when I knew love's perfect ache. (akira & xenovia)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • when I knew love's perfect ache. (akira & xenovia)


      "All you have is your fire
      And the place you need to reach
      Don't you ever tame your demons
      But always keep 'em on a leash"

      Das Jahr 2000 brach an, ein Jahr für welches sich der Dämon, Luzifer Knox, viele Vorsätze nahm und diese auch einhalten wollte. Zerstörung sollte über all die Gotteshäuser einkehren, alle Anhänger dessen sollten leiden und danach ihren Tod finden. Die Menschen lebten friedlich auf der Erde, machten sich keinerlei Gedanken über höhere Mächte, oder sonstiges der Gleichen. Selbst dann wenn Kirchen abbrannten, die Anhänger Gottes gefoltert und tot aufgefunden wurden und die Autopsie-Berichte feststellten, dass ihnen diese Verletzungen vor dem Eintritt der Flammen zugefügt wurden. Ein Täter wurde bisher nicht gefunden, doch wie sollte die Polizei dies auch tun? Immerhin handelte es sich hierbei um einen Dämon, der in völlig normaler, menschlicher Gestallt seine Taten vollbrachte. Alle Menschen schienen so langsam in Panik auszubrechen - zurecht.

      Luzifer hatte bald alle Gotteshäuser in einem Umkreis von 250km in Flammen gesetzt, die Anhänger dieser zuvor noch gefoltert, sowie sie dann einem qualvollen und langsamen Tod ausgesetzt. Ihre Leichen ließ er dort liegen, wo er mit ihnen gespielt hatte, als sie noch lebendig waren und ihre Schreie durch die gesamte Kirche hallten. Immer abends kam der Zeitpunkt für den Dämon um auf die 'Jagd' zu gehen, wobei am Ende nur noch ein Berg aus verbranntem Schutt vor ihm lag. Sein nächstes Ziel war eine Kirche nicht weit von ihm entfernt, zu welcher er sich vorher auch informiert hatte. Es war nun einmal wichtig gewesen zu wissen, wie viele Personen sich normalerweise dort aufhielten und auch gegen später Stunde dort noch anwesend wären. Das Schicksal wollte ihm wohl leider nur ein einziges Opfer bieten, so war befand sich an jenem Abend nur eine Person in dem Gotteshaus. Ein Priester, mit dem er noch eine schöne Zeit vorlieb nehmen würde, bis er sein Leben beendete und danach dieses Gebäude in Schutt und Asche legt.

      Jedoch handelte der Dämon nicht wie geplant, da der Anblick des Priesters sein Interesse geweckt hatte. Vielleicht ließe sich ja länger mit ihm spielen, ehe er ein atemberaubendes Feuer legt, sowie das Leben des Mannes beendet. So betrat er zu später Stunde die Kirche, war ganz gebannt von dem Anblick des Priesters und entschied sich tatsächlich dazu mit ihm ein langes Spiel zu spielen. Was könnte es auch schaden? Dann würde eben ein Gotteshaus länger stand halten, als es normalerweise bei seinem Vorhaben sollte. Viel mehr wollte er sich dem Priester widmen, der mit ernstem Blick vor ihm stand, wahrscheinlich nur weil er nicht wusste, wozu Luzifer in der Lage war.
      Möge das Spiel beginnen.

      Vorstellung.

      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”
    • Luzifer

      Die Erde - ein einfacher Planet, gefüllt mit Menschen, die einfach ihr Leben vor sich hin lebten und hofften aus diesem etwas Gutes zu machen. Manch einer verschrieb sich dem Dienst als Soldat, andere wiederum arbeiteten ganz normal unter einem Dienstleister, dazu gab es noch viel mehr andere Richtungen, in die man hätte ausschweifen können, doch stieß dem Dämon nur eine in seine Augen. Jene die für die Gotteshäuser arbeiteten, oder gar lebten. Allen Gottgläubigen wollte er vor Augen führen, dass ihr Herr sie niemals retten wird, zumindest nicht wenn er erscheint. Kirchen brannten lichterloh ab, Schreie ertönten noch zuvor in seinen Ohren und die von Schmerz verzogenen Gesichter, waren mit einer der besten Dinge dabei. Auch einige Priester hatte Luzifer auf seinem Gewissen, die sogar meinten, dass es etwas bringen würde, wenn sie sich mit aller Kraft gegen ihn wehren - dass er nicht lachte. Natürlich gab er ihnen ab und an eine kleine Chance, als Beispiel um ihr Haupt wieder erheben zu können, doch dies auch nur, damit er in ihr Gesicht blicken konnte, wenn er ihr den nächsten Schmerz zufügte. Das nächste Ziel seinerseits schien definitiv amüsanter zu sein, da es sich lediglich um einen einzigen Priester handelt, dessen Aussehen alleine schon darum bettelte von Luzifer auf die Knie gewiesen zu werden. Vorab sich die Informationen zu beschaffen, war nun einmal nicht verkehrt gewesen, immerhin wollte er keine böse Überraschung vorfinden. Denn schon einmal befand sich eine Einheit von Polizisten vor Ort, die er dann Einen nachdem Anderen unschädlich gemacht hatte, woraufhin er dann sein gewohntes Vorhaben fortfuhr. Bisher hielt kein einziges Gotteshaus gegen ihn stand, geschweige denn die Anhänger dessen.

      So machte sich Luzifer eines ruhigen Abends auf den Weg zu seinem nächsten Ziel. Die Kirche, in der nur ein Priester abends unterwegs war und der nun leider ein Opfer des Dämons werden würde. Doch wie sollte er nur auftreten? Anfangs freundlich und dann ein Messer in den Rücken des Priesters gleiten lassen? Oder direkt sein Anliegen offenbaren und ein erotisches Tänzchen mit dem Mann führen? Die Auswahl ließ Luzifer etwas grummeln, da er sich bereits vor der Kirche befand und nur noch durch die Tür hätte schreiten müssen. Ein leises Knurren folgte auf das Grummeln, ehe er seine Beine in Bewegung setzte und zu der Tür der Kirche schritt. Langsam öffnete er dann auch diese, da er selbstverständlich außerhalb der normalen Zeiten dort hinein ging. Seine grauen Augen blickten einmal durch die gesamte Kirche hindurch, wobei er dann mit dem Blick bei seiner Zielperson festhing. So schien der Priester einfach auf einem der Plätze, in der vordersten Reihe zu sitzen und seine Zeit tot zu schlagen. Warum machte man nicht mehr aus seinem eigenen Leben, anstatt in einem Gotteshaus zu verkümmern? Kurz räusperte sich Luzifer, als er immer weiter nach vorne ging und schon beinahe bei dem Mann ankam. "Entschuldigen Sie, dürfte ich hier für einige Tage unterkommen? Ich besitze keinen festen Schlafplatz und fürchte mich ohne.", die Worte kamen so leicht über seine Lippen, als würden sie der Wahrheit entsprechen. Doch nein, er besaß niemals solch gute Absichten, sodass er einfach so nach einem Schlafplatz fragen würde, den er vorallem gar nicht benötigte. Weshalb er nun mit einem zufriedenen Grinsen hinter dem Priester stand, bereits ein Klappmesser in der Hand hielt, welches schon geöffnet war und mit diesem auf die rechte Seite, zwischen Hals und Schulter bei dem Mann einstechen wollte. Inständig hoffe Luzifer direkt ein leidendes Gesicht zu erblicken, doch ob er dieses so schnell zu Gesicht bekommen würde?
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Zu glauben, er lebte wahrhaft, war damals schon ein Fehler gewesen. Noch dazu, zu glauben, es wäre alles in Gottes gutem Willen geschehen, war auch nichts, wonach Camille sich wahrlich richten konnte. Das Wissen darüber, lediglich Fraß für diejenigen zu sein, die glaubten, sie wären im Recht, glaubten, sie wären die Stärkeren, hatte sich in sein Mark und Bein gefressen. Die Wahrheit saß nun einmal tiefer als die eigenen Fantasien, die größtenteils daraus bestanden, sich einzubilden, dass es lebenswert wäre, sich irgendeinem fiktiven Greis zu verschreiben, der sie in ihrem Wissen bestärken sollte, dass sie wie Engel seinen Willen auf Erden brachten, als sein Sprachrohr fungierten und mehr als ein einfacher Mensch waren. Camille selbst glaubte eher, es war ein schlechter Scherz, glaubte kaum daran, dass es wirklich einen Gott gab, der so gütig war, sie zu lieben und wert zu schätzen, oder gar zu existieren. Wieso wurde man dann auch Priester? Um für sich selbst festzustellen, dass es genug verlorene Seelen gab, deren Ende er nicht mit ansehen wollte und würde, weil er glaubte, dass er selbst nichts besseres verdient hatte, als das Schlimmste, was man ihm bieten konnte - selbst, wenn er dafür erst tot in einer Blutlache liegen musste, ausgeweidet und ohne Augen. Diese Welt war keine, in der sie alle wahrlich lebten, sondern lediglich ein Ort, an dem sie Zeit totschlagen mussten, während sie sich selbst dazu folterten, aus ihrem Leben etwas zu machen, um nicht am Grund des Sumpfes zu ersticken, in den sie gewatet waren, als sie sich auf diesem Planeten eingefunden hatten. Camille selbst hätte keine Probleme damit gehabt, Sternenstaub zu bleiben, oder das Leben einer Eintagsfliege zu haben - und doch saß er nun hier, betete an zu einem Gott, an den er nur bedingt glaubte, und musste sich damit anfreunden, dass man ihn bald mit seiner Kirche zu Schutt und Asche verwandeln würde.

      Mit allem hatte er gerechnet, alles hatte er erwartet, auch seinen eigenen Untergang, der sich rasant anbahnte, als könne ihn nichts und niemand aufhalten, so sehr man es auch versuchte. Camille glaubte zu wissen, dass das Höllenfeuer einen verschlingen würde, war man nicht frei von Sünde - und das war er auch nicht. Dennoch gab es für ihn absolut keinen Grund, panisch zu werden. Das Wissen, er würde sein baldiges Ende finden, wog dennoch schwer auf ihm. Beinahe so, als wäre es ein schlechter Scherz, der immer und immer wieder wiederholt wurde, sein Ende nicht fand und im Endeffekt zu einem Teufelskreis ausartete, den keiner mehr zu durchbrechen wusste. Genau genommen wäre es nicht schlimm, versank er hier und jetzt wie ein Schiff, das sich mit unendlichen Wassermassen füllte, die niemals versiegen würden, befanden sie doch inmitten des Meeres. Das Knarzen der Tür, die Schritte, die auf ihn zu kamen, und die allgemeine Scheinheiligkeit der Situation warf ihn aus seinem Konzept. Wenn er in seinem Leben eines gelernt hatte, dann war es das, dass er Menschen nicht zu vertrauen hatte - schon gar keinen Armleuchter mit Messern, die lediglich einen Profit aus seinem Tod schlagen wollten. Ein verschmitztes Lächeln legte sich auf seinen Lippen nieder, als er seinen Blick auf den Mann richtete, der sich vor ihm befand. Jung, verbranntes Gesicht, vielleicht etwas zu freundlich, definitiv ein suspekter Zeitgenosse. "Natürlich, wer bin ich, um euch ein schützendes Dach über dem Kopf zu verwehren?", sprach er lediglich, als er sich aufrichtete, ihm jedoch nicht den Rücken zudrehte. "Dafür habe ich allerdings eine Bedingung - ich würde gerne am Leben bleiben, also wäre es von Vorteil, wenn Sie das Klappmesser ablegen würden." Wer kam auch schon auf die Idee, eine Kirche auszurauben? Die verdammte Spendenbox hatte, vielleicht, ein paar alte Münzen inne, und all die Dinge, die irgendwie wertvoll wirkten, waren ohnehin weggesperrt. Also, was würde das noch werden?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Luzifer

      Niemand konnte wohl von sich selbst behaupten, dass er ein wunderbares und vollkommenes Leben führt. Wenn man dies täte lügt man sich von vorne, bis hinten selbst an, denn es gab immer etwas, womit man in seinem Leben nicht zufrieden war. Mit dem man keineswegs klar kam, sei es das kleinste Problem der Welt, man selbst empfand dies immer schlimmer, als außenstehende Personen. Der Dämon interessierte sich jedoch keineswegs für seine mickrigen Probleme, da er sowieso nichts an diesen ändern konnte, also machte er viel mehr das Beste aus seinem Leben, als es verkümmern zu lassen. Bestandteil daraus war definitiv sich am Leid anderer zu erfreuen, ihnen diesen genüsslich zuzufügen und das Winseln aus ihren Stimmen zu hören. Ihre sich windenden Körper zu erblicken, wenn sie mit den Armen von der Decke hingen und bald ihr letzter Atemzug eintreffen sollte. Vielleicht würde ihn bald dafür das Karma einholen, doch bis dieser Zeitpunkt eintreffen sollte, würde er sich weiter an seinen Taten amüsieren. In seiner menschlichen Gestalt fügte er schon unzähligen Menschen Leid zu und nahm ihnen ihr ach so kostbares Leben. Familienangehörige vergossen Tränen, Freunde jener Opfer trauerten vor sich hin, bis die Erinnerungen zu den Verstorbenen verblasste. Traurig war es alle Male sich dieses Szenario vor Augen zu führen, zumindest wahrscheinlich für jene die nicht Luzifer hießen. Der Dämon empfand kein Mitleid für seine Opfern, oder gar gegenüber der Familie dessen, sowie seinen Freunden.

      Sein Vorhaben lag nun zum Greifen nahe, als er das Gotteshaus betrat und mit langsamen Schritten auf den Priester zu ging. Seine Schritte hallten durch die ledednen Schuhe durch den gesamten Raum hindurch, weshalb der Mann zumindest etwas auf ihn vorbereitet war. Wie sich dieses Spielchen entwickeln würde, war eine große Frage, die durch den Kopf des Dämons schwirrte und welche er hoffentlich bald beantworten könnte. "Womöglich jemand, der nicht jeder daher gelaufenen Seele ein Dach über dem Kopf bietet.", sprach er mit ruhiger Stimmenlage und behielt das Messer in seiner Hand fest umklammert. Dass der Priester es doch so leicht erkannt hatte, ließ daraus schließen, dass ihm solch ein Szenario nicht das erste Mal geschah. Mit einem musterndem Blick sah er den Mann vor sich an, als dieser jedoch seine Bedingung äußerte, musste Luzifer anfangen zu lachen. Wie amüsant diese Worte doch klangen, allerdings klappte er das Messer tatsächlich wieder zu und fing an zu schmunzeln. "Am Leben werdet Ihr bleiben - vorerst. So möchte ich mich aber vorher noch an eurem Leid ergötzen.", erneut kamen seine Worte so einfach über die Lippen, wobei jene aber diesmal vollkommen ernst gemeint waren. Scherzen tat er bei solch Angelegenheiten nie, warum sollte er das auch? Seine Ziele würden so, oder so das Leid erfahren, welches er ihnen mit Freuden zufügte. "Würdet ihr mir denn auch die dementsprechende Gesellschaft leisten? Wir wollen doch nicht das dieses Haus Gottes Feuer fängt.", meinte er noch leichtfüßig, als er einen weiteren Schritt auf den Priester zu ging, um die Distanz zwischen den Beiden zu schließen. Luzifer's Blick fiel dabei genau auf die Narbe an seinem Augen, die ihn fast schon dazu trieb seine Hand zu heben und vorsichtig mit seinen Fingern drüber zu streichen. Doch ließ er diese Handlung komplett im Sande vergehen, da er behutsam in seine Jackentasche griff und ein Taschentuch aus dieser holte. Als würde er sich selbst kurz die Nase putzen wollen, setzte er seine Bewegung an, doch packte er nun ruckartig den Nacken des Priesters, nur um ihn das Taschentuch, welches mit Chloroform betropf wurde, auf sein Gesicht zu drücken, damit dieser langsam in einen ruhigen Schlaf fällt. Nachdem dies erledigt war, hielt er den betäubten Mann in seinen Armen, woraufhin er diesen mit in den privaten Bereich der Kirche schliff. Dort angekommen hielt er Ausschau - vorausgesetzt der Priester würde wirklich so lange betäubt bleiben, wie Luzifer es benötigte - nach einer Möglichkeit wo er ihn hätte drauflegen können, sowie mit den Seilen, welche er am Rücken befestigt hatte, festbinden könnte.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Mitleid war es, das die Meisten von ihnen plagte, sie auf die Knie zwang und ihnen sagte, das, was sie taten, war eine richtige Entscheidung. Die Dinge, über die sie entschieden, waren nicht mehr als eine Krücke, die sie mit sich durch ihr Leben schleppten. Sie lebten, für den Moment, lebten, für den Augenblick der niemals zu enden schien, und man glaubte, man hätte all das gesehen, was der Anblick dieser Welt hergab. Auch, wenn man erst im Dunkelgrau der Nacht verschwinden musste, es wäre nicht mehr als eine Plage, sich weiter mit so vielen Dingen zu befassen, die einem nur zusätzliches Gepäck auf den müden Rücken schnallten - das Ende der Welt war es wohl kaum, das einem bevorstand, gab man sich nicht seinem schwachen Geist hin. Das Wissen, unendlich zu sein, sich in das Gedächtnis von so vielen zu brennen, die einem begegneten, weil man nicht mehr konnte, als unfreundlich zu sein, war es wohl eher. In dieser Welt existierten einige von ihnen, gepeinigt von schlechtem Gewissen und der Realisation, dass sie Dinge begangen hatten - Sünden - die sie nicht mehr gleichbügeln konnten, selbst, wenn sie das gewünschte Stück Stoff in Brand steckten. Manch einer plagte sich selbst in den Tod, ein wiederum Anderer gab einfach auf - und dann gab es Camille. Schuldgefühle waren es bei weitem nicht, die ihn dazu trieben, all diese Dinge zu tun. Die Zuversicht auf ein besseres Leben war es auch noch nie gewesen. Lediglich der Glaube daran, sich selbst aus der dunklen Nacht - dem unendlichen Nichts - zu retten, war es, das ihn dazu antrieb, der zu werden, der er schlussendlich geworden war. Höchstwahrscheinlich der Priester mit der schlechtesten Laune von hier bis irgendwo.

      In der Hoffnung, heute nicht erstochen zu werden, lebten sie beinahe alle. Ob es wirklich so wäre, könnte nur die Zeit selbst sagen und der eventuelle Übeltäter für sich bestimmen - Camille wusste, dass er zumindest versuchen würde, nicht einfach hier und jetzt zu sterben, und wenn die Welt, der ach so große Gott, es doch vorsah, dann würde er wenigstens ein Blutbad dabei hinterlassen. Zumindest wäre das seine Devise gewesen. "Nun, ich könnte dich auch abweisen, aber dann würde keiner mehr glauben, dass ich ein ach so gütiger Priester bin", antwortete Camille. Wer würde sich schon gerne Dinge von einem verbitterten, fast dreißig Jahre altem Mann anhören, der es nicht einmal schaffte, freundlich zu sein? Keiner, das stand zumindest fest. Viel eher hätten sie jemanden auf ihrer Seite gewusst, der freundlich und hilfsbereit war, doch alles, was sie bekamen, war ein Haufen Elend, der sich Camille Rufus Moreau schimpfte. "Ah, dieses Spiel willst du also spielen, was?" Zu sterben stand heute also doch noch nicht auf dem Speiseplan, aber eine große Portion Leid, die er über sich ergehen lassen musste. Befremdet wollte er einen Schritt zurück tätigen, als man ihn so eindringlich anstarrte und seine Hand nach ihm ausstreckte. Beim besten Willen, er war nicht eingeschüchtert, sondern eher überwältigt davon, wie forsch man sein konnte. "Natürlich", murmelte er nur, doch für weitere Dinge war es auch schon zu spät. Das Tuch hatte sein nächstes Opfer gefunden, wovon Camille absolut kein Freund war - dennoch ergab er sich, beinahe schon kampflos. Diese ganze Situation war ihm nicht geheuer.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Luzifer

      Wo würde man wohl landen, wenn man nicht mehr unter den Lebenden weilt? Gab es tatsächlich einen Himmel, oder eine Hölle - oder sogar etwa ein Leben danach? Luzifer rechnete stets mit einem dunklen Nichts, wenn er jemals nicht mehr unter den Lebenden weilen sollte. Und selbst wenn Luzifer an einem dieser Orte - wobei der Himmel absolut abwegig wäre – auftauchen sollte, würde er sich niemals auch nur im Ansatz ändern. Selbst wenn es ein Leben danach gäbe, hoffte er inständig, dass diese Person dann, wenn er zu einer Person werden sollte, genauso war wie er. Ein Double von dem Dämon selbst wäre jedoch auch bestimmt amüsant anzusehen, da sie sich wahrscheinlich sogar noch darum streiten würden, wie und wem sie denn Schmerzen, sowie Leid zufügen dürften. Den perfekten Partner hätte er an seiner Seite, wobei sie stets der gleichen Meinung wären, genauso dachten wie der jeweils Andere und sie würden sich niemals gegenseitig übers Ohr hauen. Aber den alleinigen Spaß würde sich dann Luzifer doch nicht nehmen lassen, mit diesen mickrigen Menschen vorlieb zu nehmen und ihr Winseln in seinen Ohren hallen zu hören. Wenn sie noch hunderte Sprachen sprechen könnten, würden sie wahrscheinlich mit jeder Einzelnen um Gnade bitten - lachhaft. Bisher hielt kein Gebäude und kein Mensch auf dieser Welt dem Dämon stand, wenn er erstmal seine Spielchen begann und kein Ende mehr darin sah, bis seine Opfer keinen Atemzug mehr tätigen konnten, oder eben das Gebäude vor seinen Augen in Schutt und Asche lag.

      Es schien wie ein einfacher Priester der sich vor seinen Augen befand, welcher Luzifer’s Interesse durchaus geweckt hatte, ohne dass dieser etwas tun musste. Allein sein Aussehen trieb den Dämon dazu mit ihm spielen zu wollen, jedoch nicht gerade auf die feine Art. „Ich denke, dass diese Ansichtsweise nicht großartig mehr von belangen sein wird, denn spätestens morgen in der Früh wird man bereits nach euch suchen und nicht mehr finden.“, seine Worten kamen mit einem zufriedenen Grinsen aus seinem Mund heraus, da er sich bereits gefühlt sämtliche Szenarien vorstelle, was er alles mit dem Priester anstellen könnte. Mit welcher Vorstellung sollte er jedoch bloß anfangen? Unzählige schwirrten in seinem sadistischen Kopf herum, doch dann viel ihm nach kurzer Überlegung eine durchaus nette Möglichkeit ein – natürlich nett für ihn selbst, nicht etwa für den Priester. „Ich korrigiere euch nur ungern bei eurer Wortwahl denn, ich will nicht nur dieses Spiel spielen, nein, ich werde es spielen.“, das Grinsen auf seinen Lippen zierte noch immer sein Gesicht, wobei es von Mal, zu Mal breiter wurde. Als er dann noch das `Natürlich` von dem Mann vernahm, griff er dann auch schon in seine Jackentasche, um das Tuch, welches mit Chloroform betröpfelt war, herauszuholen. „Schlaft gut, ihr werdet die Ruhe vor dem Sturm benötigen.“, hauchte er dann nur noch leise in das Ohr des Priesters, während dieser langsam das Bewusstsein am verlieren war und in die Arme des Dämons hineinglitt. Behutsam bahnte er sich seinen Weg zu dem privaten Bereich der Kirche. Nach kurzer Zeit fiel ihm eine Art Liege auf, wo man sich anscheinend drauflegte, wenn es einem nicht besonders gut erging. Wieso sollte man sich sonst auf solch einen ungemütlichen Platz legen? Mit einem Ruck beförderte er den Körper des Mannes auf die Liege, zog die Seile von seinem Rücken ab und begann die Handgelenke, sowie die Fußgelenke an dem Gerüst der Liege festzubinden. Selbstverständlich sparte er hierbei nicht mit der Spannung der Seile, welche sich dann dementsprechend in die Haut des Priesters ratschten. Bald sollte der Mann von allein aufwachen, immerhin war es keine große Menge an Chloroform die er eingeatmet hatte. In der Zeit nahm sich Luzifer einen hölzernen Stuhl, den er in die unmittelbare Nähe des Mannes stellte, worauf er dann auch Platz nahm. „Wach werden, mein Guter.“, kam es spielerisch aus seinem Mund, wobei das Grinsen verblasste und er nun nur noch ein Schmunzeln auf den Lippen trug.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”


    • Eine Blase war es, in der sie alle lebten. Umschlossen von den Dingen, die sie selbst sehen konnten und wollen, alles Andere war ausgeblendet, wurde nicht als existent anerkannt - tief in den Brunnen geworfen, irgendwo, wo sich ganz andere Gestalten verbargen, die man mit bloßem Auge kaum zu Gesicht bekam. Camille glaubte kaum daran, dass es Träume waren, die sich außerhalb der Blase bilden konnten, geschweige denn, dass all das eine wahrhafte Existenzberechtigung hatte, ganz anders als die Welt vor ihnen, die langsam aber sicher zu Grunde gehen würde, sich gen Boden richtete, versiegte, verschwand. Es gäbe keine wirklichen Gründe, sich einzureden, dass man wirklich existierte, geschweige denn, zu glauben, dass es nötig wäre, seinen Blick auf diese Welt zu richten, die als solches einfach nicht mehr wirklich bestand. Im Wissen darüber, auch morgen in ihr zu erwachen, würde er auch dann leben, wenn ihm klar wurde, dass es ihm nichts weiter bringen würde, als der Welt immer wieder dabei zu zu sehen, wie sie unterging. Der Gedankengang, man könne sich doch einfach jeden Tag auf dasselbe Szenario einlassen, wäre nichts verkehrtes, aber das Wissen, es würde sich immer wieder gleich abspielen, ohne einem Ausweg aus einer schier aussichtslos wirkenden Situation, würde den eigenen Geist irgendwann brechen, in viele tausend Teile, die sich verteilten und irgendwann unauffindbar wären. Gäbe es auf dieser Welt dann auch nicht mehr als einen Punkt, an dem man sich wärmen konnte, dann wäre es nur eine Frage der Zeit, bis sie alle ihre Heimat verließen und dorthin schwirrten, die Feindseligkeiten mit sich in andere Gefilde trugen, und sich schließlich wie Motten am Licht zu ergötzen, das einem dargeboten wurde. So, als gäbe es auf dieser Welt nun einmal nichts anderes mehr, außer das Wissen, einmal existiert zu haben, aber nie wieder, nicht eine Sekunde länger, als vorgesehen. Wie Motten im Feuer einer Kerze verbrannten, kamen sie zu nahe. Mehr waren sie nicht.

      Die Welt war eingetaucht in ihm unbekannte Schwärze, als er das Chloroform in sein müdes System aufnahm. Wann war es das letzte Mal gewesen, dass er sich ähnlichen Bedingungen hatte aussetzen müssen? War es so, weil er glaubte, wirklich noch am Leben zu sein, oder bildete er sich einfach ein, jemals einen Namen und einen Wert besessen zu haben, der kennzeichnete, dass er - tatsächlich - noch kein weggeworfenes Stück Fleisch war? Die Wahrheit war nichts, das er von sich geben konnte. Camille wusste, dass die Schwärze und Dunkelheit der Nacht nichts Unbekanntes für ihn war - ein alter Freund, der ihn immer wieder heimsuchte und nie gehen lassen wollte, fest in seinen Krallen hielt, bis er sich durch ihn bohrte, ihn in tausend Stücke zersplittern ließ, wie einen schlechten Spiegel. Unsanft fühlte sich diese Welt an, in die er vorerst nicht zurückkehren konnte - gleich, wie er selbst sich nicht gerade gut in ihr fühlte, viel eher, als wurde er außen vor gelassen, vergessen, zurückgelassen. Es dauerte eine ganze Weile, es brauchte erst eine Stimme aus dem Nichts, die an ihm rüttelte, um ihm wieder einen Teil seines Bewusstseins zurückzugeben. Murrend öffnete er seine Augen, die brannten, als hätte man Salz in sie gestreut - vielleicht wäre es besser gewesen, diese Nacht wirklich damit verbringen, zu schlafen, und nicht die gekrümmte Decke seines Gemachs anzusehen. Brummend versuchte er, sich zu bewegen - und stieß auf Widerstand, während sich Seile in sein Handgelenk schnitten - unangenehm allemal. "Also", faselte er - seine Augenlider schwer, sein Mund trocken, sein Körper in minimalen Schmerzen. "Jetzt, wo ich wach und hilflos bin, was willst du von mir?" Ihm ins Gesicht zu spucken, sobald er zu nahe kam, wäre eine gute Idee. Dennoch, sollte er diese Situation wirklich so sehr ausreizen?
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Luzifer

      Wenn man sich in den Fängen einer Bestie befand, was sollte man dann am besten tun, um sich wieder von diesen zu befreien? Musste man Ruhe bewahren, keine Angst, oder gar Schwäche zeigen - vielleicht musste man aber auch versuchen mit dieser Bestie zu sprechen, eventuell würde sie sich als ein friedliches Wesen entpuppen, oder eben einem den Kopf abreißen. Allerdings besaß in dieser Geschichte die Bestie keine monströsen Pranken, riesige Reißzähne, oder einen bestialischen Körper. Nein, es handelte sich um einen Dämon in völlig menschlicher Form, der auf der Erde sein Unwesen trieb und sich nicht hätte aufhalten lassen. Vor keiner einzigen Person machte er einen Halt, selbst wenn unschuldige Menschen vor Ort waren, in den Gotteshäusern und dort wahrscheinlich einfach nur ihren Frieden suchten. Selbst diese band er in seine Spielchen mit ein, jene Spielchen in die er den bezaubernden Priester vor seinen Augen hier verwickelt hatte. Was wäre schon ein Tod, wenn er nicht langsam und qualvoll von statten geht? Nach Luzifer‘s Ansicht definitiv langweilig, nicht sehenswert und schon gar nicht seiner Anwesenheit würdig. Sollten sie doch lieber alle schreien, ihren Tränen freien Lauf lassen und am besten sich noch diesem Spielchen hingeben. Vielleicht würde sich ja einer von ihnen tatsächlich auf seine Seite schlagen und mit ihm in jedem Gotteshaus für Angst und Leid sorgen. Lichterloh sollten die Kirchen brennen, Eine nach der Anderen und die anwesenden Personen gleich mit, nachdem er mit ihnen fertig war. Der Dämon könnte dem Priester auch bereits einen kleinen Vorgeschmack liefern, wie es sich denn anfühlt, wenn der Körper verbrennt, oder vorerst zumindest einige Stellen seiner Haut. Wie lustig wäre dies wohl mit anzusehen? Wenn man jemandem, als Beispiel kochend heißes Wasser über die Beine schütten würde und dann die Wunden nicht einmal anständig versorgte? Jede einzelne Bewegung würde schmerzen, man würde sich womöglich wünschen, dass dies nie passiert wäre und man wieder anständig auf seinen Beinen gehen könnte - durchaus amüsant.

      Den bewusstlosen Priester auf der Liege platziert, seine Hand-, sowie Fußgelenke, mit den vorhandenen Seilen an dem Geländer festgeschnürt, wartete Luzifer bereits mit Freude darauf, dass der Mann endlich wach werden würde. Seine kurzen Worte an ihn gerichtet öffnete er doch tatsächlich langsam und schwach seine Augen, woraufhin er etwas mehr schmunzeln musste. Natürlich versuchte sich der Priester direkt zu bewegen und wurde wie zu erwarten erfolgreich von den Seilen gehindert. „Also?“, sprach er direkt fragend nach, eher für sich selbst, als er sich danach über die Lippen leckte. Allein der Anblick befriedigte den Dämon, wie der Mann dort hilflos auf der Liege lag und keine Ahnung hatte, was noch auf ihn zukommen würde. „Warum denn direkt schon zur Sache kommen, oder sehnen Sie sich etwa danach sofort etwas Leid zu erfahren?“, kam es minimal verwundert von Luzifer, der noch immer das Schmunzeln auf seinen Lippen trug, ehe er einmal mit dem Blick durch den Raum schweifte. Gab es hier nicht so etwas wie einen Wasserkocher? Langsam erhob der Dämon sich von dem hölzernen Stuhl, woraufhin er eine kurze Runde in dem Raum drehte und Gott sei Dank fündig wurde. „Trinkt Ihr gerne Tee?“, überflüssige Worte, die aus seinem Mund kamen und doch schien Luzifer interessiert. An dem Wasserkocher angekommen, nahm er diesen kurz mit und füllte ihn am Waschbecken, welches sich daneben befand auf. Das Wasser plätscherte gefühlt lauter als alles andere durch die vier Wände in denen sie sich befanden, wobei er dann direkt nachdem er das Wasser soweit in den Wasserkocher gefüllt hatte, diesen direkt anschaltete. Nicht lange sollte es dauern, bis das Wasser eine kochende Temperatur erreicht. „Dürfte ich in Erfahrung bringen, woher ihr diese Narbe an eurem linken Auge habt?“, diesmal war es für Luzifer gewiss keine überflüssige Frage gewesen, da er eventuell wunde Punkte von ihm erfahren könnte, welche es dann galt auszunutzen. Der Schalter des Wasserkochers ging wieder aus, was bedeute, dass der Dämon endlich anfangen konnte. Prompt nahm er sich den Kocher in die rechte Hand und schritt zu dem Priester ran, wobei er nun aber lächelte. Für einen Moment stellte er den Kocher noch einmal auf seinem Stuhl ab, ehe er sich an der Hose des Mannes vergriff, diese öffnete und bis unter die Knie zog. „Falls Ihr meinen Namen schreien wollt, er lautet Luzifer - ansonsten … seid nicht all zu laut.“, hauchte er beinahe nur noch, woraufhin er den Wasserkocher wieder in seine Hand nahm und in die Augen des Priesters blickte. Langsam und qualvoll fing er an die heiße Flüssigkeit über seine Beine zu gießen, wobei er bei der Hälfte schneller wurde und somit das Wasser komplett auf seine Beine kippte. Wie wundervoll die Hitze hinauf dampfte und die Brandwunden doch aussahen.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • In der Hoffnung, nicht auf dem Schlachthof des Metzgers zu landen - dem heiligen Vater, der sie alle reihum für ihre Sünden bezahlen lassen würde, sobald er sie in seine grauenhaften Fänge bekam, lebten viele von ihnen, tagein, tagaus. Ein Priester zu werden, nur um der Erbsünde oder gar dem eigenen Leid zu entkommen, auf diese Idee kamen viele von ihnen - vielleicht zu viele - und Camille selbst war keiner von den Wenigen, denen es weitreichend anders ging. Das Wissen, eines Tages wäre er selbst in den Händen des Mannes der über diese Welt waltete, gefangen, war etwas, das auf ihn gar omnipräsent wirkte, sich nicht aus seinen verschachtelten Gedankengängen verbannen ließ und ihn oftmals, wenn auch inmitten einer noch so ruhigen, kalten Nacht, aufschrecken ließ. Schweißgebadet, geplagt vom Traum des niemals endenden Schmerzes und der Folter, entstellt durch all die Jahre, die er in den Gedanken derjenigen verbrachte, die fest daran glaubten, Camille Rufus Moreau sei ein rechtschaffener Mann, der nicht aus selbstsüchtigen Gründen Priester wurde, der sich mitsamt seinen Sünden seinem Herren, seinem Vater, ergab und rein wurde. All das war lediglich ein Vorwand, eine Fassade, jemand, der schon viel zu lange nicht mehr auf dieser Welt existierte, geschweige denn es je wahrlich getan hatte. Wer war er, wenn nicht ein Armleuchter, ein schlechtes Beispiel für jemanden, der all die Jahre lediglich versucht hatte, geliebt zu werden? Nun, es war Zeit, die eigene Maske abzulegen. Es war Zeit, jemand zu werden, der er eigentlich sein sollte - und seinen Sünden, seinem Peiniger, in die Augen zu blicken und sie zu empfangen, als wären sie sein eigen Fleisch und Blut. Seine Sünden trugen einen Namen - und dieser war, zu seinem Leidwesen, Luzifer.

      Gefangen in seinen eigenen vier Wänden, an einem Ort, an dem er Tage und Nächte verbracht hatte, während er sein Bestes tat, sich nicht von seiner Schuld überrennen und übermannen zu lassen. Nicht mehr als einen Fels in der Brandung brauchte es für Camille, doch sie waren bereits alle im Meer - im bodenlosen Wasser - ertrunken, zertrümmert, zerschmettert und zerfallen. Alles, was ihm blieb, war die Akzeptanz der Tatsache, dass diese Welt - dass seine Welt - auch bald ihr Ende fand, durch Hände, die sich um seinen Nacken schlingen würden, zudrücken würden und nicht locker lassen würden, bevor die letzten Lebensgeister aus seinem Körper entwichen. Erst dann könnte er ein Ende finden, das seiner gerecht wäre. Ein weiteres Rütteln an seinen Fesseln befreite ihn auch nicht, das Opfer seiner eigenen Naivität war er - mehr nicht, und mehr würde er auch nie sein, außer ein rohes Stück Fleisch auf der Silberplatte eines hungrigen Biestes. „Möchtest du nicht eher zur Sache kommen, und mich mit meinem Leid beglückwünschen, als dich an meinem Fleisch zu laben?“, brummte er unzufrieden. Seine Augen waren jedoch weit aufgerissen, als er der Gestalt dabei zusah, wie er sich am Wasserkocher vergriff. Wollte er sich wirklich einen Tee kochen, oder war er einfach nur verrückt genug, um zu glauben, etwas heißes Wasser würden all das Blut von seiner Haut abwaschen, in welchem er wich getränkt hatte? Törichte Bestien gab es immer wieder. „Ich ziehe Kaffee einem flauen Kräutergemisch vor, aber so wie ich euch einschätze, werdet ihr mir kaum einen Tee aufsetzen“, zumal er einen Kessel dafür hätte. Also, wieso sollte er sich ihm auch ergeben? Die Fesseln spannten, fraßen sich in seine Gliedmaßen. Camille wusste nicht, ob er glauben sollte, dass das hier ein normales Spiel war - für ihn fühlte es sich an, als wäre die Hölle auf Erden eingetroffen. „Diese Narbe? Wieso sollte ich Dinge mit euch teilen, die euch offensichtlich nichts angehen? Oder wollt ihr euch lediglich an alten Geschichte ergötzen? Wenn ich schon über mein Auge reden muss, erzähl‘ mir von der Brandnarbe auf deiner Fratze“, harkte er nach. Bei all diesen Dingen hatte er tatsächlich ein schlechtes Gefühl in der Magengegend, leicht summend verbrachte er die letzten Sekunden Freiheit in seiner Kirche und jetzt - jetzt war er nicht mehr als eine Made, die keinen Kadaver hatte, an dem sie sich laben konnte. Verflucht. „Oh, zu gütig, du Bestie“, zischte er lediglich. Entblößt, seiner Würde beraubt - mit kochen heißem Wasser, das sich auf seinen Beinen verteilte. Camille bis sich auf die Unterlippe, versuchte, seinen Schmerz zu unterdrücken, doch alles, was davon übrig blieb, war ein kurzes Aufschrei - nicht mehr - und eine blutige Unterlippe, in die sich seine Zähne gebohrt hatten. „Verfluchter Ba-„ doch weiter kam Camille nicht, als er auf die glorreiche Idee kam, mit seinen - nun verbrannten - Beinen an seinen Fesseln zu reißen und erneut vor lauter Schmerz aufschrie. Dieser Bestie würde er den Kopf abreißen, doch vorerst konnte er nicht mehr tun, als sich in Schmerz zu winden, soweit es seine Fesseln zu ließen. Und dann? Nun. Ihm ins Gesicht zu spucken, kaum legte sich der Schmerz für eine Sekunde, war die beste Variante, war seine hässliche Fratze doch noch immer fürchterlich nahe.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Luzifer

      Sobald man mit dem Feuer spielte, hieß es doch immer, dass man sich dementsprechend auch verbrannte. Was geschah aber mit den Personen, die selbst dieses Feuer waren? Zu Schaden kam Luzifer bisher nur einmal in seinem Leben, was man auch nur unschwer an seinem Gesicht erkennen konnte, von diesem Tag an war einzig und allein er das Feuer. Spielte man mit ihm, würde man es womöglich schwer bereuen, sowie sich eben verbrennen. Viele Menschen hatte er bereits unter die Erde gebracht, wobei es die Meisten nicht einmal so weit schafften, da ihr Körper bereits verbrannt war und im Winde verwehte. Schon oft hatte der Dämon es sich vorgestellt wie es wohl wäre, wenn all seine Opfer an einem riesigen Tisch sitzen würden und in ihre verzweifelten Gesichter blicken könnten. Vielleicht würden sie sogar einen Plan gegen ihn schmieden, natürlich erforderte dies, dass sie alle noch munter am Leben waren, was auf keinen Einzelnen zutraf. Aber eventuell sehnte sich Luzifer einfach nach passender Gesellschaft? Jemand der ihn verstehen könnte, mit ihm durch Dick und Dünn geht, sowie alle seine Macken akzeptiert. Doch wo würde sich schon solch eine Person finden, die all diese Kriterien erfüllen könnte? Der Dämon machte sich keinerlei Gedanken über diese überflüssigen Dinge, welche sowie nie in Erfüllung gehen könnten, da er nun einmal der war, wer er war. Ein sadistischer Dämon, in menschlicher Form, der gefühlt nichts anderes im Sinn hatte, als diese mickrigen Menschen auf dieser Welt zu quälen, sowie ihnen das Leben zu nehmen. Genauso wie Gotteshäuser nieder zu brennen, damit diese dann nicht mehr existent wären. Zwar würden die Menschen erneut Kirchen errichten, jedoch würde dies erstens etwas an Zeit beanspruchen und zweitens brennt sie Luzifer dann eben noch einmal nieder. Probleme sich die Hände schmutzig zu machen hatte er nie, von daher war es nichts, was er nie wieder tun würden. Im Gegenteil, er machte dies mit vollstem Vergnügen.

      Als hätte er einen kleinen Schatz vor sich liegen, den er von der Welt abgeschottet hatte, nur um mit ihm alleine und in aller Ruhe spielen zu können. Um die verzehrten Gesichter des Leids erblicken zu können und hoffentlich bettelnde Worte zu hören. „Erwarten Sie etwa so sehr schon das Leid, welches ich Ihnen gleich zufügen werde? Sie sind nicht aber zufälligerweise ein Masochist? Dann könnte ich natürlich auch gröber mit Ihnen verfahren.“, seine Worte klangen beinahe schon so, als würde er dies jeden Tag machen. Nun gut, beinahe jeden Tag tat er dies auch, wobei er aber nicht immer gleich mit seinen Opfern verfuhr, sonst würde es zu langweilig werden. Die Antworten des Priesters waren wie Musik in seinen Ohren, woraufhin er selbstverständlich freundlich antwortete. „Das mit dem Kaffee werde ich mir merken, vielen Dank und nein, ich werde Ihnen keinen Tee zubereiten. Wie schön, dass sie dies bereits so gut erkennen können.“, man könnte meinen, dass bei jedem Satzende sich etwas Gift in seinem Mund zusammenbraut, welches nur darauf wartete auf den Körper des Priesters zu kommen. Den Wasserkocher aufgesetzt, sprach der Mann dann von seiner Narbe, beantwortete aber leider nicht die Frage, sondern konterte mit Einer zu Luzifer’s Verbrennung im Gesicht. „Ihr habt mir doch auch bereits mitgeteilt, dass ihr Kaffee bevorzugt, was macht es da noch aus von eurer Narbe zu erzählen?“, fing er an zu sprechen, wobei er mit dem gekochten Wasser zu dem Priester schritt und es auf dem hölzernen Stuhl ablegte. „Genügt euch die Antwort, wenn ich euch sage, dass ich als Kind zu sehr mit dem Feuer gespielt habe?“, messerscharf waren seine Worte, woraufhin er dann auch schon dem Mann seine Hose entledigte und diese beiseite schmiss. „Vielen Dank, für den netten Namen.“, meinte Luzifer dann noch mit einem Lächeln auf den Lippen, da es tatsächlich einer der nettesten Namensgebungen für war. Doch dann schüttete er auch schon das kochende Wasser über die Beine des Mannes und erfreute sich sichtlich an seiner Reaktion. „Wie bitte? Ich konnte Sie nicht verstehen.“, noch mehr Schadenfreude konnte man wahrscheinlich nicht besitzen. Allerdings, als er den Wasserkocher zur Seite stellte, erwischte ihn im nächsten Moment schon der Speichel des Priesters. „Wie ungehobelt von euch.“, knurrte er leise, wischte sich dann lediglich den Speichel aus seinem Gesicht und beugte sich wieder zu dem Mann hinab. Eine Hand von ihm umschloss direkt seine Kehle und die Andere fixierte die Stirn des Priesters. „Stellt keine Dummheiten an.“, hauchte er leise, ehe er für einen kurzen Moment über die blutige Lippe des Anderen leckte und sich dann selbst einmal auf die Lippe biss. Schnell löste er wieder seine Hände und packte dann mit einem Ruck einen von den verbrannten Oberschenkeln an und vergriff sich grob mit seinen Fingern in diesen. Sollte er sie nicht lieber so langsam verarzten?
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Das Miasma dieser Welt, gekrönt von goldenem Licht, gespalten durch das Feuer, das ein jeder inne trug. Sie wurden durch einander gespeist, fraßen den Engeln der Tugenden aus ihren Händen, während sie blutige Tränen vergossen - im Glauben, Gutes zu tun, lebten sie. Die Wahrheit, sie wären nicht von langer Dauer - ihr Leben war ersetzbar, so wie das einer Ameise - sie wussten, dass sie eine schwarze Färbung annahmen, sobald sie Dinge taten, die nicht den Ideologien derjenigen entsprachen, denen sie mit Haut und Haar gehörten - denen sie gehorchten. Nichts weiter als fahle Abbilder der Menschen, die sie vor vielen Jahren einst gewesen waren, ergraut, abgemagert, ausgehungert - sie waren Geister einer Vergangenheit, die nicht existierte. Mittellos, ohne Hilfe, ohne Segen, verloren und verlassen - zurückgelassen, weggeworfen, aussortiert. Wieso traf ihn jenes Schicksal, das er sich nie in seinem Leben gewünscht hatte? Weswegen glaubte man, auch er sei nicht mehr als Teil der breiten Masse, als ein Pflock in der Wiese, der einen Stacheldrahtzaun aufrecht erhielt? Zu den Anderen, so glaubte er zumindest, passte er schon lange nicht mehr - alt und morsch war er, von innen heraus verdorben, zerfressen von so viel mehr als dem immer umschwingenden Wetter, das über ihre Köpfe hinweg jagte. An irgendeinem Punkt in ihrem Leben zerbrachen sie alle, als wären sie altes, bröseliges Porzellan, das dem Druck der Jahre nicht mehr standhielt, und sobald dies passierte, waren nicht die Maden oder anderen Insekten die ersten, die sich aus ihnen ihr Festmahl konstruierten, sondern die Krähen und Raben, die versuchten, mit ihren grauenhaften Geräuschen, die bis tief in die Abenddämmerung einer kalten, windigen Novembernacht reichten, einen Besitzer des leblosen Körpers ausfindig zu machen. Dennoch, sollten sie nicht fündig werden, war es ihnen doch ein Leichtes, die Leiche ihrer Augen zu berauben, sich an ihrem Fleisch zu vergehen und sich selbst die Bäuche vollzuschlagen.

      „Oh, spar‘ dir die Höflichkeit, und nenn‘ mich einfach Camille, du Bastard - und nein, nein bin ich nicht“, antwortete er dem Wolfs im Schafspelz, der sich vor ihm aufgetürmt hatte, ihn von seiner Herde entfernt hatte, und ihn nun jetzt als Futterquelle festhielt, an der er sich noch nicht vergriff, weil er der Meinung war, er würde mehr aus ihm gewinnen können, wenn er erst auf Haut und Knochen abgemagert und von ihm eingeschüchtert worden war. Weich, verloren, ängstlich. Mehr würde der Fremde, dessen Namen wohl wahrhaft Luzifer lautete, auch nicht aus Camille gewinnen können. Waren sie beide nicht zu alt dafür, irgendwelche hirnrissigen Spielchen zu spielen, dessen Gewinner von Anfang an feststand? Die Schmerzen waren dennoch genug, um ihm nicht weiter klar denken zu lassen - es wäre wohl auch grotesk, weiterhin auf Luzifer einzugehen, versuchen, sich zu benehmen, sich zusammenzureißen. Man spielte mit ihm, wie Futter das erst gut schmeckte, sobald man ihm Angst einjagte, welche durch Mark und Bein ging und sich im Fleisch festsetzte. „Wenn dir die Antwort genügt, dass du deine Nase nicht in fremde Angelegenheiten stellen sollst“, feixte er alsbald in die Richtung, während er mit seinen Händen begann, weiter an seinen engen Fesseln zu zurren - und gestoppt wurde, als man seinen Kopf fixierte, die Hand um seine Kehle legte, vielleicht um ihn von seinen Leiden zu befreien, höchstwahrscheinlich war ihm aber auch kein Tod durch Erwürgen vergönnt. „Ich nannte dich einen verdammten Bastard, du verdammter Bastard“, kam es aus zusammengebissenen Zähnen hervor, die heute schon viel mehr hinter sich hatten, als sich von seinem eigenen Blut benetzen zu lassen. „Ungehobelt? Sagt derjenige von uns beiden, der mir kochendes Wasser über meine Beine gekippt hat. Ein bisschen Speichel schreckt euch sicherlich nicht ab.“ In den Fängen des Dämons wäre Camille alles Andere als gut aufgehoben, kein Wunder also, dass er versuchte, nach ihm zu schnappen - ihm in seine Fratze zu beißen - als er dem Priester zu nahe kam, sich das Blut auf dessen Lippen zuführte, und danach wieder abließ. Camille schaffte es dennoch nicht, nach ihm zu schnappen - er knurrte lediglich, wie ein Straßenköter, der sich nicht geschlagen geben wollte. Das klägliche Aufschreien Camille‘s, das eher dem Jaulen eines getretenen Hundes glich, als Luzifer sich an seinem Oberschenkel vergriff, motivierte ihn nur dazu, erneut an seinen Fesseln zu zerren. „Was muss ich tun, damit du mich losbindest? Dich beißen? Dich anspucken?“ Keineswegs war er an dieser Situation interessiert, geschweige denn wollte er eine Sekunde länger an der Seite dieses Mannes verbringen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Luzifer

      Wohin sollte sie das Leben tragen, wenn ihre Sünden sie auf den Grund des Bodes zogen und man sich nicht mehr mit geradem Rücken bewegen konnte? Man schien sich stets in einem eisernen Käfig zu befinden, der einen davon abhielt in die wundervollen Weiten der Welt hinauszuschreiten, doch gab es dafür nun einmal einen ganz einfachen Grund. Wenn man sie alle aus ihren Käfigen befreien würde und sie währenddessen keine Fesseln an ihren Gelenken tragen würden, dann wäre diese Welt absolut geliefert. Menschen gehörten nicht an diesen friedlichen Ort, nein, die Natur erkennt diese als einen Virus an und versucht alles Mögliche um diesen Virus aus der Welt zu schaffen. Jedoch gibt es mittlerweile immer bessere Medizin, tausend Mal bessere Versorgung, als wie noch vor tausend Jahren. Allerdings würde die Natur niemals ruhen und immer weiter neue Krankheiten in diese Welt setzen, welche die Menschheit ausrotten sollte. Könnte nicht einer dieser Viren Luzifer heißen? Immerhin schaffte er auch schon einige hunderte Menschen von diesem Fleck, damit sie nicht mehr unter den Lebenden weilen, nur um die Welt zu zerstören. Tiere, die normalerweise bereits seit Jahrhunderten in Scharen am Leben waren, fielen heute wahrscheinlich schon unter den Artenschutz. Wiesen werden asphaltiert, Wälder abgeholzt, Pestizide in der Luft versprüht, sowie in die Erde verabreicht und was sagte man dazu? Nichts, da es für den Menschen ein völlig normales Prozedere war, dass man alles im Leben hatte, was man auch wollte. Einer der Gründe warum der Dämon diesen Abschaum nicht abkonnte und nie mit ihm klarkommen wird. Da schlug man doch zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn Luzifer zu seinem Vergnügen Menschen Leid zufügte, sowie diese aus dem Reich der Lebenden zu verbannen und damit dann auch noch etwas für Mutter Natur tat. Weniger menschliches Ungeziefer, was diesen gesamten Planeten zu Grunde richten könnte.

      "Mhm... Dann eben Camille, deine Eltern schienen es aber nicht gerade gut mit deinem Namen gemeint zu haben.", kam es mehr auf den Namen bezogen, als würde er auf den neuen Namen eingehen, dem ihn der Priester gab. Seufzend sah er den verbrühten Mann vor sich an, genoss jede Sekunde in der er ihn hat ansehen können, ehe er auf die nächsten Worte seinerseits einging. "Man soll viele Dinge im Leben nicht tun, genauso, wie das was ich hier mit dir tue, mein guter Camille und dennoch stehe ich hier, sowie es mich amüsiert dich so zu sehen.", lächelnd stand er dort, ohne jegliche Schuldgefühle. Dies wäre nicht der letzte Schmerz, den der Priester durch seine Hände erleiden würden, nein, er sollte sich vorsichtshalber in Acht geben, bevor der Wolf aus dem Schafspelz herauskommt. Seine Pranken wären groß genug um ihn in Stücke zu zerreißen, die zerfledderte Haut würde er dann amüsiert in seinen Mund hineinstopfen, sodass er gezwungen war diesen zu halten. Die eine Hand an seiner Kehle platziert und die Andere auf seiner Stirn, um diese zu fixieren, danach antwortete er ihm dann lediglich noch kurz: "Wenn ich recht der Annahme bin, könnte dies meine feste Namensgebung von dir sein?", ehe er dann über die blutigen Lippen Camille's leckte und sich direkt danach schnell von ihm löste. Sich beißen zu lassen stand nun einmal nicht auf seiner To-Do-Liste, da konnte sein Gesicht ruhig verschont bleiben. "Wenn du wüsstest, was genau mich alles nicht abschreckt - du wärst verwundert.", daraufhin vergriff er sich dann schon in dem verbrannten Oberschenkel des Priesters und drückte währenddessen ordentlich zu. Das Jaulen, welches in seinen Ohren ertönte war noch bessere Musik, die niemals enden sollte. Jedoch löste er dann langsam seine Hände und klopfte sie sich leicht an seiner Hose ab. "Warum schlägst du denn nur schmerzhafte Angebote vor und nicht etwas, was mir wirklich gefallen könnte?", seufzte der Dämon leise vor sich her, nachdem er das Klappmesser wieder öffnete und etwas in seiner rechten Hand herumtanzen ließ. Wie es wohl klingen würde, wenn er einen Stich in den verbrannten Oberschenkel setzen würde? Mit höchster Wahrscheinlichkeit herrlich wie immer, weshalb er dann auch schon mit seinem Arm ausholte und das Messer mittig in dem Oberschenkel versenken ließ, wo er eben zuvor noch seine Hände vergraben hatte. Sollte er doch lieber weiter für ihn Jaulen, als zu sprechen, denn mehr stehen würde es ihm definitiv.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Im ständigen Kampf gegen sich selbst, gegen einen Gott, von dem man nicht glaubte, er existiere, und mit dem Wissen, dass man selbst relativ wenig zu seinem Status als freier Mensch beitrug, so lebte man, war man er. Die Tatsache, dass so viele Dinge, über die er sich normalerweise Sorgen machte, weniger bedeutend waren - all das wollte er nicht so recht wahrhaben. Für ihn, für einen Mann, der lediglich existierte, um zu sehen, wie weit ihn sein mitgenommener Körper trug, war es nur eine Frage der Zeit, bis er wirklich wusste, was genau ihn plagte und von innen auffraß. Im hier und jetzt, an diesem grauen Tag, in dieser ihm unbekannten Nacht, konnte er lediglich entfernt versuchen, nach so viel Luft wie möglich zu schnappen, sich diese einzuverleiben und an seinem völlig falschen Weltbild zu ergötzen. Kronen saßen auf jedermanns Köpfen, waren sie doch schwer und zogen ihre Träger immer weiter nach unten, die die Blicke abwendeten, sich auf die Welt unter ihnen konzentrierten, auf ihren Atem, der mehr als nur rau war. Vor lauter Angst schlotterten sie, als ihre heiseren Stimmen ihre Sünden an ihren Vater beichteten, während das Blut in ihren Kopf schoss, in ihren Augen, und weiß zu rot machte. So wie Blut im Schnee, so wie das Blut des Ehemanns auf dem Kleid der zukünftigen Braut. Alle Dinge, die er gesehen haben könnte, hatte er gesehen - all die Dinge, die sich in seinen Hinterkopf einbrennen konnten, taten es, so gut wie möglich. Schwarz vor Augen war ihm noch nie geworden, lediglich schlecht. Beinahe, als hätte man seinen Magen übergedreht, verging ihm die Lust auf Essen, auf diese Welt, auf die Auswüchse des menschlichen Geistes, auf all die Dinge, die man mit einer Axt und seinen Händen anstellen konnte, wenn man wollte. Camille wusste, dass das Leid dieser Welt nicht sein eigenes war, und doch könnte dies der Fall sein.

      "Was sich meine Eltern dabei gedacht haben, schert mich einen feuchten Dreck, Luzifer", entgegnete er ihm prompt. Das Wissen, dass seine Eltern ihm diesen Namen gegeben hatten, das besaß er nicht - aber weswegen sollte er sich großartig darum kümmern? Waren sie es nicht, wäre es egal - und waren sie es doch, dann wäre auch das egal. Die verbleibende Tatsache war, dass es den Mann in schwarz nichts anging, das Monster in Menschengestalt, das hungrig war, das sich an ihm laben wollte - es waren die Dinge, über die Camille nicht redete, die Sünden, von denen er sich zu distanzieren versuchte. Seine Schmerzen waren auch eine Sünde, seine Sünde, eine Strafe die erfolgte, weil er glaubte, er wäre es wert, auf einem Podest zu stehen, Tugenden an Leute zu verteilen - weil er glaubte, er sei es wert, zu leben. "Dann hoffe ich, dass du weißt, dass ich dir nichts darüber erzählen würde. Egal wie sehr du dich anstrengst", brummte er. Camille war noch nie freundlich gewesen, eher ein alter, verbitterter Mann, der irgendwann vergessen hatte, zu sterben und daraufhin rückwärts gealtert war, bei null ankam, und von vorne nach oben zu zählen bekam. Achtundzwanzig - das tausendfache an Sünden schulterte er, definitiv. Gefangen - das war er ein für alle Mal. Wer hätte auch gewusst, dass es ihn als Nächstes treffen würde? So viele blaue Flecken, wie er gestern noch hatte, wäre es nicht wert gewesen - vielleicht hätte er sich wahrhaft einfach in das unendlich tiefe Blau werfen sollen, als er noch die Chance dazu gehabt hatte. Camille schluckte. "Ein verdammter Bastard? Ich ziehe die Bezeichnung Sünder, Unmensch, oder Bestie vor", hisste er. Was nun? Mehr, als Schmerzen, die langsam versiegten, hatte er nicht - Schmerzen, die später noch schlimmer werden würden, aber viel Zeit zum Denken würde ihm ohnehin nicht bleiben. Sein Kopf schmerzte. Seine Augen brannten. War er wirklich noch in einem Stück? "Ich glaube nicht, dass ich das wissen will, Bestie", denn ein Schritt tiefer in den Abgrund wäre es zumindest. Einen Schritt mehr, den er nicht tätigen wollte. Das Leben, hier, an der Oberfläche der Erde, war kein Schönes. In diesem Leben gab es nichts, außer das sichere Wissen, das einen in den Tod führte. "Soll ich dir Vorschläge machen wie du mich foltern sollst? Nein danke. Du könntest die Fesseln allerdings lösen, damit ich dir dein verdammtes Klappmesser in die Halsschlagader rammen kann", fluchte er sogleich lautstark. Lange musste er nicht mehr darauf warten, für seine Uneinsichtigkeit bestraft zu werden. Besagtes Klappmesser steckte nun also in seinem Oberschenkel. Anstatt Luzifer jedoch das Gefühl zu geben, seine Bitten wurden erhört, biss er die Zähne erneut zusammen - ein dumpfes Murren war alles, das aus Camille's Kehle kam, der allerdings sogleich sein Bein nach oben riss, und dadurch schließlich erneut ein dumpfes Geräusch produzierte, das sogleich in einem Schrei endete. "Du verfluchter-!"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Luzifer

      Mit Bedacht sollte man seine Worte wählen, weise sollte man mit ihnen umgehen und dann nicht wie ein irrer Dämon handeln, welcher seine Gedanken stets wo anders hatte, als wo er sie gerade haben sollte. Nur in einem Moment gab er immer Acht und war mit vollster Aufmerksamkeit dabei und zwar, wenn er endlich das tun konnte wofür er überhaupt hier sein wollte. Um die schmerzhaften Schreie der Menschen zu hören, ihren verzweifelten Gesichtsausdrücke erblicken zu können und sie dann am Ende umzubringen. Sie von diesem jämmerlichen Leben zu erlösen, doch würde er sich niemals als einen Erlöser hinstellen, viel mehr könnte man ihn den Teufel selbst nennen. Doch egal wie man ihn auch nannte, es war ihm vollkommen egal gewesen, da er auch so seine Taten weiter fortfuhr und sich nichts aus den Beleidigungen anderer Personen machte. Man könnte ihn noch so zu tiefst beleidigen, jedoch keinen wunden Punkt treffen. Der Dämon hatte es sich abgewöhnt auf solch persönliche Provokation einzugehen, allerdings amüsierte es ihn dennoch, jene Personen im Glauben zu lassen, dass ihn diese Provokationen reizen würden. Leichtgläubig waren die Meisten von Ihnen, denn woher sollten sie auch wissen wie Luzifer tickte? Da gab es doch tatsächlich naive Maden, die auf ihr Bauchgefühl hörten und damit gewaltig auf die Nase flogen. Manchmal täuschte einen die eigene Intuition, weshalb man lieber nicht nach dieser handeln sollte und vorsichtig mit seinen Taten umgehen sollte. Am Ende würde man sich wahrscheinlich nur ins eigene Fleisch hineinschneiden, so wie es der Priester gerade tat und sich versuchte etwas aus den Seilen herauszuwinden, wobei er kläglich scheiterte.

      "Schön, dass es dich nicht schert, doch bringt mich das auch nicht davon ab darüber zu reden und welch Wunder, du hast mich tatsächlich beim Namen genannt.", lachte er gegen Ende leise und amüsiert vor sich hin, während sich auf seinen Lippen ein Lächeln nieder legte. Wie lange würde Luzifer dieses Spiel wohl fortführen wollen? Lediglich einige
      Tage, ein paar Wochen, oder sogar über Monate hinweg? Wenn klein Camille denn überhaupt so lange standhalten könnte, denn sie hatten noch viele Stunden vor sich, bevor der erste Tag wieder anbrach, die der Dämon in vollsten Zügen nutzen wollte und würde. Zeitverschwendung schien es derzeit zu sein, sich mit dem Priester unterhalten zu wollen, was sollte er denn dann auch sonst anderes tun, bis auf ihn bluten zu lassen und sich an diesem Anblick zu ergötzen? "Noch habe ich nicht einmal damit begonnen mich anzustrengen, glaub mir, wenn dein Körper dieser gesamten Prozedur standhalten sollte, dann wirst du dich schon bald sogar nach meinen Berührungen sehnen.", ernst klangen seine Worte, die erneut so leicht über seine Lippen kamen, da es nichts weiter als die Wahrheit war. Irgendwann könnte dem Priester diese Art von Berührung fehlen, doch bis dahin würde noch einiges an Zeit vergehen. "Auch gut, besser als wahrscheinlich all meine anderen Namen zuvor.", gab er mit einem kurzen Schulterzucken zurück. Weiterhin ruhte sein scheinbar gieriger Blick auf Camille, da er sich gerade in aller seelenruhe ausmalte, was er denn noch mit ihm anstellen könnte. So viele Möglichkeiten standen zur Auswahl und Luzifer schien sich nicht sehr leicht für eine entscheiden zu können. Warum denn aber auch nur eine Möglichkeit von Vielen nehmen und nicht sich Mehrere hintereinander planen? "Richtige Entscheidung.", grummelte er dann etwas, ehe er das Klappmesser wieder herausholte, öffnete und in seiner Hand tanzen ließ. Die Worte des Priesters brachten ihn zum Schmunzeln, woraufhin er direkt antwortete. "Nein, das brauchst du gewiss nicht, da ich genügend Auswahl vor Augen habe und meine Halsschlagader bleibt für dich unangetastet." Leichtfertig stach er dann auch schon grob das Messer in seinen verbrannten Oberschenkel hinein, wobei er die ganze Zeit in das Gesicht von Camille sah. Wie er versuchte standhaft zu bleiben und dann doch sein Bein gen Höhe riss und somit noch mehr Schmerzen, als zuvor erlitt. Hach, dieser Schrei in seinen Ohren schien noch Sekunden danach zu hallen, wobei er schon längst nicht mehr zu hören war. "Du hast doch soeben dein Bein nach oben gerissen, oder irre ich mich da?", fragte er mehr des Spaßes halber nach, woraufhin er das Messer aus seinem Bein herauszog, seinen eigenen Gürtel von der Hose löste und dann die Wunde mit diesem zuschnürte. Großartige Lust, dass der Priester hier noch verblutete hatte er nicht, weshalb er dann doch lieber die Wunde daran hinderte. "Vielleicht sollte ich dir die Zunge herausschneiden, sodass du nicht mehr so abstoßend mit mir sprechen kannst?", sprach er etwas vor sich her, als er das Blut, welches an dem Messer klebte, an seiner dunklen Hose abwischte. "Oder soll ich etwas mit deinen Augen vorlieb nehmen?", grinsend fuhr er mit der freien Hand über den verbrannten Oberschenkel mit der Stichwunde, wobei er nicht gerade sanft mit seinen Berührungen war.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Wäre es nicht durchaus amüsant, würden sie alle in sich zusammenfallen, wie ein Kartenhaus, das sich gegen starken Wind behaupten wollte? Wahrscheinlich. Ehrlich gesagt wäre dieser Versuch nicht törichter, als das Vorhaben eines Sünders, sich gegen die anderen Häretiker aufzubauen, ihnen vormachen zu wollen, man selbst sei nicht mehr als ein fürchterliches Lamm, das von Gott selbst gehütet wurde, unter seiner schützenden Hand lebte, nichts böses kannte, sondern nur den reinen Pfad dieser Welt, der sich auch für sie öffnen würden, würden sie nur annähernd versuchen, ihre Herzen zu öffnen. Hätten sie diesen Schritt erst gewagt, dann gäbe es nichts mehr, das sie davon abhalten konnte, nicht in die Reihen des Allmächtigen, des Vaters, aufgenommen zu werden - auch sie wären so rein, wie es eine weiße Weste war. Doch wann hielt das schon lange? Es wäre mehr als nur unnötig, sich weiterhin mit einem Wunschgedanken zu beschäftigen, während man sich sicher war, dass daraus nichts werden würde. Keiner würde es sich schlussendlich nehmen lassen, zu einem Jünger des Herren zu werden, Lobesgesang für einen verfasst zu haben, ein Heiliger genannt zu werden, der in seinem Namen die Welt von denjenigen befreite, die sie verschmutzten. Obgleich sie auch einst dasselbe Gesindel waren, die gleiche Art von Ratte, hatte das für sie alle nicht mehr viel Bedeutung, sobald sie sich an Weihwasser nähren konnten. Sie wussten, dass es einen Weg aus ihrem Loch gab: nach oben, denn all das, das weiter nach unten führte, führte unter die Erde - brachte sie in ihr Grab, beendete ihr Leben, bevor sie es überhaupt auskosten durften. Mehr war es nicht. Dahinter steckte keine Magie, keine sonderlichen Vorsätze, lediglich Verzweiflung und die Realisation, dass sie so viel mehr sein konnten, schlugen sie sich auf die richtige Seite, fraßen sich durch all das, nach dem sie greifen konnten, und dann, dann verschwanden sie in die Nebelschwaden der Nacht.

      Den Dämon, dessen Namen sich nur in seinem Gehirn einbrennen konnte, würde er diese Art von Beachtung nicht schenken wollen. Wieso ihm beim Namen nennen, so lieblich, so verfault, so zerfressen, wenn er ihm Schimpfwörter an den Kopf werfen konnte, die seine wertlose Existenz besser zusammenfassten? Camille glaubte, es aus dem guten Willen heraus zu tun, er stünde wirklich gerade in seinem Schlafzimmer, gefangen in einem Albtraum nach dem Nächsten - dennoch waren seine Beine der lebende, der wache, Beweis dafür, dass all das, was geschehen war, Schmerzen waren, die durchaus real zu sein schienen. "Bevor ich mich nach deiner Berührung sehne, lasse ich dich freiwillig meinen Arm abhacken", fauchte Camille. Hier zu liegen, er zu sein, ein Priester zu sein - es war das Elend, das er sich nicht ausgesucht hatte, aber das Wissen darüber, wahrhaft zu existieren und unter seinen eigenen, schlechten Entscheidungen leiden zu müssen. Bevor er wahrhaft erleuchtet wurde, musste man ihm noch beide Augen herausreißen und sie an die Tiere der Dämmerung verfüttern, damit er göttliche Eingebungen erhielt. Wann würden solche Märchen schon Wahrheit werden? Seine Stimme verweigerte er Luzifer vorerst, glaubte er doch, es wäre besser, sich zurückzuhalten - eventuelle Sympathien aufzubauen, die ihm noch irgendwann helfen würden, aber war es wirklich so? Dieser Mann, dieses Biest, kannte es Reue? Vergebung? Liebe? Nein, ansonsten wäre es wohl kaum zu solchen Taten fähig. "Dann hoffe ich doch, dass das Biest, das vor mir steht, gehüllt in menschlichen Hautfetzen, noch so lieblich ist, mir nicht gleich den Kopf abzutrennen und ihn an die Pforte der Kirche zu öffnen. Aber ich glaube kaum, dass du mich einfach so gehen lassen wirst, jetzt, wo du dir so viel Mühe gemacht hast. Zumal, ein Spiel spielen immer zwei", es war viel eher ein Seufzen, das seinen Lippen entglitt, als wahrhaftige Betrübtheit. Camille glaubte, er würde durchaus noch verrückt werden, würde er dieses Spiel länger spielen, als es für ihn genießbar war. Die einfache Vorstellung, er war lediglich ein Stück Fleisch, das es zu foltern galt, war schon grotesk genug, aber gar nicht so falsch. Dass er Luzifer im Austausch für sein Leid auch etwas zufügen durfte, war ein Wunsch, der in den weit entfernten Sternen stand, die er schon bald nicht mehr zu Gesicht bekommen würde. "Was glaubst du, warum!?", fragte er empört. Camille trug an seinen eigenen Schmerzen selbst schuld, aber der eigentliche Übeltäter stand direkt vor ihm, mit einem verschmitzten Grinsen auf seinem Gesicht, das er ihm am liebsten von diesem reißen würde. Seine nächsten Worte sorgten für ein unwohles Gefühl in seiner Magengegend - das hier war nichts, außer schwer zu verdauen. Wenigstens war er das elendige Messer los geworden. "Ich habe bessere Ideen für dich, als die, die dazu führen würden, damit ich dich nicht mehr beschimpfen kann - oder deine hässliche Fratze anstarren darf", murrte er, unwillig, als er mit seinen Armen erneut an seinen Fesseln zurrte, die sich nur noch weiter in sein Fleisch schnitten. "Wieso durchtrennst du mir nicht gleich die Achillessehne, wenn du so besessen davon bist, meine Beine zu verunstalten? Oder schneidest mir den Brustkorb auf?" Der Griff an seinem Oberschenkel, der Gürtel, der nicht viel mehr tat, als sich in die ebenfalls verbrannten Stellen zu drücken - all das war unangenehm, zu unangenehm. "Oder, du bist so gütig und löst diese verfluchten Fesseln endlich - ich verspreche auch, dass ich nicht versuchen werde, dir gleich deinen Schädel abzureißen. Oder meine nächste Zigarette in deiner Fratze abzudämpfen."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Luzifer

      Was wäre wenn? Dies ist eine oft gestellte Frage, die man oftmals nicht so einfach beantworten kann. Genau solch eine Frage stellte sich der Dämon des Öfteren, welche dann so lautete: Was wäre wenn, der Dämon Luzifer wohl als Mensch in diese Welt hineingeboren wäre? Besäße er dann die gleichen Charaktereigenschaften, wie er sie zum jetzigen Zeitpunkt besitzt? Würde er die gleichen, abscheulichen Taten vollbringen, oder sich doch in eine völlig andere Richtung entwickeln? Diese eine Frage, zog einen Berg an Fragen mit sich, welche niemals vom Rollen abgehalten wurden. Seine Vergangenheit war trist, nicht erwähnenswert und man sollte schon gar nicht, während er anwesend war, über diese sprechen. Niemanden hatte er mit dem er sich einfach mal so hätte unterhalten können, dem er seine Gefühle hätte offenbaren können, oder eventuell sogar Probleme, sowie Ängste ans Tageslicht hätte bringen können. In dieser Hinsicht war Luzifer eher verschlossen, zog sich in sein Inneres zurück und ließ keinen wirklich an sich heran. Selbst wusste er nicht ob er einfach nur die Angst davor besaß enttäuscht zu werden, oder eben davor, dass man ihm hinterrücks ein Messer in seinen Rücken stechen würde und dann elendig verbluten lässt. Tief in ihm war ein Schlüssel verankert, in den dunklen Weiten seiner Seele, die niemals für irgendeine Person auf dieser Welt sichtbar werden sollte. Dieser Schlüssel war essenziell, wenn man näher an den Dämon herankommen wollte, wenn man unbedingt mehr von ihm, sowie seiner Vergangenheit in Erfahrung bringen wollte. Doch genau aus dem Grund war dieser Schlüssel versteckt, sodass keiner in finden könnte, so dachte Luzifer es zumindest. Der festen Meinung war er, dass niemand jemals auch nur ansatzweise an diesen wertvollen Teil von ihm herankommen könnte und würde – warum sollten sie denn auch? Eine abscheuliche Bestie war er, die es nicht wert war verstanden zu werden, weshalb es auch keinerlei Grund gab sich diesem Schlüssel zu nähern.

      Tausende, wenn nicht sogar mehr Möglichkeiten gab es, wie er dem Priester vor sich hätte Qualen und Schmerz zufügen können. Einige seiner Fantasien hatte er zwar bereits ausgelebt, doch würde dieses Spiel noch nicht so schnell sein Ende finden, immerhin schien er einen zähen Brocken vor sich zu haben, der es wert war seine Zeit in ihn hinein zu investieren. „Könnten wir natürlich auch einrichten, doch dann müsste ich höhere medizinische Vorkehrungen treffen, da ich noch lange nicht mit dir fertig bin. Bevorzugst du denn einen Arm, den ich dir abtrennen soll?“, viel zu freundlich klang dieses Reden einer Schlange, die ihr Gift langsam in ihr Opfer injizierte und diesem dabei zu sah, wie es langsam starb, doch gab es auch ein Gegengift, welches er verabreichen würde, nur um ihn länger am Leben zu wissen und mehr wundervolle Zeit mit ihm zu verbringen. Luzifer war offensichtlich die Schlange in diesem Beispiel und der Priester sein derzeitiges Opfer, welches er nicht so schnell von sich gehen lassen würde. Langsam und leise klatschte er mit seinen Händen, woraufhin er auf die Worte Camille’s antwortete. „Richtig erkannt, deinen Kopf wirst du noch auf deinem Körper wissen, doch werde ich dir wie eben schon gesagt, vielleicht einen Arm abschneiden, immerhin klang dieser Vorschlag sehr verlockend. Eins ist aber zu einhundert Prozent gewiss, schnell werde ich dich nicht gehen lassen, wenn du danach überhaupt noch gehen kannst. Dein Ende wird jedenfalls in einem verbrennenden Gotteshaus kommen, umhüllt von Flammen. Doch lasse ich dich vorher von dieser Welt gehen, oder möchtest du einen Tod durch Flammen erfahren?“, natürlich spielten ein Spiel immer zwei Personen, doch war es mehr Luzifer der mit dem Priester spielte, als eventuell sogar anders herum, oder eben ausgeglichen. Nichts auf dieser Welt würde den Dämon dazu bringen mit sich spielen zu lassen, eher würde er sich selbst umbringen, als dies zuzulassen. War er denn doch tief in seinem Inneren zerbrechlich, dort wo sich der Schlüssel befand? „Verrate es mir doch.“, schadenfroh klang er erneut dabei, während er mit diesem zufriedenen Grinsen in die Augen Camille’s sah und sich erneut Szenarien vorstellte, die er mit ihm durchgehen könnte. Aber sollte er ihm nicht etwas Ruhe, sowie eine Pause gönnen? Der Priester schien jetzt schon etwas mitgenommen zu sein, woran das wohl lag? Luzifer fing kurz bei diesem Gedanken an zu lachen, ehe er der besseren Idee Camille’s sein Gehör schenkte. „Warum musst du nur so abwertend mit mir sprechen? Warum überhaupt Beleidigungen aussprechen, oder über die Verbrennung in meinem Gesicht herziehen, wobei dir anscheinend mein gesamtes Gesicht nicht gefällt.“, grummelte er leicht, als würden ihm die Worte nahegehen, was ihm aber doch am Ende relativ egal war und am Arsch vorbeiging. Allerdings lächelte er bereits im nächsten Moment, da er Vorschlag durchaus interessant war und er Gefallen an diesem fand. „Ein durchaus interessanter Vorschlag, besitzt diese Kirche hier irgendwo einen Erste-Hilfe-Kasten? Ich werde etwas zum Nähen benötigen.“, fragte er dann etwas nachdenklich, während er sich für einen Moment umsah und einen Erste-Hilfe-Kasten, an einer Wand, erblicken konnte. Schnell führten ihn seine Schritte zu diesem, nachdem er sein Klappmesser in der Hosentasche verschwinden ließ und als er dann dort ankam öffnete er diesen, nahm einige Verbände heraus, sowie eine Nadel und Faden. Mit den erforderlichen Utensilien schritt er wieder zu Camille, legte diese dann auf dem hölzernen Stuhl ab und holte wieder das Klappmesser aus seiner Hosentasche, woraufhin er dieses direkt öffnete. „Möchtest du etwas zum Beißen haben? Ach was frage ich überhaupt, werd‘ mir einfach bloß nicht ohnmächtig.“, meinte Luzifer dann nur noch, ehe er nach dem rechten Fuß von Camille griff, diesen kurz anhob und mit einem Ruck einen sauberen Schnitt durch die Achillessehen zog. Ohne großartig zu zögern folgte dann auch schon der zweite Fuß, bei dem er ebenso kurzen Prozess mit seiner Sehne machte und die Wunden für einen Moment bluten ließ. Gleich wäre er so gnädig gewesen ihm die Wunden zu nähen, doch vorerst könnte er noch etwas vor sich hin schreien und die Ohren des Dämons damit verwöhnen. Hätte er ihm nur nicht diesen wundervoll klingenden Vorschlag gemacht, würde er vielleicht noch eine gute Zeit lang die Möglichkeit besitzen sich von allein zu bewegen, doch diese Möglichkeit wurde ihm soeben genommen.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Camille war Niemand von jener Sorte Mensch, der schnell die Nerven verlor. Niemand, der glaubte, dass man so tief sinken konnte, dass er so tief in den Abgrund sank, dass er sich selbst in einem der vielen Spiegeln dieser Welt nicht mehr erkennen konnte. Die Überzeugung, er war wahrhaftig noch am Leben, er war noch sein eigener Mensch, er lebte nicht nur in diesen Tag hinein, um ihn als Toter wieder zu verlassen, war standhaft - er würde sich nicht täuschen lassen, geschweige denn seines Lichtes und seiner Überzeugungen beraubt werden würde, während man sich an ihm verging. Was genau war es, das ihn an diese Welt band? Wieso hatte er sich für diesen ungemütlichen Pfad entschieden, auf dem es mehr als ein dutzend Stolpersteine gab, die ihm einfach so in den Weg gelegt wurden, während man schweres Gepäck auf seinem Rücken auflud? Bald würde er sich wieder am Anfang finden, beraubt seines Willens und seinen sehnlichsten Wünschen, erfüllt von dem Wissen, er würde nicht mehr tun, als ein Feuer anzuheizen, das sowieso schon lichterloh brannte - etwas, das ihm die Beine verbrannte, ihm vielleicht auch noch das getrübte Augenlicht stehlen würde, aber ihn keineswegs auf den richtigen Weg lenkte, den er einschlagen sollte, um doch nich am Gipfel anzukommen. Ein erneuter Anstieg bedeutete, dass er kriechen musste, dass er jemand war, dem es nicht vergönnt war, sich ein Leichtes daraus zu machen, zu leben. Warf er einen Stein zurück, warf man ihm zehn weitere in den Weg - mehr gab es auf dieser Welt für ihn nicht, bis er wieder am anderen Ende landen würde. Am Anfang. Allein die Vorstellung, nicht mehr als sein eigener Ballast zu sein - sich selbst nicht tragen zu können - es würde ihm alsbald seiner empfindlichen Sinne berauben, sein trübes Augenlicht versiegen lassen, womöglich gar ein gebrochenes Schluchzen über seine Lippen klingen lassen. Bis es dazu kam, würde es dennoch noch etwas Zeit benötigen - so leicht wollte er sich nicht geschlagen geben, nicht hier, nicht jetzt, nicht heute.

      „Ich würde keinen Arm bevorzugen. Auch, wenn ich dir den Vorschlag gemacht habe, was bietest du mir für meinen Arm an, wenn du mir schon die Beine verunstaltest? Oder möchtest du mir lieber die Augen aus dem Schädel brennen?“ Seine Worte waren keineswegs freundlich, oder als tatsächlicher Anreiz für den Dämonen gemeint. Lediglich die Auffassung einer aussichtslosen Situation, die aus seiner eigenen Dummheit, seiner eigenen Naivität und seinem törichten Verhalten entstanden war. Camille war vieles, aber keinenfalls ein Mann seines Wortes, kein Sohn Gottes und Niemand, der großartig daran glaubte, aus seiner Misere gerettet zu werden. Der Schmerz, den Luzifer herbeiführte, war lediglich der Vorgeschmack auf ein Spektakel, das er nicht erleben wollte. „Du planst also mit mir zu spielen, bis du meine Existenz leid bist, aber du verpasst mir wenigstens den Gnadenstoß, bevor du mich lebendig verbrennen lässt? Wenn du schon soweit gehst, wieso würdest du mir einen solchen, letzten Gefallen tun? Bist du weich?“ Womöglich war es auch die Präferenz der Bestie, ihrer Beute selbst des Lebens zu berauben und sich nicht auf die Flammen zu verlassen. Geläutert würde er werden, so viel stand fest - befreit von seinem Leben und seinen Sünden in einem endlosen Flammenmeer, dessen Feuerholz diese Kirche und seine Gebeine wären. Wie widerlich all das doch war - wie befreiend allein dieser Gedanke doch war. „Du hast mir ein Messer in mein Bein gerammt, darum“, murrte er als Antwort. Wieso sollte er sich auf eine solch schier endlose Diskussion einlassen, auf etwas, das er sowieso nicht gewinnen konnte, weil Luzifer die Realität verzerren würde, damit er sich eine gute Ausrede zurecht legen konnte? Sinnlos schien es, zu glauben, dass er hier auch nur irgendetwas zu sagen hatte - er war lediglich Spielzeug. „Hast du Lobgesang oder Lob allgemein verdient? Glaubst du wirklich, dass ich gut über dich sprechen könnte, nachdem du mir all diese Dinge antust? Und nein. Deine Fratze spricht mich genau so wenig an, wie dein Verhalten es tut. Wenn du nach Jemanden suchst, der dich für deine Taten liebkost, muss ich dich leider enttäuschen“, zischte Camille. Was fiel dieser Bestie auch ein, so über ihn herzuziehen, ihn zu verletzen und ihm weißzumachen, er lebte länger, gab er sich ihm gegenüber geschlagen? Camille glaubte kaum, dass er sich unterwerfen wollte und glaubte noch weniger, dass es ein Gutes wäre, kampflos aufzugeben. „Mein Vorschlag war keinenfalls ernst gemeint, Biest“, kam es aus erneut zusammengebissenen Zähnen hervor, in der Hoffnung, man würde keineswegs auf ihn hören. Wieso konnte er nicht den Mund halten? Wieso konnte Luzifer ihn diesen nicht einfach stopfen? In diesem Moment wäre es ihm gar lieber gewesen, man hätte ihm tatsächlich die Zunge aus dem Mund geschnitten, damit er sich vor weiteren Dummheiten bewahren konnte. Während die Bestie allerdings von der Beute - in diesem Fall Camille - abließ, versuchte er sich erneut sich zu befreien, doch es fehlte ihn an Willen und am Kraft. Lediglich aufgeriebene Gelenke an Armen und Beinen waren es, ein Gürtel, der sich unbequem in seinen Oberschenkel drückte und ein Dämon, der meinte, nur spielen zu wollen. „Unternimm‘ nichts Falsches“, murrte er lediglich, fragte nicht groß nach, und bereute es sofort, nicht reflexartig sein Bein aus seinem Griff ziehen zu können. Zuerst war es lediglich eine kalte Klinge, die sich in sein Fleisch bohrte, immer tiefer, bis ein lautes Schnalzen durch den Raum hallte - Camille schaffte es nicht annähernd, seine Schreie zu unterdrücken, sondern schrie laut auf. Mehr, als das Wissen, hier unterzugehen, gab es nicht - es folgte sein zweites Bein. Das Zischen, das zuerst über seine Lippen kam, wurde von einem weiteren Schnalzen ersetzt, während Camille nochmals aufschrie. Tränen bildeten sich in seinen Augen - das Blut war warm, tropfte nach unten, floss schneller als gewohnt. Camille hasste es jetzt schon, es mit jeder Sekunde mehr, und er schaffte es auch nicht, sich in seinem Schmerz zu wälzen. Angebunden, wie ein rabiater Hund, dem man nun viel zu viele Schandtaten auf einmal antat. Zwischen seinen Schreien, seinen Bekenntnissen des Schmerzens, war es leises Schluchzen das mit Tränen über sein Gesicht rollte, während er Luzifer anstarrte, als kenne dieser eine Antwort auf die Probleme, für die er verantwortlich war. „Luzifer ...“
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Luzifer

      Unzählige Schmerzen könnte man einem Menschen zufügen, doch ob sich der Körper jemals an diese gewöhne würde, oder gar könnte, stand auf einem anderen Blatt. Tränen sollten in Unmengen aus ihren Augen herausfließen, winseln sollten sie, während sie versuchten sich von diesen Qualen zu befreien, bis sie dann an dem Punkt angekommen wären, an dem es wahrscheinlich keine andere Möglichkeit mehr gab als aufzugeben - zu kapitulieren, sich hinzugeben und die Schmerzen über sich ergehen zu lassen. Sodass man sich am Ende sogar noch nach diesen Berührungen sehnen würde und ohne sie keinen Sinn mehr in seinem Leben verspürt. Bis zu solch einem Zeitpunkt wollte Luzifer schon einige Menschen treiben, doch hielten ihre Körper entweder nicht lange genug stand, oder sie nahmen sich bei der nächst besten Chance, die Möglichkeit ihr Leben selbst zu beenden – Selbstmord, eine andere Art des Aufgebens, die der Dämon nicht gerade befürwortete. Lieber genoss er dann doch lieber die Gesellschaft seines Opfers, welches er dann mit eigenen Händen hat umbringen können und nicht etwa an einem einfachen Selbstmord starb. Jedoch stellte er sich derzeit eine Frage. Wie sollte er weiter mit dem Priester, der gefesselt vor seinen Augen lag, verfahren? Welche Gliedmaßen sollte er noch abschneiden, verunstalten und vollkommen unansehnlich machen, sodass Camillie nicht einmal mehr in den Spiegel schauen möchte, um sich selbst in diesem betrachten zu können? Da wäre es doch von Vorteil ihm gleich seine Augen aus dem Kopf zu schneiden, damit er sich eben nicht mehr selbst betrachten kann.

      „Achte dann das nächste Mal darauf was du mir sagst, denn umso verlockender hört es sich nun an dir deine Augen aus deinem Kopf zu brennen, doch nehme ich stark an, dass du nichts von all dem hier möchtest. Allerdings könnte ich dir anbieten, wenn ich einen Arm von deinem Körper trennen sollte, darfst du gerne versuchen dich am Ende noch in diesen vier Wänden frei zu bewegen.“, was stimmte nur mit Camille nicht? Warum gab er dem Dämon so viele Vorlagen, was er mit ihm anstellen könnte? Wahrscheinlich geschah das eher unbewusst, als gewollt, weshalb er es noch schwer bereuen würde, diese Vorschläge geäußert zu haben. „Natürlich, bis ich es nicht mehr für amüsant halte mit dir zu spielen und nein ich bin gewiss nicht weich, oder wollen deine Beine noch einmal verbrannt werden? Mir macht es nichts aus dich durch die Flammen sterben zu lassen, doch dachte ich dieses freundliche Angebot, dass ich dir dies ersparen kann, würdest du vielleicht annehmen, ohne überflüssige Kommentare dazu abzulassen.“, leise seufzte Luzifer gegen Ende seiner Worte hin, da er ihn dann wohl einfach am Ende den wütenden Flammen überlassen würde, die sich an seinem Körper vergehen würden. Da wollte er einmal eine, in Anführungsstrichen, freundliche Geste machen und wurde direkt gefragt, ob er weich sei. Weich von wegen, wenn er Camille solch Schmerzen ohne mit der Wimper zu zucken antat, da war es ihm auch ein Leichtes ein mickriges Leben zu beenden. „Nein, Lobesgesang, oder Lob habe ich gewiss nicht verdient, aber dann sollte ich dir vielleicht doch den Mund stopfen, damit ich mir deine herablassenden Worte nicht anhören muss.“, eine einfache Lösung wäre es alle Male, doch würde dann irgendwo der Spaß etwas fehlen und der Reiz den Priester zu provozieren. Nennen konnte er ihn immerhin wie er wollte, egal war es ihm sowieso, da hätte also die Namensgebung noch so schlimm sein können. Leises Lachen entfloh seinem Mund, als der Priester klarmachen wollte, dass der Vorschlag keinesfalls ernst gemeint war. „Das spielt keine Rolle, ich habe mich bereits entschieden. Das nächste Mal wäre es tatsächlich von Vorteil, wenn du deinen Mund halten würdest, doch selbst dann würde ich mir andere Taten einfallen lassen, die dich Qualen und Schmerzen fühlen lassen.“, amüsiert antwortete er lediglich zurück, ehe er sich bereits aufmachte und zu dem Erste-Hilfe-Kasten schritt. Die erforderlichen Utensilien in seine Hände genommen, ging er wieder zu dem Priester, legte die Sachen auf dem Stuhl ab und packte das Klappmesser aus der Hosentasche. „Ach? Sonst geschieht was?“, gab er mit einem bereiten und dennoch unheimlich, freundlichen Grinsen zurück, woraufhin er auch schon nach dem ersten Fuß von Camille griff und die Achillessehne mit der Klinge durchtrennt hatte. Das laute Schnalzen war kaum zu überhören, doch konzentrierte er sich mit seinem Gehör viel mehr auf die Schreie des Mannes. Die zweite Sehne folgte direkt im Anschluss, woraufhin erneut das Schnalzen durch den gesamten Raum zu hören war. Langsam löste er sich von den Füßen Camille’s, schritt behutsam zu dem weinenden Mann vor und lehnte sich zu diesem nach unten. „Erneut ertönt mein Name aus deinem Mund und dabei dieser Gesichtsausdruck, oh Camille…“, hauchte er leise und zufrieden, ehe er vorsichtig die Tränen aus seinem Gesicht strich und ihm einen sanften Kuss auf die Lippen hauchte. Jedoch löste er sich schnell wieder, da er nicht unbedingt ein Blutbad vorfinden wollte, weshalb er sich die Nadel und den Faden in die Hände nahm und anfing die Schnittwunden wieder an seinen Füßen zuzunähen. „Bleib noch etwas tapfer, ich werde so gnädig sein und dir gleich ein paar Schmerztabletten geben. Mehr habe ich für die heutige Zeit leider nicht dabei, doch werde ich bessere Schmerzmittel für dich organisieren.“, sprach er ruhig zu dem Priester, während er einfach die Wunde weiter am Nähen war, als hätte er zuvor nie etwas anderes getan. Flink waren seine Bewegungen gewiss, weshalb er schnell mit dem ersten Fuß fertig war und zum Zweiten rüber schritt. War es nicht vielleicht jetzt angebracht ihm etwas Ruhe zu genehmigen? Ach, von wegen, Luzifer würde ihm noch etwas an Schmerzen zufügen und erst danach dürfte sich Camille etwas ausruhen. Endlich war er dann mit dem Nähen fertig, woraufhin der Dämon den Verband nahm und flink noch etwas die Naht einwickelte. Schnell schritt er dann zum Waschbecken hinüber, an dem ein Glas stand, welches er mit Wasser füllte und dann wieder mit zum Priester nahm. Aus seiner Jackentasche nahm er eine Packung Schmerztabletten, wovon er zwei Stück aus der Verpackung drückte, diese Camille direkt in den Mund stopfte und das Glas dann an seinen Mund hielt. „Es wird dir zumindest etwas helfen, also trink.“, meinte er knapp. Das Glas wieder weggestellt, als der Mann die Tabletten trank, sah Luzifer ihm direkt wieder in seine Augen. Das Klappmesser, welches er eben auf dem Bett, an seinen Füßen liegen ließ, nahm er wieder in seine Hand und fuhr mit der Klinge behutsam über den verbrannten Oberschenkel, der bereits die Stichwunde abbekam. „Halte noch etwas still, danach kannst du dir etwas Ruhe genehmigen.“, hauchte er leise vor sich hin, ehe er die Klinge fester auf die Haut drückte und mehrere einzelne Schnitte auf dieser platzierte. Die Haut seines Oberschenkels schien sogar nach jedem Schnitt noch mehr zu reißen, sowie zu platzen, aber daraus machte sich der Dämon nichts. Immer weiter schnitt er auf seiner Haut herum, bis es beinahe schon aussah, als ob ihn eine Raubkatze zerfetzt hatte. Das erste Schlachtfeld war bereits eingenommen und der andere Oberschenkel würde noch folgen, doch nicht jetzt.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Belastet war er, mit dem Wissen, dass er selbst nicht mehr als Feuerholz war - ein grauer Mensch in einem grauen Gemälde, in dem es vor grauen Menschen nur so wimmelte. Der Glaube daran, sie funktionierten einfach so, wie es die Gesellschaft von ihnen erwartete, war ein grauenhafter - so grauenhaft, wie sein ganzes Leben in ein und demselben Ton, derselben Farbe, verbringen zu müssen. Camille glaubte kaum, irgendwann eine derartige Erlösung zu finden, oder gar jemandem, der sich seiner annahm, ihn wissen ließ, dass es ihm gut ging, dass es in Ordnung wäre, einfach so zu sein, zu glauben, man wäre Niemand, der keine Fehler aufwies. In warmen Händen, mit dem abgetrennten Kopf auf dem Schoss seines Peinigers, würde er unendlichen Frieden finden, der bald nicht mehr halten würde - der keine Existenzberechtigung hatte, sobald man die Augen wieder aufschlug und realisierte, dass man all die letzten Jahre in einer Blase gelebt hatte, aus der man es gerade so schaffte, zu entkommen, weil eiskalte Krallen einem das Gesicht zerkratzten, in einem Versuch, seine Augen aus seinem Schädel zu schälen. Kalt war diese Welt, noch kälter waren ihre Ansichten, der Glaube daran, wahrhaft und in einem Stück zu sein, sondern nicht das Laib, das einem jedem geopfert wurde, damit er damit abgespeist werden konnte. Hatte er seine Aufgabe als lebender Toter, als Priester, je ernst genommen, oder war es lediglich göttliche Eingebung, sowie der Glaube, es gäbe jemanden, der ihn auffangen würde, gewesen? Camille konnte sich das selbst schon lange nicht mehr beantworten, doch wenn es etwas gab, das er noch wusste, dann war es die Tatsache, dass man ihn zurückgelassen hatte. Verlassen, um genau zu sein. Man hatte sich dazu entschieden, dass man ihn nicht mehr brauchte, dass er ausrangiert werden sollte. Camille Rufus Moreau trug einen Namen, dessen Bedeutung er nicht wusste - während er seine Eltern, seine Namensgeber, nicht mehr identifizieren könnte, egal wie lange er ihnen in ihre verblichenen, eingefallenen Gesichter starrte. Mehr als Leere gab es nicht. So wie Luzifer - mehr als Leere gab es in seinem Gesicht nicht. Wahr Emotionen existierten nicht, geschweige denn wäre er in der Lage, ihn wieder zu erkennen.

      "Ich werde mich an deine Worte halten und meine Zunge zügeln. Dir weitere Ideen zu geben, wie du mich in tausende Teile zerreißen kannst, nur weil es dir beliebt, scheint nicht sonderlich von Vorteil zu sein", schnaubte Camille. Eine Tasse Kaffee, eine Zigarette, dann ein warmes Bad - all das waren Dinge, die diese Welt in ein anderes Licht tauchten, die sie besser aussehen ließen, während so viele blaue Flecken seine bleiche Haut zierten wie die Farbe eine Leinwand. Das hier waren dennoch keine blauen Flecken mehr. Blut, Schmerz, Brandnarben und Blasen - Stichwunden - jedoch nichts, das annähernd Flecken hinterlassen würde, nicht einmal die Seile, die sich immer weiter mit seiner Existenz vereinen wollten, immer tiefer in das seine faule Fleisch schnitten. "Sähest du denn einen Vorteil darin, sie mir nochmals zu verbrennen? Würde es überhaupt so sehr schmerzen wie beim ersten Mal? Glaubst du das wirklich? Willst du dich nicht an meinem Leid ergötzen?", harkte Camille nach. Ja, tatsächlich traf er den Nagel damit ziemlich auf den Kopf, denn Luzifer schien es wohl zu lieben, seinem Gesicht dabei zu zu sehen, wie es sich im Schmerz verzerrte und wie liebliche Geräusche von seinen spröden Lippen wichen, die keinem Vogelgesang sondern dem Zwitschern eines Folteropfers glichen. Würde das hier einem Kartenspiel gleichen, dann hätte Camille kaum Chancen, ein gutes Blatt zu bekommen - und Luzifer war entweder gut darin, zu bluffen, oder hatte tatsächlich mehr Glück in seinem Leben als ein dahergelaufener Mann. "Willst du mir wirklich den Mund stopfen? Jetzt erst? Wie willst du mich dann schreien hören?" Allein die Tatsache, dass es ihn nicht so sehr angetan zu haben schien, als Camille versucht hatte, seine Stimme mithilfe seiner Zähne und seiner Lippe zu erdrücken, schien ihm nicht ganz gefallen zu haben. Wieso also das nehmen, das ihm gefiel, und die Sache uninteressanter für ihn selbst machen, wenn er alles haben konnte, was er wollte? Die Schmerzen hielten für den Moment nicht lange an, lediglich das Bewusstsein, dass seine Beine nicht mehr so mit ihm wollten, wie er es von ihnen verlangte, gab ihm schlussendlich die Gewissheit, dass der dumpfe Schmerz, den er nun verspürte - der Tränen über seine Wangen laufen ließ - nicht gut sein konnte. Genau wusste er nicht, was Luzifer mit ihm angestellt hatte - aber etwas Gutes konnte es keinenfalls sein. Im Vergleich zu seinen bisherigen Gesten war die nächste jedoch unsagbar weich, wenn nicht gar liebevoll - auch der Kuss schien nichts zu sein, der mit dem Gefühl der Macht gefüllt war. Eher Freude. Grässliche Schadenfreude. Die Ergötzung an seinem Leid. Für einen Moment nach dieser Behandlung schwieg Camille, vermied seinen Blick, nur um ihn folgendes zu fragen: "Ist es das, was du sehen willst?" - war es das denn wirklich? Wollte Luzifer sich an seinem Leid, seinem Schmerz und seiner Verzweiflung laben? Mehr gab es für ihn auf dieser Welt wohl nicht, oder? Zu erschöpft fühlte sich Camille, um sich weiter gegen den Dämon in Menschenhaut aufzuhalsen, um Widerworte zu geben. Deswegen war es schlicht und einfach ein Nicken, das auf die nächsten Worte folgte. Ruhe würde einkehren, man würde ihm endlich das geben, wonach er sich sehnte: Die Befreiung aus seinem Schmerz. Schmerz fungierte zwar als etwas, das ihn weniger fühlen ließ, doch der an seiner Ferse hatte es in sich - selbst, als Luzifer die Gnade besaß, ihn zu verarzten, verzog er sein Gesicht noch in Schmerzen, zuckte kurz, als er fertig war und sich dem Nächsten widmete. War er fertig mit seinem Spiel? Camille glaubte es kaum, selbst als man ihm die versprochenen Schmerzmittel in seinen Mund stopfte, sie seine Kehle hinunterdrängte, und alles das, ein verweinter Priester über seine Lippen bringen konnte, ein "Danke" war, das er an seinen Peiniger richtete, der ihn erst in diese Situation des unendlichen Schmerzes gebracht hatte. Einige Zeit würde es in Anspruch nehmen, bis sie wirkten, doch bis dahin gab es noch einige Zeit ab zu sitzen. Einen tiefen Luftzug später, hatte man die grässlichen Klauen wieder an seinen Beinen. "Luzifer ... bitte", raunte Camille lediglich heiser, doch seine Worte stießen auf taube Ohren, als dieser sich an seinem ruinierten Oberschenkel vergriff, ihn in ein blutiges Mosaik schnitzte, das der Haut eines zerstückelten Kadavers glich - er wollte dabei nicht zusehen, dennoch rollten Tränen über seine Wangen, Schluchzen entkam aus seiner Kehle und das ein oder andere Aufstöhnen, aufgrund des Schmerzes, fand seinen Weg durch den Raum. Camille war, definitiv, ruiniert. Nicht nur sein Geist, nun auch sein Körper. "Luzifer ... Luzifer, bitte", hauchte er erneut, als er aufatmete. Der Schmerz war teilweise dumpf, dennoch pochte er noch durch seinen Körper, heiß, scharf, spitz.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Luzifer

      Wann würde der Zeitpunkt eintreffen, dass Camille diese Schmerzen nicht mehr auf seinen Schultern tragen kann und sich selbst anfängt aufzugeben? Würde dieser Moment jemals kommen, oder würde er bis zum bitteren Ende versuchen standhaft zu bleiben? Doch eine große Rolle würde es nicht gerade spielen, ob der Priester einen starken Willen, sowie einen abgehärteten Körper besäße, denn irgendwann würde jeder einknicken, zerbrechen und zerfallen. Unmöglich sollte es sich anfühlen in seinem eigenen Körper weiter zu leben, dass wenn man in den Spiegel sah, diesen am liebsten in tausend Einzelteile schlagen würde, egal ob die eigenen Hände danach ramponiert sind, was machte dies dann schon noch aus? Das abscheuliche Abbild seiner selbst zu betrachten sollte schier qualvoll sein, Tränen sollten in Unmengen aus seinen Augen fließen, wobei der Anblick dadurch noch unangenehmer wird. Niemals könnte man sich wieder der Öffentlichkeit zeigen, seinen Körper müsste man verhüllen, sowie sein Inneres, damit keiner die Wunden aufkratzt, die gerade versuchten zu heilen. Wunden die sich versuchten von der Tortur des Dämons zu erholen und es doch niemals schaffen würden, da diese Möglichkeit nicht zur Auswahl stand. Absolut keine Wahl hatte der Priester, bis auf die, welche ihm Luzifer anbieten würde und sonderlich schön würden sie nicht sein. Vor vielen Jahren war der Dämon bestimmt ein gutherziger Junge gewesen, welcher sein Leben friedlich mit anderen Personen zusammenlebte und nicht einmal den Gedanken daran hegte ihnen Leid, sowie Schmerz zuzufügen. Doch was ist bitte geschehen, dass sich Luzifer in eine völlig andere Richtung entwickelt hatte? Lag es an der Erziehung seiner Eltern, die er in die hinterste Schublade seiner Erinnerungen verdrängt hatte? Wohl eher an seinem Vater, die Erinnerungen an ihn und seine gemeinsame Zeit mit ihm, die der Dämon anfangs noch sehr genoss, doch mit den Jahren grausam wurden. Die Zweisamkeit mit dem eigenen Vater wurde grausam, allerdings stellte sich hier die Frage, was löste dies aus?

      „Wow, du machst also Fortschritte, ich bin begeistert. Wenn du aber anderweitige Wünsche besitzt, wie etwas zu trinken, musst du es nur äußern.“, überaus freundlich kamen die Worte über seine Lippen, während er dabei Camille keine Sekunde aus den Augen ließ. Wie könnte er das Bild von diesem menschlichen Körper noch mehr verunstalten, sodass der Priester seine Schreie nicht zügeln kann und er sich wunderbar amüsieren könnte? Mehr Schnittwunden würden ihm bestimmt stehen, doch wäre dies nicht genug, es müsste mehr sein. „Du wirst es bald an deinem eigenen Leib erfahren, also spar dir deine Worte, oder möchtest du Verletzungen an Stellen, wo ich dir noch keine zugefügt habe? Alles lässt sich einrichten, da ich nun einmal vor nichts zurückschrecke, sei es noch so widerlich.“, warum harkte der Priester überhaupt nach, so als wollte er tatsächlich, dass sich Luzifer an seinem gesamten Körper vergreift und nicht eben nur an einer Stelle. Camille’s Rücken wäre doch eine wunderbare Leinwand, die der Dämon nach seinem Belieben hätte verunstalten können. Da kam ihm doch glatt eine Idee in den Kopf geschossen, welche er definitiv für später aufbewahren würde - Peitschen. „Warum denn auch nicht? Dein Winseln würde mir auch vollkommen ausreichen, deine Schreie sind einzig und allein wie die Kirsche auf einer Sahnetorte.“, meinte er lächelnd, ehe er seine Achillessehnen durchschnitt und direkt zu ihm heranschritt, sodass er ihm einen Kuss auf die Lippen hauchen konnte. Selbstverständlich war der Kuss mehr aus Schadenfreude auf die Lippen des Priesters gehaucht worden, als wegen irgendetwas anderem. Gelöst von den beinahe mit Tränen überfluteten Lippen, hörte er auf die nächsten Worte Camille’s und musste leicht vor sich hin lachen. „Natürlich, warum sonst tue ich dir das denn an?“, überkam es ihn amüsiert, ehe er auf das Nicken des Anderen einging und anfing die Wunden, an seinen Füßen zu verarzten. Dabei konzentrierte er sich voll und ganz auf seine Arbeit und nicht etwa auf das durch Schmerz verzogene Gesicht, welches gerade der Priester zog. Immerhin wollte er die Naht gut verarbeiten und kein Massaker hinterlassen, damit sich die Wunden ins unermessliche entzünden. Nach der Versorgung des Priesters, holte er noch eben das Glas mit Wasser und legte ihm die versprochenen Schmerztabletten in seinen Mund, damit er zumindest etwas Ruhe finden könnte. Das `Danke` von Camille ließ ihn kurz in sämtlichen Bewegungen stoppen, nein, es sollten keine vergangenen Erinnerungen in ihm wiederaufkommen. Verbannt hatte er diese, in die hinterste Kammer seiner Erinnerungen geschoben und doch lockte dieses Danke sie wieder hervor. Weiter versuchte er sich aber nichts daraus zu machen, da der Priester dieses `Danke` bald zurücknehmen würde, immerhin war dieses Spiel noch nicht vorüber. Warum musste er nun erneut seinen Namen nennen, kombiniert mit einem bitte, denn seine Erinnerungen hüllten sich wie gewollt in ihren gewohnten schwarzen Schleier hinein und Luzifer tat das was er am besten konnte – Leid, Qualen und Schmerzen verbreiten. Das Messer fuhr er mal qualvoll und langsam über die bereits zerstörte Haut, aber auch mal ruckartig, damit der Schmerz plötzlich kommen würde. Blut floss seinen Oberschenken runter, die Liege färbte sich so langsam in rot und die rechte Hand des Dämons tauchte sich ebenso in die Farbe des Blutes. Doch Gott verdammt, warum stöhnte er nun auch noch vor Schmerzen auf und musste erneut seinen Namen nennen? Reflexartig umschloss er das Klappmesser fester mit seiner Hand, widmete sich zuerst den Fußgelenken des Priesters und durchschnitt die Seile, welche sich so unangenehm in seine Haut drückten. Danach schritt er wieder zu seinem Kopf, wobei er direkt die Seile an seinen Handgelenken durchschnitt und kurz etwas Abstand nahm. „Stell bitte keine Dummheiten an, wenn du dir etwas Ruhe genehmigen möchtest. Ich werde dich jetzt auf meine Arme nehmen und dich in dein Schlafzimmer, hier in der Kirche bringen. Wenn ich recht der Annahme bin, befindet es sich hinter dieser leblosen Tür?“, als wären seine Worte tatsächlich fürsorglicher Natur, nahm er Camille behutsam auf seine Arme hinauf und schritt in die Richtung der Tür, die er eben meinte. Mit seinem Ellenbogen betätigte er flink die Türklinke, woraufhin er sich selbst den Einlass gewährte und langsam zu dem schlichten Bett schritt, welches nicht sehr weit entfernt war. Als bestünde der Priester aus Porzellan, so legte er ihn behutsam auf dem Bett nieder und löste sich komplett von ihm. „Bleib dort liegen, ich werde nur eine kurze Zeit lang weg sein, also stell gefälligst keine Sachen an, welche du letzten Endes bereuen wirst.“, sprach der Dämon, während er sich wieder zu der Tür begab und diese hinter sich zu fallen ließ. Das Geräusch des Schlüssels, im Schlüsselloch, ertönte, was eindeutig signalisierte, dass Camille hier eingesperrt war. Die Möglichkeit die Flucht zu ergreifen wäre absolut dumm und hirnrissig, doch machbar – empfehlenswert allerdings nicht.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”