Colliding Worlds [Tyra & Ronin]

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    • Colliding Worlds [Tyra & Ronin]



      Angst. Das Gefühl lähmte jede einzelne Faser ihres Körper, doch ihre Beine zwangen sie dazu weiter zu machen. "Komm, wir müssen weiter!", hörte sie eine männliche Stimme rufen und merkte wie jemand ihren Arm packte. Doch sie wollte nicht mehr, sie war zu müde, zu hungrig, zu ängstlich. Allerdings mussten sie weiter laufen, immer weiter, bis sie sicher sein konnten nicht mehr verfolgt zu werden. Die Schritte der beiden wurden ermüdet durch den Sand, der sich über die ganze Ebene erstreckte. Es vergingen mehrere Tage und beide wurde immer erschöpfter. Sie machten nur kurze Pausen und versuchten ein wenig Essen zu finden, denn Wasser hatte Stan zum Glück reichlich mitgenommen.
      Die beiden brachen im Morgengrauen wieder auf, auch wenn das Mädchen keine Kraft mehr hatte. Inanna blickte sich um während sie liefen und erinnerte sich wie ihre Eltern ihr immer erzählt haben, dass die Natur außerhalb der Kuppeln tödlich war. Doch es fiel ihr wirklich schwer zu entscheiden, was wirklich tödlicher war - zu Hause zu bleiben oder hier draußen versuchen zu überleben. Denn wenigstens würde sie hier nur von irgendwelchen hungrigen Monstern ohne Gefühle gefressen und müsste ihrem Mörder nicht in die Augen sehen, mit dem Gefühl des Verrats, während dieser ihr das Leben nahm.. "Bald sind wir hinter den Hügel dann können wir rasten. Jetzt komm!", sagte Stan streng, denn er wusste sie müssten noch ein gutes Stück zurück legen, bis die Truppen nicht mehr genügend Reichweite besaßen. "Aber.. ich kann nicht..", versuchte Inanna zu erklären, doch ihr Partner verfestigte nur den Griff um ihren Arm. Es war unangenehm und dem Mädchen war nach weinen zumute. Plötzlich jedoch fühlte sich die Stelle, an der Stan sie packte, an, als würde Haut darunter anfangen zu brennen. Sie versuchte alles um sich zu lösen, denn der Schmerz wurde mit jeder Sekunde immer schlimmer. "Lass mich los!", fuhr sie den Älteren unerwartet an und riss dabei ihren Arm los. Der Schmerz ließ nach und das verwirrte Mädchen schloss daraus, dass der Mann ihr etwas antun wollte. Mit einem Mal erkannte sie Stan nicht wieder und in ihrer Panik versuchte sie zu flüchten. Der Mechaniker fluchte nur genervt :" Shit, nicht schon wieder!", und verfolgte das weißhaarige Mädchen welches ihn mit paranoiden Augen anschaute. Zum Glück war sie nicht sonderlich sportlich und er konnte sie schnell einholen. Mit seinen Armen packte er das Mädchen und ließ sie nicht mehr los, während sie sich schreiend dagegen wehrte. "Komm schon Inanna, komm zu dir!", flehte er sie verzweifelt an, doch ihre Schreie wurde immer panischer und lauter. Immer und immer wieder redete er auf sie ein, erzählte ihr Dinge die sie mochte und wie wichtig es war weiter zu machen, doch das schien die junge Frau in diesem Moment wenig zu interessieren. Ihm blieb wohl nichts anderes übrig - mit geübten und gezielten kurzen Hieben um den Nacken herum gelang es ihm schließlich das Mädchen aus zu schalten. Sie sackte leblos in seinen Armen zusammen und er trug sie vorsichtig in eine Nische, in der Hoffnung nicht von den Verfolgern entdeckt zu werden. Oder von irgendwelchen Dingen die hier lebten. Die Chancen waren nicht sonderlich rosig, denn die Energie verließ auch ihn mit der Zeit, insbesondere war das Essen was man hier fand war nicht sonderlich reichhaltig und die Umgebung was so trostlos das seine Hoffnung auch nicht lange Überleben würde. Stan war wirklich bald am Ende, doch er wollte ihr zu Liebe noch nicht aufgeben. Es musste sicherlich eine Möglichkeit geben lebend hier heraus zu kommen. Hätte sein Sandgleiter nur nicht nach so kurzer Zeit versagt.. Vor allem waren die alten Wälder nicht einmal weit von hier entfernt. Er hoffte auf irgendein Signal oder einfach nur ein bisschen Glück um hier schließlich raus kommen zu können..


      @Tyra
      If the door of perception were cleansed every thing would appear to a man as it is,
      Infinte.
      -William Blake

    • Ein Rascheln weckte Roxy aus ihrem Schlaf. Sie blinzelte verschlafen und setzte sich langsam auf, streckte sich und blickte in die Richtung aus der die Geräusche kamen. Wie erwartet war es Matt, der die zweite Hälfte der Nacht Wache gehalten hatte und gerade von einem kurzen Rundgang zurückkam. Es war wichtig, immer auch die nähere Umgebung abzusuchen, um einem Hinterhalt vorzubeugen. Seit Matt und Roxy die Siedlungen, die aus Blechhütten und anderen Schrottunterkünften bestanden, verlassen hatten, mussten sie stets Nachtwache halten. Die Wälder waren zu gefährlich. Ständig waren die Reisenden der Gefahr ausgesetzt, beraubt und im Schlaf ermordet zu werden. Wäre Roxy alleine unterwegs gewesen, wäre sie mit Sicherheit gekidnappt worden. Es war hier draußen ganz normal, dass Gangs Alleinreisende entführten und zwangen, sich ihnen anzuschließen. So gewannen sie an Größe und Manneskraft. Mit natürlicher Reproduktion war das nicht leicht zu bewerkstelligen, da ein Großteil der Säuglinge das erste Lebensjahr nicht überstand. Doch seit die junge Frau mit Matt Keaton unterwegs war, traute sich kaum jemand, sich mit ihnen anzulegen. Natürlich war ein so gefährlicher Mann vielen ein Dorn im Auge, weswegen sie immer noch nicht sicher davor waren, im Schlaf hinterhältig ermordet zu werden.
      Vor Roxy glimmte noch der Rest einer Glut, über der sie gestern Abend etwas Fleisch gebraten hatten. Matt nickte seiner Begleiterin zu, als diese zu ihm aufsah und wartete mit gezogener Waffe darauf, dass sie weiterziehen würden. Roxy Scott schnappte ihren Rucksack, in dem noch ein wenig Wasser vom letzten Fluss, ein zerfleddertes Notizbuch und ein Pullover waren, warf ihn sich über die Schultern und setzte sich in Bewegung. Sie war es gewohnt, dass Matt nicht viel sprach. Generell war er ein wandelndes Mysterium. Roxy hatte in den etwa 12 Tagen, die sie nun gemeinsam reisten, wenig bis gar nichts über seine Vergangenheit erfahren. Lediglich sein Ziel war ihr bewusst: in die Kuppel jenseits des Waldes und der Wüste zu gelangen. Dies war ebenso ihr Ziel. Für sie war die Kuppel so gut wie jede andere, aber Matt hatte es auf eine bestimme abgesehen und das reichte Roxy, um mit ihm zu ziehen. Zum Glück hatte er Mitleid oder etwas derartiges für sie empfunden, als er sie vor 12 Tagen fand. Ansonsten zeigte er wenig Emotionen.
      Nach etwa zwei Stunden Fußmarsch hörten die beiden Reisenden plötzlich Schreie. Roxy zuckte zusammen "Was war das?" Matt legte seinen Zeigefinger auf seine Lippen und deutete seiner Partnerin, still zu sein. Er legte sein Gewehr an und erklomm langsam den Hügel, der vor ihnen aufragte. Roxy zog ihren mit Nägeln und Draht bespickten Schläger und folgte Matt mit langsamen, vorsichtigen Schritten. Auf der Hügelkuppe angekommen blieb Matt stehen und blickte durch das Zielfernrohr seines Gewehrs. Er konnte zwei Personen erkennen, einen Mann mittleren Alters und eine jüngere Frau, die allerdings tot oder bewusstlos war. Es gab jedoch kein Anzeichen auf einen Kampf oder Feinseligkeiten zwischen den Beiden. Er senkte das Gewehr und näherte sich den Personen langsam, Roxy tat es ihm gleich. Etwa zehn Meter vor den Fremden rief das Mädchen: "Wer seid ihr? Und was ist mir ihr?" Dabei deutete die Blauhaarige auf die junge Frau. Matt zielte aus der Hüfte auf die Unbekannten, sodass er bei einer Auseinandersetzung schnell schießen konnte, aber nicht offensichtlich feindselig wirkte.
    • Stan stellte sicher, dass die Ohnmächtige nicht zu warm wurde. Schließlich konnten sie nicht wirklich Schutz vor der brechenden Sonne finden. Er würde am liebsten nach etwas zu Essen suchen, denn er hatte schmerzhaften Hunger, doch er konnte Inanna nicht alleine lassen. Seufzend hoffte er, sie würde bald aufwachen. Denn sie mussten weiter. Jedoch würde es schwierig werden, wenn ihre Wahnphase auch über die Bewusstlosigkeit hinaus andauern würde. Denn seitdem sie außerhalb der Kuppel waren, sind die Attacken schlimmer und vor allem lang anhaltender geworden.
      Der Ältere schreckte jedoch zusammen, als er ein unbekannte Stimme vernahm. Schnell drehte er sich um und erblickte ein Paar, welches etwa 10 Meter von ihm entfernt stehen blieb. Der Mechaniker zögerte zu antworten, denn die Unbekannten waren schließlich bewaffnet. Doch er realisierte, ihm blieb nichts anderes übrig. "Sie.. ist bewusstlos. Sie hat sich erschreckt und da wir nicht so viel Essen hatten ist sie einfach umgekippt...", erklärte er dann, und ihm war bewusst,dass er die Fremden gerade anlog, aber welchen Grund hatte er die Wahrheit zu sagen.Womöglich würde sie ihn noch verrückt abstempeln. Er kannte die Motive der beiden nicht und so war er sehr vorsichtig. Er hatte allerdings gerade keine Waffe in der Hand und fühlte sich deshalb sichtlich unwohl. Jedoch war es wohl auch keine gute Idee nach einer Waffe zu greifen, denn dann könnte ihn der Mann aus der Ferne einfach erschießen, einen Grund hätte er dann schließlich.
      "Könnt ihr mir helfen? Wir müssen Schutz suchen und ihre Stirn ist schon sehr warm...", versuchte er dann verzweifelt die Fremden zu überzeugen. Stan war selbst gerade zu schwach sie zu tragen und hoffte wirklich die Beiden waren nicht gewalttätig.
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      -William Blake

    • "Wovor hat sie sich erschreckt? Wir haben die Schreie gehört ..." antwortete Roxy misstrauisch. Sie sah zu Matt hinüber, der weiterhin seine Waffe unauffällig auf sie richtete. Er erwiderte ihren Blick und fragte dann mit tiefer Stimme: "Kommt ihr von der Kuppel?" Während er die Wort kurz und knapp aussprach deutete er mit dem Kopf leicht in die Richtung, aus der die Unbekannten gekommen waren. Diese Kuppel war sein Ziel, infolge dessen auch das von Roxy Scott. Es könnte also von Vorteil sein, die Beiden näher kennen zu lernen. Sie wüssten bestimmt, was aktuell in der Kuppel los war und vielleicht sogar, wie man dort wieder hinein käme. Die Frage war nur, ob sie von dort geflohen waren oder verbannt wurden, wie Matt einst.
      Bevor sie Kontakt mit den Fremden knüpften, mussten sie allerdings herausfinden, ob sie eine Bedrohung darstellten und, ob das Mädchen von dem Mann attackiert worden war. "Falls ihr von der Kuppel kommt, wie konntet ihr soweit reisen, ohne von einer Gang erwischt zu werden? Die Wüste wird zwar von den Meisten gemieden, doch ein paar Gangs sind hier immer auf der Suche nach Frischfleisch unterwegs. Ihr seht nach Frischfleisch aus." merkte Roxy an, während sie sich den Beiden auf etwa sechs Meter näherte. Sie strich sich eine leuchtend blaue Haarsträhne aus dem Gesicht und fixierte Stan mit ernstem Blick.
    • Sie stellten wirklich Fragen, wie Stan feststellte, doch er würde sich lieber um seine Begleitung kümmern, als den Fremden triviale Fakten zu erklären. Dennoch blieb ihm wohl nichts andere übrig, so waren sie hier bisher die einzigen, die es nicht direkt auf die ungewöhnlichen Reisenden abgesehen hatten. Seufzend wandte sich der Mann also der jungen Frau zu und gab ihnen antworten :" Sie hat sich erschreckt wirklich. Es ist sehr schwer für sie hier draußen zu sein.". Er versuchte diese Geschichte wirklich glaubhaft zu machen, indem er ein verzweifeltes Gesicht auflegte und seinen Mund schmerzhaft verzog. Er entschied sich jedoch zunächst dazu, die komplette Wahrheit zu verschweigen. Wer wusste schon, was die Beiden mit ihnen vor hatten, würde er diesen erzählen, dass die ohnmächtige Frau ein wenig verrückt war.
      Als der Mann sich nach der Kuppel erkundigte, ging der Blick des Mechanikers für einen Moment in dessen Richtung und er nickte stumm. Diesen Ort hatten sie vor hinter sich zu lassen, so brachte er nur de Tod über das Mädchen, würde sie dorthin zurück kehren. "Ich sehe zwar nicht so aus, aber verteidigen kann ich mich schon noch.", erklärte er auf die Fragen der rebellisch wirkenden jungen Frau, bevor sein Blick erneut zu Inanna glitt. Sie schien zu schlafen, doch ihr Zustand war nicht sonderlich angenehm. schon oft hatte sie nach ihren Wahnvorstellungen an Fieber gelitten, doch in der Hitze war es deutlich kritischer, dass sich ihr Körper aufhitzte. "Hört zu ich will wirklich nichts böses.. leider kann ich euch nichts geben, so bitte ich euch uns nichts zu tun. Wir sind geflohen und suchen einfach nur nach einem sicheren Ort.", gab der Mechnaiker schließlich Preis und strich sanft die Haare aus dem Gesicht der Bewusstlosen. Um jeden Preis wollte er sie beschützen, denn sie war die letzt die es verdiente, einem solchen Schiksal ausgeliefert zu sein. "Falls ihr zu Kuppel wollt, würde ich euch davon abraten. Sie haben momentan ein großes Ausmaß an Patrouillen.".Seine Stimme war ernst, doch blieb sein Blick auf der jungen Frau ruhen. Hoffentlich würde sie bald aufwachen.
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    • Während Matt nur die Worte des Fremden über die Kuppel vernahm und verarbeitete, schien Roxy ihr Misstrauen abgelegt zu haben. Man konnte sie wahrscheinlich nicht als überaus empathisch und hilfsbereit bezeichnen, doch ihr war klar, dass das bewusstlose Mädchen wohl sterben würde, wenn es nicht schnell Hilfe bekäme. Also warf die Blauhaarige ihrem Begleiter einen kurzen Blick zu, der mit einem Nicken erwidert wurde, steckte ihre Nahkampfwaffe weg und näherte sich den beiden Geflohenen langsam. Dabei ließ sie ihren Rucksack über ihren Arm seitlich herunterrutschen und holte eine Flasche Wasser aus seinem Inneren. Das Wasser war nicht das sauberste. Es war trinkbar, aber nicht zu vergleichen mit dem Leitungswasser in den Kuppeln. Matt konnte sich noch gut an den Geschmack von frischem, reinen Wasser erinnern. Roxy kannte nichts anderes, als das Wasser hier draußen. Auch Matt war nun ein Stück näher gekommen und hatte sein Gewehr leicht gesenkt. Im Notfall würde er immer noch schnell schießen können, doch vorerst erwartete er keine Gefahr von den Fremden. Während Roxy sich um Inanna kümmerte, behielt er die Umgebung im Blick, um herannahende Feine erkennen zu können.

      Das Mädchen aus den Wastelands kniete sich neben Stan, der seine Begleiterin im Arm hielt. Sie goss etwas kühles Wasser über ein Stück Stoff, das sie zuvor ums Handgelenk gewickelt hatte, und legte dieses auf Inannas Stirn. Anschließend flößte sie ihr ein wenig davon ein. "Du hast gesagt, ihr sucht einen sicheren Ort. Ich muss dich enttäuschen. Hier draußen gibt es keine sicheren Orte. Aber zumindest weniger gefährlichere als diesen hier. Etwa zwei Tage Fußmarsch von hier ist eine Siedlung, jenseits des Waldes. Wir können euch dorthin begleiten. Andernfalls wird euch früher oder später eine Gang finden und kidnappen." Als Roxy anbot, die Fremden zurückzugeleiten, schnaubte Matt Keaton kurz auf. Eigentlich lag sein Ziel in der gegengesetzten Richtung. Allerdings erinnerte er sich an die Worte des Mannes. Selbst ein geübter Special Operator wie er konnte zahlenmäßig weit überlegenen Patrouillen auf offenem Gelände wenig anhaben. Vielleicht war es also gar keine schlechte Idee, sich vorerst auf etwas anderes zu konzentrieren. Er könnte mehr über die Kuppel in Erfahrung bringen, wenn sie mit Stan und Inanna reisen würden. Möglicherweise war es sogar klug, erst eine andere Kuppel anzusteuern. Schließlich nickte er und sagte: "Wir bringen euch zur Siedlung." Roxy lächelte und wandte sich wieder an Stan. "Das ist Matt. Ich bin übrigens Roxy. Und wer seid ihr?"
    • Seine misstrauischen Augen beobachteten wie die rebellische junge Frau auf die beiden zukam und auch wenn es ihm nicht so recht zu gefallen schien, konnte er wohl wenig dagegen tun. So war er weniger ausgerüstet als die beiden, auch wenn er vermutete, dass sie sich leicht austricksen lassen würden. Doch zunächst war es wohl weise gute Miene zum bösen Spiel zu machen, denn sich mit den Fremden anlegen könnte im schlimmsten Fall Inanna in Gefahr bringen. Und Stan hatte sie nicht gerettet um sie hier draußen sterben zu lassen, oder noch schlimmeres.. solche Schicksale wollte er ihr ersparen.
      "Hab ich mir schon gedacht. N' Versuch war es wert, drinnen ist es für uns schlimmer.. Aber ich bin Stan. Und das ist Inanna.", kommentierte der ältere Mann nur, während sein Blick zu seiner Gefährtin glitt. Er beschloss es war besser nicht zu viel über sich, oder auch gerade auch über die Frau, preis zu geben. Sie war schließlich gesucht und solche Dinge könnten sich hier draußen herum sprechen. Menschen waren schließlich nicht so unterschiedlich. Stan lächelte für einen Moment, denn anscheinend wollten ihm diese ungleiche Paar wirklich nur helfen. "Danke. Ich denke sobald wi-", doch bevor er den Satz beenden konnte, wurde er bereits von einem lauten Husten unterbrochen. Sofort sah er besorgt zu der Weißhaarigen, welche anscheinend endlich aufgewacht war.
      Innana hustete noch einige Moment, bevor sich der Reiz gelöst hatte. Ein fader Geschmack breitete sich in ihrem Mund aus und ihr Gesicht verzog sich dabei vor Ekel. Doch ehe die junge Frau zu sehr mit dem Gefühl beschäftigen konnte, hatten ihre Augen bereits die fremde Situation analysiert. Gesichter, dessen Ursprung sie nicht kannte, waren um sie herum, und inmitten dieser war Stan. Seine Körpersprache war entspannt, demnach wollten die unbekannten Leute ihnen wohl nicht böses. "W-was.. ist passiert?", erkundigte sich die Weißhaarige mit zarter Stimme und ihre verwirrten Iriden blieben an Matt hängen. Sie war interessiert, aber auch leicht ängstlich, so war seine Miene doch sehr grimmig.
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    • Nur kurz nachdem Roxy der Fremden Wasser gegeben hatte, kam diese wieder zu Bewusstsein. Sie wirkte zwar noch recht schwach, doch bis zum Wald würden sie es auf jeden Fall schaffen, um dort wieder ein Lager aufzuschlagen. Matt bemerkte, wie Inannas Blick an ihm hängen blieb, seine Mine veränderte sich dabei aber nicht. Sie sahen sich eine kurze Zeit lang an, dann blickte der ehemalige Special-Operator wieder gen Horizont, um sicherzustellen, dass niemand auf sie zukam.
      Roxy richtete sich auf. "Was ist in der Kuppel denn passiert? Seid ihr geflüchtet oder verbannt worden?", fragte die Blauhaarige die beiden Neuankömmlinge aus. Ihre Neugierde hätte sie gerne noch mehr Fragen stellen lassen, doch dazu hatten sie noch nicht genug Vertrauen gewonnen. Sie mussten sich erst näher kommen und sichergehen, dass sie sich überhaupt vertrauen konnten, bevor sie persönlichere Themen anschneiden konnten.
      Matt ging wenige Schritte auf Stan, Inanna und Roxy zu. "Kannst du gehen?" fragte er die Weißhaarige knapp und deutete leicht mit dem Kopf in Richtung Südwesten. Roxy erkannte seine minimalistischen Gestiken mittlerweile und ließ ihren Blick dorthin wandern, wo Matt eben eine Gruppe von Menschen entdeckt hatte. Es waren in etwa acht bis zwölf Personen in circa drei Kilometer Entfernung, die geradewegs auf ihre Gruppe zusteuerten. Roxy brauchte etwas länger um das alles zu erkennen, doch Matts geübte Augen vermochten, die Situation erschreckend schnell einzuschätzen. Das Mädchen aus den Wastelands warf sich ihren Rucksack rasch über den Rücken und drängte zum Aufbruch: "Da kommt eine Gang, wir müssen los in Richtung Wald. Seid ihr soweit?"
    • Stan beschloss auf die Frage der Weißhaarigen, einfach nur ruhig zu lächeln und sagte: "Alles gut, ich werde es dir später ausführlich erklären.", woraufhin eben jene nickte und die Augen nach wie vor auf den fremden Mann fixierte. Es war wohl für gewisse Leute unhöfliches Verhalten, doch Inanna wurde das Gefühl nicht los, etwas Bekanntes in ihm zu sehen. Er hatte definitiv auch einige Zeit in der Kuppel gelebt, doch sie wusste nicht, was für einem Geschäft er nachgegangen war.
      Die schwächlich wirkende Frau nickte kurz und richtete sich dann auf, auch wenn ihr Gefährte nach wie vor sehr besorgt einen Arm um ihre Körper legte. Doch sobald sie sicher auf den Beinen stand, ließ er von ihr ab. Seine Miene strahlte eine gewisse Erleichterung aus. Danach blickte er zu den Fremden und wollte ihnen gerade ein paar Fragen beantworten, als die junge Frau bereits begann zu sprechen. Diese sah konnte zwar stehen, sah aber nach wie vor nicht sonderlich gesund aus. Doch anscheinen schluckte sie diese Tatsache einfach herunter, insbesondere da sie sich in Gesellschaft von Fremden befanden.
      "Nun ich sollte umgebracht werden.", kam es direkt und ehrlich aus ihr heraus und Stan seufzte nur leise; er hätte solche Details lieber verheimlicht, so kannte er die Motivation der Fremden doch nicht. Aber nun war es wohl zu spät. Schon immer hatte die Frau Probleme gehabt ein wenig in Situationen nachzudenken. "Und Stand hat mir dann geholfen zu fliehen. Ich bin aber froh, dass ihr uns helfen wollt.". Der Begleiter nickte nur dankend und machte sich bereit zu laufen, denn auf den Konflikt mit einer Gang hatte er selbst auch nicht sonderlich viel Lust. "Wer seid ihr eigentlich? Und woher kommt ihr?", erkundigte sich die Inanna, denn die Unbekannten erweckten ihr Interesse.
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    • Bisher war Matts Mine immer neutral gewesen, doch als die Fremde erwähnte, dass sie umgebracht werden sollte, verfinsterte sie sich kurzzeitig. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen und der Special Operator wirkte noch düsterer als sonst.
      Die beiden Frauen und Stan setzten sich in Bewegung, Roxy ging voraus, danach folgten die beiden Neuankömmlinge. Matt blieb noch kurz stehen und beobachtete die sich nähernde Gang. Er musste herausfinden, ob sie Gewehre hatten und bereit waren zu feuern. Dazu legte er sein Gewehr an und lugte mit einem Auge durch das Vergrößerungsglas, welches am Lauf montiert war. Er atmete tief ein und hielt dann den Atem an, um möglichst ruhig halten zu können. In dem runden Glas erkannte er elf Personen mit relativ guter Ausrüstung, die definitiv zielsicher auf das Vierergespann zusteuerten. Würde Matt nun einen davon erschießen, würden die verbleibenden Fremden ebenfalls feuern. Das war aus mehreren Gründen keine gute Idee. Erstens hatte er keine gute Deckung, zweitens hatte sein Magazin nur zehn Schuss, er müsste also einen Magazinwechsel machen, wenn er alle treffen wollte. Drittens stünden dann auch Roxy, Inanna und Stan unter Beschuss, was sie vermutlich nicht überleben würden. Matt Keaton konnte einige Treffer in den Oberkörper wegstecken, da dieser fast völlig synthetisch war.
      Es war allerdings klar, dass eine Begegnung mit dieser Gang nicht friedlich ablaufen würde. Dass sie sich in der Wüste herumtrieb bedeutete, dass sie auf der Suche nach neuen Rekruten - nach Frischfleisch - waren. Und diese wurden für gewöhnlich nicht nach ihrer Einwilligung gefragt, ob sie sich einer Gang anschließen wollten. Da sie das Vierergespann wohl nicht für sich gewinnen konnten, würden sie es als Konkurrenz im Kampf um die knappen Ressourcen der Wastelands ansehen und versuchen, die kleine Gruppe auszuschalten. In jedem Fall würde es also Konflikt geben. Stan beschloss also, einen sichereren Weg zu wählen. Er senkte das Gewehr, hängte es sich um und löste ein kleines, rundes Gadget von seinem Gürtel. Mit einem Drücken und Drehen aktivierte er das elektronische Teil, welches daraufhin rot zu blinken begann und legte es auf den Boden. Danach entfernte er sich schnell davon und schloss zu seinen Gefährten auf, die sich bereits im Laufschritt befanden. Bei dem Gadget handelte es sich um eine Landmiene, die einen Infrarot-Bewegungssensor beinhaltete. Sobald sich ihr jemand auf etwa fünfzehn Meter näherte, würde sie hochgehen und alles im Umkreis von dreißig Metern mit tödlichen Splittern durchbohren.
      Roxy hatte inzwischen Inannas Frage beantwortet: "Ich wurde hier in den Wastelands geboren, das ist leider mein Zuhause. Matt ist definitv nicht von hier, aber er ist nicht sehr redselig. Ich weiß kaum etwas über ihn, aber das ist okay. Ich vertraue ihm. Wenn er mir etwas Böses wollte, hätte er es mir längst angetan. Warum wollte man dich umbringen?" Der Wald war knappe zwei Stunden Fußmarsch entfernt, doch im Laufschritt würden sie ihn schneller erreichen.

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    • Stan war trotz seines Misstrauen, oder vielleicht auch gerade deshalb, von der Sorgfalt des fremden Mannes beeindruckt. Natürlich hatte der Ältere einiges über die Wastelands gehört, so hatte er doch des öfteren Kontakt mir den Menschen von außerhalb. Dennoch war es sicherlich eine andere Geschichte unter diesen Umständen leben zu müssen.
      Sein besorgter Blick wanderte regelmäßig zu der Weißhaarigen nur um danach wieder den Special Operator in sein Visier zu nehmen. So richtig wollte er einem Mann mit militärischer Erfahrung nicht trauen. Zusätzlich hatte er ein kleines Arsenal an Waffen. Und sowohl er als auch Inanna hatten keine Chance gegen ihn.

      Die junge Frau jedoch schien sich nicht sonderlich viele Gedanken an die ganze Situation zu verschwenden. Sie war viel zu fasziniert an der Umgebung als auch an Roxy. Solche Art von Menschen hat sie noch nie kennen gelernt. Sie war als Einzelkind sehr behütet aufgewachsen. Selten hat Nana etwas von dieser Welt gehört und selbst wenn, waren es immer nur grausame und gruselige Geschichten um sie fern zu halten. Und trotz dieser Erzählungen ist sie neugierig geblieben.
      "Oh das ist ja interessant. Ich wusste wirklich nicht, dass man hier so lange überleben kann.", kommentierte die naive Frau und lächelte ein wenig aufgeregt. "Nun... in den Kuppeln ist das Leben sehr streng. Und bei mir wurde etwas fest gestellt.. eine Krankheit die unheilbar ist. Und das bedeutet den Tod. Einfach um sicher zu gehen, dass meine Gene nicht weiter vererbt werden.". Es war beeindruckend mit einer welchen Leichtigkeit sie dies erzählte, aber sie war mit dieser Thematik aufgewachsen. Für sie war es die Norm. "Aber ich wollte nicht sterben. Und so sind wir geflohen.."
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    • Als Matt zum Rest der Gruppe aufschloss, überhörte er nur, dass die fremde Weißhaarige aus der Kuppel namens Inanna von einer Krankheit erzählte, an der sie litt. Dem Special Operator war sofort klar, dass das ihr Todesurteil innerhalb der strengen Gesellschaft war, schließlich hatte er Ihresgleichen gejagt, wenn die reguläre Staatsgewalt das Unterfangen als heikel oder riskant einstufte.
      Roxy reagierte auf diese Information mit einem besorgten, fast erschrockenen Blick und der Frage: "Ist deine Krankheit ansteckend?" Hier draußen konnte jede noch so kleine Erkrankung oder offene Wunde den Tod bedeuten mangels der fehlenden Gesundheitsversorgung. Medikamente waren derart selten, dass Menschen, die welche in ihrem Besitz hatten, dafür sogar getötet wurden. Der "Marktpreis" - wenn man das hier so nennen konnte - war zu hoch für die meisten. Vorallem für jene, die sie brauchten. Krankenhäuser gab es außerhalb der Kuppel gar nicht, lediglich provisorische Krankenlager, die von ehemaligen Medizinern oder Amateur-Ärzten gegen Entlohnung betrieben wurden.
      Nach einer kurzen Laufzeit ertönte eine dumpfe Explosion hinter den Vieren. Die Miene, die Matt gelegt hatte, war in die Luft geflogen und hatte hoffentlich alle Verfolger mitgerissen. Doch Hoffen reichte Matt nicht. Er deutete den anderen, weiter in dieselbe Richtung zu laufen, woraufhin Roxy nickte und grinsend salutierte. Sie nahm die Situation gelassen, immerhin hatte die junge Frau weder Angst vor dem Tod noch vor einer Schießerei. Beides hatte sie vor langer Zeit hier draußen abgelegt.
      Matt Keaton blieb hinter einer leichten Erhebung stehen und spähte wieder durch sein vergrößerndes Zielfernrohr. In der Entfernung sah er ungefähr an dem Fleck, an dem er die Annäherungsmiene platziert hatte, mehrere Leichen liegen. Den genauen Zustand konnte er nicht erfassen, aber es reichte um festzustellen, dass alle Verfolger ausgeschaltet waren. Er verspürte nur eine professionelle Zufriedenheit mit seiner erledigten Arbeit, aber mehr nicht. Also schloss er abermals zu den beiden Frauen und Stan auf. Er reduzierte das Tempo und die anderen taten es ihm gleich. "Du hast dich also um alles gekümmert." stellte Roxy erheitert fest, die Matts Effizienz blind vertraute und ebenfalls langsamer wurde. Die Gruppe bewegte sich nur noch im schnellen Schritt und bald waren in der Ferne die ersten Dächer von Wellblechhütten und anderen heruntergekommenen Unterständen zu sehen. "Das dort vorne ist unser Ziel", bestätigte die Blauhaarige und zeigte auf ihr Ziel. "Rust City. Die Stadt mit dem Charme einer rostigen Rasierklinge." Dabei grinste sie so breit, dass ihre Augen nur noch zwei Strichen glichen.
    • Der Ältere hatte aufgegeben seine Begleiterin daran zu hindern alles über sich selbst preis zu geben. Sicherlich würden ihr die Fremden durch ihre offene Art schneller vertrauen, jedoch war dies nicht unbedingt etwas Positives. So war ihr Ziel die Flucht und sich dann zu sehr in mögliche Bekanntschaften hinein zu steigern würde die Reise nur erschweren. Zusätzlich konnte jeder dieses Wissen missbrauchen und er wollte solche Szenarien vermeiden. Allerdings war es dafür zu spät. Stan machte es sich stattdessen zur Aufgabe Matt zu beobachten. Er schien von der Erfahrung her auf seinem Niveau zu sein und sicherlich konnte er von ihm noch einiges über das Leben und den Tonus hier lernen.
      Inanna währenddessen schien wirklich glücklich darüber zu sein, dass Roxy in ihren Augen eine wirklich nette Person zu sein schien. Sie lachte kurz als diese jedoch fragte ob ihre Krankheit ansteckend sei. "Oh nein! Ansteckende Krankheiten sind immer heilbar! Wir haben tolle Ärzte und die Medikamente funktionieren einwandfrei. Nur wie gesagt bei mir ist das etwas anders..", erklärte die junge Frau. Nana war in den Kuppeln aufgewachsen und Krankheiten kannte sie dementsprechend kaum. Ihr Wissen über mögliche andersartige Krankheiten war ihr also fremd.

      Als die Truppe schließlich die 'Stadt' erreichte war Stand erleichtert. Hier waren sie hoffentlich etwas sicherer. Inanna jedoch schien etwas verwirrt. Für sie sahen Städte anders aus, aber nun gut sie hatte es auch erahnen können. Dennoch war sie optimistisch denn es gab sicherlich eine Menge zu entdecken und lernen. "Vielen Dank, dass ihr uns hierher gebracht habt.", bedankte sich die Weißhaarige schließlich und auch Matt verbeugte sich ein wenig um seine Dankbarkeit auszudrücken.
      "Gibt es hier eine Art von Unterkunft?", fragte Matt und bemerkte dabei auch wie müde er von der bisherigen Reise bereits war.
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