Japanischer Tee Teil 1 : Geschichte

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  • Japanischer Tee Teil 1 : Geschichte

    Konichiwa meine lieben Leser.
    Heute möchte ich mit einer Reihe starten die das Thema Japanischen Tee behandelt.
    Warum eine Reihe fragt Ihr euch ? nun weil dieses Thema soo umfangreich ist das ich mir überlegt habe das ganze in mehrer Teile zu splitten.

    Heute fangen wir wie im Titel zu sehen ist mit der Geschichte an.

    Ich hoffe Ihr habt Spaß beim lesen :)


    1. Wie der Tee nach Japan kam.


    In der Nara-Zeit die zwischen 710 bis 794 n.Chr. und der Heian-Zeit die zwischen 794 bis 1192 n. Chr. war. Schickte Japan zahlreiche Abgesandte in das Mutterland des Tees China. Die Abgesandten wurden damals von Buddhistischen Mönchen begleitet die dort zu Studienzwecken verblieben. So wurde Tee nach Japan aus China importiert und zu besonderen Zeremonien gereicht. (Gyocha no Gi oder Hikicha no Gi)

    In der Heian-Periode von 794 bis 1185 n. Chr. kam es laut der Legende das die buddhistischen Mönche Saicho und Kukai bei ihren Studien in China erste Teesamen (Camellia Sinensis) nach Japan schmuggelten und somit der erste Teegarten in Japan errichtet werden konnte. Dieser wurde in der Saga Präfektur auf der Insel Kyushu gegründet. Man vermutet aber das es bereits vorher in Bergregionen wildwachsenden Tee gab und auch schon zubereitet wurde.

    Die erste Art des Zubereitung von Tee in Japan die überliefert wurde war entweder den Tee frisch zu Pflücken und mit heißem Wasser zu kochen oder so genannte Teekuchen (Mochicha) zu machen. Dabei wurde der Tee zusammen mit anderen Zutaten gemischt und in einem Topf mit heißem Wasser gekocht. Um einen Teekuchen herzustellen wurde der Tee gedämpft und danach zu Pulver verarbeitet (So etwas ähnliches kennt man heute vom Prinzip des Matchas ;) ) danach wurde das ganze gepresst und war so deutlich länger Haltbar.

    Nun kommen wir in die Song-Dynastie (960 bis 1279 n.Chr.) und damit auch zu Abt Eisai der eine wichtige rolle in Bezug auf Japanischem Tee spielt. Denn nun kommen wir zu schon eben erwähnten Matcha oder auch Pulvertee. Dieser ist nämlich nicht erst heute ein großer Trend sondern war es auch schon damals und kommt ursprünglich wie kann es anders sein aus China. Eisai war es dann der von einer Studienreise neue Teesamen und allerlei Utensilien zur Zubereitung von Tee mit nach Japan brachte und auch erste Regeln zur Zubereitung von Tee in einem Kloster aufstellte. So kam es das nun vorwiegend die Sorte Tencha zum Zubereiten des Tees genommen wurde was bis Heute noch der Fall ist und die Matcha Zubereitung wie wie sie heute kennen das Kochen des Tees in einem Kessel verdrängte (Wer mehr über die Herstellung und Zubereitung von Matcha lesen möchte findet dazu einen Blog Beitrag von mir).

    2. Die Ausbreitung des Tees.

    Ein Schüler Eisai, der Mönch Myoe legte auf Geheiß beim Tempel Kozanji in Toganoo Teepflanzen an. Dies tat er in den nebeliegen hügeln Uji, nahe Osaka und Kyoto. Dort entstanden die ersten großen Teeplantagen.
    Durch den engen Kontakt zwischen den Samurai und den Mönchen war Grüntee in diesen Schichten bis zum Shogun sehr angesagt. So kam es auch das sich über das ganze Land Teegärten verteilten um die Nachfrage überhaupt zu stillen. Dies wurde zuerst nur in Tempeln und Tempelgütern zugelassen da der Tee der Adelsschicht vorbehalten war. Erst in der Kamakura-Zeit (1185 bis 1333 n.Chr) durch die sogenannten Geschmacks-Wettbewerbe wurde die Teekultur immer mehr erst den niederen Adelsgeschlechtern und dann auch den niederen Gesellschaftsschichten zuteil. Natürlich wurde diesen Gesellschaftsschichten nur Tee minderer Qualität zuteil.

    3. Teezeremonien.

    Durch die Teemeister Murata Shuko und Takeno Joo gewann die Teezeremonie in der Muromachi Periode (1392-1568 n.Chr.) eine neue Richtung. Es entstanden die sogenannten Teehäuser. So kam es das die Elemente des Zen-Buddhismus und der Teezeremonie noch enger verknüpft wurden. Zu dieser Zeit gewann die Teezeremonie in den Adelsschichten noch mehr an Popularität. (Die Einrichtung eines Teehauses werde ich gerne nochmal in einem anderen Beitrag beschreiben wenn dies Gewünscht ist.)

    Ab dem 16. Jahrhundert wurde Tee nicht mehr fast nur vom Adel konsumiert sondern wurde auch wohlhabenden Schichten zuteil. Dies war dem Schüler von Takeno Joo, Sen no-Rikyu zu verdanken der die Teezeremonie weiter verfeinerte.Durch seinen einzigartigen ästhetischen Sinn erschuf er den so genannten "Teeweg" (Cha-no-yo) zusammen mit der Sakaisenku-Schule.

    4. Vom Teepulver zu Teeblättern


    Nach Sen no-Rikyus tot fing man in Uji an die Teeknospen mit Reisstrohmatten zu Beschatten. Dadurch wurde der Besondere Geschmack der beschatteten Teeblätter entdeckt und wird bis heute noch als hohes gut in Japan geschätzt.

    Durch den chinesischen Mönchen Ingen Ryuki wurde der Japanische Tee weiter entwickelt. Er gründete in Ujo den Haupttempel des Obaku-Zen und brachte viele Elemente der chinesischen Kultur mit sich. Unter anderem die Zubereitungsmethode die Teeblätter nicht zu mahlen sondern direkt mit Wasser aufzugießen. Dafür wurde eine Chinesische Teekanne verwendet die einen Seitengriff hatte, dies war der Vorläufer der heutigen Kyusu in Japan.

    Auch die Herstellungsmethoden für Grünen Tee in Japan hatten sich zur gleichen Zeit weiterentwickelt. Es gab eine große Vielfalt wie Grüner Tee hergestellt wurde.Ein großer Durchbruch entstand dann dadurch das Nagatani Soen aus Uji das Verfahren entwickelte die Teeblätter nach dem Dämpfen zu rollen um so einmal durch das Dämpfen die Oxydation zu stoppen und durch das Rollen die Zellwände des Blattes zu brechen um so besser den Geschmack frei zu setzten.

    Bis zum Ende der Edo Zeit (1603-1868 n.Chr.) wurde der Tee für den Matcha mit Reisstroh abgedeckt um ihn so zu Beschatten. Dies wurde dann von Kahei Yamamoto VI im Jahre 1835 weiter verbessert um dann durch einen Zufall eine neue Sorte zu entwickel den damals benannten Tamanotsuyu. Eguchi Shigejuro arbeitete 1841 weiter an diesem Verfahren und entwickelte so den heute bekannten Gyokuro ("Edler Tautropfen"). Durch weitere Versuche wurden dann auch der Kabusecha (Halbschatten Tee) entdeckt. Diese Unterscheiden sich in der Länge wie sie beschattet werden Gyokuro 20 bis 40 Tage vor der Ernte und Kabusecha 10 bis 20 Tage vor der Ernte.


    5. Japanischer Tee in die ganze Welt.

    Die ersten Teeexporte Japans begannen um rund 1610 durch die Dutch East India Company. Doch bis zum ende der Edo Zeit dauerte es bis größere Exporte betrieben wurden.Ein großer Durchbruch für den Export von Japanischem Tee war die Öffnung der Handelshäfen durch Shogun Tokugawa Iesada. Dieser unterzeichnete 1858 in Edo den Freundschafts- und Handelsvertrag mit den USA und ähnlich weitere Verträge. Darauf folgten Verträge mit den Niederlanden,Großbritannien,Frankreich und Russland.So kam es das neben Seide auch Tee zum größten Exportprodukt Japans wurde. Natürlich wurde so auch der Anbau von Tee immer attraktiver und vor allem lukrativer. Allein 1859 exportierte Japan 181 Tonnen Tee ins Ausland.


    Durch das steigende Export-Handelsvolumen und den internationalen Wettbewerb fiel der Preis für Tee im 19. Jahrhundert signifikant. So kam es auch das sich die Samurai Familien immer weiter aus der Tee Produktion zurück zogen und Landwirte oder Teezüchter diesen Job übernahmen. Mit diesem Schritt entstand der Moderne Teeanbau mit Ernte- und Verarbeitungs-Maschinen und der Distribution mit Zwischenhändlern. Durch diese art der Teeproduktion kann Japan bis heute eine konstant gleich gute Teequalität gewährleisten. Bis heute wird der Anbau weiter Modernisiert und auch die Verwendung des Grünen Tees beschränkt sich heute nicht mehr nur auf das bloße Trinken. Es wird zum Backen, für Kosmetik,zum Kochen und viele weitere dinge verwendet.

    Ich selber bevorzuge es aber den Tee ganz entspannt zu trinken ;)

    Dies war mein kleiner Beitrag zur Geschichte des Tees in Japan. Ich möchte hier am ende noch darauf hinweisen falls jemand so seit gelesen hat das ich hier nicht alles drin habe und das auch weiß. Es gibt noch so viel mehr was man schreiben könnte aber das würde hier jetzt den Ramen sprängen.

    Zu guter letzt bedanke ich mich fürs Lesen und würde mich freuen wenn Ihr mir ein Kommentar da lasst was euch gefallen hat, was nicht und ob ihr noch Vorschläge für weitere Beiträge habt ;)


    Mit freundlichen Grüßen euer Wizzy





    Quelle:
    Okakura, Kakuzo: Das Buch vom Tee, übertragen von Horst Hammitzsch, insel taschenbuch, 1. Aufl. 1979.
    Die Show beginnt
    DanceDance ...urg *lob*

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Kommentare 4

  • TheWizard -

    Auch dafür vielen lieben Dank <3

  • Daisy -

    Ohh aber wirklich ein sehr interessanter Beitrag! :D Es ist immer wieder faszinierend wie eng verbunden geschichtliche Phänomene mit solchen "Lebensstilen" ist, worunter nun einmal auch Nahrung fällt. Leider wird das viel zu selten beleuchtet, wodurch ich mich als Geschichtsfanatiker umso mehr über diesen Blogbeitrag freue! :3 Dankeschön für deine Mühen <3

  • TheWizard -

    Danke Fuffy :3 freut mich das er dir gefällt *-*

  • Fuffy -

    Super Beitrag, Wizzy! Echt informativ und interessant. Vielen Dank! <3