Witchy Desaster - Suddenly a Demons Owner?! [Aiden.Nesmilas & Heaven_Lumen]

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    • Witchy Desaster - Suddenly a Demons Owner?! [Aiden.Nesmilas & Heaven_Lumen]

      Witchy Desaster - Suddenly a Demons Owner?!

      Kiara

      Der Geruch vom Räucherwerk füllte den gesamten Raum trotz seiner doch recht erstaunlichen Größe. Kein unangenehmer Geruch, ganz im Gegenteil. Sie hatten ganze Arbeit mit den Bündel aus getrockneten Kräutern und ätherischen Ölen geleistet und das erfüllte sie mit Stolz. In Sachen Kräuterkunde konnte niemand ihr und ihrer Schwester das Wasser reichen! Und dennoch verlief hier etwas ganz und gar nicht wie geplant. Nervös leckte sich die junge Hexe über die trockenen Lippen und blickte hilfesuchend zu ihrer Schwester, die ihr wohl kaum Antwort geben konnte, was genau hier geschah.
      Die Kerzen, die sie kreisförmig um das Pentagramm gezeichnet hatten waren allesamt mit einem mächtigen Windstoß erloschen. Einzig das Monument der Planeten in der Mitte des von den Schwestern heißgeliebten Bücherpalastes spendete noch Licht in der plötzlich sehr kalten Finsternis. Kiara fröstelte und fasste blind nach der Hand ihrer nebenstehenden Zwilling. Sie zitterte leicht und wartete eigentlich auf einen Regenbogen oder einen Topf voller Gold. Einem Dschinn oder irgendwas...weniger bedrohlichem. Eine Fee wäre auch nett gewesen... oder ihretwegen auch ein hässlicher Gnom. Und auch die eigentlich angenehme Wärme, die ihr Haus sonst einhüllte, würde Kiara definitiv bevorzugen. Kurz bereute sie es, keinen Mantel oder etwas Wärmeres zu tragen, breitete sich doch eine Gänsehaut auf ihrem gesamten Körper aus. Trotzdem versuchte die Hexe sich halbwegs zusammenzureißen. Sie standen im Schutzkreis, nichts konnte ihnen was anhaben.. Außerdem lagen ihre Runensteine um sie herum und an Salz hatten sie auch gedacht... Gut, kein gereinigtes Meersalz, nur einfaches aus der Küche, aber warum waren diese Zutatenlisten für Rituale auch immer so kryptisch und schwierig? Es war ja nicht so, dass um die Ecke ein Hexenladen liegen würde!
      Und dann sah sie mit ihren rotbraunen Augen das, was die beiden Zwillinge zu verantworten hatten. Aus dem Schatten, welcher das Zeichen am Boden förmlich eingenommen hatte, formten sich zwei Gestalten und der angenehme Räuchergeruch wurde von einem beißenden abgelöst. Kurz fragte sich die Rosahaarige ob vielleicht ihr Abendessen anbrannte, aber das wäre wohl eine zu schöne Illusion. Nein, das war Schwefel...und ein Hauch von Metall? Oder war es Blut? Ihr Magen drehte sich auf jeden Fall dank der zwei unangenehmen Gerüche um. Abendessen würde heute wohl ausfallen, so viel stand fest.
      "Marnie?", sagte sie langsam unfähig ihren Blick abzuwenden von den verschwimmenden Schlieren, die sich zur Gliedern formten und langsam mehr und mehr Gestalt und feste Umrisse annahmen.
      "Ich hätte wohl doch meine Brille beim Zeichnen aufsetzen sollen... Ich bin ziemlich sicher, dass etwas anderes passieren sol-" Weiter konnte sie nicht mehr nervös zu Plappern beginnen, verzog sich doch plötzlich der Schatten und gab den Anblick auf zwei...Männer frei? Oh wow, sie empfand es ja als schön, wenn man ihre Wünsche erfüllen wollte, aber zwei Männer standen eigentlich nicht auf ihrer Wunschliste ganz oben. Etwas verwirrt und noch immer gleich einem stummen Fisch blickte sie von dem einen Herrn zum anderen. Waren die beiden in einem Wettbewerb, wer besser aussah? Während der Linke eine geradezu Hünenhafte Erscheinung mit sturmgrauer Mähne besaß, schien der andere zu seiner Rechten geradezu filigran und klein gegen seinen Kameraden. Aber nicht minder weniger bizarr schön. Eigentlich riet ihr Verstand gerade, einfach den Mund zu halten und schleunigst das, was auch immer hier gerade passierte, ungeschehen zu machen. Schwefelgeruch? Schatten und zwei verdammt hübsche Männer? Natürlich kannten sie die Geschichten der Dämonen und Höllenkreaturen, dennoch hatte Kiara nie geglaubt, wirklich mal einer solchen Sagengestalt zu begegnen. Okkultismus war nun wirklich weder ihre noch die Schiene ihrer Schwester, galt es als verboten und gefährlich. Eisiges Schweigen legte sich über den Raum und langsam wurde es Kiara einfach zu bunt. Konnte denn nicht endlich jemand etwas sagen? Vorstellen zum Beispiel?! Oder ein einfaches guten Abend?
      "Ihr seid nicht zufällig... ins falsche Haus, die griesgrämige alte Hexe wohnt am anderen Ende des Waldes, wisst ihr? Wir haben...etwas Anderes erwartet...", war das erstbeste, was der jungen Frau einfiel, die etwas unruhig an dem Griff ihres kleinen Dolches nestelte. Nicht sehr Eloquent und mit viel zu hoher Stimmlage, aber mehr brachte ihr leicht überforderte Verstand gerade nicht zu Stande.





      Baal:

      Der ewige Sturm fegte durch den pechschwarzen Himmel der Unterwelt. Schickte seine violetten Blitze mit zerstörerische Kraft in wahllose Ziele dieser gottlosen Welt. Und doch kümmerte sich niemand darum, es war ein altbekannter und niemals endender Anblick, den der Strom der Chaosmagie selbst verursachte. Die dunklen, roten Augen des Dämons wanderten prüfend über einige Dokumente, die er sich von einem anderen Fürsten geliehen hatte. Belials Truppen hatten etwas aus dem himmlischen Archiv entwenden können und derlei Informationen waren schwer zu beschaffen. Für ihn, der doch das geschriebene Wort mehr verehrte, als jedes Gesprochene, war begierig auf die Geheimnisse in diesen nach Engel stinkenden Seiten. Insgeheim hätte er Belial- dem Herren der Lügen- jedoch den Hals umdrehen können für seinen lächerlich hohen Preis. Dämonen waren nicht länger so glorreich wie einst, mittlerweile lebten sie Tag ein und aus im selben Trott. Keine Schlachten mehr, aufgrund des neuen Friedensabkommen welches mit Krönung ihres neuen Herrschers abgeschlossen wurde. Der Weißhaarige vermisste beinahe die alte Zeit, voller Schlachtfelder in den Ebenen der Ewigkeit. Den Geruch von Blut und Tod in der Luft. Das waren zumindest noch Zeiten, die nicht von Langeweile geprägt waren.
      Gerade beugte er sich über einige Schriftzeichen, die er nicht zu lesen vermochte, als er es spürte. Gleich einer brennenden Kette die sich um sein Herz schloss wurde sein Wesen gerufen. Gerufen in eine andere Dimension. Eine, die er vor langer Zeit zuletzt aufgesucht hatte. Überrascht hob er seine Brauen und weigerte sich für einen Moment, diesem Ruf zu folgen. Wollte ein eitler Möchtegernzauberer seine Dienste? Es wurde lästig mit diesen Menschen zu tun zu haben, immer die alte Leier. Sie wollten Reichtum, Macht und Königreiche. Wieder und wieder. Baal, Fürst des ersten Kreises, wollte sich wieder seinen Schriftrollen zuwenden, als ein weiter Sog diesmal Schmerzen verursachte. Als würde sein Inneres in Flammen aufgehen, zur Strafe für seine Ungehorsamkeit und kurz musste er ein schmerzhaftes Keuchen zurückhalten. Welcher Magier ich auch immer zu rufen schien, Mächtig war jener allemal. Eine solch starke Beschwörung hatte er schon sehr lange nicht mehr erlebt! Normalerweise gelang es ihm, den ziehenden Schmerz einer schwachen Beschwörung zu ignorieren und die Hexe oder der Magier würde in einem leeren Raum vergeblich warten. Diesmal zerrte es jedoch an seiner Schattensubstanz und er musste gezwungener Maßen nachgeben. Beinahe sofort löste sich seine manifestierte Gestalt in der Hölle in dunklen Rauch und er wurde in die Dimension der Sterblichen getragen.
      Das Erste wofür er sorgte war das Erlöschen der aufgebauten Kerzen. Erste Regel für einen Dämon, wenn er beschworen wird? Richtig, jage den Menschen Angst ein und mache sie nervös, sodass sie aus ihrem vermaledeiten Schutzkreis ausbrachen und damit dem Tod geweiht wurden. Manche taten das mit monströsen Gestalten, doch bei dieser Beschwörung kontne er nichtmal beim besten Willen eine andere Form annehmen. Dafür hielt diese nicht sichtbare Kette ihn zu fest in ihren Bann. In der irdischen Welt angekommen suchten seine goldenen Augen nach fehlerhaften Runen, Symbolen oder auch nur eine Lücke im Salzkreis. Nichts, saubere Arbeit. Sehr zu seinem Verdruss. Sein Körper hatte eine menschliche Form angenommen, welche die Magier in Sicherheit wiegen sollte- vorerst zumindest.
      Dann hob der Sturmdämon ungläubig seine Brauen, als er eine andere, nur zu gut bekannte Präsenz neben sich spürte. Das konnte jetzt wirklich nicht wahr sein....
      Man hatte nicht nur ihn, sondern auch Asmodaeus gerufen?! Zwei der mächtigsten Wesen der Unterwelt und das mit einer solchen Macht? Etwas ungläubig huschten seine mittlerweile menschlichen Augen endlich zu jenem, den er das ganze Dilemma zu verdanken hatte und beinahe wollte er fragen, ob das wirklich Ernst sein sollte oder ein verdammter Scherz. Zwei Frauen standen im Schutzkreis vor ihnen. Weder besonders alt noch besonders...erhaben wirkend, wie die meisten Magier und Hexen sich präsentieren wollten. Doch statt arroganter Befehle und das Aussprechen von Wünschen, wie er es gewohnt war, herrschte Stille. Den Blicken der Frauen zu urteilen schienen sie ebenso wenig zu wissen, was hier vor sich ging, wie der Dämon selbst. Als die eine von beiden schließlich fragte, ob sie- die großen Höllenfürsten selbst- im richtigen Haus waren, sah Baal zu seinem Leidensgenossen und fragte Asmodaeus mit seinem Blick, ob das hier gerade wirklich Realität war. Offenbar war das Ganze ein Versehen für die jungen Frauen. Aber aus Versehen sie beide hier her zu rufen...Er wusste nicht, ob die beiden einfach nur idiotisch veranlagt oder todesmutig waren, eines von Beiden musste es sein.

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      @Aiden.Nesmilas
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    • Marnie

      Schon immer hatte Marnie den Gerrüch von verbrannten Räuchern geliebt, er schenkte ihr ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Liebe. Niemals hätte die junge Frau erwartet, dass der Gerrüch von Kräutern sie jemals so unangenehm hätte fühlen lassen können. Und trotzdem stand sie hier, neben ihrer Schwester in den Schutzkreisen, und die Gänsehaut zog sich in einer unangenehmen Spur über ihren Körper. Marnie spürte die Blicke ihrer Schwester auf sich, doch sie wagte es nicht von dem Pentagramm weg zu sehen.
      Instinktiv wusste Marnie, dass etwas schiefgelaufen war. Es regnete keinen Glitzer, noch erfüllte sich einer der offensichtlichen Wünsche der Mädchen. Kein Kaboom, kein Puff, nur Rauch. Die Hand ihrer Schwester landete in ihrer, und wie von alleine begann Marnie ihrer Schwester sanft über ihre Hand zu streicheln, in der Hoffnung ihr Ruhe schenken zu können, die sie selbst nicht fühlte.
      Die blonde Frau konnte gar nicht anders, als darüber nachzudenken, was die beiden denn nur falsch gemacht hatten? Das hier konnte nur das Ergebnis eines Fehlers sein? Hatte Marnie bei den Wörtern der Beschwörung zu sehr genuschelt? Dies stand im Berreich des Mögliches, immerhin war Marnie die ganze Nacht wach gewesen, und hatte die meiste Zeit über ihren Rechnungen verbracht. Ihre Augen waren während des Rituals beinahe zugefallen, und ihre Gedanken lagen schon bei ihrem Bett. Von dem Gedanken ihres warmen kuscheligen Bettes konnte sie sich nur durch die Abweseneheit der Wärme losreißen.
      Fürwenige Momente bereute Marnie es, sich nach ihren Bad nicht mehr als ihren recht kurzen Kimono angezogen zu haben. Diese Reue bestand jedoch nur so lange, bis sich in dem Rauch und der Kälte zwei Männer materialisiert hatten. Ein sanftes Lächeln legte sich auf die Lippen der Hexe, sie wusste alleine schon durch den Gerruch um welche Wesen es sich vor ihr handeln musste. Dämonen. Doch um großartige Furcht zu fühlen, war Marnie viel zu müde.
      Als Kiara ihren Namen leise flüsterte, drückte sie ihre Hand nur noch ein wenig mehr. Auch ihre Erklärung mit der Brille, war etwas an das Marnie kaum glauben konnte. Ihre Kiara hatte noch nie einen Fehler gemacht, wenn es darum ging Runen zu zeichnen, wie sollte sie es denn so vergeigt haben, einen Kreis für ein Ritaul zu zeichnen? Es musste viel eher etwas an der Übersetzung des Rituals gescheitert sein.
      Bevor einer der Männer auf Kiaras Frage antworten konnte, hatte Marnie schon eine Antwort bereit. "Kannst du dich an den Besuch erinnern, von dem ich vor ein paar Tagen geträumt hatte? Ich bin mir sehr sicher, dass diese Herren unser Besuch sind", fiel es Marnie wie Schuppen von den Augen. Sie erinnerte sich an die Silhouetten dieser Männer, und die stechenden Blicke ihrer außergewöhnlichen Augen. Marnie war sich jedoch nicht mehr ganz sicher ob sie Kiara tatsächlich davon erzählt hatte, aber es stand ganz sicher in ihrem kleinen Tagebuch!
      "Die wichtige Frage ist viel eher... woll ihr uns Weh tun?" Bei dieser Frage blickte Marnie die beiden Männer mit großen unschuldigen Augen an. Sie konnte dagegen gar nichts tun, es war ein Blick den sie gegenüber Männern beinahe automatisch aufsetzte. Etwas unsicher begann Marnie mit einer ihren hellblauen Haarsträhnen zu spielen, drückte noch einmal leicht die Hand ihrer Schwester. Die junge Hexe wusste, dass keine von den beiden sterben würde, sie hatte keinen Tod in naher Zukunft gesehen, doch ob die beiden verletzt werden würden... das war eine ganz andere Frage! Bis diese Frage nicht geklärt war, würde Marnie den Schutzkreis wirklich nicht verlassen, denn wenn das hier wirklich Dämonen waren, würden sie nur darauf warten, das eine der Schwestern die Sicherheit dieses Kreises aufgab.



      Asmodeus


      Als Asmodeus beschworen wurde, war er gerade dabei eine der Festlichkeiten des Herrschers bei zu wohnen. Es gab in letzter Zeit nicht sehr viel für den Dämon zu tun, Friedensverträge waren etwas, dass der ganzen Unterwelt nicht unbedingt gefiel, wenn man es vorsichtig ausdrücken wollte.
      Der Dämon war es gewohnt beschworen zu werden, oft versuchten Hexen und Magier Stärke durch ihn zu erlangen, und auch Menschen machten sich Hoffnung durch ihn ein Handwerk zu erlenen, das ihnen Reichtum ohne Ende bescherte. Bisher war jedoch noch nie jemand darauf gekommen, sich zu erbitten, das Handwerk des 'Geld findens' erlernen zu wollen. Menschen dachten nur sehr selten, weiter als bis zu ihrer dümmlichen kleinen Nasenspitze. Und genau das war der Grund warum Asmodeus eigentlich nicht vor hatte, den Ruf dieser Beschwörung zu folgen. Denn auch wenn er nichts besseres zu tun hatte, die Feierlichkeiten waren spannender als diese kleinen Nichtigkeiten.
      Sein Herz - welches er schon äußerst lange nicht mehr gespührt hatte- zog sich Schmerzhaft zusammen, und breitete sich in seiner ganzen Brust aus. Schwer musste er nach Luft schnappen. Schmerzen waren etwas, das diesen Dämon doch sehr fremd war. Was geschah hier nur? Asmodeus konnte sich nicht wehren, und noch weniger diesen Ruf wiederstehen. Er konnte nicht umhin, als einen Starken Magier zu denken, und seine Neugierde war nun doch ein wenig befeuert.
      Der Körper des Dämons wurde aus der Hölle gesogen, und als die Luft der Welt der menschlichen Wesen, seinen Körper umringte, begann dieser sich auf eine beinahe schmerzhafte Art zu wandeln. Der Schatten zog sich zusammen, wurde zu Fleisch, und das Blut begann in den Adern des fremdlichen Körpers zu fließen. Seine festen Füße fanden stand auf einen ebenfalls festen Boden. Es war also zumindest kein Waldverrückter Idiot, oder eine seltsame Wasserbeschwörung. Er bevorzugte es, wenn sein Körper trocken blieb. Obwohl, sein Anblick in einen See würde ihn gerade vermutlich mehr erfreuen, als das was er tatsächlich zu sehen bekam.
      Hexen. Zwei einfache Hexen. Sie wirkten nicht nach der Macht, die eben so stark an ihm gezogen hatte, dass er hatte auftauchen müssen! Ein Misstrauen stieg in ihm auf, egal wie sehr diese beiden Mädchen auch so taten als wären sie verwundert, man konnte einen solchen Zauber sicherlich nicht zufällig sprechen! Es brauchte Vorbereitungen, und mehr Macht, als die beiden zuzugeben schienen.
      Bei der durchaus dümmlichen Frage der Rosahaarigen, merkte Asmodeus wie seine Augen sich verfinsterten. Genau, sie hatten sich verlaufen, und wollten nun Schutz bei zwei Hexen suchen. Pah! Was sollte das, warum spielten sie so dumm?
      Asmodeus ignorierte den Dämon neben ihn nur zu gerne. Es war sowieso nicht so, als würde er viel sprechen, weswegen Asmodeus es als seine Pflicht empfand das Sprechen zu übernehmen.
      "Besuch?" Er hob eine Augenbraue. Sie waren ganz sicher kein Besuch. Weder der Dämon Baal, noch er selbst. Die beiden waren zu hochrangige Dämonen um einfache Hexen, aus Spaß ander Freude besuchen zu gehen!
      "Hexen, sagt uns was ihr wollt, oder lasst uns wieder gehen!" Auch die Frage ob Asmodeus oder Baal einder beiden Weh tun würde, beantwortete er nicht. Nein wäre eine Lüge, und bei einem Ja, würden sie nicht mit ihnen zusammenarbeiten. Zumindest schätzte Asmodeus die Situation genauso ein.
      Im Hintergrund bewegte sich ein großes Ungetüm, das ein fauchen von sich lies. Als es näher trat erkannte Asmodeus eine Katze darin, die mit der Blonden die selben Augen teilte. Ein Familiar, hm. Nervige Viecher.
      Asmodeus hoffte, dass diese ganze Beschwörung sich bald auflösen würde. Er hatte keine Zeit für diese Art von Späßen von Hexen.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Kiara:
      Die warme Hand ihrer Schwester und der leichte, sanfte Druck beruhigten Kiara ungemein. Sie war nicht alleine, Marnie war bei ihr und ihre ruhige Art besänftigte etwas den kleinen Wirbelwind. Sie erwiderte den Druck ihrer vereinten Hände und genoss das beruhigende Streicheln. Als Marnie dann jedoch den Besuch erwähnte stutze die Rosahaarige kurz. Sicher, sie hatte sowas aufgeschnappt gehabt, aber da hatte sie eher an Rehe oder vielleicht einer Wildschweinfamilie gedacht, die sich zu ihrem Haus verirrten und nicht an zwei Dämonenkerle, die den letzten Schönheitswettbewerb gewonnen hatten! Normalerweise empfingen sie so gut wie nie Besuch, Menschen fanden den Weg zu ihrem Haus ohnehin nicht. Und darüber war Kiara ganz froh, hatte sie doch ein gewisses Maß an Angst gegenüber den Dorfbewohnern entwickelt.
      Die folgende Frage war wohl die mit Abstand wichtigste. Ob die Dämonen ihnen weh tun würden. Der Große sah zumindest sehr danach aus, wahrscheinlich würde er Kiaras Schädel mit Leichtigkeit eindrücken können. Und dem anderen mit seinem so schönen Gesicht traute sie noch weniger, irgendetwas an ihm sprach von Gefahr. Und einem Dämon konnte man nicht über den Weg trauen, zumindest sagten das die Gerüchte um diese dunklen Schattenwesen. Das Fauchen von Marnies Familiar lenkte sie kurz ab. Auch Vlad musste in der Nähe sein, die Katzen hatten es gespürt, dass ihre Besitzerinnen in eine eher missliche Lage gekommen sind. Kurz erblickte sie den kleinen, schwarzen Kater in den Regalen oberhalb ihres Rituals und er gab sein altbekanntes, tiefes Knurren von sich. Wann Vlad gelernt hatte, einen Wolf zu imitieren, war Kiara noch immer schleierhaft, doch war es seine Art, Feinde nervös zu machen. Auch wenn er das nicht wirklich bei den Dämonen durchsetzen würde. Doch was er eigentlich vor hatte ließ einen kalten Schauer über ihren Rücken laufen. Oh nein, er wollte doch nicht ernsthaft… Leider war Vlad genauso zu Schabernack aufgelegt wie sie selbst und er beäugte neugierig ein Glas mit einem leuchtenden Pulver. Wenn er das tat... Unmerklich schüttelte sie den Kopf. Oh nein, das würde er nicht tun!
      "Hexen, sagt uns was ihr wollt, oder lasst uns wieder gehen!" Endlich sprach mal einer der Beiden. Aber besonders gesellig oder gar höflich schien der Blonde ja nicht unbedingt zu sein und seine aufgeblasene Art weckte wieder ihre eigenwillige und vorlaute Natur. Pah, etwas mehr Höflichkeit wäre wohl zu viel verlangt, was? Außerdem könnte er ja wenigstens die Güte besitzen und die Frage beantworten, die hier wohl essentiell wichtig war! Empörung machte sich in der Hexe breit und obwohl sie sich ermahnte, den Mund zu halten... Naja, zu Schweigen war nie ihre Stärke gewesen. Nein, Kiara bleib ruhig...Bleib ruhig... Wie ein Mantra redete sie es sich ein, doch vergebens. Die Worte platzten schneller aus ihr heraus, als gewollt.
      "Wir sind ein ganz höflicher, hm? Schwesterchen, ich glaube das sind keine Dämonen. Es heißt diese Wesen wären erhaben... Sieht nicht so aus.", kam es etwas mit spottendem Unterton über ihre Lippen. Im selben Atemzug hasste sie sich für ihr vorlautes Mundwerk. Bei Gaia, sie war doch so ein Trottel. Natürlich war es ein Selbstmordakt, einen Dämon zu beleidigen und sie hatte es gerade getan.
      Dann flog etwas aus dem Regal nach unten und landete mit einem lauten Scheppern zwischen den beiden Höllenwesen. Eine glitzernde Wolke umhüllte sie und Kiara konnte nicht anders, als laut loszuprusten.
      "Das haben wir erwartet! Glitzer und Wünsche!", fing sie an zu lachen und stützte sich halb auf der Schulter ihrer Schwester ab. Das war einfach viel zu gut! Vlad sprang unterdessen behände von dem Regal runter und begrüßte seinen Kumpel Lorca mit einem kleinen Stupser seiner Nase.





      Baal:
      Er überließ Asmodaeus das Sprechen, hielt dafür jedoch weiter nach nützlichen Hinweisen Ausschau. Er war nicht der Typ Dämon, der unnötig Worte verschwendete. Sprechen würde er noch früh genug, dessen konnten sich die Hexen sicher sein. Doch die Siegel waren fehlerlos und auch die Beschwörungsformel musste absolut korrekt sein, sonst wären sie nicht derart stark hier her gezwungen worden. Innerlich seufzte er frustriert auf, es musste doch einen Weg geben, die ganze Situation zu ihren eigenen Gunsten zu nutzen. Von zwei Möchtegernhexen wollte er nun wirklich keinen Befehl entgegennehmen. Welche Wünsche konnten diese Frauen schon haben? Mehr Bücher oder vielleicht mal anständige Kleidung? Beide trugen nicht gerade viel und schienen sich dessen wohl selber bewusst zu sein, da die Kälte der Unterwelt hier eingedrungen war. Als er den Blick aus unschuldigen Augen abfing zog er nur die Brauen hoch. Besuch? Was meinte sie damit, sie hatte von Besuch geträumt? Dämonen waren keine banalen Gäste die zum Tee mal eben in einem Hexenhaus vorbeischauen würden.
      Die Hexen verletzen? Wie konnte sie das mit einem derart harmlosen Gesicht überhaupt sagen, sie wirkte eher als hätte sie nach dem aktuellen Wetterstand nachgefragt? Dennoch schwieg er lieber zu diesem Thema. Es war zu jeder Zeit das Ziel eines Dämons, sich dem Bann der Zauberei zu entziehen und den jeweiligen Vertragspartner zu töten. Es lag in ihrer Natur, sich gegen Befehle zu wehren. Und er war es persönlich eher gewohnt, selber Befehle zu erteilen, als den Schoßhund eines Menschen zu spielen. Momentan durften sie sich jedoch in Sicherheit wiegen, immerhin waren sie vorerst machtlos irgendetwas zu tun. Eine sehr große Katze mit sonderbaren Augen, die denen der Blondhaarigen absolut gleichen, sträubte ihr Fell und stieß einen fauchenden Laut aus. Wie zu erwarten besaßen die Hexen natürlich ihre Begleiter, sie wären wohl nerviger und gefährlicher als diese unwissenden Frauen, die sich ihrer eigenen Tat wohl nicht bewusst waren. Neben dem Fauchen hallte ein dunkles Knurren durch die Bibliothek, das wie das Grollen eines großen Wolfes klang. Doch ein so großes Tier war nirgendwo zu sehen und etwas irritiert davon suchten seine Augen den für ihn sichtbaren Raum im halbdunkel, dass er zu verantworten hatte, ab. Nur die große Katze war zu sehen, ein weiteres Tier blieb unentdeckt.
      Als eine der Hexen tatsächlich wagte, den Stolz ihrer Sippe zu verletzten gab er nur einen unterdrückten, knurrenden Laut von sich. Keine besonders kluge Aktion ihrerseits, nur zu ihrem eigenen Glück geschah ihr kein Unglück, da beide Dämonen erst das Pentagram verlassen konnten, wenn ein Wunsch geäußert wurde. Doch ehe er etwas sagen konnte um der Hexe das Ausmaß ihres Daseins bekannt zu machen, zischte etwas an seinem Kopf vorbei. Er spürte einzig den Luftzug ehe etwas zwischen ihm und dem anderen Höllenfürsten zerbarste. Das Brechen von Glas war zu hören und dann musste er husten, als das Pentagram in eine leuchtende, seltsam glitzernde Wolke eingehüllt wurde. Es nahm kurzzeitig die Sicht auf die Hexen, doch das Lachen war deutlich zu hören, ebenso wie ein weiterer, frecher Kommentar.
      "Das haben wir erwartet! Glitzer und Wünsche!" Wo um alles in der Welt waren sie hier gelandet?! Jetzt rieselte dieses widerliche Zeug von seinen grauen Haaren hinab und noch nie in seinem Leben fühlte er sich derart lächerlich, wie jetzt. So viel zu seinem Stolz, der sich gerade wild fluchend über diese Hexen ausließ. Und endlich zeigte sich das zweite Wesen und entpuppte sich nicht als machtvoller Wolf, sondern als kleines, unschuldig aussehendes Kätzchen. Offenbar auch der Grund für diese Unordnung. Er schüttelte das nervige Zeug aus seiner Mähne und funkelte die beiden nicht sehr begeistert an. Dennoch mahnte er sich zur Ruhe.
      "Was beim Höllenfeuer seid ihr für seltsame Hexen? Ihr habt uns aus einem Grund gerufen, also fangt endlich an, eure lächerlichen Wünsche auszusprechen!", kam es ihm dunkel über die Lippen, als er halbwegs wieder sehen und atmen konnte. So etwas hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht erlebt, und sein Leben dauerte nun schon so viele tausende Jahre an, dass er diese Zahl bereits vergessen hatte. Demütigung war das, reine Demütigung der wohl stärksten Wesen, die je existiert hatten. Das würden sie ihm noch büßen, sobald er Gelegenheit bekommen würde.
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    • Marnie

      Das Marnie keine Antwort erhielt, sondern nur eine giftige Aussage schokierte sie nicht wirklich. Es erfreute sie jedoch auch nicht. "Ich bin mir nicht sicher, ob wir euch einfach wieder wegschicken können", murmelte Marnie vor sich hin. Sie würde sich wohl sicherlich nichts von einen Dämon wünschen. Das hier war etwas Verbotenes, und wenn ihre Mutter ein Grab hätte, würde sich diese darin umdrehen.
      Etwas unsicher drehte Marnie ihre Haarsträhne um ihren Finger, das war wirklich eine doofe Situation. Oh, was sollten die beiden denn nun mit zwei Dämonen tun? Eigentlich hatte sich die junge Hexe auf den Besuch gefreut, damals hatte sie jedoch nicht ahnen können, dass es sich um zwei Dämonen handelte.
      Kiara bekam es leider nicht hin, wie Marnie den Kommentar des Dämons einfach ein Kommentar sein zu lassen, sondern antwortete. Wie gewohnt sehr Vorlaut. Keiner der beiden schien sehr begeistert zu sein, und die Lage wurde vielleicht nicht unbedingt besser, als Kiaras Familiar sich einmischte. Doch auch Marnie konnte nicht anders, als zu kichern.
      Die beiden Männer waren nun von oben bis unten mit Glitzer bedeckt, was sie nur noch unseriöser wirken lies. "Glitzernde Wünsche", fügte Marnie kichernd ihrer Schwester hinzu. Ihr Blick fiel auf den kleinen Vlad, der selbstzufrieden zur Lorcan marschierte, wo sich beide begrüßten. Lorcans Augen blitzten begeistert auf bei den Anblick, und Marnie konnte nur zu gut verstehen wieso.
      "Ich denke nicht, dass wir beide seltsamer sind, als zwei mit Glitzer überzogene Dämonen", kicherte sie noch immer ein wenig vor sich hin. Dann beugte sie sich jedoch hinunter um das Buch aufzuheben, aus welchen sie das Ritual hatten. Dabei achtete sie nicht darauf, was genau sie alles offenbarte. Kurz blätterte Marnie durch die Seiten um ein Ritual zu finden, das die beiden wieder zurück schicken würde. "Könnte es das hier sein?", fragte Marnie ein wenig verwirrt, und zeigte ihrer Schwester ein anderes Ritual. Sie kannte sich mit den ganzen Zeichen in diesem Buch nicht sonderlich gut aus. Das hier war das Spezialgebiet ihrer Schwester, von der sie auch nur hoffen konnte, dass sie keinen Wunsch an die beiden Dämonen hatte.
      Während sie Kiara das Buch überlies, musterte sie die Hände der beiden Dämonen. Wieder musste sie etwas kichern. "Ich kenne euch, wegen euren Händen jetzt schon sehr gut. Wenn ihr mir doch versprechen würdet uns nicht weh zu tun, dann könnte ich euch Tee machen, während wir auf eine Übersetzung waren", lächelte sie die Dämonen dann an.
      Die Hand des größeren Dämons, verriet alleine schon durch seine Finger wie er eigentlich war. Sein Ringfinger war etwas länger als sein Zeigefinger, was bedeutete, dass sein Aggressionpotetntial sehr hoch war. Er war bestimmt eine Art Krieger, und irgendwie tat sich in Marnie die Vermutung auf, dass er gerne Schach spielen würde. "Wir haben auch irgendwo ein Schachspiel, ich müsste es suchen", meinte Marnie dann, und blickte den großen Hünen an, lächelte besonders freundlich. Vielleicht konnte sie die ganze Situation etwas entschärfen.
      Die Hand des anderen Mannes, verriet ihr, dass er sehr Eitel und Arrogant sein musste. Natürlich hatte sie dies auch schon an seiner Aufmachung erkannt, doch Marnie empfand es als besonders lustig, wenn die Hände mit dem Charakter übereinstimmten. Er bekam sicherlich gerne Aufmerksamkeit. "Deine Augen sind dunkler geworden, oder? Beeindruckend", stellte Marnie fest, um auch diesen Dämon etwas Honig ums Maul zu schmieren. Dann streckte sie sich jedoch, und musste Gähnen. Oh, sie würde nur zu gerne ins Bett, unter eine warme flauschige Decke. "Hmmm, Schwarztee wäre nun doch gut", begann sie wieder zu murmeln, bevor sie noch einen Blick auf das Buch warf. Marnie hatte nur zu sehr im Gefühl das keines dieser Rituale auch nur in die Richtung gehen würden, diese Dämonen von hier weg zu bekommen.


      Asmodeus

      Das blonde Ding murmelte etwas vor sich hin, das Asmodeus nicht gänzlich verstand. Warum begann sie denn jetzt einfach zu murmeln? Beim Teufel, wo waren er und Baal nur gelandet?
      "Was hast du-?!" Er konnte nicht fertig sprechen, denn in dem Moment fiel ein kleines Fläschchen zu Boden, aus der Richtung aus der vorhin noch ein Knurren gekommen war. Glitzender Staub hüllte Baal und ihn in eine Wolke, und beim Atmen drang er sogar in die Lunge des Dämons. Er konnte kaum anders als zu husten, auch wenn es eigentlich ein knurren darstellen sollte.
      Die Wolke legte sich langsam, und nun glitzerte der ganze Boden. Erstaunlicher Weise fand Asmodeus dies doch sehr schön. Er mochte Dinge die glitzerten und funkelten. Der Dämon blickte an sich herab, und er glitzerte wohl mindestens genauso sehr, wie der Boden. Und Baal glitzerte noch mehr. Im vergleich zu ihm selbst trug sein Kollege kein Hemd, von dem der Glitzer leichter abfallen konnte. An seiner Haut hatte er sich festgesetzt. Der Dämon musste bei diesem Anblick selbst ein wenig Grinsen.
      Gut diese Hexen mochten nichts zu bieten haben, aber dieser Moment war schon amüsanter, als ein langer Zeitraum den er in der Unterwelt verbracht hatte.
      Im vergleich zu Asmodeus fand Baal das ganze wohl nicht ganz so amüsant. Er begann aufzubrausen, und das war etwas das er nun wirklich nicht miterleben wollte. Er hatte von den Gräueltaten gehört die Baal vollbracht hatte, als er seinen Zorn nicht mehr kontrollieren konnte. Das war nichts, das er mitbekommen wollte. Und ganz bestimmt auch nicht die Hexen, die noch immer so wirkten, als würden sie die jenigen sein, die herein gelegt wurden.
      Zumindest schien es nun etwas weiter zu gehen, denn die Blonde griff nach einen Buch, was sie anschließend weiter an die Rosahaarige gab. Für einen Moment konnte Asmodeus nicht anders, als die beiden genauer zu betrachten. Zumindest waren es keine hässlichen Hexen. Und sie schienen auch irgendwie miteinander Verwandt zu sein. Asmodeus konnte es an ihrem Blut riechen, doch in welcher Art und Weise die beiden verwandt waren erschloss sich ihm nicht. Cousinen? Schwestern? Sie schienen im gleichen Alter zu sein, weswegen es kaum ein Tante, Nichte oder Mutter, Tochter Verhältnis zu sein.
      Die Blonde begann dann seltsames Zeug von sich zu geben, welches Asmodeus auf seine Hände blicken lies. Was zur Hölle sollten seine Hände über ihn verraten? Das alles war verwirrend, er verstand nicht was das alles mit Tee und Schach zu tun hatte!
      Die Wut stieg in ihm hoch, und er wünschte er könnte das Pentagramm einfach zerstören, vielleicht konnte er Feuerspucken und es verbrennen, und Baal und er konnte ohne diese nervigen Miststücke verschwinden!
      "Deine Augen sind dunkler geworden, oder? Beeindruckend" - "Was?!"
      Er verstand gar nichts mehr. Ja, seine Augen waren dunkler geworden, verständlich er war auch wütend.
      "Wie lange dauert das hier denn noch? Wir haben besseres zu tun als bei zwei Hexen auf Besuch zu sein", das Wort Besuch spuckte er dabei beinahe aus, als wäre es etwas giftiges, das ihn beinahe umbringen hätte können.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Kiara:
      "Glitzernde Wünsche", stimmte ihre Schwester in das Lachen mit ein und Kiara grinste breit. Nun sahen die Dämonen mehr als lächerlich und beinahe schon zauberhaft aus. Außerdem funkelte es in einem schönen, goldenen Ton der sie unwillkürlich an ihr noch unfertiges Schmuckstück erinnerte. Stimmt, da war ja der goldene Armreif den sie noch fertigstellen musste und dieser wartete in ihrer kleinen Handwerksecke des Laboratoriums! Warum ihr das ausgerechnet bei dem Anblick von glänzenden Dämonen einfiel, wusste Kiara auch nicht. Vielleicht weil die Haare des aufgeblasenen Dämons plötzlich in diesem Ton schimmerten? Oder der Boden im goldenem Puder glitzerte?
      "Ich denke nicht, dass wir beide seltsamer sind, als zwei mit Glitzer überzogene Dämonen" Marnie sprach der jungen Hexe aus der Seele. Plötzlich wirkten diese Gestalten weniger bedrohlich und eher amüsant. Viel mehr wie das, was sie erwartet hatte. Was ein kleiner Unfall doch alles bewirken konnte, wenn man es als Unfall bezeichnen wollte. Eigentlich war es ja Absicht. Kiara grinste breit und lobte gedanklich ihren Familiar für seinen sehr kreativen Streich. Besser hätte sie es selbst nicht tun können, wobei sie vorher noch einen Eimer Wasser oder Leim über sie beide vergossen hätte. Noch während sich die junge Hexe köstlich über das Dilemma der beiden Herren amüsierte und sich bereits einen passenden Spruch überlegte, schien ihre Schwester jedoch in dem alten Buch zu blättern, offenbar auf der Suche nach ihren Fehler. Stimmt, wir sollten diese beiden lieber wieder zurückschicken!
      Allerdings waren diese Seiten in sehr alter Runensprache geschrieben, die auf für sie eine Herausforderung darstellte. Nickend nahm sie das Buch aus den Händen ihres Zwillings und betrachtete aufmerksam die aufgeschlagene Seite und überließ Marnie das...diplomatische Streitschlichten- wenn man es so nennen konnte. Mit gekrauster Stirn fuhr ihr Finger über die Runen, dabei verdammte sie jedoch, dass sie in dieser Dunkelheit nichts sehen konnte. Dabei hatte sie doch ohnehin Probleme etwas zu erkennen, was so klein geschrieben war... Bei einem warmen Kaminfeuer würde sie sicher mehr erkennen als hier. Von der Bequemlichkeit mal abgesehen. Seufzend klemmte sie ihren Finger in die Seite und ließ das Buch sinken, gerade rechtzeitig um Mr. Arrogant erneut sprechen zu hören. Am Rande hatte sie den schwarzen Tee aufgefasst und die Idee war Musik in den Ohren der Runenhexe. Außerdem war jetzt etwas Tee und die wunderbaren Kekse ihrer Schwester genau das Richtige um nach einem Ausweg zu suchen!
      "Dann würde ich sagen, wir verschieben das Gespräch ins Kaminzimmer, nicht? Es wird so lange dauern, bis ich dieses Ritual entziffert habe, Mr. Ich-hab-keine-Geduld. Und so lange werden die werten Herren warten müssen, wenn sie es einrichten können." Mit einem herausfordernden Grinsen bedachte sie den blondhaarigen Dämon.
      "Und nebenbei...dieser goldene Glitzer steht euch beiden hervorragend, beim nächsten Mal könnten wir ja pink versuchen!", fügte sie noch spitzzüngig hinzu und zögerte kurz, den Rand des Schutzkreises betrachtend. Um in einen wärmeren Raum zu wechseln mussten sie den Schutzkreis verlassen und die Dämonen ihr Pentagram. Aber wenn sie jetzt einfach raustreten würde, war sie ziemlich sicher, dass diese Dunkelheit sie verschlingen würde. Dann kam ihr eine Idee.
      "Da ihr ja hier sozusagen gebunden seid... Ich äußere meinen ersten Wunsch. Wir werden jetzt alle ins Kaminzimmer gehen und euch Dämonen ist es verboten, in diesem Haus auch nur irgendein Leid zu verursachen. Weder meiner Schwester noch mir oder unseren Katzen. Kleine Vorsichtsmaßname!" Ob das wohl reichen würde? Es blieb nur eine Möglichkeit, das herauszufinden. Marnie wiederholte selbigen Wunsch auf ihre sanfte Art. Doppelt hielt bekanntlich besser und Vorsicht war hier mehr als notwendig. Kurz drückte Kiara dankbar die Hand ihrer Schwester, um sich selbst etwas Mut zu geben und trat schließlich aus dem Kreis aus Salz, Kreide und Kerzen hinaus. Und es geschah...nichts. Offenbar mussten die Dämonen ihren Befehl befolgen und standen nach wie vor an Ort und Stelle. Vlad kam auf sie zu und sprang behände auf ihre Schultern und rollte sich schnurrend zu einer kleinen pelzigen Kugel zusammen. Prüfend sah die Rosahaarige zu der Truppe.
      "Also dann. Schwesterherz, machst du den Tee zurecht?" Mit einem deutlich sanfteren Lächeln nickte sie Marnie aufmunternd zu. Je eher sie fertig waren desto schneller konnten sie sich unter einer kuschligen Decke an den Kamin verkriechen, eine Umarmung brauchte die Runenhexe jetzt wirklich.



      Baal:
      Der Tag wurde verrückter und verrückter. Nicht nur, dass diese Hexen offensichtlich keinerlei Respekt vor Unsterblichen kannten, nein diese Damen waren offenbar mehr als freizügig und...wenig auf Verhüllung bedacht. Als sich die Hellhaarige zu dem Buch beugte konnte man zwischen den leichten Stoff etwas mehr Haut erkennen und etwas erschrocken davon wandte der Sturmdämon seinen Blick ab. Wie konnte sie....als Frau?! Vielleicht auch aus Anstand, er war in derlei Dingen nicht sonderlich gut. Auch wenn manch Dämon wohl darüber lachen würde, dass er seinen Blick von einem verlockenden Anblick abwandte. Manche würden sagen er war prüde, da Lust keiner seiner Sünden war. Zumindest war bislang keine Dämonin und Mensch in der Lage, in ihm derlei triebe zu wecken.
      Doch zwangsweise musste er erneut zu dieser Hexe blicken, als sie begann eine Reihe merkwürdiger Dinge zu sagen, die für ihn keinerlei Sinn ergaben. Sein Blick huschte zu seinen großen Händen und er fragte sich, wie zur Hölle sie damit jemanden einschätzen wollte. Als sie dann jedoch das Schachspiel erwähnte war er interessiert und seine steinerne Miene erhellte sich etwas. Diesem Spiel konnte er kaum widerstehen, glich es einer Sucht für ihn, sich in diesen Figuren zu verlieren. Er liebte eine gute Partie dieses Brettspieles, selbst im Dämonenreich hatte er sich eines nachbilden lassen, was den Höllenherrscher laut lachen ließ. Sicher, Menschen hatten es erfunden, aber nicht alles was diese Sterblichen ins Leben riefen war gänzlich deplatziert und schlecht. Das gestand selbst er. Er liebte die Herausforderung und das taktische Denken, welches diese Figuren trainierten, die auf den Königreichen basierten. Plötzlich klang ihr Angebot weitaus verlockender und Baal nahm seine ruhige Präsenz wieder ein. Ein Tee und eine Partie Schach war eine gute Idee um wenigstens etwas der doch recht seltsamen Stimmung aus dem ganzen herauszunehmen. Sein Zorn ebbte ab und wenngleich diese Hexen seltsam und etwas...verrückt zu sein schienen, war das der ungewöhnlichste Besuch auf Erden seit langem. Er bemerkte wie Asmodaeus neben ihn die freche Bemerkung seitens der anderen Hexe wohl nicht so gut aufnahm. Er war eitel, ein Grund weshalb er bislang nur in ausweglosen Situationen mit ihm zu tun hatte, da sein Temperament noch schrecklicher als das des Sturmdämons war.
      Bei dem Aussprechen des Wunsches zog er jedoch nur die Brauen hoch. Es geschah keine Bindung zu der Hexe mit den rosafarbenen Haaren und dunklen Augen und das irritierte ihn jetzt doch. Er wollte sich nicht beklagen, wenn diese Hexe keine Macht über ihn hatte, konnte er sie leichthin niederstrecken und verschwinden. Aber wenn sie ihn nicht gerufen hatte... Plötzlich fuhr sein Blick zu der anderen, jener Hexe die über Hände und Tee sprach und keinen Sinn ergab. Sollte das bedeuten...sie wäre seine Meisterin?
      Als sie einen ähnlichen Wunsch äußerte entkam ihm ein Keuchen, fühlte es sich doch an als würde die Kette um sein dämonisches Herz abermals und diesmal weitaus stärker an ihm reißen. Sein Körper wurde gezwungen, dem Wunsch der Hellhaarigen Folge zu leisten- eine Brechung dieses Befehls war ausgeschlossen, wenn er am Leben bleiben wollte. Für die Menschen waren es nur Wünsche, für den Dämon der an sie gebunden war ein eindeutiger Befehl und glich mehr einer Versklavung. Doch etwas so starkes hatte er noch nie verspürt, obwohl es ein sichtliches Versehen der Frauen war, schien die Verbindung zu der Handfixierten Hexe fester und einnehmender als jene in seiner Vergangenheit. Unglaube zeichnete sich auf seinen Zügen ab als er ihren Augen begegnete und ihm blieb nichts, als sich resigniert den Schwestern anzuschließen. Zu der wohl seltsamsten Teestunde aller Zeiten...
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

    • Marnie

      Die junge Hexe musste entzückt kichern, als das Gesicht des Dämons sich, bei dem Klang des Wortes Schaches, etwas erhellte. Sie hatte also recht, das gefiel ihr. Ihre Fähigkeiten reichten nun also schon so weit, um aus der Ferne Hände beurteilen zu können. Aufgeregt sah sie zu Kiara, ob sie es mit bekommen hatte? Oh, Marnie war gerade stolz auf sich, was ihr gerade noch etwas neuen Schwung gab, um ihrer Schwester zuzustimmen. "Oh unbedingt ins Kaminzimmer! Mir ist hier wirklich zu kalt, ein schönes Feuer, ein warmer Tee."
      Das wäre wirklich schön. Und dann könnte Marnie sich auf die Couch legen, und einfach ein wenig schlafen. Die Dämonen würden einfach verschwinden, und in der Nacht konnte Marnie dann den Bewegungen der Himmelskörper folgen, um ihre Berechnungen fertig stellen zu können. Es war eine nie endende Aufgabe, doch die Vorhersagen, die sich aus den Sternen ergaben, waren die zutreffendsten. Manchmal machte Marnie noch fehler, mit ihren Deutungen, doch ihre Berechnungen waren perfekt. Einmal hatte sie diese einen anderen Magier gezeigt, und er war wirklich beeindruckt gewesen. Es musste an der letzten Walpurgisnacht gewesen sein. Ihre Schwester und sie trafen nicht all zu häufig auf die anderen Hexen und Magier. Nun sie waren auch alle recht arrogant, damit konnte keine von den Schwestern recht umgehen.
      Kiara äußerte dann einen Wunsch, und für einen Moment war Marnie entsetzt, bis sie verstand was ihre Schwester damit bezwecken wollte. Nun, Marnie hätte daran schon nicht mehr gedacht. Sie freute sich einfach schon so, irgendwo ihre Augen schließen zu können, dass sie beinahe voreilig den Schutzkreis verlassen hätte. "Ich wünsche mir auch, dass kein Bewohner dieses Hauses durch euch zu Schaden kommen", nickte Marnie bestätigend. Es galt für die Sicherheit aller, und doppelt hielt bekanntlich besser. Kiara und Marnie waren dafür ja wohl die perfekten Beispiele. Es gab bestimmt kaum jemanden der dem Duo hier zu traute alleine zu überleben.
      Kaum hatte Marnie die Worte ausgesprochen, bemerkte sie wie der eine Dämon einen Moment lang sein Gesicht verzog. "Ist alles in Ordnung?", fragte sie unsicher nach, während sie mit den anderen ins Kaminzimmer gingen. Marnie deutete auf die Sessel, und die kleine Couch, um ihnen anzubieten sich zu setzten. "Ich werde den Tee aufstellen... Und Kiara? Vergiss deine Brille nicht", grinste sie ihre Schwester etwas frech an, bevor sie kurz in der Küche verschwand, um einen starken Schwarztee zu zu bereiten.
      Die Blonde schlichtete dann vier Tassen, etwas Zucker - Marnie hatte erst vor kurzen wieder einen Kilo Zucker von einem Mann geschenkt bekommen -, ein wenig Milch und die Kekse die sie Gestern gebacken hatte, auf ein Tablett und balanzierte es sehr wackelig zurück ins andere Zimmer. Sie stellte das Tablett dann auf einen Tischchen ab. "Bedient euch", lächelte sie, und bevor sie sich selbst eine Tasse einschenken konnte erinnerte sie sich an das Schachspiel.
      Wo konnte es nur sein? Ohne einen richtigen Plan, suchte Marnie das Zimmer ab, öffnete Schränke und Kisten, und dachte dabei gar nicht daran, alles wieder an seinen vorherigen Platz zu stellen. Und da entdeckte sie es! Ganz oben am Schrank! Marnie stellte sich auf ihre Zehenspitzen, und streckte sich, wobei ihr Gewand mehr von ihren Oberschenkeln freigab, als es eigentlich sollte. Nur ganz knapp kam sie heran, und zog es von dem Schrank herab, um es den Hünen anschließend in die Hände zu drücken. "Sagte ich doch. Sag mal?" Marnie legte den Kopf etwas schief. "Du bist ein Krieger, richtig?"
      Marnie wollte wirklich unbedingt wissen, ob die Hände dieses Mannes die Wahrheit sprachen. Nun, es sprach auch einiges anderes dafür. Die Narben an seinen Oberkörper, die riesige Gestalt, die von Muskeln nur so strotze. Hm, Marnie fand das nicht schlecht. Auf eine Antwort wartend, setzte sie sich auf die Lehne direkt neben den Mann, und lies ihn dabei keine Sekunde aus den Augen. "Und wie heißt ihr beide überhaupt?" Einmal musste Marnie sich über die Augen reiben, um die erneut aufkehrende Müdigkeit zu bekämpfen. Das Suchen war ihr doch etwas zu anstrengend gewesen.


      Asmodeus

      Asmodeus seufzte sehr genervt, doch was konnte er schon tun? Er würde sich Wohl oder Übel gedulden müssen. Er wollte wieder seinen Platz in der Hölle mit hübschen Dämoninen einnehmen. Nun, diese Frauen hier trugen auch nicht viel mehr, wie die aufreizenden weiblichen Wesen der Unterwelt, aber er war sich sehr sicher, dass er hier nicht so einfach das bekommen würde was er wollte.
      Die Hexe mit den rosa Haaren begann ihren Wunsch zu äußern, und bei jedem weiteren Wort, das ihre vollen Lippen verließ, schien etwas mehr und mehr sein Herz zu zerquetschen. Er hielt die Luft an, um keinen Ton des Schmerzes von sich zu geben, und konzentrierte sich sehr darauf keine Miene zu verziehen. Ob das jedoch klappte, konnte er nicht wirklich beantworten. So einen starken Schmerz hatte er noch nie bei einer Beschwörung verspürt. Er konnte sich überhaupt nicht daran erinnern jemals einen Schmerz in diese Richtung gespürt zu haben. Das lag wohl auch daran, das Asmodeus in Kriegen eher aus dem Hintergrund agierte. Sein Drache speihte Feuer, er besaß einen Bogen, und auch ansonsten war Asmodeus immer eher der jenige der Fallen erschaffte, oder Waffen baute. Er stärkte seine Männer, bis sie unverwundbar schienen. Aber an forderste Front? Nein, das war nicht Asmodeus Platz. Das war eher der Platz von den Mann neben ihn. Der seinen kleinen Mund doch meist verschlossen hielt. Asmodeus war von seiner Gesellschaft schon immer recht gelangweilt gewesen, weswegen er nicht viel über Baal sagen konnte. Ihr Herrscher schien jedoch gefallen an ihm zu haben, weswegen auch Asmodeus ihn nicht als Feind wissen wollte.
      Der Schmerz begann etwas nach zu lassen, als die junge Hexe den Schutzkreis verlies. Vorsichtig und misstraurisch trat er auch aus dem Pentagramm, doch es passierte nichts. Gut, also musste er wohl doch aufpassen, ja keinen in übereifer zu verletzten. Dabei kribbelten seine Finger unangenehm, er hätte diesen frechen Ding nur zu gerne den Hals umgedreht. Was dachte sie sich überhaupt mit wem sie hier sprach?! Asmodeus ist einer der Könige der Hölle, ein so hoher Dämon. Zwar noch unter seinem Herrscher, aber trotzdem fürchteten sich die meisten vor ihm.
      Missmutig folgte er den sterblichen Wesen in ein anderes Zimmer. Im Karmin knisterte ein Feuer, und die Hitze schien Asmodeus zu erschlagen. Wie konnte man es denn hierrin aushalten? Die Blonde deutete auf einige Sitz gelegenheiten und Asmodeus suchte sich einen der Stühle aus. Die Frau mit den rosa Haaren blieb bei ihnen, und betrachtete das Buch wahnsinnig genau. "Woher habt ihr dieses Buch überhaupt?", stellte Asmodeus nun die Frage. Soweit er das erkannt hatte, war es ein wahnsinnig altes Buch, und seine Macht konnte er bis hier her wahrnehmen. Das so etwas so einfache Hexen besaßen konnte er nicht glauben. Vielleicht hatten sie es einen mächtigeren Magier gestohlen?
      Ein wenig später trat auch die andere Hexe wieder ein, mit dampfenden Tee und Keksen. Auch das begutachtete der Dämon mehr missmutig, als erfreut. Das würde er weder Essen noch trinken! Es sah nicht nach dem luxuriösen Speißen aus, die Asmodeus sich sonst zu Gemüt führte. Statt dessen beobachtete er viel lieber weiter die Hexe, die ihn offensichtlich an sich gebunden hatte.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Kiara:

      Kurz wurden ihre Wangen heiß, als Marnie sie auf ihre Brille hinwies. Nie im leben gab sie sich ausgerechnet jetzt die Blöße, vor dieser Höllenbrut ihr Lesegestell zu tragen! Die Gläser waren zu groß und sie sah absolut lächerlich damit aus! Trotzig wie sie war nahm sie auf der großen Couch platz, das Buch vor sich auf den Knien liegend und vertiefte sich ganz in die verschlungene Schrift. Dabei kniff sie die Augen zusammen, da es ihr schwer fiel, alles zu erkennen. Ach verflixt, warum hatte sie eine so schlechte Sehleistung?!
      Sie murmelte leise die Schriftzeichen vor sich hin und langsam bemerkte Kiara den unangenehmen Druck in ihren Augen, dass sie sich schließend kurz über jene rieb.
      "Woher habt ihr dieses Buch überhaupt?", stellte Herr Aufgeblasen schließlich eine Frage und beinahe war die Runenhexe verwirrt, dass kein Spott darin zu hören war. Er schien es ernsthaft wissen zu wollen und dankbar, einen Moment aufsehen zu können, richtete sie ihre dunklen Augen auf sein Gesicht. Zugegeben sah dieser Mann phantastisch aus und so gar nicht dämonenhaft mit diesen hellen Haaren. Kurz schwieg sie und sah zu dem besagten, uralten Grimoire. Es war tatsächlich ein altes, machtvolles Buch, welches lange Zeit in ihrer Bibliothek verstaubt war. Es war geradezu gefährlich machtvoll und einige dieser Sprüche waren verboten.
      "Es gehörte unseren Eltern.", gestand sie ehrlich und ihre Finger wühlten in der Zeit in ihrer Tasche, die an dem silbernen Gürtel hing. Irgendwo musste sie doch diese nervigen Lesegläser haben... Oder lagen sie noch im Labor? Kiara hoffte nicht, dann müsste sie den ganzen Weg nach oben gehen und diese Brille suchen. Glücklicherweise stießen ihre Finger auf den besagten Gegenstand und mit etwas vor Scham geröteten Wangen setzte sie das lächerliche Gestell auf die Nase.
      Ihre Schwester war bereits mit Tee und Gebäck zurückgekehrt, was ihre Laune etwas aufhellte. Der Geruch von schwarzen Tee breitete sich im gemütlichen und deutlich wärmeren Raum aus. Kiara widmete sich wieder dem Buch, diesmal deutlich besser sehen können. Sie studierte die einzelnen Symbole und die Kreise. Aber sie verstand einfach nicht... Die Gegenwart des Blondschopfes war nicht gerade gut für ihre Laune, sie hasste es, wenn man sie mit Blicken löcherte. Den Dämon neben ihr anfunkelnd setzte sie ein zuckersüßes Lächeln auf, um ihn zu zeigen, dass sein Starren nicht wirklich half. Dann nahm sie einen stärkenden Schluck ihres Tees und steckte sich ein Gebäckstück in den Mund. Es gab keine bessere Bäckerin als ihre Schwester! Noch während sie den einen Keks kaute griff sie schon nach dem nächsten, ihre Konzentration galt wieder den alten Seiten, nur am Rande bekam sie die Namen der Dämonen mit. Asmodaeus und Baal also... warum klingelte da etwas in ihrem Hinterkopf? Nein, keine Ablenkung! Herrschte sich der rosa Schopf selber an. Das Rückführungsritual könnte funktionieren, doch dafür mussten sie den Grund wissen, weshalb die Dämonen überhaupt erschienen waren. Deshalb blätterte sie zurück zu jenem Pentagram, welches sie genutzt hatten. Eigentlich ein sehr alter Wunschzauber, nichts verwerfliches. Keine Runen für die Unterwelt oder gar die Beschwörung eines Wesens. Eigentlich sollte...alles passieren. Kiara betrachtete die Dämonen kurz eingehend. Ihre Haltung versprach ein großes Maß an Stolz und etwas sagte ihr, dass beide unglaublich mächtige Zeitgenossen waren. Moment...Asmodaeus...Baal... Ihr fiel es wie Schuppen von den Augen und plötzlich wurde ihr bewusst, woher sie diese Namen kannte. Das waren zwei der höchsten Dämonen der Hölle! Kiara schluckte kurz und ihr Blick huschte zu Asmodaeus, den sie zuvor derart geärgert hatte. Nur gut, dass er ihnen nichts mehr tun durfte!
      Schließlich fiel ihr Blick auf den Riss am oberen Ende der Seite und sie stockte. Sie strich ihn glatt und versuchte die zwei Symbole zu entziffern. Das war bereits vorhin eine Schwierigkeit, aber Kiara war vorhin wohl zu aufgeregt und war sich wohl sicher, alles richtig gemacht zu haben. Doch sie hatte sich geirrt. Plötzlich wurde sie leichenblass. Oh bitte nicht! Flehte sie alle Geister an, die sie kannte.
      "Ich...Ich glaube wir haben ein Problem...", begann sie schließlich und zog die Aufmerksamkeit der Versammelten auf sich. Nervös spielte sie mit ihren Armbändern, die sie trug, an denen kleine filigrane Goldschädel und Mondzeichen klimperten. Sie nahm noch einen Schluck Tee um sich selber zu stärken ehe sie das Buch auf den Tisch legte und an eben jene Stelle der eingerissenen Seite zeigte.
      "Wir...haben was falsch gemacht, Marnie... Siehst du die Symbole hier? Ich fürchte ich habe mich vorhin verlesen... Ich habe die falschen Symbole darin gelesen und wohl einige Linien verwechselt." Gegen Ende wurde sie immer leiser und ihr Blick traf abermals auf die Dämonen. Vielleicht hatte sie aus versehen die Siegel dieser zwei Männer darin gelesen?
      "A-Also was ich sagen will...Ich fürchte wir haben in diesen Wunschzirkel eure...Zeichen irgendwie mit eingebunden...", schloss sie die Erklärung ab und suchte den Blick ihrer Schwester. Zwei Linien, ein falsches Zeichen und jetzt saßen sie hier. Unfähig irgendetwas zu tun.






      Baal:

      Die wohl eher gutgemeinte Frage, ob mit ihm alles in Ordnung war, zog er vor zu ignorieren. Er war nicht schwach, er hatte lediglich das Ausmaß nicht erwartet, mit dem er an eine Sterbliche gebunden wurde. Insgeheim ärgerte es ihn, dass er ein Keuchen von sich gegeben hatte. Baal hasste es, Schwäche oder Schmerz zu zeigen. Die endlosen Schlachten hatten ihn gestählt, er galt sogar in seinen Reihen als der unbesiegbare Sturmwolf.
      Er folgte den Frauen schweigend und nahm in dem großen Sessel platz. Das Feuer sonderte eine unglaubliche Wärme ab. Kein Vergleich zu der Grabeskälte der Unterwelt, doch erinnerte es ihn an die Höllenschmiede und das ewig brennende Feuer, in dem er seine Waffen geschaffen hatte. Kurz verschwand seine neue Meisterin- ein seltsamer Klang in seinen Ohren- um den Tee aufzusetzen und kehrte kurze Zeit später mit einem klappernden Tablet zurück. Doch statt sich zu bedienen, wie sie freundlich vorschlug, beobachtete sie dabei wie sie...noch mehr Chaos in diese Unordnung brachte. Nicht dass es hier besonders aufgeräumt war, für seinen Geschmack war es das reinste Übel. Bücher lagen herum, Decken zusammengeknüllt vor dem Kamin und einige Utensilien die sie wohl für ihre...Hexenkunst benötigten, lagen verstreut. Er verzog kaum merklich sein Gesicht. Alles, was die Blondhaarige aus dem Regal zerrte, wurde liegen gelassen und nicht wieder einsortiert und beinahe verspürte er den Drang, aufzustehen um hier aufzuräumen. Doch der Dämon blieb wo er war und sah nur dabei zu wie sie sich streckte um nach oben zu einer Schachtel zu kommen. Sie war viel zu klein und trotzdem schaffte sie es irgendwie, das Spiel herunterzuholen und drückte es ihm in die Hand. Kurz begutachtete er das besagte Spiel aufmerksam. Trotz der eher schäbigen Verpackung waren die Holzfiguren liebevoll gestaltet und in einem perfekten Zustand. Er drehte einen Springer zwischen zwei Fingern hin und her, als er spürte wie die kleine Hexe sich auf der Armlehne direkt neben ihm niederließ. Er war es nicht gewohnt, dass Frauen ihm so nahe kamen. Viele fürchteten seine bloße Erscheinung und seine riesige Gestalt. Von seinem vernarbten Körper mal abgesehen. Er blickte auf als sie ihn fragte, ob er ein Krieger sei und beinahe hätte er laut gelacht. War das ihr Ernst? Offenbar hatte diese Frau keine Ahnung wer oder was sie hier in ihrem kleinen Heim sitzen hatten. Das bestätigte sich kurz nachdem sie gefragt hatte, wer sie seien. Seufzend und versucht, sie nicht zu berühren, richtete er sich etwas auf und legte den Springer zurück. Später würde er sich einer Partie vielleicht widmen.
      "Ihr wollt uns weismachen, dass ihr zwei keine Ahnung habt, wer wir sind?", fragte er kopfschüttelnd nach und seine graue Mähne folgte dieser Bewegung.
      "Ich bin Baal, Höllenfürst des Zorns und des Krieges, kleine Hexe.", sagte er mit tiefer, beinahe grollender Stimme. Seine goldenen Augen legten sich vielsagend auf ihre. Hoffentlich war ihr nun bewusst, wen sie vor sich hatten. Die Kriege welche er gesehen und geführt hatte, waren legendär. Er war der Schlächter auf jedem Schlachtfeld, der General dessen Strategien jedem Feind das Handwerk legte.
      "Und ja, ich bin ein Krieger. Der Mächtigste den die Hölle zu bieten hat!", fügte er noch an und der Stolz seiner Stimme war unüberhörbar. Seine Stellung als General war unanfechtbar und es war harte Arbeit, den Teufel zu überzeugen, sein ganzes Vertrauen in den Sturmdämon zu legen.
      Schließlich wurde seine Aufmerksamkeit auf die andere Hexe, offensichtlich waren beide Schwestern, gezogen als diese nervös zu sprechen begann. Bei dem gesagten wurde ihm flau im Magen, erst recht als er das Symbol im Buch sah. Beim Höllenfeuer...das waren keine guten Nachrichten! Ewige Knechtschaft, das war es! Dieser hirnrissige Fehler hatte gerade einen nervigen und sehr langen Abend ausgelöst. Dieses Wunschritual sorgte für gewöhnlich dafür, dass die Zaubernden ihre sehnlichsten Herzenswünsche erfüllen zu können. Doch dank dem Fehler der beiden jungen Hexen waren jetzt sie dafür verantwortlich, die niederen Wünsche der beiden zu erfüllen. Ohne Gegenleistung und...unendlich. Menschen waren gierige Wesen, sie würden nie aufhören Wünsche zu besitzen, das bedeutet sie wären bis zu dem Tod dieser Zwei an sie gebunden.
      "Ihr...", seine Stimme war nur mühsam beherrscht.
      "Habt ihr eine verdammte Ahnung, was ihr da angestellt habt?!", knurrte er und klang nun wirklich seinem Wolfswesen ähnlicher als einem Menschen. Ewige Knechtschaft für eine Hexe, die nichts von ihrem Handwerk verstand?! Absolut großartig, was wünschte sich ein hochangesehener General mehr? Missmutig griff nun auch er zu einem Tee. Hier und jetzt seine Fassung zu verlieren dürfte nichts lösen, also versuchte er seine altbekannte Ruhe wieder herzustellen durch das warme Gebräu.
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    • Marnie

      Marnie verstand nicht, was daran so verwunderlich sein sollte, dass weder Kiara noch sie wussten, wer die beiden eigentlich waren. Immerhin hatte keine von ihnen geplant einen Dämon zu beschwören. Sie hatten sich etwas lustiges erhofft, um sich einen netten Wunsch zu erfüllen. Einen Haufen Kleider, vielleicht einen Topf voll Gold, oder Edelsteine. Aber sicherlich keinen Dämon.
      Die Blonde hatte sowieso keine Ahnung von Dämonen. Ihre Mutter meinte immer nur, es handle sich um verbotene Magie, und so hatte Marnie einfach die Finger davon gelassen. Natürlich wusste sie von Lucifer, sie kannte auch die wichtigsten Geschichten zwischen Himmel und Hölle, doch das gehörte nicht wirklich zu den Sachen, denen Kiara und Marnie beigebracht wurden.
      Das einzige was Marnie tatsächlich beeindruckte, war dass sie recht hatte. Der Gedanke brachte sie ein wenig zum Kichern. "Wusste ich es doch, deine Hände sagen sehr viel über dich", murmelte sie müde vor sich hin. "Hm, ich habe einmal von einen Baal geträumt. Ich habe ihn im Wald gesucht, er ist verschwunden weil ich ihn verärgert hatte. Glaubst du, das du das warst? Oder sein wirst?" Wieder hatte Marnie begonnen mit einer ihrer Haarsträhnen zu spielen. Vielleicht war es ja eine Vision gewesen. Das Problem mit der Zukunft war einfach, dass es so viele Variablen gab, und es deswegen schwer war, nur von einer Zukunft zu sprechen. Es gab mehrere, weswegen Marnie wohl niemals aufhören würde die Sterne zu beobachten.
      "Ich...Ich glaube wir haben ein Problem...", stotterte Kiara vor sich hin, und nun wandte Marnie sich erst von dem Dämon ab, um zu ihrer Brillenschlange zu sehen. Vorsichtig stand sie auf, und setzte sich neben ihre Schwester um besser in das Buch blicken zu können.
      Falsche Zeichen waren es also? Gut, das konnte man doch sicherlich irgendwie Rückgängig machen. Es gab bestimmt in diesem Buch irgendwo ein Ritual welches dies zu lies. Bis jetzt verstand Marnie das Ausmaß dieses Fehlers nicht, und es würde bei ihren schweren Augen auch noch recht schwer werden ihr das begreiflich zu machen.
      Etwas erschrocken, so gut es ging bei ihren nebligen Verstand, sah sie zu dem Dämon der sie eben angeknurrt hatte. Etwas unsicher schüttelte Marnie den Kopf. "Ich habe keine Ahnung", meinte sie dann ehrlich. "Was haben wir denn angestellt?", als erstes sah sie fragend zu Baal und dann wandte sich ihr Blick zu ihrer Schwester.
      Woher sollte sie denn wissen was sie angestellt hatten? Sie hatte keine Ahnung von Runen, oder Beschwörungen. Marnie war schon stolz auf sich, wenn sie das Licht in ihrem Zimmer beschwören konnte. In genau der richtigen Helligkeit. Marnie konnte nämlich ohne ein dämmriges Licht nicht wirklich schlafen, aber wenn es zu hell war wurde das auch nichts. Es war also nicht einfach sie damit zufrieden zu stellen.
      Der andere Dämon, Asmodeus, begann mit einer wütenden Erklärung, doch Marnie lehnte sich nur zurück. Sie konnte den Worten kaum folgen, stattdessen fielen ihre Augen zu, und sie schlief. Nicht unbedingt lange, aber lang genug um zehn Minuten später etwas klarer im Kopf nach ihrer Tasse zu greifen, und endlich einen Schluck zu trinken. Das Koffein würde ihren armen Verstand wohl auch nicht mehr sehr helfen.
      Diese Dämonen gehörten also nun den beiden Schwestern. Das war es was Marnie in ihrem Schlaf halbwegs mitbekommen hatte. Dämonenbesitzer... Das klang komisch. Sie blieb viel lieber bei dem Terminus 'Besuch'.


      Asmodeus

      Es war doch recht amüsant zu betrachten, wie schnell so eine vorlaute Göre rot werden konnte. Eine Brille brauchte die Rosahaarige Hexe also. Das würde am Ende wohl auch noch erklären, warum Baal und er hier aufgetaucht waren, dachte Amsodeus spöttisch. Das er Recht behalten sollte, würde er jedoch erst in wenigen Minuten erfahren.
      "Euren Eltern?", fragte Asmodeus. Er konnte sich nicht vorstellen, dass zwei so unscheinbare Hexen, die Kinder von mächtigen Magiern waren. Ausgeschlossen. Am Ende hatten die Eltern das Buch von irgendjemanden geklaut, der tatsächlich etwas auf dem Hut hatte. Anders konnte Asmodeus es sich nicht vorstellen.
      Das hier waren nur Betrüger. Kleine unwichtige Hexen, die sich aufspielen wollten. Einen Wunsch hatten sie gesucht, aber irgendetwas war so schief gelaufen, dass Fürsten der Hölle sich nun mit diesem Problem befassen mussten.
      Nun holte die Hexe die ihn, den großen Asmodeus, gebunden hatte, ihre Gläser aus der Tasche. Sie waren ihr wirklich viel zu groß. Es wirkte beinahe lächerlich, wie die Augen einer Fliege. Er betrachtete sie weiterhin mit Spott, während sie sich versuchte auf die Seiten des Buches zu konzentrieren. Für einen kurzen Moment lies sie sich Ablenken, und setzte ein lächeln auf, das wohl zuckersüß sein sollte. Es nervte Asmodeus viel eher. Dieses Weib sollte sich beeilen. Zeit war kostbar, und er musste sie wirklich nicht mit so unwichtigen Wesen verschwenden.
      Von der anderen Seite bekam er die Frage nach ihren Namen mit, was nun auch Asmodeus neugierig zu der anderen Hexe blicken lies. Sie schien sich überhaupt nicht von Baal einschüchtern zu lassen, mieden ihn die meisten Frauen doch. Oder mied er die Frauen? Vielleicht stand er ja gar nicht auf Frauen, sondern bevorzugte sein eigenes Geschlecht? Wenn es so war, würde er wohl kaum von Asmodeus ablassen können... Jedoch hatte es bisher nie Gerüchte in dieser Richtung gegeben. Baal blieb Wohl oder Übel einfach nur langweilig.
      "Ich bin Asmodeus, der Drachenreiter." Und ganz anders als Baal war er der Dämon der Gelüste. "Einer der Fürsten der Hölle." Irgendwann war sein Titel von König zu Fürst gesunken, und trotzdem bezeichnete er sich in nicht formellen Momenten noch immer als König. Der Dämon strich sich durch sein Haar, wobei ihm schmerzhaft bewusst wurde, dass seine Krone fehlte. Er würde so viel besser aussehen, mit einer Krone am Haupt. Es war zwar kaum möglich noch besser auszusehen als er, aber seine Krone konnte dies sehr wohl zustande bringen.
      Die Hexe, er meinte vorhin gehört zu haben, dass ihr Name Kiara lautete, erzählte dann etwas von Problemen. Entervt blickte er nun wieder zu dem Buch, und er erkannte vermutlich im selben Moment wie Baal, was das hier zu bedeuten hatte.
      Wenn sich seine Augen gerade wieder beruhigt hatten, dann wurden sie nun wieder dunkel. Und dieses Mal war es nicht nur ein dunkleres Grau, nein sie wurden schwarz wie die Dunkelheit der Unterwelt selbst.
      "Ihr habt uns versklavt!", fuhr er die Hexe dann an. Er war aufgestanden in seiner Wut, und konnte kaum noch auf die Worte achten, die er von sich gab. "Wie konntet ihr es wagen?" Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Oh, am liebsten hätte er diese Frauen tot geschlagen, doch er musste sich zurück halten. Denn selbst wenn Asmodeus Wut übernahm, wusste er zu genau, dass er dadurch sein eigenes Leben unwiederuflich verlieren würde. "Wie dumm seit ihr eigentlich? Ihr bekommt es nicht einmal hin ein Ritual richtig aufzubauen!" Er hasste diese Situation. Wie konnte soetwas nur passieren. Und warum ausgerechnet ihm?!
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Kiara:
      Oh verdammter Kuhmist! Kiara spürte eine dezente Panik in sich aufspüren. Wenn ihre Vermutung richtig lag würden sie diese beiden reizenden Herren so schnell nicht mehr loswerden können- egal was sie versuchen würden. Wie konnte ihr nur ein solcher Fehler unterlaufen? Normalerweise war sie perfekt was Schriften und Runen anging. Aber sie hatte die Siegel der Dämonen nicht gekannt, diese dunklen Wesen waren verboten. Sicherlich gab es viele Hexen die sich dieser Kräfte bedienten, aber Mutter hatte immer gesagt sie dürfen niemals dieser Versuchung erliegen. Und beide Schwestern hatten es auch nie in Erwägung gezogen, mit solchen Mächten zu spielen. Und jetzt? Jetzt tranken sie Tee zusammen mit eben solchen Kreaturen, die ganze Städte zerstören konnten, wenn sie wollten. Diesmal half der jungen Runenhexe nicht einmal die Nähe zu ihrer Schwester, als diese neben ihr Platz nahm. Die Graumähne brauste als Erster auf, sichtlich wütend und wenig begeistert. Etwas erschrocken zog Kiara ihre Schultern an, was ihren Begleiter Vladimir weckte. Der Kater sträubte sein Fell und fauchte dem Dämon entgegen, den das aber herzlich wenig interessierte. Sie hörte die Frage ihrer Schwester und spürte ihren Blick, doch Kiara war sichtlich überfordert mit der Situation. Zumal Baal ja irgendwie Recht hatte. Sie hatten die Dämonen gerade an sich gebunden und eine Art...ja wie konnte man das eigentlich nennen?

      "Ihr habt uns versklavt!" Jetzt wurde auch der blonde, arrogante Prinz neben ihr wütend. Und Sklaven war das Wort, was Kiara eben gesucht hatte. Oh wow, wie das klang. Waren sie damit die Besitzer dieser Dämonen? So wie eine Art...Haustier? Kurz blickte die Hexe zu Asmodaeus und stellte sich ein Halsband an ihm vor. Okay, ihre Gedanken waren nicht ganz normal, das gab sie zu, aber die Vorstellung gefiel ihr ja beinahe schon. Er war aufgesprungen und hatte sich beinahe schon bedrohlich vor ihr aufgebaut. Ihre Augen hingen einen Bruchteil an diesem tiefen Schwarz seiner Augen und die Hexe schluckte schwer. Mit einem Hilfesuchenden Blick zur Seite bemerkte sie entsetzt, dass Marnie zu schlafen schien. Nein Schwester, bitte nicht jetzt, lass mich nicht allein! Flehte sie in Gedanken, doch sie wusste, dass Marnie nicht so leicht zu wecken war. Außerdem würde ihre Schwester die gesamte Nacht wieder mit ihren Sternen verbringen, wie sie vermutete. Na herrlich, zwei wütende Männer für Kiara also. Dabei hatte sie so gut wie keine Erfahrung darin, wie man mit Männern überhaupt umging. Oder allgemein mit Leuten außer ihrer Schwester. Aber jetzt schlief sie und Kiara musste alleine mit den beiden klar kommen.
      "Wie dumm seit ihr eigentlich? Ihr bekommt es nicht einmal hin ein Ritual richtig aufzubauen!" Oha, da redete sich jemand offenbar in Rage. Beide Dämonenfürsten wirkten mehr als sauer auf sie, nur gut dass sie irgendwie auf ihren Wunsch hören mussten. Sonst- so war sich die Rosahaarige sicher- wären sie schon lange ein Häufchen Asche in ihrem eigenen Haus.
      "Ich...", begann Kiara etwas hilflos, doch diesmal schnitt Baal ihr das Wort ab.
      "Ihr habt uns in ewige Knechtschaft gezogen, weil ihr zu dumm seid um ein Buch zu lesen! Ihr habt dafür gesorgt, dass wir nicht wieder zurück können, ihr idiotischen Möchtegernhexen!" Seine Stimme klang mehr grollend wie die eines Monsters und langsam bekam es Kiara wirklich mit der Angst zu tun. Vor beiden um ehrlich zu sein, Asmodaeus sah nämlich so aus, als wolle er ihr hier und jetzt den Hals umdrehen. Aber dennoch fühlte sich Kiara mehr als beleidigt. Möchtegernhexen? Was sollte das denn heißen? Sie war eine meisterhafte Runenhexe, es war alles nur ein Missverständnis! Sie hatte niemals die Absicht zwei solche blöden Dämonentypen zu beschwören! Sie wollte doch nur einen Wunsch äußern... Nur einen Wunsch, der ihr Material für neuen Schmuck und einige seltenen Pflanzen besorgt hätte. Aber offenbar bekam heute Abend niemand, was er wollte. So traurig das auch klang.
      "Aber...!", versuchte sie abermals, sich Gehör zu verschaffen. Allerdings wollten die zwei Dämonen ihr wohl nicht zuhören, was sie langsam aber sicher zu nerven begann. Als dann jedoch der werte Blondschopf abermals sprach, reichte es der jungen Frau wirklich.
      "Ihr seid genau solche Betrüger wie die Menschen, die euch Miststücke in die Welt gesetzt haben! Eure Eltern hätten niemals ein so mächtiges Buch stehlen sollen. Offenbar seid ihr genauso dämlich wie sie, wenn ihr dachtet ihr könntet mit Magie umgehen!" ,kam es dem werten Drachenreiter über die Lippen und Kiara sah rot. Dieser arrogante.... Wie konnte er ihre Eltern nur derart beleidigen und als Betrüger und Diebe abstempeln?!
      "HALTET ENDLICH DIE KLAPPE, IHR INFERNALISCHEN HORNOCHSEN!", kam es ihr ungewollt laut und mehr als sauer über die Lippen, sie schrie schon beinahe. Sie sprang auf und funkelte Asmodaeus und Baal abwechselnd wütend an, die endlich die Güte hatten zu Schweigen in ihren Lamentionen.
      "Wir können genauso wenig für das Dilemma. Wir haben keinen von euch hier gewollt, schon gar nicht solche Jammerlappen wie euch!" Sie atmete schwer und hatte ihre zierlichen Hände zu Fäusten geballt. Unterdess schien Marnie wieder aufzuwachen und trank gemütlich ihren tee, als wäre nichts passiert. Kurz schien ruhe zu herrschen und sie spürte die unangenehmen Blicke der Dämonen, wo ein jeder wohl sich ausmalte, was man mit ihren Eingeweiden alles anstellen könnte. Ups...Sie hatte es diesmal wohl wirklich übertrieben.
      "Ich...Ich meine...", begann sie zu stottern, das Unheil war jedoch bereits angerichtet.





      Baal
      Na herrlich, als Sklaven gebunden an zwei Hexen, die nicht mal einfachste Runen lesen konnten. Sein neuer Kollege Asmodaeus war ebenso aufgebracht und sogar aufgesprungen und der Sturmdämon unterschrieb jedes seiner gesagten Worte gedanklich. Er sprach ihm aus der finsteren Seele. Baal selber hatte seine Muskeln zwar angespannt aber versuchte so ruhig wie die Situation erlaubte, zu bleiben. Wenn er jetzt noch die Beherrschung verlieren würde, wäre das Haus gleich nur noch ein Haufen aus Holz und Steinen. Aber damit wäre alles noch schwieriger als ohnehin schon. Dennoch blickte er mehr als angesäuert zu den jetzt wieder nebeneinander sitzenden hexen. Kurz war er sogar froh, dass Marnie ihm nicht weiter zu nahe kam, immerhin war ihr Gerede mehr als verwirrend. Er in einem Wald? Er konnte sich nicht erinnern, jemals diese verruchte Frau getroffen zu haben und schon gar nicht in irgendeinen Wald. Die Hellhaarige ergab keinerlei Sinn für ihn, was ihn mehr als durcheinander brachte und verunsicherte. Normalerweise konnte er alles und jeden richtig einschätzen und analysieren. Bei seiner neuen Sklaventreiberin war dies aber unmöglich für ihn und unwillkürlich fragte er sich, wieso sie nur so...war. Ihm fiel nicht einmal ein passender Begriff dafür ein außer vielleicht seltsam.
      Dass sie schließlich so dreist war, ihn zu fragen was hier nicht stimmte, machte ihn umso wütender. Verstand sie denn nicht, in welche Lage sie ihn damit gebracht hatte? Oder Asmodaeus?! Doch ehe er zum Antworten setzen konnte besaß diese Frau tatsächlich die Dreistigkeit, die Augen zu schließen und zu schlafen. In so einer situation? Ungläubig schüttelte der Dämon seinen Kopf über diese Hexe. Ihre Schwester musste jetzt also herhalten, war ihm auch recht. Immerhin schien sie etwas mehr von diesen Zeichen zu verstehen.
      Asmodaeus machte seinem Ärger mehr als Luft, was Baal durchaus nachvollziehen konnte. Die Hexe mit den rosa Haaren schien etwas eingeschüchtert und setzte zu einer wahrscheinlich kläglichen Ausrede an. Doch diese wollte der Fürst nicht hören, sie hatte schon genug angestellt.
      "Ihr habt uns in ewige Knechtschaft gezogen, weil ihr zu dumm seid um ein Buch zu lesen! Ihr habt dafür gesorgt, dass wir nicht wieder zurück können, ihr idiotischen Möchtegernhexen!", grollte seine Stimme durch den Raum und auch er erhob sich aus dem Sessel, die Tasse dabei in seiner Hand zerbrechend als wäre sie ein lächerliches Gebäckstück wie jene auf dem Tisch. Nur mit Mühe hielt er seine Menschenform aufrecht und die Kette in seinem Inneren unterband jegliche Verwandlung, auch wenn der Wolf seines Schattens an dieser Kette zerrte und wütend zu knurren begann. Wäre er nicht an diesen momentan menschlichen Körper gebunden hätte er den hexen gezeigt, wer er wirklich war und warum selbst die anderen Fürsten ihn fürchteten! Sklaverei war das! Einen Wunsch oder meinetwegen eine Mission ließ er sich ja noch gefallen, aber auf ewig dazu verdammt, einen Dschinn für diese Hexen zu spielen war eindeutig zu viel! Viel zu viel, er hatte noch genug Papierkram in der Unterwelt, den er erledigen musste. Sein Atem ging etwas schneller aufgrund seinem kläglichen Versuch, sich zu beherrschen. Er ignorierte die fauchende Katze, die er am liebsten für den Glitzerfauxpas in eine eiserne Jungfrau einsperren wollte.
      Asmodaeus setzte dem Ganzen noch eins oben drauf. Gut, so drastisch wäre er jetzt persönlich nicht vorgegangen. Familie war etwas, was für Dämonen nicht existent war, für Menschen aber durchaus eine große Rolle spielte. Er hatte gesehen wie die Streitigkeiten zwischen Familien ganze Königreiche zerstören konnte, weshalb er es nicht gerade als klug erachtete, je ein Wort dahingehend zu verlieren. Dem eitlen ehemaligen König der Hölle war das jedoch egal, waren seine Worte mehr als herablassend und giftig. Na herrlich, gleich würde die Kleine zu heulen beginnen und dann wäre sie hinüber und unbrauchbar- die andere schlief. Perfektes Duo diese zwei, eine unbrauchbarer als die andere. Baal schnaubte nur, doch was er nicht erwartet hatte war das Brüllen, was diese doch eher zierliche Hexe verließ. Offenbar war das ein sehr wunder Punkt, doch ihr Ausruf ließ alles aus dem Gesicht des Sturmdämons fallen. Wie bitte? Infernalische Hornochsen? Wäre die Situation nicht so verdammt ernst hätte er es wohl einfach belächelt. Aber das ging zu weit.
      "Wir können genauso wenig für das Dilemma. Wir haben keinen von euch hier gewollt, schon gar nicht solche Jammerlappen wie euch!" Jammerlappen? Baals Miene wandelte sich in Sekunden von einer doch eher überraschten zu einer mörderischen. Wen nannte sie hier Jammerlappen? Wäre er nicht an ihre Schwester gebunden hätte er sie mit Vorlieben so lange auf den Boden gedonnert, bis ihr Schädel zersprungen wäre. Dieses Gör wagte es, so mit ihnen zu sprechen?! Als hätte sie ihren Fehler bemerkt wurde sie blass um die Nase und begann zu stottern. Doch würde sie das auch nciht mehr retten.
      Ehe Baal jedoch etwas tun konnte wurde er von der anderen hexe abgelenkt. Diese wachte auf und griff gemächlich nach ihrem Tee, offenbar völlig unbeirrt von der Situation. Verflucht, konnte nicht einer in diesem Haus mal zur Abwechslung normal reagieren? Was war das hier, das Reich des Wahnsinns vielleicht? Denn Wahnsinn war alles, was diese Hexenschwestern ausstrahlten. Oder besser gesagt trieben sie ihn in diesen. Ungläubig musterte er die Blonde, nicht verstehend wie sie so ruhig und gelassen blieb. oder war sie einfach nur verschlafen? Eigentlich konnte es dem Sturmdämon egal sein, er wollte gerade zu einer mehr als unhöflichen Bemerkung ansetzen, als Asmodaeus ihm recht...jähzornig zuvorkam.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

    • Asmodeus

      Die Wut übermannte Asmodeus, und er suhlte sich regelrecht in ihr. Er musste selten Probleme auf eine gar diplomatische Art lösen, und er wüsste auch gar nicht wie er anders mit dieser Situation umgehen sollte. Wut war das einzige, was ihm angebracht erschien.
      Die Eltern dieser unnützen Sterblichen, hatten sich hier eindeutig etwas zu eigen gemacht, was keiner in dieser Familie jemals besitzen sollte. Und genau das schleuderte er dem wachen Weib entgegen. Asmodeus wollte keine dummen Ausreden von dieser Hexe hören! Er wollte zurück in die Unterwelt, und dort seinen eigenen Gelüsten nachgeben. Nicht das er noch wirklich an diese denken konnte, ihm war wirklich alles vergangen.
      "HALTET ENDLICH DIE KLAPPE, IHR INFERNALISCHEN HORNOCHSEN!"
      Das Blut begann in seinen Ohren zu rauschen. Wie hatte dieses Weib ihn gerade genannt?! Ihre Erklärungen gingen unter, er bekam kein weiteres Wort mehr mit, und auch seine Umgebung verschwamm. Das einzige was er noch sehen konnte, war dieses vorlaute Miststück.
      "WAS BILDEST DU DIR EIN!", begann der Dämon zu knurren, und sprach dabei so laut, das es von einen einfachen Menschen wie ihr als Schreien gedeutet werden konnte. Verglich dieses Stückchen Dreck, Asmodeus, den Dreichenreiter, ein Fürst der Hölle, und Dämon der Gelüste, den Stärker mit einen niederen Wesen?! Einen dummen Stück Vieh, dass noch nicht einmal dazu in der Lage war, überhaupt ein Gelüst zu verspüren.
      "WIE KANNST DU MISTSTÜCK ES WAGEN MICH DEN GROßEN ASMODEUS MIT EINEM ELENDIGEN DRECKSVIEH ZU VERGLEICHEN!", seine Stimme begann sich dämonisch zu verzerren. Er merkte wie der Frau die Gänsehaut aufstieg, was nur ein natürlicher Effekt durch die Verzerrung der Realität war. Mischte sich ein Teil der Unterwelt, in diesem Fall Asmodeus Stimme, mit der der sterblichen, wurde die Realität langsamer und verursachte oft körperliche Beschwerden.
      In seiner Wut trat er näher an die Frau heran, mit solch heftigen tritten, das die Tassen begannen zu klirren. Ein unnötig nerviges Gerräusch, das ihn nur noch mehr in den Wahnsinn trieb. Mit einer gezielten Handbewegung, schmiss er den Tisch mit allen was darauf lag um. Diese kleine Geste verschaffte einen Bruchteil der Erleichterung. Doch es würde bei weiten nicht ausreichen, er würde am liebsten alles zerstören. Am besten wäre es, wenn er ein ganzes Dorf auslöschen könnte. Allerdings glaubte Asmodeus, dass nicht einmal das seine Wut wirklich lindern konnte.
      Das seufzen der blonden Frau neben dem frechen Gör, seufzte leise, und betrachtete voller bedauern den umgeschmissenen Tisch. "Die armen Kekse", murmelte sie. Sie machte einige Handbewegungen, und murmelte noch leiser etwas, und der Tisch stellte sich wieder auf. Ah, ihnen war doch etwas möglich, und trotzdem benahmen sie sich wie die letzten Idioten. Seine Wut wandte sich jetzt an die andere Frau. "UND WAS STIMMT MIT DIR NICHT? HAST DU KEINEN RESPEKT? KEINE VON EUCH HAT RESPEKT! IHR SEIT VERZOGENEN MISTSTÜCKE", lies er sich weiter aus, und die Hexen schienen regelrecht entsetzt. Doch es war Asmodeus egal.
      "Es wäre besser für euch, wenn ihr einen Weg findet, diesen Vertrag zu lösen", knurrte er dann ein wenig ruhiger. Er hatte genug von diesen Frauen, und wollte am liebsten gehen. Allerdings war er sich nur zu deutlich bewusst, dass er sich wohl nicht von dieser elendigen Hexe zu weit weg bewegen konnte.



      Marnie


      Es wäre wohl besser gewesen, wenn Marnie weiter geschlafen hätte, denn zu der Situation zu der sie aufwachte, wollte sie gar nichts zu tragen. Sie hasste Geschrei, sie hasste böse Worte. Sie brauchte Frieden und Ruhe, um sich wirklich wohl zu fühlen. Selten brachte Marnie etwas aus der Ruhe, und das schien hier im Moment komplett Fehl am Platz zu sein.
      Gerade als Marnie die Situation einzuschetzten begann, begann der blonde Dämon zu schreien und zu wüten. Er schmiss einfach ihren Tisch um, und der ganze Tee landete am Boden, und auch die Kekse lagen nun zerkrümmelt daneben. Leise seufzte die junge Hexe. "Die armen Kekse...", murmelte sie vor sich hin. Es war so schade um den Tee, und das schöne Porzelan! Sie hatte für dieses besondere Set, zwei Wochen lang mit einen Mann rumbändeln müssen, und nun war es einfach zerstört. Genau deswegen wollte ihre Mutter sicherlich nie Dämonen in ihrem Haus haben! Leise murmelte Marnie einen Zauberspruch vor sich hin. Einer der wenigen den sie wirklich gut beherrschte. Das lag vor allem daran, das ihr ständig sachen umfielen, und manchmal hatte sie wirklich keine Lust es selbst wieder zu richten.
      Und dann wurde Marnie angeschrien. Etwas bedröpelt sah sie zu den Dämon, bevor sie sich an ihre Schwester wand. "Kannst du dir nicht wünschen, dass er aufhören soll zu schreien? Er bereitet mir Kopfschmerzen, und wenn seine aufdringliche Aura sich noch weiter meiner nähert, bekomme ich es sicherlich nicht hin, meinen Berechnungen zu folgen." Sie war nur froh, das der andere recht still blieb. Einen Moment lang massierte sich Marnie die Stirn, und kniete sich dann hin, um die restlichen Scherben aufzuklauben. Vielleicht konnte Kiara das später richten? Das würde sie zumindest freuen.
      "So, ich denke es reicht jetzt. Wir haben geschrien, und Beleidigungen ausgesprochen, und das schöne Porzellan zerstört. Ich würde gerne noch etwas schlafen, ich habe eine anstrengende Nacht vor mir", gähnte Marnie dann. Sie würde gerne noch ein klein wenig schlafen. Leider spürte sie, dass sie kaum dazu kommen würde.
      "Und es wäre besser für dich, wenn du meiner Schwester nicht so drohen würdest, sonst muss ich dir deinen Mund noch mit Seife auswaschen. Unmöglich, wo lernt man denn so zu schimpfen?" Marnie schüttelte leicht den Kopf, und stand dann auf. Wirklich, sie verstand es nicht. Die beiden versuchten hier sie zurück zu schicken, und nur weil man einen kleinen Fehler machte, reagierten sie so über.
      Kurz blickte sie zu den Hünen. "Du bist doch mein Besuch richtig? Kommst du mit?", fragte sie dann und lächelte recht lieblich, und sehr sehr müde. "Ich glaube ich habe noch andere Träume in denen du vor kommst... Irgendetwas sagt mir, das wir alle noch viel Spaß haben werden. Es wäre besser wenn wir uns vertragen."
      Sie schien die Dämonen damit so zu überfordern, dass selbst die Augenfarbe des Blonden erblasste. Marnie verspürte jedoch nicht den Drang sich zu erklären. Sie wusste einfach, dass es keinen Rückweg mehr aus dieser Situation gab.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Kiara:

      Als Asmodaeus anfing, außer sich vor Wut zu brüllen wurde Kiara immer kleiner. Sie fühlte sich plötzlich geradezu mickrig neben diesem Dämon, und das obwohl sie aufrecht stand. Naja noch zumindest, als seine Stimme weitaus dunkler und bedrohlicher Klang zuckte sie zurück. Das war keine Stimme aus dem Reich der Lebenden, so viel stand fest. Gänsehaut breitete sich über ihrem gesamten Körper aus und beinahe wäre sie wirklich davongerannt. Wie gerne würde sie jetzt ihre Schwester schnappen und einfach weglaufen, weg von diesen mehr als wütenden Dämonenfürsten. Kiara empfand tatsächlich Angst und zugleich war sie beleidigt von seinen doch sehr verletzenden Worten. Und auch wenn sie zu Schreien angefangen hatte, bereitete ihr das seine unangenehme Kopfschmerzen. Ihre menschlichen Sinne waren nicht an dämonische Stimmen gewöhnt, die unangenehm laut selbst in ihrem inneren widerhallten. Und er benahm sich gerade nicht sehr erhaben, mehr wie das Vieh, als das sie ihn bezeichnet hatte! Den Kommentar schluckte sie aber tatsächlich runter, immerhin war es ihr gerade doch etwas zu gefährlich, ihre Gedanken laut auszusprechen. Als er dann auch noch auf die Rosahaarige zukam und dabei unwirsch den schönen Tisch umwarf- mit ihm ihre geliebten Kekse und den schönen tee- wich sie unmerklich etwas zurück. Himmel und Hölle war der wütend! Kein Grund wehrlose Kekse zu ermorden! Ihre Schwester reagierte glücklicherweise darauf und dank ihrer Magie baute sich der Tisch sogleich wieder auf. Die Gebäckstücke blieben jedoch verloren, was Kiara tief im Herzen bedauerte. Eine solche Köstlichkeit und er machte sie einfach so kaputt. Asmodaeus war wirklich ein Dämon! Dass er daraufhin aber auch noch Marnie anschrie verlieh Kiara wieder etwas von ihrer sonstigen Sturheit, die sie gerne in schwierige Lagen brachte. Er sollte nicht mit Marnie in so einem Ton reden, das konnte sie gar nicht leiden. Bevor Kiara sich aber dazu äußern konnte schritt ihre ruhige Schwester ein und diese Zeit nutzte Kiara, um diese lächerliche Brille wieder wegzustecken.
      "Kannst du dir nicht wünschen, dass er aufhören soll zu schreien? Er bereitet mir Kopfschmerzen, und wenn seine aufdringliche Aura sich noch weiter meiner nähert, bekomme ich es sicherlich nicht hin, meinen Berechnungen zu folgen." Stimmt, sie hatte doch die macht, über ihn zu herrschen... Kiara bedachte den Dämon, der plötzlich gar nicht begeistert aussah. War das eine Warnung in seinen Augen? Pah, die konnte er sich sonst wo hin stecken! Sie grinste spitzbübisch und herausfordernd zu ihm auf und wagte es, sich direkt vor ihm zu stellen, dabei tippte sie auf seine Brust.
      "Na dann, werter Herr Asmodaeus, der ach so großer Drachenreiter...", begann sie langsam und beinahe überlegend. Sie ließ sich Zeit, wartete noch eine Weile und ließ vorerst ihre Schwester sprechen, die sich das Chaos besah. Oh sie hatte schon eine schöne Idee, wenn er wirklich jedem Befehl gehorchen musste. Und ihn etwas leiden zu lassen hatte dieser aufgeblasene Snob gerade wirklich verdient. Sie liebte sein Mienenspiel nur zu sehr.
      "So, ich denke es reicht jetzt. Wir haben geschrien, und Beleidigungen ausgesprochen, und das schöne Porzellan zerstört. Ich würde gerne noch etwas schlafen, ich habe eine anstrengende Nacht vor mir" Marnie war sichtlich müde, kein Wunder sie war eigentlich eine absolute Nachteule und das Ritual hatte viel Energie gekostet. Kiara nickte ihr lächelnd zu.
      "Pass bei den Scherben auf!", sorgte sie sich um den Blondschopf, als diese nach dem schönen Teeset griff, welches jetzt in viele Teile zersprungen am Boden lag. Von der Sauerei mal abgesehen. Sie musste das Porzellan wieder zusammenfügen. Marnie hatte so lange dafür gebraucht und dieses Blumenmuster war wirklich hübsch anzusehen. Außerdem war es das einzige Set was mehr als zwei Tassen besaß.
      "Und es wäre besser für dich, wenn du meiner Schwester nicht so drohen würdest, sonst muss ich dir deinen Mund noch mit Seife auswaschen. Unmöglich, wo lernt man denn so zu schimpfen?" Kiara grinste. Innerlich feuerte sie Marnie gerade an und könnte sie einfach nur umarmen. Das würde sie sowieso nachher, wenn die Situation sich verbessert hatte.
      "Ich glaube ich habe noch andere Träume in denen du vor kommst... Irgendetwas sagt mir, das wir alle noch viel Spaß haben werden. Es wäre besser wenn wir uns vertragen." Alle versammelten blickten etwas verwirrt zu der schläfrigen Marnie. Kiara unterdrückte nur ein grinsen, als sie die Verwirrung beider Dämonen bemerkte. Tja, so war ihre geliebte Schwester nun einmal. Sie stimmte dem Ganzen jedoch ohne zögern zu.
      "Marnie hat Recht. Wir sollten uns alle vertragen, wir können ohnehin nichts an der Situation ändern. Also Asmo...", sie konnte nicht widerstehen, seinen Namen zu verunstalten und wandte ihren Blick wieder auf seine hellen Augen.
      "Ich befehle dir jetzt, dein Temperament zu zügeln und hier schön aufzuräumen. Du hast diese Sauerei gemacht, also mach gefälligst auch sauber! Und kein Geschrei oder Beleidigungen für meine Familie oder mich mehr, verstanden?" Kiara ahmte einen Unschuldsblick ihrer Schwester nach, als sie bemerkte wie tatsächlich ein Ruck durch den Dämon ging. Etwas aufgeregt aufgrund ihrer neuen Macht über ihn musste sie kichern.
      "Und danach brauch auch ich etwas Schlaf. Das war genug Aufregung für einen Tag.", nahm sie wieder auf dem Sofa platz und beobachtete nur zu gern den Dämon beim saubermachen.


      Baal:
      Und ihm sagte man die Sünde des Zorns nach? Während der Sturmdämon seine Fassung behielt hatte Asmodaeus diese offenbar komplett verloren. Er konnte den hauch seiner Macht spüren und die eisige Kälte der Unterwelt, welche in seiner unmenschlichen Stimme mitschwang. Da war jemand wohl noch empfindlicher als er, und das hatte Baal nicht erwartet. Er kannte Asmodaeus lediglich als Lüstling der zu Gast bei ihrem neuen Herrscher keine Frau unberührt lassen würde. Gut, von den Fähigkeiten seines Drachens hatte er bereits Gerüchte gehört, doch hatte er ihn leider nie in Aktion gesehen. Eigentlich ein Jammer, ein Drache wäre in seiner Legion perfekt. Drachen waren selbst für Dämonen etwas seltenes, neben Lucifer war Asmodaeus der Einzige, der es geschafft hatte, einen zu bändigen und nun befehligte. Diese Wesen waren unglaublich Stolz und mächtig. Ein Grund warum Baal sich nie in die Angelegenheiten des Höllenprinzen eingemischt hatte. Baal mochte zwar die Kraft von hundert Dämonen besitzen, aber ein Drache war selbst für ihn ein unmöglicher Gegner. Noch während Asmodaeus seiner Wut mit Gewalt und Zerstörung Luft machte, hatte Baal seinen Tee grade noch so retten können. Er hasste Unordnung, ausgerechnet sein neuer Kollege des Dramas sorgte nun für absolutes Chaos in diesem Kamin Zimmer. Als wäre es nicht schon unordentlich genug... Er seufzte tief und schüttelte den Kopf, als seine neue Herrin ihrer Schwester plötzlich ihre Macht gewahr werden ließ. Und irgendwo verspürte Baal jetzt schon Mitleid für den eitlen Dämon. Die rosahaarige Hexe sah nämlich gerade aus, als hätte man ihr das größte Stück Kuchen zuteilwerden lassen. Und das bedeutete nichts Gutes. Aber daran war der Drachenreiter selber Schuld und Baal würde es nicht wagen, sich einzumischen. Nicht, dass seine seltsame Herrin ebenso seltsame Befehle für ihn aussprechen würde. Nein, das wollte er nicht riskieren! Schon gar nicht als diese hexe von weiteren träumen sprach. Auch wenn er diesen Kauderwelsch nicht verstand, stimmte er wenigstens ihrem letzten Satz zu. Streit brachte sie nicht weiter und würde nur dazu führen, dass Asmodaeus das Haus zerlegen würde. Und damit unweigerlich auch das Buch, was sie brauchten um eventuell wieder heimkehren zu können. So sehr er diese Situation auch hasste und der Gedanke daran, ein Sklave zu sein unerträglich für den stolzen general war- welche Wahl hatte er denn? Keine, also musste er wohl oder übel besonnen an die Sache herangehen und fürs Erste damit seinen Frieden schließen. So ungern er es auch zugab, sie brauchten die Hexen um je wieder heimkehren zu können. Und vielleicht konnten sie eine Lücke in dem Vertrag finden, der es erlaubte sie vorzeitig zu entlassen. Seine Wut war verraucht fürs erste und seine altbekannte Ruhe kehrte in sein Inneres zurück.
      "Wir sollten uns vielleicht wirklich erst mal beruhigen. Wir finden einen Weg mit der Zeit. Bis es soweit ist..." Baal wandte sich, nachdem Marnie- wie er dank der Schwester jetzt wusste- gesprochen hatte und die zerbrochenen Scherben auf dem Tisch ablegte.
      "...stimme ich dir zu, etwas Ruhe wäre jetzt gut für uns alle.", beendete er seinen Satz an sie gewandt. Die Hellhaarige schien wirklich mehr als müde und wenngleich er als Dämon wenig Schlaf benötigte, könnte er sich zumindest etwas in seiner neuen Umgebung umschauen. Außerdem hatte er keine Wahl als dieser seltsamen Frau zu folgen, die von Träumen und Händen sprach als würde sie da etwas sehen können. Wenn er sich zu weit entfernen würde, so sagte sein innerer Instinkt, würde er im wahrsten Sinne des Wortes Höllenqualen leiden. Bei schwachen Verträgen war dem nicht so, aber bei dieser starken Bindung würde er sich vielleicht fünfzig Meter von ihr ohne Schmerzen entfernen können. Wenn überhaupt. Er stellte also seine als einziges ganz gebliebene Tasse auf den tisch und sah etwas mitleidig zu Asmodaeus, der gezwungen wurde die Unordnung aufzuräumen. Aber wie er bereits vorher gedacht hatte, es war seine eigene Schuld. Baal würde ihm sicherlich nicht auf dem Boden Gesellschaft leisten. Lieber wandte er sich weitaus ruhiger und beschwichtigend an seine Herrin.
      "Natürlich begleite ich dich... Zeig den Weg, Hexe.", sagte er mit seiner ruhiger und tiefer Stimme ehe er der bei näherem Hinsehen doch extrem leicht bekleideten Hexe durch die Flure folgte und die Treppe nach oben nahm. Er ließ die beiden anderen mit Marnie im Schlepptau zurück, nachdem die Schwestern sich kurz fest umarmt hatten. Die Bindung beider war deutlich zu spüren. Sollte er die Schwester seiner Hexenmeisterin verärgern, würde dass die blondhaarige Hexe mit diesen sonderbaren Augen nicht tolerieren, das spürte er. Er würde also versuchen mit beiden irgendwie klarzukommen. Manchmal erforderte es eben gewisse Opfer, sich einer Situation anzupassen. Und Baal war klug genug um diesen Schachzug zu wählen, auch wenn er noch keine Ahnung hatte, worauf er sich da eingelassen hatte.
      Die Hexe lief wirklich langsam, beinahe schon schlurfend und mit etwas hochgezogenen Brauen fragte er sich, ob er sie nicht einfach hochheben und die Treppe raustragen sollte. Aber etwas Stolz besaß auch er, weshalb er sich dagegen entschied und am oberen Ende der Treppe auf sie wartete. Das Haus war größer als er angenommen hatte. Und soweit er die Blicke in die Räume beurteilen konnte, die er im Erdgeschoss sehen konnte, war es ein recht gemütliches und beherzt hergerichtetes Hexenhaus mit einem typischen Kräutergeruch in der Luft. Zumindest war es kein nasser Keller oder ein Gefängnisturm, Baal hatte schon vieles erleben müssen. Vielleicht war es doch nicht ganz so schlimm wie er gedacht hatte.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

    • Asmodeus

      Er konnte die Angst der Hexe nur zu deutlich riechen, und er war fest davon überzeugt, dass er sie dazu bekommen würde um Gnade zu flehen. Oh, das würde ihn eine Genugtuung bereiten. Wenn sie vor ihm kriechen würde, und felte, dass er sie verschonte. Oh, was für grausame Dinge er nur mit diesen Frauenzimmer anstellen könnte! Zunächst könnte er ihr alle Haare einzeln ausreißen... Nein das war zu einfallslos! Er könnte ihr mit einen Messer einen tiefen Schnitt an ihrer Wange verpassen, und dann würde er mit seinen Finger darüberstreichen, und ihre Haut packen, um sie qualvoll langsam von ihren Gesicht zu ziehen.
      Leider, bereitete der Gedanke alleine ihn schon genug Schmerzen, dass er dies fallen lies. Ah, er konnte also nicht einmal daran denken, seine 'Meisterin' zu verletzten. Vielleicht war es zu lebhaft für den menschlichen Körper den Asmodeus gerade inne wohnte.
      So schön diese Gestalt auch war, so sehr hasste er auch die schwäche die sie bedeutete. Und noch mehr hasste Asmodeus die Schwäche, die er wegen den beiden Frauen wiederfahren musste. Elendige Miststücke!
      Das blonde Ungetüm machte ihre Schwester nur darauf aufmerksam, dass sie ihn doch einfach befehlen konnte stiller zu sein. Das würde sie nicht wagen! Gerade eben noch war sie beinahe vor Angst erzittert, und wäre vor ihm gekrochen, und nun schien sie ihr Selbstbewusstsein zurück zu erlangen. Mit einem leichten Schreck blickte er die Hexe an, die sich nun begann vor ihn aufzubauen. Er zuckte nicht zusammen, und lies auch nicht zu, dass sie erkannte, dass er den Gedanken verabscheute einen Befehl von ihr entgegen nehmen zu müssen. In ihren Blick lag eine Herausforderung, und wenn Asmodeus diesem Weib nicht aufs Wort gehorchen müsste, hätte er diesen Blick erwiedert. Stattdessen 'schlug' er nur die Hand der Frau weg. Schlagen war in diesem Fall übertrieben, er schob sie nur von sich weg, obwohl er sie doch nur zu gerne geschlagen hätte.
      Er musterte das Weibstück von oben bis unten, und versuchte zu erraten was sie wohl nun vor hatte. Dabei konnte er nicht behaupten, dass sie hässlich war. Für eine ungeschickte nichtsnützige Hexe, hatte sie sogar einen wirklich attraktiven Körper. Vielleicht konnte er sich auch nur damit begnügen, ihr den Hintern zu versohlen. Ein schmunzeln schlich sich auf seine Lippen.
      "Oh jetzt sollen wir also alle Händchen halten, und so tun als wären wir hier nicht versklavt worden?", knurrte Asmodeus nur auf den Vorschlag, dass sich doch alle vertragen sollten. Das hier war komplett bescheuert. Das dümmste das er je gehört hatte. Er beherrschte sich aber, denn er konnte dem Frauenzimmer vor sich zutrauen, dass ihre Strafe dann wohl noch übler für ihn ausfallen würde.
      Das verwirrende geplapper der Blonden versuchte er zu ignorieren, was doch recht schwer fiel. Und das sollte er nun für den Rest seines Lebens ertragen müssen? Vielleicht war es doch gar nicht so schlecht sich das Leben selbst zu nehmen.
      "Asmo?" Konnte sie nun nicht einmal mehr einen ganzen Namen ausprechen? Er hatte viele dumme Menschen gesehen, doch das hier übertraf wirklich alles.
      Bei ihren befehl zuckte er ein wenig, denn der Schmerz kehrte so prompt zurück, dass er beinahe das atmen vergaß. Verfluchte Dreckscheiße! Wie zur Hölle hatten diese Weiber so einen starken Bann hinbekommen, das war doch nicht zu fassen!
      Asmodeus blieb keine Wahl, doch zumindest würde er versuchen seinen Stolz soweit zu wahren, dass zumindest Baal ihn nicht bei seinen neuen Pflichten beobachten würde. Er wartete bis er die Schritte des riesigen Dämons nur noch sehr dumpf hören konnte, bevor er sich dazu demütigte, und begann das Chaos in diesem Raum zu beseitigen. Er war jetzt das Putzmädchen für zwei unfähige Frauen. Nicht einmal die Pflicht für ein ordentliches Heim zu sorgen konnten sie erfüllen. Entnervt begann er dann, den Tee aufzuwischen, und die Kekse zusammen zu fegen. Und wenn er schon dabei war, versorgte er auch den unrat, den die Blonde vorhin verursacht hatte, und legte die decken zusammen. Auch die Bücher die herum lagen hob er auf, und den Hexenkram sammelte er ein.
      Das Problem an der Sache war, das Asmodeus jedes Handwerk in kürzester Zeit erlenen konnte, und so würde er am ende auch der Meister, des Aufräumens werden. Und dieser Gedanke gefiel ihm überhaupt nicht. Er wollte nicht den Rest seines Lebens hinter diesen Weibsstück hinterher putzen!


      Marnie


      Erfreut klatschte die Hexe in ihre Hände, als alle zustimmten, das Streiten doch nichts brachte. So war es doch viel besser für alle, und die friedliche Stimmung würde allen gut tun. Kurz und fest umarmte sie noch ihre Schwester, der sie ein leichtes Küsschen auf die Nase gab. "Wenn er dich ärgert, kannst du ihn meine Klamotten anziehen lassen", flüsterte sie in das Ohr ihrer Schwester. Der Gedanke an einen so leicht bekleideten Mann, in Frauenkleidern war so amüsant, dass sie kurz kichern musste.
      Freundlich nickte sie dann Baal zu, und begann die ersten Schritte in die Richtung ihres Zimmers.
      Ihr Gang war langsam, denn ihre Beine fühlten sich so schwer wie Blei an, und auch ihre Augen fühlten das selbe Gewicht. Sie hätte nicht die ganze Nacht wach bleiben sollen, immerhin hatte Marnie gewusst, dass Kiara und sie heute ein Ritual ausprobieren wollten. Auch hatte sie von dem Besuch gewusst, doch das beides an einem Tag passieren sollte? So viel Aufregung war die Hexe gar nicht gewohnt. Das aufregendste, was ihr sonst passierte waren die vielen schönen Geschenke die sie bekam. Und die leidenschaftlichen Küsse unter dem Vollmond. Hm, ja der Vollmond. Das war immer die Zeit in dem Marnie sich am mächtigsten und am wohlsten fühlte. Alles gelang ihr in dieser Zeit besser und einfacher. "Bist du eher ein Vollmond, oder ein Neumond Typ?", fragte Marnie dann während sie die Treppen hinauf schlürfte. Das war wirklich das letzte bisschen Energie, welches sie aufbringen konnte. Wieder begann sie von ihrem Bett zu fantasieren, und stellte sich vor, wie der Dämon mit ihr dort einschlief. Denn irgendwie hatte sie doch Hemmungen ihn alleine mit ihren Sachen zu lassen. Vermutlich würde sie diese Bedenken jedoch bald vergessen. "Weißt du...", Marnie musste Gähnen, als sie oben an der Treppe ankam, " wie spät es eigentlich ist?"
      Vermutlich würde die Hexe nicht mehr all zu lange schlafen können, bevor sie wieder an das Teleskop musste. Bei der Venus taten sich im Moment viele Interessante Dinge. Und auch der Mars stand unter einem recht guten Stern. Sie wollte wirklich wissen wie es damit weiterging. Vielleicht würde sie auch heraus finden, was die Sterne zu ihrer momentanen Situation sagten. Ob die Dämonen schnell wieder in ihre Heimat konnten? Wenn es so etwas gegeben hätte, wäre es Marnie sicherlich aufgefallen.
      Ihr Zimmer lag am anderen Ende des Ganges, was daran lag, dass es direkt mit dem Astronomieturm verbunden war. Zum einen machte das für Marnie alles einfacher, zum anderen konnte sie den Weg nicht länger aushalten. Entkräftet seufzte sie. "Du bist doch groß und stark, kannst du mich nicht in mein Zimmer tragen? Es ist dort ganz hinten!", unschuldig blickte sie zu den Dämon hoch, und deutete auf das Ende des unendlich scheinenden Ganges. "Das wäre doch ein sehnlicher Wunsch von mir", sie lächelte den Dämon zuckersüß an, als sie diesen Satz noch hinzufügte, in dem Wissen, dass er nun kaum noch anders konnte.
      Marnie streckte dann die Hände nach dem Dämon aus, und wartete darauf das er sie hoch hob. Beinahe kam es ihr so vor als würde er knurren, oder brummen, oder etwas in dieser Art, aber Marnie hätte es sich auch ganz einfach einbilden können. Manchmal spielten ihre Ohren und Augen ihr Streiche wenn sie so übermüdet war wie in diesem Moment.
      Der große Mann hob sie dann recht missmutig hoch, und brachte sie bis zum letzten Zimmer. Die Tür war nur angelehnt, und lies sich deswegen ganz einfach öffnen. Der Gerruch von wilden Rosen lag in ihrem Zimmer, und auch der von Kamille lies sich gut erkennen. Er lies Marnie in den Nächten einschlafen, in denen sie sonst nicht dazu in der Lage gewesen wäre. Es waren nicht viele, aber wenn sie einen Ausflug in ein Dorf unternehmen wollte, war es unumgänglich die Nacht über zu schlafen.
      Überall auf ihren Boden lagen ihre Klamotten verstreut, und viele ihrer Notizen lagen direkt neben ihren Bett, genau wie einige Stifte, zwei volle Traumtagebücher, und eines das sie erst vor zwei Wochen begonnen hatte. Auf ihren Bett saß Lorcan, und beobachtete den Dämon misstrauisch. Marnie deutete auf ihr Bett, über den die vielen bunten Lichter schwebten, und betrachtete diese einen Moment lang, bevor sie nach einen der Tagebücher griff, und die letzte Seite aufschlug, um Baal zu zeigen, dass sie von seinem Besuch bereits geträumt hatte.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Kiara

      Zufrieden nahm Kiara die Umarmung ihrer Schwester auf sich und drückte sie fest. Ein leises Kichern kam über ihre Lippen als der Kuss ihre Nasenspitze kitzelte. Das war genau das richtige nach diesem verrückten Abend- genau das hatte der kleine WIldfang gebraucht, um ruhig zu werden. Grinsend überlegte sie tatsächlich kurz, ob sie Asmodaeus vielleicht in ein hübsches Kleidchen stecken sollte. Eine persönliche Maid oder eine Kammerzofe? Das wäre sicher einen Anblick wert, doch etwas sagte ihr, dass sie es heute bereits zu weit getrieben hatte. Der Dämon schien mehr als wütend gewesen zu sein und wenngleich er sich jetzt etwas beruhigt hatte, schien er mehr wie eine Zeitbombe zu sein. Nein, diese herrliche Idee eines weiblich gekleideten Asmo würde noch warten müssen. Bereits jetzt hatte sie den neuen Spitznamen gern, er schien ihn nämlich zu hassen. Kiara unterdrückte ein Lachen, als sie sich in der Couch zurücklehnte und dem Dämon beim arbeiten zusah. Erstaunlicherweise war er tatsächlich mehr als gründlich und man konnte meinen, er wäre ein Putzdämon oder sowas in der Art. Etwas baff schaute sie zu wie er selbst ihre verstreuten Messgeräte und Zirkel wegräumte. Die Decken waren fein säuberlich zusammengelegt und auch Marnies kleines Chaos von vorhin räumte er auf. Okay, also entweder war er absoluter Perfektionist oder sie hatte ihren Befehl etwas zu allgemein gehalten. Wie auch immer, sie würde ihn nur zu gern in Zukunft den Hausputz überlassen. Kiara war dafür nämlich erstens zu faul und verbrachte den ganzen Tag seit den frühen Morgenstunden im Labor, weshalb aufräumen am Abend nicht so ihr Bestreben war. Als er fertig war blickte sich die Runenhexe um. So aufgeräumt und sauber hatte sie das Kaminzimmer schon lange nicht mehr gesehen!
      "Machst du das öfter? Gibt es in der Hölle auch sowas wie Reinigungsdienste? Du bist echt gut darin!", staunte sie nicht schlecht. Ob er den Thronsaal regelmäßig durchwischte von dem Teufel persönlich? Zuzutrauen wäre es ihm, jedoch schien Asmo ihr eher angesäuert, weshalb sie lieber nicht weiter nachhackte. Grinsend sprang sie von ihrer bequemen Position auf und warf nochmals einen Blick auf die Scherben, die auf dem Tisch lagen. Um die musste sie sich morgen dringend kümmern. Vielleicht konnte eines ihrer angerührten Lösungen die Scherben zusammenfügen und mit etwas Magie würde man keinen Kratzer mehr sehen.
      "Für heute reicht es. Ich bin müde und morgen muss ich früh raus. Also auf, auf!", meinte sie weitaus besser gelaunt und hüpfte förmlich voran. Einen Dämon zu befehligen war gar nicht so schlecht, im Gegenteil! Es konnte sehr amüsant werden. Wenn er ab jetzt etwas freundlicher war müsste sie nur wenig diese neue Macht benutzen. Aber nur wenn er freundlich war, ansonsten war sie kreativ genug, um sich jede erdenkliche Strafe auszudenken. Und insgeheim freute sie sich schon darauf, das Ego des mittlerweile hinter ihr laufenden Dämons etwas anzukratzen. Hätte er ihre Eltern nicht beleidigt würde er ihr vielleicht sogar leid tun. Aber er war halt ein Idiot. Auch wenn Hornochse vielleicht nicht sehr nett von ihrer Seite war und tatsächlich empfand sie den Anflug eines schlechten Gewissens. Im Obergeschoss angekommen nahm Kiara die Biegung nach links, die zu ihrem Zimmer und dem angrenzenden Alchemy- und Handwerkslabor führte. Praktischer Weise war ihr Zimmer über eine kleine Zwischentür damit verbunden, wobei das Labor auch von einer normalen Tür vom Flur aus zu betreten war. Sollte man aber lieber nicht, einige der Dämpfe könnten recht...stark wirken.
      Vor ihrer Tür wurde Kiara dann doch etwas nervös. Außer Marnie hatte nie jemand ihr Zimmer gesehen, ihr Stil war gelinde gesagt etwas...obskur.

      "Bevor wir reingehen... Mein Labor solltest du nur betreten wenn ich drinnen bin oder es erlaube. Ansonsten garantiere ich nicht für deine Sicherheit und ob dir nicht irgendwelche neuen Glieder wachsen, wenn du irgendetwas anfasst. Und ich will keinen Ton über meine Einrichtung hören, egal wie komisch du sie findest. Meine Totenschädel werden nicht diskriminiert!", stellte sie etwas nervös plappernd klar und atmete kurz durch, ehe sie die Tür öffnete. Sie gab den Blick auf ihr sehr düster gehaltenes Zimmer frei. Schwere, rote Samtvorhänge, das einladende Himmelbett in selbiger Farbe. Schwarze Wände, dunkle Holzmöbel und auf den Schränken verteilt ihre heißgeliebte Sammlung an Menschen- und Tierschädeln. Jeder einzelne besaß eine andersfarbige Kerze und wurde mit einem anderen Schmuckstück verschönert. In der Mitte stand Mr. Bones, der eine goldene Krone mit Topas und Turmalin verziert, auf seinem Kopf trug. Ein Menschenschädel, den sie im Wald gefunden hatte. Nach gründlichem Abkochen war er ein hübsches Souvenir. Und die Krone stand Mr. Bones ausgezeichnet! Offenbar war auch der Drachenreiter der Meinung, er hatte den Schädel angesteuert und schien irgendwie fasziniert zu sein. Als er dann jedoch die Krone abnahm gebot Kiara ihm panisch Einhalt. Er wollte sie doch wohl nicht selber aufsetzen, oder? Nein, die würde absolut schrecklich an ihm aussehen!
      "Hey, was machst du da? Leg die wieder weg, die steht dir gar nicht!", platzte es aus ihr heraus. Taktgefühl? Ja sicher, eine ihrer größten Stärke. Sie nahm die Krone ab und setzte sie zurück auf Mr. Bones.
      "Sie passt zu Mr. Bones weil er weder Haare noch Augen hat. Bei dir würde sie sich beißen mit...allem an dir. Nein, auf keinen Fall. Die Krone würde dir nicht stehen." Virgouros schüttelte sie ihren Kopf und öffnete die Schubladen der Schränke. Diese quollen über mit den zahllosen Schmuckstücken, die sie im Laufe der Jahre hergestellt hatte. Einige davon hatte sie Marnie geschenkt, viele passten jedoch nicht zu dem äußeren ihrer Schwester und fanden den Weg in ihre Schränke. Kiara konnte sich einfach von nichts davon trennen. Sie wühlte eine Weile in dem Schmuck und zwischen Ringen, Amuletten und Armreifen fand sie schließlich zwei Halsketten. Eine war in Silbern mit roten Feueropalen, die andere golden mit einen Aventurin in kreisrunder Form. Den Stein hatte ihr Marnie besorgt, äußerst selten und diese Form eigentlich so gut wie unmöglich zu finden. Sie lächelte und erinnerte sich nur zu gut an ihren Freudenschrei, als Marnie ihr diesen Stein schenkte. Sie hatte ihre Schwester fast zu Boden gekuschelt dafür.
      Kurz und diesmal in leidenschaftlichen Handwerkseifer hielt sie ihrem neuen Model beides an den Hals und überlegte. Silber passte nicht zu ihm. Er war mehr derjenige, der wohl umringt von Goldschätzen auf einem Thron sitzen würde. Zumindest wirkte sein Auftreten so. Dann also Gold. Die filigrane Kette für den Hals war weitestgehend Schmucklos, doch der Anhänger dafür eines ihrer Meisterwerke. Ein Sichelmond mit kleinen aber feinen Ranken verziert hielt den Aventurin-Stein eingeschlossen an Ort und Stelle. Durch die dunkle, grüne Farbe wirkte es so, als sähe man am Himmel tatsächlich den Sichelmond. Perfekt! Das Grün schien auch sehr gut zu ihm zu passen. Sie nickte zufrieden.
      "Leg sie an, ich will sie mir ansehen. Es ist ein Talisman gegen Albträume und sorgt für angenehmen Schlaf." Aufgeregt blickte sie zu ihm auf und merkte erst zu spät, dass sie wieder in ihren Eifer zurückgefallen war, der sie jedes Mal packte, wenn es um ihre glänzenden Schmuckstücke ging. Sie liebte es, jene herzustellen und jetzt hatte sie ein perfektes Opfer zum ausprobieren.
      "Und wenn sie dir gefällt...Kannst du sie haben. Für das...Hornochse...vorhin. Auch wenn du das verdient hast." Letzteres eher trotzig sagend drückte sie dem Dämon die Kette in die Hand.



      (nur in Gold und ebenso mit Goldkette statt Lederband- so jetzt zum versprochenen zweiten Part :3 )


      Baal:

      "Bist du eher ein Vollmond, oder ein Neumond Typ?" Während er geduldig auf das Dornröschen wartete schien sie neugierig zu sein. Auch wenn ihre Frage ziemlich seltsam war. Kurz fragte er sich, warum sie das wissen wollte, ehe er ehrlich antwortete.
      "Vollmond", sagte er knapp. Seine Bestiengestalt war immerhin die eines Wolfes, daher hatte er den Vollmond der irdischen Welt ziemlich gerne. Auch wenn er niemals diesen anheulen würde, wie man irgendwelchen Wolfsmenschen nachsagte. Nein, das Nivau überließ er den echten Wölfen. Sie schien jedoch so in ihrer eigenen kleinen Welt, dass sie plötzlich nach der Uhrzeit fragte. Baal kam nicht mehr hinterher. Von Vollmond zur Uhrzeit? Sie sah nicht so aus als wollte sie länger wach bleiben, warum interessierte sie es dann, wie spät es war? Er hatte keine Kirchenuhr um den Hals hängen, die ihr das sagen könnte. Es war Abends. Ende, damit war das Notwendige geklärt. Der Hüne schüttelte nur seufzend den Kopf und wollte sie gerade wieder in Bewegung setzten, als Marnie ihn zurückhielt.
      "Du bist doch groß und stark, kannst du mich nicht in mein Zimmer tragen? Es ist dort ganz hinten!" Ihre großen, blauen Augen blickten mit einer engelshaften Unschuld zu ihm auf, die ihn nur eine Braue heben ließ. Vom Aussehen passte sie perfekt zu den geflügelten Ratten des Himmels, aber ihre Kleidung würde eher dem Teufel selbst sehr gefallen, immerhin trug sie außer diesen Seidenkleid so gut wie nichts. Und dieser vermaledeite Stoff rutschte permanent von den Stellen die er verdecken sollte. Das machte den konservativen General wahnsinnig und hätte er eine Decke oder einen Mantel gehabt, so hätte er sie vermutlich darin eingewickelt. Jetzt sollte er sie auch noch zum gezeigten Zimmer tragen? Tragen! War er ihr persönlicher Packesel? Er hatte keine Lust diese leicht bekleidete Frau zu berühren denn egal wo er sie hochheben würde, er müsste dabei ihre Haut berühren. Und das wollte er vermeiden, er war kein Lüstling wie Asmodaeus!
      "Das wäre doch ein sehnlicher Wunsch von mir" Von wegen Unschuldig. Kurz musste er scharf die Luft einziehen, als ihr 'Wunsch' an seiner Substanz zerrte und sein Körper nicht anders konnte, als zu gehorchen. Das zuckersüße Lächeln auf ihren Lippen schien perfekt zu dieser blonden Hexe zu passen. Vor sich hin grummelnd, vielleicht klang er mehr nach einem Grizzly Bären als einem Wolf, hob er die Hexe hoch die abwartend die Arme nach ihm ausgestreckt hatte. Peinlich darauf bedacht an Stellen zu fassen, die so viel Stoff wie möglich seine Finger von ihrer Haut trennen würden. Stur blickte er geradeaus und nicht zu der erschreckend leichten Frau. Vielleicht war es auch seine Kraft, doch für ihn wog sie fast nichts und wirkte beinahe zerbrechlich in seinen großen Händen. Er musste wohl aufpassen, dass er sie mit seiner Kraft nicht versehentlich eines Tages verletzen würde. Baal blickte nun doch in die doch sehr müden Hexe in seinen Armen. Er erwartete sogar, dass sie gleich einschlafen würde. Damit wäre sie die erste Frau die in seiner Nähe ein Auge zu tat. Hatte sie denn so gar keine Angst vor ihm? Er kannte kein weibliches Wesen, welches länger als fünf Sekunden in seiner Nähe verweilte. Und sie lag ganz entspannt die paar Schritte in seinen Armen, als wäre es das Normalste auf der Welt. Komisches Frauenzimmer. Die Weiber in diesem Haus waren für ihn unverständlich.
      Das Erste was ihm entgegenschlug war der Duft von Rosen. Passte irgendwie zu ihrer ruhigen Natur und glücklicherweise war der Geruch nicht so süß und aufdringlich wie er befürchtete. Das Zweite war der Familiar, der sie in der Bibliothek angefaucht hatte, lag er doch bequem auf dem Bett unter den schwebenden Lichtern. Etwas Magie schienen die Hexen ja zu beherrschen. Diese riesige Katze mit den blauen Augen, die ihn misstrauisch beäugte, so wie er sie beäugte regte sich nicht. Ein kurzes Blickduell später sah er sich zugegeben neugierig um und erstarrte beinahe im Türrahmen. Er hatte ja schon geahnt, dass diese Frau nicht die Ordnung in Person war...aber DAS. Baal war schockiert. Zwischen Büchern und...sehr anrüchigen Kleidungsstücken sammelte sich alles mögliche. Zettel die voll geschrieben waren, Stifte und Federhalter... In diesem Raum durfte man nicht im Dunklen laufen, man würde sich wohl die Knochen dabei brechen, weil man sich verhedderte oder stolperte. Baal war schon immer ein sehr ordnungsliebender Dämon. Und das hier glich einer persönlichen Hölle... Oh nein, wenn er mit dieser Frau zusammenbleiben musste würde er hier Ordnung schaffen. Richtige Ordnung! In diesem Chaos würde er sonst innerhalb von zwei Tagen wahnsinnig werden. Gerade stieg er vorsichtig über einen Kleiderhaufen, auf dem er einen Stofffetzen erkannte der ja...mal so gar nichts verhüllte, als er von ihr ein Buch in die Hand gedrückt bekam. Offenbar hatte sie ihren komischen Traum darin niedergeschrieben und zugegeben etwas neugierig huschten seine goldenen Augen über die Seite. Tatsächlich sprach ihre Handschrift von dem besuch zweier Schatten, die sie gen Abend aufsuchen würden. Es dauerte etwas, bis er hinter ihren seltsamen Schreibstil blicken konnte, doch war er sich sicher, dass diese Schatten er und Asmodaeus waren. Der Rest ihrer seltsamen Worte waren für ihn aber undeutlich um nicht zu sagen verwirrend. Etwas verwundert blickte er wieder zu Marnie.
      "Wenn du von uns gewusst hast, warum konntest du den Fehler nicht verhindern? Hast du das Ritual nicht gesehen? Oder war es doch geplant von euch, zwei Fürsten an euch zu ketten, damit ihr in der Hexenwelt etwas melden dürft?" Frage um Frage blätterte von seinen sonst eher verschlossenen Lippen. Doch er konnte nicht verstehen, wieso sie nicht eingegriffen hatte. Sollte sie wirklich 'Sehen' können, dann hätte sie das doch wissen müssen! Dieser Eintrag verwirrte ihn einfach und als er durch das Buch blätterte, ergaben die anderen Seiten so gar keinen Sinn. Er verstand die Worte nicht wirklich und ihre Bedeutung oder gar einen Zusammenhang zwischen all dem wirren Zeilen. Er gab auf und legte das Buch auf den Schrank nahe dem Bett, ehe er erneut über das Chaos sah. Es war ihm egal ob Marnie müde war oder nicht, sie konnte ja seinetwegen gerne schlafen, während er hier Ordnung machte. Sie wäre ohnehin keine große Hilfe. Mit einem tiefen Brummen drehte er sich wieder zu den unschuldigen Augen um.
      "Wenn wir miteinander auskommen müssen, werde ich hier für Ordnung sorgen. Ich kann so...nicht lange hier aushalten. Schlaf meinetwegen, ich räum hier auf in der Zeit.", murrte er mit seinem tiefen Bass und beugte sich bereits nach einigen Zetteln, die überall verstreut lagen.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

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    • Asmodeus

      Was diesen Befehl für Asmodeus nur noch schlimmer machte, war dass diese Hexe ihn dabei selbstzufrieden beobachtete. Oh, er hoffte so sehr so schnell wie möglich aus diesen Vertrag heraus zu kommen, und dann würde sie für diese Tat hier büßen!
      Bis dahin würde er sich wohl ein wenig zurück nehmen. Gezwungenermaßen, denn er wollte wirklich nicht zu viel für dieses Miststück hier erledigen.
      "Machst du das öfter? Gibt es in der Hölle auch sowas wie Reinigungsdienste? Du bist echt gut darin!", stellte diese Hexe auch noch eine wirklich freche Frage. Asmodeus schnaubte verächtlich. Sie hatte wohl wirklich keine Ahnung mit wem sie es hier genau zu tun hat. "Nein. Meine Fähigkeiten sind nur sehr vielseitig, und immer perfekt", murrte er vor sich hin, während er begann den letzten Staub von den Regalen zu wischen. Dabei musste er husten. Oh du liebe Scheiße! Diese beiden Weiber hatten sicherlich noch nie in ihrem gesamten Leben staub gewischt. Oder überhaupt einen Besen oder Ähnliches in die Hand genommen. Störte es die beiden gar nicht, in was für einen Schweinestall sie lebten? Ekelerregend, und das kam von einen Dämon!
      Als Asmodeus seinen letzten Handgriff getan hatte, sprang die Hexe nun auf, und wirkte wirklich amüsiert. So lange bis ihr Blick auf das zerschepperte Geschirr glitt. Hm, solange sie nicht auf die Idee kam, dass er es reparieren müsste, bereitete es ihm ein angenehmes Gefühl der Befriedigung zumindest etwas Schaden angerichtet zu haben.
      Die Hexe verkündete dann, dass es für heute reichte, und das sie morgen früh raus musste. Das entlockte Amsodeus auch nur ein Schnauben. Er konnte sich nicht vorstellen, dass diese Hexe früh aufstehen konnte. Vermutlich verbrachte sie sowieso den ganzen Tag in ihrem Bett, und war dort genauso nichtsnützig wie bei dem Ritual, das sie vollkommen vermasselt hatte.
      Missmutig folgte Asmodeus der Rosahaarigen, und seine Laune wurde nur noch schlechter als er merkte wie fröhlich sie doch dabei war. Es wäre ihm durchaus lieber gewesen, wenn sie sich Sorgen gemacht hätte, und vor ihm Angst hatte. Warum hatte sie denn überhaupt keine Angst? Was war falsch mit diesen Miststück? Mal ganz abgesehen von ihrer Schwester, die hatte sie sowieso nicht mehr alle. Eindeutig hatte er die vernünftigere abbekommen... aber vermutlich auch die nutzlosere. Bisher hatte er sie immerhin noch keinen Zauber richtig ausführen sehen.
      Während er der Frau folgte, betrachtete er seine Umgebung genau, er wollte jeden Winkel in diesem Haus kennen. Umso besser er sich hier aus kennen würde, desto schneller würde er sich von dieser Hexe absetzten können. Und wenn es zu Problemen, oder unerwarteten Kämpfen kam, war es immer besser seine Umgebung zu kennen. Wer wusste schon, was mit Baal war. Er war gerissen, und ein Dämon des Krieges! Er würde diesem Mistkerl auch keinen Meter über den Weg trauen. Zwar steckten sie im selben Schlamassel, das bedeutete jedoch noch lange nicht, dass keiner von beiden diese Möglichkeit nicht nutzte den anderen aus den Weg zu schaffen. Sie würden nicht für immer hier in der sterblichen Welt bleiben... Und mehr ansehen in der Hölle konnte nie schaden. Dafür einen hochrangingen Dämonen zu besiegen konnte nur helfen. Das brachte ihn auf einige Ideen, doch er würde sich dafür gedulden müssen... Und vielleicht sogar das Vertrauen der Hexe gewinnen. Asmodeus konnte nur hoffen, dass dies nicht zu schwer wurde. Bisher schien sie ja nicht die Schlauste zu sein, was für Asmodeus positiv zu bewerten war. Zumindest was diese eine Angelegenheit anging.
      Der Weg der Hexe führte dann in das zweite Stockwerk. Hm, das Haus war wirklich größer, als es in den ersten beiden Zimmern gewirkt hatte. Wie waren sie denn hieran gekommen? Man bekam doch nicht einfach so ein großes Haus, wenn man so unfähig war, wie die beiden sich gaben. Diese beiden Frauen waren wirklich verwirrend. Asmodeus musste heraus finden, was es damit auf sich hatte. Das alles machte ihn doch ein wenig neugierig.
      Vor einer Tür blieb Kiara stehen, und Asmodeus war sich sicher, dass es ihr Zimmer sein musste. Es roch zumindest irgendwie nach ihr. Schnell erkannte er, dass sie nervös wurde. "Hm, hattest du etwa noch nie männliche Gesellschaft in deinen Gemächern?", fragte er nach, und lies seine Stimme dabei etwas lüstern klingen. Zwar riet Asmodeus nur, doch er konnte sich sehr gut vorstellen, dass kein Mann etwas mit ihr wirklich anfangen konnte. Es machte ihn wirklich neugierig darauf ob sie denn noch jungfräulich war... Wie lange hatte er schon keine Jungfrau mehr gehabt. Man sollte meinen es verlor irgendwann an Bedeutung, doch es war jedes mal wieder sehr aufregend, einer Frau die erste richtige Lust zu bereiten.

      "Bevor wir reingehen... Mein Labor solltest du nur betreten wenn ich drinnen bin oder es erlaube. Ansonsten garantiere ich nicht für deine Sicherheit und ob dir nicht irgendwelche neuen Glieder wachsen, wenn du irgendetwas anfasst. Und ich will keinen Ton über meine Einrichtung hören, egal wie komisch du sie findest. Meine Totenschädel werden nicht diskriminiert!", sprach die Hexe und der Dämon konnte sie nur verwirrt betrachten. Er verstand kein Wort. Nun doch er verstand die einzelenen Wörter sehr gut, doch sie ergaben keinen Sinn.
      Das alles wurde etwas klarer als sie endlich diese Tür öffnete. Vor ihm eröffnte sich ein dunkles Zimmer. Sehr dunkel, alles war Dunkel. Die Vorhänge, die Wände, die Möbel. Vorsichtig trat er ein. Nun, er war so viel dunkles gewöhnt, und er würde sich hier gar heimisch fühlen können. Es war zumindest besser, als wenn alles in strahlenden Farben leuchten würde. Neugierig blickte er sich weiter um, erkannte zu nächst ein großes Himmelbett, und er war sich jetzt schon sicher, dass er dort schlafen würde. Niemals würde sich der Dämon dazu demütigen lassen auf dem Boden zu schlafen wie ein niedriges Tier. Kiara hatte ihn für heute sowieso schon genug gedemütigt.
      Sein Blick glitt weiter durch den Raum. Die Schädel selbst beachtete der Dämon kaum, auch wenn es für eine Sterbliche sicherlich seltsam war. Etwas ganz anderes zog seine Aufmerksamkeit auf sich. Der Schädel in der Mitte trug eine Krone. Wie hypnotisiert ging er direkt auf sie zu. Oh, seine Krone hatte ähnlich ausgesehen. Sie war ebenso golden, doch glänzte sie noch viel mehr. Und Rubine und Saphire und Diamanten waren eingesetzt. Er vermisste dieses Schmuckstück wirklich sehr.
      Mit wenigen Schritten war er vor dem Schädel angekommen, und seine gierigen Finger griffen nach der funkelnden Krone. Er hatte zwar seine nicht mehr, doch die hier würde es sicherlich auch tun. Die Hexe schrie nach ihm, und verwirrt wandte er seinen Blick von der Krone ab. Was hatte sie gesagt? Er war sich nicht sicher, Asmodeus war viel zu sehr auf diese Krone fixiert gewesen, er hatte ihre Anwesenheit beinahe vollkommen vergessen. Schnell war Kiara an seiner Seite und nahm ihmm die Krone ab. "Was...?", setzte er an, doch sie meinte nur, dass die Krone ihm nicht stehen würde.
      "Mir steht alles!", empörte sich Asmodeus, doch die Hexe nahm es kaum war. Stattdessen öffnete sie eine Schublade, und neugierig linste er über ihre Schulter. Die Schublade war voll von glänzenden Schmuckstücken! Wie wunderschön! Woher hatte sie das ganze Zeug denn bitte? Langsam kam er nicht mehr von den Gedanken los, dass diese Hexen ein mieses Diebespack waren. Allerdings suchte Kiara beinahe manisch nach etwas, und hielt am Ende zwei Ketten vor Asmodeus. Beide glänzten wundervoll, doch sein Blick hing vor allem an der goldenen Kette. Er liebte Gold, es lies ihn nur noch erhabener wirken, als er es ohne hin schon war.
      Die Hexe schien seine Meinung zu teilen, denn sie meinte schließlich nur, er solle die Kette umlegen. "Talisman?", fragte er nach. Natürlich, sie war eine Hexe, aber wenn das hier ein Talisman war, konnte er sich nur zu gut vorstellen, dass die anderen Schmuckstücke auch welche waren. Er brauchte zwar keinen Talisman gegen schlechte Träume, doch diese Kette was so schön, dass er sie ihr direkt aus der Hand nahm, und sich um den Hals legte. Er sah zu seiner Brust hinab, auf der die Kette zum liegen kam. Was für ein angenehmes Gefühl! Als Schatten war es ihm kaum möglich Schmuck zu tragen, die Krone war das einzige das sein Körper hatte tragen können. Und jetzt hatte er wieder die Möglichkeit dazu, sich mit jeden schönen Schmuck der Welt zu behängen! Und sie hatte schon so viel davon, das gefiel ihm wirklich!
      "Er ist gar nicht so schlecht", murrte Asmodeus dann etwas gezwungen. Ihm gefiel dieses Schmuckstück so gut, doch er wollte es ungerne zugeben. "Vielleicht werde ich dir deswegen verzeihen. Gold ist immer eine angemessene entschuldigung", er rümpfte nur die Nase.
      "Woher hast du denn diesen ganzen Schmuck?", wollte er dann wissen und blickte erneut in die Schublade. Zu gerne hätte er darin gekramt und sich noch mehr Schmuck genommen, doch er fürchtete, dass es die Hexe verärgern könnte, und sie ihm dann auch die Kette wieder weg nahm. Es gefiel Asmodeus nicht, doch wenn sie es befehlen würde, würde er dagegen nichts ausrichten.
      So lange er es für angebracht hielt, sah er die Schmuckstücke an, da er jedoch nicht den Schein erwecken wollte, er hätte interesse, wandte er sich schließlich ab, und ging zu ihrem Bett und setzte sich hinein. "Du hast doch sicherlich nichts dagegen, wenn ich hier schlafe, richtig?", ein überhobenes Grinsen schlich sich auf seine Lippen.
      "Du musst auch nicht um deine Tugend fürchten, ich kann mich gerne zurückhalten... Außer..." Er warf ihr einen vielsagend Blick zu. "Ich könnte es verstehen, wenn du deine Finger nicht von mir lassen könntest." Er wusste nicht genau warum, aber mit einer hübschen Frau alleine in ihrem Schlafzimmer zu sein, brachte eine Seite in ihm hervor, die er nicht richtig kontrolieren konnte. Vor allem nicht nachdem sie sich mit so einen schönen Schmuckstück bei ihm entschuldigt hatte.
      Sein Blick glitt über ihren ganzen Körper. Ja, sie hatte eine wirklich tolle Figur, er konnte nichts anderes sagen. Und ihre Klamotten betonten dies nur zu gut. Wenn sie nicht wollte, dass Asmodeus sie so betrachtete, musste sie sich wohl in Zukunft anders kleiden.



      Marnie

      Marnie musste ein wenig kichern, als der große Dämon sie hoch hob. Sanft legte sie ihre Arme um seinen Hals, um sich selbst ein wenig zu stabilisieren. Ball würde sie niemals fallen lassen können, da war sie sicher, und doch hatte sie das Bedürfnis auch ihn ein wenig zu berühren. Es war immer schön getragen zu werden, und sie war sicherlich noch nie so hoch, wenn es denn vor kam. Ein wirklich neue Erfahrung für die junge Hexe.
      Die Haut des Dämons strahlte eine angenehme Wärme aus, bei der sich Marnie direkt wohl fühlte. Es wäre für sie wirklich kein Problem gewesen, einfach in seinen Armen einzuschlafen. Zwanghaft bemühte sich Marnie wach zu bleiben, immerhin wollte sie ihm doch noch unbedingt etwas zeigen.
      "Dankeschön", murmelte Marnie leise, als er sie auf ihr Bett lies. Lorcans Haare stellten sich auf, und er setzte schon zu einen Fauchen an, doch als Marnie ihre Hand auf seinen Kopf legte lies er es blieben. Sanft begann sie den Kater zu streicheln, während sie sich schon hin legte. Das geplante Fauchen Lorcans wandelte sich sehr schnell in ein gemütliches Schnurren, und er rollte sich neben Marnie zusammen. Dabei nahm er sehr viel von ihrem Bett ein. Dieser Kater war gute 1.20 Meter lang, und wog gute zehn Kilo. Ein wahrer Riese, wie der Dämon der versuchte ihren Traum zu verstehen.
      Sie beobachtete Baal sehr genau. Er war wirklich verwirrt, doch als er Begriff, dass Marnie ihn und Asmodeus beschrieb blickte er zu ihr und eine stellte eine Frage über die Marnie ein wenig nachdenken musste. Es war nicht so einfach die Zukunft zu erklären. Wie sollte sie in ihren Müden zustand nur sagen können, wie viele Möglichkeiten es gab, und wie ungenau ihre Träume sein konnten.
      "Ich habe nicht damit gerechnet, dass ihr beide Heute auftaucht. Du musst wissen, meine Schwester ist eigentlich eine Meisterin der Runen. Ich wusste, dass wir Besuch bekommen würden, ich wusste nur nicht wie, oder wer ihr seid. Oder wann ihr auftauchen würdet." Marnies Stimme war mittlerweile wirklich träge, und sie wurde vermutlich beinahe von ihrem Kater und seinem Schnurren übertönt. "Ich möchte in der Hexenwelt", Marnie musste Gähnen bevor sie den Satz beenden konnte, " gar nichts zu sagen haben", meinte sie nur, und blickte ihn direkt in die Augen, um ihn zu verdeutlichen wie ernst sie es meinte. Marnie mochte ihr Leben genauso wie es im Moment war. Sie hatte nie vor gehabt großartig etwas daran zu ändern. Allerdings musste die junge Hexe auch zu geben, dass es ihr gefiel, einen so attraktiven Mann an sie gebunden zu haben. Leider schien er nur kein großes Interesse an ihr zu haben. Marnie war sich jedoch sicher, dass sie dies ändern könnte. Bisher hatte sie jeden Mann verführen können, warum also nicht auch einen Dämon?
      Ihre Mutter würde sie für diese Gedanken vermutlich rügen.
      Baal begann durch ihr Traumtagebuch zu blättern, und wirkte dabei unglaublich verwirrt. "Du siehst sehr süß aus, wenn du nicht weißt worum es geht. Wenn du willst, erkläre ich dir einige meiner Träume", murmelte sie, und rieb sich dabei über ihre Augen.
      "Wenn wir miteinander auskommen müssen, werde ich hier für Ordnung sorgen. Ich kann so...nicht lange hier aushalten. Schlaf meinetwegen, ich räum hier auf in der Zeit."
      Marnie wäre über diesen Satz wohl etwas verwirrt gewesen, wenn sie nicht so müde wäre. "Du könntest dich jedoch auch zu mir legen, und mit mir kuscheln", schlug Marnie nur müde vor, während sie schon begann sich einzurollen. "Aber tu was du nicht lassen kannst, lass nur meine Traumbücher und die verzaubernden Federn hier, ja?" Marnie brauchte sie immer, wenn sie schlief. Denn es gab kaum einen tiefen Schlaf in dem sie nicht träumte.
      Seine Antwort bekam Marnie jedoch nicht mehr mit, denn sie schlief direkt ein. Sie hatte zwar noch sagen sollen, dass Baal sie gegen Mitternacht wecken sollte, doch sie hatte es einfach vergessen. Sie vermutete sowieso, dass Lorcan es machen würde. Lorcan wusste immer genau was Marnie wollte und brauchte, und der Kater tat alles was in seiner Macht stand um dies zu erledigen.
      Es war nicht unbedingt ungewöhnlich, dass Marnie im Schlaf redete, und so war es auch hier der Fall. "Die Zwege werden sich erheben, und Löcher vorbereiten die dazu dienen zu brennen", war nur einer der Teile.
      Unangnehm wurde Marnie gestupst, und gestupst, bis sie ihre Augen aufschlug und Lorcan direkt in die Augen sah. Es musste Mitternacht sein. Ihr erster Griff ging zu ihrem Tagebuch, und direkt schrieb sie ihre kryptischen Träume auf eine freie Seite, und erst dann blickte sie sich nach Baal um.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

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    • Kiara

      "Er ist gar nicht so schlecht" Der Dämon schien etwas schwerfällig mit Ehrlichkeit umzugehen. Zumindest wirkten die Worte gezwungen und Kiara hatte seinen Blick bei der Kette bemerkt. Sie gefiel ihm auf jeden Fall, Mr. Arrogant war nur zu eitel um es zuzugeben, das war es! Alles andere war ausgeschlossen, die schuf immerhin die schönsten Schmuckstücke die man in der ganzen Umgebung finden konnte. Keine klobigen, schlichten Ringe. Oder Lederbänder, allein bei dem Gedanken schüttelte es die Runenhexe. Nein, sie arbeitete stetig an ihrem Talent und eines Tages hoffte sie, machtvolle Talismane herstellen zu können. Talismane, die einem Kräfte verliehen. Bis sie so weit war würde es jedoch noch dauern, weder sie noch ihre Schwester Marnie besaßen so etwas wie einen Meister in diesen Künsten. Die Zwillinge hatten es sich im Laufe der Jahre selbst beigebracht. Einzig die Runenschrift hatte Kiara von ihrem Vater erlernt. Das Kräuterwissen von ihrer Mutter- jene Kunst, welche die Schwestern auf magische Weise miteinander verband. Die junge Frau grinste zufrieden nach den gemurrten Worten des Dämons. Er verzieh ihr also? Damit hatte sie erreicht was sie wollte! Marnie hatte Recht- wie immer eigentlich. Sie sollten nicht in Zwitracht starten, wenn sie wirklich eine lange Zeit mit diesem Dämon leben musste. Und wer weiß, vielleicht hatte sie in dem blonden Schönling ja ein perfektes Model für künftige Kreationen gefunden? Ihre Finger kribbelten bereits bei dem Gedanken, was sie für einen Mann alles an Schmuck herstellen konnte. Eine ihr unbekannte Ebene mit unendlichen Möglichkeiten. Und wenn er ihren Schmuck mochte hatte sie etwas gefunden, um den Miesepeter irgendwie bei Laune zu halten. Nicht dass noch ein Teeservie darunter leiden musste! Sein Blick fiel auf die Schublade mit den gesammelten Werken. Einige davon waren Anfängerversuche. Klobige Ketten oder geschmacklose Ringe, aber jeder fing mal klein an. Für Kiara waren diese von sentimentalen Wert der Nostalgie. Und jedes Mal, wenn sie ihre Anfänge betrachtete, bemerkte sie wie weit sie doch mittlerweile gekommen war. Und das machte sie sehr stolz! Asmodaeus fragte sie etwas, doch Kiara war zu sehr in ihren Gedanken und schreckte etwas aus ihren Träumereien.

      "Was?", fragte sie verwirrt und hatte plötzlich ein Deja vu. Vor wenigen Minuten war selbige Situation nur umgedreht. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. Das schwand jedoch sehr schnell, als der Dämon auf ihrem Bett Platz nahm und sie mit einem seltsamen Blick betrachtete. Irgendwie fühlte sich Kiara ausgeliefert. Als hätte sie einen hungrigen Wolf vor sich. Als er dann ihre Tugend ansprach sah sie ihn verwirrt an und wusste erst nicht, worauf er hinaus wollte. Als endlich der Groschen fiel wurde sie knallrot und blickte ihn mit entsetzten Augen an. W-was... Das sollte jetzt ein Scherz sein oder? Das musste ein Scherz von ihm sein! Sie hatte noch nie... Und wollte nicht... Kiara spürte wie ihr Gesicht gerade ihren Haaren Konkurrenz machte. Verflucht soll dieser...dieser Teufel sein!
      "Das...Du...Wieso..." Na klasse, Kiaras selbstsichere Stimme hatte ihre kleine Schwester, das schüchterne Stammeln, zurückgelassen. Herzlichen Dank auch, knurrte sie gedanklich ehe sie wild den Kopf schüttelte.
      "Kommt nicht in Frage! Nie im Leben!" Hatte sie schon Nie gesagt? Besser noch mal wiederholen, damit der Blondschopf es verstand.
      "Wenn du im Bett schlafen willst behältst du deine Finger für dich! Sonst ruft der Keller, verstanden?" Mit zornigen, aufgeplusterten Wangen die noch immer rot zu sein schienen- zumindest waren sie noch immer heiß- stemmte sie ihre Hände in die Seiten und funkelte den wölfisch grinsenden Dämon nur an. Sie ahnte nicht wie lächerlich sie sich gerade machte, aber dieses Thema vermied sie zu jeder Zeit. Natürlich besaß sie ihre Unschuld noch! Kiara hasste die Menschen und Zauberer waren einfach nur Snobs in ihren Augen. Und alt. Oder hässlich. Oder alles zusammen! Kiara schüttelte nur den Kopf und suchte nach einem Themenwechsel. Dann fiel ihr seine Frage wieder ein.

      "Zurück zum Schmuck...", entschied sie und wich trotzdem seinem Blick kurz aus. Zur Hölle mit diesen Dämonen!
      "Ich stelle ihn her.", sagte sie schließlich mit unüberhörbaren Stolz. Da sie ahnte, dass er ihr das nicht glauben würde, huschte sie schnell durch die Nebentür in ihr Labor und griff nach dem unfertigen Goldreif auf der Werkbank. Sie kehrte auf schnellen Füßen zu ihm zurück und zeigte es ihm Stolz. Der Reif war noch nicht geschlossen und die Rankenverzierung unvollständig, die sich um ihn winden sollte. Das erste Blatt aus grünen Steinen hatte sie fertig, die anderen waren lediglich ein Gerüst. Ihre Augen funkelten aufgeregt und hibbelig nahm sie kurzerhand direkt neben ihm auf dem Bett platz. Sein vorheriges Benehmen hatte sie schon wieder vergessen, stattdessen hielt sie ihm den Reif vor die Nase, damit er ihn genauer betrachten konnte.
      "Daran arbeite ich gerade! Er ist noch nicht ganz fertig, deswegen muss ich morgen auch früh aufstehen, weil ich ihn im Laufe des Tages fertigstellen will. Du kannst mir ja helfen, ich bringe dir alles bei, was ich weiß!" Wieder verfiel sie in ihr leidenschaftliches Geplapper, was Marnie immer zum einschlafen brachte. Asmodaeus hingegen blieb wach und schien tatsächlich zuzuhören.
      "Siehst du die Ranken hier? Wie filigran sie sind? Glaub mir, sie in diese Form zu bringen ist der Horror! Du musst das Gold permanent erhitzt halten, aber nicht zu heiß weil es sonst wieder flüssig wird. Der Trick ist, durch mein eines alchemistisches Puder gelingt es mir, das Gold auf perfekter Temperatur zu halten ohne den Rest zu verformen. Damit konnte ich auch deine Kette so fein gestalten! Die grünen Steine hier sind ein zersplitterter Smaragd. Die Unregelmäßigkeiten der Splitter macht das Ganze so einzigartig und die Blätter der Ranke wirken damit authentischer. Den Reif werde ich mit einem Schutzzauber gegen Feuer versehen!" Kurz erstarb ihr Lächeln auf den Lippen und ein Schatten huschte über ihr Gesicht. Seit der Verbrennung ihrer Mutter hatte sie nicht nur Menschen zu fürchten gelernt sondern auch das Feuer. Sicher, sie liebte den Kamin und Kerzen, aber der Gedanke eines Scheiterhaufens machte ihr Angst. Um nicht zu sagen komplette Panik... Sie schüttelte kurz ihren Kopf und fasste sich wieder.
      "Willst du es ausprobieren?" Ihre Augen leuchteten wieder begeistert. Ohne seine Antwort abzuwarten konzentrierte sie sich kurz und zeichnete mit ihrem Finger einige Runen auf das Metall, die bläulich schimmernd für einen Moment sichtbar waren, ehe sie verschwanden.
      "Gold ist ein perfekter Magieleiter. Besser als Silber oder Kupfer. In Gold speichert sich die Magie viel leichter und ist sogar wirkungsvoller.", erklärte sie weiter und legte den halboffenen Reif auf seinen Arm, ehe sie aufsprang und eine Kerze holte.
      "Pass auf dass er nicht runterfällt, ich will dich nicht verbrennen!", warnte sie, doch ihre eigenen Hände zitterten als sie die Kerze mit einem Schnipsen entzündete. Sie griff bedacht darauf, den Reif nicht runterzuwerfen, nach seiner Hand und hielt diese direkt ins Feuer. Selber fasziniert beobachtete sie nur, wie das Feuer zwar nach der Haut leckte, dieser jedoch nicht schaden konnte. Sie jubelte erfreut und blies die Kerze wieder aus.
      "Es hat funktioniert!", rief sie erfreut in einem Mantra aus und strahlte über das ganze Gesicht. Seine Haut wies nicht einmal eine Rötung auf als sie seine Hand genau untersuchte. Stolz erfüllte Kiara und sie nahm den unfertigen Reif wieder an sich.
      "Wenn er fertig ist könnte er wirklich nützlich sein!", freute sie sich und legte das gute Stück zur Seite. In ihrer Aufregung hatte sie eine gewisse Distanz komplett vergessen, die ihr jetzt auffiel, da sein Gesicht und er selber ihr viel zu nahe war. Oh Gott, hatte sie sich ihm derart in Euphorie genähert? Peinlich berührt schaffte sie schnell wieder Abstand und baute ganz nebensächlich- zumindest versuchte sie das- eine Kissenmauer auf dem Bett auf. Sicher war sicher, auch wenn sie gespannt war was er zu ihrer kleinen Errungenschaft sagen würde.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

    • Baal:

      Kusche-?! Baal drehte sich ungläubig bei den gemurmelten Worten zu der im Bett liegenden Hexe um. Was hatte sie da eben gesagt? Sie musste wirklich nicht mehr richtig klar denken, vielleicht der Müdigkeit geschuldet. Wer würde ihm vorschlagen, zu kuscheln? Baal war einen Moment lang tatsächlich fassungslos. Diese Hexe kannte wirklich keinerlei Furcht oder? Sah er in ihren Augen nach einem zahmen Kuscheltier aus? Beinahe war er versucht prüfend an sich herabzublicken, ob seine Verwandlung in diese menschliche Hülle nicht doch fürchterlich schief gelaufen war. Aber das war ausgeschlossen, selbst dieser Körper war ein Abbild seiner Kraft und seines Zorns. Einzi die Narben, welche man in seinem dämonischen Stadium nicht erkennen konnte, waren hier deutlich auf seiner Haut zu sehen. Ein Detail welches ihn nicht störte, im Gegenteil. Es stimmte ihn durchaus zufrieden, zu sehen wie viele Kriege und Kämpfe er nun schon hinter sich hatte. Wobei hier vielleicht sogar der größte Kampf stattfinden könnte. Zwei Fürsten unter einem Dach? Keine gute Idee. Die Hierachie der Dämonen war simpel aber brutal. Töte die Stärkeren und du bekommst deren Macht und Einfluss. Von den Legionen welche die einzelnen Fürsten befehligen konnten mal abgesehen. In der Hölle traute sich niemand, Baal auch nur den Anschein erwecken zu lassen, dass man ihm an den Kragen wollte. Er galt als unzerstörbar. Doch hier in dieser Misere entglitt ihm die Kontrolle, ein Gefühl welches er hasste. Und er kannte Asmodaeus nur von Gerüchten, doch hatte dieser Fürst den Fall vom Thron nicht gänzlich verkraftet und strebt nach seiner alten Krone. Baal war Lucifers rechte Hand. Und damit im Weg... Baals Gedanken überschlugen sich während sein Verstand die Chancen ausrechnete, hier in einen Hinterhalt geraten zu sein. Er musste auf der Hut bleiben und sollte seinem neuen 'Kollegen' nicht zu sehr vertrauen... Der Hüne bekam nur am Rande mit, dass er diese wirren Tagebücher und die verhexten Federn an Ort und Stelle lassen sollte. Seufzend nahm er es schweigend zur Kenntnis und hörte alsbald ihren ruhigen, gleichmäßigen Atem. Gut, wenigstens hatte er jetzt in Ruhe Zeit, hier Ordnung reinzukriegen. Er fing bei den losen Zetteln überall an. Sie zusammensammelnd heftete er sie aneinander und legte sie als säuberlichen Stapel auf einer Kommode ab. Die Stifte fanden daneben ihren Platz. Diese Tagebücher, die am Boden lagen, hob er auf und überlegte kurz, ehe er sie neben den Kopfkissen platzierte, auf dem Marnie lag. Kurz huschte sein Blick zu ihr und der Katze, welche zwar schnurrte, ihn jedoch unbewegt beobachtete. Misstrauisches Vieh... Die Zwei würden wohl keine richtigen Freunde werden... Gleich einem Wachhung- Katze konnte man hier nicht mehr sagen bei dieser Größe- lag er neben ihr. Bereit Baal das Gesicht zu zerkratzen, wenn er etwas versuchen würde. Aber was sollte der Sturmdämon schon groß anrichten? Er konnte seine Meisterin nicht verletzten und momentan hatte sich sein Zorn wieder in Gleichmut gewandelt, sodass er dazu ohnehin keine Lust hatte. Es würde nur ärger und ewige verdammnis bedeuten. Ein Dämon dessen aktiver Meister starb war verflucht zu einem eher unschönen Dasein. Baal hatte es nur einmal gesehen. An einer Dämonin, welche sich an einen Sterblichen gebunden hatte. Man flüsterte, sie wäre in diesen Menschen verliebt gewesen. Als er im Krieg verstarb verfiel ihr Körper in groteske Schatten und man hörte nur ihre Schreie. Lucifer hatte sie später erlöst aus diesem unendlichen Dasein der Qual und Baal schüttelte es allein bei dem Gedanken daran, mal so zu enden. Nein, lieber machte er gute Miene zum bösen Spiel. Vorerst zumindest. Als sein Blick von dem riesigen Kater zu der Besitzerin des Monstrum wechselte weiteten sich seine Augen. Nicht nur, dass sie seltsame Dinge im Schlaf murmelte, nein ihre Kleidung- konnte man das so nennen?- verhüllte fast nichts mehr von ihrem Oberkörper. Peinlich berührt von diesem Anblick warf er eine Decke über sie, um es nicht sehen zu müssen. Himmel und Hölle nochmal, besaß diese Frau keinen Anstand? Sie hatte immerhin einen Dämon UND einen Mann in ihrem Schlafgemach, etwas mehr Vorsicht wäre hier schon angebracht. Wäre Asmodaeus jener Dämon, welcher an sie gebunden wäre, hätte sich der Lüstling sich jetzt an ihr gütlich getan. Baal schüttelte den Kopf. Er sollte den Dämon der Lust lieber von seiner Meisterin fern halten, das würde nur Ärger bringen. Zudem hatte er vielleicht die seltsame Schwester abbekommen, aber auch die besonnene und ruhige. Wenigstens ein kleiner Vorteil für ihn, mit dieser Furienschwester käme er nähmlich gar nicht klar.
      Während Baal seinen Gedanken nachhing kümmerte er sich um die Klamotten die überall verstreut lagen und sicher nicht mehr frisch waren. Wie konnte eine so schöne Frau nur derart unordentlich und schlampig sein? Das passte so gar nicht zu ihrem Äußeren- und ja, er musste zugeben, dass sie ansehnlich war. Mit ihren hellen Haaren und blauen Augen hätte wohl jeder Engel nach ihr gegriffen. Doch gehörte sie jetzt unweigerlich zu ihm, was dem Fürsten ein kleines, zufriedenes Gefühl der Genugtuung verschaffte. Der Himmel könnte lange darauf warten, dass sie diese Seele bekommen. Gerade hielt der Sturmdämon ein recht seltsames Kleidungsstück in die Höhe und runzelte dabei irritiert die Stirn. Es war weder groß noch bestand es aus langen Seidentüchern. Ein Gürtel war es aber auch nicht. Mit hochgezogenen Brauen sah er zur schlafenden Marnie und fragte sich, wo zur Hölle sie das tragen würde. Wie zog man sowas an? Er schüttelte den Kopf. Er kannte ja die leicht bekleideten Dämoninnen der Unterwelt. Sie trugen entweder gar keinen Stoff am Leib oder nur jenen, der gerade so die weiblichen Parts bedeckten. Aber selbst die würden damit überfordert sein. Oder war er einfach zu altmodisch? Mit den Schulter zuckend schmiss er es auf den Haufen, den er in einem gefundenen Korb geschaffen hatte. Das dürfte alles gewaschen werden und dann verdammt nochmal in den Schrank. Wozu hatte sie einen so großen Kleiderschrank wenn sie ihn nicht benutzte? Der Silberhaarige seufzte tief und blickte sich um. Zumindest sah man jetzt den Boden und es war halbwegs zu seiner Zufriedenheit.

      Kaum fertig mit dem Aufräumen bemerkte er eine Bewegung im Bett und blickte zum Fenster hinaus. Der Mond stand schon hoch am Himmel, es durfte gerade mal Mitternacht sein. Doch Marnie richtete sich tatsächlich auf und griff als erstes nach einer Feder und kritzelte wieder verworrenes Zeug in ihr Tagebuch. Der Kater schien hellwach und offenbar hatte er seine Herrin geweckt. Warum war ihm schleierhaft, aber wenn sie schonmal wach war, konnte er ihr wenigstens seinen zukünftigen Ordnungswunsch zeigen.
      Er verschränkte seine starken Arme vor der Brust und blickte auf die noch immer müde scheinende Marnie hinunter.
      "So wie dein Zimmer jetzt aussieht würde ich es in Zukunft befürworten... Warum bist du überhaupt wach? Ich dachte du wolltest schlafen?", fragte er weiter und sah ihr dabei zu, wie sie sich aus der Decke schlängelte und tatsächlich aufstand. Was hatte sie bloß vor? Wollte sie etwas zu Trinken? Baal hatte gehört, dass Menschen des Nachts durchaus wach werden können. Aber bei diesem Dornröschen war es nun doch etwas seltsam, sie könnte ja im stehen schlafen, würde sie nicht umfallen.
      "Und deine etwas...seltsame Gewandung da drüben solltest du morgen vielleicht waschen... Und dann in deinen Schrank sortieren. Ich habe keine Ahnung wie man solche Dinger zusammenlegen kann...", fuhr er fort und dachte dabei an das seltsame Stück vonvorhin. Er verscheuchte lieber den Gedanken daran wieder schnell. Am Ende wollte er ja doch nicht wissen, wie und vor allem wo man es trug.
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      Reality!
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    • Asmodeus

      Ihr selbstgefälliges Grinsen konnte die Hexe sich sonst wo hin stecken. Wirklich, wenn er nicht hier feststecken würde, würde er sich sicherlich auch nicht damit begnügen sich mit dieser Hexe hier zu unterhalten. Oder es zumindest zu versuchen, denn sie schien so sher in ihrer eigenen Welt gefangen zu sein, dass sie wohl nicht einmal seine Frage mitbekam. Wenn das nun ständig so ablaufen würde, würde er sich hier nur noch langweilen. Das dachte der Dämon zumindest so lange, bis die Rosahaarige doch noch mitbekam was er sonst so von sich gab. Wirklich dreist. Er konnte es absolut nicht ausstehen so behandelt zu werden, wirklich nicht. In der Hölle war er ein hoch angesehner Dämon, und die Dämoninnen klebten nur an seinen Lippen. In jeglicher hinsicht. Wenn man genau war, hingen deren Lippen auch noch an ganz anderen Stellen seines Körpers.
      Eigentlich war es nur die Schuld dieser kleinen Hexen dort, dass dies nicht auch gerade im Moment der Fall war. Das ganze verdarb ungemein seine Laune, und er merkte, wie unentspannt er war. Anstatt sich zu vergnügen, lasteten die Ketten der Sklaverei um seine Innerein, und er würde jeden noch so demütigend Wunsch dieses Miststückes erfüllen.
      Amsodeus entging nicht, wie ihre Wangen sich rot färbten, als dieses dumme Ding doch endlich begriff wovon der Dämon hier sprach. Bis jetzt war es nur eine Vermutung gewesen, doch damit bekam Asmodeus seine Bestätigung. Dieses Frauenzimmer hatte ihr Bett noch nie mit einen Mann geteilt. Keiner war je zwischen ihre Beine gekommen, und hatte ihr ihre heilige Unschuld geraubt.
      Noch einmal musterte Asmodeus ihren Körper, es war schwer vorzustellen, vor allem bei der Kleidung die sie trug. Wie ein Raubtier das seine Beute beobachtete, betrachtete er sie weiterhin, und jede Bewegung die sie dabei tat. Leicht leckte er über seine Lippen.
      Jungfrauen waren etwas besonderes. Immer. Es gab keine Ausnahme, obwohl sich natürlich die Frage stellte warum es so war.
      Asmodeus hatte schon vor Jahrhunderten die These aufgestellt, dass es daran lag, dass eine Frau sich doch aufsparen musste, um unbefleckt in den Bund der Ehe zu gehen. Einen jungen Ding also ihre Jungfräulichkeit zu stehlen, verdarb sie bis hin zum Ende für die ach so heiligen Dreckswesen der anderen Seite.
      Ein anderer Grund warum Asmodeus jungfräuliche Bettgefährten für etwas besonderes hielt, war vermutlich weil man diese in der Hölle nirgendwo fand. Alle hatten Erfahrungen, und natürlich hatte auch das seine Vorteile, aber trotzdem wollte man doch immer das haben, was man nicht wirklich bekommen konnte.
      Kiara stammelte zu nächst nur etwas vor sich hin, bevor sie ganz plötzlich damit drohte, dass er im Keller landen würde, wenn er nicht seine Finger bei sich behielt. Nun, im Keller konnte man bestimmt auch aufregende Dinge mit einer jungen Frau anstellen so war es nun nicht. Manchmal gab ein schmutziger Ort der ganzen Sache noch etwas aufregendes. "Sag niemals nie, kleine Hexe", grinste Asmodeus sie dann viel sagend an. Sie würde ihm nicht für immer wiederstehen können. Und nun da er wusste, dass sie unbefleckt war, würde er sicher nicht müde werden es zu versuchen.
      Mit den aufgeplusterten Wangen erinnerte Kiara Asmodeus an eine Kröte. Zugegeben eine hübsche Kröte, aber immernoch eine Kröte. Eine sehr unsexy Geste, die er zwanghaft versuchte zu ignorieren. Es gelang ihm nicht, und nun war auch der Dämon froh, dass die junge Frau einfach das Thema wechselte. Also hatte sie ihn doch zu gehört, sie wollte ihn also mit Absicht ignorieren! Wie konnte man denn nur so dreist sein, einen solch hohen Dämon so zu behandeln!

      Nun war er an der Reihe zu schmollen. Asmodeus konnte diesen Ort der Sterblichen jetzt schon nicht mehr leiden. Bis eben hätte er sich vielleicht noch damit abfinden können, menschliche Jahre vergingen sowieso schneller, als die der Hölle, aber wenn diese Hexe ihn auch noch mit Absicht ignorieren wollte... Oh, das würde sie noch bereuen! Er konnte ihr zwar nicht weh tun, oder sie töten. Er konnte auch nicht ihre Schwester töten, oder ihren verfluchten Familiar, aber Asmodeus würde einen anderen Weg finden, um sie auflaufen zu lassen, da war er sich sehr sicher.
      Er war nun mehr oder weniger dazu gezwungen ihren Worten zu zuhören. Mehr, weil er an sie gebunden war, weniger deswegen, weil es einfach nichts anderes zu tun gab. Sie stellte diesen Schmuck also selbst her? Sein Blick glitt noch einmal zu der Kette die er nun um den Hals trug. Das hier hatte sie selbst gemacht? Nicht schlecht, er hatte nicht erwartet, dass diese Hexe hier überhaupt etwas konnte.
      In ihn mischten sich Zweifel. Wie sollte er sich denn sicher sein, dass sie das hier nicht nur behauptete? Sie könnte ihn auch einfach nur anlügen, und sie hatte auch diesen Schmuck hier irgendwoher gestohlen.
      Asmodeus hatte nur im Hintergrund mitbekommen wie die Hexe verschwunden war, und nun wieder auftauchte, etwas in den Händen haltend, das er noch nicht ganz erkennen konnte. Als sie jedoch näher auf ihn zu trat erkannte er darin einen goldenen Armreif. Oder zumindest etwas das ein Armreif werden sollte.
      Kiara setzte sich neben den Dämon aufs Bett, und er erkannte sehr schnell, dass dieser Armreifen noch lange nicht fertig war. Doch das was man schon sehen konnte, war wirklich mit viel Hingabe geschaffen worden. Nun konnte er wohl gar nicht umhin, ihr zu glauben. Der Beweis lag direkt vor ihm in den Händen der sonst sehr unfähigen Hexe.
      Amüsiert beobachtete Asmodeus die Hexe, als sie meinte sie könne ihm etwas beibringen. Es kostete ihn viel Kraft um daraufhin nicht los zu lachen. Sie hatte wirklich keine Ahnung wer er war! Noch nie hatte jemand ihm angeboten, ihm etwas beizubringen. Es war immer anders rum. Amsodeus brachte Menschen Handwerke bei, bis zur Perfektion. Er konnte alles in so kurzer Zeit erlernen, und selbst darin Meister werden, es gab nichts, das er sich nicht hätte beibringen können. Jetzt fehlte nur noch die Aussage, dass sie ihn stärker machen wollte, dann wäre es ein Abbild einer schlechten Komödie gewesen.
      Asmodeus hätte niemals erwarten können, dass er durch ihre Worte tatsächlich noch etwas neues erfuhr. Alchemistische Pulver? Nun gut, er war nun keine Hexe und würde die Mächte von Hexen nicht erlenen können, es war nicht diese Art von Handwerk. Er kannte alle menschlichen Handwerke. Diese Hexe nicht, und sie war wohl gewifft genug, um sich selbst behilflich sein zu können.
      "Willst du es ausprobieren?"
      Nein! Er wollte ganz sicher keinen unfertigen Armreif ausprobieren, der möglicherweise oder eben möglicherweise auch nicht, vor Feuer Schützen sollte! Am Ende verpasste dieses Miststück von einer Hexe ihn noch eine fette Brandnarbe! Darauf stand er gar nicht! Er liebte diese Makellose Haut in seiner menschlichen Form! Bei Narben dachte er immer nur an Baal, und jede einzelene dieser Narben fand Asmodeus wirklich abstoßend. Er wollte auf keinen Fall so Enden!
      Doch er kam gar nicht dazu etwas zu sagen, die Hexe handelte viel schneller, als er hätte wirklich darauf reagieren können. Sie hatte nach seiner Hand gegriffen, und ihn den Armreif umgelegt. Es half auch nicht gerade, als sie meinte sie wolle ihn nicht verbrennen. Das konnte Asmodeus ihr nicht glauben. Immerhin hatte sie ihn auch eben noch dazu gezwungen ihr verfluchtes Kaminzimmer aufzuräumen! Sie würde ihn vermutlich auf jede erdenkliche Art und Weise demütigen wollen, und das verletzten seiner Haut war nur einer der kleinen wenigen Schritte, in ein extrem demütigendes Leben.
      Allerdings passierte nichts, als die Flamme nun nach seiner Haut leckte. Sie wollte ihn verschlingen, so viel stand fest, doch sie tat es einfach nicht. Mit hochgehobenen Augenbrauen sah er zu der kleinen Flamme und dann zu Kiara. Kurz betrachtete er seine Haut, um sicher zu stellen, dass sich dort keine Narbe bilden würde. Nichts war zu sehen.
      Die Hexe war ihm recht nah gekommen, was Asmodeus selbst nicht störte, doch auch hier schien die Rosahaarige etwas schwer von Begriff zu sein. Sie rückte schnell wieder weg, und versuchte wohl eine Mauer zwischen den beiden zu errichten. Das Grinsen auf Asmodeus Lippen wurde wieder breit. "Du kannst gerne näher bei mir bleiben, meinetwegen könntest du sogar auf mir sein, du brauchst dich nicht so zu zieren", er konnte gar nicht anders als zu Grinsen. "Du scheinst immerhin auch gut mit deinen Händen arbeiten zu können, das stellt sich doch als ein nützliches Talent heraus", mit einen vielsagenden Blick grinste er sie an. Wenn ihre Finger mal etwas anderes tun wollten, bot er sich gerne an, so war es nun nicht. Und vielleicht steckte tatsächlich auch eine Art Talent hinter dieser zweideutigen Aussage.






      Marnie

      Marnie erblickte Baal, der irgendwie mitten in ihrem Zimmer stand. Ihr viel zwar direkt auf, das etwas anders war, doch was... das konnte sie nicht sagen. Noch immer recht verschlafen, strich sich Marnie die Haare zurück, und versuchte ein wenig Ordnung, zumindest in ihre Haare zu bekommen. Genau. Das war es! Das Zimmer war aufgeräumt.
      Etwas verschwommen konnte sich die junge Hexe daran erinnern, dass der Dämon vorhin von so etwas gesprochen hatte. Allerdings war sie da schon dabei gewesen ein zu schlafen. Es fiel Marnie schon immer schwer sich an Dinge zu erinnern, die kurz bevor sie schlafen ging von statten gingen. Wie oft schon hatte ihre Schwester mit ihr geschimpft, weil Marnie vergessen hatte auf das Essen acht zu geben, oder irgendetwas zu erledigen, weil sie diese kurz bevor sie schlafen ging, angesprochen hatte. Es war nicht wirklich einfach mit ihr als Mitbewohnerin, aber Kiara hatte sich in den letzten 22 Jahren recht gut damit abgefunden. Ob der Dämon das auch hinbekommen würde? So wie er mit ihr gerade redete würde es schwierig werden.
      Klar einmal konnte sie sicherlich ihre Wäsche waschen und zusammen legen, doch sie wusste auch so, dass sich dieser Zustand nicht halten würde. Schon als sie aufstand, hatte sie nicht einmal das Bedürfnis ihr Bett zu machen... Wer hatte sie überhaupt erst zu gedeckt? Lorcan konnte es schlecht gewesen sein. "Du hast mich zugedeckt, oder?", fragte sie dann etwas verwirrt nach, als sie endlich den Boden unter ihren Füßen wahrnehmen konnte. Sie ging gar nicht erst auf seine Anforderngen ein. Warum auch? Sie würde nichts versprechen was sie nicht halten konnte, und wenn es ihn doch zu sehr stören würde, hatte Marnie das Gefühl, würde er es am Ende auch selbst erledigen.
      Marnie streckte sich dann, und gähnte einmal herzhaft. Auch wenn es nur wenig Schlaf gewesen war, hatte dieser ihr gut getan. Vielleicht lag es auch einfach daran, das ihr Körper es mehr gewohnt war in der Nacht wach zu sein, als am Tag. Und auch der noch nicht ganz volle Mond schenkte ihr viel mehr Energie als die viel zu grelle Sonne es jemals getan hätte.
      Bei der Bewegung rutschte ihr Kimono etwas von ihren Schultern, und sie zog ihn in einer langsamen Bewegung wieder nach oben. Hm, ihr war doch recht frisch, nun da Marnie sich nicht mehr unter ihrer kuscheligen Decke befand. "Findest du es hier auch so kalt?", fragte sie dann nach und sah ihn wieder unschuldig an. Vielleicht war der Kamin ausgegangen?
      Lorcan sprang nun auch aus dem Bett, und streifte um Marnies Beine. Sie beugte sich zu ihm hinab, um ihn auf die Arme zu nehmen. Er war zwar schwer, aber sie würde es schon schaffen ihn mit sich hoch in den Turm zu tragen. Langsam tapste Marnie dann durch ihr Zimmer, und musste einmal nicht darauf aufpassen etwas kaputt zu machen. Vor den Stiegen die in den Astronomieturm führten blieb sie einen Moment lang stehen. "Ich widme mich meinen Studien, wenn du mitkommen möchtest?", sie deutete auf die Treppen, "Ich kann dir gerne zeigen was ich mache." Es war wohl das erste mal an diesem Tag, das Marnie nicht nur müde klang, sondern tatsächlich auch recht ernst. Mit ihren Studien gab es nichts zu Spaßen. Sie liebte diese über alles, es gab neben ihrer Schwester und Lorcan nichts wichtigeres in Marnies Leben. Irgendwann würde sie die Meisterin in ihrem Fachgebiet sein, und alle die sich bisher über sie lustig gemacht hatten, würden ganz blass um die Nase werden.
      Marnie konnte sich auch recht gut vorstellen, irgendwann selbst kleine Hexen zu unterrichten. Natürlich würde man Marnie immer davon abraten. Sie konnte solche Dinge nicht wirklich gut erklären, und so kurz wie ihre Auffassungsgabe für alles andere außer ihren Sternen und der Zukunft war, war es wohl auch nicht die schlauste Idee.
      Für einen Moment überlegte Marnie, ob sie sich nicht erneut von Baal wünschen sollte, dass er sie hochtrug, lies es dieses Mal jedoch, und nahm die Treppen selbst. Oben angekommen lies sie Lorcan wieder auf den Boden, der sich direkt sein Plätzchen neben den riesigen Teleskop schnappte. Marnie konnte sich noch sehr genau daran erinnern, wie sie den Entwurf für dieses Wundervolle Ding gezeichnet hatte, und zusammen mit ihrer Schwester hatte sie es erschaffen. Das meiste was man hier fand, wurde von den Schwestern selbst gemacht, sie hatten damals fliehen müssen, und sich ein neues Leben aufbauen.
      Das Teleskop stand in der Mitte des Turmes, und lies sich in alle Richtungen drehen, sodass Marnie nicht nur einen kleinen Teil des Himmels beobachten konnte. An den Wänden, und um das Teleskopf, genauso wie auf ihren Schreibtisch, lagen viele verschiedenen Sternenkarten, und Bücher über die Sterne herum. Tatsächlich war es hier ordentlicher als in ihrem eigentlichen Zimmer. Noch immer nicht wirklich perfekt, aber zumindest hatte alles ein gewisses System.
      Marnies erster Weg war zu ihrem Schreibtisch, um die Sternenkarte anzusehen, die sie im Moment nutzte. Darüber lag durchsichtiges Pergament, mit dem sie die Bewegung der Sterne einfing. An diesem hier arbeitete sie nun schon seit einigen Nächten. Es würde ihr für ein halbes Jahr lang an Vorhersagen aussreichen. Natürlich musste sie weiterhin die Sterne beobachten, es würde niemals enden, aber so war es nunmal. Ihr wurde dabei auch nie langweilig. Neben der Sternenkarte, lagen dann ihre Berechnungen. Zahlen über Zahlen, mit Formeln die Marnie solange abgeändert hatte, bis sie perfekt einsetzbar waren. Aus all den Zahlen konnte Marnie dann die Zukunft erkennen. Alles hatte eine Bedeutung. Auch wenn manche Bewegungen schwer einzuschätzen waren, und sie in manchen Situationen nur sagen konnte, ob gute oder schlechte Zeiten bevorstanden. Es war auf jeden Fall viel genauer, als was alle anderen Seher zustande brachten. Sie würde sich später wohl an die Übersetzung der Zahlen machen, dass auch andere Leute verstanden was vor sich ging.
      Dann drehte sie sich zu Baal. "Du kannst dich gerne umsehen, aber ich bitte dich alle Sachen an ihren Ort liegen zu lassen. Es mag zwar nicht so wirken, aber sie sind geordnet!", ermahnte sie den Dämon, bevor sie sich dann an ihr Teleskop wand.
      Sie setzte sich auf einen Stuhl, denn sie konnte hier nicht stunden lang stehen, und richtete es ein. Die Gläser waren von ihrer Schwester verzaubert worden, dass sie mehr sehen konnte, und genauer sehen konnte, als viele anderen. Die wenigsten Leute hatten so einen genauen Blick zu den Sternen wie Marnie.
      Vor ihr lag ein Blatt, auf den Marnie dann begann die bewegungen der Sterne zu dokumentieren. Ihr ging das schon so leicht von der Hand, dass sie nebenher auch noch Unterhaltungen führen konnte. "Du hast übrigens gar nicht mit mir gekuschelt", beschwerte sie sich dann etwas Spaßhaft bei Baal. Sie hatte das Gefühl, dass er ihr vorhin nicht abgekauft hatte, dass sie es ernst gemeint hatte. Marnie liebte es zu kuscheln, und oft machte sie dabei nicht einmal halt vor Fremden.
      Marnie war sich nicht sicher, ob der Dämon auf diese Bemerkung eingehen würde, weswegen sie weiter redete, und ihn wohl nicht zu einer offensichtlichen Frage kommen lies. "Ich berechne den Verlauf der Sterne, um die Zukunft zu bestimmten... Ich erarbeite Formeln, um es immer genauer werden zu lassen, aber wie ich schon vorhin sagte. Die Zukunft ist nie genau. Es gibt so viele Varianten der Zukunft, dass ich für einige Tage mehrere Vorhersagen habe. Ich träume auch von der Zukunft, aber es fällt mir manchmal schwerer meine Worte zu entziffern, als die Sterne", erklärte sie dann. Marnie konnte natürlich auch noch andere Dinge. Sie konnte Tarotkarten lesen, genauso wie in Teeblättern und dem Kaffesatz, und auch Hände waren ihr nicht fremd. Sie konnte viele Dinge über Menschen erfahren, an ihren Händen, doch es war nicht immer die Zukunft. Es war eher wie diese Person war, was oft dazu verleiten konnte, eine mögliche Zukunft zu erraten. Man bekam nun mal das Gefühl für die Muster die Menschen in ihr Leben liesen, ohne es selbst zu bemerken.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Kiara

      Ungläubig blickte sie diesen Lüstling von einem Dämon an. Zog das ernsthaft bei Frauen? Asmo tat der Hexe ja schon fast leid bei dem Geschwätz, dass er von sich gab. Sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie eine Frau sich jemanden wie ihm hingeben würde- schon gar nicht bei diesen frechen und unangebrachten Kommentaren. Sie hatte hier eine wundervolle Entdeckung gemacht und er machte sich über sie lustig! War das zu fassen? Kiara blickte kurz auf das kleinere Kissen in ihrer Hand und warf es kurzerhand nach ihm, als er von ihren talentierten Händen anfing und dabei so selbstgefällig grinste. Idiotischer Dämon! Perverser! Am liebsten würde die Runenhexe noch mehr Kissen werfen, doch sein wenig begeistertes Gesicht reichte ihr, um die Entscheidung doch noch einmal zu überdenken. Sie wollte ihr Glück nicht überstrapazieren und langsam sollte sie wirklich schlafen gehen, sonst würde sie nicht mit den ersten Sonnenstrahlen aufwachen können. Kurzerhand schnappte sie sich das geworfene Kissen aus seinen Händen und platzierte es oben auf ihrer provisorischen Mauer. Kindisch? Auf jeden Fall. Albern? Absolut! Notwendig? Verflucht nochmal ja!
      "Ich warne dich, behalte deine Hände bei dir. Wehe du gehst einmal über die Kissen, dann schläfst du draußen im Dreck!", grummelte Kiara und musste kurz darauf herzhaft gähnen. Es war höchste Zeit für einen erholsamen Schlaf nach diesem aufreibenden Tag! Sie kuschelte sich bereits unter einer ihrer unzähligen Decken und klopfte ihr Kopfkissen zu einem flauschigen Ball. Sie war nun mal eine Frau und man konnte nie genug Decken oder Kissen haben! Außerdem konnte der Dämon froh sein, so müsste er nicht ohne Decke schlafen und bekam sogar ein sehr weiches Kissen gesponsort. Da konnte er mal sehen, wie gut sie zu ihm war. Trotz seiner seltsamen Sprüche, die eindeutig zu viel für die naive Hexe waren. Das würde er definitiv noch bereuen und eine kleine Idee formte sich bereits in ihrem Kopf, als Vlad auf ihre Seite sprang und sich als winziges Knäul vor ihrem Gesicht zusammenrollte. Mit einem nun doch sehr müden "Gute Nacht, Asmo." schlief sie auch schnell Nase an Nase mit ihrem Kater ein, der seine Augen wachsam auf den blonden Schönling liegen hatte. Sollte er irgendwas versuchen würde Vlad sein hübsches Gesicht zerkratzen, so viel stand fest. Kiara brauchte nicht lange und schon war sie in einem traumlose Schlaf gesunken, der ihren erschöpften Körper die nötige Ruhe verschaffte.

      Am nächsten Morgen wachte die Rosahaarige mit den ersten Strahlen auf, die durch ihre geöffneten Vorhänge fielen und ihre Nase kitzelten. Vlad öffnete im selben Augenblick seine verschlafenen Augen und schnurrte zufrieden, als sie sein kleines Köpfchen kraulte. Obwohl der Familiar schon einige Jahre für sie da war wuchs er nicht. Er blieb so klein und niedlich wie ein Katzenjunges, doch Kiara liebte ihn dafür umso mehr. Es passte zu ihrem teils kindlichen Charakter. Wobei Lorca auch jedes Mal einen Schmuser wert war, so groß und flauschig wie Marnies Kater war. Ausgeruht streckte sie sich ausgiebig und warf dabei versehentlich zwei Kissen um, die sie die Nacht vor Asmo hatten retten sollen. Erstaunlicherweise schien sich der Dämon daran gehalten zu haben, er schlief auf seiner Seite tief und fest mit dem Rücken zu ihr. Neugierig umrundete die Hexe das Bett und hockte sich vor dem schlafenden Höllenwesen hin. Seltsam, wenn man ihn so betrachtete, wirkte er wie ein ganz normaler Mensch. Vielleicht nicht so hässlich wie die Menschen, die Kiara in Erinnerung hatte. Aber eben doch normal... Kurz genoss sie den Moment ihn ungestört und ohne unangebrachte Kommentare betrachten zu können. Er war nicht so riesig wie dieser Baal, der Kiara ein gewisses Maß an Angst einjagte. Der große Dämon wirkte auf sie bedrohlich obwohl er einen recht ruhigen Eindruck machte. Asmodaeus hingegen war eher athletisch und weniger Muskelbepackt. Stark schien er sicherlich zu sein, jedoch sah man es ihm weitaus weniger an. Kiara schüttelte nur ihren Kopf. Dafür war er unausstehlich wenn er den Mund aufmachte! Sich zusammenraufend und die Gelegenheit nutzend ließ sie ihn kurz allein um sich frisch zu machen und ihre Kleider zu wechseln. Da sie heute mehr im Handwerklichen arbeiten wollte brauchte sie keine lange Kleidung, die sie vor eventuellen chemischen Reaktionen schützen würde, wie sie im Labor sonst trug. Daher zerrte sie ihre Lieblings Blouse aus dem Schrank. Schwarzer Tüll und Rüschen schmückten das ärmellose Stück, der Stoff war herrlich luftig und weich. Mit ihrer ledernen Korsage stützte sie diese und zog den dazu gehörigen, offenen Rock über die Hüfte. Zufrieden färbte sie ihre Lippen im dunklen Violet. Natürlich sah nur ihre Schwester sie so, jetzt gezwungener Maßen auch die Dämonen, doch Kiara liebte ihren dunklen und etwas reizenden Stil einfach. Für nichts in der Welt könnte sie ihn aufgeben. Einen Talisman für ihre Fingerfertigkeiten legte sie sich um den Hals, eine Kette in Form eines Skelettschädels mit roten Opal-Augen. Skurril war vielleicht ihr bevorzugter Stil, um nicht zu sagen finster und etwas okkult angehaucht. Und wenngleich dies nicht Kiaras Schiene war, so liebte sie dennoch ihrem Aussehen dadurch eine gewisse Tiefe zu verleihen. Zudem diente die Korsage als Stütze, immerhin war heute ein langer Tag mit stehender Tätigkeit angesagt.

      Zurück aus dem Badezimmer schlief ihr neuer Zimmergenosse noch immer und ungläubig schüttelte sie ihren Kopf. Wie konnte man so lange in den Tag hineinschlafen? Marnie verstand sie ja noch, immerhin war sie die gesamte Nacht wach. Außerdem konnte sich ihre Schwester alles erlauben, Kiara könnte ihr niemals böse sein dafür. Asmodaeus zog sie jedoch unsanft die Decke weg und das Kissen vorsichtshalber gleich mit.
      "Aufwachen Dornröschen, die Arbeit ruft!", trällerte sie vergnügt und klatschte munter in ihre Hände. Ihre Antwort? Ein genervtes Grummeln oder unverständliches Gemurre. War ja zu erwarten, doch wenn er sich hier einleben sollte, müsste er sich daran gewöhnen. Sobald die Sonne aufging begann nun mal Kiaras Tag und da hatte sie ihn noch schlafen lassen, während sie sich fertig gemacht hatte. Mit den Händen in den Seiten blickte sie nur kopfschüttelnd auf den Dämon hinunter, der wohl vergeblich nach der weichen Decke suchte.
      "Na los jetzt, du Faulpelz. Schlafen können wir heute Abend wieder!" Irgendwie kam sie sich selber energetischer als sonst vor. Vielleicht weil sie bereits aufgeregt war, einen Gehilfen in ihrer Arbeit zu haben. Oh, dieser Dämon würde Augen machen wenn er ihr Labor sah! Von wegen sie würde alles vergeigen, das konnte er den eingefangenen Jahreszeiten in ihren Gläsern sagen!
      Sie machte sich schon einmal auf den Weg in die Küche um ein kleines Frühstück vorzubereiten. Hm, stellte sich die Frage ob der Dämon eher einen Tee bevorzugte oder einen starken Kaffee. Wobei... gestern Abend hatte er ja lieber das Teegeschirr zerdeppert anstatt das Gebräu zu trinken. Daher setzte Kiara einen Kaffee auf. Vlad strich ihr dabei um die Beine und seine Augen lagen auf dem Glas mit Salz. Ein boshaftes Grinsen breitete sich auf ihren Lippen aus. Damit würde er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wach werden. Verstohlen blickte sie über die Schulter und hörte bereits Schritte von oben. Schnell gab sie drei Löffel vom Salz in die Tasse und goss den Kaffee darüber, ehe sie sich selbst einen nahm. Kaffee war ein wahres Luxusgut, welches ihre Schwester besorgt hatte. Normalerweise würde es ein Vermögen kosten, doch Marnie hatte das Talent, seltene und teure Dinge geschenkt zu bekommen.
      "Ich wusste nicht ob du Milch brauchst, daher ist der Kaffee schwarz.", meinte Kiara beiläufig als sie die Schritte hinter sich hörte. Seine präparierte Tasse stand auf dem kleinen Tisch. Abwartend an ihrem eigenen Kaffee mit Milch nippend lehnte sie sich gespielt entspannt gegen die Küchenanrichte, als wöllte sie die durchs Fenster scheinende Sonne genießen. Die ernste Miene dabei zu behalten war eine schauspielerische Meisterleistung und alles andere als einfach!




      Baal:

      Ungläubig über diese Frau schüttelte der General nur den Kopf. Ob er sie zugedeckt hatte? Natürlich, man hatte ja auch fast alles sehen können! Besaß dieses Frauenzimmer kein Schamgefühl? Baal hatte das Gefühl, dass es ohnehin nichts bringen würde, sie darauf anzusprechen und nickte auf ihre Frage lediglich. Ja er hatte sie zugedeckt. In den Klamotten würde sie sich noch den Tod holen, Menschen waren lächerlich leicht für Krankheiten anfällig. Und gleich ob es ihm gefiel, er musste sie fortan beschützen, wenn er je wieder nach Hause in sein ordentliches Heim wollte. Er würde hier noch zum wortwörtlichen Putzteufel mutieren, wenn sie sich nicht etwas bemüht. Doch allein das ungemachte Bett zerstörte seine Hoffnungen, sie möge es sich zu Herzen nehmen.
      "Findest du es hier auch so kalt?" Baal schnaubte bloß. Ließ sie eigentlich mit Absicht den Stoff fallen? Sie zeigte mehr Haut als gut für sie war... oder besser gesagt gut für ihn.
      "Würdest du mehr Kleidung tragen, wäre dir auch nicht kalt.", grummelte er bloß leise zu sich selbst. Für ihn war es hier oben zwar deutlich kühler als in dem stickigen Wohnzimmer, doch keineswegs unangenehm oder kalt. Wobei sein Befinden für Kälte war ein ganz Anderes. Der einzige warme Ort in der Hölle war die Schmiede und wenngleich er dort viel Zeit verbrachte, war er die Kälte des Schattenreiches gewohnt und bekam nicht einmal den Hauch einer Gänsehaut bei niedrigen Temperaturen. Sie waren normal, es war sein Lebensumfeld und das raue Klima ihm mehr als Willkommen. Menschen würden es wohl keine zehn Sekunden in den zerfurchten Landen aushalten ohne sich Erfrierungserscheinungen zuzuziehen. Nicht, dass ein lebender Mensch jemals die Hölle erblicken würde.
      Die ungewöhnlich klare Stimme seiner neuen Meisterin holte Baal aus seinen wehmütigen Heimatgedanken zurück und etwas überrascht blickte er zu der Blondhaarigen, welche mit dem Ungetüm von Kater im Arm beim Treppenaufgang stand. Ihre Studien? Sie redete von dem wirren Geschreibsel in ihren Büchern? Etwas anderes fiel Baal schwer zu glauben, da diese Hexe vorne und hinten keinen Sinn ergab. Trotzdem war er zugegeben doch etwas neugierig, was ihre sogenannten Studien beinhalteten. Vor allem da dieses Dornröschen endlich wach zu sein schien. Also folgte er ihr die engen Treppen hinauf und wartete eigentlich nur auf eine abermals lächerliche Bitte, sie tragen zu müssen. Das hätte ihm tatsächlich gefehlt, zumal er diesem Katzenungetüm keinen Meter weit traute. Doch Marnie schien ausgeschlafen genug um selbst den Weg zu gehen und er folgte ihr leise.

      Oben angekommen weiteten sich die goldenen Augen des Dämons sichtlich. Er hatte ja vieles erwartet- ja wirklich alles bei dieser seltsamen Frau. Doch der Anblick der sich ihm bot machte ihn tatsächlich kurz sprachlos. Nicht dass er ein Mann vieler Worte wäre, doch das hier war...phantastisch! Anders konnte er es nicht bezeichnen. Ein riesiges Teleskop stellte den Mittelpunkt dieses Turms dar, welcher oben zu allen Seiten hin geöffnet war und lediglich ein Dach darüber sie von eventuellen Wetterumschwüngen bewahren würde. Fasziniert glitt sein Blick zu allen Seiten. Sternenkarten lagen verteilt auf den Tischen, Bücher über Konstellationen und diverse Zirkel und Messgeräte fanden ihren Weg in diesen kleinen Astronomieturm. Kaum zu glauben, dass zwei so unfähige Hexen ein solch fortschrittliches Gerät in ihrem Haus versteckt hielten. Das Teleskop war meisterhaft verarbeitet und schien an einem Drehmechanismus gekoppelt zu sein, welcher jegliche Richtung des Himmels offenbaren konnte. Baal war sichtlich beeindruckt. Das war also ihre Arbeit? Sie beobachtete und berechnete den Verlauf der Sterne? Interessiert näherte er sich einigen Karten, auf denen der nördliche Teil des Himmels sehr detailliert und liebevoll festgehalten wurde. Dazu schienen einige Linien und Koordinaten hinzugefügt worden zu sein, die bei genauerem Betrachten sogar sehr exakt zu sein schienen. Unzählige dieser Karten mit der Bewegung und Daten notiert zierten die Wände und der Dämon konnte gar nicht anders als sie genauer zu betrachten. Hatte sie das alles alleine aufgezeichnet? War sie jede Nacht hier oben? Anders konnte die Sturmmähne es sich nicht erklären, immerhin steckte hier sichtlich eine Menge Arbeit darin. Und tatsächlich war dieser Turm um einiges aufgeräumter, auch wenn er einige Bücher und Karten anders sortieren würde. Kaum gedacht sprach seine Hexe erneut.
      "Du kannst dich gerne umsehen, aber ich bitte dich alle Sachen an ihren Ort liegen zu lassen. Es mag zwar nicht so wirken, aber sie sind geordnet!" Ein flüchtiges Grinsen huschte über seine Lippen, könnte man doch meinen sie hätte seine Gedanken gelesen. Er gesellte sich zu ihr an den Schreibtisch, vor dem sie stand und blickte über ihre schmale Schulter auf die noch unfertige Sternenkarte. Jede Wanderung der Himmelskörper schien auf das kleinste Detail notiert zu sein. Bei einem solchen Talent war es für Baal schwer zu glauben, dass dies die selbe wirre Hexe sein sollte. Es brauchte ein komplexes Verständnis an Mathematik und ein genaues Wissen über die Astrologie um soweit zu kommen. Und beides war zu jener Epoche der Menschheit nicht weit verbreitet. Er würde sogar wagen zu behaupten, dass Marnie den Menschen um Welten voraus war.
      "Das datierst du alles alleine?", entkam es ihm nun doch ungläubig. Eine einzige Frau? Oder half vielleicht ihre Schwester dabei? Nein, bestimmt nicht. Diese war deutlich zu unruhig für derlei Beschäftigung und würde wohl kaum fünf Minuten stillhalten können. Das war ihm bereits bewusst geworden als sie im Wohnzimmer gesessen hatten. Marnie war die deutlich ruhigere Schwester und- wie ihm gerade bewusst wurde- wohl auch die Brilliantere. Auch wenn man es ihr in keinster Weise ansehen konnte. Hatte er sich wirklich derart verschätzt im Bezug auf diese Frau? Er konnte es kaum glauben, normalerweise lag er jedes Mal mehr als richtig, wenn es um Einschätzungen von seinem Gegenüber ging. Dieses Mal jedoch hatte er es tatsächlich weit verfehlt, was einen gewissen Ehrgeiz in ihm weckte. Aufmerksam folgte er ihrer ruhigen Hand, wie diese die Karte fortführte und Baal blieb tatsächlich leise, um sie dabei nicht zu stören. Ihr Kater saß unterdessen neben ihr und blickte ihn aus wissenden Augen an, als wöllte er ihm sagen, dass seine Herrin keineswegs unbrauchbar wäre. Komisches Katzenvieh, man könnte meinen er habe menschliche Augen...

      "Du hast übrigens gar nicht mit mir gekuschelt" "Was?" Er hatte nur halb zugehört und blinzelte etwas verwirrt über ihre scherzhafte Bemerkung. Moment, sie hatte das ernst gemeint?
      "Glaub mir, Hexe... Keine Frau die noch bei Verstand ist, würde mich darum bitten...", brummte er nur nebensächlich, seine Augen hingen jedoch weiter an der Karte. Fragen brannten auf seiner Zunge. Fragen zu diesem Teleskop, den Büchern...einfach allem. Es war endlich mal ein Thema, in dem er sich auskannte oder in dem er sich zumindest halbwegs gefordert fühlte. Sicherlich, er war ein Stratege und auch ein Mathematiker. Wenngleich er das noch nie mit Sternen in Verbindung gebracht hatte. In seiner Welt gab es keine Himmelskörper, nur die ewige Kraft des Chaos. Und einen Himmel der zu jeder Zeit vom Schatten vernebelt wurde. Sterne waren ihm daher bis auf das allgemeine Wissen der Menschen unbekannt.
      Interessiert lauschte er ihrer Ausführung über die Zukunft. Dass sie davon träumte hatte er anhand des Tagebuches bereits gesehen, auch wenn der Großteil wie das Gekritzel einer Irren klang. Dass sie jedoch anhand ihrer Berechnungen und Formeln die Zukunft voraussagen würde, klang beinahe unglaublich. Baal war ehrlich, er kannte sich mit Zukunftsdeutungen nicht aus. Für ihn war die Zukunft belanglos. Sein Leben währte ewig, irgendwann dachte man nicht mehr an das, was in einigen Jahren geschehen würde. Man lebte im tristen Alltag, unmotiviert sich etwas eigenes aufzubauen, dass Bestand haben würde. Doch in dieser Welt könnte das ein erhebliches Talent sein. Wenngleich er jetzt besser verstand, weshalb sie seine Anwesenheit hier nicht verhindern konnte.
      "Ich muss sagen, ich habe ein so fortschrittliches Arbeitszimmer nicht von dir erwartet.", gestand er ehrlich. Er würde nicht lügen, gleich in welcher Hinsicht und brachte die Dinge lieber gleich auf den Punkt. Zudem schienen die Formeln, welche in diesem aufgeschlagenen Buch geschrieben standen, durchaus sinnvoll.
      "Du berechnest also mithilfe der Sterne den möglichen Verlauf dieser Zukunftsvarianten...", fasste er ihre Erklärung knapp zusammen und strich vorsichtig über das kalte Metall des Teleskopes.
      "Können dir die Sterne auch etwas zu der Vergangenheit sagen? Oder sind diese Formeln lediglich auf die Zukunft ausgelegt? Und wie habt ihr es geschafft, dieses Teleskop derart weitblickend zu gestalten? Darf ich es benutzen?" Plötzlich war er weitaus gesprächiger als zuvor und stand bereits vor dem Metallungetüm und konnte sogar ein leichtes Lächeln nicht verhindern. Er brannte darauf es auszuprobieren und wollte es mit eigenen Augen sehen. Doch hielt ihn sein Anstand davon ab, es einfach zu benutzen, zudem wollte er die Sternenhexe nicht wirklich verärgern. Ihr schien hier oben das Ganze mehr als Ernst zu sein und das wiederum sprach den Dämonenfürsten doch sehr an. Es gab nicht vieles, was er gern hatte. Doch was er mehr als alles andere mochte war es, zu sehen wie jemand seine Aufgabe mit Genauigkeit und Leidenschaft ausführte.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

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    • Asmodeus

      Die Hexe warf einfach ein Kissen nach ihm! Was sollte das denn? Er machte hier ein sehr offensichtliches Kompliment, und zeigte ihr sogar, dass er sich dazu bewegen lassen konnte etwas mit ihr anzufangen, und sie warf ihm einfach in Kissen ins Gesicht? Was sollte das denn? Das war wirklich unglaublich dreist. Dieses Frauenzimmer war ja durch und durch Prüde. Die andere hatte da nicht so prüde gewirkt, so offen sie ihren Körper schon präsentiert hatte.
      Schmollend verzog der Dämon sich auf seine Seite, und wandte diesen undankbaren Miststück sogar den Rücken zu. Solchen Frechheiten würde er in der Unterwelt niemals erleben. Da waren die Frauen dankbar solch großzügige Komplimente zu erhalten!
      Eine weile lang lag der Dämon noch grummelnd wach, und merkte den unangenehmen Blick des Katers in seinem Rücken, bevor er dann doch endlich einschlief. Auch seine Nacht war recht traumlos, was wohl der Anstrengung des Tages zu schulden war. Es war immer anstrengend eine andere Form anzunehmen, egal wie viel Kraft in Asmodeus steckte. Ein fester Körper war an sich schon eine Anstrengung mit der er sonst nie Leben musste.

      Asmodeus bemerkte zwar die Sonne die durch das Fenster in das sonst sehr dunkle Zimmer der Hexe drang, doch er ignorierte es. Stattdessen zog er die Decke, die er sich in der Nacht gegriffen hatte, etwas höher, um direkt wieder in einen tiefen Schlaf zu verfallen. Er stand nie wirklich früh auf, und schlief immer bis zur Mittagsstunde, nur um sich dann wieder die halbe Nacht um die Ohren schlagen zu können.
      Dieses mal war ihn dieses Glück jedoch nicht vergönnt, diese Hexe wollte ihn wirklich quälen, und demütigen, bis sie seinen Willen gebrochen hatte! Doch so leicht würde er es ihr sicherlich nicht machen. Etwas entnervt suchte er nur wieder nach seiner Decke, und versuchte die Worte der frechen Hexe auszublenden. "...Schlafen können wir heute Abend wieder?" Wie bitte? Er würde doch nicht extra früh aufstehen, nur um sich dann wieder früh schlafen zu legen! Was für ein komisches Konzept sollte das denn sein?
      Er sah es überhaupt nicht ein jetzt aufzustehen, aber er fand seine Decke einfach nicht mehr, und er kam nicht umher grummelnd aufzustehen. Er rieb sich mies gelaunt den Schlaf aus den Augen, und sah sich in dem doch noch fremden Zimmer um. Die Hexe war schon wieder verschwunden. "Wie furchtbar fröhlich kann man denn bitte schon um diese frühe Stunde sein", meckerte er vor sich her, als dann doch langsam einmal aufstand. Etwas verzweifelt suchte der Dämon nach etwas in dem er sein Selbstbildnis betrachten konnte, und seine Haarpracht wieder auf vordermann bringen konnte. Ein menschlicher Körper brachte nun mal den Nachteil mit sich, dass man sich um ihn kümmern musste, wenn man wollte, dass er so schön blieb. Und Asmodeus Körper war nun wirklich ein Traum, und dafür gab er sich auch immer die größte Mühe.
      Schließlich fand er einen Spiegel, und betrachtete sich eine ganze Weile darin, bis ihm wieder einfiel, warum er überhaupt in diesen Körper steckte. Er war noch nicht ganz wach, und sein Verstand arbeitete langsam. Die Hexe, seine neue Meisterin - wie sehr er diesen Begriff hasste, er würde wohl doch lieber bei 'Miststück' bleibeb - sie hatte ihn geweckt.
      Langsam dämmerte ihn, dass sie ja früh mit ihrer Arbeit beginnen wollte. Schmuck herstellen. Ohja, Schmuck. Das war zumindest ein kleiner Lichtblick an den doch sonst sehr düster erscheinend Tag. Nun, eigentlich strahlte die Sonne, doch es war düster, da Asmodeus seine Zeit nicht noch in dem bequemen Bett der Rosahaarigen verbringen konnte.

      Noch immer Müde, und mit schlechter Laune, nahm er dann die Treppen hinab, und folgte den Gerruch den nur eine Sache so wunderbar machen konnte. Kaffee. Oh, das könnte seinen müden Verstand bestimmt auf die Sprünge helfen. Er hoffte nur, dass diese unglaublich respektlose und dreiste Hexe für ihn auch einen Kaffee gerichtet hatte. Sonst würde der Tag wohl doch nur noch schlechter werden!
      Der Dämon hatte noch kaum die Küche betreten da sprach Kiara schon zu ihm. Sein Blick lag direkt auf den Kaffee der am Tisch stand! Ha, sie schien doch noch zu lernen wie sie mit ihm umzugehen hatte! Erfreut setzte er sich direkt hin. "Nein, ich brauche keine Milch", meinte er nur. Er mochte diesen bitteren Geschmack des Kaffees, das war wirklich Fabelhaft, vor allem wenn es sich um eine feine Bohne handelte, verlieh es dem ganzen noch eine angenehme cremigkeit.
      Vorsichtig nahm er die heiße Tasse in die Hand, und lies die Wärme seine Arme hinauf wandern. Genüsslich roch er an dem heißen Getränk und fühlte sich alleine deswegen schon ein wenig wacher. Langsam führte er den Kaffee an seine Lippen, dachte dabei an nichts böses, und nahm einen tiefen Schluck.
      Asmodeus riss seine Augen auf, als er schmeckte was da eigentlich vor sich ging! Ihn wurde wahnsinnig übel! Das war fürchterlich! Angewidert verzogen spuckte er das gesöff wieder in die Tasse.
      "Was hast du getan?!"; fuhr er die Hexe an, und blickte direkt zu ihr. Das war fürchterlich salzig, als hätte er einen Schluck aus dem Schwarzen Meer getrunken. Sein Mund fühlte sich direkt trocken an, und er brauchte dringend etwas, womit er diesen fürchterlichen Geschmack hätte wegschwämmen können. Doch er sah weit und breit nichts was ihm Erleichterung verschaffen konnte. "Wie kannst du nur einen Kaffee, diesen wundervolle Getränk, so verunstalten!" Die Wut stieg wieder in ihm hoch. Das war lächerlich! Einen so grausamen Streich bereits am Morgen?! Dafür würde sie bitter bezahlen müssen. Noch wusste Asmodeus vielleicht noch nicht wie, aber er würde eine Möglichkeit finden ihr das heimzuzahlen!
      Angewidert sah er erneut zu dem Drecksgesöff. Da hätte er doch gleich aus einem Fischteich trinken können, es hätte keinen sonderlichen Unterschied gemacht.


      Marnie

      "Würdest du mehr Kleidung tragen, wäre dir auch nicht kalt.", grummelte der Dämon vor sich hin, und Marnie schien darüber nur verwirrt. Kleidung war doch so schrecklich unbequem, das musste er doch am besten Wissen, hatte er doch auch nicht gerade viel am Leib. Es wunderte Marnie sogar, das es Beinkleider in seiner größe gab... Dabei hätte sie es sicherlich auch nicht gestört ihn ohne diese zu sehen. Bei diesem gedanken musste sie ein wenig schelmisch vor sich hergrinsen.

      Sobald Marnie jedoch in ihrem Turm war, hatte sie ganz andere Dinge im Kopf. Was nun damit begann die Sternenkarte weiter zu zeichnen, und sich schon darauf zu freuen, die neue Bewegung der Sterne zu beobachten, nur um diese ebenfalls aufzeichnen zu können. In den späteren Stunden der Nacht würde sie sich daran machen, die Bewegungen auszurechnen, und ihnen Bedeutung zu zu messen. Das war immer der Teil, der Marnie am meisten spaß bereitete.
      "Das datierst du alles alleine?"
      Marnie musste über diese Frage ein wenig kichern. "Ja, meine Schwester schläft um diese Uhrzeit bereits. Ich beziehe meine Kräfte vom Mond, es fällt mir wesentlich einfacher in der Nacht zu arbeiten, wenn der Mond aufgegangen ist. Ich bin eine Lunarhexe, wenn man es so sehen will", sie lächelte ein wenig vor sich hin. Ihre Schwester hatte ganz andere Begabungen, die Marnie dafür nicht nachvollziehen konnte. Das hier war fremd und vermutlich auch sehr langweilig für Kiara, und genauso erging es Marnie mit dem Schmuck den ihre Schwester herstellte. Sie liebte es ihn zu tragen, und zu betrachten, aber selbst würde sie nie die Geduld erbringen können, welchen herzustellen. Mal ganz abgesehen von ihren praktischen Forschungen der Natur. Marnie war ein theoretischer Mensch, sie war eine Träumerin und Wahrsagerin, sie rechnete gerne. Dinge mit ihren Händen zu machen, war nicht ganz ihre Sache. Backen konnte Marnie auch nur so gut, da sie die Chemie hinter all dem wohl besser verstand als irgendein anderer Mensch. Das war ein Vorteil den es mit sich brachte, wenn man in die Zukunft blicken konnte.

      Marnie musste ein wenig Kichern, als er sehr erschrocken auf ihre feststellung reagierte. Sie versuchte es zu unterdrücken, da ihre Hand nicht ein bisschen zittern durfte, wenn sie begann die Sterne einzutragen. Das könnte zu Verfälschungen im Endresultat führen, und das konnte die Hexe nicht wirklich gebrauchen.
      "Glaub mir Dämon, ich bin keine Frau die noch ganz bei Verstand ist", benutzte sie beinahe seine Worte. Das war sie nicht, und sie wusste es nicht. Das einzige worüber Marnie recht klar reden konnte, waren ihre Berechnungen der Sterne, und das war für die meisten auch nur wirres Geplapper dem man kaum folgen konnte.
      Bei seinen Geständnis konnte Marnie gar nicht anders als zu ihm aufzusehen. Hatte er sie denn wirklich für so rückschrittig betrachtet, dass er ihr dieses Wunderwerk hier nicht zutraute? Wenn Marnie eine Sache ganz und gar nict war, dann war es rückschrittig. Das sollte man doch wohl schon an ihrer Kleidung erkennen. Sie schämte sich nicht für ihren Körper wie so viele andere Frauen, die sie kennen gelernt hatte. Sie wusste was sie tat, und was sie tun musste um an die Dinge zu kommen die sie wollte. Da war nunmal ihre Kräfte und ihr Körper die besten Waffen. War ihm denn auch gar nicht aufgefallen, dass sie sofort wusste, dass er gerne Schach spielte? Sie lebte beinahe in der Zukunft, und trotzdem schien ihn das hier doch in unglauben zu stürzen. Marnie wusste nicht ganz sicher, ob sie sich dadurch nicht beleidigt fühlen sollte.
      Andererseits, wenn er sie für ein kleines naives Dummchen gehalten hatte, war es wohl auch nicht schlecht. Das war der Typ auf den Männer zu meist standen, ohne es wirklich zu wissen.
      "Ja, so ist es. Wenn du sie dir ansehen willst, ich habe sie geordnet in den Mappen. Die meisten Dinge spielen in zwei Jahren entfernung. Ich habe zu spät angefangen mit der genauen Berechnung der Zukunft, und habe kaum Vorhersagen für diese Zeit hier. Ich musste mich erst einmal zurecht finden, und eigene Formeln erstellen. Die Magier die sich mit den Sternen beschäftigen sind etwas rückständig, sie sehen ihre Fehler nicht", meinte Marnie erklärend. "Diese Karte hier, ist für in fünf Jahren gedacht, weißt du?"
      Für Vorhersagen der nahen Zukunft musste Marnie sich vor allem auf ihre Träume und die Karten verlassen, und diese waren entweder schwer zu deuten, oder doch eher ungenau.
      "Hm, ich denke ich könnte bestimmt auch eine Formel erarbeiten die mir die Vergangenheit zeigt, doch steht das meiste in den Büchern meiner Eltern, deswegen sehe ich darin nicht sehr viel Sinn. Es würde auch sicherlich schneller gehen, wenn ich die Karten dafür befrage. Die Karten verraten einen mehr über Vergangenheit und Gegenwart, als die meisten annehmen würden. In der hinsicht sind sie genauer, als mit der Zukunft, obwohl sie auch dort sehr wegweisend sein können. Vorrausgesetzt man hat die richtige Person, die sie deutet." Bisher hatte sie nur Gauner mit Karten gesehen, und die meisten Hexen waren sehr ungeschickt. Wenn man keine Begabung für die Zukunft hatte, war es auch lächerlich sich an diesen Versuch zu machen. Der Gedanke brachte Marnie ein wenig auf, doch so schnell wie sie aufgebracht war, umso schneller wurde sie abgelenkt als Baal die Frage über das Teleskop stellte. Breit begann Marnie zu lächeln. Das hier war ihr größter Stolz! "Ich habe es entworfen, und Kiara hat es gebaut. Sie ist eine wahre Meisterin der Herstellung, und kennt sich so wunderbar mit Alchemie aus, dass sie sogar die Gläser so machen konnte, dass sie noch weiter blicken können, als die üblichen Teleskoplinsen!" Marnie stand dann langsam auf, um selbst einmal über das Teleskop zu streicheln.
      "Gerne... aber nur wenn du später mit mir kuschelst!", unschuldig lächelte sie den Dämon an. "Und du darfst nichts umstellen, ich muss mir in einer halben Stunde die Sterne ansehen, und ihren neuen Positionen betrachten", meinte sie dann, bevor sie sich wieder an ihre Karte setzte, um die letzten Sterne einzutragen. Und die neuen Winkel aufzuschreiben, die sich dadurch ergaben.
      "Sleep doesn't help, if it's your soul that's tired. "

    • Kiara:

      Mit angehaltenem Atem beobachtete Kiara wie sich der Dämon sogleich auf den Stuhl setzte und den Geruch des heißen Wachmachers sichtlich genoss. Selbst seine Antwort auf ihre Frage, ob er Milch bräuchte, beantwortete er sogar ziemlich normal und ganz kurz verspürte sie ein schlechtes Gewissen. Ob ihr ziemlich mieser Streich doch zu weit ging? Kurz öffnete sie tatsächlich den Mund, um ihn davon abzuhalten, einen Schluck zu nehmen. Doch dann fiel ihr seine wüsten Beschimpfungen vom Vorabend sowie die Scherben wieder ein und sie schloss ihre Lippen wieder. Ihre Tasse sicherheitshalber zur Seite stellen kniff sie ihre Lippen fest zusammen um ja keinen Laut zu machen. Ihr Herz klopfte wahnsinnig laut in ihrer Brust und die Vorfreude auf das Kommende ließ sie förmlich zittern. Sie liebte Streiche! Bei Marnie konnte sie es jedoch nicht umsetzen, meistens wusste ihre Schwester schon lange, was sie geplant hatte. Das war der Nachteil, wenn ihr einziges Streich-Opfer eine Seherin war. Aber Asmodaeus hatte keinen blassen Schimmer was ihm blühte und er war noch so ein herrlicher Morgenmuffel obendrein!
      Endlich. Unwissend nahm der Blondschopf einen zu ihrer Freude großen Schluck, ehe sich seine Augen geschockt weiteten und er sogleich das heiße Salzgesöff ausspuckte. Seine erschrockenen Augen blickten direkt in ihre.
      "Was hast du getan?!" Jetzt war es vorbei. Kiara konnte nicht mehr. Lauthals begann sie zu lachen, dieses Gesicht...Oh Götter, sie liebte diesen Ausdruck auf seiner selbstgefälligen Visage! Die Rosahaarige konnte sich kaum noch auf den Beinen halten und das Lachen wollte gar nicht mehr aufhören. Ihre Wangen und ihr Bauch begannen gleichermaßen zu schmerzen und Tränen traten ihr in die Augen.
      "Wenn...Wenn du dich sehen könntest!", japste sie zwischen drinnen nach Luft und brach nach seinen nächsten Worten gleich wieder in Gelächter aus. Das war einfach zu köstlich!
      "Wie kannst du nur einen Kaffee, diesen wundervolle Getränk, so verunstalten!" Oh, wenn er nur wüsste wie weit ihre Kreativität reichte. Und in ihm hatte sie ein perfektes Opfer für ihren Schabernack gefunden! Noch immer lachend nahm sie eine neue Tasse aus dem Schrank und gab dem Dämon diesmal einen ordentlichen Kaffee.
      "Jetzt bist du wenigstens wach!", grinste sie ihn frech an und gab sich nebenbei mit ihrem Kater Vladimir ein Pfotenabschlag. Auf ihren Familiar war Verlass, er hatte meistens die zündenden Ideen, bei denen Kiara noch zögerte. Zufrieden schnurrte Vlad und sprang auf den Esstisch. Er schnupperte neugierig an dem salzigen, braunen Wasser und musste sogar niesen. Kichernd nahm Kiara vor Asmodaeus Platz, nachdem sie das kleine Frühstück vor sie beide ausgebreitet hatte. Sicher, es war kein königliches Frühstück, wie der Dämon mit Sicherheit gewohnt war. Aber der Käse war mehr als köstlich, den Marnie mitgebracht hatte und das Brot selbstgebacken. Den Kräuteraufstrich hatte Kiara selber gemacht am vorherigen Tag und den Apfel hatte sie für beide in angenehme Stücke geschnitten. Dazu ein Saft aus Holunderblüten, Inger und Birnen rundete das Frühstück gelungen ab. Kiara brauchte für den Tag viel Energie und meistens musste Marnie sie förmlich zum Mittag zwingen, da sie sich gerne in ihre Arbeit völlig vertiefte.
      Die Speisen, welche die Schwestern besaßen, war kein Luxus aber trotzdem über den Standard den die Menschen im nächsten Dorf nachgehen mussten. Kein trockenes Brot, kein Hafer- allein der Gedanke an Hafer ließ Kiara das Gesicht verziehen. Widerliches Zeug... Auch wenn es noch so gesund war, sie mochte diesen schleimigen Matsch nicht! Sie hatten ihre Milch, ihren Käse... Alles weitere bezogen sie aus ihrem Garten und dem Wald. Seltene Güter brachte Marnie mit nach Hause, die beide sich ansonsten niemals leisten könnten. Außerdem ergänzten sie sich wirklich gut, während Marnie eine Meisterin im Backen war konnte Kiara dafür jedes noch so einfache Gericht in etwas Besonderes wandeln. Kurzum ein Haushalt der bestens funktionierte. Und die zwei neuen Mitesser würden sie auch noch satt bekommen.
      Die Rosahaarige bemerkte natürlich den mittlerweile misstrauischen Blick seitens des Dämons und grinste nur in kindlicher Manier.
      "Keine Angst, weder der frische Kaffee noch das Essen ist versalzen oder anderweitig ungenießbar. Ein Streich am Morgen reicht aus, um dich wach zu kriegen." Ihre Stimme nahm einen beinahe unschuldigen und naiven Klang an, ihr spitzbübisches Grinsen verriet jedoch anderes. Als er sich immer noch nicht bediente verdrehte sie seufzend die Augen und belegte sich ihre eigene Scheibe Brot üppig und biss herzhaft hinein. Himmel...nein halt...Hölle war dieser Dämon jetzt misstrauisch! Wollte er verhungern wegen einem dummen Streich?
      "Es ist wirklich genießbar. Iss etwas, du wirst heute nicht auf der faulen Haut liegen können. Da ich jetzt einen Helfer habe kann ich auch einige kompliziertere Experimente angehen, bei denen mir bislang eine helfende Hand gefehlt hat.", sagte sie nun schon etwas ernster ehe sie kurz nachdachte. Wenn er ihr immer so...anzüglich kam. Sie schmunzelte und legte gespielt fragend den Kopf schief.
      "Oder weiß der werte Höllenfürst nicht, wie man isst? Soll ich Euch füttern?", fragte sie süffisant mit ausgewählter Höflichkeit.


      Baal:

      "Glaub mir Dämon, ich bin keine Frau die noch ganz bei Verstand ist" Na wenigstens sah sie es selbst ein, dass sie verrückt war. Baal grinste flüchtig, fasste sich jedoch schnell wieder, als sie zu weiteren Erklärungen ansetzte. Er verstand diese seherischen Fähigkeiten nicht zur Gänze, gerade mit den Unterschieden zwischen Vergangenheit und Zukunft, doch nahm er sich fest vor, diese in Zukunft genauer zu studieren. Es konnte nie schaden mehr über seinen derzeitigen Meister zu wissen. Und wenn Marnie tatsächlich die Zukunft erahnen konnte wäre sie ihm sogar recht nützlich. Zum einen wegen dem eitlen Asmodaeus und zum anderen für andere Vorkommnisse, welche seine Heimat betrafen. Mit ihren Fähigkeiten richtig eingesetzt würde jede Schlacht ein Kinderspiel werden. Jeder Kampf wäre gewonnen, noch bevor der Gegner seine Niederlage erkennen würde. Kurz musterte der Sturmdämon die leicht bekleidete Hexe eingehend. Er würde sie tatsächlich für das ein oder andere nutzen, dazu sollte er sich wohl oder übel der Hexe als vertrauenswürdig und freundlich erweisen. Was bedeutete, er musste ihren seltsamen Charakter akzeptieren. Und seine Sünde den Zorn unter Kontrolle halten. Wobei es Baal schwer fiel zu glauben, dass Marnie ihn jemals auf die Palme bringen würde. Nein, sie wohl kaum. Die anderen beiden Mitbewohner dafür schon eher, der Krieger hatte zwar wenig mit Asmodaeus bislang zu tun gehabt, doch sein Jähzorn und seine vorschnelle Zunge waren unter den Höllenfürsten bekannt. Ebenso wie seine Arroganz, schimpfte er sich doch noch immer als Herrscher. Dabei wusste jeder, dass Asmodaeus Lucifer niemals das Wasser reichen konnte. Nein, kein Dämon konnte es mit dem Gefallenen Morgenstern aufnehmen, dessen Macht weit über die der Dämonen hinausging. Natürlich war Baal dem Morgenstern treu ergeben, er hatte zu Asmodaeus Zeiten noch nicht als führender General gedient und sich mehr um seine eigenen Angelegenheiten gekümmert. Auch wenn der eitle Schönling offenherziger für Kriege war als der schwarze Engel es je sein würde.
      Baal verdrängte seine Gedanken vorerst. Er würde die Fähigkeiten dieser Lunar-Hexe noch nutzen, zu gegebener Zeit und mit viel Geduld. Und von beiden hatte er wahrlich genug. Zumal es beeindruckend war, dass ihre Karten für die Zukunft in fünf Jahren gedacht waren, das war eine Zeitspanne in der man normalerweise nur mutmaßen konnte. Er würde sich später über die Mappen beugen und sie eingehend studieren, das war innerlich bereits vermerkt von ihm.
      "Ich habe es entworfen, und Kiara hat es gebaut. Sie ist eine wahre Meisterin der Herstellung, und kennt sich so wunderbar mit Alchemie aus, dass sie sogar die Gläser so machen konnte, dass sie noch weiter blicken können, als die üblichen Teleskoplinsen!", sagte sie auf seine Frage bezüglich des Teleskopes. Etwas überrascht blickte er in diese ungewöhnlich blauen Augen der Hexe. Sie hatten das alles erbaut und entworfen? Das war...wirklich mehr als beeindruckend! Anfangs hatte er die Hexen wirklich als dämlich und unnütz angesehen, doch langsam fragte er sich, ob das ganze nicht einfach nur eine Taktik der Schwestern war. Gib dich unwissend und einem Idioten gleich und niemand würde von dir etwas erwarten. War das vielleicht ihr Motto? Waren diese Schwestern vielleicht doch mächtiger als sie es ihnen weismachen wollten? Was den Dämon zur Frage brachte, ob ihr Erscheinen tatsächlich ein Versehen war oder wirklich geplant. Derlei Gedanken behielt der Riese jedoch für sich und seine Augen weiteten sich bei Marnies nächsten Worten.
      Er...sollte was?! Entgeistert starrte er die Frau vor sich an und war kurz versucht, das Teleskop in Ruhe zu lassen. Er...sollte mit ihr kuscheln?! Und nur dann durfte er... Das war Erpressung! Marnie hatte sich bereits abgewandt und kurz war er tatsächlich unschlüssig. Zur Hölle nochmal, er zögerte sonst nicht! Sollte er jetzt aber seine Neugierde befriedigen wollen müsste er später mit dieser Frau...kuscheln? Also im Arm halten? Baal war sich nicht recht sicher, ob das wirklich ihre wahre Absicht war. Immerhin hatte sie sich nicht einmal geschämt als er und Asmodaeus ihren Oberkörper bewundern konnten...
      "Von mir aus... Du lässt mir ja eh keine Wahl.", brummte er dann missmutig. Er verfluchte dieses Weibsbild. Dieses Teleskop war das Fortschrittlichste seiner Zeit und nie könnte Baal der Versuchung widerstehen, es zu testen. Sein Wissensdurst war einfach zu groß und er wollte wissen, inwieweit die Gläser präpariert waren. Wie weit konnte man sehen? Wie klar war der Himmel von hier aus? Alles Fragen, auf die er eine Antwort wollte. Jetzt. Dann musste er sich dieser Hexe halt beugen, sie hatte ja nicht gesagt wie lange er sie im Arm halten musste. Einen kurzen Moment könnte er mit sich vereinbaren und würde sie schneller wieder loslassen, als die Hexe schauen könnte.
      Der Hüne musste sich etwas runterbeugen damit er die Einstellungen bei ihrer ursprünglichen Position beließ und interessiert blickte er durch die Linse. Marnie hatte nicht gelogen! Der Himmel war nicht nur sehr klar zu erkennen, man konnte selbst Himmelskörper ausmachen, die man unter normalen Umständen gar nicht sehen konnte! Selbst entfernte Sterne waren mehr als nur schwache Punkte, die andere Gerätschaften zeigen würden. Fasziniert nahm er sich ausgiebig Zeit die verschiedenen Sterne zu beobachten. Bei einigen konnte man sogar die recht leichte Farbe des eigentlichen Planeten erkennen... erstaunlich war dabei jedoch eher, dass dieses Teleskop sich nicht verfälschen ließ durch eventuelle Mondeinstrahlung. Er sah den Abschnitt des Himmels perfekt und klar. Jetzt verstand er, warum Marnie so müde wirkte. Er könnte wohl stundenlang die verschiedenen Bereiche des Himmels beobachten mit diesem Meisterwerk.
      "Das ist unglaublich... Wie habt ihr diese Linsen derart perfekt ausarbeiten können?", entkam es ihm sogar und er löste sich nur schwer von diesem Anblick, ehe er sich in etwas Abstand neben die Hexe stellte, welche noch immer mit der Karte beschäftigt war. Ihm gefiel es, wie genau sie arbeitete. Und dieser ernste und konzentrierte Blick stand ihr um einiges mehr als dieses unschuldige Blinzeln, welches er ihr nicht wirklich abkaufen konnte.
      "Hahaha! It's the purest kind, my dear.
      Reality!
      True passion!
      After all, the world is a stage. And a stage is a world of entertainment."

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