Until death do us part [Zerome & Akira Hime]

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    • Until death do us part [Zerome & Akira Hime]

      Heute war wieder einer der besonders schlimmen Tage. Dabei stand auch noch die Exekution seiner Vize-Kommandantin bevor und irgendwelche Eindringlinge hatten sich auch noch eingeschlichen. Es war im Moment wirklich viel los und er wusste beim besten Willen nicht wo ihm im Moment der Kopf stand. Einerseit hatte er jede Menge Verpflichtungen an die ihn Nanao in immer kürzer werdenden Zeitabständen erinerte, andererseit fühlte er sich aber auch einfach nur noch schrecklich. Er wusste was seine Aufgaben waren, doch das hieß noch lange nicht, dass er mit ihnen zufrieden war oder ihnen überhaupt nachkommen würde. Er hatte sicherlich besseres zu tun und mit ein paar Rotznasen die meinten die gesamte Gotei 13 aufhalten zu können wurden alle anderen auch allein fertig. Solang der alte Yamamoto ihn nicht mobilisierte muddte er, sich da wirklich keine Gedanken machen, dass er erst einmal dem Kampf fernblieb. Ukitake tat schließlich das selbe, auch wenn er sicherlich im Inneren doch darauf hoffte, dass seinem Vize-Kommandanten nichts passierte, doch das ließ sich nicht so einfach verhindern. Sie hatten Regeln und diese sahen nun einmal solch eine strenge Strafe für solch ein Vergehen vor. Da konnte auch keiner von ihnen beiden etwas dagegen unternehmen. Auch sie mussten es einfach so hinnehmen. Deshalb fühlte er sich doch auch so schlecht. Schlecht genug um seine Sorgen gedanklich in Alkohol zu ertränken, aber noch nicht schlecht genug um dies physisch auch wirklich in die Tat umzusetzen. So viel Anstand besaß er dann doch noch und es gab genug Schicksalsschläge die sie irgendwie überwunden hatten. Dagegen war das schon fast lächerlich.
      Er ignorierte Nanao schon den ganzen Tag und hatte noch nicht einmal versucht sich mit verzweifelten Flirtversuchen abzulenken. Er meinte sie nicht ernst, dafür waren sie einfach zu schäbig. Lediglich für Ukitake kramte er die wirklich guten hervor, die er dann auch von ganzem Herzen so meinte. Das hier diente eigentlich nur dazu Nanao zu ärgern und seine Laune aufzubessern, doch wenn selbst das nicht mehr half, lief wirklich eine ganze Menge gehörig falsch und er musste sich etwas anderes überlegen. Es sollte also nicht weiter verwunderlich sein, dass er gut zwei Augenblicke später bereits verschwunden war. Deswegen könnte er sich nachher sicherlich noch eine Standpauke anhören, aber er musste einfach den Kopf freikriegen und das ging nun einmal nur so am effektivsten. Nanao würde sich denken können wohin er verschwand und wenn wirklich der Ausnahmezustand eintreten sollte, würde man ihn auch finden. Dann würde schließlich auch nach Ukitake gerufen werden und es wäre also egal auf welche Weise er es mitbekommen sollte. Ob nun hier völlig im Stress oder dort etwas entspannter und hoffentlich mit einem Ukitake der sich schon wieder etwas besser fühlte.
      Es war nicht weiter verwunderlich, dass er nur wenig später mit wehendem Kimono und einer Hand am Hut genau dort ankam wo er hingewollt hatte und sich nach einem kurzen, leisen Klopfen, um Ukitake nicht aufzuwecken falls er schlafen sollte, selbst hineinließ. ,,Jushiro?“, fragte er leise in den Raum hinein, ehe er weiterging um ihn zu suchen. Etwas das nicht sonderlich lange dauerte, denn seit seinem letzten Besuch hatte er sich nicht wirklich bewegt. Er lag noch immer auf seinem Futon, auch wenn er nicht sagen konnte ob er schlief oder nur so tat, wenn er mit geschlossenen Augen einfach nur da lag. Zumindest konnte er vermerken, dass sie seine Atmung wieder normalisiert hatte und er wesentlich besser als zuvor aussah, weshalb ihm schon einmal ein großer Stein von der Brust fiel während er sich neben ihn setzte und nach seiner Hand griff um behutsam darüber zu streichen. Er hatte gehofft, dass er wach war um ihn wirklich effektiv abzulenken, doch jetzt musste es erst einmal so funktionieren. Es entspannte ihn zumindest ein wenig in sein zufriedenes Gesicht zu sehen, auch wenn ein Lächeln oder ein paar Worte das Ganze sicher noch verstärkt hätten.
      "My heart goes out with this one." - "Don’t worry. I promise I will return your heart to you."

      The Dragon Prince - Ethari & Runaan
    • Die Gerüchteküche war kräftig am brodeln und die gesamte 13. Einheit war in Alarmbereitschaft. Jedoch ohne ihren Kommandanten, was in letzter Zeit sehr häufig der Fall war. Auch an der letzten, wichtigen Kommandantenbesprechung konnte Jushiro nicht teilnehmen, was ihn innerlich immer noch schrecklich wurmte. Schließlich war es gerade seine Einheit, die am Pranger stand. Natürlich ging es hier um Rukia Kuchiki, welche sich strafbar gemacht hat. Es wäre Jushiros Aufgabe gewesen sich um seinen Schützling zu kümmern und nun, wurde ihm sogar das recht entzogen mitzuentscheiden. Stattdessen bekam er mitgeteilt das die kleine Kuchiki hingerichtet werden soll. Außerdem ging nun das Gerücht umher das Ryokas eingedrungen seien.
      Natürlich musste sich Ukitake keine Gedanken darüber machen das die Pflichten der Einheit nicht erfüllt wurden. Denn sofort nach der Verkündung machten sich Kiyone und Sentaro an die Arbeit nachdem sie wie üblich in eine wilde Schlammschlacht untereinander verfielen. Sie machten ihre Sache gut...aber wie sehr Ukitake ihre Hilfe auch zu schätzen wusste, war es langsam aber sicher an der Zeit einen neuen Vize-Kommandanten aufzutreiben. Doch daran war jetzt nicht zu denken. Immerhin fühlte sich seine Lunge nach einer geschätzten Ewigkeit und den furchtbar bitteren Tee von Sentaro nicht mehr ganz so schmerzhaft an wie noch am vorherigen Tag. Er verfluchte diese furchtbare Tuberkulose, mit der er eigentlich immer gut zurecht kam. Bis vor einigen Jahrzehnten sein Körper anfing anders zu reagieren. Auch dieses Mal hatte er die Hoffnung nicht verloren. Es ging ihm Streckenweise sehr gut, doch auf einmal zogen sich all seine Glieder zusammen und auf seiner bleichen Handfläche verteilte sich Blut. Der Geschmack von Blut, er hasste es.
      Als er die Zimmerdecke eine Zeit lang anstarrte und tief in seinen Gedanken versunken war, vernahm er die Stimme seines besten Freundes. Welcher sich vermutlich, wie so oft, weggeschlichen hatte um nach ihm zu sehen. Jushiro hatte die Augen einfach wieder geschlossen, natürlich hätte er ihn auch freudestrahlend begrüßen können, doch die Tatsache das sich Kyouraku seinen Pflichten entzog um ihn beim schlafen zu beobachten, machte das vortäuschen doch viel lustiger. Er ließ sich neben Jushiro nieder und begann über seinen bleichen Handrücken zu streichen. Ein angenehmes kribbeln durchfuhr seinen Arm und ließ ihn sein schmunzeln nicht mehr unterdrücken. Er öffnete seine Augen einen Spalt und sah in Shunsuis besorgtes Gesicht. „Versteckst du dich wieder vor Nanao?“, fragte der Weißhaarige. Kyouraku drückte sich oft vor seinen Pflichten als Kommandant, was nicht weiter schlimm war, denn wenn wirklich Gefahr drohte war er meist trotzdem der erste der am Ort des Geschehens auftauchte. Nanao regte sich oft grundlos darüber auf, wie nachlässig sein bester Freund war. Trotzdem lief alles und das seit über einem Jahrhundert. Langsam richtete sich Jushiro auf und warf einen Blick auf den Wassereimer neben seinem Futon. Sentaro muss frisches Wasser gebracht haben als er schlief. „Ist schon wieder die Soul Society untergegangen während ich geschlafen habe?“, wieder schmunzelte Jushiro und versuchte damit die Stimmung von Shunsui aufzuheitern. Er bereitete ihm Kummer, dass war ihm bewusst. Doch konnte er schlecht diesen Kummer abtragen. Mehr als die Situationen auszunutzen um zusammen zu lachen, konnte er nicht tun. Jushiro vermisste die Zeiten, als sie Seite an Seite in den Kampf zogen und wie junge Männer unverwüstlich waren. Unverwüstlich war Shunsui immer noch, doch er...er siechte an seiner Krankheit dahin.
    • Shunsui Kyouraku

      Es war nicht so, dass er seine Arbeit nicht mochte oder ihr nicht gerne nachging, er liebte seine Position als Kommandant und ebenso auch die achte Einheit, doch wenn es eben jedes Mal Arbeit oder Ukitake hieß, dann konnte er sich wohl kaum für ersteres entscheiden. Dafür brachte er in dieser Situation gar nicht mehr die nötige Konzentration auf. Er wusste, dass es mit Ukitake langsam, aber sicher zu Ende ging und irgendwann würde aus diesem langsam eben auch ein schneller werden und davor graute es ihm am meisten. Nicht zu wissen welcher Tag ihr letzter gemeinsamer sein würde und immer das Gefühl zu haben nicht alles zu tun. Er konnte nichts tun, das wusste er bereits, denn selbst Mayuri noch Unohana konnten das, doch es musste trotzdem etwas geben, dass nur er tun konnte. Momentan gab er sich damit zufrieden jede freie Minute mit ihm zu verbringen, egal ob es ihm nun gut oder schlecht ging oder er sich dadurch den Zorn Nanaos aufhalste. Es war egal, denn er fühlte sich dennoch schlecht. Unwichtig und einfach nur unbrauchbar, denn er kannte Ukitake bereits so lange, eine halbe Ewigkeit, und wusste trotzdem nicht weiter. Er war am Ende, doch das wollte er sich sicher nicht anmerken lassen. Er war nicht der Kranke. Ihm ging es gut, also sollte er schon allein deswegen vor Freude strahlen, doch selbst mit dieser Einstellung war es schlussendlich doch andersherum.
      Auch jetzt war es wieder genauso. Er hatte das Gesicht verzogen, war in Gedanken versunken und realisierte nur langsam, dass Ukitake neben ihm die Augen aufschlug. Das er trotz allem was gerade passierte und ihn eigentlich belastete sein gewohntes Lächeln auf den Lippen trug, sollte Beweis genug sein wer von ihnen beiden der stärkere war. Ukitake hatte es schließlich nicht nur in diesem Aspekt drauf, sondern konnte auch noch immer kämpfen wie vor hundert Jahren. Zumindest solang es seine Verfassung zuließ, doch darauf kam es im Moment gar nicht an. Er bemühte sich darum seine Fassung wiederzuerlangen um nicht allzu überrascht auszusehen, als er seinen Blick endlich zurück in sein Gesicht wandt. Vermutlich klappte das nicht ganz so gut, doch er war eben auch davon ausgegangen ihn nicht allzu leicht zu wecken. Normalerweise schlief er wie ein Steinwenig, doch das war eigentlich ein gutes Zeichen. Es schien ihm wieder besser zu gehen. Es war also vielleicht nicht alles so schlecht wie er gedacht hatte. Das zumindest war eine gute Nachricht, die ihm in Kombination mit Ukitakes Lächeln ebenfalls ein breites Grinsen ins Gesicht zauberte.
      ,,Natürlich. Alles ist völlig zerstört und Nanao will, dass ich helfe.“, stieg er schmunzelnd auf seine Scharade mit ein und half ihm dann dabei sich aufzusetzen. Selbst wenn er sich besser, vielleicht sogar schon wieder gut fühlte, konnte sich das schneller ändern als ihnen beiden lieb war, also sollte er gar nicht erst darüber nachdenken sich verausgaben zu wollen. Das würde er gewiss nicht zulassen solange er es verhindern konnte, denn ansonsten würden ihm auch jede Menge Mitglieder der 13. Einheit gehörig in den Hintern treten, denn es war wirklich schon lange kein Geheimnis mehr, dass Ukitake der wohl beliebteste Kommandant von allen war und um ehrlich zu sein konnte er das mehr als nur nachvollziehen. So liebevoll und gutherzig wie er war, konnte man ihn einfach nur mögen. Alles andere war schlichtweg unmöglich.
      ,,Wie fühlst du dich?“, fuhr er schlussendlich doch wieder ein wenig ernster fort. DabeiDas hatte er seine Hand fast schon beiläufig auf seinem Rücken abgelegt um ihn einerseits zu stützen und andererseits auch behutsam darüber zu streichen. Jetzt wo er seine Hand nicht mehr hielt musste er sich irgendwie anders ablenken. Dass er dabei unfreiwillig seine Nähe suchte war ihm noch nicht so ganz bewusst, im Moment aber auch relativ egal. Ukitake sollte sich besser fühlen und er war eindeutig zu aufgelöst um jegliche Form von Zuneigung zurückzuhalten. Er mochte ihn eben auch und da gab es nichts zu leugnen. Es war nur natürlich, dass er ihm das zeigte. Vor allem in solch einer Lage. Sie konnten beide die Nähe des anderen gerade mehr als nur gut gebrauchen, als war es wirklich vollkommen egal. Sie kannten sich dafür schon lang genug.
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    • Obwohl Jushiro wusste das er niemanden eine Last war, sah seine Weltanschauung ganz anders aus. Er sorgte alleine für seine ganze Familie, was er auch gern tat, dann war da noch seine geliebte 13 die er mit Herzblut vertrat und im Endeffekt war jeder Tag, den er nicht aktiv am Leben teilnehmen konnte nur verschwendete Zeit, die ihm niemand mehr zurückgab. Natürlich verschwendete er dafür nicht noch mehr Zeit darüber ewig Trübsal zu blasen, lächelte es weg und sah nach vorn, anstatt sich ewig Gedanken darüber zu machen wie schrecklich doch alles war. Diese Zeiten hatte er hinter sich gelassen, in jungen Jahren, noch vor der Akademie, als überhaupt klar war was ihn da überhaupt quälte und was irgendwann auf ihn zukam. War er doch gut davongekommen. Ein Jahrhundert hatte sich die Tuberkulose Zeit gelassen, er kannte einige aus Rukongai, die wesentlich weniger Zeit hatten als er. Obwohl Mayuri und Retsu beide die Theorie aufgestellt haben, dass es etwas mit dem Spirituellen Fähigkeiten zu tun haben könnte.
      Er wusste das es Kyouraku nur gut meinte, als er die Hand auf seinem Rücken spürte die sich auf und ab bewegte und zuvor sein langes Haar sanft beiseite geschoben hatte. Spürte er die Sorge, die Angst und Verzweiflung in seiner Gestik. Jushiro hätte sie ihm gern genommen. Wobei er ihm gern das unbesorgte Lächeln geschenkt hätte was er stets trug. „Nachdem mir Sentaro, gefühlt, drei Liter von diesem bitteren Tee eingeflößt hat...wage ich zu glauben das es geholfen hat. Ich fühle mich sehr gut“, antwortete er und legte die Hände in den Schoß. Er wusste selbst das all dieser scheußliche Kräutertee half, alles was scheinbar furchtbar schmeckte, war Gesund. Doch Jushiro wünschte sich vor allem nach solch einer Prozedur nichts sehnlicher als sich einen Haufen Süßigkeiten zu werfen und nie wieder hervorzukommen. Um seinem süßen Verlangen nicht nachzukommen, gab er den meisten Teil seines Süßkrams oft der kleinen Vize-Kommandantin der 11. Einheit oder schob sie einfach Hitsugaya unter, auch wenn der nie sonderlich glücklich darüber scheint, hat ihn Ukitake oft genug beim Schokolade essen erwischt.
      „Da ich keine Explosionen höre oder wildes Geschrei der 11...muss ja alles noch stehen. Ich geh davon aus das es noch keine neuen Nachrichten wegen den angeblichen Ryokas gibt. Aber ich geh nicht davon aus das du hier bist um über die Arbeit zu reden“, er stützte sich mit der Hand auf Shunsuis Schulter ab und begann vorsichtig aufzustehen. Ein unangenehmes Knacken hallte lauter durch den Raum, als es dem Weißhaarigen lieb war. Nicht mal die Knochen des alten Yamamotos gaben solch Laute von sich. Er richtete seinen weißen Haori und strich sich die Haare über die Schulter.
      Das sich Shunsui anders um ihn kümmerte als etwa seine beiden Offiziere, war keine Selbstverständlichkeit, zauberte ihm aber stets ein schmunzeln auf die Lippen. Er würde sich manchmal gern mehr dafür revanchieren, doch Zeit war das größte Geschenk. Vor einiger Zeit, vor vielen Jahren, hatte sich etwas in Jushiros Denkweise verändert. Er selber schämte sich sogar für diese Gedanken, jedoch verstand er nicht, warum er sie nicht eher realisiert hatte. Als Shinigami und vor allem als hohes Tier der Gotei 13, war für Zwischenmenschliche Beziehungen wenig Platz. Die meisten haben sich nie darüber Gedanken gemacht, das die Soul Society wie eine zweite Chance ist und sich Hals über Kopf in die Arbeit zu stürzten, nur eine weitere, menschliche Sünde ist, die, die Seelen mit auf ihre Reise genommen haben als sie hierherkamen. Man lebt so lange, jedoch mit dem Gedanken, dass es jeden Augenblick zu Ende sein könnte. Doch das war nicht einmal das Problem. Es schien unwichtig zu sein. Affären, Liebeleien und Schwärmereien mit Gerüchtpotenzial hört man überall. Gerade unter den Einheiten wird viel geflüstert und getuschelt, nur weiß man nie so richtig was nun stimmt und was nicht. Natürlich war in Jushiros Leben die ein oder andere Shinigami, vor allem zur Akademiezeit, doch im Laufe seines Lebens...musste er feststellen und das leider viel zu spät, das er sich nie nach einer gewissen Person sehnen musste, weil sie schon immer da war. Direkt neben ihm. Die er zu jeglicher Festlichkeit mitbrachte, jede freie Minute verbrachte und es genoss diese glücklich zu machen. Aber natürlich war es auch Riskant all diese Zeit auf eine Karte zu setzen nur um zu hoffen ihre Beziehung auf eine neue Ebene verfrachten zu können. Natürlich kannte er Kyouraku gut, wusste über seinen Scharm gegenüber der weiblichen Gemeinschaft, nicht das Ukitake eifersüchtig war, doch hinterließ dieser Gedanken dennoch diesen von ihm gehassten, bitteren Beigeschmack.
    • Shunsui Kyouraku

      Es war schon immer so gewesen, dass Ukitake wie Familie für ihn war. Er begleitete ihn gern zu sämtlichen Festlichkeiten oder Familientreffen, wenn die Zeit es erlaubte. Ukitakes Familie war einfach noch einmal ein ganzes Stück größer als seine eigene und er ließ ihn wirklich nur selten allein gehen. Seit dem er vor so vielen Jahren das erste Mal mitgekommen war, hatte er sie alle bereits sehr in sein Herz geschlossen. Selbst wenn sich alle nicht ganz so verhielten wie er es von Ukitake kannte, waren sie wirklich alle dennoch nett und zuvorkommend und wenn er die Möglichkeit hätte sich eine Familie auszusuchen würde seine Wahl ganz sicher auf den gesamten Ukitake-Clan fallen. Irgendwie hatten sie es ihm alle angetan, doch ganz besonders Jushiro. Nicht etwa weil er ihn so bemitleidenswert fand, sondern einfach weil er sich irgendwie mit der Zeit immer weiter in sein Herz geschlichen hatte. Er konnte es beim besten Willen nicht erklären wie es dazu gekommen war, sie hatten schließlich irgendwann einmal als beste Freunde angefangen. Eine Scharade, die er zu seinem Leidwesen wohl noch eine ganze Weile länger aufrecht erhalten lassen musste, wenn er nicht wollte das er alles damit kaputtmachte. Gefühle waren ungemein zerbrechlich und er wollte gewiss nicht alles riskieren, nur um dadurch auf ewig den Mann an seiner Seite zu verlieren. Selbst wenn es nicht die Art und Weise war, die er sich erhofft hatte. So war es immer noch besser als Ukitake ganz zu verlieren. Er hielt es schließlich schon eine ganze Weile lang so durch und würde es also auch noch bis zum Schluss schaffen sein bester Freund zu sein. Das war es einfach was im Moment gebraucht wurde: ein Freund und keine unabwendbare Beziehungskrise.
      ,,Wäre ich wegen der Arbeit hier hätte ich dir Nanao mitgebracht und deine zwei Offiziere wären bei irgendwelchen Neuigkeiten sicherlich auch schon längst hier gewesen. Du hast also recht. Deswegen bin ich nicht hier, aber man wird sich doch wohl auch mal Gedanken um seinen Freund machen dürfen.“, antwortete er ihm und ließ dabei das Lächeln keinen Zentimeter aus seinem Gesicht weichen. Selbst mit all den schrecklich pessimistischen Gedanken die ihn plagten musste er ein wenig positiv bleiben. Und wenn es schlussendlich nur um Ukitakes Willen war. Er konnte das im Moment sicherlich besser gebrauchen als irgendwelche trübe Stimmung. Vor allem wenn er am liebsten schon wieder fidel wie ein junges Reh herumspringen wollte. Ihn konnte anscheinend nichts lange genug außer Gefecht setzen damit er sich wirklich komplett ausruhte. Aber ein wenig beruhigte ihn das auch. So kannte er Ukitake und es wäre wesentlich bedenklicher wenn er träge und demotiviert liegen geblieben wäre. Auch wenn er jetzt natürlich mit dem Aufstehen doch ein wenig übertrieb. Er kam gar nicht schnell genug hinter her um doch wieder eine besorgte Hand auf seinem Rücken abzulegen, weil er Bedenken hatte, dass er doch noch fallen würde.
      ,,Du solltest dich noch schonen. Wenn du wieder zusammenbrichst werden Kiyone und Sentaro nie wieder ein Wort mit mir wechseln.“, merkte er weiterhin an. Natürlich sollte er ihn nicht so bemuttern, doch er kam einfach nicht drumherum sich Sorgen zu machen. Wie sollte er auch nicht? Ukitake war der Einzige der mit Sicherheit irgendwann in nächster Zeit sterben würde, während alle anderen die Aussicht auf ein wirklich langes, vielleicht auch ewiges Leben hatten und er musste einfach dabei zusehen wie er langsam aber sicher immer schwächer und gebrechlicher wurde. Das funktionierte so nicht. Das würde so nie funktionieren und es machte ihm gehörig zu schaffen. Er konnte nichts ändern. Lediglich jede freie Minute hier an seiner Seite verbringen und alles andere schleifen lassen. Hoffentlich fiel ihm das nicht allzu sehr auf. Er gab sich wirklich alle Mühe es zu verschleiern. Sowohl seine Gefühle, als auch seine negativen Gedanken, auch wenn aussichtslose Flirts wohl auch irgendwann ihre Grenze erreichen würden. Er konnte sich einfach niemand anderen suchen. Er wollte die einzige Person in der gesamten Soul Society, die er wohl nie haben konnte und der er kaum näher als ein paar Berührungen kommen konnte. Es war nicht so als hätte er es nicht versucht, doch seine Komplimente tat er in der Regel als Scherz ab und das einzige Mal als er ihm seine Gefühle gestanden hatte war er betrunken gewesen. Es schien also wirklich aussichtslos zu sein...
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      The Dragon Prince - Ethari & Runaan
    • Eigentlich war Ukitake froh, das gerade weder Kyourakus Vize-Kommandantin noch seine Offiziere der 13. hier waren. Nicht das er die drei nicht ausstehen konnte, doch manchmal verhielten sie sich wahrhaftig wie Kaugummi. Da blieb seinem Freund ja auch nichts anderes übrig als sich stets heimlich davonzuschleichen. Aber beide waren ja in dieser Rolle bereits mehr als geübt, es war nichts neues und gehörte zum täglichen Brot nun einmal mehr dazu. Er fühlte sich sehr sicher auf den Beinen und taumelte nicht mal ein winziges bisschen, dennoch spürte er die besorgte Haltung des anderen, welcher schützend die Arme in Position behielt.
      „Ich breche schon nicht zusammen, keine Sorge. Außerdem muss ich mich mal bewegen, sonst werde ich noch Senil und ich muss aufpassen das sich kein Wasser in der Lunge bildet“, er löste sich aus der schützenden Haltung seines Freundes, was Ukitake selbst, eher missfiel. Nicht aus gesundheitlichen Gründen, sondern weil er die bemutternde Ader von ihm manchmal doch ganz gern hatte. Wenn man das ganze mal genauer betrachtete, war ihre Beziehung sowieso etwas anders. Vor allem mit Retsu konnte sich Ukitake ab und an über diese Sachen unterhalten, schließlich kannten sie sich auch schon ewig. Eine Zeit lang, hatte Ukitake sogar Angst das man ihre Gespräche belauscht haben könnte, in Anbetracht der Gerüchte die eine Zeit lang in Umlauf waren, welche sich offensichtlich als Scherz herausstellten, jedoch in ihm ein unwohles Gefühl auslösten. Wäre doch nur an diesen Gerüchten tatsächlich ein Funken Wahrheit drang gewesen. Wäre es nichts für die Öffentlichkeit gewesen.
      Im Gegensatz zu Kyourakus überschwänglichen Versuchen bei Frauen zu landen, hat Ukitake das irgendwann aufgegeben und den Willen dazu verloren. Jedoch wurde bei dem übermäßigen Genuss von Alkohol das Verhalten seines Freundes noch um einiges Verstärkt bis irgendwann nach dem Hoch das Tief kam und irgendwann im Tiefschlaf endete. Ukitake konnte den übermäßigen Verzehr des Alkohols noch nie gutheißen, aber vielleicht war er auch einfach nur neidisch, weil für ihn meist Alkoholverbot galt, oder er einfach nur so wenig trinken durfte, das er glatt ganz verzichtete. Doch dieser eine Abend, hatte ein tiefes Brandloch in seiner Erinnerung hinterlassen, was all seine Gefühle über Bord warf. Dieses seltsame Liebesgeständnis, was schon einige Jahre her war. Einige Kommandanten feierten ihren Geburtstag nicht, doch es gab einige die es jedes Jahr aufs neue als Herausforderung ansahen die anderen zu übertrumpfen und Rangiku Matsumoto von der 10. gehörte definitiv dazu. Er erinnerte sich genau an diesen Abend. Es ging ihm seit langem mal wieder richtig gut, der Abend war wundervoll ausgelassen und alle waren ordentlich abgefüllt das die meisten es nicht mal mehr nachhause geschafft haben. Zumindest bis Hitsugaya alle rausgeschmissen hatte. Nanao hatte darauf bestanden ihren Kommandanten nachhause zu begleiten weil er offensichtlich nicht mehr in der Lage war dies allein zu tun. Doch wie so oft, kam eins zum anderen und Ukitake übernahm diese Aufgabe weil sich Shunsui weigerte schon zu gehen. Bis heute weiß Ukitake nicht, ob er sich überhaupt noch daran erinnerte. Er bereute es sogar nicht darauf geantwortet zu haben. Er hatte einfach gelächelt und gemeint das sie darüber sprechen wenn er wieder nüchtern sei. Welch törichter Versuch solch einem Gespräch aus dem Weg zu gehen.
      „Außerdem...will ich hier nicht tatenlos herumliegen während einer meiner Schützlinge zum Tode verurteilt wird. Ich habe ein ganz ungutes Gefühl bei der Sache“, auf einer Kommode stand eine Kanne Tee welche mittlerweile bereits erkaltet war. Es gehörte nun einmal zum Leben dazu, Dinge auszublenden die nicht wichtig waren, doch waren sie dennoch ein Problem, welche Schmerzen verursachen konnten. Er nahm einen Schluck des süßen Hibiskustees, den er sich heimlich von Kiyone hat bringen lassen.
    • Shunsui Kyouraku

      Neben seinem mehr oder weniger unfreiwilligen Geständnis und einigen sehr schwammigen Gerüchten hatte es zwischen ihnen nie etwas gegeben, das auch nur den Anschein einer Beziehung, die wirklich über beste Freunde hinausging, gegeben und er bereute es wirklich seit dem nie wieder den Lauf des Schicksals selbst in die Hand genommen zu haben, doch er war eben nach seiner Liebesbekundung abgewimmelt worden und Ukitake hatte dieses Thema nie wieder erwähnt. Ähnlich war es auch mit den Gerüchten verlaufen. Während sein Herz gleich drei Stufen schneller geschlagen hatte, war er sich bis heute nicht sicher ob Ukitake überhaupt etwas davon mitbekommen hatte. Nicht dass er desinteressiert wirkte, aber es schien einfach nicht so als würde er irgendwann einmal einen Schritt auf ihn zu machen. Es gab keinerlei Anzeichen, die auf mehr schließen lassen konnten. Nur weil er ihn schon seit Ewigkeiten nicht in Begleitung einer Frau gesehen hatte, musste das noch lange nichts heißen. Vermutlich lag es einfach an seiner Art und er wollte es niemandem unnötig schwer machen. Er war eben zu jedem nett und nur einer der wenigen die mit seiner manchmal etwas aufbrausenden Art zurechtkamen. Sie verbrachten eben schon mehr als genug Zeit zusammen. Da gewöhnte man sich einfach an so etwas. Es sollte ihn also nicht weiter verwundern und er wollte auch nicht irgendetwas überinterpretieren. Er würde alles so belassen wie es gerade war. Es gab genug anderes mit dem sie sich befassen mussten, da brauchten sie nicht auch noch eine Beziehungskrise, die ihre Freundschaft gefährdete.
      Er konnte zwar nicht ganz nachvollziehen wie sich Ukitake gerade fühlen musste, doch schon allein die Vorstellung Nanaos Hinrichtung, miterleben zu müssen bereitete ihm Unbehagen. Sorgen um ihn waren im Moment also anscheinend wirklich unangebracht, weshalb er rasch wieder die Hände sinken ließ um stattdessen mit dem Saum seines Kimono zu spielen. Natürlich wollte er nicht so schwach wirken... Wer würde das schon wollen? Selbst wenn man es ihm nicht ansah, besaß selbst Ukitake seinen Stolz und trotz seiner liebevollen Art würde er diesen gewiss nicht mit seinen Füßen treten. Auch wenn er es fast schon bereute seine Hände zurückgezogen zu haben. Er bekam selten die Möglichkeit ihm nahe zu sein, also nutzte er sie für gewöhnlich sofort. Damit war jetzt wohl erst einmal Schluss...
      ,,Du weißt, dass du nichts dagegen unternehmen kannst, Jushiro... Genauso wie du weißt, dass es nicht deine Schuld ist. Rukia war ein kluges Köpfchen. Sie kannte die Konsequenzen.“, versuchte er zumindest ein kleines bisschen an seinen Verstand zu appellieren. Er sollte sich deswegen nicht auch noch schlecht fühlen müssen. Es reichte, dass er sich schon irgendwo tief in seinem Innersten wirklich nutzlos fühlen musste, wenn er ständig nichts anderes als herumliegen und sich schonen konnte. Er war vermutlich doch kein so guter Freund und Helfer gewesen wie er gedacht hatte. Er machte sich Sorgen, doch eigentlich sollte er ihm viel mehr beistehen und die Sorgen doch erst einmal zurückschrauben. Es gab ernstere Angelegenheiten von denen er Ukitake gerade ablenken sollte. Er sollte sich also besser schnell etwas einfallen lassen, denn auch wenn er bezweifelte, dass er sich gegen diese Entscheidung stellen würde, nahm es ihn dennoch mit, also konnte Ablenkung sicher nicht schaden. Es war für sie beide sicherlich das Beste. ,,Lass uns ein wenig spazieren gehen. Du willst dich bewegen und wir werden sowieso nicht gebraucht. Die anderen schaffen das auch ohne uns.“, platzte schließlich der erstbeste Vorschlag aus ihm heraus, denn viel mehr konnten sie sowieso nicht tun. Bis zum Kerker war es zu weit und ein Gefängnisbesuch war sicher nicht gerade das was Ukitake brauchte. Frische Luft hingegen würde seiner Lunge hoffentlich gut tun und falls es doch zu viel sein sollte, wären sie schnell wieder zurück. Das war zumindest der Teil den er sich dazu gedacht hatte, ob Ukitake dem aber nun auch zustimmen würde, stand noch in den Sternen. Zur Not musste eben noch eine andere Idee her.

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      The Dragon Prince - Ethari & Runaan
    • Rukia im Gefängnistrakt zu besuchen lag nicht in Ukitakes Interesse, er konnte sowieso nichts tun und Kiyone besuchte sie regelmäßig und überbrachte alles wichtige. Natürlich war die kleine Kuchiki schlau und wusste über die Konsequenzen Bescheid, jedoch war Jushiro der Meinung das etwas an ihrer Verurteilung nicht mit rechten Dingen zuging. Doch das würde sich in den nächsten Tagen erst bewahrheiten oder eben zeigen das er falsch lag. Doch die Idee einen Spaziergang zu unternehmen, kam dem Weißhaarigen mehr als gelegen. Das Wetter war klar und seine Beine waren immer noch sehr müde vom vielen liegen. Außerdem könnte er Kyouraku bestimmt dazu verführen, ein wenig Anpan herbeizuschaffen. Wie sehr er auch dankbar für das heilende, bittere Gesöff war, sein Zuckerspiegel war im Keller.
      Nachdem sein Tee getrunken war und er die Kanne samt Geschirr beiseite gestellt hatte, schob er den Schrank auf um sich einen frischen Haori überzuziehen. Als die beiden nach draußen gingen, füllte sich seine Lunge mit kühler Luft. Das war einer der Gründe, weshalb er an einem See wohnte bzw. dort versuchte sich zu erholen. Seine Einheit war vollständig ausgeflogen und hatte alle Hände voll zu tun, lediglich die Notbesetzung saß an ihren üblichen Stabstellen und taten ihre üblichen Pflichten. Am liebsten hätte Jushiro nach der Hand seines besten Freundes gegriffen und sie nicht mehr losgelassen. Es sah sie niemand und niemand würde fragen stellen. Doch leider war da immer diese unsichtbare Wand, die undurchdringbar schien. Natürlich dachte Ukitake daran, dass er vielleicht derjenige war, der einfach nur blind war und das ganze innerlich versuchte abzublocken. Wenn man dieses Geständnis als ernst betrachtete, auch wenn nach diesem kein weiteres mehr folgte, war da immer noch dieses seltsame Gefühl beim lesen seiner Geschichten. Obwohl Shunsui seltsame Liebesromane einen schlechten Ruf hatten und sie nicht sonderlich beliebt waren, quälte er sich trotzdem durch jeden einzelnen den er veröffentlichte und man konnte es fast schon als Einbildung bezeichnen. Doch erinnerte ihn die Hauptprotagonistin doch ein wenig an ihn selbst...er kam sich dumm vor sich selber mit der ausgedachten Figur in einem Roman zu vergleichen. Vor allem in einem so schlecht geschriebenen den Shunsui da immer wieder im Alkoholfluss niederschrieb.
      Er blockte es ab...das war der falsche Weg, aber er traute sich auch nicht noch einmal nachzufragen. Die Zeit dafür war verstrichen. Eine glückliche Zukunft würde es nun nicht mehr geben. Warum also noch mehr Leid verbreiten indem man versucht etwas zu erzwingen was von heute auf Morgen zerstört wird. Das konnte er Shunsui nicht antun. Schließlich sollte er glücklich sein. Den er war Stark und Gesund, er würde sicherlich irgendwann genau wie der alte Yamamoto sein nur mit wesentlich mehr Humor und Spaß bei der Sache. Das war eben Ukitake nicht vergönnt.
      Als die beiden durch die ruhigen Gasse der 13. liefen, blieb Jushiro schlagartig stehen. Wie sollte es anders sein, er musste seinem Plan nachgehen. Und Shunsui würde es ihm sicherlich nicht verbieten. Sie standen vor dem Vorratslager.
      „Warte kurz...“, meinte er und war für einen kurzen Augenblick im Lager verschwunden. Er wusste genau wo er suchen musste und fand das nach was er sich sehnte. Zum Glück hatte ihn niemand gesehen, den auf eine überflüssige Standpauke hatte er definitiv keine Lust. Als er alles hatte was er brauchte kehrte er zurück nach draußen mit deutlich gefüllten Taschen.
      Ohne ein Wort zu sagen setzte er den Spaziergang fort um fast schon schelmisch ein süß gefülltes Gebäck aus seinem Ärmel zu ziehen. Als er genüsslich in das Gebäck biss, warf er einen Seitenblick zu seinem Freund und konnte ein lachen nicht verkneifen.
      „Erinnerst du dich noch auf der Akademie als ich immer den Nachttisch der anderen geklaut hab und gebunkert hab nur damit ich irgendwie den Unterricht überstehe? Das würde ich wohl möglich heute noch tun“
    • Shunsui Kyouraku

      Er hoffte wirklich, dass der Spaziergang auch ihn auf andere Gedanken brachte. Er hatte zwar nicht solche Probleme mit der Verurteilung und Hinrichtung, wie Ukitake, schließlich kannte er die Kleine Kuchiki mehr schlecht als recht und das auch nur durch irgendwelche Besprechungen oder seine regelmäßigen Besuche der 13. Einheit. Eine wirklich tiefe Verbindung hatte er nicht zu ihr. Dafür kannte er sie einfach nicht genug, aber er konnte seine Sorgen zumindest auf einer gewissen Ebene nachvollziehen. Auch wenn er sie nicht richtig nachempfand. Stattdessen hatte er ganz andere Probleme, die ihm stattdessen auf dem Weg durch den Kopf gingen. Er hatte jede Menge probiert um Ukitake aus seinen Gedanken zu vertreiben, doch es half wirklich nichts. Verdrängen und ablenken war noch das einfachste, denn selbst der Versuch das Ganze zu verarbeiten oder es als eine Art Wink mit dem Zaunpfahl zu verpacken hatte nicht ganz so gut geklappt, denn anscheinend konnte er entweder wirklich nicht schreiben, was sich anhand der Verkaufszahlen deutlich zeigen sollte oder aber die Parallelen waren einfach nicht deutlich genug geworden. Natürlich sollte nicht jeder x-beliebige Leser dahinter kommen, doch zumindest Ukitake sollte es erkennen. Er bekam schließlich immer als erster die neuste Aufgabe seiner unausgesprochenen Sehnsüchte. Sollte er sich doch noch entgegen aller Erwartungen jemals dazu entscheiden ihm alles zu sagen würde er vermutlich die Bücher verbrennen, denn so gut er sie auch gefunden hatte, während er sie angetrunken geschrieben hatte, so kitschig und peinlich wären sie dann, auch wenn es nichts mehr brachte, denn gelesen hatte er sie dann sowieso schon. Er wusste wirklich nicht was ihn jemals dazu getrieben hatte diese Situation so zu kompensieren, doch es war beim bestem Willen keine gute Idee gewesen. Jetzt wollte er sich am liebsten dafür vergraben oder aus der Soul Society auswandern. Vielleicht war es doch besser wenn er nie etwas davon erfuhr. Selbst wenn er seine Gefühle auf merkwürdige Art und Weise erwidern sollte, würde er ihn trotzdem nur aufziehen und das machte sicherlich nichts besser.
      Bevor er jedoch weiter abschweifen konnte und nachher noch in Gedanken versunken nach Ukitakes Hand griff, stoppten sie und er musste sich erst einmal verdutzt umsehen. Als er dann aber das Vorratslager erkannte, machte es ziemlich schnell Klick und auf seinen Lippen breitete sich ein wissendes Lächeln aus. Es hätte klar sein sollen, dass er diese Gelegenheit nutzte, wenn seine Offiziere weit weg waren, denn von ihm hatte Ukitake sicher nichts zu befürchten. Er kannte seine Schwäche für Süßigkeiten und wusste, dass man sie entweder unterstützte oder sich irgendwann doch noch seinen Zorn aufhalste. Auch wenn Zorn vielleicht etwas übertrieben war. Er wurde nicht wütend, aber er konnte es beim besten Willen nicht leiden, wenn man ihm seinen Zucker verbat. Dann konnte selbst ein sonst so freundlicher Ukitake schnell mal gereizt werden und nach all den Strapazen hatte er sich diese kleine Belohnung verdient, weshalb er gar nicht weiter Fragen stellte, sondern lediglich am Eingang darauf aufpasste, dass niemand vorbeikam. Die gesamte 13. Einheit war immerhin sehr auf die Gesundheit ihres Kommandanten bedacht und würden ihm so etwas nicht durchgehen lassen. Er sollte sich abgewöhnen ihm prinzipiell zumindest ein paar Bonbons mitubringen. Irgendwann würde er sich das auch noch merken...
      ,,Du würdest wohl eher mich dazu anstiften, weil du weißt, dass ich dir nichts abschlagen kann und du deinem guten Ruf nicht schaden willst.“, erwiderte er mit einem amüsierten Unterton während sie sich wieder in Bewegung setzten und er zufrieden dabei zusah wie das Lächeln auf Ukitakes Gesicht wieder breiter und glücklicher wurde. Und das nur durch ein einzelnes Stück Gebäck. Er liebte diesen Süßkram wirklich. Es war ein Wunder, dass er keinen Vorrat hatte den er vor Sentaro und Kiyone versteckte. So hatte er es schließlich am Anfang in der Akademie auch gemacht bis er bemerkt hatte, dass er nicht wirklich sein Interesse für.Süßigkeiten teilte. Danach war er wesentlich beruhigter gewesen, denn es war nun einmal Tatsache, dass zu einem guten Schälchen Sake ein paar salzige Knabbereien besser passten. Sollte er ihm jedoch etwas anbieten würde er nicht nein sagen. Sie hatten es schließlich gerade mit einer relativ waghalsigen Aktion aus dem Vorratslager geklaut, was es einfach gleich reizvoller erscheinen ließ. Außerdem hätte er dann auch etwas während des Laufens zu run und würde nicht die ganze Zeit nur zu ihm herüberstarren. Das half schließlich auch nicht sonderlich viel weiter. Er konnte schließlich keine Gedanken lesen.
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      The Dragon Prince - Ethari & Runaan
    • Tatsächlich hatte Ukitake einen Süßigkeitenvorrat von dem seine Offiziere nichts wussten, andererseits war er auch vernünftig und wusste das all der Zucker sich nicht positiv auf seine Gesundheit auswirken würde. Deshalb verschenkte er viel davon. Jedoch das leckere Gebäck aus dem Vorratslager, musste er sich einfach manchmal stibitzen, so konnte er es auch viel besser genießen, weil er es eben nicht jeden Tag essen konnte. Er hatte einfach großzügig in die Kiste gegriffen, auch wenn Kyouraku eher das Gegenteil eines Süßigkeiten-Liebhabers war, konnte er ihn natürlich nicht unversorgt mit dem weißen Gold lassen. Als würde er etwas verbotenes weitergeben, drückte er seinem Freund ebenfalls ein süßes Gebäck in die Hand. „Das größte Problem wäre dabei, das spätestens Nanao verdacht schöpft wenn du keinen Alkohol mehr hortest sondern Süßkram. Ich glaube da bekommen wir beide Probleme“, der Gedanke war witzig. Wie belanglos sie doch waren, im Anbetracht der eigentlich ernsten Dinge im Leben. Aber es war ein Gutes Zeichen das man dennoch darüber lachen konnte.
      Ukitake spürte wie sein Zuckerspiegel langsam aber sicher wieder in die Höhe schnellte und fühlte sich um einiges besser. Sie führten ihren Spaziergang fort wobei Jushiro jedoch immer wieder mit seinen Gedanken abschweifte. Eine Tatsache, die oft passierte, wenn er zu viel und lang geschlafen hatte. Mal von seinen Wirren Träumen ganz abgesehen. Hatte auch er eine Buchreihe veröffentlicht, wenn er so darüber nachdachte, kam er sich mit seiner Theorie rund um den skurrilen Liebesroman gar nicht mehr so blöd vor. Obwohl er lange nicht mehr zum Schreiben gekommen ist, fanden seine Geschichten großen Anklang. Zwar eher bei den jungen Lesern, aber das stimmte Jushiro umso glücklicher. Vor einiger Zeit begann er aberwitzige Abenteuergeschichten zu verfassen mit einem vor Energiestrotzenden Protagonisten und dessen besten Freund, wie sie gemeinsam die Welt retteten. Wieder schlich sich ein Hauch von Verzweiflung in seine Gedanken. War er die ganze Zeit so Blind gewesen, das er eigentlich nur sich und Kyouraku zu Akademiezeiten reflektierte? Natürlich schön bunt und fröhlich verpackt das niemand je glauben könnte das irgendwas nicht stimmte. Würde er sich jedes einzelne Kapitel vornehmen, könne er wohl möglich aus jeder Geschichte ein wahres Ereignis präsentieren. Was war also, wenn gerade Shunsui ein ähnliches Prinzip verfolgte, zugegeben, es wäre ziemlich peinlich diese Bücher tatsächlich aus freien Stücken zu veröffentlichen, aber er tat es nun einmal immer noch. Aber vielleicht Interpretierte er auch ein falsches Bild von sich hinein, vielleicht schrieb er auch über eine andere Person.
      Das Gebäck verschwunden und die 13. komplett durchquert, standen sie nun am anderen Ende des Sees, mit klaren Blick auf das kleine schwimmende Haus, wo Jushiro mehr Zeit verbrachte als ihm lieb war. Er ließ sich im Schneidersitz auf dem grünen Gras nieder und blickte auf die nahezu perfekte Wasseroberfläche. Wobei ihm jedoch einfiel das seine Taschen noch immer mit Ballast gefüllt waren. Unachtsam hatte er in die Kisten gegriffen und die Taschen voll gemacht. Er warf einen prüfenden Blick hinein. Er hatte einige von Yachirus Lieblingnascherein eingesteckt, die würde er ihr später einfach vorbeibringen. Als er sich von seinen Errungenschaften abwandte fiel sein Blick auf den pinken Kimono. Er konnte sich noch gut daran erinnern wie viele Shinigami sich darüber das Maul zerrissen, das ausgerechnet einer der stärksten Kommandanten einen pinken Kimono trug. Wobei es ihn nie störte, es gehörte einfach zu ihm, genauso wie der alberne Strohhut und eine Flasche Reiswein.
      „Sagmal, ich wollte dich was fragen...“, fing er an und spielte mit den Fingern im Gras: „ich weiß ist völlig aus der Luft gegriffen, aber ich hab eine Menge Zeit, wenn ich einfach so dahinvegetiere. Aber was spornt dich an, diese Liebesromane zu schreiben. Ich glaube das habe ich dich noch nie gefragt“. Jushiro konnte sich wage daran erinnern darüber mit Nanao gesprochen zu haben. Welche natürlich absolut gegen diese Bücher ist und es als Spott für die gesamte Einheit betrachtet, doch auch sie schob es auf Kyourakus unstillbaren Hang nach Romantik, wobei sie es deutlich gröber und unfreundlicher ausgedrückt hatte.
    • Shunsui Kyouraku

      Schneller als er gedacht hatte, hatte ihm Ukitake auch eines dieser klebrigen Gebäckstücke in die Hand gedrückt und manchmal war es wirklich fast so als könnte er Gedanken lesen, was natürlich in ihrer momentanen Situation mehr als nur unangebracht wäre, doch er hatte gerade noch darüber nachgedacht und nun hatte er wirklich eins bekommen. Er schob es einfach darauf, dass Ukitake immer so zuvorkommend war und dafür sorgte, dass auch wirklich niemand zu kurz kam. Er teilte einfach gern egal wie sehr sich sein Gegenüber dagegen sträubte. Das beste Beispiel dafür war Hitsugaya, der ständig irgendwelche Bonbons oder Schokolade zugesteckt bekam und sich jedes Mal mehr als nur deutlich darüber aufregte. Ukitake würde trotzdem nicht damit aufhören. Man musste es gar nicht erst versuchen, also nahm er es einfach lächelnd an und biss ebenfalls erst einmal hinein. Es war nicht ganz sein Fall, doch er konnte verstehen wieso er Süßigkeiten so sehr mochte. Sie verbreiteten einfach Freude, egal wie schlecht man sich zu beginn gefühlt hatte und das war manchmal wirklich genau das was Ukitake brauchte, wenn er wieder einmal nur tagelang mit grübeln zugebracht hatte. So schnell konnte noch nicht einmal er ihn aufheitern, denn mittlerweile strahlte er fast schon über beide Ohren und auch sein Gang federte etwas mehr nach als sonst. Es war zwar nicht gut für ihn und sein Verhalten wäre sicher suspekt, wenn er beginnen würde Süßigkeiten zu horten, doch schon allein wegen dieser Reaktion war es die Strapazen irgendwie wert. So ein strahlendes Lächeln machte sich einfach viel besser auf seinem Gesicht als ein nachdenklicher oder vielleicht sogar noch ernster Ausdruck. Das passte einfach nicht so recht zu ihm, auch wenn etwas Süßes sicherlich nicht immer nur die Lösung sein konnte. Früher hatte er ihn wesentlich einfacher zum Lachen gebracht...
      Er hatte sich nie sonderlich viele Gedanken um sein Äußeres gemacht, aber es war schnell klar geworden das ein simpler Hakama und der Kommandanten-Haori viel zu unauffällig waren. Es passte einfach nicht so wirklich zu ihm und hatte ganz eindeutig irgendwie aufgewertet müssen. Da war ihm dieser Kimono wirklich gelegen gekommen. Er mochte den Stoff und sein Aussehen und sah wirklich keinen Grund darin ihn weniger zu mögen nur weil er rosa und offensichtlich für Frauen gemacht worden war. Seit dem Tag an dem er ihn bekommen hatte, hatte er persönlichen Wert gehabt, also würde er sich gewiss nicht von den schlechten Kommentaren beeinflussen lassen. Sein Äußeres definierte nicht seine Stärke und solang Ukitake damit zurechtkam, dass er gern etwas extravaganter auftrat war es ihm völlig egal. Alle die seinen Kleidungsstil nicht akzeptieren konnten, kannten ihn einfach nicht lange genug, denn es war nicht nur eine Art Markenzeichen geworden, sondern fast schon ein Teil seiner Persönlichkeit und das würde ihm gewiss niemand mehr nehmen können.
      Er hatte sich neben Ukitake ans Ufer gestellt, den Blick ebenso auf den kleinen See gerichtet, während er das letzte Stück des Gebäcks aß, das ihm zugeteilt worden war. Es war wirklich ausgesprochen ruhig und idyllisch, hier konnte man nur all seinen Gedanken nachhängen, weshalb er auch fast Ukitakes Worte überhörte. Zum Glück waren sie unerwartet genug, so dass ihm fast der letzte Bissen aus dem Mund gefallen wäre als er sich irritiert zur Seite drehte um ihn anzusehen. Er hatte mit einer ganzen Menge gerechnet, aber das er nun ausgerechnet seine Bücher ansprach... Niemand wollte mit ihm darüber reden und er war sich ziemlich sicher, dass Ukitake auch der Einzige war der sie wirklich komplett laß. Er war also beim besten Willen nicht darauf vorbereitet, sondern konnte ihn erst einmal nur weiter anstarren, während in seinem Kopf die Alarmglocken schrillten. Er konnte ihm nicht einfach sagen, dass er der Grund war und sie eindeutig viel zu viel Zeit miteinander verbrachten und sein Herz das ansonsten sicherlich nicht aushielt. Das war gewiss nicht das was er hören wollte und womit er gerechnet hatte, also fiel die Wahrheit schon einmal weg. Was sollte er also stattdessen antworten? Das war eindeutig schwerer als erwartet.
      Es dauerte noch einen Moment bis er zumindest wieder damit begann zu kauen und nicht nur zu starren. Er hatte ihn auf dem völlig falschen Fuß erwischt und das warf ihn vollkommen aus der Bahn. Er musste sich erst einmal räuspern, denn Ukitake anlügen war weder leicht, noch etwas das er regelmäßig tat, also musste er sich wirklich Mühe geben und er würde zumindest eine Halbwahrheit herausrücken, denn alles andere würde er sonst sicherlich sofort enttarnen. Er hatte ein Auge für so etwas und sollte er es merken würde es nur noch unangenehmer werden. Bevor er antwortete, setzte er sich zu ihm ins Gras um ihn so eindringlich wie nur möglich anzusehen. ,,Das hat mich um ehrlich zu sein noch niemand gefragt.“, begann er mit einem leisen Lachen. ,,Die Ideen schwirren mir einfach im Kopf herum und wenn ich sie nicht da raus bekomme werde ich wahnsinnig.“, fuhr er fort und ließ geschickt den Ukitake-Teil dieser Gedanken aus. Das musste er nicht unbedingt wissen und er hoffte wirklicheinfach, dass das Thema damit erst einmal beendet war.
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    • Es fiel Jushiro nicht schwer seinem Freund zu glauben das er noch nie über solch unwichtiges belangen befragt wurde, wenn man berücksichtigte wie unbeliebt seine Geschichten waren. Obwohl Ukitake zugeben musste, das es sicherlich schlimmere Literatur gab und manch Kritik daran maßlos überspitzt war. Dennoch hatte er das Gefühl das sein Gesprächspartner versuchte auszuweichen. Eine kühle Brie fegte über die Wasser Oberfläche und brachte es in Wallung. Seinen Gedanken freien Lauf zu lassen war eine Sache, ein Tagebuch zu schreiben war jedoch nur eine andere Weise sich selbst zu Läutern und zu hoffen das eine Katharsis eintritt. Ein Tagebuch würde nie jemand zu Gesicht bekommen, das war der Sinn hinter diesem Stück Literatur was helfen sollte die inneren Gedanken Entlastung zu verschaffen und sie zu ordnen. Jedoch ohne Bestätigung anderer, ohne Meinungen, Zusprüche oder Kritik, konnte auch keine Heilung oder Hilfe eintreten. Deshalb war es keine Seltenheit seine Gefühle und Gedanken in den öffentlichen Medien zu präsentieren in etwa in Form von Geschichten allen Genres oder auch Gedichten. Wenn der Weißhaarige so daran dachte, fielen ihm die Haikusammlungen von Kira Izuru ein, welche er ab und an ganz gern durchstöberte. Jedoch in letzter Zeit sehr düstere Züge angenommen hatten. Die Dinge die man niederschreibt, sind nun einmal mehr, nichts weiter als der Spiegel seiner selbst.
      „Ich hatte eine Menge Zeit, ich hab lange nicht mehr geschrieben, deshalb hab ich mich versucht etwas mit deinen Büchern abzulenken. Mir fehlt irgendwie der Elan zum schreiben“, das Kyouraku der fragte auswich, würde er dabei beruhen lassen. Vielleicht konnte er zu einem späteren Zeitpunkt etwas aus ihm herauskitzeln, schließlich konnte er etwas nicht ewig vor ihm Geheim halten. Schließlich war genau das ja auch der Reiz an der ganzen Sache, ohne kleine Geheimnisse wäre es doch langweilig. Ehrlichkeit war schön und für eine gesunde Zwischenmenschliche Beziehung nicht wegzudenken, jedoch konnte Ehrlichkeit auch schnell zu einer schrecklichen Last werden. Ebenfalls eine wundervolle Eigenschaft die beide teilten, eine gesunde Balance. Obwohl beide oftmals nicht gerade glücklich sind, wenn der andere etwas verschweigt, gibt es dafür immer einen wichtigen Grund, ohne diesen besagten Grund, funktioniert diese Balance nicht.
      Ukitake wusste gar nicht, wie gut sich kühle Luft anfühlte, er hatte eindeutig zu lange in dem Haus verbracht. Natürlich müsse er dahin zurückkehren, doch am liebsten würde er ewig auf dem Gras sitzen bleiben und das angenehme Gefühl der frische in seiner Lunge spüren.
      Gerade als es wieder still zwischen ihnen wurde, näherte sich ein Shinigami seiner Einheit. Er war groß und schlaksig mit kurzen Haaren und hatte einen Zettel in der Hand. Er entschuldigte sich zu stören und schien dabei fast im Boden zu versinken, wobei er äußerlich nicht den Anschein machte ein schwächlich zu sein, war ihm das stören des Gesprächs äußerst unangenehm. Wie immer winkte Ukitake ab, er nahm die Nachricht an sich und ließ den Shinigami wegtreten. Als er die kleine Schriftrolle aufzog verzog er nachdenklich das Gesicht. Er war sich sicher das ärger auf sie zukam. Ein seufzen verließ seine Kehle.
      „An den Gerüchten über die Ryoka scheint was dran zu sein...jemand hat den westlichen Torwächter besiegt“, meinte er und ließ sich nach hinten ins Gras fallen. Sein fließendes Weißes Haar verteilte sich im satten Grün und sein Blick wandte sich zum Himmel.
    • Shunsui Kyouraku

      Nachdenklich musterte er seinen Freund. Es kam ihm wirklich recht, dass er nicht sofort nachhakte, doch das war sicher nur die Flaute vor dem Sturm. Er konnte wirklich neugierig sein, wenn er wollte und das war ganz sicher etwas das ihn interessierte. Genauso schien er sich nicht wirklich von der Halbwahrheit als Antwort überzeugen zu lassen. Dabei hatte er sich mit ihr wirklich alle Mühe gegeben, aber vermutlich hatte es doch nicht gereicht um Ukitakes geschultes Auge zu täuschen. Er war wirklich gut, doch bis er das nächste Mal nachfragte sollte er eine passende Antwort parat haben, denn darauf zu hoffen, dass er zu diesem Zeitpunkt zufällig von irgendeinem seiner Kollegen abgefüllt worden war, ohne dass Nanao etwas gemerkt hatte und er nun entweder zu betrunken war um eine Antwort zu geben oder betrunken genug war um überzeugend überspielen zu können, dass er zu diesem Zeitpunkt völligen Schwachsinn von sich gegeben hatte. Er zerstörte diese Freundschaft nur ungern, denn sie lag ihm sehr am Herzen. Noch viel mehr als der Wunsch, das seine Gefühle vielleicht doch noch erwidert wurden. An seiner Seite sein zu können und immer seine Unterstützung zu erhalten, reichtw in manchen Momenten eben auch schon vollkommen aus. Da verzichtete er auch liebend gern auf die Möglichkeit ihn zu küssen oder mit ihm zu kuscheln, obwohl das natürlich eigentlich sehr willkommene Boni wären, aber man konnte eben nicht alles haben und das war eindeutig keine Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Das hier war schwieriger, also würde er es gewiss nicht auf die leichte Schulter nehmen. Es gab wichtigeres als seine romantischen Vorstellungen, weshalb er sie lieber erst einmal zurück in eine hintere Ecke seines Kopfes verbannte. Zu gegebener Zeit würde ihm schon das richtige einfallen, da war er sich sicher und bis dahin schwieg er wohl erst einmal.
      Wenn Ukitake so langweilig war, dass er sich freiwillig mehr als absolut notwendig mit seinen Büchern beschäftigte, sollte er sich eigentlich schon Sorgen machen und darüber nachdenken ihn noch ein wenig öfter zu besuchen. Die Mitgleider seiner Einheit konnten sich schließlich nicht ganz so effizient und konsequenzenlos wie ein Kommandant von ihrer Arbeit entziehen, doch diesen Gedanken würde er ihm sicher schnell wieder austreiben. Genau deshalb war er auch der vernünftigere von ihnen beiden, denn er war sicher der Einzige der Wert auf so etwas legte, während er sich eher weniger Gedanken wegen so etwas machte, sondern erst wieder darauf zurückkam wen Nanao ihn deswegen bloßstellte. Er war einfach nicht so pflichtbewusst wie er sein sollte, doch das alles war eben auch ziemlich anstrengend. Was taten sie denn auch den ganzen Tag? Nicht wirklich viel, sonst würde er kaum ständig die Gelegenheit für ein kurzes Nickerchen oder einen Besuch bei Ukitake finden. Es gab also ganz eindeutig keinen Grund zur Sorge oder etwas derartiges. Er schaffte seine Aufgabe auch so gut genug.
      Er war zu versunken in seinen Gedanken eine mögliche ukitakefreundliche Erklärung zu finden, dass er gar nicht bemerkte wie ein Bote der 13. Einheit zu ihnen trat. Ersst nachdem er wieder verschwunden war und Ukitake erneut mit sprechen begann, sah er wieder auf. Schon wieder sehr perplex, doch zumindest fiel ihm nun vor Staunen kein Gebäck mehr aus dem Mund. Stattdessen fasste er sich relativ schnell wieder und setzte zu einer Antwort an. ,,Verlangt der alte Yamamoto schon nach uns oder ist das nur eine Information?“, fragte er nach, denn es wurde zunehmend ernster und auch wenn Ukitake zum Spazierengehen und Süßigkeiten klauen fit genug war, stand ein Kampf nun wirklich noch nicht auf dem Tagesprogramm. Er hoffte also wirklich, dass ihre Hilfe noch nicht von Nöten war, auch wenn sich die Eindringlinge als stärker als erwartez erwiesen, doch die jüngeren Kommandanten waren auch nicht übel. Sie würden das auch ohne sie schaffen, daran glaubte er jetzt einfach, während er seinen Hut absetzte und auf seiner Brust ablegte um sich zu ihm ins Gras zu legen und zu den Wolken hinaufzusehen. Es passierte im Moment einfach viel zu viel und er wusste beim besten Willen nicht mehr wie er mit dem ganzen Chaos umgehen sollte. In der letzten halben Stunde hatte Ukitake wiedereinmal seine gesamte Gefühlswelt auf den Kopf gestellt und er wusste wirklich nicht wie er damit umgehen sollte ohne etwas dummes zu tun. Vielleicht musste das aber auch einfach mal sein. Wer konnte das schon sagen?
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    • Einfach so, gemeinsam, im grünen Gras zu liegen, war einer der Momente die Jushiro gern festgehalten hätte. Festgehalten hätte und für ewig bewahrt hätte. Natürlich war es nichts besonders, aber in diesen Momenten fühlte sich alles so unglaublich leicht an. So friedlich und unendlich, als gebe es so etwas wie ein Ende nicht. Den Blick in den blauen Himmel gerichtet, an dem lediglich einige weiße Quellwolken hingen. Es war erstaunlich wie ruhig es in seiner Einheit war. Die Tatsache außer acht gelassen das fast alle ausgeflogen waren und kräftig schufteten um ihn zufriedenzustellen, was er sowieso war. War seine Kompanie, wohl eine der ruhigsten. Kein Wunder das man hier schnell mal die Zeit vergessen konnte und einfach die Ruhe genießt, die man sonst nicht hatte. Obwohl einer seiner Männer ihm eine unerfreuliche Nachricht überbrachte, verlor Jushiro dennoch nicht die Fassung darüber, denn auch er war der Meinung das die anderen locker ohne sie klarkamen. Es gab genug Kommandanten und dazugehörige Vize, die nur lechzend darauf warteten einigen Eindringlingen in den Hinter zu treten. Vor allem wen es sich um Ryokas handelte, wäre wohl Mayuri an vorderster Front dabei um sie im Nachgang wie Frösche zu sezieren. Obwohl dieser Gedanke ziemlich abstoßend war, musste Ukitake dennoch über den Gedanken grinsen, wie jeder hier seine merkwürdigen Eigenarten hatte. Er und Kyouraku gehörten nun einmal mehr zum alten Eisen und kannten die anderen wohl eher schlecht als Recht, trotzdem mussten sie miteinander klarkommen obwohl ihm persönlich in der Entwicklungsabteilung der liebe Urahara fehlte. Aber Mayuri tat seinen Job, vielleicht etwas zu monströs und grausam, aber immerhin.
      Jushiro drehte sich zur Seite und begann demonstrativ mit seinen Haarsträhnen zu spielen. „Keine offizielle Information. Ich hab meine Augen und Ohren überall verteilt...seit längerem habe ich ein ungutes Gefühl in der Magengegend und solange ich nicht Mobil genug bin selbst meine Neugierde zu stillen, schicke ich andere los“, meinte er während er weiter verträumt die Haarsträhnen um den Finger wickelte. Dieses seltsame Gefühl in der Magengegend beschäftigte ihn schon eine ganze Weile. Als er seine Hochphase hatte und es ihm wirklich gut ging, hat er so einige Dinge aufgeschnappt die ihm noch immer sauer aufstoßen. Jedoch noch nicht die Zeit gehabt diesen weiter nachzugehen. Es handelt sich hier um Dokumente und Forschungsaufzeichnungen die definitiv nicht in seine Hände geraten sollten. Natürlich war es nichts ausführliches und so schnell wie er es in den Händen hatte, so schnell wurde es ihm auch wieder abgenommen. Doch es machte ihn stutzig solch Dinge direkt vor den Füßen der 5. Kompanie zu finden.
      „Weißt du was mir da einfällt...nach all dem Graus mit Rukia, haben wir gleich zwei Feierlichkeiten auf die wir uns Vorbereiten müssen“, meinte er mit einem verschmitzten lächeln und ließ seine dicke Haarsträhne aufs Gras gleiten und sich danach auf den Bauch rollte wie ein kleiner Junge. Sein Rücken brauchte eindeutig einige Yoga-Stunden. „Zum einen das Kirschfest und gleich danach meinen Lieblingstag“, er kam sich fast schon ein bisschen kindisch vor, das er sich mehr auf Kyourakus Geburtstag freute als er selbst. Jedes Jahr aufs neue kam er mit irgendeiner dämlichen Überraschung um die Ecke, die nicht einmal nötig war. Er selber mochte seinen eigenen Geburtstag nicht einmal, weil es für ihn wohl der melancholischste Tag, des ganzen Jahres war. Es erinnerte ihn nur noch mehr daran, das er noch ein Jahr älter wurde, und dem Tod noch näher trat. Es sollte sich anfühlen wie ein Triumph, Jahr um Jahr, jedoch fühlte es sich wie das gesamte Gegenteil an. Als würde eine Dunkelheit nach und nach seine Beine wegziehen und verschlingen. Er wusste nicht, wann er damit angefangen hatte solch furchtbare Gedanken zu hegen, er war stets eine Frohnatur gewesen. Das war er auch gern, jedoch war da etwas tief in ihm drin, was das Licht in Schwärze verwandelte. Er hatte es nur noch nicht ergründen können. Dafür fehlte ihm die Kraft.
    • Shunsui Kyouraku

      ,,Es ist besser wenn du deine Nase nicht immer überall reinsteckst. Schon gar nicht wenn ich nichts davon weiß. Ich muss dich da dann schließlich wieder rausholen, wenn irgendetwas schiefgeht.“, merkte er an und rollte sich eben zur Seite um ihm ernst in die Augen zu sehen. Selbst wenn etwas merkwürdiges vor sich gehen sollte, waren sie gewiss nicht in ser Position das hersuszufinden. Ukitake war einfach zu neugierig und das konnte durchaus schlimm für ihn Ende. Um ihn machte er sich weniger Sorgen, doch wenn es der auf dessen Spur er sich befand auf die 13. Einheit absehen würde, wäre selbst Ukitake nicht mehr ganz so lieb und nett wie man es von ihm kannte. Natürlich war das alles nur Spekulationen, doch er hoffte inständig, dass es nie dazu kommen würde. Ukitake musste sich einfach irren. Er musste sich täuschen und sollte am besten nichts aufdecken. Er verbrachte zu viel Zeit in seinem Haus und das ließ ihn einfach etwas paranoider werden. Daran würde es liegen, weshalb er sich ganz bestimmt auch nicht in Gefahr begeben würde.
      Über den Themenwechsel war er wirklich erfreut, denn es war immer wieder erstaunlich wie sehr sich Ukitake auf seinen Geburtstag freute, obwohl er seinen eigenen mehr als nur verabscheute. Es war vermutlich der einzige Tag im Jahr an dem man ihm mit nichts eine wirkliche Freude machen konnte. Er hatte seine Theorien woran das lag und bemühte sich darum ihm damit nicht auf die Füße zu treten, doch er könnte niemandem verbieten seinen Geburtstag zu feiern und eigentlich meinten sie es auch nur gut damit. Das sollte Ukitake irgenwo in seinem tiefsten Inneren auch wissen, doch es war trotzdem jedes Mal eine große Erinnerung daran, dass die Zeit wohl niemals stillstehen würde und früher oder später auch ihn einholte. Kein sonderlich gutes Gefühl das man damit verbreitete, als zeigte er einfach Verständnis und ließ ihn sich stattdessen auf seiner Geburtstagsfeier austoben, denn solang es nicht um Ukitake selbst ging war er wirklich für jede Feier zu haben. Er mochte die Freude und das Beisammensein, also sollte er allen Spaß haben den er wollte, selbst wenn manche Überraschungen wirklich unerwartet kamen. Er wollte sich eben jedes Jahr auf ein Neues übertreffen und bei den paar Jährchen, die er schon auf dem Buckel hatte, wurde das von Mal zu Mal sicher immer schwieriger, doch das hieß noch lange nicht, dass er das nicht trotzdem schaffte. Ukitake war eben einfach fantastisch.
      Beim Anblick seines Freundes musste er einfach nur schmunzeln. Er strahlte vor sich hin und wippte sogar etwas mit den Beinen. Von dem eigentlich totkranken Mann fehlte jede Spur und auch die ganzen schrecklichen Ereignisse schienen wie vergessen, was ihn wirklich ein wenig beruhigte. Er hatte schließlich Sorgen gehabt, dass ihn das alles viel zu sehr mitnehmen würde, doch zum Glück hatte sich das nicht bewahrheitet. Stattdessen schien es ihm endlich besser zu gehen und er konnte erst einmal seine Besorgnis zurückschrauben. Ganz so zerbrechlich war Ukitake dann doch nicht und sein kindliches Verhalten veranlasste ihn nur zum Schmunzeln. ,,Mein Geburtstag ist also dein Lieblingstag? Was ist dann mit meinem Lieblingstag? Jetzt hab ich gar keinen mehr.“, fragte er mit hochgezogener Augenbraue nach und musste ihn dafür noch nicht einmal weiter ansehen, sondern hatte sich zurück auf seinen Rücken gerollt und schaute weiter den Wolken dabei zu wie sie über den Himmel zogen. So ließ sich der Tag wirklich genießen... Auch wenn er am liebsten etwas in die Richtung geantwortet hätte, dass es ihm ähnlich ging, dass sein Lieblingstag im Gegenzug Ukitakes Geburtstag war, denn ohne diesen hätte er ihn nie kennengelernt. Dann hätte es keinen Ukitake zum Kennenlernen gegeben, doch dafür waren ihre Interpretationen einfach zu verschieden. Er wollte nicht, dass er das falsch verstand. Außerdem war es viel zu kitschig. Wenn er es so nicht falsch verstand, dann würde dadurch zumindest sein bestgehütetes Geheimnis aufliegen und auch wenn es ihn heute irgendwie reizte, war dieser Schritt einfach viel zu gewagt. Es stand zu viel auf dem Spiel.
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    • Es war gefährlich seine Nase in fremde Angelegenheiten zu stecken. Doch diesen kleinen Nervenkitzel nahm Ukitake gern auf sich um die hinterlistigen Machenschaften einiger Kollegen aufzudecken. Es war nicht seine Aufgabe irgendjemanden an den Pranger zu stellen, jedoch hasste er böse Überraschungen. Es hatte zu viele böse Dinge gegeben, die da draußen lauerten und jeden Moment nur darauf warteten zuzuschlagen. Es ging schließlich um das Wohle aller, und sollte irgendjemand dieses gefährden, würde Ukitake das nicht zulassen, da war ein wenig Spionage noch das kleinste Übel. Außerdem hatte er es seinem besten Freund ja nun gebeichtet das er überall Augen und Ohren verteilt hatte, so mit war er eingeweiht und müsse wen es hart auf hart käme ebenso dafür geradestehen, weil er es wusste.
      Als er auf dem Bauch die Beine auf und ab wippen ließ, rutschte sein Hakama ein Stück nach unten und legte seine kreidebleichen Knöchel frei. Die Tuberkulose entzog ihm jegliche Farbe, ob es nun aus Haut oder Haar war. Seine Geschwister hatten allesamt braunes und blondes Haar. Obwohl er zugeben musste das er seine weiße Mähne in den Jahrzehnten wirklich lieben gelernt hatte, würde er es wohl sehr argwöhnisch finden plötzlich mit blonden oder braunen Haaren dazustehen. Eine Sache womit vor allem seine Schwestern ihn jedes Mal aufzogen.
      Geburtstage waren etwas sehr unwichtiges unter den Shinigami, wie bereits erwähnt gab es einige die es als unnötig abtaten und ihn ignorierten als existiere er nicht, andere hingegen feierten jedes Jahr aufs neue als gebe es keinen Morgen. Ukitake selbst empfand es als nette Abwechslung, schließlich durfte man in solch Grausamer Zeit und Welt nicht vergessen was wirklich zählt, auch wenn er selbst eher zur ersten Kategorie gehörte. Es bildete sich ein nachdenkliches Miene in seinem Gesicht. Er wusste das Kyouraku nur witzelte. Er selber mochte nämlich seinen Geburtstag ebenso nicht. Umso älter man wurde, gestand auch er sich irgendwann ein das die Zeit ein grausames Spiel trieb und seine Spielfiguren nur so lange am Leben behielt wie sie es für richtig hielt. Es konnte nicht sein Lieblingstag sein, den das war einzig und ein allein Jushiros eigener Geburtstag. Er hatte noch nie so richtig verstanden wieso, zog Ukitake es Jahr für Jahr vor keinerlei Feierlichkeit abzuhalten. Obwohl Rangiku es bereits ein, zwei Mal versuchte ihn umzustimmen, erntete sie dafür von ihm nur Missachtung und Missgunst. Jushiro glaubte zu meinen, dass es keinerlei andere Sache gab die ihn so aus der Fassung brachte. Eigentlich merkwürdig wie sich automatisch bei dem Gedanken daran sein Magen zu einem Knoten formte. Doch ganz ohne ging es dann doch nicht, wie Kyouraku jedes Jahr vor seiner Tür stand, mit einer süßen Flasche Pflaumenwein die er gut vertrug und bis in die frühen Morgenstunden beisammen saßen und das Jahr Revue passieren ließen. Nichts besonderes, aber gerade weil es etwas alltägliches sein konnte, war es etwas besonderes für ihn.
      Das die Arbeit früher oder später die beiden wieder einholen würde, war von vornherein klar anzunehmen. Ein lauter Gong hallte gut hörbar über ihre Köpfe hinweg. „Ich glaube damit ist unser kleiner Ausflug vorbei“, ein wehleidiger Unterton lag in seiner Stimme. Also hatte der alte Yamamoto doch eine Versammlung einberufen, so war das Problem mit den Ryokas doch ernster zu nehmen als vorher angenommen. Wie immer musste Jushiro abwarten und Tee trinken, wahrhaftig. Schließlich war er noch immer vom Kommandantendienst befreit, bis er von Retsu das Einverständnis bekam wieder stabil genug zu sein. „Mach dich lieber auf den Weg, wenigstens einer von uns beiden sollte daran Teilnehmen“, wie das lösen aus einer graziösen Yoga-Figur setzte der Weißhaarige sich auf und legte die Hände in den Schoß während er den Blick sanft auf seinem Freund ruhen ließ. Sorgen standen ihm gar nicht gut, er mochte lieber wenn er beherzt lachte und wie der alte Bär, der nun einmal war versuchte mit positiven Gedanken heranzugehen. Darin ähnelten sie sich. Nur das Kyouraku seine Sorgen nicht mit lächeln verbergen konnte, worin Jushiro schon geübt war. Wie gern hätte er ihn jetzt einfach in seine Hütte entführt und die Pflichten außer Acht gelassen, nur diese Gedanken konnte Kyouraku bei ihm auslösen. Sonst würde er sich wohl um jegliche Arbeit prügeln, wenn es das zulassen würde.
    • Shunsui Kyouraku

      Der laute Gongschlag kam deutlich ungelegen. Noch bis vor wenigen Sekunden waren sie der Realität zumindest ein wenig entflohen und hatten sich mit alten Erinnerungen und neuen Plänen zumindest ein wenig ablenken können, doch diese schöne Atmosphäre war nun dahin und würde sicher nicht mehr allzu schnell wiederkehren, denn egal wie sehr er sich wünschte bleiben zu können, war das dennoch keine Option. Ukitake hatte Recht, er musste bei dieser Versammlung erscheinen, auch wenn er noch längst nicht genug Zeit mit ihm verbracht hatte und ihn noch immer diese Ruhelosigkeit plagte, doch endlich mit der Sprache herauszurücken. Er konnte eben wirklich nicht gut Geheimnisse vor ihm bewahren. So gut das auch all die Jahre zuvor geklappt hatte, nun war das Thema angesprochen worden und seine Gedanken waren völlig durcheinander. Es würde ihre Situation sicher in keiner Weise verbessern, doch waeum aufhören wenn es am schönsten ist? Nein... Das war ganz sicher nicht die Einstellung mit der er an diese Sache herangehen sollte. Stattdessen riss er sich lieber noch einmal zusammen, ehe er sich träge erhob und seinen Hut wieder aufsetzte. Er wollte wirklich nicht gern gehen, doch seine Anwesenheit war sicher entscheidend. Wer wusste schon zu was sich der alte Yamamoto sonst von den Jungspunden überreden ließ. Außerdem könnte er Ukitake dann gleich alles aus erster Hand erzählen. Selbst wenn seine Männer überall waren, würden sie gewiss nicht die Beratung der Kommandanten mit anhören und er gehörte jetzt sowieso schon zu diesem Verschwörungskomplott, also was solls...
      ,,Ich komme wieder, also denk gar nicht daran die ganzen Süßigkeiten in deinen Taschen allein zu essen. Ich will auch welche und du sollst gesund werden, damit ich mir diese Versammlungen nicht mehr allein antun muss. Jetzt muss ich wirklich die ganze Zeit zuhören.“, stellte er theatralisch und überspitzt klar, denn auch wenn er manchmal wirklich taktlos sein konnte, wusste er es besser als in der Anwesenheit seines alten Meisters ein Nickerchen zu machen. Trotzdem hieß das noch lange nicht, dass er auch wirklich die gabze Zeit aufmerksam zuhörte. Manchmal musste er einfach in irgendwelche Gedanken abschweifen, doch zumindest heute würde er versuchen es nicht soweit kommen zu lassen. Auch wenn er nach diesem Gespräch wirklich genug Denkmaterial hatte und sicherlich so einige Szenarien zwischen sich und Ukitake durchspielen könnte. Das würde schlussendlich zwar nichts bringen, sondern höchstens seine Unsicherheit noch verstärken, aber darauf legte man in solchen Situationen wohl selten noch wert.
      ,,Übernimm dich währenddessen bitte nicht.“, fügte er noch hinzu, auch wenn es ziemlich unnötig gewesen war. Ukitake wusste das doch schon längst und er klang dadurch nur wie eine besorgte Ehefrau. Allen Grund dazu hatte er zwar, doch sie waren Freunde, also war er noch ein ganzes Stück von der Bezeichnung 'Ehefrau' entfernt. Außerdem qualifizierte ihn neben seiner Besorgnis nichts als solche. Er ließ den Gedanken also lieber schnell wieder fallen, um sich stattdessen endgültig zu verabschieden. Wer wusste schließlich wie lange sie sich beraten oder wohl eher streiten würden. Jeder würde dieses Thema anders auffassen, also könnte es sich wirklich wie zäher Kaugummi ziehen und darauf freute er sich nicht gerade. Von Nanao loskommen war eine Sache, sie war das schließlich bereits gewöhnt, aber von seinen eigentlichen Pflichten konnte er sich nicht einmal ansatzweise so schnell und gut lösen. Da musste er also durch, ob er wollte oder nicht spielte keine Rolle. ,,Dann werde ich mir wohl mal anhören was sich schon so ergeben hat.“, leitete er schlussendlich seine endgültige Verabschiedung ein und war dann auch mit einem letzten, kurzen Lächeln verschwunden bevor er es sich doch noch anders überlegte und lieber blieb. Das wäre zwar unmöglich, aber vielleicht würde er doch irgendwie seinen Willen bekommen.
      Wie zu erwarten dauerte das ganze Prozedere wirklich eine halbe Ewigkeit, weil jeder anderer Meinung war und die Tatsache, dass Nanao ihn schlussendlich auch noch abpasste, machte das ganze nicht sonderlich besser. Sie wusste eben wo sie ihn in die Finger bekommen konnte und eigentlich hätte er damit rechnen müssen, aber manchmal kamen solche Dinge eben auch unerwartet. Jetzt hatte er zumindest alles an Arbeit nachgeholt was für heute noch angestanden hätte und konnte sich ohne schlechtes Gewissen zurücklehnen. Dafür dämmerte es aber auch schon fast und er war sich ziemlich sicher Ukitake nicht mehr am Seeufer anzutreffen. Stattdessen machte er sich gleich auf den Weg zu seinem Haus um ihm die neuen Festlegungen mitzuteilen, die sie jedoch noch nicht wirklich betrafen. Die momentane Strategie hieß wohl eher abwarten und Tee trinken und sie waren mehr so etwas wie die Spezialeinheit, falls sich die Ryoka wirklich als stärker als erwartet erweisen sollten. Bis dahin konnten sie sich erst einmal zurücklehnen und das klang wirklich erst einmal nicht schlecht. Auch wenn man das alles sicher schneller hätte besprechen können. Es war nicht seine Aufgabe Kritik zu üben. Er wollte einfach nur noch einmal sichergehen, dass Ukitake seinen Rat wirklich befolgt und nicht in einem Anflug von Selbstzweifeln doch sämtliche Süßspeisen aufgegessen hatte. Nicht dass er ihm das zutraute, doch welchen anderen Grund sollte er nennen aus dem er schon wieder hier war?
      "My heart goes out with this one." - "Don’t worry. I promise I will return your heart to you."

      The Dragon Prince - Ethari & Runaan
    • Es fiel Kyouraku sichtlich schwer das ruhige Seeufer zu verlassen und ihn einfach alleine hier sitzenzulassen. Doch er hatte ganz recht, irgendjemand musste ja mit gespitzten Ohren zuhören und eine Katastrophe der jungen abwenden, falls es zu einer Krise kommen sollte. Auch Ukitake mochte die Versammlungen nicht allzu gern, was daran lag, das sich irgendjemand aufregte, die Hälfte einfach nur Träumte oder schwieg und einer danach Grundlos die Fassung verlor sodass Yamamoto die Versammlung schlagartig auflöste. Das war der übliche Wertegang. Natürlich waren diese Besprechungen wichtig, dagegen war nichts zu sagen, sie waren sogar als so wichtig zu betrachten das die Vize oftmals ein Inoffizielles treffen in dieser Zeit abhielten, ob aus Neid oder Spaß, hatte Ukitake noch nie verstanden.
      Sein bester Freund war aus seinem Blickfeld verschwunden und es wurde plötzlich noch ruhiger, eine fast schon erdrückende Stille breitete sich aus, sodass sich ein seufzen über seine Lippen quälte und er noch einmal auf die Wasseroberfläche sah. Er hatte das Gefühl das eine Wand zwischen ihnen war, sie war durchsichtig, warm und sehr dünn, dennoch war sie da. Ukitake war sich sicher, diese Wand war früher noch nicht dort gewesen und er war unsicher was er dagegen tun sollte. Abwarten, das tat er genug. Als er noch eine Weile am Ufer saß, erhob er sich und strich seine Kleidung gerade. Das er nicht all den Süßkram alleine essen sollte war ihm bewusst und all den Kram zu horten lag ebenfalls nicht in seinem Interesse. Alle waren beschäftigt und Jushiro fühlte sich noch immer ziemlich gut. Weshalb er sein vorhaben von vorhin in die Tat umsetzten wollten, davon abgesehen das sein Rücken immer noch nach Bewegung schrie. Alle Kommandanten waren bei der Versammlung und die meisten Shinigamis waren damit beschäftigt ihren täglichen Arbeiten nachzugehen, also konnte er ohne große Müh, der kleinen Yachiru die Süßigkeiten bringen. Ohne in große Schwierigkeiten zu geraten, traf er nicht mal auf die beiden Offiziere sondern fiel direkt der kleinen Rosahaarigen am Tor in die Arme, welche einfach dort saß und sehnsüchtig auf Kenpachi wartete. Sie strahlte über beide Backen als der Weißhaarige ihr den Sack Süßigkeiten übergab und begann wie wild zu futtern. Sie meinte das würde ihr das warten erträglicher gestalten.
      Als er seine Flucht vom Gelände abgeschlossen hatte, suchte er sich durch Schleichwege seinen weg zurück zu seiner Einheit. Die Versammlung musste längst beendet sein und er schaffte es gerade zurück aufs Gelände als ihm Kiyone und Sentaro entgegen kamen mit sehr empörter Miene. „Ukitake! Sie sollten sich doch schonen! Frau Unohana kommt erst Morgen zur Durchsicht vorbei“, meinte Sentaro mit erhobenen Finger. „Wie kannst du nur unserem Kommandanten gegenüber solch einen Ton anschlagen?“, entgegnete Kiyone. Damit war das zu beginn ordentliche Gespräch besiegelt und beide verfielen wie immer in ein haltloses Streitgespräch über das Verhalten des jeweils anderen. Jushiro lächelte nur müde darüber. Wie oft er sich das anhören musste, schlichtete und zu seinen täglichen Dingen zurückkehrte. Er hörte das Geplänkel schon gar nicht mehr, ging einfach an den beiden vorbei auf direkten Weg zu seinem Haus. Das Wasser hatte sich durch die Dämmerung rot verfärbt und eine kühle Brise verwandelte das ganze in einen wunderschönen Sommerabend.
      In seinem Haus angekommen, entledigte er sich seiner Kommandantenkluft. Obwohl er nicht im offiziellen Dienst war, trug er sie dennoch, einfach aus Gewohnheit und Bereitschaft. Er hatte sich angewöhnt trotzdem Einsatzbereit zu sein. Er tauschte Hakama und Haori gegen eine Art Yukata in schlichtem schwarz mit weißen Streifen. Gerade als er die Schublade schloss, klopfte es an der Tür. Sentaro brachte eine frische Schale Wasser sowie frischen Tee und Handtücher. „Ich danke dir...“, meinte Jushiro knapp und damit verschwand sein Offizier.
      Als er so allein in seiner Hütte stand, vor seiner Teekanne und sich wie jeden Abend eine Tasse Jasmintee eingoss, kam ihm wieder das Bild vom Seeufer in den Sinn. Die Unsichtbare Wand. Wie war er nur auf diesen Begriff gekommen. Spontan war hierfür sicherlich der falsche Name. Wann hatte er selber eigentlich angefangen die Freundschaft zu überdenken? Die Zeit war in der Soul Society eine sehr relative Sache, weshalb es bestimmt schon ein Jahrzehnt her sein musste. Er konnte sich nicht mehr klar daran erinnern. Es waren mehrere, kleine, ausschlaggebende Situationen die ihn aus der Fassung brachten und Dinge in seinem Kopf auslösten die zuvor noch keiner zuvor auslöste. Und dann war da noch dieses Liebesgeständnis, unter Einfluss des lieblichen Alkohols. Er versuchte sich krampfhaft daran zu erinnern, wie es früher war, als er ihm aus Versehen über den Handrücken gestrichen hatte, ihn festgehalten hatte oder sie sich ein Futon geteilt hatten. Genau diese Dinge fühlten sich jetzt anders an. Als Verzehre sich sein Körper unanständig nach mehr. Als Dränge er ihn regelrecht dazu, diesen Gefühlen auf den Grund zu gehen. Wieder entwich Jushiro ein seufzen. Er sah auf seinen Tee und schwelgte in Erinnerungen als ihn plötzlich wie ein Pfeil, die Gegenwart einholte. Seine Brust zog sich zusammen und als hätte er einen stumpfen Gegenstand auf den Hinterkopf bekommen krümmte er sich leicht nach vorn, hielt sich schützend die Hand vor den Mund. Rotes Blut tropfte auf die Dielen welches sich seinen Weg zwischen seinen Fingern hindurch bahnte.
    • Shunsui Kyouraku

      Er konnte sich noch gut an den Tag erinnern als er Ukitake auf der Akademie kennengelernt hatte und auch ansonsten waren ihm die meisten Augenblicke zusammen mehr als nur klar im Gedächtnis geblieben. Zeit war ein relativer Begriff und natürlich waren sie nicht mehr so detailreich und ausgeschmückt wie am Anfang, doch diese Erinnerungen waren immer noch vorhanden. Lediglich der Moment in dem er sich in ihn verliebt hatte wollte ihm beim besten Willen nicht ins Gedächtnis zurückkehren. Er wusste auch nicht woran das lag, doch egal wie sehr er sich bemühte es klappte einfach nicht. Wenn er sich zurückerinnerte konnte er immer von ihm behaupten, dass er irgendwie attraktiv und wunderschön gewesen war, doch das waren seine jetzigen, subjektiven Eindrücke, die für damals sicher nicht zutrafen. Es musste wohl einfach irgendwie passiert sein. Er wusste auch nicht... Mit der Zeit musste sich etwas zwischen ihnen verändert haben. Vermutlich war es seine Sichtweise auf die Situation gewesen. Oder er hatte endlich erkannt, dass diese Freundschaft immer nur Fassade gewesen war. Egal woran es lag, er konnte es nun nicht mehr ändern. Es war Tatsache, dass er sich den schönsten und vermutlich unspraktischsten Mann der gesamten Soul Society zum Verlieben ausgesucht hatte, doch wenn er könnte würde er es gewiss wieder tun. Ukitake war diese Strapazen wirklich wert, selbst wenn das zwischen ihnen nie etwas werden sollte, erfüllte es dennoch sein Herz und machte ihn mehr als nur glücklich. Es war anders als es bei besten Freunden der Fall wäre, doch ganz sicher nicht schlechter. Wenn überhaupt fühlte er sich dadurch nur besser, auch wenn er nicht daran glaubte seine Gefühle irgendwann erwidert zu bekommen. Er sollte sich mit dieser Einseitigkeit wohl einfach abfinden und versuchen so lange wie möglich dieses Geheimnis zu wahren, auch wenn es nur um ihrer Freundschaft willen war.
      Er stand eine ganze Weile wartend vor der Tür und hoffte auf ein Zeichen, dass Ukitake wirklich hier war. Er klopfte zwar, würde aber trotzdem auch ohne Antwort eintreten. Außerdem war er bereits so oft hier gewesen, das es keinen wirklichen Unterschied mehr machte. Er konnte dann auch genauso gut hier warten. Auch wenn es ihm nicht so ganzs behagen würde, sollte er noch nicht hier sein. Dann würden die Sorgen zurückkehren und er müsste sich mit dem malerischen Ausblick auf den See samt Sonnenuntergang beruhigen. Sollte er nicht hier sein, würde er sicher nur noch einen Spaziergang machen und gleich wieder da sein. Er war immerhin ein erwachsener Mann und selbst in angeschlagenem Zustand noch sehr gut dazu in der Lage sich zu verteidigen. Sowohl gegen die Ryokas als auch gegen unbekannte Bedrohungen innerhalb der Kommandantur. Er atmete also noch einmal kurz durch, ehe er die Hand hob und klopfte, nur um dann noch zwei, drei Sekunden zu warten bevor er wirklich ein trat.
      ,,Juushiro? Schläfst du schon wieder? Die Sonne ist noch nicht einmal untergegangen.“, fragte er amüsiert in die anscheinende Leere hinein während er sich die Schuhe an der Tür auszog. Sollte er wirklich schon schlafen wäre er zwar enttäuscht würde ihm dieses bisschen Ruhe aber trotzdem mehr als nur gönnen und dann einfach morgen noch einmal wiederkommen. Diese Informationen waren nun wirklich nicht ganz so wichtig, dass er ihn dafür unbedingt aufwecken musste. Doch entgegen seiner Erwartungen war das Haus weder leer, noch traf er Ukitake friedlich auf seinem Futon schlafend an. Nein... Es war um einiges schlimmer, denn als er in den Wohnbereich trat krümmte er sich bereits vor Schmerzen und schwer atmend auf dem Boden und wurde dabei immer wieder von Hustenanfällen durchgeschüttelt. Er hatte sich sich doch nicht überanstrengen sollen... Aber das passierte nun einmal wenn man die eigenen Kräfte sofort wieder überschätzte.
      So schnell wie es ihm nur möglich war begab er sich an die Seiteer seines Freundes um sich neben ihn zu knien und wie auch zuvor schon behutsam über seinen Rücken zu streichen. Das lenkte hoffentlich von den Schmerzen ab, denn auch wenn er keine Ahnung von medizinischer Versorgung hatte, hatte er das hier bereits oft genug mitgemacht um mittlerweile einen genauen Plan parat zu haben. Zu erst einmal mussten sie beide ruhig bleiben und Ukitakes Anfall abklingen. Danach konnten sie weitersehen und notfalls weitere Maßnahmen ergreifen und Unohana einschalten. Aber bis dahin fuhr er erst einmal mit dem fort was er immer tat um auch sich ein wenig zu beruhigen, denn im Moment wirkte Ukitake noch viel blasser und gebrechlicher als sonst und das bereitete ihm doch immer wieder Bedenken. Bedenken, die er irgendwie los werden musste. ,,Ich bin da, Juushiro.“, versicherte er ihm leise, weil es seine größte Sorge war seinen Freund im Stich zu lassen. Das wollte er sich gar nicht erst vorstellen und wenn er es verhindern konnte, würde er es auch nie soweit kommen lassen.
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    • Vom einen zum anderen Moment wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Noch vor zwei Minuten war alles in bester Ordnung. Er hatte sich den ganzen Tag gut gefühlt, es gab keinerlei Anzeichen das gerade jetzt solch ein Rückschlag auf ihn wartete. Er hasste es, diesen Geschmack von Blut, dieses röcheln und die ständige Atemnot. Seine Brust tat furchtbar weh, er sackte auf den Dielen zusammen und versuchte sich mit den Armen abzufangen. Seine Glieder zitterten. Er verfluchte diese Krankheit für jeglichen dieser Anfälle. Das Kyouraku gerade von der Versammlung zurückgekehrt war, bemerkte der Weißhaarige gar nicht. Sein Blick war starr auf die Blutlache gerichtet. Seine Atmung geriet ins stocken als sich zwei Arme um ihn legten und sanft über den Rücken strichen. Nur langsam begann sich ein wenig Luft durch seine Lungen zu pressen.
      Obwohl der Anfall nicht lange dauerte, fühlte es sich für Jushiro wie eine Ewigkeit an. Das röcheln ließ nach und langsam konnte er sich wieder ein wenig bewegen. Erst jetzt realisierte er richtig, das Shunsui gekommen war und ihn die ganze Zeit gehalten hatte. Schweiß lief ihm über die Stirn und sein weißes Haar war ihm Strähnig ins Gesicht gefallen. Es war ihm unangenehm so hilflos zu sein, doch wie oft waren sie schon in solch einer Situation? Oft genug. Zumal die Anfälle zwar jedes Mal anders verliefen, konnte man nicht viel dagegen tun als abzuwarten bis die Atemnot nachließ und hoffen das Jushiro nicht das Bewusstsein verlor und Fieber bekam. Als der Anfall nachließ, schien jedoch kein Fieber zu folgen. Ohne es böse zu meinen hievte er sich von seinem Freund weg um sich auf sein Futon zu setzen. Seine Augen waren glasig, er fühlte sich furchtbar erschöpft und strich sich die Haare aus dem Gesicht. Er sah die Sorge im Gesicht seines Freundes. Was kein Wunder war, schließlich musste er ein weiteres Mal mit ansehen wie er sich am Boden quälte und kaum Luft bekam. Er selber war daran gewöhnt, natürlich hegte er einen tiefen Groll dagegen, jedoch ärgerte ihn viel mehr der Gedanke das sich Shunsui so sehr sorgen machen musste. Er hatte sich doch gar nicht überanstrengt. Es hatte weder gekämpft noch Trainiert noch sonstige Aktivitäten vorgenommen. Jetzt würde er wohl nicht mal mehr spazieren gehen können. Er war verdammt dazu irgendwann senil vom Dienst suspendiert zu werden. Irgendwann würde der Tag sicherlich kommen an dem er seiner Arbeit gar nicht mehr nachkommen könne.
      Seine Lippen formten lautlos Worte. Bis sich seine Gedanken wieder geordnet hatten dauerte es noch einen Moment. „Das kam unerwartet“, sagte er fast schon witzelnd. Seine Brust hob und senkte sich kräftig. Im Gegensatz zur Atemnot, fühlte es sich jedes mal wundervoll an wieder ordentlich Luft holen zu können. Er erwartete nun eigentlich eine übliche Standpauke, die nur lieb gemeint wäre. Er solle sich schonen und den ganzen Quatsch. Doch wie sehr solle er sich eigentlich noch schonen? Er tat doch schon nichts, der Inbegriff von nichts war in diesem Haus zu sitzen und zu darauf zu warten das aus heiterem Himmel ein Pfeil seinen Rücken traf und ihn Blut spucken ließ.
      Sein Blick schweifte wieder auf den Holzboden. Der dunkle, blutige Auswurf hatte sog sich langsam aber sicher im Holz fest. Es gab Tage da würde er liebsten den ganzen Boden mit Bleichmittel überschütten. Nur weil er den Eisenhaltigen Geruch nicht mehr aus der Nase bekam. Egal wie sehr er sich auch verletzten, wie tief seine Wunden auch waren, den Geschmack zu ertragen war wie ein endloser Albtraum. Er zog plötzlich seine Beine an seinen Körper, Der Yukata war ihm von der Schulter gerutscht und entblößte seinen zitternden Oberkörper. Fest krallte er seine Hände ins Haar und versteckte sein Gesicht dahinter, als wolle er nicht das Shunsui ihn weiterhin so ansah. Es gab eine Zeit wo er seinen Körper noch verstand, er Zeichen gab, Warnungen zeigte und Jushiro einfach besser damit umgehen konnte. Doch diese Zeiten waren lange vorbei. Alles kam und ging, wie ein kleiner Dämon der regelmäßig an der Tür klopfte um seine Welt einmal völlig auf den Kopf zu stellen. Er hatte die Hoffnung nicht verloren, sein Lebenswille war so stark wie nie zuvor, jedoch machte es das ganze nicht einfacher auch an dieser Hoffnung festzuhalten und nach vorn zu blicken.