen zu lassen, etwas spannendes zu erleben. Außerdem würde es ihn sicherlich ein wenig Quälen, die Festlichkeiten zu besuchen. Das hatte er wohl auch ein wenig verdient. Mairi stand dann auf, und machte sich mit Erato auf dem Weg. Sie würde nicht zu ihm gehen, und Erato musste langsam auch heimkehren.

      Ihr Laken rochen ein wenig nach dem Mann, der letzte Nacht darin geschlafen hatte, und Mairi gefiel dies irgendwie. Zumindest konnte sie sich nicht beschweren.
      Am nächsten Morgen wurde sie von ihren kleinen Singvogel geweckt, den sie zunächste ihre Aufmerksamkeit schenkte.
      Die meiste Zeit des Tages verbrachte Mairi mit ihren täglichen Aufgaben, und wurde damit bestraft, dass sie alleine in ihren Gemächern essen musste. Oh, das war eine nervige Angelegenheit, aber sie stand es durch.
      Nachdem Mairi dann ein Bad genommen hatte, traf auch Erato ein, die ihr half sich für die Festlichkeiten zu richten. Sie hatte auch das Kleid mit dabei, das extra für Mairi angefertigt worden war. Genau für diesen Anlass. Es bestand aus schöner, roter Seide, die ihren Körper wirklich wundervoll umschmeichelte, ganz anders als der feine Leinenstoff es tat. Ihr Vater erlaubte ihr heute auch nur, dieses Kleid zu tragen, da auf den Festlichkeiten einige Heiratskandidaten anzutreffen wären. Drei Männer, die nur ihretwegen angereist waren. Und das trotz der Anweseneheit der Perser.
      Erato kümmerte sich um Mairis Haare, und was hatte Mairi sich erwartet? Erato lies ihre Haare offen, und um ihre Schultern fallen, nur einige Strähnen band diese Zurück, und setzte ihr dann den goldenen Granz, mit den kleinen roten Blümchen aus Porzelan auf.
      Mit ihrer Freundin ging Mairi dann zu dem Festsaal, der schon gut gefüllt war. Viele Leute waren eingetroffen, und unterhielten sich gut miteinander.
      Ihre Mutter erwartete Mairi auch schon, und brachte sie direkt zu dem ersten Mann. Doch konnte Mairi sich kaum auf diesen konzentrieren, denn sie suchte den Saal nach einer ganz bestimmten Person ab. Ahriman.
      Er war auch wirklich kaum zu übersehen, er stach aus der Masse hervor, und während sich Mairi mit dem Mann unterhielt, der einen hohen Rang zu haben schien, sah sie immer wieder zu dem General. Sie war sich beinahe schon sicher, dass er ihre Blicke bemerkte.
      Nach der ersten Unterhaltung, wurden die außergewöhnlichen Speißen gebracht.
      Gebäcke in den seltsamsten Formen, und das Obst war so hergerichtet, dass es eher einen Kunstwerk glich, als etwas essbaren. Das große Spektakel war jedoch das große gebratene Schwein, das in der Mitte des großen Tisches aufgestellt wurde. Als es aufgeschnitten wurde, stoben aus seinen Bauch lebendige Vögel heraus, und Mairi musste zu geben, dass sie etwas erschrack. Das hatte sie nicht erwartet. Was hatte ihr Vater sich denn dabei gedacht?
      Die Menschen begannen zu essen, und Mairi wurde in Unterhaltungen mit den zwei anderen Männern gezogen. Es war regelrecht ermüdend, denn beide hatten beinahe dasselbe zu berichten.

      "Die Tänzerinnen", wurde dann von einen Rufer angekündigt, und das war wohl der Moment in dem beinahe alle Leute abgelenkt sein würden. Erato wurde ihre Mutter ablenken, vermutlich eine der wenigen hier, die sich von diesen Tänzerinnen nicht zu sehr beeindrucken lassen würde. Es könnte gut darin liegen, dass sie diese schon zu oft gesehen hatte, genau wie ihre Tochter.
      Vorsichtig bewegte Mairi sich durch die Menge, und blickte dabei zu dem persischen General. Sie blieb vor dem Ausgang stehen, und wartete so lange bis sie seinen Blick auffing, dann deutete sie ihm an ihr zu folgen und verschwand in dem Gang der von den Feierlichkeiten weg führte. In dem Gang wartete sie einige Augenblicke, um sicher zu gehen, dass Ahriman ihr auch folgte.
      Mairi begann zu grinsen, als sie ihn tatsächlich erblickte, bevor sie sich langsam in Bewegung setzte.
      "Mein Vater befürchtet, dass ich Euch gefalle", begann Mairi dann zu reden, während sie durch die Gänge ging. "Er will, das ich mich schlichter kleide. Was haltet Ihr davon?", fragte Mairi nach, und bog ab um zu dem Rosengarten zu gelangen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Arsan | Ahriman


      In seinen Gedanken vertieft, erinnerte er sich an die vergangene Nacht, an ihren Duft und ihre Haare...
      Er malte sich verschiedene Szenen mit ihr aus, die nicht von sittsamen Natur waren. Arsan hatte gar nicht die Möglichkeit gehabt, heute mit ihr ein anständiges Gespräch zu führen. Obwohl mit ihm anständig zu reden, sicherlich sowieso nicht möglich war.
      Er wurde aus seinen Vorstellungen gerissen, nachdem eine Dienerin ihn ansprach. Der Perser war sichtlich verwundert über die mitgeteilte Nachricht. Die Königstochter hoffte auf seine Anwesenheit während der Feier, weil sie eine Überraschung für ihn geplant hatte.
      Was für eine unartige Prinzessin - dachte sich Arsan vergnügt. Er drückte die weiße Rose noch enger zusammen, sodass einige Blütenblätter auf den grünen Boden fielen.
      Nachdem er seine Betrachtungen beendete, sorgte er dafür, dass einige Bedienstete ihn zu seinem neuen Gemach brachten.
      Seine frische Unterkunft war um einiges größer gewesen als die vorherige. Auch war die Luft nicht vom zarten Duft der Zistrosen geprägt.
      Es wirkte alles viel kühler. Außerdem verrieten die Dekorationen, dass dieses Zimmer für einen Mann gedacht war.
      Arsan waren diese Kleinigkeiten von keiner Bedeutung, Hauptsache er hatte einen Ort zum Schlafen.
      Natürlich war es enttäuschend, dass er nicht mehr die Königstochter ärgern könnte. Er hatte gestern aus Neugier angefangen, ihre Grenzen auszustesten. Doch warum bekam er jetzt das Gefühl, dass sie es bei ihm machte...

      Ihre hellbraunen Augen, die Bernsteinen glichen, funkelten ihn an. Sein Körper hatte sich versteift.
      Sie legte ihre Hand auf seinen dünnen Hals und drückte diesen fest zu. Er begann zu keuchen und es war wohl nur eine Frage der Zeit gewesen, bis er keine Luft mehr bekam. Seine Beine zappelten verzweifelt umher, doch es war hoffnungslos. Er war viel zu klein, viel zu zierlich, um sich verteidigen zu können. Sein Herz raste vor Furcht. Angst, das war etwas, was er immer in ihrer Nähe verspürte. Doch diesmal war es anders. Sein ganzer Körper zitterte, weil er sich sicher war, dass es die letzten Atemzüge seines Lebens waren.
      Er beobachtete, wie sich ihr Aussehen veränderte. Auf ihrem Hals bildeten sich dunkelgrüne Schuppen, die auch gleich ihr Gesicht erfassten.
      Sie öffnete ihren Mund, aus welchem lange und spitze Eckzähne rausragten. Im nächsten Moment verspürte er einen schmerzvollen Stich auf seiner Schulter. Er beobachtete, wie sie sein Blut saugte.
      Panisch blickte er umher. Er brauchte irgendetwas, was ihn retten könnte. Irgendetwas...

      Schweißgebadet wachte Arsan auf, während seine aufgerissene Augen die Decke anstarrten.
      Er hatte im Gemach der Königstochter wohl viel zu gut geschlafen, sodass er beinahe vergessen hätte, dass Alpträume bei ihm am Tagesplan waren. Jetzt wurde er wieder daran erinnert.
      Darawesch war überrascht, als er seinen Generalen am Morgen aufgewacht vorfand.
      Heute musste sein Herr am Frühstück teilnehmen. Das hatte er sich vorgenommen gehabt.
      Arsan selbst wies keine Gegenwehr auf. Solange er ihr hübsches Antlitz erblicken konnte, wäre er nicht dagegen.

      Er wurde jedoch schnell enttäuscht. Die Prinzessin war nicht am Esstisch. Es war wohl nicht allzu überraschend gewesen. Diese Versuche Lisias waren aber trotzdem lächerlich. Er musste nicht einmal sie jagen, sie kam ja selbst zu ihm. Arsan musste verschmitzt grinsen, als er daran dachte.
      „Fühlt sich die Prinzessin denn nicht gut?“, fragte er in einem besorgten Ton die Königin nach. Richtig. Die Frau des Herrschers, die sich immer viel zu sittsam verhielt und sich wahrscheinlich erst ein Wort erlaubte, nachdem sie sichergehen konnte, dass es ihren Ehemann nicht verärgern würde.
      Wie er erwartete, antwortete sie, als sie dem König einen kurzen Blick schenkte.
      „ Ja, sie fühlt sich nicht besonders gut und ruht sich deswegen aus“, erklärte die Mutter ruhig.
      Natürlich tat sie das - dachte sich Arsan sarkastisch.
      „ Dann wünsche ich ihr eine schnelle Genesung“, erwiderte er mit einem breiten Lächeln.
      Verunsichert nickte Daphne nur.
      Der Perser widmete sich anschließend dem Essen.
      Er blickte zum Kronprinzen, da diesmal er gegenüber ihm saß. Arsan versuchte sich an seinen langen Namen zu erinnern...Efy...Efys... Es war doch irgendetwas in dieser Richtung.
      Er musste innerlich lachen, nachdem er die Angst in den Augen des Jungen ablas. Aus ihm würde sicherlich ein armseliger König werden. Genauso wie sein Vater.

      Den Rest des Tages verweilte er in seinem Zimmer, versuchte irgendeine Ablenkung zu finden.
      Es war wohl einer der wenigen Momente gewesen, wo er sich einfach nur ausruhen konnte.
      Nachdem sich der Abend näherte, ließ er sich für die Willkommenfeier kleiden. Eigentlich hatte Arsan gar nicht vorgehabt, dort teilzunehmen. Aber sie hatte ihn viel zu neugierig gemacht und er hatte wohl keine andere Wahl gehabt.
      Er trug eine schwarze Toga, die nicht besonders auffiel. Seine Kleidung war wohl viel zu schlicht gewesen für einen persischen Adligen. Doch trotzdem änderte es nichts daran, dass er am meisten unter den restlichen Anwesenden herausragte.
      Er nahm sich einen mit Wein gefüllten Kelch entgegen. Es dauerte nicht lange, bis Darawesch zu ihm dazustieß. An seinen Augen konnte er erkennen, dass ihn etwas bedrückte. „ Na los, erzähl, was ist passiert?“, fragte er ihn nach.
      „ Es geht um die Garamanten... Deren Anführer hat deine Drohung ignoriert...“ Arsan seufzte laut. Eigentlich wäre er sofort in die Stadt geritten, doch er wartete ja auf die Überraschung.
      „ Ich werde mich morgen um diese Barbaren kümmern“, antwortete der General dem Offizieren kühl.
      Er spürte, wie jemand ihn beobachtete.
      Als er in die besagte Stelle blickte, erkannten seine Augen die Prinzessin. Sie unterhielt sich mit einem Mann. Wahrscheinlich ihr möglicher Kandidat, der für ihre Hand anhalten würde. Er grinste höhnisch.
      Verräterin - schoss es durch seine Gedanken. Sie sorgte dafür, dass er auf diese Feier kam, damit er beobachtete, wie sie sich mit anderen vergnügte.
      Er wurde aus seinen Betrachtungen gerissen, als ein großes, gebratenes Schwein serviert wurde.
      Nachdem es aufgeschnitten wurde, flogen aus dessen Bauch Tauben empor. Angewidert verzog er sein Gesicht. Was hatten seine Augen so eben mitangesehen? Er musste dieses Bild erst einmal verarbeiten.
      Wenn man es schaffte, ihn zu überraschen, und das war sehr schwierig gewesen,
      dann musste es tatsächlich etwas außergewöhnliches sein.
      In diesem Fall waren es Vögel, die aus einem gebratenen Schwein flogen. Er wunderte sich, wie sie es überhaupt geschafft hatten, diese Tiere da reinzuführen.
      Nachdem er seinen Blick abwandte, fand er wieder zu der Königstochter. Mit einem zufriedenen Grinsen folgte er ihr nach, aus dem Saal. Und er war einerseits dankbar, diesen Ort verlassen zu können.
      „ Ich finde es schrecklich“, entgegnete er in einem übertrieben bedrückten Ton, „ aber die Frage ist doch, was Ihr davon hält.“ Er nahm sein Tempo zu, sodass er direkt hinter ihr stand. Das rote Gewand schmiegte sich viel zu sinnlich an ihr Körper.
      Sie kamen am besagten Garten an.

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    • Mairi von Kyrene
      Die Prinzessin merkte, wie der General näher kam. Gut, das Interesse hatte er wohl nicht verloren. "Hm? Ist es nicht offensichtlich, was ich davon halte?" Sie strich sanft über ihr Kleid. "Nichts hieran ist schlicht", sie musste ein wenig grinsen. Sobald sie den Garten erreicht hatte, und sich sehr sicher war, dass keine Ohren sie belauschen konnten, legte sie auch die gezwungenen Floskeln wieder ab.
      "Wenn du wie geplant erst morgen hier angekommen wärst, dann wäre dieses Kleid auch das erste, was du an mir hättest bewundern können."
      Was er wohl dann von ihr gehalten hätte? Die Vergangenheit konnte man nunmal nicht ändern, nun war es doch interessanter, was er überhaupt über sie dachte.
      Sie führte den General dann durch den Garten, bis sie am Pavillion ankamen. Mairi hatte einige Dinge her bringen lassen. Darunter einige Kissen, ein paar Kerzen und den besten Wein.
      "Mein Vater ist so sehr auf Traditionen bedacht, das er die offensichtlichen Dinge, ganz schnell übersieht. Niemand kommt zu früh, und zu so einer späten Stunde an, wenn er Feierlichkeiten erwarten würde. Ich habe mir die Freiheit genommen, dich für ein paar Momente davon zu retten", sie grinste dann etwas über ihre Schulter, bevor sie sich selbst hinsetzt. "Solange die Tänzerinnen dort sind, wird es einem kaum auffallen, dass wir weg sind." Mairi goss ein wenig des Weines in die Kelche. Sie hätte wohl auch wenige Probleme länger hier zu bleiben, doch es würde ihrer Mutter und ihrem Vater auffallen, wenn beide fehlten. Die Ablenkung würde jedoch schon lang genug wehren, um dieses gefährliche Spielchen fortzufuhren. Mairi hatte gefallen daran gefunden.
      Sie musterte den General dann aus der Nähe, das war ihr den ganzen Tag über nicht vergönnt gewesen. Ob ihr Vater die nächsten Tage genauso vorsichtig sein würde? Der Gedanke gefiel Mairi wirklich nicht, und ihr gefiel es auch nicht dass sie fern von ihrer Familie speißen musste, nur weil ihr Vater sich auf etwas versteifte.
      "Außerdem wollte ich mit dir außerhalb des strengen Blickes meines Vaters sein..." Mit dem ganzen hatte sie sowieso mehrere Dinge vollbracht. Der General war zu den Feierlichkeiten gekommen, sein Fern bleiben konnte also absolut niemanden verärgern. Er wurde dadurch sicherlich etwas gequält, und Mairi kannte ihren Vater gut genug, um den General auch ein wenig für sich beanspruchen zu können. Vielleicht gefiel ihr auch einfach nicht der Gedanke, dass der Mann hier, die halb nackten Tänzerinnen anstarren würde. Es war jedenfalls im Berreich des möglichen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "