Bodyswitch - Hilfe ich bin ein Junge ? [Miran&Inya]

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    • Bodyswitch - Hilfe ich bin ein Junge ? [Miran&Inya]

      Bodyswitch
      Hilfe ich bin ein Junge ?

      @Miran

      Vorstellung

      M ist ein normales Mädchen, zumindest fast.
      Sie ist die Erbin einer begabten Hexe und trägt damit ein paar ungewöhnliche Kräfte mit sich herum.
      Allerdings darf sie diese natürlich keinem zeigen und versucht daher ein ganz normales Leben zu führen.
      Wie es das Leben also vorsieht verliebt sich der Teenie in den begehrtesten Jungen der Schule,
      der ihr wiederum null Aufmerksamkeit schenkt.
      Mit einem besonderen Ritual will sie seine Zuneigung auf sich zaubern.
      Dabei geht gewaltig etwas schief, denn am nächsten Morgen wacht sie nicht nur ein einem völlig fremden Zimmer auf,
      sondern muss zu ihrem entsetzen auch noch feststellen, dass sie im Körper des Außenseiters S feststeckt.


      Egal wie viel Stunden und Tage vergehen, wir sind dann frei wie der Wind.




    • Lydia

      Auf Zehenspitzen schlich Lydia in das leere Klassenzimmer. Natürlich wusste sie wo Taylor saß, auch wenn sie nicht in seiner Klasse war. Mit einem verträumten Lächeln setzte sie sich an den unaufgeräumten Tisch. Sachte strich Lydia über das aufgeschlagene Biobuch, wobei sie sich vorstellte wie Taylor mit den wunderschön zerzausten Haaren darin blätterte. Seine tiefe Stimme. Breiten Schultern. Wie er seinen muskulösen Arm über ihre Schulter legte. Sie zu sich zog und...
      Plötzlich riss sie ein lautes Klingeln aus ihren Tagträumen.
      "Ah, verdammt!", fluchte das Mädchen leise. Schnell steckte sie den einzigen Kugelschreiber auf dem Tisch ein, um ihren Plan in Tat umzusetzen.
      Es war kein guter Plan, das wusste sie. Aber es gab keine andere Möglichkeit. Schon seit über einem Jahr war sie, wie zahlreiche anderen, in Taylor verliebt. Wie konnte sie auch anders? Er war groß, gutaussehend, sportlich und dann nach hilfsbereit und freundlich. Alles was das Mädchenherz sich wünscht. Selbstverständlich hatte sie probiert auf die klassische Weise seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, was auch funktioniert hatte. Aber leider... Allein die Erinnerung brachte sie dazu tief zu seufzen.

      "Lyddie, du bist so süß", ihr Herz klopfte schnell als Taylor ihr mit breitem Grinsen durch die Haare strich, "ich wollte schon immer eine kleine Schwester."

      Sie war sich bewusst wie sie auf andere wirkte und bisher hat sie es nie gestört wie eine kleine Schwester behandelt zu werden. Aber bei Taylor. Bei ihm hasste sie es.
      Deshalb hatte sie bei ihrem letztem Besuch bei ihrer Großmutter alle Bücher nach einem Weg durchsucht seine Zuneigung für sich zu gewinnen und ist letztendlich fündig geworden.
      Es war ein aufwändiges Ritual. Allein die Beschaffung der Zutaten hatte sie mehrere Wochen gekostet. Die letzte Zutat auf ihrer Liste war ein Gegenstand mit der die Zielperson solange wie möglich in Berührung war. Nun war also alles bereit.

      Zuhause angekommen schloss sie ihre die Tür zu ihrem Zimmer und zog die Kiste unter ihrem Bett hervor. Es war soweit. Ihre Familie war zusammen aus gegangen und sie konnte loslegen.
      Voll konzentriert zeichnete sie den Zauberkreis auf und legte Taylors Kugelschreiber in die Mitte. Sie schloss ihre Augen und begann...

      Blitzend öffnete sie einige Zeit später die Augen. Sowohl der Kreis als auch der Kugelschreiber waren verschwunden, wie das Buch es beschrieben hatte. Triumphierend begann Lydia die Reste wegzuräumen. Morgen würde Taylor sie mit ganz anderen Augen sehen.
    • Steven

      Jeden Tag das selbe, seufzte Steven innerlich, als er wie so ziemlich jeden Morgen einen seiner Kulis weiter reichte. Es gab immer jemanden, der seine Federtasche vergaß. Heute war es Taylor. Und obwohl das Mädchen neben ihm bereits mitbekommen hatte, dass er einen Stift braucht und ihm ihren Kuli quasi unter die Nase hielt drehte er sich zu Steven herum und fragte ihn nach einem Stift. Steven gab ihm den Kuli, den er bereits in seiner Hand hielt und ärgerte sich eine Sekunde später darüber, denn das war eigentlich sein Lieblingskuli. Um nicht blöd dazustehen sagte er aber nichts, sondern nahm sich einfach einen anderen Stift. Er würde ihn am Ende des Tages ja wieder bekommen.
      Doch das war ein Irrtum, denn als die Klasse nach der Mittagspause wieder in den Raum kam, konnte der Junge beobachten, wie Taylor sich bereits einen neuen Stift ausborgte. Ein wenig verwirrt versuchte Steven an ihm vorbei zu schauen, um zu sehen, was mit seinem Kuli passiert war, aber dieser lag nicht mehr auf Taylors Tisch. Verärgert presste Steven die Lippen zusammen, er würde ihn am Ende des Schultages fragen.

      Nach der letzten Stunde kam Stevens etwas pummeliger Freund aus der letzten Reihe bereits zu ihm, um wie immer, den gemeinsamen Heimweg anzutreten. "Warte noch kurz Chris..." hielt Steven den jungen zurück und ging eine Reihe vor zu Taylor. "Sorry, der Stift war nach der Mittagspause einfach weg...Ich weiß auch nicht, wo ich ihn gelassen habe..." erklärte dieser ihm selbst ein wenig verdattert über die Tatsache, dass er den Kuli verbummelt hatte. "Schon okay." entgegnete Steven ihm knapp und verließ dann mit seinem Freund das Klassenzimmer. Sie wohnten fasst nebeneinander, Steven musste nur die letzten 200 Meter allein gehen und nach den Hausaufgaben waren die beiden noch online zum Zocken verabredet. Ein Tag wie jeder andere eben. Der nächste jedoch, sollte ganz anders werden.


      Egal wie viel Stunden und Tage vergehen, wir sind dann frei wie der Wind.




    • Lydia

      Sonnenlicht fiel durch das offene Fenster und weckte Lydia am nächsten Morgen. Komisch, eigentlich hatte sie das Fenster sowohl geschlossen als auch die Vorhänge zugezogen. Trotzdem kitzelte sie eine frische Brise an der Nasenspitze.
      "Hmm, wie spät ist es?", murmelte sie verschlafen. Ihre Stimme klang tiefer als sonst, aber sie war auch gerade erst aufgewacht. Ihre griffen suchend nach ihrem Handy, was immer auf ihrem Nachtisch lag. Grummelnd gab sie schließlich auf, wahrscheinlich war es mal wieder unter ihr Bett gefallen.
      Noch mühsamer als sonst, erhob sie sich und streckte sich, wobei ihre Finger gegen die Lampe an der Decke strichen. Aber sie war noch zu müde um zu bemerken, dass sie eigentlich keine Deckenlampe hatte.
      Ein lautes Gähnen verlies ihren Mund und sie kratzte sich am Kopf. Ihr kurzes Haar stand ab...
      "Was zum...", der Schock machte sie hellwach als sie durch ihr kurzes, braunes Haar strich und dann blickte sie zum ersten Mal an sich herab.
      Sie trug kein Oberteil. Aber das war nicht das einzige das fehlte. Panisch griff sie an ihre Brust, aber nichts. Erst jetzt bemerkte sie, dass sie in einem unbekannten Zimmer war. Auf dem aufgeräumten Schreibtisch stand ein neuer Computer, daneben ein Regal mit einer beeindruckenden DVD Sammlung. Ihr Blick fiel in den Spiegel.
      "Nein, Nein, Nein!", schrie sie als ihr Steven Gray entgegen sah, "das kann nicht sein. Wie...?"
      Das Ritual. Der Zauber.
      Ihr Herz raste, während ihr Kopf die Puzzle-stücke zusammensetzte. Es war schief gegangen und zwar gründlich. Aber wieso war sie ausgerechnet er.
      "Steven! Bist du wach? Ich muss jetzt zur Arbeit, Frühstück und dein Mittagessen steht im Kühlschrank, okay?", rief eine weibliche ihr unbekannte Stimme.
      In ihrer Verwirrung antwortete Lydia nur "Okay", bevor sie die Tür ins Schloss fallen hörte. Ein Zauberspruch nach dem anderen verließ ihre Lippen, aber Lydia schaffte nicht einmal die angelehnte Tür mit ihrer Magie zu schließen. Ihre Fähigkeiten waren wohl nur in ihrem Körper ihre.
      "Wenn ich er bin, dann ist er doch..."
      Schnell versuchte sie sich fertig zu machen, glücklicherweise waren Kleider und die Tasche fertig gepackt auf einem Stuhl gelegt. Im nächsten Moment stürmte das junge Mädchen oder besser gesagt der junge Mann aus dem Haus, bevor sie inne hielt. Wo war sie?
      Zu ihrer Erleichterung war in der Jacke, die sie trug, das Handy von ihrem Besitzer und es war mit einem Fingerabdruck gesperrt. Sie gab ihre Adresse ein und rannte zu ihrem Haus.
      Ohne zu Zögern klingelte sie an ihre Tür und ein bekanntes Gesicht erschien vor ihr.
      "Noah!", rief sie aus und umarmte ihn ohne zu Zögern
      "Wow, guten Morgen, unbekannter Kerl", erwiderte ihr Bruder überrascht und drückte sie von sich, "uhm wer bist du?"
    • Steven


      Statt vom einfallenden Sonnenlicht würde Steven durch einen etwas schrillen Klingelton, der von einem Handy zu kommen schien geweckt. Nicht sein Handy, wie er recht schnell überlegte, denn er kannte diesen Ton nicht von seinem Handy. Verschlafen öffnete er die Augen und stellte fest, dass es dunkel war. Ein wenig genervt schniefte er, warum ihn etwas wachklingelte, wenn es doch noch dunkel draußen war. Um das klingeln zu beenden musste er sich jedoch erheben und ersteinmal den Ursprung ausmachen. Auch das war schnell erledigt. Das unbekannte Handy lag auf dem Nachttisch, der ihm ähnlich ungewöhnlich vorkam, wie das Handy. Ein Blick auf den Bildschirm verriet ihm, dass es wohl doch nicht mehr dunkel draußen war. Verwirrt blickte er sich in dem Zimmer um und stellte schnell fest, dass es nicht sein Zimmer war. Es war irgendwie chaotischer als seines aber nicht unordentlich. Auf jeden Fall war er sich sicher, dieses Zimmer noch nie gesehen zu haben. Vielleicht war es auch einfach noch ein Traum im morgendlichen Halbschlaf. Irgendwann würde er sicher aufwachen und bis dahin spielte er eben einfach mit. Doch auch diese Überzeugung sollte nicht lang anhalten, denn schon als er sich vom Bett erhob und in den wenige Schritte entfernten Spiegel sah, erschreckte er sich dermaßen, dass er dabei den Tisch übersah, gegen dessen Bein er als nächstes mit einem Zeh gegen trat und daraufhin zu Boden ging um sich das schmerzende Körperteil festzuhalten. So sehr wie das schmerzte konnte es kein Traum sein. Als der Schmerz nachließ wagte er einen weiteren Blick in den Spiegel, aber er hatte sich nicht getäuscht. Es handelte sich tatsächlich um sein Spiegelbild, welches ihm allerdings ein Mädchen aus der Parallelklasse zeigte, anstatt des großen braunhaarigen Jubgen, der er eigentlich war. Er zwickte seinem neuen Körper in den Arm, um noch einmal sicher zu gehen, dass er nicht träumte, aber es blieb dabei. Noch immer verwirrt setzte er sich zurück aufs Bett und sah sich in dem Zimmer in welchem er inzwischen Licht eingeschaltet hatte um. Es schien ein Stapel Kleidung für den heutigen Tag bereit zu liegen. Zögernd sah er an sich hinab. Sollte er wirklich...die Kleidung wechseln? Einerseits fühlte es sich falsch an, anderseits hatte er keine Ahnung warum er überhaupt in diesem Körper steckte. Nach einer kurzen Bedenkzeit zog er schließlich das schlafshirt aus und was er anschließend im Spiegel sah ließ ihn erröten. Vorsichtig betastete er die Oberweite seines neuen Körpers. Sie fühlte sich warm und weich an und obwohl sie nicht sonderlich groß war fand Steven sie sehr hübsch. Es dauerte einen Moment, ehe er bemerkte, wie merkwürdig dieses Verhalten war, aber wann würde er wohl in seinem Körper mal die Gelegenheit bekommen sich ein paar echte Brüste anzusehen? Dennoch zog er jetzt ziemlich hastig die bereitgelegten Sachen an, obwohl er sich mit dem BH sehr schwer tat. Während er dann überlegte wie das Mädchen in dessen Körper er nun lebte nochmal hieß...irgendwas mit Ly...hörte er auch schon eine männliche Stimme von unten rufen. „Lyssie, hier unten ist ein Kerl, er sagt er wäre du. Ich lasse ihn rauf.“


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    • Lydia

      In diesem Moment dankte Lydia Noahs Gleichgültig. Jeder andere in der Familie hätte den Jungen vor der Tür nicht in das Zimmer der Jüngsten gelassen. Sie drückte sich an ihm vorbei und die Treppen hoch. Ohne zu Zögern zog sie ihre Zimmertür auf. Jetzt stand sie vor ihm. Oder ihr. Oder sich selber.
      Zum ersten Mal sah sie ihren Körper von oben herab. Ihr Blick wanderte von oben nach unten. Die zerzausten Haare, der verwirrte Ausdruck, die in Eile angezogenen Kleider. Es gab keinen Zweifel, dass jemand anderes in ihrem Körper war. Ihr Körper, der nicht mehr in ihren Schlafhemd gekleidet war. Das Blut raste in ihr Gesicht.
      "Du hast mich nackt gesehen.Ich glaub's nicht. Warum ausgerechnet du?! Das ist der schlimmste Tag meines Lebens. Was habe ich falsch gemacht. Ich wollte doch nur...", sie vergrub ihr Gesicht in ihren Händen und ging in die Knie. Mit Mühen unterdrückte sie die Tränen, die begannen in ihren Augen zu brennen. Ein leiser Schluchzer war aber dennoch zu hören.

      _____
      ich habe Lydias Steckbrief ein bisschen bearbeitet, damit sie nochmal deutlich kleiner als Steven ist *nick*
    • Steven


      Wenige Sekunden später sah Steven seinen eigenen Körper vor sich stehen. Scheinbar steckte Lyssie in diesem Körper, wobei er sich inzwischen sicher war, dass er sie eigentlich unter dem Namen Lydia kannte. Aber ganz egal, was nun stimmte, sie schien die Situation besser zu verstehen als er. Wobei sie nur zwei Sätze brauchte um in Tränen auszubrechen, während Steven in seinem neuen weiblichen Körper knallrot anlief. Natürlich, es war offensichtlich, da er sich umgezogen hatte. Aber er hatte nicht damit gerechnet so schnell ertappt zu werden. Seine Scham darüber, dass er ihren nackten Oberkörper betrachtet und ihre Brüste berührt hatte würde jedoch sein Geheimnis bleiben. Jetzt fühlte er sich schlecht und zeitgleich war er wütend, weil sie so abfällig über ihn sprach. ausgerechnet du hatte sie gesagt. Und seinen eigenen Körper auf Knien und fast heulend zu sehen erweckte in ihm auch nicht gerade Mitleid, weshalb er recht schnell das Gesicht verzog. "Wie wär's wenn du aufhörst zu heulen und mir lieber mal erklärst, was hier los ist?" polterte er hervor und erschreckte sich selbst darüber, wie zickig seine Stimme dabei klang. Das lag vielleicht auch daran, dass er sich nie mit einer Frauenstimme gehört hatte. Dennoch wurde sein Gesicht nicht gerade mitleidieger.


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    • Lydia

      Ihre eigene Stimme ließ sie zusammen zucken. Immernoch mit Tränen in den Augen schaute sie hoch in ihr Gesicht, dass sie vor Ärger verzerrt ansah. Sie schluckte schwer, wischte sich übers Gesicht und schniefte.
      Steven Grey. Sie kannten seinen Namen und sein Gesicht nur weil er hinter Taylor saß. Der Kontrast zwischen dem tristen Schüler und ihrem Schwarm war ihr schön öfters ins Auge gefallen. Trotzdem hatte sie noch nie mit ihm geredet.
      "Ich...Ich weiß auch nicht wie das passiert ist", begann Lydia langsam zu erkläre, "ich habe alles richtig gemacht. Jeden Schritt und sein Stift war das perfekte letzte Stück."
      Sie schüttelte den Kopf. So würde er das nicht verstehen, schließlich wusste niemand außer ihre Familie von ihren Fähigkeiten. So sollte es auch bleiben. Das war ihr seit ihrer Kindheit immer wieder gesagt worden. Niemand darf von ihrem Erbe wissen, aber nun hatte sie wohl keine andere Wahl. Ein weiterer tiefer Seufzer folgte, bevor sie sich erhob und ihn ansah.
      "Ich bin die Nachfahrin einer Hexe, kann dadurch zaubern und gestern Abend habe ich mich an einem schwierigeren Ritual versucht", sie biss nervös auf ihre Unterlippe, "kurz gesagt, es ist schief gegangen und jetzt ...", sie deutete abwechselnd von sich auf ihn und wieder zurück.
    • Steven


      "Du verarschst mich." polterte es als nächstes mit der süßen Stimme des jungen Mädchens, in dessen Körper er steckte. Allerdings wurde er durch ihre Geste noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass er nicht mehr in seinem Körper steckte. Und eine wirklich plausible Erklärung gab es dafür wohl nicht. Mit einem lauten Seufzen ließ er sich rückwärts aufs Bett fallen und dachte noch einmal über ihre Worte nach... "Der Stift..." murmelte er und riss dann die Augen auf. "DU hast meinen Stift geklaut!" rief er laut aus und sah sie empört an. Das DU hatte er extrem betont, da er sich am Vortag schließlich noch über das verschwinden seines Kulis geärgert hatte. "Du hattest es auf Taylor abgesehen." fügte er dann etwas leiser hinzu und schüttelte anschließend den Kopf. Diese Weiber waren einfach alle gleich, egal ob Zauberei oder nicht. Er nahm sich eine weitere kurze Schweigepause und sah sie dann an. "Also gut, wenn du das hingezaubert hast, musst du es ja auch wieder rückgängig machen können. Also los, ich will zur Schule." erklärte er dann und sah sie erwartungsvoll an. Woher sollte er auch wissen, dass die magischen Kräfte an den weiblichen Körper gebunden waren und nun er derjenige war der zaubern könnte, wenn er denn wüsste wie.


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    • Lydia

      Auf seinen Unglauben hin schüttelte Lydia den Kopf. Sie konnte nicht glauben, dass sie ihm das beichten musste. Ihre Eltern würden ihr den Hals umdrehen. Dann würde ihre Großmutter einen Gedächtniszauber durchführen und sie würde Hausarrest bekommen. Zumindest konnte sie das mit Taylor für sich behalten.
      "DEINEN STIFT?!", wiederholte sie ebenso entsetzt wie er. Jetzt machte es Sinn wieso sie mit ihm den Körper getauscht hatte und warum das Ritual schief gegangen war. Sie hatte eine falsche Zutat.
      Ein kleiner Fehler kann zur Katastrophe führen, das hatte ihre Großmutter immer eingebläut. Aber sie war so vorsichtig gewesen.
      Ertappt wendete sie den Blick ab, als Steven Taylor erwähnte. Dabei wollte sie zumindest das vor ihm geheim halten. Wieder war sie den Tränen nahe. Sie war sauer, beschämt und frustriert, dass dieser Typ einfach alles von ihr erfuhr.
      "Was ist daran so falsch, dass ich Taylor mag? Huh? Ich weiß, dass ich nicht gut genug für ihn bin, aber ich wollte es zumindest mit allen Mitteln versuchen", fauchte sie auf seinen abwertenden Blick hin.
      Aber sein nächster Satz nahm ihr die Luft aus den Segeln. Wie ein Ballon sackte sie in sich zusammen.
      "Das kann ich nicht", flüsterte sie leise, den Blick immernoch auf den Boden gerichtet, "die Magie gehört zu meinem Körper und momentan hast du den."
      Nervös biss sie sich auf die Unterlippe. Das war nicht das einzige Problem. Sie wusste nicht, wie sie es rückgängig machen konnte und die Zutaten fehlten ihr auch.
      "Und niemand in meiner Familie kann sonst zaubern. Außer meine Großmutter und die ist gerade in Tibet", fuhr sie fort, "du könntest es probieren, aber ohne die Erfahrung und Übung, ist es wahrscheinlicher, dass wir beide im Krankenhaus landen."
    • Steven


      Nun fiel dem jungen Mann wirklich nichts mehr ein. "Also muss ich...?" begann er zu fragen und sah auf seine Hände. Doch sein Gegenüber hatte bereits festgestellt, dass jemand ungeübtes ein so schwieriges Ritual wohl besser nicht ausüben sollte. Er seufzte und ließ den Kopf in den Nacken fallen. "Wie wäre es...wenn wir den Schultag heut so hinter uns bringen...und ich nach der Schule unter deiner Anleitung mal ein paar einfache Sachen versuche?" fragte er sie. Wie schwer konnte es schon sein ein wenig zu zaubern? Vielleicht war es ja wie beim Kochen, mit der richtigen Anleitung... "Und ansonsten...Wann ist deine Großmutter zurück, ich würde meinen Körper gern irgendwann wieder haben. Möglichst vor den Prüfungen. Nicht das ich dir nichts zutraue...aber naja..." diesmal war er derjenige, der zwischen sich selbst und ihr hin und her zeigte um ihr deutlich zu machen, dass er sie nicht für das aller klügste Mädchen hielt. Er grinste dabei ein wenig, weil er sie auch ein wenig damit aufziehen wollte. Natürlich störte es ihn, dass er Opfer eines Missglückten Liebeszaubers geworden war, aber die Tatsache, dass Lydia so verzweifelt war löste ein wenig Mitleid in ihm aus. Also blieb er recht entspannt was die ganze Sache anging und wollte einfach nur wissen, wie lang es wohl dauern würde bis das ganze Rückgängig gemacht werden könnte.


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    • Lydia

      "Ich glaube, wir haben keine andere Wahl als in die Schule zu gehen", erwiderte sie auf seinen Vorschlag. Aber seine Idee zu zaubern lehnte sie vehement ab. Beinahe panisch schüttelte sie den Kopf, wobei sie ihm fest die Hände auf die Schultern legte.
      "Auf.Gar.Keinen.Fall!", sie betonte jedes Wort, "hast du mir nicht zugehört? Du könntest jemanden verletzten. Versprich mir, dass du nichts versuchst, wenn ich nicht da bin. Ich will nicht, dass dir wegen mir etwas passiert."
      Der Gedanke brachte sie zum Schaudern. Sie mussten so schnell wie möglich eine Möglichkeit finden zurück zu tauschen.
      "Ich weiß nicht wann sie wieder kommt. Sie sucht nach etwas", antwortete sie und wendete sich kurz ab. Bis dahin mussten sie so bleiben wie sie waren, alles andere würde ein Disaster mit sich bringen.
      Lydia atmete tief Luft um ihre Gedanken zu ordnen. Ein Problem nach dem anderen und das erste stand vor ihr.
      "Bis sie wiederkommt darf niemand außer meiner Familie davon erfahren", warnte sie streng, "also müssen wir uns so gut wie möglich verhalten wie der andere. Angefangen damit, dass ich nicht dumm bin, hörst du?"
      Sie lief zu ihrem Kleiderschrank, um ein anderes Outfit für ihn zu suchen.
      "Also mein voller Name ist Lydia Maria Vanderwood, meine Freunde nennen mich Lyddie meine Familie Lyssie", während sie sprach zog sie Kleider hervor. Bei der Unterwäsche stockte sie kurz, aber der Gedanke, dass er tagelang in der gleichen rumlaufen würde, half ihr dabei auch diese rauszusuchen. Mit roten Wangen schmiss sie alles auf ihr Bett.
    • Steven


      Ihm blieb nicht viel Zeit für Schadenfreude, denn Lyddie schien von der Idee mit ihm Zaubern zu üben gar nicht begeistert. Bei ihren ersten Überlegungen hatte es gar nicht so dramatisch geklungen, wie sie es jetzt darstellte, weshalb er ein wenig beleidigt mit den Augen rollte. "Das hast du so nicht gesagt..." erklärte er halblaut, wurde aber ignoriert, denn das quirlige Mädchen erklärte bereits ihren Plan für die nächsten Tage. Und die nächsten Tage waren eine sehr ungenaue Zeitangabe. Er hatte also keine Ahnung, wie lang er jetzt ein Mädchen sein müsste. Und sie nannte gleich das nächste Problem. Niemand soll davon erfahren. Während sie ihm Klamotten für die nächste Zeit heraussuchte und ein wenig über sich selbst erzählte seufzte Steven. "Also schön...Gut, dass ich mit meiner Mum allein wohne. Sie ist oft arbeiten, also sollte das kein Problem sein. Allerdings...Chris wirst du niemals überzeugen." erklärte er ziemlich plump und betrachtete dann den Klamottenstapel. Er schüttelte ein wenig den Kopf. "Nimm bei mir einfach immer das oberste Shirt aus dem Schrank. Und ja, ich trage Shirts mit Fantasy-Charakteren, Band-Namen oder sinnlosen Sprüchen. Also zieh sie einfach an." Damit war das Thema Kleidung von seiner Seite aus beendet. Das Fach mit den Unterhosen, oder wo sie eine neue Jeans oder Jacke finden könnte, würde sie schon selbst herausfinden. "Was Chris angeht...ich kenne ihn seit dem Kindergarten. Wir gehen jeden Morgen gemeinsam zur Schule. Und nachmittags zocken wir zusammen. Mal online, mal bei mir daheim. Er wird merken das etwas nicht stimmt. Er kennt mich zu gut." stellte er noch einmal fest, damit sie wusste, worauf sie sich gefasst machen müsste. "Und ansonsten...Wo Taylor sitzt weißt du ja, ich habe den Platz dahinter. Melde dich nur, wenn du etwas weißt. Ich gebe nämlich keine falschen Antworten." erklärte er weiter und nahm dabei ihr Handy in die Hand um seine Nummer darin einzuspeichern. Als das erledigt war klingelte er seine eigene Nummer kurz an und drückte ihr anschließend das Handy in die Hand. "Ich brauche mein Handy zurück. Chris macht sich bestimmt schon Sorgen. Meinen Stundenplan schicke ich dir dann auch gleich." fügte er als Erklärung für diese Handlung hinzu.


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    • Lydia

      Bei seinem typischen Kleiderwahl zuckte ihr Gesicht kaum merklich. Tm Grunde waren es ja nur Tshirts. Wenn sie sie einfach als Basics ansah, würde sie sich schon daran gewöhnen.
      Als er von seiner Familie und seinen besten Freund erzählte, hörte sie aufmerksam zu. Sie musste ihr Bestes geben, um nicht erkannt zu werden.
      "Was ist mit deinem V...", sie stoppte sich, bevor sie den unüberlegten Satz beendete. Es würde schon einen Grund haben, warum sie getrennt lebten und seine Mutter so viel arbeiten musste. Für Lydia war es selbstverständlich ihre gesamte Familie um sich zu haben, aber bei ihm war es wohl die Norm allein zu sein. Weiter zu fragen wäre unsensibel. Außerdem machte es ihre Aufgabe nur leichter.
      Bei Stevens Erklärung, dass Chris ihre Show nicht glauben würde, wurde sie jedoch unsicher. Schließlich war es sein bester Freund und er kannte ihn am besten.
      "Glaubst du, er würde mir glauben, wenn ich ihm erzähle, dass ich im Körper seines besten Freundes bin?", fragte sie zögerlich. In dieser Situation war es leicht ihre Selbstsicherheit zu verlieren. Doch sie konnte ihr Familiengeheimnis nicht einfach durch die Welt posaunen, weshalb sie schnell den Kopf schüttelte, "ich werde mir schon irgendwas einfallen lassen."
      Bei seiner Erklärung nickte sie bloß, bevor sie realisierte, dass er schon wieder implizierte, dass sie dumm war.
      "Ich habe dir doch gerade gesagt, dass ich nicht dumm bin!", zischte sie beleidigt, "also keine Sorge, deine Noten werden wegen mir nicht leiden."
      Sichtlich verletzt davon, dass er sie mittlerweile zweimal beleidigt hatte, wandte sie sich als ab und suchte ihren Stundenplan in ihren Schreibtisch, sowie zwei Fotos.
      "Ich werde mit meiner Familie schreiben. Meine Eltern sind gerade nicht da, meine Brüder werden das ganze wahrscheinlich zum totlachen finden, aber sie werden zumindest versuchen dir zu helfen. Gerade ist glaube ich nur Noah da, das ist der große Blonde, der vorhin gerufen hat", erklärte sie stumpf und reichte ihm das zweite Bild, "Das ist meine Klasse, vielleicht kennst du ja ein paar. Das sind Mia und Ethan. Ihnen wird am ehesten auffallen, das was komisch ist. Sag ihnen einfach, dass du dich nicht wohl fühlst oder einen schlechten Tag hast. Sie werden es verstehen."
    • Steven


      Als er von ihr das Handy zurück bekam, setzte er auch gleich in die Tat um, was er vorher angekündigt hatte. Er schickte seinen Stundenplan an Lydias Handy und schrieb Chris eine Nachricht, dass er schon vorgehen sollte um nicht zu spät zu erscheinen. Anschließend lag seine Aufmerksamkeit wieder in Gänze bei dem was sein eigener Körper ihm gerade erklärte. Immerhin, vor ihrer Familie musste er also nicht so tun, als wäre er sie. Allerdings würde er sich wohl trotzdem den Regeln dieses Haushalts beugen müssen. Für Lydia sollte es bei ihm daheim nicht all zu schwer werden. Es gab ein paar Hausarbeiten, die zu Stevens Aufgaben gehörten, aber ansonsten gab es wenig Regeln oder Verpflichtungen. Als nächstes bekam er das Klassenfoto gezeigt und die beiden scheinbar engsten Freunde von Lydia. Er nickte während er sich die Gesichter einprägte. "Also gut... dann sollten wir jetzt langsam losgehen, damit wir nicht die komplette erste Stunde verpassen." stellte er fest. In so wenig Zeit könnten sie sich eh nicht gegenseitig genug voneinander erzählen, das sie allen problemlos etwas vormachen können. Also mussten sie wohl das Glück herausfordern.
      Auf dem Weg nutzte Steven noch einmal die Gelegenheit um aus seiner Position in der Klasse zu erzählen. "Du ahnst es sicher schon, ich gehöre zu den...wie sagt ihr coolen Kids noch gleich...Nerds in der Klasse." er betonte diese Worte bewusst herablassend, weil er nicht viel vom Schubladendenken hielt. Die Tatsache, dass Lydia auf den Schulschwarm stand, gab ihm das Gefühl, dass sie dafür umso mehr in Schubladen dachte. Bevor sie jedoch etwas einwenden konnte erklärte er weiter. "Wie gesagt, Chris wird etwas merken. Die anderen Jungs mit denen wir so rumhängen eher nicht...Also halte dich mit Worten ruhig zurück. Und vor Allem...rede nicht mehr als nötig mit Taylor." er sah sie eindringlich an, denn er konnte sich vorstellen, dass sie ein wenig die Beherrschung verlor, wenn sie den ganzen Tag über hinter ihm saß. "Ich weiß, er ist ein cooler Typ und wir haben auch kein Problem miteinander, aber...es würde eben auffallen, wenn ich plötzlich ständig mit ihm rede. Ich wüsste ja nicht mal worüber." erklärte er weiter, bevor sie auch schon fast die Schule erreichten.


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    • Lydia

      Steven gab ihr keine Möglichkeit ihn zu unterbrechen, weshalb sie seine Erklärungen stumm mit anhören musste. Innerlich begann sie jedoch zu brodeln. Besonders sein Kommentar zu Taylor regte sie auf. Offensichtlich dachte er, dass sie eine Zicke erster Klasse war darüberhinaus noch eine hirnlose. Dabei hatten sie vor diesem Tag kein einziges Wort miteinander geredet. Nichtmal jetzt gab er ihr die Chance sich zu verteidigen.
      "Ja, ja schon verstanden", erwiderte sie pampig, da hörte sie Schritte, die sie schnell einholten. Ihr Gesicht hellte sich auf, als sie ihre Freunde erkannte, erstarrte jedoch, als sie ohne sie einen Blick zu würdigen an ihr vorbei gingen.
      Lydia war selten allein. Schon immer hatte sie schnell Freunde gefunden und war meist von ihnen umgeben, oft auch als Mittelpunkt der Gruppe. Zum ersten Mal konnte sie nur mitansehen wie sie Steven begrüßten, während sie abseits gedrängt wurde.
      "Spät dran heute, Lyddie?", fragte Mia mit einem breiten Grinsen und warf ihm einen Arm um die Schulter, "hast wohl wieder von Taylor geträumt. Aber warum bist du mit dem unterwegs?"
      Ihr Blick fiel verwirrt auf Lydia, die schnell den Kopf senkte und sich von der Gruppe entfernte. Es war selbstverständlich, angesehenst ihres Zustandes. Trotzdem hinterließ es einen bitteren Geschmack auf ihrer Zunge.
    • Steven

      Eigentlich hatte sich der junge Mann darauf eingestellt erst in der Schule so tun zu müssen, als wäre er Lydia, aber ihre Freunde waren scheinbar ebenfalls spät dran und umringten ihn auch sogleich. Das Mädchen, dass er vorhin auf dem Klassenfoto gezeigt bekommen hatte warf auch sogleich einen Arm um ihn. Er lächelte etwas überrumpelt und als er dann auch noch auf seine Begleitung angesprochen wurde schüttelte er schnell den Kopf. Lydia entfernte sich ebenfalls schnell von der Gruppe. „Das war nur Zufall. Jetzt lässt uns weiter gehen, sonst kommen wir noch zu spät.“ erklärte er und rang sich ein Lächeln ab. Er hatte erwartet das es für andere komisch wäre sie zusammen zu sehen, doch irgendwie kam ihm Mias Kommentar doch sehr abfällig vor. Scheinbar war diese Truppe tatsächlich so oberflächlich wie Steven erwartet hatte. Hoffentlich könnte er bald in seinen eigenen Körper zurück und mit seinen Freunden plaudern. Während er das dachte konnte er auch schon von weitem Chris erkennen, der vor dem schuleingang wartete. Lydia steuerte direkt auf ihn zu und der etwas pummelige Junge fing bereits an breit zu Lächeln, als er seinen Kumpel, der heute nicht sein Kumpel war, näher kommen sah. Aber Steven hatte nun keine Möglichkeit mehr darauf einzuwirken. Lydia würde das schon irgendwie hinbekommen. Er hatte hier seine eigenen Probleme.


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    • Lydia

      Kaum hatte sie sich von ihren Freunden entfernt, musste sie sich dem nächsten Problem widmen.
      "Steven!", begrüßte sie unerwartet ein Junge mit einem breiten Lächeln. Mit einem gezwungenen Lächeln versuchte sie dem Gesicht einen Namen zuzuordnen, leider erfolglos. Eigentlich hatte Lydia erwartet, dass es für sie einfacher sein würde. Schließlich kannte sie eigentlich fast jeden an der Schule, das dachte sie zumindest.
      "Morgen...", erwiderte sie, wobei sie ihm unsanft auf die Schulter klapste. So begrüßte ihr Bruder immer seine Freunde. Ihr Blick fiel auf das Namenschild, das ordentlich an die Tasche ihres Gegenübers genäht war. Ein erleichterter Seufzer folgte. Wie dankbar war sie seiner Mutter, dass sie die fragliche Entscheidung getroffen hatte seine Schulsachen zu besticken. "...Chris"
      Er warf ihr einen skeptischen Blick zu: "Ist das alles? Du bist heute morgen nicht gekommen und ich konnte doch nicht erreichen. Ich hab mir Sorgen gemacht! Und dann kam deine Nachricht mit halbbackenen Ausreden? Was musstest du so dringend heute morgen erledigen?"
      "Ah, hehe, sorry. Ich...äh", sie hielt inne. Sie hatte Stevens Zimmer hastig verlassen, von ihrem Zusammentreffen war sie auch nicht wirklich schlauer geworden. Also hatte sie kein konkretes Idee was Steven Gray glaubwürdig an diesem Morgen hätte aufhalten können.
      "Spuck's schon aus!", forderte Chris ungeduldig.
      "Ah! Ich hab voll vergessen, dass wir Hausaufgaben hatte. Ich muss noch die Hausaufgaben abschreiben. Wir sehen uns nachher, okay?", wechselte Lydia das Thema, klapste ihm abermals fest auf die Schulter und rannte davon Richtung Klassenzimmer.
    • Steven


      Während die Truppe in der Steven sich nun aufhielt sich endlich auf in Richtung Schule machte, konnte er beobachten wie das erste Zusammentreffen von Lydia in seinem Körper und Chris ablief. Als er sich schließlich davonrennen sah, wusste er schon, dass Lydia es nicht geschafft hatte. Er hätte gern laut geseufzt, aber das ging gerade natürlich nicht. Er würde Chris im Unterricht noch eine Nachricht schicken, wobei er sich nicht sicher war, ob Lydia wirklich fähig sein würde, sich in seinem Freundeskreis aufzuhalten. Allerdings ging es ihm nicht anders, denn jedesmal wenn er versuchte den Gesprächen ihrer Freunde zu folgen, merkte er sehr schnell, das ihm das komplette Hintergrundwissen für die Gesprächsthemen fehlte. Ein paar wenige Namen konnte er in Gedanken zuordnen, aber sich in das Gespräch einbringen, davon war er meilenweit entfernt. Also lachte er einfach immer leicht mit, wenn die anderen lachten und tat so, als wäre er zumindest am Inhalt des Gesprächs interessiert. Das ganze ging zumindest bis zur ersten Stunde gut. Kurz bevor der Unterricht begann schickte er noch schnell eine Nachricht an Chris: "Es ist alles etwas merkwürdig gerade. Ich muss es dir später erklären. Tu bitte vor den anderen so, als wäre alles gut. Ich will nicht das jemanden etwas merkt." Im Normalfall konnte er sich auf seinen Kumpel verlassen. Anschließend war Steven wirklich erleichtert, dass er jetzt erstmal Ruhe hatte und einfach nur dem Unterricht folgen musste. Der Tag würde sicherlich noch anstrengend genug werden und genau das sollte sich in der Mittagspause bewahrheiten. In den kurzen Pausen war es sicherlich nicht schwer sich unauffällig zu verhalten, aber nun wurde er von ihrer Truppe zum Essen mitgeschleift. Dabei hatte er nicht mal eine Ahnung, was Lydia wohl am ehesten Essen würde. "Ich geh vorher noch kurz zur Toilette. Würdet ihr mir schon was mitbringen? Ihr wisst ja was ich gern esse." entschuldigte er sich bei seinen unbekannten Freunden und hoffte, dass er mit der Aussage zumindest nicht völlig daneben lag. Während er davon eilte schrieb er noch eine Nachricht an Lydias Nummer, die er seit heute Morgen in seinem Handy hatte. "Treffen bei den Toiletten im UG?"


      Egal wie viel Stunden und Tage vergehen, wir sind dann frei wie der Wind.




    • Lydia

      Lydia war sich bewusst wie unbeholfen sie sich verhalten hatte. Chris hatte vom ersten Moment gemerkt, dass etwas nicht mit Steven stimmte. Doch dass eine andere Person in seinem Körper steckte, war zu obskur. Sowas würde ein normaler Junge nicht denken. Zumindest hoffte sie das.
      Etwas nervös betrat sie das Klassenzimmer und ließ sich hinter dem ihr allzu bekannten Platz nieder. Zu ihrer Erleichterung saß Taylor noch nicht da, sodass sie ohne zusätzlichen Stress die Schulsachen auf dem Tisch platzieren konnte.
      "Morgen!", sie zuckte zusammen als die vertraute Stimme ertönte. Unwillkürlich senkte sie den Blick, als Taylor ihr näher kam. Zu ihrem Horror hielt er direkt vor ihr inne.
      "Hey, Steven!", grüßte ihr Schwarm mit einem Grinsen.
      Oh Shit.
      "Morgen.", erwiderte sie, wobei sie ihr Bestes gab möglichst entspannt zu wirken. Ihr Mitschüler warf ihr einen skeptischen Blick zu, woraufhin sie panisch wurde, "was ist, Taylor?!"
      Nun beugte er sich zu ihr runter. Sie spürte wie ihre Wangen rot wurden.
      "Bist du immernoch sauer wegen dem Stift? Es tut mir wirklich Leid, er war einfach weg. Ich hab dir sogar einen Ersatz mitgebracht", erklärte er und kramte einen neuen verpackten Kugelschreiber aus seiner Tasche, "hier für dich."
      Mit diesen Worten schenkte er ihr noch ein Lächeln, bevor der Unterricht auch schon begann. Lydia hatte geistesabwesend den Stift eingesteckt, vielleicht hatte sie auch ein Danke gemurmelt, aber sie erinnerte sich nicht. Stattdessen hatten sich ihre Gefühle für Taylor nochmal bestätigt.
      Als die Mittagspause begann, fühlte sich Lydia etwas verloren. In den kurzen Pausen, hatte sie einfach an einigen Aufgaben gearbeitet, sodass niemand sie angesprochen hatte. Da bekam sie auch schon eine Nachricht von Steven.
      "Bin auf dem Weg", schrieb sie zurück.
      Wenig später stand sie auch schon vor den Toiletten und wartete ungeduldig auf Steven.