빛이 나는 SOLO (MAI&LU)

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    • 빛이 나는 SOLO (MAI&LU)


      빛이 나는 SOLO


      [Bridge]
      만남 설렘 감동 뒤엔
      이별 눈물 후회 그리움
      홀로인 게 좋아 난 나다워야 하니까
      자유로운 바람처럼
      구름 위에 별들처럼
      멀리 가고 싶어 밝게 빛나고 싶어

      [Outro]
      Now I'm goin' slow-mo
      빛이 나는 솔로


      In a relationship with: @Shizuka <3

      Genre: Kpop, post-breakup, romance, 16+

      Plot: folgt.



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      C H A P T E R (1.) - Introduction





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    • C H A P T E R (1.) - Introduction

      Was hatte ihn nochmal geritten hierher zu kommen, sich einen Vortrag über Ruhm, Ansehen, Berühmtheit und Geld anzuhören um anschließend einen Vertrag zu unterschreiben der das Ende seines früheren Lebens besiegelt hatte, um schlussendlich hier zu laden? Richtig - die Lage seiner Familie, vor allem aber sein Stolz. Sein scheiß Stolz war ihm schon immer im Weg gewesen...
      Misstrauisch sah er sich in dem Raum um. Neugierige und teilweise feindselige Augenpaare waren auf ihn gerichtet. Joon-Tae war keine Person die sich leicht einschüchtern ließ, oder die gleich ins Schwitzen geriet wenn er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit war. Aber er musste gestehen, dass ihn diese Vorstellungsrunde nervös machte. Definitiv zu viele Streber hier - befand er und hob langsam seine Hand zum Gruß, nachdem sein Betreuer fertig mit dessen Floskel war und das Wort an Joon-Tae weitergab.
      "Hi, mein Name ist Kang Joon-Tae. 20 Jahre alt. Aus Itaewon, Seoul." Er machte eine kurze Pause, sein Blick schweifte noch einmal durch die Menge. Die Minen seiner neuen Mitbewohner, Freunde, Feinde und Kontrahenten blieben weiterhin misstrauisch. Einige wenige lächelten freundlich - wahrscheinlich musste er sich genau vor diesen in Acht nehmen. "Freut mich euch alle kennenzulernen! Auf eine gute Zusammenarbeit!" fuhr er fort und verbeugte sich vor der Gruppe, in der Hoffnung so schnell wie möglich einfach in der Menge zu verschwinden. Es gab ab jetzt kein Zurück mehr für ihn, wie auch immer die Menschen hier sein würden. Er hatte sich vertraglich verpflichtet hier zu sein. Das schlimme daran war, dass auch seine Familie davon wusste. Lieber würde er sterben bevor er sich die Blöße gab aufzugeben und mit nichts heimzukehren. Er würde sich mit Sicherheit nicht die Predigt seines großen Bruders anhören, oder die beschwichtigenden Versuche seiner Mutter seinen Bruder zur Nachsicht zu bewegen. "Ich habe es dir doch gesagt, du solltest was richtiges lernen statt deine Zeit zu vergeuden! Wie egoistisch du doch bist." Genau das würde der Ältere der Kangs anfangen, das konnte sich Joon-Tea bildlich vorstellen. Kaum merklich schüttelte er sich um den Gedanken zu verscheuchen und schaute wieder nach vorn, in die Gesichter seiner neuen Familie. Temporär versteht sich.
      Sein Blick verfing sich im Gesicht eines Mädchens mit vom Training leicht geröteten Wangen. Sie schien zwar nicht begeistert von noch mehr Konkurrenz zu sein, dennoch hatte sie etwas beruhigendes an sich. Selbstbewusst - das würde sie wahrscheinlich mit einem Wort beschreiben. Ruhig und unbeirrt hatte sie ihn gemustert. Leben und leben lassen - schoss es ihm durch den Kopf und unwillkürlich lächelte er in ihre Richtung.
      Ein Chor an Willkommensgrüßen schallte durch die Trainingshalle und geklatscht wurde auch. Joon-Tae verbeugte sich ein weiteres mal lächelnd und folgte der Anweisung seines Betreuers sich zu den anderen zu gesellen. "Do-Hun." rief der Organisator zu einem der Trainees. "Joon-Tae wird bei euch unterkommen. Kümmere dich bitte um alles nach dem Training." Er nickte Do-Hun zu, bevor er wieder ging. Ein Mann, kaum älter als Joon-Tae selbst ging auf ihn zu und legte ihm freundschaftlich eine Hand auf die Schulter. Do-Huns Lächeln war ansteckend, so strahlend war es. "Willkommen Mann, schön das du da bist. Endlich ist das Zimmer voll." Er grinste und streckte seine Faust aus. Noch etwas irritiert schlug der Schwarzhaarige mit seiner eigenen Faust, gegen die seines neuen Zimmerkameraden. Kaum dass er das getan hatte, schien das Eis gebrochen zu sein und einige andere kamen ebenfalls auf ihn zu. Einige Worte wurden ausgetauscht ehe der Lehrer in die Hände klatschte. "Also Mädels und Jungs - ihr werdet später noch Zeit haben euch kennenzulernen. Aber wir werden nicht fürs Kennenlernen bezahlt! Lasst uns loslegen!" Der Mann mittleren Alters drehte sich souveräner Eleganz, dem Spiegel zugewandt, um. Ein Tanzlehrer, das bemerkte der Neue sofort an der Art seiner Bewegungen. "Kang Joon.Tae, sieh erst einmal von der Bank aus zu." Wies der Lehrer ihn an, doch daran dachte der Angesprochene gar nicht. Er blieb in der vordersten Reihe und grinste herausfordernd. Er wollte keinen Welpen-Status, sonst hätte er auch einfach zu Hause bleiben können. "Schon in Ordnung. Ich werde klar kommen." Eine Braue leicht hebend warf der Trainer ihm einen missbilligend Blick zu. Zuckte allerdings nur mit den Schultern und machte sich locker für die nächste Übung und drückte auf die Fernbedienung. Musik schallte aus den Bose-Lautsprechern und die Gruppe machte sich bereit die Bewegungen des Lehrers nachzuahmen.

      So intensiv und lange hatte er in seinem Leben noch nicht getanzt. Vor dieser verrückten Idee zu LM Entertainment zu gehen, tanzte er nur, weil es Spaß machte. Doch jetzt spürte er deutlich, dass das hier richtige Arbeit war. So würde er, wenn alles glatt lief, Geld verdienen. Richtiges Geld, nicht ein paar Won auf der Straße die er sich mit seinen Kumpels teilte oder direkt auf den Kopf haute... Dennoch, er konnte nicht behaupten, dass es ihm nicht ein wenig Spaß machte - auch wenn er jetzt schon wusste, dass er am nächsten Tag einen bösen Muskelkater haben würde.

      Später fand Joon-Tae heraus, dass es ab und zu kleinere Competitions zwischen den Zimmern gab. Do-Huns Zimmer war vor seinem eintreffen unterbesetzt und daher oft den anderen gegenüber unterlegen. Dementsprechend froh waren seine fünf Zimmergenossen über die Verstärkung und nahmen ihn wie einen alten Freund bei sich auf. Alles im Allem ein guter Start ins Showbiz.
    • So-min wusste nie so recht, wie ihr geschieht, wenn die Musik zu laufen begann. Sie liebte das Tanzen - es war die einzige Zeit des Tages, in der sie keinen Platz in ihrem Kopf schaffen musste, um Dinge zu analysieren, die sie entweder richtig oder falsch gemacht hatte. Sie ließ ihrem Körper einfach freien Lauf. Es glich beinahe einer speziellen Therapie, die scheinbar nur auf sie anwendbar war, denn immer, wenn die Musik aussetzte, ließen sich die meisten auf den Boden fallen, oder Stöhnten mindestens angestrengt auf. Natürlich sah man auch ihr die Erschöpfung an, aber groß etwas von der ermüdenden Choreografie spürte sie während der Bewegungen nicht. Erst am Abend holten sie meistens die Schmerzen wieder ein. Man könnte meinen, nach all den Jahren der Bewegung, sollten ihre Glieder immun gegen Muskelkater sein - leider wurde sie jedoch, nach jedem Training daran erinnert, dass auch sie nur ein ganz normaler Mensch war.
      Noch einen Ticken leichter als das Tanzen, fiel ihr das Singen. Bisher hatte sie Sicht noch nicht dafür entschieden, auf welchen Stil sie sich spezialisieren wollte, ob nun auf das rappen, oder die Vocals - denn beides sprach das junge Mädchen an. Bisher wurde sie auch, im Gegensatz zu den anderen Trainees, noch nichts untergeordnet. Insgeheim hoffte sie darauf, das der Grund dafür der war, dass sie nicht nur für das eine, sondern auch für das andere passabel wäre und deshalb keine Entscheidung der Coaches getroffen wurde. Wenn ihre Mit- Trainierenden diesen Gedanken erwähnten, streite sie ihn immer bescheiden ab. Sie mochte keine Streitereien - man liebsten war ihr eine Gruppe, ein friedliches Miteinander verkörperte. Es würde unnötigen Stress verursachen, wenn untereinander Gerüchten entstehen würden. Natürlich lebten sie alle unter dem selben Dach, welches sich LM Entertainment nannte, dennoch vergaß niemand die Tatsache, das sie am Ende des Tages, zu aller erst Kontrahenten waren. Jeder von ihnen wollte so die schnell wie möglich debutieren, um ein ganz großer Star in der Showbiz Szene zu werden. So-min war da natürlich nicht anderes. Wie gerne würde sie z.B G-Dragon ihren Namen sagen hören - wenn irgendwann dieser Tag kommen sollte, wusste sie, dass sie es endlich geschafft hatte ..und, dass sie nun in Frieden sterben konnte. Because, Hello, GD.

      Sie wurden zusammengerufen - meist hieß das für die, die sich hier bereits eingelebt hatten, dass ein Neuankömmling sich in die relativ große Runde dazu Gesellen wollte. Persönlich hatte die Dunkelhaarige kein problem mit neuen Gesichtern. Die meisten sahen die Frischlinge jedoch vorerst als Feinde an - allein bei dem Gedanken, konnte So-min nicht anders als die Augen zu verdrehte. Vor allem die Jungs benahmen sich, als würde sich Neuzugang an ihrem Futter vergreifen wollen. Wie Tiere. Es waren nicht nur die männlichen Kollegen, die sich schräg benahmen. Einige wenige unter den Mädchen, ließen sich so von Zuwachs verunsichern, dass Nachts des Öfteren so viel Zeit mit aufmunternden Worten und Umarmungen verschwendet wurde, dass es ihr nach fast zwei Jahren in dieser Branche aus den Ohren kam. Ihr Tipp war immer, dass man einfach nur besser sein musste. Besser brachte einen immer weiter. Besser sein und natürlich Selbstvertrauen. Es gab auch Tage, an denen sie alles hinschmeißen wollte. Einfach nur in ihrem Bett liegen und weinen, aber diese Phasen legten sich bei ihr zum Glück recht schnell.

      Ohne es bewusst zu steuern, folgten ihre Augen der Quelle, von der die Stimme ausging, mit der sich vorgestellt wurde. Kurz betrachtete sie ihn - scheinbar hatte er schnell ihren Blick bemerkt, denn sie teilten einen flüchtigen, neugierigen Austausch. Es war ihr egal. Er würde auch nur einer von vielen werden - obwohl sie zugeben musste, dass er ganz süß war .. und ein bisschen heiß- aber wirklich nur ein bisschen. Wahrscheinlich gehörte er zu denjenigen unter ihnen, der aufgrund seines Aussehens entdeckt wurde. Typisch. Sie hatte sich gefühlt durch eine Million Finalisten schlagen müssen, um die Audition zu gewinnen und andere .. andere hatten einfach nur Glück. Sie warf ihm keinesfalls vor, kein Talent zu haben - aber um seinen Respekt hier zu verdienen, musste man erstmal zeigen, was man drauf hatte.

      Es ging weiter. Viel Zeit für ein großes Kennenlernen blieb nie. Dafür war, laut der Trainer, genug Zeit, wenn sie zurück in ihren Dorms angekommen waren - eine Lüge. Egal. Wieder ging die Musik an. Der Neue stellte sich ebenfalls mit in die Reihen. Da traute sich jemand aber wirklich einiges zu. Tanzen war hier nicht einfach nur tanzen - manchmal war es wie, als würde man die Hölle betreten. So viel Mut wie er hatte, konnte man es ihr ja wohl kaum verübeln, dass ihre Augen während der Choreo einen Weg zu ihm gefunden hatten. Es war reines Interesse an seinem können. Mehr nicht. Das redete sie sich jedenfalls ein. Der Kerl, der sie aus dem Konzept bringen würde, war noch nicht geboren- .. was schwaffelte sie da. Sie wünschte sich, dass sie sich einreden könnte, dass es nur ein hübsches Gesicht war und mehr nicht, aber wie so oft, wurde sie genau dann enttäuscht, wenn sie es am wenigsten gebrauchen konnte. Danke für nichts. - Natürlich hatte er Talent. Anders hätte es nicht sein können. Er war talentiert und dafür, dass er die Schritte nur höchstens einmal hätte sehen können, schlug er sich besser als 50% in diesem Raum. Verdammt. Hier und jetzt sollte sie spätestens dafür sorgen, ihn aus ihrem Kopf zu verbannen - jedoch erweckte er eher ihr Interesse.

      Nach dem Training griff sie nach ihrer Trinkflasche und gönnte sich einige große Schlücke. Gott, wie lange war es her, seid dem sie das letzte mal getrunken hatte? Sie verdurstet quasi.
      Ich hab genau gesehen, wie du den Neuen beobachtet hast, Unnie“ - hörte So-min eine, ihr allbekannte, höhere Stimme hinter sich sagen. Sofort pustete sie aus Reflex das Wasser aus ihrem Mund und hustete gleich drauf, weil sie sich daran verschluckte. Auf die Knie gehend, spürte sie leichten Schläge gegen ihren Rücken „Was, bist du etwa verknallt?“ flüstere ihre jüngere Mitbewohnerin immer leiser werdend. Sofort lief das Mädchen rot an. Sie wurde sonst nie rot. Ihr war noch nicht einmal je etwas peinlich - oh man. „Verdammt nochmal, Oh Ha-ni, sei still - hast du den Wunsch, mich umzubringen?“. Die angesprochene kicherte nur. Argh wie gerne sie ihr dieses unschuldige Lächeln aus dem Gesicht wischen würde „Ich hasse dich“



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      C H A P T E R (2.) - Let me know you some more


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      Das Einleben gestaltete sich einfacher als Joon-Tae gedacht hatte. Klar, es gab Trainees mit denen er besser, schlechter und gar nicht zurecht kam. Aber das war normal bei so einer großen Truppe. Innerhalb dieses einen Monats in dem er hier schon war, lernte er gefühlt jeden Tag jemanden kennen. Er war noch immer der letzte der dazugestoßen war, und das machte ihn irgendwie zur Hauptattraktion. Insgeheim hoffte er auf einen weiteren Neuen, aber die Chancen standen schlecht, da alle Betten belegt waren. Es sei denn die Coaches und Leaders von LM Entertainment entschlossen sich dazu einige der Trainees in die nächst höhere Stage aufsteigen zu lassen. Aber noch, schien alles ruhig zu sein. Joon-Tae musste sich daher damit abfinden noch eine Weile der Neue zu sein.

      Zu Hause angerufen hatte er nur bei seiner Ankunft im Dorm getätigt. Zwar schrieb seine Mutter ihm täglich, aber er kam nie dazu wieder anzurufen. Viel zu beschäftigt war er. Etwa 14 Stunden täglich wurde trainiert. Der Rest waren kurze Pausen, Essen und Schlaf. Wobei ihm letzteres am wichtigsten war. Es blieb kaum Zeit irgendwie Freizeit zu haben. Ab und zu gab es ein paar Stunden "Auslauf" wie er es liebevoll nannte. Denn mehr war es auch nicht. Immerhin konnte man dann mal etwas anderes sehen außer die grauen und teilweise verspiegelten Trainingsräume und minimalistischen Zimmer der Dorms. Meistens besorgte er sich was anständiges zu Essen, denn wie auch immer die Gerichte in der Kantine auch angepriesen wurden, hervorragend war etwas anderes.

      "Dankeschön." sagte er lächelnd und hob sein Tablett von der Theke. Allgegenwärtiges Kimchi, eine Schüssel Reis, klare Gemüsesuppe, gekochtes Gemüse und etwas Fisch. Seufzend betrachtete er sein Tablett kurz und stellte sich wieder die Frage ob er wirklich so dick war, dass man ihn mit diesem bisschen abspeisen musste. Immerhin konnte man soviel Reis bekommen wie man wollte, aber auf Dauer war das nicht wirklich befriedigend. Sein Blick wanderte wieder zu den Tischen, wo er kurz abscannte wo noch ein Plätzchen für frei war - nicht dass es zu wenige Plätze gab, aber er mochte es nicht alleine zu Essen - schmeckte einfach nicht. Er entdeckte seine Mitbewohner mit denen er wirklich sehr gut klar kam, aber sein Blick schweifte weiter durch die Menge und blieb an einen gemischten Tisch hängen, der nicht zu belegt war.
      Leicht abseits der anderen saß So-Min, die sich scheinbar nur halbherzig mit den anderen unterhielt.

      Joon-Tae hatte noch kein Wort mit ihr gewechselt, und hätte Do-Hun ihn nicht eines Abends darauf angesprochen, hätte er ihren Namen noch nicht einmal gekannt.

      Rückblende.

      "Hyung..." Es war etwas seltsam, dass Do-Hun, der schon seit 2 Jahren hier war ihn so ansprach, aber wahrscheinlich hatte Do-Hun Joon-Taes Profil gelesen.
      "Hm?" Do-Hun lag bereits auf dem Hochbett über ihm, das Licht war noch an, da Jinhoo noch immer nicht fertig mit Duschen war - wie immer.
      "Jung So-Min."
      Die Augen bereits geschlossen wartete der Ältere auf weitere Worte, doch es kamen keine. Schon etwas leicht genervt davon seinem Mitbewohner alles aus der Nase ziehen zu müssen, fragte er: "Wer ist das? Ich kann mir Namen schlecht merken." Vor allem wenn es sich um über 30 Namen handelte!
      Er hörte wie Do-Hun über ihm sich bewegte, seine Stimme drang jetzt auch etwas lauter zu ihm. Anscheinend beugte sich Do-Hun gerade von seinem Bett nach unten.
      "Jung So-Min." wiederholte Do-Hun, mit einer leichten Verwunderung. Wieder erklärte er sich nicht weiter und schien darauf zu warten eine Reaktion von Joon-Tae zu erhalten. Dieser öffnete seine Augen und wandte sich zu Do-Huns Gesicht, dass kopfüber vom Bett hing.
      "Do...!" murmelte er warnend. Ein erstaunter Ausdruck zeichnete sich auf der Mimik des Jüngeren ab, wurde aber gleich von einem Grinsen abgelöst.
      "Also hast du ihre Blicke gar nicht bemerkt." stellte Do-Hun fest und zog sich zurück auf seine Matratze. Joon-Tae zog die Brauen zusammen. Alle hatten ihn angestarrt, wie hätte er das nicht bemerken sollen? Auch jetzt nach zwei Wochen waren es noch viele Augenpaare die ihm folgten, wenn der den Raum betrat.
      "YA!" er kickte in die Matratze über ihm. "Stör mich nicht beim Schlafen wenn du mir nichts Neues zu sagen hast." schnaubte er und zog sich die Decke über den Kopf. Gelächter drang gedämpft an seine Ohren.
      "Do steht auf So-Min." kam es von Baek. "Deswegen ist ihm das gleich aufgefallen, ihn würdigt die Prinzessin nämlich keines Blickes." lachte Ki-Ha und fing sich wohl ein Kissen ein.
      "Halt deine Klappe, Ki-Ha!" Im gleichen Moment kam Jin-Hoo mit noch feuchten Haaren ins Zimmer. "Genauso wie Oh Ha-Ni, Kim Ji-Ae und Lee Mi-Ran." kommentierte dieser mit einem Schulterzucken. Das ganze Bett wackelte unter Do-Huns Bewegungen, wahrscheinlich wollte er auch Jin-Hoo eine verpassen. Joon-Tae linste aus seiner Decke und sah gerade wie Jin-Hoo auswich und sein Handtuch über seinen Kopf legte. Die beiden Enden hatte er in den Händen und zog sie straff.
      "Ha~ So-Min ist so wunderschön und cool~, Aber Ji-Ae ist so süß und lieb! Und Mi-Ran hat eine engelsgleiche Stimme." imitierte er anscheinend Do-Hun und kassierte eine Decke ins Gesicht.
      "Ruhig Blut Do." lachte Jin-Hoo und reichte Do-Hun die Decke. Weniger sanft war Ki-Ha mit dessen Kissen. Er musste Do-Hun getroffen haben, denn die anderen fingen wieder an schallend zu lachen.
      "Aber er hat recht. So-Min scheint ein Auge auf dich geworfen zu haben Tae." Joon-Tae wandte sich zu Yong-Ho, der ansonsten kaum etwas sagte und eher der ruhige Beobachter war. Dementsprechend große Augen machte der Angesprochene.

      Seitdem hielt Joon-Tae Ausschau nach einem Augenpaar, welche ihm öfter als sonst verfolgten. Es dauerte eine Weile bis er wusste wer So-Min eigentlich war, aber als er es herausfand fiel es ihm wie Schuppen von den Augen - Sie war das Mädchen mit dem selbstbewussten Auftreten. Prinzessin, richtig. So hatte Ki-Ha sie beschrieben, und es traf den Nagel auf den Kopf. Eine klassische Schönheit, elegant unabhängig und zielstrebig. Sie würde mit Sicherheit eine super Solokarriere hinlegen wenn man sie ließe.

      Rückblende Ende.

      "Hey-" begrüßte er sie. "Hier ist noch frei, oder?" ohne auf eine Antwort zu warten legte er sein Tablett neben So-Min ab und setzte sich. Ein breites Lächeln lag auf seinen Lippen und er hielt ihr die Hand hin. "Ich bin Kang Joon-Tae - der Neue. Aber das weißt du sicher schon."
      "Ich hab hier mit allen gesprochen, aber noch nicht mit dir. Ich hoffe du gehst mir nicht absichtlich aus dem weg." ein schiefes leicht verunsichertes Lächeln zog sich über seinen Mund. Er wusste wirklich nicht wie er sie einschätzen sollte. Denn als scheu oder schüchtern hätte er sie nicht beschrieben, aber der Schein konnte bekanntlich immer trügen. Oder aber, er war ihr so egal und alle anderen hatten sich ihre Blicke auf ihm nur eingebildet - inklusive ihm selbst. Aber um das herauszufinden musste er mit ihr sprechen. Daher hatte er kurzerhand die Initiative ergriffen und war statt zu den Jungs zu gehen, direkt zu ihr gegangen. Hier konnte sie ihm wenigstens nicht aus dem Weg gehen, oder würde sie einfach aufstehen und ihm einen Korb geben? Er konnte sich bereits Do-Huns schadenfrohes Gesicht vorstellen, wenn So-Min ihn hier einfach sitzenließ... Unwillkürlich musste er sich ein schiefes Grinsen verkneifen.

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    • Auch fast einen Monat spätere, zog Oh Ha-ni, eine ihrer Zimmergenossinen, die Jung immer noch mit ihrer Reaktion auf. So-min war auch vorher schon daran gewöhnt gewesen, dass diese sie gerne ärgerte - nicht nur mit der vergangen Tatsache, dass sie, auf die Frage hin, ob sie Interesse an dem Neuen hatte, rot angelaufen war, auch wurde sie von dieser, ohne das ein Grund dafür bestand, mit Unnie betitelt. Ha-ni war klein, hatte ein winziges Gesicht und kurzes, dunkles Haar mit Pony - Ja, sie sah aus wie frische 15, und das schon, seit sie sich kannten, aber trotzdem war es so, dass die beiden im selben Jahr geboren waren und demnach nur wenige Tage jünger war. Das die ältere dennoch immer gerufen wurde, als sei sie bereits 30 .. - innerlich konnte sie nur seufzen. Das war etwas, womit sie sich schnell hatte abfinden können - jedoch nicht, dass die Kurzhaarige ihr immer und immer wieder ins Ohr zischte, wenn Kang Joon-tae, dessen Name sich schnell in ihr Gehirn gebrannte hatte, auch nur in der Nähe war. Selbst ihre wogegen sogenannten Freunde, natürlich nur die engsten, ließen keinen Moment aus, um sie aufzuziehen. Womit hatte sie das verdient? - diesen Gedanken hatte sie einmal laut ausgesprochen und sofort hatte sie es bereut. Ihr wurde gesagt, dass man sonst nichts an ihr fand, womit man sie sticheln konnte und das man ihnen doch wenigstens diesen Spaß lassen solle. Gleich darauf hatte sie das Bedürfnis gehabt, sich zu entschuldigen. Wie absurd es im Nachhinein auch klang.

      So wie mit den meisten Witzen auch, verging auch dieser irgendwann, weil So-min nichts mehr auf Andeutungen erwiderte. Am Anfang hatte sie noch einiges mit sich mitmachen lassen - jetzt jedoch, drehte sie den Spieß einfach um und zahlte es der Gruppe von Mädchen manchmal sogar heim. Beim Tanzen zum Beispiel, hatte sie bei einem Ausfallschritt zur Seite, keine andere Möglichkeit gesehen, als Mi-ran, die in einer einbeinigen Yogaposition versuchte sich zu konzentrieren, anzustupsen, wodurch diese geradewegs mit dem Gesicht voran, auf Yong-hos Brustkorb traf. So-min hatte nicht darauf geachtet, welcher männliche Trainee nun auch zu ihrem Opfer wurde, aber nachdem sie Do-huns und Yoon-taes Zimmergenossen erkannt hatte, wusste sie, das sie ins Schwarze getroffen hatte. Yong-ho war einer der wenigen unter ihnen, der nicht einfach so etwas von sich gab - wenn er es tat, sprach er Tatsachen oder gab weise Ratschläge. Das Mädchen hatte genau in Mi-rans Augen erkennen können, wie viel lieber sie, in dem Moment, als sie ihn durch ihren Fall ebenfalls zu Boden gerissen hatte, tausend Tode gestorben wäre. Nach diesem Spektakel hatte sie über eine Woche nicht mehr mit So-min gesprochen. Allein bei dem Gedanken, kroch ihr ein Lachen den Hals hinauf, denn im Dorm angekommen, hatten sie das ganze nochmal aufgerollt - ihr Bauch tat immer noch weh, und wenn man genau hinschaute, hatte die Schamesröte das Gesicht der Blondine immer noch nicht verlassen. Wahrscheinlicher war es jedoch, dass man immer wieder, wenn die Jungs ihren Weg kreuzten und sie, wie aus Reflex den Kopf einzog, die jungen Frauen erneut daran erinnert wurden, was So-min ihr peinliches angetan hatte. Mittlerweile tat es ihr sogar leid. Im Gegensatz zu ihrer Freundin, hatte sich Yong-ho scheinbar nicht viel daraus gemacht - oder er war einfach ein besserer Schauspieler, als er vorgab. Seine Tanzkünste ließen einen das Gegenteil behaupten - dafür überzeugte sein Rap allemal. Sein Talente machte ihn, auf seine ganz eigene Art und weise, charmant. - nicht, dass sie ihn etwa attraktiv fand, oder etwas der gleichen, nur machte sich So-min viel aus dem Gedanken darüber, wieso bzw. wie einzelne Menschen es in das LM Entertainment geschafft hatten. Es war einfach interessant, dass sie alle so verschieden waren und dennoch ein Ziel teilten: zu debütieren.

      Die Koreanerin stocherte in ihrem Reis herum. Diese verhassten Kohlenhydrate, die zu jeder Mahlzeit serviert wurden. Wie viel lieber sie einem X-beliebigen Burgerladen einen Besuch abstatten würde. Gott, wie sehr sie Schokolade vermisste - und Haribo! Ja, vor allem Haribo. Unweigerlich füllte sich ihre Mundhöhle mit Speichel. Verdammt. Sie schluckte schwer und trank einen Schluck. Natürlich Wasser. Wasser hasste sie auch. Sie musste sich unbedingt auf andere Gedanken bringen, aber wie sollte sie? In ca. 5 Tagen war es wieder soweit. Sie würden sich, einer nach dem anderen aufreihen müssen und jeder wurde der Untersuchung unterzogen, die ebenfalls aufzeichnete, inwiefern sich ihr Gewicht und vor allem ihre Maße verändert hatten. Diese Zeit bereitete jedem Kopfschmerzen. Sie hatte keine Lust wieder auf Diät geschickt zu werden, denn es war die Hölle. Nein, selbst die Hölle war ein Spaziergang. Als sie hergekommen war, wo sie gesunde 55kg auf 1,66cm - nun, 5 Kilo schlanker und immer noch nörgelte man. Ihr Po sei zu groß - was zum teufel? an ihrem Hintern war doch kaum mehr was übrig. Außerdem mochte sie diesen. Gebauso wie er war. Am liebsten würde sie wieder schmollen. Wie konnte einer wohlgeformter Arsch ihr im Weg stehen? Das konnte doch nur ein schlechter Scherz sein.

      Unnie“ - riss Ha-ni sie aus dem Gedanken - dennoch machte die angesprochene keine Anstalten, um aufzusehen „Hm?“. Zwar merkte die Dunkelhaarige die immer stärker werdenden Unruhe am Tisch, machte sich aber nichts draus. Kinderschokobons und Lakritz schwirrten ihr im Kopf herum - demnach hatte sie sichtlich andere Probleme.
      Unnie, er kommt- .. er kommt in deine Richtung!“ hörte sie nun Ji-Aes raue Stimme sagen. Ging das schon wieder los. Genervt blickte sie minimal auf, gerade so weit, dass sie den Mädchen in die Gesichter schauen konnte. Hoffentlich kam die Nachricht, dass es ihr, verdammte scheiße nochmal, so fucking egal war, dass- ..

      Und schon im nächsten Moment, viel früher als ihr jemals lieb gewesen wäre, nahm eine allzu bekannte Gestalt neben ihr Platz, ohne, dass sie etwas dagegen hätte tun können. Sofort richtete sie sich auf und blinzelte in ein dunkles, fast schwarzes Augenpaar. Sie hasste ihr Leben. Er sprach viel zu schnell - oder vielleicht war es auch sie, die zu langsam das verarbeitete, was er von sich gab. Letzteres war wahrscheinlicher. Das einzige, was sie vorerst zustande brachte, war ein einfaches „Hm“ - gefolgt von einem „Ah“.
      Relativ kurz betrachtete sie sein Gesicht, bevor sich ihre Lippen spalteten, um etwas auf das gesagte zu erwidern. Jedoch spürte sie mehrere Augenpaare, die ihnen Löcher in den Rücken starrten, weshalb sie sich zu erst dafür entschied, diesen einen Blick zu schenken. Es war ein Gruppentisch voll Jungen - die meisten Gesichter erkannt sie schon nach der ersten Sekunden. Natürlich waren es Joon-taes Freunde - manche von ihnen zogen sofort den Kopf ein, Do-hun war einer von diesen - irgendwo hatte sie, vor einiger Zeit schon, aufgeschnappt, dass er ihr hinterher Himmeln würde. Im Prinzip hatte sie natürlich kein Problem damit. Er war süß. Die Art süß, mit der man nunmal kleine Brüder süß fand und das, obwohl sie die jüngere war. Einpaar andere grinsten nur breit. Ew. Sie wusste genau, was hier abging. Nur weil sie hübsch war, glaubte man(n) doch nicht etwa, sie sei dumm, oder?

      So-min seufzte stumm - natürlich hätte es nicht anders sein können. Er war also doch nur ein attraktives Gesicht. Auch noch eines, welches unlustige Mutproben über sich ergehen ließ. Nach dieser Erkenntnis war auch der letzte Funken Peinlichkeit, die sie verspürte, wenn er in ihrer Nähe war, verschwunden.

      „Oppa“ sprach sie mit klarer Stimme und nüchternen Mienen aus. Jungs hatten es immer ganz gern, wenn man ihr diese Höflichkeitsfloskel entlocken konnte
      „Keine Sorge, ich kenne die alte Leier ..“ - und wie gut sie diese kannte. „Wenn du möchtest, kannst du gerne hier sitzen bleiben und danach deinen Freunden erzählen, was du willst“. Das sich Männer übereinander nur so ihren Respekt verdienen konnten, war beinahe primitiv. Sie strich sich durch das Haar. Enttäuschend, aber zugleich vorhersehbar, was es irgendwie traurig machte. Sie lehre ihren kopf auf Ihrer Hand ab, schob leicht die Lippen vor und drehte sich etwas in seine Richtung „oder gibt es irgendwelche Bedingungen für das Bestehen, deiner albernen Unterbeweisstellung?“
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    • Ihm fiel sofort auf wie der ganze Tisch plötzlich gedämpfter gesprochen hatte und er neugierig gemustert wurde als er sich neben So-Min gesetzt hatte. Aber es störte ihn nicht. Niemand hatte ihm verboten sich mit einer hübschen und talentierten Mit-Trainee zu unterhalten. Also ignorierte er die anderen einfach - so simpel war das. Etwas irritiert folgte er ihrem Blick nach hinten und musste erkennen, dass nicht nur So-Mins Tisch ihnen verstohlene Blicke zugeworfen hatten, sondern auch seine Zimmergenossen. Do-Hun war der erste der den Blick abwendete und verlegen an seinem Wasser nippte, nur um sich zu verschlucken - der Typ war wirklich nicht mehr zu retten. Ein leises Kichern entwich seiner Kehle bevor er sich wieder zu So-Min wandte und doch lieber seine Hand zurück zog. Sie schien niemand zu sein, der sich zur Begrüßung die Hand gab. Kein Problem.

      Als sie die ersten richtigen Worte an ihn richtete staunte er nicht schlecht. Unbewusst hatte er die Brauen gehoben und blickte sie an als hätte er sie zum ersten Mal sprechen gehört. Es gab nicht viele die ihn je "Oppa" genannt hatten. Naja doch, gab er innerlich zu. Aber irgendwie hörte es sich aus ihrem Mund ganz anders an. War es ihm plötzlich peinlich? Oder warum stieg ihm die Hitze in die Wangen?! Gott sei dank sah man ihm das nicht direkt an, wenn er rot wurde. Seine Haut behielt die Bräune recht lange - zum Leidwesen der Beauty-Berater und Coaches, aber da war einfach nichts dran zu ändern. Außer, dass in seinem Profil bereits stand: Darf nicht in der Sonne stehen. So viel also zu grauen Wänden und Eintönigkeit...

      Joon-Tae wollte sich gerade mit einem sarkastischen Kommentar bedanken, dass sie ihn hier sitzen lassen würde, wenn ihm beliebte, doch sie sprach weiter und das irritierte den Dunkelhaarigen nur noch mehr. Worüber zur Hölle sprach sie da? Was sollte er seinen Freunden erzählen? Dass er neben So-Min sein recht karges Mittagessen eingenommen hatte und sich gerade zum Affen machen ließ? Und das nur, weil seine ach so tollen Freunde es nicht lassen konnten den beiden vielsagende Blicke zukommen zu lassen? Fuck them. Dachte er bei sich und schickte seinerseits einen warnenden Blick über seine Schulter. Yong-Ho aß unbeirrt weiter, Do-Hun merkte man an, wie er sich zwingen musste nicht hinzuschauen, Beak grinste, Ki-Ha zwinkerte ihm zu und Jin-Hoo formte mit seinen Lippen ein Fighting. Den Kopf leicht schüttelnd dreht er sich wieder zu dem Mädchen, dass nun ihren Kopf auf einer Hand abgelegt hatte und ihn ansah. Das erste Mal bewusst in die Augen, bemerkte er.

      Unterbeweisstellung?! Was war das schon wieder? Er war doch nur hier um sich ihr vorzustellen und ein paar Worte mit ihr zu wechseln. Also... normale Worte. So was wie - ach was wusste er schon? Normal halt, allgemeines Interesse eben. Stirn runzelnd sah er auf sein Essen - was sollte er darauf antworten? War das ein Scherz? Oder war sie einfach nur komisch und er sollte einfach schweigend essen? Hinter sich hörte er nur das unverwechselbare Kichern Ki-Has. Gerade wollte er sich wieder mit einem verärgerten Ausdruck herumdrehen als es endlich KLICK bei ihm machte. "Oh." Sein Gesicht hellte sich auf und er verstand was So-Min meinte zu verstehen!

      Ein kleines Lachen rann über seine Lippen als er den Kopf hängen ließ. "Ich muss niemandem etwas beweisen." murmelte er ehe er sich ihr wieder zu wandte. "Aber wenn du darauf bestehst, können wir denen da hinten ein Show liefern." Joon-Tae rückte ein Stück näher an sie heran. "Lass deine Haare fallen." Ein paar ihrer Strähnen waren ihr bereits lose ins Gesicht gefallen, Joon-Tae half nur ein bisschen nach, sodass ihr pechschwarzes Haar ihr Gesicht für die anderen verdeckte. Dann lehnte er sich vor, sodass er fast ihre Stirn mit seiner berührte. Ein schelmisches Grinsen erschien auf seinem Gesicht als er hörte wie einige am Tisch nach Luft schnappten. "Und jetzt heb deinen Mittelfinger." sagte er leise ganz nah an ihren Lippen und tat das gleiche was er ihr aufgetragen hatte.

      Zufrieden lehnte er sich wieder zurück und sah sich das Spektakel hinter sich an. Joon-Tae lachte auf, denn Do-Hun hatte sich ein weiteres Mal nass gemacht, diesmal in dem ihm der Mund vor lauter Schock offen geblieben war als er etwas trinken wollte, schnell versuchte er das Malheur in den Griff zu bekommen. Yong-Ho schüttelte grinsend den Kopf - es war selten ihn überhaupt Lächeln zu sehen. Beak, Joon-Ho und Ki-Ha waren in schallendes Gelächter ausgebrochen, nachdem auch sie aus dem Schock erwacht waren. Ki-Ha klopfte vor lauter lachen auf seine Schenkel - er lachte wohl eher über Do-Huns Reaktion und seines hochroten Kopfes, das mit jeder Sekunde nur noch mehr leuchtete wie eine Tomate. Sein Nachbar Beak hatte bereits Tränen in den Augen und versuchte sich zu beruhigen indem er seinen Kopf auf den Tisch legte und lustige Geräusche von sich gab, weil er versuchte seine Atmung länger werden zu lassen. Jin-Hoo klatschte Do-Hun auf die Schulter. Seine Augen waren Halbmonde so sehr kniff er sie zusammen.

      Grinsend sah er So-Min an um ihr Gesicht zu studieren. War er zu weit gegangen?
    • Unbewusst legte sie ihren Kopf schief und fragte sich gleichzeitig, wieso er sie so ansah, als hätte er von nichts eine Ahnung. Inzwischen war es definitiv zu spät dafür, so zu tun, als sei er ein Unschuldslamm. Würde sie sich wiederholen müssen, würde sie nicht mehr so ruhig reagieren, wie sie es gerade getan hatte. Schon schlimm genug, das sie bzw. ihre weiblichen Mit-trainees immer darunter leiden mussten, wenn die Jungs einen neuen Weg fanden, um alle um sie herum ins lächerlich zu ziehen. Es war albern, aber vor allem war es kindisches Verhalten und spätestens jetzt war sie verärgert. Schon oft genug hatte sie diese Spielchen zugelassen. Sie waren nicht hier um Spaß zu haben, sondern um ein Ziel zu erreichen - und dies gelang nur mit viel Fleiß und Arbeit. Nicht mit Albernheiten. Am liebsten hätte sie, als Antwort auf seinen leeren Blick hin, gereizt aufgestöhnt. Da war sie schon, wie so häufig, zuvorkommend und wollte dem Neuzugang etwas gutes tun, indem sie ihm dieses Ritual erleichterte und dann ausgerechnet sowas. Glaubte er ernsthaft, sie wäre nicht darauf gekommen, welcher wahre Grund sich hinter seiner Vorstellung verbarg. Schön. Dann wusste sie nun, was man wirklich von ihr dachte. Besser, dass sie nicht im geringsten so war, wie man sie einschätzte. Meist glaubte man, betrachtete man nur ihr Äußeres, sie sei arrogant und eingebildet. Ja, ihr Selbstbewusstsein auf der Bühne etc. sorgte oft dafür, größtenteils, wenn sie ihre Leistungen im Singen und Tanzen präsentierte, dass sie falsch eingeschätzt wurde, aber darüber hatte sie doch keinerlei Kontrolle. Ihr Körper tat dies, wie ganz von selbst. Nicht das sie nicht froh darüber war, eine gewisse Ausstrahlung zu haben, aber in Momenten wie diesen, wünschte sie sich nichts sehnlicheres, als ein positives Bild auszustrahlen, wenn man sie zum ersten Mal sah. Ändern konnte sie daran gerade sowieso nichts und das wollte sie auch eigentlich gar nicht. Entweder man nahm sie so wie sie war, oder man ließ sie in Ruhe. Joon-tae tat im Augenblick das komplette Gegenteil. Es schien, als wolle er ihr nicht ihren Frieden lassen und das obwohl er kein echtes Interesse an ihr hatte.

      Zu ihre Überraschung, ließ seine nächste Bewegung sie starr werden vor Verblüffung. Nicht nur reagierte er ganz anders als erwartet, auch näherte er sich ihr viel zu schnell. Schneller, als dass sie darüber nachdenken konnte, wie ihre nächste, schlagfertige Antwort hätte sein können. Stattdessen öffnete sich ihr Mund einen Spalt und wie perplex, suchten ihre Augen seine, in der Hoffnung, es würde sie einen deut schlauer machen. Was hatte er vor?
      Er war sehr voreilig, wartete erst gar nicht darauf, dass sie etwas erwiderte, wie als wäre er daran gewöhnt, dass ihn niemand in seiner Phase des Enthusiasmus aufhielt - und selbst wenn es nicht so gewesen wäre, wäre sie viel zu neugierig darauf, was er vor hatte, als das sie je wagen würde, ihn aufzuhalten.

      Sie hatte schon des Öfteren seine Stimmen hören dürfen - nicht beim Gesangstraining, denn da hatte sie, so wie er es bereits vermutet hatte, versucht ihm nicht über den Weg zu laufen. Vielleicht einfach aus Angst, dass aus reiner, körperlicher Faszination mehr werden könnte. Bisher hatte sie sich vor diesen Gedanken gedrückt. Nie wirklich länger darüber gegrübelt, so wie sie es mit anderen Dingen tat.
      Auch sein Lachen war ihr nicht unbekannt, aber all das war kein Vergleich zu dem, was ihre Ohren in diesem Moment erreichten. Die vereinzelten Worte, ganz dicht an ihrem Gehör reichten aus, um eine leichte Gänsehaut auf ihren Unterarmen zu verursachen. Let her live please - zwar konnte man sie nicht als Unschuld vom Lande bezeichnen, aber diese minimale Annäherung ließ sie sofort bitter daran zweifeln, ob ihr gegenüber nur ein temporärer ‚Crush‘ war. Frustrierend. Sofort senkte sie den Blick, als er ihr geschickt in das Haar griff, um das Band zu lösen, welches ihren Pferdeschwanz zusammengehalten hatte. Scheinbar war sie nicht die einzige, die stumm nach Luft schnappte. Am Tisch wurde alles ruhig. Ah Hilfe. Sie starb innerlich bereits vor Peinlichkeit - aber natürlich, es hätte nicht anders sein können, legte er noch einen drauf. Verflixte, zielstrebige Trainees, die es immer allen beweisen mussten - und vor allem, übertrieben sie es immer.
      Ihr dunkles, fast pechschwarzes Haar fiel ihr vor das Gesicht. Sie versuchte das Bedürfnis zu unterdrücken, rot anzulaufen. Ihren Vorsatz, kühl und gleichgültig rüber zu kommen, waren geradewegs vor eine Wand gelaufen. Anders hatte sie es aber nicht erwartet. Beinahe war es sogar lustig. Die ganze Situation war mehr als Surreal.
      Ein Lachen und ein darauffolgendes, breites Grinsen erfüllten ihre Züge. Er war lustig und sie konnte nicht anders, als, während sie ihn ansah - seine schelmische Mimik imitierend, ihre kleine Faust zu heben und nur den Mittelfinger hervorstehen zu lassen.

      Vorher hatte sie kurz geglaubt, sie müsse, aufgrund des dramatischen Umschwungs in der Atmosphäre der Kantine, eine Möglichkeit finden, im Erdboden zu versinken, aber jetzt, wo alle gelassen darüber lachten, was gerade abgelaufen war, konnte sie es allen nur gleich tun. Sie fuhr sich durch das Haar und lehnte anschließend, ohne Hintergedanken, ihre Stirn gegen seine Schulter
      „Verrückter Spinner!“ zischte sie, zwischen dem ausgelassenen Gelächter.

      Scheinbar war nicht sie Opfer davon geworden, dass jemand sie falsch eingeschätzt hatte - sie war diejenige gewesen, die Joon-tae zu unrecht beschuldigt hat, jemand zu sein, der er gar nicht war.

      So-min war froh, dass er den Moment genutzt hatte, um sie von Gegenteil zu überzeugen.

      .. naja, sie war nur so lange froh, wie ihre Freunde sie nicht mit diesem Ereignis aufzogen - und wie sie diese kannte, würde es höchstens 0,13 Sekunden anhalten, bis jemand einen vielsagenden Kommentar abließ.



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      C H A P T E R (3.) - Rumors


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      I'd rather have flowers in my hair than diamonds around my neck

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    • C H A P T E R (3.) - Rumors

      "Oi!" Jemand schnaubte. "Oi! Aniki!" Die Stimmer kam näher. Joon-Tae hatte sie bereits beim ersten Mal gehört, aber ignoriert. Do-Hun hatte wohl zu viel japanisch Unterricht gehabt... "Hyung~!!!" Kam es grollend aus Do-Huns Kehle. Das einzige dass er zur Antwort bekam, war ein leises knurren.
      "Du wolltest es nicht anders!" Gerade wollte Joon-Tae sich wegdrehen und seine Decke fester um seine Schultern ziehen als Do-Hun ihm diese wegschnappt und seine eiskalten Hände unters Shirt schob. "Aisssh! Was zur Hölle?!" Der Ältere zog sich mit einem Ruck von der liegenden Position in eine Sitzende um von den Händen wegzukommen.
      "Bist du eine Frau oder was?!" zischte er und starrte Do-Hun verärgert an. Es schüttelte ihn noch einmal, obwohl die Eisbrocken die sich Hände schmipften, nicht mehr auf seiner Haut waren. Ein zufriedenes Lächeln zeichnete sich auf Do-Huns Lippen ab und er zuckte nur mit den Schultern. "Anders bekommt man dich nicht wach." Das Lächeln verbreitete sich und seine Augen fingen an zu leuchten. "Ich muss dir etwas sagen!!!" Er setzte sich aufs Bett. Genervt zog Tae die Beine in einen Schneidersitz ein um Do-Hun Platz zu machen. Sein Handy fischte er vom Nachttisch um gleich darauf aufzustöhnen. Es war erst 6:00 Uhr am Morgen! Konnte Do ihn nicht einfach noch die halbe Stunde gönnen, die er sonst noch schlief um dann aus dem Bett zu springen, sich Wasser ins Gesicht zu zu spritzen und in frische Kleidung zu springen bevor er zum Training rannte?
      "Aber vorher!" Do drehte sich hochmotiviert zu Tae, der genau wusste was jetzt kommen würde. "Hast du Ha-Ni von mir erzählt???!" Und da war es auch schon... Tae seufzte, ließ den Kopf hängen und kratzte sich am Hinterkopf. Dieser verdammte... Wie sollte er ihm das bloß erklären? "Do..." fing Tae an. "Kannst du endlich aufhören mich als Kuppler zu missbrauchen?!" Er griff sich den schwarzen Schopf des anderen, klemmte ihn unter seinen Arm und rubbelte nicht gerade sanft an dessen Kopf. Do-Hun schrie überrascht auf und wand sich in Joon-Taes Griff. Als er losgelassen wurde verzog er das Gesicht zu einer Grimasse und legte die Hände über den Kopf. "AU! Weißt du dass das weh tut?!"blaffte er kleinlaut und zischte noch ein paar Flüche hinterher. Schmollend rückte er ein paar Zentimeter weg von Tae, seine Augen auf seinen Gegenüber geheftet, aus Angst Tae könnte noch einen Angriff auf ihn planen.
      "Du wolltest mir etwas sagen?" Tae nahm eine lockere Haltung an und sah Do unverwandt an. Do hingegen musterte den Älteren immer noch misstrauisch, ehe er den Mund auf machte und endlich mit der Sprache rausrückte.
      "Die neuen Challenge-Termine wurden veröffentlicht." Seine Euphorie war wieder zurück, wenn auch gedämpft, da er immer noch mit einer Attacke auf seinen Kopf rechnete.
      Joon-Tae stützte einen Ellenbogen auf sein Knie und legte sein Kinn auf die Handfläche. Abwartend. In den letzten Wochen waren immer mal wieder Challenges gewesen, sein Zimmer machte sich nicht schlecht. Sie waren immer mindestens unter den besten drei. Do-Hun hatte das Talent ihn zu Wecken, vom Schlafen abzuhalten und von Dingen zu erzählen, die er sowieso schon wusste... Genervt stieß er die Luft aus seinen Lungen. "Do..." knurrte er warnend mit geschlossenen Augen. Do-Hun rückte ein weiteres Stück ab von ihm, seine Hände abwehrend hochgehalten. "Hey hey! Kein Scheiß, Mann! Hast du schon reingeschaut?" Tae öffnete die Augen und kniff sie genervt zusammen. Sein ernst? "Wie zur Hölle soll ich drauf geschaut haben, wenn du mich eben erst - für nichts! - geweckt hast?" zischte er ohne sie einen Millimeter bewegt zu haben. Do´s Gesicht hellte sich auf, als ihm dieser Umstand wieder in den Sinn kam. Tae verdrehte die Augen. Jetzt, da er schon wach war, konnte er sich auch genauso gut ein paar Kohlenhydrate zwischen die Zähne schieben. Laut Dos Aussage würden es einige Wochen weiterhin härter zugehen als sonst - wenn das überhaupt noch machbar war. Seufzend wollte er sich gerade in Bewegung setzen als er - mal wieder, von Do aufgehalten wurde. "Hey." Sein Ton war so ernst, dass Joon-Tae in seiner Bewegung innehielt und Do aufmerksam ansah. "Du weißt, ich gönne es dir. Wirklich." Nachdruck lag in seiner Stimme. Es gab nur eine Option wie dieses Gespräch weiterverlaufen würde, denn nach jedem Du weißt... folgte ein Aber... Und ohne, dass Do es aussprechen musste, wusste Joon-Tae worauf er hinaus wollte. "Aber, du solltest von nun an So-Min aus dem Weg gehen." Ja. Ja genau das war es, das sich bereits gedacht hatte. Joon-Tae machte eine wegwerfende Bewegung, so als sei es nichts weiter und setzte bereits an um die Geste mit Worten zu untermauern. "So-Min und ich sind nur Freunde, du weißt schon! Mach dir keine Sorgen." Er zwinkerte seinem Freund spitzbübisch zu. Was sollte auch groß sein? Sie war heiß, sie flirteten ab und zu und hingen miteinander ab. Nichts wildes. "Erzähl mir keinen Scheiß, Tae." fast schon verärgert schnaubte Do. "Nicht mir." Ein wenig Angst machte ihn Dos Tonfall schon. So ernst hatte Joon-Tae ihn in den fünf Monaten noch nicht erlebt. Daher hielt er es für besser einfach zu Schweigen und den Jüngeren sprechen zu lassen. "Tae..." er schien wirklich etwas auf dem Herzen zu haben. Wie als würde er aufgeben schüttelte Do-Hun den Kopf. "Ich bin wirklich der Letzte der das sagen sollte, aber..." und da war wieder dieses Aber... "...die Wettkämpfe werden regelmäßiger und die Abstände zwischen ihnen werden kürzer." Er hörte sich schon an als würde er über eine Verschwörungstheorie oder ein Umweltphänomen sprechen. "Das kann nur eines bedeuten..." Seine Augen blickten mit nachdrücklich in die dunklen Pupillen seines Zimmerkameraden. Oh. Das war es was er meinte. Joon-Tae spürte wie sein Herz seinen Rythmus beschleunigte. "Sie formen eine neue Band." wisperte Tae und beendete somit Do-Huns Satz. Dieser nickte ernst. "Shit!" Tae sprang förmlich vom Bett. Spätestens jetzt war er hellwach. Wenn die da oben bei LM Entertainment entschieden haben endlich eine neue Band oder Solo-Actors debütieren zu lassen...! Dann war das die Chance! Die Chance endlich aus dem Kückenstatus rauszukommen. Seiner Familie zu beweisen, dass er kein Versager war! Und vor allem sich selbst zu beweisen, dass er seine Ziele erreichen konnte, wenn er nur hart genug daran arbeitete!
      "Was sitzen wir dann noch hier herum?!" Er jetzt bemerkte Tae, dass die anderen bereits schon weg waren, bis auf Baek, der immer noch wie ein Stein zu schlafen schien.
      "YA! Baek!" Tae rüttelte den Schlafenden unsanft und wollte gerade nach Do-Huns kalten Händen rufen als Baek seine Schlafmaske anhob um noch Schlaftrunken in Joon-Taes Gesicht gähnte. "Ugh.... verdammt Baek! Du stinkst aus dem Mund wie ne Kuh aus dem Arsch! Geh deine verdammten Zähne putzen und zwar J E T Z T!" So aufgekratzt wie heute war er noch nie. Und das nur, weil Do-Hun annahm, dass es bald so weit war! Manchmal war Do wirklich dumm. Einfach nur wirklich dumm. Aber eigentlich war er sehr aufmerksam und bemerkte alles. Alles was um ihn rum geschah. Aber nicht unbedingt, was ihn selbst betraf... Wirklich ein hoffnungsloser Fall.
      Und dann...
      Dann schlich sich So-Mins Gesicht in seine Gedanken die sich schier endlos im Kreis gedreht hatten - bis vor wenigen Sekunden.
      "Shit."
      Das war nicht gut! Wenn es wirklich bald soweit sein sollte, dann konnte er sich keine Fehltritte erlauben! Das wäre ein Genickbruch in der Musik Branche! Wenn die da oben nur den Hauch eines Skandals rochen, dann war Sense.
      "Komm endlich aus dem Bett Baek." Noch einen Moment hatte er so voller Energie geklungen, doch jetzt war sein Ton nur noch ein Schatten von vorhin. Do-Hun starrte ihn aus besorgten Augen an.
      Tae musste hier so schnell wie möglich raus, wenn er Do-Huns Predigt aus dem Weg gehen wollte. Also schnappte er sich seine Trainingstasche und verschwand aus der Tür. Er hörte nur wie Do-Hun ihm nachrief. "Hyung!" Mit zusammengekniffenen Lippen setzte er seinen Weg ins Bad fort.
      "Shit."

      Was er auch tat, er konnte sie nicht aus seinen Gedanken verbannen. Sie war verdammt nicht NUR eine Freundin. Sie war...Sie war einfach jemand den er nicht verlieren wollte. Er hatte sich in den letzten Monaten so sehr an sie gewöhnt, dass es sicher schwer werden würde sich zusammenzureißen und ihr aus dem Weg zu gehen. FUCK! Tae fühlte sich, als müsste er ein ernstes Gespräch mit ihr führer, so als wären Sie zusammen - Was sie nicht waren! Er wollte Karriere machen. Er wollte Geld verdienen. Und das nicht zu knapp. Er wollte ein unbeschwertes Leben. Er wollte sich leisten können was auch immer er wollte! Was auch immer ihm fuckin in den Sinn kam! FUCK! Aktuell konnte er sich nur eines leisten. Und das war, keine verdammten Fehler zu machen, wenn er all das haben wollte. Alles, das bedeutete, dass er heute auf unbeschwerte Zeiten mit So-Min verzichten musste. Vorerst.

      Er kam an der Trainingshalle an, viel zu früh für seine Verhältnisse. Und natürlich war auch sie dort. So-Min war zielstrebig und war nie, auch nur eine Minute zu spät - jedenfalls dachte er das... denn er kam grundsätzlich zu spät. Sie zu sehen erhellte seine dunklen Gedanken um einen gewissen Grad. Je näher er kam, desto deutlicher vernahm er das Gemurmel der Anwesenden. Do-Hun schien nicht der Einzige gewesen zu sein, der die Theorie aufgestellt hatte, dass bald eine Entscheidung gefällt werden würde...

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    • Es war 4:30Uhr in der Früh. Ihre Ohren vernahmen eine leise Melodie, welche immer lauter wurde. Im Gegensatz zu Joon-tae, so hatte sie durch die letzten fünf Monaten in erfahren bringen dürfen, war sie kein Morgenmuffel - ganz im Gegenteil sogar. Sie wurde bereits zu Beginn, als die Einteilung der Zimmer stattgefunden hat, zu einem menschlichen Wecker umdegradiert. Ein Problem hatte sie damit nicht, denn es gab sogar Tage, an denen sie, noch bevor von ihrem IPhone ein Ton zu vernehmen war, bereits hellwach war. Die meisten hielten sie für verrückt. Sie selber redete sich ein, dass es nunmal zwei Arten von Menschen gab. Nachtaktive und Leute, die den Tag mit dem aufgehen der Sonne begannen. So-min gehörte, aus offensichtlichen Gründen, zu letzterem. Auch konnte sie überhaupt nicht nachvollziehen, wie es möglich war, schwer aus den Federn zu kommen. Für sie hieß es, einmal wach, war wach. Die Option, einfach weiter zu schlafen, war überhaupt nicht denkbar, oder gar umsetzbar.
      So-min hatte Glück mit ihren Zimmergenossinen. Die meisten von ihnen hatten sich nach fast zweieinhalb Jahren an die Prozedur des, aufgeweckt werden, gewöhnt. Manche jedoch - und mit ‚manche‘ meinte sie nur (genau) eine ihrer Freundinnen, die ihr mit ihrem Verhalten das Leben um einiges schwerer machte, weil sie sich partout nicht wecken lassen wollte. Jeden Morgen das selbe. Sie stellte das Radio lauter. Erhob ihre Stimme. Rüttelte an dem zierlichen, aber durch und durch weiblichen Körper. Alles, wirklich alles hatte sie versucht um Ji-ae die Augen öffnen zu lassen. - und dann hieß es, dass sie schuld daran sei, wenn sie nicht pünktliche aufgewacht war. Ihre Unnie war schon ein echter Härtefall. Manchmal war sie besser dran, öfters jedoch schlechter. Heute war einer dieser seltenen, guten Fälle. Die Langhaarige, mit dem feurig roten Schopf und den leichten Wellen sprang geschickt von der letzten Stufe des Hochbettes, bevor sie der jüngeren auf die Schulter klopfte. So-min schob auf diese Geste hin die Unterlippe vor. Sie war doch kein verdammter Weckruf, welchen man aus Hotels kannte. Ein kratziges, fast genuscheltes „Fighting“ erreichte ihr Gehör. Ihre Augen weiteten sich minimal. Zum Glück stand die Jung mit dem Rücken zu ihr. Sie wollte keines Falls respektlos gegenüber ihrer Unnie erscheinen, aber ihre Gesichtszüge hatte sie beim besten Willen nicht unter Kontrolle. Sie verdrehte die Augen und wartete, dass auch die letzte den Raum schlurfenden verlassen hatte, bevor sie aussprach, was ihr im Kopf vorging „irgendwann bringe ich sie um!“ knurrte sie gereizt - sofort jedoch zuckte sie zusammen, als ein lauter, empörter Ausruf zuhören war: „Yah! Das habe ich gehört“ rief Ji-ae, die wahrscheinlich fast beim Waschraum angekommen war. Wie um alles in der Welt hatte sie sie hören können? Nicht ohne Grund war sie scheinbar dafür bekannt, jede Note in Stücken heraus hören zu können. Manno. Innerlich seufzte sie - na toll, jetzt durfte sie sich etwas von der Schönheit anhören. Mal wieder. „Ji-ae, ich liebe dich, aber du bist die größte Nervensäge, die ich kenne“ antwortete So-min nur und stapfte tapfer in die Richtung der älteren.

      Im Trainingsraum angekommen merkte sie schnell, wie auch jeden Morgen, dass ihr Zimmer einer der ersten war, die in den schallenden Bereich getreten waren. Sie mochte es sowieso lieber, wenn die Halle nicht so überfüllt war. Außerdem gab es den Mädels die Gelegenheit, Schritte zu perfektionieren und ggf. Fehler auszumerzen, bevor das echte training began. Natürlich waren auch sie nicht auf den Kopf gefallen. Bereits früh haben sie gemerkt, wie die Atmosphäre, während die Challenges ausgeschrieben wurden, sich verändert hatte. Nicht nur bei den Trainees, sondern auch bei den Trainern, Managern etc. Sie wären dumm, würden sie also die Gruppe nicht nutzen, um Dinge, die sie falsch machten, zu verbessern bzw. sich von dieser Tipps zu holen. So-min gehörte eher zu denjenigen, die Ratschläge verteilte, als das sie welche brauchte. Ob nun so, oder so. Am Ende des Tages war es nur wichtig, ob man in sich selbst vertrauen hatte, oder eben nicht, denn dies zeigte sich oft in Choreografien wieder. Etwas, was Trainer eher weniger vorteilhaft fanden.

      Nach einer kurzen Phase des Aufwärmens, begannen sie zu tanzen. Alles mögliche eigentlich. Von bekannten Tänzen, bis hin zu neuen, die erst vor kurzem die Charts erreicht hatten. Ein großer Hit gerade war z.B ‚Call me Baby‘ von EXO - grandioser Beat und noch bessere Schrittfolge! Dieses Lied wollte ihr einfach nicht mehr aus dem Ohr gehen. Während des Tanzens verlor sie sich etwas in ihren Gedanken. Sie würde, wenn sie ehrlich war, gerne einen gewissen Jemand diesen Song singen hören. Seine Stimme würde sicher perfekt rein passen - ok, vielleicht ging es auch eher um diese eine Zeile. Sie würde Joon-tae gerne diese eine Zeile singen lassen wollen .. - das Wort ‚Baby‘ würde sicher auch reichen. Ah verdammt. In welchen Teil ihres Gehirnes war sie nun wieder gelandet. Wie sie sich selbst manchmal hasste. Manchmal? Jetzt belog sie sich auch noch selber. In den letzten Monaten tat sie sich das immer wieder an. Was wirklich in ihr vor ging, war ihr immer noch ein Rätsel. Eines, welches ihr die schlimmsten Kopfschmerzen bereitete.

      Endlich legten sie eine Verschnaufpause ein. Mittlerweile war es bereits 6Uhr. Immer mehr Gruppen hatten zum Trainieren hergefunden. Von Joon-tae keine Spur. Typisch, dachte sie kopfschüttelnd und erwischte sich dabei, wie sie leicht grinste. Zu Ihrem Pech war dies natürlich keinem ihrer Freunde entgangen.

      Hey So-minie, gedenkst du eigentlich auch, uns den Jungs vorzustellen, oder behältst du den ganzen Spaß für sich?“ - Ji-ae hatte sich für heute anscheinend wirklich vor genommen, die jüngere etwas mehr auf die Palme zu bringen als sonst. „Vor allem Do-hun. Stell mich ihm als erstes vor, ja?“

      So-min staunte nicht schlecht bei den federleichten Worten. Die Rothaarige war schon immer die eine unter ihnen gewesen, die kein Schaumgefühl besaß. Wieso fragt man sich? Ganz einfach, weil sie es sich, mir diesem Aussehen, verdammt nochmal erlauben durfte.
      ji, es würde mich schon nicht mehr wundern, wenn jemand von ganz oben dich ins Bett bekommen wollte, und du entscheidest dich, bei deiner Auswahl, ausgerechnet für Do-hunie?“ nun hatte sich auch Mi-ran in das Gespräch eingemischt. Ihr kleines, zierliches Gesicht hatte sie bereits verzogen gehabt, noch bevor sie überhaupt ausgesprochen hatte, was sie zu sagen hatte.
      Warum denn nicht, er ist süß“ die angesprochene legte ehrlich, nachdenkliche Mienen auf, als würde sie wirklich nicht verstehen, wo das Problem lag. Natürlich verstand sie es nicht. Welchen Einfluss sie und ihr Körper auf das männliche Geschlecht hatten, da war sie bis jetzt immer noch nicht hinterher gekommen.
      „Unnie, du bist sexy! - und Do-hun ist .. eben nunmal süß“ - es klang ganz so, als wäre süß eine Beleidigung. Darauf wollte sie natürlich nicht aus, aber anders hatte sie es irgendwie nicht ausdrücken können. Joon-taes Zimmernachbar war wahrscheinlich alles, was man sich für seinen zukünftigen Ehemann nur wünschen konnte, aber sie waren mitten in ihrer Traineezeit. Für mehr als höchstens ein, zwei One Night Stands war nunmal keine Zeit - geschweige denn für Gefühle, oder gar eine Beziehung. Würde Ji-ae ihm keine Aufmerksamkeit mehr schenken bzw. ihn links liegen lassen, nachdem sie ihren Spaß gehabt hatte, würde er durch die gegen trotten, wie ein getretenes Hündchen. Niemand hier wollte das miterleben.
      schon gut, schon gut. Bist‘ dann halt nur du, mit dem aufregenden Sexleben“ erwiderte die ältere mit schmollenden Lippen, die nun noch voller waren als sowieso schon und zuckte gleichgültig mit den Schultern. So-min zog schockiert die Luft ein „Wir haben keinen Sex- ..“ zischte sie rotwerdend. Wie sie es hasste, wenn ihr die Wärme in die Wangen stieg.

      Wenn man vom Teufel spricht, da ist Loverboy auch schon!“ hörte sie eine der Mädchen nur noch kichernd sagen. Das konnte nur diese Mistkröte von Ha-ni gewesen sein.

      Heute wurde die dunkelhaarige wirklich auf die Probe gestellt. Hoffentlich war er noch nicht lange hier, sonst bestand die Chance, dass er irgendetwas von ihrem peinlichen Gespräch mit anhören durfte. Ob nun die Tatsache, dass sie Do-hun als süß bezeichnet hatte, oder ihr das Wörtchen ‚Sex‘ entwichen war. Peinlich, peinlich. Sie versuchte sich einfach nichts anmerken zu lassen und fuhr sich durch das Haar, während sie sich umdrehte und in seine Richtung lächelte.

      „Hey, auch endlich hergefunden?“ sprach sie ruhig, als hätte sie eben, vor weniger als einer Sekunde, nicht das peinlichste Gespräch seit langem geführt. Flüchtig musterte sie seine Züge „Alles in Ordnung?“ fragte sie daraufhin vorsichtig. Es wäre sehr ungünstig, wenn er jetzt krank werden würde. Wahrscheinlich war es einfach nur, dass er immer noch nicht ganz wach war. Ja, daran musste es liegen.
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    • "...und Do-hun ist .. eben nunmal süß" sagte So-Min gerade als er näher kam. Joon-Tae sah nur, wie Ji-Ae irgendetwas zu wisperte und So-Min darauf hin empört: „Wir haben keinen Sex- ..“ ausrief. Ihr war die Röte ins Gesicht gestiegen und erst einen Moment später fokussierten ihre Augen seine Gestalt. Er lächelte fast schon erleichtert. Do-Hun also. Ja, Freunde. Sie waren nichts weiter als Freunde. Noch vor einen wenigen Augenblicken hatte er sich eingebildet mehr als das für sie zu empfinden. Aber eigentlich - hatte er es sich eben nur eingebildet. Träumer. Das hatte sein Bruder immer zu ihm gesagt. Er sei ein Träumer, der die Realität nicht wahr haben wollte. Hier, dachte er, hätte er sich geändert. Doch dem war wohl nicht so.
      Wirklich, er war erleichtert. Nicht nur, dass sie jemanden anderen süß fand. Nein, auch dass es ihm nichts auszumachen schien. Denn sonst wäre das sicher noch komplizierter geworden. Und sich wegen einer Frau zu streiten, das war so ziemlich das unwürdigste was er sich aktuell vorstellen konnte.
      Eine Hand zum Gruß hebend, zwinkerte er So-Min zu. "Was heißt hier endlich?" übertrieben sah er sich im Raum um. "Hat noch nicht angefangen. Bin zu früh." er zuckte mit den Schultern und gähnte ungeniert. "Ich sollte nochmal zurück ins Bett. Nichts los hier." Gerade wollte er sich wieder zur Tür wenden, als Do-Hun mit Baek hereinspaziert kamen. Do hatte sein besorgtes Gesicht im Zimmer gelassen und strahlte über beide Ohren. Wahrscheinlich hatte Baek wieder etwas lustiges zu ihm gesagt, denn auch er hatte ein Lächeln auf den Lippen. "Hyung! Prinzessin So-Min!" begrüßte Baek in bester Laune die beiden, Do-Hun tat es ihm gleich. Was war hier los? Irgendwas heckten die beiden aus, das konnte Joon Tae 5 Meter gegen den Wind riechen. Eine Braue hebend sah er das Duo misstrauisch an. "Ya, Ki-Ha." Rief Baek seinen besten Kumpel. Auch die anderen des Zimmers wurden gerufen. Und dann winkte Do-Hun auch noch Ji-Ae, Ha-Ni und Mi-Ran zu sich. Tae wechselte einen kurzen Blick mit So-Min, die anscheinend genauso verwundert war wie er selbst. "Baek. Was zur Hölle ist hier los?" Fragte er, bewusst nicht Do-Hun fragend, denn dieser würde wahrscheinlich wieder so kryptisch sprechen, dass es ihn nur wieder aufregen würde.
      "We just run into something!" antwortete Beak mit einem verschwörerischen Unterton. Okay. Er hatte eine kryptische Antwort von Do-Hun mit einer kryptischen Antwort von Baek getauscht. Stirnrunzelnd wartete er ab, was er oder Do noch zu sagen hatten. Oder ob er gerade Lebenszeit verschwendete. Wieso mussten hier alle so geheimnistuerisch sein?! Am Ende war es wieder irgendeine unbedeutende Info, die Do nur wieder aufgeplustert hatte. Bevor er sich aber wieder abwenden konnte und wenigstens schon einmal Dehnübungen machen konnte fing Do endlich an zu reden. Natürlich erst nachdem er allen voller Vorfreude in die Augen gesehen hatte der in ihrem Kreis standen. - auch ziemlich idiotisch... "Es werden Videos gemacht!" Wow. Das war es also was er allen hier so aufregendes erzählen wollte? Joon-Tae verdrehte die Augen. Wieder eine Info die nichts sagend war. Sie wurden ständig aufgenommen um sich später zu verbessern. Nach fast jeder Unterrichtseinheit sahen sich alle Trainees die Videos an um selbst zu analysieren wo sie Schwächen hatten oder was sie ändern mussten. Das war wirklich nichts neues. "Do~!" knurrte Tae den jüngeren wieder an. Es wurde langsam zur Gewohnheit.
      "Hyung! Hyung!" Do zog den Kopf ein, denn er erwartete bereits eine Abreibung, die Tae ihm liebend gern verpasst hätte wenn nicht gerade zwei Coaches in die Trainingshalle kamen.
      Wieso eigentlich zwei? Noch dazu waren es die falschen. Heute war Donnerstag. Sie hatten Tanzunterricht. Mrs. Park, Beautyinstructor und Mr. Behavior (Mr. Kim) waren hereingekommen und klatschten in die Hände um die Aufmerksamkeit der Trainees zu erhalten. Die Gespräche endeten abrupt, stattdessen kehrte kurz Ruhe ein, ehe ein Wispern den Raum füllten. Tae war nicht der Einzige dem das hier suspekt vor kam. "Siehst du! Ich hab es gesagt!" flüsterte Do ihm mit einem Grinsen zu. Er verstand gar nichts!
      "Hey Leute!" ein Chor von einer Antwort schallte durch den Raum. "Ich habe gute Neuigkeiten für euch." erklärte nun Mr. Behavior mit einem Strahlen, dass scheinbar das geschminkte Gesicht von Mrs. Park sogar übertraf. Diese lächelte nur verhalten nickend. "Wie einige von euch bereits wissen, sind die Termine für die nächsten Challenges heute Früh veröffentlich worden. Was das bedeuten könnte... das könnt ihr euch sicher selbst zusammenreimen." Er zwinkerte unf fuhr fort. "LM Entertainment möchte es besonders spannend machen. Und hat ein Fernsehteam engagiert um euch auf die Gelegenheit zu geben unter Realen Umständen euer Bestes zu geben." Ein kleines teuflisch gerissenes Lächeln zeichnete sich auf seinem Gesicht hab. Obwohl Mr. Kim der perfekte Schauspieler war, erlaubte er es sich, ab und an auch sein wahres Gesicht zu zeigen. Denn nichts macht eine Rolle authentischer als hier und da wahre Emotionen zu zeigen. Auch wenn 90 % des Rests gespielt waren. Showbiz, das hieß die Menschen Illusionen zu verkaufen. Das hatte Tae hier als aller erstes gelernt. "Und deswegen..." Mr. Behavior machte eine auslandende Bewegung in die Runde. "Ist heute kein Unterricht. Denn die Challenge fängt genau jetzt an." Verwirrte Gesichter blickten sich gegenseitig an. Nur Do-Hun und Baek schienen vor Vorfreude fast zu Platzen. Was wussten Sie?!
      "Ihr habt genau 3 Stunden von jetzt an, euch für ein Interview mit anschließender Performance von 5 Minuten vorzubereiten. Bleibt in euren Gruppen." Instruierte Mrs. Park die schockierten Trainees.
      "Und ja, das ist keine normale Challenge. Dies wird normalerweise erst in der nächsten Stage abgehalten." Wirklich, Tae konnte dieses selbstgefällige Grinsen nicht leiden, das Mr. Behavior an den Tag legte. Er konnte viele hinters Licht führen, aber nicht Joon-Tae. "Gebt euer bestes und präsentiert uns eure Band. Zeigt uns, dass ihr bereit für die nächste Stage seit!" Ein Gröhlen ging durch die Gruppen, wo noch Schock und Fassungslosigkeit geherrscht hatten. Joon-Tae war aber wenig beeindruckt. Was glaubte dieser Mr. Kim eigentlich was wir hier den ganzen Tag machten?
      "An die Arbeit!" Er klatschte mit Mrs. Park in die Hände und die Trainees zerstoben in alle Himmelsrichtungen, so als wäre es plötzlich unerträglich heiß geworden im Trainingsraum. Tae erlaubte sich einen Seitenblick zu So-Min und verzog die Lippen zu einem gequälten Lächeln. "Viel Erfolg. Wir sehen uns auf der Bühne." Er zwinkerte und lief seinen Jungs hinterher. Dieser Satz wurde in den letzten Monaten zu seinem Standartsatz für So-Min, wenn immer sie vor einer Aufgabe standen.
    • Was viele Außenstehende, die noch nie persönlich mit der Kpop Kultur in Berührung gekommen waren, nicht verstanden bzw. nicht verstehen wollten, war die Tatsache, dass trotz des immensen Leistungsdrucks und der stetigen Rivalitätskämpfe, die Menschen in diesem Tanzstudio, eine große Einheit bildeten. Eine Familie quasi. Sie sorgten sich um einander, auch wenn es hieße, dass sie irgendwann gegeneinander antreten mussten. Weshalb es auch für So-min ganz und gar nicht fraglich erschien, wieso in ihr so plötzlich das Gefühl aufgekommen war, ihn zu fragen, ob ihn etwas bedrücken würde. Joon-tae war zwar eines der neueren Mitglieder der Gruppe, aber dennoch steuerte er seinen Teil dazu bei. Lange überlebt hätte er es hier, im LM Trainee Gebäude nämlich nicht, hätte er sich dazu entschieden, als Alleingänger zu handeln. Zwar war er die meiste Zeit über, vor allem in den frühen Morgenstunden, fast unerträglich, aber wenn ihn der Tag endlich beim Kragen gepackt und wachgerüttelt hatte, erwies er sich mit Charakter und (ja, mittlerweile konnte sie es sogar laut aussprechen) Talent. Zudem, so ließ ihn die Dunkelhaarige niemals mehr vergessen, einen großen Schuss Glück - denn, nach öfterem herumgesprochere, hatte er endlich mit der Story heraus gerückt, wie er hier bei Ihnen gelandet war. Ihr war es von Anfang an klar gewesen. Schönling. Ihre Freundinen zogen sie deshalb des Öfteren auf. Sie sei ja nicht anders. Pah. Sowas wollte sie definitiv nicht nochmal hören - als sie damals den Vertrag unterschrieben hatte, hätte sie sich wirklich gewünscht, aufgrund ihres Aussehens in die Company gekommen zu sein. Es hätte ihr so einiges an Mühe und Kraft erspart geblieben. Zu ihrer Verteidigung, sie war mitten in der Pubertät gewesen. Damals erschien ihr vor allem das Wörtchen Gesichtspflege, wie ein Fremdwort - oder sie interessierte sich schlicht und ergreifend nicht für ihr Erscheinungsbild. Nur wichtig war ihr gewesen, dass sie Fortschritte macht. Der Rest würde sich schon noch an ihre Zukunftspläne anpassen - und, das musste man ihr lassen, alles hatte sich gegen Ende, zum guten gewendet. Sie wusste auch vollkommen, das sie behaupten könnte, zum sehr guten. Immerhin war es ihr nicht entgangen, wie sich, von heute auf morgen, die Blicke der anderen ihr gegenüber verändert hatten. Vor allem die, der männlichen Kollegen. Plötzlich, mit ein paar Pickeln weniger, einem gut sitzenden Bh und Kurven, galt sie als Bedrohung. Wie sehr sie diese Gegebenheit gelernt hatte zu lieben und zu verübeln war es ihr nicht, wenn sie alles daran setzte, diese Position nicht zu verlieren.

      Oft kam hier, an diesem Punkt ihres Denkens und Handelns, Joon-tae ins Spiel. Nicht das sie sich durch ihn Vorteile verschaffen würde, oder etwas der gleichen. Ganz im Gegenteil. Manchmal befand sie sich nur in einer Lage, die sie dazu brachte, die Dinge anders zu sehen, als sie eigentlich waren. Schlechter, dramatischer - wie auch immer man es nennen wollte. Ihr Perfektionismus stellte ihr oft ein Bein. Meist dann, wenn sie voran kommen wollte.

      Er hatte schon, von dem ersten Moment an, als sich ihrer beider Augenpaare getroffen hatten, eine beruhigende Wirkung auf sie gehabt. Eine Eigenschaft, die sie wirklich an ihm schätzte. So wirklich wusste sie nicht, ob er diese bewusst ausstrahlte, oder nur so war, wie er nunmal war - im Prinzip war es ihr auch egal. Manchmal bewirrte sein Blick auf die Dinge, dass sich ihr negativer damit kompensierte. Gegensätze zogen sich bekanntlich an - vorher hatte sie diesen Spruch nie nachvollziehen können. Heute waren sie beide das perfekte Beispiel.

      Kurz noch belegte ihn So-min mit einem eindringlichen Blick, dann entließ sie ihn vollkommen aus ihrer Sorge. Er war wie immer. Es war albern zu glauben, dass ihr Gegenüber sich von irgendetwas oder irgendjemandem aus der Bahn werfen lassen könnte. Wie dumm von ihr. Sie schüttelte nur den Kopf und atmete hörbar aus. Sie hatte den Tag heute mit einem mulmigen Gefühl im Magen begonnen, daher dachte sie, vielleicht wäre er der Grund dafür - und glaubte, wäre erstmal sein Problem aus dem Weg, würden sich ihre Bauchschmerzen auch verabschieden. Scheinbar war dem nicht so.
      Irgendwas lag in der Luft und sie würde schon noch herausfinden, was es war.

      Gerade wollte sie den Mund öffnen, um auf das Gesagte Joon-taes etwas zu erwidern, als seine Freunde sie begrüßten. Prinzessin. Fast wäre ihr ein zweiter Seufzer entkommen. Diesmal wäre es aber ein entnervtere gewesen. Musste man sie so nennen? - und wenn man sie schon so nannte, wären Förmlichkeiten dann zu viel verlangt? Noona Prinzessin So-min, Prinzessin So-min noona - a bunch of freaking brats. Aish.
      Sie gab sich die größte Mühe diese Jungs zu mögen. Natürlich war ihr jeder hier ans Herz gewachsen - aber die meiste Zeit über, viel es ihr schwer, vor allem den jüngeren unter ihnen, keinen Schlag gegen den Hinterkopf zu verpassen. Nicht das sie ein Fan von Gewaltausübungen gegenüber dem anderen Geschlecht wäre, aber manchmal (fuck, immer!) hatten sie es eigentlich verdient.
      Recht schnell verarbeitete sie die Informationen. Für sie waren diese nämlich nichts neues. Alte Hasen merkten schnell, wie sich die Angestellten der Company Ihnen gegenüber veränderten, wenn es hieß, dass eine neue Idol Group geformt werden sollte. Jetzt wusste sie wenigstens, was genau ihr ein so mulmiges Gefühl bereitet hatte. Ihr siebter Sinn überraschte sie mal wieder.
      Anders jedoch schien es Joon-tae zu ergehen. Ein kleines schmunzeln verlor sich auf ihrem Gesicht. Sie zog den Kopf ein, nicht, dass er noch etwas davon mitbekam - aber er musste endlich anfangen damit klar zu kommen, wie sehr er jedes Mal, weil er nunmal den Dauerzustand des verschlafen sein nicht ablegen wollte, das Offensichtliche übersah. Dennoch wollte sie es lieber nicht riskieren, erwischt zu werden und drehte sich während der kurzen Ansprache, die hauptsächlich aus Anweisungen bestand, vorerst von ihm weg.

      Eine Challenge also. Etwas anderes hatte sie zwar nicht erwartet, aber das die Gruppenchoreographie mit einem Interview kombiniert wurde, ließ selbst sie leicht verwundert erscheinen. Eigentlich zeigte es aber nur, wie ernst die Sache diesmal schien. Also hieß es wirklich, alles oder nichts. Es würden die ersten Entscheidungen fallen und sie versicherte sich und allen in diesem Raum, dass sie keiner der Kanidaten werden würde, welche sich in geraumer Zeit von ihren Träumen verabschieden musste.
      Ihre Haltung war plötzlich nicht mehr so locker wie vorher und auch ihr Gesicht hatte das entspannte verloren. Ihr Pokerface machte sich auf ihren Zügen breit - dennoch schenkte sie Joon-tae ein aufrichtiges, breites Grinsen, als dieser ihr, wie sonst auch, viel Erfolg wünschte. Meist hatte sie ihm als Antwort nur ein abwinkendes lachen geschenkt. Diesmal jedoch machte sie sich die Mühe und erwiderte darauf: „Hals -und Beinbruch, Oppa“. Höchstwahrscheinlich hatte er über die Monate hinweg gemerkt, was für eine Streberin sie war und welche Eigenschaften diesem Dasein zuzuschreiben waren, welche in ihrem Charakter nicht zu übersehen waren. Sie war zielstrebig und bestimmt. Selbst ihre Zimmergenossinen wussten, dass sie, von dieser Sekunde an, keinen Spaß mehr verstand.

      Was ihr diesmal jedoch Sorge bereitete, war nicht der Tanz, an den sie sich sofort ranmachten, sondern das neue Element des Fernsehteams. Sie konnte nicht wirklich einschätzen, wieso ausgerechnet diese sie auf die nächste Stage vorbereiten konnten. Was wollte man mit Filmmaterial und Interviews bei Ihnen bezwecken?
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      I'd rather have flowers in my hair than diamonds around my neck

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    • Ein Schmunzeln kräuselte seine Lippen. Er hob die Hand nochmal und war dann mit seinen fünf Jungs in einen kleineren Übungsräumen verschwunden.
      Joon Tae dachte nicht viel darüber nach was ihn erwarten würde und was passieren würde. Zu viele Eventualitäten machten ihn nur müde. Was zählte war das hier und jetzt. Er kannte es nicht anders als das Beste aus der Situation zu machen. Und natürlich Alles zu geben. Dementsprechend motiviert war er auch als er im privaten Übungsraum für Zimmer 25 ankam.
      Naja nicht wirklich privat - berühmt waren sie noch nicht... aber LM Entertainment hatte genügend Räume und wahrscheinlich auch noch einiges an Kapazitäten für mehr Trainees, allerdings fuhren sie wohl eine andere Politik als größere Entertainment-Häuser. Meistens wurden die ungenutzten Trainingräume an Tanzakademien oder Privatpersonen vermietet oder konnten gebucht werden. Baek hatten den Raum am Ende eines Ganges entdeckt. Die Tür war hinter einer Säule versteckt, deswegen kamen kaum Trainees her. Seither war es sozusagen die private Trainingshalle der Jungs. Dort angekommen klatschte Joon-Tae zweimal in die Hände und die anderen Fünf schauten ihn erwartungsvoll an. Er hingegen hatte die Hände zusammengelegt und an seine Lippen gelegt, er hielt die Luft an. Stille machte sich für einige Sekunden breit. Do-Hun hatte glitzernde Augen und sah aus als würde er gleich vor Spannung platzen. Yong-Ho war die Ruhe selbst, aber auch ihm sah man an, dass er angespannt war. Tae stieß die verbrauchte Luft in seinen Lungen aus und senkte die Hände. "Und was machen wir jetzt?" Als Antwort erhielt er enttäuschtes und genervtes Stöhnen. "Hyung! Hast du etwa nicht gehört was die da eben gesagt haben? Das ist UNSERE Chance!" Baek fuchtelte wie auf Crack mit seinen Händen um seiner Euphorie Ausdruck zu verleihen. Ki-Ha hüpfte nervös auf und ab. Jin-Hoo hingegen hörte gar nicht mehr zu und war bereits in seiner eigenen Welt abgetaucht. Er machte einige langsame Bewegungen, wahrscheinlich versuchte er sich gerade eine Choreographie auszudenken. Yong-Ho sah ihm konzentriert dabei zu. Die Zwei waren der Gegenpol von Ki-Ha und Baeks aufgedrehter Art. Ohne Sie wäre die Gruppe viel zu überdreht. "Wir haben nur DREI Stunden!!!" Ki-Ha war komplett am ausrasten und fuhr sich gestresst durchs Haar. "Oh my god!" rief er ständig in seinem harten koreanischen Akzent und wanderte durch den Raum. "Reiß dich zusammen Ki-Ha." knurrte Yong-Ho, der den Jüngeren zwar nicht angesehen hatte aber wohl von den schlechten Schwingungen gereizt war. Do-Hun hingegen schlenderte zur Musikanlage und schaltete sie an. "... zu dem man einfach Tanzen muss." sprach eine Stimme aus den Lautsprechern. Alle hatten die Köpfe zu den Boxen gewandt und aufgehört sich zu bewegen. Ko Ko Bop von EXO erklang kurz darauf und Do-Huns Lippen verzogen sich zu einem verschwörerischen Lächeln. "Ya. Jin-hyung, überleg dir zu diesem Song eine Choreo." Do wippte mit dem Kopf und bewegte sich zur Musik. Es schien als wäre die allgemeine Nervosität und Anspannung aus den Jungs gewichen, jeder hatte zumindest ein kleines Lächeln auf den Lippen.

      Jin und Tae waren in der Gruppe die Tanztalente, weswegen auch sie das choreografieren übernahmen und sich zusammen etwas ausdachten und die anderen korrigierten wenn nötig. Wobei Jin sehr viel strenger zu seinen Freunden war als Tae, weswegen alle - das bedeutete eigentlich nur Baek, Ki-Ha und Do-Hun - vor allem Do-Hun, zu Tae rannten. Das endete im Normalfall damit, dass Taes Bauch schmerzte, seine Wangen gerötet waren und seine Glieder nur noch mehr schmerzten als normales Training ihn zermürbt hätten. Die Drei waren hoffnungslose Vollchaoten bei denen er nicht ernst bleiben konnte, wie sehr er es auch versuchte. Jin war viel autoritärer und hatte keine Probleme damit die anderen einzuschüchtern, wenn es nötig war. Heute jedoch rissen sich alle zusammen ohne, dass Jin auch nur ein Wort sagen musste.

      Jin hatte bereits viele bereits einstudierte Moves in die Choreo gebracht, sodass ein grobes Gerüst entstanden war. Taes Hauptaufgabe war nun das Finetuning. Er wandelte einige Bewegungen ab und fügte gänzlich neue hinzu. Zu komplexe Choreos konnten die beiden sich nicht ausdenken, denn dafür war einfach zu wenig Zeit. Dennoch waren die beiden mit den ersten Durchläufen relativ zufrieden. Volle zwei Stunden hatten sie aufgewendet um einen Tanz einzustudieren, den sie sich förmlich aus den Fingern gezogen hatten.



      Tae war stolz auf seine Jungs. Hätten sie nicht alle an einem Strang gezogen und einen kühlen Kopf bewahrt, dann wäre diese Challenge in die Hose gegangen. Vorallem Yong-Ho hatte dazu beigetragen, dass alle ruhig blieben und einfach weiter machten, statt den Kopf in den Sand zu stecken. Der Zweitälteste war so fokusiert, souverän und selbstbewusst, dass er die anderen damit ansteckte, ihr Bestes zu geben und nicht in Verzweiflung unter zu gehen. Der Wecker den Do-Hun gestellt hatte um in der Zeit zu bleiben klingelte genau dann, als die Gruppe ihren letzten Move machten. Sie blieben eine Sekunde noch so stehen ehe sie sich schwer atmend entspannten. Tae klatschte in die Hände und die anderen fielen mit ein. "Gut gemacht Jungs!" lobte er seine Zimmergenossen. Ein Seufzen ging durch die Runde und ein paar von ihnen ließen sich auf den Boden fallen. Tae wischte sich gerade den Schweiß aus den Augen als Do-Hun ein lautes "UWAAAH!" ausstieß und auf Yong-Ho deutete. Alle drehten sich zu Yong-Ho der ein breites Grinsen im sonst immer ernsten Gesicht hatte. "Woah! Yong-Ho!" rief Baek und legte dem Älteren eine Hand auf die Schulter. "Was ist denn mit deinem Gesicht passiert?!" er knief Yong-Ho in die Backe. "Scheint als sei er zufrieden zu sein." ein leises Lachen kam aus Jins Kehle. Jin und Yong-Ho kannten sich am längsten und verstanden sich auch ohne Worte - Yong-Ho schien sowieso wortlos zu kommunizieren und das obwohl seine Stimme einzigartig war! Auch jetzt sagte er nichts und grinste noch ein bisschen vor sich her.

      Nachdem Jin die Jungs zur Eile zwang. Sie hatten kaum mehr eine Stunde Zeit um sich in Stage-Klamotten zu werfen und das Make-Up aufzulegen - das war Taes meist gehasste Aufgabe überhaupt. Er sehnte sich bereits nach genügend Ruhm um das von jemandem gemacht zu bekommen -oder besser- konnte man das nicht einfach ganz weglassen? Er sah an sich sowieso kaum einen Unterschied nachdem ihm einige Looks gezeigt worden waren. Nach einer Katzenwäsche fand Joon-Tae bereits Kleidung auf seinem Bett liegen. Noch eingepackt in Plastik nahm er es an sich - das war wirklich neu. Normalerweise gingen alle in die Kostümabteilung und suchten sich passende Klamotten raus. Diesmal waren es scheinbar neue Kleidung - ob die CEOs da oben gerade die Spendierhosen an hatten? Was war denn los? Ohne weiter darüber nachzudenken packte er die Kleidung aus der weißen Plastikhülle aus. Er hob eine Braue und streckte das Set an Kleidungsstücken vor sich aus. Do-Hun kam gerade mit Ki-Ha und Yong-Ho ins Zimmer. "Gehst du wieder zur Schule Tae-hyung?" neckte rothaarige seinen älteren Kommilitonen. Tae verzog das Gesicht und bedeutete Ki-Ha mit einer Kopfbewegung, dass er sich seine eigenen Kleider mal ansehen sollte. Auch die anderen hatten die gleiche Kleidung bekommen. Ein weißes Hemd mit Sakko und Hosen in Weinrot. Auf dem Sakko prangte natürlich das Emblem von LM Entertainment - nicht zu übersehen. Es schien ganz so, als würde LM tatsächlich eine Show aus dieser Challenge machen. Jetzt schon. Tae fühlte sich hintergangen. Es gefiel ihm nicht ins kalte Wasser geschmissen zu werden. Klar, er war in den letzten Monaten oft ins kalte Wasser gestoßen worden - manchmal sogar wortwörtlich, aber das hier... das hier roch nach TATSÄCHLICH öffentlich werden! Sollte man ihnen das nicht wenigstens vorher ankündigen?

      Er stand im Zimmer und starrte die Uniform mit zusammengezogenen Brauen an, so als könnte er mit seinen Augen ein Loch in den Stoff brennen. Do-Hun zwang ihn aus der Starre raus als er ihm auf die Schulter klopfte. "Das gibt Falten Hyung." Do zwinkerte. "Lass uns das rocken!" Tae seufzte. Er fühlte sich nicht bereit für die Öffentlichkeit. Aber es widerstrebte ihn auch, alles zu canceln und seine Jungs hängen zu lassen.

      Es dauerte nicht lange sich einzukleiden, vorallem nicht wenn die Zeit zu rennen schien. Noch etwa 40 Minuten blieben ihnen Zeit sich im "Beautysalon" einzufinden und das Nötigste am Styling zu verbessern. Tae würde sich definitv nicht lange mit Make Up und dem ganzen Mädchenkram beschäftigen... Dennoch war es das erste was er tun sollte. In der Halle waren bereits der Großteil der anderen Trainees anwesend. Die Mädchen schminkten sich teilweise gegenseitig - alle in höchster Eile. Auch sie waren in Schuluniformen gekleidet, gleiches Rot, Bluse, Blazer und Rock. Tae musste gestehen, sie sahen darin wirklich heiß aus. Seine Augen wanderten wie automatisch durch den Raum. Aber ehe er So-Min entdecken konnte stand Mrs. Park plötzlich neben ihm und ermahnte ihn auf die Uhr an ihrem schlanken Handgelenk tippend: "Beeilen sie sich! in 35 Minuten ist hier Schluss." Als er sich zu ihr wandte und die Frau mittleren Alters mit perfekt geschminktem Gesicht in das seine blicken konnte, weiteten sich ihre Augen um wenige Millimeter. "Ah, Mr. Kang. Sie sinds." sagte sie dann und schenkte ihm ein kleines Lächeln. Tae bezweifelte, dass sie sich die Namen aller Trainees wusste. "Sollten sie Hilfe benötigen, geben sie bescheid. Aber ich glaube sie werden nicht lange brauchen. Richten Sie nur ihre Haare." Und schon war sie wieder fort um den anderen über die Schulter zu sehen und hier und da noch etwas zu korrigieren. Leicht kopfschüttelnd suchte sich Joon-Tae einen freien Platz und schnappte sich alles was er benötigen würde - was wenig war. Sie alle hatten gelernt, dass man bei Scheinwerferlicht anders aussah als normal und dies daher mit Make-Up ausgeglichen werden müsse... Was auch immer. Dachte er sich und machte sich ans Werk.

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    • So-min hatte es sich, wenn sie ehrlich sein musste, vollkommen anders vorgestellt, endlich die Chance zu bekommen ihr Können nicht nur unter Beweis stellen zu dürfen, sondern dafür auch die höchste Belohnung von allen zu erlangen - zu debütieren. Wie hatte sie sich das Ganze ausgemalt? Natürlich vor allem aufregender, nervenaufreibender und irgendwie hatte sie geglaubt, sie würde wenigstens ein leichtes kribbeln auf der Haut spüren, aber nicht einmal das schien ihr Körper ihr geben zu wollen. Was genau sie fühlte, wusste sie nicht bzw. würde sie jetzt, in diesem Moment darüber ausgefragt werden, wie es ihr erginge, hätte sie keine klare Antwort darauf. Vielleicht prasselten viel zu viele Eindrücke gleichzeitig auf ihr Hirn ein, sodass sich dieses abgeschaltet und darauf beschränkt hatte, weitestgehend so zu funktionieren, dass sie tun konnte, was ihnen aufgetragen worden war.
      Ohne groß Zeit damit verschwenden zu wollen, Ansprachen darüber zu halten, was hier für sie auf dem Spiel stand - da sie fälschlicherweise geglaubte hatte, dass sich alle wortlos verstanden, so wie sie es auch sonst immer gewöhnt gewesen war, positionierte sie sich in mitten des leeren Trainingsraumes und blinzelte für einige Sekunden in den großen Spiegel. Nun war die Zeit dafür gekommen, die Fähigkeiten einzusetzen, mit denen die meisten, die die Mädchen seit Tag eins kannten, vertraut waren. Wenn es um Trainingseinheiten ging, waren die, sonst so zielstrebigen Mädchen, ein buntes Gemisch, welches sich ohne Gemisch verstandene. Eigentlich konnten sie nicht unterschiedlicher sein - dennoch verband sie ein Ziel und dieses würde einigen von ihnen ermöglichen, dorthin zu gelangen, wovon sie ihr halbes Leben geträumt hatten. Nach oben würden sie kommen können. Da, wo nur die ganz großen etwas zu suchen hatten. Bigbang, Sunmi, Exo, Super Junior - die Liste war endlos und sie wollte verdammt nochmal Teil von dieser werden. Sie war bereit und würde all ihre Kraft in diese Challenge stecken. Als würde es um ihr Leben gehen, denn fuck, es ging um ihr Leben! Darauf hatte sie, seit sie denken konnte, hingearbeitet. Nichts durfte schief gehen. Rein gar nichts. Sie hatte nicht umsonst ihr Leben in den Vereinigten Staaten hinter sich gelassen und war als junger Teenager zurück in ihr Heimatland gekommen. Sie hatte alles für diesen Traum aufgegeben, weshalb sie auch alles dafür geben würde.

      Sie atmete tief ein und wieder aus, fuhr sich schnell mit der Hand über das Haar, damit es ihr nicht mehr störend im Gesicht hing und gleich darauf klatschte sie mit einem motivierten Lächeln in die Gruppe. Sofort stutzte sie. Ok. Was war hier los.

      Nein. Nein. Nein. Nein. Nein!

      „You have got to be kidding me“
      Wirklich wundern tat es sie nicht, dass ihr Schicksal ihr, mal wieder, einen Strich durch die Rechnung machte. Anders war es nicht zu erwarten gewesen. Die sonst so, in der Gruppenphase homogene und harmonisch fungierende Truppe, war nicht mehr wieder zu erkennen. Nach gut Fünf Minuten im schallenden Raum, war bereits die Hölle ausgebrochen. Was um alles in der Welt war hier los. Sie hatte höchstens ein paar Minuten angeschaltet, um sich zu fangen. Wie war es möglich, dass sich in dieser Heir solch ein Chaos gebildet hatte? Was war bloß in die Mädchen geraten und verdammt, wie sollte ausgerechnet sie, die ein Einfühlungsvermögen von null hatte, diese Situation wieder gerade biegen.

      Ungläubig schenkte sie jeder einzelnen, ihrer Freundinnen skeptische Gesichtszüge ihrerseits. Diesen durfte sie sich in diesem Moment zu recht erlauben. Ji-ae, Hani und Tzu-yu bekamen diese Tatsache erst gar nicht mit. Die einzige, die sich scheinbar am Riemen gerissen hatte, war ihre Unnie, Mi-ran und die Amerikanerin liebte sie dafür. Weiterhelfen tat sie aber nicht wirklich. Ein kurzer Austausch von Blicken reichte aus, um zu klären, das auch die älteste genauso planlos war.

      Verzweifelt seufzte sie laut hörbar. Niemand beachtete sie. Was hatte sie in ihrem bisherigen Leben falsch gemacht, damit ihr das nun angetan wurde, fragte sie sich entnervt. Wie ein Pflaster würde sie, schnell und schmerzhaft, alle wieder zur Besinnung bringen müssen. Auf hate würde sie sich danach sichern bereit machen - verständlicherweise hoffte sie darauf, das ihr das erspart bliebe. Bei dem Temparament eher unwahrscheinlich. Nach der challenge würde sie bestimmt in Stücken gerissen werden. Wenn sie ehrlich sein musste, hatte sie am eigentlich nur Angst vor Ji-ae, auch wenn Hani, manchmal (leider er öfter, als weniger) ein echtes Biest sein konnte. Die beiden waren im Augenblick in ein feuriges Gespräch miteinander verwickelt, von dem weder die älteste der Gruppe, noch So-min etwas zutun haben wollte. Am Ende würde sie sich nur wieder eine fangen. Ja. Wieder.
      Deshalb war die Entscheidung schnell gefallen, wer als erstes aus seiner Trance befreit werden würde: das neuste Mitglied des Zimmers. Das Küken. Der zweite internationale Trainee, neben ihrer wenigkeit. Tzu-yu kam aus Taiwan. Sie war sehr jung unter Vertrag genommen worden. Die Möglichkeit war eher gering, dass sie Teil der neuen Gruppe wurde. Süße 15 1/2 war sie nämlich ein erst, trotzdem sah man ihr schon jetzt das Berümtsein an. Nötig war es nicht, ihr näher als einen Meter zu kommen, um sich klar werden zu lassen, wie perfekt die Haut des Mädchens war. Sie hatte das Gesicht einer Puppe und ebenso die Züge einer. Glänzende Schwarze Haare (die Stylistinen der Company hatten sich noch nicht mit Bleaching an ihren Haaren vergriffen). Aus welchem Grund auch immer, aber So-min wusste immer, wenn sich Tzu-yu in ihrer Nähe befand. Sie roch nach Minze, Pfirsichen und einem Geruch, den sie zwar nicht identifizieren konnte, aber sie konnte ihn als einen deuten, der einen bitteren Nachgeschmack hatte, bekam man ihn auch nur für einen kurzen Moment in die Nase. Ihre Nervosität war ihr Wort wörtlich in das kleine Gesicht geschrieben - denn sie weinte. Nein. Sie heulte. Tränen und ew, war das Rotz? Leicht verzog So-min ihre Züge. Das durfte doch alles nicht war sein. Konnte sie freundlicherweise jemand kneifen, damit sie sich auch sicher war, dass dies hier kein Albtraum war. Bitte? Vor allem die jüngste hatte doch nichts zu verlieren.

      Langsam aber sicher wurde sie wütend. Mehr als wütend. Verdammt nochmal, fuchsteufelswild! Kurzerhand stapfte sie zu ihrem Handy, verband dieses über Bluetooth mit der nächstbesten Box und ließ ohne Vorwarnung ein Lied laufen. Die Lautstärke hatte sie gefühlt auf 500 gedreht, denn selbst ihre Ohren schmerzten etwas, als ihr mit offenen Mündern endlich Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

      „another boyband. Ist es das, was ihr wollt?“ schrie sie in die Halle. Ihre Stimmen echote noch lauter als zuvor, da nun endlich stille unter den Mädchen eingekehrte war. „Nein? Gut, dann haben wir das ja geklärt“ schnaufte sie und trat näher an die anderen heran. Manchmal mussten die Mädels nur wachgerüttelt werden. Die Panik musste jetzt nunmal, fürs erste, in den Hintergrund gedrängt werden, sonst würden sie sich alles versauen. Hoffentlich verstanden nun alle, das jede Sekunde genutzt werden musste.

      Und das taten sie auch. Nach ihrem kurzen ausraster, war alles beim Alten. Sie hatten sich schon lange auf diesen Tag vorbereitet. Sie wussten welches Lied sie nehmen würden und sie kannten ihre Choreografie, an der schon Wochen herum gefeilt worden war. Zwar war sie noch nicht perfekt, aber die letzten Stunden würden genutzt um sie perfekt werden zu lassen. Sunmi Unnie hatte ihnen schon oft aus dunklen Situationen geholfen. Ihr zu ehren hatten sie sich für eines ihrer Songs entschieden. Heroine. Dieser Hit verband alles, wofür sie stehen wollte. Eine gute Stimme, eine, die ihnen viel Freiheit für den Tanz erlaubt hatte. Sex sells war die Devise, scherzte Ji-ae oft, aber in diesem Fall dominierte reines Talent - .. und ja, sie sahen alle gut aus. Etwas, was sie heute auch niemanden vergessen lassen wollten. Fuck yea!



      Relativ zufrieden pustete sie außer Atem die Luft aus ihren trockenen Lungen. Das sollte reichen um die Trainer und Manger umzuhauen. Das Interview team wurde natürlich auch nicht vergessen. Zeit fürs Styling musste freigeschaufelt werden, deshalb sie sich mit reinem Gewissen und vor allem verschwitzt schnell in Richtung duschen machten. Zum Glück waren sie gut darin, Zeit richtig einzuteilen. Drei Stunden war nicht wirklich ein gerechter Rahmen, in dem viel geschafft werden könnte. Wahrscheinlich war das allen Prüfern bewusste. Ebenso dem Kamerateam, denn alle wollten etwas zu sehen bekommen. Und das würden sie verdammt nochmal auch.
      Wieder aufgefrischt in ihrem Zimmer angekommen beäugte sie die Kleidung, die fast schon von allen ausgepackt wurde. Schuluniformen. Ein Klischee schlechthin, aber eigentlich wurde ihnen schon von dem Moment verraten, was hier vorsich ging, als die Spielregeln von Mrs. Park geändert wurden. Ziemlich fies - im showbiz leider normal. Hoffentlich etwas, woran sie sich gewöhnen durfte. Auf weitere Überraschungen möchte sie trotzdem lieber verzichten.

      Auf dem Weg zur nächsten Anlaufstelle, sprachen die Mädchen aufgeregt über Make-up und in welche Richtung sie mit diesem gehen wollten. Dort angekommen war es schon relativ voll. Alle in der selben Kleidung. Es war beinahe lustig. Sie trugen alle das selbe und würden in den gleichen Topf geworfen werden. Hilfe. Sie wurde verrückt. Eigentlich sollten ihr Körper schlottern. Stattdessen schminkte sie konzentriert an Hani herum, gleichzeitig dachte sie sich, scheiße, mussten diese Röcke immer so verdammt kurz sein. Eine kurze schwarze Hose, unter dem Witz, der sich Kleidungsstück nannte, bedeckte gerade so ihren Allerwertesten und schützte sie gleichzeitig vor der vollkommenen Nacktheit. „Unnie, versau mir ja nicht mein Gesicht, mit deinen schmutzigen Gedanken an einen gewissen jemand.“ - Es war ermüdend, wie einfach es ihren Freunden viel, Joontae in jeden Satz zu integrieren, der mit ihr ausgetauscht wurde. Die angesprochenen streckte ihr nur die Zunge raus „Keine Sorge, es ist ja nicht so, als würde Unnie noch viel Möglichkeit zum versauen haben“ sagte sie nüchernd und zog eine Augenbraue herausfordernd in die höhe. Die jüngere zischte nur empört und griff sich den Eyelinern aus ihrer Hand. So-min konnte burn kichern. Heute schob sie alles auf die Anspannung, welche durch den Wettkampf entstanden ist und förmlich im Raum zu riechen war.

      Apropos Tae - wo trieben sich er und seine Truppe rum? Jeden hier in diesem Aufzug zu sehen, machte sie neugierig darauf, ihn darin zu sehen - und, wenn sie zugeben musste, würde sie auch gerne (vielleicht nur ein kleines bisschen) sein Gesicht sehen wollen, wenn er sie so sah. Die meiste Zeit hatten sie nämlich keine Zeit sich schick zu machen und groß Mühe machte man sich nur selten für Aktivitäten außerhalb der Trainingsräume. Wenn diese überhaupt mal erlaubt werden würden. Ihre Augen wanderten durch die Menge, neugierig blinzelte sie in die Züge anderer bis eine strenge Gestalt sich zwischen sie und der Masse stellte. Mrs. Park. Natürlich. Wer sonst. „Augen nach vorne So-minie“ kam es ihr erbarmungslos von den Lippen. Diese Frau konnte mit ihrem Ton töten. Von ihrem Blick wollte sie erst gar nicht anfangen. Kampflos gab sie sich sofort geschlagen und senkte den Kopf nickend „Für sowas hast du noch dein ganzes Leben lang Zeit. Spar dir deine Kraft für euren Auftritt“.

      Weise Worte, von der meist so verhassten Frau, die immer etwas zu meckern hatte. Sie hatte recht. Sie war nun die jenige, die sich in Erinnerung rufen musste, was ihr auf dem Spiel stand. Vier und heute konnte sie aktiv ihre Zukunft verändern. Nicht morgen, nicht nächste Woche oder in ein paar Jahren. Heute. Fucking today.

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    • Drei lausige Stunden. Das war alles was man Ihnen gegeben hatte um sich für einen Auftritt vorzubereiten. Joon-Tae konnte nicht umhin zu glauben, dass LM Entertainment nicht einfach eine Trainingssituation der anderen Art geschaffen hatte, sondern das Videomaterial irgendwie zu nutzen... Wahrscheinlich würde das irgendwann seinen Weg an die Öffentlichkeit finden. Und ganz ehrlich, er hatte sich immer über Predebute videos amüsiert und nicht selten lustig gemacht. Anders bei ihnen war aber, dass sie Zeit hatten sich vorzubereiten. Er schüttelte den Gedanken von peinlichen Videos wieder ab und fokussierte sich auf seine Haare.
      Mittlerweile war sein rotbrauner Schopf trocken und er konnte sie mit etwas Wachs in Form bringen. Er wärmte die Paste zwischen seinen Fingern auf und sah etwas fragend in den Spiegel. Was sollte er mit ihnen anstellen? Stirn oder keine Stirn? Was war gerade Trend? An der Unterlippe beißend fuhr Joon-Tae sich durchs Haar. Er hatte sich für den classic-chic look entschieden und strich die Haare links glatt. Der Rest durfte ihm halb ins Gesicht hängen. Er zupfte noch einmal kurz an einigen Strähnen ehe er damit zufrieden war. Perfekt würde sein Make-Over nicht bezeichnen, das konnten die Mädels und vorallem Visagistinnen sehr viel besser als er. Aber für die kurze Zeit, nicht so schlecht. Gerade wollte er sich umdrehen als er im Spiegel So-Min vorbeihuschen sah. Doch kaum, dass er sich umgewandt hatte, war sie in der Menge verschwunden.
      Sie hatte wie alle anderen auch, eine Schuluniform an. Wobei so konnte man das bei den weiblichen Trainees nicht wirklich bezeichnen, denn keine Schule würde solch sündhaft kurzen Röcke dulden. Jedenfalls... suchte er gerade nur nach ihrem Rock, als auch schon das Läuten erklang, welches angab, dass sie alle noch 5 Minuten hatten bevor der Vorhang fiel. Plötzlich schlug die allgemeine Geschäftigkeit in reine Panik um. Wenn man nicht schon vorher die Anspannung gespürt hatte, dann spürte man sie jetzt. Ki-Ha war ein vollkommenes Wrack. Seine Stimme schien eine Oktave höher zu werden und Tae war froh, dass es keine Gesangschallenge war. Do-Hun versuchte ruhig zu bleiben, aber seine Hände zitterten während er sich die letzten Strähnen auf seinem hellbraunen Schopf zurecht... rupfte.

      Ein weiteres Mal ertönte die Glocke. Einige stöhnten abgehetzt auf, ließen aber alles stehen und liegen denn einer der strikten Regeln bei LM Entertainment lautete: Wenn es Zeit war auf die Bühne zu kommen, dann gab es nichts was dich davon abhalten wird die Bühne zu betreten. Perform or go home.

      Am anderen Ende der Halle standen einige vom Personal, mit Headset und allem was dazugehörte. Es sah ernst aus. So ernst, dass auch ihm das Herz bis zum Hals zu schlagen schien. Jeder hatte den Bühnenraum mindestens ein dutzend mal von innen gesehen, so oft wie sie dort schon geprobt hatten und so taten als wären sie bereits Idols denen man zujubelte... und doch sah heute alles anders aus. Die Bühne war perfekt ausgeleuchtet. Eine große LED-Wand war aufgestellt und weitere dekorative Lämpchen waren mit ins Bühnenbild integriert worden. So, als wäre sie kein Proberaum, sondern eine waschechte Fernsehstage in irgendeiner Konzerthalle. Außerdem gab es ein Kamerateam, dass sich vor der Bühne platziert hatte. So wie weitere links und rechts davon. Drei Kameras für so eine kleine Bühne war schon dekadent. Joon-Tae war nicht der Einzige dem fast der Mund offen stehen blieb. Aufgeregtes Getuschel war zu hören, als sie alle in den Bühnensaal betraten und dort vom Personal angewiesen bekamen, sich auf die Sitzplätze zu verteilen. Joon-Tae saß zwischen Jin-Hoo und Do-Hun. "Was geht hier ab?!" Wollte Beak wissen als er sich zu seinen Freunden vorbeugte und sie alle in einem Flüsterton fragte. Jin-Hoo zuckte nur mit den Schultern. "Ist noch nie vorgekommen. Wir sind genauso schlau wie du." Yong-Ho saß merklich angespannt in seinem Sitz neben dem Ältesten der Gruppe. Seine Augen waren auf der Bühne fixiert, so sehr, dass es aussah als wäre er zu einer Statue erstarrt.

      Das Geflüster verstummte als die Lichter anfingen sich zu bewegen und zu blinken. Musik setzte ein und Woo Ma-Wang höchst persönlich trat ins Scheinwerferlicht. Mit einem Lächeln lief er mit beschwingtem Schritt in die Mitte der Bühne und ließ sich mit lautem Beifall begrüßen. "oh mein gott. We are fucked." stieß Beak mit einem Stöhnen aus. Joon-Tae hatte den CEO von LM Entertainment noch nie persönlich gesehen. Klar, man sah ihn ab und zu im Fernsehen, auf Fotos, Zeitungsartikeln und derartiges. Aber seit Tae hier als Trainee angefangen hatte, war ihm Mr. Woo nie über dem Weg gelaufen. Man spürte, dass dieser Mann für die Bühne geboren wurde. Charisma, Ausstrahlung, perfektes Aussehen. Er war schlichtweg die Personifizierung von all den Eigenschaften, die die Trainees sich aneignen mussten. Manche mehr und manche weniger.

      "Hello Boys and Girls!" Das Lächeln des Mannes auf der Bühne wurde breiter als der Beifall etwas mehr an anschwoll. Er hob die Hände um sein Publikum zu beruhigen. "Danke euch." Das Klatschen verebbte und eine Sekunde schien Mr. Woo die Stille zu genießen - sichtlich zu genießen. Oder war es um die Trainees ein wenig mehr auf die Folter zu spannen? Tae konnte sehen, dass die Kameras nicht filmten. Noch nicht. "Einige von euch kennen mich schon. Andere hingegen sind erst vor kurzem zu uns gestoßen." Ein charmantes entschuldigendes Lächeln zog sich über seine Lippen. "Daher erst einmal ein herzliches Willkommen in unserer LM Family!" Woo schwang die Faust in die Höhe und rief dabei sein berühmt berüchtigtes "YEAH!!" aus. Natürlich war Joon-Tae einer derjenigen die angesprochen wurde und auch er fiel mit in das kurze Klatschen mit ein.
      "Und willkommen an euch alle, an diesem grandiosen Tag voller Überraschungen!"
      In der Tat. Der Tag war eine einzige Überraschung. Und Tae war sich sicher, dass das noch lange nicht alles war. Nicht wenn Mr. CEO hier vor Ihnen stand. In einem dunkelroten Anzug, so als würde er eine Show moderieren, die Live übertragen wurde. Sein Magen drehte sich bei dem Gedanken um. Live. Im Fernsehen. Dafür waren sie nicht vorbereitet, nicht bereit! Klar, er war der Typ der einfach machte statt sich groß vorzubereiten. Spontan und Selbstsicher. Das war er, doch das hier war selbst für ihn, mehr als nur ein Sprung ins kalte Wasser. Es wäre ein Sprung ins verdammte Haifischbecken! Ein kleiner Fehler und das Publikum würde ihn in Fetzen reißen. Bye Bye Showbiz. Koreaner waren da erbarmungslos.
      "Ihr fragt euch sicher was noch auf euch zu kommt. Mr. Kim und Mrs. Park haben euch bereits verraten, dass es heute ein Interview und eine Dancechallenge geben wird."
      Er machte eine kurze Pause um in die Runde zu schauen.
      "Und, dass wir dies filmen werden."
      Tae konnte sich gut vorstellen, dass nicht nur die Gesichter seiner Gruppenmitglieder an Farbe verloren hatten. Denn alle waren gespannt auf die nächsten Worte des Mannes auf der Bühne vor ihnen. Jetzt musste eine Mr. Woo sich erklären. Besonders, da keiner zu klatschen begonnen hatte. Mr. Woo schien darauf vorbereitet gewesen zu sein und fuhr ohne sich etwas anmerken zu lassen, fort.
      "Wir werden das Material nutzen um kurz vor der Entscheidung einige Schnitte davon zu veröffentlichen."
      Ein Schmunzeln blieb auf seinen Lippen als er den Satz beendete und der Saal in Getuschel verfiel.
      "Also ist es wahr!" "Es wird eine neue Band geformt!" "Oh mein Gott!" "Hast du das gehört?!" "Das ist meine Chance!"
      Selbst seine Zimmergenossen fielen mit ein. Natürlich hatte er gehört was Woo Ma-Wang da gesagt hatte. Und ja, die Gerüchte hatten sich letztendlich bestätigt. Aber wieso überraschte das hier alle? Sie waren hier um zu debütieren. Oder nicht? Joon-Tae schüttelte nur den Kopf und ließ sie aufgeregt miteinander flüstern. Er hingegen war nur erleichtert nicht Live gehen zu müssen. So erleichtert, dass er sich auf seinem Sitz entspannte. Alles war in bester Ordnung, nichts worüber man sich aufregen musste. Er musste bloß sein Bestes geben. Nur das. Er legte seinen Kopf in den Nacken und hatte kurz die Augen geschlossen. Alles war gut. Dann drehte er sich herum, hatte er nicht eben So-Mins Stimme gehört? Ja, da war sie. Umringt von ihren Mädchen, die untereinander aufgeregt miteinander diskutierten. Er schenkte ihr ein verschwörerisches Lächeln als ihre Blicke sich trafen.
      "Easy Publicity." warf Tae zusammenhangslos in die Runde und wandte sich wieder seinen Jungs zu. Ki-Ha sah ihn mit Fragezeichen in den Augen an. "Hyung?" Yong-Ho nickte nur mit verschrenkten Armen. Er war aus seiner Starre erwacht und war sichtlich entspannter. Jin-Hoo hatte seine Ellenbogen auf die Knie abgestützt und starrte weiterhin auf die Bühne. Er schien in Gedanken versunken zu sein, das tat er öfters, daher machte sich Tae keine Sorgen um den Ältesten. Musste wohl ein Alte-Männer-Ding sein. Tae zuckte mit den Schultern. "Es wird einfacher für die Debütierenden sein, wenn die Zuschauer der Show bereits einen Einblick bekommen. LM wird sicher die Debütierenden im guten Licht dastehen lassen. Natürlich werden die meisten auf den Zug aufspringen." Yong-Ho hatte das erklären übernommen. Ki-Has Augen weiteten sich. Die Fragezeichen hatten sich in Ausrufezeichen verwandelt. "Brain!" Joon Tae lachte leise und legte die Stirn in seine Hand. "Oh Ki-Ha..." murmelte er.
      "Ich hoffe ihr gebt euer aller bestes heute!" Mr. Woos Stimme erklang wieder durch die Lautsprecher und die Trainees horchten wieder auf. Nach einigen weiteren motivierenden Worten des CEOs beendete er seine Rede mit den Worten: "Und nun, seit schön brav und befolgt die Anweisungen meines Teams. Ich wünsche euch viel Spaß und vorallem viele neue Eindrücke und Erfahrungen! Wir sehen uns später! Cheerio guys!" Mr. Woo hob die Hand zum Abschied und wandte sich schwungvoll vom Publikum ab. Natürlich wurde sein Abgang mit Musik unterlegt. Wie in einer echten Show. Man spürte förmlich wie energiegeladen der Saal geworden war. Die Ängste und Sorgen waren wie weggeblasen.
      Mr. Kim und Mrs. Park ersetzten den CEOs, konnten allerdings noch nicht einmal zu Zweit das Charisma und die Präsenz Ihres Chefs ausstrahlen.

      Gruppenweise würden Sie die Interviews durchlaufen. Einfache Interviews. Wie ist dein Name? Wie alt bist du? Woher kommst du? Wie bist du zu LM gekommen? Was sind deine Träume? Was treibt dich an? Was ist deine Message für deine Fans?
      Gut, letzteres war eine komische Frage. Nur wenige hatten "Fans", aber laut Mr. Kim sollte man einfach so tun als hätte man bereits welche... Wie sollte man denn das anstellen? Tae würde schon etwas einfallen, spontan, wie immer. Seine Truppe würde nach der von So-Min dran kommen. Die Organisatoren wollten die Interviews mischen - weiblich, männlich, weiblich etc.
    • Das Adrenalin hatte nun endgültig jeden Zentimeter ihres Körpers erreicht. Sie könnte schwören, dass sie es sogar in den Fingerspitzen spürte. Nach all den Jahren harter Arbeit. Des alltäglichen vergießens von Blut und Schweiß, konnte sie einfach nicht fassen, dass es endlich so weit war. Vor Vorfreude würde sie am liebsten schreien, aber sich gleichzeitig auch gerne in die dunkelste Ecke verkriechen, denn immerhin stand heute alles auf dem Spiel. Für einige wenige unter ihnen, wäre es bestimmt kein Weltuntergang, nicht in die nächste Runde zu kommen. Ein zerkratztes Ego höchstens. So-min untertrieb, wenn sie sagte, es würde das Ende der Welt für sie bedeuten. Ein Fehler und ihr Traum, Karriere zu machen, würde - poof - zerplatzen.

      Perform or go home? Sie wünschte, sich an die Zeit zurück erinnern zu können, in der sie noch so positiv gedacht hatte. Nur ganz selten verliefen sich manchmal noch Erinnerungen von früher in ihr Gedächtnis zurück. Dunkel kamen ihr Fetzten vor das bildliche Auge. Als So-min und ihre kleine Schwester noch viel jünger gewesen waren und ihre Eltern, aufgrund ihrer Jobs, kaum Zuhause waren, wurden sie von einer relativ jungen Frau betreut. Ob das Mädchen sie gemocht hatte, wusste sie nicht mehr so wirklich. Das einzige, was sie nie vergessen würde, waren die Ratschläge, die sie bekommen hatte. An einem hatte sie versucht so lange es nur möglich war, festzuhalten, bis ihre Mutter diesen, mit nur einem Wort in Stücke gerissen hatte. So-min hatte schon früh den Perfektionismus ihrer Eltern bemerkt. Fehler waren nicht akzeptabel. Fehler waren für andere Menschen, aber nichts für die Familie Jung. Deshalb war sie auch um so überraschter, als man ihr sagte, make as many mistakes as possible. Mistakes are good. The more, the better. Millions of them - cause all those mistakes become experiences.

      - Wie gesagt, Mrs Jung hatte für diese Worte nicht viel übrig gehabt und ihrer Tochter schnell Vernunft eingeredet. Natürlich auf ihre Art und weise. Das Ergebnis: eine weinende Achtjährige. Also ein Tag wieder jeder andere, in ihrem jungen Leben.
      Worauf sie hinaus wollte, war die unumstritten Tatsache, dass es heute für sie hieß: Perform or die. Literally. Hypothetically. In every fucking way possible.

      So-min war im Gedanken versunken gewesen. Sie gehörte dem LM Label schon eine ganze Weile an, weshalb sie nicht sonderlich überrascht war, Mr.Woo als Ein-Mann-Begrüßungskomitee auf der Bühne wiederzufinden. Als alter Hase wusste sie auch, wie sehr der gutgekleidete Mann das Lampenlicht und vor allem die Aufmerksamkeit liebte. Er hatte es gern, wenn man ihn beklatschte und bejubelte - dann war er ganz in seinem Element. Beinahe entkam ihr ein Lachen bei dem Gedanken. Eigentlich war es albern. Der Sajangnim einer so erfolgreichen Firma tat manchmal so, als wäre er zurück in seinem 24 jährigen Körper. Eine Zeit, in der er selber noch als Idol galt - aber das war auch schon gefühlt einige Jahrtausende her. Konnte er die Dinge nicht einfach ruhen lassen? Manchmal hatte sie Sorge um ihn, er würde sich etwas verknacksen, bei all den hecktischen Bewegungen vor der Kamera. Sie konnte gar nicht hinsehen. Natürlich zog sie ihn gerne damit auf. Manchmal sogar einmal zu viel, aber als heimlicher Liebling - Ja, sie wusste, dass sie zu den Lieblingen gehörte, erlaubte sie es sich nunmal. Immerhin könnte er ihr Vater sein. Denn der war ihr auch immer peinlich. Einen Faktor, den ältere Männer irgendwie alle miteinander verband. Peinlich berührt blinzelte sie zu Boden und schüttelte amüsiert den Kopf. Hoffentlich hatte das Team vom Fernsehen noch nicht mit den Aufnahmen begonnen. Sofort würde sie als unhöflich abgestemmelt, hätte man im Moment eine Linse auf sie gerichtet.

      Verdammt. Sie musste sich zusammenreißen. Hier ging es um alles. Um alles! - aber etwas postives sah sie in dieser entstandenen Situation: ihr wurde wenigstens einiges an Angespanntheit genommen. Hoffentlich verabschiedete sich ihre Nervosität spätestens dann vollkommen von ihr, wenn es wirklich zur Sache ging.
      Tief atmete sie ein und wieder aus, als die Ansprache endlich ihr Ende gefunden hatte. Sie hob den Kopf und leckte sich flüchtig über den Mund. Das ihr leicht Lippenstift aufgetragen wurde, behielt sie dabei im Gedächtnis. Ihre Augen fanden unbewusst ihren Weg zu einem ganz bestimmten Hinterkopf. Diesen Büschel Haare würde sie überall wieder erkennen. Kurz ließ sie es zu, sich auf diesen zu konzentrieren. Was ihm wohl im Moment durch den Kopf ging? Ob es ähnliche Gedanken waren, die sie plagten? - lange hatte sie nicht wirklich Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn schon nachdem das Kamerateam alles aufgestellt hatte, wurde die erste Gruppe aufgerufen. Zu ihrem Glück, waren es natürlich die 5 Mädchen. Argh! Jetzt würde sie noch nicht einmal die Chance bekommen, sich wenigstens ein anderes Zimmer anzuschauen, bevor sie selber an der Reihe gewesen wäre. Auch wenn sie sich nicht viel hätte abgucken können, sie wüsste wenigstens, was sie während der Aufnahme vermeiden konnte.

      Zu aller erst stellen sie alle gemeinsam vor. Der Klang jeder individuellen Stimme, in einem Satz vereint, verursachte bereits ein ausbreiten einer Gänsehaut. Es fühlte sich so echt an. Like the real deal. Obwohl dies der Fall war, konnte sie es dennoch nicht glauben.

      Mi-ran stellte sich der Vorstellung als erste. Sie machte einen wirklich tollen Job. Wie für die Kamera geboren war sie. Ihre Stimme war geschmeidig und relaxed, also könnte sie nichts und niemand aus der Ruhe bringen. Jeder hier war daran gewöhnt, wie mature sie doch war, aber vor der Linse war es slightly different. Sie gab sich echte Mühe. Natürlich erkannte das sonst niemand, außer ihren engsten Freunden, aber das zeigte mal wieder, wie professionell die älteste der Trainee Mädels doch war.

      Als nächstes wagte sich Oh-Hani vor die Kamera. Sie war klein und hatte ein junges auftreten. Fresh und neu. Alles, was in Seoul gerne gesichtet wurde. Das sie angespannt war las man ihrem Gesicht schnell ab, aber das Lachen gleichte all das wieder aus. Genau wusste sie, was sie zutun hatte um das Spiel gegen die Zuschauer nicht zu verlieren. So kannte sie ihre schlagfertige und gaffe Zimmergenossin.

      Nun war es endlich soweit. So-min holte noch einmal tief Luft und setzte sich dann leichten Fußes in Bewegung. Scheiße war das aufregend. Ihr wurden kurze Anweisungen gegeben, die in der Serie sicherlich herausgeschnitten werden würden. Dann saß sie auch schon auf dem Hocker, der vor eine Leinwand platziert worden war. Schon oft wurde sie gefragt, an welchem Image sie sich am liebsten versuchen würde. So wie es aussah, war das beliebteste unter den Idol groups der Girls, das der süße und unschuldige. Yuck. Dieses hing ihr bereits aus den Ohren raus. Sie war weder unschuldig, noch war sie jemand, der dafür qualifiziert war, eine weiße Weste zu tragen. Außerdem hatte sie sich schon des Öfteren anhören dürfen, das sie sowieso nicht in diese Kategorie passe. Ihr pechschwarzes Haar, die helle Haut ihres Gesichtes und die dunklen Muttermale als unter ihren Augen zeigten schon recht schnell, wie man sie einzuschätzen hatte. Ihr Gesicht war der reinste Kontrast und würde sie sich an einen dunkleren Ton für die Lippen heran trauen, wüsste sie nicht, wo sie heute gelandet wäre. Zudem wog sie noch ihre stolzen 50kg, durch welche ihr wenigstens noch einige ihrer Kurven erhalten geblieben sind. Es war oft ungewohnt für jemanden, der westlich erzogen wurde, zu hören, wie negativ unterstrichen das Wort Sexy in ihrem Mutterland meist war. Würde sie jetzt auch noch versuchen, zu unterdrücken, wie sie in den Augen anderer Leute erschien, würde sie sich vollkommen blamieren, weshalb sie einfach mit dem Flow ging. Sie setzte ihr Lächeln auf. Auf welche Art dieses interpretiert wurde war ihr egal. Sie hatte verdammt nochmal Talent und wenn ihr diese Chance genommen werden sollte, weil sie nicht Cute like a Bunny war, würde sie einfach einige Ärsche hier verklagen. Ganz einfach. (Natürlich würde sie das nicht tun. Sie würde heulen wie ein kleines Kind. Ja genau so würde es enden, würde sie nicht in die nächste Runde kommen)

      Zurück zu ihrem lächerln. Sie strich sich eine Strähne hinter das Ohr und begann zu sprechen:

      „Annyeong-haseyo. Jeo-neun Jung So-min ra-go ham-ni-da“ eine schnelle, aber tiefe Verbeugung in Richtung Kamera folgte. „I was born in Auckland, New Zealand and raised in Austrelia.“ - sprach sie mit weicher Stimme. Ja genau, sie würde die multilinguale Karte einsetzen um Eindruck zu hinterlassen. Immerhin gehört sie zu einer der wenigen, die überhaupt eine weitere Sprache beherrschte, und sie beherrschte gleich vier. Auch wenn sie ihr japanisch nicht als fliesend bezeichnen würde. „After i went to a global audition, bin ich mit 16 Jahren zurück nach Korea gezogen, cause somehow i got ranked first place.“ Sie lachte auf und hob ahnungslos die Schultern. Etwa, als würde sie keine Ahnung haben, wie sie das geschafft hatte. Ein wenig Bescheidenheit - Check! - So-min war durchaus bewusst, wie viel sie in diese Tage und Wochen gesteckt hatte, bevor sie zum Trainee geworden war.
      „Ich träume schon mein Leben lang davon, auf der Bühne zu singen. Hoffentlich unterstützt ihr mich bei meinem Traum“ wieder eine Verbeugung und gleich darauf zeigte sie mit beiden Händen Fingerherzen in die Linse. Hoffentlich würde der Performance auch ganz viel liebe geschenkt. Hauptsächlich von der Jury, so betete sie.

      Dann wurde ein lautes „CUT“ gerufen und gleich darauf ein „DIE NÄCHSTE BITTE“.

      Das waren ihre 2 Minuten Aufmerksamkeits - so schnell waren sie vergangen. Wie es sich wohl anfühlen wird, wenn sie endlich debütierte hatte? Ob das Stehen vor der Kamera sich immer noch so fremd anfühlen würde? - hoffentlich erfuhr sie dies früher, als später.

      Ji-ae rockte ihre kurze Vorstellung. Sie brauchte noch nicht einmal viel sagen und schon war das Team wie Wachs in ihren Fingern. Gott. Sie musste definitiv noch einiges von ihrer Unnie lernen.

      Tzu-yu - das komplette Gegenteil ihrer eigentlich verängstlichen Persönlichkeit. Fuck. Ihre Gruppe war awesome! Nicht in die nächste Runde zu kommen, war mit dieser Kombination beinhe unmöglich.

      So motivierte sie sich jedenfalls. In Harmonie zu singen und synchron zu tanzen, waren nochmal ganz andere Hindernisse, als hübsch für ein Video auszusehen. Hoffentlich gelang ihnen die Vorstellung der Challenge Resultate genauso.

      Ah! Und da war sie auch schon wieder. Die gute, alte Aufregung.
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      I'd rather have flowers in my hair than diamonds around my neck

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    • "Room Number 501" rief eine Frau mit Headset und Klemmbrett in die Runde der angehenden Idols. Ki-Ha fluchte leise, wobei seine Aufregung sich aktuell sogar in Grenzen hielt. Mit verschränkten Armen stieß sich Jin-Hoo von der Wand ab und lief wie ein Roboter durch die Tür, aus der gerade Mi-Rans Gruppe herausgetreten waren. Joon-Taes Blick verfing sich in So-Mins. Einer seiner Mundwinkel verzog sich nach oben während er ihr nachsah und deswegen von Do-Hun einen Schlag gegen die Schulter kassierte. Der Jüngere schob ihn durch die Tür und murmelte leise Flüche vor sich hin.

      Der Take hatte die Aufschrift 501 und Tae fragte sich ob sie wohl, wenn es dazu kommen würde als Boyband 501 debütieren würden. Ein paar Worte wurden gewechselt in denen den angehenden Idols alles kurz erklärt wurde. Bei Ihnen würde es nach Alter gehen, daher saß Jin-Hoo bereit auf dem unbequem aussehenden Drehhocker. Eine Visagistin machte schnelle Korrekturen an seinem Make-Up und trat auch gleich zurück als vom Director das Kommando gegeben wurde. Ji-Hoon war nicht nur der Älteste sondern auch der Älteste bei LM Entertainment. Ohne große Anstrengungen bewältigte Ji-Hoon die Aufgabe mit Bravur. Er hatte genug Erfahrungen gesammelt, dementsprechend war sein Auftreten. Sein Lächeln verließ nie seine Augen.
      Joon-Tae nickte anerkennend als Jin an ihm vorbei ging als wäre das alles keine so große Aufgabe gewesen. Auch Yong-Ho absolvierte seinen Teil souverän. Cool, so würde Tae sein Interview bezeichnen. Wenn er auch ein paar mal den Mund zu einem kleinen Lächeln verzog, so war es dennoch recht kühl und distanziert. Mit Yong-Hos Aussehen allerdings nicht negativ zu betrachten.

      Kaum aus seiner Bewunderung herausgekommen wurde er auch schon auf den Hocker bestellt. Etwas irritiert saß er für eine Sekunde vollkommen Planlos da und starrte die Visagistin an, die im nur kurz Puder auf die Nase auftrug. "Mr. Kang, sind sie bereit?" Eine dünne Linie erschien da wo seine Lippen gewesen waren und er zog die Brauen hoch - war er bereit?! Dann fing er sich doch noch und nickt dem Kameramann doch zu. Tae hatte sich etwas zur Seite gedreht bevor das Licht der Kamera rot aufblinkte - er wurde gefilmt. Er räusperte sich mit einer Hand am Mund und drehte sich kokett zur Kamera, während er ein Bein über das andere legte.
      "Annyeong haseyo Yeoleobun!" fing er an und vergaß natürlich nicht dabei zu lächeln und eine Verbeugung anzudeuten. "Je ileum-i Kang Joon-Tae ieyo! Jal butagdeulibnida ~" sein Grinsen wurde breiter. "Aufgewachsen bin ich in Itaewon, Seoul. Mhmm~ wie bin ich hier her gekommen... It was natural - Showbiz liegt uns Itaewon-People einfach im Blut." Die Aussage war mehr als Wage. Aber es mussten ja nicht gleich alle mitbekommen, dass er angeworben wurde und aus Trotz gegenüber seinem Bruder doch zu LM gegangen ist... Er zuckte mit den Schultern und überlegte einen Moment. "Mein Traum ist es die ganze Welt zu bereisen, to meet lots of new friends. Denn bisher hatte ich nur die Möglichkeit in dem kleinen Café meiner Eltern, Menschen aus aller Welt kennen zu lernen. Ich habe dort gelernt, dass Musik und ein Lächeln alle Menschen verbindet ohne eine Sprache zu gebrauchen." Seine Augen waren nicht mehr auf die Kamera gerichtet, nachdem er seine Eltern erwähnt hatte. Doch nach einer kurzen Pause sah er wieder in die Linse und lächelte breit. "Und deswegen liebe ich die Musik. Bitte unterstützt mein Team und mich!" Einen Moment hielt er das Lächeln bis der Produzent "CUT" ausrief. "Okay, gut gut, Nächster!" Das war es auch schon.

      So schlecht war es sicher nicht. Denn sonst würde er sicher noch Anweisungen bekommen und einen neuen Take shooten. Da er aber direkt entlassen wurde, schien das was er spontan zustande gebracht hatte, gut genug gewesen zu sein. Es war ein komisches Gefühl keinen Gesprächspartner zu haben, dem man in die Augen sehen konnte. Aber daran würde er sich bald gewöhnen. Als Idol würden die gläsernen Linsen ihn überall hin verfolgen - wie einen Schatten. Do-Hun klopfte ihm anerkennend auf die Schulter und setzte sich statt Tae auf den Hocker.
      Als Ki-Ha an der Reihe war, dachten wohl alle erst, dass der Jüngste die Aufnahme nocheinmal wiederholen müsste, so nervös wie er war... Doch als der Maknae der Gruppe vor der Linse saß, war er wie ausgewechselt. Er absolvierte die Aufgabe mit Bravour. Selbst Yong-Ho war beeindruckt wie selbstbewusst und sympathisch Ki-Ha gewirkt hatte - was bei diesem ein Grinsen auslöste, welches nicht so leicht fortzuwischen war. Doch spätestens bei der nächsten Aufgabe würde sich das wieder ändern.

      "Ji-hyung~" Ki-Ha verzog das Gesicht - bettelnd. "Können wir den mittleren Teil nicht auslassen bitte?" Ji-Hoo hatte die Arme verschränkt und sah gerade einer anderen Boygroup dabei zu wie sie ihren Tanz auf der Bühne vorführten. Noch war etwas Zeit aber keinem war erlaubt nocheinmal zu Proben. "Willst du debütierten?" fragte Ji-Hoo schlicht. Simple Worte die aber nicht stärker hätten wirken können wie jetzt. Joon-Tae sah wie Ki-Ha hart schluckte und anschließend nickte. Ji-Hoo hatte seinen Blick nicht von der Gruppe auf der Bühne abgewendet. Aber er wusste genau was Ki-Ha wortlos geantwortet hatte. "Dann weißt du, dass wir besser sein müssen als alle anderen." Ki-Has Augen weiteten sich und man konnte sehen wie sehr ihn diese Worte gleichzeitig schockierten als auch motivierten. Baek erzwang ein nervöses breites Grinsen auf seine Lippen und legte einen Arm freundschaftlich um Ki-Has Schultern. "Wir sind die Besten! We are going to lit the stage!" fast hätte Baek den roten Schopf des Jüngeren durcheinander gebracht, wie er es sonst immer tat. Doch kurz davor besann er sich eines besseren und klopfte ihm stattdessen auf die Schulter. "Ki-Ha mal sprachlos?" Do-Hun grinste ungeniert und genauso unbeschwert wie sonst auch. "Das ich das mal erlebe."
      "Yong-Ho der lächelt & ein stummer Ki-Ha - was heute passiert - gonna be legendary!" rief Baek aufgeregt.

      Tae lachte in sich hinein und gesellte sich zu Jin, er hatte eigentlich nicht vor den anderen Trainees bei ihrer Choreographien zuzuschauen - sonst würde es ihm nur in den Fingern jucken bei ihrer eigenen Choreo etwas zu ändern weil ihm bei den anderen etwas gefiel oder sie besser waren. Doch seine Sorge schien unbegründet gewesen zu sein. "Wir werden das locker schaffen." Tae war sich nicht sicher ob Jin mit ihm sprach oder mehr mit sich selbst, so leise wie er gesprochen hatte. Noch immer hatte der Älteste seinen Blick nicht von den tanzenden Trainees abgewandt. Er sah so fokussiert aus, sodass Tae nur ein leises: "mhm" murmelte, um Jin nicht in seiner Konzentration zu stören. In der Tat hatten die meisten Gruppen sich an bereits studierte oder vorhandene Choreographien gehalten, klar seine Jungs auch, aber die Gruppen die Tae sich nun angesehen hatte, hatten kaum neue oder kreative Moves eingebaut. Die meisten Girlgroups schienen in diesem Bereich mehr auf "Nummer sicher" gehen zu wollen, sodass die Tänze zwar technisch ausgezeichnet waren, es ihnen aber an Originalität fehlte. Nach nur wenigen Minuten hatte auch Tae angefangen die Choreos der anderen zu studieren, sodass ihm nicht sofort aufgefallen war, dass So-Mins Gruppe gerade auf der Bühne standen. Erst nachdem er die Mädchen gedanklich für ihre Kreativität und saubere Ausführung aller Bewegungen lobte und sehen wollte um welche Gruppe es sich handelte - und daher in ihre Gesichter sah, wer sie waren. Ein Lächeln legte sich um seine Lippen als er So-Mins vor Stolz und Selbstbewusstsein strahlendes Gesicht erkannte. "Woah! Ich dachte, Ji-Ae wäre der Inbegriff von Sexappeal! Aber Alter, sieh dir So-Min an!" blöckte Baek und kassierte einen Klapps auf den Hinterkopf von Do-Hun. "Wie sprichst du mit mir?" der Ältere unterdrückte ein Ginsen. "Außerdem! Finger weg von So-Min..." er machte einen vielsagenden Blick in Richtung Joon-Tae, der nur die Augen verdrehte. Ehe er etwas abstreiten konnte wurden sie bereits gerufen.

      "ROOM NUMBER 501!" sechs Augenpaare hefteten sich auf die Frau in Schwarz. "folgt mir!" sie schien leicht gestresst zu sein und blickte angestrengt auf ihr Klemmbrett, während sie voranlief und die Jungs wie Entenküken hinter ihr her liefen. Tae hatte ganz vergessen, dass sein Team direkt nach So-Mins dran kam. Dementsprechend perplex war er. Auch er musste zugeben, dass er nervös war und sein Herz immer lauter zu pochen schien als ihm lieb war. Jin drehte sich zu den anderen um, als sie hinter der Bühne angekommen waren. Seine Aufmerksamkeit galt vor allem Ki-Ha. Der Rotschopf war ganz still geworden. Tae hatte schon sorge, dass er zur Statue erstarrt war, doch Ki-Ha schien einfach nur wirklich ruhig und konzentriert zu sein. Er hatte sogar wieder etwas Farbe auf den Wangen. Das schien auch Jin bemerkt zu haben, denn er entspannte sich leicht. Do-Hun hatte die Arme ausgebreitet und jeder wusste was jetzt folgen würde und versammelten sich um den inoffiziellen Leader. Die Sechs bildeten einen Kreis und steckten die Köpfe zusammen. "Wir schaffen das! Wir werden unseren gemeinsamen Traum erfüllen!" Tae spürte wie seine Schultern mit etwas fester gedrückt wurden und er tat es seinen Nachbarn gleich. "Wir haben reelle Chancen, richtig Jin-hyung, Tae-hyung?" Do sah sie beide aus lodernden Augen an. Beide nickten bestätigend. "Gut! Jeder kennt seine Postition. Jeder kennt die Choreo." bewusst hatte Do die Fragen als Aussagen betont, es gab keine Zeit zu üben noch irgendetwas zu erklären. Es musste klappen! "Lasst uns denen zeigen dass wir bereit sind!" einstimmiges, leicht unterdrücktes "Fighting!" kam gleichzeitig aus ihren Mündern bevor sie den Kreis auflösten - gerade rechtzeitig, bevor das Personal wie weiter an die Bühne scheuchten und baten sich bereit zu halten.

      Sunmis Song Heroine letzte Strophe hallte noch für wenige Sekunden durch den Raum You must go on... Ihn würde es nicht wundern, wenn So-Min dieses Lied ausgesucht hätte. Er würde sie später sicher damit aufziehen, doch nun galt seine volle Aufmerksamkeit seinen Jungs, ihrem eigenem Song und ihrer Performance. Kaum dass die Mädchen auf der anderen Seite die Bühne verließen und kurz einige Lichter neu justiert wurden, die Frau in Schwarz ihnen mitteilte dass es in einer Minute losging, das Intro abgespielt wurde und die Frau in Schwarz ihnen ein weiteres Handzeichen von 5 Sekunden aufzeigte - fanden sich Jin-Hoo, Yong-Ho, Joon-Tae, Do-Hun, Baek und Ki-Ha auf der Bühne unter buntem Scheinwerferlicht wieder. Tae wusste nicht was es war. Doch irgendwas ließ sie alle mit einem Mal ruhig werden, so ruhig, dass keiner nervös und zitternd erstarrt war - sondern sich wie vor wenigen Stunden einstudiert, bewegten. Alle switchs wurden ohne Fehler ausgeführt, jeder war zur rechten Zeit am rechten Platz, soviel konnte Tae in seiner Position erkennen. Denn ansonsten konzentrierte sich jeder nur auf seine eigenen Bewegungen. Und ohne dass es einem von ihnen bewusst wurde war ihre Performance zu Ende. Schwer atmend standen sie an ihrer finalen Position und blieben noch einen Moment so - in die Kamera starrend, bis die Scheinwerfer ausgingen und sie vom Staff herausgewunken wurden. Wie in Trance bewegten sie sich hinter die Bühne. Keiner sagte etwas. Tae hörte noch nichteinmal was das Personal sagte. Das einzige was in seinen Ohren zu hören war, war das Rauschen des Adrenalins in seinen Adern - und verdammt, es fühlte sich gut an! Er fühlte sich so euphorisch, dass er hätte noch eine Performance hinlegen konnte! Seine Umgebung wurde plötzlich heller und er suchte in den Gesichtern seiner Members ein Zeichen dafür, dass es ihnen genauso ging wie ihm. Sie alle grinsten sich an - like mad. Ki-Ha war der erste der die Stille brach. "FUCK! DAS WAR..." Baek unterbrach ihn mit einem Wort: "INSANE!" Yong-Ho legte seinen Handrücken über die Augen und lachte lautlos. Wüsste Tae es nicht besser würde er denken Yong-Ho würde weinen - aber so lachte sein Hyung einfach nur - odd guy. Jin lachte mit den Händen in seine Hüften gestemmt. "Ah! Ich bin so stolz auf uns!!" rief Do emotional aus und war den Freudentränen wohl sehr nah. Einen Arm um Do-Hun legend boxte Tae ihm leicht in die Seite. "Es wird nicht geheult." Er lachte und neckte den jüngeren weiter: "Was sollen unsere Fans von unserem heulenden Leader sonst halten? Don't be a crybaby." und doch konnte Tae sich ihm nur anschließen. Er war Stolz auf sein Team.

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    • Aufregung war nun bereits schon seit Stunden kein Ausdruck mehr, der auch nur ansatzweise das beschreiben konnte, was in ihr vorging. Zum gefühlt hundertsten Mal wischte sie sich die schwitzigen Handflächen an ihrem Rock ab. Eigentlich war sie kein Mensch, der schwitzte. Nicht einmal einen Tropfen. Selbst an den anstrengendsten Tagen, nach denen sie am Ende des Trainings ihre Glieder nicht mehr hatte spüren können. Heute wollten ihre Hände jedoch nicht aufhören Flüssigkeit abzusondern. Ihr war warm und kalt zu gleich. Sie wusste nicht, ob die wilden Geräusche in ihrem Magen ausgelöst wurden durch Hungrigkeit oder die aufkommende Vermutung, dass sie sich jede Sekunde übergeben könnte. Ah fuck. Diese Warterei würde sie eines Tages noch umbringen. Trotz dieser höchstwahrscheinlich irgendwann zutreffenden Annahme, hoffte sie darauf, erst dann ins Gras zu beißen, nachdem sie die Performance hinter sich gebracht hatte. Dann würde sie wenigstens ohne Reue auf ihr Leben zurück schauen können. Einfach hinter sich bringen. Das war im Moment ihre Devise. Sie hielt es nicht mehr aus. So viel angestaute Energie und das ganze ständige Tanzen - natürlich veraß sie das Singen, Rappen und das ‚für die Kamera passabel‘ aussehen nicht. Vor allem letzteres hatte ihr das ein oder andere mal beinahe den letzten Nerv geraubt. Sobald sie debütiert hatte (falls dieser Tag den jemals kommen sollte) würde noch das ständige Haare färben dazu kommen. Ihre Arme Kopfhaut.

      Nur noch eine Gruppe war vor ihrer dran. Diese war bereits mitten in ihrer Choreografie. Nicht mehr lange und sie würde dort stehen. Mit verschränkten Armen spähte sie auf die große Bühne und analysierte unbewusst die Schritte ihrer Mit-trainee. All diese Menschen um sie herum waren wie Familie, dennoch erkannte man, die Liebe zueinander mal beiseitelegen, Schlampigkeit in Ausführung und auch die Tatsache war leider nicht zu übersehen, dass die Truppe an manchen Stellen zudem nicht synchron war. Ihre größte Angst. Ah! Sie würde augenblicklich ohnmächtig werden, würde etwas nicht so laufen, wie sie es geprobt hatten.

      „So Mädels, ihr seid die nächsten. Auf eure Positionen. Hop, Hop!“ - sprach eine Dame, dessen aussehen sofort wieder vergessen war, nachdem die Mädchen an der hektisch Herwinkenden vorbeigegangen waren. Schnelle Bewegungen vor Ihren Blickfeld konnte sie nun wirklich nicht auch noch ertragen. Am Ende kam sie hier nicht nur mit Erbrechen heraus, sondern auch mit einer Migräne. Welchen Grund hatte ausgerechnet die zweite Geige des Kameramannes um so nervös zu sein. Ihre Stimmung steckte an und das brauchten sie im Moment nun wirklich nicht.
      Gerade wollte sie ihr mit einem bösen Funkeln in den Augen entgegenschauen, als Ji-ae ihr dies mit einem schnippischen Geräusch abnahm. Gleich darauf grinste ihr, ihre rothaarige Freundin verschwörerisch ins Gesicht und zwinkerte ihr zu. Ihre verrückte Unnie hatte ihr, mit nur dieser flüchtigen Geste, all die Last von den Schultern genommen, die sich über die Stunden angesammelt hatten. So-min war davon überzeugt gewesen, ihr würde heute noch der Rücken brechen. Wie ein Zahnstocher in zwei Teile gebrochen. Ja, so hatte sie sich das ganze vorgestellt. Jetzt ging es ihr jedoch blendend. Sie atmete tief ein und wieder aus. „We‘re gonna Rock this shit!“ sprach sie an ihre Gruppe gewandt, in der Sprache des Landes, in dem sie aufgewachsen war. Ja, keiner von ihnen verstand auch nur ein Wort englisch, aber scheinbar kam die Nachricht bei allen so an, wie es die Koreanerin sich verbirgt hatte, denn alle erwiderten ihre Worten mit einem siegessicheren Nicken.

      Schon im nächsten Augenblick fanden sie sich in ihren Ausgangspositionen wieder. Die Musik erlang und sofort war alles vergessen. Der ganze Stress, der sie scheinbar an die Grenzen ihrer Kräfte gebracht hatte - Gott, sie konnte nicht glauben, wie viel sie alleine in der letzten Stunde in sich hinein gejammert hatte. Wie hatte sie vergessen können, was sie all die Jahre hier gelernt hatte? Es gab keinen einzigen Tag, an dem sie nicht 130 Prozent gegeben hatte. Sie war nicht die einzige: sie alle! Jeder einzelne hier. Im Moment zählte zwar gerade nur ihre Gruppe aber Shit! Sie lebten von diesem Ziel. Träumten Nachts von diesem und am Tag über gab es kein anderes Gesprächsthema als dieses eine. Wenn sie dafür leben konnten, konnten sie auch dafür sterben.

      Schwer atmend breitete sich ein Lächeln auf ihren Lippen aus, welches sie versuchte, so authentisch wie möglich rüber bringen zu lassen, da sie die Tatsache, dass mindestens vier Kameras auf sie gerichtet waren, nicht vergessen hatte. Sie war durchaus froh darüber, dass sie sich auch während des gesamten Tanzes über, nicht ständig daran erinnern musste, auf ihre Gestik und Mimik zu achten. Alles geschah ganz natürlich und wie von selbst - hoffentlich sah es auch so aus, wie es sich angefühlt hatte: und zwar, als würde sie dies schon ihr ganzes Leben lang machen.
      Für eine kurze Sekunde noch, hielt sie ihre Stellung bei, dann, als die Musik ihren letzten Ton erklungen hatte, verbeugten sich die Mädchen höflich und klatschten automatisch für sich selbst bzw. dass sie es endlich vollbracht hatten. An die Angst, die sie vor Sunmis Sunbaenim ‚Heroine‘ in jedem Winkel ihres Körpers gespürt hatte, war schon lange Geschichte. Lange konnten sich die jungen Frauen nicht mehr halten. Nachdem ihre Füße die Bühne verlassen hatten verließ sie auch die steife Professionalität und sie hüpften plötzlich alle lachend in einander und umarmten sich. Eine surreale Szene, wenn man bedenkt, dass ihr Zimmer eigentlich das kühlere der weiblichen Trainees ist.

      Schnell hatten sie sich wieder beruhigt, stellten sich neugierig zu den anderen Kameraden an die Seite und blinzelten hoch auf die Stage, wo auch schon die nächste Gruppe ihre Plätze eingenommen hatte. Es war Joon-Tae und sein Team. Insgesamt bestanden sie aus Sieben, dennoch war sie keinesfalls überrascht, als ihre Augen das gewohnte Gesicht beim ersten Versuch gefunden hatten. Als wären diese bereits darauf trainiert. Im Moment hinterfragte sie dieses Verhalten nicht. Sie war damit beschäftigt, darauf gespannt zu sein, was sie gleich würde sehen dürfen. Er und seine Leute waren eine Leistungsstarke Truppe. Natürlich gab es immer wieder mal Leute, die eher ein überdurchschnittliches Talent im Singen/Rappen hatten, als Glanzleistungen im Tanzen zu zeigen, aber dennoch war davon keineswegs etwas zu sehen. Unbewusst biss sie sich auf die Lippe und verfolgte gleichzeitig die Bewegung des Kang. Gleich darauf wurde ihr ein Ellenbogen in die Seite gestoßen. Scharf atmete sie die Luft ein und berührte die nun pochende Stelle. Sie bekam schnell blaue Flecken und jeder wusste davon, dachte sie schnaufend, weshalb ihr klar war das nur Ji-ae die Übeltäterin für diese unsanfte Berührung gewesen sein konnte. Natürlich behielt sie recht, denn schon im nächsten Moment sprach sie: „Gefällt Dir, was du siehst?“ - dabei hob die Rothaarige eine ihrer Brauen belustigt. So-min konnte nur die Augen verdrehen „Im Moment ist er die Konkurrenz, Unnie“ antwortete Sie nüchtern, in der Hoffnung, ihre trockenen Worte würden ihr schnell den Mund stopfen. Die ältere wäre aber nicht sie, wenn sie nicht noch einen Kommentar ablassen würde: „Auf der Party aber nicht mehr, uh~“ flüsterte sie verschwörerisch und drückte ihr einen glücklichen Schmatzer auf die Schläfe, weil sie genau wusste, wie wenig So-min dies vertrug. Mit gerunzelter Stirn funkelte sie die Zimmergenossin an, aber ja, sie hatte recht - auf der Party würde er das nicht mehr sein.

      ———————- J U M P ————————


      Lachend sippte sie erneut an dem alkoholischen Getränk. Sie wusste zwar nicht, was genau sich darin befand, aber das es relativ schnell seinen Weg in ihr Blur gefunden hatte, spürte sie allemal. Sie war von einer unruhig, vor lauter Musik schallenden Atmosphäre umgeben. Wundern tat sie das nicht, alle Trainees hatten sich an einem Fleck versammelt. In einer Ecke würde krumm und schier Karaoke gesungen, in der anderen wurde gegessen und beinahe sekündlich angestoßen. Sie feierten, als seien sie alle bereits debütierte Trainees, gesegnet mit einem Bankkonto voll mit Geld. Zwar war es noch ein weites bis dorthin, dennoch fühlte es sich genauso an.

      So-min war leider, wie nicht anders zu erwarten, auf Diät, weshalb sie auf das lecker brutzelnde Fleisch verzichten musste und sich zu Beginn der Party dem kreischenden Gesangsverein angeschlossen hatte. Nach einer Menge Schiefer Töne und dementsprechend aufkommender Lachanfälle, entschied sich die Dunkelhaarige eine kurze Pause einzulegen und einer kleinen Gruppe von Leuten in die Gasse zu folgen, um sich eine Zigarette zu erlauben. Sie rauchte weder gerne, noch ertrug sie den Geruch an sich, aber nach einem solchen Tag wie heute, durfte sie sich diese erlauben. Wenn nicht heute, wann sonst.
      Draußen hatte ein anderer Trainee sie geschickt in ein Gespräch verwickelt. Sicherlich hatte er sich ihr im Laufe des Abends vorgestellt, aber sie konnte sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wie er hieß. Sie wünschte, er würde aufhören zu sprechen, denn es interessierte sie Null - und das er ihr von Minute zu Minute näher kam, machte die ganze Sache auch nicht besser.

      Mittlerweile waren sie wieder ins warme getreten. Einen Vorteil hatte das ganze ja, wenigstens versorgte er sie mit Alkohol - ob dies nun positiver für sie war, oder er sich diese Tatsache zu nutzen machen wollte, darüber wollte sie gerade nicht nachdenken. Ihre Freunde waren gut darin, sie aus solchen Situationen zu retten, da es nicht selten war, wenn sie sich in diesen verfing.

      Sie lehnte gegen eine Säule und legte sich den Rand des Glasses gegen die Lippen um beschäftigt zu wirken, da der ihr, direkt Gegenüberliegende, mindestens 1,80 große Mann, mit einem fragenden Ausdruck vermitteln wollte, dass nun sie an der Reihe war etwas von sich zu geben. Ah verdammt, wovon hatte der Typ nochmal gefaselt? Er hatte Themen schneller gewechselt, als sie hatte gucken können, weshalb die einfach noch einmal die Worte „Ja, du hast recht“ sprach. Ihn Schien dies zufrieden zu stellen, denn er beugte sich weiter zu ihr runter und lächelte bestärkt. Gott, wobei hatte sie ihm recht gestimmt? Sie versuchte seine Aufdringlichkeit zu ignorieren und schaute sich um. Eigentlich, in der Hoffnung ein bekanntes Gesicht stumm dazu zu zwingen, sie hier raus zu holen, größtenteils aber, weil sie die Gegenwart eines bestimmten Jemanden gespürt hatte. Inzwischen fand sie es nicht mehr so creepy, wie zu begin ihrer Freundschaft, aber sie merkte immer recht schnell, wenn sein Augenpaar ihre Gestalt gefunden hatte. Ihr Blick richtete sich zur Tür um eine Bestärkung dafür zu erhalten, das auch diesmal ihr Gespür sie nicht verraten hatte.
      Unschuldig blinzelte So-min in die neu eingetretene Gruppe von Jungs. Wie immer zu spät, dachte die Koreanerin mit einem verdrehen der Augen. Anders würde es Joon-Tae wohl nicht geben.
      Sie wusste genau, dass auch eher sie ausfindig gemacht hatte. Herausfordernd hob sie eine ihrer dunklen Brauen, denn ihm war sicherlich nicht entgangen wie ihre neue Bekanntschaft schon vor einigen Minuten aufgegeben hatte, ihr Face-to-Face die Dinge zu erzählen, die im scheinbar auf dem Herzen lagen und ihr stattdessen, mit dem Arm gegen die Wand gelehnt, dicht an ihrem Ohr sprach.

      So-min formte ein ‚O‘ mit ihren vollen Lippen und darauf folgten ein wortloses „Oppa, rette mich“ - ein Grinsen durfte ihrem Gesicht nicht fehlen, denn so empfand sie dies alles nunmal: als amüsant.
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      I'd rather have flowers in my hair than diamonds around my neck

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    • "Feiert und habt Spaß! Ihr habt es verdient! Gute Leistung LM-Family!" mit diesen Worten hatte Mr. Woo, am Ende einer weiteren kurzen Rede nach den Aufnahmen, abgeschlossen. Natürlich ließen die Trainees sich soetwas nicht zweimal sagen. Offiziell zum feiern aufgefordert zu werden kam noch nie vor! Es gehörte eher zu den ungeschriebenen Gesetzen des Unternehmens - keine Partys mit Alkohol oder übermäßigem Konsum von ESSEN. Im Grunde war jeder auf Diät, auch wenn ihr Gewicht mehr als nur in Ordnung war. Und deswegen war jeder der Trainees natürlich direkt Feuer und Flamme für den CEO des Lables. Tae wusste nicht, dass die Jubelrufe noch lauter werden konnten, als Mr Woo ausführte, dass keiner vom Management sie stören würde. Natürlich verließ Mr. Woo sich auf den Vernuft der Jüngeren, nicht zu heftig zu feiern und keine Regeln zu verletzen...

      Vor Vorfreude lachend verließen die Trainees den Saal und machten sich auf in ihre Zimmer um sich ein drittes Mal an diesem Tag umzuziehen und fertig zu machen.

      "... nie werde ich diesen Tag vergessen!" Baek lachte über die Aussage seines besten Freundes. "Ki! Du wärst heute fast an einem Herzinfarkt gestorben, dass du dich überhaupt noch an alles erinnerst bleibt mir schleierhaft." "Ich dachte du würdest jeden Moment einen Blackout haben! Scheiße, du hast mich nervöser gemacht als die ganzen Kameras!" fiel Do mit ein und war dabei ziemlich ernst. "Wenn das so weitergeht bekomme ich wegen dir noch graue Haare!" er schüttelte leicht frustriert den Kopf. "Ya! Schieb nicht alles auf mich. Du hattest doch auch die Hosen voll! Von Tae-Hyung ganz zu schweigen! Hast du nicht gesehen wie er im Interview drauf war?" Eine Braue hochziehend sah Tae den Jüngeren fragend an. "Wie war ich denn drauf?" Bevor Ki-Ha mit einem feixen Grinsen antworten konnte, sprang Do-Hun ihn fast an. "Ya? YA???!! Wie sprichst du mit mir, du kleiner..." gerade als Do-Hun sich den Jüngeren zur Brust nehmen wollte zog Joon-Tae den inoffiziellen Leader der Gruppe an der Kapuze zurück, sodass dieser schnaufend zurück taumelte. Das brachte allgemeines Gelächter mit sich. Selbst Do-Hun konnte sein Lachen nicht unterdrücken und vergaß auch schon, dass er Ki-Ha eine Abreibung verpassen wollte.
      Grinsend und voller guter Laune betraten die Sechs den Raum in dem sich bereits die anderen Trainees ausgelassen feierten. Nicht wenige von ihnen bereits angetrunken. Joon-Tae hatte einen Arm um Do gelegt als dieser über seine eigenen Füße stolperte und einen weiteren Lachflash auslöste. "Oooh! Room Number 501 finally arrived!" kam es gröhlend von einer Seite des Raumes. "Oooh! Shut up Chung-Ae." rief Jin grinsend zurück und war schon zu der Gruppe gelaufen um sie zu begrüßen. Tae lachte und fuhr sich durchs Haar, welches ihm ins Gesicht gefallen war. Am liebsten hätte er sich die Haare selbst geschnitten, aber das Management ließ ihn seit einem Monat nicht - jetzt war ihm auch klar warum nicht. LM hatte die Aktion natürlich im voraus geplant. Ob es ein gutes Zeichen war, dass man ihn die Haare nicht hat schneiden lassen? Als er wieder aufblickte entdeckte er So-Mins Kurven die sich an eine Säule geschmiegt hatten - halb von einem anderen Körper verdeckt. Sie wirkte gelangweilt bis sie ihn unter den Neuankömmlingen entdeckte. Unbewusst hatte Tae die Augenbrauen fragend zusammengezogen. Es passte ihm nicht ins Bild, dass der Typ ihr so nah war. Als sie ihm aber eine stumme Nachricht zukommen ließ, konnte er nicht anders als belustigt zu grinsen. Der Kerl war mit dem Rücken zu Tae gewandt, daher konnte er nicht erkennen um wen es sich handelte. Aber das war ihm auch eigentlich ziemlich egal. Hinter seinem Rücken fingen Baek und Do bereits an zu kichern. Sie mussten die Situation auch mitbekommen haben und würden das ganze interessiert beobachten. "Klappe." warnte Tae die anderen, noch immer grinsend, bevor er seinen Weg durch den Raum bahnte. Anscheinend hatte So-Mins Gegenüber wieder angefangen zu reden sodass ihre Aufmerksamkeit kurzzeitig diesem galt, doch das würde Joon-Tae gleich ändern. Noch bevor sie an ihrem Glas nippen konnte - sie hatte es sicher nur angehoben um den anderen davon abzuhalten noch näher an sie zu rücken - umfasste Tae ihre Taille und zog sie an sich. "Hey Babe, sorry for being late." und um noch einen oben drauf zu setzen, küsste er sie auf die Schläfe. Er hatte schon oft gesehen, wie Ji-Ae So-Min damit aufzog. So wie So-Min die Rothaarige jedesmal anfunkelte, hätte er alles darauf verwettet, dass sie ihn, wenn er das je wagen würde, nicht ohne blaue Flecken davon kommen würde. Also, jetzt oder nie, wo sie sich kaum wehren konnte ohne das Schauspiel, das sie geben mussten, aufzudecken. Später würde er einfach sagen, dass das der Preis für die Rettungsaktion war - sein schelmisch Grinsen wurde nur noch breiter als er in das Gesicht der Frau in seinen Armen sah. "Ah... Bist du mir etwa böse?" "Hey! Joon-Tae, ich glaube So-Min hat keine Verwendung mehr für dich." Als Tae eine Hand auf seiner Schulter spürte blickte er in das Gesicht des Mannes, der So-Min fast wortwörtlich das Ohr abgekaut hatte. Wenn er sich recht entsinnte, war sein Name Boem-Hwa. Die Situation war so lächerlich, dass Tae fast angefangen hätte zu lachen. Stattdessen verzog er einen Mundwinkel nach oben und hob dabei eine Braue. "Ist das so?" fragte er und schüttelte die Hand ab, ohne So-Min aus seinen Armen zu lassen. Er wandte sich wieder ihr zu. "Babe, du hättest dir jemanden anderen anlächeln sollen, wenn du mich eifersüchtig machen wolltest." mit diesen Worten legte er seine Stirn an die ihre - wobei er sich dabei leicht vorbeugen musste, da sie trotz hoher Absätze viel kleiner war als er. "Hmh~ was mach ich nur mit dir?" seufzte er gespielt frustriert. "Ya!" entweder war Boem-Hwa betrunken oder so dumm, dass er nicht merkte, dass es Zeit war zu verschwinden, denn er riss Joon-Tae hart an der Schulter zurück - was Tae übrigens auch als Option überlegt hatte, aber verwarf, einfach weil es mehr Spaß machte So-Min aufzuziehen. Joon-Tae stolperte ein paar Schritte zurück und blickte seinen Angreifer genervt an. Hatte Boem-Hwa es gerade wirklich gewagt ihn ein zweites Mal anzufassen? Bis eben hatte ein kleines Lächeln nie seine Lippen verlassen. Doch scheinbar wollte Boem-Hwa es wirklich drauf ankommen lassen. "Ich sagte, du bist hier nicht länger erwünscht." Gott, was hatte So-Min diesem Idioten nur gesagt, dass er der festen Überzeugung war, sie hätte nur einen Hauch Interesse an diesem Clown?! Und dann nahm er sich auch noch das Recht heraus seine Hand nach ihrer auszustrecken? Tae spürte wie die Wut seine Adern heraufkroch. Bevor Boem-Hwa sie auch nur anfassen konnte hatte Tae sich dessen Handgelenk geschnappt und hielt sie fest in seiner faust. Plötzlich gröhlte jemand etwas unverständliches und heizte die Menge ein, sodass die meisten ihre Aufmerksamkeit auf Beom-Hwa und Joon-Tae richteten. Do-Hun und Ki-Ha waren mit einem Mal an seiner Seite, Dos Hand lag auf seiner Schulter und zog ihn mit leichtem Druck zurück. "Tae-Hyung..." so besorgt hatte er den jüngsten seiner Gruppe noch nicht gesehen. Baek hielt Beom an seinem freien Arm zurück bevor seine eigene Gruppe ihm zu Hilfe eilen konnten. "So-Min-sshi..." und noch nie hatte Tae den zweitjüngsten, So-Min mit einem Titel angesprechen gehört - und mit einer Bitte in der Stimme. Das war neu.

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    • Definitiv gehörte So-min nicht zu denjenigen Personen, die sich ihrer Taten, während ihres Zustandes als Angetrunkene nicht bewusst sin. Was die Dunkelhaarige sich jedoch dabei gedacht hatte, als sie den attraktiven Mittrainee, mit auffordernden Blicken zu sich quittiert hatte um ihr zu helfen, wurde ihr immer unerklärbarer, je näher er ihr und dem unerwünschten Unbekannten kam. Ob es nun der ansteigende Alkoholpegel war oder die immer stickiger werdende Luft, in dem stark gefüllten Raum - urplötzlich fühlte sich jede Faser ihres Seins in ihrer jetzigen Situation unwohl und sehnte sich nach Abstand. Weshalb sie, ohne einen Hauch von Widerstand zu leisten, zuließ, dass Joon-Tae sie in seine Arme zog. Das Gefühl, Fehl am Platz zu sein, war sofort verflogen und gleich darauf schon, verspürte sie den drang, welchem sie binnen Sekunden nachgab, sich an seine Seite zu schmiegen. Ihr Gesicht verschwand dabei kurzzeitig in seiner Halsbeuge um das aufkommende Bedürfnis zu befriedigen, seinen Duft einzuatmen. Niemals hätte sie gedacht, sich mit einem festen Griff um ihre Hüften, an seinen Körper gepresst wieder zu finden und seine Lippen an ihrer Schläfe zu spüren. Sie blinzelte zu ihm auf und legte ihren Kopf leicht schief. Nicht, dass sie seine Gesten überraschten. Ganz im Gegenteil. Wäre sie an seiner Stelle gewesen, hätte sie wahrscheinlich ein noch gewagteres Schauspiel hingelegt. Hinzufügend sollte man allerdings erwähnen, dass das Glas zwischen ihren Fingern nicht das erste an diesem Abend war. Er hingegen konnte noch rational denken. Wie lange dies aber noch der Fall sein würde, konnte sie nicht einschätzen, denn schon jetzt hatte sich die Lage in eine entwickelt, die sie sich für den weiteren Verlauf des Tages nicht hätte vorstellen können. Provokant hob sie eine ihrer Brauen. Sein breites Grinsen sollte er sich lieber ganz schnell wieder abschminken. Des Schauspieles willens, ließ sie sein Tun zu.
      Eigentlich hätte alleine das Bild von der sich, an der Brust des beinahe 1,90cm großen Mannes, zierlichen Persönlichkeit, reichen müssen, um dem Gegenüber zu verstehen zu geben, das er keinerlei Anspruch auf So-mins Gesellschaft hatte. Dennoch sah man ihm deutlich an, wie gegenteilig er über diese Tatsache dachte.
      Das erste mal heute, konnte sie wohl ehrlich zugeben, wie sehr sie das ablehnende Verhalten überraschte. Nicht das sie zugeben wollte, sie stünden sich näher, als es eigentlich erlaubt war, aber ihre Beziehung zueinander nicht von reiner Freundschaft geprägt war, war schon von dem ersten Tag an offensichtlich gewesen. Oder etwa nicht? Immerhin wurden die beiden von allen Seiten aufgezogen. Immer und bei jeder Gelegenheit. Auf einmal kam man ihnen mit Ahnungslosigkeit entgegen? Eine ziemlich schwache Leistung, wenn man sie fragen würde. Vom ersten Moment ihrer Begegnung, war ein unausgesprochenes Gesetzt über sie gefallen, nie das ständige necken und teasen zu hinterfragen, oder dem gar einen Namen zu geben. Jedoch war sich beinahe jeder in ihrer unmittelbaren Nähe darüber im klaren, was wirklich Sache war. Joon-Tae und So-min waren weder ein Paar, noch dateteten sie sich. Trotz dessen war den weiblichen Trainees bewusst, dass er Tabu war und - zwar stellte sie sich jedesmal taub, aber auch sie bekam mit, wie seine Freunde nur über sie sprachen, wenn er damit aufgezogen werden konnte.

      Das letzte was die Koreanerin mit ihrem Spaß bezwecken wollte, war eine Prügelei anzuzetteln. Soweit sie das ganze hier einschätzen konnte, war der Kerl ebenfalls ein Jemand, der unter ihrer aller Firma arbeitete, doch war er niemand, der jemals mit ihrem Freundeskreis in Berührung gekommen war. Zwei Parteien würden entstehen. Die eine auf Taes Seite, die andere auf der des, begriffsstutzigen Schwachmaten. Ihr gesunder Menschenverstand sollte ihr eigentlich erklären, wie in Sorge sie nun sein sollte. Sie dafür verantwortlich machen, was sie angerichtet hatte. Wieso auch immer - obwohl, sie wusste genau wieso: der Alkohol gewann und das einzige, worum sie sich im Moment Gedanken machte, war die Frage danach, ob sie nach einer solchen Massenauseinandersetzung noch genug Zeit dafür hatte, ihn und seinen verdammt gut gebauten Körper für sich zu beanspruchen. Fuck! Dieses Shirt war das einzige, was ihre Hand und seine Haut voneinander trennte. Das einzige - und es war definitiv zu viel. Viel zu viel.

      Seine Worte erreichen ihr gehör. Bisher hatte ein amüsiertes, bespöttelndes Grinsen ausgereicht als Antwort, denn sie wusste genau, würde sie auf sein Gesagtes eingehen, würden sie sich darin verfangen und wer weiß schon, wo sie dann enden würden. Wo sie hoffte zu ende, war natürlich eine völlig andere Sache.
      "Was mach ich nur mit dir" - Das er nur einen einzigen Satz benötigt hatte, um sie beinahe um den Verstand zu bringen .. daran sollte sich der Typ, der dazu beigetragen hatte, das ihre Gehörmuschel, vor lauter Langeweile fast abgefallen wäre, ein Beispiel nehmen. Joon-Tae erwiderte mit dem dem selben Ausdruck ihren intensiven Blick. Scheiße, sie war so am Arsch. Seine raue Stimme hatte ihr den letzten Rest gegeben. Definitiv.

      Sie wusste nicht, was genau sich Boem-Hwa dabei gedachte hatte, sich ausgerechnet den heutigen Tag auszusuchen, sie anzumachen, aber eins wusste sie genau: ihr Zwiespalt, in dem sie sich Fragte, ob sie sich im Nachhinein dafür bedanken sollte, was sich aus dieser gesamten Situation ergab, oder ihm persönlich dafür eine rein zu hauen, dass er den Kang mit seinen Handlungen provozierte und es noch nicht einmal dabei beließ, ihn nur ungefragt anzufassen. Lustiger weise, konnte sie nur leise Lachen, als sie ebenfalls einige wenige schritte nach hinten mittaumelte. Dann wurde sich auch noch, voller Überzeugung nach ihr ausgestreckt. Gott. Hatte dieser Kerl überhaupt eine Ahnung, in welcher Liga So-min spielte. Offensichtlich in keiner, von der er auch nur träumen konnte. Sie hob den freien Arm - die Belustigung war ihr immer noch deutlich in die Züge geschrieben. Während der gespielten Versuche, sich vor ihr zu rechtfertigen, warum er nicht pünktlich erschienen war, hatte sie ihr Glas mit einem Zuge geleert und nur nickend reagiert, als die Frage aufgekommen war, ob sie doch sauer sei. Männer lernten wohl nie. Frauen waren immer sauer. Selbst wenn sie in einem Szenario miteinander agierten, welches nicht real war. Sie legte sich die Finger über ihre Lippen. Wieder ein Lachen, welches ihrer Kehle entwich. Auch die nun Anwesenheit der drei bekannten Gesichter war ihr nicht entgangen. Ups. Nun wurde es wohl wirklich ernster, als sie eigentlich geplant hatte. Alle waren plötzlich so steif, ohne einen hauch von Witz auf den Mienen. Leise seufzte sie und löste sich aus dem bestimmenden griff um ihre Kurve. Ein Schritt reichte aus um vor dem Betrunkenen zu stehen. Nun spiegelte sie seine Geste von vorhin, musste sich leicht auf Zehenspitzen stellen um sein Ohr zu erreichen. Sie flüsterte kurz etwas hinein und ging gleich darauf zurück auf Joon-Tae zu. Wahrscheinlich hatte ihr jeder wie gebannt an den Lippen geklebt, um zu erfahren, was sie gesagt hatte, aber es war erstens viel zu Laut und zweitens nur für sein Gehör bestimmt gewesen.

      Sie hatten bereits viel zu viel aufsehen erregt. Sie griff Tae beim kragen, dem einige Fragezeichen deutlich ins Gesicht geschrieben waren und zerrte ihn hin zum Hinterausgang. Zurück ließen sie nur Beom-Hwa mit weit offenstehenden Mund, der sich wahrscheinlich fragte, ob er sich verhört hatte.

      "Was?" lachte sie, als sie endlich die Treppen überwunden hatten und unter diesen, versteckt im fallenden Schatten standen. "Willst du wissen, was ich ihm gesagt habe?". Sie selbst lehnte nun gegen eine der Wände. Ihre Hand war immer noch stur in das Stück Stoff seinen Oberteiles verfangen. Sie zog ihn an diesem näher zu sich. Dicht an seinen Lippen blieb sie zum stehen "Ich hab ihm erzählt, dein Schwanz wäre das einzige, was mich befriedigen könnte, also solle er es erst gar nicht versuchen." Ihre Finger lösten sich aus dem Griff und fanden ihren Weg über seinen Nacken, in sein Haar.
      "lass uns dieser Theorie doch einfach nachgehen. Hmh? ~" ein herausforderndes Murmeln. Zu mehr war sie nicht im Stande.

      Länger hielt sie es nun wirklich nicht aus. Den ganze Zeit über, hatte sie ihr bestes versucht, sich zusammen zu reisen. Ihr selbst Vernunft einzureden. Nicht hatte im. Moment mehr Sinn. Stürmisch vereinte sie deshalb ihrer beider Lippen miteinander. Endlich! Fucking finally.

      "I was starting to loose my damn mind over you" knurrte sie. Weder ein Grinsen, noch Belustigung war in ihrer Tonart zu erkennen. Diesmal war sie diejenige, die es bitter ernst meinte. Nun war er an der Reihe Verantwortung zu zeigen. Verantwortung für all die angestaute Erregung und Lust. Das sich gegenseitig aufziehen, obwohl sie sich lieber die Kleidung vom Leib reißen wollten. Natürlich nicht immer. But mostly.
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      I'd rather have flowers in my hair than diamonds around my neck

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    • Joon-Tae hatte sich keinen Millimeter bewegt, genauso wenig wie alle anderen um ihn herum. Gerade als So-Min die Versen wieder auf den Boden gesetzt hatte, zwägten sich Boem-Hwas Freunde durch die Trainees die um das Geschehen standen und neugierig beobachteten wie die Dunkelhaarige Boem etwas ins Ohr geflüstert hatte. Dieser stand mit offenen Mund und geweiteten Augen vor Tae - scheinbar hatte er sogar aufgehört zu atmen. Sein Blick war von der Frau zum Trainee gewandert, der ihn immer noch schmerzhaft am Handgelenk festhielt. Ob der Alkohol daran schuld war, dass Beom rot anlief oder weil So-Min irgendetwas peinliches zugeflüstert hatte, konnte man nicht sagen. Tae jedenfalls spürte wie der Widerstand aus Beoms Arm verschwand - was in alles auf der Welt hatte So-Min ihm bloß zugewispert?? Keine Sekunde später hatte der Ursprung der angespannten Lage, ihn am Kragen seines Hoodies gepackt und ihn regelrecht aus dem Karaokeraum geschleift. Zurück bleiben ein verduzter Do-Hun und ein loyaler Ki-Ha der anstalten machte den beiden zu folgen. Yong-Ho allerdings war aus dem nichts aufgetaucht und hielt den Rothaarigen an der Schulter zurück. Er hatte den Kopf geschüttelt und Ki-Ha verwarf seinen Gedanken wieder und blieb wo er war.
      Hinter sich hörte Tae wie die anderen Trainees in Raunen verfielen, was sicher nur kurz währen würde. Immerhin lief gerade eine Party! Mit Sicherheit würden ihn die anderen spätestens Morgen Löcher in den Bauch fragen - er selbst wüsste auch zu gern was gerade abging.
      Vielleicht würden einige versuchen ihnen hinterher zu spionieren - neugierige Bastarde! Aber bis jetzt konnte Tae niemanden hinter sich herlaufen hören - nach hinten schauen war etwas schwierig geworden, da So-Min ihn immer noch am Kragen hinter sich herschleifte.
      Er wusste gar nicht wie ihm geschah, bis er sich außerhalb des Gebäudes in einer dunklen Gasse wiederfand.
      Als sie endlich stehen blieb und Tae eine halbwegs normale, aufrechte Haltung einnehmen konnte - wie erwähnt, war sie viel kleiner als er - lockerte er seinen Kragen etwas und räusperte sich. "Okay. Vielleicht bin ich ja zu weit gegangen, aber mich gleich daswegen zu erwürgen?" natürlich war das nicht die einzige Frage die ihm im Kopf herumgeisterte. Was war bloß in sie gefahren, dass sie plötzlich alleine in einer dubios aussehenden Gasse gelangt waren? Was war vorgefallen, dass er sie hatte "retten" müssen? Grinsend fuhr er sich durch das Haar, welches ihm schon wieder ins Gesicht gefallen war - er musste unbedingt ein Wörtchen mit dem Managment wechseln!
      "Willst du wissen, was ich ihm gesagt habe?" war das eine rhetorische Frage von ihr? Einen Moment antwortete er nicht.
      "Verdammt ja! - Was zur Hölle hast du ihm da geflüstert?" sein Grinsen wurde nur noch breiter bei der Erinnerung an Boem-Hwas Gesichtsausdruck.
      Mit den Augen verfolgte er jeder ihrer Bewegungen - es sollte verboten werden sich so zu bewegen wie sie... Bzw so an der Wand zu lehnen. Das Grinsen wich aus seinen Zügen, als sie ihn, aus ihrer lasziven Position heraus, näher an sich zog, sodass sich ihre Lippen gefährlich nah an den seinen befanden. Der dezente Duft ihres Parfums und ihr ganz eigener Geruch stieg ihm in die Nase, genauso wie der süßlich Hauch von Alkohl, der auf ihren Lippen kleben musste - so wie sie ihren Drink vorhin hinunter gekippt hatte. Konnte man durch diese Mischung eigentlich lediglich durchs Einatmen betrunken werden? Möglich, oder?
      Perplex über ihre Antwort blinzelte er ein, zweimal. Was hatte sie da eben gesagt? Sein Schwanz sei... Was?! Wie viel intus hatte sie eigentlich? Tae jedenfalls hatte keinen einzigen Schluck Alkohol zu sich genommen und dennoch vertraute er gerade seinem eigenem Gehirn nicht. Bevor er sich noch weitere Gedanken darüber machen konnte hatte So-Min bereits ihre Hände über seinen Nacken in seine Haare versenkt. Okay, sie war sehr betrunken!
      Wie kam sie eigentlich darauf soetwas zu sagen? Tatsache war, sie hatten es nie miteinander getrieben. Klar... Man hätte eventuell... Meinen können dass sie sich so gut verstünden, dass sie auch mal Sex haben könnten - Eventuell. Gerade als er Widerworte einlegen wollte murmelte sie: "lass uns dieser Theorie doch einfach nachgehen. Hmh? ~" Sie wollte was? Der Theorie, die sie als Wahrheit ausgegeben hatte nachgehen. Wait. What? Tae hatte gar keine Zeit das ganze zu überdenken - ach fuck, er war sowieso nicht der Typ der überhaupt irgendetwas überdachte! Und schon gar nicht wenn So-Min ihn regelrecht abgeschleppt hatte.
      Es war nicht so, dass er nie daran gedacht hätte etwas mit ihr anzufangen. Um Gottes Willen! Welcher vernünftige Kerl würde das bei dieser Frau nicht? Und doch war er überrascht als So-Min die Initiative ergriffen hatte und ihn, nicht nur mit Worten sondern mit Taten zeigte was sie wollte oder von ihm erwartete.
      Okay. Bye Brain, see you later. Nach einer anfänglichen Perplexität, lehnte er sich in den Kuss. Würde er So-Min je beschreiben müssen, würde er sie mit Gin Tonic vergleichen. Slightly sweet, a little bitter, easy to drink and fast to get drunken with. Genauso schmeckten ihre Lippen und Joon-
      Tae fühlte sich jetzt schon wie ein Alkoholiker der endlich seinen Schluck kosten durfte. Es gab die ganze Zeit über schon, eine gewissen Spannung zwischen ihnen beiden, aber egal was sie auch taten, nie hatten sie die Schwelle überschritten die sie wie eine unsichtbare Wand voneinander trennten. Ob es gut war, dass So Min diese Barriere gerade eingerissen hatte? - darüber dachte Tae gar nicht erst nach, er genoß es einfach und nahm sich, was So-Min ihm so bereitwillig gab.
      "I was starting to loose my damn mind over you!" hörte Tae die Frau an seinen Lippen murmeln. Ihre Stimme war ernst, aber vom Alkohol belegt und heißer. Er grinste frech und küsste sie zart, nur um noch einmal den Geschmack ihrer Lippen auf seiner Zunge zu schmecken. "Mhm~ I wish I could see that." erwiderte er und vereinte ihre beiden Münder ein weiteres Mal. Diesmal jedoch, war er es der die Oberhand übernahm und mehr von ihr forderte. So-Min war es allerdings die sich enger an ihn schmiegte. Ob es ihm gefiel? Hell yeah! Er war auch nicht der Typ der hier aufhören würde, aber aus ihr sprach nicht die So-Min die er kannte. Wenn er zu weit ginge und sie es am nächsten Morgen bereute, dann wäre die Hölle los. Mit 100%tiger Sicherheit. Und darauf konnte er verzichten, außerdem war er zu Stolz um eine betrunkene So-Min abzuschleppen - auch wenn sie es war die ihn gerade versuchte flachzulegen. Und das ziemlich aggressiv - wenn sie so weiter machte konnte er für nichts garantieren!
      Kurzerhand entschied er, dass es genug war. Mit einer fließenden Bewegung hatte Joon-Tae sie mit beiden Händen an der Hüfte hochgehoben - was einfach war, da sie dabei war sich an ihm hochzuziehen. Außerdem hatten sie im Training schon einige Hebefiguren geübt - meistens hatte er dabei Ki-Ha heben müssen und der war um einiges schwerer als So-Min. Er warf sie sich über die rechte Schulter und konnte nicht widerstehen ihr einen Klaps auf ihren wohlgeformten Hintern zu geben. "Zeit zurück zu gehen." sagte er mit einer unterschwelligen Ernsthaftigkeit in der Stimme, die nicht lange anhielt. Ein unterdrücktes Lachen rutschte ihm dann doch etwas heißer heraus. Natürlich hatte er Wiederstand erwartet und natürlich ließ dieser nicht lange auf sich warten. "Morgen wirst du es mir noch danken, Babe." wobei er das letzte Wort besonders sarkastisch betonte. Er konnte sich vorstellen wie sie hinter ihm die Augen verdrehte. "Versuch es nüchtern nochmal und ich werde dich nicht aufhalten." versprach er breit grinsend und bewegte sich, mit ihr auf der Schulter Richtung Karaokeraum. "Hey, Kotz mich nicht voll okay? Ich will nicht gleich wieder duschen gehen müssen... Und schlafen ist jetzt auch nicht drin." man hörte die leichte Besorgnis heraus. Ein drittes Mal an diesem Tag duschen gehen zu müssen... Das wäre tatsächlich zu viel des Guten. Er hatte auch nicht vor, sie schlafend in seinen Armen in den Raum zu tragen. Es gab sowieso schon genug Gerüchte, da brauchte man keine die So-Min möglicherweise Schaden könnten. Tae würde vorher sichergehen, dass sie auf eigenen Beinen zurück zu den anderen laufen konnte - oder er würde sie wohl widerwillig zurück ins Wohnheim bringen, nachdem er Do-Hun gebeten hätte Ji-Ae zu kontaktieren. Aber noch hatte er - und vorallem So-Min - Zeit sich wieder in den Griff zu bekommen.

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