the novis project. (Xenovia & Akira)

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    • the novis project. (Xenovia & Akira)



      There's no plan, there's no race to be run.
      The harder the rain, honey, the sweeter the sun.
      There's no plan, there's no kingdom to come.

      1970 wird, im Zuge einer archäologischen Expedition ein altes Massengrab gefunden, in welchem jede erdenkliche Leiche und jedes erdenkliche Skelett in einem türkisblauen Stein eingeschlossen ist, der zuvor noch nie gesehen wurde. Bei dem Versuch, Proben zu nehmen, entdecken die Archäologen, dass es nicht nur schwer zu sein scheint, das entdeckte Material abzubauen, sondern dass der Kern flüssig zu sein scheint, kaum gelingt es einem der Anwesenden, einen von den Kristallen aufzuschlagen und den Inhalt auf dem Boden unter ihnen zu verteilen. Seltsame, seismische Ereignisse folgen dem Event und als man die verschollenen Archäologen einige Wochen später findet, scheinen diese ebenfalls in dem gleichen Material wie die Leichen eingeschlossen zu sein - lediglich einem von ihnen ereilte dieses Schicksal nicht, dafür weißt das Blut seiner Leiche eine ungewöhnliche Verfärbung auf, sowie erschwärztes Fleisch und eine verbrannte Lunge. Nachdem eine Obduktion nichts ergab, übergibt man einige Gesteinsproben an ein Labor in der Nähe - in der Hoffnung, herauszufinden, wobei es sich hier handelt.

      Kurzerhand versuchen Wissenschaftler die unnatürliche Beschaffenheit des Gesteins, sowie den Inhalt der Flüssigkeit im Inneren zu ergründen - ohne sichtlichen Erfolg. Erst zehn Jahre später, nachdem man das Projekt eher in den Hintergrund gerückt hat, gelingt es einem jungen Forscher - Gabriel Novis - mehr über jenen Stein herauszufinden. Aus alten Schriften einer längst verblassten Zivilisation, in jener Gegend wo man das Gestein 1970 fand, geht hervor, dass es sich hierbei um "Gottestränen" zu handeln scheint, wenn man alledem Glauben schenken will. Die Gottheit, die einst über besagte Zivilisation herrschte, soll einmal alle fünf Jahre Tränen vergossen haben, die ihr Volk umschlossen, auf der Suche nach einem würdigen Nachfolger - jeder, der den Kräften nicht standhalten konnte, wurde kristallisiert und verstarb wenige Tage später in seinem ewigen Sarg, der noch immer mit den Tränen jener Gottheit getränkt war, die sich allerdings nur äußerlich erhärteten. Wie besessen von der Idee beginnt Novis, wenige Tage nach seiner Entdeckung, an freiwilligen Testsubjekten zu experimentieren, trifft jedoch nur auf Fehlschläge und ruft somit inoffiziell das Novis Projekt ins Leben.

      Gabriel Novis, der mehr als zwanzig Jahre nach der Entdeckung bereits verstorben ist, ließ, nachdem er an menschlichen Subjekten nur Fehlschläge erlitt, folgende Option offen im Raum stehen: es wäre nicht ganz verwerflich, eine Vielzahl an Homunkulus heranzuzüchten, diese noch vor ihrer "Geburt" mit einem Teil der Flüssigkeit einer Gottesträne zu injizieren und sollten sie dies überleben, beim erreichen des Erwachsenenalters erneut folgender Substanz auszusetzen, um zu sehen, ob die Möglichkeit bestünde, wirklich einen solchen Gott zu erschaffen. Hinter verschlossenen Türen widmete man sich also genau jenem Ziel, erschaffte abertausende Testsubjekte denen man schlussendlich eine falsche Identität gab, einen Chip einpflanzte und in die Welt entließ. Zwanzig Jahre nach dem ersten Testlauf schlägt allerdings nur einer von viel zu vielen Chips an; Subjekt D #0089 scheint zumindest einen Teil jener Kräfte bekommen zu haben, die jene Gottheit einst inne trug. Nach einem gründlichen Check-Up im Labor, und der Eröffnung, dass es sich bei Subjekt D #0089 um etwas ganz besonderes handelt, scheint der Homunkulus begeistert darüber zu sein. Im Labor wird er/sie von vielen der Forscher vergöttert und angehimmelt, alle Wünsche werden ihm/ihr von den Augen abgelesen - es könnte besser nicht sein, hatte er/sie doch ein Leben in Armut verbracht.

      Subjekt D #0089 scheint jedoch mehr Unglück als Glück zu haben - keine zwei Jahre nach dieser Entdeckung, bemerken die Wissenschaftler, dass Subjekt M #4706 auch auf den Chip anschlägt - und die Kapazität seiner/ihrer Kräfte größer zu sein scheint, als das Ausmaß der Fähigkeiten von Subjekt D #0089. Betrübt darüber, von seinem/ihren Thron gestoßen zu werden, schmiedet Subjekt D #0089 einen Racheplan, um Subjekt M #4706 - welche/r tot gelangweilt davon zu sein scheint, so sehr verehrt zu werden - loszuwerden. Soweit kommt es jedoch nicht - denn die Wissenschaftler scheinen ganz andere Pläne zu haben. Um zu ergründen, weswegen die beiden Subjekte als Einzige bisher Fähigkeiten der Gottheit entwickeln, und dieses Wissen eventuell auf neue Testsubjekte anzuwenden, erklärt man den beiden, dass sie seziert werden müssten. Ohne großartig nachzudenken, fliehen die beiden, nur um sich schlussendlich gemeinsam in einer Großstadt niederzulassen, in der Hoffnung, man würde sie nicht weiter verfolgen. Aber ob dem wirklich so ist? Immerhin hätte Subjekt D #0089 nun alle Zeit der Welt, Subjekt M #4706 aus der Welt zu schaffen - aber ist das wirklich, was er/sie will, wenn er/sie sein/ihr einziger Leidensgenosse ist?


      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.

    • Was war das hier, wenn nicht ein schlechter Scherz? Zuerst hatte man ihn angebetet, als ob er selbst ein Gott war, der seinen Weg auf die Erde gefunden hatte, um den nichtsnützigen Menschen, die ihn in einem Reagenzglas erschaffen hatten, einen Weg in die Freiheit zu erleuchten, und dann, keine zwei Jahre später, stieß man ihn von seinem Thron, nur weil man glaubte, jemand gefunden zu haben, der ihrem Bild des Gottes mehr entsprach, nach dem sie suchten. Ausnehmen hatte er sich von ihnen lassen, sprichwörtlich, und als sie dann angedroht hatten, ihn und sein Double zu sezieren, hatte es ihm gereicht. Menschen waren nun einmal Menschen, und Mikhail wusste, dass keiner von ihnen in der Lage dazu wäre, sich gegen sie beide zu behaupten, wenn sie denn auf einen Nenner kommen würden - etwas, das so leicht getan war, wie gesagt. Die Realisation, dass sie beide keine Lust hatten, diese Welt hinter sich zu lassen, nur damit man herausfinden konnte, aus welchen Komponenten sie bestanden, und was dazu führte, dass sie sich überdurchschnittlich entwickelt hatten, vor allem im Vergleich zu den Anderen, war eine von vielen gewesen, die nun einmal schwer wiegten. Im Wissen darüber, nicht mehr Herr über sich selbst zu sein, wenn sie wieder zu der schwarzen Masse wurden, aus der sie entstanden waren, waren sie geflohen, und hatten ziemliches Chaos angerichtet. Gerannt waren sie, bis ihre Lungen brannten, ihre Füße sie nicht mehr trugen, und die Schneemassen sie beinahe begruben. Schlussendlich hatten sie vorläufigen Frieden gefunden, irgendwo, weit weg von denjenigen, die stark daran interessiert waren, sie leiden zu sehen.

      Sich selbst ins Gesicht zu schlagen, wenn auch mit der flachen Hand, war vielleicht nicht die Schlauste aller Ideen, die Mikhail je gehabt hatte, das musste er zugeben, aber noch immer nicht ausgeschlafen zu sein fühlte sich komisch an. In der Wohnung war es wohlig warm, er selbst hatte die ganze Nacht genug Schlaf bekommen, und es waren keinerlei Laut gewesen, die ihn auch nur einmal aus diesem geweckt hätten. Am liebsten würde er seinen Kopf gegen das Waschbecken schlagen, um die Flauseln aus seinem Kopf zu vertreiben, doch das hätte zwei mögliche Resultate: das Waschbecken würde zerbrechen, und ihm würde nichts passieren, oder das Waschbecken würde zerbrechen, er würde sich dabei eine Wunde zufügen, Blut am Boden verteilen, und somit seine Fähigkeiten nutzen, die wiederum auf seinen Chip anschlugen. Wie ein angebundener Hund, mehr war er nicht, gleich wenig wie es das andere Subjekt war, mit dem er sich in dieser Wohnung beinahe schon verschanzt hatte. M #4706, was? Eigentlich war er der Auffassung gewesen, die Subjekte jener Reihe wären jünger als seine eigene, aber dabei war er falsch gelegen - stattdessen hatte man von Z bis A gezählt, nicht umgekehrt, und sich blitzschnell durch abertausende von ihnen gearbeitet. Kein Wunder, dass ein Haufen von ihnen zerfielen, bevor sie überhaupt das Erwachsenenalter erreichten. Brummend verließ er das Badezimmer, nachdem er sich selbst Wasser in sein Gesicht geschüttet hatte, um doch noch etwas klarer denken zu können - er trottete in die Küche. Ein kurzer Blick in den Kühlschrank verriet ihm, dass er zwar so leer war, wie die liebenden Worte seines Vaters, aber auch, dass das bedeuten würde, sie müssten sich bald wieder auf offene Straßen begeben. Ein Griff in eine der Schubladen über dem Kühlschrank offenbarte noch ungekochte Nudeln. Besser als nichts. Wo blieb Zoran eigentlich? Schlief er etwa noch?
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    • Zoran

      Durch Forscher erschaffte Testsubjekte waren sie, die, wenn sie denn erfolgreich über all die Jahre überlebten, sowie ihre Fähigkeiten benutzen konnten, wie ein Gott von ihren Erschaffern angesehen wurden. Bis zu jenem Zeitpunkt als jene Personen, die sie noch zuvor vergötterten, sie nach zwei Jahren sezieren wollten. Nur um am Ende noch bessere Wesen erschaffen zu können, die mehr ihrer Ansicht einer Gottheit entsprachen. Wie gut, dass sich die beiden erfolgreichen Testsubjekte nicht auf eine Sezierung ihres Körpers einließen und flohen. Zoran hatte schon das leichte Gefühlt gehabt, dass Mikhail ihn nicht besonders ab konnte, doch müssten sich die Beiden nun zusammenschließen. Gegeneinander zu arbeiten wäre durchaus kontraproduktiv, doch ob es das andere Subjekt auch so sah? Immerhin hatte ihn Zoran von seinem Thron gestoßen, als er besser eingestuft wurde als er. Jedoch besaß er kein wirkliches Interesse daran so vergöttert zu werden und doch taten sie es, was Mikhail mich höchster Wahrscheinlichkeit etwas verstimmt hat - wenn nicht sogar zu viel. Die Flucht kostete die beiden Männer einiges an Nerven, denn so liefen sie gefühlt eine Ewigkeit auf ihren schlappen Beinen, durch die Wege voller Schnee. Zoran war komplett außer Atem, seine Lunge schien ihn bald im Stich zu lassen, genauso wie seine Beine, die schon langsam anfingen zu taumeln. Schwach fühlte er sich während die Beiden geflohen sind, zudem noch etwas hilflos, da er nicht einmal seine Fähigkeiten einsetzen konnte, die hätten verhindern können, dass er einmal vor Müdigkeit gegen einen Baum lief. Ansonsten wäre er einfach durch ihn hindurch gelaufen, doch das konnte er nicht tun, sonst würde der Chip in ihm wieder anschlagen.

      In einer einfachen Wohnung kamen die Beiden unter und das Erste was Zoran tat, war sich seine Klamotten vom Leib zu reißen und sich auf ein Bett zu schmeißen. Ruhe und Schlaf war das Einzige was er gerade wollte, zu gut dass Mikhail nicht meinte ihn zu wecken, als dieser wach wurde und sich im Bad Wasser ins Gesicht schüttete. Grummelnd wurde er dennoch mit der Zeit wach, weltzte sich im Bett umher, bis er dann von diesem sich erhob. Wie sollte er nur mit jemandem klar kommen, der ihn offensichtlich nicht abkonnte? Eine genaue Ahnung hatte er nicht, doch nahm er sich zum Vorsatz ihn nicht absichtlich zu verärgern. Also nahm er sich seine Klamotten, die auf dem Boden lagen, hoch und zog sich diese langsam an, da ihm seine Beine schmerzten. Als wären sie eine halbe Ewigkeit gelaufen, so sehr zog der Muskelkater in seinen Waden, bis hoch zu seinen Oberschenkeln. Die Tür, welche zu dem Zimmer gehörte in dem er geschlafen hatte, geöffnet und direkt einen Blick in den Flur geworfen, schritt er sofort zum Bad, wo er ebenso sein Gesicht mit etwas Wasser erfrischte. Wenige Geräusche konnte er aus der Küche vernehmen, was hieß dass Mikhail wach war und wahrscheinlich etwas zu Essen suchte. Hoffentlich würde er fündig werden, denn das Knurren von Zoran's Magen würde ihn früher, oder später um den Verstand bringen. Nachdem er sein Gesicht etwas abgetrocknet hatte, ging er dann auch schon in die Richtung der Küche und erblickte seinen derzeitigen Leidensgenossen. "Guten Morgen.", kam es des Anstands halber von ihm, ehe er zu Mikhail heran trat und ihm vorsichtig über die Schulter blickte. "Nudeln also, mhm? Dem Anschein nach besitzen wir also hier nicht mehr zum Essen, was bedeutet, dass wir uns etwas suchen müssen, um über die Runden zu kommen.", meinte er noch fast im Halbschlaf, wobei er dann etwas die Schränke absuchte, um eventuell für sich fündig zu werden. Wenn sich kein Schnaps finden sollte, dann müsste sein morgendliches Ritual eben ausfallen.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Gefangen im ewigen Eis, eines Lebens, das sie so sehr suchten, beraubt - mehr wäre es für die beiden auch nicht gewesen. Entweder, sie starben auf einem eisernen Tisch, während man sie sezierte, sie ihres Lebens beraubte, und ihre erschwärzten Organe in irgendwelche Behälter packte, damit man sie später genauer ansehen konnte, oder aber sie wären zusammen mit dem Eis erstarrt, das sie umgab, und der Traum einer lebensechten Gottheit wäre nichts, als ein Traum geblieben. Amüsant war es schon, jeden Wunsch von den Augen abgelesen zu bekommen, eine Gottheit geschimpft zu werden, verehrt zu werden - und jetzt hockte er hier, an einem Ort, an dem sein Leben auch hätte anfangen können. Umgeben von normalen Dingen, ohne Diener, die meinten, sie wüssten, wonach ihr Meister verlangte - aber mit demjenigen, der sich über ihn gestellt hatte, ihn beraubt hatte, und ihm die Luft zum Atmen stahl. Mikhail glaubte kaum, dass all das hier fröhlich enden würde, doch wer wusste schon, ob er dabei nicht absolut falsch lag? Es gäbe nicht mehr als ein paar einfache Sekunden Zeit, die er bräuchte, um Zoran ein Messer in die Kehle zu rammen, oder versuchte, mit seinen Fähigkeiten etwas auszurichten. Zumindest wäre er seinen Gegenspieler dann auch los, aber er würde seine Position verraten - und noch einmal würden sie ihn nicht auf ein Podest setzen, so viel stand für ihn fest. Mehr als das, was sie vor all diesen Jahren in einem Reagenzglas erschaffen hatten, war er für sie alle auch nicht. Eine einfache Verzerrung dieser Welt und ihrer festgelegten Tatsachen - ein Etwas, das nicht existieren durfte oder sollte, das nicht funktionieren sollte.

      Wie Kinder waren sie, die von erfolgreichen Eltern abstammten, die wiederum wollten, dass ihre Sprösslinge dem Blut und dem Stammbaum der Familie alle Ehre machten. Aber so waren die beiden nicht mehr als zwei Bastarde, die aus dem Nichts entsprungen waren, wenn nicht Klone von Personen, die irgendwann einmal auf dieser Welt existiert hatten. Was genau sie waren, das konnte weder Mikhail sich selbst, noch Zoran ihm beantworten - aber es musste etwas heißen, wenn einem Organe entnommen wurden, und wenn man selbst nicht wusste, wem man im Spiegel entgegen starrte, während man versuchte, sich selbst aus einer endlosen Trance zu wecken. Sein ganzer Körper war jetzt noch durchgefroren, und doch hatte er sich dazu aufgerappelt, als Erster der beiden, die Wohnung unsicher zu machen. Sie hatten Wasser und Strom, eine funktionierende Heizung, was wollte man auch mehr? Freiheit und übernatürliche Kräfte, die man benutzen konnte. "Morgen", bemerkte er knapp, als er die Rückseite der Nudelpackung las, die er nun in seinen Händen beinahe zerdrücken wollte. Wenn er ehrlich war, wieso tat er sich das hier an? Wäre es nicht klüger, sich der Menschheit zu entledigen, sie niederzubrennen und hoffen, man täte das Richtige? Vermutlich nicht. "Ich nehme lieber Nudeln, als Staub, glaub' mir", feixte er lediglich, griff nach einem Topf und füllte diesen mit Wasser. Den Herd hatte er vorher angeschalten, auch, wenn dieses Ding definitiv zu seinen Freunden werden würde. Kaum setzte er den Topf auf der Herdplatte ab, legte er die Nudeln beiseite, und verschränkte die Arme, als er darauf wartete, dass das Wasser kochte. "Irgendwelche Ideen, was wir wegen den Chips machen? Ich kann mich schlecht selbst aufschneiden, wenn er anschlägt, sobald ich blute." Anders als das, würde es nur reichen, einmal zu weinen, um eine Reaktion aus diesem verfluchten Ding zu kitzeln. Wieso brauchte er diesen Mist?
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    • Zoran

      Warum musste man überhaupt Testsubjekte heranzüchten, sie in die weite Welt hinausschicken, bis sie entweder bevor sie überhaupt im Erwachsenenalter ankamen zerfielen, oder eben wie Zoran und Mikhail überlebten und übermenschliche Fähigkeiten entwickelten. Wie Kinder die dazu gezwungen wurden hervorragend aufzuwachsen, damit sie ihren Zweck erfüllen könnten, nur um am Ende auf einem Tisch zu landen, damit ihre Körper seziert werden konnten. Diese Forscher spielten Gott, in dem sie Wesen erschufen, welche dann selbst die Fähigkeiten einer Gottheit inne tragen sollten. Zu gut, dass die Beiden die Flucht ergriffen, vor diesen wahrscheinlichen Perfektionistin, da sie ihre Werke doch tatsächlich zerstückeln wollten, nur um Bessere aus ihnen zu erschaffen. Zoran hatte in der Zeit zuvor, bevor diese ganze Sezierungsgeschichte kam, nicht einmal die Absicht gehabt Mikhail von seinem Thron zu stoßen, oder ihm seines Raums zu berauben. Es entsprach absolut nicht seiner Art, da er viel mehr anderen Personen etwas gönnte, als sich selbst, vor allem wenn es um etwas ging, was er nicht unbedingt brauchte. Zoran machte sich nichts daraus vergöttert zu werden, oder über dem Anderen zu stehen, nein, sollte er doch all dies behalten, er benötigte es keineswegs. Niemals war es sein Ziel gewesen jemanden zu verärgern, ihm etwas wegzunehmen, oder sich gegen ihn zu stellen, nur weil derjenige ihn auf Teufel komm raus wahrscheinlich nicht abkonnte. Eventuell könnte er aber die Wogen glätten und sich somit besser mit Mikhail verstehen, damit sie friedlich auf dieser Welt überleben könnten, ohne dass sie sich gegenseitig an den Kragen gingen.

      Dass er nur ein einfaches 'Morgen' zurück geworfen bekam, war nicht gerade verwunderlich, immerhin hatten sie eine stressige Nacht hinter sich und es handelte sich nun einmal um Mikhail. "Ich kenne keinen der lieber zum Staub greifen würde, als zu den Nudeln.", gab er etwas abwesend zurück, während er nach etwas Alkohol suchte und Gott sei Dank fündig wurde. Eine verstaubte Flasche gefüllt mit Schnaps, welch Rettung für Zoran. Jedoch schien es hier nur einfache Trinkgläser zu geben, von denen er eins in seine Hand nahm, direkt auf der Arbeitsfläche der Küche abstellte, die Flasche dann öffnete und sich die Menge eines normalen Kurzen einfüllte. Schnell schloss er wieder die Flasche vor sich, ehe er mit einem Mal das Glas leer trank und wieder zu Mikhail sah. "Wenn ich wüsste wo sich der Chip bei uns Beiden findet, dann würde ich ihn mit einem Mal aus unseren Körpern scheiden, sowie direkt zerstören. Danach müssten wir aber erneut sofort abhauen und aufpassen, dass uns keiner folgt. Einen Metalldetektor besitze ich leider nicht, den ich einfach so mit mir trage. Dann stellt sich die Frage, wie wir erstmal die Position der Chips in uns herausfinden.", grummelte er letzteren Satz eher vor sich hin. Wie sollte man den sonst herausfinden, wo sich diese verdammten Chips in ihren Körpern befanden, ohne einen Metalldetektor? "Doch besitzen wir noch ein wichtiges Anliegen, was es zu klären gilt. Wie stellen wir es an akzeptabel über die Runden zu kommen? Nebenjobs annehmen? Da weiß ich aber nicht, ob uns die Forscher nicht auch einfach so suchen werden, ohne dass sie vergebens auf die Reaktion der Chips warten." Wirklich Lust besaß er nicht noch einmal gedroht zu bekommen unter das Messer zu geraten, denn beim nächsten Mal, würden sie es definitiv durchziehen, komme was wolle.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”


    • Mikhail wusste nicht mehr, welches Leben er vorzog. Das, eines Sohnes eines ärmlichen und erbärmlichen Vaters, der seinen Lebensunterhalt mit Tricksereien verdiente und ihn abends wieder mit Alkohol vergeudete - das, eines geliebten Testsubjekts, dem man alles schenken wollte, alles geben wollte, wonach es verlangte - oder das, eines armen Schluckers, der vor dem Gesetz fliehen musste und hoffte, niemals entdeckt zu werden, während er irgendwie über die Runden kommen würde. All das hier war nicht mehr als Glück, die Tatsache, dass sie es noch schafften, an einem Strick zu ziehen, und sich keinen für ihren Hals daraus zu drehen, war ein Wunder. Eines Tages würden sie noch von dieser Decke taumeln, bis die Verwesung eingesetzt war, und ihr grässliches Blut bereits erstarrt war. Würden sie auch zu Kristallen werden, oder würden sich ihre Körper selbst auflösen? Nichts weiter, als die Reaktion des Inhaltes eines Reagenzglases waren sie, keine echten Menschen, Niemand der wahrhaft existierte oder glaubte, wahrlich ein Mensch zu sein. Töricht wäre es, zu glauben, sie könnten das sein, wofür sie nie gemacht wurden, und doch war es im Moment nur das, was er sich wünschte. Das Dasein eines Gottes konnte ihm gestohlen bleiben, wenn er sein Leben in Frieden fristen konnte - sollte man es ihm nicht gestatten, dann würde es ihm auch reichen, ein Gott zu sein, der alles in Schutt und Asche legte, das ihm im Weg stand. Lust darauf, sich verhöhnen zu lassen hatte er nicht - geschweige denn glaubte er, dass es klug war, eine weitere Kluft zwischen ihn und Zoran zu treiben, wenn er versuchen würde, Rattengift in sein Essen zu mischen. Womöglich wäre etwas Anderes einfach effektiver.

      Die Verpackung riss er auf, als das Wasser kochte, und leerte die Nudeln in den Topf, den er schlussendlich auch mit einem Deckel bedeckte, während er wohl noch die nächsten hundert Jahre damit zubringen würde, auf sein Essen zu warten. Gab es hier vielleicht auch irgendetwas, das man als schlechte Soße missbrauchen konnte, oder waren es einfach ungesalzene Nudeln, ohne irgendwelche Zusätze? Vermutlich, denn auf den ersten Blick fand er nichts. "Dann nehme ich an, dass du auch keinen Staub essen wollen wirst", stellte er fest. Wenn sie schon zusammen so tief in der Hölle steckten, dann mussten sie vorerst kooperieren. Vorerst, war Mikhail's Devise. Nicht mehr, nicht weniger. Seine Augen folgten dem Anderen, während er sich tatsächlich dazu entschied, früh morgens Schnaps in seine Kehle zu gießen - Verhalten, das er kannte, und Verhalten, das er nicht leiden konnte. Lediglich seine Augenbraue zog er hoch, bevor er den Blick von Zoran abnahm. "Nun, einen Versuch ist es allemal wert. Wobei ich mir eine Unterlage suchen müsste, die auf keinen Fall organisch ist. Wenn ich auch nur einen Tropfen darauf vergieße, dann ist es aus mit uns beiden. Natürlich könnten wir auch versuchen, einfach ohne unsere Kräfte auszukommen, aber das zu kontrollieren scheint schwer", murrte er, als er sich die Schläfen rieb. Wer kam auch auf die Idee, seine Patienten zu chippen? Schlaue Forscher, die sich noch an ihrem Fleisch vergreifen wollten, so viel war sicher. "Wir dürften keinen Metalldetektor brauchen, wenn wir ertasten könnten, wo sich dieser Mist befindet. Ich glaube, ich habe dieses verfluchte Ding noch nie so gehasst, wie jetzt." Vorher hatte er es teilweise als sein Glück angesehen - als den Beweis, etwas besonderes zu sein. Aber wenn sich dieses Ding irgendwo befand, wo es unauffindbar war, dann wäre ihr Glück auch schon Schnee von gestern. "Nebenjobs, ja. Unsere Gesichter kennt hier Niemand, aber glaub' mir. Namen zu verwenden, die in offiziellen Akten aufscheinen, sind schlecht. Zumal, ich glaube beinahe, es wäre recht gut, würden wir uns zuerst dieser Chips entledigen", damit hatte Mikhail auch definitiv nicht Unrecht. Lieber ging er auf Nummer sicher, als sich zerstückeln zu lassen.
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    • Zoran

      Nichts weiter als ein einfaches Experiment waren sie gewesen, erschaffen um Daten zu liefern und um am Ende auf einem kalten Tisch zu liegen, auf dem sie unters Messer kommen sollten. Schnitt, für Schnitt würde auf ihrer Haut eintreffen, mit der messerscharfen Klinge, welche ihr Todesurteil unterzeichnet hätte. Jedes Mal, wenn Zoran nun an solch ein Szenario dachte, überkam ihn ein kalter Schauer, der sich durch seinen gesamten Körper hindurch zog und ihn gefühlt für eine Ewigkeit nicht in Ruhe ließ. Als würden die Klingen hinter seinem Rücken ruhen und nur darauf warten zustechen zu können, damit diese verdammten Forscher ihre ach so wichtigen Daten in der Hand halten könnten. Seine angebliche Mutter war ihm in all den Jahren so sehr an sein Herz gewachsen, genauso wie seine angebliche Schwester. Erschüttert war er definitiv, immerhin wurde ihm so viele Jahre in seinem Leben etwas vorgemacht, nur um dann als ein einfaches Experiment behandelt zu werden. Auch wenn er noch vor einigen Jahren dachte er könne in einer wundervoll friedlichen Familie weiterhin wachsen, da hatte er sich letzten Endes gewaltig geschnitten. Denn so war er als eine Art Gott auf der Flucht und dürfte nicht einmal seine Fähigkeiten benutzen, sonst würden sie seinen Standpunkt orten und direkt versuchen ihn festzunehmen. Natürlich könnte sich Zoran ohne Probleme wehren, allerdings lag es nicht in seinem Interesse Personen Schaden zuzufügen, oder dass alles hier an die Öffentlichkeit herangetragen wird.

      Dann würde es wohl nur einfache Nudeln geben, ohne irgendetwas dabei - wie lecker. Zu gut, dass er nicht sonderlich wählerisch war und dieses triste Essen einfach über sich ergehen lassen würde. "Nein, es wäre sehr nett von dir, wenn du mir auch eine kleine Portion abgeben würdest.", meinte Zoran mit einem freundlichen Lächeln auf seinen Lippen, woraufhin er das gefüllte Glas vor sich austrank. Gewiss war nicht jeder begeistert davon, wenn man so früh am Morgen schon Alkohol trank, doch immerhin ließ er es nach diesem Kurzen bleiben und trank keineswegs weiter. Das Glas wieder beiseite gestellt, antwortete er dann auch schon auf die nächsten Worte von Mikhail. "Da gebe ich dir Recht, lieber habe ich diesen Chip aus meinem Körper, als mich jeden Tag darum sorgen zu müssen, ausversehen sogar meine Fähigkeiten einzusetzen." Ehrlich gemeinte Zustimmung kam aus seinem Mund, ehe er zu dem Anderen rüber sah und Zoran's Magen meinte zu knurren. Gott verdammt, der Magen sollte sich noch etwas gedulden, denn die Nudeln würden nicht mehr lange an Zeit benötigen. "Ertasten? Das würde zwar etwas dauern, dennoch könnten wir es versuchen. Was bleibt uns auch anderes übrig?", entgegnete er mit einem leisen Seufzen, woraufhin er sich einmal gemütlich mit den Armen gen Höhe streckte. Zwecks der Nebenjobs machte sich Zoran schon einmal einige Gedanken, da er nicht irgendeinen Job annehmen würde, bei dem er sich wahrscheinlich auch noch den Rücken kaputt machte. "Gut, dann zuerst die Chips, dann der Nebenjob, aber... wie machen wir das mit dem Abtasten? Ich würde vorschlagen wir tasten uns so gut wie es geht selbst einmal ab, natürlich nur an den Stellen wo wir auch von alleine rankommen und dann gegenseitig? Nicht das wir diese verdammten Dinger im Rücken implantiert bekommen haben.", grummelte er beim letzten Satz etwas mehr, da er es nicht sonderlich mochte, wenn man ihn zu lange an seinem Rücken berührte. Es schien wie eine Art dummer Tick, der nicht aus seinem Kopf herausgehen wollte und immer aggressiv gegen jene vorging, die gegen diesen Tick handelten. "Apropos, haben wir überhaupt ein ausreichend scharfes Messer? Sonst wird es noch schmerzhafter, als normal, wenn wir die Chips gefunden haben sollten.", sonderlich große Lust auf Schmerzen hatte er nun einmal nicht gehabt, dann sprach auch nichts dagegen, etwas gegen diese vorzubeugen.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Diese Welt war klein, geschweige denn wirklich befüllt mit Menschen, und Mikhail wusste, dass man in eben dieser Welt nicht mehr hatte, als diejenigen, auf die man sich verlassen konnte. In diesem Moment belief sich diese Zahl allerdings auf null. Sein Vater war einer der verdammten Forscher, ein Nichtsnutz, der all diese Jahre geglaubt hatte, sein falscher Sohn würde ihm aus der Hand fressen, bis auch er in seine genetischen Einzelteile zerfiel, oder aber unter das Messer gelegt wurde. Hatten die beiden ein gutes Verhältnis zueinander? Nicht sonderlich, aber all das, was sein Vater ihm beigebracht hatte, hatte er sich zu Herzen genommen. Seine zwei Geschwister, sein Bruder, und seine Schwester, beide waren Teil dieses Spiels, und doch legte sich um sie ein grauer Schleier, durch den er nicht hindurchblicken konnte. Was war es genau, das ihn so beschäftigte? Wieso waren sie auf der Seite seines Vaters und nicht der seinen? Wieso sahen sie einander so ähnlich, auch wenn sie in der Theorie keineswegs miteinander verwandt waren? All das waren Fragen, die Mikhail sich nicht beantworten konnte, oder gar wollte. Alles, was sich seinerseits feststellen ließ, war, dass man ihn verraten und verstoßen hatte, aus ihrer Mitte gerissen, ein unpassendes Zahnrad aus einer Reihe von Zahnrädern entfernt, die versuchten, ein Uhrwerk anzutreiben. Auch mit diesem falschen Zahnrad hatte es funktioniert, aber nun lief alles besser - leichter. Ohne Mikhail, der die Balance störte, ohne ihn, der glaubte, er wäre mehr als nur eine Nummer in einem endlosen Katalog aus Nummern, aus unechten Menschen. Aus Fleisch.

      "Was auch immer, die Nudeln gehören weder mir, noch dir. Es sollte kein Problem sein, dass wir beide etwas davon abbekommen", vermutlich wäre Rattengift die beste Option gewesen - für sie beide. Natürlich, sie würden untergehen und doch auf dem kalten Tisch landen, vor dem sie sich fürchteten, doch man würde wenigstens nicht versuchen, ihnen bei vollem Bewusstsein Gewebe zu entnehmen und Organe zu stehlen, während man Knochen abbrach oder zerbrach und ihnen Körperteile absägte und an ihren Innereien herumfummelte. Allein die Vorstellung daran, nicht mehr als ein Frosch zu sein, der um sein Leben zappelte, ließ ihn kurz schlucken. Die Nudeln köchelten vor sich hin, aber Mikhail wusste nicht, ob er noch sonderlich viel Appetit hatte, nachdem er sich all das vorstellte. "Sobald ich anfange, zu weinen, warum auch immer, ist es aus mit uns. Schmerz bin ich gewohnt, aber das muss ja nichts heißen. Deswegen: Je früher wir sie los sind, desto besser für uns beide", dann könnte er Zoran auch das elendige Messer gleich in den Rücken rammen, um sich seiner zu entledigen. Welches Messer genau, das wusste er noch nicht, aber wenn daraus auch nichts wurde, dann musste eben ein alternatives Plan her. Wie überaus aufwendig. Ein kurzes Seufzen entkam seinen Lippen, als er begann, den Rest der Schubladen und Schränke zu durchsuchen, und fündig wurde. Ein scharfes, unhandliches Küchenmesser, das er prompt auf der Arbeitsfläche ablegte. "Nun, uns in die Haut zu kneifen, dürfte nicht das Problem sein. Wir sollten es nur unter keinen Umständen hier machen, wenn wir hier bleiben wollen, sondern uns einen geeigneteren Platz suchen. Oder die Beine in die Hand nehmen, sobald wir es getan haben", was hieß, sie wären erneut auf der Flucht - erneut auf der Suche nach einem Platz, fernab von hier, weit weg von irgendwo. "Das Messer hier sollte gut genug sein, wenn auch etwas unhandlich. Aber, ich würde vielleicht vorschlagen, wir essen zuerst und kümmern uns um die Details später." Wieso auch die Nudeln verschwenden? Vielleicht ließe sich die Wohnung ja auch niederbrennen, sobald sie ihre Schandtaten vollrichtet haben. Ob Zoran sich auch verbrennen ließe?
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    • Zoran

      Sie entsprachen nicht mehr als einem von vielen, die einfach in diese Welt hineingeschaffen wurden, nur damit sie diese direkt wieder verlassen konnten, sobald sie ihren Zweck erfüllen hatten. Mit einer Aufgabe die sie nicht kannten wurden sie in diese Welt gesetzt, zu ihrer angeblichen Familie, welche nur ein Schauspiel vor den Augen jeder abspielte. Warum hätte er nicht tatsächlich der Sohn, dieser freundlichen Frau sein können? Auch sie besaß weißes Haar, verstand sich äußerst gut mit Zoran und seiner angeblichen Schwester, wobei diese auch zu stark ins Bild passte. Laut deren Aussagen glich sie mehr ihrem Vater, als der Mutter, was auch auf die gefälschten Bilder zutraf. Dunkles Haar, tätowiert von Kopf bis Fuß und frech wie eine kleine Göre, obwohl sie bereits 22 Jahre alt war. Wie sehr er dieses Leben von sich vermisste, auch wenn es nicht mehr als Schall und Rauch war, der vor ihm verschwebte und langsam verschwand. Als hätte diese Seite nie von ihm existiert, so wie wenn all die Jahre mit diesen Menschen, die er seine Familie nannte, nicht mehr relevant wären. Den Zoran Beganović von vor ein paar Jahren gab es nicht mehr, denn er hatte nichts was ihn auch nur ansatzweise die Person sein ließ, bis auf seine eigene Persönlichkeit. Dennoch fehlten ihn die Menschen, die er liebte, in seiner unmittelbaren Umgebung, doch würde er diese nicht mehr an seiner Seite wissen. Müsste er eben weiter offen durch die Welt schreiten, vielleicht finden sich ja Menschen, die er zu lieben lernt und die ihm das Gegenteilige sogar entgegen bringen. Doch müsste er sich vorerst auf das Hier und Jetzt konzentrieren, damit sie nicht wirklich am Ende auf einem kalten Tischen liegen würden und ihr Todesurteil unterzeichnet war.

      Auf die Worte Mikhail's hin gab er dann dennoch keine Antwort mehr, lieber wollte er die Nudeln in sich verschlingen, als weiter über diese zu sprechen. "Dann sollten wir das wohl verhindern, sonderlich Lust habe ich nicht mich von diesen Forschern erneut fassen zu lassen, nur damit sie an unseren Körpern experimentieren können.", meinte Zoran dann etwas gereizt, als er über diese verdammten Forscher nachdenken musste, die gefühlt sein komplettes Leben auf den Kopf stellten. Warum musste es nur so weit kommen? Warum war es ausgerechnet er, der nun hier mit Mikhail stand und nicht ein anderer, wobei Zoran dann sein Leben hoffentlich friedlich hätte weiter leben könnten. Jedoch waren das alles nur Spekulationen, oder sogar nur Wünsche die er in sich trug. "Mindestens eine Stunde Fußmarsch sollten wir von der Wohnung hier entfernt sein, da wir uns leider kein Bus-, oder Zugticket kaufen können, muss das wohl ausreichen.", kam es dann etwas abwesend, als er musternd das Küchenmesser, auf der Arbeitsfläche betrachtete. Mit dem Messer könnte ihr Vorhaben durchaus klappen, jedoch schmerzhafter werden, als er normalerweise sein müsste. Doch man konnte nun einmal nicht mit mehr arbeiten, wenn man nichts besseres zur Hand hatte. "Es sollte definitiv reichen, wird schon klappen. Und ja, besser ist es, bevor die Nudeln noch kalt werden.", sprach er leicht lächelnd zu Mikhail und stellte sich zu dem Topf, in dem die Nudeln am kochen waren. Gab es hier nicht eventuell auch irgendwo einen Nudelsieb? Unbeholfen suchte er erneut die Schränke ab und wurde fündig. Zwar handelte es sich nur um einen normalen Sieb, allerdings war dieser groß genug um alle Nudeln aufnehmen zu können. Kurzerhand nahm er den Topf in die Hände, platzierte noch eben den Sieb falsch herum über den Topf und kippte diesen dann einmal über dem Spülbecken um. Hauptsache das Wasser würde sich von den Nudeln trennen, denn die schienen bereits fertig zu sein. "Kannst du eben noch nach zwei Tellern, sowie zwei Gabeln schauen?", bat er Mikhail direkt, da der Dampf von dem Wasser sich zu seinem Gesicht hoch zog, weshalb er für die wenigen Sekunden seine Augen schloss.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Kuznetsov. Was klebte an diesem Namen, außer Lügen, abertausende von ihnen, eine Existenz, die nicht wirklich die seine war? Wer war Mikhail Kuznetsov, wenn nicht der Traum einer Person, die nicht mehr klar denken konnte? Das Kind, das nie existierte, der junge Mann, der nie war - lediglich der Gott, der wurde, bis er fiel, tief, schwer - betrogen von denjenigen, die ihm weiß machten, er sei so viel mehr - er verdiente so viel mehr - als das, was ihm sein bisheriges Leben geboten hatte. Niemand war er gewesen, der solche Dinge anzweifeln würde - er sehnte sich nach Wärme, nach Liebe, nach jemandem, dem er wirklich vertrauen konnte - keinem Vater, keiner Schwester, keinem Bruder. Keiner inexistenten Mutter. Keiner Forschungseinrichtung. Wärme war es, nach der er auf dieser kalten, grauen Welt suchte - mehr, als diese Welt ihm geben wollte, mehr als sie hergab, herschenkte. Nachdenklich war er noch nie, seine Entscheidungen fielen rasch, dafür spontan. Gleich wie die, die Beine in die Hand zu nehmen, zu fliehen, dem Skalpell zu entgehen und sein restliches Leben - wenn man es denn so nennen konnte - in einem Reagenzglas zu fristen, aus dem er gekommen war. Wer war Mikhail Kuznetsov, wenn nicht eine Einbildung, ein Albtraum für diejenigen, die sich nun damit einfinden müssten, dass er auf ihr Blut aus wäre, sobald er Zeit hätte, sie ausfindig zu machen? Würde er ihre Köpfe, so feinsäuberlich wie Knospen von Frühlingsblumen, pflücken, dann hatte er alsbald ein Bouquet aus mindestens drei von ihnen. Forscher, die es gewagt hatten, ihre schmierigen Hände auf seinen Körper zu legen, hatten keinen Platz in dem Blutstrauß, den er verschenken wollte. Gleich wenig, wie es Zoran tat - jemand, der genau wusste, wie betrogen er sich fühlte. Wie verloren. Zurückgelassen. Getäuscht. Mehr als Außenseiter, die zueinander passten, waren sie nicht.

      "Wer weiß, was genau sie versuchen werden. Ich weiß zumindest, wie ein Teil meiner Organe aussieht - sie verkaufen zu wollen, scheint nicht gerade die beste Entscheidung zu sein - ich denke nämlich nicht, dass irgendwer Abnehmer dafür finden wird. Ich denke eher, dass sie wahrhaft ergründen wollen, wieso wir uns so entwickelt haben, wie wir es getan haben", seufzte er, fuhr sich dabei mit einer seiner Hände durch die Haare und überlegte. Genau, was hatte sein Vater ihm gesagt? Seine Organe waren es nicht wert, auf dem Schwarzmarkt verkauft zu werden. Pechschwarz waren sie, beinahe so, als wären sie verkohlt - zerfressen von dem Rauch eines Großbrandes. Unbrauchbar. So dunkel wie die Abgründe, in die jene Forscher gefallen sein mussten, um sich dazu entscheiden, einfach so falsche Menschen heran zu züchten. "Mit dem Messer losmarschieren, und diese Chips aus den Körpern schneiden, sie wahlweise zerstören und dann so schnell es geht wieder verschwinden? Scheint mir nach einer soliden Ideen", egal wohin sie gehen würden, man würde sie erwischen, weswegen es lediglich die Möglichkeit gäbe, zu hoffen, sie würden sich nicht zu sehr verletzen und wären dafür gewappnet, dem ein oder anderen Angriff stand zu halten. All dies schien für ihn mehr als surreal. Mit einer kurzen Bewegung, einem schellen Schritt, riss er die Schränke und Kästen auf, suchte nach Besteck, nach Tellern - nach etwas, das die beiden nun mehr oder weniger benötigen würden, um nicht vor der Spüle stehen zu müssen, und einfach Nudeln aus einem Sieb zu essen. Kaum war er fündig geworden, stellte er diese neben Zoran ab. Dann rieb er sich erneut die Schläfen. "Weißt du, was ich mich schon die längste Zeit frage? Wie viele hundertausende von Testsubjekten haben sie erschaffen? Und wieso nur wir beide von allen?"
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Zoran

      Würde es jemals Ruhe und Frieden für jemanden geben, der ständig auf der Hut sein müsste, sowie darauf zu achten hatte, was er gerade tat? Als würde eine Raubkatze zwei Laborkaninchen jagen, versuchen sie auf Teufel komm raus zu fangen, nur um sie am Ende in Einzelteile zerstückeln zu können und sich an ihrem Fleisch, Blut und was nicht sonst alles so wichtig war, zu laben. Warum musste man ausgerechnet seine Finger in die natürliche Laufbahn des Menschen werfen und Testsubjekte erschaffen, die dieser keineswegs entsprachen und keine leiblichen Eltern besaßen. Zoran fühlte sich ausgenutzt, da sein gesamtes Leben nur den Sinn hatte, Forschungsdaten zu liefern, damit man mit diesen bessere Subjekte hätte erschaffen können. Hätten die Beiden nicht die Flucht ergriffen, wären sie mit höchster Wahrscheinlichkeit bereits tot und andere Subjekte in der Mache. Wie viele sie bereits wohl schon in diese Welt hinein erschaffen haben und diese Erzeugnisse, noch bevor sie ins Erwachsenenalter kamen, einfach so starben? Grausam – jedoch für die Forscher absolut irrelevant, weil für sie lediglich das Ergebnis ihrer Forschungen zählte und nicht etwa das Wohl ihrer erschaffenen Subjekte. Sein gesamtes Leben wurde ihm vorgegaukelt, genauso wie seine Familie, die nicht seine wahrhaftige war. Derzeit fühlte es sich so an, als ob er von allem und jedem verlassen wurde, sodass sich eine gähnende Leere in ihm breitmachte und ihn wahrscheinlich bald einnehmen würde. Vielleicht würde sich dann sogar der sonst so weltoffene Zoran zurückziehen, in sich hineinkehren und niemanden mehr an sich ranlassen. Wem würde dies schon schaden oder gar interessieren? Es gab keinen mehr in seinem direkten Umfeld, der auch nur ansatzweise den Kontakt mit ihm pflegte, bis auf die Forscher, doch sollten die lieber in der Hölle schmoren.

      "Genau möchte ich das auch nicht wirklich wissen, immerhin habe ich nicht vor noch einmal auf diesen kalten Liegen zu landen, nur damit sie die Chance besitzen mich aufzuschneiden und ja, dann lassen sich die Organe von uns Beiden nicht gerade gut verkaufen.", grummelte er etwas nachdenklich und fuhr sich daraufhin etwas über die Schläfen. Warum verdammt musste dies alles so kommen, wie es gerade derzeit war? "Gut, dann hätten wir das auch vorerst geklärt, trifft sich auch besser, wenn wir vorher etwas essen, mein Magen bringt mich noch um.", meinte er, wobei Zoran danach seufzte und sein Magen bereits Alarm schlug, da er erneut laut knurrte. Wann hatte er denn zuletzt eine feste Mahlzeit zu sich genommen, denn laut seinem Magen war dies eine ganze Weile her, so laut wie dieser knurrte. Das Wasser hatte er mit dem Sieb von den Nudeln getrennt und Mikhail hatte dann auch bereits zwei Teller, sowie Besteck aufgetrieben. Kurzerhand nahm Zoran sich das Sieb in die Hand, als er den Topf beiseite gestellt hatte und nun die Nudel gerecht auf den Tellern verteilte. "Wahrscheinlich Unzählige. Ich möchte es mir nicht einmal vorstellen, was wohl mit denjenigen passiert, die nicht so gute Resultate erzielen, wie wir beide.", fing er an zu antworten, stelle allerdings zuvor dann noch das Sieb ab und schob Mikhail seinen Teller etwas mehr zu ihm. "Doch warum ausgerechnet nur wir beide von allen anderen, kann ich dir beim besten Willen nicht beantworten. Lieber würde ich ein normales Leben bevorzugen, als ein in dem ich meinte, dass mein Leben normal ist, im nächsten Moment wie ein Gott behandelt werde und dann für nichts weiter gut bin, als auf einem kalten Tisch zu landen, nur damit man meinen Körper aufschneiden kann und all dies nur, um noch bessere Subjekte in die Welt setzten zu können.", grummelte er etwas, fing dann jedoch an zu essen, da ihn sonst tatsächlich noch sein Magen umbringen würde. "Bereust du es ausgerechnet mit mir geflohen zu sein?", natürlich hatte Mikhail keine andere Person mit der er hätte fliehen können, doch hätte er Zoran ebenso dort zurücklassen können, sodass ihn sein Schicksal eingeholt hätte.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Sie waren nicht sie selbst. Sie selbst existierten nicht. Lediglich Eigentum, an dem man sich vergreifen konnte, wenn man wollte - nichts weiter als ein Stück Fleisch, dessen eigener Wille auf ein Minimum reduziert war. Waren sie nicht mehr als ein Stück Masse, das entstanden war, weil man noch so viele Dinge erforschen wollte, aber weil man es als ethisch nicht vertretbar empfand, wahrhaftige Menschen in einen Haufen Elend zu verwandeln? Stattdessen nahm man sie - diejenigen, die ausrangiert wurden, in die weite Welt gesendet, in der Hoffnung, sie würden sich als jemand oder etwas beweisen. Florieren, existieren. Mikhail entstand aus dem Erbgut von Personen, die er nicht kannte - war Niemand, der er sein sollte, sondern lediglich ein fälschliches Bild, das dazu existierte, um diejenigen, die weniger Glück in ihrem Leben hatten, hinter das Licht zu führen. Mikhail redete sich selbst oft genug ein, dass er ein Mensch war - jemand, der allerhand Berechtigung hatte, nicht als Unmensch betitelt zu werden - als Gott, der über ihnen allen stand, der sie alle von ihrem Leid befreien könnte, wäre er nur ein kleines Stück anders geworden, stärker, kräftiger - ansehnlicher. Man hatte ihm oft genug eingetrichtert, dass er ihr aller Stolz war, ihr König - ihre Hoffnung. Dennoch, was war daraus geworden? Nichts als leere Versprechen hatte man an diesem Tag an ihn gerichtet - hohle, stumpfe Worte, die es nicht weiter verdient hatten, ausgesprochen zu werden. Er selbst hatte sich von ihnen bezirzen lassen, glaubte, die Worte über sein Glück, über Freundlichkeit wären wahr, und alles was er dagegen tun konnte, war seinen Kopf zu senken und auf die bittersüßen Worte, die ihnen wie Honig aus dem Mund tropften, zu hören. Was genau war es denn, wenn nicht die Tatsache, dass er sein eigenes Leid dadurch nur verlängerte? Die Hölle auf Erden war es, während er ihnen allen das Blaue vom Himmel mit gelogenen Worten in die Hände zauberte.

      "Vielleicht hätte ich sie wenigstens umgebracht, wenn sie mich aufgeschnitten hätten. Gewusst haben sie es nicht wirklich, aber ich glaube kaum, dass sie diese Reaktion meines Blutes nicht vielleicht doch einkalkuliert haben", sein Lachen klang kalt, wenn nicht sogar heiser, und doch bahnte es sich seinen Weg nach oben, aus irgendeiner Hölle, während er den Kopf in den Nacken legte und die Decke über ihnen anstarrte. Weiß mit einem Hauch von Staub und vielen Spinnweben. Kein Wunder. Sie beide waren wohl kaum Gäste, die man erwartet hatte - und diese Wohnung war kaum ein Ort, die so aussah, als hätte man sie bald bezogen - sie wirkte leer, halbfertig. "Deiner auch? Dann sind wird zwei", würde Zoran's Magen so gnädig sein, ihn von innen heraus zu verdauen, dann müsste Mikhail sich keine Gedanken mehr darum machen, wie er ihn umbringen würde, oder wo er die Leiche bis auf alle Ewigkeiten versteckte, so dass man ihm in den nächsten Jahrzehnten nichts mehr aufhalsen konnte, egal wie sehr man es auch versuchen würde. Wäre er selbst überhaupt noch am Leben, wenn er Zoran das seine stahl? Kampflos würde keiner von ihnen aufgeben, doch Mikhail hatte nicht vor, auch in unendlichen Schneemassen sein Ende zu finden, bevor er nicht als Gott gelebt hatte. "Sie zerfallen in ihre Einzelteile, wenn sie absolut instabil sind ... was den Rest angeht, ich denke, ich erspare dir die Vorstellung", gesehen hatte er sie. Zerstört und verstört, aufgerissene Augen und Münder, fehlende Gliedmaßen, fehlende Organe - zu viele von ihnen. Prompt stach er, lustlos, in seinen Nudeln herum und seufzte, bevor er die Gabel zu seinem Mund führte und aß. "Dieses Rätsel werden wir zu zweit wohl nicht lösen können, ich glaube aber auch nicht, dass man uns großartig dabei helfen kann oder wird, Antworten zu finden - vielleicht sollen wir sie einfach selbst finden? Und na ja, mehr als Fleisch sind wir für sie nicht - Experimente, an denen sie sich vergehen können, weil wir ihr Eigentum sind, und so sehr ich es hasse, sie haben vorerst recht", brummte er, während er erneut die Nudeln auf seiner Gabel aufspießte und Zoran dabei anstarrte. Was würde schmerzen? Wie konnte er ihn so schnell wie möglich loswerden? Vielleicht saß sein Chip an einem ungünstigen Fleck? "Ich bereue, dass ich mich von ihnen blenden ließ. Ohne dich wäre ich wohl kaum noch in einem Stück."
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    • Zoran

      Eine Vielzahl an unbedeutenden Person gab es auf dieser verkommenen Welt, doch wer entschied darüber wer unbedeutend war und wer nicht? Nicht mehr als ein Schandfleck waren sie alle, welche die Natur um sich herum zerstören und bei dieser Zerstörung absolut kein Ende fanden. Da musste es nun sogar schon so weit kommen, dass man 'Menschen' erschuf, die göttliche Fähigkeiten besitzen sollten, nur um diese für weitere Tests zu benutzen, damit man noch bessere Testsubjekte hätte erschaffen können. Gegen den natürlichen Lauf der Dinge stellten sich bereits etliche Forscher und keiner schien diese aufzuhalten, da die Meisten von diesen neuen Entdeckungen geblendet waren. Geblendet davon bessere und neue Dinge auf dieser Welt zu entdecken, oder sogar zu erschaffen, nur damit das Leben von einem selbst vereinfacht wird. Immer mehr Technologie, Gentechnik und was es nicht sonst alles gab, wurde weiter entwickelt, doch warum konnte man die Natur nicht so belassen, wie es normalerweise vorgesehen war? Wenn man an die vergangene Zeit zurückdachte, wie einfach doch das Leben schien und wie sehr man jetzt immer mehr nach Fortschritt strebte. Die Finger sollte man lieber von solchen Dingen lassen, bei denen man definitiv Gott spielen wollte, sowie würde und seine Krallen so weit in die Haut der erschaffenen Subjekte bohrte, sodass diese bald kein Blut mehr in sich tragen würden. Ausgesaugt von den eigenen Erschaffern, weil dies ihr vorgeschriebenes Schicksal war und doch würde sich Zoran keineswegs diesem hingeben. Niemals würde er aufgeben und mit sich Dinge machen lassen, die er auf keinen Fall wollte, da konnte dieses Schicksal noch so sehr vorgeschrieben sein. Denn von wem bitte war dieses Schicksal vorgeschrieben? Nicht etwa von einem Gott oder seiner eigenen Eltern, denn so etwas besaß er nicht. Nein, das Schicksal wurde von Forschern vorgeschrieben, die er ohne großartige Anstrengung hätte töten können. Allerdings ist er kein Monster, lediglich ein einfacher junger Mann, der sein Leben in Frieden leben wollte - vergönnt schien es ihm.

      "Lieber weiß ich dich gerade lebend an meiner Seite, als dich tot, sowie die Forscher. Doch der Tot könnte sie von mir aus dennoch ereilen, allerdings nicht durch meine Hand, immerhin möchte ich mir nicht das Recht herausnehmen über ihr Leben zu walten.", kühl klangen seine Worte, während er auf die Nudeln starrte und dabei etwas in Gedanken versank. Warum nahm er sich nicht einfach dieses Recht? Murrend schüttelte er bei diesem Gedanken den Kopf, ehe er schwach lächelte und zu Mikhail sah, doch schwand dieses Lächeln schnell, als der Themawechsel einschlug. "Wie grausam... und ja, die Vorstellung kann mir durchaus erspart bleiben.", langsam senkte er den Kopf etwas gen Boden, als ihm diese Bilder durch den Kopf schwirrten. Zoran selbst hatte das Glück gehabt nicht so instabil zu sein, wie die anderen Testsubjekte. Erleichtert war er darüber alle Male, doch ging es ihm trotzdem ziemlich nahe sich dies vorzustellen, sich vorzustellen wie ihre Körper einfach so zerfielen. Nachdem er den einen Teller zu Mikhail schob, widmete er sich dann auch schon seinem Eigenen und begann langsam zu essen. "Die Zeit dazu besitzen wir ja immerhin, warum also nicht? Und ja... Recht haben sie zwar vorerst damit, dennoch gibt ihnen das nicht das Recht über uns zu walten, wie sie es für angenehm halten.", grummelte er etwas, als er die nächste Gabel mit Nudeln in den Mund schob und diese verschlang. Der Teller von Zoran war dann allerdings plötzlich leer - hatte er tatsächlich so schnell gegessen? Sein Magen knurrte nun auch nicht mehr, das war zumindest ein Anfang, mit dem man arbeiten konnte. "Dann sind wir in der Hinsicht auch zwei.", lachte er leise und fuhr sich einmal wie in Zeitlupe durch sein Haar, ehe er leise seufzte. Beinahe unbewusst fing er dann an sich an seinen Unterarmen abzutasten, da sein Chip überall hätte platziert sein können und so hatte er auch etwas in der Zwischenzeit zu tun.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Wüsste man über all die Katastrophen in dieser Welt bescheid, würde der Mensch auch nicht anders handeln, als er es tat. Was scherte es einen Bürger auch schon, wenn jemand - irgendwo im nirgendwo - starb? Nichts, denn es betraf sie nicht, bis zu dem Zeitpunkt, an dem all das anders war - an dem es doch der Fall war. Erst dann machte man sich Sorgen um diejenigen, die schon viel früher litten, die für einen gestorben waren - an all diejenigen, die ihr Leben gelassen hatten, während man über sie hergezogen war, weil man glaubte, dass es so für einen gut gewesen war. Viele von ihnen zerfielen, da waren sie noch kein Jahr alt - andere von ihnen zerfielen im Kindheitsalter, wiederum andere waren jedoch nicht so glücklich und zerfielen einfach. Ein klinischer Albtraum, das wurde aus ihnen. Töten konnte man sie nicht, weil man sich sonst mit dem giftigen Blut des eigenen Experiments besudeln würde, weil man damit seine eigene Forschung zerstörte - kein Wert passte, keine Konserve half. Lediglich das ruhige Piepen des Herzmonitors, der immer wieder den Weg zu einem Nullpunkt, zu einem geraden Strich fand, sich aber von selbst wieder normalisierte. Mikhail und Zoran waren die Wenigen, die kein schlimmeres Schicksal ereilt war, als die eventuelle Angst davor, eines Tages aufgeschlitzt und ausgeweidet in einem Müllcontainer zu landen, während rote - oder blaue - Körpersäfte den Untergrund beschmutzten, kristallisierten, und dann das Leben eines manchen Forschers zu einer lebendigen Hölle machen würden, die niemals wieder ein Ende fand, egal wie sehr man es doch versuchte. Wieso also diejenigen, die nicht an ihren eigenen Kräften erstickten, bestrafen und ihnen das Leben rauben, wenn sie diejenigen waren, denen man keine lebenserhaltenden Maßnahmen zuführen musste - stattdessen bestrafte und quälte man die Fehlschläge damit, lebendig zu bleiben, anstatt sie dorthin zu geleiten, wohin sie gehörten: Unter die Erde.

      "Dann nehme ich dir das Morden gerne ab, sollte es jemals so weit kommen. Natürlich, ich sollte Menschlichkeit waren, bin ich doch nicht viel mehr als das ... wobei, ich bin in einem Reagenzglas entstanden, wie menschlich bin ich wirklich?", murrte er, als er weiterhin lustlos in seinen Nudeln herumstocherte. Gab es hier wirklich NICHTS außer dieser dreimal verfluchten Packung Nudeln, die er nicht einmal ordentlich salzen konnte? Von was sollte Mikhail leben? Eben diesen, grässlichen Nudeln? Nein, danke. Da würde er sich lieber Dinge von den Forschern andrehen lassen, die keineswegs kochen konnten, aber ihm zuliebe wenigstens versuchten. "Ich frage mich, ob sie wirklich Götter züchten wollen, oder nicht lieber doch Goldfische, über die sie bestimmen können, wie sie möchten", war seine Antwort, als er sich eine weitere Gabel Teigwaren in den Mund stopfte. Ach, was würde das auch noch werden, wenn kein schlechter Scherz. Murrend verschlang er den letzten Rest der Mahlzeit, nahm die beiden Teller, steckte sie in die Spüle und begann, diese abzuwaschen. Besser jetzt Beweise beseitigen, als später, wenn sie keine Zeit mehr dazu hatten. "Hier haben wir alle Zeit der Welt, wir müssen lediglich wissen, wie wir sie totschlagen wollen", kam es sofort aus seinem Mund geschossen, als er den nassen Abwasch in der Spüle zurückließ, begann, seine Arme und seine Schultern abzutasten, und nicht fündig wurde. Grummelnd begann er, in seinem Gesicht, an seinem Nacken und an seinem Hals zu tasten - auch seinem Kopf. Nichts. "Ich glaube, wir werden noch eine ganze Weile zwei sein", lachte er, eher gehässig als freundlich, und begann, sein schwarzes Hemd aufzuknöpfen. Was blieb ihm auch Anderes übrig? Sein Oberkörper wäre wahrscheinlicher, aber wenn Mikhail nur wüsste ... "Und? Hast du irgendwas?"
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    • Zoran

      Erschaffen und aus seinem Reagenzglas entstanden, mehr waren sie nicht und würden es auch nie sein. Selbst wenn sie es sich oft hintereinander einreden würden, es änderte nichts daran wer, oder was sie sind. Sollten sie ihre Namen ablegen, ein neues Leben anfangen und so tun, als würde ihre Vergangenheit nicht existieren? Ob dies eine angemessene Lösung wäre wüsste Zoran nicht, doch war es eine die man in Erwägung ziehen könnte, wenn sich kein anderer Ausweg mehr bieten würde. Ohne jegliche Hilfe müssten sich er und Mikhail durch die derzeitige Situation schlagen, bis sie an einem Punkt angekommen wären, an welchem sie nicht mehr hätten fliehen müssen. Unfair schien das Leben zu sein in dem sie sich alle befanden, ein mancher wurde mit einem besseren Schicksal in diese Welt hineingeboren, natürlich hätte dieses sich auch schlagartig ändern können, aber dennoch geht es jenen Personen zumindest anfangs sehr gut, wobei andere Personen von Anfang an ein miserabeles Leben führen. Zoran kam an einem Punkt an, an dem er sich zu viele Gedanken über sein eigenes Leben machen musste, da er nicht einmal ein normaler Mensch war. Er hatte keine Familie, keine Freunde, oder eine wahrhaft reale Vergangenheit, nein, da all dies zuvor auf einer Lüge basierte, die nur für den Sinn und Zweck einer Forschung aufgebaut wurde. Warum musste man sich in die natürliche Laufbahn eines menschlichen Wesens werfen, sodass man es nicht mal mehr als solches betiteln konnte. Aus einem Reagenzglas sind sie entstanden, weshalb sie eigentlich nicht einmal eine Existenzberechtigung hatten und doch atmeten sie. Am Leben waren sie, während das Blut durch ihre Körper floss, ihr Herz in der Brut schlug und ihr Verstand, wie er sollte, funktionierte. Jedoch waren sie keine Versuchskaninchen mehr, zumindest hatten sie sich von dieser Bezeichnung getrennt. Niemals sollten die Beiden jemals wieder auf einem kalten Tisch landen, es sei denn, es handelte sich hierbei um ihren Leichnam.

      "Ein guter Einwand. Ich denke nicht, dass wir uns auch nur ansatzweise als Menschen betiteln können, da wir nur wie welche aussehen.", bedrückt kamen die Worte über seine Lippen, jedoch mehr als er es eigentlich wollte. Nichts weiter als erschaffene Testsubjekte waren sie und mehr würden sie auch wohl niemals sein. "Goldfische wären definitiv die bessere Option gewesen, da diese zumindest keine Gegenworte bringen, oder sich nicht wehren. Hierbei haben sie sich allerdings gewaltig ins eigene Fleisch geschnitten. Naive Bastarde.", knurrte er leicht, während er sich weiterhin Nudeln in den Mund schob und diese so schnell er konnte aß. Dass sein Magen ihn noch umbringen würde wollte Zoran keineswegs, da war es ein Leichtes all diese Nudeln einfach so herunterzuschlingen. Nachdem er aufgegessen hatte, blickte er verwundert zu Mikhail, der doch tatsächlich den Abwasch machte, während Zoran seine Arme am abtasten war. "Darüber können wir uns ja noch Gedanken machen, doch vorerst suche ich diesen verdammten Chip. Wo sie die wohl eingepflanzt haben?", murrte er, woraufhin er weiter seine Arme abtatstete und dann kurz überrascht zu Mikhail sah. Natürlich hatte er keine andere Wahl als sein Hemd auszuziehen, da der Chip überall hätte sein können, weshalb Zoran es ihm gleich tat. Mit einem Mal zog er sein Shirt aus, legte dies beiseite und tastete dann langsam seine Brust ab. "Nein, bisher habe ich nichts ungewöhnliches gespürt, doch kann sich der Chip nun einmal überall befinden, da wäre es ein Glückstreffer, wenn sich meiner bereits an meinen Armen befindet.", meinte er dann etwas schulterzuckend, während er von seiner Brust, bis zu seinem Bauch hinunter tastete. Jede verdammte Stelle an seinem Körper durfte es sein, allerdings nicht sein Rücken. Unangenehm fühlten sich dort jegliche Berührungen an, weshalb er niemanden mehr an diesen heranließ. "Hast du schon etwas gefunden?", gedankenverloren kamen die Worte aus seinem Mund, in der Hoffnung sie würden die Chips bald finden.
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    • Lebte man oder existierte man? War es im Sinne aller, wenn man jemand wurde, der abgespalten von all den Dingen leben konnte, die einen plagten? Oder war es einfach nur schön, wenn man behaupten konnte, für den Moment und für die Sekunde zu leben, zu existieren, weil man es als nötig erachtete, sich als vergänglich zu klassifizieren? Lebte man, nur weil man erschaffen wurde, oder lebte man, weil man sich Gedanken darüber machte, wieso sich jemand das Leid und die Schmerzen antun würde, um ein Kind zu gebären, das viel eher aus einem mit Wasser gefüllten Tank entfernt wurde, als aus irgendetwas anderem? Wieso hatte man sie gezüchtet? Nur, um sie schlussendlich zu zerstückeln, dann, wenn sie realisiert hatten, dass jede Berührung auf ihrer feinen Haut brannte, dass es doch Gefühle gab, und dass ihr Gehirn genau wie das ihrer "echten" Artgenossen funktionierte? Waren sie deswegen weniger wert, waren sie einfach nur ein Organlager, oder vielleicht doch nur so etwas wie Haustiere, die man sich halten würde, sobald all das in Mode gekommen war? Was war es, wenn kein Zweifeln, dass auch er einen Platz in dieser verkorksten Welt hatte? Das Leben hatte man ihnen geschenkt, nur, weil man es wollte - und nehmen würde man es ihnen auch, nur weil man der Meinung war, sie verdienten nicht mehr, als auch das letzte Stück an Menschlichkeit aus ihrem Fleisch gerissen zu bekommen, weil ihre genetische Beschaffenheit ein Rätsel war? Mancher Mensch glaubte, sich für das Wohl von Tieren einzusetzen, wenn er diese nicht aß, sondern sich nur von Pflanzen ernährte - und doch, sie waren so facettenreich. Andere von ihnen ernährten sich ausschließlich von ihren Artgenossen - brachen ihnen das Genick, rissen ihnen die Augen aus dem Schädel, schnitten ihnen die Zunge ab und zogen ihnen die Zähne - egal wie viel Blut sie vergossen, für sie war es nichts, an dem sie Reue verspüren sollten. Wieso also sollte er glauben, im Unrecht zu sein?

      "Ein Wolf im Schafspelz, mehr sind wir wirklich nicht - auch, wenn wir den Schafen oft genug zu sehr ähneln", murrte er noch knapp. Mikhail wusste, das es ihnen nichts bringen würde, sich weiterhin darauf zu verlassen, dass sie den Tag danach noch erleben würden. Einen falschen Schritt würde es brauchen und sie würden fallen - immer weiter, immer tiefer, bis sie von den spitzen Steine am Boden der Tatsachen durchbohrt wurden, die ihnen weißzumachen wussten, dass sie nicht menschlich waren: Denn diesen Fall würden sie überleben, egal wie sehr sie es versuchen würden. Mikhail war keinen falls unsterblich, doch das Wissen, seine Knochen würden gar nicht erst brechen, bestärkte ihn in einem - seiner Unmenschlichkeit. "Nun, manch ein Wissenschaftler ist eben von dem Gedanken besessen, etwas zu erschaffen, das besser ist als ein normaler Mensch. Es sei dahingestellt, ob er damit ein Monster oder einen Goldfisch mit fünf Beinen meint", kam es aus seinem Mund. Allein der Gedanke an einen fünfbeinigen Goldfisch schien absurd und größenwahnsinnig. Was gab es in ihrer verkorksten Welt auch schon, das es eigentlich nicht geben sollte? Wahrscheinlich Liebe, Zuneigung und das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden. Wer waren sie schon, wenn keine schlechten Kopien? "Wahlweise irgendwo. Ich kann dir nicht sagen, ob sie uns den Chip überhaupt schon eingepflanzt haben, als wir menschliche Züge angenommen haben - meine These ist, zumindest, dass sie alle irgendwo verstreut sind, weil sie in eine unförmige Masse mit dem Blut eingespeist haben", was in diesem Fall vielleicht bedeuten könnte, dass er nicht unter der Haut lag, sondern in irgendein Organ eingewebt war. Aber das schien unwahrscheinlich, würde es in dem Fall doch auch nur zu Komplikationen und einem frühzeitigen Tod führen. Flinke Finger tasteten sein eigenes Gesicht und seinen Hinterkopf ab, wanderte nach unten, vergriffen sich in seinem Hals, nochmals an den Schultern, am Brustbein, am Schlüsselbein - überall, irgendwo, bis er sich selbst in die Seite kniffe. "Nein, du?", raunte er, unzufrieden. Vielleicht an seinem Rücken? Nun, das hatte Zeit für später. Beinahe knurrend entledigte er sich seines Gürtels. "Also, ich weiß nicht wie es dir geht, aber das letzte Mal habe ich mich im Sportunterricht so entblößt", und das war auch schon einige Jahre her. Wenn er könnte, würde er sich selbst verfluchen, aber anstatt großartig darüber nachzudenken murrte Mikhail lediglich und setzte sich auf die Küchentheke, als er begann, seine entblößten Beine abzutasten - wenigstens konnte er seine Unterwäsche dafür anbehalten - und wurde nicht fündig. Glaubte er zumindest. Entlang seiner Beine war nichts, zumindest auf der Außenseite. Dass dieser verfluchte Chip an der Innenseite seines linken Oberschenkels saß, war wohl der Höhepunkt dieser Tragödie. "Willst du mich eigentlich verarschen!?"
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    • Zoran

      Sterne gab es in Massen am dunklen Himmel zu sehen, sodass man sich meist nicht einmal für einen entscheiden konnte, da alle doch so gleich schienen. Mal war einer etwas größer aus unserer Sicht, oder eben kleiner, aber was war denn den Unterschied zwischen all diesen Sternen? So war es für Zoran auch bei den Menschen auf diesem Planeten, denn immerhin waren sie alle gleich und bestanden aus Fleisch, sowie Blut. Mikhail und Zoran waren hier die Sterne, welche nicht zu dem Bild im Himmel passten, da sie viel mehr wie Steine von oben fielen und beim Aufprall in alle Richtungen zersplitterten. Auch wenn sie die Kräfte einer Gottheit in sich trugen, so waren sie nicht für diese Welt hervorgesehen und sollten normalerweise keinen Platz in dieser haben. Sie besaßen keine Existenzberechtigung und doch hatten diese Forscher sie erschaffen, obwohl ihnen dieser Punkt von vornherein klar gewesen ist. Jetzt mussten diese Steine ihre Splitter zusammensuchen, sich wiederaufbauen und nach vorne blicken, denn wenn nicht, hätten sie gleich diese Splitter bleiben können, um sich dann von diesem Dasein zu lösen. Die Welt würde keinen Schaden davontragen, niemand würde die Beiden je vermissen und erst recht hätte keiner mehr nennenswerten Erinnerungen an sie, bis auf die Forscher, welche diese für neue Testsubjekte nutzen würden. Warum musste man aus jeder Kleinigkeit einen eigenen Nutzen ziehen, damit man das Kranke bekommt, was man wollte? Abartig war es für Zoran sich weiter darüber den Kopf zu zerbrechen und doch konnte er sich von all diesen Fragen nicht lösen. Warum verdammt musste all dies so sehr an ihm nagen? Immerhin hatte er noch einen Leidensgenossen an seiner Seite, was die Situation im Allgemeinen zwar nicht besser machte, allerdings konnte man sich zumindest einander beistehen.

      „Hm, mit dieser Veranschaulichung triffst du wohl den Nagel exakt auf den Kopf.“, seufzte er leise, woraufhin seine Hand direkt einmal durch sein weißes Haar fuhr. Lieber wäre es ihm gewesen ein ganz normaler Mensch zu sein, dem keine Forscher hinterherjagen, oder sich an seinem Körper vergreifen wollen. Wie überaus schön es doch wäre, wenn Zoran bei seiner `Familie` in Bosnien hätte bleiben können, wo er vielleicht sogar bald eine eigene Familie hätte aufbauen können. Doch diese Träumereien, waren nun einmal nichts Anderes als Träumereien und würden wohl auch nie etwas Anderes sein. „Wobei ich auch noch denke, dass es wichtig ist, mit welcher genauen Ambition sie an die Sache rangegangen sind, da es immer Personen gibt, die nur für ihren eigenen Nutz solch Sachen tun und nicht etwa zum Wohle Anderer.“, fing er an zu sprechen, ehe er kurz seinen Kopf schüttelte und noch etwas dazu sagte. „Vielleicht soll unser Gleichen sogar in Kriegsgebieten eingesetzt werden, wobei ich nicht wissen möchte, in wie weit das alles ausarten würde.“ Das Schlachtfeld würde wohl nicht einmal allzu lange standhalten, was sollte denn dann auch schon mit den Gegnern passieren, wenn ihres Gleichen dort für Aufruhr sorgt? „Wie die Nadel in einem Heuhaufen…“, grummelte Zoran etwas genervt von dem Gedanken, dass sie wohl eine geraume Zeit mit der Suche verschwenden würden. Immer weiter tastete er sich behutsam ab, wobei er mit einem präzisen Druck auf seine Haut drückte, um irgendwie ungewöhnliche Dinge spüren zu können. Bisher war es nichts als eine Fehlanzeige, weshalb sein Blick etwas grimmiger wurde und er sich dann nun doch etwas gröber abtastete. „Bisher noch nicht.“, kam es schon beinahe wie ein Knurren, welches jedoch verstummte, als Mikhail sich seiner Hose entledigte. Irgendwie mussten sie ja auch an ihrem Körper vorankommen, da war es nicht gerade verwunderlich, sich so einfach seine Hose auszuziehen und seine Beine abzutasten. „Dito.“, meinte er nur knapp, als er an seinen eigenen Gürtel griff, diesen öffnete, sowie seine Hose und diese dann ebenso auszog. Anstatt sich mit auf die Küchentheke zu setzten, tastete Zoran im Stehen seine Beine ab, wurde jedoch nicht fündig. „Was ist? Hast du ihn etwa schon gefunden?!“, fragte er direkt verwundert nach und sah dabei zu Mikhail. Warum hatte er selbst nicht das Glück diesen verdammten Chip zu finden? „Ich finde nichts an meinen Beinen… könntest du für mich meinen Rücken übernehmen? Wenn ich es versuchen würde, käme wahrscheinlich nichts dabei raus.“, seufzte er etwas leiser, ehe er sich wieder komplett aufrecht hinstellte, zu Mikhail rüberging und mit dem Rücken nun zu ihm stand.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Wozu erschuf man diejenigen, die nicht leben sollten, weil sie nicht auf natürlichem Weg in diese Welt kamen? Natürlich um sich selbst davon zu überzeugen, dass man - allein wenn man über das eigene, genetische Material nachdachte, überlegen war. Doch was machte man, wenn man ein einfacher Wissenschaftler war, der mit einer Aufgabe eines toten Mannes betraut wurde, der mehr als nur einen Gotteskomplex hatte? Verzweifeln, oder aber sich dazu entscheiden, einfach aufzugeben und sich seinem Schicksal zu ergeben. Dem Schicksal, nicht mehr zu tun, als Kinder in Reagenzgläsern zu züchten, die schlussendlich wussten, wie ihnen geschehen würde, sobald sie Widerworte an ihren Erschaffer richteten: Sie würden in viele Einzelteile zerfallen, so, als ob sie nie gewesen wären, aus dem einfachen und feinen Grund, weil man glaubte, sich so seiner eigenen Angst stellen zu können und zu dürfen. Konsequenzen gab es keine, selbst wenn sie versagten - es gab genug Material für Mikhail, für Zoran, für seine Geschwister - für eine neue Gottheit, die unter ihnen weilen würde, weil sich ein größenwahnsinniger Mann in einer alten Sage verrannte, nur um schlussendlich den Löffel abzugeben und seinem Körper und sein Erbgut seiner Forschung zur Verfügung zu stellen. Gabriel Novis - wer zum Teufel außer er wäre schon so verrückt, all das zu tun? Sein Kopf rauchte, seine Finger waren müde, aber ein genaues Bild von solch einem Mann konnte Mikhail sich bei weitem nicht machen. Das, was ihm klar wurde, war, dass es in einem jeden von ihnen ein Stück von dieser Größenwahnsinnigkeit von Gabriel Novis gab, aber das war es dann auch schon. Sie alle trugen komische Masken, die sie ihre Gesichter schimpften, während sie in ihre Kleidung schlüpften, die sich als ihre Haut entpuppte, aus der es kein Entkommen mehr gab. Mehr als angebundene Tiere waren sie nicht - wilde Bestien, von denen nur wenige wirklich wild waren.

      "Nun, danke - aber den Nagel hätte ich nun wirklich nicht gerne im Kopf", scherzte er eher trocken, als er schluckte. Seine Welt war keine schöne, sein Leben auch nicht, aber das hier grenzte doch schon an Irrsinn. Wenn es eines gab, das Mikhail nicht ausstehen konnte, dann war es warten - das Warten darauf, endlich herauszufinden, wie er sich selbst von seinem Leid erlösen konnte. Das, was er wusste, war auf alle Fälle das, was er nicht wissen wollte. Ein zweischneidiges Schwert hielt er mit der Klinge voraus in den Händen, wissend, dass er sich selbst damit nur schneiden würde. "Wir sind aus Größenwahn entstanden - aus dem Verlangen, etwas zu erzeugen, das größer und mächtiger ist, als ein mickriger Mensch, der an seine Limits gebunden ist", für sie wäre es ein Leichtes, diese Welt in Schutt und Asche zu legen, einfach zu realisieren, dass es sie nicht weit bringen würde, wenn sie sich darum stritten, wofür sie existierten, sondern einfach akzeptierten, dass sie in einer Welt geboren wurden, die sie schnellstmöglich verschwinden lassen sollten, um ihren Bewohnern das Leben zu ersparen, das sie erwartete. "Das Alpha und das Omega, huh? Anfang und Ende, irgendwann, irgendwie, irgendwo. Aber am besten dort, wo es schmerzt", gluckste Mikhail. Wie wäre es, wenn er noch immer in Russland hockte? Entspannter, vertrauter und von bekannten Gesichtern umgeben, die alle schon in den kalten Schneemengen verblasst waren. Mutter, Vater, Geschwister - was war das, wenn nicht ein Wunschtraum, den er sich nie erfüllen konnte, war er doch nur ein Stück Materie aus einem Reagenzglas? Seinen Kopf legte er in den Nacken, als er sich die Stelle nochmals einprägte. "Ja, habe ich - an der Innenseite meines Oberschenkels, genau da", zischte er, als er auf das entblößte Stück Fleisch in unmittelbarer Nähe seines Schritts zeigte, in dem er die Unebenheit soeben noch gefunden hatte. Wer kam auf solche Ideen!? "Wenn du mir meinen Chip aus meinem Oberschenkel schneidest, Zoran", mit einem Mal begann er aber auch schon, dessen Rücken abzutasten und fand viel zu schnell etwas, das sich genau so anfühlte, wie sein eigener Chip. "Gefunden, du unglücklicher Gewinner."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Zoran

      Irgendwann würden die eigenen Farben der Haut verblassen, wenn man in den Spiegel vor sich blicken würde, sah man lediglich ein Gesicht, welches normalerweise nicht auf diese Welt gehörte. Sollte man froh darüber sein, dass man einfach in diese Welt hineingeworfen wurde, oder durfte man sich zurecht deswegen aufregen? Warum konnte Zoran nicht im Kindesalter zerfallen, sodass es zumindest kein schwerer Abschied sein musste? Weiter lebte er sein Leben vor sich hin, befand sich mit einem intakten Herz auf der Erde und fragte sich stets, warum ihn dieses Schicksal ereilen musste. Zusammen musste er sich mit einer Person durch die derzeitige Situation schlagen, welche nicht grade gut auf ihn selbst anzusprechen war – Mikhail. Eventuell würde sich ja noch die Möglichkeit ergeben, dass die Beiden irgendwie besser miteinander auskommen, ohne dunkle Gedanken zu hegen. Wie man zu solch einem Ergebnis wohl kommen sollte wusste Zoran keineswegs, allerdings war dies zumindest nicht wirklich auszuschließen, da es keinen schwerwiegenden Grund dafür gäbe, dass es nicht funktionieren sollte. Zu Verbündeten müssten sie werden, jene die sich niemals gegenseitig in den Rücken fallen würden, sondern immer hinter dem jeweils anderen stehen und ihnen somit kaum einer etwas anhaben könnte. Ob es eine Chance gebe sich komplett von diesen Forschern fernzuhalten, oder ihnen für immer und ewig aus dem Weg zu gehen? Wenn ja, dann müsste man diese Möglichkeit eventuell in Erwägung ziehen, sowie die Vor- und Nachteile durchgehen, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Keinem der Beiden brachte es etwas, wenn sie einen unausgereiften Plan vor den Füßen liegen hätten und sich damit dann auch noch mehr in das eigene Fleisch schneiden würden, als in das Fleisch der Forscher.

      „So wortwörtlich war das zwar nicht gemeint, allerdings ist es auch mal amüsant dich so scherzen zu sehen.“, lachte Zoran leise, ehe er mit jeder weiteren Sekunde verstummte. Ganz Unrecht besaß Mikhail dann aber mit seiner nächsten Aussage nicht, da sie selbst größer und mächtiger als die mickrigen Forscher waren, welche sie selbst erschaffen hatten. War es denn einem so zerbrechlichen Schmetterling überhaupt möglich einen wilden Löwen zu zügeln und in Schach zu halten? Für Zoran selbst war dies schwer sich vorzustellen, weshalb seine Antwort auf diese Frage ein unmissverständliches ‚nein‘ wäre. „Ein durchaus unüberlegter Größenwahn, da sie uns nicht einmal an ihrer kurzen Leine halten konnten und nun nach ihrem ‚Besitz‘ auf der Suche sind.“, bei dem Wort ‚Besitz‘ klang seine Aussprache sehr abfällig, was sein Gesichtsausdruck durchaus untermalte. Bei Mikhails nächsten Worten hielt er allerdings seinen Mund, da er nicht wirklich ein großer Fan von jeglichem Schmerz war und ihm dieser natürlich dann auch geschoren bleiben konnte. Bei einem schönen bosnischen Mokka in seinem Garten sitzen, die Vögel zwitschern hören und seinen Schäferhund kraulen, der dort als Wachhund diente. Warum konnte er nicht einfach in seinem alten Leben bleiben, dieses einfach weiterführen, ohne dass diese verdammten Forscher ihn hätten holen müssen? „Na immerhin befindet er sich nicht in der Region deines Arschs, oder noch weiter innen in deinem Oberschenkel.“, meinte er scherzend, da er doch etwas Glück mit dieser Stelle hatte. Schnell ließ er dann aber auch schon seinen eigenen Rücken abtasten, wobei sich ein unglücklicher Fund bestätigte. „Bitte sag mir, dass du mich verarschst?“, überkam es Zoran mit einem unglücklichen Seufzen, da der Chip sich dann allem Anschein nach in der Region seiner Lenden befand. Ausgerechnet der Rücken musste es sein - für den unglücklichen Gewinner.
      “Never be afraid to be kicked in the teeth. Let the blood and the bruises define your legacy.”

    • Ewig und drei Tage würden normale Menschen sich den Kopf darüber zerbrechen, ob es für sie möglich wäre, diverse Dinge zu tun - doch Mikhail selbst war nun einmal Niemand, der sich solche Dinge freiwillig, auf lange Zeit hinweg antat. Eine Schande wäre es, die ihm von Menschenhand geschenkte Zeit damit zu vergeuden, sinnlose Überlegungen anzustellen und sich jetzt, schlussendlich, auch noch einzureden, dass er derjenige war, der einen Ausweg benötigte und dass er jemand wäre, der Zeit dazu hatte, seine menschlichen Züge zu entfalten, während er sich selbst darüber im klaren war, dass es alsbald nichts mehr auf dieser Welt gäbe, allem voran nicht Zoran. Im hier und jetzt lebten sie viel zu nah aneinander, atmeten einander die Luft weg, während sie kläglich nach dieser schnappten und waren sich immerhin eines winzigen Details nicht bewusst: Egal wie sehr sie versuchen würden, zu leben, das, was sie im Endeffekt am Boden festhalten würde, war die Realität, die sie von innen heraus auffressen würde und nie wieder freigab, weil es auf dieser Welt schon lange keinen Platz mehr für sie gab. Kaum waren sie in einem Reagenzglas entstanden, beanspruchten sie Platz, der nicht für sie und ihre Geister vorhergesehen waren. Warum also lebten sie dieses Leben, in der Hülle eines Menschen, wenn es ihnen umso schwerer fiel wie ein echter Mensch zu sein? Nichts hielt sie davon ab, sich selbst das geschenkte Leben zu rauben, außer das klare Wissen, dass es ihnen nicht wohl bekommen würde, sich selbst zu verunstaltet und so zu tun, als gäbe es nichts auf dieser Welt, das sie nicht aufhalten konnte. Falsche Kopien einer toten Gottheit mochten sie sein, Waffen die ihren eigenen Willen besaßen und durchsetzten - in den Augen der Wissenschaftler waren sie Fehlschläge, das wusste selbst er.

      "Glaub mir, ich bin nicht wirklich die Art von Person, die oft und gerne scherzt", brummte er als Gegenantwort lediglich, als er nun also dort saß, irgendwo in der Küche, ohne Kleidung die nicht seine Unterwäsche war. Warum zum Teufel zog er auch das Los, derjenige zu sein, der seinen Chip dort hatte, wo er ihn keinenfalls haben wollte? Sonderlich gestört hatte ihn dieses Teil nie, doch jetzt, in diesem Moment, schien es etwas zu sein, das für ihn gar so etwas bedeuten könnte wie Leben und Tod. Blut würde fließen, ob er es wollte oder nicht, doch die Realisation, dass Zoran dort unten mit einem Messer hantieren müsste, um den Chip aus seinem durchaus menschlichem Fleisch zu schneiden, war wohl nichts, das Mikhail anmachte. Eher im Gegenteil. "Wenn sie mich haben wollen, dann werde ich ihnen allen ihr letztes Grab in Form eines Kristalles schenken - und wenn ich mir dafür die Pulsadern aufschneiden muss und selbst dabei abkratze", pfauchte er in Zorans Richtung, als dieser die Möglichkeit erwähnte, dass sie für jemanden "Besitz" waren, der einfach nur abhanden gekommen war. Nein, Mikhail gehörte Niemanden und würde auch nie jemandem gehören wollen. "Ich bin keine billige Hure die man besitzt, glaub mir", lachte er trocken. Wenn es eines gab, was der Russe wusste, dann war es zumindest, wie man mit einem Messer hantierte. In diesem Moment durchflutete ihn beinahe schon das Wissen darüber, dass es ein Leichtes wäre, mit besagtem Küchenmesser die ein oder anderen Knochen sauber zu durchtrennen, wenn er genug Druck auf dieses Ding ausübte. "Wenn ich dich verarschen wollen würde, dann würde ich dich wohl oder übel anmachen - was ich nicht tue, also nein." Ein wahrhaftiger Scherzbold war Mikhail noch nie gewesen, das sollte auch so bleiben, selbst dann wenn man ihn in seine Einzelteile zerlegte und sein unnützes Fleisch irgendwo verscherbelte oder in eine Mülltonne schmiss. "Also, brauchst du ein Handtuch? Willst du dir auf den Arm beißen? Ich schneid' dir deinen kleinen Freund gerne raus."
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.