Bets and painted bodies. [Rheira & Nocte.]

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    • Bets and painted bodies. [Rheira & Nocte.]



      Murrend drehte ich mich auf die Seite, als mir ein Sonnenstrahl unablässig ins Gesicht schien und mir meinen kostbaren Schlaf raubte. Zufrieden darüber, dass ich somit diesem penetranten Gescheine entwischen konnte, mummelte ich mich zurück in meine Decke. Ich döste schon fast wieder ein, als ich mit einem Mal das stetig lauter werdende Summen und fröhlich vor sich hin bimmelnde Handy auf meinem Nachttisch vernahm. Stöhnend drehte ich mich erneut um und griff nach diesem, um den Wecker auszuschalten. Allerdings wäre ich nicht ich, wenn ich mir nicht 5 Wecker gestellt hätte, und somit drehte ich mich wieder auf die andere Seite, das Handy auf meine Matratze gelegt, und schloss wieder die Augen. Fünf Minuten später klingelte es allerdings erneut und da ich wusste, dass ich diesem Gebimmel eh nicht entwischen konnte, setzte ich mich langsam auf und sah mich noch recht teilnahmslos im Zimmer um, ehe ich auch die anderen Wecker ausstellte. Kurz streckte ich mich und beschloss dann aufzustehen, um wenig später ins Bad zu schlurfen.
      Meine Mutter sagte immer, ich hätte diese Morgenmuffeligkeit von meinem Vater. Bei dem Gedanken an meinen Vater, schlich sich ein kleines Lächeln auf meine Lippen, während ich mir ausmalte wie auch er jeden Morgen träge und murrend durch seine Wohnung striff und erst nach zwei Tassen Kaffee wirklich ansprechbar war. Nebenbei fiel mir ein, dass ich meinen Vater vielleicht in den Semesterferien mal wieder besuchen konnte. Immerhin waren diese in fast drei Monaten und somit wären die fünf Stunden Zugfahrt zu ihm auch nicht mehr das größte Problem.
      Zufrieden mit diesem Beschluss, spülte ich mir meinen Mund aus, bevor ich schnell unter die Dusche sprang. Leider konnte ich diese aber nicht sonderlich lange genießen, da Lydia mal wieder einen aufstand vor der Tür machte und meinte, dass ich mich mal beeilen sollte. Angeblich bräuchte ich ihr zu lange, dabei war ich gerade mal seit gut 9 Minuten im Badezimmer. Augen rollend ignorierte ich ihr Gezeter und wusch mich rasch zu Ende. Mit einem Handtuch um die Hüften gewickelt, machte ich schließlich die Tür auf. Während sie mir einen giftigen Blick zuwarf, lächelte ich ihr einfach lieblich entgegen. "Na endlich, wird ja mal langsam Zeit!" zischte sie und drängte sich an mir vorbei, ehe sich mit einem lauten Knall die Tür hinter mir schloss.
      Seufzend lief ich in mein Zimmer und suchte mir etwas zum anziehen aus dem Kleiderschrank. Meine Wahl fiel auf ein schlichtes weißes Shirt und einer ausgewaschenen Jeans mit Loch am rechten Knie, während ich über meine Stiefschwester nachdachte. Ich hätte wirklich zu gerne gewusst, was genau ich ihr getan hatte, dass sie so zu mir war. Immerhin konnte man solch ein Verhalten gegenüber einer Person doch erst entwickeln, wenn etwas vorgefallen war. Klar, es konnte nicht immer die Chemie zwischen zwei Menschen stimmen, die sich kannten. Aber nur aus diesem Grund jemanden so zu behandeln wie sie es tat... Das verstand ich nicht. Ich hätte mich total gerne mit ihr angefreundet, aber jeder Nettigkeitsversuch von mir wurde jedes Mal von ihr im Keim erstickt.
      Angezogen betrachte ich mich im Spiegel und lächelte kurz. Die neue Hose stand mir wirklich überraschend gut. Eigentlich war ich noch nie so der ausgewaschene-Jeans Typ, aber Sam hatte ich mich bei unserem letzten Shopping-Trip doch dazu überreden können mir mal eine zu kaufen.
      Zufrieden mit meinem Outfit griff ich nach meinem Haargel und wuschelte mir mit diesem ein wenig durch die Haare. Dadurch, dass sie schon wieder recht lang geworden waren, konnte ich eigentlich kaum Form rein bringen. Doch irgendwie bekam ich dann doch eine Frisur hin die nicht gänzlich so aussah, als wäre ich gerade erst aus dem Bett gefallen und anschließend mit ungekemmten Haaren aus dem Haus gegangen.
      Schnell griff ich mir noch meinem Rucksack, nachdem ich auf die Uhr geschaut hatte, und ging hinunter in die Küche. Zeit für ein kleines Frühstück blieb schließlich alle mal. Nachdem ich meinen restlichen Familienmitgliedern einen guten Morgen gewünscht hatte, aß ich schnell ein paar Cornflakes und begab mich aus dem Haus.
      Gerade als ich mich aber auf den Weg zur Bahn machen wollte, hielt ein schwarzer älterer Jeep neben mir. "Hey Hübscher, deine Eskorte ist da." grinste Sam mir entgegen. Lachend lief ich einmal um das Gefährt herum und stieg zu meinem besten Freund ins Auto. In etwas weniger als dreißig Minuten waren wir an der Uni angelangt. Die Parkplatz-Suche erwies sich heute als ausnahmsweise erträglicher, als sonst, weswegen wir auch noch eine Weile auf dem Campus rum lungern konnten. Dadurch, dass es langsam wärmer wurde, war es nun auch definitiv viel erträglicher wieder draußen zu sitzen und das auch ohne Jacke. Zoey, eine mittlerweile gute Freundin von uns, setzte sich irgendwann zu uns auf die Bank, auf welche wir uns niedergelassen hatten, und ich begrüßte sie mit einer fetten Umarmung, während ich sie nach ihrem Date ausfragte. Sie erzählte mir knapp von ihrer neuen Bekanntschaft, namens Tyler. Kurz ließ ich meinen Blick schweifen und entdeckte in dem Moment Kei auf dem Campus. Mein Herz setzte für einen kleinen Moment aus, ehe es normal weiter schlug. Meine Augen konnte ich jedoch nicht mehr von ihm abwenden, weshalb ich auch immer weniger von dem Monolog Zoeys mitbekam, je länger ich diesen anstarrte. "...-iv? Livian!" hörte ich es dann doch lauter neben mir, ehe mir in meinen Arm gezwickt wurde. "Au, hey." maulte ich und griff mir an die geschändete Stelle. "Du hörst überhaupt nicht zu." meckerte Zoey und ich verzog entschuldigend das Gesicht. "Nimm's ihm nicht übel. Du weißt doch, dass er anfängt zu sabbern, sobald er den Namen Kei auch nur hört." meinte Sam und blickte dabei weiter auf sein Handy. Schnaubend schaute ich zu diesem und piekte ihm in die Seite. "WAS? Oh mein Gott, das ist ja so süß! Seit wann stehst du denn schon auf Kei? Man und wieso weiß ich nichts davon?" quietschte sie im ersten Moment, ehe dieses wieder zu einem maulen wurde. In dem Moment liefen einige Freunde von Kei an uns vorbei und schauten zu uns als Zoey so diese Information rum posaunte. Zwei sagten irgendetwas und fingen blöde an zu lachen, weswegen ich nur die Augen verdrehte und mich wieder meinen Freunde widmete.
      Happiness can be found even in the darkest of times, if one only remembers to turn on the light.

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    • Kei

      Ich würde mich nicht unbedingt als Morgenmuffel bezeichnen, wirklich nicht. Ich war nur nicht unbedingt ein Freund zu früher Uhrzeit und ich bewarf gedanklich gerne meine Nachbarn mit irgendwelchen Dingen, wenn sie einem gut gelaunt ein ´Guten Morgen ´entgegen brüllten. Es war auch nicht unbedingt prickelnd, wenn einem sprichwörtlich das Handy um die Ohren flog, nur weil irgendwelche viel zu aktiven Menschen einen schon am frühen Morgen mit Text- und Voicenachrichten bombardieren mussten. Morgenmuffel? Nein, nicht wirklich. "Guten Morgen schöner Mann.", schnurrte mir eine zarte Stimme ins Ohr, während ich das Rascheln der Bettdecke vernahm. Okay, die Stimme gehörte nicht meinem Vater, wenn doch dann mache ich mir verdammte Sorgen. Als ich meine blauen Augen öffnete, welche ich von besagtem Mann geerbt hatte, blickte ich in ein schönes weibliches Gesicht. Sie hatte eine blonde Haarpracht, welche ihr mit langen Strähnen spielerisch über den Rücken fiel, grüne Augen die an Smaragde erinnerten und einen kleinen Schmollmund. Das sie nackt neben mir lag, war natürlich der ultimative Bonus. Solch eine Frau neben sich im Bett zu haben, war sicherlich für jeden Kerl ein absoluter Traum, ungeachtet dessen das die Lady hier schon Ende 20 war und somit doch ein wenig älter als ich. Allerdings war sie auch nur eine von vielen dieser Leute, die ich als Abschaum bezeichnen würde. Wahrscheinlich würde mich jeder für solch eine Aussage für verrückt erklären und vielleicht war ich das auch in gewisser Weise, aber das störte mich nicht. Wie würden die Leute wohl reagieren, wenn sie wissen würden das die Gute hier einen Verlobten hat? Ob mir das ein schlechtes Gewissen machte? Nicht im geringsten. Es beweist lediglich wieder das wahre Liebe nur in Büchern, Filmen und Videospielen existiert. Die schönsten Musikstücke entstanden immerhin auch nur aus Liebeskummer. Ihr Name war Ashley, wunderschön klischeehaft. Sie arbeitet in einer Medienfirma,im Büro, während ihr Alter irgendein hohes Tier dort ist und nie Zuhause ist. Eine schöne Frau aber keine Zeit für sie, allerliebst. Und wie beschäftigt sich eine solche Dame? Natürlich geht sie feiern um ihre Laune aufzuheben, ihre Mädels jammern ihr die Ohren zu was für ein Glück sie doch hat und sich nicht so anstellen soll, während sie aber nicht wissen das die Dame konstant allein Zuhause sitzt und nun die Schnauze voll davon hat. Natürlich ist sie extrem erfreut darüber, wenn ein hübscher Kerl ihr schöne Augen macht und sie sich auch noch einen Jüngeren krallen kann. Aaaah ~ ersehnte Aufmerksamkeit und Tadaa, hier befinden wir uns in einer schicken Penthouse-Wohnung irgendwo in der Upper East Side mit Orangensaft im Kühlschrank so teuer, dass man davon praktisch eine normale Miete zahlen kann.
      Mit einem Gähnen erhob ich mich vom Bett und stand auf, ehe ich meinen Körper streckte und ein zufriedenes Seufzen vernahm, als Ashley meinen Körper betrachtete. Mit einem amüsierten Grinsen sammelte ich meine Kleidung auf und warf die Jeans lässig über die Schulter. "Dusche?" fragte ich nach, ehe sie ihre schlanke Hand aus der Bettdecke streckte. "Die erste Tür links."
      Ich formte einen Kussmund und lief in besagte Richtung. Ihr Verlobter würde vor heute Mittag nicht Zuhause sein und bis dahin war ich ohnehin über alle Berge, darum konnte ich mir in diesem prunkvollen Badezimmer aus dem schönsten Marmor das ich je gesehen hatte auch eine heiße Dusche gönnen.
      Da ich kein Mensch war der frühstückte, fiel der morgen relativ kurz aus, was mich nicht unbedingt kümmerte. Wozu auch? Sie wollte keinen Stress mit ihrem Alten und ich erst Recht nicht. Wäre nicht so geil ganz primitiv im Kleiderschrank zu sitzen oder mit Unterwäsche aus dem Haus geworfen zu werden.
      Ich hatte Ashley gebeten mich noch kurz nach Hause zu fahren, damit ich mich umziehen konnte, entdeckte daraufhin mehr oder weniger den Versuch meines Vaters ein Frühstück zu machen, was er offenbar aufgegeben hatte und nun sicherlich irgendwo bei Starbucks sitzt, ehe ich in mein Zimmer gerannt war um mir frische Klamotten zu holen.
      Eine schwarze lässige Jeans, ein weißes Shirt und eine ärmellose schwarze Jacke später, fand ich mich in dem schicken schwarzen Porsche von Ashley wieder, welche mich daraufhin zur Uni fuhr. Inzwischen war man solch einen Anblick eigentlich gewohnt,also wunderte sich keiner mehr so wirklich, aber ich erntete immer wieder ziemlich eindeutige Blicke. "Ich ruf dich an Süßer, geh also an dein Handy.", schnurrte mir Ashley zu, woraufhin ich schon die Hand an der Autotür hatte. "Überzeug mich.", antwortete ich amüsiert, woraufhin sie leicht lachte. "Wie gemein. Nun damit du mich nicht vergisst.." sie schnappte mein Handgelenk und legte mir eine zugegeben verdammt schicke Armbanduhr an. Sah nach irgendeiner teuren Marke aus, auf dem Kopf konnte ich die Gravur schlecht lesen. "Geh also brav ran.", säuselte sie und lies mich daraufhin aussteigen. Es dauerte nicht einmal fünf Minuten auf dem Pausenhof, konnte man das eigentlich bei einer Uni noch so nennen? Bis mich meine Freunde fanden. "Gott, wie ich dich hasse.", seufzte der Schwarzhaarige an meiner Seite, der dem Porsche fast schon schauspielreif dramatisch nachsah. Sein Name war Jace, laut, einfallsreich und neben einem echten Autofreak, wahnsinnig scharf auf Blondinen. "Danke für die Blumen.", antwortete ich grinsend. "Das war kein Kompliment.", jammerte er theatralisch. "Ach halt die Klappe Jace." Das war Kyle einer meiner engsten Freunde, ein typischer Sunnyboy mit blonder Mähne, der sicherlich richtig beliebt bei den Frauen wäre, weil er gut aussah, wenn er es sich nicht sprichwörtlich konstant versauen würde, in dem er immer das falsche sagte. Zusammen mit den beiden Chaoten liefen wir also über das Unigelände, in Richtung unseres Gebäudes. Auf dem Weg gesellten sich noch drei weitere dazu, die ich eigentlich nur vom Jahrgang her kannte und mich ohnehin fragte, warum sie mir konstant nachliefen, ehe Jace anfing zu lachen und begann mit Kyle zu tuscheln.
      Als Jace mich plötzlich an der Schulter packte, ahnte ich bereits nichts gutes. Nichts was so ein doofes Grinsen beinhaltete würde sinnvoll werden, was auch immer er jetzt sagen würde.
      "Ey, der Kleine aus unserem Musikkurs steht offenbar auf dich Kei. Mann jetzt sind wohl nicht mal mehr die Kerle vor dir sicher.", scherzte er lachend.
      "Wer?", fragte ich verwundert nach, woraufhin Kyle auf einen zierlichen Jungen auf einer Bank deutete, welchen ich tatsächlich nur flüchtig aus dem Musikkurs kannte, denn ich eigentlich nur belegen konnte, weil man in der Psychologie auch Musik als Therapieform verwendete. Glück für mich, da ich in den Kurs unbedingt wollte.
      "Achso?", war meine einzige Reaktion darauf. "Das ist alles ´achso´?", hakte Jace nach. "Ey wer weiß was der sich zusammen spinnt."
      "Hör schon auf.", schaltete sich Kyle ein und sah zu mir. "Was denkst du?"
      Nachdenklich sah ich in die Richtung des Jungen von dem die beiden sprachen. "Mh, ich denke ich sollte mich geschmeichelt fühlen.", antwortete ich und steuerte das Unigebäude weiter an.
      Wie hieß der Kleine nochmal?


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Als es dann langsam Zeit wurde ins Gebäude zu gehen, packten Zoey, Sam und ich unsere Sachen und machten uns auf den Weg zum Vorlesungssaal. Viele Plätze waren schon belegt, weswegen wir uns heute mal etwas weiter nach vorne setzen mussten. Ich packte meinen Laptop auf den Tisch vor mir und hörte dem Gespräch zu, welches Sam und Zoey gerade führten. Mein Blick haftete währenddessen aber die meiste Zeit an der Tür und das auch eher unbewusst. Bis das Seminar dann endlich angefangen hatte, schaute ich immer mal wieder zu meinem Schwarm. Ich versuchte dies recht unauffällig zu machen, jedoch merkte ich irgendwann, wie ein Freund Keis ebenfalls zu mir sah. Schnell sah ich bei Seite, immerhin wollte ich am Ende des Tages auch nicht wie der Kerl da stehen, der die ganze Zeit seinen Kommilitonen während der Lesung angegafft hatte. Daher schrieb ich nun aufmerksamer weiter auf meinem Laptop mit, blickte nur noch manchmal aus dem Augenwinkel in Keis Richtung.
      "Hey, Emma hatte mir vorhin übrigens gesagt, dass am Freitag eine Studentenparty stattfinden soll. Sie wissen nur noch nicht genau wo, aber sie würde mir dann bescheid sagen meinte sie." lächelte Zoey mich und Sam an. "Ihr kommt doch, oder!?" Bevor ich jedoch antworten konnte, sprach Sam dazwischen und redete für uns beide. "Ja klar, kommen wir." Ich legte den Kopf schief und sah meinen besten Freund mit meinem typischen dein Ernst!? -Blick an. Dieser zuckte nur mit den Schultern und schrieb weiter die Präsentation des Profs mit.
      Ich war noch nie sonderlich ein großer Freund von diesen ganzen Studentenparties gewesen. Nicht, dass ich Parties nicht mochte, im Gegenteil. Ich war gerne in Clubs und feierte gerne. Aber ich hasste diesen modernisierten und komplett unnötigen Drogenkonsum. Sicher, ich rauchte auch mal einen Joint, dagegen hatte ich nichts. Aber dieses ganze Chemiezeug war mir einfach nicht geheuer. Vor allem nicht, wenn das hieß, dass mein bester Freund sich damit wieder wegschießen würde. Klar, auf Parties im Club wurden die auch reichlich verteilt und eingenommen. Doch dort wurde ich damit irgendwie weniger konfrontiert, als auf solch einer Studentenverbindung, fand ich. Genauso wie Sam. Dort liefen nicht irgendwelche Typen rum und schrien rum, dass sie sich jeden Moment eine Line ziehen würden und stachelten die Anderen an, dabei mitzumachen. Unser Freundeskreis hielt dieses Höllenzeug nur sehr begrenzt, bis eigentlich gar nicht, was mir viel lieber war. Vor allem, nachdem sich Sam am Anfang des Studiums mal beinahe Krankenhausreif gekokst hatte. Und auf dieses Bild und diese Ängste von damals wollte ich echt gerne verzichten.
      Eher widerwillig stimmte ich dem aber doch zu, verlangte von Sam aber leise und persönlich, dass er keine Drogen nehmen sollte, die über Joints hinaus gingen. Natürlich war es nicht meine Sache, wenn er auch Anderes nehmen wollte, aber ich machte mir einfach Sorgen. Er versprach es mir aber tatsächlich, weshalb ich ihn dankend anlächelte und weiter leise auf dem Laptop vor mich hinschrieb.
      Als die Vorlesung dann endlich beendet war, packte ich meinen Laptop in meinen Rucksack und verließ mit meinen beiden Freunden den Vorlesungssaal. Wir setzten uns wieder auf eine der Bänke auf dem Campus, denn hatten wir noch Zeit, bis unsere jeweiligen nächsten Lesungen anfangen würden. Diesmal hätte ich aber leider weder mit Zoey noch mit Sam zusammen, denn studierte Sam neben Musik noch Englische Literatur und Zoey Sport. Würde ich die beiden nicht kennen, hätte ich getippt, dass es genau anders herum wäre. Wenn man sie erst einmal kannte, wusste man, dass die beiden jeweiligen Studiengänge gut zu den beiden passten.
      Mein Blick wanderte erneut, und wie vor drei Stunden, wieder über den Campus, blieb an Kei hängen, welchen ich mit meinen Blicken regelrecht auszog. Allerdings widmete ich meine Aufmerksamkeit schnell wieder meinen Freunden, bis es Zeit wurde, in unsere jeweiligen Gebäude zu gehen.
      Im Kunstsaal angekommen, stellte ich meine Tasche bei Seite und setzte mich zu meiner Staffelei. Die Professorin erklärte kurz den Ablauf des Tages, welcher daraus bestand, ein Modell zu zeichnen. Kurz darauf kam auch schon eine junge Frau, aus dem hinteren Raum, in welchen sich all die Farben und andere Materialien befanden, heraus. Sie setzte sich auf einen Hocker, in der Mitte der Staffeleien, und legte sich ein dünnes, wie Leinen aussehendes, etwas längeres Tuch über ihre Scham. Ich ließ meinen Blick kurz über ihren Körper wandern, versuchte ihre Proportionen irgendwie im zeichnerischen Stil umzuwandeln, ehe ich begann sie zu zeichnen.
      Am Ende der Kunstlesung saß eine, in Graphit und Kohle gehaltene, junge Frau in der Mitte meines A3 großen Blattes. Ich setzte noch mein Kürzel in die Ecke des Blattes, so wie das Datum, ehe ich den Saal verließ und auf dem Campus auf Sam und Zoey wartete.
      Happiness can be found even in the darkest of times, if one only remembers to turn on the light.
    • Kei

      Fast den kompletten Morgen durfte ich mir irgendwelche Sprüche meines so genannten Kumpels anhören, bezüglich des´Typen´der auf mich stand, dass ich mich inzwischen fragte, was mich dazu geritten hat mich eigentlich mit Jace anzufreunden. An sich ging er mir mehr auf die Eier, als das ich ihn leiden konnte. Was der Kerl in meinem Psychologie-Studium zu suchen hatte würde mir auch auf ewig ein Rätsel bleiben. Der Typ war fast wie die Büchse der Pandora, öffne sie nicht sonst überfällt dich das Unheil. Bei ihm war das ungefähr so, wenn er den Mund auf machte. Kyle und ich hatte den Schwarzhaarigen auf einer dieser Studentenpartys kennengelernt und uns mit ihm angefreundet, weil er uns im betrunkenen Zustand wohl sympathischer war als nüchtern. Ich musste betrunken gewesen sein, anders konnte ich es mir nicht erklären und jetzt wurde man ihn einfach nicht mehr los. Nun es gab aber auch weit aus schlimmere Kandidaten, so wie der schräge Typ eine Reihe vor mir, der konstant irgendwelche Dinge schreibt und dabei wirres Zeug nuschelt, was sich fast wie irgendwelche Beschwörungsformeln anhörte. Kyle meinte einmal, dass jeder der Psychologie studiert irgendwo einen Knall hat, inzwischen stimme ich ihm zu. Wenn man zuvor noch ´normal´in Anführungsstrichen war, dann war man spätestens nach dem Studium nicht mehr ganz Banane im Kopf.
      Nicht mehr ganz Knusper war auch unser Dozent mit der schiefen Perücke, der uns in Sozialpsychologie unterwies. Der Kerl hatte jede Woche eine neue Perücke und eine war schlimmer als die andere. Heute hatte er sich für eine blonde Perücke entschieden, die stark an die Frisur von Elvis erinnerte. "Deprimierter Drogenabhängiger.", nuschelte Kyle. "Mann mitten in der Mitlife-Crisis.", entgegnete ich. Kyle und ich spielten jeden Montag dasselbe Spiel, in dem wir rätselten was uns die neue gewählte Perücke wohl sagen sollte. Die Ideen reichten von den bereits formulieren bis zu ´insgeheimer Satanist auf der Suche nach einer Ziege´. Ich sage es ja, nach dem Studium sind wir alle nicht mehr ganz dicht. "Ihr habt doch nen Knall.", murmelte Jace und deutete auf sein Handy. "Habt ihr die Einladung zur Party bekommen? Ihr seid doch dabei?", hakte er nach und wechselte das Thema, woraufhin Kyle genervt seufzte und sich einen Kugelschreiber aus meinem Federmäppchen schnappte. "Können wir das nicht später klären?", meinte der Blonde dann, woraufhin Jace ihn fast fassungslos anstarrte. "Jaja, wir kommen und jetzt schau endlich nach vorne und halt die Klappe.", murrte ich dann und warf Jace einen der leeren Kugelschreiber die ich noch nicht entsorgt hatte gegen den Kopf.
      Ich liebte meinen Studiengang und gerade weil ich ihn so sehr liebte, ging er meist überraschend schnell vorbei. Ich war nie der Typ der leidenschaftlich gern die Schulbank drückte, aber das Studium machte Spaß und demnach besuchte ich den Campus verdammt gern. Die Pause hatte uns also schneller erreicht als ich gedacht hatte und so packte ich mein Zeug zusammen und begleitete die Jungs auf das Campusgelände. Es dauerte nicht einmal 5 Minuten und keine ganze Zigarette, die sich Kyle angesteckt hatte, da boxte uns Jace schon in die Seite. "Wir haben später Musik.", grinste er, woraufhin Kyle lediglich seine grünen Augen rollte. "Und?", murmelte ich und lies mich auf einer der Bänke nieder. "Frag nicht so blöde, du weißt genau was ich meine.", erklärte Jace. "Hör schon auf mit dem Scheiß. Dann steht der Kerl eben auf Kei und? Ist doch nichts dabei.", kam es genervt von Kyle, der mich milde anlächelte und ich daraufhin gerade zustimmen wollte, als schon die nächste Aussage fiel, die ich dann allerdings nicht auf mir sitzen lassen konnte.
      "Ich wette du kneifst, weil es ein Typ ist."
      "Ich kneife?", wiederholte ich langsam. "Kei, lass es. Er provoziert dich doch nur.", versuchte mit Kyle zu beruhigen, woraufhin ich nur die Hand hob, dass er ruhig sein sollte. "Sag das nochmal Jace."
      "Ich wette du kneifst, weil du zwar Weiber ins Bett kriegst, aber dich bei einem Kerl nicht traust.", grinste der Trottel mich an.Ab und an hatte ich ja das dringende Bedürfnis ihm dieses blöde Grinsen aus der Visage zu prügeln, einfach nur weil er es verdient.
      "Es ist mir scheiß egal ob es ein Kerl ist oder nicht.", antwortete ich genervt.
      "Fein, dann beweis es. Wickel die Schwuchtel um den Finger und mach ein Video davon."
      "Was? Das kann doch nicht dein Ernst sein? Kei, lass dich nicht auf diese dumme Idee ein.", versuchte Kyle mich zu ermahnen.
      "Was bekomme ich dafür?", antwortete ich mit einem Grinsen.
      "Wolltest du nicht dieses überteuerte Notebook, dass gerade raus ist? Ich kaufe es dir, wenn du gewinnst. Falls ich gewinne beschaffst du mir einen One Night Stand mit einer deiner Chics.", daraufhin reichte mir Jace die Hand. "Außer du kneifst."
      Mit mir sollte man eindeutig nicht wetten, dass konnte er nur verlieren. Liebe war nichts echtes und dieser Kerl würde da keine Ausnahme werden. Er war genauso Fake wie alle anderen auch, was hatte ich also zu verlieren? Die wahre Liebe? Lächerlich, diese existierte nicht.
      "Die Wette gilt, plündere schon mal dein Konto Loser."
      "Und du machst dich jetzt besser auf zum Musikunterricht. Die Wette gilt ab heute."


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Es dauerte nicht sehr lange, bis auch meine Freunde aus dem Unigelände und auf mich zu kamen. Scheinbar unterhielten sie sich schon wieder über die Party, denn konnte ich von Zoey noch ihre letzten Worte vernehmen, bevor die Beiden gänzlich zu mir gestoßen waren. "Das wird die Party des Jahrhunderts, das sag ich euch." übertrieb Zoey es maßlos, was mich nun eine Augenbraue heben ließ. Eine normale, eigentlich nicht sonderlich spannende Studentenparty als solches zu bezeichnen, zeigte mir gerade deutlich, dass Zoey wirklich nicht oft, außerhalb der Uni, in irgendwelche Clubs ging. Das war natürlich nichts schlechtes, jedem das Seine. Aber dann solch eine Aussage zu treffen, fand ich dann doch etwas übereilt.
      "Außerdem soll es ein Motto geben. Passt auf..." Sie machte eine kurze Pause, welche uns wohl auf die Folter spannen sollte. Bei Sam gelang dies wohl, ich wartete hingegen nur geduldig darauf, was uns unsere Freundin wohl gleich Preis geben würde. "Filmcharaktere." quietschte sie vorfreudig. Kurz schauten Sam und ich uns schmunzelnd an, weil Zoey so aufgeregt darüber zu sein schien, ehe mein bester Freund an mich gewandt nur eine Augenbraue hebend die Schultern zuckte. "Hast du denn schon eine Ahnung, als was oder wer du gehen willst?" fragte ich neugierig. Kurz schürzte sie die Lippen, schaute in der Gegend rum, als würde hier jeden Moment eine Schar von kostümierten Leuten entlang rennen, die ihr den Geistesblitz verschafften.
      "Neee, noch nicht. Aber ich glaube Lara Croft wäre ganz cool." - "Ich glaube dafür bräuchtest du die nötige Oberweite." grinste Sam, was ihm nur einen Kick von Zoey an den Oberarm verschaffte.
      Nachdem dieses Thema damit beendet war, unterhielten wir uns noch über unsere jeweiligen Studienfächer von zuvor und tauschten uns kurz über den Dozenten Sams aus, welcher, seiner Meinung nach, mindestens so alt war wie die Englische Geschichte selbst und dementsprechend wohl leider auch seine Vorlesungen rüber brachte. Lachend gingen wir zusammen zurück ins Unigebäude, machten uns auf den Weg zu unserem Seminarraum und setzten uns. Wieder das Prozedere von heute Morgen wiederholend, holte ich meinen Laptop hervor und startete schon einmal mein Programm.
      Mein Blick fiel auf die Tür, als ich später Kei und seinen Freund in den Raum treten sah. Mein Bauch rumorte sofort vor sich hin, ehe es wie wild begann in diesem zu kribbeln und mein Herz für einen Moment aussetzte. Ich wusste nicht einmal warum ich so sehr auf ihn stand, noch warum mein Körper so extrem auf den Älteren reagierte, sobald ich diesen sah. Es war einfach Schwärmerei auf den ersten Blick gewesen. Auf das Wort Liebe verzichtete ich selber immer, weil ich einfach fand, dass das Wort zu hoch gegriffen war, für meine Situation. Schließlich kannte ich Kei gar nicht weiter. Meine Stiefschwester Bailey jedoch sagte immer, das es damit nichts zu tun hätte und man gegen das Schicksal nichts tun könnte. Sie glaubte definitiv an die Liebe auf den erste Blick und war fest davon überzeugt, dass mich der mächtige Cupido dafür auserkoren hätte und Kei mein Seelenverwandter war... So lieb ich dieses Mädchen auch hatte, aber in diesen Situationen war sie sogar mir zu ausgeflippt.
      Mein Blick haftete gefühlte Stunden an ihm, ehe ich merkte, dass ich von der anderen Seite komisch angestarrt wurde. Mein Blick wanderte hinüber zu Keis Freund, welcher so ein ekelhaftes Grinsen auf den Lippen trug, während er mich kurz anschaute und schnell den Blick abwandte. Verwirrt nahm ich das Szenario wahr und schaute dann selber total überfordert bei Seite.
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    • Natürlich war mir bewusst, dass das Ganze eine richtig bescheuerte Idee war. Mal ehrlich ich hatte mit dem Kerl nicht einmal ein Wort gewechselt und ich bezweifelte ehrlich gesagt auch, dass er wirklich in mich verknallt war. Vielleicht fand er mein Äußeres ansprechend und das war´s dann auch schon wieder, keine große Sache also. Allerdings hatte Jace ja so lange darauf rumreiten müssen, wie skandalös das doch war, dass ich es irgendwann nicht mehr hören konnte. Das einzig skandalöse war,dass ich Jace noch keine rein gehauen hatte. Das dumme war nur, dass er genau wusste welche Knöpfe er bei mir drücken musste, damit ich auf seine dummen Spiele einging. Mich feige zu nennen war ein absolutes no Go, außerdem waren Herausforderungen meine Spezialität. Sicherlich war der arme Tropf hier auch nur jemand wie all die anderen, von echter Liebe eben keine Spur und warum? Weil es sie nicht gab. Und dennoch war ich auf diese doofe Wette angesprungen, was für ordentlich Missfallen bei Kyle gesorgt hatte. Konnte ich ihm nicht verübeln, von uns allen war er ohnehin immer der ´Good Guy´. Ich sag ja, wäre er nicht so ein Tollpatsch bei den Frauen und sagte chronisch das Falsche, wäre er umzingelt. Leider machte es das für ihn aber immer irgendwie kaputt und keine Beziehung hielt wirklich lang. Wie auch immer, ich hatte mich schweren Herzens von Kyle verabschieden müssen und mir blühte jetzt Musik mit Jace als Nebensitzer, was ungefähr so angenehm war wie in einen Kaktus zu fassen. Im Gegensatz zu mir nahm er das Studium nicht sonderlich ernst, da er ohnehin bei seinem Vater in der Firma arbeiten würde und ganz ehrlich? Der Kerl schwimmt in Kohle. Zwar war mein Vater Arzt, aber bei aller Liebe er war ein kleiner Hausarzt mit einer niedlichen Praxis im Zentrum von New York, was praktisch ein Goldfisch unter Haien war. Wenigstens hatte er einen treuen Patientenkreis und er machte seinen Job verdammt gut. Ich war zwar auf meine Eltern nicht unbedingt gut zu sprechen, aber wenigstens in ihrer Arbeit machten sie ihre Sache richtig. Wie dem auch sei, ich mochte diesen Kurs und Musik war neben Sport einer meiner Leidenschaften. Leider bekam ich nie sonderlich viel mit, weil der Kerl schlimmer war als eine dieser Klatschweiber die man sonst nur aus Sitcoms kennt. Das er den armen Jungen wieder aufziehen musste, weil er ihn so dumm angrinste machte die Sache nicht besser, obwohl ...
      "Lass dich von ihm nicht ärgern, er ist mit dem Gesicht geboren worden und kann nichts dafür, dass selbst sein Grinsen schreit, dass er ein Idiot ist.", begrüßte ich den Kleineren das erste Mal richtig. Ich konnte mich nämlich nicht daran erinnern, dass wir je miteinander gesprochen hatten. "Ey." vernahm ich nur den Protest von Jace aus dem Hintergrund, während ich auf den Stuhl neben Dunkelhaarigen deutete. "Ist neben dir noch frei? Wenn ich die Stunde wieder neben dem Kerl sitze, stopfe ich ihm wahrscheinlich mein Lehrbuch in den Rachen.", lächelte ich amüsiert.


      ღ For my lovely Warlock ღ
    • Ich schaute verwirrt zur Seite, als ich Keis Stimme unmittelbar neben mir vernahm. Komplett mit der Situation überfordert, schaute ich diesen wohl auch gerade genau so dämlich an, wie ich mich im Moment fühlte. In meinem Kopf herrschte gerade eine komplette Leere. Gähnende Leere, und ihr konntet mir glauben, wenn ich sagte, dass mir so etwas noch nie passiert war.
      Seine Worte zwar hörend, aber gar nicht richtig aufnahmefähig, brauchte es eine Weile bis ich auf seine Frage, ob er sich denn neben mich setzen konnte, nur mit dem Kopf nickte und schaute ihn vermutlich immer noch an wie das siebte Weltwunder. Dabei hätte ich wegen dem Blick, welchen sein Kumpel Jace machte, ganz gerne gelacht. Der kam nämlich scheinbar gerade überhaupt nicht damit klar, dass sein Kumpel ihn als Idioten betitelt hatte. Aber nicht einmal das bekam ich hin. Stattdessen stammelte ich nur irgendein wirres Zeug vor mich hin, schloss schnell meinen Mund und schaute fast schon panisch auf meinen Laptop.
      Fuck, ich benahm mich wie der erste Mensch. Wenn das nicht Grund genug für Kei war sich doch lieber zu seinem scheinbar idiotischen Kumpel zu setzen, dann wusste ich auch nicht, was diesen hätte umstimmen können.
      Da ich nun fest davon ausging, dass er sich wegen meinem blöden Getue wirklich gleich wieder umdrehen und weg gehen würde, atmete ich tief durch, versuchte noch mein schnell schlagendes Herz zur Ruhe zu bringen und schaute dann wieder zu Kei.
      "Klar, du kannst dich ruhig hier hin setzen." meinte ich, meine Nervosität so gut es ging hinunter spielend, indem ich ihn anlächelte. "Sorry, ich glaube mein Gehirn hatte gerade 'nen Sauerstoffmangel erlitten." lachte ich nun doch nervös, wegen dieser komplett bekloppten Aussage, über die ich nicht weiter nach gedacht hatte, und schlug mir innerlich mit der Handfläche gegen die Stirn. "Äh, also... Ich bin Livian." stellte ich mich dann nach einer kleinen Pause vor. Kurze Zeit darauf kam dann auch unser Dozent in den Saal, weswegen ich mit einem auffordernden, aber dennoch netten Blick auf den Platz neben mir deutete.
      Happiness can be found even in the darkest of times, if one only remembers to turn on the light.
    • Für gewöhnlich wenn jemand auf mich stand, falls er auf mich stand dafür hatte ich ja keine Beweise, quatschen mich die Leute konstant zu oder starten mich einfach nur sprachlos an. Der Kleine hingegen versuchte zu reden, verhaspelte sich aber bei fast jedem Wort und stolperte so oft über seine eigenen Sätze, dass ich gar nicht anders konnte als zu lachen. Okay zugegeben das war extrem süß. Es kümmerte mich eigentlich nicht, dass er ein Mann war. Um ehrlich zu sein war mir das Geschlecht ziemlich egal, solange eben das Gesicht stimmte. Ich machte daraus kein Geheimnis, sprach aber auch nicht darüber. Kyle wusste es, weil ich mit ihm einmal das Gesprächsthema hatte und was Jace anging, nun wüsste er es würde er wahrscheinlich nur noch mehr damit anfangen, mich mit irgendwelchen Wetten zu ködern. Nachdem sich mein Lachen beruhigt hatte, auch wenn ich immer noch ein wenig kichern musste, blickte ich wieder zu ihm und wartete geduldig darauf, dass er mir die Erlaubnis gab mich zu ihm zu setzen. Im Hintergrund hörte ich zwar das Gemotze des Schwarzhaarigen, aber das war mir eigentlich so ziemlich egal. Wenn er nicht schimpfen kann, dann ist Jace unglücklich, also tue ich ihm damit doch einen Gefallen oder? Nun weiter im Text.
      Es dauerte zwar etwas und ich fühlte mich fast ein wenig dämlich, wie ich da so stand und eigentlich nur darauf wartete mich setzen zu können, aber ich lies mir das nicht wirklich anmerken. Ich bekam zwar ein zögerliches Kopfnicken, bei welchem ich mir nicht ganz sicher war ob es nun sich darauf bezog, dass er mich verstanden hatte oder ob ich mich setzen durfte. Glücklicherweise hatte er fast heraus platzen lassen, dass ich mich setzen konnte und so legte ich erneut lachend meine schwarze Schultasche auf den Boden und setzte mich neben ihn. Als er mir erklärte, was los war blickte ich zuerst etwas perplex, ehe ich mich leicht zu ihm beugte und ihm in die Augen sah. "Geht es dir gut?", fragte ich sanft nach und lächelte, ehe er sich mir auch schon direkt vorstelle. Livian also, süß.
      "Freut mich, ich bin Kei.", kam es mit einem charmanten Lächeln meinerseits als Antwort.


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    • Tatsächlich setzte sich Kei dann auch neben mich. Unter dem Tisch kniff ich mir einmal kurz in den Arm, einfach weil ich wirklich fest davon überzeugt war, dass das ganze hier nur eine Illusion oder eine Halluzination von mir, weil ich mich mittlerweile schon auf der Party befand und mir irgendjemand Drogen in mein Getränk gemischt hatte. Allerdings schien es nicht so zu sein, denn tat es ziemlich weh, als ich meinen Arm malträtierte. Es wirklich fassen, dass sich Kei aber wirklich neben mich Noob gesetzt hatte, konnte ich immer noch nicht wirklich.
      Noch einmal schaute ich zu ihm und in eben diesem Moment kam er mir mit seinem Gesicht ziemlich nahe, was mein Herz sofort einen Sprint ansetzen ließ. Das war doch nicht mehr normal, man. Wann hatte ich schon jemals so auf einen anderen Menschen reagiert? Außer damals vielleicht im Kindergarten, bei meiner ersten kleinen Liebe, Viki. Aber das war Jahre her gewesen und auch überhaupt nicht echt.
      Und dann auch noch dieses Lächeln. Das konnte er mir doch nicht antun. Wollte er, dass ich ihn hier und jetzt besprang? Auf der Stelle? Verdammt, das konnte doch nicht gut gehen. Ich starrte ihn regelrecht an, bis ich es endlich mal schaffte auf seine Frage und seine anschließende Vorstellung zu antworten, weil ich einfach viel zu weit weg für das ganze Geschehen hier war. "Klar, mir geht's gut." meinte ich erst einmal nur auf seine Frage. "Schön dich kennen zu lernen, Kei." sagte ich lächelnd und ließ seinen Namen regelrecht auf meiner Zunge zergehen, während ich ihn aussprach. Anschließend begann das Seminar und ich fing an die Präsentation des Profs abzuschreiben. Dabei konnte ich allerdings nicht lassen immer wieder mal, aus dem Augenwinkel, zu meinem Schwarm zu schauen und ihn regelrecht anzugaffen. Ich bekam einen kleinen Hieb in die Seite, weswegen ich zu meiner Freundin Zoey schaute. Diese grinste mich nur breit an und ließ ihre Augenbrauen drei mal hinter einander nach oben tanzen, bevor sie mir zuzwinkerte. Anschließend wanderte ihr Blick an mir vorbei zu Kei, musterte diesen kurz und nickte dann anerkennend. Schief lächelnd wandte ich mich wieder von ihr ab. Hoffentlich hatte er das nun nicht mitbekommen, das wäre ja mal mega peinlich.
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    • Nun ich hatte es geschafft mich zu setzen, ich war also schon einen guten Schritt weiter, wortwörtlich. Der Kleine, nein Livian war zugegeben ziemlich niedlich. Warum war er mir eigentlich nie aufgefallen? Schlank, ein heller Teint das man fast glauben könnte er käme aus meiner Heimat. Dazu hatte er schwarzes Haar oder ging das noch ins tiefe Dunkelbraun und zugegeben verdammt schöne Augen. Grünlich und einen Schmollmund. Nun wenigstens würde diese Wette nicht mit jemanden laufen, denn ich nicht süß fand also war das alles ja nur halb so schlimm. Aber ganz gleich wie unschuldig er auch wirkte, auch er war wie alle anderen nicht wahr? Wahre Liebe gibt es nicht. Die Menschen lügen und betrügen sich und wenn man sich fragt wie sie überhaupt noch in den Spiegel sehen können, wäre man erstaunt wie gut das funktioniert. Ich habe Geschichten gehört welche einem die Haare zu bergen stehen lassen, Geschichten erlebt und auch privat genug davon abbekommen. Nennt man das ein gebranntes Kind sein? Eine ganze Weile hatte ich Livian angesehen, nachdem ich ihm meine Frage gestellt hatte, hatte ein sanftes Lächeln auf den Lippen und fand die Situation ehrlich gesagt gar nicht mal so unangenehm. Vielleicht würde ich tatsächlich hier sitzen bleiben. So bekam ich wenigstens etwas vom Unterricht mit und Livian konnte wohl kaum ein schlimmerer Tischnachbar sein als Jace. Dieser würde mir das zwar ewig nachtragen, aber damit konnte ich gut und gerne leben. Als Livian mir antwortete und erklärte, dass es ihm gut ging hatte er ein sehr zärtliches Lächeln. Es war ein schönes Lächeln und wirkte weder aufgesetzt noch falsch. Dennoch vertraute ich Menschen von Natur aus nicht, also widerstrebte mir der Gedanke zu glauben das er wirklich so unschuldig war, wie er tat. Das er aber ziemlich goldig war, war nun mal ein Fakt. Also schenkte ich auch ihm ein Lächeln und holte meine Sachen aus der Tasche, damit ich ebenfalls dem Professor folgen konnte. So schrieb ich also das Zeug in aller Ruhe mit, was mich echt freute! Kein Jace der einem konstant in die Seite stieß und mich nach meiner neusten Bettgeschichte ausfragte und ich bekam tatsächlich mal etwas vom Stoff mit. "Sag mal Livian, gehst du auf die Party von der alle reden?", fragte ich ihn nach einer Weile, lehnte meinen Kopf auf dem Arm ab und blickte zu ihm.

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    • Je mehr ich mir darüber bewusst wurde, dass Kei wirklich neben mir saß, desto öfter ertappte ich mich dabei, wie ich ihn von der Seite her anstarrte und sein Profil scannte. Seine Haut war so rein, dass sie schon wie Porzellan wirkte und man sie aus diesem Grund unbedingt berühren wollte. Mir juckte es regelrecht in den Fingern ihn nun einfach zu berühren und ihm über die Wange zu streichen, allerdings tat ich dies natürlich nicht. Meine Augen wanderten über seine blauen Haare, welche ich wegen der Farbe total cool fand und die seiden und total weich aussahen. Dann fuhren sie hinunter zu seinen Augen, die konzentriert auf seinem Laptop lagen und seine vollen roten Lippen, die sich von seiner Hautfarbe total abhoben. Sie wirkten so einladend und ich hätte mich am liebsten sofort zu ihm rüber gelehnt und ihm meine Lippen aufgedrückt. Da ich merkte, was diese Gedanken in mir auslösten und vor allem was sie mit mir machten, schaute ich schnell bei Seite. Wie schrecklich und peinlich wäre es bitteschön, wenn ich mit einem Mal mit einem Ständer hier in der Vorlesung sitzen würde.
      Allerdings schnellte mein Blick fast sofort wieder zu diesem und lenkte mich von meinen Gedanken ab, als ich die Stimme meines Schwarms vernahm, Wie er mich ansah. Oh Gott, konnte er bitte aufhören? Das würde mir definitiv keinen Gefallen tun. Genau genommen wollte ich es aber natürlich auch nicht, denn liebte ich es wie er mich ansah und genoss es sogar. Aber es war doch irgendwie ziemlich ungünstig für mich, wenn er mich so ... so sexy ansah. Was er mit Sicherheit nicht einmal absichtlich tat.
      "Mal sehen, ich hab darüber noch nicht wirklich nachgedacht." meinte ich wahrheitsgemäß und zuckte noch kurz mit den Schultern. "Ich meine das Motto ist Filmcharaktere...Aber mal gucken vielleicht." meinte ich zum Ende hin lächelnd und besah mir Kei ein wenig. "Gehst du denn hin?" fragte ich neugierig und interessiert, ehe ich kurz wieder ein wenig mit schrieb, um im nächsten Moment wieder zu ihm zu schauen.
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    • Ich bemerkte den Blick den er auf mich gerichtet hatte und wie er mich ansah, aber ganz ehrlich? Es störte mich nicht. Auf eine gewisse Art und Weise mochte ich es, wenn man mich so ansah. Es gab mir ein gutes Gefühl und ja, ich wusste wie arrogant das herüber kam. Aber wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann sehnt sich jeder Mensch nach Aufmerksamkeit, Lob oder Anerkennung. Wir Menschen sind so gestrickt, dass wir wollen das man unsere Seele streichelt und uns sagt, dass alles gut ist. Selbst wenn diese Worte eine Lüge sind. Die menschliche Psyche ist so komplex, auf eine gewisse Art aber auch einfach. Ich war schon immer fasziniert darüber, was auch der Grund war warum ich mich für ein Psychologiestudium im Bereich der Angewandten Psychologie entschieden hatte. Was studierte der Kleine eigentlich? Das sollte ich ihn auch noch fragen. Allerdings versuchte ich jetzt erst Mal den Teil mitzutippen, denn unserer Prof da vorne von sich zum Besten gab. Unser Musikprofessor oder vielleicht war er auch nur Dozent, keinen Schimmer, war ein verdammt merkwürdiger Kauz. Chronisch lief er auf und ab wie ein Tiger im Käfig, was bei seinen langen Storchenbeinen sehr amüsant aussah. Ich hatte zwar auch sehr lange und schlanke Beine, aber diese Gangart konnte man einfach nicht kopieren. Ich wartete eigentlich seit unserer ersten Lesung darauf, dass der Typ irgendwann abhob und an der Decke klebte. Das hätte dann aber einen The Grudge - Charakter und das war dann doch wieder unheimlich. Als ich einen Teil seines Monologes geschrieben hatte, stützte ich meinen Kopf auf dem Arm ab und sah zu Livian, ehe ich mich mit einem charmanten Lächeln nach seinen Plänen für die Party erkundigte. Bei seiner Gegenfrage, strich ich mir nachdenklich mit dem Daumen über die Lippen "Mhhh ~." säuselte ich. "Vielleicht sieht man sich ja, ich werde hingehen. Wäre cool, wenn du auch kommst.", antwortete ich ihm und sah ihm dabei noch einmal in die Augen, ehe ich mit wieder dem Laptop widmete. "Hättest du denn eine Idee für einen Filmcharakter?", hakte ich interessiert nach, während ich noch auf den Bildschirm sah.


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    • Ein Schauer rieselte über meinen Rücken, als ich mit ansehen durfte, wie sich Kei über die Lippen strich und dabei so anziehend wirkte, dass ich diesen gerne einfach befallen hätte. Es war wirklich schrecklich was dieser Typ mit mir anstellte, obwohl ich eigentlich schon immer ein Mensch gewesen war, der sich mehr in die Person selber, als in das Aussehen desjenigen verliebt hatte. Natürlich zählte das immer mit dazu, man hatte immerhin einen bestimmten Typen auf den Man(n) stand und dem man beim Kennenlernen erst einmal nachging, doch wenn der Charakter nicht stimmte und harmonierte, dann konnte mir auch das Aussehen komplett egal sein. Das war schon oft bei mir der Fall gewesen. Meist hatte ich Interesse an jemanden, doch brauchten diese Personen meist nicht lange, damit ich mich sehr schnell um entschied und mich vom Acker machte. Ich wollte immerhin nicht mit Arschlöchern verkehren, ob nun Beziehungstechnisch oder eben als Freundschaft. Sowas konnte ich nicht leiden und ich wusste auch nicht, was es diesen Leuten brachte, wenn sie alle fünf Minuten nur über dies und jenes lamentierten, sich permanent aufregten, lästerten oder intrigant und falsch waren.
      Doch bei Kei war es nicht einmal so weit gekommen, dass ich überhaupt mit ihm ein Wort gewechselt hatte, um eben dies raus zu finden und ihn eventuell aus meinem Kopf zu streichen. Nein. Ich hatte ihn gesehen und...puff. Da war auf einmal dieses Kribbeln im Bauch und das schnell schlagende Herz. Wie gesagt, wirklich als Liebe würde ich dieses nie bezeichnen, ohne ihn wirklich zu kennen oder kennengelernt zu haben. Aber verknallt war ich definitiv und Hals über Kopf.
      Auf Keis Frage bezüglich des Filmcharakters schürzte ich nur überlegend die Lippen und schaute nachdenken auf meinen Laptop Bildschirm, während meine Finger noch auf den Tasten der Tastatur lagen. Das Gesicht nach einer ganzen Weile entschuldigend verziehend, sah ich wieder zu Kei und schüttelte mit dem Kopf. "Sorry. Aber ich bin so kreativ wie ein Toastbrot, wenn es um sowas geht. Ich greif bei solchen Mottos immer auf diese Mainstream-Chharaktere zurück, wie Spiderman oder so... Hm, aber vielleicht... Violetta Beauregarde aus Charlie und die Schokoladenfabrik. Blaue Haare hättest du immerhin schon mal." meinte ich spaßeshalber, grinste breit und zog meine Unterlippe zwischen die Zähne und besah mir seine Haarpracht kurz, ehe ich wieder in Keis Augen schaute.
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    • Ich hätte gerne meine Zeit damit verbracht, den Kleinen zu beobachten. Er war interessant und wirkte so unschuldig, dass ich es selbst kaum glauben konnte. Nun ob er wirklich unschuldig war, dass war ein ganz anderes Kapitel, aber jedenfalls war er faszinierend. Er tat nicht einmal etwas besonderes, aber Livian hatte etwas an sich das mir sympathisch war. Für gewöhnlich langweilten mich Leute schnell, aber obwohl wir keine sonderlich tiefgründigen Gespräche führten, war es angenehm. Es war so leicht und lag nicht schwer im Magen, eine kuschelige Atmosphäre wenn man es so beschreiben wollte. Ich frage mich ja langsam wirklich was sich hinter dieser Fassade verbarg. Jeder Mensch hütet ein Geheimnis, die einen mehr und die anderen weniger, aber so wirklich ergründen konnte man niemanden und kein Mensch gab komplett alles über sich Preis. Darum war die Psyche des Menschen auch etwas das mich schon immer fasziniert hatte. Eine meiner Psychologie-Dozenten hatte einmal gesagt, dass ich einen sehr manipulierenden Charakter besaß, gerade weil ich so in die Psyche der Menschen blickte und das ich aufpassen sollte. Ehrlich gesagt, fand ich diese Aussage ein wenig fragwürdig. okay zugegeben, ich manipulierte die Menschen tatsächlich ein wenig. Wenn ich wusste was sie wollten, dann nutzte ich dies. Zumindest tat ich dies bei meinen One Night Stands zu Genüge. Ich datete oft ältere Damen, versteht mich nicht falsch keine alten Schachtel das wäre ja extrem widerlich, aber Geschäftsfrauen, Studentinnen aus höheren Jahrgängen so etwas und wonach sich diese sehnten war oft an ihrem Verhalten absehbar. Hinter einer Frau im schicken Blazer verbarg sich oft ein tief verborgener und schmutziger Charakter. Ich fragte mich was sich in Livian verbarg und wie ich das heraus kitzeln konnte. Das war ein Spiel, welches ich liebte. Ich liebte die verborgenen Ichs in einem Menschen,dass war das ehrlichste das eine Person besaß und doch trug es niemand nach Außen aus Angst vor Ablehnung der Gesellschaft. Es würde jetzt allerdings extrem merkwürdig herüber kommen, würde ich anfangen ihn anzustarren und zu analysieren, also lies ich das lieber und blickte auf meinen Bildschirm, während ich unseren Smalltalk fort führte. Mit seiner Aussage hatte ich allerdings nicht gerechnet und strich mir amüsiert grinsend durch Haar, während ich ihn ansah. "Also eigentlich habe ich an dich gedacht ob du eine Idee für dich hast, aber danke für den Vorschlag.", antwortete ich lachend.


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    • Keis Lachen war Musik für meine Ohren. Ich hatte mich schon damals, als ich ihn das erste Mal in einer Vorlesung hatte sprechen hören, sofort in seine tiefe Stimme verliebt, aber sein Lachen übertraf diese fast schon wieder.
      Ein wohliger Schauer rann mir daher über den Rücken, ehe ich mir seiner Worte erst einmal wirklich bewusst wurde und erkannte, dass ich scheinbar schon wieder in einen Gehirnausfall gehabt hatte. Peinlich berührt gab ich daher ein "Oh." von mir und biss mir wieder auf meiner Unterlippe herum, was ein kleiner Tick von mir war, sobald ich entweder verlegen oder eben erregt war. Letzteres kam nicht ganz so oft vor, wie meine Verlegenheit, obwohl diese auch gerade mehr bei Kei zum Vorschein kam. Meist hatte ich in solchen Situationen einen flippigen Spruch auf den Lippen oder wusste mich anderweitig aus diesen zu manövrieren, aber bei Kei hatte ich gerade irgendwie einen Denkaussezter nach dem Nächsten.
      "Tja, wenn es um mich geht, bin ich wohl noch einfallsloser. Ich stehe sowieso nicht ganz so auf dieses Verkleiden." meinte ich, mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht. "Hättest du denn eine Idee für mich?" fragte ich daher und sah ihn wieder an, während ich mich ein wenig zu ihm in seine Richtung drehte, dennoch aber nebenbei die Worte meines Profs aufschrieb und auch immer mal wieder zu diesem nach unten zum Pult schielte.
      Eigentlich war ich immer ein sehr strebsamer und aufmerksamer Student, aber wer wüsste schon, ob ich jemals wieder die Chance hätte mich richtig mit Kei zu unterhalten. Außer auf der Party vielleicht, wobei man sich auf dieser wahrscheinlich aber auch gar nicht weiter unterhalten würde. Kei wäre mit Sicherheit wieder von unzähligen Leuten umzingelt, ob Mann oder Frau war da komplett nebensächlich. Wobei man auf Parties immerhin auch nicht wirklich richtige Konversationen führte. Und so wie sein Kumpel vorhin geschaut hatte, als es hieß, dass sich mein Schwarm zu mir setzen würde, würde dieser Kei bestimmt versuchen zu überreden ab der nächsten Vorlesung bei ihm zu bleiben und nicht zu mir zu kommen. Daher musste ich es nun eben ausnutzen, wenn er schon mal neben mir saß und ich endlich in Versuchung kam, seiner schönen Stimme direkt neben mir zu lauschen und nicht nur, wenn ich ganz zufällig mal an ihm und seinen Kumpels vorbei lief oder eben hier in diesem Seminar.
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    • Ich hatte wenn ich ehrlich war wieder eine Entschuldigung erwartet oder das er sich so verhaspelte wie zu Beginn unserer Unterhaltung. Allerdings war alles was folge ein ´oh´und ein unsicherer Blick. Ich konnte gar nicht anders, als daraufhin zu Schmunzeln. Ich frage mich ob ich ohne diese blöde Wette jemals dazu gekommen wäre mit dem Jungen zu reden, vielleicht hatte mir Jace damit also auch einen Gefallen getan, denn es war ziemlich angenehm. Außerdem würde ich das erste Mal nach diesem Block keine Kopfschmerzen haben, was ich mir Rot im Kalender einkreisen konnte. Im Gegensatz zu der aufdringlichen Stimme von Jace, war die Stimme von Livian sanft, sie war angenehm zu Hören und brachte mich nicht dazu ihm meinen Laptop quer über das Gesicht zu schlagen. Nein, viel mehr hörte ich ihm gerne zu. Das würde noch verdammt interessant werden, dessen war ich mir sicher. Livian konnte nicht so unschuldig sein wie er wirkte, das war niemand. Was ist also das Geheimnis hinter dem süßen unschuldigen Studentin, der angeblich Interesse an mir hatte? Nun ich würde das schon aus ihm heraus kitzeln, dass würde meine eigene kleine Mission werden, von der musste aber niemand etwas wissen. Gerne hätte ich ihn darauf hingewiesen, dass er doch nicht seine arme Unterlippe so malträtieren sollte, da er eigentlich ziemlich schöne Lippen hatte, aber ich glaube das wäre für Heute eine Nummer zu hoch. "Ach Nein? Dabei kann das richtig interessant sein.", hauchte ich ihm als Antwort entgegen und ruhte nun mit meinem Blick auf ihm. " Du kannst alles sein, was du möchtest. Du kannst in eine Rolle schlüpfen welche du niemals ans Tageslicht bringen würdest. Ich denke verkleiden hat etwas unglaublich sinnlich ans sich.", ein Grinsen legte sich auf meine Lippen, ehe ich mich auf meinem Stuhl zurück lehnte. "Aber nun zu dir, ein Kostüm also? Dazu müsste ich dich etwas besser kennen. Erzähl mir etwas von dir." Eine ziemlich gute Überleitung. Dafür hätte ich mir fast schon selbst auf die Schulter geklopft. Ich brauche mehr Infos über den Kleinen. Natürlich war es alles andere als förderlich den Unterricht damit zu verbringen diesen zu verquatschen, zumal ich mich auf Musik als Ausgleich meistens ungemein freute. Das war allerdings jetzt eine Mission geworden! Der Prof wird es mir schon verzeihen, zumal es ihn ohnehin nicht sonderlich zu interessieren schien.


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    • Erneut fuhr mir ein Schauer über den Rücken, als Kei diese Worte aussprach und mich dabei so eindringlich ansah. Nur war es diesmal kein angenehmer Schauer, wie diesen, den ich zuvor bei seinem Lachen verspürt hatte. Es war mehr ein Schauer des Ekels und der plötzlichen Panik die da etwas in mir hoch kroch.
      Meine Kiefer pressten sich aufeinander, als ich seinen Worten lauschte und mir dabei unwillkürlich diese Bilder in den Kopf schossen, die ich seit Jahren sehr gut hatte verdrängen können. Kurz meine Augen schließend um diese aus meinem Gedächtnis zu löschen, drehte ich meinen Kopf wieder nach vorne und versuchte mir nichts weiter anmerken zu lassen. Es war eine Weile sehr still zwischen uns, nachdem Kei mit seinem Monolog geendet hatte, ehe ich mich endlich fassen konnte und mich räusperte. Seine vorigen Anspielungen, dass Verkleidungen im anderen Sinne immerhin auch sinnlich sein konnten, überspielte ich einfach mit einem Lächeln meiner Seits, ehe ich mich wieder an ihn wandte und ansah.
      "Puuuh, tja.. was willst du denn wissen?" fragte ich leicht überfordert und fing dann einfach an zu reden, auch um mich von dem vorigen Thema abzulenken. "Ich bin einundzwanzig, studiere Musik und Kunst auf Lehramt." fing ich spaßeshalber an und grinste etwas, ehe ich zum wesentlichen kam. "Ich liebe es Musik zu machen und zu zeichnen, finde aber nicht, dass ich wirklich gut zeichnen kann. Außerdem liebe ich Tiere und hatte deswegen auch in der Middle-School damals versucht vegetarisch zu leben, nur komme ich von Fisch und Geflügel einfach nicht weg. Ich versuche es aber so gut es eben geht einzugrenzen." lächelte ich schief, weil sich dieses Thema selbst in meinen Ohren irgendwie total komisch anhörte und sich eben auch ziemlich widersprach, wie ich fand. "Ich liebe meine Familie und meine Freunde. Ich würde durch die Hölle laufen, wenn es heißt, dass ich ihnen damit helfen kann. " meinte ich und spürte daraufhin Zoeys Hand an meinem Rücken, welche sanft über diesen strich. Da hatte wohl jemand seine Ohren nicht bei der Präsentation vorne. Jedoch brachte mich ihre Geste tiefer zum Lächeln, weswegen ich darüber natürlich hinweg sah und es ihr auch nicht übel nahm. "Öhm, ich... mag Disneyfilme total gerne, frag nicht." lachte ich und senkte den Blick. "Meine lieblings Farbe ist der Regenbogen und.. Und ich bin ziemlich schwul... Falls du das noch nicht wissen solltest." meinte ich abschließend und schaute Kei nun fest in die Augen.
      Wenn er mich nicht nach meinem chaotischen Gerede von eben für total unsympathisch oder zumindest komisch hielt, tat er es vielleicht spätestens jetzt. Viele hatten immerhin ein sehr großes Problem mit Homosexualität, selbst heutzutage noch. Daher sprach ich es bei diesem lieber an. Schließlich konnte es sein, dass er mit solchen Leuten nicht verkehren wollte oder konnte. Dann hätte sich das Thema für mich immerhin gegessen und ich konnte meine Obsession ihm gegenüber ablegen.
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    • Irgendetwas hatte ich falsch gemacht, eindeutig. War ich zu weit gegangen oder hatte ich eine Schwelle übertreten die doch etwas zu eindeutig klang? Ich hatte ja bereits erwähnt das ich sehr fixiert auf die menschliche Psyche war und daher meine Gesprächspartner ausgiebig beobachtete. Vielen war das unangenehm, weswegen sie sich lieber mit meiner Optik beschäftigten als mit mir ein Gespräch zu führen. Jedenfalls war mein Lächeln verschwunden und ich wusste nicht genau ob ich mich nun entschuldigen sollte oder damit nur weiter auf dem Thema herum ritt. Also entschied ich mich dieses Gespräch in dieser Richtung komplett sein zu lassen und einen Cut zu setzen. Irgendetwas hatte ich eindeutig falsch gemacht, aber wenigstens wusste ich nun das ich gewisse Themen nicht anschneiden sollte. Kostüme waren also raus, dass sollte ich mir merken. Um ihn schnell von diesem offenbar unangenehmen Gesprächsthema abzulenken, konzentrierte ich mich darauf, ihm eine allgemeinere Frage zu stellen und je mehr er erzählte, desto mehr schien er sich wieder zu entspannen, sehr gut. Wäre echt bitter schon beim ersten Gespräch zu versagen und Livian eher dazu zu bringen mich zu hassen,als es in eine andere Richtung zu lenken. Während er so von sich erzählte und stark auf Familie und Freunde reagierte, war ich nun derjenige dessen Blick sich trübte, aber ich behielt dennoch ein sanftes Lächeln auf den Lippen, während ich beobachtete das das Mädchen neben ihm, ihm sanft über den Rücken strich. "Wie ich sehe ist sie eine Freundin von mir.", schmunzelte ich sanft und blickte einen Moment an Livian vorbei um sie besser sehen zu können." Hi, freut mich.", begrüßte ich sie nun und schenkte dann meine Aufmerksamkeit wieder dem Jungen neben mir. Ich fand es eigentlich ziemlich mutig, dass er mit seiner Sexualität so offen um ging und es sprach für ihn. Eigentlich machte ihn das in meinen Augen deutlich sympathischer als zuvor. Ich fand es Schwachsinn daraus ein Geheimnis zu machen, aber ich wusste auch wie andere Leute darauf reagieren konnten. Mein sanftes Lächeln behielt ich bei. "Wenn es dich tröstet, ich kann auch nicht zeichnen, bewundere aber jeden der es kann. Selbst meine Lehrerin hatte mal meinen gezeichneten Hund für ein Schwein gehalten, dass war echt bitter.", erzählte ich lachend. Da ich aber seinen festen Blick auf mir spürte, war es klar das er bezüglich eines anderen Themas eine Auskunft wollte. "Nun ob ich es mitbekommen habe oder nicht, spielt eigentlich keine große Rolle oder? Um ehrlich zu sein, ist es mir relativ egal wer auf was steht. Ich für meinen Teil hatte schon was mit Frauen und Männern.", antwortete ich ihm dann, sah ich aber danach einen Moment lang sehr lange an. "Etwas anderes interessiert mich viel mehr...", begann ich dann und sah ihm dabei in die Augen. "Was um alles in der Welt ist Lieblingsfarbe Regenbogen? Alle Töne darin, die Farben in Kombination?", fragte ich lachend.

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    • Es beruhigte mich irgendwie, dass Kei nicht noch weiter auf das Thema einging, als ich dieses so gut herunter gespielt hatte. Andere hätten vielleicht noch einmal nachgehakt. Er schien den Wink mit dem Zaunpfahl allerdings zu verstehen und ließ es bleiben, was mir schon wieder die Schmetterlinge in den Bauch jagte.
      Lächelnd sah ich kurz zu Zoey und Sam hinter, als Kei meine Freundin begrüßte. Sie gab das selbe mit einem breiten Lächeln von sich, ehe sie mich noch einmal nachdrücklich anschaute. Sam hingegen schien von dem ganzen entweder nichts mitzubekommen oder er ignorierte es einfach gekonnt.
      Laut musste ich auflachen, weswegen ich mir schnell die Hand vor den Mund legte, als ich bemerkte, wie sich einige aus den Reihen vor uns umdrehten und zu uns hinter sahen, kicherte aber hinter vorgehaltener Hand noch ein wenig vor mich hin. Auch unser Dozent hatte für einen Moment inne gehalten, dann jedoch unbekümmert weiter seine Präsentation fortgesetzt. Das Bild, wie Kei sich aber an einem Hund versuchte und dieses am Ende wie ein süßes kleines Schwein ausgesehen hatte, war einfach zu lustig und auf eine Art sogar zu goldig in meinem Kopf. "Das Bild will ich unbedingt mal sehen, falls du es noch irgendwo haben solltest." lachte ich leiser, um die Vorlesung nicht weiter zu stören.
      Doch kaum sprach er das Thema an, auf welches ich schon die ganze Zeit wartete, dass er mir dazu ein Feedback gab, schwirrte erneut ein kribbelnder Schwarm Insekten in meinem Bauch umher. Sein intensiver Blick ging mir durch Mark und Bein und ließ mich kurz schlucken. Entweder dieser Blick sollte etwas bedeuten oder Kei wusste einfach, wie man in den passenden Momenten andere dazu brachte ihnen den Kopf noch mehr zu verdrehen. Automatisch und eher unbewusst begann ich erneut meine Unterlippe zwischen die Zähne zu ziehen und bedachte ihn mit einem mindesten genauso intensiven Blick. Die Spannung hing regelrecht in der Luft während wir uns ansahen und ließ mich nach einer Weile etwas räuspern. Da ich mir aber nur wegen seiner Aussage nicht zu viele Hoffnungen machen wollte, schlug ich mir den Gedanken, dass sein Blick mir eben vielleicht mehr bedeuten sollte, wieder aus dem Kopf. Ich hatte irgendwie das Talent mich oft in irgendetwas hineinzusteigern, daher wollte ich es diesmal etwas vorsichtiger angehen.
      Seine Frage bezüglich des Regenbogens ließ mich diese Gedanken jedoch schnell wieder vergessen und breit grinsen. "Ehrlich gesagt sollte das nur ein kleiner passender Übergang zu meiner Sexualität sein." lachte ich ehrlich und legte den Kopf etwas schief. "Wobei, eigentlich mag ich schon irgendwie alle Farben die darin vorhanden sind. Also die einzelnen Töne." lächelte ich. Ich setzte mich wieder etwas anders hin, da mir diese Postion nur mit dem Oberkörper halb zu Kei gedreht zu sein, nun doch ein wenig unangenehm wurde. "Erzähl mir ein bisschen von dir.. Was studierst du zum Beispiel noch neben Musik?" fragte ich interessiert.
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    • Das Mädchen neben uns schien uns schon seit einer ganzen Weile zu beobachten, was mich jetzt nicht sonderlich interessiert hatte, aber offenbar war sie eine gute Freundin Livian und es konnte gut sein, dass mich gerade analysierte ob ich auch gut genug für ihn war. Nun so gehörte es sich für eine gute Freundin, demnach sah ich das alles andere als negativ sondern viel mehr für sie sprechend und begrüßte sie deshalb auch freundlich. Als der Kleine allerdings plötzlich laut auflachte und unserem Lehrerlein dabei praktisch der Stift aus der Hand fiel, konnte ich gar nicht anders als mich lachend zur Seite zu drehen. Die Reaktion war genial und wie ihn nun alle anstarrten, göttlich. Ich hätte nun wirklich nicht damit gerechnet, dass ihn die Geschichte so zum lachen brachte, aber es war verdammt niedlich. Alles in allem hätte es mich bei dieser Wette echt schlimmer treffen können. Sicherlich würde es verdammt spaßig werden und da Livian sicher auch ähnlich tickte wie alle anderen, würde auch er seinen Spaß haben und vielleicht würde das auch eine gute Freundschaft Plus werden, wäre zur Abwechslung auch mal ganz nett. Unser Dozent hatte sich nach dem kleinen Schock aber direkt wieder seiner Präsentation gewidmet und tat als wäre nie etwas gewesen, ehe ich leise lachend zu Livian sah. "Hey lach mich nicht aus, dass war ein einschneidendes Erlebnis.", scherzte ich amüsiert. "Mein Traum Künstler zu werden wurde einfach zerschlagen, grausame Welt." Natürlich machte ich dabei nur Spaß, ein Künstler zu werden der nicht gerade in die Musikrichtung ging wäre eines der letzten Tätigkeiten welche ich machen würde. Wobei wenn man es so betrachtet, können die meisten großen Künstler absolut nicht malen und wurden damit berühmt, nehmen wir als gutes Beispiel Picasso. Die Kunst ist grauenhaft und trotzdem wird er gefeiert. Hey, ich sollte vielleicht doch Künstler werden und meine komplette Laufbahn überdenken! So ein Malerkittel mit schicken Farbflecken und ein ätzendes Barett stand mir sicherlich hervorragend. Bezüglich seiner Sexualität wurde das Thema schlagartiger ernster und seinem Blick nach zu urteilen, war meine Antwort die richtige gewesen. Aber es war auch nicht gelogen, es interessierte mich nicht ob jemand nun schwul, lesbisch, bi, pansexuell oder was auch immer war. Ich meine solange man niemanden schadet, ist das doch alles legitim. Aber natürlich war das ein wichtiges Thema und ich konnte nachvollziehen warum er meine Meinung wissen wollte und es erzählt hatte. Ich war mir ziemlich sicher, dass er dies bezüglich schon einiges durch gemacht hatte, ebenso bezüglich seiner Reaktion von vorhin. Natürlich interessierte es mich und so gerne ich ihn auch ergründen wollte, ich kannte meine Grenzen. Mal ehrlich würde ich jemanden wie mir begegnen, der anderen so leidenschaftlich in die Psyche blickte, hätte ich denjenigen wahrscheinlich erschlagen, zumal mir meine Geheimnisse heilig waren. Ein wenig beobachtete ich den Jungen neben mir, wie er eine andere Sitzpostion suchte und schmunzelte. "Soso, Regenbogenfarben also." Nun war er derjenige der mir eine Frage stellte. "Ich studiere Musik nicht, eigentlich ist das hier mein freiwilliges Wahlfach, dass ich aber nur dank Überzeugungskraft belegen konnte. Ich liebe Musik und es wäre schade, es nicht freiwillig wählen zu können. Nachdem ich also meine Professor über eine halbe Stunde bequatscht habe, dass man Musik tatsächlich für meinen Studienzweig verwenden kann, kann ich nun hier sein. Ich studiere Psychologie, eigentlich angewandte Psychologie mit dem Schwerpunkt klinische Psychologie und Gesundheitspsychologie."


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