Ashen Harmony ReUp [Marien & Chaoz]

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    • Ashen Harmony ReUp [Marien & Chaoz]

      Kapitel 1:
      Trails of Ashes and Blood

      Vor 10 Jahren
      Remiel Institut, 1:26 Uhr

      Eine Ansammlung von Jugendlichen befand sich inmitten eines fad beleuchteten aschgrauen Raumes verteilt, allesamt die gleiche Kleidung bestehend aus einer weißen Hose und weißen Hemd mit einem markanten schwarzen Strich tragend. Einer der Jugendlichen, sein linkes Auge von seinem fransigen schwarzem Haar bedeckt, schaute in die Runde und verschränkte die Arme vor seiner Brust. „Filo und Jun sind auch heute wieder nicht zur vereinbarten Zeit da...“ Ein Mädchen saß auf einem Berg von Kartons, beide Arme nach hinten ausgestreckt und die Beine in der Luft baumelnd. „Mach dir nicht ins Hemd Cal, die zwei werden sicher vom Direktor beaufsichtigt und kommen deshalb nicht an den Wachen vorbei.“ Während in der Ferne, abseits des Geschehens ein Junge mit weißem Haar sichtbar wurde, der von den anderen entfernt auf dem Boden saß, ein Bein an seine Brust gezogen und das andere ausgestreckt hatte und dabei das angewinkelte Bein mit seinen Arm umschlang, erkannte man nahe des Mädchens auf den Kartons einen Jungen stehend der seine Hände in die Hüfte stemmte. „Ruri hat Recht. Viel wichtiger ist der Grund weshalb du uns zusammengerufen hast und wer dieses Mädchen neben dir ist, Cal!“ Der Schwarzhaarige Junge schaute zu den schnippischen Blonden Bengel hinauf und widmete seinem Blick danach dem Mädchen neben sich. „Sie ist unser Neuzugang. Auch sie hegt den Wunsch von hier zu fliehen und ein Leben außerhalb dieser Mauern zu leben und genau das ist der Grund weshalb ich heute alle zusammengerufen habe! Dank ihr sind wir in der Lage alle geplanten Stationen vollzählig zu besetzen und unseren Plan innerhalb der nächsten 5 Jahre, insofern wir an alle Geräte und den passenden Zeitplan gelangen, in die Tat umzusetzen!“ Ein weiterer Junge mit kurzen braunen Haar stand auf der anderen Seite vor einigen Putzutensilien und begann am Gespräch teilzunehmen. „In 5 Jahren erst? Denkst du an die Zeremonie? Inwiefern sollen wir den Tag an dem am meisten im Institut los ist für unsere Flucht nutzen?“ Der Schwarzhaarige Junge lehnte seine nach oben geöffnete Hand zur Seite und deutete somit an das Zepter an seine Begleitung weiterzureichen. „Nun, (*unverständlicher Name*) hat für uns einige wichtige Details gesammelt, was an diesen Tag wirklich stattfinden soll und warum dies der bestmögliche Zeitpunkt ist diesem Ort den Rücken zuzukehren. Würdest du es ihnen erklären?“ Als das Mädchen zu sprechen begann, schaute der Weißhaarige Junge auf und traf dabei den Blick des Mädchens, welches zur selben Zeit zu ihn sah. Was danach folgte waren blasse, dahinschwindende Erinnerungen zusammengeschnittener Bilder von Schüssen, Schreien, Blut und dem Wort `Verrat` gefolgt von einem Sturm aus roter Asche der unaufhörlich umher wütete und alle Bilder zerschmetterte, bis alles in einen vollendeten Rot dahinschwand.

      10 Jahre später

      Innerhalb eines Aschensturmes befindlich, die Gesichter von Masken beschützt, vernahm der Weißhaarige der aus seiner Trance erwachte einen Ellenbogen in der Seite erblickte jedoch an dieser bloß die dahinschwindende Silhouette einer kleiner wirkenden Person mit zierlicher Statur. Ein einfaches Seufzen entwich dem Mann, ehe er durch die Meterhohe Asche stapfte und mühsam, entgegen des starken Windes mit dem Arm vor seinem Haupt Stück für Stück vorankam. Die schier endlose Reise, nahm ein abruptes Ende als er an einer Klippe angelangten, welche sich über mehrere Meter zur Seite erstreckte und kein sichtbares Ende nach unten besaß. Als der junge Mann aus einer seiner Taschen ein Drahtseil nehmen wollte, wirbelte ein starker Zug aus Asche die Klippe empor und schoss gen Himmel. Der Weißhaarige erkannte das dies vielleicht nicht die sicherste Variante wäre um die Klippe zu überqueren und folgte dem Klippenpfad, bis er zu einem alten, leer wirkenden Bunker gelangte. Vor diesem, begutachteten er das robuste Tor aus schweren Metall und das dazugehörige Ventil um jenes zu öffnen. Ein simpler Versuch das Ventil zu drehen, endete wie zu Erwarten erfolglos, doch mithilfe eines der Messer in den Taschen des jungen Mannes, gelang es ihm den Chipkartenerkenner, der sich neben der Tür befand, auszuhebeln um die Kabel zu trennen und in einer anderen Reihenfolge neu zu verbinden. Ein dumpfes Geräusch war zu vernehmen, und die Vorrichtung lockerte ihr Schloss, sodass es nun möglich war das Tor anhand des Ventils zu öffnen. Nachdem der Weißhaarige die Tür mit voller Kraft nach außen aufdrückte und so der stürmischen Asche Eintritt gewährte, schloss er es schnellstmöglich wieder nachdem er im Inneren angelangt waren. Mit seiner freien Hand lockerte er seine Maske und entfernte sie von seinem Gesicht, bevor er sich auf die Suche nach dem Notfallgenerator machte um diesen zu aktivieren. Der Blick des Mannes wandte sich durch die Umgebung und vernahm die vollkommen verranzten doch notbedürftig gepflegten Überreste alter Möbel, sowie einer Überzahl von Spinnweben Resten und Staub in einer Ecke befindlich gelagert. Dennoch warf er seinen gigantischen Rucksack von seinen Schultern ab, und ließ sich auf die noch von einer alten Plane bedeckten Couch nieder fallen. //..Hier stimmt etwas nicht....//
      Für vermeintlich leerstehenden Bunker wirkte es viel zu ordentlich und aufgeräumt, wenn auch nicht komplett sauber. Die dumpfe Luke auf Metall ertönte und der Blick des Mannes wandte sich zu jener, bevor er ein tiefes Knurren vernahm und die Augen eines Tieres aus der Dunkelheit heraus zu ihn starrten. Aus seiner Tasche kramte er schleunigst sein Gewehr und setzte es an seine Schulter an, durch das Visier die Luke fixierend aus der jederzeit das Monster stoßen könnte. "Dachte ich es mir.. Sag schon Kätzchen, was hast du mit den Eigentümern dieses Bunkers angerichtet?"
    • Siera


      "Schau mich nicht so an! Ich weiß doch, dass du Dosenfutter verabscheust, aber bei diesem Sturm können wir nun einmal nicht jagen gehen." Dabei wusste sie selbst nicht sonderlich viel mit dieser... Masse aus etwas Bohnen und Fleisch anzufangen. Siera wusste aus Erfahrung, dass sie dieses Zeug auch mit den wenigen Gewürzen hier unten nicht sonderlich schmackhaft machen konnte und trotzdem versuchte sie es immer wieder.
      Mauz rümpfte die Nase, wärend sie die blubbernde Soße in dem kleinen Tiegel musterte, dann schaute sie sie wieder mit diesem unzufriedenen Ausdruck in den hellblauen Augen an. Siera seufzte und rührte noch einmal mit dem alten Messinglöffel durch die Brühe. Tatsächlich erkannte man kaum noch, was was sein sollte, verband sich letztendlich alles nur zu einer ekelhaften grau-braunen Masse. "Ich mag es doch auch nicht, okay? Aber wenn wir Glück haben lässt dieser Sturm morgen endlich wieder nach und wir können wieder jagen gehen, okay?"
      Noch immer schaute Mauz sie unwillig an, gab letztendlich aber ein ergebenes Grummeln von sich und setzte sich an die kleine Feuerstelle. Siera lächelte sie an. "Gutes Mädchen." Zufrieden streichelte sie über den breiten Kopf der Wildkatze, welche deutlich zu groß für ein normales Exemplar ihrer Gattung war. Nun, allerdings waren auch die drei buschigen Schwänze und die blauen leicht leuchtenden Muster in ihrem Fell ein deutlicher Hinweis darauf, dass es sich bei Mauz schon lange nicht mehr um eine normale Katze handelte.
      Gerade wollte Siera die fertig gekochte Masse in zwei kleinen Schalen verteilen, als sich Mauz plötzlich seltsam anspannte. Ihre Ohren schossen nach oben und drehten sich alarmiert in alle Richtungen. Die junge Frau kannte dieses Verhalten ihrer tierischen Freundin bereits sehr gut und wusste genau, dass es Gefahr bedeutete. Hat es etwa jemand in den Bunker geschafft?
      Darauf bedacht keinen weiteren Laut von sich zu geben, erhob sie sich aus der Hocke und schaute zu der Metallluke über ihr auf. Sie führte direkt zur großen Halle des Bunkers, von wo aus sie über das Dröhnen des Sturms nun auch Geräusche zu vernehmen glaubte. Dort war jemand, ganz sicher! Langsam umrundete Siera den Tiegel und ging auf die steile Treppe zur Leiter zu. Mauz war direkt neben ihr, die Ohren gespitzt und für jeden Kampf gewappnet.
      Noch während Siera die ersten Stufen nahm, schloss sich ihr Griff um den Dolch zwischen Gürtel und Hosenbund an ihrem Rücken. Dann sprang auch schon Mauz an ihr vorbei hoch zur Luke. Es war ihre Eigenart immer zuerst die Lage zu prüfen, bis die junge Frau folgte. Scheinbar wollte die infizierte Katze ihre menschliche Begleiterin tatsächlich beschützen. Allerdings bereitet das Siera nur noch mehr Sorgen, weswegen sie sich bemühte ihrer kleinen Freundin schnell zu folgen.
      Dieser war es bereits gelungen mit ihrem Kopf die Luke nach oben zu drücken und nun fauchte sie den vermeidlichen Eindring an. Es folgte die bedrohlich wirkende Stimme eines Mannes, zusammen mit einem metallenen Geräusch, dass Siera nur zu gut kannte. Eine Waffe! Die letzten Stufen sprang sie hinauf und drückte noch während sie die Luke weiter öffnete Mauz schützend etwas nach unten. Ein infiziertes Tier wie sie war zwar deutlich schwerer zu töten, als ein normales, aber eine Schusswaffe, könnte auch für sie unglaublich gefährlich werden. Allerdings galt das genauso sehr auch für die junge Frau, welche sich nun entsetzt einem langen Gewehrlauf entgegen sah.
      "N-nicht schießen! Bitte!" Während Siera mit erhobenen Armen langsam durch die nun vollkommen geöffnete Luke trat, schlich auch Mauz neben sie und knurrte den Eindringling an. Eben dieser schien dabei tatsächlich ein... Mensch zu sein. Aber auf Siera wirke er irgendwie nicht wie ein Bandit, vor allem da sich diese in der Regel in Gruppen bewegten und soweit sie erkennen konnte, war er neben ihr und Mauz der einzige hier drinnen. Vielleicht auch einfach nur ein Umherwandernder wie sie? Es war törischt, aber ihr Herz schlug vor Freude schneller, als sie gleichzeitig Hoffnung schöpfte in ihm einen neuen Gefährten finden zu können.
      "D-das ist Mauz und sie hat nichts mit dem vorherigen Besitzer angestellt", versuchte Siera hastig zu erklären und gab der noch immer knurrenden Katze mit einem nachdrücklichen Handzeichen zu verstehen, dass sie sich zurückhalten sollte. Sie stellte das Knurren und Zähnefletschen zwar noch immer nicht ein, aber zumindest machte sie nicht mehr den Eindruck den Weißhaarigen ihnen gegenüber direkt anspringen zu wollen.
      Sieras Blick glitt zu eben diesem zurück. Seine sonst wahrscheinlich absolut schwarze Kleidung wirkte durch die ganzen Aschereste auf ihm eher grau, seine Augen konnte sie nicht ausmachen, da das eine unter einem Verband lag und das andere hinter dem Waffenvisier verborgen war. Obwohl er scheinbar "gemütlich" auf einem der Sofas im Saal saß, war sie sich sicher, dass er deutlich größer als sie war und defenitiv auch um einiges stärker. Sollte es also tatsächlich zum Kampf kommen, wäre sie wohl aufgeschmissen. Zumindest solange dieser Kerl das Gewehr nicht runter nahm.
      "Mein Name ist Siera. Und diese Katze... nun... Ja sie ist infiziert. Aber sie tut niemanden was." Das stimmte nicht wirklich. Zwar hörte Mauz aus unerfindlichen Gründen auf Siera und folgte ihr überall hin, aber sollte sie in Gefahr sein oder ihr jemand einfach nicht in den Kram passen, verlor sie schnell die Geduld und Beherrschung. Und ein "Monster" wie sie, war alles andere als harmlos. "Wir haben hier nur mit Glück Unterschlupf gefunden und auch niemanden dafür angegriffen, geschweige denn getötet. Also: Wollen Sie nicht bitte die Waffe wieder sinken und wir reden erst einmal?" Sie versuchte es mit einem warmen und ehrlichen Lächeln. Ihr Gegenüber sollte wissen, dass sie es ernst meinte und ihm nicht schaden wollte.

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    • Den Worten der jungen Dame nur geringfügig Glauben schenkend, senkte der Weißhaarige Mann seine Waffe minimal um mit seinem grauen Auge über das Visier zu schauen, hatte jedoch noch die Katze in der Schussbahn drin. Ein strenger Gesichtsausdruck breitete sich in seiner Visage aus, sein Auge wurde schmaler und seine Mundwinkel verzogen sich leicht nach unten während der das Mädchen musterte. Sie wirkte harmlos, doch unschwer zu vernehmen nicht übel im Umgang mit Messern und somit vermutlich auch nicht ungeübt in ihrer Wurftechnik. Ihre Katze hingegen wirkte keineswegs ungefährlich und wies jegliche Symptome eines Phase Shifts auf. Die raue Stimme des jungen Mannes ertönte. "Diese Katze befindet sich bereits in einem Phase Shift. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sie vollends mutiert und sich gegen dich wenden wird... Ist dir das bewusst? Selbst wenn im Moment ihr Verstand sie davon abhält dir zu schaden, wird ihr Zorn sie irgendwann dahinraffen und dein Grab sein!" Dem gefassten Gesicht des Mädchens nach zu urteilen, wusste sie bereits über diese Gegebenheiten Bescheid und entschied sich dennoch diese Katze aufzunehmen. "Ich bin geübt im Umgang mit Kreaturen wie ihr und besitze spezielle Munition um sie mit einen Schuss zu töten. Ist dir bewusst das Ich mich hier und jetzt ihrer entledigen könnte und über dich herfallen könnte wie eine ausgehungerte Hyäne? Du solltest deine Waffen niemals beiseite legen, im Glauben jemand Gutwilliges würde in deinen Unterschlupf einbrechen und deinen Worten folgen ohne irgendwelche Hintergedanken zu besitzen." Seinen Satz jedoch damit beendend mit der Waffe senkend, winkelte der junge Mann schlussendlich ein Bein über das andere an und ließ seine Waffe auf seinen Schoss ruhen, während er die Kapuze von sein Haupt streifte und vollends sein Gesicht enthüllte. Auf seinen Oberschenkel stützte er den Ellenbogen und auf seine geöffnete Hand lehnte er das Kinn während sein Blick sie noch einmal von unten nach oben musterte. "Dein Glück das Kinder zu unterjochen nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählt. Ich will lediglich den Sturm hier ausharren und danach wirst du mich los sein also komm mir nicht in die Quere und ich werde dir keine Steine in den Weg legen. Ich werde mir ebenfalls etwas Wasser und 5 Konservendosen mitnehmen und waschen werde ich mich auch, würde dir aber davon abraten zu versuchen mich hinterrücks anzugreifen." Seine Haltung änderte sich nach seinem Monolog. Das Gewehr welches auf seinen Schoss ruhte, legte er zur Seite und aus seiner zuvor ruhenden Haltung erhob sich der junge Mann und nahm dabei seine rechte Hand in den Nacken. Sein Blick durchwanderte noch einmal die Umgebung und verharrte danach auf der Luke. Nichts atemberaubendes befand sich in der Nähe, nur ein altes Tagebuch auf einen dunklen Holztisch und diverse Gerätschaften an den Wänden verstaut. "Lacan..", entwich es ihn lediglich noch, bevor er sich in Bewegung begeben wollte um an der jungen Frau vorbeizuschreiten. "Mein Name.. Nicht das es von Bedeutung wäre."
    • Siera


      Nun, er war nicht der erste, der ihr das sagte und er würde sicher nicht der letzte Sein. Ja, Mauz war bereits in einem Phase Shift und ja, sie könnte jeden Tag komplett ihren Verstand verlieren und auch die junge Frau anfallen und dabei wahrscheinlich sogar töten. Aber es war ihr egal. Es war ihr bereits egal gewesen, als sie vor einem Jahr die infizierte Katze aufgesammelt hatte und es würde ihr auch weiterhin egal sein. Mauz hatte ihr in dieser Zeit schon dutzende Male das Leben gerettet, sie würde sie jetzt nicht einfach aufgeben, selbst wenn sie letztendlich ihr eigenes Leben dafür geben musste.
      So stellte sie sich sofort schützend vor die noch immer knurrende Katze, als dieser Kerl davon zu sprechen begann, genau die richtige Munition für Kreaturen wie sie bei sich zu haben. Doch zu Sieras Verwunderung war der Mann da auch schon dabei seine Waffe sinken zu lassen. Mehr noch: Er legte sie sogar auf seinen Schoß und schien sich zuletzt zu entspannen. Endlich konnte sie einen ungestörten Blick auf sein Gesicht erhaschen. Er dürfte nicht viel älter sein als sie, vielleicht zwei oder drei Jahre. Sein Auge war grau wie der Aschesturm vor der Tür und sein Schlohweißes Haar bildete einen krassen Kontrast zu seinen schwarzen Kleidern. Sein ganzes Aussehen schrie nach "Mysterium" und weckte umgehend Sieras Interesse.
      Allerdings war er alles andere als freundlich. "Ich bin kein Kind!", grummelte sie beinahe schmollend bei seinen Worten. "Ich bin bereits einunzwanzig, okay? Außerdem", fuhr sie mit erhobenen Finger fort. "Selbst wenn du mich 'unterjochen' wollen würdest, wer sagt dir, dass ich mich nicht auch unbewaffnet gut verteidigen kann? Und wenn du mich direkt erschossen hättest?" Sie zuckte mit den Schultern. "Dann wäre es wohl so. Es zählt das Recht des Stärkeren hier und bevor ich einen Menschen, der mir potenziell auch freundlich gesinnt sein könnte absteche, versuche ich es lieber erst mit Bürokratie." Ja, da war sie wieder, ihre unendliche Naivität und der Glauben an das Gute im Menschen. Dabei hatte sie tatsächlich unglaubliche Angst davor gehabt, getötet zu werden. Allerdings wusste sie auch, dass mauz schnell genug gewesen wäre, um ihren Tod eventuell noch zu rächen, zumindest nachdem Siera die Katze vor den ersten Schüssen beschützt hätte. Besagte Katze hatte anscheinend bemerkt, dass sich die Lage entspannt hatte und stellte endlich das Knurren ein. Doch noch immer waren ihre Lefzen leicht gehoben und der Ausdruck mit dem sie den Neuankömmling mussterte war noch immer mörderisch. Bei seinen unfreundlichen Worten hatte er das aber auch nur alzu sehr verdient.
      "Du darfst dir so viel mitnehmen wie du willst, tatsächlich habe ich da unten auch schon etwas 'gekocht'. Den Geschmack kann ich leider nicht garantieren, aber wenn du willst kannst du uns gerne Gesellschaft leisten."
      Endlich rückte er auch mit seinem Namen heraus. "Na dann, herzlich Willkommen um Sternehotel Siera, Lacan." Es dauerte nie lange, bis ihre gute Laune zurückkehrte und auch dieser weißhaarige Miesepeter, würde ihr die Stimmung nicht vermiesen können. So grinste sie ihn auf ihre Art un Weise an, während sie Mauz nach unten in den Vorratsraum scheuchte und der Katze dann folgte, während sie Lacan hinter sich herwinkte. Der Geruch von der noch immer blubbernden Bohnenbrühe hatte sich mittlerweile im ganzen Raum verteilt. Die Feuerstelle befand sich dabei inmitten des Lagers, umgeben von zwei Kissen, die Siera von oben geholt hatte, einem alten Schlafsack, alten verkohlten Baumresten für Feuer, Wasserflaschen und ihrem Bogen, wie einigen ihrer Messer und Dolche. Wenn sie im Bunker war, hielt sie sich eigentlich nur hier unten auf, eben um besser auf Eindringlinge reagieren zu können un zusätzlich geschützt zu sein. "Also, irgendwo müsste ich hier noch eine weitere Schale zum essen finden können. Du kannst es dir derweil gemütlich machen."
    • Lacan

      Die Gutmütigkeit dieses Mädchens schien grenzenlos zu sein, den Einbrecher schlichtweg anbietend soviel zu nehmen wie es bedurfte und ihn ohne Gegenleistung Unterschlupf gewährend. War es ihr Schutzmechanismus, sich unterwürfig zu zeigen damit er so schnell wie möglich wieder verschwand? Unwissend ob das Mädchen unheimlich intelligent, oder unheimlich naiv war, blieb der Weißhaarige Mann stets auf der Hut vor ihr und der Katze und folgte nur mit sicheren Abstand, die verschiedenen Messer an seinen Körper befestigt nicht erwähnend und die schmale Küchenvorrichtung begutachtend. Ein nostalgisches Gefühl legte sich in seine Brust, wenngleich sie sowohl mit guten wie auch mit schlechten Erinnerungen einhergingen und eher gemischte Gefühle in Lacan hervor riefen. Nach außen hin, ließ sich der Mann jedoch nichts anmerken und verblieb mit seinen neutralen Gesichtsausdruck der gegeben Situation entgegen sehend und zum Kochtopf laufend. Ein Blick genügte um den Zustand der Nahrung einzusehen, und der Reaktion der Katze nach zu urteilen war auch sie nicht sonderlich begeistert davon. Als die Stimme des Mädchens ertönte und sie ihn danach fragte ob er mitessen wolle, schüttelte dieser jedoch lediglich mit den Kopf und stützte seine rechte Hand gegen seine Hüfte. "Wäre vermutlich keine gute Idee, die Bohnen sind nämlich seit einiger Zeit abgelaufen. Durch die Überzüchtung sieht und riecht man sowas nicht auf Anhieb, mit ihrer feinen Nase ist das jedoch bei deiner Katze etwas anderes. Du kannst dich natürlich vom Gegenteil überzeugen wenn dir ein langer Aufenthalt auf dem Klo lieb ist, aber erst nachdem ich die Dusche benutzt habe..." Ein schelmisches Grinsen setzte sich auf die Lippen des jungen Mannes, während sich sein Blick von ihr abwandte und er sich auf direkten Wege zum Bad begab. Ob sie ahnte das er sie belog um ihre Naivität zu testen? Noch während er an ihr vorbei lief, knöpfte er seinen Mantel auf und warf diesen über einen Stuhl, sein schwarzes Shirt darunter lockernd und den Verschluss der Cargo Hose öffnend. Während er das Shirt bereits zur Hälfte über sein Haupt gezogen hatte, warf er ihr noch einmal einen kurzen Blick zu und stoppte im Übergang vom Vorratskeller zum unterirdischen Korridor. "Sag.. Gibt es eigentlich noch Warmwasser oder ist die Aufbereitungsanlage bereits kaputt? Ich kann mir nicht vorstellen das du sie gewartet hast..." Die Antwort der jungen Frau abwartend, entgegnete er ihr schlicht. "Wie auch immer, kalt oder warm ist mir beides recht." Sich noch im Übergang von Korridor zum Bad hemmungslos entkleidend, übertrat der Mann schlussendlich die Schwelle zum Übergang in die Duschvorrichtung. Ein ziemlich billig wirkender Bunker, der spärlich eingerichtet war und nicht zum Vergnügen sondern zur schnellen Säuberung diente, sogar einen Zähler besaß wie lange warmes Wasser anhalten würde. Den Knauf zur Seite drehend, überzog das Wasser die Haut des von Wunden übersäten Körpers, während sich nun auch die Augenbinde löste und ein geschlossenes Auge offenbarte. Der anfänglichen Entspannung weichend, sein Ziel in den Gedanken durchgehend, öffneten sich nun beide Augen des Mannes, das eine graue wie gewohnt und das andere in einem tiefen rot, mit schwarzer Iris, rötliche Adern entpuppend die sich über die Haut in gewisse Richtungen zogen und einen Teil der Haut bereits schwarz gefärbt hatten. Hierbei handelte es sich bereits um einer Vorstufe einer CHD Infektion die sich bereits am Körper des Mannes äußerte, jedoch noch nicht starke Züge annahm. In seinen Gedanken fortwährend an das überqueren der Schlucht denkend, überprüfte er eine mögliche Ersatzroute die ebenfalls nach Aludra führen könnte, einen Unterschlupf für diverse Childen von Mortia und die Dreh und Angelstelle für zwielichtige Aufträge. Nach einer Weile der Erfrischung, löste sich der Knauf zur Gegenseite um das Wasser zu stoppen und aus seinen Tagtraum erwachend, lehnte sich der Weißhaarige entnervt seufzend nach hinten, während ihm die nassen weißen Locken ins Gesicht fielen. "Wenigstens bin ich diesen nervigen Geruch los.." Ein Handtuch aus dem Vorratsschrank nehmend und um seinen Unterkörper wickelnd, sammelte er die Klamotten auf die er von sich abgestreift hatte und legte sie in einen Korb, welchen er mit Wasser aus seinem ziemlich ramponierten Waschbecken befüllte. Nun, da sich sein Magen ebenfalls bemerkbar machte, begab sich der Mann auf direkten Wege aus dem Bädern in den Korridor, nachdem er sich wieder seine Augenbinde umlegte, und folgte jenem in die Vorratsräume in welchen sich auf diversen Stahlregalen diverse Büchsen befanden. Die Regale ablaufend, überprüfte er einige der Büchsen, jene schüttelnd und dagegen klopfend, bevor er sich für eine von ihnen entschied und zurück zur mickrig aufgebauten Küche lief. In jener angekommen, vernahm er den Blick der jungen Frau und setzte sich an den Tisch, ein Messer, welches er stets bei sich trug obgleich er sich von seinen Klamotten getrennt hatte, in die Dosenöffnung rammend um jene aufzuhebeln. Ein enttäuschter Gesichtsausdruck offenbarte sich in seinem Gesicht als er den Geruch und die Textur des Inhaltes wahr nahm. "Eingelegte Tomaten... Toll..."
    • Siera


      Sie starrte ihn fassungslos an, als er behauptete, dass ihre kleine Bohnenmixtur verfallen wäre. Hatte sie sich denn nicht selbst vorher davon überzeugt, dass die Konservendose noch komplett verschlossen und unbeschädigt war? Außerdem hatte sie sich noch nicht gewölbt... Wie konnte der Inhalt also schon schlecht sein? Sie musterte die Brühe und dann Mauz, welche noch immer unglücklich in den Tiegel blickte. Dann sah sie wieder zu Lacan hinüber, bis sie endlich ein Seufzen ausstieß... "Ich werde es trotzdem probieren, und sollte es meinm Magen danach schlecht gehen, weiß ich immerhin den Grund." Wahrscheinlich sprach da gerade einfach nur der Hunger aus ihr. Sie wollte nicht schon wieder nach etwas essbaren suchen und es erst aufkochen, sie wollte jetzt etwas essen.
      Als er sie nach den Duschen fragte und sich wegem warmen Wasser erkundigte, schüttelte sie den Kopf. "Leider kann ich damit nicht dienen. Ich selbst bin hier auch erst vor ein paar Tagen reingekommen und hatte noch nicht wirklich die Chance dazu, mich um alles zu kümmern." Als sie dann aber zu ihm aufsah, legte sie reflexartig die Hände vor die Augen. Seit wann zog er sich denn aus? Und warum tat er es vor ihr, als wäre es das normalste in der Welt? Siera merkte, wie ihre Wangen unentwegt heißer wurden, während sie einen kurzen Blick durch die Finger riskierte und sich ihrr Augen für einen Moment an seinem muskolösen Oberköper festsaugten, bevor sie erneut beschämt den Kopf schüttelte, und in die andere Richtung schaute. Hatte sie da eben dutzende neuere und alte Wunden auf seiner Haut gesehen?
      Sie traute sich nicht, ein weiteres Mal hinzusehen und zum Glück wanderte Lacan nun auch weitere den Korridor zum Bad entlang und verschwand aus ihrem Blickfeld. Ihn schien das mit dem fehlenden Warmwasser nicht wirklich zu kümmen. Nun, in einer Welt wie der ihrer musste man halt einmal mit dem leben, was man bekam und das war gewiss nicht viel. Tatsächlich wusste auch Siera nicht, wann sie das letzte mal so etwas wie eine warme Dusche genossen hatte. Bevor sie diesen Bunker hier für sich hatte erobern können, hatte sie kaum überhaupt duschen können. Deswegen war sie auch für das kalte Wasser schon durchaus dankbar.
      Als sie nun wieder allein waren, machte sich Siera daran, kurz an der Bohnen brühe auf ihrem Teller zu riechen. Es sah sicher nicht lecker aus und sie hatte schon besseres gerochen, aber verdorben. Sie getraute sich einen kleinen Bissen und auch der Geschmack war nicht abstoßender als erwartet. In Anbetracht ihres Hungers schmeckte das hier sogar noch irgendwie lecker. Mauz hingegn wirkte noch immer skeptisch, während sie ihren eigenen Tellerinhalt musterte, doch letztendlich senkte auch sie den Kopf zum Fressen. Umgehend entspannte sich Siera wieder. Die Katze würde nichts fressen, was schlecht war, also musste das hier wirklich noch essbar sein. Aber warum sollte dieser Lacan sie angelogen haben, oder wusste er es einfach nicht besser.
      Als besagter junger Mann wieder in den Raum trat, waren die Teller bereits entlehrt und die junge Frau saß auf ihrem kleinen Lager, während sich mauz über ihren Schoß flezte und sich den Kopf graulen ließ. Ihr Schnurrn klang eher wie ein tiefes und beinahe gefährliches Knurren, aber Siera wusste, dass es ein Ausdruck prurer Zufriedenheit war.
      Als sie den Weißhaarigen im Korridor erblickte, verharrte ihre Hand allerdings steif auf Mauz' Fell, während ihre Wagen erneut zu glühen begannen. "Wo... wo... wo sind denn deine Kleider?!" Die eine Hand noch immer auf Mauz ruhend, hib sie die andere wie zuvor beschämt über die Augen. Dieses mal war sie sich allerdings der Wunden auf seinem Körper sicher gewesen. Auch Siera trug einige von diesen, allerdings war das, was sie dort sah ein vollkommen anderes und neues Ausmaß. Sie wollte gar nicht wissen, wie sehr es schmerzte.
      Lacan hatte sich offenbar eine eigene Konservendose orgenaisiert und marschierte damit zum Küchentisch. Sie folgte ihm mit dem Blick, darauf verkrampft ihm nur ins Gesicht zu blicken. "Oben müssten irgendwo noch eine alte Klamottenkiste stehen, da kannst du dir gerne etwas wegnehmen", redete sie viel zu schnell, um ihre Verlegenheit zu überspielen. "Sie sind zwar alle schon etwas alt und zum teil recht angefressen, aber mit etwas Suchen findest du sicher was passendes..." Sie starrte schon wieder. Etwas ruckartig wendete sie den Blick ab und schaute die Wand ihr gegenüber an, bis er sich mit grummelnden Ton über seine Essensausbeute "freute". "Du magst keine Tomaten?" Sie klang entsetzt und etwas beldeidigt zugleich. Warum hatte gerade er die Dose mit den eingelegten Tomaten erwischt, wenn sie sich mit den alten Bohnen hatte zufrieden geben müssen? Nun, allerdings wäre das Gemüse eher weniger gut für Mauz geeignet gewesen. Eben diese machte sich nun etwas grummelnd bemerkbar, als sie verlangte weiter gestreichelt zu werden. Sie kam der "Bitte" nach und fuhr mit den Finger wieder über das weiche Fell. Dann schaute sie wieder zu Lacan hinüber. Wenn sie sich darauf konzentrierte ihm nur ins Gesicht zublicken, konnte sie es auch verhindern weiter rot anzulaufen. "Sag mal, hast du eigentlich ein bestimmtes Ziel, wenn du hier nur Zwischenstation machen willst?"
    • "Es ist nicht so das ich keine Tomaten leiden kann.. Vielmehr stört mich die labbrige Konsistenz und der fade Geschmack der nach solch langer Zeit entsteht.", gab der Mann verteidigend von sich während er mit seinem Messer lieblos in den Tomaten rum stach und verzweifelt versuchte eine von ihnen zu seinen Mund zu führen. Jedes Mal, wenn es ihm fast gelang, rutschte diese jedoch vom Messer ab und klatschte zurück in die Dose. "Hrrm.." Nach einer Weile sichtbar entnervt griff der Weißhaarige mit seiner Hand in die Dose. Schnell wahr zu vernehmen das sich eine Gänsehaut über seinen Körper bildete und ihm ein eiskalter Schauer über den Rücken lief. "Widerlich.." Mit zusammengekniffenen Augen gab er seinem Hunger nach, nutzte seine Hand als Art Suppenkelle und aß aus jener die für ihn unsagbar unappetitlichen Tomaten. Der Unbehagen der jungen Frau über die fehlende des Mannes, ließ ihn relativ kalt. Ihm war es gleich ob ein Kind ihn in bloßer Gestalt sehen würde, dennoch setzte sich ein schelmisches Lächeln an seine Mundwinkel an. Irgendwann ertönte dann die Frage, ob er denn ein gewisses Ziel hätte, zumindest kurze Zeit später, nachdem er auf die vorherige Aussage reagieren wollte nach Wechselklamotten zu suchen. Als Lacan sich erhoben hatte um der Bitte Sieras nachzukommen, drehte dieser sich auf seinem Weg zum Korridor zu ihr um und vernahm wie sein Handtuch nach unten rutschte. "Hoppla.." Kurz bevor das Handtuch zu Boden fiel, umgriff er jenes und band es wieder um seinen Unterkörper fest, widmete sich danach nun ganz der jungen Frau und fasste sich dabei mit der rechten Hand in den Nacken. "Inwiefern spielt es eine Rolle wohin ich gehen möchte? Ich bezweifle das sich in dir Sorge über einen Fremden ausbreitet und gewiss wirst du nicht auf den naiven Gedanken kommen mich zu fragen ob du die Reise mit mir zusammen antreten kannst, habe ich Recht? Du kannst mir gerne folgen, doch sei dir gewiss das ich keine Anstalten mache dir Schutz zu bieten insofern du Ballast für mich darstellen solltest. Und eine Sache sollte ich dir vorher noch sagen: Der Ort zu den Ich möchte ist ziemlich bekannt für Auftragsmorde und Menschenhandel, und junge Mädchen wie du, die ihren Wachstumsschub von der Knospe zur Blüte noch vor sich haben, sind eine sehr beliebte Rarität auf dem Markt.." Eine gewisse Stille durchdrang die Raum und die Worte des Mannes sorgten für jene. Die Ruhe nutzend, begab er sich auf schnellstem Wege zurück zu seinen eingeweichten Klamotten, wrang diese aus und suchte sich einen Balken über welchen er diese hängen und trocknen lassen könne. Danach begab er sich auf die Suche nach besagten Wechselsachen und ein paar schon rissige und alte Überbleibsel. Das schmutzige, weiße Shirt und die braune Baumwollhose nutzend um sich zu bedecken kramte er ein paar löchrige Socken aus und schützte seine Füße vor den kalten Boden aus Metall. Sein Shirt vergrub er zur Hälfe in den Hosenbund, während er die andere Seite heraushängen ließ und unter jener versteckte er ein Jagdmesser um auf Nummer sicher zu gehen. Fertig bekleidet, begab er sich nun auf dem Weg zu den Quartieren und vernahm den miserablen Zustand der Betten. Eines von ihnen sah gepflegt aus, die anderen hingegen schier ungemütlich wenn sie überhaupt noch Gewicht halten konnten. Durch den Korridor zurück zu Siera laufend, blieb der Weißhaarige im Türrahmen stehen und sprach die junge Frau an. "He, du bist doch relativ klein und nimmst nicht viel Platz weg.. Ich werde in deinem Bett schlafen, wenn es dich stört dann wäre oben noch die unbequeme Couch oder eines der anderen, wenn man es noch Betten nennen kann."
    • Siera


      Sie kicherte amüsiert in sich hinein, während sie Lacan beim essen beobachtete. Er mochte vielleicht recht damit haben, dass eingelegte Tomaten nicht die beste Konsistenz aufwiesen, aber sie hatte sich daran noch nie gestört. Sein angewiderter Gesichtsausdruck brachte sie daher nur noch mehr zum schmunzeln und ließ den unnahbahren Kerl auch endlich etwas menschlicher wirken. Abgesehen davon konnte sie noch immer nicht begreifen, dass er sich anscheinend noch immer keine weiteren Gedanekn darüber machte, fast nackt vor ihr zu sitzen. Egal wie kindlich sie auch wirken mochte, sie war bereits eine erwachsene Frau. Aber wahrscheinlich würde ihn selbst dass nicht wirklich stören.
      Zumindest schien er letztendlich bereit dazu, nach neuen Anziehsachen zu suchen, weswegen sie erleichtert durchatmete nur um dann vollkommen zu versteifen, als sich sein Handtuch für einen Moment verabschiedete. Alles an ihr verkrampfte sich, bevor sie absolut hektisch beiseite schaute.
      Seine Antwort auf ihre Frage fiel erwartet kühl aus und tatsächlich war sie etwas darüber erschrocken, welches Ziel er anscheinend verfolgte. Aber sie hatte in dieser Welt beriets Erfahrung mit Kerlen machen "dürfen" die sie aus unsittlichen Gründen verfolgt hatten. Sie war jedem einzelnen von ihnen entkommen und hatte dem ein oder anderen ein schönes Andenken an sie verpasst, dass ihn wahrscheinlich demnächst von ihr fernhalten dürfte. Jeder der Siera wegen ihrer Größe unterschätzte, musste Erfahrung mit ihrer uneingeschränkten Willesstärke und ihrem schnellen Kampfstil machen. Sie hatte keine Angst mehr vor solchen Typen. Was sie jedoch tatsächlich zum Stocken brachte, war der unterschwellig ertönte Vorschlag von Lacan, ihm zu folgen und mit ihm zu gehen. Wie lange suchte sie nun schon nach einer anderen Menschenseele, die sie bei sich ertragen konnte. Nach einem "Freund" mit dem sie reden konnte und der ihr tatsächlich antwortete? Sie merkte wie Mauz sich unter ihren Fingern beschwerte, weil die junge Frau das Kraulen eingestellt hatte und bewegte ihre Hand wie in Trance über das weiche Fell. Ihr Entschluss stand fest.
      Kaum, dass Lacan - endlich wieder ordentlich bekleidet vor sie trat - tönte sie ihn diesen auch schon entgegen: "Ich werde dich begleiten." Ein breites und selbstsicheres Lächeln auf den Lippen schaute sie mit leuchtenden Augen zu ihm auf. "Dieser Bunker war sowieso nur eine Zwischenstation und einem Grummelbären wir dir, könnte etwas Gesellschaft sicher nicht schaden. Und ich verlange auch nicht beschützt zu werden. Mir wäre es lieber, wenn wir uns vielleicht gegenseitig den Rücken decken und stärken können." Sie sprang von ihrem Platz auf, was Mauz unglücklich grummeln ließ, und wanderte aufgeregt auf den jungen Mann zu. "Und ich glaube du hast vergessen, dass ich kein kleines Mädchen mehr bin sondern eine junge Frau!" Was wohl leider bedeutete, dass Siera nie aus diesem kleinen Körper herauswachsen würde, aber mit diesem Umstand hatte sie sich schon vor drei Jahren abfinden müssen. "Nur weil du vielleicht ein paar Jahre älter bist als ich, brauchst du dich also gar nicht so aufspielen!"
      Sein Kommentar zu dem Bett beendete ihre Schimpftirade und ließ sie kurz überlegen. "Ach, du meinst das Bett in den Quartieren? Tatsächlich habe ich es nie verwendet, ich glaube es hat einmal dem Vorbesitzer hier gehört, immerhin leben Mauz und ich hier erst seit ein paar Tagen." Sie deutete auf die Katze die sich gerade in gespielter Empörung die Pfoten leckte. "Sie schläft ungern in Betten, und ich bleibe lieber nahe der Luke, um eventuelle Eindringlinge schneller bemerken zu können." In der Vergangenheit war der Schlafplatz immer zu ihrem Schwachpunkt geworden, da man eben da nach jemanden suchte, den man überfallen konnte. Seither schlief sie an den Orten, wo es ungemütlich schien und wo man sich gut verstecken konnte. Selbst wenn sie schlief, wollte sie für jede Eventualität vorbereitet sein. "Deswegen habe ich mir einfach etwas Bettzeug hierher geholt und schlafe zusammen mit Mauz auf dem Boden." Während sie sprach deutete sie auf einen kleinen Berg aus zwei Decken - eine auf dem Boden und eine zum Zudecken - und einem Kissen in der dunkelsten Ecke des Küchenbereiches. Dann lächelte sie Lacan an. "MAch es dir also im Bett so gemütlich wie du willst. Mauz und ich halten hier Wache."
    • "Nein, warte.. Hast du mir nicht zugehört?", untermauerte der Weißhaarige im leisen Gemurmel die Rede der jungen Frau die ihn Stolz verkündete ihren Entschluss gefasst zu haben und die Reise mit ihn zusammen anzutreten. "Ich wollte damit doch das exakte Gegenteil erreichen..", fügte er es wieder leise hinzu während sie ihn über ihr Alter aufklärte und ihn mahnte sie mehr wie eine Frau zu behandeln. Verwirrt über den Verlauf dieses Gesprächs und verloren in seinen Gedanken, fasste sich der Mann an die Stirn und stieß ein leises Seufzen aus, bevor er unterschwellig ihre Worte vernahm das ihr Schlafplatz in einer unbequemen Ecke läge. "Hoo~", ertönte es in einem überraschten Tonfall von ihrem Gegenüber, während er die Hand von seiner Stirn nahm. "Du bist ja doch nicht so naiv wie ich dachte... Wenigstens bist du vorsichtig, das gefällt mir!" Doch erneut legte sich die Hand an seine Stirn als ein stechender Schmerz diesen durchdrang und Lacan ein Auge zukneifen ließ. Es war kein Wunder das die Reise durch den Aschesturm eine enorme Belastung für seinen Körper darstellen würde, doch das diese erst nach einer solch langen Pause eintreten würde, war gewiss nicht normal. Als das Mädchen ihn einen besorgten Gesichtsausdruck zuwarf, verwirrte ihn dies nur noch mehr und ließ ihn ein paar Schritte zurückweichen. "Gruselig.. Du bist wirklich gruselig mit deiner aufdringlichen Art, weißt du das?" Als der Schmerz nun noch stärker wurde und ihn kurz einknicken ließ, sodass er sich an einem Tisch festhalten musste, ihm für einen kurzen Moment schwarz vor Augen wurde und sein Gesicht blasser als zuvor wurde, entschied er sich dann doch zur Tür zum Korridor zu taumeln. "Ich leg mich schlafen..", entwich es ihm dabei schlicht während er seinen erschöpften Körper durch den Korridor schleppte und in den Quartieren auf jenes Bett fiel, welches er zuvor inspiziert hatte. "Dummes Auge...", entwich es ihm im bewussten darüber das sein infiziertes Auge Schuld an diesen Schmerz war und der Virus sich langsam in ihm ausbreitete. Die Schwere übertrug sich auf seinen Körper und als wäre die Luft aus Blei, drückte es ihn in die Matratze. Irgendwann gaben dann auch seine Augen unter den Druck der Müdigkeit nach und zwangen ihn schnell zum Einschlafen. Als er jedoch seine Augen wieder öffnete, befand er sich an eine Wand gelehnt, das eine Bein angewinkelt, das andere nach vorne ausgestreckt, jenes angewinkelte Bein mit seinen Armen fest umschlungen und sein Kinn auf das Knie gebettet.

      Vor 8 Jahren
      Als die Schwere eines weiteren Kopfes an meiner Seite zu spüren war, wandte sich mein Blick zur Seite und erblickte jene Person die sich damals vor 2 Jahren in mein Gedächtnis gebrannt hatte. Dieses Blondhaarige Mädchen, die an der Seite unseres Anführers Cal stand und für den Plan mitverantwortlich war, welcher in 3 Jahre Früchte tragen sollte und uns allen die Freiheit gewähren sollte. Als das Mädchen ihre Augen öffnete und ihr goldenes Antlitz meinerseits fixierte, wandte sich mein Gesicht errötet von der ungewohnten Situation weg. Ein schelmisches Lächeln setzte sich auf ihre Lippen, während sie mit ihren Zeigefinger an meine Wange tippte um mich wieder auf sie aufmerksam zu machen. Irritiert wandte sich mein Gesicht zu ihr und vernahm, wie sie sich zu erheben schien, sich den Staub von den Klamotten klopfte und sich genüsslich streckte, danach einige Schritte zurück tapste und sich einmal halb drehte. Ihre Hände hinter ihren Rücken zusammenfaltend und ihre Arme nach hinten streckend, schritt sie langsam voran, ein Bein spielerisch vor das andere setzend und ihr Blick aus ihren Augenwinkeln heraus zu mir wendend. "Du machst ein solch friedliches Gesicht wenn du schläfst! Wie kommt es also, das du in Natura solch ein Grießkram bist?" Die Worte des Mädchens wahrnehmend, oblag es meinen Wunsch meine Lippen zu öffnen um ihr Kontra zu bieten, bis ein Schmerz meine Hände durchdrang und meine grauen Augen sich auf meine Hände wandten, die von Blut beschmiert schienen. Meine Augen weiteten sich in Agonie und Tränen bildeten sich in den Winkeln meiner Augen, kurz bevor ich jene von Blut besudelten Hände an meinen Kopf warf und einen Schrei von mir gab. Das Mädchen schaute mit einem bemitleidenswerten Gesichtsausdruck zu mir und bewegte ihre Lippen doch nicht viel war zu vernehmen, da meine Schreie die ihrige Stimme übertönten. "Ze..ig….es....m...ir....d...ei...n...I...nneres…", doch während sich die Puzzleteile der Worte in meinen Kopf zusammensetzten und ich meinen Kopf zu Boden schlug um dieser Qual zu entkommen, fand ich mich in Trance stehend vor einem gigantischen Gebäude das in Flammen aufging, mit jenem Mädchen an meiner Seite, die mit einem leeren Blick auf die Überbleibsel unserer Verbündeten schauten, ihre Hände nach uns ausstreckend. In jener Hand erkannte ich schnell eine weitaus kleinere Hand, noch viel weiter in meiner Vergangenheit befindlich, die sich unter einen Trümmer hervor zu mir hinausstreckte, doch die ich nicht ergriff sondern von der Ich mich, selbst noch als Kind, abwandte bis mehr Trümmer auf die Hand hinabstürzten und jene unter sich vergrub. "Mein Inneres?" An der Wand gelehnt, erneut im selben Traum erwachend, bloß die Gestalt des Mädchens erblickend, wie ein einzelnes schwarzes Loch ihr Gesicht zu bedecken schien und ebenfalls die meiner Kameraden die auf den Boden lagen, sowie jener Person ferner meiner Vergangenheit die unter den Trümmern vergruben lag, entfaltete sich die Antwort auf diese Frage vor meinen Augen und symbolisierte die fälschliche Erkenntnis die ich davon trug. "Mein Inneres ist schwarz.." So verlief alles ein drittes Mal im gewohnten Verlauf, nur das sich die Bilder veränderten und ich in jedem eine Waffe trug, während meine Hände von Blut besudelt waren und jene auf die Personen richteten die sich stets an meiner Seite befanden. "Es ist nur ein Befehl!" Und in meinen Nacken breiteten sich die blutroten, vor finsterer Gier und Mordlust glühenden Augen einer weiteren Person aus, dessen pechschwarze Hände sich um meinen Hals schlossen und langsam zudrückten, mir die Luft abschnürten doch meinen leblosen Gesichtsausdruck nicht weiter trüben konnten als er ohnehin schon war.


      Zurück in der Gegenwart
      Lacan erwachte schweißgebadet aus seinen Alptraum und atmete schwer, während er seinen Hals abtastete und verzweifelt nach Luft rang. Als der Weißhaarige dann doch vernahm, das sich alles nur um einen Traum handelte, beruhigte sich nach einer kurzen Weile seine Atmung und er striff sich die klebrigen Haare aus seinem Gesicht. Wie von selbst gesteuert, erhob sich der Mann doch stolperte aufgrund seiner eingeschlafenen Beine und fiel auf den Boden. Unbeirrt erhob er sich sobald das Kribbeln stoppte und begab sich auf direkten Wege zum Vorratsraum um sich einen Kanister mit Wasser zu schnappen, den Verschluss abzuschrauben und so viel und hastig zu trinken das er einen Teil des Wassers über sich selbst auskippte. Nachdem er sich verschluckte, setzte er den Kanister ab und klopfte sich auf den Brustkorb, schwer keuchend bis sich das angesammelte Wasser aus seiner Lunge wieder löste und er es ausspuckte. "Schwarz... Mein Inneres ist Schwarz...", murmelte er leise vor sich her während er, über der Pfützte gebeugt, das Wasser betrachtete und eine Schwärze in ihr erkannte, es jedoch aus Sichtweise jeder anderen Person als einfaches Wasser erschien. Es war bereits früher Morgen und der Aschesturm hatte sich gelegt, zwar war die Tageszeit kaum zu erkennen doch vernahm man deutlich das sich die Lautstärke von außerhalb reguliert hatte. An die Wand gelehnt, ein Bein angewinkelt, das andere ausgestreckt und sein Kinn auf sein Knie gebettet, versuchte sich der Weißhaarige langsam aber stetig zu beruhigen und schloss seine Augen um diesen Alptraum auch in der Realität endlich entkommen zu können. Nachdem er noch einmal für ungefähr 20 Minuten weggenickt war, erwachte er durch das Geräusch der Luke und rieb sich zaghaft das Auge. Es war vorbei, der schnürende Schmerz in seiner Brust und die Angst sowie der Wahn hatten sich gelegt. Langsam erhob sich der Mann, begab sich auf dem Weg zur Waschküche und begutachtete seine Klamotten. Es war ziemlich warm im Raum, weshalb ein schnelles Trocknen nicht unrealistisch erschien und obwohl der Mantel, die Hose und die Unterbekleidung nicht vollends trocken waren, machte sich der Weißhaarige dennoch Abreisefertig und befestigte alle Waffen wieder an ihren zugehörigen Stellen. Seine Schritte trugen ihn schlussendlich zurück in den Vorratsraum, in welchem er die Pfütze beseitigen und sich Vorräte nehmen wollte, als er jedoch den Rücken der jungen Frau vor sich erblickte und gedankenlos in sie hinein lief. Lacan stoppte und schaute über sie hinweg, auf die Pfütze deutend. "Ich wollte das gerade weg machen, hatte wohl zu starken Durst... Irgendwelche Vorkommnisse in der Nacht?" Der Weißhaarige lief an ihr vorbei und beseitigte mit einem Tuch das Wasser auf dem Boden, bevor er sich erhob und einige Konserven aus dem Regal kramte.

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    • Siera



      Natürlich hatte er nicht wirklich gewollt, dass sie ihn begleitete. Aber das war nichts, was die junge Frau aufhalten könnte. Sie hatte so lange darauf gehofft, enldich wieder mit jemand anderem zusammen auf Reisen zu gehen, um vielleicht sogar noch mehr Verbündete zu gewinnen und nun ließ sie sich sicherlich nicht von seiner grummeligen Art und Weise abschrecken.
      "Ich sagte doch, du sollst mch nicht unterschätzen", meinte sie mit einem stolzen Grinsen, als er sie das erste Mal tatsächlich zu "loben" schien.
      Allerdings war ihr zufriedener Gesichtsausdruck schnell offenkundiger Sorge gewischen, als sie Schmerz in Lacans Ausdruck erkennen konnte. "Was ist mit dir? Kann ich dir helfen?" Vorsichtig fasste auch sie an die Stelle, an der sein Auge verbunden war und glaubte ein heißes Pulsieren zu spüren, was sie für einen Moment erschrocken zurückfahren ließ. Was war das?
      Als er meinte, sich schlafen zu legen, nickte sie nur etwas benommen. "Sag mir bescheid, wenn ich irgendetwas für dich tun kann, du weißt ja, wo du mich finden kannst."
      Noch immer mit deutlicher Sorge in den Augen schaute sie ihm nach, bis er den Korridor zu den Quartieren verlassen hatte. Mauz hatte während der ganzen Aktion unbeeindruckt auf Sieras Betten Platz gefunden und schien der jungen Frau nun mit einem dunklen Maunzen klar machen zu wollen, dass nun auch für sie Schlafenszeit war. Siera hingegen blickte noch eine Weile in den verlassenen Flur, bevor sie resignierend die Luft ausstieß und Mauz' Ruf folgte. Nur wenig später hatte sie sich neben der zufrieden schnurrenden Katze in deíe Decke eingerollt und kuschelte sich an das warme Tier heran. Und obwohl ihre Gedanken noch eine Weile um ihren neuen Gast und seine Geheimnisse, gelang es Siera recht bald in einen ruhigen Schlaf zu sinken.

      Es war Mauz' sanftes Lecken an ihrem Arm, dass die junge Frau am nächsten Morgen weckte. Die Katze holte sie immer auf diese Art und Weise aus dem Schlaf und weckte ihre "Besitzerin" ebenso, wenn sich Gefahr näherte. Heute schaute Siera aber nur seelenruhigen blauen Katzenaugen entgegen, was bedeutete, dass alles in Ordnung war. "Guten Morgen, Kleine", begrüßte Siera mit müder stimme ihre tierische Freundin und strich ihr einmla sanft über den Kopf. Mauz lehnte sich wie immer gegen ihre Hand und genoss die Verwöhnungseinheiten, bis sich die Braunhaarige langsam aufrichtete und reckte.
      "Der Sturm scheint nachgelassen zu haben", stellte sie lauschend fest und sah zu der Luke auf, nur um sich wenig später aus ihren Betten zu erheben und die schmalen Stufen hochzusteigen. Als sie den Wohnbreich erreicht hatte ging sie auf die schwere Bunkertür zu, um einen Blick nach draußen zu werfen. Dort fand man wie gewöhnlich eine grauweiße Wüste aus Asche vor, die weder Pflanzen- noch Tierwelt viel Grundlage zum Überleben bot. Wie erwartet war es früher morgen, soweit sie es von dem roten Mond, der nur milde durch die grauen Wolken leuchtete, entnehmen konnte. Von dem starken Ashesturm gestern war nicht mehr viel zu spüren, allerdings hatte das Unwetter die ganze Landschaft etwas verformt und neue Ascheberge angehäuft, die es Siera zunächst auch recht schwer gemacht hatten, die Bunkertür zu öffnen. Sie stieß ein Seufzen aus. Dabei hatte sie es gerade endlich geschafft, einen einigermaßen vernünftigen Pfad zu ihrem "Jagdgebiet" zu finden. Aber wahrscheinlich interssierte dass jetzt sowieso nicht mehr.
      Siera schloss die Tür wieder und lief mit leichten Schritten zurück in den Vorratskeller. Mauz war ihr die ganze Zeit auf den Fersen geblieben, wie ein treuer Begleiter.
      Da sich das Wetter wieder gebessert hatte, würde Lacan heute sicherlich aufbrechen wollen. Siera müsste sich also vorbereiten. Sie vermied es zu den Quartieren zu gehen. Nachdem der junge Mann gestern so erschöpft gewirkt hattem wollte sie ihn keinesfalls vorzeitig wecken und ihm möglichst viel Ruhe gönnen. In der Zwischenzeit könnte sie lieber ein paar Vorräte für sich und ihn zusammenstellen. Sie schnappte sich ihren alten aber noch immer brauchbaren Rucksack und wollte sich gerade an die Arbeit machen, als eine Wasserlache sie innehalten ließ.
      "Wo kommt das denn her?", murmelte sie leise, bevor sie im nächsten Moment erschrocken zusammenzuckte und sich in der nächsten Sekunde alarmiert umdrehte - zum Kampf bereit - als irgendjemand in sie hineinlief. Erst als sie Lacans graues Auge erblickte, ließ sie die Fäuste wieder sinken und folgte seinem Deuten zu der Pfütze hin. "Zu starken Durst?", wiederholte sie verwundert und beobachtete ihn dabei, wie er sich daran machte, dass kleine Chaos zu beseitigen. "Die Nacht war ruhig, allerdings habe ich das Gefühl, dass das nicht für deine persönliche Nacht zutrifft." Sie glaubte tiefe Augenringe unter seinem Auge zu erkennen und er wirkte noch immer erschöpft. Und warum hatte er letzte Nacht scheinbar einen halben Wasserkanister über sich ergossen? Das konnte sie sich auch nicht mit starkem Durst erklären.
      Am liebsten hätte sie ihn einfach mit all diesen Fragen bombardiert, allerdings würde sie wohl kaum irgendeine vernünftige Antwort erhalten, wewegen sie sich lieber daran machte, ihm beim Wischen zu helfen. "Ich wollte gerade einige Vorräte für uns zusammenstellen", erzählte sie dabei. "Ich gehe doch recht in der Annahme, dass du heute aufbrechen willst?" In ihrem Blick lag eindeutige Aufregung. Es mochte töricht und dumm sein, aber sie freute sich irgendwie auf diesen "Ausflug". Die Reise ins Unbekannte. Diese Welt konnte zwar vor allem nur mit Trostlosigkeit und Schmerz aufwarten, aber das änderte nichts an Sieras unzuerstörbaren Optimismus, der sie bis heute an das gute in der Welt glauben ließ.
      "Gibt es irgendwas Bestimmtes, was du noch gerne mitnehmen willst? Hinter den Quartieren gibt es sogar noch einen kleinen Lagerraum mit Waffen, dort sollten noch ein paar alte Pistolen und Gewehre liegen, auch wenn ich leider nicht weiß, ob sie noch funktionieren. Mit Schusswaffen kenne ich mich leider nicht so gut aus." Sie konnte Waffen dieser Art nicht leiden. Schon als kleines Kind hatte sie davon nur Albträume bekommen. Alleine der Ton eines abgefeuerten Schusses ließ Erinnerungen in ihr aufsteigen, die sie mit allen Mitteln verbannen wollte.
      "Ich werde noch ein paar Klamotten für mich holen und Vorräte einstecken und wir treffen uns sobald alles bereit ist im Wohnraum oben?" Sie lächelte ihn zuversichtlich an. Wahrscheinlich war er immer noch unzufrieden damit, dass sie ihn wirklich begleiten wollte. Aber sie würde sich von diesem Vorhaben keinesfalls mehr abbringen lassen. Er war der erste, der sich nicht wirklich an Mauz zu stören schien, selbst wenn er sie nur deswegen akzeptieren mochte, weil er sie wie er sagte leicht töten könnte. Aber Siera war es egal. Solange er und ihre kleine Freundin sich nicht gegenseitig töteten war alles in Ordnung und ihre kleine Gruppe könnte zusammen durch diese Welt ziehen.
      Nachdem die Wasserlache beseitigt war, machte sich Siera wie angekündigt an die Arbeit und packte Konservendosen und Wasservorräte in ihren Rucksack. Gerade so viel, dass das Gewicht sie beim Laufen nicht behindern würde, aber genug, damit sie die nächsten Tage gut über die Runden kommen könnten. Sicherlich würde Lacan aber auch noch ein paar Sachen in seine Tasche stopfen.
      Mauz beobachtete Sieras Treiben genau und schien plötzlich auch aufgeregt. Die Katze wusste genau, dass das Verhalten der jungen Frau eine lange Reise ankündigte und neue Abenteuer schienen dem Tier ebenso zu liegen, wie der Braunhaarigen.
      Bald schon war alles beisammen und Siera stieg die Stufen zur Luke hinauf. Bevor sie allerdings durch diese trat ließ sie ihren Blick noch ein letztes Mal über ihr Heim der letzten Tage schweifen. Sie hatte nicht lange hier gewohnt, aber es war der sicherste Platz seit langem gewesen. Es war schade, ihn jetzt schon wieder verlassen zu müssen, aber Siera blieb sowieso nie lange an einem Ort.
      Ein letztes Mal nickte sie dankend dem alten Bunkerkeller zu und durchquerte die Luke mit einem entschlossenen und abschließenden Schritt.

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    • "Ich benötige keine weiteren Waffen..", entgegnete es der Weißhaarige schlicht der Aussage des Mädchens, bevor er das Tuch beiseite warf, der Annahme das es ihn ohnehin egal sein könnte, da er den Bunker verlassen würde. "Du solltest dir ebenfalls nur das Wichtigste mitnehmen, denn falls du zurückfallen solltest werde ich nicht auf dich warten. Falls du mit mir reisen solltest, seid dir gewiss das ich dich bei den kleinsten Fehler, der gefährlich für mich werden könnte, aus den Weg räumen werde. Hier sind einige Regeln, die du befolgen wirst, also präg sie dir gut ein! Regel Nummer 1: Meine Befehle sind absolut, egal ob es gegen dein Moralkompass verstößt oder ob es dir gegen die Galle geht Folge zu leisten. Sollte ich einen Unschuldigen beseitigen, wirst du mir nicht in die Quere kommen denn alle Handlungen werden einen Sinn besitzen. Regel Nummer 2: Stell keine Fragen, verhalte dich unauffällig und halte deinen Kopf stets bedeckt. Du bist mein jüngerer Bruder, gleich wer fragt, du bist keine Frau sondern ein zu klein gewachsener Junge insofern ich dir nicht ein Zeichen gebe das du dich als Du selbst vorstellen kannst. Ich sagte dir bereits wie Frauen an den Ort zu den wir gehen behandelt werden. Deine Kapuze und Schutzmaske gegen die Asche werden deine besten Freunde sein, die du solange nicht ablegen wirst bis mein Okay kommt. Regel Nummer 3: Fass mich nicht an, rück mir nicht auf die Pelle, halte Abstand und versuch dich nicht als Freund aufzuspielen denn wir sind lediglich Weggefährten bis zu dem Punkt an dem du mich endlich in Frieden lassen wirst. Starrst du mich auch nur länger als 2 Minuten an, werde ich mich erneut ausziehen, weil dies scheinbar einen Effekt auf dich zu haben scheint der deine aufdringliche Art zu bändigen weiß. Regel Nummer 4: Kitty bleibt im Rucksack, gibt keine Geräusche von sich und wird nur rauskommen wenn es ein absolutes Muss ist! Wir können es uns nicht leisten zu sehr aufzufallen, denn falls wir Pech haben wird man auch auf uns irgendwann wegen irgendwelchen fragwürdigen Hintergründen Kopfgeldjäger ansetzen. Also benimm dich und sprich nur dann wenn Ich dazu auffordere! Ich habe keinen Bedarf wegen dir in Schwierigkeiten zu kommen.."
      Mit dem Regelwerk vorerst zum Ende gelangend, wandte sich der Weißhaarige von der jungen Dame ab und deutete nach oben. "Ich werde noch eine Weile brauchen, also nimm dir Zeit und geh alles sorgfältig durch, denn wenn deine Füße einmal die Schwelle zur Außenwelt übertreten haben, gibt es kein Zurück mehr. Ich werde nicht auf halben Wege umdrehen um dich wieder Nachhause bringen." Die harsche Ansage beendend, verließ Lacan nun sowohl Vorratsraum als auch Korridor und stieg die Luke empor zum Überwachungsraum des Bunkers in welchem noch vom gestrigen Tage sein Gepäck und Gewehr standen. Sich erneut auf der Couch niederlassend, umfasste seine rechte Hand den Griff des Gewehres während seine linke Hand in seinem gigantischen Rucksack kramte und einen kleinen Koffer mit Werkzeug rausnahm. Das modellierte Gewehr auseinandernehmend, begann er damit den Schalldämpfer abzuschrauben um den Lauf reinigen zu können, nahm danach die Fassade auseinander um die inneren Komponenten zu prüfen und begann alles auf der Couch neben sich zu lagern um mit den Werkzeugen die Asche aus den Spalten zu entfernen. Mit einem Tuch getränkt in Alkohol reinigte er die einzelnen Komponenten und kramte danach eine weitere Phiole aus seinen Rucksack raus. Der Prozess dauerte eine Weile an und einige Zeit später vernahm der Weißhaarige den Kopf der Katze durch die Luke lugend während ihre Besitzerin dicht gefolgt nach oben trat. Inzwischen hatte Lacan das Gewehr zum größten Teil wieder zusammengebaut und stockte auch die letzten Teile wieder zusammen, kurz bevor er sich von der Couch erhob und einen schwarzen Riemen um seinen Körper warf, an welchem er das Gewehr befestigte, gefolgt von der Schulterung seines Gepäcks. "Lass mich dir unseren bevorstehenden Pfad erklären. Eigentlich war ich auf direktem Wege nach Aludra, doch kam ich dank eines Aschesturms relativ weit vom Weg ab. Die Schlucht nahe des Bunkers ist als der Dämonenrachen bekannt und befindet sich zirka 20 Kilometer südlich meines Ziels und endet in einer Bergkette. Der einzige Durchweg durch jene ist eine Höhle die von Wegelagerern bewacht wird. Eine lästige Gesellschaft, welche den Schutz eines hohen Tieres Aludras genießt und gewisse Gefälligkeiten für Durchlass einfordert. Wir werden uns auf direktem Wege nach Norden begeben und der Schlucht folgen bis wir zur Höhle gelangen. Denke an die Regeln! Keine Fragen, einfach Nicken und Folgen."
    • Siera



      Es kostete sie all ihre Beherrschung, ihm nicht grimmig ins Wort zu fallen, während er ihr seine Regeln erläuterte. War ihm eigentlich klar, was er da genau verlangte? Gut, Siera hatte selbst beschlossen unbedingt mit ihm reisen zu wollen und müsste sich daher wahrscheinlich seinem Willen beugen, wenn sie nicht zurückgelassen werden wollte, aber es gab Grenzen. Auch bei ihr gab es Regeln und und sie würde ihre Moral nicht einfach über Bord werfen, nur weil er es von ihr verlangte. So blickte sie ihm ernst und auch etwas herausvordernd entgegen, während er ihr seine Regeln erläuterte. Dummerweise konnte sie nicht verhindern, rot anzulaufen, kaum hatt er die Sache mit dem Ausziehen angesprochen. Also war Lacan ihre reaktion aufgefallen... wie peinlich. Als er jedoch das letzte Wort gesprochen zu haben schien, reckte Siera das Kinn in die Höhe. "Mauz wird nur in den Rucksack verbannt, wenn wirklich jemand in der Nähe ist. Wenn du tatsächlich schon häufiger mit Infizierten Tieren wie ihr zu tun hattest, solltest du genau wissen, was für ein feines Gefühl sie haben. Es könnte uns zum Nachteil gereichen, wenn wir sie wegsperren ohne dass sie uns als Alarmsignal dienen kann." Als würde die Katze genau wissen, was Siera sagte, rieb sie sich tief schnurrend an ihrem Bein. "Und ich werde versuchen mich im Großen und Ganzen an deine Vorgaben zu halten, aber wenn du glaubst, dass ich dir einfach wie ein dressierter Hund hinterlaufen werde, hast du mich wohl etwas unterschätzt." Herausfordernd tippte sie ihm gegen die Brust, wissend, dass dies gegen eine seiner Regeln verstieß. Dann grinste sie zu ihm auf. "Aber ich werde dir schon zeigen, dass ich auch eine gute Hilfe sein kann und selbst wenn wir keine Freunde werden, wirst du schon noch begreifen, dass etwas Unterstützung anderer etwas Gutes sein kann." Mit diesen Worten stiefelte sie stolz an ihm vorbei und wendete sich ihren Vorbereitungen zu.
      Als sie einige Minuten später durch die Luke empor stieg, war Lacan offenbar auch schon so gut wie fertig mit seinen Vorbereitungen. Etwas missmutig musterte die Braunhaarige das Gewehr, dass er sich mittels eines Riemens um den Körper hängte. Egal wie viel Zeit auch noch vergehen mochte, sie würde sich wohl niemals mit solchen Gerätschaften anfreunden können. Statdessen überprüfte sie den Riemen ihres Bogens und der dazugehörigen Pfeile. Sie hatte beides Notdürftig selbst zusammen geschnitzt, wobei es Wochen gedauert hatte ein passendes Stück "Holz" zu finden, dass innerhalb dieser Aschewüste noch nicht vollkommen nutzlos geworden war. Aber seither war das Jagen deutlich einfacher geworden, da sie sich nicht mehr mit dem vollen Körper, auf ihr Opfer stürzen musste, sondern es auch aus der Ferne treffen konnte. Dabei war ihr der leise Bogen umso vieles Lieber als irgendeine Schusswaffe dieser Welt.
      Als Lacan ihr weiteres Vorgehen beschrieb lauschte sie aufmerksam. Sie musste zugeben, dass sie recht wenig über die umliegende Geographie bescheid wusste. Natürlich kannte sie die Schlucht nahe des Bunkers, aber war ihr nie bewusst gewesen, dass sie einen Namen trug und sie war sie auch noch nie vollständig abgewandert, immerhin war sie bisher auch nur ziellos umhergereist. Doch von diesem Aludra hatte sie gewiss schon mal etwas gehört. Allerdings konnte sie auch hier nicht mit gesondertem Wissen punkten.
      Als der Schwarzhaarige wieder auf seine Regeln zu sprechen schien, senkte Siera gespielt ehrfürchtig den Kopf. "Natürlich, oh großer Lord. Niemals würde es mir einfallen, Eurer Hoheit Ärger zu bereiten." Als sie aufsah grinste sie ihn bereits wieder an und nickte dann zur Bunkertür. "Anstatt hier noch weiter deine Regeln durchzugehen, sollten wir endlich losziehen." Mit eienr gehörigen Portion Aufregung im Bauch, ging sie auf die Tür zu und schob sie auf. Dann zog sie die Schutzmaske ins Gesicht und wendete sich wieder Lacan zu. "Auf geht's!"
      Den Weg zur Schlucht kannte sie mittlerweile schon im Schlaf, weswegen sie es sich nicht nehmen ließ voran zugehen. Mauz direkt neben ihr schien auch recht vergnügt darüber endlich wieder aus den düsteren Mauern des Bunkers fliehen zu können und sprang neben der jungen Frau durch die Asche. Siera wusste, dass so lange sich die Katze so verhielt keine Gefahr von irgendwo drohte und grinste daher zufrieden. "Lass das Abenteuer beginnen."
    • Als die junge Frau wie ein neugieriges Schulmädchen auf einen bevorstehenden Ausflug zur Schleuse stolzierte, blieb der Weißhaarige zurück und schaute ihr mit einem tiefen Seufzen hinterher, während er die Worte des Mädchens noch einmal in seinen Kopf zergehen ließ. "Ich sollte sie von der Klippe stoßen..", entwich es ihn leise murmeln die bevorstehenden Strapazen bereits in seinem inneren Auge erblickend und nach einen kurzen Moment der Ruhe ebenfalls voranschreitend. Sein Halstuch über seine untere Gesichtshälfte schiebend, übertrat Lacan die Schwelle zur Außenwelt und begutachtete den von finsteren Wolken bedeckten Himmel. Sein Blick schweifte durch die Gegend und erkannte, wie bereits erwartet, nichts weiter als ein Meer aus Asche, sowohl als flache Ebene wie auch mit Dünen übersät. Selbst der Bunker schien aufgrund des Sturmes unter einem Ascheberg begraben zu sein. Der schwache Wind wog einen Teil der Asche in einem Wirbel nach oben, der in einem Luftzug erst an Siera und danach an Lacan vorbei schwirrte. Siera, die sich die schlichte Wegbeschreibung Lacans schnell eingeprägt hatte, begab sich schon einmal die Klippe entlang in Richtung des vorgegeben Zieles, heimste sich dadurch jedoch eine Mahnung des Weißhaarigen ein dessen Stimme aus dem Hintergrund ertönte. „Spar dir deine Kräfte ein, wir werden keine Pausen machen und der Weg ist lang!“ In ihrer Art entgegnete sie den Mann mit einer Aussage, woraufhin seinen Lippen ein erneutes Seufzen entwich. „Kinder..“
      Den schier endlosen Weg folgend, vernahm man wie die Silhouette des schützenden Bunkers in der Ferne immer kleiner und kleiner wurde, bis der letzte Anhaltspunkt ihrer derzeitigen Position vollends verschwand und nichts außer dem faden grau verblieb. Minuten vergingen, Stunden vergingen, die Wolken bewegten sich doch das raue Wetter verblieb, während einige Böen ihren Weg durch die offene Landschaften fanden und den Reisenden einen starken Gegenwind bescherten, gegen welchen sie ankämpfen müssten. Lacan, welcher vergessen hatte mit der jungen Frau für solche Notfälle Handzeichen zu entwickeln um sich während solch eines Lärms zu verständigen, klopfte mit seiner Hand gegen ihre Schulter und wies mit seinem Zeigefinger auf einer zerstörten Mauer, die vor den Ascheböen Schutz bat. Durch die derweil zu den Knien reichenden Asche stapfend, begaben sich die beiden auf direktem Wege zur Mauer und stemmten sich gegen jene um abzuwarten bis der Wetterumschwung sich beruhigt hatte. In ihrer Warterei, vernahm der Weißhaarige wie die junge Frau in ihre Tasche griff und eine Thermoskanne hinaus kramte, doch bevor sie ihren Mundschutz lockern konnte, packte Lacan ihr Handgelenk und schüttelte mit den Kopf. Ihrem Gesicht mit dem seinen bedrohlich nah kommenden, fixierten seine ernsten grauen Augen ihr Antlitz an, während seine Stimme trotz erhöhter Lautstärke nur schwer zu vernehmen war. „Wenn ich du wäre würde ich das nicht tun! Ascheböen werfen die verschiedensten Schichten von Asche aus, darunter auch jene die aus verirrten Wanderern entstand die hier ihr Ende fanden, zum Beispiel anhand einer CHD Infektion. Möchtest du wirklich das so etwas in dein Mund gelangt, oder dein Wasser verseucht?“ Der Reaktion seines Gegenübers folgend, wandte er sich von ihr ab und lehnte sich an die Mauer, seinen Blick gen Himmel richtend. Die Kälte des Windes machte sich bemerkbar und während der Weißhaarige weniger Probleme zu haben schien, vernahm er bisweilen die Katze und das Mädchen an seiner Seite mehr schlecht als Recht versuchend ihr zittern zu verbergen. „Ich sagte dir es wird gefährlich..“ Der Weißhaarige ließ seinen gigantischen Rucksack neben sich nieder und kramte aus jenem eine schlichte, dünn wirkende Decke, wank das Mädchen zu sich rüber und breitete die Decke über sich aus. „Komm rüber ich hab nur eine Decke! Du bist relativ klein also solltest du mit drunter passen, musst dich allerdings auf meinen Schoss setzen weil die Breite nicht ausreicht. Und lauf nicht schon wieder rot an, das ist eine natürliche Art und Weise sich während solchen Ascheböen warm zu halten. Im Militär verharrten wir meist Stunden auf dieser Art und Weise.“
    • Siera

      Sie machte sich nicht wirklich die Mühe auf ihn zu warten, wusste sie immerhin, dass er sowieso hinter ihr lief und sie kritisch musterte. Nun, früher oder später würde er einsehen müssen, dass man ihr frohes und abenteuerlustiges gemüt mit grimmigen Worten nicht einschränken konnte. Außerdem war sie trotz allem noch lange nicht auf den Kopf gefallen. Sie wusste über sämtliche Gefahren in dieser Welt bescheid und hatte ein gutes Gefühl entwickelt, wann eben solch eine Gefahr auf sie zurollte. Siera wusste sich zu verteidigen, oder wie man in brenzlichen Situationen den Rückzug antrat. Zudem konnte sie sich dank ihrer geringen Körpergröße besser verstecken, als die meisten anderen. Wobei es schon des häufigeren vorgekommen war, dass sie sich schlicht in der tiefen Ascheschicht verbarg, um entweder unerkannt zu bleiben oder den Feind aus dem Verborgenen anzugreifen. Sie hatte gelernt in dieser Welt zu leben und vor allem zu überleben, ohne dabei den Spaß komplett zu vergessen... ohne würde sie es wahrscheinlich längst nicht mehr aushalten.
      Lacan hingeben schien der Stock im Arsch angebohren zu sein und er schien nur mahnende Worte für sie übrig zu haben. "Wie oft soll ich dich noch daran erinnern, dass ich kein kleines Kind bin", erwiderte sie augendrollend, als er behauptete sie solle sich ihre Kraft einsparen. "Und ich kann meine Ausdauer sehr wohl gut einschätzen."
      Dennoch wurde es mit zunehmender Tiefe der Ascheschicht anstrengender, wobei sie immer wieder unzufrieden zu dem Weißhaarigen hinübersah, der mit seinen langen Beinen einen deutlichen Vorteil ihr gegenüber hatte. Während die Asche ihm bis zu den Knien reichte, war sie schon fast bis hin zu den Hüften begraben, während sich der Rest ihres Körpers gegen die stärker werdenden Winde stämmen musste. Doch am härtesten hatte es Mauz getroffen, die man unter der Asche kaum noch sehen konnte, aber die Katze war diese Situation gewohnt und wusste, wie man zumindest noch die Nase oben hielt.
      Irgendwann klopfte ihr Lacan plötzlich auf die Schulter. Der Wind war mittlerweile so stark geworden, dass man nicht einmal mehr sein eigenes Wort verstehen konnte und sie kamen kaum noch voran. Also zögerte Siera auch nicht lange, als sie der junge Mann zu den Übberresten einer alten Mauer lotste.
      Kaum waren sie dort angelangt, ließen sie sich an der alten Ruine niedersinken, wobei Siera bald schon gegen die Trockenheit in ihrem Mund anschlucken musste. Ohne weiter darüber nachzudenken, griff sie nach ihrer Termoskanne und wollte sich gerade etwas Wasser gönnen, als Lacan sie kopfschüttelnd am Handgelenk packte. Bei seiner folgenden Erklärung schluckte sie hart und schraubte den Verschluss wieder zu. "Danke für die Info", meinte sie etwas kleinlaut und hockte sich weiter hin den Schutz des Gemäuers.
      Der Wind hatte an Intensität gewonnen und brachte zunehmand auch kalte Luft mit sich. Umgehend kuschelte sich Mauz näher an Siera welche die warme Katze näher an sich zog. Prinzipiell war die junge Frau die Kälte gewohnt, früher oder später lernte man damit umzugehen in dieser rauen Welt. Allerdings änderte das nichts daran, dass es im Moment alles andere als angenehm war, weswegen sich Siera alle Mühe gab sich förmlich in sich selbst zu verkrieschen und dabei hoffte, dass die Böen bald ein Ende fanden.
      "Das wusste ich auch vorher schon", erwiderte sie grummelnd. "Ich habe schon gefährlichere Situationen durchgemacht."
      Als er aber plötzlich diese dünne Decke aus seiner Tasche kramte und sie zu sich rüber winkte, erstarrte die Braunhaarige peinlich berührt und konnte wenig später auch schon Hitze in ihren Wangen spüren. Natürliche Art und Weise, wiederholte sie in ihren Gedanken und biss sich auf die Unterlippe, um dann endlich etwas zögerlich zu nicken. "Okay..." Zögerlich und vorsichtig stämmte sie sich nach oben und kroch zu dem Weißhaarigen. In dem Versuch ihn so wenig wie möglich zu berühren, ließ sie sich auf seinem Schoß neider und ließ sich in die dünne Decke hüllen. Fast augenblicklich kehrte Wärme zurück in ihre Glieder und sie entspannte sich, was auch Mauz dazu verleitete ihr zu folgen und sich im Gegenzug auf dem Schoß der jungen Frau zusammenrollte. "Danke", murmelte Siera dann und schaute über die Schulter zu Lacan, ein entspanntes Lächeln auf den Lippen. Natürlich war ihr die ganze Situation noch immer recht peinlich, immerhin war schon allein dieses gefühl absolut befremdlich für sie. Dennoch fühlte sie sich in seiner Nähe sicher genug, um sich entspannen zu können und wenige Minuten später kuschelte sie sich auch schon etwas gegen ihn.

      Auf diese Weise verging die Zeit auch deutlich schneller, wobei die junge Frau ausnahmsweise einmal kein übermäßiges Redebedürfniss verspührte und einfach nur ruhig wartete. Schon bald ließen endlich die Winde nach und man konnte zwischen den Aschewolken endlich wieder etwas erkennen. Endlich konnten sie weiter. Natürlich konnte man noch immer nicht behaupten, dass sie sonderlich schnell vorankamen, aber sie behielten ein gleichbleibendes Tempo bei und legten einen Kilometer nach dem anderen zurück. Bis endlich das Ende der Schlucht erreicht war.
      "Das sind also die Wegelagerer?", murmelte Siera leise, als der kleine Trupp von Männern in sich kam, welche offensichtlich den Höhlendruchgang durch den Berg bewachten. Sie waren offensichtlich bewaffnet und hielten in alle Richtungen Ausschau. Nur der Nebel aus Asche konnte verhindern, dass Siera und Lacan entdeckt wurden, wie auch der kleine Fels hinter dem sie sich verbargen. "Was hast du vor, gegen sie zu unterneh-?" Sie stockte mitten im Satz als sie entsetzt beobachten durfte, wie sich der Weißhaarige samt Gewehr auf dem Ascheboden in Position brachte und auf die Männer vor ihnen zielte. Ohne lange darüber nachzudenken hockte sie sich direkt vor den Lauf. "Das lässt sich auf eine bessere Art und Weise lösen", behauptete sie stur und ignorierte Mauz' warndendes knurren. Die Katze wusste durchaus, dass Lacan nur noch abdrücken musste und es wäre um Siera geschehen. "Du sagtest selbst, dass diese Kerle Beziehungen nach Aludra haben. Was ist wenn auch nur einer dieser Kerle Alarm schlägt und uns damit ans Messer liefert, nur weil du es umbedingt auf die 'harte Weise' lösen willst?" Sie schaute zu der noch immer knurrenden Katze, während ihr Kopf bereits einen weiteren Plan ausheckte. "Mauz und ich werden diese Kerle ablenken und sie von ihren Posten weglocken, danach können wir uns auch unbemerkt in die Höhle schleichen, ohne dass jeder in Aludra sofort über uns bescheid weiß." Schon oft hatte Siera ihre Feinde auf diese Weise getäuscht und sich einen Weg eröffnet. Einfach nur indem sie ihre Gegner an der Nase herumführte. Wie leicht es doch war, sie hinter einem herjagen zu lassen, nur um sich dann geschickt zu verstecken, und sie zu umrunden. Und seitdem Mauz an ihrer Seite war, gelang es umso besser ihre Verfolger zu verwirren. Immer wieder hatte sie sich dadruch kampflos an ihren Gegnern verbeigeschlichen und musste kein einziges Opfer fordern. "Sollte der Plan schiefgehen, kannst du sie ja immer noch erschießen", fügte sie zuletzt noch schulterzuckend zu. "Aber lass es uns zumindest einmal probieren."
    • Das Gewehr auf einem Standbein zu Boden gestellt, sich vor diesem niederkniend und schlussendlich auf den Bauch legend, das Gewehrende an der Schulter ruhend und mit seinem grauen Auge durch das Visier starrend, vernahm der Weißhaarige Mann ziemlich schnell seine aufmüpfige Begleiterin, sich vor seinem Lauf aufbäumend. Ihre Worte erörterten ein weiteres Mal die unglaubliche Naivität des Mädchens, die sich dachte man könnte in einer Welt wie dieser alles durch Verhandlungen und Gespräche lösen. „Aus dem Weg, sonst wird die erste Kugel für dich bestimmt sein!“, entgegnete es Lacan in einer angespannten Stimmlage wohl wahrnehmend das es nicht einmal einen halben Tag dauerte bis sich das Mädchen gegen seine Gesetze stellte und jener Fall eintrat den er unterbinden wollte. Hartnäckig bleibend, nicht einlenkend und mutig seinen Worten erwiedernd, verzog der Mann schlussendlich eine Augenbraue und stieß ein tiefes Seufzen aus, bevor er seinen Blick vom Visier abwandte. „Nur zu, versuch dein Glück, doch ich bleibe hier und schieße insofern etwas schief gehen sollte!“ Dem Worten des Weißhaarigen Glauben schenkend, begaben sich sowohl Siera als auch Mauz erwartungsvoll in Richtung des Lagers, doch als sie sich einige hunderte Meter von Lacan entfernt hatten, ertönte ein Schuss der knapp an ihr vorbei schnellte und der erste Wachmann stürzte zu Boden. Kalt wandte sich der Blick des Weißhaarigen durch das Visier und reges Getümmel bildete sich innerhalb des Lagers, die jegliche Banditen aufscheuchten und ihre Position freigaben. Einige weitere Schüsse ertönten, während der Weißhaarige seinen Abzug mehrmals betätigte und mit seinem kalten, emotionslosen Gesichtsausdruck die Skrupellosigkeit seiner Taten betrachtete. Als auch die letzte sichtbare Person zu Boden sackte, erhob sich der Weißhaarige aus seiner Position und klemmte das Gewehr zurück an seinen Rücken. Siera, die den Vertrauensbruch des Weißhaarigen nicht ganz realisieren konnte, verblieb an Ort und Stelle, gezwungen dem sinnlosen Abschlachten zuzusehen, zumindest bis zu jenem Zeitpunkt an dem der Weißhaarige an ihr vorbei trat und dabei kurz mit seiner Hand über ihren Kopf striff. „Sorry Kleine, mein Auftrag stammt von einer höheren Person die verlangte diesen Unrat zu beseitigen. Schau nicht hin, wenn du den Anblick nicht ertragen kannst, doch das ist die Realität der Außenwelt. Vor mir befand sich eine andere Söldnerin auf den Weg zum Lager und kehrte nicht wieder, eine die einen ziemlich hohen Rang inne hatte. Kannst du dir vorstellen was eine Bande männlicher Banditen mit ihr angestellt haben? In Anbetracht der überwältigend Anzahl der Mehrheit, zahlt sich Stärke in dieser Welt nicht aus und es wird nur ein einzelner Schlag auf deinen Hinterkopf benötigt um dich zu einen willenlosen Sklaven zu machen.“ Lacans Schritte trugen ihn weiter voran, während seine Stimme ein weiteres Mal gefasst und kühl ertönte. „Es gibt sicher noch Überlebende. Falls du nicht bereit bist dir zum Wohle der Welt die Finger ein wenig schmutzig zu machen, solltest du hier draußen auf mich warten!“ An seinem Gürtel einen Dolch umgreifen, führten seine Schritte ihn ins innere des Berges, welches von diversen hölzernen Hängebrücken von Station zu Station führten die sich in verschiedenen Höhenlagen befanden. Einer der Banditen der sich hinter einer Tonne am Boden nahe eines Lagerfeuers versteckte und Lacan hinterrücks angreifen wollte, spürte in seinem Ansturm in der schnellen Reaktion des Mannes, die Hände jenes an seinen Arm und wurde über seine Schulter hinweg auf den Boden geworfen. Auf jenen abrollend, bemerkte er schnell das Knie Lacans während er sich aufrichtete in seinem Gesicht und verlor dabei einige Zähne, kippte nach hinten um und vernahm in seinem letzten Atemzug wie der Weißhaarige zum Stich mit dem Dolch ausholte, diesen jedoch abrupt zur Seite warf um einen weiteren Angreifer zu erledigen. Aus seinen Augenwinkeln vernahm er die Fetzen einiger Kleidungsstücke, die stark den Kleidung jener Frau ähnelten die sich vor ihm auf diesen Auftrag begab. „Scheint als hättet ihr Spaß gehabt, huh?“, entwich es seinen Lippen während er das Messer von seinem Beinholster nahm und die scharfe Klinge gegen die Mundwinkel seines Opfers drückte. „Crow, der Name sollte dir geläufig sein, irre ich mich? Falls Ja, dann einmal nicken, falls Nein, mit den Kopf schütteln.“ Ein schnelles Nicken entwich von jener Person dessen Augen nach Hilfe suchten, bevor die nächste Frage des Mannes ertönte. „Stimmen die Gerüchte das er sich seit einigen Wochen in Alkaid befinden soll?“ Ein weiteres Nicken entwich der Person, bevor Lacan seine Augen schloss und erleichtert aufzuatmen schien. „Vielen Dank. Dann wünsche ich dir eine gute Nacht und schöne Träume!“
    • Siera


      Er stimmte ihrem Plan zu! Sofort trat ein zufriedenes und dankbares Lächeln auf ihre Lippen, bevor sie nickte und sich zusammen mit mauz auf den Weg machte. Sie wollte sich zusammen mit der Katze etwas abseits des Lager plazieren und dann die Asche gut sichtbar aufwirbeln. Es sollte genügen, um zumindest einen oder zwei der Wachposten in ihre Richtung zu locken und spätestens wenn dann Mauz kurz vor ihnen erschienen war würden sie ihr hinterherjagen und ihre Wachposten voorm Höhleneingang aufgeben, wenn auch nur für einen Moment.
      Siera hatte ihre angestrebte Position fast erreicht, als ein an ihr vorbei pfeifender Schuss sie in sich zusammenzucken ließ. Erst war sie unfähig zu begreifen, was geschah. Doch als sie beobachten durfte, wie der erste Wachposten zu Boden sank, war ihr alles klar. Doch kam sie gar nicht erst dazu, groß etwas zu untenehmen, als auch schon der nächste Schuss durch das Gebiet schallte und sein nächstes Opfer forderte. Blut färbte die graue Asche noch deutlich dunkler, während die verbliebenen Wachmänner von milder Panik gepackt wurden. Starr und bewegungslos war Siera dazu verdammt dem Schauspiel zuzusehen, welches zunehmend von Bildern ihrer Vergangenheit überschattet wurde. Jeder einzelne fallende Schuss ließ sie zusammenzucken und hastig den Atem ausstoßen. Um sie herum starben die Männer wie die Fliegen, ohne dass auch nur einer von ihnen die junge Frau und die Katze an ihrer Seite bemerkt hatten. Auch mauz schien dabei nicht mehr zu wissen, wie sie reagieren sollte und schmiegte sich eng an die Braunhaarige, deren Körper von einem unaufhaltesamen Zittern erfasst wurde. Die Rufe der sterbenden Wachmänner mischten sich mit den Klageschreien ihrer Vergangenheit und auch das Bild des Blutes war ein Vertrautes.
      Irgendwann war es endlich vorbei. Das Schießen hatte ein Ende und die Rufe verstummten. Und dennoch konnte sich Siera noch nicht aus ihrer Starre lösen, während sie voller Entsetzen auf die sich bildende Blutlache blickte. Warum? Warum? Warum?
      Die plötzliche Berührung auf ihrem Kopf ließ sie auffahren und holte sie endlich aus ihrem Albtraum. Sie hatte nicht einmal bemerkt, wie Lacan seinen Posten verlassen hatte und nun schaute sie ihm voller Fassungslosigkeit nach. Sie verstand seine Worte nur zum Teil. Er hatte das tun müssen? Er hatte keine andere Wahl? "Wir hätten zumindest eine andere Strategie versuchen können", murmelte sie, während sie sich langsam wieder aufrichtete und ihm mit langsamen Schritten folgte. "Ich habe mir die Hände in dieser Welt schon oft genug schmutzig gemacht... Aber nur dann wenn es nicht zu vermeiden war", stieß sie grummelnd aus und griff nach ihrem eignen kleinen Dolch an ihrem Rücken.
      Doch bei einer Sache stolperte sie über seine Worte. Was meinete er mit "zum Wohle der Welt"? Tat er das alles hier also für einen tieferen Sinn? Wenn ja, wer hatte ihn dann genau beauftragt und was sollte seine Aufgabe sein? Egal wie sehr sie ihn im Moment für seine Aktion verachten mochte, sie konnte ihre Neugier nicht klein halten. Außerdem: selbst wenn er sich gerade als absolut klatblütig gezeigt hatte, war ihr auch zunehmend bewusst, dass er sich zumindest ihr gegenüber einigermaßen... freundlich benahm. Immerhin hätte er sich ihr auch jederzeit entledigen können, hätte er es nur gewollt.
      Auf leisen Sohlen folgte Siera dem Weißhaarigen in die Höhle und blickte sich aufmerksam um. Auch Mauz neben ihr wahr natürlich in absoluter Alarmbereitschaft. Hier gab es keine Aschewolken mehr, hinter denen man sich verbergen konnte und auch das komplette Terrain war ihnen unbekannt, was ein eindeutiger Vorteil für den Gegner war. Kaum hatte sie diesen Gedanken gesponnen stürmte auch schon einer der Wegelagerer aus seinem Versteck und hielt genau auf Lacan zu. "Achtung!" Siera hätte sich den warnenden Ausruf sparen können, denn Lacan schien mit dem Hinterhalt bereits gerechnet zu habe. Der Angreifer hatte nicht den Hauch einer Chance und fand sich im nächsten Moment auf dem harten Boden der Tatsachen wieder. Wortwörtlich.
      Schweigend verfolgte Siera die kleine Fragestunde und wollte natürlich umgehend selbst wissen, wass es mit diesem Crow auf sich haben sollte. Allerdings verzichtete sie dieses Mal einmischende Fragen und hielt Abstand, auch als sie vom hilfesuchenden Blick des Wegelagerers getroffen wurde. Sie schaute beiseite und konnte bald schon das röchelnde Geräusch eines Sterbenden vernehmen, dessen Luftröhre sich nach einem sauberen Schnitt durch den hals mit Blut füllte. Erschreckender Weise war ihr dieses Geräusch aber noch einiges Lieber als der Ton eines abgefeuerten Gewehres, weswegen ihr Schock über den Tod des Mannes dieses Mal auch ausblieb.
      "Dieser Crow... Ist das dein Auftrag? Bist du deswegen auf den Weg nach Aludra?" Aber hatte er nicht zuvor von Alkaid gesprochen? Sollte das eine weitere Stadt sein, eine deren Namen sie wirklich noch nicht kannte? "Und was hast du vorhin mit zum Wohle der Welt gemeint?"
      Lansgam setzte sie sich in der Höhle in Bewegung und erkundete die einzelnen Lagerposten. Da mauz sich mittlerweile wieder vollkommen entspannte hatte, bezweifelte sie hier noch auf weitere Gegner zu stoßen, also dürfte sie auch niemand dabei aufhalten ihre Vorräte aufzufüllen. "Im Übrigen werde ich mich nicht noch einmal so verarschen lassen." Ihre sonst so heitere Stimme war einem düsteren Unterton gewischen. "Ich glaube zu verstehen, warum du diesen brutalen Weg gewählt hast, auch wenn ich damit nach wie vor nicht einverstanden bin, aber ich werde nicht akzeptieren so elendig angelogen und praktisch hintergangen zu werden." Wahrscheinlich hatte ihr mörderischer Blick dank ihres kindlichen Aussehens und er geringen Körpergröße wenig Effekt, aber sie ließ es sich deswegen sicher nicht nehmen ihn damit anzustieren.
      Die Klamottenfetzen auf dem Boden konnten ihr nicht entgehen. Blut hing an ihnen und Siera wusste einfach, dass dieses nicht von den Wegelagerern stammen konnte. Vor mir befand sich eine andere Söldnerin auf den Weg zum Lager und kehrte nicht wieder, hallten ihr Lacans Worte durch den Kopf. Sie wollte sich nicht ausmalen, was mit dieser Frau geschehen sein mochte. "Und auch wenn ich dir dankbar für dein "Sorge" um mich bin, solltest du endlich begreifen, dass ich kein Kind mehr bin und mich durchaus auch verteidigen kann. Ich habe nicht beschlossen, mich dir anzuschließen, nur damit du alles alleine erledigst. Du magst mir zwar nicht viel zutrauen, aber Mauz und ich können durchaus helfen." Aus einem der Vorratssäcke zog sie frisches Wasser hervor. In der Höhle gab es keine Aschewinde, die das frische Nass verschmutzen könnten, also entledigte sie sich kurzer Hand ihrer Schutzmaske und nahm ein paar Schlucken, bevor sie eine weitere gefundene Flasche dem Weißhaarigen entgegen warf. "Bevor wir unsere eigenen Vorräte aufbrauchen, können wir auch diese hier nutzen." Natürlich bekam auch Mauz etwas davon ab, welche sich mit einem tiefen Schnurren bedankte und endlich wieder Siera Lächeln in ihr Gesicht zurück holte.
      "Wie lange wird es wohl dauern, bis auffällt, dass diese Kerle hier keinen Bericht mehr erstatten und man Ünterstüzung schickt?", wollte sie nach wissen, nachdem sie sich auch noch einen weiteren Schluck Wasser gegönnt hatte. "Hast du vor von hier aus direkt weiter zu gehen, oder eine kurze Rast einzulegen?"




    • Ihrer Reaktion nach zu urteilen, war die junge Frau gewiss nicht davon angetan von Lacan belogen wurden zu sein, doch bisher sah er sie auch nicht als Kameradin sondern als Anhängsel an. Ihren giftigen Blick also lediglich ausweichen, trat er einige Schritte voran und begutachtete die diversen Zelte um nach Überbleibsel der Banditen zu suchen, die er als Beweis für den erledigen Auftrag mitnehmen konnte. Während seiner Suche beantwortete er nur spärlich die angesammelten Fragen des Mädchens und fing unterdessen die Wasserflasche, die sie ihm zuwarf. „Mein Auftrag geht dich nichts an.. Aludra ist lediglich ein zwielichtiger Ort an dem sich jegliches Gesindel, sowie der größte Abschaum dieser verkorksten Welt versammelt. Alkaid hingegen ist der einzige Ort in der Aschewüste, der im Handel mit den Distrikten floriert und von ihnen das Recht gewährt bekommt als legitimen, autonomer Ort zu existieren. Was deine letzte Frage angeht..“ Seine Hände umfassten den Verschluss eines Zeltes und während er jenes zur Seite warf, erschien ein hellblauer Schleier der sich in einer schlängelnden Bewegung weiter nach hinten verzog. Ein tiefes Knurren ertönte aus dem Inneren des Zeltes, gefolgt von einer gewaltigen Wolke die aus den Lechzen einer Bestie in Richtung Lacan ausgeatmet wurde. Das Aufbäumen einer Gestalt war zu vernehmen, während sich das weiße Fell aufplusterte und die Wolfsartige Silhouette ihr Gewicht auf die Hinterbeine zu verlagern schien. In einer schnellen Handbewegung, warf der weißhaarige Mann die Wasserflasche gegen das Monster im Zelt, welche lediglich abprallte und stumpf zu Boden fiel. Die Mundwinkel des Mannes verzogen sich schlagartig nach unten und sein Blick wandte sich langsam zur Seite ab, bevor das Wesen eine erneute Wolke ausstieß und damit die weißen Haare aufwirbelte. „Doch keine Einbildung!“, entwich es ihm bevor er sich mit einem Hechtsprung zur Seite von jener Stelle fortbewegte, in welchem sich binnen wenigen Sekunden eine gigantische Pranke in den Boden bohrte und das Zelt-äußere in mehrere Fetzen löste. In einer fixen Abrollbewegung über die Seite, landete Lacan leichtfüßig in der Hocke, stürzte jedoch auf seinen Hintern und griff nach seinen Rücken um festzustellen das sein Gewehr sich während seiner Abrollbewegung losgesagt hatte und nun nahe der Bestie ruhte, welche ihren Kopf durch das, was vom Zelt übrig blieb, drückte. Nervös zuckte die rechte Augenbraue des Mannes, während sich seine Hand mehrmals zusammenschloss, doch, noch immer der Hoffnung innewohnend den Gewehrlauf lediglich zu verfehlend, nichts als Leere ergriff. „Tch..“
      Der Körper des Wolfes drückte sich durch die Zeltöffnung und türmte sich bedrohlich vor Lacan auf, der seine linke Hand vorsichtig an die Polsterung seines linken Beines legte um die Lasche der Tasche zu öffnen. Langsam und Bedrohlich schritt das Wesen voran, bleckte seine Zähne und starrte mit einem aggressiv wirkendem Gesichtsausdruck auf sein vermeintliches Opfer. Kurz bevor der Fenrir jedoch mit einem Sprint zu Lacan aufschloss, bewegte sich seine Hand blitzschnell in die Tasche und warf etwas zu Boden, was schwarze Rauchschwaden aufwirbelte. Im selben Moment stürmte jedoch auf Befehl seiner Herrin hin, die mutierte Katze unter den Namen Mauz bekannt, auf den Fenrir zu und katapultierte diesen in einem Tackle zur Seite um den Weißhaarigen zu retten, der jedoch jene Chance nutzte um sein Gesicht unter seinem Mantel zu verstecken und durch die Rauchschwaden zu sprinten. Neben ihn näherte sich eine Klaue, die er mit einem Satz nach vorne auswich, doch eine andere Pranke über sich erblickend, die ihn schnell unter sich begraben würde. In einem schnellen Ruck nach hinten, schlitterte der Weißhaarige über den staubigen Boden hinweg und vernahm mit dem Gesicht nach oben gerichtet, wie die Pranke nur knapp seinen Kopf verfehlte. In mehreren Drehungen über den Boden, stoppte der Körper des Weißhaarigen der außer Kontrolle geriet, an einem Felsvorsprung und brachte seine Atmung außer Kontrolle. Schwer Hustend und nach Luft ringend, die Augen zusammengekniffen nur eines von ihnen leicht öffnend um die Situation zu begutachten, offenbarte sich dem geschundenen Mann die goldenen Augen der Bestie und der sich nähernde Schlund mit den spitzen, weißen Zähnen, die nach Nahrung lechzten. Als letzten Ausweg einen Dolch aus der Vorrichtung an seinem Stiefel ziehend und in die Richtung des Mauls der Bestie richtend, befand sich der Arm des Mannes bisweilen zwischen den gierigen Zähnen, die noch vor der Abtrennung des Gliedmaß von einer Kraft zur Seite gedrückt wurden, bei der es sich erneut um Mauz handelte. Nun konzentrierte sich der Fenrir vollends auf Mauz und Lacan bekam genug Zeit um den Dolch aus seiner zittrigen Hand gleiten zu lassen, seinen erhöhten Herzschlag und seine unkontrollierte Atmung zu beruhigen und im Rauch nach seinem Gewehr zu suchen. Während der Kampf zwischen Mauz und dem Fenrir jedoch zu toben schien und die dumpfen Geräusche des Aufpralls der gigantischen Katze und des riesigen Wolfes in der Umgebung widerhallten, Lacan sein Gewehr fand und ergreifen wollte, durchzog ein stechender, bestialischer Schmerz sein rechtes Auge und zwang ihn auf die Knie, seine rechte Hand auf das Tuch ablegend welches jenes Auge bedeckte. Die Adern um seinen erröteten Auge befindlich, breiteten sich weiter aus und zogen sich bisweilen zu seiner anderen Gesichtshälfte, pulsierend und sich in Schwärze füllend, sich der Sclera anschmiegend und durch jene einen schwarzen Strich bis zur Iris ziehend. Das Gewehr aufhiefend, die Zähne knirschend, mit der freien Hand sein schmerzendes, bedecktes Auge haltend, rannte der Weißhaarige schlussendlich aus den Rauchschwaden hinaus, erneut den Seitenhieben der Bestien so gut wie es eben ging ausweichend und sich eine erhöhte Position suchend, von welcher er sein Gewehr nutzen könne um den Fenrir zu attackieren.
    • Siera


      Sie hatte bereits damit gerechnet, keine wernünftige Antwort zu erhalten, aber zumindest ein paar wenige Informationen legte er ihr offen, womit sie sich fürs erste wohl zufrieden geben musste. Allerdings bedeutete das noch lange nicht, dass sie aufgegeben hatte. Irgendwann würde sie ihn noch ein weiteres Mal fragen, so lange und oft, bis sie die Antworten erhielt, die sie sich erhoffte.
      Als Lacan allerdings plötzlich in einem seiner Sätze stoppte schaute Siera etwas verwundert auf, nachdem sie bis eben noch wie er zwischen den Lagern und Zelten nach brauchbaren Vorräten gesucht hatte. "Was ist?", wollte sie dann wissen, als sie bemerkte, wie der Weißhaarige wie starr in das Innere eines der Zelte blickte. Doch zur gleichen Zeit versteifte sich auch Mauz neben ihr und sie kannte dieses tiefe Knurren, das aus der Kehle der Katze hervordrang. Es bedeutete Gefahr.
      Umegehend war auch Siera wieder in Kampfbereitschaft verfallen und griff gerade nach einem der Messer, dass sich zwischen ihrem Rucksack und Rücken versteckte, als sie auch schon mit Entsetzen beobachten durfte, wie das Zelt vor Lacan von einer Bestie in Fetzen gerissen wurde.
      "Ein Finrir...", stieß sie aus, während sie beobachtete wie sich die riesige infizierte Wolfsbestie aus den Resten des Zeltes schob. Lacan war es zuvor nur mit knapp gelungen einem Hieb dieses Monsters auszuweichen, wobei Siera nicht verleugnen konnte, dass sie von seiner Leichtfüßigkeit beeindruckt war. Allerdings schien er bei der ganzen Aktion sein gewehr verloren zu haben und sah sich damit praktisch wehrlos dem näher kommenden Fenrir entgegen. Nur eine Rauchbombe und geschickte Ausweichbewegungen gestatteten es dem jungen Mann dem Wesen in der nächsten Sekunde noch rechtzeitig zu entgehen. Allerdings war sich die junge Frau sicher, dass der Weißhaarige trotz seines offenbar überragenden Könnens nicht ewig gegen den Wolf würde bestehen können.
      "Mauz! Hilf ihm!" Kurz schaute die Katze noch zu ihr auf, als würde sie sich ihrer Worte bestätigen wollen, dann richtete sie hellblauen Augen auf den Fenrir und sprintete los. Im nächsten Moment sprang Mauz auch schon mit voller Kraft gegen die Bestie und schaffte es trotz des Größenunterschieds den Wolf zur Seite zu schieben. Den Fenrir war defintiv stärker, größer und auch alles andere als langsam, aber Mauz war schneller und auch geschickter. Immer wieder wich sie geschickt den gewaltigen Klauen des infizierten Wolfes aus, umrundete ihn, um sich von seiner Flanke aus auf seinen Hals zu werfen, mit dem Ziel sich in seinen Nacken zu verbeißen. In der Zwischenzeit gab sich Lacan alle Mühe sich aus dem gefährlichen Radius der tödlichen Pranken zu schieben. Dabei sog Siera nicht nur einmal schockiert die Luft ein, als er nur knapp einem Prankenhieb enkam und letztendlich polternd über den Boden rollte. Nur ein weiterer riskanter Satz von Mauz verhinderte, dass der junge Mann in der nächsten Sekunde zerfezt werden konnte. Dann endlich schien der Fenrir seine Aufmerksamkeit vollständig auf die Katze zu lenken, was es Lacan ermöglichen sollte, aus dem direkten Angrifssradius der Bestie zu entkommen.
      Hatten die Geschehnisse Siera bis eben noch zu sehr eingenommen, wurde nun auch sie endlich wieder wach und sah sich in der Pflicht ebenso etwas zu unternehmen. Mauz war zwar stark und absolut geschickt, aber wenn es um Stärke und Ausdauer ging, würde der Fenrir den Vorteil auf seiner Seite haben. Siera musste ihre kleine Freundin also auf jeden Fall unterstützen, wenn das hier noch im Guten enden sollte. Entschlossen griff sie hinter sich und spürte auch schin das glatte Holz des Bogens an ihrem Rücken. Zum Glück hatte sie ihn vor der Reise noch einmal frisch bespannt, was jedem Schuss noch zusätzliche Wucht verleihen sollte. Allerdings besaß sie nur sechs Pfeile, die gegen normale Infizierte definitiv reichen würden, aber bei einem Fenrir war die Sache mit einem einzelnen gezielten Schuss leider noch lange nicht erledigt.
      Siera verzichtete darauf, sich darüber weitere Sorgen zu machen, sondern spannte einfach den ersten Pfeil in die Sehne ein. Konzentriert verfolgte sie die Bewegungen des wütenden Wolfes und ließ auch keinen Moment lang Mauz aus den Augen, welche elegant und flink um die Bestie herumsprang. Nachdem es der Katze kein einziges Mal gelungen war, sich effektiv in den Nacken ihres Gegners zu verbeißen, hatte sie beschlossen Beine und Pranken der Bestie zu attackieren. Immer wieder wich sie nur knapp einem Hieb des Fenris aus, um im nächsten Moment ihre eigenen scharfen Krallen in die Gliedmaße des Monsters saußen zu lassen. Der Wolf knurrte bei jedem Mal lauter und fletschte die Zähne weiter. In seinen Augen konnte Siera pure Raserei erkennen. Und genau das war auch ihr Ziel, seine golden schimmernden Augen. Sie waren nur ein kleines Ziel und noch dazu ein bewegliches, aber sollte ihr der Schuss gelingen, würde sie den Gegner blenden können, was einen enormen Vorteil bedeuten würde. "Ruhige Atmung...", murmelte sie leise, während ihre Pfeilspitze unentwegt den Bewegungen des Fenrirs folgte. Mit jeder Sekunde wurden ihre Atemzüge länger und ruhiger in ihren Bauch hinein. Ein letztes Mal tief Einatmen, um beim finalen Ausstoßen der Luft den Bogen bis zum Maximum zu spannen und den Pfeil zusammen mit dem letzten Rest Luft saußen zu lassen. Der Schrei der Bestie folgte promt, während sie kurz orientierungslos zur Seite taumelte, nachdem es das linke Auge verloren hatte. Endlich war der Weg für Mauz frei und sie verbiss sich in der Kehle des Fenrirs. Auch wenn es noch nicht reichte und die Katze wenige sekunden später wieder von dem wütenden Tier ablassen musste, das einfach nur noch wild um sich schlug, war es Mauz gelungen eine tiefe blutende Fleichwunde in den Hals zu reißen.
      "Geht es dir gut?" Siera hatte den Moment genutzt, um sich Lacan zu nähern, welcher die letzten Momente damit verbracht hatte sich scheinbar geschwächt auf seinem Schwert abzustützen. "Wurdest du irgenwo verletzt?" Vorsichtig legte die junge Frau ihre Hand auf seine Schulter und ließ den Blick über in Schweifen. Doch abgesehen von ein paar Schirfwunden konnte sie nichts besorgniserregndes erkennen... bis sie ihm ins Gesicht blickte. "Dein... Auge... Was? ... " Sie kam nicht dazu den Satz zu beenden. Ein kurzes Aufjaulen in ihrem Rücken ließ sie vorher zusammen schreiben. "Mauz!" Betroffen busste sie beobachten, wie die große Katze sich taumelnd versuchte aufzurichten, nachdem der Fenrir sie scheinbar gegen die nächstbeste Wand geschleudert hatte. "Verdammt!" Frustriert biss sich Siera auf die Unterlippe und schob sich vor Lacan um einen weiteren Pfeil aus ihrem Köcher zu ziehen. Mauz war noch immer nicht wieder kampfbereit und das wusste der Wolf, der sich grollend und gefährlich langsam an sie näherte. Bevor er die letzten Meter mit einem tödlichen Satz übberbrücken hätte können, kieß Siera ein weiteres Mal einen Pfeil von der Sehne schnellen. Dieses mal hatte sie sich nicht um langes Zielen bemüht sondern nur grob in Richtung Brustkorb der Bestie geschossen. Tief bohrte sich die spitze in das Fleisch des Monsters aber es sorgte maximal für ein unangenehmes Pieksen. Doch dieser Schmerz schien zu reichen, um die Aufmerksamkeit des Wolfes von Mauz abzulenken. Das verbliebene goldene Auge legte sich mit reinster Mordlust auf die junge Frau, welche umgehend in Bewegung kam. Sie musste sich von Lacan entfernen und den Fenrir ihr hinterherjagen lassen. Sie wusste nicht, was mit dem Weißhaarigen war, und was es mit den seltsamen Verfärbungen in seinem Gesicht und seinem Auge zu tun hatte. Außerdem wollte sie im Moment im Moment auch nicht darüber nachdenken, wie sehr sie diese Spuren an eine CHD-Infektion erinnerten. Für den Moment galt es diese Bestie zu besiegen und sie würde auch nicht zulassen, dass der Wolf Lacan tötete. Also ließ sie einen dritten Pfeil auf das Tier los, um sicherzustellen, dass sich seine Aggression gegen sie richtete, dann sprang sie mit flinken Füßen von einer Plattform zur nächsten, eilte über Brücken und hielt einen immer gleichen Abstand zum Fenrir bei. Sie musste nur lange genug durchhalten, bis Mauz wieder Kraft gewonnen hatte. Gott Sei dank, musste sie darauf auch nicht allzu lange warten. Kurz bevor ihr die Kraft ausging und sie, sprang ihr die Katze zur Hilfe und verbiss sich ein weiteres Mal im Hals der Bestie. Genau an dieselbe Stelle wie zuvor und sorgte für einen noch intensiveren Blutfluss. Zwar war es schwer ein CHD-Infiziertes Wesen ausbluten zu lassen, aber wenn die Wunde groß genug war, war es nicht umöglich. Mauz brauchte nur noch ein paar weitere Chancen und sollte es Siera gelingen auch das rechte Auge des Wolfes zu treffen, würden die Chancen defintiv genügen. Allerdings war es dieses Mal um einiges schwerer die Atmung fernünftig herunterzufahren, nachdem die junge Frau so viel hatte herumrennen müssen. Trotzdem verfehlte ihr Pfeil auch dieses Mal nicht das Ziel, weswegen sie ein zufriedenen Aufschrei von sich gab, als sie beobachten durfte, wie das Tier nun vollkommen geblendet nicht mehr genau sagen konnte, von wo aus Mauz es anspringen würde. Jetzt galt es nur noch lange genug durchhalten und genügend Wunden schlagen, dann wäre auch diese Bestie kein Problem mehr.
    • Noch immer von Schmerz verzerrt, schaute der Weißhaarige aus seinen Augenwinkeln heraus auf und bemerkte die Hand der jungen Frau an seiner Schulter, die ihn mit einem schockierten Gesichtsausdruck entgegnen zu schien. Inzwischen hatte ihr Haustier einige Probleme mit dem Fenrir mithalten zu können, woraufhin sie mit ihren Pfeilen die Aufmerksamkeit auf sich zog und in einem enormen Tempo, in einer Art Parkour über die Schwelle der Holzbrücke sprang und über die verschiedenen Dächerartigen Strukturen der improvisierten Holzhütten oberhalb der Zelte, entlang der Felswände sprang. //...Verrücktes Mädchen.. Weshalb verteidigt sie diese dumme Katze wenn sie schon längst hätte den perfekten Moment für den Todesstoß abpassen können...// Das Gewehr über das Geländer hievend und durch den Gewehrlauf sein Ziel suchend, setzte der junge Mann den Schaft an seine Schulter an und ging in den Einbeinkniestand um seinen Halt zu stabilisieren. Die Sicht flog wortwörtlich über das Schlachtfeld, da die Bestie durch das Aufschrecken Siera´s keine Ruhe fand und keine Öffnungen darbot um einen kritischen Schuss des Gewehres abzubekommen. Entnervt schnalzte Lacan mit seiner Zunge und sah über den Lauf hinweg, die Bewegungsrichtung seiner Gefährtin folgend, deren mangelhaftes Zusammenspiel dazu führte die freie Schussbahn zu verhindern. „Keine Chance...Der Querschläger könnte entweder das Mädchen oder ihr geliebtes Haustier treffen.. Einer von beiden würde sich für dieses `Versehen` mit Sicherheit gegen mich wenden..“ Erneut durchstieß ein bitterlicher Schmerz sein verdecktes Auge und zwang den Weißhaarigen dazu, seine freie Hand gegen sein vor Schmerz verzerrtes Gesicht zu stemmen. Und während jenes Ereignis geschah, spürte Lacan plötzlich etwas scharfes an seiner Kehle, ausgehend von der Stimme eines Jungen die im Raum niederhalte. „BIS HIERHER UND NICHT WEITER!“
      Nicht nur der Fenrir, auch Siera und Mauz stoppten und sahen zu der Geiselnahme auf der Holzanhöhe hinauf, zu jenem Jungen der sich mit seinen kalten, blauen Augen auf die junge Frau hinabschaute. Sein Blick wandte sich zum Fenrir und vernahm die unzähligen Wunden, sowohl die Erblindung der Bestie. „Bruderherz...“, entwich es den Jungen, nun in einer eher verstörten, gar verängstigten Tonlage, kurz bevor sich die kalten blauen Augen voller Zorn zu Mauz wandten. „Wie kannst du es wagen?!“ Das Messer in seiner Hand von der Kehle des Weißhaarigen lösend und in einer schnellen Bewegung auf die Katze zuschnellend, schoss der Junge noch während der Ausweichbewegung Mauz` über das Geländer hinweg in Richtung des Bodens, den Schweif an seinen Steißbein und die Hörner, als auch die flauschigen Ohren an seinen Seiten befindlich entfaltend. Nachdem der Junge auf allen Vieren aufkam, zischte er in einem enormen Tempo, zickzackförmig auf die Katze zu und stieß Mauz mit seiner flachen Hand gegen eine Mauer, die Pfeile an seiner Seite wohl bemerkend doch mit seinem willkürlich bewegenden Schweif in einer schleierartigen Bewegung abwehrend, sodass jene Pfeile lediglich zu Boden stürzten. Schnell offenbarte sich ein Schatten über den Jungen, und die Pranken des Fenrir stützten sich vor jenen, den Jungen schützend unter seinem weißem Bauchfell bedeckend, welches unlängst von seinem Blut befleckt war. Blut tropfte die Lechzen des Biestes hinab, die weiße Wolke die er ausstieß verband sich mit den rötlichen Tropfen aus seinem Maul und die zaghafte Stimme des Jungen ertönte. Als der verzweifelte Blick des Jungen die Umgebung um-schweifte, vernahm er die unzähligen leblosen Körper seiner Kameraden und stockte in seiner Atmung. „Cody, Vishnal... Ihr alle...“ Der Fenrir verdeckte mit seiner Pranke die Sicht des Jungen und schrie vor Schmerz aus als sich eine Kugel von Lacans Gewehr durch eben jene bohrte. Als Lacan zum zweiten Schuss ansetzen wollte, stellte sich der Junge vor das Monster und breitete mit heruntergezogenen Mundwinkeln und Tränen des Zorns in den Augen seine Arme zur Seite aus. Ein tiefes Seufzen entwich den Weißhaarigen, welcher sich von seiner Stellung erhob und das Gewehr gegen seine Schulter lehnte. „Komm runter Kleiner, das war eine Kugel mit der Substanz einer Blutbohne...“ Ein roter Schleier umgab den Fenrir, seine Augen weiteten sich während sein Herzschlag enorm an Tempo zunahm und seine Muskeln zu extrem pulsierten das es nach außen sichtbar wurde. Doch innerhalb jener Muskelzuckungen, war schnell zu vernehmen das die bewusstlose Bestie die Form eines Menschen annahm und die Wunden an seinem Körper langsam begannen zu heilen. Schlagartig wandte sich der Junge zu den zum Menschen gewordenen Fenrir um und lehnte den Kopf des Mannes auf seinen Schoss. „Bruderherz! Kalian, wach auf!“ Lacan hatte inzwischen, trotz seiner Kondition, zu Siera aufgeholt die sich auf direktem Wege zu Mauz begeben hatte und sah hockte sich zu ihn und der Katze hinab. „Alles in Ordnung?“


    • Siera


      Fast war es geschafft, sie müssten nicht mehr lange durchhalten. Vielleicht noch ein gut geziehlter Schuss von Siera und ein weiterer Biss von Mauz und der Kampf wäre endlich gewonnen, der Fenrir wäre endlich besiegt. Doch noch bevor die Katze ein letztes Mal auf den Wolf zuspringen konnte, tönte plötzlich ein warnender Ruf durch das gesamte Höhlensystem und ließ nicht nur die junge Frau und Mauz erstarren, sondern sogar den Fenrir.
      Aufgrund des Halles in der Höhle wusste Siera nicht sofort, wo die Stimme herkam aber kaum schaute sie zu Lacan auf versteifte sie sich noch mehr. Sie sah deutlich das Messer an seiner Kehle aufblitzen und begegnete im nächsten Moment dem zornigen Blick eines Jungen, dessen Augenmerk im nächsten Moment auf den Fenrir fiel. Schöagartig lag noch eindringlichere Wut in seinem Gesicht gemicht mit absolutem Entsetzen.
      Alles was folgte geschah beinahe etwas zu schnell für Sieras menschliche Augen. Den einen Moment stand der Junge noch bei Lacan, im nächsten presste er auch schon die erschrocken grummelnde Mauz gegen die Felswand. "Lass sie los!", rief Siera entsetzt und spannte schon den nächsten Pfeil in in die Sehne. Leider blieben ihr nur noch zwei und beide wurden mit leichtigkeit abgewährt. Auch dieser Junge war ein Infizierter, wobei die Hörner an seiner Stirn in Kombination mit dem langen Schweif und den Flauschigen Hundeohren bereits zeigten, dass er in Zukunft wie der Fenrir enden würde, welcher sich nun schützend vor den Jungen platzierte.
      Noch immer war Siera nicht in der Lage zu begreifen, was hier eigentlich vor sich ging, auch wenn sie bereits eine gute Idee hatte. Aber im Moment gab es wichtigeres. Mauz! Endlich hatte der infizierte Junge ihre Freundin freigegeben, woraufhin die geschwächte Katze bewegungslos zu Boden gesunken war. Siera war egal was, genau um sie herum geschah, sie rannte einfach auf Mauz zu und bekam nur am Rande mit, wie Lacan den Fenrir mit einem Schuss zurück in seine menschliche Gestalt verwandelte. Sie würde sich später mit der Frage befassen wie das möglich sein konnte.
      "Mauz! Bist du in Ordnung?" Vorsichtig strich sie durch das weiche Fell der Katze, welche ein kurzes unwilliges Knurren von sich gab und nur langsam zu ihr aufsah. Umgehend zog Siera die Katze schützend näher an sich heran und suchte sie nach Verletzungen ab. An einigen Sellen verfärbte sich ihr helles Fell bereits rot, aber es schien sich um nichts ernstes zu handeln. Erleichterung ließ die junge Frau in sich zusammensinken, während sie die Katze sanft weiter an sich zog. "Mach mir nie wieder solche Angst." Das Knurren wandelte sich in ein tiefes Schnurren, während sich Mauz näher an ihre Freundin heranschob.
      Erst als er sie ansprach bemerkte Siera, dass Lacan an sie herangetreten war. Sofort blickte sie zu ihm auf und nickte dann langsam. "Mauz wird schnell wieder heilen und ich habe keine Verletzungen." Forschend legten sich ihre Augen auf sein Gesicht, bevor ihr blick zu dem weinenden Jungen wanderte, welcher offenbar seinen wieder zum Menschen gewordenen Bruder an sich drückte. "Die Frage ist wohl eher ob es dir gut geht", meinte sie dann, nachdem sie sich weider zu dem Weißhaarigen gedreht hatte. "Ich habe solche Male schon ein paar mal gesehen... Ich weiß was sie bedeuten." Wieder ging ihr Blick zu dem Jungen. "Und wegen dem dort bist du mir auch noch eine Erklärung schuldig." Ernst zog sie die Augenbrauen zusammen. "Du hast ihn in einen Menschen zurück verwandelt. Wie hast du das gemacht? Und heißt das etwa, das CHD-Virus kann geheilt werden?" Wieder glitt ihr Blick zu den Malen in seinem Gesicht. Warum hatte er sich dann noch nicht selbst geheilt.
      Seine Antworten abwartend strich sie noch einmal beruhigend über Mauz' Kopf bevor sie sich endlich erschlossen auf die Beine erhob und zu dem Jungen drehte. Hatte sie ihn noch eben am liebsten töten wollen, nachdem er Mauz attackiert hatte, löste er nun Mitleid in ihr aus. Vorsichtig schritt sie auf ihn zu und schaute auf den ehemaligen Fenrir hinab. "Ihr seid also Brüder", stellte sie mit ruhiger Stimme klar, um den Jungen nicht zu erschrecken und einen weiteren Kampf zu provuzieren. "Ihr gehörtet also zu den Männern hier?" Sie hockte sich in einem halben Meter Abstand zu dem Jungen und musterte ihn fragend. Irgendwie konnte sie sich nur schwerlich vorstellen, dass der Junge tatsächlich zu einer Gruppe Wegelagerer gehörte, aber in dieser Welt tat man alles fürs überleben. "Was genau macht ihr hier?"