Das Königreich der Drachen [M&A]

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    • Das Königreich der Drachen [M&A]





      Das Königreich der Drachen

      Zedrick
      "Shhhh." Mit einer schnellen, fließenden Bewegung rollte ich meinen Körper gegen die Wand. Ich presste mich so fest an sie als wäre ich ein Teil von ihr und verbag meinen Umriss zusätzlich hinter einen der großen Samtvorhänge, während einige Wachen an mir und meinen Leuten vorbei rannten. Selbst mein Atem stieß ich einfach so aus um nicht auzufallen. Als die letzte Wache an uns vorbei gelaufen war wartete ich noch enige Sekunden ab. Erst dann gab ich den anderen ein Handzeichen. Sicherheitshalber blieben wir jedoch im Halbschatten als wir die Lagebesprechung fortführten. Es war fast so wie Xalos Kontacktmänner es gesagt hatten. Während einige der Männer für genug Chaos und Ablenkung an verschiedensten Orten sorgten, war ich uns zwei meiner engsten Verbündeten durch einen der Bedeinsteteneingänge ins Schloss gelangt. "Wenn wir das Zimmer der Primnzessin gefunden haben bleibt ihr zurück. Ich erledige den Job." fuhr ich leise, jedoch nciht weniger bestimmt fort. "Aber-" wollte Ziella doch weiter diskutieren. Diego legte ihr eine Hand auf die Schulter. "Er hat recht. Der Boss will das er den Auftrag erfüllt. Du weißt selbst wie kleinlich er bei solchen Details ist. Und wie verstimmt er ist wenn seine Pläne nicht einghehalten werden. Vor allem von seinen zukünftigen Schwiegersohn." Ich atmete nun doch entnervt aus. Das war ein Thema welches hier nicht hin gehörte und eines welches ich lieber nie angefangen hatte. "Wartet hier. Wenn ich zu lange brauch könnt ihr nach kommen." Diego nickte. "Alles klar." Ich hingegen machte mich auf den Weg. Ich brauchte gar nicht so langum das Zimmer der holden Maid zufinden. Tatsächlich waren hier auch nicht so viele Wachen wie erwartet. Vielleicht weil man sich vor den Schutz des Drachens fürchtete. "Tze..." Aber das endete hier und jetzt. Ich stieß die Tür auf und stürmte herein. Fast mit meinen nächsten Atemzug und so autmatisch wie ein lebenswichtiger Reflex holte ich aus, im Begriff die Zielperson schnell hinzurichten. Immerhin sollte sie nicht leiden...sie konnte nichts für die Taten ihres Vaters... doch ich stoppte es war nur ein kurzer Moment indem mein Leben still stand. Erst das Klirren meiner herabgefallenen Klinge holte mich in die Wirklichkeit. Ich konnte gerade noch so einen gekonnten Kick abwehren und während ich das fremde Fußgelenk umklammerte fiel es mir vom Schuppen von den Augen. "T......Tani....Tania?!" Sie war doch......sie.......wie die anderen?! Was machte sie hier?!

      "In this world there are only corpses and future corpses,who cares if someone hates you...you'll both be dead one day anyway."
    • Tania


      Es war bereits spät in der Nacht gewesen, als ich endlich gestattet war in meine Gemächer zurückzukehren. ich war müde, erschöpft und auch etwas mies gelaunt. Wann hatte ich das letzte Mal wirklich lange und ausgiebig geschlafen? Ich wusste es nicht mehr. Seitdem die Rebellenbewegungen innerhalb der letzetn Wochen zugenommen hatten, gab es kaum noch einen Tag ohne eine Besrpechung unter den königlichen Beratern. Zwar meine mein Vater, dass ich nicht bei jeder einzelnen zugegen sein musste, aber er würde nur die Chance nutzen, um einen weiteren Plan vorzustellen, der Amaro mit einbezog. Und in der regel waren das brutale und blutige Pläne. Pläne die ich nicht befürworten würde. Und solange ich bei den Besprechungen zugegen war, traute es sich keiner der Berater, mir und Amaro etwas aufzuzwingen, sollte ich aber einmal nicht da sein, um ihren Plan direkt abzulehnen... Ich könnte mich gegen keine beschlossenen Befehle stellen.
      Ich stieß lange und müde die Luft aus. Dazu kam auch noch das intensivere Training, dass mir mein Vater aufgelastet hatte, da ab jetzt wieder "schwere Zeiten" auf mich zukämen und ich gewapptnet sein musste. Das war doch auch nur Teil seines Spiels. Er hoffte, dass ich Abends zu müde sein würde, um an den extra späten Gesprächen teilzunehmen. So schnell gab ich mich aber nicht geschlagen. Ich und Amaro hatten schon für genug Angst und Schrecken im Land gesorgt. Uns klebte bereits genug Blut an den Händen. Das musste endlich ein Ende haben.
      Als ich etwa eine halbe Stunde später in meine weichen Betten sank, wusste ich nicht mehr, wie es mir gelungen war mich umzuziehen und zu waschen. Es war alles in einer Art Trance geschehen. Noch bevor ich wirklich meinen Kopf in die Kissen betten konnte, war ich schon eingeschlafen.

      Es war das eindeutige Geräusch einer klirrenden Klinge, die mich abrupt aus dem Schlaf riss. Die folgende Bewegung hatte ich mit eiserenem Training perfekt einstudiert. Ein Fußtritt, der jeglichen Angreifer neben meinem Bett hart treffen sollte. Allerdings kam es nicht dazu. So stieß ich absolut bestürzt die Luft aus, als ich den festen Griff um mein Fußgelenk bemerkte. Das Bein noch immer erhoben, sank mein weißes Schlafgewandt ein Stück weit mein Knie hinauf und gab sogar zum Teil die hässliche Narbe am Bein preis. Es war mir egal. Zuerst starrte ich meinen Angreifer noch panisch bestürzt an, wusste ich doch nur zu gut, dass er zu diesen Rebellen gehören musste, die mich tot sehen wollten. Gerade suchte ich noch nach irgendeinem Weg ihm zu entkommen, als ich unvermittelt meinen Namen aus seinem Mnd zu hören bekam.
      Ich starrte ihn an. Fragend, verwundert, skeptisch... Und dann erkannte ich ihn. Diese Augen würde ich überall erkennen, selbst wenn ich sie seit etwa zehn Jahren nicht mehr hatte sehen dürfen. "Z-Zed... Das bist doch nicht etwa du, oder?" Ich starrte ihn immer noch an, ließ meinen Blick über ihn wandern. Aus dem kleinen Jungen von damals war ein stattlicher Man geworden. Ein gutaussehender noch dazu. Aber der Schalk aus seinen Augen war nicht mehr so deutlich zu erkennen, und irgendetwas an seinem Blick störte mich. Er hatte sich verändert. Nicht nur äußerlich.
      Letztendlich fiel mein Blick auf den Boden vor ihm. Auf die glänzende Klinge... Er hatte mich also wirklich töten wollen?
      Mit einer abrupten Bewegung riss ich mich aus seinem Griff frei, krabbelte auf die andere Seite des Bettes und glitt dort auf den Boden hinab. Nun stand es zwischen uns. "Was... sollte das eben werden? Du bist den Rebellen beigetreten...? Du wolltest mich..." Ich raufte meine Haare. Der Junge, der einzige Freund aus alten Tagen... wollte meinen Tod? Aber... er hatte es nicht zuende gebracht. Ich hatte geschlafen, bis die Klinge auf den Boden fiel. Ich war so müde gewesen, dass ich ihn nicht einmal reinkommen hörte. Er hätte mich töten können, wenn er es nur gewollt hätte. "Warum hast du es nicht getan?"
      Die Wachen waren da, bevor ich eine Antwort erhalten konnte. Wir waren zu laut gewesen, als dass es niemanden aufgefallen wäre. Die drei Wächter würden ihn schnell überweltigen und ich konnte nur dabei zusehen und fähig mich zu bewegen.


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    • Zedrick
      Ich war immer noch erstarrt und geistig abwesend. Nachdem sich mein Gegenüber von meinen Griff befreite machte ich einige unbeholfene Schritte zurück und sackte schließlich wie ein zusammemfallendes Kartenhaus auf den Boden zusammen. Das konnte und durfte nicht wahr sein. Ich verstand es einfach nicht. Es nur damit zu beschreiben als hätte ich einen Geist gesehen war noch zu gelinde ausgedrückt. Sie...sie war doch...wie auch alle anderen.... und dann war sie... "T- ....Tania?" Ich brauchte immernoch etwas um diese Situation zu begreifen, sie wirklich als Wahrheit anzuerkennen. Es war schon schwer genug diesen Schwall aus Gefühlen der in mir aufstieg zu unterdrücken. Ich hatte die letzten Jahre gelernt meine Gefühle im Zaun zu halten und sie gleich im Keim zu ersticken aber nun brach alles über mich herein das war...einfach zu viel. "Tania du...." versuchte ich doch immer wieder krampfhaft die Kontrolle zu behalten doch zu spät. Die ersten Tränen flossen bereits in Strömen über meine Wangen. Ich schüttelte meinen Kopf. Das war doch nicht- Damals als wir klein waren hatte ich sie öfters bis zum Schloss gebracht aber ich hatte bis heute geglaubt das sie das Kind eines oder einen Bediensteten war und nicht die Prinzessin höchst persönlich. Sie war nicht wie diese Prinzessinen mit denen ich es in den letzten Jahren zu tun gehabt hatte. Langsam erhob ich mich. Die Holzdielen unter mir begann leise zu knarren. Noch immer wie von einer fremden Macht gesteuert griff ich nach meiner Waffe. Der Stahl war kalt und erbarmungslos. So wie ich oder vielmehr so wie ich sein sollte. Mein Griff umklammerte das Schwert als wäre es der Schlüssel zur Wirklichkeit. "Tania...." stöhnte ich leise ihren Namen, den Namen der mein Herz erneut zum schlagen brachte und es mit wärme füllte. Ein Gefühl welches ich vergessen glaubte. So schnell wie ich konnte wand ich mich ab, stürmte aus den Zimmer und durch die Gänge. Mir war es ziemlich egal ob man mich sah es war eh viel zu spät. Es war für mich schon lange zu spät. "Zed da bist du-" ein Schrei hallte durch den dunklen Nebengang und Diego sackte langsam zu Boden. Ich hatte ihn mit den Griff meiner Klinge auf den Hinterkopf geschlagen. Bevor sich Ziella fassen und groß wehren konnte schlug ich auch sie bewusstlos. Erst dann eilte ich in das Zimmer der armen Prinzessin. ...oder sollte ich viel mehr Tanias Zimmer sagen. "...Ich bin Söldner. Kein Rebell. Ich bin... ich musste ja irgendwie überleben. Alleine klar kommen." Ich konnte noch immer nicht glaube was ich gerade getan hatte und ehrlich gesagt taumelte ich fast schon von einen auf den anderen Fuß bis mir der Schock wieder den Boden unter den Füßen entriss. "...Und wenn...habe ich heute Nacht mein Leben verwirkt. Nicht deins." Mein Schwert rutschte erneut aus meinen kaltschweißigen Händen. Ich holte gerade tief Luft, wollte einen klaren Gedanken in diesen Chaos fassen und ihr ANtwort geben doch- die Wachen waren schneller. Ich leistete keinen Wiederstand und wurde daher zügig gepackt. Mir war klar was mir nun blühte aber es wäre auch egal wer mich richtet. Vielleicht waren die Henker des Königs sogar gnädiger als Xalos und seine Männer.

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    • Tania


      Er antwortete mir nicht, schien stattdessen immer noch überweltigt von unserem Zusammentreffen. Natürlich, er hatte nie gewusst, dass ich die Prinzessin war, also dachte er zuerst wahrscheinlich nur, er würde eine Unbekannte töten, als er an mein Bett herangetreten war. Aber sollte mich das wirklich beruhigen? Nein! Denn er hatte die Prinzessin töten wollen, egal ob ich es nun war oder nicht, er war dazu bereit gewesen ein Menschenleben mit seinen eigenen Händen auszulöschen... Und irgendwie konnte ich es ihm nicht einmal vorhalten, nachdem so viele Tode auch auf mein Konto gegangen waren.
      Ich verharrte noch weiterhin steif im Raum, als er plötzlich davon stürmte. Wollte er etwa fliehen? Warum hoffte ich nur so sehr, dass es ihm auch gelingen würde? Doch bevor ich weiter darüber hätte nachdenken können, stand er auch schon wieder vor mir und stammelte wirr. "Ein... Söldner...?" Ich musterte ihn irritiert und fragend zugleich. Was war nur mit ihm geschehen? Was war nach unserem letzten Zusammentreffen passiert? Was hatte ihm der Ausbruch des Krieges nur angetan?
      Am liebsten wäre ich zu ihm gegangen, hätte seine Schulter getätschelt und ihn beruhigt. Wie in alten Tagen. Wie gute Freunde es nun einmal taten. Er wirkte vollkommen verstört und geschockt, anscheinend setzte ihm dieses plötzliche Zusammentreffen noch heftiger zu, als mir. Dabei konnte ich selbst meine Gedanken auch schon seit einiger Zeit nicht mehr ordnen.
      Letztendlich hatte ich mich dazu durchgerungen beschwichtigend auf ihn zuzugehen, aber es war bereits zu spät. Innerhalb von Sekunden drückten ihn zwei Wachen zu boden, während sich eine dritte schützend vor mich stellte. "Ist Euch etwas geschehen, Prinzessin? Hat er Euch verletzt?!" Besorgt musterten mich die Augen des Mannes, während ich nur träge den Kopf schüttelte, meinen Blick nicht von Zed wenden könnend. "Er hat mich nicht verletzt."
      Warum wehrte er sich nicht? Wiese versuchte er nicht zu fliehen? Sie würden ihn töten! Ihn hinrichten lassen! Warum kämpfte er nicht?!
      "Draußen haben wir noch zwei weitere Komplizen gefunden", schallte es plötzlich durch den Flur vor dem Zimmer, dann streckte einer der jüngeren Wachmänner den Kopf furch die Tür. "Allerdings waren sie bereits bewusstlos, als wir sie fanden. Jemand hat sie niedergeschlagen."
      Ich starrte Zed an. Fassungslos. Deswegen war er nochmal aus meinem Raum gerannt. Aber warum? Sie waren doch seine Kollegen oder? Warum?
      Ich wusste nicht, was ich tun sollte, als man Zed unsanft auf die Beine hob. Ein Wachman an jedem Arm. "Bringt ihn in den Kerker", befahl der Wachmann direkt vor mir. Sein Name war Kogar und er war der Anfürhrer der Wachgarde und einer der treuesten Gefolgsleute meines Vaters. Ich wusste bereits jetzt, dass er Zed keine nette "Behandlung" würde zukommen lassen.
      "Ich werde mit euch kommen." Obwohl ich mich alles andere als ruhig und gelassen fühlte, war meine Stimme fest und bestimmend.
      Dennoch schaute mich Kogar mit klagendem Blick an. "Prinzessin, Ihr solltet Euch ausruhen und Euch nicht solchen dingen widmen. Wir werden uns schon angemessen um diesen Kerl kümmern."
      Anstatt nachzugeben rekte ich mein Kinn in die Höhe. "Ich werde euch mit in den Kerker begleiten!" Das war ein eindeutiger Befehl. Ich mochte "nur" eine Prinzessin sein, aber ich hatte mir in den letzten Jahren einen guten Status in diesem Schloss erarbeitet. Und auch Kogar wusste, dass er sich mir nicht widersetzen sollte.
      Er stieß unglücklich den Atem aus und nickte dann ergeben. "Fein, aber ihr solltet Euch von dem Gefangenen fern halten, wer weiß, was er noch plant."
      "Ich werde tun, was ich möchte." Mein Blick richtete sich wieder auf Zed. Ich war mir nun sicher, dass er mich mit Absicht verschont hatte und mir war mittlerweile egal, ob er mich anfänglich hatte töten wollen, oder nicht. Er war mein einziger Freund aus alten Tagen und ich würde nicht zulassen, dass ich nun wieder verlieren würde, kaum dass ich ihn wieder traf. So versuchte ich alle Zuversicht die ich aufbringen konnte in meinen Blick zu legen, bevor ich Zed in die Augen sah. Er sollte wissen, dass ich ihn nicht so einfach sterben lassen würde. Und auch während wie gemeinsam den Weg in die kalten und feuchten Kerker des Schlosses antraten, behielt ich diesen Blick bei.
    • Zedrick

      Hmpf... Ich hatte wirklich recht. Xalos Schergen waren nicht so zimperlich. Jedoch war der Griff der Wachen auch nicht gerade locker. Es hätte wirklich etwas an Kraft und Aufwand gekostet um mich zu befreien. Eigentlich nicht unmöglich aber... diese Kraft hatte ich schlichtweg nicht mehr. In den letzten Minuten war so viel passiert was ich selbst kaum verstand. Angefangen damit das Tania noch lebte, das sie eigentlich die Prinzessin war ...bis hin zu der Entscheidung die ich unterbewusst getroffen hatte. Eine Entscheidung die mir mit samt ihren Folgen erst unter den ersten Schlägen der Wachen bewusst wurde. Was es wohl über mich aussagte das mein Hrin nur noch produktiv zu denken begann wenn mich jemand versuchte zu verprügeln? Nun ja, da hatte Xalos Training wohl ganze Arbeit geleistet. Tatsächlich schärften sich durch den Adrenalinstoß die Sinne. Und nicht nur diese. Aber das war nicht von Belang. Meine Entscheidung wog immernoch schwer auf mir auch wenn ich sie nicht bereute, im Gegenteil mir jeden Schlag oder Tritt den ich zu spüren bekam begann sie sich zu festigen. Ich hielt an ihr fest denn sie war das einzige was neben der Vorahnung ein toter Mann zu sein wirklich Bestand hatte. Ich hatte damlas geglaubt alles Geliebte verloren zu haben. Der Krieg war hart und grausam. Es war ein Kampf der auf den Rücken Unschuldiger ausgetragen wurde und an dem sich nur der König bereichern konnte. Meine Heimat, meine Familie und meine Freunde ... niemand hatte ich retten können. Ich hatte nicht einmal die Chance mich zu verabschieden oder sie zu Grabe zu tragen. Das Leben auf der Straße ohne den Schutz seiner Familie ist hart für ein Kind. Im Krieg ist es nicht nur hart sondern auch noch kreuz gefährlich. Ich hatte mich gut anderthalb Jahre allein durchgeschlagen. Ich war nicht stolz darauf aber ich wusste mir nicht zu helfen und habe mich mit den Diebstahl am Leben gehalten. Einzig und allein Xalos hatte mir seine Hand gereicht. Ironischer Weise lernte ich unter seiner Führung weit aus schlimmere Dinge als zu stehlen. Und nun stand ich vor Tania mit Xalos Willen sie zu töten. Ich musste in Sekunden eine Entscheidung treffen. Das Ergebnis war irrelevant. In Beiden Fällen wäre ich tot gewesen. Es war mehr ein innerer Kampf mit meiner Moral. Ja... auch ich hatte noch ein Füunkchen davon. Entweder ich stellte mich gegen die Hand die sich mir annahm und der ich alles zu verdanken hatte oder ich richtete das Mädchen hin was so ziemlich das einzige Überbleibsel meines glücklichen Lebens war. Ich hatte die Wahl gehabt, ich hatte mich entschieden doch hoffte ich inständig das Diego und Zilla nicht darunter zu leiden hatten. Ich musste irgendwie einen Weg finden sie zu befreien. Noch bevor mein Leben vorbei war. Wenn die Wache von ihnen berichtete hatte sie die zwei sicher auch in den Kerker geworfen. Ich sah mit leeren Blick auf und erblickte Tania. Sie schien genau zu wissen wer dafür gesorgt hatte das die Beiden keinen Schaden anrichteten. Sie wusste es, das reichte mir. Ich wollte gerade meine letzte Kraft aufbringen um ihr ein ermutigendes Lächeln zu schenken aber ehe ich meine Mundwinkel krümmen konnte zog man mich auf die Beine. Grob und aunsanft wie es ein Eindringling verdiente. Ich ließ nach wie vor alles über mich ergehen ohne zu murren oder diesen Männern schmerzerfüllte Laute zu gönnen. Auf den Weg in der Kerker konnte ich Tanias Blicke auf mir spüren doch ich hütete mich davor sie zu erwiedern. Aber da waren nicht nur ihre Blicke. Vielleicht frage sich der Befehlshaber auch einfach nur was sie mit mir zu schaffen hatte. Vielleicht war es ihn und den anderen Menschen auch einfach egal. Und... vielleicht... sollte es auch mir egal sein. Schlichtweg egal. Aber das war es nicht. Ich wusste nicht wie ich es beschreiben sollte aber es war mir eben nicht egal. Es war irgendwie erlösend zu wissen das sie sich um mich scherte und das obwohl ich ein ehemals armer Bauerjunge und nun eine skrupelose Mietklinge waar die ihren eigenen Tod herbei führen sollte. Irgendwann endeten die schönen und prunkvollen Flure. Die Gegend wurde dunkler, die Luft kalt und feucht und die Steinmauern dicker. Wir waren wohl am Ziel. Kurz danach landete ich unsanft in einer Zelle. Doch statt meinen Frieden zu finden umringten mich auch gleich die Männer und ihr Befehlshaber. Jetzt erst machte ich zum ersten Mal eigene Bewegungen und setzte mich auf. Es schien nicht so als hätte sie vor Tania weiter in meine Nähe zu lassen. Aber das war nicht das was sie wollte. Ich hingegen erwartete nur weitere Schläge mit oder ohne einer Befragung doch egal was sie taten ich würde nicht reden. Einzig und allein Tania würde ich vor ihren unbekannten Feind warnen. Für sie machte ich eine Ausnahme und brach meinen Eid, für die Männer nicht. Wobei... für Tania hatte ich ihn ja längst gebrochen. Mehr als das...

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    • Tania


      Er wisch meinem Blick aus, dem war ich mir spätestens sicher, als wir den Kerker im feuchten Keller der Schlosses erreicht hatten. Noch immer leistete Zed nicht das kleinste Bisschen Widerstand, wobei die Wachen eigentlich genau darauf zu hoffen schienen. Sie hatten endlich einen der "Rebellen" in die Finger bekommen, die in den letzten Wochen und Monaten für Unruhe in der Hauptstadt wenn nicht gar im ganzen land sorgten. Seither mussten die Männer deutlich mehr arbeiten, da sie öfter zu Wachdiensten abgestellt wurden, um für meine Sicherheit und die meines Vaters zu sorgen. Und trotzdem hatten es Zed und seine Kumpanen durch die dirchte Verteidigung ins Schloss und sogar in mein Gemach geschafft. Ich wollte mir nicht ausmalen, wie frustriert Kogar und seine Männer aufgrund dieser Tatsache sein mussten. Sie waren aller mindestens in ihrem Stolz verletzt und sicherlich wütend. Ein Grund mehr für mich, sie nicht mit Zed alleine zu lassen, welcher ansonsten sicherlich schonunglos diese Wut zu spüren bekommen würde.
      "Was glaubt ihr, was ihr da tut?" Streng ging ich auf die beiden Wachmänner zu, die den jungen Mann gerade in seiner Zelle abgeliefert hatten und nun mit Wut im Blick auf ihn zugingen.
      Etwas verwundert und schockiert hielten sie inne und wendeten sich an mich, bevor sie beinahe hilfesuchend zu ihrem Kommandanten Kogar aufsahen. "Prinzessin", konnte ich dessen beschwichtigende Stimme auch schon in meinem Rücken hören. "Dieser Mann ist in das Schloss eingebrochen und in Eure Schlafgemächer vorgedrungen, offensichtlich mit der Absicht Euch zu töten. Wir müssen herausfinden, was seine Beweggründe waren und ob es neben den anderen beiden Gefangen noch weitere Komplizen gibt."
      Langsam drehte ich ich mich zu dem hochgewachsenen Braunhaarigen um. "Soll ich raten, mit welcher Methode Ihr diese Informationen 'herausfinden' wollt?" In meiner Stimme schwang eine deutliche Warnung mit. Kogar sollte begreifen, dass mir die falsche Antwort im Moment deutlich die Laune verderben würde.
      "Prinzessin..." Wieder dieser beschwichtigende Ton, als würde er mit einem kleinen bockigen Kind reden. "Ihr könnt doch nicht wirklich annehmen, dass er uns diese Informationen einfach so geben wird. Außerdem hat er nach dem was passiert ist, sicher nicht das Recht darauf mit Samthandschuhen angefasst zu werden."
      "Was ist denn passiert? Ich erinnere erneut daran, dass er mir nichts getan hat. Ich bin absolut unverletzt." Ich konnte sehen wie sich Kogars Kiefermuskulatur verhärtete, als er die Zähne zusammenbiss, um mich nicht anzufahren. Es war eindeutig, dass es ihm absolut nicht passte, wie ich mit ihm redete. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass ich mich auf diese Art und Weise durchsetzte.
      Bevor er noch etwas erwidern konnte, drehte ich mich erneut zu Zed um. Etwas in seinem Blick sagte auch mir mehr als eindeutig, dass er nicht so einfach reden würde. Aber aus irgendeinem Grund war ich mir sicher, dass auch die schlimmste Folter seine Zunge nicht so einfach lockern würde. Aber vielleicht....
      "Lasst mir etwas Zeit mit ihm alleine."
      Kogar und die beiden Wachen schnappten entsetzt nach Luft, und ich konnte in meinem Rücken hören, wie der Braunhaarige den Kopf schütteln. "Auf keinen Fall, Prinzessin. Das kann ich nicht gestatteten! Selbst wenn er unbewaffnet und hinter Gittern sein mag, könnt Ihr niemals wissen, welche Tricks er noch in seinem Ärmel versteckt."
      Nur langsam wendete ich mcih um und ließ meinen Blick durch den langnen Kerkerflur wandern. "Ihr könnt dort vorn in Sichtweite aufhalten. Sollte er etwas versuchen, werdet ihr rechtzeitig eingreifen können."
      Obwohl meine Worte ein Befehl waren, schüttelte Kogar erneut den Kopf. "Das ist zu gefährlich."
      "Schluss mit den Widerworten!" Bis eben hatte ich noch ruhig und bestimmt geklungen, jetzt klang auch etwas unterschwellige Wut in meiner Stimme mit und die eindeutige Warnung, mir ja nicht noch einmal zu widersprechen.
      Endlich zogen sich die anderen beiden Wachen von Zed zurück und schlossen hinter sich die Zelle, nicht ohne dem neuen Gefangenen noch eine letzten mörderischen Blick anzugedeien.
      "Haltet Euch nach Möglichkeit von den Gittern fern und solltet Ihr innnerhalb einer halben Stunde nicht fertig sein, werde ich Euch wenn nötig aus dem Kerker tragen, denn ich bin mir sicher, dass das hier Eurem Vater keineswegs gefallen würde."
      Ich nickte nur stumm und folgte den Männern mit den Blick, als sie sich endlich entfernten. Oh nein, mein Vater würde das hier hassen. Er hasste es, wenn ich auch nur ein wenig aus meiner Rolle fiel, oder mich unnötigen Gefahren aussetzte. Außerdem hätte auch er Zed ohne zu Zögern Foltern lassen, um an die Infomationen zu gelangen, die er hören wollte. ich musste dringend verhindern, dass es soweit kam.
      Als die Wachen außer Hörweite waren, wendete ich mich endlich wieder Zed zu und machte einen Schritt auf die Zellengitter zu. Kogars Warnung interessierte mich nicht. Ich wusste, dass mir mein alter Freund nicht schaden würde, sonst hätte er es schon längst getan.
      "Das was du mir da oben vorhin erzählt hast, dass du ein Söldner bist... Was hatte das genau zu bedeuten?" Langsam und beinahe ehrfürchtig legte ich eine Hand an die kalten Zellenstäbe. Als würde ich meine Hand zu der alten zeit ausstrecken, als wir noch in der Stadt herumgetollt waren und mit einem Lachen im Gesicht unsere eigene Welt geschaffen hatte. Eine Welt die ich seit vielen Jahren hatte aufgeben müssen und doch schien sie nun wieder so zum Greifen nah, dass es meine Finger zittern ließ. "Was ist mit dir nach dem Kreigsausbruch passiert? Wo bist du gewesen?" Erst jetzt als mir richtig bewusst wurde, dass er wieder da war, der so gelibte Freund und Kamerad aus alten Tagen, schienen auch meine Knie weich zu werden. Anstatt der Schwäche nachzugeben, krallte ich mich an den Gitterstäben fest. Sollte ich nun auf die Knie sinken, würden es die Wachen sicherlich als Signal aufnehmen, eingreifen zu müssen. Aber ich konnte jetzt nicht zulassen, dass sie uns unterbrachen. Nicht bevor ich meine Antworten erhalten hatte. "Wer hat dich geschickt, um mich zu töten?"
    • Zedrick

      Wenn ich nicht in einer ziemlich verzwickten Lage wäre und längst mit meinen Leben abgeschlossen hätte, hätte ich vielleicht über dieses Schauspiel lachen können. Zumindest ein Schmunzeln hätte es mir entlockt. Doch nicht heute, nicht hier, nicht so. Tania schien sich kaum verändert zu haben. Sie hatte schon damals eine sehr starke Persönlichkeit für ein kleines Mädchen gehabt. Und sie war sich für nichts zu schade gewesen. Diese Erinnerungen.... diese verdammten Erinnerungen aus längst vergangen sowie glücklichen Zeiten fühlten sich so unwirklich an. Das ich jemals in meinen Leben lachen konnte... Genau das war es was sie schmerzhaft und kostbar machten. Ich war schon längst nicht mehr der kleine unschuldige Junge der mit seiner Freundin die Welt erkundet hatte.
      Während diesen hin und her zwischen Tania und diesen Wachmann beobachtete ich die Männer für eine ganze Weile. Ich mochte diesen Hauptmann nicht. Ich hatte solche Männer schon oft auf den Schlachtfeld gesehen. Das war jemand der für seinen Herren und dessen Ideale sterben würde. Und seine Männer schienen da nicht groß anders zu sein. Sie glaubten das, was der Hauptmann ihnen sagte. Solche Narren... diese Welt bestand doch nicht nur aus Gut und Böse. Ob ihnen klar war, dass sie nur die Werkzeuge des Königs waren. Ich war zwar auch nur ein Werkzeug doch ich hatte noch meine Meinung, meinen Willen und meinen Stolz. Sonst hätte ich das hier gar nicht tun können.
      Zögerlich oder besser widerwillig machten die zwei armen Tölpel einige Schritte von mir fort Richtung Zellentür. Pff... Blick, diese hasserfüllten Blicke waren das einzige was sie tun konnten. Sollten sie doch finster drei Blicken um sich besser zu fühlen. Mich berührten diese Blicke nicht. Ich hatte schon viele Blicke und Emotionen, in so vielen verschiedenen Augenpaaren gesehen. Doch zurück geschreckt war ich bis jetzt nur vor einen. Vor ihren. Mit einen Mal sah ich zu meiner alten Freundin herüber. Es war ihr Blick gewesen, in dem Moment wo sie mich erkannt hatte und ihr Zeitgleich klar wurde was ich hier zu suchen hatte, der mich erschaudern ließ. Sonst keiner. ......Tania....
      Diese Männer verschwanden endlich aber weder Tania noch ich sprachen ein Wort. Wir waren beide schlau genug um noch abzuwarten. Es war nie sicher, dass diese Männer wirklich gingen oder uns belauschen würden. All zu weit hatten sich diese Leute sowieso nicht entfernt. Ich musste aufpassen und mir jeden Bewegung genau überlegen sonst wären sie schneller wieder da als ich ihren Namen aussprechen konnte. Und doch... irgendetwas in mir sehnte sich so sehr nach ihr. Nach dieser starken, jungen Frau die einst dieses fröhliche Mädchen von damals gewesen war. Ich versuchte mit meinen letzten bisschen Verstand diese stetig stärker werdenden Drang zu widerstehen sie in den Arm nehmen zu wollen. Ich wusste jetzt was es war.... was Tania so kostbar für mich machte, kostbarer als alle Belohnungen die Xander mir für ihren Tod jemals geben konnte. Es war das, wofür sie stand. Tania war die einzige Verbindungen zu meinen früheren Leben, den glücklichen Zeiten. Ich war ein schlechter Mensch geworden und doch.... egal wie blutbefleckt meine Hände waren, wie vernarbt mein Herz oder geschunden mein Körper ich war... ein Mensch. Und als dieser wollte ich krampfhaft alles erhalten was ein Beweis für dieses letzte bisschen Menschlichkeit in meinen Leben war. "Tania..." kam mir ihr Namen wie ein Atemzug über die Lippen während ich mich langsam aufrappelte. Es tat so gut allein ihren Namen auszusprechen. Ich konnte mich ihr nicht weiter nähren. Selbst wenn ich auf der anderen Seite der Gitterstäbe war, sobald ich ihr zu nah kam würden diese Männer hier sein und dann würde sie nie wieder in meine Reichweite kommen können. Es war noch immer so unwirklich.... und doch war es war. Hier waren wir nun... gut 10 Jahre älter. Das Schicksal konnte schon grausam sein. "Es bedeutet das, was ich gesagt habe. Ich hatte nicht viel .... doch selbst das alles hab ich mit einen Mal verloren. Ich musste mich irgendwie durchschlagen um zu überleben. Beschützen hat und konnte mich niemand. Weder meine großen Brüder noch mein Vater, meine Mutter oder sonst war mehr da. Vielleicht bin ich heute nicht besser als die Leute die einen kleinen Jungen vom Lande das Glück nahmen was er hatte ohne mit der Wimper zu zucken.... aber... jede Entscheidung die ich getroffen habe... hat mich schlussendlich hier her gebracht. Deshalb bereue ich nichts." Auch wenn mich hier und da einzelne Passagen meines Lebens durchaus in meinen Träumen verfolgten. "Hm? T-Tania?!" Ich stoppte mich gerade so. Ich wäre beinah auf sie zu gestürmt um zu helfen aber das würden die Wachen sicher anders interpretieren. Das war auch ihr bewusst. "....es ist schwer die Wahrheit zu realisieren. Und...sie ist auch nicht besonders schön, doch so ist es nun mal." Es war doch sowieso egal was ich sagte. Keines meiner Worte würde sie trösten oder ihr in irgendeiner Weise helfen können. Diese Situation war verdammt mies. Wie wir es drehten, wendeten oder auf den Kopf stellten. "Genaues kann ich dir auch nicht sagen. Für den Fall das wir gefasst werden" oder in meinen Fall selbst beschließen den Auftrag in den Sand zu setzten... "werden wir ebenfalls nur mit Randinformationen betraut. Aber ich weiß das der Auftraggeber im Schloss bei den hohen Herrschaften des Königs sitzt. Wir sind fähige Leute, ich habe hier sogar so etwas wie Heimvorteil aber ohne ein wenig Hilfe hätten wir es nie unbemerkt bis in dein Zimmer ins Schloss geschafft." Ich holte tief Luft und überlegte. Aber die anderen Zwei wussten auch nicht mehr. "Was ist mit meinen Begleitern passiert? ....Tania, sie haben nichts getan. Bitte ich flehe sie an, bei all dem was wir einst hatten .... lass sie am Leben." Ich hatte die Beiden bei all den Trubel fast vergessen. Dabei waren sie die einzigen Menschen auf der Erde die ich beinah als so etwas wie Freunde bezeichnen konnte. Aus diesen Grund durften sie auch nicht sterben.

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    • Tania

      Ja, er hatte sich stark verändert. Nicht nur körperlich, auch sein Auftreten, seine Bewegungen, seine Stimme... alles war anders und doch war das unbestreitbar der Zed aus den alten Tagen. Noch immer konnte ich diesen tiefgründigen und freundlichen Ausdruck in seinen goldbraunen Augen erkennen. Allerdings glänzten eben diese lange nicht mehr so wie in der Vergangenheit. Ein unergründlicher Schatten lag über ihnen und krampfte meine Brust zusammen. Was auch immer er in den vergangen zehn Jahren erlebt hatte, es musste schrecklich gewesen sein.
      Als würde er mir diese Vermutung bestetigen wollen, begann er damit seine Geschichte zu erzählen, wenn auch nur bruchstückhaft. Sicherlich war er nach Kriegsbeginn nicht der einzige gewesen, der solch ein Schicksal überstehen musste, aber der Umstand dass er mein ehemaliger bester Freund war, schnürte mir die Brust ab. "Es tut mir leid", meinte ich leise und neigte kurz entschuldigend den Kopf vor ihm. "Nachdem die Schlachten begonnen haben, habe ich versucht nach dir zu suchen, doch ich konnte dich niergendswo finden." Ich blinzelte die heißen Tränen weg, die es wagten in meine Augen aufzusteigen. Ich durfte jetzt nicht einbrechen. "Aber ich hätte nicht so schnell aufgeben dürfen... ich hätte meinen Vater ignorieren und weiter nach dir suchen sollen. Auch wenn ich deine Familie nicht hätte retten können, hätte ich zumindest dich beschützen müssen..." Ein langes Seufzen entwich meinen Lippen, als ich an diese Zeit zurückdachte. Wie alt war ich damals gewesen? Zehn oder elf Jahre? Wie viele hatten mich für ein verlorenes Waisenkind gehalten, als ich suchend durch die Stadt gewandert war, allein auf der Suche nach Zed. Niemand hatte mir sagen können, wo ich ihn finden könnte. Wenn ich heute so darüber nachdachte, waren sie sicherlich alle zu sehr mit ihrem eigenen Überleben beschäftigt gewesen, als sich noch mit meinen Sorgen beschäftigen zu können. Nachdem ich mich sicherlich zum zehnten mal in der Innenstadt verlaufen hatte und mich Vaters Wachen persönlich hatten einsammeln müssen, hatte er mir entgültig verboten das Schloss zu verlassen. Nur kurze Zeit darauf war Amaro geschlüpft und ich hatte mich vollkommen seiner Aufzucht widmen müssen. Als ich endlich wieder Zeit bekam, über Zed nachzudenken, war der Krieg bereits im vollen Gange und ich musste die Suche aufgeben, während mich der Gedanke quälte, dass mein bester Freund wahrscheinlich in all dem Chaos aus Machtkämpfen umgekommen war.
      Ihn jetzt lebend vor mir zu sehen, machte mich daher zugleich unglaublich glücklich und zugleich unendlich traurig. Selbst wenn er der ältere von uns beiden sein mochte, hätte ich als Prinzessin dieses Landes diejenige sein müssen, die sich seinem Schutz annahm. Aber hatte überlebt. Egal wie viel Schrecken und Grausamkeit er in den vergangenen Jahren hatte durchstehen müssen, er hatte überlebt und alleine dieser Umstand ließ mein Herz vor Freude höher schlagen. "Damals hatte ich wirklich geglaubt, dass ich dich nie wieder sehen würde. Es hat mich so unglaublich traurig gemacht." Ich brachte ein schiefes Lächeln zustande. "Danke, dass du trotz aller Widrigkeiten überlebt hast. Ich bin so froh, dich endlich wieder sehen zu dürfen, auch wenn die Umstände kaum schlechter sein könnten." Kurz glitt mein Blick zu den Wachen hinter mir. Bisher hielten sie sich noch wie befohlen Abstand, auch wenn ich ihre Anspannung bis hierher spüren konnte. Sollte ihnen irgendwas missfallen, wären sie binnen einer Sekunde hier. Das begriff auch Zed umgehend und dennoch schien er mir tatsächlich helfen zu wollen, als er bemerkte, wie meine Knie weich worden. Ich winkte nur mit einem entschuldigenden Lächeln ab. "Keine Sorge mir geht es gut, ich war nur etwas überweltigt." Sekundenlang konzentrierte ich mich darauf, meine Fassung wieder vollkommen zurück zuerlangen. Im nächsten Moment war ich wieder die kühle und starke Prinzessin, die ich sonst immer vorgab zu sein. Eine Fassade die heute zum ersten Mal seit so vielen Jahren zu bröckeln schien, nur weil ich Zed gegenüberstand.
      "Ein Verräter also", stellte ich ruhig fest, als er mir eröffnete, dass der Auftraggeber aus dem Schloss selbst kam. "Es wäre eine Lüge, zu behaupten, dass mich das wundert. In diesem Palast tummeln sich dutzende falsche Schlangen, die nur versuchen sich bei meinem Vater einzuschleimen, um an mehr Macht zu gelangen. Das weiß auch der König. Aber jemand der euch den Weg ins Schloss bahnen konnte und es sogar geschafft hat, die Wachen um meine Gemächer abzuziehen..." Ich zog unwillig die Augenbrauen zusammen. "Es muss sich um einen hohen Posten hier im Palast handeln. Vielleicht sogar einer der engeren Berater meines Vaters." Sollte das stimmen würde es wirklich Schwierigkeiten bedeuten. Denn selbst wenn wir den Verräter finden sollten, könnten wir ihn ohne handfeste Beweise nicht einfach überführen. Intrigen innerhalb des Schlosses waren nichts seltenes und es hatte bereits schon früher Verräter gegeben, die es auf mein Leben beziehungsweise den Thron abgesehen hatten. Doch keiner von ihnen war mächtig genug gewesen, sich mir auch nur im geringsten zu nähern. Aber sollte es nun ein Verräter in den engeren Kreis des Königs geschafft haben... das waren ungemütliche Nachrichten. "Danke für deine Informationen", sagte ich schlussendlich. "Das sollte uns schon mehr bringen, als du vielleicht glaubst."
      Dann war er wieder da. Der alte Zedrick, den ich schon als kleines Mädchen fest ins Herz geschlossen hatte. Der Zed, der sich zuerst um seine Freunde sorgte und dessen Freundlichkeit in seinen Augen glänzte. "Ich werde alles dafür tun, dass deinen Freunden kein Haar gekrümmt wird. Aber ich kann nicht garantieren, dass man sie frei lassen wird. Doch mit den Informationen, die du mir soeben gegeben hast, wird man sie sicherlich nicht mehr zusätzlich befragen geschweige denn foltern. Und ich werde irgendeinen Weg finden, sie begnadigen zu lassen, versprochen." Dann legte sich mein Blick intensiv in seinen. Er war entschlossen, sein Leben für das seiner Freunde zu geben. Und ich wusste, dass mein Vater ihn würde hinrichten lassen... Aber das konnte ich nicht zulassen. "Ich werde auch dich retten", beschloss ich mit fester Stimme. "Mir ist es egal, ob ich mich dafür meinem Vater widersetzen muss, aber ich werde einen Weg finden, der dein Leben rettet, das schwöre ich dir. Nachdem ich dich endlich wieder sehen darf, werde ich sicherlich nicht zulassen, dass ich dich wieder verliere, egal was es mich auch kostet."